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Full text of "Universal-lexikon der gegenwart und vergangenheit, oder, Neuestes encyclopädisches wörterbuch der wissenschaften, künste und gewerbe, bearb. von mehr als 300 gelehrten"

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| 


| 


Pierer's 
Universal⸗Cexikon 


der Vergangenheit und Hegenwart 





ober 


Kenehtes enchelopädiihes Wörterbud 


der Wiffenfchaften, Münfte und Gewerbe, 


Bierte, umgearbeitete und ſtark vermehrte Auflage. 


Sechſter Band. 


Euroya — Gascogne. 





Altenburg. 


Berlagsbuhhandlung von DH. A. Vierer. 
1888, 


(@urope), 1) Tochter des Bhönir u. der 
tr. dee Agencr u. der Telepbafle. Jene 
naer Briefe in Bbänicien u. entfährte fie 
a Ereta, mo fie durch ihn Mutter des 
pet, Minos u. Earpetonmwurde. Später 
ie ven Känig Aflerion von Kreta, wel» 
Ztbrne erzog n. denſelben fein Reid, 
Rach ıhrem Tote wurde fie von ben 
Zelloris verebrt m. ihr das Feſt He⸗ 
et. u Sidon verehrte man auch eine 
tion. rm. Aftarte. Spätere Dichtung 
rs ientere feine Eöbne Kadmes, Pbönix, 
bafcs au@, um bie E. entweder mieber 
ed. nie wieter beimaufebren; ba ihnen 
zeianz, ic blieben fie im Auslande m. 
rer neuer Reihe. Epütere Auewan⸗ 
wurten mit Der ber @. in Verbindung 
Bere Anriten frellen jenen Raub ter E. 
Zedb:er des Titvos, non Boleiten Mut- 
upbenes 8) Eine ter Gemahlinnen bes 
ĩ. d. 
a. Eianeteit, wurde am 4. Febr. 185% 
ezriri: das Gouldſche Zeichen (m). Eeine 
re swrhen tenen ter Doris n. Themie, 
ere Entiernung ven der Eonne beträgt 
u gerarapbiihe Meilen u. feine Umlaufs- 
ne.te 5 Zabr 201 Tag. 
a, 1) :2. Heegr.!, einer ber zmei, fpäter, 
cher afs dritten Erdtheil fchied, einer 
‚a A:ten befannten Erdtheile, u. zwar der 
2. Der Name, melden Homer noch 
‘, fenımt guerft kei Serobet u. in dem 
n Homnus auf Apollon (Vers 251) vor, 
ir Ten ganzen Erdtheil, fondern für das 
zegennuberitegente Yand ven Thracien 
eicrınnee Weber ter Name E. kommt, 
eternidt, aber daß biefer Erdtheil, wie die 
se, ren der Europa (j. d.) genannt wor⸗ 
treizet er mir Recht, da dieie Rbenizierin 
em Feſtlande gelemmen iſt. Tie älteren 
:n reellen ten Namen au von einen 
sröpes, cd. ven Eurus, dem Südoeſtwinde, 
‘se neueren baben ibn tbeil® aus ten Se⸗ 
Zzracen abgeleitet, namentlich ven dem 
ı Ereb, d. i. Abend, alio nach Weſten ge⸗ 
ind, od von Ur appa, d. I. Yanb mit 
adeiicht: theil® aus Lem Gricchiſchen, u. 
xder ven srors U. arda, dab breite Yand, 
sr; u. wir, alfo das breit anzufchauen 
niihe Grenze gegen Afien wurde früher 
» Ber Fluß Pbaſis, dann der Arayes u. 
ihe Dieer, endlich Der Fluß Tanais u. Die 
entis angenemmen; im Züten u. Weſten 
emein Das Mittelmeer (Mare internum) 
ınttiche Tcean (Oceanus, O. herperi- 
re „tlanticum, M. magnum, M. ex- 
ıle Grenzen, ob E. au im erben vem 
enzt wurde, mußte man zur Seit Hero⸗ 
nit: denn was nörkli über Ibracien 
kis auf Pelybies noch ganz unbelannt; 
Ztrabos galt die Nord⸗ u. Oftiee ale 
31: Werfen 4 Aufl. VL 


Lee | — ————— © — 


Grenze, u. erfi ſeit Plinius findet fich eine Anben- 
tung von ber Skandinaviſchen Halbinſel u. eine® 
nörblien Oceans (Geeanus septentrionalis, 
O. arcticus, OÖ. hyperboreus, O. scythicns, 
Mare concretum, M. mortuum). Die Größe 
Er unte man wegen ter mangelbalten Kenntniß ber 
nördlichen Theile von E. nicht beftimmen, bielt aber 
tiefen Erbiheil lange für ben größten, u. zwar fo, 
daß E. u Des nanzen Gontinents entbielte Die 
Länge, von Weften nah Oſten, ichäpte Herodot, 
welcher den Phaſis im Oſten ale Grenze annahm, 
für gleich der von Aften u. Afrika zuſammengenom⸗ 
men; fpäter, da ter Tanais ale öſtliche Grenze 
feſtgeſetzt wurde, nahm man als gerinzfies Daß 
25,900, ale größtes 30,500 Stadien an. Die 
Breite fellte von ber Südipige Italiens bi® zum 
nörtlien Ocean angenommen 9200 Stadien, von 
Parallel Durch Rhodos bis zu ber Grenze ber be- 
wohnbaren @egenten 12,700 Stadien betragen. 
€. galt den Alten zur Seit des Strabo als ein bis 
auf einen geringen Theil im Norden bemebnbares, 
zabireich benälferte®, gut bebautes, mit (Mebirgen n. 
Thälern abwechſelndes, von vielen Auchten, Vor⸗ 
gebirgen u. Halbinſeln umgebenes Yant, das die 
Euitur feiner Rewobner zu befördern vorzüglich 
geeignet fer, reich an ben verfhietenartigften Pro- 
ducien, bei. Dietallen u. Vieb, u. mit nur menig 
milden Tbieren. Die Yänder, melde tie Alten in 
GE. untericbieben, waren: Diipania ı \berin‘, Gallia 
(KReltile, Galatia), Britannia (Albien u. Dibernia), 
Germania, Vindelicia, Rbätiae, Noricum, Pan 
nenia, Italia, Illyricum, (Bräcia Dellae u. Belo- 
ponneice), Theſſalia, Macedenia, Thracia, Möfte, 
Dacia, die Europäiſche Sarmatia. Große Inſeln 
waren, außer Arttaunien, im Nerden Scandia u. 
Die mytbiſche Thule, im Süden die Balearen, Corſica, 
Dicilia, Sardinia, Creta, Eubẽa, die Aufladen x. 
2) Previnz Tbraciens, |. d. Geſch.). 

8) ın. Geogr. u. Ztat.), Erdtbeil in ter nörb- 
lichen, beziebentlich Eftlichen Semilpbäre; rein geo» 
graphiſch betrachtet, nur eine nordweſtliche Halbinſel 
Aſiens, aber ſchon feit alter Zeit als ein einbeitlicher, 

eograpbiſcher Begriff anerkannt. Wegünftigt durch 
eine geographiſche Lage zwiſchen Aſien, Afrika u. 
Amerika, ſowie durch fein glückliches Klima zwiſchen 
der Polar» u. Trepenzone, iſt E., obgleich nächſt 
Auſtralien der kleinſte, Doch in culturbiſtoriſcher u. 
politiſcher Hinſicht der wichtigſte Erdtbeil u. übt 
ale der eigentliche Mittelpuntt der Civiliſation u. 
Des Weltverlebre in geiftiger wie in materieller Be- 
ziebung unbedingt Den weientlichften Einfluß anf 
die übrigen Erdtheile aus. Die ußerſten Punkte 
fine: im N. das Nerdcap 71" 10 nördl. Ar. 43° 
40° öſtl. v. ıwon Ferro): im S. Cap Tarifa (ſild⸗ 
lichſte Spißze von Spanien an der WMeerenge von 
Gibraltar, 36° nördl. Ar. 12° 4° Mi. v.; im 
DO. Die Mündung des Kariſchen Aufene (Rord⸗ 
oftfpite Bes Qurepäifben Rußlande), 60” 45° 
nẽrdl. Br. 830 di. v.; un W. Cap la Reca (weſt⸗ 
lichſte Spitze der portugieſiſchen Previnz Eſtrema⸗ 
dura), 39° 40° nördl. Br. 80 9° cfll.Y. Die größte 
1 


2 


Ausdehnung von NO. nah SW. (vom Kari⸗ 
ſchen Buſen bis zum Cap de St. Bincente [Süp- 
weſiſpitze der portugiefiichen Provinz Algarve), 37° 
10° nördl. Br. S° 36° öſtl. L. beträgt 750 Mei- 
len, von N. nach S. (vom Norktcap bis zum Cap 
Matapan Südſpitze der griecbiihen Halbinjel Mo⸗ 
real], 36° 22° mörbl. Br. 40° 9 öfll.L.) 522 DR, 
die ſchmalſte Stelle zwijchen dem Meerbuſen von 
Lyon (Mittelmeer) u. dem Biscayijhen Meerbufen 
(Atlantifher Ocean) 56 Mi. Orenzen: im. 
das Eidmeer mit bem Weißen Dieere, im O. Afien 
u. das Kajpiiche Meer, im S. das Schwarze Dieer, 
das Mittelmeer mit beren Meerbufen u. Meerengen, 
im W. der Atlantifche Ocean mit dem Biscapiichen 
Meerbufen u. feinen tief nach O. einfchneibenden 
Armen, ber Nord» u. Oſtſee u. deren Meerengen 
u. Meerbuſen. Gegen Afıen find bie Grenzen nicht 
feft beftiunmt; gewöhnlich nimmt man im ©. bie 
Mündung bes Uralftroms in das Kafpiiche Dieer 
u. dann das ſich bis zum Karifchen Buſen nah N. 
erſtreckende Uralgebirge dafür an. In diefer Aus⸗ 
dehnung umfaßt E. einen Geſammtflächenraum 
von ungefähr 170,000 O. M., wovon auf den eigent- 
lichen, in Form eines Dreiecks zwiſchen dem Bis⸗ 
cayiſchen Meerbuſen, dem Kaſpiſchen Meer u. dem 
Kariſchen Meerbuſen gelegenen Continent 121,500 
QOM., auf die Halbinſeln (wovon Die bedeutendſien: 
Schweden mit Norwegen, Spanien mit Portugal, 
Italien u. Griechenland) 39,500 OM. u. auf die 
Inſeln (einſchließlichI 8lands) etmas ilter 40H COM. 
lommen; mitbin umfaßt E. ungefäbr 7 Procent ber 
2,463,000 OM. einnehmenden gejanımten Land— 
oberflädhe ber Erde. 
Horizontale Gliederung. C. verfdana- 
lert ſich mit zwei großen Einſchnürungen ſtark 
nach W., ſo daß es als eine Halbinſel von Aſien, 
mit der größten Ausdehnung von SW. nach NO., 
750 Meilen lang, erſcheint ır. fein Stamm bie 
Geftalt eines Dreieds bat, deſſen Eden in ben 
Spitzen des Biscayiichen Dieeres, des Karifchen u. 
Aowichen Meeres liegen, u. deſſen kürzefte Seite 
(360 Meilen) bie continentale Grenze Aftens ift, 
während bie längfte (650 Meilen) tem Norbatlan- 
tiichen Oceane u. deſſen Gliebern, die mittlere 
435 Meilen) Dem Mittelmeere zugekehrt ift. Dieſes 
Dreied enthält etma 120,000 OM., u. auf bie 
Glieder, bie Halbinfeln, lommen gegen 40,000 OM., 
jo daß Demnach das Verbältnig Der Gliederung zum 
Stamm wie 1:3 ift, das glüdlichfte, welches auf 
ter Erbe ftattfindet. Auf Drei Seiten it E. vom 
Deere umgeben; nur ber Often entbehrt größten» 
tbeild bes Meeres, Daher dieſe Zeite auch Die dilrf- 
tigfte iR. Sm Polarmeere dringt das Weiße Meer 
in ben Erdtheil ein; in Der gemäßigten Zone ge- 
legen, wurde ſeine Küſte noch eine Anfietelung euro- 
päticher Cultur. Biel mehr gegliedert ift ber Atlan⸗ 
tiihe TCcean: Die Nordſee 112,000 GI.) mit drei 
Straßen in den ofienen Tcean u. Brei in bie Tftjee 
6409 SM.) Die letztere, ein feſt geichlefienes 
Binnenmeer mit parallelen Küflen, gewährt bem 
Korven E-8 eine eigentbiimlihe Gliederung u. 
wurde mit ibren bebententen Strömen ven großer 
Wichtigkeit für Handel u. Gefittung. Tas Piittel- 
meer (47,50U DOM.) endlich, nur durch eine 3 Dit. 
hreite Strafe mir tem Oceane verbunten u. zwiſchen 
tbeile geftellt, gliedert E. jebr bedeutend n. 
H tie ſüdlichen Halbinſeln in mehrere 
heilt, deren Wichtigkeit Durch Die zabl- 


— — — — — — ee — — — — — — — —— — 








"Europa (Geogr. u. Statift.) 


reihen Inſeln noch erböbt wird; es verei 
drei Erbtbeile n. feine Küftenländer bilten 
fondere Welt, deren Schauplatz die griec 
römische Geſchichte geweſen ift. Durch dief 
ergibt fich eine Küftenlänge von 4300 Mei 
ITOM. Flächeninhalt 1 Meile Küfte; da 
bält E. kein großes Binnenlaub (Deutid 
zwiichen dem Zuyderſee od. ber Eminemünt: 
u. dem Bufen von Triefi nur 125 Deeilei 
u. jelbft die am ungünftigften gelegenen 
Gegenden find von den Verkehre mit ten 
nicht ausgeihloffen. Bon jener Küftenlän 
men nur 780 Meilen auf Das unmirtbbare C 
Dagegen 1820 auf ben Atlantiichen Ocean 
Ofifee u. 1700 auf das Dlittelineer. Du 
Meere werden 12 mannichfach geftaltete, m 
ugänglihe Halbinfeln gebildet, melde 
einer maritimen Seite umlagern. Von ihne 
fünf (Kanin, Kola, Standinavien, Schleen 
land, Northolland) auf der Nordſeite, dre 
mandie, Bretagne, Pyrenäiſche Halbinfel) 
Weſtſeite, vier (Italien, Iftrien, Griechiid 
infel, Krim) auf der Süpjeite. Die auf | 
den legten Seiten find Die bebeutentiten. 
ben unwirthbaren Norden find nur zweing 
Halbinjeln gerichtet; bie bebeutendfte nördlid 
fih nah Süden; bie beiden anderen liegen 
ber Wefthälfte, jo daß auch hier E. durch Fi 
hochbegünſtigt ericheint, indem nur ein ı 
Theil buch Nortrichtung verloren gebt 
Theil feiner Küfte von dem Berfebre u. ver 
ausgejchloffen ift. Dies günmige Werbäli 
Kilftengltederintg wird erböbt Durch Die zal 
Inſelu, weiche, etwa 9000 CM. groß, 
Flächenraums tes ganzen Erdtbeils ent 
nicht weit zerſtreut, ſondern in ber Näbe & 
landes liegen, bafjelbe kranzförmig unigebı 
Wechſelwirkung mit ibm fteben, fo daß 
Centralijation ver Cultur geftatten u. bie E 
tung erhöben. 

ine gleihe Mannigfaltigkeit entmid 
verticale Slikderung E⸗s. Im A 
nen entfpricht bie verticale Gliederung bi 
zontalen: Dem vichgegliederten Südweſt 
ſpricht bie reiche Abwechſelung, Dein in beri 
Hinſicht einförinigen, wenig gegliederten T 
Einförmigteit ber verticalen Öliererung. Al 
infeln, mit Ausnahme der nach Morten ger 
find größtentheils Gebirgsland, ekenje Die 
ber continentale Stamm Dagegen beitebt be 
ten Theile nah aus Tieflant. Das Ti 
(120,000 DM.) berricht über das Gebirg 
(50,000 CM.) ın dem Berbälmiß von 5 
eigentlichen, im bijtoriichen E., mit Ausſch 
dein einförmigen, anch in feiner Entwideln 
näber ſtehenden Rußland, herrſcht jetech t 
birgsland ver in dem Berbältnijle wie 3 :. 
beiden Hauptformen liegen neben einand 
norbäftlihe Tieſland u. Das ſüdweſtliche € 
land zu beiten Zeiten der ben Erdtheil vo 
öften nach Nordweſten burcziebenten € 
diagonale (Kaulaſus, Narpatben, Serc 
Bergipftem). Doch ijt die Vertbeilung nicht 
artig, Der Gegeniag hat nichts Grelles 
ſchließendes, es findet cine lebbafte Durchd 
ber formen ftatt, auch tie Ebene enthält H 
innerhalb des Hochlandes finden fich Häuf 
länder, melde tuffelbe vielfach unterbrech 


Garopa (Serge. n.. Cruik) 
* ——— ga —— ee ee 


Herrn gſten 
Einfinfle ; by 9 — ‚ Gebirgsland, GR 

burd da & Nlpenipkem, mit ber 
Maunigfaltigleit, daher eine bebrutende eige: 
thümlicder Yänber u. Gtaaten, in Geographie 
tral- a Hi — * 

ral⸗Ho ie 

tm Weßen wegen ber Gon- | rien, Steyerma rt, erreih); bb) das Int 
une 15 Meilen | Hod-@. (Ungarn, iebenbürgen u. 
der uordaflati- | mit Spuren tes afiatifchen Sharaftere (Einförm 






jr 
! 
- 


et 
j 


Etzypesmwelt =. erinnert au baffelbe burch feine | ber Debirge u. Ebene, Steppen); tem unabhä 


*F 









Cimye, Beräße, Ganbflähen u. Haideſtreden. Staat, verfehieberartige Bölter ; ce) das mittiei 
Dh in es ber Guitur geöffnet, ia bildet ſeibfi Hoch⸗ ‚GC. (Deutſchland mit Ausnahme ber ſchon 
Seuptfige R der Often, der no) un- | nannten Theile, Belgien u. — 
ir den Gmuiufle NRebt, if vermöge feiner | Diannigfaltigfeit her Yilbungen, Alpen, Ooche 
tctenktuung m. Mimatiihen Weltfielung | Mittelgebirge u. Tiefland umfaflend, — * 


ber — — zerfplitert; der Lage, Belchaffenheit u. Geſchi 
ındig a. unfenteber, daun aber ergiebig u nah der Mittelpunkt &-s: dd) das N, 
Cceane yı „iM ſehr — — Acht Hoch⸗E., Frankreich, gegen Weften u. ben Dce 
des nach Norden gerichteten | gefebrt. AX-TTY E. aus den füblichen Helbinfe 
Civechms ©6 2. Bilbet ein nothwenbiges Ver⸗ beſtehend, vereinigt bie Nlimatiichen Vortheile d 


liadragegtich dem Hochland einer- u. dem | heißen u. gemäßigten Zone obne die Nachtheile ix 
Chen u. Dem anbererfeite. Das Gebirge- | ter; daher der Eburalter Harmenie, Schönbeit 
und ven ‚welches, außerhalb tes Voefle, baber bier unter afiatifchem u. afrifanifche 
bichfter rtels der alten Welt ge | Einfluffe eine frühe Kulturentmidelung u. dur 
kgen, aur r m. vierter Mafle nah» | die leichten Berlebremittel ſowohl unter * 


Mittelpuntt in den Alpen, | als mit tem Ganzen höchſt vortbeilhafte 
freiiehenben Beni a mit einer wier- | wirkung auf Hoch⸗E.: @riechenland, bie a au 
Ebenen Dentichlanks | Halbinſel, zuerſt bie Cultur von Aflen nach ©. ve 
w. Ungarns. Zrot ber | pflanzend; Italien, die eurcpäifche ——— a 
fremyenben Ketten berricht | wenigſten nach Süden, am meiſien in ben Gon! 
mbei vb bie großen u. tiefen | nent einbringen, Daher in feiner Mittelſtell un 
liegeachãter, die bequemen Paãfſfe u. das Zuſam | zur frühen Herrichait über das Game berufen 
Die leichte Berkindung der Haupttbä- | Iberien, bie Airikaniſche u. Oceaniſche Halbinf 


H 
: 
a 


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Inn 


in 


ke m ©r GBettibarkt. Daburh wird das Aipen- baber fie mebrmals von Arrika Culturkeime er 
ſuten deas wegſamſte Hochgebirge der Erde; es ver- | piangen u. zuerſt europäiſche Cultur m. o 
bintet die mumttegeuben Landſchaften, Ratı fie au | in ferne Erdibeile getragen bat. Nord⸗E. 
teemen, m. fichert bie Herrichaft Über die Tbäler, | bält eine aleiche Anzabl von ebenio vollendeten Y) 
ım ie mehr, ba es durch feine Echnce» u. Gie- | tern wie ter Süden: der büftere, traurige — 
biuagen eine Baſſermenge entwickelt, mie kein | bildet Mutb, Ernſt, Mägi iteit u. Augbeit; d 


⸗ 


eume Ströme weiibin in bie | Ocean beftimmt fie zur Verbreitung eutopäif 
endet. Das Centrum aber ift zu | Weſens in tie ferne: Skandinavien, febr iſol 
i And zu munnigfeltig, al® daß Die | das aflariiche E.; Tänemark, Die europätfche Dal 


;  Serkbeft des die Freiheit der erfteren er- | infel, ſeeſabrend u. lange herrſchend, unter ſiete 
fılıa Anute. ringe um die Alpen lagern Cinflufle bes Kontinents; bie Britifcen Infel 
Dee DEE ne geringer an Ausbebnung | das ameritaniiche G., der verfdiebenartigfle ' 
u Höße, aber reich un Zbälern, mannigfaltig in | Iebentigfte Tbeil bes Nortens, mit eigentpfimtic 
ma m. gerfireut u. vereint anf | Entwidelung; am meichten im Deere liegend 


chin: Er jedes wieder für feine | “Amerika durch Lage u. Strömungen am meifı 
elpunft darbietend. So ent⸗ genäbert, find ſie zur Herrſchaft des Meeres & 
kalt €. eine große Zabl Gentralformen, ven weichen | ruien u. baben namentlich tie welthiſtoriſche Mi 
jede ihrem — nen beftimmten Charakter ver- fion E86 erfülkt. 
— 57 aber dem Erdtheile eine greße Verſchie⸗ Die Stromgebiete ſind Mein, aber we 
Denertigfeit u. —— geben innerbalb ter | entiwidelt, nie der ganze Erdtbeil, denn bie eum 
Biltungen, ein Borzug, ber | päiichen Flüffe fieben zwar in Etrvmlange 
ech — duxch Die Tiefebenen, Stufen⸗Waſſermaſſe, aber nicht in a nle boa u 
„ Terzaflen w. Hochebenen, tie jene Biltun- | eigen u. ver Gliederung ibrer Rebenfiäfl 





reicher Entwidelung umgeben. Aſiens u. Amerikas nah. Tie Hauptwaſſen 
EEE intbrilung: a9 Nieder-G. ſcheide ziebt ſich gleichlaufend mit ber grüßt 
DBolen, Galizien, Bolen u. Preußen), eine | Längenerftredung von SM. nah AND, (von bi 

2. mehlkemällerte Ebene, durch Lage, Mie- | Meerenge von Gibraltar nach tem Karifchen Bufeı 

der Hafbinfeln m. Binnenmeere), | u. tbeilt ben continentalen Hauptſtock E-6 in eiı 
— Of im Eüven, Sünıpfe im | ſüdẽſtliche u. eine nordweſtliche Abdachung, wove 


Fe), Bilter sie ben erfiere 42,000 QM. (0b. 57,5 Brecent), lebte 
—* zlawen Ken See), Cie (en 65,000 DD. (ot. 42,5 Procent . Flächenranm 








4 Europa (Geogr. u. Statift.) 


einnunmt, u. zwar die füböfliche Abbagung: Ge⸗ 
biet desKaſpiſchen Meeres, 26, 000 DM. (mit 
Ural u. Wolga); Gebiet bes Schwarzen u. 
Aſowſchen Meeres, 43,000 DOM. (uit Don, 
Duniepr, Unieftr, Donau) ; Gebiet des Wittel- 
wmeeres, uebſt befien einzeinen oben genaumten 
Theilen, 23,000 OD. (niit Bo, Rhöne, Ebro); 
die nordweſtliche Abdachung: Gebiet Les offe- 
nen Atlautiſchen Oceans, nebit deu Kanal la 
Manche, 21,000 DOM. (mit Guadalquivir, GOua⸗ 
Diana, Tajo, Duero, Garonne, Loire, Seine); 
Gebiet ber Nordſee, 18,000 AM. (mit Scheibe, 
Rhein, Eme, Weier, Elbe); Gebiet der ftiee, 
nebſt dem Finniſchen u. Bottuiſchen Meerbuſen, 
21,000 ED. (mit Ober, Weichſel, Niemen, Düna, 
Newa, Zorneä-, Angerman« u. Dai- Eli); Se- 
bietbes Eismeeres, nebſt bem Weißen Dieer, 
8000 AM. (mit Betichora, Meſen, Divina, Onega). 
Die größte Waflernienge entſendet €. zu ben ab- 
geichloffenen Binnenmeeren, bie jeboch größten- 
theile Durch Mieerengen mit dem offenen Atlanti- 
[den Ocean in Berbindung fteben. Ferner find 
durd Kanäle verbunten: das Kafpiiche Meer mit 
ber Oftfee u. ben: Eismeer Durch bie Wolga, Nena, 
Divinta u. veren Kanäle; Schwarzes Meer u. Nord⸗ 
fee Durch ben die Donau ınit dein Rhein verbiuben- 
den Yubiwigs + od. Donau⸗Maiu⸗Kanal; in Frauk⸗ 
reich verbinden zahlreiche Kanäle (dic bebeutendften: 
Canal du midi, C. du centre, C. de Bour- 
gogne u. u.) das Gebiet der Rhone mit denen ber 
VGaronue (Gironde), Loire, Seine, Schelte u. dee 
Rhein, uljo vas Deittelineer mit dem Atlautiſchen 
Dcean, ben Kanal la Manche u. der Nurbiee. Die 
Flüſfſe ſelbſt find, trotz ihrer geringen Größe im 
Bergleih mit denen Aficns u. Amerikas, doch der 
Binmeufcifffahrt ungemein günftig, beun fie be- 
fiten hinreichendes Waſſer filr ein jchifibares Bett, 
trugen meift ſchon inı Miittellauf große Yaften, ha⸗ 
ben int Allgemeinen ein gut gezeichnetes Gebiet u. 
namentlich im Unterlaufe eine reiche Verzweigun 
ſchiffbarer Nebenflüffe. Der größte Strom 1-6 ih 
die Wolga niit einer Stromlänge pen 450 Vielen 
u. einem Ötromgebiet von 24,000 OD. Bun den 
Seen find bie bedeuteudſten: ber Yadoga- See, 
292 OM., ber Onegu⸗ u. Beipus- Zee (ſäumtlich 
im Rußlaub), der Wener- See, 95 OM., u. Wet- 
tern See, 35 DD. (beide im fühlichen Schweden), 
der Blutten-See ober Balaton, 17 ODE. , ber Nen⸗ 

bler-See, 6 DU. (beide in Uugarın, der Bodeu⸗ 
ee, 93 DOM. (zwiſchen Deutfchland u. Der Schweiz), 
der Senfer- ob. Leman⸗See, 25 OM. (zwiſchen 
der Schroeiz u. Sardinien), ter Nenichateller Sce 
(in der Schweiz), ber Yangen= See od. Lago Dlaggiere 
(zwiſchen ter Schweiz, Sarbinien u. der Lonibardei', 
ter Comer⸗See (in ber Yırsıhbardei), Der Garda⸗See 
(greifchen Der Lombardei, Tyrol u. dem Penetiant« 
ſchen); fie find ſämmtlich für die Schiſffahrt ven 
wenig Bedeutung; außerdem finden fich noch zahl⸗ 
reihe Seen von geriugerer Ausdehnung int nörd⸗ 
lichen u. im ſüdlichen Deutſchland, in ter Schweiz 
u. in Großbritannien. 

Klima: E. gehört mit Ausnabme eines ge⸗ 
ringen Theile (tes nördlichen Skaudinaviens 
n. des nördlichen Rußlande), in feiner ganzen 
Auebehnung der nördlich gemäßigten Zune an, 
u. das Klima ift baber im Allgemeinen als ein 
aeınähiates zu bezeichnen. Seine phyſiſchen Ver⸗ 

u. feine Balbinfellage, im 8, ©. u. 


ratur. Die durch Die polare Einwirkuug m. I 
continentalen Einfluß bes uurblichen Aflens ı 
feinen kalten Winden verurſachte Külte wird bez 
bie Eimoictung bes Atlautiſchen Oceans u. feiz 
vieleu Binneumeere mit ſeuchten Binden, durch 
Berübrung bes heißen Golfſtroms, vurch den € 
flug Afrikas mit feinen beißen Winden u. embi 
durch die große Cultur bes Bodens bedeutend iu 
mindert. Auf biefe Weile hat E. eine glädli 
Miſchung von cuntinentalem u. vceunilchem Klin 
fern von den Gegenjägen ber übrigen Gr 
Die Wärme uimmıt nicht nur von 5 nah N. 
von ber Tiefe nach ber Höhe, fundern auch von | 
nad O. mit der Eutfernuug von Atlantiichen Oct 
ab. Zur Allgemeinen laſſen ſich drei klimati 
Regionen unterjcheiven: bie jübliche (die ſũdli 
Halbiufeln, bie Tiefelenen von Rhoöne, Yo“ 
Donau); die nordweſtliche (ein großer Theil v 
Kranfreid, bie Britiſchen Juſeln, Deutichlen 

anemark, RNorwegen u. das meftlihe Ruta 
etwa bis zum Dleribian von Petersburg); u. | 
öftlihe (Schneden u. bus üftlihe Rußlanı). 2 
Linie der mittleren Zahrestzuuperatur vun 0% 
sieht fih vom Nord⸗Cap nach Torned; bie I 
mittleren Jabresteniperatur von 4 9° MR, v 
Londvn über Krulun nach Obefja (alfo ven 51° 3 
nördl. Br. 17° 20° öſtl. X. nach 46° 22° nörbl. X 
45° 25° Sl. X); die der mittleren Jabresteinperat 
von + 12° R. von Bayoıne über Aucoua u. D 
ra330 nuch Lariſſa (ulfo von 43° 29° nördl. Br. I 
11° öftl.Y. nach 39% 40° uördl. Br. 409% 16° öl & 
niittlere Fahresteinperatur von 4 16° R. hut u 
bie Sübfüfte von Portugal. Die Jahreszeiten f 
bei faft iu gauz E. ihren regelinäßigeu, gleichmä 
gen Berluuf; nur in äußerfien 9. find bie üb 
gänge (Frühling u. Herkft) jehr kurz u. im Äußerfi 
5. Sonmer u. Winter ziemlich uubemerkbar 
einander verihmelzene. Wegen fällt un W. c 
meiften im Sommer u. Herbft; im S. numeutl 
im Herbft u. Winter, weniger häufig, aber beftiy 
ul® int N. Den meiften Regen bat Englaud, vi 
ba ninnnt die fallende Heyennienge u. bie abi t 
Regentage vun OSV. ab. Gewitter kommen | 
N. faſt nur im Sunmeer, im S. zu allen Zubrı 
zeiten vor. Bon Winden find in E. die Weſtuin 
vorherrſchenb, u. zwar briugen im Allgemein 
Weftwinbe Regen, Südwinde Wärnte, in 
Trockeuheit, Nordwinde Kälte. Im S. ifl i 
Unterjchieb zwiſchen Land⸗ u. Seeminten bei W 
ten bemerfbarer ale in N.; die Luft im S. Harı 
als im N, 

Producte: Mineralreich: Gold (im Ural 
den Karpaten), Platin (im Ural), Silber (im Ur 
den Karpaten, Deutſchlaud u. Schweden), Que 
ſilber (in Illyrien u. Spauien), Zinn (in England 
dem Erzgebirge), Zint (in Euglund u. Deutjchlan 
Kupfer (in Eugland, Deutichland, Ungaru, Rı 
lund, Skandiuavien), Eijen (dus meifte in Englaı 
tas befte in Schweden, außerden auch in Deuti 
kant u. Rußland), Kobalt (beſ. in Sachſen 
Steintohlen (bei. in England, Frankreich, 8 

ien u. Deutichland), Sulz fat überall verbreit 
erner weitverbreiter Wisunutb, Autimen, Arfen 
Die berübniteſten Wineralquellen bat Deutſ 
land. Die Flora E-8 richter fih nach ben Min 
tiſchen Verhältniffen u. ift 436 eutfernt vun | 
Mannichfaltigkeit, Gülle u. Uppigleit uuberer Gı 


| 8. von HReeren umgeben, bebingen feine Tem 
u 
6 


Guropa (Geogr. u. Stat), 


rfeite, mie von beren Ginförmigleit m. 

nbererfeite. Nach a un 

fe mit Ausſchluß der pers] 
er 


ach Regionen 
egionin in der Inberctiichen 


e; 

‚bbiecentrale Region inber 

€ one, u. war: aadter erfie 

irtel (@ärtel ber Bude u. Eiche u. bes 

GSrofibritaunien u. Irland, Slkandina⸗ 
b rem 64° nörkl. Br., die Germanifche 

ide Eberne zzuifchen 624 n. 48° nörbl, Br.) 


Wälder aus Ratel- u. Yanbboli bei, 


Fig), Saiten, Getreide (bef. Noyaen), 
itkbe O ‚an einzelnen beaümflig: 


ı Bein (bis 51° 30° ndrdi. Or); hbbber: 


N Beimfade: die — tg 
bäler u. Ch 
———— 


Kaſtanie, 
enen zwi⸗ 
u. bie Sar⸗ 


Ebene färlıh von 45° nörki. ee — | 


f. Eichen, Rafkanien u. Buchen), Get 


m, auch Mais), Wein; —A 


— a — 


irfeln u. bie ride Kan ——— — 


| ne Laubwälder, Weizen, 
6, Bein, 1, Sübfrüdte. Der 
rt fi im Allgemeinen durch eine beten- 
annigfaltigfeit der Benetation, durch 
zu von — u —— — ſowie 
e von ingpflanzen, 
Hi farbenreige Blumen u. wobl⸗ 
yäuter, ber Norden dagegen durch feine 
ren fräftigeren Baltungen u. burd) 
en grünen Wieien aus. Die Fauna 
& im Gegenfage zur Flora, weiche bie 


ı Untexfchiebe auftedt, bie große —— | 


r Raturverhäfmifie, Die br —— 

E-6 feine bebeutenben erſchieden⸗ 
irtliche Gegenſatze finden ſich nur Pr 
z twwilpfebenten Tbiere zwi dem 
Rerben (Renntbier, Giebar n. verfchie- 


— u. dem äußerfien Suden (tropiiche 


im einen: Luchſe, wilde Katen, 
fen u. S&langen); alle wilben Thiere, 
nftigen Schlangen u. Raubthiere, find 
& mit ben — — — u. 

ofge ber gro ultur bat die Ber- 
5 e Ebierwdt durch den Menfchen bie 
Bünberungen erlitten; ſelbſt bie Polar- 
b ärmer an ybieren als in anderen 
. Wolfn. - a den meiften Ländern 
ber fi in Grefbritan- 


am meifien in den gro “ 
ben Ebene); Fuchs r ._ e su werben 
Schalal findet 

[) See. ſich 
a; 


' ganz ter u. — 


Züden ' 





& 


au; auügeraties ‚ob. ne vers 
N finden — u. Race ee 


m ben Hechgebi irgen, Stachelſchwein nur inf 
Süden, Pavian bei Gibraltar); das Murmeltkies 
finder fi in den Alpen, ter Eechund an ben norb⸗ 


atlantiſchen Küften, der Wallfiſch im Ciemeer. Ber 


ſonders arm au wildlebenden Tbieren iſt ber Sben, 
namentlich die Pyrenãiſche Halbinſel; ımı fo — 
iſt derſelbe au Haustbieren. Während 

europa auf das Rermthier u. ben Hund —— 
Mitteleursepa anf die fegenannten europäifſchen 
Hauetbiere (Pferd, Rind, f, Ziege, Schwein) 
angewielen if, befit Gütentopa EN nur alle dieſe 
Arten (ausgenommen das Renntbier), ſondern audp 
noch den Giel, das Manlthier, Das Kameel u. den 
Büffel. Die Bögel find im Allgemeinen meniger 
au einzelne Gegenten gebunden, ſedoch find Ale» 
minge, Yöffelreiber, Belitan u. KaiferaMer nur benz 
Süden eigen, Goldadler nur tem böberen Rorbden, 
Geier im Züben häufiger ale im Rorten, die Zurtel« 
taube feblt anf ben norbifchen, ber Auerhahn amf 


den füblichen Halbinfeln, Die Eiderente lommt fele 


ten füplicher ale 55° nörbl, Br. vor, bie Schues⸗ 
An nur im äußerfien Rorben, ter Schwan vor⸗ 

ugemeije auf den nordiſchen Gewäfſern, das Birk⸗ 

n namentlich im Norden u. Rorboflen, ber 
Pienenfreffer nurim Sütoften. Cine große Auzahl 
von Zugoögeln verläßt im Winter &. Bon Um» 
pbibien finder fi im Mittelmeer eine eigenthüm⸗ 
liche Gattung ver Meerfcilbiröte, an ten Küſten 
des Atlantiſchen Oceans, kisweilen foger bis nad 
England hinauf, Lie Riefenichiiblräte; Die Laub⸗ 
ſchiidkröte nur im Süden, bie Sumpffcilbfräte He 
an bie norbdeutfchen üften binauf. An Fiſchen 
ift im Allgemeinen der Norden reicher ale der Sr 
ten, Häring u. Kabeljau finden ſich nur im Norden, 


Stor vorzugsmweile in den rulfiihen Gewäſſern, 


Sardelle u. Pilchard an ten füd- n. mefleuropähe 
ſchen Küften, Zbunfifch nur im Süden. An In» 
fecten befigt Sildeuropa mehrere eigenthämlidde 
Arten in ber Zarantel, den gemeinen u. dem röthe 
lihen Storpion u. verichiebene Krabten- u. Krebe⸗ 
arten; ber Hummer if faft uur im Norden, bie 
Wanderbeufchrede im Süden; die Seidenraupe vor» 
zugsweife im Süden, bie Kiene in gan E. 

Würmern, Schneden, Muſcheln x. ift das Mittel 
meer bei Weiten reicher, ale tie nördlichen Meere. 


Der Süden G-6 befigt im Allgemeinen (nementlidp- 


aber in den untergeordnicteren Klaſſen) einen größer 
ven Reichthum an Arten u. Gattungen, ter Norden 
dagıg gen an Zahl ber Tbiere. 

ie Sefanımtzabl der Benöllerung von gang 
E. wird für tie erſten Jahre bes gegenwärtigen Jabr- 
zebntes von Reten auf 266, von Wergbaus auf 296 
DU. angegeben (alle 1564, resp. 1741 Seelen auf 


DM.) mitbinfaftein Drittbeil der in runder Summe 


auf 900 — 1000 Mill. geſchätzten Bevöllerung der 
ganzen Erde. In Weſteuropa iß der Durchſchnitt 


2000, in Oſtenropa bis zu 600 Seelen auf 1 DOM. 


Am dichteſten ift Die Bevöllerung (ausichließlich der 


I Gebiete ber vier freien Städte, des Gantone Genf, 


Malta — in Belgien 3593, im Nönigreih Sachſen 
7420, in England 6605, im Großber zogthum Heſſen 
5595, im Herzogthum Sachiem Attenburg 5h41, im 
ven Niederlanten 5451, in Großbritannien im All⸗ 
— 5017, in ben deutſchen Provinzen Preu⸗ 


neo u niehreren mittleren Staaten Deutichlauds 


6 Erropa (Geogr. u. Statift.) 


| 4 0.5000, Italien 4190, Gefammtbentidhs 


emeinen Durchſchnitt 3841, den dent⸗ 

{hen Provinzen Öfterseich 3796, Frankreich 3646, 
Baiern 3273 Seelen auf je 1 DOM.; in Rußland 
tommen durchſchnittlich 610 Geelen auf 1 OM.; 
em bännften if die Bevölkerung in Schweden 
Gurchſchnittlich 415), Norwegen (durchſchnittlich 
228) u. Island (3,38 Seelen auf 1 OM.). Die Zu- 
nahme der VBeröflerung iR in den verſchiebenen 
Ländern fehr verfchieden; fie ſchwankt durchſchnitt⸗ 
Lich jährlich zwifchen O,s u. 1,2 Procent; in Groß⸗ 
britannien 1,43 Proc., in Preußen 1,16 Broc., in 
Deutichland im Allgemeinen 0,8 PBroc., in Frank⸗ 
reich 0,59 Proc., in Irland nimmt fie ab. Im All⸗ 
emeinen bat E. 39 Gtädte mit mehr ale 100,000 
inw., Darunter eine, London, 185 1mit 2,362,236 
Ew. u. eine, Paris, 1856 mit 1,178,262 Ew. Die 
europäifhen Völker gehören in ber Mehrzahl 
der Kaukaſiſchen Race, u. zwar vorzugsmeife ber 
Indogermaniſchen od. Arifchen Völlerfamilie an, 
ausgenommen 3 Mill. Juden (ber Semitifchen 5 ⸗ 
milie angehörig) u. die Böllerſtämme Mongoliſcher 
Race (ſ. unten). Die Indogermanen bekennen 
fi fämmtlid zum Chriſtenthum u. machen, in 
Belge biefer Religionsgemeinfcyaft, ſowie der Abn- 
Iichkeit in ihrem Kulturgange, im Gegenſatze zu ben 
aflatifchen u. afritanifchen Völtern, ein beſonderes 
Boll aus. An phyſiſcher Schönheit ſtehen fie ben 
eigentlichen Kaukaſusbewohnern nach, übertreffen 
biefelben aber an Reichthum des Geiftes. Die herr- 
ſchenden Böller, welche den Erdtheil charafteri- 
firen, find die Romanen, Germanen u. Slawen. 
a) Die Romanen (31,9 Brocent ber Geſammtbe⸗ 
völterung), im Eübmeften, meift auf vullanifchem 
Boden, am Mittelmeere u. Atlantifhen Ocean 
(füdlihe Halbinfeln, Frankreich, Belgien), leicht 
erregbar, witig, feurige Phantaſie, leidenſchaftlich, 
veranderlich, Sinn für Künſte; Katholiken, mit 
germaniſchem u. römiſchem Culturelement; Ber- 
treter des Klafſiſchen Alterthums in der Mitte ber 
chriſtlichen Welt; by vie Germanen (28,2 Procent 
der Geſammtbevölkerung), in ber Mitte, meift auf 
Mittelgebirgen, an der Nord» u. Oftfee (Deutſch⸗ 
land, Holland, Dänemark, Skandinavien, Oroß⸗ 
Britannien), ernft u. befonnen, Mar u. ruhig denkend, 
voll tiefen Gefühle, ehrlich u. offen, ausbauernb 
bei der Arbeit, Sinn für Wiſſenſchaften; Proteftan- 
ten, Bertreter ber chriftlichen u. europäiſchen Welt; 
ce) bie Slawen (27,3 Brocent ber Gefammtbendf- 
terung), im DOften meift in weiten Ebenen (Ruf- 
land, Polen, ein großer Theil von Oſterreich), ab⸗ 
wechſelnd zwifchen Schlaffbeit n. Aufmallung, von 
ftarfem Willen, aber weniger glänzenden Geifte u. 
Phantafie, fähig zu langer Entbehrung, aber auch 
zu übermäßiger Völlerei; ihre geiflige u. flaatliche 
Bildung noch in der Entwidelung begriffen; Grie⸗ 
bilde Katbolifen, Vertreter ber cerientaliichen 
Welt. Übergänge bilden die Belgier u. nördlichen 
ranzofen (von den Romanen zu ben Germanen), 
riechen u. Walachen (von ben Romanen zu ben 
Slawen), Polen, Czechen (Böhmen) u. Wenden 
(con ben Slawen zu ten Germanen). Im Allge- 
meinen bat das germaniſche Glement, begünftigt 
durch feine Tage in der Mitte u. zugleih am Meere, 
namentlich aber durch die höhere mifienjchaitliche 
Bildung feiner Bölter, ben größten Einfluß inner⸗ 
u. außerhalb tee Erdtbeils. Zu ben genannten brei 
Bölkern der Kaulafiichen Race kommen nun noch) 


folzende Boſter Nongoliſcher Race: bie! 
nen, im Norden n. Often (Kuſfiſche Oſtſeepro 
Finuland, Glandinavien, am @isneer, Ural, 
Wolga u in Ungarn); fle bilden das vierte 
ment in ber europätichen Bendtlerung:; e) die TH 
fen, im @äbofen (Türke, ruffifge Provinzen au 
Schwarzen u. Aſowſchen Deere); wenn ſchon be 
eigentlichen europäilden Natur fremd, boch ba 
fünfte Hauptelement ber Berölferung bilbenb. De 
Abftammung nad gehören fänımtliche Bewohnt 
G-®jur Raufaftichen u Drongolifchen Race: a) Ray 
tafifhe Race, 256°, Millioner ; Intogermene 
253,8, Mill.: Romanen (Latino-Germanen, Grid 
co- Romanen, der arı frübeften von Aften nach € 
eingewanberte Böllerftamm), 85 Mill, u. atvar 
Griechiſcher (Pelasgiſcher) AR 13 Mill: Grieche 
(in Griechenland, Türkei u. Rußlaud); Tateinifche 
AR über 83 Mill.: Italiener, 23, Dill. (in Italier 
Corfica, Schweiz, Süpäfterreih), Eranier u. Bor 
tugiejen, 14 Mill. Pranzofen, 385 Mil. (in ram 
reich, Belgien, Schweiz, Oberitalien, Spanien 
Deutſchland), Rhätier (Rontanen), 100,000 (ü 
Piemont, Graublindten, Tyrol), Walahen (AHA 
toromanen), über 7 Dill. (in ver Walachei, Diet 
dau, Ungarn, Siebenbürgen, Rußlaud, Türkei 
Selten (od. ber Gallifhe Zweig, ber zmeitältef 
Vöolkerſtamm E⸗s, nur noch in feinen Überreſte 
vorhanden, als eigener Vollsflamm nicht mehr be 
—— theils romaniſirt, theils germanifirt), 14 
ill. u. zwar eigentliche Celten 13 Mill. (m Hoch 
ſchottland, Irlaud), Kymren 14 Mil. (in Nieder 
ſchottland, Wales, Cornwall u. der Bretague) 
Germanen (der drittälteſte Bölferfamm &-6 
75 Mill. u. zwar: Deutiher AR 51 Mi. Deuth 
(in Deutſchland, Holland, Belgien, Frankreic 
Schweiz, Ungarn, Siebenbürgen, Rußland ac.) 
Stanbinaviiher AR, 6 Mill.: Dänen 11 Mill 
Norweger 14 Mill. (in Norwegen u. Jelaud 
Schweden 1 JR; Angelfähfifger UN, 18 Mil 
Engländer; Stamwen (von Often aus in Kormeine 
nad Nord u. Süd gefpaltenen Keile bis in ba 
Centrum E⸗s vorgedrungen, zwilchen bie rohe 
Bölferflämme Afiens u. die civilifirteu Natione 
&-6 bingetell) 74 Mill, u. zwar: Weſt⸗Slawe 
17 Mill. Wenden (Sorben⸗Wenden, Laufiger 
300,000 (in Deutſchland), Polen 102 Mil. (t 
Polen, Ofterreih, Preußen), Czechen 6 Mill. 
Böhmen, Mähren 2c.); Oft-Slawen, 45 Mill 
Ruffen 42 Mill., Rutbenen 3 Mill. (in Galizien ı 
Ungarn) ; Süd-Slawen, 12 Mill. Serben (Illyre 
Serben) mit ben Uſtoken, Kroaten, Slowenen ı 
74 Mil. (im mittleren Donaugebiete), Bulgare 
4) Mill. (an der Niederdonau ıc.); Letten (od. Li 
thbauifcher Vollszweig, nahe verwanbt mit be 
Slawen), 2Mill. in Surlandu. Livland); Baske 
(Euscalbunac, Ablömmlinge ber alten Iberer 
Mil. (am Biscayiichen Meerbufen, in Spanien ı 
ranlreih); Albanier (Arnauten, der letzte Ne 
ber untergegangenen illyriihen Wälter), 13 Mil 
(an den Steben Küften des ſüdlichen Abriatifche 
u. bes Joniſchen Meeres, in Albanien, Livadien sc.) 
Armenier (fetter Zmeig des indiſch⸗europäiſche 
Stammes), 30,000 (in drei Nieberlaffungen i 
Siebenbürgen u. einer am Don, ſouſt zerftremt) 
3 geuner, 280,000 (im Süboften u. Süden, in de 
| ürtei, Öflerrei, Spanien, Rußland); Semiter 
3 Mill.: Juden (Hebräer) 2, DIN. (Aber song 
St 







I verbreitet, mit Ausnahme von Norwegen u. 













face, * 11 22* Finnen, 
„ realer; anf weites Gebiet jerftreut, 
= Bitzabl; feit Dem 9. Jahrh. zer⸗ 
ber u. noch weiter nor d⸗ 
bem larpatildgen Denangebier), 
ifirte) Sinnen, 2' Mill. 








; Beißen u. Qiemeere, in Finn⸗ 
in Stanbinavien m. Lappland), 
Biken, Ingerer, Euomen, 
Bolgiſche Finnen, 400. 000 
), entbalten bie Tſchu⸗ 
neigen, Hertesinen, Tſcheremifſen, Teptiären ıc.; 
Yerseilihe Kizmen, 180,000 (an ter Kama, Divina 
u. Getigern),, enthalten die Wotjalen, Eirjänen u. 
Sermur; Are) ungefähr 54 Mill.: 
Rayparez u ngarn), Szekler 
290.000 (im —— >E eguien, 60,0U0 (im : 
D essen Berm an ben Wferu der 


—— — 5 40,000 im Rerkeften ven 


Ural), Zurfen, 2, Mill. 


g 2 m ‚ben ruillihen Provinzen am 

en Dierie, an der Wolga. 
gırı ie Osmanen (Liomanli, das 
Irpir ven @. pi in ber Türkei 


En Bber 3 Wil), ferner tie Rogai, 
; Dieriäuridheräten sc.; Don: 
a im unteren Wolga- u 
einen befigt E. gegen 6U 

: mit 53 befonteren, in 
ubtrrihe | eigene Opraden (f. Euro» 


var 
Der Rrligien mach befennt fi ber bei Weitem 
Ehalenikum (ungefähr 260 Diilt.,, 
2 zmur eier fich Inuerbalb berfeiben tie eonfeffio- 
———— le —— — eng an: 
u atbe e Kirche (überwiegen 
ber be Faden Bölter), 134 Mill. cin den 
Eyanien u. Bertugal aus- 
Infärantreich 46 Brocent, 
in Baiern 71 Procent, in 
52,5 Brecent, in Jriane 














über 5 Wi. [alfe 83 ot der —— 
Zürtei 


in der rn 10 Mil. ſalſo 66 Precent 
ber außerdem uoch in Lem verichie- 
bean für g Beovinen Lferreiht). Von 


er u Gtanbpuntte ans betrachtet, herricht 

ber Ir Griehikhe Retheliciemus Eli von einer, 
wen Werfen Wleer über ven Beipus- Eee, bie untere 
Dina, den mittleren Duieſtr u. bie mittlere Gau 
uch dem Feerbuſen von Cattaro gezogenen Linie: 
ver Miſche Natholiciamus fürtich (beziehentlich 
—— von einer von der unteren Düna über ben 
useren Riemen, ben oberen Pregel, bie obere 

ans, die Eibpferte zwiſchen Böhmen ı. Sadjien, 
Mu oberen in, unteren Rhein, bie Scheide⸗ 

Bietung, Pas be Galais, nach tem Zt. George⸗ 


* 
— — — — — a ——— — —— — — — — — — —— — — — — — — —— ZU 2 





wohner, ſewie der Kruchtbeil Der hne 





nern E betennen fi zum Islam nach er 
5 Dil. (31 Mil. in ter Tärfei, va eng 
ſudlichen Hußland): um Judenthum 

3 Mil. (Aberall jerfireut); au verſchiebenen 
niſchen Suiten nich ganz 1 Mill. (wur Im du 

hen Herden von Rußland, Samojeden x.) m. es 
10,000 zum Budd hiamus (nomadifirende Be 
geilen im unteren Wolga⸗ u. Dongebiete. 

Die geiftige Cultur if in ben einzelnen Li 
bern E⸗s eine fehr verſchiedene; am meiſten ma 
gebend für tie allgemeine Volkobildung If das Be 
bälıniß ter Echülerzahl der Geſammtjabl .. 

u 
richt auiwachjenden Kinter. Zoran Reben tm viel 
Beziehung die Staaten mit germaniicher Benöll 
rung (unter dieſen micderuu Zentichlaut), dara 
folgen Die mit remtanifcher, juletzt bie mit lan 
iher. In ten ſachſiſchen, ſchwarzburgiſchen u. re 
Birhen Lanten, in Aürtteniberg —— — 
gewiſier Grad von geiftiger Cultur alle Volle 
ebne Auenahine; Unkenntnißetes veſens m. er 
bene sit bier eine böchſt jeltene Ausnahme. 
Berbältniß ter Schülerzabl zu der —— y 
Ginmebner tft in den genannten Yaudern 1 : 43, 
Gelamnunreußen, Nerwegen, Schweden u. Bas 
1:6, im Helland u. Tiinemarf 1:7, in ar 
1:3, in Ifterreih, Scheitland u. ‚Salt: 
ın Belgien I : 101, in Arlaudb 1:12, im * 
reich 1 : 17, in Ruflant 1:93 (Bas ann 
Berbältnig im cbriftlichen &taatenfyReme) 
rend im Königreich Sachſen (einige Beine 
des Srygebirges auszenenunen), Rönigreich 
teinberg u. den genannten tblringifchen Cini 
wohl fein ind ebne Schulunterricht bleibt, im I} 
preußiſchen Previnz Sachſen aber nılr 1,5 Brecı 
der ſchulpflichtigen Rinder, bleiben in ben deutidh 
Previuzen Preugene inegefammt 2,5 Vrocent, 
Vaieru 20 Vrecent, in ben deutſchen Yrowinz 
Tſterreicbs 23 Procent, in Yelgien 33 
der preußiichen ı gröfitentbeil® ben Slawen beudlfi 
ten) Provinz Peſen 40 Brocent, In Frankre 
44 Precant, in Spanien 75 Procent, in Barı 
54 recent, in Rußland WU Procent ber —— 
tigen Kinder ohne Schulunterricht. In der gelch 
ten Bildung fteben, mas tie Berbäi 11 
Ztubirenden betrifft, obenan bie Spanier (84 
Studirende auf S Urtiverfitäten bei 18,705,000 4 
ſammteinwehnern, alle 1 Stubirender auf 16 
Einw.), dann folgen tie Engländer J ©tukirent 
auf 1795 a Skandinavier (1 : 3800 Er 
Dänen (1: 1850), „vertugiefen (1: 2624), © 
länder (1: 120. Schweizer (1: 3235), Deuniſch 
(tie größ:e Anzahl Univerſitãten [22], 1 Smbire 
der auf 3419 Ew.), Aranzolen (1: 3440), Griech 
(123610), Wagvaren (1 : 4610), Rufen (1 
13,600). Im Algemeinen hat E. ungefähr 1 
Univeriitäten mit ınebr ale 100,000 Gıublrı 
ven; in Beziehung auf Urganıfation fewebl, ı 
auf wiſſenſchafteichen Geiſten. Grünblichkeit N 
Siudiums nebmen die deutſchen ben erſten Na 
ein. Der Retigien nad nebmen in ber elel 
ten aim tie Preteſtanten Die erfle Sole e 
dann felgen Die Juden, bierauf bie Römifehen 
zuletzt bie Griechirchen Narheliten. Ebenſo fteb 
in Begiebung ani Epmm'ſien u. Die bert erthei 


8 


Bildung bie germanifhen (proteftantiichen) Böller 
ben romanischen (rdömijch-fatholiichen) u. ſlawiſchen 
(griehijch »fatboliichen) voran. In neuerer Zeit 
wirb in E. namentlich auch auf Real» u. Gewerbe 
ſchulen (Bolvtechniiche Inftitute), ſowie auf Land⸗ 
wirihſchaftliche Lehranſtalten große Sorgfalt ver- 
menbet, lebtere finden ſich vorzüglich in Deutichland, 
beröchwen, frankreich, Belgien, Großbritannien u. 
Rubland, Die ſit tliche Cultur ift ebenfalls jehr 
verſchieden. Die Beurtbeilung nach der Verhältniß⸗ 
zahl der Berbrechen u. Bergehen ift ſchwierig u. zum 
heil unmöglich, ba nur von einigen Staaten genaue 
eriminalftatiftiiche Berichte u. Diittheilungen vorlie- 
gen. Ein anderer Maßſtab dafür ift die Verhält⸗ 
nißzahl ber jährlichen unebelihen Geburten ; ſoweit 
hierüber zuverläffige Statiftica vorliegen, betragen 
nad zehnjährigem Durchſchnitt (1544—54) in den 
evangeliihen Gemeinden Rußlands die unebelichen 
@eburten 3,19 Proc. ter gefammten Geburten über- 
haupt; im Königreich beider Sicilien 5 Broc.; in 
Holland 5,24 Proc.; in Finnland 5,86 Proc.; in 
Sardinien 6,86 Proc.; in Preußen 7,04 Proc.; in 
Frankreich u. Belgien 7,34 Proc.; Medienburg- 
Schwerin 8,33 Proc.; Haunoyer 5,93 Broc.; Meci⸗ 
lenburg-Strelig 9,61 Proc.; Ofterreich u. Portugal 
10 Proc.; Württemberg 10,38 Broc.; in den jüch- 
ſiſchen Herzogthümern 12,19 Proc.; Großherzog. 
thum Heſſen 13,43 Proc.; Köntgreih Sachſen 13,88 
Proc.; Baben 15,87 Proc.; Baiern 23,25 Proc. 
Biel ungünftiger ftellt ſich dieſes Verhältniß in ben 
groben täbten heraus; bie unehelichen Geburten 
etragen: in Genna 8,07 Broc.; in Berlin u. Frank⸗ 
Turt a. M. 14,38 Proc.; in Turin 18,87 Broc.; in 
Petersburg 22,22 Proc.; in München 36,34 Proc. ; 
in Paris 52,63 Broc.; in Wien 62,5 Proc.; in 
Strasburg 66,686 Proc.; in Yyen 71,43 Proc. 

Die phyſiſche CulturE⸗s iſt bedeutender ale bie 
irgend eines anderen Erdtheils. Der Landwirth— 
ſchaft u. Viehzucht dienen über 36 Proc. bes 
Bodens ale Ader, Wieje, Weide od. Garten ıc.; 
über 40 Broc. find Walbungen (in Rußland allein 
50,000 DOM.) u. ungefähr 20—23 Proc. find un⸗ 
probuctiv (indem dieſelben mit Flüſſen, Seen, 
Silinpfen, Gebäuden u. dgl. bebedt, od. [im äußer⸗ 
fien Rorden] der Cultur unzugänglicd find). Am 
angebauteften find Deutichland, England u. Frank⸗ 
reich; aus bem guten Anbau folgt bei der Frucht⸗ 
barleit des Bodens diejer Länder in Allgemeinen 
die große Ergiebigleit der landwirthſchaftlichen Pro⸗ 
ducte, in einzelnen Theilen diefer Länder rentirt 
der Boden bie zu 9 u. 10 Proc. Ben den michtig- 
fien Hausthbieren zählt man in E. nad ans 
nähernter Berechnung 27 Mill. Pferde (in einem 
Werthe von 1077 Dil. Zblrn.), 80 Dil. Stüd 
Rindvieh (1201 Mill. Thir.), 191 Mill. Scyafe 
(955 Mil. Thir.; bie feinften in England, Spanien 
u. Deutichland, hier namentlich in Sachſen), 13 
Mill Kiel (173 Mill. Thir.), 16! Did. Siegen 
(502 Mil. Thir.), 374 Dill. Schweine (150% Dill. 
Thlx.), 4 Mil. Mauitbiere (233 Dil. Thlr.). 
Bon ebenjo großer Wichtigkeit ift Die Juduſirie, 
worin ſich namentih England, Belgien, Franlk⸗ 
reich u. Deutſchland auszeichnen. Der Bergbau 
Liefert nach ungefährem Durchſchnitt jährlich; Gold 
18,000 Mark (ungefähr 36 Mil. Thlr.), Silber 
300,000 Mark (4! Dil. Thlr.), Eiſen 35%, Mill. 
Er. (1754 Mill. Tbir.), Kupfer ! Mill. tr. (16 
Mil. Thir.), Blei 15 Mill. Er. (63 Dil. Thlr.), 


Curspa (Geogr. u. Stauſt) 









Zim 94,000 Etr. (33 Mill. Thlr.), | 
23,400 Ctr. (2% Mil. Thlr.), Steintohlen 
Mil. Er. (134 Mil. Thlr.), Brauntohlen 10 
Ctr. CH Mill. Thlr.). An Kochſalz werben 
cirt 533 Mil. Ctr. (67 Mill. Thlr.), Schuch 
22,500 Ctr. (145,000 Thlr.); über bie Verbrei 
biefer einzelnen Mineralien |. oben Mineral 
Für den Handel u. Verkehr ift in ben m 
Jahrzehnten außerordentlich viel gefcheben. 
Straßen (een) find verbeſſert u. vermehrt 
eine große Menge Eilenbahnen gebaut, eine bes 
deutenbe — Flüſſe ter Dampfſchifffahrt 
eröffnet, Überſee i ſche Dampfſchifflinienan 
getnüpit, ebenſo die Kanäle verbeſſert u. vermehzt 
worden (über vie Eijenbahnen, Kanäle zc. vgl. Di 
Artilel der einzelnen Yänter. Der Werth bei 
enropäiihen Geſammthandels läßt fidh wich 
nit vollftändiger Genauigleit beſtimmen. 
F. W. von Rebens Tabellen betrug derſelbe im 
— dieſes Jahrzehntes jährlich gegen 3800 
Mill. Thlr. u. zwar über 1900 Mill. Thlr. Ei 
fuhr, gegen 1800 Mill. Tbir. Ausfuhr. Obenan 
fteht Großbritannien mit mehr ald 30 Prec. bes 
anzen europäiſchen Handels (1552 über B61 Mil. 
Thir. Einfuhr, über 485 Mill. Thlr. Ausfuhr, 
ſammen über 1146 Mill. Thlr.), Geſammt⸗De 
land einſchließlich Oſterreich über 26 Proc. (1850 
über 541 Mill. Thlr. Einfuhr, fiber 464 Mill. Thlr 
Ausfuhr, aufanımen über 1005 ML Thlr.) 
Deutſchland ohne Dfterreich fall 22 Proc. (8922 
Mil. Thlr.), u. zwar die peutichen Hanfeftäbte 12,48 
Broc. (über 465 Mill. Thir.), der Deuriye (preu- 
Bifche) Zollverband 9,54 Proc. (über 356 Mill. 
Thlr.), Frankreich Über 14 Proc. (über 538 Mill 
Thlr.), Nieberlante über 5 Broc. (iiber 205 Mill 
Thlr.), Rußland über 4 Proc. (Über 194 Mill 
Thir.), Belgien über 3 Proc. (über 131 Mid. Thlr.) 
die germaniichen Bölter zufammen über 66 Broc 
des europäiihen Geſammthandels, während ihr 
Anzahl nur 28,3 Proc. der europäiichen @efammt: 
bevöllerung beträgt, alfo wiederum auch in biefei 
Beziehung eine bedeutente Überlegenheit berfeibes 
über Die romaniſchen u. namentlic flatoifchen Bu 
ter. Eng mit der Procuction u. bem Handel bäng 
bie Eonfumtion zuſammen, denn mit ben beibei 
erſteren feige u. fällt die letztere. Den Lebens: 
mitteln nad liegt E. zum größten Theil in bei 
nördlichen Zone ber Kleifch- u. Pflanzenfpeifen; nu: 
ein äußerft geringer Theil des Nordens liegt in bei 
Zone ber ausſchließlichen Fleiſchſpeiſen. Für bei 
größten Theil iſt das Getreide (Weizen u. Rog 
gen) das Hauptnahrungsmittel; Doch ift deſſen Ge 
braud in einigen Ländern durch tie Kartoffe 
jehr gemintert worben. An confunuirtem @etreid 
fommten jährlich auf ben Kopf: im Altenburg 7 
Sranfreih u. Mürttenberg 6, Baten 53, Waterı 
33 —5, , England 5!, Yaffau 5, Preußen, König 
reih Sadien, Beiden Heften 4, Luremburg 3 
Schffl. An conjumirtem Aleiich (jäbrlich übe 
6000 Mil. Pd.) kommen auf ven Kopf: in Eng 
land SO, Baren 54, Naſſau 52, Baiern u. Wuri 
temberg 45, Kurbefien 41, Frankreich, Preugen 
Yuremburg 40, Altenburg 37, Königreich Sachſe 
36, Großberzogthum Hefien 35 Pit. An Butte 
werben jährlih 5U00 Mill. Bfv., an Käſe übe 
2000 Miu. Bib., an Dil gegen 90,000 MU 
Duart verbraucht, an Wein in verfchiebenen Kal 
veu verichieben, ge nach ber Menge u. Güte bes Gh 


.- erregen. 9 


*— brlich —* —R —J———— 
aui ben Fraukreich 


tbümer, Luxenburg, Alibaieru — 

rt. Un Bier fommt auf den 
® +13, Gaglanb 489—49, Bürttem»- 
* 24,4, Baden 13,5, Preußen 13,11, 


—14, in Aurbeflen 11, Königreich 
Eächfirchen 


3,6, Württemberg 2, Franfreich 1,23 
Kepf. Der jährlide Kaffeever- 
zwiichen 2300 u. 2400 Dill. Bfo.,wor 
ich 4,5, in > deutfchen Bollvereint- 
ı England 1,1 Bo. auf ten Kopf. 
a Englanıb 17, in Frankreich 6,56, in 
Maaten 4,55 Pid. Bon Thee (int- 
ve 60 u. 7u0 Mill Bd.) in England 

u. ten Zollvereineflasten 
ı Repi. Danach verzehrt England in 
Iamtibeiws, Den Wein ausgenommen, 
alß land u. 


Deuncich 
— ———— beläuft ſich auf mehr 
Aceatner (wovon über 2 Mill. Ctr. 


a allein verbraucht davon 
e e Gintbeilung u. Staatliche 


Das europäilde Staatenfy- 
efterifirt das Borberriden 
hen Regierungsform u. Das 
litiſchen Gleichgewichte, wel- 
ren Staaten m Schutz nehmen u. 
ı ı DR ——— der grö⸗ 

dee. Staa⸗ 


den — —— der 


L Ginmobnerzahl bed Landes einer⸗ 
ıoraliichen Kraft u. der geifigen, in- 

mmerciellen ıc. Regjamtleit des Bol⸗ 
s. Man untericheidet in diejer Be- 
: Des erften, zweiten, britten u. bierten 
nges. Zu den Staaten erftien 


reßmädte) gehören die 5 Mächte, 
ertzäge, gemeinjame Berhandiuugen 


ie Leimng ber europätichen Angelegen- 
meinen in bie Hand genommien haben, 
ne wirkliche fefte Örganijation Diejes 
a Juſtitute beftebt. Dielelben find: 


t 9748,19 GM. u. 1856 36,039,364 | 
u. zwar bie ber germaniſchen Staaten 839,191 ,404 


witannien (mit 5749, GM. n. 
152 Ew.), Xflerreich (mit 12,121,37 
4 39,411,309 Gw.), Breußen (mit 
n. 1855 17,202,831 Cw.) u. Rußland 
4 DM. u. 1851 65,237,437 Ew.). 


figen Großbritannien, Frankreich u. 


» bebentente, ihre Macht weſentlich 
Sefigungen außerhalb Curopas, mäh- 
, u. Breußen dadurch an Bedeutung 
3 fie an ber Spige Deutichlante, ber 
asien Staaten zweiten, briiten u. 

8 fiehen. Der Rationalität nad ſind 
droßmächten (Großbritannien, Ofter- 
en) gexmaniſch; I ( Frankreich roma⸗ 


aud) ſlawijſch en Ötaateu zwei. 
find: 


Schweden u. Nor⸗ 


An Brauntwein | 


Herzogthümern ii, Bas- 


Frantreih. Der | 





N wegen, bie Rieberfanbe ‚Reapel, Balern, 
= Die Türkei: Dritten Ran —8 
* Ag Sessel chaft, bie 
Kae Bing at, Toscana, Gricdenland, 
nRaa na a 
a biebet iden Öroßberzogihämnen, ‚viere 
F NRanges: Modena u. tie Meineren 
dentichen — ————— bat E. 53 einzelne 
Gtaaten n. zwar 46 Menarchien n. 7 Republiten; 
= Monardien: 4 Raiferthümer ( ranf- 
rreich, Rußland, Türkei). 15 König» 
ms: (der Cinwohnerzahl nach auf einander fol⸗ 
end: Großbritaunien, Preußen, Spanien, Reapel, 
arbinien, Schweden mit Norwegen, Baiern, 
len, Portugal, Die Niederlande, Dänemarf, * 
* Hannover, Württemberg, Griedyeulant); 1 
geiklide Wablmonarchie (dev Kirchenſtaat); 
1Eurfürſtenthum (Heflen- Kaflel); 7 Broß- 


herzogtbümer (ter Einwohnerzahl nach auf eitte 
ander folgent: Toscana [mit Yucca], Baten, Hefe 


fen-Darmftadt, Medlenburg- Schwerin, Olpenturg, 
Sachſen⸗Weimar, Medienburg-Ztrelig); 9 Here 
ogthbümer (Parma, Motena, Ralfan, Braun⸗ 
chweig, ——— — Sach⸗ 
—— 34 Sotha, Sachſen⸗Altenburg, Anhalt⸗ 
Köthen u. Anhalt⸗Bernburg); S Fürſten⸗ 
tb mer Chmwarzburg-Sondershaufen, Hivary- 
burg « Rubolftads, 5 . Detmold, Schaumburg» 
Lippe, Waldeck, Reuß jüngere Yinie, Neuß 
tere Linie n. ziechtenfein) 1 Yandgraifealt 
Seflen-Somburg). Die Berfaffung iR in den⸗ 
ſelben meiſtens conftitstionell; abfelut find nur 
Rußland, Reapel u. der Kirchenflant: bie Zür 
kei ift Deipotie nach afiatifher Art. » Res 
biilen: Die Schweizeriſche Gibgenoflenichaft, die 
Joniſchen Infeln, Sarı Marino, Hamburg, Bre- 
men, Lübed u. Frantfurt a. Di. Finanıen (nad 
- von Kebens 1854): Die Erlen Ginnabmen 
fänmtichen europäifhen Staaten beitragen 


| —æ Thlr., u. zwar bie ber germani⸗ 


ſchen Staaten 827,130,821 Tbir., der romaniſchen 
Staaten 661,378,536 Thlr. ‚Rußlarıs 296,953,816 
Zbir., ber Türtei 45,019,247 Zhir., Griechenland® 
4,266,174 Thaler, obenan fieht Großbritannien 
mit 361,474,400 Thlx. (13,08 Thlx. anf ven Kopf), 
dann folge Frankreich mit 410,683,673 Zhie. 
(11,48 Thir. auf deu Kopf), Oſterreich 164,474,400 
bir. (4,26 Thl. auf ben KD. Breußmiun1at.ege 
Zbir. (5,56 Thlr. auf den Kopi), die verbältnigmä 
— Einnahmen bar die Schweiz 9, 221,367 
bir. (3,49 Thir. auf den Kopf). Die ſämmtlichen 
Staatdausgaben betragen 1,361,432,173 TU. 


Tbir., ter romanifchen Staaten 609,711 ‚175 Air. = 
Nublonts 297,350,130 Thl., der Türtei 46 ‚250,962 
Zhir., Griechenlande 4,6: 1.348 Zblr.; obenan jtehk 
ranfreih mit 409,951,451 Zhir., dann folgt 
oßbritannien mit 367,102,655 Thir., — 
mit 179,550,000 Tbir., Breußen mit 100,271,767 
Tblr. Die Staatsihulden der ſammtlichen 
europäifhen Staaten betrugen Ende bes vorigen 
Jahrzehntes über 12,567 Bil. Thir., von denen 
auf die 5 Gropmäcte allein 83413 Mill. Tbir. 
tamen, doch haben fich dieſelben feit dem Orienta- 
lichen (Krim «) Feldzuge u. ben in Folge davon im 
allen bebeutenten Staaten gemachten Rüftungen 
außererkentlich vermebrt. Am meiften mit Schul⸗ 
bem beinfter find Großbritannien, Spanien, Fraub⸗ 


30 
reich, OR 


Felbzuge) fiel auf jeden Enropãer ber Theilbetrag 
son 49 Thirn.; nach ber Kopfzahl am höchſten be- 
laflet waren: Holland mit 261, Hamburg mit 180,8, 
Großbritannien mit 178,5, Spanien mit 168, Lä- 
bed mit 127,8, Frankfurt mit 102,5 Thlr. auf ben 
Ko. Ohne Schulden waren Liechtenſtein, bie beiben 
Lippe, Marino, Medlenkurg - Etrelig, Mobena, 
die beiten Reuß u. Balted. Ebenſo wie bie Schul⸗ 
den haben ſich das unverzinsliche Papiergeld, Bank⸗ 
noten ⁊c. (Reminalmertb zu Ende des vorigen Jahr⸗ 
zehutes über 1175 Mil. Tbir., die Großmächte 
allein über 974 Mill. Thlr.) feir ben letzten Jahren 
außerordentlich vermehrt. Die Summe des cur⸗ 
firenten baaren Geldes mird annähernd zu 
2360 Mill. Tbir. angegeben. Kriegemadt: 
a) Landheer ber gefammten enrepäiihen Staa- 
ten zufammen über 2,731,000 Mann mit jährli- 
Gem Koſtenaufwand von 416,431,000 Tblm., n. 
zwar bie germanijchen Staaten gegen 1,210,000 
Mann mit einem jäbrlichen Koſtenaufwand von un⸗ 
efäbr 159 Mill. Tbirn. (obenen Deurfchland ein- 
ießlich Gefammt-ORerreiche [530,000 Mann über 

57 Mil. Thir.] u. Gefammt- Preußens [129,000 
Mann über 27 Mill. Tbir.], zufammen 820,000 
Maun mit jäsrlihen: Koſtenaufwand von über 102 
Mil. Tbir., dann Großbritannien mit Irland 
102,000 Mann mit über 63 Mil, Tolr. jährlie 
den Koften; tie remaniichen Staaten 593,000 
Dann mit 131 Mill. Thlr. jährlichen Koſten (obenan 
ntreih mit 385,000 Mann [aueichließlich ber 
rapren in Algier] mit über 52 Millionen Thir. 
jährlichen Koſten); Rußlant 790,000 Dann mit 
über 76 Mil. Thlr. jährlichen Koſten; Turkei 
138,000 Mann mit über 20 Mill. Thir. jährlichen 
Kofen. b) Flotte ber gefammten europäifchen 
Staaten yufammen 2979 Fabrzeuge mit 28,971 
Kanonen, 215,000 Mann Yemannung u. über 171 
Mil. Thlr. jährlichen Koftenaufmant,, u. Die ger- 
manifhen Staaten 1912 Fabrzeuge mit 22,617 
Kanonen, über 121,000 Kann annung u. 
gegen 100 Mil. Thlx. jäbrligen Keſtenanſwand 
(okenan Greßbritannien 527 Yabryenge, 16,613 
Kanonen, 50,000 Mann Yemannung u. gegen 
80 Mil. Thir. jäbrlihe Keſten); bie — 
Staaten 785 Fabrzeuge mit 5662 Kanonen, über 
57,000 Mamn Bemannung u. gegen 40 Mil. Tbir. 
jährliche Koflen (obenan Frankteich 353 Fabrzeuge 
mit 3452 Kanonen, 42,000 Mann VBemanunng u. 
über 31 Mill. Tbir. jährliche Koſten); Rußland 
etwa 212 Fabrzenge mit ungefäbr 1900 Kancnen, 
50,000 Maun Bentannung u. gegen 29 Mill. Tbir. 


jährliche Keften: Türkei 70 Fabrzenge mit 512 Ka- 


nenen, 17,000 Dann Bemannung u. über 2 Mil. 
Thir. jährliche Koſten. Aljo auch bei Entfaltung 
ter materiellen Staatstrãfte eine bedeutende Uber- 
legenbeit ter germaniſchen Väller über die rema⸗ 
nilen u. ſlawiſchen. Vgl. Vergbaus, Yänter- u. 
Nälfertunte (4. u. 5. Rd.), Ctuttg. 1839 u. 1843; 
Die Harifriiben Edritten F. W. v. Reden, nur 
mentlih deſſen Deunchland u. Eurepa, 1854: 
Karten von E. ven Bergbaus, Grimm, Kierert, 
v. riechtenftein, Sebr, Stieler, Epruner, v. Sy⸗ 
dor u. Weilend. 
Europäiſches Gleichgewicht, ſ. Eleichgewicht 


der Staaten 


Europaãiſches Gleichgewicht bis Eurotia 


erreich, Rußland u. die Niederlande. Bon | verhältnigmäßi 
Ber gefammten Schuldenlaſt (vor dem Drientalifden tem meiften e 


| 
| 
| 
| 


⁊ 


wenige Sprachen, nm. die bi 
en fi unter einen großen @ 
den Indo⸗enropãiſchen, ordnen. A) Im Of 
mebrere Böller wohnen, deren Hanptftamm 
Aften fit, werten zum Theil Spraden | 


wei d inniſch⸗tatari 
a) * ee mit al en ER 


Liviſchen nm. Lappiſchen; b> bie Ungartfche € 
die von biefem Sprachſtamme am meitefte 
Weſten in Europa gebrungen if; cd bie Den 
ob. Türtifche Errade (imengeren Sinn). Die 
Iprachen Europas gehören B) zum Inbo-eu 
den Sprachſtamme; fie find a) bie Be! 
ſche ®ruppe: aa) bie. Griechiſche Sprache, ı 
Sprache der eultivirten Welt, jetzt nur noch a 
griechiſche Sprache in einem Theile des alteı 
benlanbs gerebet; bb) tie Romaniſchen St 
— von ter Lateiniſch⸗· rõmiſchen © 
welche durch die rẽmiſche Herrfchaft Die ber 
Sprache Weſteuropas wurde, mo fie tie Cı 
Spraden verbrängte. So bildete fidh bier 
Zeit bie Spanifche, 'Rertugiefiiche, Franzbſi 
Yante ſelbſt die Italienifche, ferner Die Rhäti 
Graubünbtnifdge, u. (dnrb Bermiihung n 
wiſchen Glementen) tie Walachiſche Sprache: 
Abanefiihe Sprade. In Nordeurepa ifl 
Germaniſche Gruppe verbreitet; bazıı 4 
aa) von den Spraden tes Kontinente bie D 
Hollãndiſche u. (durch Bermiſchung mit framyi 
Glemente entſtandene) Engliſche Sipradge, we 
Celtiſche Sprache in Britannien verbrängte 
Skandinavien bie Jeläntilge, Norwegiſche, 
diſche u. Dänifge Sprache In Ofteurera 
außer den oben angeführten Eprachen des F 
tatariichen Etammes e) die Slawiſche © 
in vwerfgiedenen Muntarten, bef. Die R 
Illyriſche ob. Serbiſche mit ber Kroatiſchen 
86, Slawakiſche, Bohmiſche, Sorbi 

ndiſche, Polabiſche u. Pelniſche Sprache 
Lettiſche Gruppe, von denen einzelne ı 
benachbarten Sinnen viel Finniſches aufgen 
haben, fo beſ. bie Lettiſche Eprache; dazun 
noch die Lithauiſche u. Schamaitiſche. Ir 
u. Mitteleuropa herrſchten früher e) bie | 
ſchen Spraden, bie aber turd bie R 
fhen Eprachen u. das Engliſche faft ganz ve 
wurten a. mir nech einzeln in England als 
Gaeliide, Wallifiſche n. in Frankreich ale & 
ſche Sprache fertbauern. Dit feiner antereı 
pãiſchen Sprache verwandt, fentern mehr de 
rilaniichen Sprachen ſich nibernd ift C) ii 
kiſche Epracde in Rerkipanien. 

Eurdpos a. Becar.\, 1) Stade in Diacı 
am Arica; 2) Statt in Kyrrbeſtile (Svri 
Euphrat; ven Juſtinian ſtark beieftige: jest : 
(Dierabelas‘, nach Anderen Kelaat el Neiſi 

Eurdtas ı2. Geogr.), Hauptfluß in 2 
entfprang in Artatien, verſchwand dann eiı 
lang unter bie Erde u. fam bei Stiririe mie 
Rorichein, fircmte bei Sparta vorbei u. mü: 
ben Lakeniſchen Auen. Nah der Zuge bett 
nen Namen von @ureted, Sebn des Veler 
Iivlee König ven Sparta. Auf ibm gab 


Schmine: jetzt Yalilirerame. 


Eurotia \E. Adans.!. Bilanzengatin 
ter Kamifie der Chenopodeae - Cyelol 


j . Atriplivese: Art: E. ceratnides C. 4 
@urepaife Sprachen. In Eurepa gikt es 


‚Diotis cerat, Z_) in Mätren, Ünterrcic, © 


Eurotium bis Gurymebe | 


Zancafıs x.; E. ferruginea (Dio- 
v. E.) am Gaucafus, Hyoh 

omy- 

ih: Rechnd,, 


E. Lk), Bu n 
ni Fries., Shimm 
m anf verfchiebengefärbter flodiger 
: E. herbariorum, weiß, gelb, 
‚„ auf mehr trodenen Subflangen, 
Ineten Pflanzen, Käfe, Brod ıc. 
ei ben alten Sriechen ter OR-Süd- 
mm überbanpt der Vſtwind. 
"hund. ), Pflanzengatt. aus der Fa⸗ 
ıstroemiaceae-Ternstroemiese, 
. L.; Arten: E. japonica, japane- 
m a in Eftinbien. 
ne der Gorgonen, ſ. d. 
yiMerufenfern), Gattung ber 
) wer Maſfſe ter Strahlenthiere; 
.. Pianjengattung aus ter Kr 
Iunescoze-Euryalese, Polyan- 
im L.; Suanig &ße alle fruchtbar, 
aumwenio6, Blatter beiberjeitd mit 
beu visiett, früh aufblühend. Aſia⸗ 
‚ Urt: die Malannah (E. ferox 
hina Dis Bengalen, in europätfchen 
made wii eingeführt; E. amazo- 
j. & Vietoria regin. 

ı) €, Sohn nes Mekiſtent, lämpite 
onen 3. unter Diomebes vor Troja. 
es Epbeites, Gefährte tes Anecas, 
es, ſchlich ſich mit dieſem ine ſeind⸗ 
e tlamert aber dabei um. 

„ Runter ces Pelors von Tantalot. 
Sohn des Dorieus, war mehfi Pau⸗ 
der Spartaner bei Platãã. 

Herold tes Odyſſeue, baßlich, aber 
Anteren tie Briſeise von Achilles. 

1)6. griechiſcher Heros, welcher das 
rris erlegte. 2) E. Epheſier, wurde 
nat, um griechiſche Truppen anzu- 
& ater feinen Auftraggeber an Ky⸗ 
im Nitertbum als Berrärber ſprũch⸗ 
aus Keriyra, commantırte gegen 
a ber Seeſchlacht bei Sybota. 

J E., Tochter Des Pontos, Gemab- 
ı Köcs. 2) E., Locher des The⸗ 
tes Mutter bes Polybos. 

y Muſchel, Untergettung von Cleo- 
 ®)E. Cass., Pflanzengattung 
ie ber Compositae - Asteroidene- 
ıstereae; Arten zahlreich in Reu- 

Gray, jo v. w. Tripolium in der- 
u. Gruppe. Gurpbispns, Pflanzen⸗ 
erfelben Familie u. Gruppe; Art: 
a, ebb. 

B, Epartaner, Beichlehaber ber Ge⸗ 
riechenland® gegen Xerges in Der 
temifion u. bet Salamie, ſ. u. Per⸗ 


Etiefmutter ber Alciten, welche Dem 
y„,weibre Stiefföhne, Otoo u. Ephial⸗ 
efangen hielten. 

Blatyceros), Hirichart bei Op⸗ 
ber Riefenbirich (Rieſenelen, Cervua 
umb.. U, hibernus Desm.), Daber 
$ Eicien Cervus eurye, nannte, 


„Gatt ter Feifittäier ı P’imeliariae), 


Euryeles (E. Salisd.), Mlanzengattung ans 
ber Familie der Amaryllideae-Narcissene, 6. Æl. 
1.Orba. L.; Urten: E. alata, Cunninghami ir 
Reubellaud; E. nuda, E. eylvestris in Oftinbien. 

Eurycöma (E. Jsck.), Pflanjenganung aus 
ber Familie der Connaracene, 5. 1. 5. Orbn. L.: 
E. longifolis, auf Sumatra. 

Eurybämad, ein ſehr gemäßnlicher griechiicher 
DMännername; u. a. ein boriſcher Prophet, ver- 
fand def. die Kun Träume zu deuten. 

Eurydlee, Gattung der Afteln (f. d. n) I). 

Eurydite, 1) Gemahlin des Orpheus; von Ari- 
Räoe verfolgt, floh fie, mwurke von einer Schlange 
gebiffen u. Rarb. Orpheus ging aus Liebe zu ir 
ın ben Hades hinab u. bemegte durch fein Saiten- 
ipiel Die Proferpina, daß dieſe der E. die Rüdkehr 
auf die Obermelt geflattete, hoch ſollte Orpheus fi 
nicht eber nach ber ihm Felgenden umfehen, als bie 
er oben angelommen wire. Da ſich Orpheus aber 
eher nach ihr umblidte, um zu feben, ob fie ibn: 
auch folge, verſchwand fie u. blieb in ber Uinterreelt. 
2) Gemablin des Amyntas, Großmutter Alex⸗ 
anders d. Gr.; fie lichte ihren Schwiegerſobn Pto⸗ 
lemãos Alorites u. fuchte ihren Gemahl zn ermor⸗ 
ben; ibre verbrecheriſchen Abfichten wurden von 
ihrer Tochter Sarvene verrathen, aber Amyntae 
verzieh ihr; nach deſſen Tode unterflügte fie die 
Fg en Plãne bes Ptolemãos, aber obne Erfolg. 
2) eier des Amyntao, Gemablin bes Bhilippos 
Aridaoe, |. d. 4) Tocqhter tes Königs Antipater, 
Gemahlin bes Prolemäos Yagı, |. b. 

Euryeloß, die Vurg von Gpipclä in Syrakus. 

Eurygania, Zocker des Hpperphas (Periphas). 
weite Geubehlin des Obipns n. Dutier der Jomene. 

Eurpklea, Olianın ini Janſe Des Laertes m. 
dann Grzieberin feines Enkels Teiemachde; hie el» 
tannte ben zurüdgelommenen Odyſſeus zuerſt ar 
einer Rarbe am Fuß beim Fußwaſchen. 

Eurykles, 1) Rame eines alten Bauchrebners; 
baber Überhaupt 8) ſo v. w. Bauchredner. 3) Freund 
des Auguſtus, wel zu Ehren die Spiele @ury 
Ada angeflellt wurden. 

@urylrätes, 1) Sohn bes Polydoros, Känig 
ven Sparta. 2) (@urgfratidas), Sohn bes Anar- 
andros, ebenfalls König von Sparta, ſ. u. Lalonika. 

Eurylalıne «kurylaimes Horsjield), Gat- 
tung der Singoögel, mit Pipra verwandt, aber mit 
ſehr flarfem, breitem, niebergetrüdtern Schnabel, 
der an der Stirn noch breiter als Diele, mit ermas 
hakiger u. ausgelerbter Zpite: Vögel aus tem Oſt⸗ 
inbiiihen Archipelagus; Grundfarbe ſchwarz, mit 
einigen bunten Stellen. Arten: E. Horstieldi 
Temm., in Java; E. naantus, E. coryılon. 

Eurylkon, fo v. m. Ailfanios 1). 

@urylöchod, 1) Gemabl ber Krimene, ſ. d. 
2) ein Gefäbrte Des Oryſſeus auf deſſen Irr⸗ 
fabrten; bei ber Gejandtſchaft zur Kirke bebielt er, 
mährend feine Genofien in Schweine verwantelt 
murden, alein feine menfchliche @ejtalt, kam aber 
auf Thrinalia, mo er zur Tödtung ber Rinder bes 
Helios geratben batte, um. 

Eurymädhos, 1) ter mächtigſte unter ben 
freien Der Penelope, von Ütpffeus durch einen 
Heil getötet, f. u. Odvyſſeus. 2) Führer ber 
Pblegver, ſiürmte Ibeben, aritf Bann Delphi an 
u. verbrannte Dem daſigen Apcllotempel, 

@urnmede, Gemablin tes Olaufes, Mutter des 


attung ven Alız iu derielben Familie. Bellerephen. 


Bater der Berilda, mit weldher Bofeiten ben Rım 
fithect erzeuzie. 2) Agamennons Wagenlenker, 
wiate gut feinen Herrn von Ayiübes getörtet. 

Eurpmeton (1. Groge.), N eifbarer Fluß in 

Tauıpbolien, eurfprang auf tem Tauros u. mün- 
dete in ten Quien von Aualia; jezt Kapri⸗Sn 
Au 4 v. Chr. Ei Kimens über bie Berker. 

Qurynöme, 1) Ichhier tes Okeanes u. zuerft 
Semzbliu tes Titanen Opbien, mit melden fie 
cz Kreues u. Rhea Die Melt beherrichte; fie nahm 
:schrmald ter aus dem Llomres fiinenben He⸗ 
⁊dũcs au), beberbergie den Balcbot u. wurde von 
Zeus Mater ber Tharitinnen: 2) Beiname der Ar⸗ 

mus, bare ala iolche einen Temzel zu Fbigalia, 
der ibriih nur einmal geöttne: wurte: —— 
wurde fie cherbulb ale Seib, unterbalb a Ati, 

Gurgaömes, ı) kei ten Deirbiern ein Dämen 
Nez Unserwelt, weicher ten Tedten das Fleiich ven 

den Ancchen iraß. 2), einer ter freier ter Ber 
nel Y,4 

Gurynorbyunde (Eursmerkinches W'izkon), 
Ua:ergattung ter Qaimıng Schnerien: ter Scu⸗- 
Sit in mistelzäßig greß, platt, an ber Z pipe 
krat, eımas cdig; Art: Graner E. ıE. griseus, 
’..talea pıpmaes 2) in Eurinem. 

— E. Agassir, Remei.\, icifiler 
Fl Urtaung Der Edibursrr. 

urmöhen \E. Lund. ;, verweltliche Gürtel- 
tdit: gattung. 

Enracemurtns (E. Schauer), Aitermerte, 
Jsaunz si Ser Ramilie ter Morzaieen, Arteu in 
Nexbelint. 

Euryipe. Läirz, 1. u. Kalläfkr e\. 

Eurgeys E. Cass, ‚ BRunzenasmtung ame ber 
Keenlie Compositae- -Senecionideae- Eusene- 
<cionese: Artta: am Can m. in Zũbeiri?a. 

Surapbaefie Not... jie v. w. Thia 

Eurapen ı Eurseden. Enkel des retlet, Echr 
See Soer, 'parzaxiiier Köniz, nad ıbm ıf die 
mie der ᷣretliden aucd Garspentiden senamnt. 

Eurustirud E. Deiay. Kerei.. ‚ Krebagat- 
ans aus Der Ordnung der Scuientrehie, iem- 
zuen eur is ter Granmade wer: Arten: E. remi- 

res Deiuy. E. lacasırı» Harlan, E tetrago- 
ki halmus Fischer. 
a, ie d. mw. Sermendegel. 





XR3VXC 
Eurgsüulee, 1) Sedu dee Veieiten u. der Ik 
ra, Kazig der Wereder auf Ket: da die Keer 
eraige der leute des von ceinem Sturm an idre 


SzRt seriNagenen Herallet geiẽdtet batten, ſe er⸗ 
2Ars Dereadiet ten E. 2) Echn Des Poieideon 
2 Ber Kcins, König von Korene, jeigte Sen Argo- 
masse un Ser aus den SCorien u, \denlte dem 
Karma cine Erdidene, auf Teilen Nee Die 
Seriast Tiiens Beute, 3) Zehn Pet duimen, 
sseier Ber Scene, fülrıe Die Nerrebuer von Ür- 


MER, Akenea x. ın du Sifiee gen irem. . 


Terz erdielr er aue dem Veſid det Derdaned 
— ——— as Kiftıden u. erdirdte darin det 

dee Berdes N smrcich, wecdert idn an? 
mat Tas Trefei ned des Nr aa einem Ur: 
ya was, % we‘ Xnia Weriden Trier dracdren 
TR SORER zu Aros in Ada. we men jede ich 
Der Krienie | Racden u I Madéen epieiie. mel- 
NT Treu Item abae doũ: wurde Drei 
crʒad.: nor en MI. Sohn dee Deremenet. 
Krise zu Tienet, nad den Sorte om 


Eurymebon bie GEuryisb 
— on. 1) König ber ſiciliſchen Giganten, | Laomeden 


begleitete u. von biefem has | 
farı. 3) Echı des Teleybes u. der Af 
nig der Myſier, am Fluß Kaifes. Gi 
Heinftod, welchen Priames feiner Mut 
beweg ten, biefem beisnfichen: Eyrrbee 
Euryfäles, Echn tes Telamonie 
ter Zeimetta, König zu Agina, wurtı 
Aben al6 Kere6 verebrt. 
Exryiiernum E. Mün.), Gatmıı 
iiber Schilptrẽten. Nur eine Arı: E 
Mün.. aus tem Echieier von Scleubei 
Eunryibened, Serstlite, Sobn rı 
meet, nahm bei Der Küdtebr Ber Ser 
feinem Bruder Freies Yaledümnen ein, 
nit Seine Nablemmen bießen @ı 
Qursübens, Echn des Stbeneles 
tıpre, Unlel res Feriene Ta Zeus 


bare, daß ver snerti geborene Perfit 


ĩellte, fe keihleunigie Sere die Sebnrt! 
u. Der ipüter scherene Serafies, Zchn } 
rem Zent, mußte em E. untertban 
ieımen Arte die 12 Arbeiten verrichten 
ien Tede verlangte er von Reoy, ibm 
tes Heratles susinlieem Ta Diele 
Nübieren m. von Tbeiens gaflıh au 
murten, lam et zum Krieg, in welchem 
nen Söhnen tur Sslch, Seratles Se 
Exnrıföma :Gregmäuler), 9 
ger m iftleier Edlanıen, teren Kep 
Nurnri adgeſent, mit einem Manle, b 
binzer Pie Yagen geiveiten in: tieie & 
Angen enılit magrenz:; ani dem Ru 
pen, aut en Beude Scilder. Mant 
—— Bar eia: Ei’tleic: Eimurmel 
era: Irusmsterm: CrSlangen: S 
Giimstern. Term, Grabkensiiene 
Eurstöümus, S:ae. is vr. ın. Cola 
Eurptäne, Fresinz im Rortireht 
rigreiht Griederlant. mir ter Haupıf 
rin, Mi dem eꝛten Edꝛæua, we am 7. ı 
1223 tie ve hecdea unier Wertes VBezzar 
niacıdın ũberẽ-le der Türken eıme 
Midradten. 

Eutpficn, 1) 218 Kbidia, Sebn 
denen Exled a. Eobr Dee Iret, Argon: 
iem Feieus, weichen er feine Zedbier 3 
Een driden Tbeil jenes Nee gab. 8) 
Ares, bürere &rmene 1. d. Ninber u. 
Lerafies gerätier. 8) Kemzıır, wurde v 
nad Arkırıca wertzien u endlich vor 
ware, Da er ibn ale läfuger Freier 
main ed. Dermirz . Todꝛer tes Kẽ 
menss on Ihn, wieder ad. Nach A 
er sur der Sochzeit des Siritboes, wo : 
rien Ar: a. Tdren Stihuiizen m. ihr 
wa; Sarnen: 3) Ecbn | 
Qesleter Des Ice a egenſchũt be 

arütee. 1) graz zer * elaneus u 
vonite, Köniz za U Aatis i ta Cubẽa; er j 
Arster am Bere: m Bogenſchief 

aNT ENTIIHER 2. see Rab Cini 


dedraeitte: Des {nraNee: nad Anteren 


Toter Ic le der Netten Regenikügen 
os Kresse, E werstserte ibn aber, ol 
Ber ins Sedre. Na Feris, worauf il 
Bei: 2. dx Iele zur EHarin machte. 


reꝝ Dermet x. Arıtınıre, Argenaut; fü 


14 


Euftadifdge Klappe, |. u. Herz. n. Enftaät- 
ſche Röhre (Cutaäiige Trompete), |. u. Ohr. 

Enſtachius (Euftahied, v. gr.), männlicher 
Borname, jo v. w. der Ährenreiche. 1) Placi- 
dus, lebte im 2. 3abrb. ; er erblidte nach ber Legende 
auf der Jagb zwiſchen dem Geweib eines Hirſches 
das Bildniß bes Gelrenzigten, das ihn fo anrebete: 
Blacidus, warum verfelgft du mich? ich will bein 
Heil! Dabur zum Chriſtenthum befebrt, ftarb er 
ale Märtyrer unter Kailer Hatrian zn Rom. Cr 
it Patron der Näger; fein Tag: 20. Eeptemter. 
2) (St. @uftaftus), im 7. Jahrh. Yebrer des Chriften- 
tbume in Baiern, einer ter 14 Notbbelſer, |. d. 
3) E. I, Eobn Baltuins IL, folgte demſelben 1056 
ale Graf von Boulogne u. ftarb 1049. 4) &. II. 
Sohn des Perigen, folate temielben bis 1093; |. 
Bonlogne (Geſch.). 5) E. III., Sohn dee Borigen 
u. 1093 bie um 1125 fein Nachfolger, ſ. ebd. 6) 
E. IV., Ente des Borigen, Sohn von Matbilte 
von Beulogne u. Stephan von Blois, 1150— 1153 
©raf ren Boulogne. 7) S. Euſtachi. 

Euftähys E. Desv.), Gattung aus ber Fa⸗ 
milie ter (sramineae-Ühloridese: Arten: E. 
distichophylla X. E., in Chili u. Braſi⸗ 
lien; E. petraea Desr.. am &ap u. in Amertta. 

Eftäthes (E. Lour.), Pflanzengattumg aus ber 
familie ter Sapindaceae od. Loch biefer ver- 
wantt, 8. Kl. J. Ord. L.; Art: E, sylvestris, 
Baum in Cocbindina. 

Euftathios (Euftatbind, d. i. ber Beſtändige, 
männlicher Borname), 1) E. aus Kappabecien, Neu- 
rlatoniter, Schüler des Jambliches, ein großer Red⸗ 
ner , ging 358 ale Geſandter des Kaiſers Conftan- 
tius an den Perierlönig Sapor. 2) ©t. @. von 
Antischten, aus Site in Bampbolien, Biſchof zu 
Berda ir Eyrien, Dann zu Antiochien, er war auf 
tem Concil zu Nicãa 325 beftiger Gegner Des Arius 
u. wurbe 330 von einer Verſammlung bei Antio- 
chien abgefett u. vom Kaiier Conftantin nach Tra- 
janopelis verwieien, wo er (nad And. zu Pbilippi) 
337 cd. 360 ſtarb; jein Zag in ber Griedijchen 
Kirde: 20. Februar. Schr. griehiih: Hexac- 
meron commentarius ac de engastrimvtho. 
herauegegeben von Leo Allatius, Leyd. 1629. Seine 
Anbänger beißen Enſtathianer. 3) €. von Sebaſte, 
ein Armenier cd. Kappabocier, Echüler dee Artus, 
war Anfangs Mönch, dann Presbyter zn Cäſarea, 
wurde aber bald irriger Meinungen wegen auf Der 
Synode zu Neucäiarea abgelegt u. excommunicirt. 
Dieſe Meinungen, bie von feinen Anbängern, den 
@uftatbianern, welche jich bis zur Nerbammung ibrer 
Lehrſätze auf per Synede von Gangra in Bapbla- 
gonien 357 bielten, noch mehr geihärft wurden, 
betrafen zu jirenne Anjichten über bie Ebe, Lie fie 
ganz verwarfen, Faſten am Sonntage, Armutb sc. 
E. wurde ſpäter, um ſeines muſterbaften Yebens willen 





Eunſtachiſche Klayye bis Euſtylos 


fomu6 u. Lehrer der Rhetorik daſelbſt n.feit 1! 
bifchof von Theſſalonike; er fl. 1194 u.trug au 
slegern Commentare zu Homer (Impei 
eis ıny Ilında), Rom 1542—50, 4 Bbe, 
1559, 3 Bbe., 2pz. 1825 —30, 6 Ute. 
Dionvfios Periegetes ( Yrouynjuara eis 4 
»v0:0» , in mehreren Ansgaben dieſes Dichte 
jammen. Cr jr. aucb Commentar zu Pinbe 
welchem nur Die Ginleitung (herausgegebe 
Schneidewin, Gött. 1837) erhalten if, u. th 
ſche Aufiäbe n. Briefe, berandgegeben mit 
u. Engenicus ven Tafel, Erf. 1532, bie 
tungen über den Möndsftand von Tafel, 
1847. 6) (Eumatbios), Ayuptier, 
lax. aus ungewifler, koch fpäterer Zeit ; 
chiſch einen Roman: Syimmen. Hyiminige, 
gegeben ven Gaulmin mit (nteimiicher U: 
Par. 1618, von Teucher, 2p3. 1792, u Lebe 
1825, überjegt von ter Frau Rei le, im 
ter Hellas, Yp3. 1775. 7) €. Oabife,) 1667 
Hoſpodar der Melbau, f- d. (Geich.) 

St. Euſtaz, 1) nieterlänbifche Infel, zebe 
nen Antillen gehörig, nordweſtlich ven St.Ch 
gelegen, 1,5 QM groß, ohne Ouelle, nur 
nen; 3300 Em. (Darunter 500 Weiße); hänfk 
beben. Biebzuct (namentlid Schweine m. 3 
trägt bei. Zuder, Baummelle, Kaffee, Mais, 
bat viel dantel; batmit Saba (19 OR. ein 
zugänglicher Zellen) u. St. Martin (4 
6000 Em., auch chne Quellen, aber fruch 
Zuder u. Baumwelle, 1633—1815 gemen 
Iıche Befigung ber Niederländer u. —— 
Geuverneur. 2) Hauptflatt ber auf 
Siidweſtjeite, Eit bes Gouverneurs, Rhede 
2 Forts beſchũtzt. — E. murde 1635 von ben! 
länbern beſetzt, 1665 von den ern € 
1667 an Holland zurildgegeben ; 1689 nahmeı 
Franzoſen, gaben es aber 1697 zurüd, 1781 
es ter engiiiche Admiral Rodney, bald bar 
Franzoſen, welche es ten Helländern zurüt 
1506 wurde E. vorũbergehend vou ben ( 
dern beſetzt. Da im April 1845 bas Gene 
vernemeut ter nicterläntiichen Befigungen i 
inbien aufgebeben wurde, wurte E. nebf € 
St. Martin unter Das Scolonialdepartement 

@uftegia, 1) E. R. Br., Bflanzengartu 
ter Familie ber Asclepisdeae verae-( 
cheae-Ditasseae, 5. &1. 2. Orb. Z.; Url 
hastatsa, E. filiformis, E. humilis, E. Lou 
in Südafrika; 2) E. Zries, jo v. w. 3 
Rehnb. 

Euſtephia (E. Car.), Pflanzengattung 
Familie Der Amarxllidene-Narcisseae, 6 
Iron. A.; Art: E. coccinea, am Cap. 

Enſtöma E. Salisb.), Gattung aus! 


milie Gentianeae verac: Art: E. silenil 


wieder in bie Kirchengemeinichaft aufgenommen u. , 
Biſchof ven Schafte. Er mar freund Baſilius des 


regen, deſſen Schrifrüber das Mönchsleben ibm von 
Einigen beigelegt wird, u. einer der Abgeerdneten 
ber morgenlaändiſchen Yijchöre an Biichof Liberius ın 


Ordn. L.: Arten: E. latifolius, 


Kom; er jtarb um 350. 4) E., Fatricier u. Ante- 
ceiler in Konftantinopel um 1025 n. Ebr.; er ichr.: ; 


Isoi yoorızor zei diammuaror (SJujanimnen- 
ftelung Der Zeitbeſtinmungen im Auftiniauiichen 
Rechte u. in ten Bafilifen), berausgegeben Baſ. 
1561; zulest von Teucher, vpz. 1791, 2. Aufl. ebt. 
1302. 5) E. aus Cenſtantinopel, war Anfangs Dia 


Euſtorgĩus (v. ar.), d. i. der Geliebte; 
fiber Rername. 
Euitrepbus F. R. Dr.), Pſlanzengatu 
ber Familie Der Lilinceab-Asparagcae, k 
3. ang 
lius. Sträucer in NeueSütmalee. 
@uftröphus, Käfer, Untergattung ve: 
caen ı).d. a), aus ter Familie Der Sten 


Serropalpida. 

€ utölos gr., Baut.), ſchönſãulig, dat 
Auge am woblthuendſien wirkende Verbält 
Säulenweite zum Durchmeſſer der Säulen 


416 Gutpemis bis GEutrepins 


mir jeinem Itcruirraser, tem Ratier Iußin, führte, | 
mit archer Sracht an, überlebte aber feinen Echrie · 
gereszer nicht: fein Eebn war Athalarich. 2) Eo 
».w. Exxrich. 
Euthemis T. Jack), Pilanzengaftung ans 
ter Ramilie fer Ochnaceae-Ochnese, 5. 1... 
Ortu L.. Arten: E. elezantissima. E. pulcher- 
rıma u.2.. Räume m Cfindien ; 
Ertheſte :v. ar... Harte Leibetbeichaffenbeit N 
ers, geligeö Inſect, Untergat- , 
tung vea Dolichocera i.?.;; Kcpf, unten wie | 
eme abgeſtudie — Hk } yweite® —* | 
lergliet größer ale Tas ie e, fat vieredig, 
teret ——— iriria. mr gefieterter Serſte; Urt: | 
Euth. s.Sacrophaga chaerophrlli Fadr.u.ım... : 
utbybemes, 1) Arbener, nabm 421 v. br. : 
Teil an tem Arihluß det Aricbens mir ten Epar⸗ 
tanern durch Vitiae u. begleitete nachber den Riliat . 
auf tem Auge nach Zicilien. 2) E, geb. auf Übiee, ' 
Serbift. bielt ich Ianaeaı Tberã aut ıL ſeinen No- 
zıen rübrt einer ter DTialege Flaute’. 3) Um 2uu 
x. übr. König ven Baktrien, i. d. 
Eutbydifie yr.:, dae Sickinlafien auf eine : 
Haze, '. Atden Ant 1.c. 
Eutbymined, Eifer aus Meſñlia, um um ' 
x. Chr: unidiite Señairita u fudıe fie Ur- 
{she ter Üßeridirenunungen Dee Kid zu er⸗ 
grünten. 
Eutbymätrie :r. ar... Ibeil fer Geememie, 
der die yeratlinigen Aiauren betrachtet. 
utbämie -v. ar. . Grurüikermbe, Deiterfeir. | 
Enthumios (Eutiemied Sigabenos ct. Zigabe: ' 
nes), Ranlianermönd in Senflanrinepel, war ke | 
Aleziut Kemmeune jebr angeieben u. R.mım 111». | 
Er ſcdrieb gar Sireregung der Kenerei: Ilaroräia | 


des uatıze 17,5 609600 


O:0r riarems;, in 24 Titel, 
berzusgegeien nen Oregeriut, Terger. 1710, la:. | 
vea Aranc. Zini. Sen. 1555, Jar. 15Ww: rer Zul 
von ten Bogeniten, bersusgeachen von Gieicler. 
@ir. 1942: auferten: Commentarius in IV | 
evanpelia, bersuägiz. ven Mattbai, oz. 17u2, 
3 The, Ser. 1845: Commentarüi iu psalm: s 
Sen. 153u u.m. 2.in Galand Bibl. Patr. Tb. 14. 
SL Ulmam. Zub. 1883. 

Eutbömed xr.. ter Beblgemuiben, Kauk- 
GErprier aus Lolrie; Selirch, Geiabrie dee Odvẽ⸗ 
fec&, hate in der Irunlenbei: an Atalicne Kühe cız 
Mirkcaren Temena entebrt. Me Eınmehner keiniz 
tee id: \ein Geif ward ald Yohas Würgengel fi: 
Tie Gegend: Das Delpdiiche Uratel riers, Den Heree 
durc Zuftung cince Dains, eine Tempele un. durd | 
jäbrtidäe Dardrinaung der iöniten Jungfrau su 
wriöbnen. E. lämpite ipäter mi dem Dimen ı 
ũberwend ibn, worauf Dieter unter den Wellen der 
jewant u. die Jungerau die Karin Bes C. wurde. 
Hochdejabrt itieg Ein den klug Kãlines. wurde nicht 
mebr geicben u. gali nun für den Zehn Des ic.uf- 
gotid. Ko zur Nömerzeit zeigte man das ichwerze 

nr des Felitet, nut ner Welitdaut Nellcidct. 

@utbönei ‚sr. Ani.) ın A:den 10, den Archen 
un augeordnet, Berionen, melde Recdenſchai: 
Ruder verwaltete Amter forderten. 

Qutbutdna ar. Am‘, Asınmae areße Arm. 

une, nat Denen in den Yauf gelegte Ricile u 
Wur ipießke in berizontaler Nina  achbetien | 
wr;r den; Me Ratınienalıtdbetelaimii fi. | 
warn Zac 

Eutin 1) At im eidendurgucden Adrian: 


Lälcd, mit bem großen mn. Arinen E: 
a. Uieilee: 2) Eiatı darin u. Saupı 
Fürflenibums cn @ntimer Ber. der 
greh, ven eimer Allee umschen u. F 
eine Iuiel mit Garten ıL Aalanerie e 
ber Regierungebebörten tet Kürttentt 
mer, ter Autislanzlei, eines Cenñũñt 
Bebõrden; Schleß mit Parl, Narbbs 
nafıum, böbere Zächterickule, Kinte: 
Urmenbaut, Heĩpital u. Arkeitdanfi: 
auftalı; 3000 GEm.: Gekuritert ve 
Beber — €. fell nad Ein. 1154 ver 
wig, nad Ant. 1160 pem Biicheĩ Ee 
angelegt mworten kei Aut tem de 
rehtirten tie Drihöte ren Yübed 
batte die Yızie Delfein- Eutin 
Ramer, |. Selten. 
Eutiner, tie Mibärlihen Lũbei 
linsttüde, aut 5 Sul bderebgeẽett 
@utlig :Ceag... ie r. m. Eirlig 
@utöce :E. R. Br.;. Bhansens 
Familie ter Nauckiätzersen, Hydı 
8.1. OErdu. L: Ira in Rortan 
Entöfie v. ar., Ziet.', leid:e € 
Sutefiod, 22 A'tzien, wersai, 
nern Yebrer Anferet, unt 44 IL 
cenken ter Berkle De Arhüunenes 
mir Diet neh jemı beigen: aertg: 


nientar zu Arslai:se Berz. 1: ser 


Antaaben dee Ardunctee u Apollo 
Eutsimie v.x., Iritu cab 
Entrayelst ı:r.., u mı Zo 

werten zenantier Merih, weiber 

u. wiig ennt:tim !anıı, Baker @ut 

war Ietermann sg: zmsugeben. 

Eutrema E. R. br... Fi 
der Axinlite Der Crue ſerae-Came 
1. Iren. ZL Urea: E Eiwardsi 
Rordanicrite. 

Eutröns 3 Kar. Seedt ia 
iben Theiatä u Flaräi, we Arc 
bare: n2& Kinigen bat jemgen F 

Eurriäne E. Trin.). Eratga 
gamüıe ter Gramineac-Uhiorid: 
<ütamentz. 

Entritzich. Zaren im Ger 
ig I. des fanisıh iächrichen K 
Wacbaetud rri Kanımmaarnipirueri 
wirtdichatiche: Reichinen, Landbãu 


ı ner Yazsige: 1250 ET. 


Eutrovius .az.. D.5.ter@eman 


. a. Ceerlummere: be: m Satier Arc. 


uach Nufins Tede 345: en Raler;: 
ſal ernanat. zerzrt cz ch Faq, grau‘ 
u. Kiel u. ala wand Züilihee; 
er auf Dad Drenaen dead Gainas 

Mut:ret Tudexia Sea gekürzt, erft m 
miele iz Ba, dareri in Tralceren 
Tiaasanııtes Neid. 2) alaviıı 
Se. Hantına dad @r, Dann Beglei 
Juhan gegen tie Verier: er. um 
ıtr.: BRreriarıum historiae romaı 


zuetũ Nom 1471, Rs: Bann cit, 
‚ $areriump, vedd. 1729, u. von 


102, w hr ot sum Sculachı 
Ztuitg. ISN, von 8. Namebern, 
Treat. edd. 189: deuntich ven 
ıN. 1790, von Büchiing. Leup 


Eutuhes bis Evagiren 


17 


tutig. 1829; bie griechiiche über⸗ I Früchte geireflen baben. Man erbält tie E. taraus 


apito iſt verlieren gegangen, noch 
te den dem Sephiſick Paanios 
et, zuerſt berauegegeben von Syl⸗ 


kant ter Seriptores hiat. gr. min. 


en Kaltwaſſer, Gotba 1780. 3) St. 


Conſtantinepel, Anbänger des Cbry⸗ 


welte deſen Nachjelger Arfalios nickt 
bare tesbalb u. Der Braudftiſtung an 
Die deſchuldigt, unter Arcabius bin- 
12. Januar. 

$, Archimandrit eines Kloſters in 
el, Gegner des Neſtorius, behauptete, 
chuiche im gartlichen Wejen Chriſii auf⸗ 
i dem elben zu einer Natur geworden 
ite tekbalb ker Dem Biſchef Flavianus 
mare inet, u. als er nicht niter- 
na Ennete su Conſtantinepel 148 abge⸗ 
ar erlärte ih die Synode zu Epbeius 
in, de witen ẽẽtumeniſchen Cencil zu 
n dl worte er vertammt u. ftarb bald 
iTil Erine u. feiner Schiller (@utvucia- 
zung tphianismus), ven nur Ciner 
ı Ehre, tech! verändert, erbtelten jich 
temepstien, it. 2) Zo v. w. Eutpdice ss, 
WE, Sch 375 —2S%, |. u. Papſie 


qNes Zitven gebürtig, Bildner in 
a En, Mühe um 240 v. Ehr, Yofipps 
:Ztstue Bes Dionyſoe, des Fluß—⸗ 
seiah der Srstigättin ven Antiechia; 
Mm Radbiidung im Vatilan. 
es, 1) Er. G., Schüler des Apoſtel Jo⸗ 
ang "ir Lerbreitung des Evangeliumo; 
br 21 I. 2) Patriarch zu Conſian⸗ 
3; berief bas 5. diumeniſche Concil, wurde 
uhren Sl ab⸗, aber 573 wieder einiger 
5; alhr.: De resurrectione. med» 
abermals in Geruch ter Ketzerei kam. 
tler um die Mitte bes 6. Jabrb., Pri⸗ 
Ber; wide: De discernendis con- 
©, Draugeg. von Icachim Camera⸗ 
15%, u. in Putſchius u. vindemanus 
rammatıc. lat. 4) Zait Chn Ba— 
Faber, geb. 576 zu Foſtat in Agupten, 
‚tan Patriarch zu Alcrantrien von 
& fhr.: Contextio gemmarum, 
Martige Kirchengeichichte von ter Er- 
"Belt bis 940, beransgeg. von Po⸗ 
85, 2e 3) Eunuch, 711 — 13 u 
-152 letzter ECxarch von Italien, ſ. 


), Cheift zu Treas; fiel bei einem 
8 Panlus noch in ſpäter Nacht einen 
frag hielt, in tiefem Schlafe aus Dem 
hoch herab. Man trug ibn für 
& lehrie aber, wie dies Paulus ver- 
pieber ins Leben zurüd. 
sfäure (Burreefüure, Chem.), 
‚nme fich in ter unter Lem Namen 
. Kameelbarn ct. Purrle ald gelbes 
im Handel eerkemmenden Subſtanz 
ten an Magneſia. Man vermuthet, 
Renz aninialiſchen Uriprungs jei u. 
cretien (Nezcar) beftehe ; nach einer 
ſell fie aus dem Harn ven Bilfieln, 
Zlegbaitten erbalten werben u. fell 
gen, wenn Tiefe Thiere Diangoftaitue 
nten. &. Ruf. Vi. 


durch Zerſetzen mit Salziäure. Sie bilder blaß— 
gelbe Alocen ed fierniörmig gruppire Nadeln. 
die ſich ſehr wenig in daltem Waſſer, lcicht in ſiedendem 
löſen, eben je in Allehel. Veim Erbitzen giebt ſie ein 
gelbes Sublimat ven Eurauthon. Auch concentririe 
Schwefelſäure verwandelt die E. in lebtgenannten 
Körper. Leitet man ſalzijaures Gas durch eine allkoheli⸗ 


ſche röſung der Zäure, fe bildet ſich gleichſalle Euxanu⸗ 


thon; Eblor u. Brem bilden Subſtikutionspro⸗ 
ducte. Die neutralen Enranthinſauren Salze haben 
bie Formel Casa IIi7 O2. RO; tas Ammonial- 
jalz krvſtalliſirt in ftartglänzenden Wlattchen od. 
blaßgelben abyeplatteten Kabeln, die fih in Alloboel 
nicht Iäjen; Tas Kalıfaly bilder hellgelbe Blätt⸗ 
hen; das Baryt- u. Kalkfalz find geibe, gal- 
Icrtartıge Riederſchläge, die fih in ter Ziebebige 
auflcjen u. beim Erlalten fi) wieter gallertartig 
abſcheiden; Das bafiihe Mag neſiaſalz iſt der 
gereinigte, im Handel ale Jaune indien verlom- 
mente Farbeſtofi; das Zint⸗u. Ridelialz ſind 
citrenengelbe Nieterfcläge: das Kupierfalz iſt 
ein gelber gallertartiger Niederſchlag; das Ei⸗ 
ienergytulialz ein weißer Niederſchlag, ber ſich 
bald ſchwärzt; dat Eiſenerydfalz ift grünlich; 
tas Manganerydulſalz citrenengelb: das 
Bleiſalz je nach ter Concentratien der Klüftig« 
feit mehr ed. weniger fledig u. in Mailer wenig 
löelich: das Silberſalz ift gelblich u. gallertartig. 

@uranthon (Cben.), Ca» Hız O2, cin Ser: 
ſetzungsproduct ter Euyantbinfäure durch Erwär 
men, od. durch Behandeln derſelben mit concentrir⸗ 
ter Schweielläure od. ſalzſaurem Gaſe, bilde: jubli 
mirt gelbe Nadeln, bie fih wenig in Waſſer, laliem 
Altchel u. Ather löſen; fiedenter Alkebol löft es 
leicht u. ſcheidet es beim Erlalten je nach Der Con⸗ 
centration ter Ylülfigfeit entweder als fryftallini- 
ſches Pulver od. in Radeln ob. Kryſtallſchuppen ab 
E. 1öft fih in flarkem Ammeniak mit geiber Farbe 
auf. Seine allobetifchen Yajungen fällen Löſungen 
ven Bieizuder, Chlorbarium u. Chlorcalcium nicht 
mit Bleieifig giebt es einen gelben fchleimigen Nies 
derſchlag. 

@urenia (F. Cham.), Pflanzengattung aus 
der Familie der Senecionideae-AMelampordinrae- 
Kuzenicae; Arten: E. grata, E. Mitiqui, in 

ile. 

Euxinkt, halb wollenes, bald ſeidenes Zeug 
vgl. Gloſſaret. 

Euxinos Pontos (d. i. Gaſtliches Meer), ſo 
v. w. Schwarzes Meer, |. d. 

Eusilie (v. gr.), Das Nacheifern. 

Euzeie (v. gr.), Woblleben. 

E@v..., Wörter mit Ev... anfangend, die fi 
bier nicht finten, f. u. Eu... 

Eva (jo x. w. Dlutter der Tebentigen‘; 1) bie 
Yrau Atams, f. u. d.; 2) weiblicher Name, Davon 
als Deminutivum Evelina. 

Evacuiren iv. lat.), 1) entledigen, räumen‘ 
daber Evaenant, Terrichtung an Dem Pauptbala 
einer Orgel, um den überflüffigen Wind zu ent- 
laden; 2) ein Yand, eine Stadte., die Beſatung 
daraus zieben; daher Evacuatien, I) jo v. m. Aus 
leerung; Kyacuantra, ausicerente Mittel; 2) «kya 
cualerva, &. cautler, ehemals Die Quittuna, welche 
ter bezablte Gläubiger dem Schuldner leiſtere, ren: 
die Schuldderſchreibung verloren gegangen mar. 

Evagiren v. lut.), aud-, ab-, uunper.guciin. 


18 


Evagora »bis Evangeliſcher Bund 


Evagöra, Qualle, Gattung der Hutquallen (ſ. | vuftſchiff verkündete, um dort iiber 


d.), der Gattung Pelugin verwandt. 
Evagöras, ſ. Euagoras. 
Evagrius Scholaſticus, ſ. Cuagrios. 


| 


Evain pr. Ewäng), Ludw. Aug. Friedr., Ba⸗ | 


ron E., geb. 1775 in Angers, nahm 1792 franzö⸗ 
ſiſche Kriegodienſte u. wurbe 1922 Generallieute- 
nant ber Artillerie. Er verließ ben Dienft 1824, 


der Erde eine neue Gemtiude zu gri 
gellcal Alliance), eine Berbindu 
Chriften, um eine brürerkihe Bere 
den verfchichenen lirchlichen Geme 
bahnen, fen Proteſtantiemus zu fü 
breiten u. tenielben gegem tie Anar 
fatbolifchen Kirche zu ſchützon. Auf! 


trat aber iw Anguft 1630 wieder ein; gegen Ende verjammnilung zu Yiverpaolvem 


1831 ging 
Divifionsgencral, naturalifirt u. wem 24. Mai 
1832 bis 19. Aug. 1936 Kriegsminiſter; jeit 1843 
penſionirt, ftarb er den 24. Mat 1552. Er hat um 


| 


r nach Belgien, wurde daſcibſt 1832 ! 1845 warden 9 Bekenninißſätze an 


nen man Die Mitgliedſchaft abbäng 
lich Die göttliche Cingebung ver Sc 
tät, Die gänzliche Bertorbenbeit 1 


die Organijation des belgiſchen Heerweſens greße | Natur, Die Erſcheinung des Sebnes 


Verdienſte. 

Evaleſeiren (v. lat.), 1) ſtärler werben; 2) im 
Preiſe ſieigen. 

Evalviren (v. lat.), ſchätzen; daher Evalvation, 
Schätzung des innern Werths einer Sache. 

Evalvis (Bot.), Frucht ohne Klappe, mithin 
nicht aufſpringend 

Evander, ſ. Euander. 

Evaneſeiren (v. lat.), ſich nach furzem Verlauf 
verlieren; daber Evaneſcenz, Das Verſchwinden. 

Evangeli, Antonio, geb. 1732 zu Cividale in 
Friaul; ftarb als Geiftlicder zu Benetig 1505; er 
fhr. in Ottave Rime: Amor musico, Par. 1776: 
Poesie liriche, eb. 1793; Scelta d’orazioni 
italıanı de miglioni secrittori, Vened. 1796, 
2 Bde. u.a. m. 

Evangeliarium (Evangeliſtarium), bei ven Ka⸗ 
tboliten Das Buch, meraus beim Hocanıt 2c. Die 
für jete Zeit paffenten Stellen aus den Evangelien 
abgefungen werben; die Sänger heißen Evangelier. 
„Evangelical Alliance (ipr. Emwentichillitel 
Alleine), jo v. w. Evangellicher Bund 2). 

Evangelical Friends (ipr. Ewendſchillikel 
Fremde), eine firchliche Secte in England, 1837 
geftiftet, |. u. Quäker. 

Evangeltcum, jo v. w. Evangelium 4). 

Evangelienbrüder (Briüder- cd. Minori- 
ten vom St. Evangelio), |. u. Barfüßer f). 

Evangelienharmonie, Bearbeitung der Evan⸗ 
gelien (ſ. Evangelium 4) in der Weiſe, daß eins 
derſelben zu Grunde gelegt u. die in demſelben 
fehlenden Einzelnheiten ans den andern ergänzt 
werden. Die erſte E. wird Dem Tatianos zuge— 
ſchrieben; eine dentſche ſchrieb Otfried, außerdem 
gibt es noch eine allſächſiſche (Heliand), |. d. a. 

Evangelienleetion, das Berlefen bes Evan- 
geliums ın der Kirche. Es gefebab in der alten 
Kirche an dem Evangelienpult, reits vom Ambon, 
vom Diafen od. Yector. Der Ton, in welchen cs 
vorgelefen wurde, beißt @vangelienton (Tonus 
evangelii), |. u. Collectenton. 

Evangelifche, 1) die Proteftanten, weil fie mır 
das Evangelium als Norm ihres Glaubens anneh⸗ 
men u. die Tradition verwerfen; 2) in ber neue— 
ften 3eit bei. Bezeichnung ver unirten Reformir⸗ 
ten u. Putberaner. 

Evangelifche Allianz, f.Evangeliiher Bunt 2). 

@vangeliihe Brüder, jo v. mw. Brüberge- 
meine. 

Evangeliſcher Bund, 1) Sccte in Nordame⸗ 
rifa, jeit Anfang des 19. Jahrh., beiter ein Schwär- 
mer, Georg Miller, auf Die Naht vom 234—25. 
Detbr. 1545 ben Untergang Der Welt u. ſeinen Au⸗ 


u. die durch Denfelben bewirkte Veriöl 
fertigung Durch den Glauben alle 
feit des heiligen Geiſies bei ter 
Sünders, Das Recht u. die Pflicht 
tbeil8 in ter Auslegung Der beili 
göttliche Einſetzung Des Yebranırev 
rer Taufe u. des Abendniabls alo 

diefer Grundlage, bei welcher einze 
3.3. tie Quäker u. Plymonthbrüde 
waren, andere aber, wie Die Baptiit 
jein fonnten, beriefmandieYonten 
lung für ten 19. Anguſt 1846, 6 
Eardiep Smitbe Präſidinm abgeh 
welcher Deutjche u. Norbamerikam 
u. bei Der zu den angeführten Grun 
eins noch einer ilber Die leßten Di 
feit, Auferſtehung, Weltgericht t 
ewige Seligleit u. ewige Verdamn 
bie genauere Organiſation des Bıu 
juchte bei. eine Conferenz in M 
zu wirken. In Aınerifa war man 
jür die Zmede des Vereind thätig 
Jan. 1547 unter Holmes gebalteı 
wurde zahlreich beſucht. In Beigic 
der Schweiz ſuchte man den E. B. 

ſich immer ſtreng an die Grunbaı 
Dagegen fand derſelbe in Deutſchla 
die ftreng orthodoxe Partei vermißt: 
das Centrum reiner chriftlicher X 
gemäßigte Partei, nanıentlich Die S 
Schule, tadelte Die auigeftellten F 
lich nahm aber auch in Dentfchland 
an dieſem Bunde einen großen Au 
Dem nänılich 1855 eineBerfammi 
bei Gelegenheit Der großen Intuftr: 
balten worten mar, wo über tie ir. 
faft aller Länder, über Deutjchland ı 
aus Berlin, Kapf aus Ztuttgart, T 
berichtet wurde u. die Baptiften | 
iprecher fanten, u. nachten auf De 
ber britischen Abtbeilung in Gla 
lebhafte Theilnahme Des Könige ı 
den“ Wunde verfichert worden war, 
eine Berlammiung nach Berlin au 
teren Zuſtandekommen engliicer S 
&ardley u. preußiſcher Seits Kri 
Theil auch als Vermittler zwiſcher 
u. preußiſchen Theelogen Bunſer 
während die ſtreng kirchliche Partei 
Hengſienberg, beſ. auf der Berlin 
ſerenz, den Widerſpruch zwiſchen de 
Lutheriſchen Kirche nachzuweiſen f 
Theilnabnie Laran die Geiſtlichen 


hängern bie Erhebung auf ben Mond durch eis | derer Seits wieder bie liberalen Ui 


Evangeliſche Geſellſchaft bis Evangeliſtaricum 19 
xie Uniondtendenzen des Bundes ihre | batte damals 70 Zöglinge. Doch batten ibre Agen⸗ 


13 aueiprachen, gegen bie 4 Velenntniß- 


ib erklärten. Drerkurcb eneflanh auf ben ' 


ie in Alugichriften 3. B. von Fieberraut, 


‚Ktait, Krummacher, Aunz u. 9) eine 
mit, tie jedech bauptiäcblich durch einen 
a Crlaß, welcher ben Unwillen über die 
gun tes Bundes auaiprach, ibr Ente 
- a9. Sept. 1557 trat bie Beriamm- 


Merlin zuiammen. Es waren 1254 Mit« | 


er, 67 aus Preußen, 103 aus an« 

füntern, bie übrigen famen auf bie 
Kerepäiden u. außereuropäiichen Yänper, 
KEG Engiont, iegar Amerika, Afıen, Afrika 
An tie Eröffnungerede Krum- 
20 ber: fi — der neuntägigen 
me große Zahl von Borträgen. 
Slftahe kat im Dane ter Brübergemeinte 


IE Über Ne Serfammlung waren nach bem 
* Oteuipunfte ſebr abweichend, doch 
ken ti der Berliner Berfammlung allfei- 
* acaen Zuſtänden ber Gegenwart 
R Wctigen Erigniß. Vgl. Repertory 
Pfocgedinos of the conference from 
he 2 Septbr. 1845, vondon 1947; 
* Erangelical Alliance, ebd. 1947; 

ię del’esprit par le lien de la 


r 186; Mann u. Blitt, Der evangeliſche 


Lı1sz 

Üifde Se Felſchaft, eine Geſellſchaft 
! 

5, deren Z rad et gebt, bie evangeli- 
N m allerz Ritteln, welche Gott an bie 
iR derbreĩ den. Sie entſtand beſ. unter 
kinfluß Bald nach der Imirevolution 
u Proteft nien Religiensfreibeit zuge: 
m Gent, Don wo aus beſ. Die proteflan« 
hner der Sevennen durch Reiſeprediger 
m Toulo aa ſe, wo für Verbreitung von 
ybaunn3SNchriften gefergt, n. in Paris, 
mesiheße Firbie evangeliſirende Thã⸗ 
Breteſta rrren in Frankreich errichtet 
ve Beſtreb za igen wendeten ſich vornebmn⸗ 
ger einer datbeliſchen Benäiterung leben⸗ 
38. indem fie bieie zu einem Ge— 
Agnd \aMeite u. mit Wibeln u. Tractüt 
a, ꝓaxch aber unterftütte fie die vom 
get N Proteſtantismus Übertretenben 
ven u. trat der freifinnigen Richtung Des 
u Migegen. Die Geſellſchaft hat 
ie REN fit entfaltet, Aettapellen, Schu⸗ 
anime, Bahſenanſtalten, Häuſer für Kranke, 
x. errichtet, u. ſich durch Die 
Hamfeit ihrer Agenten Wege 
ze weitere Thätigleit eräffnet. Sie gilt für 
uaptisägrtin key Methotiemme u. wirkt ent⸗ 
a fi de Trennung ber Stircbe von dem 
x, De fh durch bie 184% gegrünbete Inde⸗ 
bereits vermwirflicht bat, wäh⸗ 
Die ven ür getrennte, ebenfalle firchlich ge» 
Grsgefühe Befelifhatt ded Nordens Vic 
Men der Etaatelirche zu ferdern ſucht / da 
er unit über fo viele Mittel, ale tie von 
ı Gemitien ſeht begünftigte E. ©. gebietet. 
- ©. Arınlreie batte 1353 19 Prediger, 
ngeliften, 40 Yebrer u. Yebrerinmen im 
Ktreanmehr ala 100 Orten wirkten. Shre 
Abule zur Vorbereitung anf Diele Arbeiten 


Abenbmahlsfeier flatt. Tie | 


ten nicht nur mit vielen Hinderniſſen zu kämpfen, 
jontern es wurden fogar mebrere ihrer Kirchen u. 
Kapellen geichloffen. Beide (Befellichaften haben 
Berbinkungen mit der Guſtav⸗Adoelf⸗Stiſtung an⸗ 
geknilpft. 

Evangeliſche Kirchenconferenz, eine Ton- 
terenz von Abgeordneten der meiſten deutſchen 
Kirchenregierungen, um eine größere Einheit der 
verſchiedenen Landeskirchen Deutſchlande in lirch⸗ 
lichen Angelegenbeiten gu vermitteln. Die erſten 
Schritte bazu deihaben 1445 von Breuften m. 
Württemberg durch Znerblage u. (Arüneifen, vie 
unter Aueienvung einer, von Znetblage u. Rup⸗ 
Nein verabfaßten Punctation Die übrigen Kirchen 
regimente zur Theilnabme veranlafiten. Die erfte 
ten 30 Abgeordneten befuchte Konferenz fand 1446 
m Berlin ftatt u. bielt Aeratbungen über Die 
Eultusfrage, Aber Nirbemmweriaffung ır. über das 
Bekenntniß. Tie Bewegung 191% unterbrach biefe 
Cenferenz, nt. dieſelbe trat erfi 1852, bei. anacregt 
fur Pie Kirbentage iſ. d. in Ztuttgart ı. Elberfeld 
1850 u. IS5l u. unterſtützt durch dae 1452 bes 
gründete Kirchenblatt ala Centralergan, in Ei— 
—* ch wieder zuiammen, mo über bie Herſtellung 
eines allgemeinen Geſanabucht, iiber Die liturgiſchen 
Einrichtungen, über die Rehandlung der Secten, über 
rie Beauffichtigung der Geiſftlichen, über Kirchenviſi⸗ 
tationen, iiber die vutberiſche Ribelũberietzung ec. An⸗ 
träge geſtellt wurden. Bei der Conjerenz 1853 wurde 
ter Geſangbuchbenwurf mit 150 Kernliedern are 
genommen. Uder Pie liturgiſchen Einrichtungen 
hielten einzelne Kirchenbehörden, da ce in Eiſenach 
sn Teiner Einigung kam, 1552 u. 1854 befone 
tere Konferenzen in Tresten, Bei ber Konferenz 
1854 beicbättigte man ſich mit Der Bebandlung Der 
Seeten, mit ter Geiligbaltung Der Zen u. Feſt⸗ 
tage, mit Der Feier dee Angoburger Relinionstries 
tens, mit ter Mitwirkung der Gemeinden bet 
Beſetzung geiflliber Zellen, mit Syvnedalweſen, 
Abbalten ven Palliensandachten ac., jedoch wurde 
zugleich beſchloſſen, fich Kilnftig nur alle zwei Jabre zu 
verfammeln. Eine weite Sammlung ven Nirden- 
lietern, aus ber Seit ven 1750 an, wurde abge⸗ 
lehnt. Die 1856 gebaltene Konferenz ber evangelifche 
lutheriſchen Kirchenbehẽrden durch Abgeerdnete im 
Dreaten batte cd wieder mit ber Yiturgie zu tbun. 
Die Conferenz in Eiſenach 1857 erftattete Bericht 
über den Erfolg ber zeirberigen Veſchlüſſe, u. es 
ergab ſich, daß Denjelben nur in einzelnen vändern 
weitere Felge gegeben worden war. Die meiteren 
Verbandlungen betrafen die Kirchenzucht, Pie Ebe⸗ 
ſcheidung, Bas Begräbnißweſen sc. Mebrere deut⸗ 
iche Kirchenregierungen, 3. B. Reuñ ältere Yinie, 
ZchaumburgLippe, Hamburg, Aremen, Frankintt 
u. Kurbeſſen waren bei ber Conferenz nicht vertreten. 

Evangeliſche Männer ıEvangelicl virb, f. 
Erangeliften 3. , 

Evangeliſche &tände, fo v. m. Corpus evan- 
zelicoruimn. 

Evangeliſche Unten, fe v. m. Unien. 

@vangeliiher Verein, 1) fer. w. Erangeli« 
ſche Geieſiechait, ſ. d. 2) fern. m. Guſtav-Adolf⸗ 
Verein, j. d.: außerdem 3) eine Menge ewangelt- 
icher Vereine im u. außerbalb Deutichlandse fiür 
veritierene Zwece. 

Evangeliſtartcum Rirchenw, fe v. w. Evan⸗ 
geliarium F 


18 


Evagðra. Out . 
d.), ber Gatmugl 

Cyagöras, i : 

Evagrius Edi. 

Evan in. = 
ren E., geb. 1%. 
ſiſche Nrieastı : ... ulas u. Ice 
nant der ir. . ent Bildenden 
trat aber ii: nn. Zieduig darge⸗ 
1831 U dicrenymus dem 


ande 

x rpesitil 
"2 coll, 

X Avboſtel 
ug "nlietee 
Ni Iedend- 


Diem. „„ Neanbengeftalt bei⸗ 
18 nz Deut Geſchlechts⸗ 
vn x. Waius cin Löwe, ald 
N Ha CEdriſti: Dein Lukas 
> nenclteriwirte Des Eriöjerd 


np ct Adler, ald Sinnbild 
asus 4) beiden Irvingia⸗ 

ua Nudeiibeamtete, melche Das 

„Sein außer ibrer Gemeinde Ste 
d2yh die 4 jeidenen Stücke der Al⸗ 
“ui Wriediichen Kirche, ſ. u. Als 
1) >e vier vornebmſten Familien in 
"uttiiieni, Carnaro, Bragabini u. 


Kusugetiteninfeln, 4 Heine Inſeln im Stillen 

, der AMgKüflenen Patagonien SSudame⸗ 

eſtlichen Eingange Der Magellanſtraße. 

Euangeliſtenſchulen, ven Salenti in ber 
sing Jemijtete Schulen, in Denen beiĩ. Sant» 
arndarnden u. (abrilarbeiter von tegenannten 
Aponelu Unterricht in der Neligien erbiclten, u. 
daun wieder ald cine Art Miſſienäre andermwärts 
Unerricht ertbeilten. Solche wieder Unterridt er- 
cdeueunde Schüler bießen Gyangelilen u. verdreie⸗ 
ur ſied außer der Schweiz auch in Frankreich u. 
Deutſoland. 

Evangelitum \v. ar.\, I) frebe Beticheit: 2) die 
Weritait von Korte, als Dem Erleſer: oft dem 
Modaiſeden Were entgegengeiedt: 8) ın der Des 
matt? dezzedt inen das Wert E. in didniicdem 
EC pradgehramd aui die jrode VRericheſ: vom Reide 
Motte, im fırdisden Zrradsehrsud eder auf 
die jrede Nerbaitnon der iundenderzedenden Enade 
Bette: HM Tuch der 4 Säriiten ded Daituue, 
Wales, Yuiss u. Jedennes, in denen dreie Vers 
u die äigelunsen von dem Leden Jeſa entbalıın 
REP: I Gvangelicum. Erangeitkead dre DT 
de Zanmuns Ar Nadnddn von den Venen 
Sea un Mami ga in arcetsrten Zärtiın 
enden Bias NT Seit gu S Jeder ı 


0} - 
— are ven age 


ISIN SEN I CI. Non 
im Sein sce mn in Daseiensen 
gmx run ser Deüemerın au 
Sarıım nn am > uw annen Now. Zonım ® — 
Kun no LE "I u u \ au oe > LI aLNa = “wann z1 „un 
Yira-.: ua den 4 Cruminchen uläer om Nr 
Eat weRueeaogimne T STnam MII 
ER. ‚ν.— 2 SIND 
ziier.e nina mr kerumm, 5652 6 
ana durmm, su tt Gamer I 
Lerunt 6. wm Bein *:: E LALRC 


(vn... wm Rııa 6. m Sıcha ©. 
et nr E. Ni Dres ©. vn Kırandcher 
®. m: ärıızmsar 6. in Bern L sasıdıa 
deg rm 


6“. a Bemczumne '\.: 2... 


Lertizrur 
Erir:: Sinn Erima 
men: aan ge. Megan. adue.s 


EN? I: sr Peer 


ne ‚pHueh bi Evan 


tanntefte der brei fübeuropätichen Arten t 
pendigaster. 

Evans (ſpr. Ewwäns), 1) Thomas, 
General, trat 1793 als Freiwilliger in ten 
warb 150 M. jeibft an; er fänıptte 1794 u 
Weſtindien u. Irland u. 1796 bei der Einn 
Demerara u. Berbice. Aus Amerika zuri 
gerieth er 1797 in franzöſiſche Gefaingenic 
dann thätig bei den Operationen von DI 
Quernfey 1798 u. 1799, an ten Küften ı 
nien u. Malta, in ter Canıpagne von 
1501, in Weftindien 1S04—6, in Tauad 
1811 u. in ten Vereinigten Ztaaten 1 
2) Sir de Lacy E., geb. 1787 zu Mi 
land, trat in bie Dienite der Citintiichen 
nie, focht 1810 mit bei der Einuabme 
Mauritius u. fam Darauf zur Armee auf 
nätthen Haltinicl, mo er an ten Schl— 
Hermoza, bei Vittoria, jomie 1813 in Den 
u. an benKämpien bei Toulouſe Tbeil na 
focht er in deu Vereinigten Staaten u. w: 
bei feiner Rüdlebr Hauptinann, bald Dar 
u. nah ter Schlacht won Waterleo, tin I 
Adjutant des Generals Penionto fungiri 
lieutenant. In ber felgenten frietend 
Activitãt getreten, wurde er 1831 für Rt 
für Meftminfter ins Varlament gewäblt. 
liberalen Partei bielt. Als 1835 Englan 
nigin Thriſtine ven Zranien eine Legien 
Karlilten zu Hütte ĩchickte, erbieit T. dad T. 
derielben u. wurde zum irantichen Senerall 
ernannt, er ̃ocht mit abech'eiatem Grfelge 
Sedaftian, Vilbae. Veũñages, aui den S 
Amezagana, ver Irtsziestt u. Hernani 
den feldzug 1837 mis der Sınnzbme v 
werauf er feinen Abihied nehm. Nach 
zurũdgetebrt, nehmer jenen für W 
im Tarlameat wieder cn, wurde Cherl 
Eeneralmater. Don Mizißenum Derb 
1852 mir greſe: Ertibirrenbeit entgegen 
az wur Serwerfinz der Virsbl wu 
stgcleont. Sam Genirstiezinanterbeb 
⁊ dei Ausbict Ned Knezes om Iren I 

ante der mama Dart, min am 
egamıın Inn ads an rien, bei 
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22 


Eveque bis Evertfon 


lehren; E. stulioegum magister, ber Erfolg überzeugt | wand, Holz u. a., fabricirt Holzſchuhe, Ol, 


die Thoren. 


Evease (fe, ſpr. Ewech, 1) Biſchof; 2) (7E), 


Sorte Burgunder Weine. 

Ever (Sei 8w.), jo v. w. Emer. 

Everard, Sean, fo v. w. Johannes Secundus. 

Everberg, Dorf im Bezirk Ath der belgifchen 
Provinz Hennegau; 3478 Em. 

Everdingen, 1) Cäfarvan E., geb. 1606 in 
Allmaar, Maler u. Baumeilter, Schiller von Ian 
von Bronkhorſt, lieferte Portraits un. Gefchichtaftiide; 
ft. 1679. 2) Albert var E., geb. 1621 in Alt- 
maar, Bruber des Borigen, ftudirte die Malerei 
unter Roland Savery u. Peter Molyn u. bildete 
fih zu einem ber größten Landſchaftsmaler feiner 
Zeit; er fi. in feiner Vaterſtadt 1675. Zu Gegen- 
ftänden feiner Gemälte wählte er vorzüglich wild⸗ 
romantifche Bartien norbijcher Banpfhakten, zu wel⸗ 
chen er in Norwegen, wohin ihn auf einer Reiſe ein 
Sturm verſchlug, gründliche Studien machte; von 
ſeinen Gemälden finden ſich mehrere in den Gal⸗ 
lerien von Berlin, Dresden, München, Bien ı. 
Etuttgart. Auch rabirte er in Kupfer, u. befannt 
find von ihm 162 Blätter, darunter 103 Landſchaf⸗ 
ten u. 57 Illuſtrationen zu Reinede Fuchs. 

Evereſt (Mount E.), vom Oberft Waugh ent- 
bedter u. nad) deſſen Berechnungen ber höchſte ber 
bis jetzt befannten Berge ber Erbe; er liegt im 
Dimalayagebirge 274° nörblider Breite u. 56° 55° 
öftliher Länge von Greenwich u. ift 29,002 engli- 
je cd. 27,212 Parifer Fuß (= 4545 Toifen) hoch. 
Bon ten Eingeborenen wird ber Berg Deva- 
dhunga genannt; den Namen E. erhielt er 1857 zu 
Ehren tes Oberften E., früheren Chefs der großen 
Oeneralftabsaufnahme von Indien. An feinen Aus- 
läufern gebt die große öftliche Heerftraße von Nepal 
nach Zibet u. China hin (daher auch Kutighat, 
bie are Pforte, genannt). 

verett, 1) Alerander Henry, aus bem 
Staate Maſſachuſetts, Geſandter der Vereinigten 
taaten von Norbamerila am niederländiichen 
Hofe, ging 1825 nad) Spanien, un den König zum 
Frieden mit den abgefallenen Colonien zu bewegen, 
jedoch ohne Erfolg, u. zog ſich unter Jadjons Präfi- 
dentſchaft ins Brivatieben nach Boſton zurüd; er 
ſchr.: Europe, or a general survey of the pre- 
sent situation of the prineipal powers, Boft. 
1822 (deutſch von Jakob, Bamb. 1823, 2 Bde.); 
New ideas on population, Lond. 1823, 2. Aufl. 
Bofton 16526; America, or & general survey 
of the political situation of the several po- 
wers of the western continent, ®hilab. 1827 
(deutich Hamb. 1828); gab auch eine Zeit lang das 
Northamerican review beraud. 2) Eduard, 
Bruder bes Vorigen, anfangs nnitarifcher Geiſtli⸗ 
her, dann nad einer Meile durch Griechenland u. 
Europa Brofefior der Griechiſchen Sprache an ber 
Univerfitäit Cambridge in Maſſachuſetts, überſetzte 
bier Buttmanns griehiihe Grammatik ins Engl., 
Cambr. 1521; wurde Congrefmitglied, ſprach bei. 
gegen bie ſchlechte Behandlung der Indianer u. 
wurde 1536 Gouverneur des Staates Maſſachu⸗ 
ſetts; IS4l ging er als amerilanifcher Botſchafter 
nah Lendon u. wurde 1943 zum Gejanbten u. 
außerordentlichen Wotichafter für China ernannt, 
weben er ſich jedech erft 1826 begab. 

Evergem, Wartifieden im Bezirk Geut Ber 

belaiichen Provinz Tſiflandern; Handel mit Lein⸗ 


wollenmaaren; 6612 Ew. 

@vergeten, fo v. w. Euergeten. 

Everlafting (ipr. Emwwerlafting, d. i 
danernd), ein früher nur in England, jetzt 
Deutichland gewebtes, bamaftartiges Wol 
auf welchem bie erhöht liegenden Figuren u 
geihnitten find; bei. zu Beinkleitern. 

verninfaure (Chem.), Cıs Hıo Os, 
neben Orfellinfäure aus der Evernfäure, wı 
diefelbe mit Kali kocht u. die Löſung bur 
Kohlenfäureftrom zerjett; fie bildet farbl 
ruch⸗ u. geſchmackloſe Blättchen, ift wenig | 
altem Wafier, ziemlich leicht löslich in Ti 
leicht löslich in Alkohol u. Ather. Beim 
entmwidelt fie einen angenehmen Geruch u. 
Sublimat. Beim Kocen mit Barytmafler | 
fein Orcin. Die ammonialalifhe Yöjung 
ber Luft nicht rotb gefärbt. Das Barptfalı 
liſirt in barten fächerförmigen Kroftallen; | 
berjalz ift ein weißer Nieberihlag. Der 
faure Äther, C22 Hıs Os, biltet prismatif 
ftalle, die ohne Geruch u. Geſchmack find, 
in Waſſer, aber leicht in Alkohol u. Äiher! 

Evernfäure (Chem.), Cs Hıs O1s, 
ber Yecanorjäure homologe Tslechtenfäure, fi 
nach Stenhoufe in Evernia prunastri. 
bet Feine gelbliche Kryſtalle, tft unlöslich in 
ſehr wenig löslich in fiedendem Waſier, lei 
lich in Aliohol u. Ather; fie iſt geruch- u. ge 
106. Mit Barytwaſſer längere Zeit gekocht, 
Orcin u. Koblenfäure. Bei ter trodenen i 
tion bilbet fie ein bewegliches Ol u. Orci 
ammonialaliihe Löfung nimmt an der Luft 
nach eine dunkelrothe Farbe an, mit Ei 
löfung färbt fie fich gelblich). 

Everriten (v. lat.), ſegen, mit bem Bei 
kehren. 

Evers, Anton Clemens Albrecht, geb. 1 
dem Moritzberge bei Hildesheim, bildete 
Dresden zum Genre⸗ u. Hiſtorienmaler, gi: 
nach München u. malte vorzugsmeile Sce 
dem Volksleben u. aus dem Yeben großer 
der Wiſſenſchaft u. Kunſt, jo Johannes Gut 
die erften Broben ter Buchdruckerkunſt auf 
Yutber auf der Wartburg die Bibel übe 
Hans Sachs in einer Weinlaube dichtend. 

Eversberg, 1) Statt au ber Ruhr in 
Meſchede bes preußiſchen Regierungsbezirk 
berg, Tuchfabrikation, Dachſchieferbrüche 
Ew.; 2) Spitze des Harzes in Braunſchw 
Hohngeiß, 2028 Fuß hoch. 

verswinkel, katboliſches Pfarrdorf ir 
Warendorf des preußiſchen Regierungsbezir! 
ſter; Poſtexpedition, Vieh⸗ u. Krammärkte, 11 

Evertiren (v. lat.), umſtürzen; daher @ 
Umſturz. 

Evertſon, Familienname mehrerer hollo 
Seehelden. 1) Cornelius, geb. in Bli 
Admiral der Generalſtaaten, blieb in ein 
Ihlacht gegen die Engländer 1666. 2) J« 
Bor. Bruder, ftieg bie zum Range eines 
mirals, verlor in ber Schlacht am 4. Aus 
welche Ruyter u. Tromp dem engliichen ' 
Dont lieferten, ein Bein u. ftarb Tage 


I Die Staaten von Zeeland ließen beiden NY 


| 


in ber Petereliche zu Viddelburg ein pı 
Grabmal errichten. Bgl. Zonge, La vie di 


Gyetaiuen b6 Guelation 


kauut war, endlich auch, obmebl Dies beflritten iR 


Zeeiani Janet Corn E.. Vapd. 1317. 
retiue, Der Saehn ven €. 2), yeichuete 
aö3 sur See gegen bie Cnyläuder u. Kran: 
ı, vernichzere ber Den Inſeiln von Virgiuien 
ai einert englüichen Flotie u. drı Keuiount- 
franzcftiche qilette, wurde 16808 Admiral 
ate als iniber die uiederlãndijche Flotte, 
pas Ieilbeum ron Uran.en nach Eugland 
wit. 1706. dd Gelin. Bruder des Vor., 
ı veriebickezien trichiigen Scezũgen in Den 
sem, ſpomichen u. baltiicheı Meeren 
m Autbeil u. Rack 1721 ala Admiral. 
triren v. fr.\, 1) ſich beiühigen, 2) ſich 


1. 
ham ('vr. Ibmeebimm:, Borougb iu der | 


ı G@rafihats Sorceſterſbire, am Aven u. 
ıkaaı ven Izierd nad Wercefter, Ruine 
zei; jenber eim Mitglied ine Parlament; 
e. Sıer 4. Auq. 1265 Sieg Tea Prinzen 


— nn — — 


bei reinen Schenluugen. Bal. Müller, Die Lehre 
ton ter Toeictieu, Halle 1551, 1. Tbl. 

Evident ıv. Iat.:, Mar, venriih. Daher Bat 
Bew, Lie Turch effenes Vorliegen ed. vollſtändiger 
Beweis alleın weifel entrüdte Wabrbeit 

Evileſciren (d. lat.}, aering, wertblos machen. 

Evil Merodach. ven 562— 561 v. Chr. König 


vou Nabvien, in © (Geſch. 


user ten Grajen Leiceſier; Heinrich III. 


durcdh von ſeiner Gefangenſchat Leiıeit. 


verided x @ecgr., Veil in Libven, an 
Kühe Atlas; zu ihnen verlegie man die 


Deenten 
‚dar, amf ter Stelle, ſogleich. 
Estae. Zuatt am Deuierice u Hauptort 
dmzzugen Amtes in ter ſardiniſcheu Pro⸗ 
ıbL2ss, hat Dlimeralauelien u. ein jebr be» 
se Ampbien, Haudel mit Kaftunien, Kirich- 
Rugel: 2200 Cw. 
tise ıv. lat. Erietie), der in Folge eines rich» 
Urrteile erlittene Verluſt einer Durch ein 
imma unzultiges Kechtegeichält erworbenen 
Euutisnsflage, Die Klage, Turch welche bie 
we am’ E. gerichtlich vericigt werden. 
Keitung ıkvictionis praerlatle, Bemwähr- 
3, tie Schadleebauung des Tu E. Der- 
Verer,. welter eın Recht cd. eine Sache im 
Lsmıen aut cinen Audern rabıegültig über» 
uetor,, ti verpflicgtet, daiür zu fichen, 
en Las Erbaltene auf rechtlichem 
ane einem zer ter Erwerbung begrünte- 
re eines Dritten nicht abgeſtritten werte, 
dres geicbiebt, Ten Grmerber ſchatloe 
ı Dieſer Bart jerdoch nicht Durch eigene 
se. freiwiſlig Den Eriolg der E. veranlaßt 
ıupe bei tem Rechiefireite nichts verſäumt 
cdurcb die E. bätte vermieten werten fän- 
mentisch nu in ker Regel Der Fırluft Dee 
e. ter Zade durch Urtel u Recht entichıe: 
m Aucter ber entitantene Rechteſtreit zei⸗ 
at gemadt werden fein (L.itis denun- 
. Zer Umiang der Berbinklicfer zur E. 
wren. je nachtem ſich dieſelde auf ein Ver⸗ 
grüntet, cd. nad) ter Natur Tea Geichäite 
Bunz ter Obligatien gellagt wird; in je⸗ 
I beſtimmt base geibane Verſprechen die 
ex Eutichãpiaung, in dieem iſt der Anıt or 
en Erſatz deſſen verbunden, was Lurch Die 
ren wurde. Tie Z-slertung fallt vrea, wenn 
lich anegeniacht wu:te, daß ir E. ni.bi ge 
arde Pactum de non prarstiicia evice 
ferner wenn biı einet veranſtternten Uni- 
juris nur eiujelne Zasben comictut icce 
eizer Eurtiv spei a. „uch ale n.errben 
2, menu dem Arkerii ten ſern der Er— 
"32 benhraaßie, winct. oe. am 


bei 


Eviuciren :v.lat :, durch richterlichen Aueſpruch 
Jenaud eine Suche abftreiten. Daber @vineent 
der einem Andern eine Sache ob. ein Recht im Wege 
tee Preceſjies abſtreitet. Krindieaterlam, ıın Nömie 
ſcheu Rechte Die Den Nicbteripruch entbaltente Ur 
kante, tag Ciner im den Reñt ciner ſireitigen Sache 
gelegt u. in dem Veſig derſelben gegen Eindring⸗ 
linge zethliet werden Tollte. 

Eviſceriren ıv. lat.), aueweiden, austdärmen. 

Evitiren v. lat ), vermeiben. 

Evocati rdın. Ant.', Seldaten, weichenad Rer- 
laui Ber Tienitzeit zwar des Dienſtes enitafien waren 
u. zum Yobne Yäntereien erbalten batten, lich aber 
beim erfien Auigebet (kvocallo) wieder zu den 
Fabnen ſiellen mußten. Sie wurden unter ba@ 
ganze Heer vertheilt u. erbielten kan gleich bahern 
Rang, namentlich war ihnen der Zchut der regiene⸗ 
aber anvertraut; fie durften ſich auch ein Pferd 
balten. 10, 000 ter von Cäfar entlaſſenen u. bes 
giiterten E. rief Octarianus wieder qu feinen Fab⸗ 
nen; unter ten Naifern hörte das Verhbältniß ber 
E. ganz auf. 


Erocatio ılat.:, 1) das Seraus-, Servorrufen, 
Verfertern; bei. 2) Aufgebet ber ſchon gedienten 
Mannidait, f. Evocati; 3) Lie Aufforderung der 
Schutggottbeiten einer eroberten Stadt, dieſelbe zu 
xerlafien, f. u. Devotien Jı: S)«E. re. fo v. w. 
Citatio; 5) (&vecation), die rechtlihe Belangung 
Jemandes ver ein für ibn ausländiſches Gericht. 
@vocaterium, Rerlatungsichreiben. 


Evsciren ıv. lat.), 1) ausrufen, vorladen; 2) 
beichwören. 

Evodia, 1) «Hügelbiene), Infectengartung, 
fe v. w. Colletes Zatr., f. u. Blumenbiene A) n); 
2) E. (zärtn., Pflanzengattuuq, fev. w. Apntho- 

ıhylilum „Juss., 2) E. Se. Hl, Pflanzengattung, 
on. m. Esenberkia HM. B.K., 4) E. Foret., 
Prlanzengattung in Derfeiben Familie u. Gruppe; 
Arten in Java, Tflintien, Weuguinea. 


Evodlus, get. in Tagaſte in Rumidien, Rreumb 
des St. Auguſtinus, ftarb (nach 427, ala Biſchef 
von Ilzalis. Er berbeiligte ficb bei., auf Zeite der 
Orthodexren. bei Ben Belanianifcben u. Tenatiltiicben 
Zrreitiafeiten. Ben ibm iſt noch ein Kragment 
eines Briefe an die Mönche in Hadrumetum librig. 

@vehe, tor. m. Eua 

Govolüte Maib.', E. einer Kurve et. krummen 
Yıne beit in Per Geomettie eine ſolche frumme 
vinie, in der fih alle Nriimunnnaebaltmefier der⸗ 
gſenigen krummen Yinie endinen, Deren E. fie ges 


-nanıt wird. 


sıcen unvelllemiiche Acıyl sie ulssirie , 


Evolution tw. It), 1) Entwickelung, Ent⸗ 
billun®, Dir Act der Entiat:ung vorzüglich Der 
Blatteren. Blütben ans den Nneipen, au Die 
Entwrtelung einer aanzen Kilanze; 2) (Matb.), 
eine Stage A nereipeni ranesutree beriihrenden 
alle Bo ice Linsnuiken Puuties derſelben 
durch ae ı.re Sagen an ber Kurse Sie wird 


2 


dargeflellt, indem man einen bieglaınen undehn- 


baren Faden an den converen Theil einer frunmen 
Linie legt, ihn an einem Ende daran befeftigt, an 
dem antern Ende aber ibn in ber Richtung ber 
Tangente biejes Punktes anfpannt u. nun unter 
Erbaltung biefer Spannung, von der frummen 
Linie bie dahin, wo er feine Beieftigung bat, all 
mälig ablöft (abwidelt), fo daß dabei ber abge- 
widelte gerate Theil des Fadens immer die Curve 
in dem Puntte berührt, mo er fie verläßt; die 
frumme Linie, welche Dabei irgend ein Punkt Dee 
gerablinigen ZIbeils des Fadens beichreibt, beißt 


die durch E. erzeugte od. evolvirende Kinie (@vol« | 


vente), Die urfprüngliche Curve dagegen wird in 
Bezug auf Die nun entſtandene Die Evolpte genannt. 
Die Evolute ift bie ftetige Felge ter Krümmungs⸗ 
mittelpuntte aller Pnukte Der Evolvente. Analytiſch 
findet man daber die Gleicbung der Evolute, indem 
man zwiſchen den beiden Gleichungen 
d’y dv\? 
+14 ()- oum 
d?v dy dy\? 
Re) tt () ) 

mit Hülfe der Gleichung J — f (x) ber Evol⸗ 
vente, bie veränderlihen Größen x u. y elimi- 
nirt. Huygens gab zuerft die E., u. zwar für bie 
Cykloide, Iyntbetiih an. Spätere Diatbematiler 
(def. 3. Bernoulli, ©. W. Kraft, Euler) beflimmten 
ihre Eigenheiten nach ber Analyfis des Unendlichen. 
Nur durch E. der Eyfloibe, ber Epicykloide u. ber 
Spiralen (f. d. a.) merben Diefelben Curven od. 
ähntiche erzeugt. Die durch E. eines Kreiſes be- 
ſchriebene Linie ift als eine EpicyMoide anzufehn, 
deren erzeugenter Kreis einen unenblich großen 
Halbmefler hat. Eie kaun ins Unendliche wiederholt 
werben; es ntacht taber auch Die dadurch erzeugte 
Curve unendliche Umläuſe, Die ſich immer mebr u. 
mehr erweitern. Die Linie, deren Evolute ein Kreis 
iſt, findet in der Mechanik Anwendung; nach ihr 
muß nämlich, wenn die Hebelatte eines ſenkrechten 
Stampfers, mit gleichförmiger Kraft u. Bewegung, 
ohne Klemuung geboben werben ſoll, u Der 
Hebedaumen gejernit fein. Analytiihe E., bie 
Umwandlung irgend einer analytiſchen Zuſammen⸗ 
jegung in ein Aggregat von Glietern, es fei von 
einer endlichen Anzahl, ob. einer unendlichen, 3. ©. 
eines Products, eines Quotienten, ter Wurzel 
einer Sleihung, der Größe, nach welcher eine Reibe 
eorbnet ift. Gegenſatz Inpolution; 3) (Med.), 
o d. w. Entwidelung ; 4) (Kriegem.), jo v. w. Ent- 
widelung einer Zruppe, |. Eutwidelung 5). Auch 
bie Bemegungen einer Flotte u. ibrer einzelnen 
Schiffe auf Der See; die Manövrirkunft bebandelt 
bie E. der einzelnen, Die Seetaktif jene ber Flottien, 
Divifionen, Escatern 2c.; 5) (Muſ.), Umlehrung 
der Stimmen im doppelten Contrapuntt. 


@velutiondtheorie, |. u. Entwidelung u. 


Segun: 

volutoide (v. lat), eine Gerabe bewegt ſich 
fo, baß fie eine gegebne Curve C beftändig unter 
einen u. bemielben Winkel Aſchneidet, dann beißt 


bie ſtetige Felge ber Durchichnirtepunfte Biefer ger | 


raden Yınien tie E. ter gegebnen Kurve für ben 
ae a; alle jene Geraden find Berührende an 
der ©. 


Evolviren (v. lat.), eiıtwideln. 
Rinte (Bvolvente), |. u. Evolution 2). 


Evolvirende 





Evolutiondtheorie bie Evreur 


Evolvälus (E. 7..), Pflanzengattung au 
Familie ver Convolvulacene-Convolvulene 
Kl. 1. Ordn. L.; Arten in Oftindien u. E 
amterila. 

Evonymin (Chem.), aus dem fetten DI 
Beeren vor Euonymus europasus erbaltene € 
ſtauz, bildet warzenförmine Kroftalle von ge 
Farbe, ift löslich in Altobel u. Atber, unlöslid 
Waſſer, ſchmeckt aber äußerſt bitter. 

Evonijmus, Pflanze, |. Euonvmus. 

Evdraä, 1) Diſtrict der portugieſiſchen Bro 
Alemtejo; 123: OM., 90,000 Ew.; 2) Fell 
darin u. Hauptftadt ter ganzen Provinz; bat Ku 
drale, 22 Klöfter, Erzbiichof, Bibliothek, Tbegl 
fche8 Seminar, reiches Muſeum, röntiche Alten 
mer, bef. eine Wafferleitung, Gerberei, Weinl 
15,000 Em. — E. ift das Ebora or. Libe 
litas Julia ter Alten. Sonſt wenig kefa 


| wurbe es boch feit 1540 Sit eines Erzbisthn 


unter Cardinal Heinrich (nachınaligem König) mı 
bier eine Iniverfität neftiftet. 1663 wurde & 
den Spaniern unter Don Juan dAuſtria erof 
aber bald von den Portugiefen, nachdem fie 
Schlacht von Almerial od. Evora gewonnen hal 
wieder genemmen. Jetzt die erfte Stadt im N 
nach Liſſabon. 

Evoramonte, Stadt auf Dem Gipfel e 
Berges in der portugieftichen Provinz Alem 
norböftlid von Evora, befeftintes Schloß; SUU 
Hier unterzeichnete Dom Miguel die Capitula 
vom 26. Mai 1634, wonach er Portugal verla 
mußte. 

Evosſmus (E. Nutt.), Gattung aus der 
milie der Laurineen; Art: E. albida Nutt 
Carolina. 

Evran (jpr. Emrang), Terf in Arronbiffer 
Dinan des franzöfifchen Departements Cotes 
Nord; 4500 Ew. Bei E. wurde Bertrand 
Guesclin von den Engläntern 1362 gefangen. 

Evre (ſpr. Ewer), Fluß in frauzöſiſchen 
partement Cher, nimnit bie Evrette u. den Al 
auf u. mündet in den Cher (Mebenfluß ber Loi 


Evrecy (ipr. Ewreſy), Dartifleden un Ar 
bifjement Caen bes franzöfiichen Departements 
vados; Ülfabrication; 900 Ew. 


Evremont (ipr. Ewerinoug), Charles te St. 
nis Seigneur de St. E., geb. 1613 in St. Den 
Guaft; trat in Kriegsdienſte, focht ale Hauptn 
bei Nörblingen u. Freiburg, wurde während 
ſpaniſchen Kriegs in Catalenien Marcchal de C 
u. war dann in Paris der geiſtreichſte Geſellſch 
u. durch Witz u. Anmutb die Seele aller fei 
Zirkel. Sein Hang zur Satyre zog ihm jedoch 
Feinde zu u. brachte ihn ſelbſt 3 Monate in 
Baſtille. Abermals ven Verhaftung bebrobt m 
ſeines Spottes über den Pyrenäiſchen Frieden, 
er nach England, wo er tie Gunſt des König 
des Brinzen von Oranien geneß u. 1703 in Loı 
ftarb. Seine Veuvres melees, berandgey 
Lend. 1703, 3 Bde., Amfterd. 1739, Bar. 1 
10 Bde., ebd. 1653, 12 Bde. 


Evreur (ſpr. Evröb), 1) Arrendiffemen! 
franzöfiiben Departement Eure; 33 OP, 126 
Ew. in 10 Cantonen; 2) Hauptftadt deſſelbe 
Les Departements, am Iten u. Der Eiſenbahn 
Mantes nad Caen; 2 Frietenegerichte, it 
Departementalbebörden u, eines Bilchefs, : 


Evron bie Ewald 


edrale mit 250 Anh bohem durchbrochnem 
Kirche res Er. Taurin, Prüfecturpalaft, 
’Balaft, Botaniſcher Garten, Geſellſchaft 
n. Wiſſenſchaften n. des Aderbaus: Se⸗ 
ntliche Bibliotbek (5000 Bde.), Kabrifen 
elenraaren, Tuch, Mancheſter, Leder u. 
udel damit u. mit Getreide; 117,000 Em. 
te Tas cbemuld ber Kailerin Icferbine 
eich Ravarre, vem Herzog Doris 
sen Bouillen 1636 gebaut. Wei bem 
zen Torte Vieil⸗E. zabireiche Rẽmiſche 
riFäber, Ampbirbceater, Aquäduect). — 
Rerielanum der Alten; war Suupt- 
zlerci Eburedices (meber auch Der Name 
lia Lugdunensis; im 3. Jabrh. wurde 
im bier gegründet; in der fränfichen Zeit 
za Reuftrien; Karl der Einfältige trat 
ern an Relle, Herzog ter Nermannen, 
rd I. erteb E. für feinen Sohn Robert 
Se’. nachher fanı E. an das Hart 
‚®. 13% überließ der Graf Amalricb E. 
Geutmr Anguſt: %bilipp Der Schöne 
. erem Bruder Ludwig; 1316 erbeb 
X E. sn mer Pairie; Durch Philipp, 
s Grzten Ludwig, welcher tie Königin 
ven Ravsrta beiratbete, fam E. an Na⸗ 
ml III. gen Navarra vertaufchte (£. wieder 
Karl VI. ven Frankreich, u. E. wurde 
geichlagen. 1651 murte E. bein Hauſe 
um Eriag für Sedan gegeben. 

(er. Orreng), Stadt au der Eiſenbabn 
nach Rennes, im Arronbifiement Laval 
riben Departements Mavenne: Kandel 
. Aabrıfatien von Tiſchzeug, Leinwand, 
Ivo Um. 
seult vier. Sangt Cwrubl), Dartifle- 
:&bstentonne im Arrontifiement Argetı- 
anzähichen Derartements Orne; Eijſen⸗ 
Eriezıwerfe, Papieruiihlen; 1000 Ew. 
iren ıc. lat.), ruchbar machen, ver⸗ 


pr 'v. Iat.. Ausreißung. 
Ikturzung fir Euer, |. d. 

:altreurih, männliber Qornanıe, ber 
je, Diäcrige). 1,1. E., zwei Arübder aus 
nach ter Farbe ihrer Haare der Weiße 
tse E.), gebörten zu ben 12 Miſſionarien, 
Caberı zu Ente tes 7. Jahrb. aus Eng⸗ 
1Sachſen ſendete; fie wurden in Meftialen 
Ihre in die Emſchen geworfenen u. von 
Rhein getriebnen Leichname wurden anf⸗ 
en Pipin in Kcın beigeſetzt. 2) Jehann 
‚ geb. 1727 in Spandau; lebte eine Zeit 
erlın, wurbe 1757 tarmfıartifcber Hof⸗ 
| 1767 nad Rem u. fi. tert als Kar⸗ 
er jeher. : Einngedichte u. Yieber (astetıym), 
5, herausgegeben ven 8. H. Jördene, 
1. 3) Jobaun von E., geb. 1744 in 
at üb in beffiche Dienfte, machte ben 
ilaniſchen Freiheitskrieg in engliſchem 
t n. kehrte ale Hauptmann zurück; er 
keit ı trat ald Major u Chei des ſchlee⸗ 
Jagercerp® 1755 in täniıche Dienfte, ſueg 
ralliesstenant, beichligte 1806 ten Cordon 

Blüũcherſche Corps, dann die däniſchen 
siichen Truppen bei Verfolgung Schille 
Armte bier Stralſund ı. fl. 1813 in Kiel. 
u. e.: Abhandlung Über den Krieg ber 


leichten Truppen, Kafl. 1774, Fleneb. 1790 u. B.; 
Beiipiele großer Helden, Schlerwig 1797—1800, 
2 Bte.,u.m.a. 4) Johann, gek. 1743 in Kopen⸗ 
bagen; entlief au® Yiebe zur Freiheit Der Erziehungs 
anftalt in Schleswig u. wurde preußilcher Soldat, 
beiertirte bier u.mmnrde öfterreichiicher Zambenur, Dann 
Unteroffizier, befertirtenchmale u. ftubirtein Repen- 
bagen Tbeolcgie; er lebte dann mit ter Schönen Li⸗ 
teratur befchäftigt m. ſt. 1764: er ſchrieb Die Dramen: 
Balder; Hrolf u. Krali, das Zingipiel: Die Fiſcher. 
Sämmtliche Werle, Kopenb. 1751 —41, 4 Bde. 
5) Jobann Yubwig, geb. 1748 in Dreveichen 
im Jſenburgiſchen; wurde Pfarrer im Hanauiſchen, 
1770 in Offenbach, 1751 Heiprediger n. 1791 
Generalfuperintendent in Detinelb, 1796 Prebiger 
in Bremen u. 1502 Proieſſor ter Ybilofopbie 
daſelbſt, 1505 Brofeflor Der Theologie in Heidel⸗ 
berg, 1607 Kirchenratb in Karlerube u. ft. 1822. 
Er ſchr.: Der Blick Jeſu auf Die Natur u. Menſch⸗ 
beit, Yp3. 1786, 3. Aufl. 1806; Chriſtliches Hand⸗ 
u. Hautbuch, Hann. 1799, 4 Bde., 2. Aufl. 15065 
Die Kunſt, ein gutes Mädchen, Gattin, Mutter u. 
Hanffrau zu werden, Viren. 1798, 2 Nde., 4. Aufl. 
1807, 3 Bde.: — über die Erziebunge⸗ 
lebre u. Erziebungstunft, Manb. 1809 — 10, 3 Upe.; 
Ebeliche Berbältniffe u. ebeliches Yeben, Yp5. 1010 
bis 1513, 4 Are, 2. Aufl. 1821: Bibliſche Er⸗ 
zäblungen, Freib. 1816--1%, 28 Site; CEbriſtliche 
Betrachtungen auf alle Abente im Jabre, ıxranff. 
ISIS, 2 Bde.; Briefe über bie alte Divftif u. den 
neuern Mofticiemue, Ypz. IN21, n. vwicle übliche 
Schriften. 6) Georg Heinrich Auguſt, geb. 
16. Rev. 1803 in GBättingen; war Anfangs Lehrer 
am Goninafium in Weolienbirte; wurde 1924 
Nepetent Der tbeolegijchen Kacultät in Köttingen, 
1827 Profeſſor ber Phileſephie u. IN Profefler 
der Drientaliiben Sprachen. Ale Theilnehmer der 
Proteſtation der Sieben göttinger Profeſſeren vom 
18. Rov. 1537 wurde er feiner Stelle entietzt, ging 
einige Zeit nach Lenden u. wurte nach feier Rück⸗ 
febr 1635 Preofefier in Tübingen, ven we er 1948 
in feine frübere Stellung nad Göttingen zurück⸗ 
febrte. Er fchr.: Compoſitien ber Senefis, Braun⸗ 
ſchneig 1823: De meıris carmınum arabicorum, 
ebd. 18255 Das bobe Lied Zalemca, überfett, 
Goött. 1826: Kritiihe Grammatik ter Hebräiſchen 
Zprace, vpz. 1827, 6. Ausg. 1855; Über einige 
ältere Sunefritmetra, @ött. 1827; Vakedii de 
Meropotamine expugnatae historia, ebd. 1827; 
Commentarius in apocalypsin Johannis, 2pj}. 
1,29, Hebräiſche Sprachlehre filr Anfänger, Xp}. 
1942, 2. Ausg. 1553, Abhandlungen zur orientalt« 
fchen u. bibliſchen Literatur, Gött. 1532, 1. Thl.; 
(irammatica Iinguse arabicae. Ypy. 1831 —33, 
2 Mre.; Die peetifchen Wilder bes A. T, dt. 
1835—37, 4 Tble., 2. Aueg. 1839 u. 1840; Die 
Rropbeten des A. T., Stung. 1841, 2 Bre., Gin 
Aoert zum Frieden beiter Kirchen, Tüb. 1842; 
Geſchichte des Volles Jorael bis Chriftus, 1843 bi 
1855, 5 Bde.; mit Yeopold Dulea: WVeiträge zur 
Geſchichte Der älteften Auslegung u. Spracherflärung 
Dee A. T., 1614, 3 Nde.; Jahrbücher Der biblifchen 
Wiſienſchaft, Gött. 1844 f.; Die 3 erflen Evan 
gelien, überfegt u. erflürt, ebd. 1850; liber bie 
pbönitiichen YAnfichten in ber Weltichäpfung, ebd. 
1söl; Über Bas ätbiepiſche Ruch Ecnof, ehr. 1854; 
Erklärung ter großen phöniliſchen Inſchrijt in 
Eidon, ebd. 1856; war auch Mitherausgeber m. 


26 


Rebacteur der Zeitichrift für die Kunde des Mor- 
genlandes. 
Ewanczice, Statt, je v. w. Eibenſchütz. 


Emwanowig (Gywancwig). Stadt an der Hanna, . 


im Bezirt Wiſchau bes Kreiſes Brünn (Miähren); 
fürfrtich Yiechtenfteiniibes Schleß; 2180 Ew. 

@wer, ein einmaſtiges Trantpertfabrzeng auf 
ber Elbe, daher: @werfübrer, Veſitzer eines Ewers. 
Ewertuch, Zegelleinmwand von Danf, leichterer Art, 
für Meine Beote, ed. Bram» u. Überbramienel, |. d. 
@merfegel (Vuggerſegel), Ragſegel, bie auf 
Ewern cd. Luggern gefübri werten. 

Ewers, Jobann Roilivp Guſtav, geb. 1781 im 
BRidtbum Corvei, wurde 1810 Vrofeñer der geo— 


araphiichen Statiftik u. Geichichte in Derpat, war 


ven 1811 - 13 Schuldirector, wurde 1826 Proſefſor 


des reittiven ZStaate u. Völkerrechts ır. der Volitik: 
1827 wirflider Staateratb, 1828 ftellvertretenber 


Kräften im Kemurcemite u. R. 1828: er Ichr.: 


Ren Zuflande der Bauern in Livland u. Eſtbland, 
Bererat. 107: Sem Uriprunge Dee ruifiichen 
Staate, Riga 18508: Zur Statifitk tes rulfiichen 
Reiche. Doivat 1812: Kritiiche Verarbeiten zur 
Geicdichte Der Rnuen, ebd. 1814, 1. u. 2. Buch: 
Die Univerũtät in Dorpatre, ebd. 1828, Fol., u m.a. 

Eweſprache, eine der Sntanipracen in Weſt⸗ 
afrifa, von den Negern auf der Sklevenküſie zwi⸗ 
ſchen Dem Sol Ama’ u. Niger geipreben: fie 
tbeite ib ın Mint Dialette. ven welden Den Des 
Anlezcehieree. im ofen, Der Miñenär J. BR. Schle⸗ 
gel beardeitet bar in: Sclümſel zur Eweiprache. 
dargedeten in den grammatiichen Grundzügen des 
Anlediatetet derielden. niit Wörreriammlung, nebit 
einer Zammiuna ven Zpräcteörtern u. einigen 
waren der Einzedernen. Qremen 1857. 

Eweit (ar. wiak in Rußland: entſtebt aus 
einem Adauß Tea Yabar'cch ım Gouvernement 


der reme dieſer beiten Coumernemente vereini⸗ 
gen, Rickt denn wieder durch Yıeland u. mündet 
im Eenverremen: Witedik unterbaib @lsemanil 
in Me Tünz 


Eiiged Ediet. i. Sri. 
Ewiged Weuer, tie Navdebaauehen bei Bala⸗ 


dans, ! d 
Ewiger Wriede. i. u. riede. 
Ewiger Jude. Au Sirtae za Ver Kreurigune 

ging, tudie cr nad Der ve— Dan! 

Edadereadert. Iradverze 

a. Meat, dan mei zu sche 

nern u an eatt ac, 

Ned Arten Bus: er Rear: 

ſtedet de: Dobmansüer nm 


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IB asır dr Bnzomzerr lorase suuNz, wu 
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Ewancgice bis Gwingiee 


tungen Veraulaſſung gegeben. Schu 
zuerit ben Stoff zu einer Ari Rena 
mann zu cincan Traueripiel, Saltı 
Nicelaus Lenau zu epiſch⸗lyriſchen Ger 
tem iſt er lvriſch bebandeli von G. P 
u. A., in Ferm Des Remans zuerſt 
u. dann von E. Sue, weicher Tem 
eine Ewige Jüdin binzuiügte. Eine 
Erzäblumg ber Legende eribien 1634 ' 
fuläus Weſtpbalus. Vgl. Gräſſe, T 
E. Jen, Treat. 1844. 

Ewige Lampe Ewiges Lit), ci 
nam Cbriſti zu Ebren ununterbredc 
erbaltencs Yiche in ten latbolichen 
Altar I) b). 

Ewiger Kandfriede, ter auf ti 
zu Worms 7. Auauit 1445 umier !\ 
gettkecte Friede in Deutibland, n 
Fauſtrecht ein Cude gemacht wurde, 
laud NT. 

Ewiges Leben, I) ſe v. w. x. 
tem Tede: 2) bei. tie Glüͤcieligk 
Erdenleben. 

Ewige Renten, unlüntbere Sı 
val. Stanterapiere. 

Ewige Ridtung, 3. Kerii 1474: 
reib u. Den Eidgeneñien gegen Karl 
gertleiiener Rund. 1. Semi Fe. 

Ewige? Stillihweigen. '. u. 2 

Ewige Zeufe, tie Teure, Fit wi 
Grubengebauden einen Qang iertorir 
may te weit geickeden, wie ca will, ırı 
bauwũrdig zeiat. 

Ewiggeld (Omwisgün. eine Adeab 
Hüden, welche Be Zi Diunzenr er 
zwar Ichen 131m eingefabrr, za 
1327 rad Dem aregen Brende au 
wann, indem Die Sted 


3 
* 
su 


Surt mes» 


E⸗er ind ren Sitten der Zi...!r 
Ewigkeit 2: Ahteret. 1)3— 


eine urendiıbe Damm, em zutam- 


a 
eurem nn00® on > us. wm... * ..0- X⁊ 
subah a IV zu. a. “X ..nnn 
@ertee) allımın: m osvın Er 


@wigkit dr Wet 2.2 1:2 zrırm 
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Bar .. v9, 200 SB an. r 0, 08 
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Exrxarchat 


Exarchät, 1) Gebiet eines Exarchen; beſ. 2) bes | Rom. Die Kriege mit den Longobarben began 


Grardhen von Italien. Das E. in weiterem 
Sinne begriff alle Beſitzungen tes oftrömifchen 
Kaifers in Italien nach ter Vertreibung ber Oft- 
gothen durch Narfes (552), alfo die heutige Ro⸗ 
magna u. ben Küftenftrich von Rimini bis Ancona, 
die Eeegegenten um Genua u. ganz Unteritalien. 
Das Fand fand unter einem fatferlichen Stattbal«- 
ter (@yarchos), ter in den größeren Städten wie. 
der Herzöge anorbnete, 3. B. in Ron, Neapel :c., 
die jedoch eigentlih nur militäriſche Bebentung 
batten u. nebenbei die kaiſerlichen Gefälle beauffich- 
tigten. Der Ei tes Exarchen war Ravenna, u. 
dieſe .Stabt mit ihrem Gebiete, ter jetigen Ro⸗ 
magna, machte das E. im engeren Sinne aus. 
Zwar war Narſes ver Würte nach der erftelaiferliche 
Statthalter, welcher Das Land bein Kaijer wieder 
erobert hatte, aber den Namen Exarch führte zuerſt 
Flavius Longinu«s«, ber nach Narſes Tode (567) 
nah Italien geſchickt wurde. Seine Verwaltung 
war, wie die ſeiner Nachfolger, ſehr eigennützig, 
doch hielt er die in Italien einbrechenden Longobar⸗ 
den noch von Ravenna ab, das er befeſtigen ließ; 
zu ihm floh Roſamunda, die Gemablin des lon⸗ 
gobardiſchen Königs Alboin, u. heirathete ihn nach 
ihres Gemahls Tode. Da tie Macht der Longebarden 
immer weiter nm ſich in Italien griff, erſetzte Kaifer 
Mauritius 584 den Yonginus turbSmaragdus; 
dieſer machte einen breijäbrigen Frieden mit ben 
Longebarden u. benutzte benielben, um bie @eift- 
lichen, beſ. in Iftrien, zur Beipflichtung ber Ber- 
Dammung der 3 Capitel zu zwingen. Da der Kai- 
fer ven den Iftriern Abfall zu den Longobarten 
fürchtete, rief er 59U Den Smaragbus ab u. ſchickte 
an teilen Etclle ven Romanus als Exarchen nach 
Italien; dieſer befeftigte Die byzantiniſche Macht 
wieber in Stalien, ftarb aber 597 in Ravenna, u. 
fein Nachfolger Kallinikos machte einen, von 
dein Papſt fchon längſt gemünfchten Frieden mit 
ten Longobarden. Ded brach er denjelben bald wie⸗ 
ter, inbem er 601 Gottichall, den Eidam bes longo- 
bardiſchen Königs Agilelf, bei Parnıa fangen u. 
nah Ravanna bringen ließ. Aailolf verband ſich 
darauf mit ten Avaren u. vermüftere Iftrien. Da 
er der Berbeerung nicht vorbeugen konnte, murbe 
ber Exarch zurüdgerufen u. Smaragdus zum zmei- 
ten Dial nach Stalien geſchickt. Nachdem diefer mit 
ten Longobarden einen neuen theuer erkauften Frie⸗ 
den geichloffen hatte, wendete er jeine Aufmerkſam⸗ 
keit wieder ber Kirche zu. 611 abberufen, batte er 
ten Johannes IL Yemigius zum Nachfolger. 
Zwar erhielt tiefer um beben Preis ben Frieden 
mit ben Lengobarden, Dagegen gerieth das Land 
feibft in Gährung, indem unerträgliche Erprefjun- 
gen bie Ravennaten 616 zur Empörung trieben ır. 
die Ermortung tes Exarchen mit feinem ganzen 
Anhange zur Folge hatten. Blutige Rache nahın 
Dafür jein Nachfolger Eleutheriue, ein Ber- 
fchnittener; er unterbriidte auch den Aniftand tes 
Jobannes von Conza, ber ſich in Neapel von tem 
Kaifer unabhängig gemacht hatte, u. ließ ibn hin- 
richten. 619 erklärte er fich ſelbſt fiir unabbängig 
von Conftantinopel u. ließ fich als Kailer des Occi⸗ 
dentes ausrufen; als er inte nah Nom zichen 
mollic, um auch dort fih aueriennen zu lafien, 
wurde er von feinen Scelbaten zu Buceolo erinortet. 
Unter Jſaak, einen Armenier von Geburt, geſchah 
632 die Plũuderuug bes papſtlichen Schatzes in 


jeit 641 von Neuem, bie Griechen verloren 
Stäbte von Luni bis an das fräntiiche Gebiel 
Oderzo am Adriatiſchen Deere; 642 murben 
am Penaro gänzlich geichlagen, u. als Iſaak Rı 
war bie griechiſche Herrichaft in Italien ſchon 
erjbüttert. Sein Nadiolger Blato, um 645, 
fchäftigte fih nur mit kirchlichen Angelegenheit 
ebenfo Olympius, feit 649, weldyer auf ei 
Zuge nad Sicilien von den Earazenen geſchl 
653 farb. In den Streitigteiten des Kaiſers mit 
Papſt Martin, welchen der Kaifer nicht anerken 
wellte, vermochte er fein günftiges Refultat zu 
zielen; befjer gelang bies feinem Nachfolger, TE 
doruslI. Kalliopas, welcher ven Papſt gefuiel 
nebnıen u. nach Conſtantinopel fchaffen lieh. " 

ihen 666 u. 678 war ®regoriue Erard, 

folgte Theodorus II., ber 697 in Ravenne Ma 
Johannes II. Phatyn, 687—- 701, u. Theopl 
laktos, bis um 708, von dieſen allen weiß bie ( 
ſchichte nur zu berichten, daß fie durch Erprefi 
gen u. Graufamleiten bie Erbitterung ber Ja 
ner gegen die Griechen immer mehr fteigertem. 1 
das griechiſche Joch abzuſchütteln, —*88* Gla 
Cäfarea, Cervix, Eefena, Forlimpopoli, Forli, 

logna u. Faenza einen Bund (Delapolis), ſchlu 
ben Exarchen Sobannes III. Rhizokopo 7 
nabmen ihn gefangen u. lichen ihn hinrichten. @ 
Nachfolger, der Cunuch Cutychius, wurde fü 
713 abberufen Mit deſſen Nachfolger Schofa| 
tus ſank das Anſeben ber Stattbalter, melde 
wöhnlich in Rom refidirten, immer tiefer herab, 
nur bie Freundſchaft der Yengobarten, teren Kö 
jogar den Herzog Feroald von Spoleto ywang, ! 
überrumpelte Klaifis dem E⸗e zurüdzugeben, ert 
fie noch. Dagegen dauerten bie Streitigleiten mitt 
Papfie fort, n. dies mar für Die griechiſche Derrid 
um jo gefährlicher, als die Städte bes eigentitc 
E⸗s Partei für denſelben nabmen u. auch bie lon 
bardifchen Herzöge von Toscana u. Spoleto auf 
Seite tes Papftes ftanden. Ber einem Auflau 
Ravenna, wegen ter Bilderverehrung, verlor 
Erarh Baulus 728 Das vLeben. Abermald wu 
Eutychius zum Exarchen ernannt; er wurde a 
vom Papfte, weil er demijelben Nachitelungen 
macht hatte, in ben Banır getban. Trotzdem 
bauptete Eutychius bie Herrſchaft, nahm 729 { 
pinna, meldhes tie Longobarden, bie Sch 
des griechiſchen Regimentes fi endlich zu N 
machend, erobert hatten, erhielt mehrere am 
Städte zurüd u. verband ſich mit Dem König &ı 
prand, nachdem er tenjelben bie ungehorjar 
Herzöge von Venevent u. Spoleto hatte untern 
ten belfen, gegen Rom, jühnte ſich aber nıit k 
Papſte aus. Die Freundfchafe mit den Yongobar 
danerte indeß nicht lange; Yuitpranb eroberte \ 
Neuem ein Stüd des E⸗s. Der Erarch, obne | 
terſtützung von Conſtantinopel, vermochte auch Du 
bie Bermittelung des Papfles, bie er anrier, nicht! 
Berlorene wieberzuerlangen. Luitprands Nach) 
ger, Aiſtulf, griff immer meiter, eroberte 752 9 
venna u. das ganze E. n. Eutychius flrb nach N 
pel. Eo war das ©. in den Händen ber Yonuch 
ten; ba dieſe aber Ron beunrubigten, fo bat 
Papſt Stephan II. den Frankenkönig Pipin 
Hülfe; diejer zwang den König Aiſtulf, 754 das 
heranszugeben, beireite den Papſt 755, mo Aifl 
gegen Rom rückte, von ber Belagerung u. jeher 


Gräareis bie Excentrik 


ı ben Pongokarten abgetretene (5. dem 
ztuhle, welcher dadurch zu einer welt⸗ 
jelanate So ging Las griechiſche E. an 
1 Kirchenflaat über. Bon nun an bat 
chidſale tes Kirchenſtaates getbeilt. 

(gr., Chir.), der Theil der Chirurgie, 


Ausziebung freuider Gegenſtände aus 
ehrt 


2 io. lat), entwafinen. 

wiE. A. Br. d: Pflangengattung aus 

“r Anperifolise-Borraginene-An- 

1: E. suaveolens, in Reubolland. 

m (Sraertbrims, gr.), volllommene 

PD. 

Istion (v. lat), das ZTrenuen ber 

ven Gelenken, |. Amputation. 

tion (nv. lat.), 1) Erbitterung; 2) 

o Exza,peratle poenae, Straffchärfung. 

(lat), ganz, völlig; 3.8. Heren ex 

falerke, — u. As 4) u. Erbrecht I. A). 

em iv. latn, 1) aufwallen; 2) aufregen. 

ceyium {v. gr.), jo v. m. Atınitenieter. 

watio 'l:t), die Beendigung der Ca⸗ 

er Esitsten, f. Auctorati; ein joldyer 

wratus, 

(lat, Erhöre), 6. Sonntag nad Üftern, 

sch dem 27. Pialm gefertigten u. au 

zuge gejungenen Collecte, welche fich 

ig. genannt. 

iren (2. lat), die Weibe entzieben; 

aratien, (tom. Ant.), Aufbebung ber 

Tempele, um einen anderen zu weihen. 
ıto (lat.), nah Outbefiuden. 

ti 'lar. ı, fo v. w. Barfüßer. 

ceny !D. lat.), Aueglühen. 

@ (lat), au6 dem Kcpie, aus dem Ge- 


liren (v. lat.), 1) der Dienfipflicht le⸗ 
am Cntlaflung uachſuchen; Baber dieſe 
Grceapituiation, u. der fie ſucht: Eren: 


lie (lat.), fe v. mw. Apolreoe. 

Ars (Lat.), 1) Aueſpruch vom Latbe⸗ 
som Stuble tes Papſtes: daber über- 
ichtĩpruch. 

en 10. lat. Ausebẽhlung. 


nit Erlaucht vertauſchten. Nach dem Weſtſdliſchen 
Frieden wurde er zuerſt in Frankreich den höchſten 
Kivil- u. Militãrbeamten beigelegt. In Italien 
wird jeder Adelige u. von den niederen Klafſen 
jelpft jener feingelleidere ‚xrembde mit Excellensa an- 
geretet. In Krantreich beißt ber Duc Excellenee, 
der Prince aber Altrue. 

Ercell iren (v. lat.), 1) ſich auszeichnen ; 8) vor- 
trefjlich fein. 

Ercelmans (Bicgr.), f. Erelmans. 

@reelfität (v. lat.), Höhe, Crbabenbeit. 

@rcentrieität iv. lat), 1) in einer elliptifchen 
Bahn tie Entfernung eines u. bes anderen Arenn- 
punttes von ter Mitie der Ellipfe. Je größer fie iſt 


im Verhäliniß zur Yänge der großen Achie, deſto 


s(Bot.:, fih Über Das Blatt binaus in 


nige Spihe fortiegend. 
n (vd. fat.), über etwas binandgchen, 
; aueſchweifen. Daher Exreedenz, Uber⸗ 


E{v. lat.), vortrefflich, herrlich. 

iv. lat., Vortreiflichkeit, Herrlichkeit), 
Imszeihnung für hobe Staatediener. 
: er ten böchſten Hoſchargen, ale dem 
hal, Oberbofmeifter, X berinuntichen! 
z u. Geiandten 1. Klaiie, wirllichen 
m, Generallieutenanis u. commman- 
neralen zu. Anderen Perfonen wird 
it als beionkere Auszeichnung vom 
aupt verlieben. Anfaugs führten ibn 
sıfersidhe &.), von Karl den Großen 
irich VII; in ber Fotge bie italıenie 
:, Bie ihn, als bie Cardinäle den Lurel 
nalmen, mit Altezza vertauichten ; 
er Titel Der Doctoren u. Profeſſoren 
), u. ter Reichegrafen, die ihn bald 


lännlicher ift die Bahn; fie ift eins ber Elemente 
der Bahnen bimmliſcher Körper im Umlauf um ibre 
Centrallörper; 2) bei aftrenemifcdyen ed. geotäriichen 
Inftrumenten, nit welchen man Winkel nimmt, 
das Abmeichen Des Mitzelpunftes ber Drebung von 
dem Dittelpunfte ter Theilung. Diele E. iſt un⸗ 
vermeidlich, da jede wirkliche Rewegung un einen 
Aupfen einen, obſchon unmerlliihen Spielraum 
jur Verminderung großer Friction erbulten muß. 
Indeſſen bat es tie praftiiche Vicchanil jeut in Der 
Erzeugung kreisjörmiger Bewegung, zumal an 
aſtronomiſchen Inftrumenten, fo weit gebracht, daß 
die noch übrigbleibende E. fait = U betrachtet wer⸗ 
den darf, indem fie meiſt nur erſt aus der Verech⸗ 
nung ber angeftellien Berbachtungen erlanıt wer- 
den farın. Ein @reeutricitätöfebter findet bei einem 
Inftrumente daun ftatt, wenn ber Mittelpunlkt Der 
Theizung mit dem Mittelpunkte ber Drehung nicht 
zufann.centafr, ein Febler, Ben auch der geichidtefte 
Künfıter nicht qut vermeiden laun. Er läßt ſich je⸗ 
doch bei ganzen Kreiſen mittels deppelter Nonien 
ſehr leicht eliminiren. Um von dem Eyreniricitäte- 
febler freie Beſtimmungen zu erhalten, ninimt man 
das arichmetifche Dlittel aus den beiten Ablefun- 
gen an den gegenüber ependen Nonien. 
Excentricitaͤtswinkel, der zurutel, welcher 
durch die halbe Meine Achje einer Planetenbabi ı. 
dur den vom Endpunkte Derieiben kleinen Achie 
nach Dem durch die Sonne eingenommenen Breun⸗ 
punkte gebildet wird. Dieier gewoͤhnlich mit / bee 
zeichnete E. wird febr häufig ſtatt ber Ercentricität 
e ber Bahn angegeben, u. es ift sin. y — e, jobald 
die halbe große Achie der Planetenbahn mie ge⸗ 
wöhnlich ber Einheit gleich geſetzt werten tft. 
xcentrit᷑ (@rcentricum), eine mibaniiche Bor⸗ 
richtung, welche zur Auf-⸗ u. Ab⸗, Vore u. Rüde 
wãrtebewegung eines Hebels od einer Tentitange 
dient u. namentlich bei der Steuerung der Dampf⸗ 
maſchinen wichrige Dienſte leiftet. Das E. iR eine 
treisrunde Scheibe (od. auch ein Ausihnitt derſel⸗ 
ben), welche fo um eine Radwelle bejeftige ift, daß 
ihr DMittelpunft außerhalb ver Trehungsachſe liegt, 
alſo ſeibſt einen Rreisbogen um dieſe befchreibt, 
Bei Dampfmaſchinen umgibt bie Scheibe ein Ring 
(Wagen), welcher allmätig be.auf ot. zur Seite “ 
xboben u. wieter langjam zurüdbemegt wird, jo- 
bald der Bunkt ter Peripherie bes G-s, welcher am 


| weiteften vom Drebpunkte enifernt it, vorrüdt. 


Die Kewegung des Wagens wird einer Stange, 
weiche am Demfelben beiejtige it od einen Körper 
nit ihr bilder, mitgerbeittz Diele greift mit ihrem 
‚nderen Ende in einen Winkelhebel u. bewirlkt fo 
sie Auf» u. Abmwärtsbiwegung einer berigontalen 


Stange, welche in Folge deſſen das Schublaten- | 


ventil, mit Dem fie in Verbindung jlebt, abwech⸗ 
ſelnd üfinet ı1. verjcbließt. E⸗s, welche nur Tbeile 
ciner Kreisicheibe find u. Deren mebrere oft um eine 
Welle angebracht jind, haben den Zmed, einen He⸗ 
bei lanajam emporzufcieben, damit das plößliche 
Emporſchnellen, welches Die fogenannten Daumen 
od. Freie bewirken, u. Die Daraus bervorgehende 
nachtheilige Erjbütterung bes Gangwerles vermie⸗ 
den werde. 


Excentriſch (v. lat.), 1) außerhalb des Mittel- 
punktes eines Kreiſes gelegen, |. Excentricität; 
2) im Gegenſatz zu concentriſch, zwei ſich ein⸗ 
ſchließende Kreiſe, die verſchiedene Mittelpunkte ba⸗ 
ben; 3) der obne innere Haltung ſich phantaſtiſchen 
Ideen n. Strebungen bingibt. 


Excentriſcher Kalkſtein, jo v. w. Aragonit 


Ercentriſcher Kreis, ein von den Alten einge⸗ 
führtes Hülfomittel zur Erklärung einer Ungleich⸗ 
beit, welche bie ſideriſche Revelution zu ihrer Pe⸗ 
riode hatte. Dieſe Ungleichheit machte ſich den Al⸗ 
ten blos durch eine Veränderung der Geſchwindig⸗ 
teit bemerkbar, mit welcher ein “Planet an verjchie- 
Denen Stellen feiner fiberiihen Revolution, ficb be 
wegte. Copernicus lehrte zwar die wahre Anord⸗ 
nung aller Planetenbabnen, allein lettere ließ er 
als ercentriich kreisförmige beflehen, u. erft Kepler 
vermarf, nachdem er ſich von der Unhaltbarkeit Der 
ercentrifchen Kreije u. Epicvlel vollkommen üßer- 
zeugt batte, dieſe mit Der Natur nicht nereinbare 
Hypotheſe u. ging zu den elliptiichen Babnen über. 

Erception (v. lat.), 1) fe v. wm. Ausnahme; 
Daher @reeptionsgefege, in Widerſpruch mit den 
Grundgeſetzen, zur Erreihung beienterer Zwecke 
anf eine beſtimmte Zeit erlafiene Verordnungen. 
Erceptionell, eine Ausnahme entbaltend; Grceptiv, 
ausnchmend, ausſchließend. 2) (Rechtew.), Ein— 
rede (1. d.i, Einwand, Vertheidigungsgrund, wel—⸗ 
chen Der Beklagte verbringt, un das Klagerecht des 
Klägers auszuſchließen, 3. B. Exceptio bonae fidei 
possessionis, Die Einrede gegen die Publicianiſche 
lage, daß man in gutem Glauben mit befjerem 
Rechte befite, als der Kläger barzutbun vermag. 
E. caesarca, fcherzmeiie ber Cinmwant, Laß man 
Nichts babe, um die Klage befriedigen zu können 
nah Dem Rectsipriichwert: Mo Nichts ift, bat 
auch der Kaiſer ſein Recht verlieren). E. od. Bene- 
firium eedendarum aclionem, wonach bei Correai- 
ichuldnern Der das Ganze Zablende die Ceſſion ber 
Klage Des Glänubigers verlangen fan, um mit ibr 
jeinen Regreß zum antbeiligen Betrag gegen feine 
Miriwultner zu nehmen. F. ceinpensalionis, Die 
Einrede ter Gegenforterung, ſ. u. Compenjatien. 
E. cd. Auxilinm divisionls, Einrede ter Theilung, 
urjpränglic nur den Mitbürgen, ſpäter allen ſeli⸗ 
Sariih Werpflichteren, mit Ausnabme ter Durch 
Delict Verpflichteten, in ber Meile gegeben, Taf, 


Excentriſch bie Exception 


gung fordert. Sie tommt als E. exeuss. p 
ver bei Bürgen u. dritten Pfanbbeligerr 


dieſelben fo lange die Bezablung ter Schu 
die Herausgabe tea Pfandes, verweigert 


als nicht Fer Hausichulbner erfolglos «a: 
worben ift; als E. exeussionis realis bei 


baber eines generellen Pfandes, indem der 
langen darf, daß, wenn für dieſe Schult 
ein ſpecielles Pfand haftet, zunädhit dieſes an 
u. zur Befriedigung der Pfandſchuld v 


werte. E.fori, fori non competentis (P’rae 


fori), bie Einrete, daß bag Gericht, Bei 
die Klage erbeben werten iſt, nit zur | 


lung ter Sache zuftändig u. der Bellagte 
nicht ſchuldig fei, Dem Gerichtszwange d 
richtes ſich zu unterwerfen. E. dominl, bie 


daß die Sache, teren Herausgabe verlar 


tem Beklagten eigentbümlich gebere u. 
fraft dieſes Eigentbumsrechtes bie Heraus 


ſelben zu verweigern befugt ſei. E. non a 


ſe lange Die übrigen jelidartib Verpflichteten jol: 
vent u. gegemeärtig find, die Theilung Der Schuld 
nach ter Zabl Der Diitwerpflichteten verlangt wer⸗ 
ren kann. E. deli, vie Einrete, daß der Kläger. 


tei Erbebung ter Klage gegen Die Bona tirles 


handte u. ſich unbilliger Meile bereichern wolle. ' 


i.. excus»lönin s. ordinis. Cinrete ter Vorauellage, 
wenach ter Beklagte unter Umſtänden verzangen 
tanm. daß ber Kläger ft einen Anderen verber 


»ehe er von ibm, dem Bellagten, Befriedi⸗ 


contractns s. Implementi non seeutl, tie 
daß ter Kläger, welcher aus einem m 
Contract Nagı, Dielen Contract leinerieits 

nicht erfüllt babe. E. non rite adimpleti co 
bie Einrete, daß dieſe Erfüllung Seitens 
ger® wenigſiens nicht ertnungegemäß u. vı 
geſchehen fei. E. non numeratae pecuniae, b 
E. pon numeratae dotis, tie Einrede, w 
Reflagte einem von ibm ausgeftellten u. vor 
miber ibn pretucirten Empfungsidein i 
Darieben ed. über eine Dos cd. eme 

quitiung bie Bebauptung Des Nichtempfar 
gegenftellt. E. litis pendentis, bie Ginre 
mit ter Bellagte, aegen welchen kereit6 et 
angeftellt werten ift, einen Gegner zur 
wenn biejer iiber denſelben Gegenftandb g 
anderswo Klage erbebt. E. metus, Die 

daß bas Rechtageichäft, woraus Der Klägı 
Anſpruch berleitet, durch Anwendung unrech 
Gewalt zu Stande gebracht worden ſei. E. 
constupralörum . tie Einrede des Beklagten 
auf Den Grund einer außerebelichen file 
Vermiſchung belangt wird, daß Die Geſchwäct 
rend des kritiſchen Zeitraums auch nech mit 
Mannsvperſonen zu thun gebabt babe. U 
Wirknug ſ. u. Concubitus. E. rei jadica 
Einwand, daß über bielelbe Sache, we 
Gegenſtand der Klage bübet, bereits ein 
Verbandlungen ausſchließendes rechtskräit 
tenntmiß vorliege. F. rei vendriae et tradı 
Einrede, welche von Seiten eines Käufers c 
geitellt wird, wenn Derjenige, welder « 
aeichlojjenen Kauivertrage zur Traditien ve 
it, nach der Erfüllung dieſer Verbindlic 
Sache doch mit einer dinglichen Klage in‘ 
nimmt. E. senatuscensulil Wacedenlani, 

rede, welche nach einem Senatusconſult unt 
dis od. Reipaftan demjenigen entgegengefi 
ten kann, welder einer in wäterlicher Ge 
fintliben Ferien Geld geberat bat; vgl. I 
E. senatuscansulti Vellejani, Lie Einrede, 
cber eine Fran, welche eine fremde Nerbü 
turıb Jutereceſjſien auf ſich genommen bat, I 
ae dieſem Interceiſionsgeſchäſt zu einer Fi 
wirÖiumen zn macen vermag, 1. u. Qi 
E. spelii, Die Einrede, daß der Kläger 
ielbit widerrechtlicher Weiſe Ten Beklagten 
Teen eincs Rechtes ed. einer Sache entfegt, 


Exceptionsſchrift bis Erxcommuniciren 


e folgen Beñitzentfetzung wiſſentlich Ber: 
gen babe. E. sub- et obreptienis ı Ü’rae- 
mendaciorum), der Einwand, baf ein 
Kekteisde verlangtes kaiſerliches er. 
I Reicript entweder durch Anfübrung fal- 
zreptio: er. durch Berjhmrigung wahrer 
e guferiger Zbatumftänte {Ubre 
werten fe. Für Das beutige 
Sarede Bei der gãnzlich veränterten Ge⸗ 
ammz, welche Entjcheidungen durch den 
æberinqt verbietet (f. u. Gubinetejufig‘, 
zinr3 verlieren. F. tempurls, tie Einrede 
kena,!.ı. Ferjäbrung. E. verltätls, Die 


31 


“iR Bei ben Meineren Abſchnitten ſolche beträcht⸗ 


Den: 
echt 


daß eine Beleidigung ed. Verleumpung, 


en der Releidigte od. Rerleumdete flayent 
iſt. eine wabre Tbatiache zum Grunde 
A, tie der, welcher Dieb genannt worden 
& seftcbien babe, i. u. Injnrie. FE. vitissae 


sis. kei ten Zefivtagen ſ. u. Beſitz die 


daß ter Kläger den Beſitz, welcden er 
ir, Ichterbufter Weile, d. i. entweder durch 
ed. beimtib ed. nur bittweiſe (vi, elam 
karıa die tegenannte Tria vitia posses- 
hate. iz. Albrecht, Die Exceptie⸗ 
gememer Peatichen Cipvilproceſſes, Münch. 


vtieneidrift inach Lem älteren fähliichen 
thte @rceptioudfeg ), tie Schrift, in welcher 

agte Lie ibm zuftändigen Einreden witer 
: sutfübrr. 


ptis excipiendis (lat.), mit Ausnahme 
smebmenten. 

ptor ‚lat 1, Rachiebreiker, Actuar. 

Epiren 'v. Iat.ı, Etwas aus einer Zchrift 
1: aber Ercmpt. Auszug. 

Jin. lat.), 1) überichreiiung des Maßes: 
. Brene Daher @sceflv, überichreitent, 


engl., Ipr. Efrrihebntich), Auetaufch, 
ae — tie Bere in Yonton. 


auer enal., ſpr. Elstſchekler), Keuigliche 
nmer in England; daber Erdeauer-Bile, 
emericeine, Haupttbeil der unfundirten 
Z:aareichuld, d. 1. Berjenigen, file welche 
men Einfünite angewieſen find. Zuerſi 
rieſe Scheine 1606 ausegegeben, um Das 
(? wibrend ber damals ſtattfindenden gro⸗ 
ägunzen des Münzen zu erſeten. Zeit: 
f —* iaſt jãhrlich, unter Bewilliaung des 
18, neue Eutiffionen von dieſen Scheinen 
Die Regierung verjchafft fich dadurch die 
ir Beñtreitung der im Lauie des Jahres, u. 
über Die Einnabmen verfünen lann, nẽöthiq 
n Ausgaben. Die E. B. ſind in Zrüden 
200, 500 u. 1000 FIR. Zıerling u. ibre 
tinmme betrug im Jar 1987 28,155, 15U 
TL, mit einem jäbrliden Zinabetrage von 
Ed. Sterl. Anfangs 1342 betr bie un- 
Schuld überhaurt nur 19,4:0,000 id. 
Der Zindinß bei Dielen Scheinen wird 
e Jeimmerbälmitie beſtimmt u. befaiint ge⸗ 
1 e8 ragen 199 Fir. Zterl. 1%, 2 bis 
sgägliche Zinien Tie zur Nidsablung 
sen Scheitie heißen Advertised. Im 
s=ınnen Die E.“B. immer ein kleines 
‚stem mebrere Schellinge Bränue auf 
S:eat. Kenzverie gezarlt werden; 


4 


auche; 


— —— m m — — — — —— — — — —— — © 


licher ala bei ten größeren. Tie Baudt von Enge 
land leiſtet der Regierung Vorſichüſſe auf folde 
Schatzicheine, u. bie zwiſchen beiten vorfenmen- 
ten Geichätte werten mei in dieſen Papicren 
abgemacht. 

rcidenz ( v. fat.), Pas Ausfallen eines Gliedes. 

Excipiren iv. lat.), 1) aufnehmen; vaber @rch 
pien®, in zuiammengeſetzten Arzueien diejenige, melde 
Tem ganzen Gemiiſch Die Reftalt gibt, 3. 2. die flilſ⸗ 
fige: 2) Ausnabmen machen, Aueflüchte machen, 
Einreden anbringen. 

Ereipüle (E. Fr.). Filsgattung ans ber Fa⸗ 
milie der Pırenomyceetes- Phacidiaceı - Phacı- 
diei; Arten auf abgefterbenen Blättern x. 

Ereipilum (Cbem.), Verlage. 

greile ıenal., ſpr. Erieiß), fe v. m. Accife, ſ. d. 2). 

@reifton (0. Lat.), 1) Heraueſchneiden einer Ge⸗ 
ſchwulft: 2) das Serauszichen, z. B. einen Zahnes. 

Excisüra, 1): Anat. ev. m. Inciiur: 2) Bet), 
fpitsiaer Ausini:t an dem Rande ch. au ter Spitze 
eines Master. 

Ercitiren v. lar.ı, erregen, auireizen: @rcitie 
rende Mittel akrcltantıa), Arzneimittel, welcbe ſo— 
weht am Zrte der Verührung, als auch Lei ihrer 
weiteren Auebreitung einen Rei auf das Blut⸗ 
gefäßſyſtem, Die Nerven u. die <reretiensergane 
ausüben. Zu dieſen ind bei. die Zriritueofen, 
ätberifchb-Ätigen u. balſamiſchen Murteh su zählen. 
Ercität, 1) (xcitatoriam). Erinnerung‘, Mahn⸗ 
ichreiben; 2) Der in Cencure Geraibene. Ercitation, 
Aufforderung, Anregung; @rcitebitität. Erregbar⸗ 
keit, Reizbarleit. 

Grelamation v.i:t. ‚1) Nusrufung:2): Rbet.), 
fe v. w. Nueruf. Taher @rclamationszeichen, fo 
v. w. Auerniungezeichen. 

Ercludiren (v. lal.:, 1) aueſchlieſſen: 2) von 
einer Schule ſchimpflich jertichicken, vgl. Relegiren. 
Daber Greiuflen, 1) Ausichliekung: z. B. kıelusle 
forlus, je v. w. Aubichließung Der \ veibeoiruchts 
2) Ausſchließung ven cıner Semeinichait wegen 
Unwürdigkeit, als Straie, bei. 3) ven Schülern in 
ẽffentlichen Schulen; 4) Vieibede, arııbinetiiche Auf⸗ 
gaben zu löſen, dadurch, dat man die ter Aufgabe 
teine Genüge leiſtenden Zablen audiondert. dre- 
nicle de Beſſy erfand fie zu Aniang dee 17. Jahrh.; 
he iſt durch Die algebraiſche Merbode zu entbebrem. 

Exclusiva sententia (Freiufve, lat), das 
Rede mander Staaten gegen einen zum Ppapft ge⸗ 
wäblien Candidaten zu proteſtiren. 

Exclusive (:at.), ansidlichend, nicht mit ein⸗ 
begriiien. 

@reöearia ıE. 7..). Pflanzengattung aus ber 
Familite ter E uphorbiar eae - Hippomanene, 
3. Ordu. 22.81 7: Art: E. arallocha CHlinde 
kaum, beber Baum anf Ten "Molulfen, entbält 
einen ichr icha:fen Sait, Der, in Die Augen gebracht, 


blind macht: Mutterpflanze einer unechten Sorte 


Aloechelzes Tedaſ. 
Ercoliren v lat.), 
2) durchjeiben. 
Ex commissiöne .lat.:, in Felae erbaltenen 
Auftrags. 
 Ereommunieciren vw. 1:1. , and ber firdlicen 
Gemeinde aue'chließen. u. Greemmunication, in 
den Kirchenbann wan, 9 an Ninbenbanm. Daber 
Ercommuairanies. Rane der Arten unler DEN 


1) antanen, ausbilden, 


Ex ecompesite bis Exrecution 


Wietertäufern (ſ. d.), wenn fie ſtreug auf Kirchenzucht | von ber größten Bebentung, bei. ber Guauo (£h 


hielten. 

Ex composito (Iat.), nach ber Verabrebung. 
i Ex conceossis (lat.), aus, nad) dem Zugeftan- 

enen. 

Ex continenti (fat.), fegleich, fofert. 

Excoriation (v. lat.), 1) Hautabſchälung, Ent- 
blößtfein ber Haut von ber Oberhaut, od. ftellen- 
weiſes Abgelöffein ber Haut ſelbſt mit Entzündung 
ob. Verfhmwärung ; 2) Erpreffung. 

Greorticiren (v. lat.), abrinden, abfhälen. Da⸗ 
her @reortication, Abrindung, Abſchälung. 

Excremente (@screte, v. fat.), 1) Die durch bie 
Ausiheitungsergane bes tbieriihen Körpers aus 
deniſelben als unbrauchbar abgefonterten Stoffe; ee 
find tbeil® Die in rüdbiltenter Umwandlung be 
griffenen Beſtandtheile ber Gewebe u. Flüſſigleiten, 
theils bie mit den Nahrungsmitteln in den Körper 


gelangten Subflanzen, welche an der Stofjmetamer- ' 


phofe keinen Antheil genommen haben, b. b. unver- 
daut geblieben find. Hauptfächlich verftebt man unter 
&.2) die Durch ben Darmlanal abgegangenen, durch 
den tbierifchen Stefjmechjel umgewantelten or. 
wiverbaut gebliebenen Nahrungsmittel. Gin ge 
funber errouchiener Menfch eutleert nach gemijchter 
Koſt in 24 Stunden ehva 120—1S0 Granım E. 
von brauner Farbe u. halbſeſter Confiftenz. Die 
E. enthalten ungefähr 4 ihres Gewichts fefte Be⸗ 
ftandtheile u. 3 Wafler; ihr unangenehmer Geruch 
rührt von ihnen beigemengten in Zerſetzußg über⸗ 

egangenen Gallenbeftandtheilen ber. Die Zu- 
* mmenſetzung der E. iſt mejentlich verſchieden 


je nach der Art der genoſſenen Nahrung, aber ihre 


Unterſuchung iſt mit ſo viel Schwierigkeiten u. 
Unannehmlichkeiten verbunden, Daß die E. nur 


ſelten Gegenſtand der chemiſchen Analyſe geworden 
. finden | 


ind. Unter ben feften Beftandtbeilen ber 

ch beſ. Mustelfaiern, Sebnenfafern, Knochenreſte, 
Haare, Federn, Hornſubſtanz, Gallenſubſtanz, Fett, 
Holziaſern, Stärke, alle Arten Pflanzenzellen, un⸗ 
organiſche Salze ꝛec. Die Farbe der E. iſt gelbbraun 
bis dunkelbraun, auch grün od. ſchwarz. Die Fär—⸗ 
bung ber grünen €. hat man früher ber Gegenwart 
von Gallenfarbſtoff zugeichrieben, indeſſen ift dieſer 
nur in den wenigften Fällen bie ee ung bazıt. 
Grasgrün gefärhte Stuhlgänge find bei. nach Ge⸗ 
brauch von Calomel zu beobachten u. erbalten ihre 
Farbe vom Schmefelquedfilber, welches für fich 
zwar ſchwarz eridyeint, aber mit thieriichen Stoffen 
gemengt, benfelben eine grüne Färbung ertheilt; 
in ben grünen, oft ſchwarzen En nad) dem Gebrauch 
von Eifenpräparaten od. eifenbaltigen Mineral⸗ 
waſſern, rührt bie Färbung von Schwefeleijen her; 
ſchwarz ericheinen bie &. nach dem Gebrauch von 
Koble od. Heidelbeeren, lichtgelb nach Gummigutt, 
Safran od. Rheum. In Krankheiten ändern fich 
bie phyſikaliſchen u. chemiſchen Eigenſchaften ber G. 
weſentiich. Bon den E⸗nder Thiere ſtimmen die 
der Säugethierein Allgemeinen mit denen ber Dien- 
ſchen überein, die der Bögel enthalten viel Harn⸗ 
fäure, ſie werden, wie bei vielen andern Thieren, 
mit ben Nierenegcretionen gemengt, durch vie 
ſogenannie Kloake entleert. Auch die E. der Schlan⸗ 
gen find reich an Haruſäure; Die ber Infecten 
enthalten Rutimente ber Semebotbeile, tie ihnen 
zur Nahrung dienten u. Harnbeſtandtbeile, bef. Die 
der Schmetterlinge viel barnjaures Allali. Für 
die Landwirthſchajt find die E. als Düngemittel 


| Ggeretion beftimmie He 





vgl. Boubrette; auch in ver Technik finden 
Anwendung, be. ber Kublerl/ zum Beizen.. 
@rerementielle Stoffe (bscrementilla), 7 


Excreſcenz (v. lat.), jo v. w. Auswuchs. 

Ereretion (v. lat.), jo x. w. Ausfonberm 
Ausleerung (f.b.); daher Excreteria organa, Ku 
jonterungsorgane, Excreiorlus ducitus, Aush 
rungegeng. 

cubiae (lat.), tie Wache, bei. am = 
Gegenfat von Vigiliae; baber Eseubitöres, 
an ben Hausthüren vornehmer Perſonen; Leibiwm 
eines Feldherrn od. Fürften. 

Excüdit (fat.), er bat es geflochen, auf Kupfe 
ſtiche; Exeudätur, es dann (ein Bild in Kupfer)g 
ftochen werten, analeg tem Iınprimatur. 

Exculpiren (v. lat), entihuldigen; baber € 
eulpabel, zu entſchuldigen; Exculpation, Eutſch 
digung. 

Excurs (v lat.), 1) als Theil der Rede 
wöhnlich nach der Erzäblung; 2) was nicht geb 
5 Haupttheilen der Rete gehörte, ſondern 
Schmuck vd. aus anderen Grünten eing 
wurde, 3) ansführlichere Abhandlung Über ei 
Materien, welche ein Interpret eines Autors fern 
übrigen fürzeren Anmerkungen nachfolgen läßt. 


Ereurfion (v. lat.), 1) jo v. m. Excure, bef. 3 
2) feine, wifjenjchaftliche, bei. botaniſche Reifen. 

Ercufiren (v. lat.), entihulbigen. @preafahı 
entihulcigungsfübig; daher @reufation (fr. @pem 
ipr. Eskühs), Enijchuldigung. Ercufstisn ber Be 
münder, Gründe eines Vormundes, weshalb ı 
eine Bormundjchaft nicht übernehmen kann ob. wi 
|. u. Bormundfcaft. 


Excussio (lat.), Ausffagung bes Hanptſchul 
ners u. die Unterfuchung, ob er noch irgend etw 
Bermögen hat. Das Beneficium excussionis 
fo v. m. Beneficium ordinis. 

Excutiren (v. lat), ausſchütteln, unterfuchen 

Ex decröto (Ilat.), in Folge eines Yefcheibs, 

Erea de los Cavallerod, Statt am Znfar 
menfluß bes Arva de Yuefia u. be Biel, in ber f 
niſchen Brovinz ge: Zucht von Gorzügtif 
Kampfftieren; 3000 Ew. 

Execriren (Exſecriren, v. lat.), vermünfch 
verfluchen; daher Execrabel, verwünſchenswer 
verflucht, abſcheulich; @recration,, feierliche Bi 
wünſchung, mebei im Alterıhum die Priefter BE 
gewiſſe Perfonen cd. ganze Städte Unheil von b 
Göttern mit beftimmten Förmlichkeiten u. im I 
ftimmten Formeln herabflebten. Die Aufhebung d 
Srecration geſchah Durch die eben fo förmliche 
jecration, bie feierlide Widerrufung der Bı 
wünſchung. 

Execution (lat. Execafte, Hulfsvollſtreckun 
1) die Anwendung ber geſetzlichen Zwangsmit 
zur Vollſtreckung eines richterlichen Erkenntniſſ 
wider den Verurtheilten. Zur Anwendung der € 
cutionsmaßregeln wird a) im Civilproceſſevi 
ausgejegt, Daß das Erlenntniß redhtaträftig gewe 
den, jo wie daß ter Gegeuftand der Yeiftung, 
welchem der Pflichtige verurtbeilt worben ift, I 
reits in Duantität u. Qualität genau beftimmt | 
IN das Letztere noch nicht der Ball, fo hat bein €; 
entionsverfahren erft noch eine fogenannte Yıqu 
Dationsinflanz vorauszugehen, worin möglic 


Exccution bis Executiren 


& ber Eegenſtand ter E. feftgeſtellt wirt. 


33 


Spfem in tiefer Beziebung auch Hannever m 


liche Beüfiredung ter E. erfolge nah Wraunichmeig gefolgt find, iſt bielefbe Sache des 


ı Redbr immer durch das Gericht, nach 
ven Recht durch eigene Gerichtsvollzieher 
"°. Die ©. ſelbſt iſt verſchieden, je nah 
fenbeir bee Chjecis, um welches es ſich 
Sar die Reruriberlung auf die Seraus- 

keftiımmten Sache gerichter, fo läßt das 
ı Berweglichen Sachen tielelbe Dem Ber- 


kutach durch einen Gerichtöbiener abneb- . 
x Sieger zuftellen; bei unbeweglichen - 


dſider eymittirt u. der Sieger immitlirt. 


ı fh um die Bezablung einer ſchuldigen 
e ed. anderer fungitier Gegenflänte, ſo 
e Amangsmittel in Ginfegung der Mache 
b nur ausnahméeweile, namentlich menn 
bufener etwa nur an gutem Willen feblt, 
m Auspfintung beweglicher Gegenſtände 
Meringung eines richterlichen Wandıeh- 
m Immobile des Schuldners, um durch 
Meiserung dann die Mittel anr Befrie⸗ 
ı erlangen, menn ter Terurtbeilte nicht 
er ven Erkenntnift Felge leiflen fellte. 
es Berrrteeilten aber auferlegt, gewiſſe 
gen rerzunehmien cd. zu unterjaflen, fc 
na bet Ixstienen, Fat Meltfirifen, bald 
iſtraie an ed. Läßt, wenn die Handlung 
d eınen Anderen verrichtet merken konnte, 
Frirze vernehmen n. zmingt ten Ungeber⸗ 
un zur Vezablung ber Lafür aufgetaufenen 
Per wirfliden Anmentung deo Zwanges 
er Regel eine Antrehung mit Zepung 
emeflenen Friſt voraus. Due Näbere 


Anmentung u. Anfeinauterfelge der tin⸗ 


eenticnemirtel beftimmen bie KFrecntien®- 
2:7, 8: Mei mebreren iummarticben 
zu, wie Lem Arreſtproceß u. ten !Dian- 
Se, wirt ansnabmemeiie mit der E. be- 
 jetecb, daß die wirkliche Vollziebung der 
e Gntäußerung tee mit Beſchlag belegten 
zes ned durch eine geeignete Vertbeidi 
Angegrifjenen abgementer werten kann. 
ıminalproceffe wird sum Aeginn der 
jerzpe eine Rechtelraft tes Ertennenifies 


inteffen dech fc lange reasimären damit 
ienemmen, ale der Angeiwattiste ſich 


ensroeter freiwillig untermorte tat ch, 
‚une Cinlegung eines erdentlichen Rechto⸗ 
Meſſen ift; zur wenn ter Angel-tultıate 
zeftrafen letıglich gegen tie Ztrafhäbe 
at, fanın ibm auch geftatter werten, eınfl- 
Strafe anzutreren Inweilen treten aber 
inte ein, welcde ten Vellzug ielbſt nad 


Stsatbanmaltes, weicher fich zu dieſen Iwede mit 
ten Berflänten ter Strafanflalten :c. unmittelbar 
in Verbindung zu feten bat. Ein drities Svſtem 
3. 8. in Baiern), beläßt die Vollziebung ‚mar Dem 
Bericht, ordnet aber an, daß ker Staatsanwalt die⸗ 
selbe erforderlichen Kalles zu Betreiben Fat. liber 
rie Velljiebung Der AKreibeiteftrafen |. n. Eefäng⸗ 
niß, über vie Der Tcbeaftrafe f. u. Irreeftvafe; 
2) die Einziebung von, auch nicht perichtlich ver⸗ 
erdneten Außenfländen bes Staates, ;. N. ven 


Steueraudſtänden, Kriegelaften, durch cinaclegte, 


| 


Diäten erbaltente DMannicaften,; 8) ter Verkauf 
ter für Rechnung Jemandes zekauften Wapiere 
durch Wechſelagenten, wenn Lebtere Melorgnifle 
fiber Die Zablungefähigleit derſelben begen. 

Erecutionsabſchied, fo v. w. Friedenkerecu⸗ 
tienebauptabſchied. 

@recutiondinftanz, 1) (@recutionsaerist), DaB 
Gericht, welches eine Erecutien velliicht: 2) der 
Abſchnitt des Kreceſſes, merm ein geiäſtter Noctte 
ſpruch zur Vollziebung durb wanſemaßregeln 


gebracht wirt (Ercentiensverfabren, i. Cyeunt:on. 


Erecutionéordnung, 1) ein Werer, durch wel⸗ 


ches die Rerein Über das Erecutieneveriabren be⸗ 








rer Frift nicht geftatten; bierber gebören 


Schrangerſchait ıc., welche die Animahme 
etbeilten in die Etrafanſtalt umtbunlie 
renſe Begnadigungegeluche, wenn fie nicht 


mal abgeſchlagen ſind; aucb wird in der 


ein mäßızer Auffchub verſtattet, wo dent 


(ren durch unverzügliche Vollſt edung ein , TENE 
verjugt wurde. 


sumägiger Nachtheil an jeinem Noebrunge⸗ 
atſteben würde. In wie ern der Wider⸗ 
Geftãndniſſes dazu Reranlaiiung geben 
:gt ven dem Grade der Wabrichemlichleit 


en ter Widerruf an ſich trägt: die Vell 


bat nach gemeinem Teutichen Rechte auch 

Richter, unter deſien frerieller Auſicht. 
1. Rab tem Franzöſiſchen Rechte, deſſen 
13" s Persien. 8 nu. VI. 


fimmt merten; 2) bei. deutſches Reicheneneß vo 
1555, welchee zur Aufrechterbaltumg tes Landirie⸗ 
Lens beftimmte, mie Lie Urtheile tes Reidelammer⸗ 
gerichtea zu vollziehen feien; 3) deutiches Windes» 
geile fiber Vollziebnng der Aunteebeicblülie, Der 
durch Auerräge gefüllten ſchiedérichterlichen Er⸗ 
tennenifle, unter (Memübrleitung Des Bundes ge⸗ 


ſtellten compremißarıiten Enticheidungen u. Ber 


gleiche, ſo wie ille die Aluirecdterbalinng Der vom 

unde übernoemmenen vbeienderen Garantiken. 
Die Grundzüge dieſer E. wurden ala previſo⸗ 
riſche E. zunächſt durch einen Rundesbeichlnß vom 
20. September 1819 auigeſtellt: Pie defininve E. 
it vem 3. Auguſt 1820. Sur Uberwachung ber 
rieetallfigen Vorichritte beſtebt beim Bundedtag 
eine ſtändige Erecutiendeemmilen. Die Exrecn⸗ 
tion beginnt mit einer motivirten Aufforterung jur 
Folgeleiſtung unter Sebung einer anenelienen 
Frin. Iſt dicſe erſolales verfirichen, ſo erielgt Aufe 
tragtertbeilung an eine cd. mebrere, bei Ber Sache 
nicht berheiligte Regierungen zur Auefübrung Der 
beichleſienen Maßregeln mir Refimmung der dazu 
nötbigen Diannichaft u. Dauer Per Executien. Die 
beauftragte Renierung bat einen Civilcommiſſar 38 
ernennen, welcher das Erecuticnsverfabren nach einer 
von ter Bundesverſammlung au eribeilenden In⸗ 
ftruction leitet. Abgeieben ven den allen, wo Ge⸗ 
fabr im Verzuge ıft, ſell die mirflihe Anmenpung 
con Sirangsmaftregein aber erſt 3 Wechen nach der 
ven Ter beauftragten Regierung au ten betbeilig- 
ten Bundeeftaat Deaiade erlajienen Anzeige eriol⸗ 
gen. Die Keſten ber Execution bat Die Rundes⸗ 
regierung zu iragen, gegen weldye tie Crecunon 


Erecutionspatent, die gerichtliche Aneferti- 
gung, wer der Gerichtodiener angewieſen Mid, 
tie Eresuitten an vellziehen. Die Kerzeaung deſfel⸗ 
ben ale ala vegr:timatten tr Den Eerichtobeaniten. 

@recutiren v. lat. , 1) anefübren, vollſtreden; 
2) cın CErinmimalurtrel vellftreden; bei. 8) einen 
Verbrecher hmurichien. Grecutiv, vellſtredend, voll 

3 


24 


des Staates, ſ. Staat. 

Exrerutivrproceß (Ereentiviſcher Proceß, Execu ⸗ 
tionoproces, Y’rocessus executivua), ſummariſche 
Proceßart, in weicher ſogleich mit dem Vortrag der 
Klage aufErfüllung per önliher Berbindlichleiten der 
Beweis der ihr zum Grunde liegenden Thatfachen 
durch fehlerfreie Urfunten verbunden, u. der Be- 
tagte, menu er nicht die Unechtheit dieſer eiblich er- 
härten od. fich nicht Durch ſofort mittelſt Urkunden 
ermwiejene od. erweisliche Ausflüchte [hüten kann, 
alsbald verurtbeilt wird. Solche fehlerfreie Urkun⸗ 
ben beißen Ouarantigiirte Urkunden (Do- 
cumenta guarantigiata), vgl. Urkunde. Der E. 
ift zu Gunſten Des Klägers eingeführt, um demſelben 
ſchneller, als e8 bei tem Gange bes ordentlichen 
Proceſſes ter Sal ift, zu feinem Rechte zu verhel⸗ 
fen, u. diefer kann baber ſtillſchweigend dem E. ent» 
fagen. Die Klage (Erecutivfage) hat bis auf das 
Proceßgeſuch keine Cigenheiten, nur müfjen Die 
nöthigen Urkunden wenigſtens in beglaubter Ab» 
ſchrift Derielben gleich beigelegt fein. In dein hier» 
auf Statt fintenden Termine (Recognition 
termin) muß dann ber Kläger tie Originale jener 
Urkunden ben Beklagten zur Anerlennung (meift 
Agnition bei öffentlihen u. Recognition bei 
Brivaturfunden) vorlegen u. Liefer ſich über deren 
Echtheit od. Unechtheit erfiären. Die Nichtanerfen- 
nung eigenbäntig unterjchriebener Privaturkunden 
tanın nur eidlich (Diffeſſienseid, f. d.) geſchehen; bei 
zffentlichen Urkunden ift fie von keiner Wirkung, 
fonbern es erfolgt auch in diefem Falle bie Berur- 
tbeilung. Bon Einreben können nur foldye mit 
Eriolg vorgeidilgt werben, melde, als Dilatorifche, 
das Wefen des Procefjes od. eine Sicherheitsbeftel- 
lung wegen der Widerklage berreifen u. als perem- 
toriiche ichon ermielen find, od. fofort ermeislich ge- 
macht werden künnen. Unermielene Einreden wer⸗ 
den zur Lejenderen Ausführung entweder in einer 
Widerllage, ed. in einer bejonderen Klage verwies 
jen. Das Urtbeil wirb nöthigen Falls durch Ere- 
ention vollzogen, u. bie Rechtsmittel wider ein 
verurtheilendes Erkenutniß genießen ben Suspen- 
—8 nicht. Vgl. Kori, ÜUber ten E. u. die Wi⸗ 

ertlage, 2. Aufl. Jena 1526; Briegleb, Uber exe⸗ 
* Urkunden u. Executivproceß, Nürnb. 
1839; Gett, Der Executivproceß, Nürub. 1841. 

Executivſachen, Rechtsſachen, die ſich zur Ver⸗ 
handlung im Exrecntioneproceß eignen. 

Executivum pactum (lat.), Vertrag, durch 
melden ter Berkintliche fich gleich Dem Executions⸗ 
verfahren wider ibn unterwirft, wenn er binnen 
der beſtimmten Zeit jeine Verbindlichkeit nicht er- 
füllen follte. 

Erecutivurtheil, ſ. n. Urtheit. 

Execũtor (lat.), Bollftreder, Vollzieher. E. te- 
sianenti, Teſtamentsvollſtrecker. 

Executoriäles (lat.), richterlicher Befehl, mit⸗ 
teift deſſen dem in einem Preceß Bernrtbeilten auf- 
gegeben wird, tem ergangenen Urtheil innerhalb 
einer gefetsten Friſt nachzuiemmen. Wach den äl— 
teren deuiſchen Reichsproceß mußten folde Erecus 
terialien bei. erbeten werben. Turch den jüngften 
Reichsabſchied von 1654 wurde aber, wenigſtene 
für den Reichstammergerichtoprocen, bejtinmit, daß 
biefelben einem jeden Urtreil in ter Weiſe einver⸗ 
leibt werben iollten, daß fegleihb am Schluſſe ber 
Sentenz ein Termin zur Befolgung des Urtheils 


Execntivproceß bis Gregefe 
ziebend. Grecutiogewait, Die vollziehende Gewalt 
| Befolgung —*— würde. die 


n. zur Beibrin ber Bel 86 
min erfolglo®, fo batte der Berurtheilte de 
ein Manıdatam de exequendo zu bitten 
bie neueren Formen f. u. Execution. 

Executoxiſch (v. lat.), mit gerictficher 

Eredared, Sohn (Enkel) von ZTigro 
(VI), feit 75 n. Chr. König von Großarm 
Armenien (Geſch. 1I. A). 

Exedentia (v. lat, Mer.), Atmittel. 

Exkdra (gr), 1) Ei; 2) in ben Gy 
eine mit Siten verjehene Niſche in ber 4 
balle u. in Privathäufern ein Zimmer mit 
nen Siten, wo man ſich unterhielt, 3) im 
alter Eig des Bifchofs in der Kirche; 4). 
gebäude einer Kirche. 

Exegkſe (v. gr., lat. Enarratio), 1) 
lich Auseinanterfehung, Darlegung, Er 
2) (Interpretation), Erklärung, Aut 
Daher Ereget (Interpret), gelehrter Aue: 
Erklärer einer Schrift. Die Yehre von ben 
fügen u. Hülfämitteln zur Auffindung Des 
einer Echrift beißt Sermeneutil. Dü 
rung einer Schrift beftebt entweder in bloße: 
lien (f. d.), wo einzelne Wörter od. fc 
Stellen erklärt werben; ob. fie befaßt fi 
Darlegung ter Bedeutung ber Wörter u. 
fortlaufend u. vollfiäntig mit der Darleg: 
Sinnes tes Ganzen, dann heißt fie Co nur 
(ſ. d). Die wörtliche Übertragung einer 
aus ten Sprachen des Grundtertes in eim 
Sprache, heifit eine Überfetung od. Be 
eine ſolche Überfegung, welche mehr umſch 
zugleich Erklärungen eingefügt enthält, ein 
apbrafe. 

Die bibliſche E. beichäftigt ſich mit be 
rung u. Auslegung der Deiligen Echrift, 
Theil der Theologie u. fett, da bie biblifd 
er in früber Zeit in fremden Sprachen u. fit 
Völker gefchrieben wurden, ſprachliche, hi 

eographiſche u. antiquariſche Kenntuiſſe 

er bibliſche Exeget hat die Aufgabe, das 
Schriftſteller gebrauchte Wort nach dem 
gebrauche u. nach dem Zuſammenhang zu 
u. danach den Gedanken des Schriftftelleri 
mitteln, wobei zugleich ein genaues Ei 
ven Geift des Schriftftellers erfortert wiı 
älteren u. neueren Exegeten haben aber ı 
jhiebenen Stautpuntten aus tie Heilige 
ausgelegt, u man jpridht Deshalb von eın 
matijhen (Boctrinellen) Ausleaun 
ten Gedanleninhalt einer Schrift aufſucht; t: 
tere, welche ein Doguia als beſtehend voran 
damit Die Stelle der Schrift in Verbindung 
von eier allegorifhen Auslegung, D 
Werten tes Schriftstellers einen gebeimen, 
tere Gegenſiände übergetragenen Sinn dv 
u. benfelben aufſucht, u. insbejendere ſpin 
ort. anagogiſche Auslegung, welche Erz 
ed. Wilder noch einen beionte: en geiſtigen ed 
himmiſchen Sinn beilent; won einer prafß 
welche Die Auwendbarkeit auf Das firtliche Y 
rüdjichtigt, ven einer moraliſchen Au 
Die in allen Stellen nur ten Zinn ennvidelt 
Die Sittlicbleit jörtert: von einer panhar 
ſcheu Auslegung, welche verlangt, daß tie l 
Bücher mit Den Geſeten der Wahrheit u. 
keit durchaus übereinſtimmen u. erklärt 


Exegeſe 
gegenteärtig | (Opus sacram, 1658) u. Und. find von einiger 


n Gpegeten balten ſich aber 
immatiſch⸗hiſtoriſche (au gram- 
pbilelegifdhe u. biflerifch-anti- 
e) Auslegung, die fih mit Hülfe ber 
be, ter Geſchichte u. der Ethnegraphie 
tantrımlı Des Schriftſtellers verieht u. 
m Schriit erflärt. In ben erfien Jabr- 
ter CEbriſftlichen Kirche beſchäftigten fich 

ãter mir der GE. n. unter ihnen ragte 


es berver, indem er bie alerantrinifche | 
est tie Wibel anmenbete u. durch feine | 


=. grammatifhe Auslegung das Stu- 
den förberte. In Der E. unterſchieden 
samals Die beiden Schnlen in Aleran- 
miochien, indem ſich jene mebr zur alle 
ce mehr zur grammatiichen Auelegung 
ı hinneigte. Ale Eregeten find außerdem 
; Distorus von Tarfus, Theoterus von 
„Hierenymus, Chryſoſtomus, Theedoret 
Jedech legte man auch in der E. ſchen 
rees Gewicht auf die Tradition u. hielt 
am tie Ergebnifſe der E. der Büter, fc 
n m. Kuguftinus. Ja in der fernen Zeit 
man ke, bie Erllärungen ber älteren Vä⸗ 
Sägen zziaumenzuftelen u. nannte jelche 
werte Catense (Ketten) , beigleichen ftellten 
sinus u. Primafius im 6. Jahrh., Calfio- 
Kerns, Beza, Strabo u. 9. zuſammen. 
wfieren E⸗n tes 12. bie 14. Jahrb., wie 
ven Tlairvaux, Abällard, Thonias Aqui⸗ 
[aus ven Yora, wurde es gewöhnlich, in 
zu = bunlien Stellen einen vierfachen 
ſuchen; nämlich außer tem fchlichten 
ichen od. Wertiinn nod einen alle- 
ı, welcher ben Glauben beſtimme, einen 
ſiſchen, welcher auf das fittliche Xeben, 
agogiſchen, welder auf tie Erbebung 
tbes wirten follte. Im 15. Iabrb. wirkte 
raufblüben ber Wiſſenſchaiten durch Lau⸗ 
da, Reuclin u. Eraſsmus auch auf Die 
‚zz ter Wunſch nad einer Kirchenver- 
übrte sur Beſchäftigung damit. Mit der 
‚n Bes 16. Jahrh. trat das Studium 
ten Vordergrund, weil die Schrift ale 
e u. ficberfte Regel des Glaubens in den 
ben Büchern bezeichnet u. damit ter tra- 
€. ter Kalholijchen Kirche wideriprochen 
ıter Yurberifhen Kirche bielten Lu⸗ 
elanchtben an tem Gruntiab, daß Die 
: erzener berechtigter Erflürer vet, ſchon 
u. ipäter in ibren exegetiſchen Schriften 
anten anf ber grammatijchen u. bilteri- 


atboliten u. Schwärmern. Unter ibren 
a wurte tie E. geiörtert durch Matth. 
lavıis scripturnesacrae. 1567), Salemo 
Philologie nacra, 1623, fpäter crainzt 
t tur Datbe 1776, u. Bauer 1797); 
btriegel (Yaoyuvruare, 1565), Jeacitn 
is {Notatio figurarum etc., 1592), 
bernntg (Harmonia, nad feinen Tote 
ben Yeyier u. Gerhard 16280), Ich. Bu⸗ 
Ioh. Brenz n. And. im 17. Jahrh. 
i ten dogmatiſchen Streitigkeiten u. Bei 
adurg ker Melanchibenſchen Schule Pie 
ertſchritte, u. nur fie Schritten von Hun⸗ 
»anras, 1606), Yırcas Oſiander (Bihlia 
3), beutich Überfeut), Erasmus Zchmibt 


| 
| 


:85 


Bedeutung, ebichen man fa allentbaiben ben dog⸗ 
matiſchen Ginfiuß bemerkt, der fich bis in bie Mitte 
Des 18. Jabrb. in Geltung erbielt, wäbrend bie 
Spenerihe Schule tem gegenüber der prakti⸗ 
fhen E. fi zuneigte. Allmälig aber fing man am, 
in ben inneren Bau ber Epraden tiefer einzubrine 
gen, u. durch bebräiiche Werterbücher, 3. B. von 
Job. Eoccejus (1669), durch bebrãiſche Sprachlehren 
von Wasmutb, Opig, Dany, bei. vöſcher; durch bie 
neuteſtamentlichen Lexila von Schättgen (1746) u. 
von Echleußner (1792), Durch eine freiere Kritik des 
Tertes, durch Eeubert (1648), Pfaif (1720), Joh 
Gottlob Carpzov, Bengel, Michaelis, Eichhorn u. 
Andere; durch neue Bibelüberſetzungen ven Datbe, 
Schmidt, Heumann, Michaelisen. And., durch Zu 
ſammenſtellung u. Regründung der bermeneutiſ 
Grundſätze durch Pieiffer, Rambach, Baumgarten 
wurde das Studium der E. weſentlich geförbert. Ang 
meiſten aber geſchab dies durch J. A. Erneſti u. Sem⸗ 
ler, indent jener tie Reſultate der claſſiſchen Philo⸗ 
logie auch bei ter bibliſchen E. kenupte u. dieſer 
durch gränbliche gefchichtliche Forſchung ber hiſtori⸗ 
ben Erflärung der Schrift ven Weg babıte, Beide 
aber dadurch ter E. einen ganz neuen Aufſchw 
verichafften, Laß man von nun an, ebne Ritdfidhe 
auf die kirchlichen Dogmen, Den wahren Zinn bes 
Schriitſtellers nach ben Sruntjügen ber Pbilclegie 
u. ter Geſchichte zu ermitteln ſuchte. Dieie Rich⸗ 
tung, welcher mebr ed. weniger Morns, Keil, Brete 
ſchneider u. And. iolgten, wurbe Durch die neuen Bibel⸗ 
ausgaben ven Simenis, Griesbach, Schett, neuere 
lich don Lachmaunſu. Ziichentorf, durch bie lexikali⸗ 
ſchen Arbeiten von Geſenius, Wabl u. Breiſchneider, 
durch Die granmatiichen Studien von Ewald m. 
Winer weſentlich unterftünt, u. es erſchienen eine 
große Anzabl von Commentaren über Das Alte m. 
Neue Teftament. Allein neuere Tbeologen, wie 
3.2. vüde u. de Wette, ſuchten Die freie Forichung 
auf Bas rechte aß zurückzuiühren, u Marbiinede, 
Tweſien, Nitzich u. A. drangen daraui, daß man 
ton dem grammatiich u. hiſtoriich eriorſchten Sinn 
ter Schriftſtelle aus in den Geiſt Der Schrift tiefer 
eindringen u. Pas Einzelne mit Bein Ganzen beB 
chriſtlichen Maubens u. Lebens in Verbindung brine 
aen müſſe. Tie pbilefonbiihe Richtung ter Zeit 
nuchte ſich auch in Der E. geltend zu machen, u. wie 
ven Kant die meraliiche Anterpretation empfohlen 
wurde, woerach die Zobrift erllärt werben ſollte, 
daß ihr Zinn mir Ben prafiiichen Regeln ter reiten 
ernunftrelinion zuſammenſtimme, fo fuchte bie 


I Segelihe Schule Durch Die E. Die ſegenanuten rele 
Herliarung, gegenüber der allegcrifcben 


men Idcen ana richt zu Nellen, wodurch der bifterifche 
Staudpunkt verlafien u. Die myrbiiche Auete— 
gung ins Yeben gernien wurde. Inter Refor⸗ 
mirten Kiribe, Die in ben Grundſäben über bie 
Schriitaäauelegung mit Der Lutheriſchen übereine 
ſtimmte, waren die erſten Gründer n. Leiter der⸗ 
ſelben, Zwingli, Calvin, Ökelampadind u. Bea, 
garündlich gebildete Exegeten, u. ibnen ſolgten im 
16. Jabrb. vLeo Ruda, Mercier, Caſtellie, während 
ins 14. Jabrb. die beiten Buxterie durch gramma⸗ 
tiſche u. lexitaliſiche Arbeiten tie altteftainentliche 
n. Heinrich Sterhanus u. Caftellie die neuteſta⸗ 
mentliche E. förderten. Für Die Kritik des hebräte 
ſchen Tertes ſorgte zuerſt Caprellus ır. jilr die des 
Reuen Teſtamentes Tbheeder Veza. Unter Den füle 
geuten Exregeten zeichucte ſich im 1 6. Zahrh. Heine 
I 


rich Bullinger, Martin Bucer, im 17. Jahrh. Mo- 
ſes Amyraut, Camero, Johannes Drufius, Friedrich) 
Spanheim u. Johannes Piscator aus, während 
im 18. Jahrh. Echultens um die Erklärung bes 
Alten u. Wetflein um bie des Neuen Teftamentes 
fih verbient machten. Dagegen ftellte Johann Hein- 
rich Eoccejus gegen bie von Calvin, Beza u. Gro- 
tius befolgte Methode der Auslegung ben Grund⸗ 
in auf, baf die Worte der Schrift an jeden Orte 

es bedeuten müflen, was fie nur bebeuten kön⸗ 
nen, wodurch namentlich die prophetiiche Theologie 
in den Vordergrund trat. Doch fand bie hiſtoriſch⸗ 
grammatifche Auslegung ihre Vertheibiger ın Wa- 
renfels, Turretin, Sohann von Mark u. Hermann 
Benema. In der Englifhen Kirche waren Bo- 
cock u. Lighfoot für bie Auslegung des Alten Teſta⸗ 
mentes, außerbem aber bie engliichen Parapbraften 
. Sammond, Loole, Doddridge, Clarke u. And. durch 
gu Umſchreibungen ber Bibel für die €. thätig. 
"In nenefter Zeit bat die E. in ber Reformirten 
Kirche mit der in ber Qutherifchen gleichen Schritt 
gehalten. In der Katholiſchen Kirche wurde 
durch das Tridentinum feſtgeſetzt, daß ſich in dog⸗ 
matiſcher Beziehung die Auslegung der Heiligen 
Schrift nach der Anſicht der Kirchenväter u. nach 
den Beichläffen der allgemeinen Kirchenverfamm- 
Inngen, in letter Inftanz aber nach den Ausfprit- 
en der Kirche zu richten bat. Obſchon hierdurch 
bie E. eine Beichränfung erlitt, fo haben boch bie 
katholiſchen Theologen au in biefer Wifjenfchaft 
viel geleiftet. Wie im 16. Jahrh. die Carbinäle 
Sadoletus u. Cantarini mit exegetiihen Studien 
beichäftigt waren, fo gejchah dies bei. in der Fran⸗ 
zöſiſchen Kirche im 17. Jahrh. durch Richard Si⸗— 
mon, durch Du Pin u. And., u. im 18. Jahrh. 
durch Aleranber Geddes in Schottland. In Deutfch- 
land fuchten manche Theologen, wie Jobamt Jahn 
in Wien u. Lorenz Ifenbiehl einen freieren Stand- 
punlt in der €. zu gewinnen, wobei fie jedoch nicht 
ohne Anfechtung blieben. Unter den neueren fa- 
tholifhen Eregeten find zu nennen: Hug, Kifte- 
maler, Gratz, Scholg, Stengel, Allicli, Janſen, 
Buder, Ejien, Orsbach, Neinfe, Mayer, König 
u. And. Bol. noch den Artikel Bibel VI. u. Meyer, 
Belhichte der Schrifterflärung, Gött. 1802—1805, 

e 


Exeligmos (gr. Ant), Entwidelung einer 
Schlachtordnung, Contremarſch, |. d. 

Exelmans Ohr. Erelmang), Remy Joſeph Ifi- 
bore, Baron E., geb. 1775 in Barsle-Duc; nahm früh- 
zeitig Kriegsdienſte, zeichnete ſich 1799 im Neapolita- 
niſchen Kriege aus u. wurde Murats Adjutant u. 
1806 Brigadegeneral. In Spaniengefangen, wurde 
er nad) England gebracht. 1811 befreit, giug er in 
Murats Dienfte, kehrte jedoch bald in franzöfifche 
zurüd. Er machte nun den Ruſſiſchen Feldzug u. Den 
1813 u. 1814 mit. Nah Napoleons Kal fing man 
einen Brief von ihm an den König von Neapel auf, 
worin er demfelben zur Erhaltung Feiner Krone Olüd 
wünfchte; er jollte arretirt werden, entkamjedoch, 
ſtellte fiy indeß vor dem Kriegsgericht zu Yille u. 
wurde freigefprochen Wei ter Rückkebr Napoleon 
wurde er in tie Pairslammer berufen, fübrte 1815 
eine Divifion u. begab ſich mit berjelben binter bie 
Loire. In Folge derzmeiten Reftauratien proferibitt, 
ging er nach den Nieberlanten u. Deutſchland, bie 
er 1923 tie Erfaubniß erhielt, nach Frankreich 
aurüdzufchren. 1831 erhielt er Tie ihm Durch Lud⸗ 


Ereliguss bis Exerciren 


wig XVIII. genommene Pairwurde role 
am 15. Auguft 1849 zum Großkanzler 
legion u. am 10. März 1851 zum Ma 
Tranfreich ernannt u. ft. 22. Juli 1853 I 

Erempel (v. fat. Exemplum), 1) £ 
Exempla sunt odiesa, Beifpiele anzufüh 
büffig. Exempli causa (E. grafla), zum 
2) arithmetiſche Aufgabe, bef. wenn d 
mit denen man rechnen foll, beftimmte > 

Exemplar (v. lat.), 1) Mufter; 2) 
nes von einer Anzahl gleichartiger u. ' 
Werthe ftebenber Dinge, die zum Berka 
werten, jo namentlid Bücher, Kup 
Exemplariſch, 1) was zum Mufter diene 
warnend, abichredend, jo Eremplarifi 
@remptarität, Mufterbaftigkeit. 

Eremplificiren (v. lat.), durch Beil 
tern, belegen; baher Crempfification, : 
läuterung buch Beifpiele. Exempliß: 
mentl, egloubigte Abſchrift einer Urkur 

Eremt (v. lat.), 1) ausgenommen, 
befreit; 2) (Exemitl, Esemten), fonft aı 
Schulen die Schüler der oberften Klafl 
ber ſtrengeren Schulzucht befreit, auf Di 
näber vorbereitet wurben. Daher Erimtı 
@rention, Befreiung von einer allgen 
Andern zu teiftenden Berbinblichteit. Gr: 
Klöfter od. Stifter, fonft Vorrechte ber 
Stifter, nach welchen dieſelben von ber € 
feit der inländifchen Bifchöfe befreit m ı 
dem Bapft unterworfen waren. Schon iı 
famen einige Eremtionen vor, feit ven 
mehr, bei. im 11. u. 12. ungeachtet I 
ſprüche ber Biſchöfe u. der Mißbilligung 
St. Bernbart. Kaifer Joſeph II. hob 
tionen 1781 anf u. wies die Klöſter an dir 
ibrer inländiſchen Brovinzialen unter | 
Erzbiſchöfe u. Biſchöfe. 

xen, Stadt, ſo v. w. Egisheim. 

Exenteration (v. lat.) 1) Ausw 
Eröffnung u. Entfeerung ter Bruſt⸗ u. ! 

Exequätur (Exgeguatar, lat.), er ül 
Regierung ertheilt das E. wer fe « 
accreditirten Hanbelsconful (f. Conful 3 
u. bemjelben die Ausübung feiner Yun 
ftattet; fie giebt das E. zu rück, wı 
Conful einer fremden Macht nicht zur il 
benheit benommen bat u. fie ibn daher 
nicht mehr anerfennt. 

Erequien (v. lat.ExequYae), 1) (röõm 
chenzug, Vegräbnißfeierlichkeiten; 2) üı 
liſchen Kirche die Meſſen für Verſtorb 
meift einige Wochen nach deren Tode geha 

xequiren (v. lat.), durch Executio 
lung cd. teilung, wozu Jemand rechtii 
tet, — B. verurtheilt iſt, beitreiben; ba 
rer, ſo v. w. Executor. 

Exerciren (v. lat.), 1) einzelne S 
kleine Abtheilungen in der Stellung, ! 
in den Wendungen, dem Marfchiren (B 
geu), ben Griffen mit dem Gewebr 
Evolutionen (f.d. a.) üben u. fo den Sol 
Lihft auszubilden ftreben; zımveilen c 
Ubung ganzer Züge, Compagnien, Bat 
zur Stärke eined Regiments. Weiu fid 
liber letztere hinauefiredt, auch wenn | 
auf einen Heinen Raum befchräntt, n 
Manöver (j.d.) genannt. Bis etwa 


Exercirknochen 
ıhrh. wurden biejemigen Diilitäre, welche 
em Ginüben ber Soldaten befchäftigten, 
Rer ( Zrillmeifter) genannte. Seitbem 
Iueblihung ber Golbaten von den Lff- 
jeben. % bei dem E. gelehrt wirt, 
Prereitiam ; was gelehrt werben fcll, be⸗ 
’ ement, weiches das Detail 
erfchreikt, fich jedoch meift auch anf 
tbeilungen, bis zu der Stärke einer 
is, erftredt, ſ. n. Reglement. Tao E. 
uf einem Play (@rereirplagı, der nach 
verſchicden iſt. %äür Infanterie jucht 
mlich einen ebenen freien Play, für Ca⸗ 
en ſandigen, für Artillerie einen mäg- 
Octen, Tür Linieninianterie einen ebe⸗ 
Eirailleure einen moglich durchſchnitte⸗ 
aus. ta Ztibten, wo große Garnifenen 
zumeilen @rerchbäufer gebaut, um in 
‚rourpen zu Fuß, auch wohl Kavallerie zu 

m er u. in ber Kälte eyerciren 
35 größeren militäriſchen Übungen mer- 
zuppen im einem @rercirisger vereinigt, 
1 Zelte ce. Baraden bie Mannichaſten u. 
eben. Die bei Friedensmanẽvern, ſe⸗ 
Ealnihüfien sc. wermenteten Patronen 
Far BeNBt man @rerciryatronen. 

‚ Berbärtung bee Zellgemebrs 
ernuq von Enedenmalfe, bei bei alten 
am vorderen Theile der finten Achjel ale 
Ertzündungen im Zellgewebe durch 


rs 
teion (v. lat.), 1) gelehrte Unter⸗ 
ne Abhanelung; baber 2) jo x. m Ab⸗ 


kien , |. Exercitium. 
ftinmlat.),I)Übung;2)(Icriptum), 
ı Ben Echiilern von Lebrern gegebener Auf: 
benteiben zu Hauſe mit Anwendnng von 
An, wie Des vexikons n. ter Grammatik, 
ere Sprache zu Übertragen; 8) Diilitärm. ., 
Bafien u. im Marichiren, f. u. Crer- 
(Exereitia spiritwalla).. geiftliche Mikun 
& melde ter fromme Sinn genäbrt . 
e Leben geförtert werten fell. Schen int 
tem Zeiten fegte man im ter chriſtlichen 
dergleichen Übungen einen großen Wertb, 
ı Bamals ven Geiftlicen u. beiligen Män⸗ 
s ſelbſt qebalten, tbeils ben Gemeinden 
u. fanden bef. in Den Kiefiern eine ſebr 
Kufnabme. Im 16. Nabrb. verfante Ignat. 
%e Exzerritin spiriualin für Die Jeſuiten, 
tem Rapftauerrüdiich beftätigt, von Aleys 
als Merlulla aacıseos s. Exerecitia N. 
eichrieben n. von Weſiboff neu berausge- 
ren. Wäbrend man in der alten Kirche 
ı, Die Faſten, die Quateniber ı1. andere 
‚age als die geeignetften Zeiten für dieſe 
keftietgte, fo werden bier die frommen Der 
a auf einen Jeitraum von 8 Tagen ver- 
sidnum). Nachdem tie E. eine Zeitlang 
tenheig aelomımen u. nur tbeilmerje von 
ver Übernahme ihres Amtes in Anwen- 
acht werben waren, wurden fie in neuerer 
& Ordendgeiſtliche wieder eingefübrt 1. 
ir cutb Da, wo feine Klöfler maren, na⸗ 
a ben Rbeingeaenten, viel Theilnabme. 
jse ir., ipr. Eier), der won ber Haupt⸗ 


& cine ſtarte vinie abgeionterte, untere 


bis Exhaliren 7 
Abſchnitt auf ven Münyen; entbält meiſt bie Jch⸗ 


zenabt. 

xetaſted, Gatt. der Schlupfweipen, ber Gatt. 
Banchus ähulich; Art: E. fornicator, ſchwarz, 
Schenlel u. Schienen rotbgelb,; 5—7 Tin. lang. 

Ereter (fpr. Eftfeter,, 1) Hauptſtadt der eng⸗ 
lichen Grafſchaft Devonihire, au Er: Sig eines 
Biſchofs, deiien Diöcele außer Dewonibire noch dem 
gregten Zbeil ber Grafihaft Cornwall uunfaßt; 
St. Beteräliche (Kathedrale im gethifch - normans« - 
niſchen Style, 1197 — 1397 erbaut, mit einer 
der größten Gloden ven England [Great Tom 
ot E. genannt), 12,500 Pfund fehner), außer 
rem ncch 19 andere Kirchen, biſchöflicher Falaf; 
zablreihe Wehlthätigkeitsauſtaltenn u. milke Stif⸗ 
tuugen. rüber bedeuteude Gemwerbtbätigleit im 
Wellenwaaren u. Serge, ſeit Einfübrung ter Mar 
ſchinen aber gefunfen. Saufen, Rhbeberei, Handel; 
Schiffe bis zu 150 Tennen gelangen auf dem Ex 
bis an bie Stadt; Eiſenbabhnverbindung mit Yrie 
ftel, Barnftaple u. Biymoutb; ſebr fruchtbare, an 
Getreide u. Toſt reihe Umgegend: 40,700 Em. — 
E. ift das römiiche Isea Dumnoniorum, tie Wal⸗ 
lijer nanıten es Caer-Iak, bie Angelſachſen Eax- 
ancester (Ztatt am Ex). Bis ins 10. Jabrb. leb⸗ 
ten Briten mit Augelfachjen in E. vermiſcht; aber 
unser König Adelſtan wurden tie Briten aus E. 
vertrieben u. Die Stadi befeftigt, feit welcber Zeit fie 
eine ter beiuchteiten u. reichften Handelepläbe Eng⸗ 
Lands wurde. 26509 wurde Das 1032 aus ten Bie⸗ 
thümern ven Cornwall u. Irchiton gebiibete Wie» 
SUR nech E. verlegt. Wilhelm dem Eroberer ver⸗ 
sagte E. ter Eid der Treue, werbalb derſelbe von 
der Normandie aus die Stadt angriff n. 1067 eins 
nabın: Graf Balduin de Molee, zum Vicomte von 
E. ernannt, befeftigte Die Statt ven Kenem. Bes 
lagert wurde E. in ben Kriege ter Weißen ı. 
Rothen Rofe ven Lem Grafen Hugo Ceurmey 
von Teevenibire, 149% ven Berlin Warbed u. 
bei tem Auiftante Cornwalls gegen Etuarb VL 
von ten Enpörern. 2)(Zg —A 
Fluß im Staat New⸗Hampfhire (Nordamerila), 
miüster in ten Piéecataqua-River; 3) zweite 
Hanpiſtadt u. Gerichteſitz ber Grafſchaft Rocking⸗ 
bam im Staate New⸗Hampfbire (Nerbame- 
rifa\, am E., 4 Kirchen, Pbillips's Alademie (1781 
gegründet), Baumwollenmanufacturen, Papiere 
mühlen; 4000 Gm ; 4) Städtiſcher Bezirk mit 
Poſtamt (Pont-townahip), in der Grafichaft Per 
nobicot im Etaute Dlaine; 2000 Em.; 5) Ztättie 
fher Bezirk mit Poſtamt in der Grafichaft Wa⸗ 
ibingten im Staate Rbote- Island; 1800 Em. : 6) 
Stäbtiſcher Wezirf mit Poſtamt in der Gratichaft 
Berle im Staate Pennioivanien, an Der Pbiladel⸗ 
pbia-Reading-Eiſenbabn: 2200 Em.; 7) Städti⸗ 
ſcher Rezirk mit Poſtamt in der Graiſchaft Yırzerne 
im Ztaate Beunivlvanien, am Suequebanna⸗-River 
1000 Ew.; 8) Städtiſcher Yezirk init" Koſtamt im 
der Grafichaft Wyoming im Staate Pennſolvanien, 
am Zusguebanna-Hiver. 

Erfoliation ır. Iat.), Abblätterung: @. ber 
Anoden, Abtiätterung der Knochen, Trennung 
durch Uraud (Nefrofiar abgeitorbener, Heiner, blät⸗ 
teriger od. anderer Auecbenitüde, ala Deilereceh 
der Natur. Taber @rfotiationd: (@rfotiativ.) tre- 
yan. j. u. Irepan. 

Erbhaliren ıv. lat), austünften: daber @rba- 
latien, Nuddüriſiung. 


38 

Exbhauriren (v. lat.), aus⸗, erihöpfen; daher 
Exrbauſtion, 1) Erſchöpfung 32) ein Verfahren, Grö⸗ 
Ben, die durch ihre vollſtändigen Theile ſich nicht 
vergleichen laſſen, burch andere Größen zu verglei- 
Ken, die jene zwar nicht erichöpfen, aber als Gren⸗ 
zen ihnen unbeftimmt nahe gebracht werben können. 
GySauftor, fo v. m. Gebläfe. 

Exheim, Stadt, fo v. w. Egieheim. 

Erberediren (v. lat.), enterben; Exberedat, ber 
Enterbte; @rberebation, Enterbung. 

Exhibiren (v. lat.), übergeben, ausantworten. 
Sich e., fih auszeichnen. @rBibition, 1) Einreichung; 
8) (engl., ſpr. Exhibiſchn), Ausftelung, Aushändt- 

ung; baber @rbibitiondfiage (Actio ad exhiben- 
um), Klage auf Ausbändigung einer Sache. 8) 
«Exhrbltum), ſchriftliche Eingabe bei einer Behörbe. 


Exhortiren (v. lat.), ermahnen; daher Erborten, 
Ermahnungs⸗, Erbauungsreden. Exhortaterium, 
Ermahnungsichreiben. Grhortation, Ermahnung. 

Exhumation (v. lat.), Ausgrabung eines 
Todten. 


Exideuil (ſpr. Effiddtj), 1) (@reibeuin, Stadt 
am Loué im Arrondiſſement Perigueur bes franzö⸗ 
ſchen Departements Dordogne; Hohofen, Eiſen⸗ 
ammer, Fabrikation von Eiſenwaaren, Gerberei, 
Handel mit Wein u. Trüffeln; 1950 Ew. 2) Dorf 
im Arrondiffement Eonfolen® des Departements 
Charente; 1600 Ew. 


Eridia (E. Fr.), Piljgattung aus der Klaffe 
Hymenomycetes-Cupulares; —E Arten: 
E. auriculae Judae, Holunderſchwamm, 
bildet einen ſtielloſen, hohlen, aderigen, geialteten, 
ſchwärzlichen, Anfangs gallertartig zitternden, ſpä⸗ 
ter feberartigen Lappen, wurde fonft u. noch ale 
Bollksmittel in Waſſer geweicht gegen Augenentzün- 
dung, auch innerlich gegen Waſſerſucht gebraucht; 
an Holunderſtämmmen; E. glandulosa, bildet 
ergoffene, flache, gelblichbraune, auch ſchwärzliche, 
wellenförmige, mit koniſchen Warzen beſetzte u. 
daher oben rauhe Lappen; an alten Stämmen. 

Exigiren (v. lat.), fordern; eine außen ſtehende 
Schuld eintreiben; auch Erigibel, zahlbar, ſicher. Eri- 
geant (fr., ſpr. Effiichang), begehrlich, anſpruchsvoll. 

Griguität (v. lat.), Kleinheit. 

Eril (lat. Exsillem, röm. Ant.), urfprünglich 
bie Unterfagung des Allen gemeinfamen Feuers u. 
Waſſers (Aquae et ignis ınterdictio), woburd 
der mit dem &. Belegte (Interdictus, Exilirte) ge- 
gungen war, Rom zu verlafien. Mit biefer Strafe 

onnten ſowohl Berjonen belegt werten, welche frei⸗ 
willig Rom verlaflen Batten u. durch dieſen Bann 
von der Rüdtehr dahin gehindert wurben, al® auch 
folhe, welche in Rom lebten u. in Folge des liber 
fie ausgeiprochenen Bannes die Stadt verlaffen 
mußten. Die Verbrechen, welche mit der Strafe 
bes E⸗s belegt wurden, wareu beſ. Majeſtätsver⸗ 
brechen, Gifimiſcherei, Brandſtiftung, offene Ge 
walt ꝛc. Der Interdictus verlor alle bürgerlichen 
Rechte u. konnte, wenn er in Rom blieb, von Jes 
dem getöbtet werben, burfte jedoch, wenn er vor 
der Fällung des Urtheils die Stadt verlich, in einem 
anderen Staate als Bürger inferibirt werben. Die 
Ginziehung des Vermögens zu Aunften Der Ztaate- 
Laffe, war uriprüngtich nicht mit ber Strafe des 
E⸗s verbunden. Zu Ende ber Repiwlik beſtand Pie 
Interdictio faft lediglich in Landesverweiſung; im 


Anfange ter Kuiferzeit wurde fie in Depo:tatio u. 


Exhauriren bie Exmouth 


Relegatio (f. b.) umgewandelt. Daher 
be® Landes verweiſen, verbaunen. 
Exillaria, 1) Pflanzengattung aus b 
der Diatomacoae-Diafomeae-Frustul 
flache, freie, lange, fächerförmig aneinant 
Stäbe; Art: E. cryrtallina, in füßem u 


Waſſer, an Waſſerfäden; 8) Iufuforie, | 


fatsinfuforien 8) d). 

‚Erilled, Stabt au der Dora Ripari 
diniſchen Amt u. der Provinz Sufa; ba 
zum Schuß der über ben Mont⸗Genevre 
Strape u. 1700 Ew. 

Erimiren (v. lat.), ausnehmen; babe 
1) ausgenommen; 2) (röm. Recht), Derjı 
ber vor den Brätor citirt, von eiiem An 
ment), mit Gewalt ob. Liſt an dem Erfd 
Gericht gehindert wurde; 3) Jemand, n 
bem gewöhnlichen Gerichtsſiande (Forur 
rium) aus Rüdficht auf feinen Stand ob 
cd. Geſchäft befreit u. einem anderen For 
einer anderen Inftanz) untermorfen ift. 
mirte Gerichtöftend iſt, als ber Gleichhe 
richt widerſprechend, in ben meiften St 
gehoben worden. ©. Gremtion. 

Ex improviso (Ilat.), unverjehens. 

Erin, Stabt im Kreife Schubin des x 
Regierungsbezite Bromberg; 2 fatholijd 
geliihe Kirche, Klofter, Syuagoge; 246 

Erinanition (v. lat.), 1) Ausleerun: 
ber Gefäße, zufolge großen Säfteverinftei 
niebrigung, fo Status exinanitionis, f 
ber Erniedrigung Zefu, |. u. Chriftus IT. 

Eriften; (v. lat.), das Dafein; nur Bi 
a u. kann von der Vorftellung ein: 
an ſich nicht getrennt werben, indem es 
einftimmung u. das Sichgleichhleiben aı 
felnden Verbältniffen iſt. Eine abfolut 
nur Gott u. dem Weltall, Erfierem urj 
Diefem verliehen, zugeftauden werten. A 
Einzelwelen ift nur eine relative nad | 
Zeitbeſchränkungen; eine jelbftändige 
man eine Wirthſchaft zu nennen, Deren 
nicht aus einer anderen fließen. 

xiſteria (gr. Ant.), Feft mit Cpl 
bet zc., vor Aufbruch einer Arınee, auch 
weiten Reiſe. 

@riftiren (v. lat.), fein, bafein, leben, 

Ex jure (Iat.), nad den Rechte. 

ex (lat.), außer dem Geſetze; voge 
mandäto, einem Befehl zufolge. 

Ermatriculiten (vo. lat.), ausftreichen 
der Zahl der Bürger, Advocaten ꝛc. 

Ex mera gratia (lat.), aus reiner ( 

Exmes, Etadt im Bezirk Argentau d 
fiiden Departement Orne; 1000 Ew. 

Exmittiren (v. lat.), des Beſitzes entf 
treiben; daher Exrmiſſion, Entſetzung aus d 
Exmiſſionsklage, Klage, daß Jemand aus! 
gefetzt werde, 3. B. von Seiten eines We 
gegen einen Miethsmann, wenn derſelbe I 
erlaubt, in der gemietheten Yocalität 
fenft Gründe den Vermietber berechtigen, t 
contract als aufgehoben zu betradyten. 

x more (lat ), nah Zitte. 

Ermoutb, Stadt an ter Müntung 
ten Kaual, in der englijchen Grafſchaft D 
cin febr bejuchtes Scebat, außerdem nur 
5150 Ew. 


Ermoutb bis Exorcismus 


tb (fer. Elamautd),; Edward Vellew, 
$.1757 iu Dever: nabın 1770 Seedienfie, 
mebreren Kriegoichijfen Fabrien nach den 
fein u. dem Mitelmecere u 1777 auf 
latuſee in Rorbumeila, wurde bier durch 
atien des General Vourgeyne gefangen, 
brenwoert entlafſen, machte ale Schiffs. 
189 Ten Krieg gegen Fraukreich mit Aus⸗ 
it, mwurte 1782 Schiitöcapiran, focht ven 
Lie Franzeſen, nahm das erſie fran- 
ig in dieſem Kriege, erbielt 1794 das 
über Die weſtliche Geſchrader, nabm 
, Bledirte 1749 Rechtiort u. fanı 1802 
Unterbaus. 18Iwurtde ei Contreadmi⸗ 
Ben Flegge u. Commandenr ber Sta⸗ 
idien, 18IViceadmiral, bledirte dann 
wurte 1514 al Lord E. Peer. 1816, 
went rer englıfhen Seemacht im Miitel⸗ 
2 er beauftragt, mit den Varbareslen⸗ 
mm tes Friedens mit Sarkimen u. Nex- 
erternung ter Joniichen Anjein u. Der 
ver EHarerei zu unterbanteln. Zunie 
gingen cuf Die von ibm geftellten Fer⸗ 
mm, Meier mußte er jedoch erft durch 
sgregeie Tagıı nötbigen u. beſchoß tee» 
tafı. Er farb 1843 in Lenden. 
fBgelf ine. Ettsmauttgeiti, Vuſen bes 
.ceans an ter Wefilülte dee Auftral- 
21° fübı. Or. 132" meftl. Yänge 8. 

j, geb. 1802 in Wien, ftutirte die 
Khaften daſelbſt u. in Pavia, wurde 
ter Phileſopbie in Wien, 1531 Fre» 
27, 1848 Miniſierialrath im DMinifte- 
tentlicben Unterrichts u. farb 1953 in 
Mimifterialcemmiilar ter Lembardei; 
7 Rominalismus n. Realiemue, Prag 
Biuchotegie der Hegelſchen Schule, U. 
2 £-fte.: Über Yeibnit's Univerialmii- 
1643; Die Yebre ven der Einbeit bee 
Seins, ebd. 1545. 

ı (lat), anfer Verbindlichkeit. 

s (fat), von jeßt en. 

ıtha E. Labill.), Bflamzengattung and 
ter Umboelliferse-Smyrneae, 5. &l. 
; Art: E. heterophylia, in Eyrien. 
u8 ıE. Lahill.), Pflanzeugattung aus 
ter Santalacrae- Anthoboleae, Mo⸗- 
nerie Z..; Sauptart: BE. cupressifor- 
°, faum armetider Baum in Neubel⸗ 
eftem Holz, einen Wtättern wie Cy⸗ 
Zweige find am Ente merelartig er- 
Brüche fteden in dem erweiterten re⸗ 


ta, Familie ber Langihmwänze (1. d.) 
n. ter Krebie. 

8, Partung ter Familie ber hechtar⸗ 
Aofler; 1. Zltegeich. 

 (gr.), Harnbiaſenverfall. 

a (v. gr.), 1) der Ausgang: bel. 2) der 
“gang eines Dramae; 8) Lied, beim 
# Sher® gefungen; 4) Nachibiel nach 
jdie, beitern Charaktere. 


Vgl. Atel- 


men, ani deren Durchſchnitt die Jabresringe nach 
zu ichen ſind. 

Erogonium (F. Choi-, Afterwinte), Gat⸗ 
tung aus ber Familie ter Conv Ivula-eue-Con- 
volvulese; Arien in Weſſindien, von Anteren zu 
Convolvuluu geiegen. 

@rensra (FE. Sow., Schnörkelmuſchel), 
feiſile Muſchelgaitung, der Subichrainuicel (Gry- 

heat) u. Auſter (Outren) verwandt, durch ben 
eitwärts umgebegenen Yudel obr od nierenför⸗ 
mig, bäufig in der Kreide verlemmend, io: E. 
(Vstren) baliotondea Som... im un eren Pläner 
von Zadfen u. Föbmen, im Stletbon ÄAorddeutſch⸗ 
lands, tn Grünfand Euglands u. den entizre.hene 
den Schichten Schwedens. E. (VO t vn) Columbe 
(Gryphara Columba) Zam. im eberen Quader. 

@rotatafoiloi (gr.), 1) außerhalb tes Yezirte 
des Seſiele ter Patriarchen (Katakoile eo), au 
etwae niedriger Sitzende; 2) ſeit Den 5 Jahrh. 
tie 5 Reiſitzer des Patriarchen zu Ceuſtaninopeh, 
meiſt Preeboter, ſpärer Dialonen, von hohem 
Rang, nämlich: der O conumus mngnus. Sacol- 
larius in.genus, Uhartophylax magnur, Char- 
toplalax u. Suerellarius, 

Erefioniten, Secte der Arianer, 1. d. 

(Erolöt v. lat.,, veralict; Taler Erelekciren, nero 
alten. 

Exrkmis ıyr ), Unterleib ohne Armel; Tracht 
ven Zllaren u. geringen Terionen. 

Eromologkſis (ar.:, überbaupt Belennmiß; 
beſ. Hlanbenabelenmenin. 

Cromofle (yr.), Die Ablehnung eines Amtes 
mit eitlicber Erbärtung der Gründe. 

Grompbälos ar. :, Nabeilvorfall, Nubelbrud. 

Eroneiroginud (Froneröns, gr.), nächtliche 
Pollutien. 

Eroneriren v. Iat.), ven der Laſt befreien; 
daber Eroneratien. Enuaſturg 

@ropbtbalmie 'v.ar.), 1) Hervortreten bes 
Augapiels aus der Auzenbäble, durch acuten ed, 
chroniſchen, entzüntliden Zuſtand deſſelben ob. 
lrantbaſte Veryrößerumg deſieiben: 2) Augenvorfall. 

Erorahel (v. lat.), erbittlic. 

Erorbitant (v. lat.\, Ubermaßi], außererdent⸗ 
lich, ungeheuer. Daher Prorbitang, Ubertrieben⸗ 
beit, Abenteuerlichkeit. 

ESrorciömus (v. gr.), die Handlung bei der 
Taufe, wobei durch den Gebrauch einer ſeierlichen 
Beſchwörungefermel die Austreibung bes Teufel® 
aus dem Täufling bewirkt wird. Erſt ſeit dem 
Ente des 2. Jabrb, u. wobl zuerſt in Afrika, jaud 
dieſer, mit Unrecht aus Stellen Des Neuen Teſta⸗ 
mentes (1. Kor. >, 3 u. 1. Tine 4, 20) abgeleitete 
Gebrauch, welcher mit ter Abichwörung des Nöten- 
dienſies u. mit der Auerreibung Der Tämonen bet 
den Anden in Berbintung geſetzt wird, ftatt u. 
wird ichon bei Tertullian, Trigenes, Kopriait er⸗ 
wäbnt. Zei. Auguſtinus wurde der E. bei allen 
Täuringen, Die man wegen der Erbiiinte in Der 
Gewalt des Zeunds glaubte, in Anwendung ger 
dracht Die Neſieriauer baren ihn ab, aber in 
der Morgen u Arenbländuden irche wurde er bei⸗ 
behalten u. wen Den Zetelajt fe m vertheidigt. An 


(gr.), 1) Autgang; 2) das 2. Und ‚ der Wömidkarboirichin Nıuche finder er noch fürn 


Yo /Iat.), von Amte wegen. 
(@regenith, v. yr.', austrärte gewachſen. 
ten, Verfteinerungen ven Yaunfäme 


lich ſiati. Zwingli war dage ren, vutber u. Melanch⸗ 
than ateı dafur, u. fu wurde der E in der rutberi⸗ 
ſchen Ri.de Gebrauch, eben die Symboliſchen 
Bücher michrs darüber haben. Denn nach dem Xleis 


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Erornatien 2. .::. ‚ —s —e 

Exorrhizus : £it,,, nedızizeis, wenn tor 
Büretır zız Keimıs aunmiellar zer une der 
juigen LManje bh cerängeri, cone eine Ihe: 
actia⸗ Dust. —ES zu mäler, 3. B. cei der 
Paimen a. Zrarzı. 

Erosmeie, die con Tuttechet endedie Erichei⸗ 
nung, cap un eieß mir einer Auiiciang, deñen 
eine Slzıe cc einem renden körper, z. B. eier 
Yiemerzi, zekiizer rerrz u. Las N in einer Tibs 
teren „chuna bafınzzt, sulmaıg leezer wirt, indem 
tıy KNatiee in oreheree Zum ät sur ſtarkeren 
innz auzeritt, ala bir gelötte Zucht bereim. Dal. 
SCit comne ie. 


* E. »pe: ja- 
⁊ PFredigeẽ 


Erofſporium F. Link), Piſanzengattung aus 
ker Aaunılız tee Hy phörmycetes-Dematicı, ve. 


ara nat zit Heliwinthosporiim gerechnet. 
Groftemma !Ek. IIuM“. u . Banyıt . Tilanzeus 
qatiungane er ganmite der 7 ubiaceae-Lincho- 
puceae-O juchoneae-Kucırnchoneae, Schwillen 
CA. a li. I. Octu. .: Zaume u. Ziräucer, 
rent ea abet, mit weißen CD. Tetsischen 
Wr, walten Liactern, verragenden Staubbeu⸗ 


= ** je en une: 


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wat. 2.2 223 DIET SINEIET, TIER SE 


em wn N 


SiISTISE ZIIIER mann 2. —— 202 X 
Bonn: a. namd nu ıı Fenshennte 
merrin Bauen, 


Ex pacto et convento ..=:. . 2:5 
7 u. = u- Vamtloniz ne. 

Ermaily Et. Viareell dr. Täza 
—— z: ini. zöänreranictu 
warten Zereruemeni gas —A N 
Sare cine Reise un Beiafinen Lior 
Krgezm Szenen, yarı Theil IsU 

Imeanenezerid it dae Porlommen ver 
in diciem Baieit. 

Erpandiren =. 1a:.-, zuitebuen, a 
@rvanübel, sceiiaiter. Grpanfible Alı 
Eas. Erpantbüitar. Arureonsarli En 
Auedernun 322) Adtzerrung dee Tampie 
Zar Is 'dıne, 1 0 11. A: di. &rpa: 
debnend. Erpanafivfraft , Austeonungelt 

parte i:!., zum abe ren Sci 

Erpatriatien ır. lat., Vericſſunget 
lander, AMiamankerung. 

Expectatio . tat. ‘, Erwartung. E. b 
rlae. Erwarzung der Entbindung Variä. 
den In. ed. 19. December geieiert. EB. Si 
v. rc. Yandzscamy. 

Erpeetative Methode (Neo, av 
Deilverfabren bei Krattbeiten, De ven 
lauten u. wo jeder Eingrenj ichaden würde 

Erpectiren v. ı, I)erwartcen: 2 
ſchait auf eꝛwas baben. Daber Ervectanz 


'or 


Anwrarijchet, ı Grocctant. welcher ei 


Expectoxixen bis Grylobizen 


. @rpertisiren, Einem Hoffnung machen, 
astichaft auf eimas geben. Erpetativen 
gberrete, l.itterae od. (iraliae expec- 
, Anmwarrichaften, welche Bipfte od. welt» 
⁊patrene auf geiftliche Benefizien, Die erſt 
werten icliten, ertbeilten, wurden vom 
liſchen Cencilium abgefchafft. 
teriren ıv. lat.), fi e., über eine Ange 
‚weile Eorgen or. Mißmuth erregt, Las 
arten. Zauber Erpectoration, 1) Ertiä⸗ 
weeinanterfenung: 2) Serzeneergießung: 
). ber Auswurj von in den Yungen er» 
Echleim, auch wobl Kiter, durch Huften. 
zeude BRittel «k.spectoranfYa), innere Wit 
e Susmurf befördern, ſchleimige er. jüße 
Kiihzenmurzel, Yıiquiritienertract, Feigen 
f. ah Arom eitbaltende, wie Fenchel⸗, 
un. warmes, wenig reizendes Serränt. 
diren ın.iat.), I) ab- u. ausiertigen: 2) für- 
enden: 3) geichwind aus ter Welt fcbaften. 
geidaring. —— Hülis- Auslunſte⸗ 
Brzehizat, 1) Ausiertiger jchrijtlicher Auf⸗ 
stelelle n. dal.; 2) Titel von einem bios 
ben, nıdıt beratbenten Witglieb einer Bere 
yebehärte; Naher 3) jo dv. w. Hulftarbeiter. 
iv, 1) Beförderung, 2) Berfencung ; 3) krie⸗ 
ung jur Seen. zu Lande; 4) Lo⸗ 
bie, bei einem Geſchäft nöthigen Schreibe⸗ 
sblungen sc. beforgt werben. Vgl. Bureau. 
Hiren (vn. lat.), 1) vertreiben; 2) enterben; 
‚pelleufva, austreibente, bei. 2 
Ne Nittel 


ediren (v. lat.), audlegen, für Einen be⸗ 
Daber &;penten Espenaae), 1) Auslagen; 
Expemae crimiaales, fo v. w. Criminal⸗- 
renabuch, 1) ein Buch, worin tie Aus⸗ 
ffgezeichnet werden; 2) bei Berichten das 
Ketirung der Proceßloſten. Grpenfarium, 
wg tes Geridhieleiten 

shlstion ıv. lat.), Ausfiellung einer Quit⸗ 
tttrung im Contobuche. 

ment iv. lat), 1) Berfuch, Prebe, fo 
mtam crueis, Berſuch, Probe bei tem 
Art Scziesurtbeil; 2) bei. ein Rerſuch, 
fmltat ſchon befannt ift, jedoch zum Beweis 
ber Yebriäpe wiederholt wird; bie Na⸗ 
ichaẽt ter Alten frügte fich jaſt ausichlich- 
phileſophiſche Epeculatien, erit ſeit Ga⸗ 
haco v. Berulam ſchlug man ben Weg der 
ig ein, d. b. man bemühte ſich, tie Wegriffe 
Ratureriheinungen nicht als reine We⸗ 
b fich berans zu ſchaffen, ſondern juchte fie 
Icharf ten wabrgenoınmenen Beränberuns 
techend zu bilden u. beichräntte fich zu dem 
n anf Beobachtungen ker Kribeinun. 
sie fie Die Natur jelbit, unter dein Zuſam⸗ 
: der mannidischiten Umſtände oftmals 
Barbierer, fordern benutzte weſentlich das 
u Berjuch, wodurch tie Körper kuͤnſtlich 
Berbälmijle verſeyzt werden, daß fie nur 
rtung einer gewiſſen Durch die Willkür 
zimentatere befimmten Zabl von Nräften 
m u. bei Bermeidung aller fremtartıgen 


auf befrimmte ragen durch ıbre Verän⸗ 


 ketimimie Antworten eribeilen. Eine ge» 


wrariung ber Naturericheinungen näch 


. Zar ıft dabei netbwendig: Taler Dient 


4 
fommnuug ber bie menfhliden Sinne unter- 
ftügenten Inftrumente zur Kertbilbung der Rate 
wiſſenſchaften, dazu Lie weitere Ausbildung bes 
Calculs, bem es fogar möglich geworden ifl, bar) 
tie Bahriceiniichleitärehnung st. die fogen. Me⸗ 
tbote ber kleinſten Quadrate bie Grenzen ber 
mwabricheinlichen Febler ter im E. beobachtete 
Größen zu berechnen. Daber Erperimental, dur 
Rerſuche beſtätigt. Erperimentaipbunt, Phyſil, ine 
dem fie ſolche Ge anſtellt. @rperimentizen, Bere 
ſuche anftellen. 

Erpert (v. lat.), erfabren, kundig, ein Sachver⸗ 
häntiger, bei. ein jolcher, ber zu Layuticuen ge» 
richtlich vereibigt if. Erpertiſtren, ducch Sache 
berhändige eine Unterfuhung Erpertiſey anſtellen 
laſſen. 

Expiliren (v. lat.), ausplündern, beſtehlen. 
Daber Erpilation, die diebiſche Beſitzergreifung einer 
Sache; jo kıpllatie heredltati«, Entwendung von 
Erbitüden, |. Diebſtahl. Erpilator, Erbſchaſtädieb. 

Expiiren (v. lar.), verſöhnen, befriedigen; 
daher Erpiabel, filbnbar, verſöhnlich; Erpiation. 
1) Büßung, Sübne; 2) Genugthuung. Erplateriſch, 
verſbnend, düßend. 

Expiſeiren (v. lat.), ansfiſchen, ausferjchen. 

Erplanaria (E. Z.am., Turbinaria ()k., Gem- 
mipora Blainr., Flachkoralle), Korallengat- 
tung aus ter Urtnung P’hytocorallia, mit blät 
terig od. lappig ausgebreiteiem Stamm u. röhren⸗ 
ſörmigen Jellen mit fjeitlihen Eprößlingen; bie 
Zellen münten an ter Cberfläche in größeren ob. 
geringeren Abftänten von einanter. Fofſil erfcheins 
diefe Gattung fhen im Graumadengebirge, mehr 
tere Arten finden fih ım Muſchelkalk, im Aura m. 
in Den jüngeren Bildungen, einige leben nody. 

@rpleniren (v. lat.), ebnen, erflären, auelegen; 
Daber @rplauatien, Erllärung, Erläuterung, Aus⸗ 
legung; Erplanatoriſch, erllärend, erläuternd. 

Erpleiten (v. lat.), anefüllen, ergänzen; baber 
Erpiement, Ausfüllungsmittel, @rpietion, Ausfäl« 
lung, Ergänzung. @rpletto, ausfüllend, ergänzend; 
@rolettowörter (Lapleilra. Erplelivae parlirulse), 
Austüllpartilein, Flidwörter, nannte man fonfl 
Partileln, Die man ın ver Mutterſprache nicht immer 
Durch cine entſprechende erjegen fann, wie dn. Yd, 
quidem. 

Expletöria actio ilat.), |. Actio. 

Grpliciren ıv. Iat.), erflären, Deutlich machen; 
Pater Erplicabel, erflärkar, ertlärlich; Erplicatiw. 
ertlärend, erläuternd; Erplicativpartikeln, jo v. w. 
Ert.ärungepartilein. 

Erplicitte Kunction (Math.), wenn zwiſchen 
zwei veräuterlichen Größen x u. y eine Gleichung 
Fix, y) == 0 beitebt, melde für y ſich nicht auflöſen 
läht, od. Tedy noch nicht anigelcit if, ſo beiße y eine 
unennvidelte ed. implicirte Function wen x; iſt 
dagegen die Gleichung fix, ) —0 für y aufgelöſt 
werden, fo daß man bat y == fix), ſo beipt Nie 
nunnichr cine errlicirte Function weit x. 

Explicit \lar.), riclleicht Abbreviatur für ex- 
pliritum «est volumen), Die Bücherrelle iſt ganz 
anfgewidelt, d. b. iſt am Ente: Faber: es iſt been⸗ 
tut, iſt aus, am Soluſſe alter Pandjchrifien u. 
Drucke beigefügt, im Begenjag von incipit, bb. 
fängt an. 

Explicite (lat.), teutlich, ausbrüdlich. 

Erplediren ıv. ir.‘, aus⸗, loebrechen, Inalflen. 


ch tie unbegrenzt fortichreitende Bırvolls |, Egplobirende Baumwole, ſo v. w. Schieüͤbaumwolle. 


42 


Exploitiren (v. fr., fpr. Exploatiren), gericht- 
liche Aufträge ausfügren; ausbeuten, bemußen. 
Exploitabel, verpfänbbar. 

Exploration (v. lat.), 1) Ausforfhung, Prü- 
fung; 2) bie Unterfuchung von Krantheiten mittelft 
der Sinne od. dieſe unterftiigenber Werkzeuge, durch 
die fogenannte phyſikaliſche Erplorationsmethode 
(Bercuffion, Balpation, Aufcultation), auch von 
Wunden durch eine Sonde ( Erploratorium) 2c.; 
8) E. während der Schmangerfchaft ob. bei der Ge⸗ 
burt von bein Geburtshelfer, od. der Hebamme, 
durch Touchiren, mittelft eines ob. mehrerer Kinger, 
od. der Hand, od. burh Werkzeuge durch bie 
Scheide ꝛc., zu erlangende Berfiherung des Zu- 
flandes der Geburtstheile, inſofern foldyer auf das 
Geburtsgeſchäft Bezug hat, od. ber Lage des Kindes. 

Erplofion (v. lat.), Die energifche Kraft, welche 
Gasarten äußern, ment fie aus einen gebundenen 
Zuftand in einen freien übergehen u. elafliich werben, 
od. unter Erhöhung ihrer Glufticität, bef. durch Er⸗ 
hitung, ebenfo auch tropfbar flüffige Stoffe, weun 
fie Gasforın annehmen, 'u. wenn folche durch einen 
Widerſtand in ihrer Ausdehnung gebenmt find, 
durch Veſiegung dieſes Widerftandes, in Steigerung 
ihrer Kraft, od. bei Vermimberuug des Widerftan- 
bes. Sie wirken uuf die Körper felbft, welche zu 
Leiftung bes Widerftandes unzureichend werben, in 
dein Verbältniß, wie ihre Kraft eine überwiegende 
if, als Stoßfraft. Das Schießen mit Feuergeweh⸗ 
ren, Sprengen der Minen, Eruptiouen von Vul⸗ 
canen 3c., find Een. Daher Erploflonsfläge,, bie 
Ebene des oberen Kreiſes des Minentrichters. 

Erponent (v. lat. DMuth.), 1) E. einer Bo» 
tenz, bie Zahl, welche angibt, wie vielmal eine 
gegebene Größe ale Factor gejetst od. mit ſich felbft 
multiplicirt roerben ſoll; ber E. wird durch eine 
kleinere Zahl rechte Über ber gegebenen Größe ange» 
zeigt, -. B.m’—=n.m.n; 55 >C5><5>C5; 
2) E. eines Verbultnijfes, der Quotient, wel- 

er ſich durch Divific des einen Gliedes des Ber- 
bälnifjes mit dein anderen ergibt. 

Erponentialgröße (roonentielformel), eine 
transfcendente Fuuction (f. Function), im welcher 
Potenzen mit veränberlihen Erponenten vorklon- 
men, 3.8. ax; häufig laſſen fih E⸗n in Reihen 
entwideln, 3. B.: 





xt x? + x . 
r—|+7 123 13.3 +....ininfin. 


Eine Zahl durch eine andere erponentiiren heißt 
den Erponenten ber Potenz angeben, zu melcher 
die zweite Zahl erhoben werben muß, Damit man 
die erfte erhalte. Erponentiaigleihung, Gleichung, 
in welcher Erponentialgräßen vorkommen; fie wer⸗ 
ben, wo e6 angeht, burch Logarithnien aufgelöft; 
iſt z. B. ax — b, foiftx log. a — log b, mit 
bin x log. b: log a. Exponentialcurve, eine 
Irumune Linie, deren Gleichung eine expouentiale iſt; 
eine ſolche iſt die logarithmiſche, deren Gleichung 
= ax iſt. 

Erponiren (v. lat), 1) ausſetzen, einer Ge⸗ 
fahr ausfegen; 2) eine Stelle eines Echriftſtellers 
füdweiie in die Mutterſprache überſetzen. 

Erporthäufer, kleine bölzerne Häuſer, melche 
ſich aus einander nebmen ı. in einen kleinen Raum 
einpaden laſſen, bei. für Auswanderer. 


rportiren ıw. lat.), aus einem Yante ausſüb⸗ 


Erploitiren bis Expropriation 


Exvortatien, Ausfuhr; Exvorten, Ausgangẽewa 
Exrvorthaus, Handlungehcus, welches ſich vor. 
weife mit bein Ausiuhrbandel befaßt, b. b. int 
{he Waaren im Auslunde verluuft. Erpen 
jo v. w. Ausfuhrzoll. 

Expose (fr.), Auseinauberfetung, Darleg 

Erpofition (v. lat.), 1) Auslegung, 3. 8. 
pesiiYe Infantum, Ausſetzung ber Kinder (|. 
2) Austellung; 3. B. Expasitte sanclissYml, ü 
Katholiſchen Kirche bie Ausſtellung des Allerheil 
ſ. u. Austellung 4); 8) Erklärung, Aus 
4) der zweite Theil einer Rede, welcher Lie Aug 
Themas u. der Theile enthält, f. u. Rebe; 
Drama bie Durftellung der geſchichtlichen Bo 
jegungen u. localen Berhältniffe, welche zum 
ſtaäͤndniß der eigentlichen Handlung des Dres 
wiffen nöthig find, FÜllt gewöhnlich den erf« 
des Drama If. d.) aus. Im antiken Drama & 
E. mehr die Form einer Erzählung, mit weldge 
Hauptperfon od. ein Bote Die Handlung ein 
Das moderne Drama furcht Die Abſicht des Die 
eine E. zu geben, im Wonvloge od Dialoge} 
fteden u. leitet hifteriihe Stüde mit Bollel 
ein, welche in charakteriftiichen Zügen den H 
grund erkennen laſſen, auf welchen: bie Haupt 
tung fi entfultet. 

* post (Ex post ſaeio, lat.), nach geſche 
at. 

Expoſtuliren (v. lat.), 1) fordern; 2) % 

babern; baber Eryoftulation, Beichiwerbe, 2 

wechſel, Zaulk. 

Erpreß (v. lat.), ausdrücllich, eigens. € 
Vote, ein eigens atgeichidter Bote. Expressis 
bis, mit ausbrücklichen Worten. Erpeeflv, | 
nachdrucksvoll. Exrpreſſion, 1) Ausdruck, Du 
lung; 2) Farbengebung. 

Erprimiren (v. lat.), 1) uusträden; ®) 
Farben, od. 8) Worten Durftellen. 

Erprodriren (v. lat.), vorwerfen, tabelu 
ber Erproßration, eifrige, lebhafte Berrückun 
Unrechts. 

Ex professo (lat.), 1) offenbar; 2) gefli 
ih; daber eine Kunft ex professo treiben 
ausſchließend Durauf legeıt. " 

Erpromiffion (v. lat.), die in folge einer 
Übereinkunft zwiſchen bein Gläubiger u. ı 
Dritter (Erpromiffer) erfolgte Befreiung 
Schuldners von feiner Verbindlichkeit, wodu 
bes Yetsteren Stelle dieier Dritte tritt, alfo 
Interceifion u. privativeWlovatien. Der Schu 
wird bier ganz befreit, felbft bei nachberiger \ 
venz des Erpremiffere, u. ver Gläubiger muß 
feine Einwilligung in jene Veränderung geben: 
ift nicht Die Zuftimmung Des Schuldners u 
Erpremittiren, zujagen jür fih od. einen And 

Erpropriation (v. lat), Zmangsent 
nung), die auften Grund gefeßticher Borjchrii 
Beften eines öffentlichen Unternehmens verk 
nötbigenfall3 mit gerichtlichen Zwang realifi 
Abtretung von Privateigenthum, bei. Gruude 
tbum an ten Staat od. vom Staat an, zu 
Zwecke privilegirte Corporntienen, Seiellichaft: 
andere Perienen. Die Bejugniß des Stautes 3 
wird meilt aus einem Dom ninm eminens t) 
eigentbum, ſ. u. Eigentbum) deſſelben abge 
vermöge teilen ein Zbeil Der CEigentbumobein 
als im Staate rubend gedacht u. demgemäß 


ven; daher Eroertatel, auefübrbar; Erport cd ; ſelben das Nicht zugeſprochen wird, erforder 


Expropriation 


ifie des @igen- 


teit eis eine unhaltbare erfannt wor⸗ 
Nicht, nöchigenfalis feine Brivarrechte 
ben Beheu zu apfern, berubt im Ganzen 
x algemeinen Bũrgerpflicht, weiche ben 
Kigt, von dem Bürger Steuern, ben 
ı Geldet u. andere Yeiftungen, welche 
Iden Ruten dienen, zu verlangen; ibre 
uber i Gegenüber ber Ieteren Ber- 
pa Auebr aur eine zufällige, durch bie 
ı Water der zu befriebigenten flaauichen 
MER von keihR gegebene. Am näcdften flebt 
Ekälung ter Grundlaſten, bei welcher 
eftnbareh Frivateigenhum zum äfient- 
hen ymengtmeile aufgehoben wird. Wenn 
eiie enter & noch unterfcheitet,, jo bat 
na Gran zu darin, daß hierbei Loch nur 
z poe Behr des Staates, unmittelbar 
m Sehen ven Privatperionen erprepriirt 
Zum Rinziiken iechte finden fich auffallenter 
von Serkhriien über E. keine Spur, eb⸗ 
re Huflüieung der großartigen Straßen⸗ 
» Wauuen bel ber Römer obne einen 
m er ausgeübten Zwang 
N eriecderlichen Grundeigenibums 

zu berte I. In der neueren Jeit if bie 
zu weißen Elazten gefetzlich geregelt worden, 
nahe Erbauung der Eiſenbah⸗ 

‚ weile bie Beranlaflung zur Publica- 

er gamen Reibe von bald auf eine allge- 
eghung N propriationeweſen, balt aber 
zen be Unterftügung eines beienberen 
e⸗ tet @rproprintionägeiege ge- 
& Bin Srengen befiehen die betreffenden 
Ama. S— 11, Th. I., Tit. 1 tes 
mn Yentreits m. 68. 5s— 13 bes Eiſen⸗ 
—25. ——æ— Y Oſterreich 
er Verſchrift im Art 365 Des 

ben Guedbiche, weonach jedes Mitglied 
6, mm Falle ed das allgeineine Beſie er- 
en A, gegen angermefiene Schaklo®- 
Egenthuni einer Sache akzuireten, 
Azemeines Geſetz über Een; die betrei- 
gen werben bier bei ter Anord⸗ 
Eeneeifion ber einzelnen Unternebmung 
Su Rönigeih Baiern ift bie G. durch 
dem IT. Nerbr. 1537 (erläutert von 
a, int. 1839), im Großberzegibum 
barih ci Gefehe vom 27. Mai 1821 u. 
‚ IM Anrfürfientbum Hefien durch 

a2 ai 1546, m Baden turd Helen 
1335 (ehr ausführlich), in San» 
ck nom 8. Eepibr. 1840 u. 6. Auz. 
‚Sadfen burd Gefen vom 

335 Bei einer dazu gebörigen Verorb- 
a Datum georenet; ale eines ter 
L beſen C. cgeſetze ft das Sachſen⸗Wei⸗ 
wm 26. Ronhr. 1555 (über bie zwangs 
num für die Werrababn) auszu⸗ 
eu grantreic beſtand früber ein Ge 
rems März 1910, was nech jent 
ıj Güftigleit bat; ein neues (Heiet 

I Ri Il. An Enaland fine Die 
ER Der 5, in den bei ver Cenceſũcnirung 
“ Astinen Unternehmens gegebenen bes 
ER eriduten, melde terecb durch Die 
Verlettende Vezugnahume auf die jchon 


e Idee iſt jedoch neuer- ı (Stanılıng ordres) eine 


in den früßeren Bille enthaltenen Beſtimmungen 
gewifle Gleichförmigleit 
gewonnen baben. Belgien bat ein E-ögefe vom 
17. April 1835. Ws Dauptgrundiäne, wie fie 
fat allen tiefen Geſeen zu Grunde liegen, tönnen 
babei feigenbe gelten: a) die E. kann mur auf ben 
Grund eines Geſetzes erfolgen; in den conflitutie- 
nellen Staaten iſt daher zur ©. Nlet6 tie Zuſtim⸗ 
mung ber Landesvertretung erforderlich. Indeſſen 
braucht dieſe Aufimmung natürlich nicht immer file 
den einzelnen Kal erwirkt zu werben, wenn etwa 
das Geſetz im Voraus die Kategorien ber Unter- 
nebmungen, für welche bie E. geflattet wird, feR- 
gefiellt hat m ten Gtaatöbebörten es überlaflen 
worden ift, zu enticheiden, ob eine Unternebmu 
unter dieſe Kategorien falle. Bon diefer Art i 
j. B. das bayerifche Geſetz vom 17. Novbr. 1837; 
b) tie E. kann nur da ale zulälfig gelten, wo es 
fih um einen gemeinen Nutzen ob. Abwendung 
einer gemeinen Roth hankelt, welche auf rem We 
freiwilliger Erwerbung des Privateigenthums nit 
ed. body nur mit ben größten Hinderniſſen u. Cpfern 
erlangt werben Tönnte. Ein kloßes Privarinterefie, 
u. wäre es auch das bes Regenten, kann bie E. fo 
menig rechtfertigen, als ein bloßes Äffentliches Ver⸗ 
gnügen. Das citirte baieriſche Geſetz 3. B. läßt 
daher, abgefeben von Fällen öffentligen Nothſtan⸗ 
des (Erdbeben, Wafleregefabr ꝛc), einen Zwang 
jur —— nur zu folgenden Unternebmungen 
eintreten: zu Erbauung von Feſtungen od. lonſtigen 
Borkehrungen zu Larrbespefenfiens- u. Fortifica⸗ 
tionszweden, zu Grbauung ob. Ermeiterung von 
Kirchen, Schulen u. Gpitälern, zu Herſtellung od. 
Erweiterung von Gotrtesädern, zu Regelung u. 
Schiffbarmachung von Strömen u. Flüſſen, zu 
Anlegung, Nbfürzung ob. Gbenung ven Straßen, 
Herſtellung ẽffentlicher Waflerleitungen, Austrock⸗ 
nung ſchãdlicher Sümpfe, Veſchũthung einer Gegend 
ver Überfhmemmung, Exdauung von öffentlichen 
Kanälen, Echleußen u. Brüden, Erbauung ed. 
Vergrößerung von Häfen, Errichtung ven Eiſen⸗ 
babnen, Aufitellung von Zelegrapben, Vorlebrun⸗ 
gen von weſentlich nothwendigen fanitäte- or. fidher- 
heitepelizeilihden Ameden, insbeſondere auch zur 
Schirmung der Kunſtſchätze u. wiſſenſchaftlichen 
Sammlungen des Staates vor feuer u. anderer 
(Hefabr, fo jedoch, daß überdies in allen Fällen 
die betreffende Kreisregierung u , im alle ber Be⸗ 
rufung, der verfammelte Staatsrarb erft zu ent⸗ 
[heiten bat, ob das einzelne linternebmen auch 
wirklich Dielen Anlagen zuzurechnen ſei u bie zwangs⸗ 
weiſe Abtretung Dabei wirklich vom gemeinen Nuten 
gefortert werbe; ce) bie E. kann von ten betroffenen 
Privateigenthümern immer nur gegen velle Gut- 
ſchädinung verlange werden. Dies felgt von jelbft 
aus Ser gruntfäglich feflzubaltenten Unverletzlich⸗ 
feit Des Cigentbums u. aus der Unmöglichleit, Die 
E. aui alle Bürger gleihmäßig wertbeilen zu lön⸗ 
nen. Tie Entſchät igung muß das geſammte ver⸗ 
nünftige u. überbaupt ſchätzbare Intereſſe umſaſſen, 
was ter bisherige Eigentbümer an bein Beſitze des 
abzutretenden Eigentbums zur Zeit der Abtretun 
gebabt bit. Auf ten ſogenannten Liebbaberwert 
l'retium affeetionis) wirb daber ber Regel nach 
zwar feine Rüidfiht ſenommen, dagegen muß tem 
Sigentbünrer nicht allen ter wahre, gemeine Werth 
ter Zache nad erreübtiter MWürberung, Sendern 


' auch Era derjenigen Scäden gewähr. werten, 


SA 


ve de Eertine bite Immer. .B. 
Bud 2 arts Uxmetreiiiz (eures 
Besen, Einmz (ze meiste, 
EECACAAMASCASA te Mibe: ui: mer iger 
men Ganitertnrern Serien, korzz 
wezer Izlzıen, melden Reise re Wer 
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Grfliyiren bis Extract 


45 


» m. zur Unterbringung bes Samens; | recht auffieigenden Wänden am Fuße tes Doning 


7,9, 11 im einem mit mei Pflugftergen 
Beftell io eingeiehten Scharen, daß bie 
ı Ballen fiehenten gerate in der Witte 
euraumes geben, welchen Die vordern 
es Sefeil iſt initielſt eines Grindels mit 
dergeſtell verbuuden, od. vorn am Grin⸗ 
RR ein mõglichſt bobes, leichtes Rab. 
ze find geinöbnlich ven Gußeiſen, rund 
wen lanzeitförsnig, od. leilförmig u. ſpitz 
d. Der E. ihut weit beflere Dienite als bie 
Icert nicht mebr Zeit u. Kraft als dieſe, 
Kwei Tuyarbeit, fett aber von großen 
2.Durden ab voraus. 2) (Chir.), 
Tirpatieneuieſſer. 
dixen (». Ist), ausſchneiden. 
dathon (v. late), Ausihwitung, Durch⸗ 
‚ Nöffiger, geriunbarer Stofje (@Prfadate) 
te Bentuzurn ter Alutgeiäße auf ber Haut, 
kbazt, et. milden ten Geuſeben, uauent: 
unten ı\. d.). 
‚ wabricheinlih Eallier, aus 
dJabatd: e ur.: De bellis civililus Ma- 
wepsh ar Sertorii, zuerſt herausgeg. bon 
urg w: Scartes histuriae roman., aud) 
wit Gellräint 


a (lt 1, üngmeibe, f. u. Extispicium. 
taelto (kt), mit Still ſchioeigen 

„Flande bei Bornbolm, ſ. d. 
—— 1) augenblickllich; 2) aus 

e Daber Ertemporiren, aus Dein Steg⸗ 
deꝝ amen derttag ehue Vorbereitung balten, 
Schr über ein gegebenes Thema aus bein 
Hmaben. Extemperäle, 1) wase ter Reb- 
we Berkereitung, aus dem Stegreiie ſpricht; 
möbel zur Etleruung jremder Zpracen, 
bie Sqholet das nom Xebrer Dictirte fogleic) 
verlangten Sprache nachichreiben müſſen. 
eR id. lat., 1) ausdehucu, auaweiten; 

wersteiten, ſich erjtreden; 3) durch Cinlegen 
gen, Tencordauzſtüclen 2. ein Format 
wötchnen, [, u. Buchdrucken. Daber @rten- 
meeendar: Ertenfbilität, Austebnkarteit: 
", Änsteknung, Ausftredung, i. u. Ver 
JR Snodenkrucd, @. eine® Begriffe, bie 

eines Begriffs auf mehrere Gegen⸗ 

‚ ausbebnend, ter Austebuung 
Kitafer Größe, räumliche Größe, im Gegen: 
' . @rtenfor, ein Ausſireckmuelel. 
= amfäntiger Rachweid ber Urſachen einer 


ef, in Enaland ber ınit Hätfenollfivedung 
verbundene perſöuliche Arrcft. 

TE (d. lat.), verdünnen, verkleinern, 

a; kaber Ertenuation, Verdüunnng, Ver⸗ 

ı hrihung. 

'Bor), äußerlich gelegen. Erterieur 

hr), das Äußere, äußeres Anichen. 

(d. lat.), vertreiben; daber @r- 

as I) Berjagung; 2) (Datb.ı, je v. m. 


I (6. fat), äußerlih: daber Exteraum, 
Bert, 2) am der Außenſeite. Grternen, 
‚sRan, Erternitten. ın Frankreich in Deu 
x Infiinen Diejenigen, weiche nicht wwirf- 
Sn, Sontern blos Zubörer fint. 

ne (früber Anifter- u. Egefler- 


bei Dorn im Fürſtenthum Lippe» Deimelt. Box 
ihuen bilden 5 Pie Hauptgruppe; in dem größten, 
125 Fuß boben n. faft ebenſo breiten, iſt eine Ka⸗ 
pelle, 341 Auß lang, 13 Fuß breit, 10 Fuß body, 
ausgebauen, außen Bilter eingehauen (darunter Die 
Kreuzesabnahme); auf dem Gipfel bes zweiten if 
eine feinere Kapelle, 18 Buß lang u. 6 — 12 Fuß 
breit, man gelangt bahin durch eine Brüde von 
dem dritten Felſen. Die E. kommen urlundlich 
zuerfi im 11. Jahrh. vor; zu Ende tejielten fanıen 
fie in den Befig ber Benedictinerabtei Abtingbof, 
welche 1115 die größere Kapelle einrichten ließ, u. da 
diefelbe das Grab Jeſu vorftellen fellte, fo wurden 
zahlreiche Wallfahrten dahin unternenmen. Nach 
der Reiorntaticn fanıen Die E. in Beſitz Des Graſen 
Yippe u. ter Gettestienfi in der Kapelle börte auf. 
By. Torew, Über bie E., Stuttg. 1923; Cloſter- 
meier, Der Eggefterflein, Yeıngu 1824, 2. Aufl. von 
Helwing, ebd. 1548; Diente, Lage, Urſprung ıc. 
der E., Vünſter 1923; Deaßıstaun, Die E., Wein 
1946; Chiefers, Die E., Baberb. 1851. 
@rterritoriul (v. lat.), ausländiich, fremb. 
@rterritertalität, 1) Verbanntſein aus ben Bater- 
laud; 2) die Oualitut von Perionen, nach welcher 
biefeiben ter Staategewalt des Staates, in welcher fie 
fine, alfo auch ben Eriininalgefegen teilelben, nicht 
untertbunig roerden. Dieß iſt ver Fali bei allen regie⸗ 
renden Herren, wein fie im Auslante find, u. bei 
ben angenommenen Geſandten eines Staates für bie 
Dauer ibrer Geſundtſchaft rückſichtlich ihrer Verfon, 
ihres Gefolges u. des Befautiichaitequartiere. Im 
der Zürlei iſt tie E. auf alle Freiude (Franken) 
ausgedebnt, welche Unterthauen Der kei ter ‘forte 
tur Geſandie or. Conſulu vertretenen Dlächte fund. 
Extinction (x. lat.), fo v. w. Eyftiuctien. 
Extispicium ırdın. Aut.), Befichtigung ber 
Eiuneweide Gata) der Öpfertbiere durch beftinunte 
prieiterliche Perſonen «Extlsprees), in Der Ablicht, 
um Daraus zu prophezeihen. Beſouders beubarhtete 
ber Extiſper die edlen Eiugeweide, wie Herz, Yunge, 
Dei, Leber, Nieren, u. ſah auf teren Yaye, Größe 
u. jonftige Beſchaffeuheit. Faud er die Erta ger 
eiguet, um daraus zu weiſſagen, fo muren fie 
Exia argüta, im ertgegenyeletsten alle Exta muta; 
ließ fih aus ihnen ein glücklicher Ausgang des 
Vorbabens prophezeihen, inbeu fie richtig lagen, 
gefund, vielleicht gar doppelt vorbanden waren, fo 
biegen fie Exıa bena (E. felle\a): barten fie irgend 
einen Dlangel, cd. waren fie frankbaft (Exta place- 
larYa, E.trlstıa), fo widerrieth ob. verbot Der Ertiſper 
das Vorhaben. Das E. wurde in den Tempeln an 
geftelle u. von ten Eingeweiden ein Tbeil den Göt⸗ 
tern geopfert, ein Xheil zum Genuß der Priefler 
gelajlen. Bgl. Augurium. 
Ertorquiren (v. lat.), abzwingen, erpreffen; 
taber @rtorfion, Erpreſſung. 
Extra (lat.), 1) außerbalb, zu ungewẽbnlicher 
Zeit, auf beſoudere Veraulaſſung: Daber @rtrafaßrt, 
@rtrayug (f, Eiſenbabit) u. @rtrepoft (1. Reit): Er⸗ 
trabiatt, bei Seitungen fo v. w. auficrerdentlidhe 


I Beilage; 2) im Cauoniſchen Rechte bei Citaten Die 


De.retalen Gregers IX., abyefürzt, 1. Corpusjuris. 

Ertruct ıv. tut. Exiractum), 1) Auszug; 2) Ge⸗ 
mich verichierener Körper, weldes bei ter Be⸗ 
banttung bei. von Pilanzen- u. Ibterjtorien mit 
intirierenten, flüchtigen Yrnayemittelt u. Dur d vell 


Eruppe von 13 Zuntfteinfeifen mit jent- ı ftäntiges er. theilweiſes Verdunſten tes Yijunge- 


46 


mittels erhalten wird; bef. 3) Arzneimittel, melche 
auf brefe Weife hauptſächlich aus pflanzlichen Stof- 
fen gewonnen werden. Die &-e find dunfelbraun 
ob. jhwarz gefärbt, fie löfen fi gewöhnlich nur 
zum Theil wieder in dem Löfungemittel auf, durch 
welches fie ertrabirt wurden; es bleibt ein bunfel- 
gefänbter Körper zurſick (@rtractabfag, Apothuma). 

an bereitete früber bie &-e nur durch Auskochen 
mit dem betreffenden Löfungsmittel; jetzt wendet 
man bauptiächlich Die Auskochung, Infufion, Mace⸗ 
ration u. Digeftion an. a) Die AUſskochung wen⸗ 
der man faft ausſchließlich bei mäflerigen E⸗en u. 
bei. zur Ertraction von Hölzernen. Rinden an; es 
geſchieht in einem bebedten Keſſel Über freiem euer, 
ed. in einem fupfernen verzinnten Deftillirapparat, 
od. nah Trommsdorffs Borfchrift mittelft Wafler- 
Dampf; bydie Infufion erfolgt fo, daß man bie 
zerfleinerten Vegetabilien mit ſiedendem Wafler 
übergießt, nach einiger Zeit Die Löſung entfernt u. 
tie Operation wiederholt; man wendet die Infufion 
and bei. bei wäſſerigen Een an; ey die Macera- 
tion ift nur wenig im Gebrauch; man bebanbelt 
die Pflanzentbeile mit faltem Wafjer unter öfterem 
Umrübren, gießt Die Yöjung ab u. mieterholt bie Ar- 
heit; dy die Digeftion, bei alloholifchen, ätberi- 
ſchen u. ähnlichen E⸗en angewendet, hat ten Zmed, 
bie flüchtigen Yöfungsmittel bei ber Behandlung ber 
Begetabilien in der Wärme wegen ihrer Koftbarleit 
wieder zu gewinnen. Im Kleinen geliebt dies in 
Glaslolben mit aufgefeter langer Glasröhre, in 
welcher fih die Dämpfe verdichten; im Großen 
wendet man eine Defttllirblafe an. Nach diefen Ope- 
zationen u. dem Entfernen ter Löſung wird das in 
der Maſſe Zurlidgebliebene durch Ausrrefien ge- 
wonnen, die Flüffigleit durch ein Seihtuch u. dann 
durch Sließpapier filtrirt. Hierauf folgt Das Ver⸗ 
dunſten, welches auf manderlei Art, aber immer 
bei nicht au bober Temperatur u. fo lange gefchieht, 
biß die gewünſchte Confiftenz (@rtractdide, Ertract: 
confiftenz) erreicht ift; die fo eingedidten E⸗e nennt 
man gewöhnliche Ese; didflilifige, ſyrupöſe E⸗e 
heißen flüffige E⸗e (Diefäfte, Extracta Ii- 
quida, Mellaginen); zur Trodne eingedanıpfte 
nemut man trodne&-e (Extr. siccn). Die mit 
Hülfe künſtlicher Märme erzeugten E⸗e beißen 
warm bereitete E⸗e (Extr. calide parata); 
bie bei gewöhnlicher Temperatur dargeftellten kalt 
bereitete E-e (Extr. frigide paruta). Je nad) 
dem Lö ungsmittel unterſcheidet man: ar Mäffe- 
riges E. E. aqnoaum), wobei der wirffame Be- 
ſtandtheil ntweder mit heißem Waſſer durch Aufguß, 
od. durch mehrmaliges Kochen, bet offenem Feuer, 
mit Dampf od. mit kaltem Waſſer, unter anbalten- 
bem Schütteln, ausgezogen u. bie colirte Zlilifig- 
feit vorfichtig bei gelinder Wärme eingedickt wirt. 
Hierher gebören auch die aus ben Säften frifcher 
Pflanzen bereiteten &-e (Extracta e succo paıuta, 
E. succi inspiszati); 6) Weiniges (geiſtiges) 
E.; gefchiebt mıit Wein (E. vinosum) od. gewöhn⸗ 
lich mit Weingeift (E. spirituosum), wobei bie 
unnüten u. Dad Werberben des E⸗s ſchuell herbei» 
führenden Subftanzen leicht mit aufgenommen wer⸗ 
ken, c) mit Meingeift u. Waffer (Walfer- 
Weingeift-E., E. aquoso- spirituosum), zur 
Wiedergewinnung des 
Deftillation libergetrieben, dann bie Flüſſigleit eben⸗ 
falls durch Abdampfung eingetidt; feltener werben 
angewendet: dy Atherifches E. (E. actheren), 


Grtract bie Extrahiren 


e) E. mit Ätber u. Alkohol (E. spirit 
aetherea) u. ſ) &. mit Eſſi g (E. acetasa).: 
gewöhnlich u. mit Vortheil wendet man 2 
reitung von E⸗en die Berbrängungsmethobe | 
an, fowie zum Zwed möglichfter Eriparniß ei 
u. Heigmaterial, u. um das Verbunften zu 
eben , mandherlei Apparate conftruirt worben 
r vonRomersbaufen (Romershaufeniche 
Real (Realſche Prefie), Bonllay, Robiquet, 
tron, Payen (Exiracteur à dis on 
tinude), Mohr, Antbon u. And. 

Extraction (v. lat.), da® Auszieben. ¶ 
tiondpreffe, Realiche Preſſe. 

@rtractiv, ausziehen. Ertractivzucker fe 
Slycirrhizin. 

Grtractivftoff (Chem.), bie in ben Med 
u. pflanzlichen Säften gelöſten organiſchen M 
weiche nicht Eruftallifirdar find, keine 
fchen Verbindungen eingeben, nicht flüchtig 
Waſſer, meift auch in Alkohol, löslich find; 
weile alfo wenig charafteriftiiche Cigenf 
zeigen, auch nicht won einander getrennt ® 
Dargeftellt werben können. Als löslichen Bel 
tbeil der Pflanzen fand Boerhave, neben den 
damals befannten Gummi u. Harz, einen b 
in Waſſer u. Alkobol löslichen Körper, weid 
Materia hermaphroilita hannte. Ale Mas 
saponaces (Seifenftoff) unterfchieb Scheele 
ähnlihen aus ten Citronen bargefteflten 
welcher Name fpäter fiir löeliche Pflanzenſt 
braucht wurde, deren Löſung beim Schütteln 
ten. Vauquelin glanbte einen eigenthlimficen 
allen Pflanzen präfermirten löglichen 
nehmen zu miljien, den er &. namte; '= 
Unterfuchungen zeigten aber, daß ein folder 
eriftire. Pfaff unterichied gummiartigen, ba” 
färbenten, gerbenden, herben, kratzenden, 
bitteren, fcharfen u. narfotifchen &., wahrjd 
aber rühren folche Unterſchiede von Beimen 
anderer Subſtanzen ber. Die früher ſehr 
tende Anzahl der zu den E⸗n gerechneten 
iſt immer kleiner geworden, indem es bir 
lang, fie rein darzuſtellen u. den entipr« 
Familien unterzuordnen. 

Ertractor, fo v. w. Nentilater. 

Extractum Pbarm.), f. Extract. F 
aquosaın, Alcebitier 3). E. angusturae, ſ. M 
rarinde u. fo die übrigen mit Zuſammenſe 
unter ben bemerlten od. den entiprechenten & « 
Mörtern. E. cordıris peruvlant, Ehiuzerhie 
ferro-pomatnm, Eiſenextract. E.gratlanae, © 
extract. E. helenii, ſ. u. Alant. E. hellebos 
Nieswurzextract. EB. byoseyämt, f. u. Bilſc 
E. saturol, Dieiertract. E. valerlanar, Ba 
ertract ꝛc. 

Extra culpam (lat), außer Schuld. 

Ertradiren (v. lat.), herausgeben, aus 
überantworten; daher Ertratitien, Ausliej 
Aushändigung. Extraditlo aclerum, Sera. 
ber Gerichtoverbandlungen. 

Ertradoß, tie nach auswärts gebogene 
fläche eines Gewölbes. Grtraßefirtes Gewölbe 
deſſen Außenflächen, wie bei jreiſlebenden Yu 
nach ter Gewölbeform rein bearbeitet ſind 


eingeiſtes wird dieſer durch bie inneren Gewölbeflächen (Intradeo) f 


bleiben. 
Ertrahiren (v. lat.), 1) auszichen; 2) 
gerichtlichen Vejchl auswirken. 


Estrait d’abeinihe bis Eyb 


absinthe, Sorie Liquenr (£ d.), | 
rt Schweiz fabricirt. 


del \v. lat.), außergerichtlich. 
kam (lat.), außerhalb der Yinie. 
zos, außerhalb ber Diauern, b. h. 


3 (fat), 1) Fremder; 8) (@rtrauerr), 
Halten ein agling, ber nicht in dem 
hm u, wie z. B. in Fürflenſchulen, 
Ciuſchräulungen gebunden iſt; vgl. 


Naar iv. lat.), außerordentlich, un⸗ 
‚y B. Ertraordinare Salaugen, im 
Meere Ceſchũtze von außerordenilicher 
iboen zebörten: ber fliegende Drache 
& Sängerin von 16, der Kasse vulant 
Ex vn 4u. der alle von 2 Pfund. 
az, ba den Rouiern Soltaten, bie fi 
raus tn Truppen ter Bunbeegenciien 
exen Dune wäblte. Extraordinarins, 
Mer. Äxtrerdinariae authenfreae, Lx- 
Na apa |.u. Corpus jurie. 

Fen (Biri.ı, wird ein galvaniſches Eee 
q ui Focal non vielen überipennencn 
ahtwateyı geichluflen u. bringt man 
a pa dathiben fo an, daß auch nach 
Daun de Exonis ber Trabi nech durch 
üben, welher tie Handbaben erfaßt, ge⸗ 
bleit, fo erhält dieſer im Augenblick 
Bmg einen beitigen Schlag. Dieſe Grichei» 
BoR peradan enttedt u. felgentermaßen 
Somie ein Hanptfirem in einen benach⸗ 
ale lenfenten Nebendrabt durch Velta⸗ 
ame Keterfirem iuducirt, u. zwar beim 
ber Kent einen entgegengeſetzten, beim 
rer iq gleichgerichirten, fo inducirt auch 
6 Etxem, welcher eine Spirale durch⸗ 
EN eignen Drabte Stroönie, indem eine 
auf die andere einwirtt, n. zioar beim 
Rn ſich gleich gerichteten, wodurch bie 
de uridtünglichen ungemein veritürkt 
fer Strem daße E., zum Uunterichiede 
mem zeireuuten Nebendrahte erregten 
Arien, 

e Ertreliezetage, Handelsw.), net 
een Haienplãtzeuu, wo zum Laden u. 
befimime Anzahl Tage nach Ortsge⸗ 
die Tage, welche ber Schifier länger 
Kimmte Zei braucht. 

Ten iv. fat.i, ab⸗, ansichmeiien; Ba» 
eat. au:eichweifend, ungereinit @rtra 
tiradung. Extravaganies, Ibeile bes 
nm cunonici, ĩ. d. If.er ff) 

Man. far», Erguß von Feuchtigkeiten, 
Mutflanı, Matter, Cıter, Harn ob. 
lenderten, in eine innere Höhle ct. das 
‚tord Bereifung von Geiähen ch. Yes 
It Ertravafiren, ven Ztorfen, die auf 
Atreren, 

Mb, on. m Kammenveik. _ 
lat, Bas Anferfteeiner Sache; ler 


aber @rtremität, I) dad Aukerite: Daher : 


| tieren u it 50 Fuß hoch. 


U die Außenglieder des ganzen Körpers, 
ER. Füße vom Körperſtanm au, jene 
iee ale Uuntere &.; auch ven einzel— 


"een Knochen, Musfein ie Ende 


Ferken pie Füßße, aler auch die Mäbhuen, t 
: fränttichen Arcisgejcpledht, geb. 1120 (wahrſchein⸗ 


das Maul; 2) ter äußerſte Reibfall. 


4 


Ertriceiren (v. lat.), entwideln, berausiwinben. 

Extrinsöcus (iat.), auswärts. 

Extrorsum (Exirersus, Bot.), nach au6wärts. 

Ertrudiren (v. lat.), aus⸗, binausfloßen. 

@rtuberang (@riuberation, Unat.), fo v. w. 
Protuberauj. 

Extumeſcenz (v. lat.), Auftreibung eines 


KKnochens. 


Exxuberiren (v. lat.), reichlich hervorkommen. 
@rußerent, überflülfig, unnäthig. Eruberan, Liber» 


fluß. 

Erudenismuß (v. gr., Rbet.), Witerlegung 
dadurch, Laß ınan des Gegners Grünbe als un- 
bedeutend übergebt u. ſpöttiſch beantwortet. 

@rufontianer, Eecte, f. u. Arıaner. 

@rulceriren (v. lat.), ſchwären, zum Echmären 
bringen; daber Erufceration, Berſchwärung, Rranfe 
beit6procch ven Weichgebilden Des Kärpere , welche 
fih durch ſchlechte, niehr mit Abieuderung ven 
Jauche verbundene, mebr auf Jerficrung der Ibeile 
uusgebente u. ſchiver vernarbente Eiterung aus⸗ 
zeichnen: |. Geſchwür. 

@ruliren ıv. lat.ı, vermeifen, f. Exil. Erulant, 
Verwieſener. 

Exultet ılat., es jauchze), von Auguſtin ver⸗ 
faßte Oymne, genannt nach ten Aufangsworten: 
Exultet jam angelica turba coclorum, welche 
am Tage vor dem Charfreitage in der Katholiſchen 
Kirche gelungen wird. Erultiren, jauchzen, froh⸗ 
loden. @sultation, Krobleden. 

Exuma, ufelu, zu dei Bahamas- od. Yucapi- 
fen Inſelu (Weſtindien) gehörig, burch ben Erume- 
Sund von ©. Salvador yetremit; Baumwolleubau. 

oe leönem :lat.), aus ber Klaue (ero 
fenne man) ten röwen, ſprüchwörtlich für: Wan 
erräth Den fich Verſtellenden cd. das Verfappte an 
einen Merkmale. 
‚nzunguiculatus, nicht mit einem Nagel ver⸗ 
chen. 

Erutftion (Iut.), Verbrennung. 

Ex usu (lat.), dem Gebrauche gemäß; außer 
Gebrauch. 

Erutorium (lat.), 1) Mittel, welches auf ber 
Haut leichte Cutzüudung u. Ausfluß von Keuchtige 
teit bewirkt, ohne Vlaſen zu zieben, wie Seibelbaft⸗ 
rinde; 2) auch anterer Hautreiz ale Zugmittel; 
vgl. Epispastica. 

@ruvien (v. lut.), au@gezogene Kleider, abge⸗ 
ftreifte Hülle, große Weuteftüde: 1. u. Veute. 

Ex voto ılat.), 1) einem Geliibde gemuß; Daher 
8) ſo v. m. Votivgemãlde u. Votivtafelu. 

Ey, Wörter mit dieſer Anfangefyike, die bier 
nicht au finden, |. ıı. Ei. 

Ey, bineiiiches Yingenmaß, hält 240 Schritte; 
10 Ey machen ein Pu. 

Eyach, Nesenfluß ver Nedar rechts; entipringt 

| auf dem Schwäbiichen Aura im württembergiſchen 

Oberanite Wablingen, gebt durch Hehenzollern u. 
mündet nuterbalb Horb. 

Ennfiäl Soaflalle⸗Jskutd, Vulkan u. einer ber 
höcften Berge im Süder ˖ Viertel von Aoland, füde 
tlih wem Hekla: batte 1821 — 1522 heftige Erupe 

Eyafiord, tiefe Bude u. Haudelsplatz daran, 
im Titer- u. Norderviertel von Island; bat durch 
: Den TCinfluß des Meeres cin ziemlich mildes Klima, 
Enh, Aibrecht von E , ſtammte aus cinent alten 


38 


dc) zn Sommersborf in Franlen, war erft Ardhi- 
Diafonus in Wilrzburg, Daun Domberr in Eichſtädt 
n. Bamberg; wegen jeiner Gelehrſamkeit rief ihn 
Bapft Bine II. als Kämmerling zu fi; er ftarb 24. 
Quli 1475 u. ſchr.: Margarita poetica (Redelunft 
in Beifpielen aus bei beften Schriftftellern) 1472, 
1475, Bafel 1495, 1503 u. d.5 Ch einem mane ſey 
u nema ein eelichd weyb ober nicht, zuerft (wahr⸗ 
beinlih Nürnberg) 1472, Augsb. 1475, Blaubeuern 
1475, Augsb. 1517 u. 3.; Überfehung' od. Bearbei⸗ 
tung der plautiniihen Komödien Menächmus u. 
Bacchides u. ber Philegenia von Ugolino, 1. Ausg. 
1511, Augsb. 1518. 

Ehbad, 1) Fluß in Württemberg, ber aus bem 
Roggenthal kommt u. bei Altenftabt ſich in bie File 
ergießt; 8) Pfarrdorf an der Eybach, im Oberamte 
Geislingen des mürttembergiihen Donaufreifes; 
mit Schloß; Holzdreher, Tabalspfeifenichniter, 
Bierbrauerei; in ber Nähe die Ruinen von Hohen- 
Eybach (Ybach); 703 Ew. 

Eybar, Martifieden in ber ſpaniſchen Provinz 
San Schaftian; Leinweberei, Uhrmacherei, Eifen- 
werle, Waffenfabril, Mineralquelle; 2000 Em. 

@ybau (Geogr.), fo v. w. Eibau. 

Eybenſchüũtz, Stabt, fo v. w. Cibenſchütz. 

@ybler, Joſeph Edler von E., geb. 1765 zu 

mechat in Nieberöfterreih ; er kam nad) Wien, 
erhielt bier 1777— 79 Zutritt in einem Seminar 
u. Unterricht in ber Theorie ber Muflk bei Albrechts⸗ 
berger, wurde 1793 Chordirtetor ber Schottenfirche, 
fpäter königlicher Hofmuſillehrer u. 1824 erfler Ka- 
pellmeifter; er murbe 1835 nobilitirt u. ft. 1846. 
Seine Werke zeichnen fi) durchweg durch Reinheit, 
zeligisfe Weihe u. Tiefe aus. Unter vielen find be- 
mertensmwerth 2 Dratorien, eine große Anzahl Meſ⸗ 
ien, ein Requiem. 

Eyburger, gute Sorte Nedarmwein. 

Eyd, 1) Hubrecht van E. geb. 1366 in Eyd 
bei Diaasey im Lilttichichen, Maler; er ft. 1426 
ın Gent. 2) Jan van E., Bruder u. Schüler 
bes Vor., geb. um 1396 (n. X. um 1370) in Eyd 
bei Maaseyck, jeit 1425 Maler u. Kammerdie- 
ner Bbilipps tes Guten von Burgund, in beflen 
Dieniten er mehrfache Reifen machte, um fremke 
Fürjtentächter zu malen. Er ft. 1441 in Brügge. 
Beide Brüder u. ibre Schwefter Margarethe haben 
fib wahrſcheinlich in Brügge niedergelaflen. Über 
ihre nüberen Lebensverhältniſſe iſt wenig befannt, 
deſto grüßer aber ift ihre Bedeutung für die Kunft- 
geichichte, denn mit der Gründung ihrer Schule 
trat der Realismus, das Streben nach treuer Wie⸗ 
dergabe natürliher Formen u. Farbenerſcheinungen 
in das Kunſtleben ein. Wenn auch nicht feſtzuſtellen 
iſt, daß Die Gebrüder van E. bie Olmalerei erfunden 
haben, ſo bleibt ihnen jedenfalls der Verdienſt, durch 
Verbeſſerung derſelben der Technik der Malerkunſt 
diejenige Vollendung gegeben zu haben, welche den 
Aufſchwung ber Kuuft zur höchſten Blüthe möglich 
machte. Jan van E. mar zunächſt ber Gründer ber 
Niederländiſchen Malerſchule, weiterhin aber auch 
ber Befreier ber Malerei aus hergebrachten con» 
ventioneffen Schranken u. einer ber Ermeder bes 
Kunftgeiftes, welcher im 15. u. 16. Jabrb. in 


Deutidyland, Ztalien u. Spanien feine berrlichfien : 


—58— trieb. Neben ihrer realiſtiſchen Richtung 
eſaßen bie Gebrüder E. eine durchaus edle ıt. re⸗ 
ligiös⸗erhabene Auffaſſungoweiſe, welche jedoch we- 
niger bei Jan als Lei Hubrecht ſich ausprägte. Je⸗ 


Eybach bis Eycken 


| ner verwandte dagegen noch gröfger 


bildung der menſchlichen Geſtalt 
haft u. Ardhiteltur, die er zuer 
grundes einführte, auf bem bis 
ten gemalt worden waren. Sein 
fättigt u. harmonisch, in den Lich 
den E chatten bräunlich; Zeichnu 
dung voller Berftändniß, aber ı 
bildet; treffend ift der Ausdruck, 
Charalteriftif u. bewundernswü 
rung. Hauptwerk: Die Anbetu 
ein großes Altarbilb in 12 Abth 
vom Jahr 1432, das fein Bruder 
vollendet hat; 6 von biefen Bilden 
genmwärtig in Berlin. Außertent E 
von Brügge mehrere Gemälde f 
bie Pinakothek in Münden weric 
ge8 (Luca, die Madonna male 
aber find ihm zugefchrieben: Das 
ziger Bild, das 1507 von be 
Paris geführt, von ben Breufje 
bracht u. feiner Infchrift infolge 1- 
nem Tode) gemalt worden it; d 
betung der Könige in der Pinatı 
Die um biejelbe Zeit von einem ° 
malt m fein fcheint. Auch ala Dit 
fih bie Gebriiber van E. bervor: 
buch mit 59 größeren Bildern, fi 
Bedjord gemalt, befindet ſich in 
verpool, ein Brevier mit Eyckſch 
der kaiſerlichen Bibliothet in Pa 
teften Schüler Jane van E. find: 
fen, ®erb. v. d. Dleeren, Hugo: 
nelli v. Deeffina, Rogier v. d. Y 
Bol. Waagen, Hubert u. Johan 
vant, Kunftreii durch England u. 
garetbenan E. Schweſter u. E 

lieb aus Liebe zur Kunſt unverbe 
Sejellichaft ihrer Brüter. Adere 
ein liebliches Bild von ihr, in 3 | 
ria mit dem Kind im Grünen. 4 
E., ber jüngfte Bruder der Vor 
unbebeutenbfte ber Gefchwifter E 
von feinem Bruder Jan begon: 
Ypern (jetzt in PBrivatbefit in Bı 
desjahr ift unbelannt. 

Eyden, 3. B. van E., geb. 
Siftoriernmafer, gewann 1835 1 
reis Der Alabemie feiner Vater 
1537— 39 Frankreich u. Italien, 
fellor an ber königlichen Alabemie 
in Brüſſel w. fl. au 19. Dec. 1 
ber Die monumentale Dialerei üı 
u. jelbft ein neues Verfahren jilr 
fand, nachdem er in Italien u. T 
liche Studien über Die Frescomal 
Ansgezeichnet Durch vollenvete & 
u, blühende Farbengebung folgte 
in Belgien berrichenten Weiſe d 
jentern ber itealen Richtung Der 
neuen deutſchen Malerei, ı. bat 
erwachten Pflege ber hübercn rı 
feiner Heimath Den erſten wirkſam 
In Brüſſel ſollte er in der Kirche 
la Chapelle 3 große Wandgemäl 
Mariä, Geburt Chrifti u. Die Re 
ligen Jungfrau, an ben Triumpl 
Gartens waren fon vollendet n. 


Eyderwald bis Exynatten 
u im ter Ted ũberraſchte. Am derſelben 












Ib 14 Statinekilter von ibm in lebens⸗ 
Schalen ven gegreifenber Schoönheit u. 
des Auttrnd6 in LI ausgeführt. 

‚Io 9%. mw. Ardennen. 


Breit Suffelk. nördlich ven Ip6- 
Yeirilatien ven Zwirnſpitzen; 2800 Em. 
(pr. Gimdbh,, Stadt in der (Araf- 
Bereit (Zürihettiand), an ter Mündung 
mr Al Nerdſee; Bufen, Bäringefticherei ; 


Reeretbucht an ber Infel Sonib⸗Uiſt. 
Air. Ciſterſch), Vorgebirge an ber 
der engtiichen Celonie Taemania cd. An: 
WM San Dienciland Auftralien) 
Gygetalen), im Nittelalier vie Inſeln um 
Senat, |.1. (Grid). I. j 
Sygmed igues, he. a) Rebenfluß der 
Rhöm, img im franzönichen Tepartemeit 
| Drögze bei Kinziıt, fließt an Nyons vorüber u. 
m Doymment Vaucluſe bei X’ range. 
(i. — — Stadt im Arron 


E 


Ain kauzöfiichen Departement Bou⸗ 
— Cmipinnerei, Wellmanufac- 
Oygzıeake — grand), Marttileden im 
Irrentiiennt I franzöfiihen Teparte- 
ment Gerry: 958 in. 
—— ter Zahnkiſte Zuinca Weſt 
I den Klug Tendo ch. Lance. 
en diuß 


«lab, 1) geter, geb. 1599 in Antwerven, 
and ber zieterläntifchen Schule: Werle in 
E nen nenterfaht —— unbelannt. 

ehr ‚& 5 
If de JA bes Bor. Söhne, Frucht 


Eyke von Rebtew, |. Rebtom. 
Eilci (E. Latr.. E. Lam.), Gattung ans 
* ker Nilben (auch Untergattung ven 
1; innlabe niedergebegen, mit bakiger 
‚ Zafer kegelfärmig,, brei- bis vieryliederig, 
‚An: Breite E. (F. extendens,. 
un E far, Hydrachna E. Müll.), vier 
‚glänzend, glatt, roth; in Piligeu; E. 

: Kadnlara, foscata ei 

Ele, ) Deutſch⸗E), Stabt, fürlich am 
12 m Kreiſe Roſenberg tes preußiichen 
ee Marienmwerter; Tuch⸗ u, Yein- 
Fechs- u. Leinmwantmärkte, 2500 Ew.: 
3* m Regierungsbezirk Königoberg; bat 
— n. 4445, 000 Ew.: 3) (Preußiſch⸗ 
—— darin, an kleinen Zren: bat alten 
Def. Eeminur; 2910 Ew., , welche Tuch, Hüte, 
7 Ben — GE. murte 1336 von dem deut 
X Amel! won Eilenſiein gearündet: bier 
235* 8. Fett. 1307 Schlacht zwiichen Rapo 
Riem Ruin m. Preußen unter Lennigien 


L s beite Tbeile ichrieben ſich deu Zica zu, 
—* eruſſücher Rrieg gegen Fronulreib von 
Li. 1856 wurde auf den Sblachtield 


—— Gr:ys en Denfmal a richtet. Bal. 
en der Sch: i E., Weist. 1308; 
An An er <hiuhtkae., Wei. 1908; 
ae! Relemann Friet rich, geh. 5. Arr. 1770 
* rurde zuerſt Pretiger daieibit, 12043 tUan- 
wer in Petddam, 181% Arie der erange 
oem den preußiichen Ztaaten, Mitylicd 
Taxi, & Ruf. VI. 


‚Wer. m. Crangefluß: 2) Stadt in ber - 


—— — — m — — — 


tes Stasteratbes u. bes Miniſeriums der geiſtli⸗ 
chen u. Unterrichtsanſtalten n. ft. 2. Febr. 16552 im 
Potsdani. Er ſchr.: Betrachtungen fiber bie lehr⸗ 
reihen Wabrheiten des CEbriſienthunie bei ber lege 
ten Trennung von den linfrigen, Tertim. 1803—5, 
3 Bde., 5. Aufl, 1545; Prebiyten. Braunfch. 1808, 
2 8re; Hemilien fiber tie Barabeln Jeſu, Sale 
Isos, 2. Aufl. 1810: Predigten über Bedürfuiſſe 
nuniere Derzens n Verbältiniſſe unfere vebens, Selle 
1813; Über ten Wertb ber Yiturgie u. Agende im 
Ten preußifchen Siaaten, Petod. 1830, 2. Aufl; 
Charakterzüge ans dem Leben Königs Friedrich 
Wiltelm III., Magdeb. 1812 —46, 3 Bde., wobl⸗ 
jeile Nusg., ebd. 1847, 3 Abe: mit Hanſtein m. 
Dräſecke gab er tas Magazin für Prediger heraus. 

Eylimi (Eivma’, um das 3. Jabrh. König 
ren Varwitb it: Warte, auf Jütland, Svavas 
Vater; fiel nebſt Seinem Citamı Sigmund in ber 
Schlacht gegen Lingei, welcher fie bekriegte, weil @-6 
Zecter Hierdiſur, als fie zwiſchen Beiden wählen 
mußte, vLingoi verichmäbte. 

ymeriP, ifelaus, geb. 1320 zu Gerona im 
Catalonien, Toeminilaner, murte unter Papſt In⸗ 
necenz VI. 1:56 zum (eneralinquifiter erhoben 
u. fl. 13509 in Gerena. Wen ibm ift das im In⸗ 
quiſitienepreceß berühmte Directorinm inquisi- 
torum, berauegeq. Yarcel. 1503 u. anlegt Vened. 
1545, Auszug daraue von Autr. Merellet, Par. 
1762. 

Eymet (irr. Ehmeb), Stadt am Drept im Ar» 
rondiſſenent Vergerac bes franzöfiiben Departe⸗ 
ments Derdegne: bat Färbereien, Baumwoll⸗ m. 
Wellweberei: Iron Ew. 

Eymouth, Flecken, I. Evemeuib. 

Eymoutiers, Statt, c v. w. Aimeuntiers. 

Eynard öpr. Chnabre, J. G., geb. 1775 in 
Yoen, ging nad Tem Auebruch Der 'Eerciutien nach 
(Kent, wo er ein Banlıeraeibätt bearıindete, war 
1814 ala Mefandter Per Republik auf rem Wiener 
Congreß, nabm ſich jräter ter Sache der riechen 
ciirxiaſt an, reiſte deehalb 1825 nah VKarrd nm. 1827 
nach venden, ehne jedew feinen Awed, eine Anleibe 
für Griechenland zu errirken, erreipen an fönnen; 
die Natienalrerſammlung in Arged ernannte ihr 
zum Würger von Athen, u er ſeirſt ging 1829 nach 
Griechentland u. ſchoß Prem jußgen Siaate 700, V0u 
Fres. ver. Beim Aufſtand anf Kreta 1841 be 
mübte cc ſich wieder, Sympatbien fr die Griechen 
in Frautkreich u. der Schweiz zu erwecken, damit 
dieie ZJuiel mit Griechenland vereinigt würde: aber 
vergebene. 1817 kam er mit Per enaltirben Reg'e⸗ 
rung in genflic, indem er lich weigerte, einzu Wech⸗ 
jel von Ber arichicden Regiernngeinn Auguſt, von 
00,090 RT ausgeſitellt, au zablen, wenn nibt Enge 
land Pre deſtimmite Verſicherung geben wollte, Grie⸗ 
cbentand zunachin wegen Rüdzablung der Schuld 
abe mehr au drangen Spiter bencrirt er jedoch 
den Wechiel. Er ichr: Letties et dorumenta of 
mtesre] tifsauxslive:Bdrenement- de (rdee, 
Far. Is]; Vie de la Baro..ne Krudener, ebb. 
Ist, 

Ennatten, eine farkoliihr Kuriie in Rhein⸗ 
preußen, wurde [62 m Pen Reichdireinerrenſſand 
erbeben u. 1817 ven Prenßen britétigt: 1) Freiherr 
Karı Hubert, Sern der 181verſterberen Frei⸗ 
“ern Adeli, geb Is, ft prenßinder Art llerie⸗ 
reitzier. 2) Freiberr Karl, bin tes Yır., geb. 
1806, Arefiper ven Tripe bei Geilenlirchen, preußi⸗ 

4 


ss Exyne bie 


ſcher Fieutenant a. D. u. Landrath bes Kreifes Gei⸗ 
Ienfirchen; feit 1837 vermählt mit Aloyfia geb. ». 
Asbed. 8) Frelberr Auguft, Vetter des Vor., 
Bohn des 1810 verfiorhenen Freiberrn Karl Adolf, 
geb. 1798, iſt k. E. Feldmarſchalllieutenant u. Gou⸗ 
gerneur von Verona, auch provijorifcher General- 
Director ber 4. Generaldirection bes Armeeober- 
commanbo. 


Eyne, Dorf im Bezirk Ondengerde der belgi⸗ 
hen Provinz Oftflantern; 2120 Ew.; Linnen- u. 

aummollenftofifabriten. 

Eynezat, Kieden, fo v. w. Ennezat. 

@ys, 1) (Narriba), Reich in dem Benin- 
Diſtriet Guin eas (Weftafrika), reicht nach Norden 
bie zu 10° nördl. Br., wird durch ben Mufſafluß 
vom Reihe Borghu getrennt u. im Often vom Ni- 
ger beſpült u meftlih vom Reihe Dahome be- 
grenzt; Dad Yand ift gebirgig, waſſer⸗ u. wald⸗ 
rei, meift fruchtbar; die Bemohner find heibnifche 
Neger, theilweiſe den Fellatahs unterworfen; 2) 
a), bie ehemalige Hauptftabt des Nei- 

6, am Fuße einer Kette nadter Granitberge, mit 
Maner u. Graben umgeben u.in waldreicher Gegend. 

Eyyel, ſ. Eipel. 

Eyra (nord. Mytb.), fo v. w. Eir. 

Eyragues, Flecken, fo v. w. Airagues. 

Eyre (ipr. Ay’r), Graffchaft in der englifchen 
Eolonie Siüpanftralien. 

Eyrer, die holländiſchen Häringsſchiffe. 

Eyfenbardtia (E. Humb. ), Bflanzgengattung 
ans der Familie der Papilionacene - Lotene- 
Galegeae; Art: E. amorphoides, in Merico. 

@yfölden, Marktflecken im Landgericht Gre- 
bing bes bairifchen Kreifes Mittelfranten; Schloß, 
Krautban; 600 Em. 


Eyftein, I Könige von Norwegen: 1) €. 
Fretr, Sohn von Halftan Hpitbeen, regierte 700 
bis 730. 2) E. J., Sohn von Magnus III., re- 

ierte mit feinen Brüdern eyın . 1. Olaf IV. 
Be 1103 u. fl. 1122. 3) E. II, Schu von Ha- 
rald IV., regierte feit 1155 furze Zeit. II. Kö- 
nigven Shweben: 4)E. (Dften) Inglinger, 
Nachfolger Adils, f. Schweden (Geih.). 5) €, 
Sohn von Harald Hildetand, ſ. ebd. III. Dichter: 
6) E.Asgrimfon, Franciscanermönd von Hel- 
galel; ſtarb 1361; er jehr. das Epos Lilia, letzte 

usgabe mit lateinifcher Überfegung, Kopenh. 1773. 

Eytelwein, Joh. Albert, geb. 1764 in Frant- 
furt a. M., trat jung in die preufifche Artillerie, 
nahm als Lieutenant jeinen Abjchied, wurde Deich: 
inipector bes Oderbruchs u. 1794 Dberbaurath, 
1799 auch Director Der Bauakademie, 1830 trat 
er and den Staatsdienſte n. fl. 18. Aug. 1848. 
Berdient machte er fih um die Regulirungen ber 
Oder, Warthe, Weichjel u. des Niemen, um Die 
Safenbanten in Memel, Bilau u. Swinemilnde, 
um bie Grenzregulirung ber Rheinprovinz, Be— 
flimmung eines definitiven Maßes u. Gewidtes in 

reußen. Er ſchr.: Handbuch ter Mechanik fefter 

örper u. ber Hydraulik, 1801, 3. Aufl. 1842; 
mit Dev. Gilly: Praktiſche Anweiſung zur Wafler- 
baulunde, Berl. 1502—5; Handbuch der Statil 
fefter Körper, ebd. 1503, 3 Bde.; Handbuch ber 
Beripective, ebd. 1510, 2 Bbe.; Üter die Anlage ıc. 
von ländlichen Kartoffeibranntweinbrennerei « Öe- 
bäuten, ebd. 1836; Anmeifung zur Auflöjung ber 
Höhe numerijcher Gleichen, ebd. 1537. 


Gzʒtergon 


Eyth, Eduard, geb. 1809 in Heilbro 
1923 in das Theologiſche Semt:tar nach Dlaı 
1827 in das Theologiſche Stife in Tübinger 
1835 Oberpräceptor in Kirchheim, verh 
fi dann mit Julie Capoll(von welcher | 
in Knappe Chriftoterpe die Bilter ohne ! 
aus den Papieren einer Unbelannten erjchie 
1852 bef. herausgegeben u. auch in das Holl 
vom Biarrer Lublink⸗Weddik u. in das 
difche liberfet wurden). ©. wurde 184. 
feffor am theologischen Seminar in Schöntf 
er noch als Lehrer der Gejchichte lebt. E 
Griechiſche Gedichte, Hilarolypos, Tüb. 181 
fiter u. Bibel in den niederen Gelehrte 
1838— 40, 2 Bde.; Harfenkiänge aus dem 
Bunde, Baf. 1838; Gedichte, Stuttg. 1843," 
1851; Mnemoniſche Geſchichtstafeln, 184 1 
überſetzte mietriih König Odipus des Ge 
Stuttg. 1851. 

Eyub u. Eyubiten, fo dv. w. Ejub u. © 

Eyvind Ekaldafpilir, altnortiiger 
im 10. Sabrb., Urenkel Haralds, am Hof 
des Guten, Berfafier des Halonarmal. 

Ezearay, Stadt in ber ipaniichen Pre 
grofio, mit 2500 Em., die Zöpferei u. We 
treiben. 

Ezdorf, eine ber Tatholiihen Conſe 
gente Örafenfamilie in Buiern; fie ſtamm« 
ih aus Thüringen, u. zwar aus Etzdorf & 
berg; in Baiern erfcheinen fie erjt im 17- 
ie wurden 1684 in ben Freiherren⸗ u. 179 

eihsgrafenftand erhoben; jetiger Chef Fr 
Joſeph, Sohn tes 1548 verjtorbenem 
Joſeph Maria, geb. 10. Febr. 1807 m I 
mit Adrianna geb. Gräfin Balbi vermä 
Sobn Joſeph ift 1846 geboren. 

Ezechiel (Heſekiel), 1) jidifcher 
Sohn des Priefters Bufi; wurde mit den 
Jojachim u. 10,000 Juden 598 v. Chr. in 
bylonifche Eril geführt u. erhielt feinen 
am Chaboras. Im 5. Jahre feines Exile 
bier al8 Prophet auf u. weiljagte bis zum 2 
feines Erile. Seine fpäteren Scidfale fü 
wiß. Einer feiner Gefährten fell ibn, n 
Sage, ermorbet haben, man zeigte auch ei 
gereifen von Bagdad fein Grabmal. Er i 
ber großen Propbeten des Alten Teftan 
fein Buch enthält eine Reihe von Weil] 
von dem nahen Untergange des jüdiſchen 
weran fi jeder Hoffuungen einer Bier 
lung jeines Volles tnüpfen. Commtentare 1 
Rojenmüller, Lpz. 1926, 2 Thle., ven H 
Erlang. 1843; u. Higig, Yp3. 1547, bei 
3. 8. Volborth, Gött. 1757; mit Daniel v 
Derejer, JH. a. M. 1510. 2) E., jüpdiid 
ter, lebte nach Ehriftue u. wird von Eın. j 
ber 70 Bibelüberjeger gebalten; er ſchr.: 
jpiele, 3. B. Ziezayn 25 Aycnıaou Di 
and Agypten, in Jamben, nad Ari der 
Myſierieu ed. Moralitäten) , Sragmıente, be 
von Diorell, Bar. 1609. 

Ezelin, j. Ez;elino. 

Eziongeber, früherer Name von Alab. 
bar el Alaba. 

Ezon, Piagraf, Hermanns Sobn; ge 
Jahr 1000 tem Kaiſer Otto III. deijen & 
Maıhilte im Schachſpiel ab. 

Eztergon, Stadi, je v. w. Gran. 


Eszelinn da Romano bis Fabel 


A 


a Romäns, geb. 1194 ob. 1204 in Egna, feinen Bruter Ciramemt, feinen Schwieger⸗ 
ara in der Marl Zrerilo, von teut- . vater m. feine Schwäger nebſt vielen Grein um. 

ſchwang fib durch Tapfereit empor : Bergebens tbat ihn 1252 der Bapft Innocenz IV. 
apı der Ghibelimen in Italien. Er 


‚afer Friedrich IL im Lembardiſchen 
be Dienfie m. erbielt dafür von dem⸗ 
die Cherflattbalterei von Batua u. 
 ®erona, die Marl Trevilo, Bicenza, 
Ka u.feltre on jich, zeigte fich uber 
ax trade ſelbſt feinen N ‚&.von 


in den Bann; als er fich aber der ganzen Yombarbei 
bemächtigen wollte, wurde er in einem Treffen an 
der Adda bei Sajlano am 16. Sept. 1259 von ben 
verbundenen Fürſten gefangen u. fl. balb darauf 
zu Racino im Kerler. Bon ihm banbein viele Bar 
gen u. Romane der Italiener. Er war eifriger 
Afıroieg. Byl. Romano. 


12 


werke Sinpenfaut, als Buchſtab ber 6. in 
Bheten ter abendlãndiſchen Sprachen, unter 
i bat ihn blos tie Arabiſche 
ara) Stelle; auch tie Griechiſche 
sur, nfemer Stelle ftant das Ban ıt. 
wu, tahfter Römer, nach bein griechi⸗ 
yusı Fk, war nach Quintilian ein 
Th de Zr elafener Yaut, ber uriprüng- 
ben wäh eenenten 1 ber Griechen vers 
Br, ehr dech ſpäter zur Bezeichnung 
—— — wurde. In ber Wie» 
ven Erde iſt er Seltener, als im ber 
Über. bir ibn auch nach einem geichäriten 
remet i; 8. firaff : 2) beiten Römern 
jiden: a) F 40, F ch. F 40,000; 
Bricirangen fo v. mw. 6; 8) als Ab» 
“um rimüchen Iufchriften, in Hand» 
Ringen für filiun, fecit u. a.; bruuf 
anfleheuer u. wieder gefangener Sklaven 
br. m. Fugitivus (Flüchtliugh; e) in 
ügern jo v. m. Fulio (auf ter u. ber 
Member Bcgengräge,; dr im Han⸗ 
Ftiu (vgl. Tu. AM), er auf Wechſeln 
to: ſy anf dem Revers neuer Dlünzen: 
ker: Angers; bb) preußiicher: Viagde⸗ 
jerreich ſcher: Sal in Tyrel; Kr auf 
sbe engliiher Übren fo v. ir. füster 
:b in tbermometriichen Beebachtun⸗ 
saörenbeitz 4) (Diunf): a) die 4. bia- 
pure cd. Die 6. diatoniſch⸗chrema⸗ 
I abkrerirt f. = furte ıflarlı; 5) 
Recepien fon. mw. fiat, d. b. man bee 
1,52. f. pulv., aan bereite jie ala 
Fi: flores, Blütben; 7) Cbem.), 
erite Zeichen für Ameiicniäure. 
„In. Zeimifatien. 
Te. äebergh, Kirchipiel in ber Vogtei 
mMessihen Amtes CEhriſtian; beftcht 
Gemeintden %. u. Zt Yillebanimer; 
t2- 60006 Em., melde Waltarbeit, 
vderei treiben. 


Sea Intel Künen im Amte Svendborg, 
am'sen Bucht, vor der naben Meinten 
: Gerberei, Hafen, Getreidebandel, 
greftentheils mit eigenen Schiffen; 


UT, Faban. 
Sırtgenfiein), Intel zur Gruppe 
Juſeln ed. Pauuotuarchipel (jüdöſt⸗ 
ia) gehörig. 


Faba fat), Vohne, Gotanifh als Art nuter 
Vicia; Fabae albae, in ber Pharınacie die Samen 
ven P’haseolus vulgaris u. Ph. nanus (f. b.). 
Faba bengalensin, Galläpfel auf den Blättern won 
Terminalia Chebula, f. d.; F. Cacao. ſ. Cacao. 
Faba de Tonka (Tontabebne, Tonkobohned, 
der Zunte ton Pipteryx odorata, dient zum 
PBarfilmiren des Echnupttabafs. Faha Ignatli (F. 
india. F. febrifuga, Iguatiuebeobne), vie fehr 
bitteren Zamen ven Strielinos Ignatii =. Ignatıa 
amsra, ven ben Philippinen, in ber Wirkung ben 
Kräbenaugen ähnlich. Faba Inversa, Erbrechen er» 
regente Früchte von Anıpyris foetida, aus Der 
Familie der Papilionacene-P’udalyriese. Faba 
Libidin), Schoten von Caesalpinia Coriaria (f. b.), 
ter Familie ter Papilionacene- Caesalpinieae 
angeborente ‘Eflanze; dient zum Färben. Faba 
marina, Früchte ven Entada Gigralobium. aus 
der Famile Der Mimoseae; die Hülſen find 5—7 
Zoll breit, daber Kiefenbüllen genannt: fie find 
arıneifräftig. Faba Picburlm (Piiburimbebie), 
tie von Nectandra Puchury major u. minor aus 


der Familie der Laurineen. 


Fabaceas, in Reicheubachſchen Zufleme zweite 
Gruppe Der Yeygumineien mit Den Unterabtheilun⸗ 
gen Vicrene, P’haseoleae u. (rlseinene. 

wabägo (F. Zrdeb., Robneulaperi, if Zy- 
rophyllum Z., Pflanzeugattung aud ber Familie 
ber Zugepbylleen; Art: F. majur D. Don in Cy- 
rien, Taurien n. Norbafrita. 

abaria (a. Geogr.', ſo v. w. Yurchania. 

abätuß, Yucins Rodcins Fab., ans Lanuvinm. 
55 v. Chr. Caſars GCuäfter im Trausalpiniſchen 
Gallien, ſpäter deſien Legat im Kriege gegen Am⸗ 


bierix. Auch im Bürgerlriege mar F. dem Cäſar 
treu. 


wabbrica, Marlifleden in ber päpſtlichen Dele⸗ 
gatien Viterbe; 1400 Ew. 

Fabel -v.ları, 1 erdichtete Erzählung, inebeſon⸗ 
tere der tbatiächliche Pergang, welcher einem epi⸗ 


beit ed. dramatiſchen Ecdichte zu Grunde liegt u. 
tr. Febergi, Stadt auf der Sürweſt⸗ 





aleichijam Das Skeleit deſielben budet, im Gegenſath 
sur Ausiührung u. Charalteriſuuk der Einzelhei- 
ven. In direm Simue ipricht man von Der Fabel 
eined Reinzus, eines Drama sc. ſelbſi Dann, wenn 
das rehe Mutertal an Thatſachen nicht vem Tich- 
ter ſelbſt erfunden, ſeudern durch Die Sage od Ge—⸗ 
ſchichte gegeben ed. dem wirklichen Leben entnem⸗ 
men iſt; 2) (bei Ten Griechen Apoleges ed Vuo- 
thee, nach jenem, jangeblichen) Erfuuter Aſopes 
auch vorzugameije Aſopiſche 5 genannt) Erzübe 
% 


52 Fabellehre 


Inng von einem beſonderen, als wirklich dargeſtell⸗ 
ten Fall, worin eine Regel ber Lebensmeisheit od. 
ein allgemeiner Erfahrungsfa fo anſchaulich ge- 
macht werben foll, Da man von der Gültigkeit 
defiefben überzeugt wird. Die Hanbelnben find 
vorzugsweiſe Thiere, ſeltner Pflanzen, auch können 
allegoriiche Perfonen dazu genommen u. auch Dien- 
fen mit bandelnd eingeflihrt werden. Individuen 
aus ber vernunftlofen Natur wählt der Fabeldichter 
bef. deshalb, weil jene einen beſtimmten Charafter 
u. Inftinct baben, mesbalb theils alle weitere Cha⸗ 
ralterifirung der Handelnden unnöthig ift, theils 
dadurch in die Handlungen u. Ereigniffe das An⸗ 
fehen einer Nothwendigkeit gelegt wird. Der aus⸗ 
drückliche Zufat ber in der %. entbaltenen Lehre 
kann vor od. nach der F. ſelbſt fteben u. heißt in 
erfierem Fall Promythion, in letterem Gpi- 
mythion. Doc ift dieſer Zufa nicht nöthig, ba, 
wenn bie handelnden Inbivibuen treffend gemählt 
u. nad ihrem Charalter n. Inftinet richtig handelnd 
Dargeftellt werten, bie Lehre ſich von jelbft ergibt; 
wenigftens in den griechifchen Fen des AÄſopos find 
die Epimythien erſt von Dar. Planudes in fpäterer 
eit Augelett. Je nachdem man in ber $. die Er» 
lung od. die Belehrung als Hauptmoment be> 
trachtet, gehört fie zur epiſchen od. didaktiſchen 
Poeſie. Der Form nad kann fie in gebundener 
od. ungebunbener Rebe, monologifch od. dialogiſch 
fein. Der Bortrag in ber F. muß, ber Beftim- 
mung berfeiben zufolge, kurz, Mar u. einfach fein. 
Die Entftehung ber F. gehört Dem Orient an, u. bie 
älteften Fen find in ber indiſchen Fabelfammlung 
An lgatantre , für deren Urheber ter Brahmine 
iſchnu⸗Sarma gilt u. bie ſich als F-n tes Bidpai 
(}. d) erhalten haben. Unter ben arabiſchen Dich⸗ 
tern leiftete Lolman in ber %. das Vorzüglichſte. 
er belanntefte Wabelbichter ter Griechen mar 
ſopos (. d.), deſſen Fen das Mufterbild dieſer Dich⸗ 
tungsart für ſpätere Zeiten wurden. Der frucht⸗ 
barſie ſeiner Nachahmer unter den Römern war 
Phädrus. Als der älteſte deutſche Fabeldichter er⸗ 
ſcheint ter Stricker in der Mitte bes 13. Jabrh.; nach 
ihm kamen Boner zu Anfang bes 14. Jahrh. u. 
Burkard Waldis im 16. Sabrb.: im 17. Jahrh. 
machte fih Gay in England u. Lafontaine in Frank⸗ 
reich durch ihre Fen einen Namen. Von ihrer Nai- 
vität büßte Die Kabel in Deutſchland manches ein u. 
näherte fich dafür der cpigrammatifhen Schärfe u. 
fatyriihen Beziebung durch Gellert, Gleim, Licht» 
wer, Pieffel u. vor Allen Durch Leſſing, welcher das 
Weſen ber F. zuerfi in einer Abhantlung wiſſen⸗ 
fhaftlih begründete. In neuerer Zeit ift dies Ge⸗ 
biet der lyriſch⸗didaktiſchen Poeſie nur noch wenig, 
am erfelgreichften aber ven dem Echweizer A. € 
Fröhlich angebaut. 
abellebre, fo v. w Mytbologie. 
aber (lat.), jeder Handwerker, welcher in harten 
Materialien arbeitete, 3. B. in Holz ıF. lignarlus), 
in Sifen «F. ferrarius), in Gold «F. aurarlus) xc. 
Faber (lateiniſche Übertragung tes Namens 
Schmied), 1) Nicolaus, lebte im 14. Jabrb. u. 
war der Grbauer ber berübmten Orgel in Halber⸗ 
fait 2) Jakeb F. Stapulenſis (eigentlich 
acques le Fevre d'Eſtaplee), geb. 1440 in 
Eſtaples bei Amiens; wurde 1523 Großvicar beim 
Biſchof zu Micaur: wegen freier Denkungsart ent⸗ 
laſſen, begab er ſich zu Margaretha von Navarra, 
wo er 1537 fl. Er ſchr. bei. Commentate u. Para⸗ 


bis daber 


phraſen zu ariſtoteliſchen Schriften, —— 


1540 f., ol., überſetzte auch Bücher bei 
8) Felix, geb. 1441 ob. 1442 in Zürich, fa! 
u den Dominilanern in Baſel u. trat [pl 
elbſt in ben Orben ein; 1477 ob. 78 wi 
Hauptprebiger im Dominifanerklofter in Ulm 
ter Lefemeifter daſelbſt; er bereifte zweimal 
u. 1483) PBaläftina u. fl. 1502 in Ulm; e 
Eigentlihe Beichreibung der Hin» ı. Wick 
zu bem beiligen Lande 2c., 1556; Histora 
vorum (zuerft in Golbafl8 Samntlung, Frl 
Über ihn fchrieb Häberlin, Gött. 1742. 4) 
aus, mit dem Beinamen Wolzanue,ge 
[heinlich in Boten, mar autor des bairi\e 
3038 Artoviftus u. gebört durch fein mit - 
tinus berausgegebenes Wert: Rudimen 
cae, Augsb. 1515, zu ben Förderern der “ 
5) Sobann, war erft Bicar des Bisıhzı 
ftany zu Anfang der Reformation, wurde & 
pretiger des Königs Ferdinand u. zulet 
von Wien u. ft. un 1540; er war beftigez 
ber Proteftanten u. arbeitete mit au der 
legung der Augsburger Confeifion. 6) 3 

geb. 1520 in Eorau; war Rector in Ne 
u. 1570 an ben Auguftinercollegium in E 

er 1589 (1576) fl. Er war mit Begrü 
Magbeburger Centurien, gab bie Saxonia- 
Kranz beutih heraus u. fchr.: Thhesaurn . 
tionis scholasticae, Fp3. 1571, oft aufgel 
Buchner, Lpz. 1688, 1673, Kellarius, eb 
1696, Grävius, ebd. 1710, A. Stübel, ebl 
M. Geßner, ebd. 1728, 1735, u. am beften 
9. Leich, Lpz. 1749, Fol., in 2 Bon. 7) 
(Pierre du Four), geb. 1540 in San; 
Toulouſe, war daſelbſt Rath u. Parlame 
glied u. fl. 1600; er fehr.: Agonisticon 

re athletica ludisque veterum gymniei 
sicis atque circensibus etc., Luon 1592, 
1595. 8) Antoniu8, fo v. w. Fanre 2). 
bann, geb. 1566 in Rodach, fiubirte in er 
logie, wurde 1591 Rector in Schleufingen 
Superintendent zu Eisfeld in Frauken, wo 
ftarb; er gab heraus: Melanchtbons Gr, 
mit Anmertungen; Avenar® Synopsis gı 
ticae hebraeae u. ſchr.: Hiftorie ker I 
Bibel; Lexicon graeco-bibliecum (unvo 
ein Paffionsbichlein u. a. afcetiihe € 
10) Heinrich, geb. zu Lichtenfels in Fran 
1533— 47 Rector der Schule im Stift zu 
burg u. fl. 15715 er fhr.: Compendiolı 
sicae pro incipientibus, Braunſchw. 15- 
Introductio ad musicam practicam, & 
u.d. 11) Zanagnil, foo. w. Lefebre (Te 
12) Johann Gottlieb, geb. 1737 in< 
ſtudirte feit 1733 in Tübingen Tbeologie 
1744 Bicar in Stuttgart, 1748 Profeſſor 
idichte u. Beredtſamkeit an ber Univerſitä 
gen, 1750 Brofefier der Moral u. 1755 ' 
ter Theologie u. Stadtpfurver daſelbſt: 171 
er Confiftorialrath u. Abezu Alpirsach, 177 
vretiger in Stuttgart u. 1773 Oberbo⸗ 
Seneralfuperintendent u. Mitglied der 

fleätsrifitationsdeputatten n. fl. 1779 in 
gen; er jr. u. a.: Theologiae dog 
loci V priores, Stuttg. 1780. 18) : 
Heinrich, geb. 1722 ın Zrrasburg; m 
feſſor der Kechte u. der Schöuen Yite 
Mainz, fpäter Secretär bes kaiferlichen 


Fabert bis Wahre 


ı ven Reiperg, im Frankfurt a. DM. u. 
: Ram obne Amt; er fhr.: Anfang 
Chönen Wiſſenſchaften, Mainz 1767; 
mpen: Binterabente, Kranff. 1781-85, 


baſtian: Tag: ber 20. Ian. ; Daher der Kalenbertag 


ehr. 1792, 2 Tble. u. überfegte mebrere - 


t Dtamen a a. m. 16) Icbann Karl 
»b, geb. 1720 zu Sachſenberg im Wal⸗ 
hen. har 1792 als Pfarrer zu Berndorf 
‚ergab beraus: Sammlung qeifl- 
Ba, Rate. 1775. 13) Johann Karl 
an, ah. Nau m Weimar, farb 1799 als 
1 im Gemnenberg: er ſchr.: Hiſtoriſch⸗ topo⸗ 
ſaũce Nachrichten zur ſächfiſchen Ge⸗ 
Hide. 1793: Rachrichten von tem ehema⸗ 
Mercienier- Homnenklofter Sonnenſeld, ebd. 
1) Jebaun Erneiſt, geb. 1746 zu Sim⸗ 
we ia ddoarabauſen, mibmete ſich in Göt⸗ 
den Gutum ter Crientaliichen Sprachen, 
710 Sacher berfelben in Kiel n. fam 1772 
ger neh na, wo er 1744 ftarb. Er ſchr. u. a: 
Sharan zo Srlänrerung des Talmutiichen u. 
wat, Gr iiiu; Historia mannae inter 
maos, Bel jiin!.: Archänlegie der Hebräer, 
M Hale 1173: Irabiſche Grammatıt, Nena 
; Chrenonuskia Arabica, ebd. 1773; Reue 
achähche 1. u. 2. Stilck, Yp;. 1774: 
über den Trient (aus engliichen 
eiheeituugen überfeßgt), 1. Tb. Hamıb. 1772. 
besot von J., geb. 1765 in Riga, wurde 
uſdiad cmegen u. ging mach Vollendung 
xcti nach Frantreich. Vo er den Revolu⸗ 
wg EERT Lijadette mitmachte u. 1793 von 
gelangen wurbe, aber entflob. 
"RR er vroieſſor an der Kriegsſchuie in 
kim 1805 in fein Vaterland zuräd u. 
= Poastıng im Mimifterium bes Aus- 
Range, 1516 wurde er ter ruififchen 
Mefkatahir u. 1919 al® Staateratb au 
Amer Ionzieh geihidt; er jchr.: Notices 
Ciert da la France 1606, Petereb. 1807: 
“Fr larmee franc., ebd. 1507, teutic 
.1305: Bagatelles, ebd. 1811. Gab auch 
ı tem Berbschter im Roerdepartement u. 
a Conervateor impartiale berauß. 
&, Uratem von F., Eobn eines Buch⸗ 
9%. 1599 in Re, wo er mıt dem Herzog 
RER Megen wurde. Ms Militär zeigte 
2 felnäyn Aurwige XIV. viel Tapierleit 
2 1654 Gieney ıc., 165% wurde er Mar⸗ 
R 1662 ad Gounerneur in Sedan. Ibm 
a Rey ein Eranbbilb errichtet. Gr ſchr. 
tdes ducs de Bourgogne. 
n lu. Fabius 
a d pingiariis lis (nngemwiß, von wel⸗ 
u, migen 153 0. Ebr.), fette Strafe 
ee, Welche Kinder, Ehlaven, Freigelaßne 
ed, verheimlichten. Bgl. Deyliug, 
gen Fab. le plag., v 
a, nimiicher VBorname, vom laternifchen 


L 

e F. Ret P.), Pflamengattung, ge 
cf Debienup, Erzbiſchof von Valencia, aus 
le fer Soianacene-Nicotianene, 5 El. 
-£; Ren: F. imbrieata, Strauch in 
Aanugınuea, in @bili. n. m. a. 

Mi luperei (rönı. Kırt.), f. m. Junperci. 
hbiänug, ein Römer; war 236251 
Res Däriyrer (f. u. Yäpfe) nit St. Se⸗ 


Babian - Gebaftien. 

Fabinds. Die Fabla gens war ein berſthmtes 
rõmiſches, patrictiches Geſchlecht, welches feinen Ur⸗ 
fprung von einem Eebne des Hercules, Auanters 
Gntel, berleitete. Die maflenfäbige Mannichaft 
defielben, 300 an ber Zabl, sagen 479 v. Chr. 
unter Cäſo Fabius VBibulanıs gegen Die Vejenter 
u. fanden, in einen Sinterbalt gelockt, alle den 
Heldentod. Die Römer ebrten ibr Antenten da⸗ 
dur, daß fie das Thor, durch welches fie audge- 
sogen waren, Porta scelerata nanıten (f. Rom 
(a. Geogr.)). Die Kortpflanzung des Geſchlechts 
geſchab durch Duintus F. Vibulauus (f. d)), ber 
damals ein Kind war m. ben fyeitiug nicht mit 
maden fonıte. Die belannten familien beriefben 
find Die Ambufus, Auteo, Dorfo, Gallus, 
Yabee, Marimus (beſ. D. Kabius Dlar., Rule 
lianus u. Gunctator), Bictor, Nuficns, 
Sange, Bibulanus, f. d. a. Wal. Du Wien, 
De gente Fabia, Yeyten 1856. 

Fabius (ipr. Febbios), 1) Fluß im Staate 
Miſiouri (Nordamerika), gebildet aus dem nörd⸗ 
lichen u. füdlichen F., deren erſter anf der 
Nordgrenze des Staates entſpringt u. ſũdeöfſtlich 
durch die Arafıchaften Scotland u. —* fließt, der 
leytere in der Grafſchaft Schuvler entſpringt, ſich 
in ver Grafſchaft Marion mit dem nördlichen 
Duellenfluß vereinigt u. bald nach der Vereinigung 
ſich in den Mijſifippi ergießt; 2) Städtiſcher Bezirk 
mit Poſtamt (l’ost-townahip) in der Grafſchaft 
Cuondaga im Staate New⸗-NYork; 2500 Ew.; 
3) Städtiſcher Bezirk in der Grafſchaft Marien im 
Staate Wiifiouri; 1600 Em. 

Fabliau (ipr. Fabliob), eine Art erzäblenber 
Gerichte cd. Erzählungen in Profa, wie fie in ber 
älteren Franzöſijchen Yiteratur vorfemmen, fo zum 
Unterſchied von ben eigentlich Igrifchen, d. b. zum 
Geſange geeigneten Gedichten genannt. Der Ute 
ſprüngliche Inbalt folder Rabliaug bezog fich auf die 
Zagesgefchichte, u. Die Berfafler od. Erzähler derfel- 
ben bienen Zableoro (Mehrzabl Bebtisre), wogegen bie 
eigentlichen Liederdichter Chanteers genannt wur⸗ 
den. Zu den er gebören audy bie erdichteten Er⸗ 
zäblungen größeren (ltomans «d’aventure) u. klei- 
nexen Umfangs (Contes). Die Bebandlung dieſer 
Erzäblungen ıft eine humoriſtiſche, aneftotenbafte 
u. greitt nicht jelten durch Veripottung der ibealen 
Richtungen Des Yebens u. der Kunſt in das Gebiet 
der Satyre u. Parodie binüber. An ibnen äußert 
ſich der gelunde Wienfchermeritand, bie tom Stand⸗ 
punkt der gemeinen Riltlichleit audgebente realie 
tie Betrachiung Des Yebens als Gegenwirkung 
gegen Den einſeitigen Idealismus nanieuilich des 
Ritterihumsen. der Kirche. Samnilungen von Fer 
gaben beraus: Barbazan, Bar. 1756, 3 Bde., ueue 
Aufl. vermebrt von Meon, Bar. 1898, 4 Bde.; 
Bar. 1923, 2 Bbe. ; Jubinod, Bar. 1830 bie 1843, 
2 Pde. 

Waböve , Berg bes Ungariſchen Erzgebirges im 
Kreiie Gömör Des Verwaltungegebieies Kaichau, 
4437 Fuß boch. 

Fabrateria (a. Geogr.), Stadt der Volfter in 
Latium, am Trerus, 126 v. Chr. römiſche Kolonie; 


ı jet Falvaterra. 


Wabre, 1) Pierre Jean, geb. zu Ente des 
16. Jahrb. zu Gaflelnaubary in vanguedoc, ubiste 
in Montpellier Medicin =. wwurbe Uca \o Mm 


34 


Beaterftabt, wo er um 1650 fi.; er fr. u. a.: Pal- | 


ladium spagyricum; Chirargia apaſyriea, 
Myrothecıum spagyricum, Alehymista chri- 
stianusetc. ; feine Werle gefammelt ald Opera me- 
dico-chymica, $rif. 1652, 2 ®be., dentſch Hamb. 
1713u.1730. 2) Jean Claude, geb. 1668 in Paris, 
wurde Mitglied ber Gongregation des Ordtoriums, 
lehrte Theologie u. Philoſophie u. ft. 1753; er Über- 
feßte ben Birgil u. Phäbrus u. gab Ovids Meta- 
morphofen beraus; er war auch Mitarbeiter an 
Nichelets Dictionnaire, was ihm den Ausichluß 
aus der Kongregation bie 1715 11308, u. ſchr.: 
Continuation de l’histoire ecclés. de Fleury 
(1414—1595), Par. 1738, 16 Bde. (ebb. 1777, 
13 Bde.), u. m. a. 8) Bierre, geb. 1716 in Ta⸗ 
rascon u. flarb ale Arzt n. Bbofiofog in Paris ge- 
gegen Enbe des 18. Jahrh.; er ſchr. Essai sur les 
maladıes veneriennes, Bar. 1758 u. 8. (in ben 
folgenden Ausgaben ale: Traité des malad. ve- 
ner.); Essai sur divers points de physiologie, 
de pathologie et de therapeutique, ebd. 1770; 
Recherchessur lanaturedel’homme, ebb. 1776; 
Becherches sur differents points de physio- 
logie, de pathologie et de therapeutique etc., 
ebd. 1783, 2 Bde.; Essai sur les facultes de 
Y’Ame etc., ebb. 1785, 10. Aufl. 1787; Recher- 
ches sur les vrais principes de l’art de guérir, 
ebb. 1790. 4) Bhilipp Franc. Nazaire 8. 
N’&glantine (ſpr. F. —A geb. 1755 in Car⸗ 
caflonne, trat 1787 als Luſtſpielbichter anf u. brachte 
mehrere ſeiner Stücke in Aufnahme. Mit Danton be⸗ 
freundet, ſchloß er fi) dieſem in feinen politiſchen Ge» 
finnungen an u. wurbe 1792, als Danton das Ju⸗ 
zminiftertum übernahm, deſſen Generalfecretär. 
on Paris in ben Konvent gemäblt ſtimmte er für 
ben Tod des Königs, ftand aber fpäter im Verbachte, 
daß er von Ropaliften beftochen fei, u. gehörte zu 
denen, welche Robespierre am 5. April 1794, um 
* zu behaupten, aus dem Wege räumten. Von 
einen Luftipielen hatten vorzüglich Grigig: Le 
convalescent de qualite, feit 1.41, u. Les pro- 
cepteuros, feit 1799 aufgeführt; Oeuvres post- 
humes et meleea, Yar. 1801, 2 Bbe. 5) Xavier, 
geb. 1766 in Deontpellier, widmete ſich ber Malerei 
unter Jean Eoufton, trat fpäter in Davids Atelier, 
gewann 1787 mit feinem Bilde Tod ber Kinter 
des Zedekia dem großen Preis der Alabemie in 
Barie, ging barauf nad Rom, 1793 nad) Neapel 
a. von bort nach Florenz. Hier trat er in freund 
ſchaftliche Beziehungen zu Alfieri u. der Tunftlieben- 
den Oräfin Albant, weiche ibn 1824 zum Univerfal- 
erben einfetste. Die Kunſtſchätze ver Gräfin ſchenkte 
er der Stadt Florenz u. gründete 1826 in Mont- 
pellier aus feinen eignen Sammlungen ein Muſenm 
u. nebenbei eine Kunſtſchule. Bon feinen bifterifchen 
Bildern, welche namentlich durch die Echönbeit des 
Colorits u. die breite Ausführung berporfichen, 
find die befannteften: Der Tod Adels, Milo von 
Kroton (für Lord Briſtol gemalt) u. Philoctet auf 
Lemnos (in Louvre). Außerdem malte er auch 
Laudſchaften u. vorzügliche Portraits; er fl. 1837 
in Montpellier. 6) #8. B’Diiwet (fpr. %. d'Obliweh), 
eb. 1769, franzöfifcher Philoſoph, der ſich zum 
roficiomne neigte; er fi. 1925 u. ſchr.: Hist. 
philos. du genre humain, $ar. 1824, 2 Bde., 
u. gab Die geldenen Sprüde tes Pythagoras 
beraus. 7) Diarie Jacques Joſephe Bicto» 
fganzöfliher Dichter m. Schriftieller, geb. 


Fabre bis Fabri 


19. Juli 1785 zu Janjac im Departem 
erhielt feine Jugendbildung in Lyon u. 
nad Paris, wo er feine literariſche TE 
gann u. 1811 von ber Akademie mit ei 
gelrönt wurde; 1810 u. 1822 bielt er 
Vorlefungen im Athenee, fliftete 182 
bune des departements u. fl. 29. Me 
fhr.: Opuscules en vers et en p: 
1506; Discours en vers sur les voy 
1807; Tableau litt&raire de la Fra 
siecle, ebb. 1810; Les principes de 
civile (unvollenbet) ; Gefammtausgabe | 
von Sabatier ald Deuvres de Victori 
1844 u. 45; er redigirte auch zulett ! 
thequefrancaise.8) JeanRaymoni 
Bruder bes Bor., geb. 24. Juni 1792 
rb 1839 in Paris; er ſchr. das Gedid 
6&donie, ou la guerre nationale, ' 
Histoiro du siege de Missolonghi, 
La revolution de 1830 et le verit: 
republicain, ebb. 1833, 2 Bbe. ; u. war 


Bruder Mitarbeiter an ber Zeitichrift I. 
u. zulegt Redacteur ber Tribune de: 
ments. 


bretti, Rafael, geb. 1618 in Ui 
Schatmeifter bes Päpflichen Stuhle, Das 
lang Rechtsanwalt ber päpftlichen Geſa 
Madrid, nah feiner Rückkehr Secret; 
bers VIII. u. Auficher ber Archive ber ( 
u. ft. 1700 ig Rom. Er lieferte gute Us 
über bie Tabula ilica u. a. Antigmitä 
De aquis et aquaeductibus veteri 
Rom 1680 (2. Ausg. 1788); De colu 
jani, eb. 1683 (1790), %o1.; Inscriptior 
etc. explicatio, ebd. 1699, 2. ug. 
Fol. Dit Jacob Gronov führte er ein 
Fehde über die Erllärung einzelner € 
Livius. 

Fabrezan, Dlarktfleden am Orbieu, 
diſſement Narbonne des franzöſiſchen De 
Aude; Weinbau; 1300 Ew. 

Fabri, 1) Dionyſins, ein geborne: 
lebte im Amfange des 16. Jahrh. u. iſt 
Rechtsgelehrte Livlande. Cr ihr.: De 
Sıichtischen Rechte, ym Sticht v 
geheten dat Ridderrecht, 1537; E 
Procuratorum Proces und Rechtes o 
rechter arth und Wise der Ridder 
Lifflande ete., 1539. Beibe mit Gloſſ 
gegeben von Olriche, Brem. 1773. 2) € 
war 1599 — 1601 Kapellmeifter im 2 
1603— 1607 an der St. Sohannistirche i 
ipäter Muſildirector an der franzöſiſchen 
fiche des S. Luigi in Rom; er ſchr.: 
sacra iuxia duodecim modorum se! 
cinnata, nachgedruckt Yilmmb. 1607. 
fano, jüngerer Bruder bes Vor., geb. 16 
Mäſtro an der Kirche di &. Luigi, 1697 ; 
ria Maggiore n. fl. 1658; er compenirte 
Rom 1650, u. Pſalmen, ebb. 1660. 4) 
Ernf Shreg, geb. 1755 in Ols, w 
Profeſſor der Statiſtik m. Geograpbie in | 
Profefior ber Bhilofopbie in Erlangen u 
er fchr.: Elementargeograpbie, Halle 1 
4Bte, 3. Aufl. 1784 - 1803; Haudbuch 
ſten Geographie für Alademien u. Gymu 
1784, 2 Abth. 10. Ausg., ebd. 1819, 21 
riß ber Geographie für Schulen, ebb. | 


Babriane bis Fabricius 


SIT, Encoflopäbie ber hiflorifchen Haupt⸗ 
beiten, Eri 1508, u. m. a. pepuläre Echrif- 
herdem gab er heraus: Geographiſches Ma⸗ 
Defiau u! 176385, 4 Bre.; Reues 
Welchen Magadin, 1785—57, m. Magazin 
Gregrapsie, Rürnk. 1797, 3 Bde. 

län, Cut am Giano in der päpſtlichen 
Ben Nactrtata; Viſchef, Kathedrale, 18 Klö⸗ 
ı den Kirchen Ihäne Gemälde u. Bilbhauer- 
* te Fabrilen für Papier, Pergament, 
* 


, 550 Em. 
Driäns,, Gmntile ta F., gebt. um 1370 in 
ms, fe nen Alegretto ti Nuzio tie Dialerei 
baben u. lich fih ſpãäter in Florenz nieder, 
in ter Eakriſtei von ©. Zrinita tie An- 
der Heiigen drei Könige (jetgt in der Atatemie 
ve) male. Dann ging er nach Orvieto, 
w teriges Tem mit einem Frescogemalde 
4. Zuasfron zu ſchmũden (1425), von bort 
Siene, me über tem Haupteingange des 
‚zo pablieo me thronente Diatonna ıMa- 
ı ve u al fresco malte u. mehrere 
neolle Terikiter anfertigte. Außerten war 
och a wei adern italieniihen Stätten 
vorjeztecſe in Benebiq, wo er unter andern 
ir Könige für den Palaſt Zeno 
(jett mu Baliner Muſeum) u. für ben 
melat iu Initrage des Raihes ein großes 
De, fie Erehlacht zwiſchen Friedrich Warba- 
r Des Beicuanern (1177) darfiellend, aus⸗ 
Ben Pa Martin V. nach Rom berufen, 
er für denſelben viele Arbeiten, namentlich 
leseien in 8. Giovanni aus, welche indeß 
sig tete dad Vild im Dogenpalait erhalten 
B 1450 in Rom. Als Forderer fünftleriichen 
m. meleriiber Technik hat F. für feine Zeit 
gleich greße Bedeutung wie Fieſole. Gr 
» der erfien, welcher von ter fteifen Dar- 
veife Giottos un. feiner Nachfolger abging 
dium der Ratur, anatemilcher u. per- 
r Berbälmifie feinen Schöpfungen zu 
zre u. bie erfien Verſuche in ber Yand- 
rei machte. 
a {lat.), 1) Werkſtatt u. Gewerb eines 
Dfäicinaarmorum, rem. Ant.), Waffen⸗ 
15 im Morgenländiſchen, 19 im Abend⸗ 
deiche waren. In jeder wurde eine be⸗ 
Baflen gemacht, 3. B. in Antiochia, 
Nikomedien Harniſche, in Irenopolis 
Die Arbeiter in einer F. biegen Fabri- 
aven, tie mit ihren Kindern ın ben 
ben mußten; auf Dem Arme mwurben 
ennen gebrunbmarlt; 8) F. eceleslae, 
e einer Kirche, welche zu Reparaturen 
s u. kann auch zur Erhallung be6 
es beſtimmt waren. 
:, 1) F. Gaertn., Pflanzengattung 
ttfie ber Myrtaceae-Leptoxpermeae, 
on. L.; Arten: F Inevigata, F. ınyr- 
1. neuhelläntiibe Sträucher, ®) F. 
hört zu I.avandula /.. aus der Fa⸗ 
ıbiatae-Nepeteae; 3) F. Srop., ifl 
» Neck., aus der Familie ter Papi- 
Hedvsarene. 
en (v. lat.), fertigen, verfertigen, ver 


8. Die Fabrlela gens mar ein römiſches 
heichlecht, welches aus den Gernicerlant e 


flammte; bei. belannt: 1) Gajns F. nsciune, 
ging als römiicher Geſandter nach Zarent, um Die 

arentiner von dem Kriege gegen Rom abzumahnen. 
wurde aber als Cefangener zurüdbebalıen ; er wurde 
Dann 282 v. Ebr. Eonful, mo er Lie Ganıniter 
bei Thurii ſchlug; machte 250 unter Lävinus dem 
Krieg gegen Pyrrbos mit u. aing dann zu Pyrrhoe 
un wegen Auswechſelung der Gefangenen zu unter 
banteln. Im Jahre 279 kimpfte er wieter 
Pyrrhoe, wo Einer von deſſen Yeuten zu ibıu kam 
u. ibm verfprad, tür eine guie Velohnung Pyrrhos 
zu vergiften, aber %. fchidte den Verräther en 
Pyrrbos zurüd u. ließ denjelben vor feı.en einen 
veuen warnen. 278 308 er gegen die Völker im 
Unteritatien u. wurde 275 Genfer. Gr ftaıh wegen 
feiner Uneigenmügigleit unbegütert, weshalb ter 
Etaat jeine Tochter aueftattete. 2) l- uintus, 56 
v. Chr. Vollstribun, Freund Ciceros u. Deshalb 
ven den Clodianern feindlich angegriffen, ja, al® er 
für die Zurüdberufung Ciceros einen WBorjchlag 
that, vertrieben. 

Fabricius, 1) Theodor, geb. 1561 in Anholt 
an der Yfiel, lernte ale Schubmacher, gıng dann 
auf die Schule nach Köln u. ſiudirie in Wiütenberg 
Theclogie unter Yutber, Vlelanchthon u. Bugen⸗ 
bagen. Als Yurberaner mußte er in Röin, wohin 
er fi dann gewenter hatte, barte Nerjelyungen 
erleiden u. fliichiete nah Jülich. Bom Yandgrafen 
Bbilipp von Heilen, welcher ib in feinen Sch 
nahm, erbielt er 1532 a6 Diakonat in Rafl 
Einige Jahre darnach wurde er nach Münſier ge- 
ſandt, um die aufrübreriihen Wliebertäuier mr 
Ruhe zu hringen , Darauf begleitete er den Landgra⸗ 
fen Philipp ale Feldprediger in ten —— 
giſchen Krieg u. auf einer Reife nach Ufter.eich zu 
König Ferdinaud, wurde 1536 Pfarrer in Alleuderf 
in Heſſen, 1544 Brofeffor ber Hebräiihen Sprache 
in Wittenberg, in bemielben Jahre Paſtor an ter 
Nicolailirhe in Zerbſt u. 1545 Superintendent 
daſelbfi, wo er auch 1570 farb. Er fchr. u. a.: 
Institutiones grammaticae in linguam»anctaın, 
Köln 1525; Articulı pro evangelica doctrina, 
ebd. 1531; Tabulae duae, de nominıbus He- 
braeorum una, altern de verbis, Bajel 1545. 
2) Otto, geb. zu Anfang des 16. Jahrh. in Huſum, 
war lönigiicher Yanbichreiber in Dithmarſen n. feit 
1592 Etabtjecretär in Huſum, wo er 1564 flarb. 
Außer mehreren lateiniſchen Schriften iſt bei. ſeine 
Pauias bemertenswerth. 2) (Georg, eigentlich 
Goldſchmied), geb. 1516 in Chemnitz, ft. 1571 
in Meißen ala Rector der Fürſtenſchule; er gab 
mehrere klaſſiſche Schriftfteller u. eigne Poeſien her⸗ 
aus u. fhr.: Res Minnicae. Baſel 1569; Suxo- 
nia illustrata, Ypj. 16003 Res Germanicae et 
Suxoniae memornbiles, ebd. 1609, 4) Krane 
ciſscus, geb. um 1524 in Türen, Daher Marco⸗ 
burannsbeigenanut, im Herzogthum Jülich, wid⸗ 
mete fich in Paris unter Adiiau. Zurubus u. 
Ramus den klaſſiſchen Studien u. wurde 1550 
Rector am Gymuanum in Diljjelbori, wo er 1573 
ftarb. Er gab heraus zwei Reten tes ryſias (bie 
reichenrede u. Decurde Ersthbos en), Kélu 1554, 
Antw. 156%: den Oreſiue, 15615 ſchr.: Com⸗ 
mientare Ju Cicere's Reden pro Iaogarıo (1562), 
pro Funtej -, pro Miltene, de prosincnte con- 
»ularıbus; zu den Tuscutaniſchen Tu.ittonen 
(1569) u. Den Kerrintiben Velen (397222 eine ine 
ieinijche Uberſeruug vın Pintarcho Schrijt: De 


ronis, Köln 1564 u. 8., zulet von Gronov 1727; 
Annotatione: in Terentii comoedias, %p3.1574 
u.a. Bol. 3. T. A. Andreä de Franc. Fabricio 
Marcodurano, Heitelb. 1763. 5) (8. be Aaus 
gendente), Hieronymus, geb. 1537 in Aqua» 
pentente, Schüler u. Nachfolger von Faloppia ale 
Brofeffor der Chirurgie u. Anatomie in Padua, fl. 
dort 1619; er ichr.: Opera chir., Padua 1617, 
Fol., u. ö., zuletzt Lyon 1628 (deutſch Nürnberg 
1672 u. 1716); Opera anatom. et physiol., Ley- 
den 1723, mit Borrede von Albini, auch 1737, Kol. 
6) (9. von Dilden, Sildanus), Wilbelm, geb. 1560 
in Hilden in der Schweiz, war Stadtarzt in Bern 
nn. außgezeichneter Chirurg u. ft. 1634. Seine meiſt 
chirurgiſchen Schriften, lateiniih Frankf. 1646, 
Deutich, ebd. 1652, von F. A. Waitz, Fleneb. 1780 
bis 1753, 3 Thle. 7) David, geb. 1564 in Eſens 
in Oftiriesland, widmete jich neben bem Studiuim 
der Theologie def. der Altronomie u. Aftrologie, 
wurte 1594 Prebiger zu Refterhafe in Oftfriesiand 
u. 1603 Pfarrer in Tfteel, wo er 1617 von einem 
Bauer aus feiner Gemeinde erichlagen wurde. F. 
fand mit Tycho De Brabe u. Kepler in Berbindbung 
u. bat fih Durch Beobadhtungen des Sternenhim- 
meis einen Namen erworben. Er ſchr. u. a.: Epi- 
stolae ad Keplerum (hantichriftlich in ber Laijer- 
lich ruſſiſchen Bibliothel in Et. Petersburg); Ca- 
lendarium historicum (1555 — 1613), hand⸗ 
fchriftlich in der landſchaftlichen Bibliothek in Aurich. 
8) Jacob, geb. 1577 in Roſtochk, ſtudirte Diedicin 
u. Mathematik, in melcher letzteren Wiſſeuſchaſt er 
Tycho Brahe zum Yehrer batie, wurde berzoglich 
medlenburgiicher Yeibarzt, fpäter Brojeljor ber ‘Dies 
dicin u. Mathematik in Roftod u. ft. 1652 als Leib⸗ 
arzt König Friedrichs III.; er ihr. u. a.: Urosco- 
ia s. de urinis tractatus, Roftod 1605. 9) Jo- 
ann, geb. 1608 in Danzig, jtutirte in Roftod, 
Leipzig, Wittenberg, Künigeberg, bef. in Leyden un⸗ 
ter Golius Morgenländiſche Sprachen, lehrte die» 
jeiben jeit 1635 in Roftod, war dann lange Zeit 
auf Reifen in England, Dänemark, Schweden, 
Sranlreich ꝛc., wurde 1642 Brebiger in Roftod u. 
1650 Profefior der Theologie u. der Hebräijchen 
Sprache bajelbfi u. ft. 1653; er fchr. u. a.: Speci- 
men arabicum, Roſtock 1638; Mahomedis testa- 
mentum sive pacta cum Christianis in oriente 
inite. 10) Bincenz, geb. 1612 in Hamburg, 
flubirte in Leyden die Rechte, wurde 1644 Syndi⸗ 
cu® u. 1666 Bürgermeifter in Danzig u. fl. 1667 in 
Warſchau, wo er auf dem Reichstage anweſend war. 
Er war Arzt, Jurift, Dichter u. Numismatiler u. 
ſcht. Positiones medicae, Considerationes 
monetales, Orationes, Poemata, Epistolae, 
herausgegeben von feinem Sohne Friedr. F. ale 
Vince. Fubricii orationes, epistolse etc., Xp}. 
u. Self. 1685. Seine Pocmata, Yeyb. 1632, 
2. Aufl. 1638. 11) Johann Lud wig, geb. 1632 
in Schaffhaujen, wurde Profefior ter Theologie in 
Heidelberg u. ft. 1697 als Kirchenrath ber Kurpfalz. 
Er rettete bei der Zerſtörung Heibelbergs Durch Die 
Franzoſen die Univerfitätsbibliorhet. Seine Opera. 
3ür. 1698. 12) Werner, geb. 1633 im Itzehoe, 
war Mufitdirector u. Organift in veipzig, wo er 
1679 ftarb; ein fehr fruchtbarer Componift; er fchr. 
u. a.: Delicine harmonicae, Ypz. 1056; Geiſi⸗ 
lie Arien zc., ebd. 1662; Manuductio zum Ge⸗ 
aß, ebd. 1675. 18) Johann, geb. 1634 in 


Fabricius 
liberis educandis, Antw. 1563; Historia Cice- | 


Dobra in ber Arvaer Geipanzickaft, fin 
Jena, Tübingen, Wittenberg Theolegie 
Rector in Brzezno u. ipäter in Kaſchau. 

bamaligen NReligionöftreitigfeiten fpielte 

mebr mutbige, als bejonnene Kelle u. 300 
Haß ter Zefniten, fpäter ben jeiner Obri 
Er verließ Deshalb Kaſchau u. murte 16 
fellor, jpäter Rector in Hermannſtadt u. 

Gr ſchr. u. a. tbeologiiben Streitſchrijt 
thesibus procmialibus controversiarı 
Mathiae Sambar. 1669; Adamas c 
veritatis. Kronft. 1674x. 14) Kranci 
1663 in Amſierdam, widmete fich Dujelb| 
1681 in Leyben dem Stupium der The 
bei. auch der Morgenländiſcheu Sprachen 
1687 Pfarrer in Valzen, 1696 Preriger 
ben, 1705 Profeſſor ter Tbeologie an! 
verfität bafelbft u. ft. bier 1738. Er fi 
sacerdotio Christi juxta ordinem M 
dec, Leyd. 1720; De Christologia N 
et Abrahamica, ebd. 1727; Fides ch 
patriarcharum ac prophet., ebd. 1730: 
omnia philol. theol. exegetica, eb. 174 
15) Johann Albert, geb. 1668 in Teipsi: 
Brofeilor der Beredtianiteit in Hamburg ı 
1736. Er ſchr.: Bibliotheca graeca, 

Hamb. 1718 -28, 14 Bde. (4. Ausgabe no: 
ebd. 1790— 1509, 12 Bte., Index dazu, Ip 
Bibliotheca latina, ebb. 1697 (5. Aufl. el 
3 Bde., von Erneſti Ypg. 1773, 3 Bode. 
mediae et infimae aetatis, Hamb. 1734, 
(6. Bd. von Chr. Schöttgen, ebd. 1746, vos 
Padua 1754, 6 Bpe.); Bibliographia ant: 
Hamb. 1713, mit Zufägen von Shafebaue 
Codex apocryphus N.T. (2. Ausg.), Han 
3 Bde; Bibl. ecclesiastica, ebd. 1718, f 
auch heraus ben Dio Kaifius u. Sertus Er 
16) Johann Andreas, geb. 1696 in D 
bei Diagdeburg, wurde 1716 Privatdocent 
loſophie in Yeıpzig, dann in Jena, mo er 

Deutihe Geſellſchaft gründete, ging 17 
Braunſchweig, wo er Brofefjor am Caro! 
Rectoram Katharineum wurde, u.ft. 1769 al 
am Syumnaflum in Nordhauſen. Er ſchr.: Aı 
zur theoretiſchen Philoſophie, Wolfenb. 17; 
geln der geiftlihen Beredſamleit, Lpz. 17- 
tiſche Bibliothet, ebd. 1745—59, 4 Bbe.; At 
allgemeinen Siftorie der Gelehrjanileit, 17 
3 Bde.; Conspectus theologiac theti 
lemico-moralis, Sranlenhauj. 1766. 1 
lipp Konrad, geb. 1714 zu Buubad 
Wetterau, er ſtudirte Medicin u. Naturwi 
ten, wurde 1738 bei jeinem Bater in But 
junct u. 1747 Phyſikus, 1745 Profefjer ! 
tomie, Phyfiologie u. Pbarniacie in F 
u. ftarb daſelbſt 1774. Er ſchr. u. a.: Ides 
miae practicae, Wetʒzlar 1741; Primitia 
Butisbacensis, ebd. 1743: De anımalı 
Weiteraviae indigenis, Heimſ. 1749; 

fung mediciniſcher Reſponſorium u. € 
berichte, Halle 1772, Enumeratio ne 
plantarun horti med. Helmst., Helm 
1703 u. 1776 20. 18) Juſt Friedrich Ern 
geb. in Diestorf bei Magdeburg, war v 
ber Schule in Kloſterbergen, dann Predig 
leringereleben u. Morsleben, ſpäter in Neu 
eben u. ft. 1784; er ſchr.: Bermiſchte 


(größtentheile didattiicher Gattung), Magd 


Fabricinsfched Soſtem bis Fabriken u. Mannfacturen 
bfe.; Moraliſches Lehrgebicht Über ben 


,. 17623, n.c.m. 19) Job. Bottfr. 
. 1738 in Jena, ſtudirte daſelbſt feit 
Ste u. bakititirte fih 1759 als Docent, 
fürſtlich Hobenloheſcher Kegierunge- 
Irarh zu Yangenburg, 1766 Syndikns 
iniſchen Rirterichaft zu Friedberg, 1778 
Baticher Gebeimrath ır. fl. 17995 er 
hre Deusiche Erbfelge nach Der Nãbe des 
67, el. 20) Jobann Khrifian, 
‚enbern, rear Proieſſor ter Cfonomie u. 
aſchaften in Kielu.ft. 1908: er ftellte ein 
n ter Infecten auf (f. Zabricinaiches 
&r.: Geners insectorum, Kiel 1777, 
ebt. 1790: Species insect., Ham⸗ 
2 Pte; Mantissa insect.. Kopen- 
‚2 ®tre.; Entomologis systemat.,, 
4,41 Dre: Supplementum entomol,, 
ema eleutheratorum, Kiel 1401, 2 
'brngotorum, Braunſchw. 1903, Svat. 
1. ek. 1804, 4 Dre; Sıst. antlia- 
1895. 21) Friedrich Daniel, geb. 
Gerdien in Der Niederlauſitz, fluktrte 
ı leigsig Teeologie, wurde 1797 Prima- 
halimyetter in Calau, 1816 Zuperin- 
TER u ft. bier 1832. Er fchr.: Reli- 
ht far Rinder, %pz. 1792 f., 2 Thle., 
5: Religiendunterridht für Die Jugend, 
‚3 2te;, Anleitung zur Vorbereitung 
ınden, ebd. 1806; Lefebuch für Land⸗ 
en 1622, 1627. 22) Karl Aug., geb. 
d, Aukirte in Iena u. Goöttingen Theo⸗ 
1531 Diaconus in Yübed u. fl. 1835: 
‘ Eenfirmantenunterricht, , Lüb. 1832; 
ir Verbefferung des Kirchengelanges, 


Mies Syſtem, nah Iobann Cbriſt. 
8.20) genannt. Bor Kabricine mar bie 
ser Imiecten faft ausſchließlich auf bie 
fe u. tie Flugwerkzeuge gegründet; F. 
eſelbe nach ven Freßwerkzeugen ſewebl 
az Ordnungen, als in ten Gattungen. 
renurgen And: sa) Eleutherata, 
icht betedt, Tafter frei (C’oleoptern, 
Ulonsta, Unterfiefer von einem 

(Selm) betedt ( Orthoptera 
—— Unterkiefer an der Bafis 
ı mit ber Lippe verwachſen (Neuro- 
ügler, mit Ausnahme ter Liibellulae, 
1.a.); d3 Piezata, linterliefer ge 
oft verlängert (Hlymenoptera, Haut» 
Odonata, Unterliefer gehörnt, ge- 
‘er (Libellulae, Waſſerjungfern); ſ) 
,„ Unterfiefer gehörnt, gewölbt, chne 
iopoda); 8) Ör onata, Unterliefer 
einem Hafen verſehen (Lungenarachni⸗ 
‚lygonata, mebrere Unterfiefer, in 
egen, meift 6 Tafter (Crustaren iso- 
nphiopoda);, D Kleistognata, 
ertiefer, im Innern ber vippe u. ben 
gend (Crustacea decapoda bra- 
sicgwänze); k) Exochnata, meh» 
Ir, im Innern der Yippe, von deu 
dt (Crustacea decapıoda macroura, 
e); D Glosssta, im Munde eine 
3 aufrolibare Sung zwiſchen aufgerich⸗ 
ı (Lepidopters, Schmetterlinge); m) 
a, Mand ein Schnabel mit einer ge» 


57 


gliederten Scheibe (Hlemiptera, Halbdecker, =. 
Siphonoptera Zatr.); a) Antlinta. Mund eis 
Sangräflel ebne Gelenke (ftachellofe Diptern x. 
Luftröhrenarachniten). Obgleich tie Namen des $. 
S., da es bei dieſer künſtlichen Eintheilung oft na» 
türlihe Gruppen trennt u. fie meit von einander 
ſtellt, auch Pie Kennzeichen oft mebreren Ortnun- 
gen zulommen, cd. diefelben fich nur bei einer Gat⸗ 
tung finden, dem Linneſchen baib wieder wichen: fo 
bat Fabricius doch große Verdienfte um bie Ente» 
melogie, ba er zuerft ie Freßzwerkzeuge als Klaſſi⸗ 
ficarionsmittel angemenbet u. in dieſen in Verbin⸗ 
bung mit den andern Urganen eine feſte Grundlage 
geliefert bat. 

Fabriczy, Samuel, ungariſcher Rechtagelebrter, 
geb. 1792, war vormals Ratb fiir das evangeliſche 
Kirchert- u. Schulweſen unter tem Euftwaminifter 
of. Cotvös u. dann Mitglied der ungariſchen Ala- 
bemie; er fl. 185% in Peflb ır. fehr.: Kiemente 
Juris criminalis, 1819, u. 1818—4S mehrere Ab» 
von lungen, meiſt jnridiſchen Inhalte. 

Fabrik, 1) ſ. Fabriken; 2) im Mittelalter 
ber Ban einer Kirde, f. Fahrica; ſpäter 3) das 
ganze Bermägen u. bie Ginkünfte einer Kirche; 
daber Rabrifiands, tie in England zum Deflen bes 
Kirchenvermẽgens verwalteten liegenben Gründe. 

Wabrifant, Yefiner einer Fabrik (1. d.). 

abrifät, dae Erzeugniß ver Fabriken. Man mm- 
tericheibet eigentlihe (Ganz⸗) Fabrikate, 
d. b. ſolche Waaren, melde, aua Robproducten bet- 
vorgegangen, unmittelbar ben menfchlichen Kedilrf⸗ 
niffen bienen; u. Halbfabrikate, Bd. b. ſolche Fre, 
welche erfi einer neuen Verarbeitung, Merbintung 
u. Formung unterworfen werten müſſen, um ale 
Oegenftand tes Detailhantele Tienen an können. 
So gebt 3. B. ans ter reben Baummelle das 
Baummellengarn ale Halbfabrikat u. aus biefem 
bas Baumwollenzeng ale fertiges F. hervor. 

Fabrikation, bie Thätigkeit, welche Rohpro⸗ 
ducte in unſtproducte verwandelt, f.u. Arbeit n) h). 

Fabrikationsmaſchinen ( dabrikmaſchinen d, 
Maſchinen, welche bie ibnen übertragene Bewegung 
direct zur Erreichung eines yerilien mechaniichen 
Effecetes wirfſam machen; fie bewirken eine Form⸗ 
veränderung ber Körper u. treten entweder zur 
Verrichtung gemifjer allgemeiner Arbeiten an bie 
Stelle ter fonft gebräuchlichen Handwerkezeuge 
(Wertzeugemafhinen), wie Hobelmaſchinen, 
Drebkänfe, Schneitemafchinen, Fraſsmaſchinen ıc.; 
ob. beziweden bie Herftellung eines beftimmten Fa⸗ 
brikata (5. imengeren Sinne), fe Maſchien zur 
Fabritation der Drahtftifte, ber Nägel, Röhren, 
Ketten, Stecknadeln, Kieiterbäfchen, ferner bie 
Schraubenſchneidemaſchinen, Epinn« u. Webema⸗ 
fhinen, Münzmaſchinen, Bapierinafchinen ıc. 

Fabrifstiondmüngen (Bandelsmünzen), 
in Holland Die Münzen, welche auf Veflellung der 
Kaufleute auſsgeprägt werden bürfen. . 

abrifblei, das mit einem Webrifzeichen bezeich⸗ 
nete Anbängfel von Blei an einem Zıüd Tu u. 
anderen Babritprotucten, welches die Zubril, aus 
welcher das Stild kommt, bezeichnet 

Yabrifen u. Manufacturen, find Merkftätten 
ob. Etabliſſemente, wo Durch mechaniſche Künſte u. 
Handwerke tie Naturerzengniſſe für Den menſch⸗ 
lͤchen Bedarf od. für Yuzus u. Mede im GSreßen 
(labritmäpig) verarbeitet werben. Was zundbit den 
Unterfchied der Kamen anlangı, fo ift eine Ma⸗ 


Jabriken u. Manufacturen 


uufactur (v. lat.) ein Etabl’ffement, wo folche | u. billigen Transport des Fabrikats nad | 


Arbeiten gefertigt werden, beren Herftellung bei. 
durch bloße Menſchenhand cd. durch Maſchinen be- 
wirkt u. mozu die Stoffe bef. aus dem Pflanzen - u. 
Thierreiche genommen werden; Fabriken (v. lat. 
FabrYca). Dagegen find Werkfiätten, deren Erzeug- 
niffe mit Hülfe des Feuers u. Hammers od. anderer 
Hau⸗ u. Schneidewerkzeuge bergeftellt u. wozu bie 
Stoffe vornehmlich aus dem Mineralreiche entlehnt 
werben. Der gemeine Sprachgebrauch nimmt aber 
Fabrik häufig in weiterem Sinne u. begreift darunter 
ein Werk od. eine Anftalt, in welcher durch ten 
au lommengeint von Arbeitsfräften (geleitet von 

enſchen) Der Dienfchen jelbit, der Thiere, des 
Waſſers, des Windes od. bes Feuers mit Hülfe 
von Geräthen, Werkzeugen u. Arbeitgmafcinen 
allerlei nütlihe Dinge gefchaffen werben. Die 
gebt unterfcheibet fi) von ber hanbwertsmäßigen 

erfftatt Dadurch, daß in erfter eine Arbeitsthei- 
lung unter Menſchen u. Maſchinen ftattfintet, daß 
mit größeren bewegenden (dynamiſchen) Kräften 
gearbeitet wird, daß bie Lieferung nicht in einzelnen 

tülden für den unmittelbaren Verbrauch, fondern 
m größeren Mengen zum Wiederverlauf in ber 
Regel wenigſtens, u. zur Weiterverarbeitung zu 
med vollendereren Gebrauchsgegenſtänden geichtebt : 
während das Handwerk, als Gegenſatz ter Fabrik, 
nur im Kleinen u. Einzelnen arbeitet, alle Stufen 
ber Arbeit bis zur Bollentung mit eiguer Hand 
durchmacht u. zum größten Theil für den örtlichen 
Bedarf berechnet ift, auch im Einzelnen verkauft. 
Bom abritverlag untericeitet fih die Fabrik 
dadurch, daß erfter feine Waare außer dem Haufe 
arbeiten läßt, auch wohl nur laufen, zurichten u. 
aufmachen läßt u. in ten Handel bringt, während 
die Fabrik, in ſich gegliedert, ihr Fabrilat aus dem 
Rohſtoff, meicher auch ſchon Las Fabrikat einer vorar⸗ 
beitenden Fabrik fein fan, von Stufe zu Stufe in 
abgeichlofienen eigenen Gewerberäumen Bis zur 
Vollendung bringt. SJabrikanten können eigentlich 
aur bie Borfteher u. Beſitzer letzt geſchilderter Ge⸗ 
werbsauftalten od. eigentlicher 5. genannt werben; 
wiewobl man fo auch Hantwerter nennt, welche, 
wenn auch nur in engem Raum u. ſelbſt ohne alle 
weitere Hülfe die Naturkräfte mit Majchinen unter 
ihrer Leitung arbeiten laſſen. 

Die Begründung einer Fabrik geſchieht gewöhn⸗ 
lich durch einen od. mehrere Unternehmer (Capita⸗ 
liſien u. Sachverſtäudige), zuweilen auch durch die 
Unternehmung einer — (Actiengejellicait) 
od. aufden Wege der Aſſociation von Arbestern felbft. 
Die Fabrikbeſitzer (Fabrikberren) haben es alsdann nur 
mit ber Cheraufficht u. Leitung des betrefienten Ge⸗ 
ſchäfts zu tbun, mit ber Anfchaffung ber bazu nöthi: 
gen Materialien n. der Aufieluug u. Befeltung der 

abei beichäftigten Arbeiter, ſowie mit dem fauf- 
männijchen Zertrieb der probucirten Waaren; wäh⸗ 
rend bie Herftellung der Fabrikate Sache ber Arbei- 
ter ift. Um ein Fabrikge häft in Gang zu jeten u. 
ſchwunghaft zu betreiben, iftaußer einen ber Grüße 
bes Unternchmens entiprecdbenten Capital eine ge- 
naue Sachkeuntniß erforderlich, Damit rer Fabrikherr 
fich ein richtiges Urtheil über feine Arkeitır biiden ur. 
mögliche Wehlfeilheit ter Waare, bei innerer Güteu. 


für bie Erzielung eines billigen Preiſce der Fabri- 
Tate find billige Platerialien, ein Ten Verbälimiſſen 
angemefjener Lilliger Arkeireicbuin ere für ſchuellen 


Bauptfädhlichften Markte geeignete Lage der | 
Das Emporkommen des fabrifmäßigen Bi 
ift zunächſt der Raturmifienichaft zu danken, 
die Geſetze, nach Denen einzelne Naturkräfte u 
genau beftimnmite u. deren Anwendung an 
der Handarbeit ber Menſchen u. Zuglrait ber 
ermöglichte. Die Kraft des Waflers u. Wiml 
Ortlichleiten u. Zufälligleiten geknüpft, ge 
nur für einen beftimmten Kreis von Ya 
einen Erjat der Thier- u. Menſchenarbeit; zu 
wichtiger in biefer Beziehung war tie Gail 
ber Dampifraft, melche bie Anlage von Mag 
nur an das VBorhandenfein von Waſſer dig 
eine bebeutend größere u. conflantere weis 
Wirkung hervorbrachte. Mittelbar färkii 
Erfindung der Dampfmafchine das —* 
durch Erleichterung des Transports ber 
ducte u. Fabrilate auf Eiſenbahnen u N 
ſchiffen n. die dadurch herbeigeführte Verring 
ber Frachtkoſten, welche and das Binnenfar 
Vorzüge theilhaftig machte, die ebebem nur d 
Waſſerſtraßen verjehenen Gegenten zu Gute ll 
Den Vortbeil des Fabrilweſens findet m 
ber wohlfeileren Herftellung ber Waare m. b 
durch bedingten mwoblfeileren Berlaufspreis, ı 
fi) ber Natur der Hanbelsverbältniffe gemäß 
lirt, ba die F. nicht gegen Concurre | 
find, wie e8 die in Zünfte u. Innungen bach 
nen Gewerke waren, bevor tie Gemerkefteih 
zu Gunſien der Probducenten im Mi 
geroorfenen Berlebreichranten beſeitigt. 9 
ber Großbantel ſich auch der Yabrifate, Rat 
mie ehedem, auf Rohproducte zu befdgränten 
mächtigte u. das große Capital vereinigter € 
lanten, welche von Banken u. Erebirinflitutem | 
ftügt wurden, durch billige Einkäufe bes 
ntaterials bie handivertsimäßige Anfertigung 
Maaren vollig unprotuctiv machte, 
Umſchwung in Güterleben der Völker and ı 
UÜbelftände zur folge. Dahin gehört zunäd 
Ruin des Meinen Gewerbes, welchen zu hinde 
fangs einzelne Staatsregierungen zu Probibitt 
regeln gegen das Fabrikweſen griffen. Aber fü 
dadurch nur eine Abſperrung ihres Landes geg 
Aueland hervor, die werer Die Conjumenten zu 
lonnte, fich der künſtlichen Preisfteigerung tı 
lande vollig zu unterwerfen, noch dem Dani 
förderlih war, meldes an tem Herlomm 
lahınte, da eö feinen Zrieb hatte, fich Die Fort 
des Auslandes anzueignen. Eine meitere 
Diefer Abjperrung war bie Auswanterum 
Capitals u. bejäbigter Köpfe nach den FA 
wo Capital u. Talent eine den VBerhältniffen 
meflene Verwerthung finden konnten, bie ı 
ber wirtbjcaftlihe Nüdgang des Staates | 
binträngte, das Syſtem zu äubern, Das Heiner 
dem großen verzuzieben, dem Fabrikweſen 
zu gewäbren, ja deniſelben allen möglichen Ba 
zu leiften, damit dad bisber Verfäuimte nad 
werde. Ungleich bebenficher ala dae Verfcht 
vieler Heinen Gewerbe find bie Üpelftäu 
Fabrikweſens, welche aus der Eniſtehung d 









We beiterproletariate in greßen u. gewerbreichen 
äußerer Schönbeit, erzielen kaun. Hanpebedinguungen 


ten bervargegangen find. Armuth u. Elend, 
theild durch ein zwiſchen Den Lehn u. dem in 
des Verellerungezuwachjes geftieinerten Freil 
netbrendigſten Vebensberäiriifje beſteheudee 


dabriken u. Manufacturen bie Fabrik⸗ u. Gewerbegerichte 


‚ teile durch Die geringe Sorge ber 
ter für Wedhlelfälle bes Yebens, Stodun- 
beihättes bei Handelskriſen, Bertienf- 
N Rranfbeitsfällen u. im Alter bervor- 
ird, haben ſchon früb tie Anfmerkfamteit 
rungen u. wohltbärigen Geſell ſchaften er- 
x teh ein turchgreiientes Gegenmittel 
werden iR. Am wirkſalnften zeigten ſich 
umgangen, weiche von den Arbeitern ſelbſt 
Ka für die Zeiten der Roth geſichert zu 
ſe weiſe in England durch Er⸗ 
list anlammelten ıı. nicht felten mit 
Capitalien ſelbſt ein eignes Fabrik⸗ 
— deten. Dazu kommt, daß in 
d Ya Febritherren im Allgemeinen gern 
: ‚ weil ber gutbezablte Arbeiter 
eilt, jo dei fich dadurch bie Mebrtoften der 
os weher ausgleichen; vgl. Arbeiter. Um 
Melia des Intandes gegen tie Concurrenz 
Rt erkeürgden Auslandes zu ſchützen, war 
I 6 Mappe ter Prohibition, des Ein- 
That (nf Eafahr) n. bes Schutzzolle fehr 
Io Wi nah em Beifpiele Englante, befien 
Bmeke of ver Aufhebung der Schut 
or entwidelte, das einteitige 
bir F as in immer größeren 
. Serathen iR (ogi. ). 
XC A Gmpocbringung der In- 
Munennen bie Privilegien od. 
WEgOpetente, welche bem damit * 
brecht an ber von ihm gema 
— Berbefierung a. das ausichließliche 
— anf eine beflimmte Zeit 
sen t einen um fo größern Gewinu von 
für ‚ worin eine mächtige Anf- 
22* Induſtrielle gegeben ift, fortwäh- 
em ner 5. Berbeflerungen zn benfen. 
—— hierher auch die Prämien, 
Güte für ausgezeichnete Leiftungen 
*⸗ IR ob. überhaupt für die Ausfuhr 
he AR: fahricirter Artitel ausgeſeht 
Bogen laffen, daß fie ſich mit der 
* Ablaz an ben fremden Märkten 
ix Dieſes namentlich von England 
Txpfem wurde auch in Frankreich 
br olge unter Eolbert angemwentet. 
—* eihung von Ehrenzei⸗ 
rechnen, die entweder bei. 
find, u. nicht allein ten 
nm Den auch den Arbeitern verlieben 
ne; Melgien), od. bie Intuftriellen 
— 83 u. Ehrenzeichen für Ci⸗ 
Frei find von Einfluß auf bie 
eĩ ewerbe die Gewerbe⸗ od. In⸗ 
e! ungen, f.d. Denn felbfi wenn 
Ru ellung fi) nur auf bie in- 
& uifle Des Inlandes bezieht, bleibt 
er uam an fich, ta tem Beſchauer 


E 


i chtliches u. möglich vollſtändiges 
—8 Tiiten u. Leiſtungen des Gewerb⸗ 
T.Wenden Landes dargeboten wird; 
= Rt höhere Wichtigkeit erlangen der⸗ 


tieerzeugnifien auch Die anderer 
chauung bringen, meil fich fo wicht 
z, worin die einze!ne Natien fich 


ig 
nr 
X 


um zeichnet, u. welche Runftprobucte | 
ı Rechte od) wicht. Zunft» u. Gewerbeirrungen, in 


Rxgehoren, ſondern zugleich auch in 


ngen, wenn fie neben ten ein⸗ 


Brung auf die gleichartige Induſtrie ber verfehtebe- 
nen Kationen eine Bergleichung möglich wird, alfo 
bie gradnelle Berfchiebenbeit ber Yeiftungen deutlich 
barane wabrgenommen werden kann Desbalb 
find auch dergleichen Ausſtellungen in ber neueren 
u. neueſten Zeit häufig veranftaltet worten, bis 
England 1851 das erſte Beiſpiel einer Meitaus- 
ſtellung gab, welches ſpäter in Amerila (1653 bie 
1554) u. Krantreid (1655) Nachabmung fand. 

In Beziehung auf das Kabritmeien dem Staat 
gegenüber lann zunächſt bie frage: ob e6 für 
ben Staat (die Regierung) geeignet fei, %. für feine 
Rechnung anzulegen u. zu betreiben, gerateju ver⸗ 
neint werben, menn man von einigen wenigen Fällen 
abfieht, 3. ©. bei ber Anlage von Gemebrfabrifen 
für den eignen. Bebarf, od. wo «6 bie Natur bes 
Babrifzmeiges geflattet, mit ben menigen Daneben 
beftebenten Privatfabrilen (mie es 5, B bei den 
lähfliben Biaufarbenmerlen der Fall if), im eine 
enggeichloffene Handelsgeſellſchaft zu treten. Sonft 
aber Habrifunternebmungen für eigne Nechnung 
= beginnen, wiberfpricht bem Weiler des Staates. 

uch fann der Etaat, wenn er feinen F. fein Mo⸗ 
nopol verleiht, die Eoncurrenz mit den Privat⸗F. 
nicht befteben, ob. ſolche doch nur befiegen, indem 
er das wiribfchaftliche Interefie ber Privaten ver- 
let. Der Berluf aber, mit dem er arbeitet, fällt 
anf tie Narion. Gelb wenn er ein Monopol be- 
bauptet, haben größere Berwaltuugstoflen, Mangel 
en Geihid in Annäpfung kaufmänniiher Ver⸗ 
binbungen, der Umfland, daß das eigne Interefle 
ber Agenten u. ein jelbRänbiger Unternehmung 
von Seite Diefer bei einer Staatoſabrik nicht im 
frage lommt, zur folge, daß der Staat in ber 
Regel weit ſchlechter Dabei weglommt, 1 wenn er 
die Steuerfraft feiner Unterthanen durch Überlaffung 
bes betreffenden Subußriegtpeigee an dieſelben er- 
böbt. Indeß kann e6 vorlommen, daß der Staat 
als induftrieller Unternehmer auferitt, nicht ſowohl 
bes Gewinns wegen als au Gnuflen der Geſammi⸗ 
beit u. zur Förderung gemeinnägiger Imede, wie 
dies bei den Poſten, Ciſenbahnen, Telegraphen, 
Bergban auf Gold u. Eilber, auch bei einzelnen fei- 
ner beionderen Eoncurrenz ansgeleitten Manufactu- 
ren, an welche ſich lünſtleriſche Intereflen uüpfen, 
1. B. ter Borcellanmanufactur, ber Fall iR. 

Babril: u. Gewer erite, die befonderen 
Gerichtebeie, welche aus Sachverſtändigen zuſam⸗ 
mengeſetzt u. dazu beſtimmt find, die Streitigleiten 
zu ſchlichten, welche ſich auf die Fabrilinduſtrie m. 
gewerblichen Verbältuifie beziehen. Die Idee ſol⸗ 
cher Gerichte findet vieifach ſchon im Mittel⸗ 
alter bei der Bildung der Zünfte u. Gilden ver⸗ 
wirklicht. Faſt alle bedeutenderen Zünfte firebten 
darnach, Der Corporation eine mehr od. minder aus- 

edehnte Gerichtöbarteit über bie Mitglieder zu ver⸗ 
haften, io daß Streitigfeiten der Meiſter u. Geſel⸗ 
len vor ber offenen Zunftlade von den Dritgliebern 
bes Gewerkes entſchieden, aud mobi Fehler gegen 
zus u. Sitte, Unregeimäßigleiten im Betriebe des 

ewerles u. dergl. gerügt u. befiraft wurden. Mit 
dem Beriall ter Zünfte feit ben 17. Jahrh. artete 
jedoch auch dieſe Gerichtsbarkeit allmäblig aus. Miß⸗ 
bräuche, welche dabei ſich einſchlichen, beſ. in ben 
auierlegten Außen, wurden Veranlaſſung, daß ſelbſt 
Reichegriege dagegen erlaſſen wurden, u. einzelne 
Teriuetialverordnuugen beſchräukten die frilheren 


fo fern fie einen wahren Rechteftreit enthielten, ge- 
hörten feitbem regelmäßig vor die gemöhnlichen Ge⸗ 
richte; die Zunftgerichtsbarteit felbft ſank zu einer 
blos dilciplinaren Auffiht über bie Geſellen u. 
2ehrlinge u. etwa zu der Befugniß, auf Wege bes 
Bergleicyes Irrungen beizulegen, herab; wo aber, 
wie 3. B. in Frankreich u. Preußen, Die Zunfiver« 
faffung gänzlich aufgehoben u. mit dem Grunbiage 
Der Gewerbefreibeit vertaujcht murbe, verſchwand 
fie ginte. 
ie Fabrikgerichte neuerer Zeit rief zuerft in 
granteig ein Gejeh vom 18. März 1806 ins 
eben. Man bit jeboch in Frankreich immer dieſe 
Gerichte blos auf die eigentliche Fabrikinduſtrie 
beichräntt, während man in andern Staaten fie 
auch auf tie Gewerbe überhaupt ausgetebnt hat. 
Die Mitglieder des -8 werden durch die Wahl 
der Genofien beftimmt. Wenn verſchiedene Indus 
ftriegmeige demjelben F. unterworfen werben, jo 
vereinigen fich Die Genofien jedes einzelnen Indu- 
ſtriezweiges fiir ſich u. wählen ihre Nichter allein. 
Das Gericht theilt ficb in ein Friedensgericht (Bu- 
reau de conciliation) u. ben Gerichtshof (Bu- 
renu de justement). Als Sachen, welche vor bie 
Entſcheidung ber %. gehören, werben nur ſolche 
betrachtet, welche fich in dem Verhaältniſſe von Ar- 
beitgebern u. Arbeitnehmern befinten; 3.8. Pro- 
ceſſe Über Nichterfüllung von Contracten rüdjicht- 
lich der Arbeit, Zeit, bes Preiſes; iiber Beſchädigung 
od. Beruntreuung des Stoffes; Über unrechtmaͤßige 
Berabfhiebung, VBerlafien der Arbeit, über das Maß 
der Beichäftigung des Arbeiters 2c. Neben dieſen 
erichtlichen Geſchäften find den Fen aber auch durch 
pätere Gefetze u. durch ben Gebrauch mancherlei 
Sunctionen mehr abminiftrativer Natur beigelegt 
worden. Es ift ihre Aufgabe, in dieſer Beziehung 
über die Sicherungsmittel für das Eigenthum ber 
auf die verſchiedenen Probucte der Fabrikation ein- 
geprägten Zeichen zu machen, die Duittungsbicher 
u. die Abrechnungen zwijchen Fabritanten u. Werk⸗ 
führern, ebenjo bie Werkftätten zu beauffichtigen, 
ftariftifche Notizen Über die Zahl der Arbeiter u. 
Wertflätten, über die Berbefierungen, teren bie 
Fabrikation fähig ift, über die Mittel, fie zu beiten, 
kurz über Alles zu fammeln, was die öffentliche 
Ordnung u. Die Induſtrie interefjirt. Wei vorlom- 
menten geſetzwidrigen Dandlungen haben fie zur 
Conftatirung derſelben mitzuwirken, baber den 
Zbatbefland von allen das Fabrikweſen angehenden 
bertretungen feftzuftellen u. tie Deshalb aufgenont- 
menen Protokolle den betreffenden Tribnnalen zu 
üderfenten. Eine eigene Strafgerichtsbarkeit ift ih⸗ 
nen dagegen nur in beſchränktem DWlafe beigelegt. 
Ihre Beiugniß geht in diefer Hinſicht nur fo meit, 
daß fie Vergeben, welche die Rube u. Ordnung ber 
Wertftätte ftören, mit einer Gefängnißſtrafe bis zu 
3 Zagen od. einer Gelbfirafe von 15 Franken be- 
ftraien können. Das von dem Schrififiibrer unter- 
zeichnete Uriheil Des Gerichtes muß won jedem Be» 
anıten der Polizei od. ber öffentlichen Macht voll: 
firedt werben. Bei Eivilfachen, welche vor bie F. 
Tommıen, bat der Verletzte feine Klage miludlich an- 
zubringen, worauf Die Vorladung des Beklagten 
erfolgt. Vertretung ber “Parteien wird nur bei 
Abweſenden u. Kranken geitattet, Atvocaten find 
ie u min Die Verhandlung ſelbſt ift öf- 
entlich u. mündlich. Sie wird zuerft ver dem Bu- 
reau de conciliation geführt, um eine Verſöh⸗ 


Fabrik⸗ u. Bewerbegerichte 


nung n. gütliche Beilegung zu bewirken; 
nicht gelungen, ſo kommt die Sache zur rich 
Entſcheidung vor das Bureau general. ; 
forfhung der Wahrheit der Barteibehaupin 
ben dem Schiedégericht bie gewöhnlichen ! 
mittel des Eivilproceffes offen. Das Urtheil⸗ 
ber Unterjchrift des Obmannes u. Des Schrif 
verfehen u. muß ber unterliegenben Bartei 
24 Stunden zugefertigt werden. Gegen 
finden 2 Rechtsmittel ftatt, das ber Apt 
u. der Oppofition. Die Appellation gebt 
Landesgericht des Bezirkes, wenn ein fol 
vorhanden ift, an das Civilgericht erſter 
Sie findet aber nur bei Streitigleiten über: 
Werth Statt u. muß binnen 3 Monateme 
fein. Die Oppofition heißt das Rechten 
mit die Aufhebung eines Eontumacialedl 
fes nahgejudht wird. Sie muß binnen | 
eingelegt werben. Es wirb dann ein ande 
min, u. zwar von bein Schiebsgerichte ſelb 
fett. Läßt ſich bie opponirende Partei al 
zweiten Male contumaciren, fo finder eim 
DOppofition nit Statt. Nur bie Opp 
Suspenfiveffect, nicht die Appellation. 
aber Die Sache den Werth von 200 Fr., 
dann von dem fliegenden heile Caution 
werben. Die Einrichtung der F. wie fieir 
reich beftebt, ift auch in Belgien u. anbern | 
wo bie franzöfiiche Geſetzgebung Gingang 
den bat, nachgeahmt werben. 

Ähnlich eingerichtet find bie durch Bere 
vom 9.. Febr. 1949 ın Preußen d 
Gewerbegerihte. Dad Gemwerbegeri et 
in einen Vergleichsausihuß von 2 Mi, 
u. das eigentliche Gericht, welches bie Sa 
lich entſcheidet. Die Bildung des Gewerbe— 
erfolgt durch die Wahl ber Genoſſen. Di 
gieber bes Gewerbegerichtes miljien aber 1 
Theile aus ber Klafie der felbftänbigen 
werter, der Kabrilinhaber, Factoren, A 
od. Verleger u. zum andern Tpeil aus be 
der Gehülien, Werkführer n. Fabrikarbe 
wählt werden. Ihre Zahl ift nach Dem | 
niſſe 5, 9, 13 od. 17. Die Wahl erfe 
4 Jahre. Der Vorſitzende wirb von be 
gliedern aus der Zabl Der Arbeitgeber anf 
gewäblt. Außerdem wählt noch das Gewer 
einen Gerichtöfchreiber , welcher Die Actuaz 
fung beftanden haben muß, un. einen Gerid 
der zugleich die Geſchäfte Des Erecutors 
Gerichtsſchreiber u. Gerichtsbote unterli 
Beſtätigung der Regierung, von welcher 
Beſoldung für beide feſtgeſetzt wird, wäh 
Gerichtsmitglieder ihr Amt unentgeltlich ve 
Beſoldungen u. Koſten für die laufende E 
führung werben aus ben eingehenden Geb: 
Strafgeldern, fo weit biefe aber nicht au 
follten, durch Beiträge ber Gemerbetreiben 
Gerichtsbezirkes gebedt. Die Beſchaffung u 
baltung ber nöthigen Geſchäfteräume liegt 
meinten ob, für welche Das Gewerbegericht 
wird. Das Verfahren ift mündlich u. ö 
Als Nechtömittel tritt an Stelle ber fran 
Oppofition das der Wiebereinjehung in Di 
gen Etand, welches aber ebenfalle bınnen I 
gen einzulegen ift u. mit bei Contumacial 
uiffen Statt hat. Außerdem kann der Ne 
bie Appellation an das Hanbelögericht, or 


Fabrikgold tie Fabronia 


R, ın das Kreis⸗ ob. Stadigericht er: 
@. 


en Te Sorte Blattgold (f. d.). 


wMetcte Kaffee. 

meiäine, |. Kabrilationsmafchine. 

Wengen, tie Culturgewächſe, welche ent- 
als Bertzeuge gebraucht werten, 


cigarren filr einen pfälger Mnafter nech nicht ale 
Kraflarer Mißbrauch von F. betrachtet merken 


- ann. Überhaupt werden ausläntilche Hanblungs- 
der auf Hurben geftreute u. da⸗ 


bäufer mit dem Antrag auf Beftrafung meift nur 
dann gebört, wenn fie nachmeifen, daß ven Seiten 
tes Staates, Dem fie angehören, ebenfalls den aus- 


‘ Jänbifchen Fabrikanten gleiche Rechtebilife gewährt 


WRerial zu verichtetenarsigen Fabrik⸗ 


wie u tie fich nicht wobl unter andere 


Bee bringen laſſen. Es gebören zuten 
geriemen, Tichorie, abat, ; 


Zeifenfraut, 


fe (Rırtentiftel), Weizenflechtſtroh u. Yu: 
Irhte ıc. 


Mfdalen, Vementarſchulen für ſolche Kin- 
“er im frübefen Alter in ten Fabriken 
‚DER. innten zumeilen von Fabrikberren 
ichen in ten Jabriten gebalten, find aber 
ich von geringem Nuten, da tbeils auf den 
PR gu wenig Jeit / gewöbnlich höchſtens zwei 
tãgi gcadet wird, theils Die Kinder 
augena nmätenten Arbeit zu geiſtiger Ve⸗ 
mg eh veer auigelegt find. In mebreren 
I, ME wo Aabrıfen find, ift Bas Fabrik⸗ 
mie geordnet, daß entweder ein 
chahur tae 11. ot. 12.) beſtimmt iſt, 
Pe ẽdilerneniſſe vorausgeſetzt werden, 
Id i are dabrit aufgencinnien werden 
. Lab eine gewiſie Anzabl Stunden ange⸗ 
fin, wit lange die Fabritarbeit nur dauern 
De inder bis zu einem böberen 
re, ald dem zewöbnlichen Confirmatiens; 
a M6 zum 16.) ncch eine Unterweiſungs⸗ 
wie kuchen nüffen; cd. daß die F. 
werberzejangerer Prüſung der Kreide 
anzdegt werten dürjen (wie im Könige 
mic 
eigen, die Zeichen, welche ein Fabrikant 
m gefertigten Waaren beifiigt, um damit 
emurel tafir aufzupränen, daß Die 
20 ſeiner JIrbrit u. feiner anderen bervor- 
eien. Der Gebrauch ber F. verliert ſich 
ke Rinelciter; in neuerer Zeit bat man 
dung gemacht, daß ihre Form damals 
ter Hausmarte 1j. di) in Übereinftiim- 
d. Die neuere Inuftrie Rent fie in ber 
hen Teiſe Entweder fine ſie an ten 
feteft mittelft eines Waarenſtempels sc. 
„ed. fie beſiehen auch nur in einem auf: 
erudten eb. lithographirten Zettelchen, 
mlehtera Falle ſie gewöbrlicher Eti— 
‚Mana: werden. Wegen ter Verbreitung 
Kate L ber Erbaltung tes zuten Ruies 
ker keirefiente Fabrikant weſentlich 


wird. Iniotern ein Fabrikant durch eine derartige 
binterliftige Benusung feines 5-6 einen nachmweie- 


‚ baren Schaten erlitten haben follte, kann auch dieſer 


| 
| 
| 


Schaten im Wege des Civilproceſſes mit einer 
Actio Jolı eingellagt werben. 

Fabris, 1) Domin. Temiotti von Fr. geb. 
1724 zu Manſue im Venetianifchen, trat febr jung 
in Ratierliche Mriegedienfte u. wurde 1757 Major 
bei tem großen Generalſtabe. In ber Echlacht bei 
Maren 1759 zeichnete er fih fo au®, daß er ven 
Dann auf tem Schlachtfelde zum Oberfilieutenant 
beiörbert wurde; 1771 wurde er Generalmajer u. 
1755 (Seneralleitjengmeifter Noch in behem Alter 
zeg er gegen bie Türken zu Felde n. fl. 1799. Er 
mar auch Dichter. 2) Ginſeppe, geb. 1800, bil⸗ 
Pete Sich unter Canovas Yeitung zum Bildhauer, 
mwurte Mitglied der Aladentie Era. Lucia zu Rom 
u. Director des Baticand u. Yaterand. Merfe: 
Marmordenkmal tes Bapfles Leo XII. in ber Ba- 
»ilica vatıcana, Denkmal Palladios zu Vicenza, 
Statue des Et. vucas in der Peterefirche zu Rom 
u. des St. Petrus in der Kirche ©. Francesco De 
Paula zu Neapel, außertem mebrere Gruppen, jo 
Beuus u. Amor, Helter u. Andromache. 

Fabritiug, 1) 3ch., mittem Beinamen Mon- 
tanus, geb. 1526 zu Berken im Elſaß, ſtudirte feit 
1545 in Warburg, dann in Wittenberg unter Die- 
lanchthen Theelegie, wurde 1547 Pfarrer bei Zü⸗ 
rich u. 1557 Pretiger in Chur, wo er ben Verſuch 
machte, das Hechſtift Chur zu fäcularifiren (vgl. F. 
Dever, Mißlungener Verſuch, Day Hochſtift Chur 
zu fieularifiren in ben Jahren 1555-61); er ſtarb 
1566 u. fchr. u. a. Poemata, Für. 1556. 2) Zub: 
wig von F., geb. 1648 im Fert Oranien in 
Braſilien, begab ſich im ruſſiſche Kriegodienſte u. 
avancirte bis zum Überftlientenant, gerieih aber 
mebrere ‘Male in Wefangenfchaft, aus der er zuletzt 
1671 in JIopaban vom belländiſchen Geſandten lee⸗ 
gekauft wurde; er ging 1677 im ſchwediſche Dieuſte 
1. wurde 1679 ſchwediſcher Gefandter am ruſſiichen 
Hoie; 1687 wurde er in den Adelſtand erbeben; 
ana Berfien, wobin er mehrere Handeloreiſen unter⸗ 
nommen batte, kehrte er 1700 zurück u. ftarb 1729 in 
Ztedbolm. Seine Yebenebeichreibung, Stockhh. 1762. 

Fabränt, Angele, geb. 1732 in Dlarrati; Stell» 
verteter Des Praälaten Bottari in Ront, wurde 1773 
Erzieher des Prinzen Des Großberzogs Leopold von 


difiet, deß Andere ſich nicht dieſelben F. Flerenz, kebrte ſpäter auf kurze Zeit nach Rom zu⸗ 


le das Publicum in Den fallten Glau⸗ 
R, auch ikre Fabrikate fein aus ter 
n Keuere Strajgeſetzzebungen (mie 
Prenfiüiche Strafgeſebbuch 8. 200, Das 
Adſiſde Az, 312, Hannöveriiche Art. 


AR Later beftimmt, Daft, mer Der.leichen - 


“€. tergieihen zu Täuichunaen ım 
raue, auf Antrag Des verleiten 
Mentliher Sırasc zu belegen ſei: Dec 
AM dem PRerfeggien auch wirklich eigen⸗ 

Arfteriftiichea fein, wesbalb fingirte 
Ei bie bleße Autiegueg ven vendon ed. 


rüd u. fl. 1803 nach mebreren Reiſen als Provebi- 
tere der Univerſität in Piin; er ichr.: De vita et 
rebus gest. Clementis XII, Rem 1760; Vi- 
tae Italorum doctrina excellentium, qui se- 
enlis XVII et XVIII. floruerunt, $ija u. Yucca 
17743 — 1805, 20 Bde: Laurentii Mecdicei vita, 
ebd. 1784, 2 Are; Vita Coami Medicei, ebd. 
1785 f.,2 Rde.; Vita Leonis X., ebd. 1797: Vita 
Fr. l’etrarchae, Parma 1799; Elogi di Dante 
Alighieri. ebd. 1806. 

Fabronta ıF. Nchm.). Lanbmecotgattung aus 


| ker Famitie der Bryaceae; Arten in Italien, ber 
Alert, od. die Bezeichnunnz: Havanna⸗Schweiz x. 


62. 


Fabrot bis Facetten 


Fabrot (Aubreti, Babretus), Charles Annibal, | Stier), lernte als Kaufmann, wurbe 1493 


geb. 1580 zu Wir in der Provence, Rechtägelebrter 
u. Bolnhiftor, ftarb 1659 in Paris u. gab die Baſi⸗ 
liken, die Inftitutionen Juſtinians, den Kebrenos, 
Chaltondylas u. m. a. heraus. 

Fabüla (lat.), Fabel, ſ. d. 2). Fabula romanen- 
sis, jo dv. w. Roman. Daher Faburift, Fabeldichter ; 
dabuloe, fabelhaft; Fabuliren, erdichten, erlügen. 

Sabularia (F. Defr., Korallenbohne, 
Betref.), Kerallengattung aus der Ordnung Poly- 
thalamıa (Schnörfeltorallen), mit fpiraliörmigen 
Kammern, alle Umgänge in einer Ebene, der letzte 
ganz umfaflend; jeder Umgang befteht aus 2 Hälf- 
ten, weiche in ber Richtung der Spiralachje in Längs⸗ 
röhrchen abgetbeilt find. Art: F. discolithes 
Defr.. im Pariſer Groblaft. 

Fabularina (F. Ehrend.), Unterabtbeilung 
ter Schnörteilorallen, mit büjchelförmig gehäuften 
Keinzellen; hierzu die Gattungen: Coscinospira 
Ehrend. u. Fubularia Defr. 

Fabulinus (Fasülus, rim. Myıb.), Sprachgott; 
ihm opferte man, wenn die Kinder zu fprechen be- 
gannen. 

burg, Stabt, fo v. w. Faaborg. 

abvier, Charles Nicolas, geb. 1783 zu Pont 

à Mouffon in Lothringen, wurde 1807 mit mehre- 
zen andern Offizieren nad) Eonftantinopel gejandt, 
um diefe Stadt gegen die Englänber zu vertheibi- 
en, begleitete dann den General Gardane als Ge⸗ 
Fanbter nach Perfien, trat 1809 als Freimilliger in 
das von Poniatowsli beiehlipte polnijche Heer u. 
nach Napoleons Einzug in Wien, ala Hauptmanı 
in bie faiferliche Garde ein, wurde Abjutant Mar⸗ 
monts, kämpfte in der Schlacht an ter Mostwa, 
wurde Escadronchef, Oberft im Generalftabe u. 
Reichöbaron, blieb Napoleon aud nach deſſen Rild- 
kehr von Ciba treu, kam deshalb nach ber zweiten 
Abdankung Napoleons außer Thätigleit, wurde 
aber 1817 vom Marſchall Dearmont zur Beilegung 
der Unruhen in Lyon zum Chef jeines Generalfta- 
bes ernannt u. ſchr.: Lyon en 1817, ‘Bar. 1817. 
Bon einer Anklage des Generald Canuel, Die ihm 
Schuld gab, in die damalige Militärverſchwörung 
verrwidelt zu fein, wurde er von ber Pairokammer 
freigeſprochen; bald darauf wurde er in ber Ber- 
tontchen Berihmwörungsfache wieder verhaftet, aber 
da man ihm nichts zur Laft legen konnte, in 
Freiheit gelegt; er verließ fein Baterland u. be- 
gab ſich Über England nah Spanien. Bon dort 
ging er 1825 nach Griehenlaub, um mit ben 
Griechen für ihre Unabhängigkeit zu kämpfen, er 
leiftete den Aufftändiichen ausgezeichnete Dienfte, 
errichtete Truppen auf europäijche Art, Tocht gegen 
Ibrahim Paſcha, unternahm eine Expedition nach 
Euböa, mußte aber, in der Citadelle eingeichlojjen, 
capituliren. Er fehrte 1928 nach Paris zurück, be= 
gleitete 1529 die franzöjifchen, nad) Morea beſtimm⸗ 
ten Truppen, lehrte wierer heim, nahm an ber 
Julirevolution thätigen Antheil, wurde Chef des 
Generalfiabs der Nationalgarde, 1539 Divijione- 
general, jpäter Bair von Frankreich, 1818 Geſandter 
ber Republik in Conftantinopel, 1849 Mitgliet der 
Geſetzgebenden Berfammilung, trat im Sontner deſ⸗ 
felben Jahres auf kurze Zeit in bäniiche Dieufte ur. 
ftarb, nachtem er unter ver kaiſerlichen Regierung 
zur Reſerve Übergetreten war, am 15. Sept. 1955 


(Tablan), Robert, geb. in London (ob. 


u. 1502 Lordmayor u. jt. 1512 in Yondon; 
Chronicle (bie 1455 reichend), n. Aufl. 1: 

Fagade (Iir., ſpr. Faſahd), die Außenie 
Bauwerks, daher Vorder⸗ od. Haupt 
nad) der Straße zugelehrte, u. Seiten⸗F. 
tere F., bie nad bein Hofe, Garten ob. € 
bebeutenteren Straße zugelebrte Seite. 2 
metriiche Bliederung ber F. burch Unterbri 
des Mauerwerls mit Thüren u. Fenſter 
vorſpringende Hallen, reitreppen u. ornan 
Schmud, ift Sache ber Kuufl u. des Gel 
Sp wie die Grundriſſe von Gebäuten eu 
mäßige Bertheilung ber Räume verlangen, 
jen die Fen den Zweck ber Gebäude dhara 
darftellen, welcher in den Verbältniffen, Fe 
Verzierungen ſich ausſpricht; wenn daher 
lage von Grundriſſen blos techuifche Geſch 
nöthig tft, fo erfortert Die Anlage ber Fen 
hen Runftfinn u. ein Verſtändniß ber verſt 
Bauformen. 

Facardind (les quatre, fpr. lä kat 
dengs), vier Inſeln, zur Gruppe der Niebri 
jein od. Paumotu⸗Archipel (jüdöſtliches Bo 
gehörig, won Malaien bewohnt, 1768 entb 

Fachini (pr. Fakkini), in Italien Die La 

Facciata (ital., ipr. Fatſchata, abgelfür 
die Seite in Handelsbüchern. 

Faccini (fpr. Fatſchini), Pietro, geb. : 
Bologna; Dialer aus der Schule des Iı 
racci; fi. 1602. Werle: in der Drespener ( 
eine Verlobung der heiligen Katharina u. 
mit dem Kinde. Auch find einige trefflich 
rungen vom ibm befannt, unter andern ber 
Franz von Aſſiſi u. der blinde Bettler u 
Hunde, beide nah Ann. Caracci. 

Faceioläfi (ſpr. Fatſcholati), Jacob, ge 
zu Zoreglia bei Badua; war Brofeffor ber‘ 
gie u. Philoſophie, Präfect des Seninars 
tienbirector der Univerfität in Padua, wo 
ftard. Mit Korcellini gab er Calepino' 
con VII linguarum, Nizolius Lexicon 
nianum u. Schrevels griechijches Wörter! 
Neuem heraus u. fehr.: Animadversios 
in magnum Danetii dietionarium latir 
ebd. 1759; mehrere lateinische Reden u. * 
bejorgte audy mehrere Ausgaben einzelner 
ten des Cicero u. Iſokrates; befonteres A 
erwarb er fih aber Durch die Tbeilnahme 
von Forcellini (f. d.) beenketen Thesauru 
latinıtatıs. 

Face (fr., ſpr. Fahs), 1) Geficht; Daher 
menn man den vorteren Tbeil Des Gefid 
ſieht; 2) bei Seftungswerten u. Schanzen 
Feinde zugemandte Seite, im Gegenjag der 
mebr |. u. Bollmerf u. Ravelin. 

Facklis (F. Cass.), Pflanzengattung 
Familie Compositae-AMutisiaceae-Face 
Art: F. apieulata, in Südamerila. 

Facentchirm (Mititärw.), fo v. w. Cont 

Faeces (lat.), 1) Hefe; 2) Botenjat ; 3) 
koth, Ereremente, |. d. 

Facefjiren (v. lat.), Beſchwerde, Verdr 
urſachen 

Facetien (v. lat.), kurzweilige witzige 
daber Facetiös, witzig, ſcherzhaft. 

Facetten iv. fr.), I0, 5:, 6: cd. mebreck 
cheu, weiche auf einem Gegenftand, bejomi 


Bag bis Fächerſchwanzkrebfe 


ten (egl. Tiamant) fich befinten; ba- 
m, eimas mit ſolchen lichen verſehen. 
eingeichlohener cd. in einem größeren 
Kienterter Urt; 2) (Bauf.), ver Raum 
wand, welcher von den Säulen, Yüin- 
Au u. Rabmen gebiltet wird; bei Fach⸗ 
en Kicker ausgemauert werben, 3—I 
‚ kei Seichen, die ausgeſtakt werten, aber 
Hier Raum zmiichen ten Tacbivarren; 
3.Banie, aber Der Raum über Der Tenne 
Yen m after eingezäunter Naum, 
a nxela Fachreuſen ‚xiiche zu fangen; 6) 
Bart, unten kegenfärinigee, nur leder zu⸗ 
s Z:id Filz, Deren 4 gewöhnlich 
R Hate gmommen merken. 7) ter Iwi⸗ 
m zühen den beiten Reiben Der Netten- 
weg meiden ker Einſchlag geicheflen wird; 
um Rteriäten beißen TC ber», Die untern 
fa&;8) Akı.ı, {. I. oculamentum, 

1) Vañerb.), ter oberſte Balken 
Behrt; 2} q.alegen, Inſtrument ber Hut⸗ 
yamı Amis ter Wolle. 

‚ad. Aaummellenmannfactu- 
Garcia de Solle aniledern u. reinigen; 
Se ze eine ebenen ch. dünnen Zuäben, 
rdex tea xlitenem Rintiaken. 
er, 1 daam, Berätb, bei. in beiten Yän« 
era, mm tı9 Refickt genen Die Sonne 
er, EM ie vuft zuzuweben lesteres 
ſegerea Vinteriücher): beſiebt jetzt 
6 3-12 tünnen. — 16 Zell langen, at 
zer am men Zpıit Prebbaren, an der ent- 
'ogizn Zeit mir einem Lem vierten Theil 
eher. eiiza mebr betragenden, verichie- 
rerza et. Samalten Stück Parier cd. ſeide⸗ 
tz ẽ berdetien Zräten «Adcerftaben) ven 
ueber, Aienzcin en. Schildkret. Die F. 
em? ven ter Adgermacern veriertigt, Die 
20% ine zün’tige, im Denticbland eine Freie 
machten. Tex Gebrauch des ig a dit ichr 
Bm and ca u. Arcıla, we man Sich zu⸗ 
Balmkliner, jeiter Der Brauen- ı1. anderer 
tja bediente. In Griechenland u. Rom 
Fit, Rh ielbit durch Die F. (Flabellum, 
%, Reiritien Küblung zuzuweben ed. 

nazuwreben zu laſſen. Mannich— 
baren Attildungen von antiken F. auf 

Nutelaltet wurde mr Fen durch 
3 2 Geid, Elienbein, Papageieniedern 
128 setraben, n. ber F. wurde io allge— 
Re unentbebrliches Erierderniß eines 
xeenen Franenzimmerd wurde. Mit Der 

erelatien kam der x. aanz ab, a. 
cter Sein iſt er wieder Kubß einesen 
rare anaezegenen Frauenzimmere AU 
gr ac 
> Om Flatichen: 4) 8ot.:, Nile 
‚Reihen ker genreinich viti be Biu⸗ 





—— — — — —— — — —— —— — — — —— — — 


enden iit u. am entgegengeieunten 
MAR mebrere beſendere Bumen, 


Hi die alle mit ehren vän zenavien in 
Ten, daner Macherartig Flabe-la- 
tmig Flabelliformis:, wie ein 
ER m. geipaltet, wie Die Härter ber Fä⸗ 
IR, jer wm. BRlätter mocn. 


STTenpam, geftriter 1714 von veniſe 
söl 


Schweden, geb. Brinzeffin von Preußen; anfangs 
erhielten ibn nur die Hoſdamen, fpäter auch Herren 
am Heſe. Die Deviſe: Ian raison fait ma va 
leur, Is division me perd, fland auf einem gol⸗ 
Denen Eile, über welchen eine Königefcone war; 
Tas Schild ſelbſt lag auf einem goldenen Antread« 
kreuz, Die 4 Epipen beffelben, fomwie ber Fuß eines 
ſenkrechten Vallens von Gold ragten Darunter here 
vor. Die Zeit, wenn der Orden wieder einging, if 
unbelannt. 

Fächerdoſe (Actinoptvchus Ehrend,), Infos 
fionstbierben aus ter Ordnung Polvgastrica, 
Familie Bacillarıa ; Der Panzer beftebt and je 2 au 
einer Scheibe verbundenen Zbeilen; im Inneren 
firabienförmige Scheidewände. A. senarius 
Ehrenb., teil im Pelierichiefer mehrer Gegenden, 
lebend in der Nerd⸗ u. Cfilee. 

Fächerflũgler Rhipiptera. Strepsitera Air- 
. Familie Der Halbdedflügler, von Burmeiſter 
jedoch zu den Käfern u. zwar in Die Familie der 
Mortdellina gezäblt; 6 süße, 2 große, büntige, 
fächerartig andgebrenete Flügel, an dem Bruftfiie 
tern 2 flügeldedariige, boruige, vern Ichnedenarig 
germundene Köriorchen (wielleicht zum Anbängen 
dienlich, fein Zunnuilfiel, dafür 2 linienförmige, 
fich freuzende Yırpenlianpen, jede mit einem Taſier 
an fer Wurzel: leben zwiichen Ben Dinterleibärine 
gen einiger Weipenarren, wo fie fich auch verpup⸗ 
ven. Gattungen: Yeipenbremig (Xenos 
Ituaci). Fuͤhlhörner in ungegliederte Afte geſpal⸗ 
ten, Hinterleib bernig, Aiter weich, Schmarotzer 
aui Weſpenarien; Art: N. Roxir. X. l'eekii 
u. a.; Stielange Xtylopæa). die cine Häljte des 
letzteren Küblergitetes nit 5 (Wichern, Unterleib 
einzgiehbar: Art: St. An-renne, 

Fächer Jerüft (Aal. :, em Yehrgeriift mit beweg⸗ 
lichen Geruͤñrippen. 

Fächerhaut (Vet, Endocarpium), die innere 
Auslleitung Ber Fruchtböble u. teren Fächer. 

Fächerkorall ine (Fiahellarinv, Gattung Der 
Röhrenpolvpen Secichrämme, Amorphozoa) 
mie deutlichen Gliedern, aber große blattartige 
Auäbreitungen bilden, die aus hornigen, mit einer 
Nalfbülle überzegenen Fäden befieben, Arten: 
Flabellaria «. Lorallina opuntia, F. pavonis 
*. Corallina Flabellum. 

Ra erofen, fc v. mw. Tirculirefen. 

acerpalmen, Palinen mt ſächerigem Laub, 
zum Unterſchied von gefiederten, bei. Boarasıus, 
mit areſten bantfärntinen ed. lbappenartig geboge⸗ 
nen, vielſpaltigen, geigiteten, chen abgerundeten, 
nach unten ſich allniählig verschm.iiernten Blättern. 

Fächerpflanze :Flabellana Sterulſ, Flahel- 
liter Bronyn.. Palnmacitesiabeliatos Schloth., 
vorweltliche Pflanzengattung in Zreintebltenlagern, 
init geſtielten, fäcberarugen Sätter::; Arten: F 
boras-iformis u. a.: 091 Rairmaerten 

Fächerſchwainm ıBburta ken. Gattung Der 
Zeeichrämme: Stamm bolzig, Arte aitieriermig; 
Arten: B. ventilabrum, B. gross u. 

Fächerſchwanzkrebſe (Antseini‘. Famitie ber 
Krebie; verlange, meiſt walzt, dad Aruſtſchild 
mit Tem Kepf verwachſen. Zbwanz laug, auege⸗ 


ſirectt, Augen aeitelt, 4Füblrer, 9 Kaar Riefernu. 


nieferntiie, Atterjäze unter Det Schwanze theim 
Weibchen am HPaltenſder ZEN: die Seitenblättchen 
des Schwarizes bilden mit dem mittleren einen Fä⸗ 


tea Kuga Adolj Friedrich ven cher. Galtungen: Myois, DHy IlIoboma (Vlatttrebe, 


) 

innere Yühler 2borftig, die biden Augen geftielt, 

die Schwimmfilße haben feine Scheeren, das zweite 
ußpaar bat am britten Gliede eine gegliederte 
orfie, Leib blattſörmig, dünn; Art: Gemeiner 

Blattlrebe (1. commune); Pasiphaca, Al- 
haeus, Penneus (Stachelkrebs), Crangon 

Krabbenkrebe), Palaemon (Sägekrebse), 

lorcollann (Porcellantrebe), Thalassina, 
l'alinurus (Heuſchreckenkrebso), Seillarus, 
Astacun; ſtehen bei Cuvier theils unter der Ab⸗ 
theilung Spaltfüße, theils unter den Salikoken, 
theils unter ben Languſten, theils unter den See⸗ 
heuſchreclen. 
Facherſtäbchen (Meridion Ehrend.), Infu- 
—ãA— aus ber Ordnung Polygastrica, 
amilie Bacillarıa, der Panzer ıft einfach, zwei⸗ 
od. mehrfchalig u. keilförmig; bei eintretender un⸗ 
volllommener Gelbfitbeilung bildet cs fpiralför- 
mige, ringförmige Bänder. Die lebenten Arten 
find ilberall ſebr verbreitet, fofſil ift M. vernale 
Jehrenb., bei Berlin, am Euphrat, bei New-Nortic. 
Fächerſtamm, eine Form des Spalierdaums. 
Um fie zu bilden, zicht man alle aus ter Krone des 
kurzen Stammes ausgehenden Zweige wie bie 
Speichen eines halben Rades, duldet aber keinen 
aus den Mittelpunkte gerate aufgehenden Zweig, 
ale Aſte müſſen etwas fchief liegen. Beim erften 
Schnitt wirb Das im vorigen Jahre getriebene Edel: 
reis 4 2 08 3 Augen verftugt, Damit der Baum 
feine Afte nabe bei der Krone ausfreibe. Die Alte 
müſſen an Stärke einander leihen, deshalb 
Brcipet man die unteren kürzer u. läßt die oberen 
ger. 
Facherwurm, ſo v. w. Kabella, aus der Ord⸗ 
nung der Nöhremwilrner. 

Fächerzeher Gedo, Ptyodactylus), Bußblät- 
ter nur an ande der Jchen breiter, Der untere Theil 
facherjörmig zuſammengelegt. 

Facheur uir., ſpr Faichöh, verdrießlich, unwil ˖ 
lin: daber Aacherie Upr. Faſchri), Verdruß, Unwille, 
u. Aachiren, erzürnen. 

Fachbolz, geſpaltenes Holz von etwa 11 Ellen 
Fänge, 2-3 Zeu Dide u. Breite, womit Die Fächer 
der inuern Wunde u, Die Decken anageftalt werben. 
Auf daſſelde wird dann Der mit Strob vermiſchte 
Lebin aufgetragen. 

Fachingen mit Rirlenbach. Dori an ter Labn 
im naflanıyden Amte Dies, in Ber Näbe Die Schtöf⸗ 
jet Raldninſtein Sibaumburga: 750 Cw.; 

ier eine allaluch tale Mineralquelle, reich an 
Kebleniäme, die, erst ſeit 1746 beachtet, in großer 
Menge eAadınger Waſſer, jäbrlich uber Auo,uuo 

wide‘ versendet a. anf äbnlıde Weiſe wie das 
Selierier Raver denugt wird. 

Fachr⸗Eddin, Era Sta, üadptiſcher Emir. 
wurde der dem Kreuztuae ricdrickd II. 1227 vom 
Sultan Kamel von Agrrten ald Getandter zum 
Kater zendaufta beiszd ih auch 1228 Ser Liter 
dandlungen wesen ei: am Yaaer dee Ratters. Unser 
keinen Crerbeisht erederten Daran De Sarazenen 
die Aura Wien u De Stadi Tderige. We 1244 
Koènig Yudea IN ven went 
dere, wurde ver dam ssppiiäch 


den yarte az Sure emiamsnisgiräi, DISKRET 
eber vadiren. m oMmeN NT LINIE Wut 
den NAT SIND. BITTEN NSTNT 
rig ec dad Som der NIOHTIENE DAN der 


Fächerſtäbchen bis Facius 


Badreufe, Art ber Fifchreufe (f. d.). 


damit Du ‚dafür etwas) gichit. 


chſer, tie von Pflanzen, be. von 
zur Bewurzelung in bie Erbe gelegten Zw 
Schößlinge, ſ. u. Reinbau. 

Fachſyſtem, die Vertheilung ter Sci 
verſchiedene Lehrklaſſen nach ben Fortſchri— 
den einzelnen Lehrgegenſtänden; während ua 
Kiafenlafem bie Schiller nad ihren ort 
in allen Fächern in Klaſſen getbeilt werten. 

—* t, Fluß, ſo v. w. Fecht. 

achwerk, das geſammte Holzwerk im I 
ßeren u. inneren Wänden eines Gebäudes, 
greihlam Das Skelett deſſelben bilbet. Je 2 

rt der Ausfüllung beijelben mit Steinen o: 
unterjcheibet man Stein» od. Lehm⸗F. 

Fachwiſſenſchaften, Wilfenichaiten , od 
die Bildung zu einem bejonberen ach ob. 
nothwendig find, im Gegenfaß zu ben allge 
Studien od. Riffenichaften, die bei Jedem, 
eine höhere gelebrte Bildung Anſpruch mad 
ausgejegt werten. Sie heißen auch Beru 
Grwerbömijjenichaften, weil baburd ber ' 
unterbalt gewonnen wird. Der gemähufiche ( 
gebrauch vebet deshalb von Brobftutien u. 
willenjchaften. Zu ben F. gebören: bie Th 
Jurisprudenz u. Medicin, während man | 
loſophiſchen Wiſſenſchaften nicht Dazu rechn 
F. werden auf den Univerſitäten gelehrt, 
ten Schulunterricht gegenüber, bei bem | 
male Biltung vie Hauptfache ifl, Die materi— 
fung, d. h. Die Untermeijung in ben eigentli 
zu fördern juchen. 

Faciäl (iv. lat.), mas auf bas Gefiät 
bat; fo Baciafarterie, Geficht8arterie ac. 

Facies, 1) (lat.), bad Geſicht; daher 
hippocratica, Der eigentliche Geſichteausdru 
benter u. tödtlich Kranker, ſ. Dippolranid 
fit. Facles leprösa, cine Ausſatzkrankheit, 
Geſicht knellige Auswüchſe made. 2) Fi 
Knochen u. andern Körpertbeilen. 

Facĩl (. lat. facıle, fr. ſucile [ipr. | 
1) leicht: 2) leicht zu bebandeln; 3) eilig 
willig; 4) umgänglich: Daber Facilität, 
keit, Leut'eligleit; Zacititiren. erleichtern. 

Wacilideg, 1632—65 König von Habeſt 
Brih.), 

Facio ut des .lat.‘, ich tkue, nıade ( 
Facio ut 
ich ibue \ceav., Damit du ‚auch etwas) tbuj 
Conutracidiermen Des römiichen Rechts. 

Facit v. ler... dae Ergebniß einer Rech 
srt erzibretiichhen Dperatien“, fe: Die < 
Sr Reft. des Predtet, Der Suotient, Bi 
RPrepernenetzablezu drei andern zc. 

Faciuo, 1) Bor:belemene, geh. ü 
am Öemaeikben, SENTzeis ogictreng ar ' 
set biste Ns von Neape, I 
De rebas gestis ab Alphors> I. Ne.p” 
rum rexe, 2. Au. Diziizs 1308: Do be 
nuto Ciodiano a... „imo los: De 
Inier Gans er Bri:annos Dei —115 


SAITUO NT.S LESS US, Nero 


By Dias, N IN DR 
STEIIT SI LTM an Sunarı, Ralırı 
1762 an Brumssen Ders EB Lori 
erotrettsn an Qlmamt um oeer 2 
TITAN NN Jr a2 rin Er 
Vice, RES DIS; der: Woods, App | 


Tadel bie Facon 


archi operibus excerpta, quae 
ine, 1805; Griechiſche Anthelogie, 


<ellen zur Geſchichte der Cultur u. 


tbums, ebd. 1805; Collectaneen 
L römifchen Altertbırmelunte, ebd. 
drich Wild., geb. 1764 in Greitz 

Metailleur, machte feine erften 
eöten als Rupierfiecher, kam 1783 
wo er durch Goethe u. die Kunit- 
aterung u. Beſchäftigung fand u. 
allon, tem Bildniß des Großher⸗ 
wer, feine Laufbahn ale Medailleur 
% Gcethe veranlaßt, widmete er ſich 
welunfl. Er erfand eine dauerhafte 
xcatnren u. eine vorzügliche Methode 
wel zu bärten, um fie verbem Sprin⸗ 
g' hd wurde großherzoglicher Hofnie- 


Ka mit greßer Flamme brennendes 
w:o Holsfadelin, aus zufamınen- 
Eyisen ven trodenem, barzigem Fich⸗ 
mem Stab von Birfenbelz, wel⸗ 
nm homer jaferig geichlagen iſt; b> 
kein, zu I mit einander verbundenen 

a betebend; das Wachs wird bei 
Fa ber Arı mit Colopbonium u. 
wie Bechiacdeln,vom Zeiler, 
sdehtfedein, beftebenb aus einem 
wwurmn Tocht, Der in geſchmelzenes, 
Ge. meine Miihung von Colopho⸗ 
BURN geringes Wachs getaucht wird; 
feln, auf gleiche Art veriertigt, nur 
Dedtes ein fichtner cd. iöhrner Holz⸗ 
num Berg ummidelt wird. Wenn 
& ebgebranng find, daß man fie micht 
end halten dann, jo werten fie in den 
Wellziger), ein Holi, oben mit Blech 
mit einer Vertieiung, geftedt. — 
ven den Alten bei Yeidkenbegäng- 
n Tage, gebraucht, ſo wie bei Hoch 
Auritut war bie F. beigelegt ber 
kpma, Demeter u. Athene. Auch 
then ein Ztägiges Fackelſeſt, ven ten 
m &-n io genannt; am eriien Lage 
fh der Geburt tes Apollon u. ter 
Leto; der zmeite war dem Anten- 
ut Glykons gemitmet, ter dritte 
⁊mãhlung bes Podalirios u. ber 
ers. Ein anderes K-iet (Byrion 
e zu Arges ter Hypermneſtra zu 
mweihe allein unter ben Dansiden 
u Lynkeus verichonte, Der Durch das 
u. verabredeter Maßen ihr burch 
tlommen verkündete. Die Athener 
rften der Feuergötter, z. B. Hephä⸗ 
6x. einen Sadcellauſ (Yampado- 
Betrrennen mit brennenten Wachs⸗ 


ſchallſtab, u. ter Dazu beruienen wi 


(wie in Preußen) bei Bermäblungen erhaiten. Das 
Ceremoniel dabei iſt dies: Zuerſt Hält unter Vor⸗ 
tritt Des Obermarſchalls, mit bem großen Mar- 
ichen Gehei⸗ 
men Rätbe n. Staateminifter, welche paarweiſe mit 
weißen Wuchsfadeln u. unter entfprechenter Muſik 
geben, das neuwermählte Baar einen Umgang 
ım Saal, dann tie Braut mit dem Kenig m. den 
Prinzen nach ver Reibe unter demſelben Vorgang 
einen gleihen Umgang u. zulegt ber Bräutigam 
mit ber Königin u. mit den Prinzeflinnen in gfei- 
her Weile. Inlett folgt die Austheilung des 
Strumpfbandes ter Braut dur bie Oberhof⸗ 
meifterin. In ber alten chriſtlichen Kirche beuteten 
Badelzüge am beiligen Ofterfonnabend an, daß auch 
in ber tiefften Trauer Das Yicht der Hoffnung u. be® 
Lebens nicht, ganz erleiden fei. In neuerer Zeit 
werben Fezüge auch als Feierlichleit zu Chren einer 
Perſon od. zum Antenlen an ein wichtiges Ereig⸗ 
niß aufgeführt. Namentlich iſt ee in Deutfchland 
ein ſtudentiſcher Gebrauch, auf dieſe Weife einem 
afatemiichen Yehrer eine Ebrenbezeugung zu erwei⸗ 
fen. Der Facelzug bewegt fid dabei unter Muſik 
tur bie Straßen der Etadt nach ber Wohnung 
beffen, dem bie Hultigung zugedacht ift, die Fackel⸗ 
träger machen bier —* u. geben ihrer Abſicht 
in Worten u. im Geſange einen Austrud. Die 
Ceremonie endigt gemöbnlich mit tem Verbrennen 
der Fen auf einem Efientlihen Plage. Als Emblem 
ift Lie aufgerichtete F. Zeichen des Yebene, Lie nie⸗ 
dergeſenkte zeichen des Tores. 
adelbeleudtung, Betrachtung von Kunft- 
werten beim Scheine von Macheiadeli, ein bei gre⸗ 
gen Kunſtſammlungen, 3. 8. des Pio⸗Clementini⸗ 
ihen Muſeum im Batican u. des Sapitelinifchen 
in Rom, in neuefler Zeit auch bei ten Antiten im 
Louvre vorlommender Gebrauch. Tier Uriprung 
dieſes Gebrauchs iſt unbekannt, gber zu Ende Des 
17. Jabrb. war er noch ziemlich nen. Die Vor⸗ 
tbeile tiefer Beichauung find bef. bie, daß jedes 
Zrüd einzeln, abgeichloiien von ben iibrigen, be- 
trachtet wird: dann Laß in Dem Fackellicht alle 
zarten Nilancen der Arbeit deutlicher werten, weil 
aller ftörenbe Widerſchein (mie bei glänzen polirten 
Statuen) wegiäft, Die Schatten entichiedener wer: 
ten u. Die beleuchteten Theile deutlicher bervorire- 
ten; endlich Daß ungünſtig aufgeftellte Stüde da⸗ 
Durch erft im rechten Yichte erichienen. 
Fadeldifteln, io v. w. Kactus, bef. die Abthei- 
lung Cereun. 
Tadelbolz, 1) Fichtenholz; 2) Holz vom 
Zchneeballbaum. 
deije d, fo v. w. Abendjagd, ſ. n. Treibjagd. 
ckel oe (Din.), fo v. w. Cannelloble. 
delkraut, ſo v. w. Verbascumthapsiforme. 
ckellauf, Fackeltanz u. Fackelzug, |. u. 
Fackel. 


den Schildern der Wettläufer auf 
zT angebracht waren; es fam Darauf 
aſchnellſten lief u. feine F. bie ans 
hell. In Athen waren 5 eingeführt; 
wurde ein ſolcher F⸗lauf zu Pferde 
Einũben u. Auffübren dee Felaufe 
ia) war eine bedeutende viturgie. 
ten nicht jelten mit dackeltänzen ge⸗ 
waren auch an Sonftantins b. &r. 
mern Höfen, bei. im Wittelalter, 
ben fich noch bie jet an einigen Höfen 
fen. 4. Aufl. VE 


Faden (Seew.), die Zwiſchenräume von einer 
Spante (1. d.) od. Rippe zur andern. Auf Kriege 
fchiffen beträgt dieſer Zwiſchenraum 8 bie 10 Zoll 
u. wirt über Wafler ſowohl ale auch untec der 
Dafferlinie mit Hölzern ausgerült, die an Stärte 
den Epanten gleihlemmen. Auf Kauffabrern find 
die F. weiter u. werden, um Auslagen zu Vermei- 
ben, mit Holzſpänen od. gar nicht ausgeiiilit, 

Fagon ıfr., ipr. Baßong), 1) Art, daher Faren 
de parier (ipr. Faßong d’ parleh), Rebensarı, vie 
man nicht jo genau genommen haben will, C 


i —RX 


mente 3.5 2) Form; 3) Bearbeitung; 4) An- 
ſtand, Yebeneart; sans facon, ohne Umſftände. 


Faconuent (fr., ſpr. Faßonnöhr), Bilder; da⸗ 


. ‚Rai tb), der viel Umſtände 
gegen Hagonnier (ſpr. Fahonnich). ber viel Umſtände (Nerpamerila) am Battentill-River u. ! 


wacht; Aageaniren, bilden, umgeftalten, formen; 
Faronnirt, gemuftert, geblumt; Baconnerie, Einrich- 
tung, Formung, Moteln ber Zeuge. 


Faqonnudeln, Nudeln, welche Heine Figuren, 
ald Qıerne, Herzen, Kreuze u. dgl. bilden. 

Faeſet, 11 Memete Fe Deutſch⸗F), Markt⸗ 
fleden am Bega u. Bezirk im Kreiſe Kraſſo des 
Bermaltungegebietes Temesvar (Ungarn); Sitz der 
Bezirkobeberden, Poſtamt; 725 Ew.; 2) Olahe %., 
Walachiſch; F.), Diarktfleden ebendaſelbſt, nörd⸗ 
lich u. nahe bei dem vorigen; 700 Ew. 

Farfimile (tat. Fac simile [Mach es ähnlich!), 
Die einer Urfchrift treu nachgebilvete Kopie einer al- 
ten Handſchrift, ed. den Schriftzügen eines berübm⸗ 
ten Mannes nachgebildet. Sammlungen von 15-6 
gaben. and. W. Derew, Berl. 1836— 35 heraus. 

Facta (lat.), Tbatſachen; ſ. Facetum. 

Faction G. lat), Partei, bei. eine politiſche 
Partei, weiche der beſtebenden Regierung feindlich 
geſinut iſt; ſe Factlon des seise (ſpr. Falkfieng de 
ſãbed, Bund der Sechzebner, Partei unter Hein⸗ 
rich III. in Frankreich, ſ. d. Geſch.). Daher Sac- 
tionde (Aactionit), Mitglied einer ſolchen Partei; 
Aactios meiteriich. 

Factiſch m. lat.), thatſächlich, durch Tharjachen 
bewieſen. 

wactifiv .v. lat.\, wirlend, bervorbringend; da⸗ 


r titiva, VRerba, welche das Nusfübrenlafien ı aa L 
ber Aactitiv, Ser ni N auch mebl in ein beienderes Qu 


einer Handlung durch einen Auderen anzeigen. 


Factör cigentlich Factor. lat.), 1) der etwas ' 


nacht, beterat: daber 2) Hilger‘, ſo v. w. Diepo⸗ 
nent: cd. 3) Vorficher eines Geſchäfte, einer fur 
brit ed. ciner mechanichen Werkſiätte: io Auficher 
ven Crienburten. Farbenwerden. einer Ruchdrucderei, 
Sdriitaießerei nz 4) det Allecuranzen derienige, 
weicber ven Sdirreeigeittbümern, Süterverladern. 
end. Cempaarien x. Ordre zur Verñicherung Bere 
jeiden erdarten bat: 3) EVaeitory. in Velen derzen:ge. 
welcdem man geröbilid die Seſergung kerner Se⸗ 
saure übertrãgt, eine Art Coemnuitener, man en 
Nude: 6) Aucteren. in Der Arzidrical gemeunamer 
Same dcs Nvliplicantus u. Multipuice:ere, le 
der einzelnen Sueder eined Products; 1, Midirin 
ĩ deder dab Fir unzane Usher ge— 


ri, Pr Y 
rest au Denen anc Ihar'ıte Faelae her: 


ceitn, 


gessnzen it, ch, Wertungen, mean ca Sermszırız. 


gen, ſe Auctsren bed Lebens. dic erigesengitigien 
Warurfiiite, dure Seren Allnemienwirlen ala Re: 
duct Das Leden Derzergeht, 
Kucterei. I Dsananierelas an nemlentü:- 
EA. dit NRERIIRNITIUOTLHENTIN) 
keit Darianızitimen namen auttsente 
Erle SIMON, 
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ISlent is: gan: Ci. Pom 


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BEER RENT Rasse zn: 
SEIN ter Yorziete an er Eerlüe 


— — —— ·— 


Faconnenr bis Fabdaſſy 


Afrikas, NNW. von Sierra Leone; ı 
Niederlaſſung. 

Factory Point (pr. Fãltorih Bor 
in der Graffchaft Bennington im Sta: 


Berment-Eifenbabn; Marmorbrüche. 
Bactorypille (ipr. Fältorimill), ı' 
ter Grafihaft Tioga im Staate Rew⸗ 
amerila) am Cavuta⸗Creek in der Nen 
Eiſenbabn; 2) Poftort in der Graffcha 
im Staate NRew-Nort, große Färberein 
3) Peftort in der Grafkhaft Wyomin 
Pennſylvanien, an der Yadamanna-Wı 
bahn; 4) Poftert in der Grafſchaft S 


Staate Michigan am Nottawa⸗Creek. 


Fac totum (lat., Mac das Ganze 
bei einer Berion Alles in Allem iſt n. ! 
ſchäiten derſelben vellfemmenes Bertr: 

Factum (lat.), Berfall, Tbat, Ib 

Yactüra (Bactur, ital. Fattura), bi 
welche ein Kaufmann einem andern zug 
Wagren zufentet, Damit der Empfänge 
gleichen Des Empfangenen mit der ſchr 
gabe fi von der Richtigkeit Der Buchun 
ders überzeugen tann. Außer ber ipeci 
der Waare u. ibres Preijes enthält Die ? 
Das Zablungeziel, wenn das Geibä 
comptant abgejchletien wurde. Bei T 
ſicherungen untericheiter man ten Aaci 
von dem verfiberten Wertbe, Da dieſe 
mit einem Gewinnzuſchlag von 10 P 
nemmen wird. Alle eınlaufenten «er 
fert na Eingang in das Ieurnal, au 


eingetragen, um ten Verkanierreis be 
dem Facturawertb, unter Aurebmuma 
rort« u. anderer Rebenkeſten. iu calcul 
Racturiren, eine F. über eine Mauren! 
fielen. 
Faecülae (Stem.\, i. Ssumeti. 
Fäculenz v. lar.‘, Senaes, Unter 
Sacultat (œ. lat.», 1) KRäbraten, N 
&arultäten. nach Qualen Kritte, weise 
tunzen ım leserten Kürner rertiezen: 
erseagende m. gar veränderade ı 
tberl& vermedrende, tbeila ernäbzenme 
ueberrte, enhalierte, zmänderr!e, ca® 
s) Reth.. das Product mehrer Racı 
en: usmenike Ercgreliten ilen, 
4) die vier Abtkeiiunzen, ın mein ein 
n:& der ir Dausemtlor Suter (Res 
daten) ser’zcı, Sa Ihesioze, Jarer 
turmiren'&sirn. Pilsiepbie Aa X 
lede ein? eisenz Aacultärdtarbe Die 25 
vielet: ına Zwerge isieiend. Die on 
urn. De melunvae. Yaarladr 
spe. tunkekinn 
Wuem.taNid 7.!:2.'. mit man mei 
mad San. Merziiien> ermadnten 
meulit 2.2. .n Tuimen 
up 4:2) Serslmeteeem, 8) @2r8 
Wucundifat = !:.. 
waceundud. Fit 1m Beramıme 
m ber wiege, ars: Soden 
ame: a ihr ı Po detensisne m. 
sr:m. ie DauriärTn ne Tora 
fÜp.ve- Arzıera nmetzur fun 
Dates, ım S. ven Ruben (A'ctı, { 


re nme weßmn 
m en .00 nme 


1) 


De fe 


mi. 


Jadchen bis Fadenkrebs 


en rich, Kaffee, Getreide m. Oe⸗ 
m, 1, Mtniiden Glastvaaren. 

— Erde, welchen der 
ir macht. 


deren bar 
um. MR: 2) aldern, abgeichmadt. Be- 
——* — —— 


— Sebinde: 3) (Seew.), ein 
für a zu tere Zwedce üblichen Maf- 
um Berie Tiefe des Kabrwaflere 
Dieh_ bie Yänge des Taumwerfes, 
cn zz zeneflen; 120 Raten werten 
Maut & > der Werih tes Fadens iſt 
wen DE stionen einigen Beränte- 
a, XIX Allgemeinen wird er zu 
wa Meer engliiche F. (Fathom) 
rd wer bo iſche, auf Kriegs⸗ 
‚di 34,10 par. Lin.; e) ber 
we) .t 720 par. fin.; 4) ber 
JB Dar. Lin. ; e) ber portugic- 
53 Paz fin; f) der neapelıta- 
ga; & > ber bäniiche (Favn) 834,7 
Du V che (Famn) 759,6 par. in.; 

se 16 Bar. fin; 4) Holzmaß, an 
—— 4 gebrändlich, fo: in Bre⸗ 
RUE lang n. hoch, u. hat 2— 2! 
ge Sremart if es ein Würfel ven 
 DAINZ m. Königaberg 6 Fuß lang 
3 WB Scheitlänge; in Hamburg 
von; 3 dh m. 1 Boll bid, u. eu ent- 
\ liche Hafer zweifüßiger Scheite 
je in fühl, mo er 6 Fuß Y: Soll lang 
in Mellmturg T7—S Fuß bei u. lang 
a did, in Stettin 6,—7T Fuß body ıı. 
33: Gab Scheitlänge. Als Garnmaß 
vie Lange eines Hafpelumfange, u. eine 
Buhl 6. macht ein Gebind; in Baiern 
sipel 4 Fuß. u. 60 %. — 1 Bind; in Ber⸗ 
 Halpellänge n. 40 5. — 1 Gebint: in 
jahren u. Schlefien 3—4 böbmiſche 
llange u. 20 F. ⸗ I Gebind; in Frank⸗ 
2 dar. Fuß Haſpellänge 41 A. — 1 Ge⸗ 
anerer 3! Ellen Haſpeliänge u. tiv F. 
ad; in Sachjen 4 Ellen Haſpellänge n. 
. Gebmt ; in Äſterreich 2: Ele Haipel- 
.1Gebind; 5) tie Jabre des Hol⸗ 
* Faſern, welche ein Yaum ter Laͤnge 
Ringe; 6) (Jagtm.), jo dv. m. Yär- 
ker), jo v. mw. Einſchlag: 8) ſo v. w. 
ider.), fo d. w. Ballenſtreif, |. u. Bal⸗ 


tem (Confervacene), nach Reichen⸗ 
ilie, zur 3. Kl.: Grünpflanzen 1. Ordn. 
g, nach Cublicher 3. Familie ter Al⸗ 
noſpen, die bei ben niedrigſten For⸗ 
fabenartig zerfallend, bei den übrigen 
noipenlager ter niederen gallertartig, 
a fabenartig, einfach cd. äftig, unter- 
glierert, grün, felten braun, purpur⸗ 
rbell. Endlicher tbeilt fie in: Zrib. 1 


: Hy grocrocis, Leptomitus ; Trib. 


er 


dendreied, wirb durch einen über eine Wo 
gezogenen Faden, indem ein daran befeftigtes Blei⸗ 
Melk ihn perpendiculär über einer gezogenen 
ittagelinie anipanmt, Durch die Verlängerung bes» 
jeiben Fadens Über die Rolle, bis zu einem etwa 
3 Auf entiernten Punkt anf ter Mittagstinie nm. 
dieſe felbft won bier an bis jn dem Bunt, wo das 
Bleigewicht auffällt, gebildet. Da das Dreied in 
ber fläche des Mittagskreiſes ſteht, fo kann man, 
indem man beebadhtet, wie ein Stern burch beide 
vom Faden gebiltete Schenkel des Dreieds, bem bie 
Mittagslinie zur Bafle dient, gebedt wirt, bie Cul⸗ 
mination beflelben beobachten. 
adeneleftrometer (Phyſ.), |. u. Elektrometrie. 
adenflechten (Hyphosporae). 2. Ortn. der 
2. RI. Flechten des Reichenbachichen Pflanzenfyftem®. 

Fadenförmig (Filiformis, Xet.), dünn u. wal- 
zenrund, wie ein Faden. 

Fadengehäuſe (Nemathecium), eine etwas 
zweifelhafte Bruchteittung mander Algen (3. ®. 
bei Sphaerococcus Brodiaei u. S. nervosus), die 
ganz aus ftrablig verlaufenten, perlſchnurförmigen, 
dicht —— Fäden beſteht. 

denkraut, if Filaꝑo. 
denhorn, jo v. mw. Spio, ſ. u. Borſtenwür⸗ 
mer a). 

Fadenbornmäde (Erioptera, Nematocers 
Meig.), Battung der Müden ; Yübler ſechsgliede⸗ 
rig, fadenförmig; kei Anteren mit Tipula ver- 
einige; Art: Zmweifarbige F. (N. bicolor) 

Tadenfafer, 1) (Colydium Fadr.). Gattung 
ber Holzläfer, Fühlhörner elfgliederig u. dae End⸗ 
Inöpfcben zwei⸗ ot. Dreiglieberig, Unterliefer wenig 
od. nicht vorſtebend, Yeib Tinienförmig, niederge⸗ 
drüdt. Dazu Die Untergattungen (tie bei Euvter 
meiſt unter Mycetophagus [j. Pilzläfer] u. Lyctus 
fteben): a) 3weiſchnittkaſer (Ditoma), Kopf 
abgeftutst, Aübler länger, al@ ber Kopf, mit End⸗ 
fnopf; Art: Aelerbter 23. (B. crenatum), unter 
Baumrinden: bei Fabricius unter Lyetus. b I.a- 
thridıns, Fübler von ber Größe des Halsſchil⸗ 
bes (auch mehr), 2 Wied iſt größer ale das J., 
Kepi u. Hals ſchmäler als der Hinterleib; Art: 
&eiägte Yatbridıe (T,. nerratus), braunroth, 
bebaart, punftirt, Hinterleib braun; in Zchmeten u. 
Frankreich; unter Dermestex Far. eo Gilvan- 
täſer (Silvanus Zatr.), Die Fübler wenig länger 
al® der Halsſchild, 2. Glied nicht länger, Körper 
ſchmal u. gleich breit; Art: Einzahniger S (S. 
unidentatun, Dermester unsıd.). roſtioth, glatt, 
punttirt; unter Baumrinte. dd Meryx, bei la» 
treille, Kiefertafter vorſtehend, Halsichild herzför⸗ 
mig; Art: Runzeliger M. (M. rurosa, Coly- 
dıiun rugosum) u. CGolxdium. Füblhörner von 
der vänge des Kopfes, Endknöpichen dreiglieberig; 
Art: Langer ſy. (U. elongatum). ſchwari, Fühler 
u. Beine braun. 2) jo v. w. Cistela Fubr. 

Fadenkorallen (nilotti), eine Gattung gro⸗ 
Ger Korallen, welche aus vivorno in 6 Rummern, 
von I—6, in ten Handel gebracht werden. 

Yadenfrebd Phasmatocarcin us Tiles.), Gast» 

5 


tung der Heufchredentrebfe, Kühler vierglieberig, | 


Augen geftielt, Kepf lang, mulfig, Bruft faunt 
dider al® bie walzenförmigen Glieder des Teibes, 
ſcheereuloſe Süße; tm Großen Ocean; Arten: Ph. 
discophthalmus (leuchtet Nacht) u. Ph. glaucus. 

Fabenkreuz, 1) an Fernröhren bie Vorrichtung, 
durch welche bas Zielen nach beftimmter Richtung 
Fin möglich wird. Sie beftebt in ber einfachften An- 
wendung aus 2 fich kreuzenden feinen Fäden; ber 
Eehnitt biefer Fäden gibt den beflimmten Punkt bes 
Gefichtsfeldes an u. in weiterer Berbindbung mit 
dem optifchen Mittelpunkte bes Objectivs bie Ab» 
feblinie ; braucht man in einem Fernrohre mehr als 
eine Abieblinie, fo werben durch eine hinreichende 
Anzahl Fären fo viele Kreuzpunkte gebildet, als 
nöthig find. Die lettere Art wirb namentlich an⸗ 

ewentet, wenn e8 darauf anfommt, eine Heine 
läche in der Mitte des Geſichtsfeldes zu beobach⸗ 
ten. Dan verwendet zu foldhen Fäden zarte Spin- 
nemweben, deren Dide ungefähr Linie beträgt, 
od. Blatinadrähte von Fol Stärke. Die 
Kreuzfäden werben auf bie Flaͤche eines Metallrin- 
ges gelpannt, ber in ber Dcularröhre längs der me» 
chaniſchen Achfe bes Fernrohres u. ſenkrecht zu ihr 
bewegt werben kann, damit man e8 mit bem vom 
Dbjectivglafe erzeugten Bilde in eine Ebene u. in 
den rechten Abftand vom Oculare bringen kann. 
Abweichung hiervon nennt man Parallachſe des F⸗eb. 
2) (Web.), die Kreuzung ber Kettenfäben. 
adenlinie, fo v. w. Kettenlinie. 
denmifrometer u. Fadenmikroſtop, ſ. Mi- 
trometer u. Mitroflop. 

Fadenmilbe (Uropoda), Gattung der Schma- 
roßermilben, mit einem Faden am After, mit bem 
fie fih an Käfern befeftigen; Art: U. vegetans, 
an Stugläfern (Hister.). 

adenmüden, io v. w. Schnaden, |. d. 
dennudeln, ſ. u. Nubeln. 
denpilze (Hyphomycetes), nad Reichen⸗ 

bad 2. Orbn. Ber 1. Ki. Pilze, bei Endlicher 2. Fa⸗ 
milie ter Pilze; einfache Sporitien auf flodig zu⸗ 
fammengeftellten Faſerbildungen angebeftet od. in 
deren Innerem, oft in ber verbidten Spige (Per- 
dolium); Seuctigfeit liebende Pflanzen. Subordo 
a) Sepedoniei: Psilonis, Collarium, Sepedo- 
nium u. a.; b) Mucedines: Oidium, Tricho- 
tbecium, Penicillium, Botrytis, Aspergillus 
u. a.; c) Dematiei: Arthrinium, Dematium 
u. a.; d) Byssi: Hypha, Byssus, Rbizomorpha 
u.a.; e) Mucorini: Mucor, Stilbum u. a.; f) 
Cephalotrichei: Ceratiam, Dacrina, Cepha- 
lotrichum u. a. 

Fadenquadrat, fo v. m. Burdharbts Duabrat- 
milrometer, f. d. unter Milrometer. 

Fadenraupen , dünne, fabenförmige, beim Bes 
rühren fi vorn zufammenrollende Raupen. 

adenfchimmel, fo v. w. Faſerſchimmel. 

adenjchläge, bie meiten Stiche, mit welden 
2 Stücke zulammengeheftet werden, um fie befto 
beſſer Aulanımennähen: zu können. 

Fadenſchwamm, Seeſchwamm, it Tupha la- 
custris 

Fadenſchwanz, Räderthierchen fo v. w. Mo- 
nocerca. 

Fadenſtorpion, [o v. w. Thelsphonaus, |. u. 
Scorpion. 

Jadenſeide, der unreine Faden, ber bei bem 

pein der Seide weggewerjen wird. 


Fadenkreuz bis Badenwärmer 


Badenfihtig (Babdentgeinig), ein Feh 
Zuches, wenn e6 beim Rauben u. Gcheeren 
verloren hat u. aljo der Haben zu fehr fichtb: 

denftein, fo v. w. Kaltfinter. 

adenwurm (Filaria L.), Gattung beı 
würmer; Körper rund, elaſtiſch, gleichtid, 
Öffnung rund; lebt zahlreich, oft in eine Ar 
eingehüllt, in dem Zellgewebe ber Musteln ve 
ner Thiere, ſelbſt in Infecten u. beren Larven. 
nawurm (F. medinensis, ſ. d.); Rau! 
(F. erucarum), zwifchen Darm u. Haut ı 
Raupen; F.papillosa, 6 Zoll lang, h 
ben Augenfammern ber Pferbe; F.capsu 
2-1 Zoll fang, am Schwanze ftumpf m 
pitzchen, im Bauche ber Häringe zwiſchen 

geweiben, oft in Menge zufammengeballt. 

Yadenwürmer, 1) (Nematoiden Rus 
milte ber Rund- od. Rothwürmer (Amuls 
walzig, bünn, glatt, lang, Mund einfach, 
Lippen, Röhrchen, Kappen od. Häkchen verfe- 
ohne Augen, Kiemen u. Bewegungsorgane 
fanal vom Munde bis zum After (einige = 
Erweiterung als Magen); Männden u. 
verjchieden; mit Ausnahme von Gordiam 
guillula nur weißgefärbte Eingeweite 
Dazu Die Gattungen: a) Kadenmwurmg 
ſ. db; b) Halenwurm (Hamularia Jim 
Leib rund, gleich did, elaftiich, am Diunke 
Babden; find den eigentlihen Kadenwines 

hulich; Art: Halsbalenmurm (H. ı 
preesa, H. Iymphatica T'reut/., Filew 
nis bronchialis Rud.), in ven Unmpbbwi 
in Lungenknoten der Schwintfüchtigen. e) 
topfmurm (Trichocephalus Götz), & 
hinten dider, vorn haarduͤnn, Mund faft zu 
Art: Menſchlicher H. (Trichoc. hom 
Jdispar Rud., Mastigodes), mit langem, I 
migem Borbertheil, das Männchen fpiralfdn 
Weibchen gerade; im Menſchen fich jehr ver 
4 Oryure (Oxyuris) od. Kapper 
(Cucullanus Müll.) Körper rund, elaftifd 
bünner, Mund treisrund, mit einer Art 
Kappe überbedt, Geſchlechtstheilchen eh 
Doppelt; tu Fiſchen (meift) cd. in ander 
tbieren; gegen 20 Arten: Schöner &. ı 
gans, C. armatus Zed.), mit fugelige 
daran 2 Hälchen, u.a. e) Yippenmun 
(Ophiostoma); f) Spulmurm (Ascı 
Rundwurm (Strongylus); h Säj 
wurm (Prionoderma);D Gordius,! 
ria, aber After unterhalb, nahe am Hi 
Männchen Heiner, leben frei im Waflfer ı 
im thonigen Boden wie verwirrtes Garn 
Saitenwurm (f. d.), Wafferlatb (G. aqı 
k) Anguillula (Vibrio Afüll.), eben 
Alter oberhalb, nahe am Hinterente, Kö 
durchſichtig; wurbe fonft zu ben Infuforien 
Arten: A. Huviatilis, in Aufgüffen;, A. aı 
ſigälchen, ſ. d.); A. glutinis (Kleiſterälch 
(Zwirnwürmer, Yungenwürmer 
eine Krankheit des Schafviehs, befällt nur 
u. Zährlinge. Die Thiere bleiben immer ı 
ter der Heerbe zurüd u. laſſen fich leicht e 
Sie haben blaſſe Haut u. bleihe Schleimhẽ 
nicht munter u. niagern ab, ber Leib wir 
trieben, das Auge matt u. glanzlos u. b 
werben ganze Bündel in Schleim gehüllt 
mer ausgeworfen. Allmälig triit Dura 


Dadenzaͤhler bis Wagel 
x. bee veichfidße Auowurf ans ber | 


Htilverindge ind felten von Grfelg. 
we (Weberglas, 
hprover, J.oupe, 


las, welches im Wügemeinen 


M, vie Beſchaffenheit eines Gewebes 


WV 


Veter van ber F., gen Tel, geb. 1618 


Be; 
in Soeſt; erfi Lanhfchafte-, Dann Hlftorien- u. Por- 


Leinwand. ' trätmaler, bildete fidh in der Schale von Berker in 
te-fl). iſt Harlem, ging 1641 mit Wilhelm von Oranien nah 


| Gngland, Rand in Dienften Karle I. von England 


u. ald Kammerberr Karies II. eine Biltniffe 


11 aus der Zabl der Rüben, die fih : zeichnen ſich durch pbantaſtiſches Idealiſtren aus, 


:$ gewifien quabratifchen Raumes im 
ven, bie Feinheit deſſelben zu beſtim⸗ 
inrichtung am diefem Fadenzähler ifl 
ameilen ift er eine einfache Ecnverlinfe 
u man frei in der Sand hält, ein zwi- 
Myigen gefaßtes Maß auf dem Gewebe 
tie miiegenten Päden zählt; zumeilen 
nittelſt eines verichiebbaren Stiels über 
wplarte angebracht, in welche quabra- 
I) 83. ıc. eingeſchnitten find, in- 
fen man tie Fäden Tann zählt; ot. 
next iR mit einem unter bem Olafe an- 
aget verlieben, ber mit tem GElaſe ſich 
‚wenn eine, die durchlaufende Hi. 
Mr Rifrometerichranbe gebreht wird. 
human auch bie Öffnungen in ber 
a Refszplatte freisrund; dieſe Form 
Yorke ver ter quatratiichen, taß ihre 
keit ikerall gleich find; ein vierediges 
et werden. 
(Bebeewört), Inſel des ruſſiſchen Ar⸗ 
im nörkliden Eismeere, zum 
um Jakntek gerechnet; \ etwa 22 Diei- 
d Rrilen breit, von Gebirgen keredt 
ere, Robben, Bären, Seevögel, 
des Gifenbein , entbedt wurde fie 1605. 
) Bert u. 8) Hauptort darin in ber 
Srevinz Friaul; Mühlen ; 3000 Em. 
Niabmen, Eeew.), nad Faden ab- 


me der ſüblichen Doluften- ob. Ban⸗ 
öRlih von Timorlaut. 
ht), Rebenflug des ZU im franyd- 
ment Oberrhein. 
tabt am famone u. Apnelitanal in 
fegation Ravenna; Sitz eines Bi⸗ 
idelle, Kathedrale, Kiäfter, Fabril in 
Einigen bier erfunden), Seidenwaa⸗ 
Dandel (beförtert durch den Kanal 
melli); 18,550 Ew.; Raterfladt des 
icelli u. des Dichters Strocchi. — 
tin der Alten, eine Stadt der Vojer 
alpına, deren Bewobner glänzent 
d fertigten; ter Wein von F. war 
Bürgerfriege flug Metellius Viud, 
zz, bei F. ten Carbo u. Nerba⸗ 
mede F. von den Gotben zerftört; 
es zum Exarchat; fpäter Arittem fich 
eie mächtige Familien m. Siãdte um 
F., m. erſt ſeit 1509, wo es Parfı 
a Benetianern abnabm, blieb es 
Birchenftaat. 1709 beim Ginfall ber 
Das Ferrarafche murte F. Marl befe- 
ıduyi, Storie da F., Yerrara 1675. 
ernud), Gabriel, geb. in Eremena, 
ſchr. Fabulae centum, Rom 1604, 
718; Fabulae et carmina varıa, 
1793 ıfranzöfiich von Cb. Perrault, 
.,„ walieniib von Trombelli, Vened. 
1741); 9. gab ben Terenz, Flor. 
TR 





ındem er namentlid weiblihe Schönheiten ale 
Nymphen u. dgl. darſtellte, wodurch er fi tie 
Gunſt des Hofes ermarb; nur Cromwell malte er 
auf deſſen Befehl mit allen Narben, Runzelu n. 
Warzen. Er ſt. 1680 in London. 

Faex (lat.), Singular von Faecen. 

Faf ila, Sohn —*2* folgte dieſem 737 ale 
König von Oviedo od. Auftrien u. wurde 739 durch 
einen Bären getöbtet. 

Fafnir (nord. Myth.), Qreitmar Sohn, ge- 
rieth mit feinem Bater nach Oture Tod durch Otin 
über beflen Sühngeld in Streit u. erſchlug ihn, 
murde aber von Sigurd getöbtet. 

Fagagna, Darlıfleden in ter venetianifchen 
Provinz u. norbmeftlich bei Udine; 3100 Em. 

Fagan, Chriſt. Barthelemi, Herr von Lugny, 
geb. 1702 in Paris; franzefiicher Theaterdichter; 
fl. 1755 n. fhr.: Le rendez-vous, La pupille, 
Le» originaux su. a. m.; Der Mann von 40 Jah⸗ 
ren, iſt von Kotzebue bearbeitet, Cpy. 1795. 

Yagära (F. L.), Bflanzengattung aus ter Fam. 
ter Zanthoxyleae; Art: F. microphylia Deef. 

er (Beegr.), fo v. m. ’ arad. 

garaftrum (F. (7. Don), Dramen attung 
ano ber Familie der Burneraceae; Arten: F. ani- 
satum in Guinea, F. capense, u. a., am Kap. 

Fagel, 1) Ra fpar, geb. 1629 in Harlem ; wurde 
1663 Ratbspenfionär daſelbſt u. 1670 Generalſecre⸗ 
tãr der Generalftaaten. Beim Einſall vndwigs XIV. 
in Holland 1672 wurde er an die Stelle Des er⸗ 
mordeten de Witt Rarbepenflonär u. hatte großen 
Theil am Rimmeger Frieten 1675; er befleidete 
Die Stelle ale Ratbepenflenär 1692—87 wieder, 
verfaßte bei Wilbelms III. Thronbeſteigung das 
berfeiben vorausgebente Mauifeft u. fi. I688. 2) 
gro nz Rilol., Neffe tes Vorigen; belläntifcher 

neral ber Infenterie u. Feldmarſchalllieutenant 
in öferreihifden Dienften, zeichnete fih in ben 
Kriegen gegen Ludwig XIV., bei. im Spaniſchen 
Erb olgelriege, auf, beiehligte 1704 ein bolländiiches 
Corps in Portugal, dann 1709 bei Malplaquet ten 
Imlen Flügel der Verbündeten, belagerte 1712 le 
Quesnoy u. zog ſich nah tem Utrechter Frieden 
1713 nah Flandern zurück, wo er als holländi⸗ 
ſcher General der Infanterie u. kaiſerlicher Feldmar⸗ 
ſchalllieutenant 1718 ſtarb. 3) Heinrich, Ba⸗ 
ron von F., Großneffe von F. 1), bolländiſcher 
Stautöfecretär, ſchloß 1794 die Allianz zwiſchen 
Holland, Preußen u. England, felgte dem Erbftatt⸗ 
halter, als dieſer die Niederlande verließ, nach ung. 
land u. Deutſchland, fehrte 1913 mir Wilbelm I. 
nach den Rieberlanten zurück, unterzeichnete 1914 
als Befantter in Lendon den Frieden zwiſchen Eng⸗ 
land u. ten Niederlanden u. blieb bis 1924 in Eng⸗ 
land, wurde Bann Miniſter tes Auswärtigen u. i 
1638. 4) Iatob, Bruder bee Berigen, mar 1793 
—95 nicberläntiicher Geſandter in Kopenhagen ır. 
betheiligte fi) 1513 an ber Revolution zu Gunſten 
BO Hauies Dranien. 5) Robert, reiberr von 5, 
Bruder tes Borigen, ſecht tapfer in den Feldzilgen 
1793 — 94 gegen Fraukreich, wanderte mit dem 


Bagelia bis: Fahlerang 


Haufe Oranien aus, lehrte 1813 zurüd m. wurbe | welches um eine Quarte, m. dad De: 


1814 Geſandter in Paris, als welcher er 1852 bis 
Anfang 1854 von Neuem accrebitirt wurbe. 
Yagelia (F. Neck.), Bflanzengattung au® ber 
$emilte der Papilionaceae - Phaseolene- Caja- 
meae; Arten am Kap u. in Südafrika. 
Fagervik, ECiſenhüttenwerk im ruſſiſchen Gou- 
vernenent Nyland (Finnland); 400 Ew. 
ggen, Dorf im Bezirl Imſt des tyroler Krei⸗ 
ſes Innebruck, bat Märkte u. in der Nähe das vom 
ach durchfloſſene Kaunfertbal; 300 Em. 
ggiano, Fleden im Diftrict Taranto ber nea- 
polttaniichen Provinz Terra di Otranto; Bau ven 
Getreide u. Suüdfrüchten; 1000 Em. 
Fagin, inbifferenter, unkryſtalliſirbarer, bitter 
er aus den Buchedern dargeftellter, deren 


hädliche Wirkung bebingender ae ee 
fih if ee ni befilinhe, mit Wllohol u. er⸗ 
dämpfen ſoll ee deſtilliren; Alkohol u. Waſſer 


ſollen es leicht, Ather nur wenig löſen, concentrirte 
Sauren es zerſtören. 

i bei Reichenbach Gruppe der Kätzchen⸗ 
blüthier. 


Faginsli, Giov. Battifla, italieniſcher Dichter, 
geb- 1660 in Florenz u. fl. daſelbſt 1742; er ſchr.: 
‚omedie, $lor. 1734—36, 7 ®be.; Rıme pis- 
cevole, 6 Yi e. A * 
Fagnäni, Protper, war Advocat in Rom u. 
flarb ale — — des canoniſchen Rechts an ber 
dortigen Alademie 1678; er war einer ber ausge» 
Kinn eißen canoniſchen Juriften Italiens im 17. 
ahrh. u. fchr. einen Kommentar über bie Decreten- 
fammlu regors IX., Rom 1661, 3 Bbe., Fol. 
Sag ‚ Dorf in ber venetianifchen Provinz 
erona; hier 1799 Gefecht zwiſchen Framoſen u. 


Bagnoled (fpr. Fanjohl), ehemalige reichsun- 
mittelbare Herrichaft zwiſchen Gennegeu u. dem 
Lande Lüttich, 1770 von Joſeph II. zu Gunften bes 
—55 challs Fürſten Karl Joſeph von Ligne zur 

rafſchaft erhoben. 

Fagonia (F. L.), Pflanzengattung nach Guy 
Grescent Fagon (geb. 1638 in Baris, war Brofeflor 
der Botaniku. Leibarzt Yubwige XIV., erfter Aufſeher 
des Botaniihen Garteus u. R. 1718) benannt, aus 
ber Familie der Cygophylieae verae, 10. RI. 1. 
Drbn. L.; Arten: F. cretica, F. arabica ı. a. 

Bagophrum, Buchweizen, eine von Tournefort 
son Polygonum abgejonderte Gattung, enthält 
n. a.: F. esculentum Mönch., F. tartaricum 
Gärtn., F.emarginatum Meisn. ; |. Polygonum. 

Fagot (fr., Rt. 8 oh), Bündel; baber P. de 

. F. d' japp —* v. w. Sappenbüntel. 

stt (Basson), Blasinftrument mit 8 
Tonlöchern u. 10 u. mehreren Klappen, aus bem 
Fommer entftanden; beſteht aus 2 übereinander 
egenben, zwiefach zufammengezapften, ausgebohr- 
ten, ahornen, etwa 8 Fuß laugen Röhren u. aus 
4 Stüden. An eine biejer Städe Flügelröhre) 
wird eine Sförmige meifingene Röhre befefligt u. 
an biefe das Rohr gefledt, mittelft deſſen man das 
ment intonirt. Das F. umfaft 3 Octaven u. 

geht vom Kontra-B bis zum eingeftrichenen b, ja 
manche Spieler blafen noch das zweigeftrichene d 
u es. . wird meift bei Blasinftrumenten 


u. bei vollem er zur Küllfinnne u. Verſtär⸗ 
a u erfterein Zwecke bat 
Profeſſor der Theologie 1. 1835 Brofelfor 


fung bes Baſſes gebrau 
man noch 2 tiefer ſteheude F. das Quart⸗F., 


—* um eine —* Pa ſteht 
wöhnliche, u. 
men ni fill von FAR ihn 
werben. Gin Heineres, um eine Duinte £ 
nennt man Tenor. (Duint-f., 
AH — 
eigne i e bei. zum 
fanfter Sri. Die Stude für das “ı 
bem Bapichlüfiel, die Hohen Noten auch iı 
eichrieben. Ci 


ſchlüſſel Canonicus U 
Berrara ol um 1539 das %. erfunden 
. Almenräber erwarb um deſſen 


fommnung große Berdienfle. 
Fagras (E. Thunb.), Bflanzengattui 
* ber Logariacono- Potällone . 
rbn. L.; Arten auf ben oflinbifchen In 
Fagunlap, Heine Infel, unweit Lam 
Archipel der Carolinen (Bolynefien) gehi 
us (F. L.), Pflanzengattuug au 
—— — de P oly 
männli a eli 
fällig, Blüthenbülle —— Erw 
—15; weibliche Blüthen einzeln, Hüf 
2theilig, Fruchtknoten von ber Heinen I 
gefrönt, 3 Narben; unreifes Fruch 
rig, jedes Fach mit 2 Santen, reife 
mig, von ber vergrößerten, verhärteten: 
geichlofien. Arten: F. sylvatica, gemı 
([.d.); F. ferruginea, in Rorbamerila 
castanea, F. pumila ifi Castanea sa 
pumila, ſ. Cafianea. 
Banblätter (GSabamblatter, Foli 
F. Faam), leberartige, ganpranbige, im 1 
zweiſpaltige, Rampe, tonlaartig riechen! 
von Angraecum fragranas (f. d.), von | 
carenen; bie getrodueten Blätter haben 
ntlleäfmlihen Geruch ı. werben al& Thee 
ber wohlriechende Stoff in biefen Blätter 
marin u. berjelbe Stoff, der fid in bem 1 
nen, im Melilotus ofhcinalis, im Antho: 
odoratum u. in ber Asperula odorata 
(Bähin), das Wei der Rı 
uche u. Hund. 
higkeit, bie innere Bebingung eir 
äußerung; um in Thätigleit hervorzutrete 
bie $. immer noch einer äußeren Beftim 
unterfcheibet fi) dadurch von Kraft als a 
zureihenden Grund einer Wirkung. Wi 
auf den Vorgang ale das Wirlungsverm 
ſehen, jo wird fie richtiger ald Anlage, 
Empfänglichkeit bezeichnet. Durch 


volltommt u. bei. künfileriſch ausgebilbet 


tig 
a“ —A fo v. w. Bleiſahlerz, f. u. 


bleiglauz, ſo v. w. Bleiſchweif. 

Iblenbde, fo v. w. Antimonblende. 

lervang, 1) Karl Johann, geb. 
Sprengel Stora-Zuna in Dalarne, fd 
Landſchaftomaler; bübete fi vorzugem« 
Selbſtſtudien u. malte zahl vortreffi 
nerien ber nordiſchen Berg- u. Seegegende 
ter Anfiten von Stodholm u. Ehriftia 
dem Borgebirge Framweis, dem Baleſtre 
Donare all, der Feſtung Bohus sc. 8) Ei 
Erik, Bruder bes Borigen, geb. 1790; wi 


Fahlerz bis Fahne 


wife Ge⸗ 
an ger ae | 


Ile; er 


ctratdiſcher Rupferglany), 
—XRX im Tetrartern u. daron ab⸗ 
I ‚ temen: auch bänfig derb u. ein- 
une M Rabigrau, bleigram cd. eilen- 
feines mend u undurchſichtig, bat un⸗ 
5* wigen Bruch; jeine Härte iſt 3— 4, 
bie R fordn u. bat ein fpec. Gew. von 
pie umidele es ſchweſelige Bäure u. 
m 8 Ihmigt vor dem Lothrohre zu 
tier, sen Schlade. Man unterideibet 
üten: a) Babier, (Echwarzerz, Kabi- 
utiger iſt ſtahlgrau bis eijen- 
A Aupier, iſen, Schwetel, Arſenik, 
edfiiber;, man verarbeitet es aui 
er, zSunberte: Clausthal, Dillen- 
9, Pe aneielb u. mehrere Gegenden 
AB J iltıgerzi&@ilberfabler;), 
ZZ, wenig |pröb, Strich ichwarz, 
Wesz> @ilber, Kupfer, Schwefel u. 
%: 2 reıberg, Wolſach; c6 wird auf 
Bir lichte Weißgiltigerz iſt Derb, 
‚Bei u. wenig Gilber, ee findet 
pe &= erger Öruben, od Tennan- 
bis «- iſenſchwarz, hatrötblichgrauen 
‚Kam Xpier, Eiſen, Echmeiel u. Ar- 
m Deoruwall u. wird auf Kupfer 
in 2 fjablerz(Xupierbiente), blei- 
Bo Bruch uneben bis jeinkörnig, 
mE Kt Zimt, Kupfer, Schwefel, Ar⸗ 
mi Blei. 
>. ww. Briematoibifcher Antimon- 
wweerT (Min). 
zetie Von mw. Fablerz. 
‚ME Art Leder, welches als Oberle⸗ 
pen. Stiefel gebraucht wird u. wozu 
g. dünne Ochſenhäute nimmt. Die 
ga m Tem Kalläfcher, ber Erbfarbe ıı. 
gewadt, mit Thran cd. Talg einge» 
zur Treten in ber Kappe, ſowie Durch 
geſqmeidig gemacht. 
ber, 10 d. m. Antimonocher, f. u. Anti- 


1,1) (Batn-Bin [Ropparberge-Tän)), 
den Ehweren Las chemalige Dalarne, 
ven Läne Jämtland, Gefleborg, We⸗ 
rebte, Zarlfiatt u Norwegen; 5:7 geo- 
Zi ihmeriiche) CHt., 151,500 Gm. 
idlengebirze reichen niehrere Zweige 
De u xrriſſene Geiemafien, aus Örantt, 
Ines, Rall- u. Eantften beficheub; ta- 
toße, bewehnte Thäler mit ftarter Wal⸗ 
räſſert wird das Laud ven vielen Eeen, 
M,Ruunx., u. Blüffen, worunter ber 
Rt betentendſie ift. Für ten Aderbau ıft 
Klima nicht günfug, ter Boten ma⸗ 
u Jeinicht; im ſüdlichen Zbeile baut man 
erſte, Safer u. Kartofſeln, ſelbſi Erbſen, 
äume fommen fort, u. treibt Vieh⸗ 
Rorden iſt tie Brodfrucht ber Hafer; 
MD außer dem ererwur kenımt wenig 
% fiefern allerieı Steinbrüche, Waltar- 
Rörennerei, Pottaſchſiederei, bei. aber 
1. Hüutenbetrieb, ta die Provinz bas 
Werbergweit Schwedens beſitzt 


De 


71 


Bewohner finb bie Dalckarlier (Thahmänner‘. M 
uptfledt zwiſchen ven beiten Seen BWarpun u. 
ung, regelmäßig gebaut, bat aber nur Helz- 
Yäufer; bat die Provinzialbehörden, Berghaupt- 
mannſchaft, Bergbauſchule, Lehranftakt für Zbier- 
beiltunde, Mufeum, 2 Kirchen, 2 Hefpitäler, Kern. 
magazin, Baummwell- u. Flachtſpinnerei, Weberei 
von Deden u. Teppichen, Fabrilation von Pieifen, 
Gerberei, Räudern von Eped u. Fleiſch; mweillch 
won ber Etatt liegt das große Kupferbergwerlk, 
das feit den äließengeiten gebaut wird, u. Kupfer, 
Gold, Silber, Blei, Birriel, Braunrerh lieiert, 
welches in zahlreichen Hüttenmwerlen bearbeitet wirt ; 
5200 Cm. 

Fahluner Brillenten, werben aus einer Legi⸗ 
rung von 19 Theilen Blei u. 24 Theilen Zinn ge» 
fertigt. Die Yegirung ſchmilzt leicht, u. wen man 
ju der Zeit, wo fie fih dem Erflarrungentomenie 
nähert, eine facettenartig geicdhliffene ob. polirte 
Glasoberfläche darauf brüdt, fo nimmt fie deren 
Kernen an u. bat nach ten Grlalten einen Iebbaf- 
ten Glanz, ber ſich an der Luft nicht verändert, aber 
beim Berühren leitet. Drückt man vertiefte u. im 
Brillantform geſchliffene Gläfer darauf, fo gewährt 
der Abtrud den Anblid geichliffener Steine. 

Faplunit, Mineral ven undeuilicher, wahr⸗ 
ſheinlich rhombiſcher Kryſtallgeſtalt, meiſt berb, 
iſt oliven⸗ bie ölgriln, ſchwärzlichgrün, gelblich ob. 
gelblichbraun, feitglänzend, Härte 2—3, Ipec. Gew. 
2,5—2,8: beftebt aus Tiefelfaurer Tbonerbe, l.ciele 
faurer Magneſia (Eiſenoxrydul, Manganopuruf, 
Kalk u. Kali) u. Waſſer; im Talkjchiefer vun Fablun 
in Schweden. Der fegenaunte harte F. if braun 
n. eine Abart tes Kortierire (f. D.\, wie denn auch 
ber F. ſelbſt in enger Beziebung zum Cordierit ſieht 
u. mahrjdeinlih nur eine Metamorphofe nad 


ihm iſt. 
m, Fähmbolz, Faͤhmgeld ıc., ſ. u. Fehm. 
ahne, 1) ein an einer Stange (Bebnenkange) 
befeſtigtes, jet meiſt in Quadrat geſchnittenes, durch 
Karte ed. Bilder ausgezeichnetes Stück Zeug 130 
uenblatt): zunãchſt Verſammtungo⸗- u. Schlachtzei⸗ 
chen ber Truppen. In ältefter Zeit hatten bie Heere 
en der &. vielmehr Feidzeichen, an eine Eiange ber 
eftigte Zeichen verichiebener Art von Holz. Meralix., 
durch deren Erhebung ta® Zeichen zum Borüden, 
durch teren Eenlen Tas Zeichen zum Rüdzug ge» 
gern wurde. So gab ſchon bei den Hebräcrn 
Moſes, als er das Volk in 4 Heere theilte, jeden ein 
beſouderes Siunbild; den Stämmen Inda, Iſa⸗ 
ſchar, Sebulon einen Löwen, ten Gtänunen Ruten, 
Simeon, Gad einen Menſchen, den Stämnien 
Ephraim, Manaſſe, Benjanin einen Stier, ten 
Stämmen Aſcher, Dan, Napbthali einen Cherub. 
Das Heerzeichen der alten Perſer war ein gol⸗ 
dener Adler auf einer Lanze; jetzi haben die Perſer 
Fen mit einem liegenden Tiger, binter welgem 
eine Senne aufgeht. Ju ereberten or. übergebenen 
Städten wırbe das Nalionalbeerzeichen zum Zei⸗ 
chen, der Befitznahme aufgefledt. Die  Itze chen 
der Ag yprtier beſtanden auch in metalleuen Thier⸗, 
ſpãter auch Eötterbildernu, Die auf Lauzen beieſtigt 
dem Heere vorge ragen mu den. Oſiris ſoll fie ein⸗ 
geführt haben. Die Griechen launteu w.der Fen 
noch Feldzeichen im Heere, nur an Schiffen kommen 
Meine Zen als Flaggen ver. Die Nöner fübrten 
früber Feitzeihen (Sigma): tie des Romulus 
fouen ſehr einfach in einem Bündel Deu, auf eine 


72 


Den Die Zeichen ber Legionen in einem auf einer 
Lanze beſcſtigten Adler (f. Aquila 3); bie.der Ma- 
nipeln aus den verſchiedenſten Zeichen, ebenfalls 
art Stangen befeftigt, fo einige Über einander ge- 
ftellte Scheiben, od. mit jenen abwechſelnde ſchmale 
Querftüde, Tafeln, Kaiſer⸗, Feldherrn⸗ u. aller- 
band Tbierkilder, Schiffoſchnäbel, Mauermert, 
Mauerzinnen 2. Daneben führte man auch Fah⸗ 
nen (Vexila), Blätter von weißem, rothem, pur- 
rurnem Zeug, welche an ciner Onerftange an bie 
vanze befeftigt abwärts bingen. Auch wurden Signa 
n. Vexilla mit einander verbunden; bie 5. in der 
jegigen Form (Flammula), erft fpäter eingeführt, 
batten nur die Reiter, fie war von verichietener 
Karbe, meift purpurretb mit Gold. Die Träger 
der Feldzeichen hießen Signiferi, bie der Fahnen 
Vexillarii (Bandiferi). Tas Senten ber Sen 
u. Abnehmen ter Bilder auf den Feldzeichen 
war ein Zeichen der Unterwürfigkeit. Die By⸗ 
zantiner führten jeit tem 9. Jahrb. größere 
u. Meinere Yen im Heere; die Hauptabtheilungen 
batten große Fen, deren Cbertbeil von gleicher 
Karbe war, mozu fie aber verfchiedene Zeichen u. 
Bilder fügen konnten, die Unterabtheilungen klei⸗ 
ner bon verfchietener Sarbe. Die Germanen 
führten Thierbiider auf ibren Heerzeichen, |. Deutich- 
land (Ant.). Die Longobarden hatten ihre Yen auf 
dem Garrocium (1. d.). Die Fon ter Deutfhen 
im Mittelalter waren, neben den Schildern, 
Kennzeichen für fie, daher ihre Karben verfchieben, 
fo war Dietrichs von Bern %. weiß u. golden, 
Ermrichs F. ſchwarz, gelten u. grün. Im fpäteren 
Mittelalter gehörte Die Yanze mit dem Bähnleln zur 
Auerüftung des Ritters, daffelbe enthielt die Wap⸗ 
zenfarbe u. Das Mappen bes Ritters, u. e8 war ſo⸗ 
wohl tefien Kennzeichen, ald auch der Anhaltepunft 
für die Reifigen im Kriege. Die Fen hatten damals 
ſehr verfchiedene Geftalt, da Die Blätter mebr-, bis 
Szipflig u. viel länger als breit waren. Bei 
den ſlaviſchen Böltern werden ven in 
erwähnt. Wei den Türlen galt bie 5 als Zei⸗ 
chen der SOberberrichaft, als melde fie von pen 
Khalifen den Stattbaltern als Zeichen ihrer Stell» 
xertretung gegeben wurde, eine joldde mar weiß, 
eine ſchwarze dentete auf das Recht der Nach⸗ 
folge. Muhammed führte eine grüue F. Die 
Kriegsfahnen der Türken, alle mit bem Halbmond 
auf dem Yahnenftod geziert, hatten für bie ver- 
fchietenen Heeresabtheilungen verjchiebene Karben, 
a. jeder Neiter hatte an feiner Yanze ein Fähnlein 
ber Farbe der Abtbeilung, zu der er gehörte. Sonft 
ift ihr Hauptfeldzeichen ver Roßſchweif (f. d.). Die 
Fen der Chineſen u. Japaneſen find von ber 
verfchiebenfien Form; das Fabnentuch ift balb 
vieredig, bald Treiedig, bald ausgezadt u. flam⸗ 
menähnlich, Bald abgerunket; es ift entmeber 
mit einer ganzen Seite, od. nur einige Mate mit 
Schlingen an dem Fahnenftod befeftigt, od. hängt 
oriflammähnlih am oberen Theil des Fahnen⸗ 
ftode herab; der Fahnenſtock wird oben mit Dra- 
hentöpfen, Knöpfen, Sternen x. belegt. Die Yar- 
ben ter Fen find bunt, Die der taijerlichen gelb, u. in 
den Fabnentüchern find Inichriiten od. Bilder. In 
Japan trägt ein Fahnenträger die F. mit bem 
Reihswappen in einem auf vem Rüden befefligten 


ahneuſchuh, jo daß er Die Hände dabei frei bat. | 
ie Turkmanen führten Bas Bilb eines Schöpe 


Fahne 
Lanze gefteckt, beſtanden haben; ſeit Marius beſtan- 


ſes in ihren on, m. nach ber Farbe d 
ſchieden fie ſich in Turkmanen vo 
Schöps u. Turkmanen vom Weißen 

Die Fon der europäiſchen Bolker tre 
pen ihrer Fürſten u. die Nationaliarb 
mit Inſchriften verſehen, die ſich auf 
Krieges beziehen, in dem fie gejübrt 
franzöſiſche Kaiſerreich führte feine 
Adler, mie auch jetzt feit 19852 wiedt 
Stets wurde bie %. al® das Heiligtbu 
betrachtet u. ihr eine außerordentl 
von den Eoldaten ermieien. Jr ( 
entbäflten F. ſchwören die Soldaten ! 
tritt in ten Dienft den Eid ter Tre 
u. zugleich, Die %. nie zu verlaffen. T 
neue Fon Truppen durch eine ſolenn 
welche Durch den Feltpretiger in Geg 
radirenden Truppe, gejchiebt, überge 
fizier jchlägt einen Nagel, womit ba: 

abnenftange befeftigt ift, ein, eine T 
ſämmtlichen Eergeanten, Unteroffizie 
u. Gemeinen thut ein Gleiches. Die 
ſtets mit großer Ehrerbietung kebant 
Compagnie nach dem Gefecht, Mtaric 
in das Quartier tes Bataillons⸗ oi 
commandeurs od. höberen Offiziers 
bei die Compagnie aufmarſchirt u. 
Hineinbringens präfentirt u. Marjd 
gener Fabnenmarſch, Sabnentrupp) 1: 
Ein eigener Poften (Babnenwace) E 
Quartier, in dem ſich Die F. befintet, ; 
fi von dem Feinde abnehmen zu 1aj 
ſchimpflich, wer jie im Gefecht verl 
bei den Römern das Leben. In neu 
bei den Preußen 1513—15) ift es f 
geworben, Die Fen nicht mit in die S 
men, jonbern ie vor Beginnen berie 
ihiden. Leichte Truppen erhalten n 
Dir Ausbildung ter Kriegslunft ı 
bes geregelten Erercireng hat die 5. 
teit befoinmen. Sonſt hatte gemöbn 
taillen 2 Dergleihen. Sie bildeten ı 
bie Mitten. find in ein eigenes Babne 
nenzug) gebracht. Dieſes beftand fc 
Fabnenjunkern u. 4 Fähnrichen, Die it 
gingen, u. beftebt jet, wo jeden Rat: 
%. bat, aus Dem Fahnenträger, welche: 
ledernen, an einem Kuppelgehent b 
nenſchub trägt, 2 ihm zur Seite gehen 
zterem, 3 Unteroffizieren hinter dieſe 
Armeen auch noch aus einem vormar 
fijier. Die F. gibt beim Avancire 
des Bataillons bemfelben die Direct 
berfte Glied bes Fahnenzugs ift ı 
Schritte ver ber Fronte, u. Das bin 
Fabnenzugs frebt immer darnach, 
dem erften zu bleiben; Fühlung ıı. 
Bauillons ift ſtets nach der F. Wie 
Ban, fu bat die Gavallerie Standa! 
elbe bedeuten, bie jedoch Meiner find 
faunı 1 6i8 2 Fuß im Quadrat balte 
blatt haben. Wegen ber Kleinheit ift 
geftidt u. mit goldenen or. ſildernen &: 
billen befegt; vgl. Yabarıım, Oriſlam 
Rennfabne. Auch andere Korperation 
gilden, Zünfte, Schulen, Univerfiräten 
die mit pafjenten Emblemen verziert fi 
ten dieſelben jenft durch tünfttiches < 


Fahne ded Propheten bie Fähnrich 


ger zu einem eigenen Babneufptel. 
athetikchen Kirche find F-n nebſt Kreu⸗ 
Menen gewẽhnlich. In Siegeln bes 
Rdie F. oft Zeichen ber Yandeshobeit, 
t fürittigen Herrſchaft ©) (Derald.), 
b, def. als Helmfchmud, u. ale Pracht⸗ 
rithaltern geiragen, cd. binter ben 
Li Dei für tie Sn bald mit ten 
m or. mit Onadenzeichen bezeichnet. 
Begen mit Dem Borbertbeil meiſt nach 
w; ter Rand pflegt eingeiaßt u. bie 
We ibeftanger) u. tie Zell 'ng, muß 
ken. 8) 8. einer Beber, ſo d. m. Wirt 14); 
}, er Schwanz von Thieren, wenn er 
ain; 3) (Mogelf.), fo v. m. Hainen filr 
ven &täd Tuch, welches der Tuchſcherer 
wer eht, um ee zu rauben; 7)(Aucher.), 
aleinmen, ſondern in lange Spalten 
Gmteter, abgezogen, um nech Anterırn- 
sakruzızuldönnen; 8) (Muſ.), Zeichen 


ſercch ua cine andere Stelle mit demſel⸗ 


Ara Vaytakt wirt, um etwas Ausgelaf- 
ß R.uch in Liedern, um bier m. 

er Etrpben anders zu fingen u. zu 
an Ehentwirtben tie mit Kreite 
TA Imertee Trintzeche eines Gaſtes, 
und Dantrige an einem fangen Striche 


edes Jrerheten, fo v. w. Mubammehs- 


Eyarijhe %., Arctia plantaginis), 
wide; |. u. Bärenvogel. 
wid, ein mit Stickereien verſebenes 
| el Zierrath angebrachtes Band, 
ei Oejqent nom hoher Dant. 
eine alte, früher bei ber Breie⸗ 
rent u. in dem fräntiichen Canton 
mimmetriculirte, feit tem 1%. Jahrb. 
Herrafand erhobene u. jet in Baden 
⸗NReiningen begüterte Familie; merf- 
I) Breny Ferdinand Waher, 
in Freiburg im Breisgau u. 
darch fein fühnes, entichloffenee Be⸗ 
von den Franzoſen belagerte Stadt (f. 
& Erbjolgekrieg), wofür ihm von Frei⸗ 
Ude Eprenbürgerrecht u. vom Kaiſer 
leichtadeiſtand mit dem Präbicat von 
wurde. 2) Egid, Enkel des Vorigen, 
Rene, war ſeit 1795 kaiſerlicher Die 
adter in Regensburg u. ftarb 1426; er 
ung feine Schriften über Geſchichte u. 
8) Freiherr Karl Heinrich, Sohn 
‚9b. 1779 zu Freiburg im Breisgau, 
badiicher Oberpofttirector u. jührte 
in Dentichland ein; feit 1535 prica- 
»Baten, mit lnterjuchungen 
Gite m. Ratur tes Echirargmaites 
harb 16:19. Er fchr.: Die Heilquellen 
Baten 1538; Actenflücke über die bar 
nalbebeit, Karler. 1419. 4) Freiberr 
uder des Borigen, geb. 1763 u. feit 
It mit Johanna geb. Gräfin Seilern 


at, 1) das Stüld Zeug an ter Fah⸗ 
u. Sehne; 2) bei Feuerwerkoloͤrpern, 


713 
wie Patronen, Raketen x., das &tüd Bapi rc, 
woraus Me Hülfe gemacht wird. 


—32— d, |... Fahne. 
a nenfeft Feſt im Königreich Neapel, all- 
jährlih am 9. December gefeiert. Hierbei if ber 
abonna ale Belhüherin u. Generaliffima ber 
Armee unter einen: Zelte in ber Mitte des Mars- 
feibes zu Neapel ein Aftar errichter, Lie Garnifon 
ſtellt fi in Parade mit ben Bahnen vor der Front 
vor ben Zelte auf, ber König muftert tie Truppen, 
eine Mefie wird abgebalten u. bei bem Erbeben ber 
Monftranz werten tie Fahnen gefenft, die Trap- 
pen beugen bie Kniee u. tie Kanonen feuern. Das 
5. ift eine jährlich fich wieberhelente Fahnenweihe. 
Fabnenfutter (Zebmenüberung), leterner ob. 
wachtleinener Überzug für Die Fahne während ber 
Aufberrabrung u. auf dem Diariche. 
Fahnengaſſe, in einem Lager tie Betgafle, 
welde in der Mitte eines Regiments durch bie 
ange Tiefe Des Lagers läuft u. an deren einem 
de fämmtliche Fahnen aufgefiellt werben. 
bnnenbafer, eine Art wildwachſender Safer. 
Dnenjunfer, fo v. w. Fäbnrich. 
ahnenlehn, größeret, mit tem Heer⸗ u. Ges 
richtsbann verſehenes Lehn, j. u. Lehn. 
Fahnenorden (Ordre dupavillon), ge 
fliftet 11723 für Ben Dauphin (nachmaligen König 
Ludwig AV.) u. deſſen Geſpielen u. andere Sẽbue 
der Hofcavaliere. Zeichen: ein rothes emaillirtes 
Krenz, in ber Mitte vorn eine Fahne, binten ein 
jogenannte® Angeau tournant; das Band blaıt 
u. weiß gefreift Erloſch beim Regierungeantritt 
Yubiwige XV. 
Fabnenfcmied, ein Schmied, welcher einem 
Zruppentörper auf bem Dlariche od. im Felde bei- 
gegeben ift, um bie nörbigen Schmietearbeiten, ale 
das Vefchlagen ter Pferde u. dgl., vorzuinebuen, 
Mi ahnen chneden, fo v. w. Wahre Fiugel⸗ 
neden. 
Kapıen chuh, ſ. n. Fabne 1). 
ahnenſtock Pfarmenſtoch, ein poramidal 
anfieigender Gebirgategel an ter Grenze des 
Schweizercantoens Glarus u. Schwyz im Roßmatt⸗ 
thal, 7920 Du hoch. 
nenthierchen, To v. m. Achanthes. 
Febnenwaqhe u. Fahnen⸗ 


Fabnern (Groß⸗F.), von Seebachſches Dorf 
im Amte Tonna des Herzogthums Gotha; 2 Rit⸗ 
tergüter, Obſtbau; 600 Ew.; unfern davon Klein⸗ 
F. init Rittergut; 300 Gm. 

Fähnlein, 1) im Mittelalter eine beſtimmte 
Zahl zu einer Fabne gehöriger Soldaten; zur Zeit 
der Landeknechte bildeten 10—16 %. ein Regiment; 
®) tJagewi), fo v. w. Fabne. 

Faͤhnrich, der Träger der Fahne. Der F. war zur 
der deutſchen Landoknechte eine Charge von are⸗ 

r Bedeutung, nur ein bewährt tapferer u. zunerläf- 
figer Mann erhielt fie Ehre die Fabne des Fähnleins 
(j.d.) tragen aubürfen, er ſchritt beiin Sturme voran, 
bielt auf ter Flucht Die Fliehenden auf u. batte vor- 
zugoweiſe Das Amt, ten Triegeriichen Griſt im Fähn⸗ 
jein aufrecht zu erhalten. Als tie Yantöfnechre 
verſchwanden u. an die Stelle ver Fähnlein Gom- 
pagnien traten, erbielt ber jüngfe Offizier einer 
ſolchen ten Namen F. u. Die Beſtimmung eutwe⸗ 
der bie Fahne zu tragen, ob. bieiefbe zu beteden, 
eb. auch die Aufficht über bie Kcanlen der Com⸗ 


74 
pagnie zu führen. Gegenwärtig iſt ber F. od. Fab⸗ 


nenjunter ein Unteroffizier, welcher nach ben Feld— 


webel rangirt u. Offiziersafpirant if. 

Fahr, Benebictinerfrauenabtei im Schweizer⸗ 
canton Aargau an ber Limmat, 2 Stunden von 
Züri; 1130 von dem Freiherrn Luithold von Re- 
gensperg gegränbet u. an das Klofter Einfiebeln 
geſchenkt, doch mit beim Vorbehalt, daß die Kloſter⸗ 
doigtei immer auf den älteften ſeines Hauſes fiel; 
1841 mit mehreren von Aargau aufgehoben; 1843 
wieberbergeftellt. 

Fahrafeld, Herrichaft u. Dorf an der Triefting 
u. unweit der Sübbahn im Unter-Wienerwalbkreife 
(Öfterreich):; bat Meffinghüttenwert, Baumwollen⸗ 
fpinnerei, Spiegelfabri u. 500 Ew. 

tbaßn, fo v. w. Thalmeg. 
rbar (Seew.), ſchiffbar, je nah Umflänben 

für größere od. Heinere Schiffe. 
ä ae Zägerausprud für Füchſin. 
abre (Ir. Bad), ein flach gebaute® Fahrzeug 
(nad Art ber Flöße), um auf Flüſſen von einem 
Ufer auf das andere zu ſetzen. Wird es nur von 
einem Mann regiert u. läuft e8 an Tauen (Bäbr- 
fett), welche von einem Ufer an das andere gefpannt 

nd, fo nennt man e8 Handfähre. Größere 

sn, welche ftatt ber Brüden dienen, wo ein Fluß 
eine lebhafte Verkehroſtraße durchſchneidet, find fo 
lang u. breit, daß fie 2 bis 3 Wagen auf einmal 
aufnehmen lönnen (Bäbrprahme) ; Bi wo bie Aa» 
gen nicht in den inneren Raum, fonbern auf quer 

ber ven Bord gelegte Ballen geichoben werben, 
beißen dabrſchuten. Sole &-n werden durch Ru⸗ 
der od. Segel bei der Fortbewegung unterflügt. 
Neuerdings benugt man auch die Kräfte bes 
Dampfs entweber auf ber 5. ſelbſt ob. am Ufer, 
um die $. Dampsne bewegen. Eine F., 
welche ſich an einer in der Dlitte des Fluſſes ver⸗ 
anterten u. über eine Reihe von A—6 Kähnen fort- 
laufenden u. daran befeftigter Kette bewegt %. blos 
dadurch, Taf der Strom gegen das demgemäß ge- 
ſtellte Steuerruber drängt, von einem Ufer zum 
anberen in einem Kreisbogen getrieben wirb, nennt 
man Fliegende Brüde Meiſt führt zu ber F. 
ein eigener Damm (Sabrdamm) von Reißholz, 
Steinen, Kies, Ballen, um durch benfelben bei ho- 
hem Waſſerſtande in biefelbe ein- u. ausfleigen ob. 
fahren zu lönnen. Für die Überfahrt wırb ein 
durch Geſetze beftimmtes Bährgeid bezahlt. Oft ift 
das Recht, eine ſolche F. zu errichten, mittelſt einer 
eigenen Währgerechtigkeit verlichen. Diele Gerech⸗ 
tigleit hindert jedoch Andere nicht, einen Kahn zum 
eigenen Gebrauch zu unterhalten. 

Bahren, 1) die Fortbewegung mit Hülfe eines 
— (auf dem Lande) ob. eines Yahrzeuges 
auf dem Wafler); 2) das Lenken von Zugthieren 
von dem Wagen aus. Dies geichieht Durch Erenfen, 
die mittelft der Zügel bewegt werben. Vorſchule 
aller gut eingefahrenen Pferde muß das Zureiten 
fein. Junge, zugerittene Pferde jpannt man zuerſt 
zu zweien ein, erſt wenn biefe volllommen ein- 

fahren find, Tann man mit ihnen zu vieren u. 
echien fahren. Beim % mit 4 Pferden fitt ber 
Kutſcher —— auf dem Sattelpferd des dem 
Wagen nähften Paares, beim F. mit ſechs bat 
das vorbeifte Baar gewöhnlich noch einen Leufer. 
Der Kutiher muß die Zügel mit Einer Hand 
balten, obgleich er bie andere beugen lann, u. 
die Zügel jo legen, daß jebe Bewegung mit ben 


geſtraft, am fhärfften aber alle V 
| gehen erügt werben. In ber Älteften ; 


Fabr bis Fahren 


Bingen, bef. mit tem Zeigefinger, 

reufe, eine Einwirkung auf das Ma 
bes bat. Er bedarf dies, un bie ° 
Augenblid anhalten (pariren laflen) 
um eine gute Kare zu nehmen, b. b 
biegen um eine Ede, beim Einfahr 
Thorweg u. dgl. einen richtigen Bogen 
ben, fo wie beim Ausmeichen u. Ausfal 
Kutſcher darf die Pferde beim F. nie ı 
gen laſſen u. muß bef. bie Obren ber 
obachten u. den Zügel fo halten, daß 
mwegung ber Pferde ın der Hand fühlt, 
fige durch Zunge geben, Nachgeben be 
endlich durch Die Peitſche antreiben, bie 
aber im Zügel anhalten u. ihnen wiebe: 
wenn fw gehorchen. Unarten, wie Prell 
Stolpern aus Nachläffigleit, müſſen mi 
erjuche 


gewöhnlicher, als das Reiten, ſelbſt im 
durch war das Geſchäft des Wageulenker 
es. Einen beſonderen Schwung belam 
Fahren durch Die Wettfahrten in dem ix 
u. Sonftantinopel (f. u. Wettrenuen). 
alter galt das F. wenig, da das Reite! 
gefhätt wurbe, obgleih das Reicht 
einem eigenen Wagen gefahren wur 
wurde das F. wieder feit tem 15. Ich 
Kutſchen erfunnden wurden. Man üben 
ſchäft des F⸗s beionderen Kutichern. 9 
land batte ſich bei dem Pferde erzieht 
abel bie Sitte erhalten, ſeibſt zu fahren, 
aus verbreitete fich feit der Franzöſiſchen 
u. noch mehr feit dem allgemeinen Friel 
Sitte wieber, felbft zu fahren, u. man 
— — — — Übung Ir ri 
einen zu leiten. Vorz 
ler find * Ruſſen, doch hier — 
men, als die Kutſcher, welche 3— 4 
hinter, ſondern neben einander fpannen. 
den Ienten bie nie einſpãnn 
ſogar Kinder. Die ſchlechteſten Kutſch 
bie Franzoſen u. Italiener. 8) (Bergw. 
bewegen ber Bergleute in ben ®ruben, 
Steigen od. Gehen, Klettern od. Krü 
Sinjahren od. Anfahren, fih ine 
begeben; Ausfahren, baflelbe verlafl 
an Etreden ift gewöhnlich feine beſond 
tung nöthig; auf Stollen u. Streden, 
Waſſerſeige haben, bat man eine % 
Bretern (Zebrung, Yaufbreter). Zu 
ber Schächte find befondere Einrichrung 
lih; gewöhnlich dienen hierzu Leiter 
einfache ob, doppelte, ſogenanute Sahrtı 
j. u. Fahrt 8); feltener find Treppen 
fein gehauen od. mit Ballen gegimmert 
lun, wo eine bölgerne Treppe in ein 
‚200 Fuß gebt; in Wieliczka befinber fü 
beitreppe von 470 Stufen. i ber 
Fahrt auf dem Knebel fit ber Be 
einem runden Stild Holz, welches an e 
Seil od. einer eilernen Kette befeftigt 
wegung geht von einem Göpel od. einer 
Eine ähnliche Vorrichtung iſt in den un 
böhmiſchen Bergwerken, wo an den Se 
Ledergurte (Knmechte) angebracht find, 
ale Sitz, der andere ale Lehne dient; zu 
gen mehrere ſolcher Knechte Über einanı 


76 Fahrerbzins bie 


G: bereicherte bie Phyſil durch Mebreres. Nach 
ibm ift Der Jahrenbettſche Thermometer benannt (ſ. u. 
Thermometer), bei deſſen Scala ber Gefrierpuntt 
nit 32% anfängt u. der Giebepunft bei 212° ſteht. 

Wabrerbzins, Zine, welcher zur Strafe für ben 
verſäumten Zinszablungstermin entrichtet wurde. 

Wahrgeld, 1) Transportloften bei Perfonen- 
beförderung zu Wafler od. Land; 2) (Bergb.), Geld 
als vierteljäbrliche Accidenz für Bergbeamte, we⸗ 
gen bet Befabrens der Grube; fo v. w. Brüden- 
zoll; 3) jo v. w. Fahrerbzins. 

Fährig (Iagtm.), fo v. w. Fübrig. 

Fährige Babe, fo v. mw. Bewegliches Ber- 
mögen. 

Faͤhriger Wald, junges Holz, welches fo boch 
herangewachſen ifl, Daß das Wild die oberen Spitzen 
deſſelben nicht mehr abbeigen fann. 


Fahrkappe, fo ». w. Berghaube, f. u. Berg- 
YHeibung. 


Fahrländer, Gebaftian, geb. 1768 zu Gtten- 
heim in Baden, flubirte Mebicin in freiburg, 
Würzburg u. Wien u. wurde 1792 zum Stabt- 
phyſikus nach Waldshut u. zugleich als Arzt bes 
Waldvoigteiamtes von Hauenflein ernannt; 1801 
fiebelte er wegen politiſcher Verbältniile nach Bern 
über, wo er ale praftifher Arzt lebte u. als Diplo» 
mat fih große VBerbienfte um tie Schweiz erwarb. 
Sr lebte tann einige Zeit zurüdgezogen in Aarau 
u. 1820—1828 in Bafel; 1830 wurde er in ben 
Sroßen Rath gewählt u. ftarb 19. Febr. 1841. 


Fahrlaͤſſigkeit, die Unterlaffung ter pflichte 
mäßigen Belonnenbeit u. Sorgialt; über bie recht- 
lichen oigen berfelßen f. u. Culpa. 

Fahrleder, ſo v. w. Bergleber, 1. u. Bergkleidung. 

Faͤbrlichkeitsſtrom (Mounmeh), Fluß, welcher 
ander Küſte von Guinea (Weftafrifa) in die Corisko⸗ 
Bai mündet; iſt ſelbſt für große Schiffe fabrbar. 

Fahrloch, kei ber Dampfmaſchine die Offnung 
Des Keſſels, welche dem Maſchinenputzer Zugang 
zum Innern deſſelben gewäbrt. 

Fahrmaus, 1) fo v. w. Maufmurfsgrilfe; 2) fo 
9%. w. Erdmaus. 

brmutter, bas weibliche Schwein. 

Brnagel, jo v. w. Deihielnagel, |. u. Teichfel. 

brniß, fo v. w. Fahrende Habe. 

brpfennig, fo v. w. Fabrerbzins. 

rriemen, Riemen, mit ben fich fie Berg- 

Tente an das Geil fchnallen, wenn fie ſich auf dem 
Knebel in die Gruben berablafien, in melden feine 
Fabrten find. 

Fabrſchacht (Bergw.), ber Schacht zum Ein- 
ob. Anfabren. 

Fabrſchein, ein von einem Bergkeamten aus- 
geftellter Erlaubnißſchein, daß ein Fremder eine 
Grube befahren tarf. 

Fäbrftegel, fo v. w. Fährdamm. 

Fabrſtubl, 1) bölgerne Bant, auf welcher ſitzend 
ber Echieferteder Thurmfpinen deckt cd. ausbeſ⸗ 
fert; fie befteht au® einem 4 Fuß langen, mit einer 
Lehre umgebogenen Brete u. ıft an einem Eeile mit 
——ã— beſeſtigt, mittelſt welchem ſich der Schie⸗ 

rdecder, od. auch der Manrer beim Abputzen von 
@ekäuten, ſeibſt in die Gebe zieben n. berablaſſen 
(fabren) kanıı: 2) Stubl, auf welchem Perſonen, de⸗ 
nen das Treppenfteigen beſchwerlich iſt, aus einem 
Sıedwerle in das andere gezogen werben; 3) 


Fahrtenabbrücke 
barauf Sitzende leicht nach allen Seiten | 
wegen lanıı. j 
rt, 1) (Seem.), die Geſchwindigke 
Lauf eines Schiffes, fezelt es ſchnell, fo ſag 
hat frifche, volle miele; glatte 
e8 bei friiher Brije u. ebener See fchnell ! 
fommt; harte F., wenn es am Winte IA 
gen bewegte See kämpft; 2) (Landw.), ba 
des Aders; 8) (Jagdw.), jo v. m. Röhre: 
von einem angefchoffenen Thiere verl 
5) jo v. w. Fahrte; 6) Röhre zu einer 
tung; 7) (Dactich.), das Teufenmaß non, 
acer eufe; 8) (Bäbrte, Bergw.), bie 
tungen, auf denen man in die Grube 
ben Leitern; fie werben aus getren 
(Babrtfchenteln) nerfertigt, zwiſchen welche 
jen in 12 Zoll Entfernung durch anti 
Löcher in den Schenteln befeftigt werben, | 
teren Ausmechjeln werben dieſelben midi 
ten befeftigt, mit Ausnahme ber o 
ftien. Die ange einer F. ift 12 Ellen, b*: 
ben 6 Ellen. In engen Schachten gehe 
in gerader Linie fort, indem eine ander 
nen Daten in Geftalt eines S (Sarti⸗ 
hängt iſt; in weiten Schachten wedieiif 
auf den Ruhebühnen ab u. find dam a 
dabrthaſpen an ben vabrtfröſchchen, k 2 
Holz, auf 2 in gleicher horizontalen iuge= 
Einftriben von 6 zn 6 Ellen Länge kl 
Erleichterung bes Aus- u. Einfteigen® 
ten Feen eiferne Griffe (Bahrtffammern, U 
Gebrtfemmer) angebradit. 
Faͤhrte, 1) ver Eindrud, melden bie € 
Klauen der verihiebenen Thierarten im S 
Erbe, dem Gras ac. binterlaffen. Beſ. IRI 
Rüd- (Mieter-)fährte (menn fie 
Ort gemejen find u. zu ihrem urſp 
enthalt zurückkehren) ter Jagdthiere dem 
wichtig u. unter diefen bef. bie Hirſchfil 
d.); bei Raubtbieren beißen fie Spur 
Bährtegerecht, jo v. w. erfahren in ter Bewl 
einer Fährte, aus melcher ber fährtegemeihl 
beim Hochwild Alter, Gefchiecht u. Grüße y 
des erfennt. Aäbrtelaut, Fehler ber 
indem fie früber bellen, als fie ben 
2) (Bergm.), ſo v. m. Fabrt 6). 
Wahrtenabdrüde (Perref.), Abbrüde u 
tapfen vorweltlicher Thiere, finden fi na 
im bunten Sandſtein u. Keuper, wo fir ia 
Ih von Bügeln, Schildkröten n. Sauriert, 
ren. Die F. ter Eaurier, bie zuerft iq 
Santftein von Dumfries in Schottland m 
dann an verjchiebenen Orten aufgefunden! 
zeigen ſich als Reliefs auf ter unteren © 
Santjteinplatten u. haben ganz das Anſch 
Kant. Eie find fo entftanten, taß tas T 
eine weiche Tbonſchicht getreten iſt u. bie 
denen Eintrüde durch ſpäter fidh Daranf ab 
Sandſteinmafſe ausgefüllt wurden. Die 
Gattung Chiroſaurus (j. d.) laſſen noch den 
merkwilrdigen Gang tiefer vierfüßigen % 








fennen u. zeigen, daß bie-binteren Hunte u 


: Ker waren, ald Die vorderen. Die 3. vi 


aeln, Lie ekenialls im bunten Sandſtein aı 
nennt mar Ornitbichniten «Ornithichnite 
u. fie ſcheinen mieift con Sumpfvögeln her 

Die von Sch im Kalkitein u. bunten S 


Stuhl mir Rollen an ten Füßen, fo daß ji ber | von Amerika beebachteten Fußtapfen, bie 


Fährtenacker 


rien bielt, find, menu ſich dieſe | 


igen jollte, jeteuialls nicht vorweli⸗ 


u, fo vieliach ntan au im dieſer 
m Beweis für das höhere Alter dev : 


chte bat finden wollen. Denn eben 
zenn fie tbonbaltig find u. mit Waſ⸗ 
g ın Berührung maren, können fo 
a, daß fie leicht Sıntriide auizuneh- 
s baber man keineswegs genöthigt 
ı Gruute die GSyiftenz vormweltlicher 
mebmen. 

ker, I. u. Ader 1). 

Schiffew.), 1. u. Flagge. 

‚ Zrenie am Zaume eines Pferde» 
har keinen Zügel. 
er Eeew.) Toiffbares Waſſer obne 
‚oimt Bänke, Klippen 2c.; bei Flüſſen 
De Vine des fchiffbaren Stromes. 
witem.;, 1) ter allgemeine Name 


welde zum Mafiertransport Lies | 


Rs zum größten Treideder, ge 
aber zur som Der lleiueren Gattung ges 
Dier.e. Hängendes Gerüſt. 

* eines Örubengebäubdes an 
m tie Erlaubniß ihre Verg 
ie Orube ein- u. ausfabren zu 


‚Ostueh, ach. 1701 in Nadis bei Wit⸗ 
Bert jet 1192 in Witteuberg Tbeclogie 
pe, zarte Sanslebrer in Ungarn u. 
neter m Gẽſlnitz; 1792 lebrie er in 
ab jerüd, ließ ſich erſt an ber Uni⸗ 
Ag meter, famı dann 170% ale Yebrer 


— in Halle, mar 1801 — Inu | 
3, wurde ın lezterem Jahre an 


We in Zerbſt beruien ı. fi. 1831 in 
Fr äbertegte Platens Republik, Ypz 
: Yintare Homnen, Perig 1304 ff., 
belies, Yp;. 1804 ff., 2 Bre.; Aſchy⸗ 
b. 199 ıc. u. [hr.: Obnervationes 
‚eschylum et Euripidem, Annab. 
rvationes criticac in Plutarchi 
ia. 1319; Lexicon graecum in 
291,2 8te. 

fr, ipr. Fäblahich,, 1) Schwächung; 
ıipr. Fäbleß, Schwaͤche, Obnmacht; 
Shen, 2) veichiprägung ber Deünze. 
mmalr.), io v. mw. fehte. 

wi, geb. 1511 in Trieft, mar General. 
Brüfieler Appelbof, 1544 u. jeit 
Natienebof, trat 31. Octbr 1552 ale 


in Bas Cabinet de Broudere, nach | 


t7. Mai 1853 er feine fiühere Stel- 


die Gr fohr.: Coup d’ocil histo- 


institutions provinciales et com- 
Beigique, 1834; Etudıs sur les 
nationales, 1512. 

fel, fo v. w. Fayö. 

due-ban), Etatt in der Annam⸗ 
achina (Aften) unmeit ter Mündung 
as Cbinefiſche Dieer. 

‚Br. Falj'). Umſchlagtuch von ſchwar⸗ 
sg cd. SEerſche, Das in Belgien, bej. 
ea ten Vürgerfrauen beim Kirchen» 
“m Markt üher deu Kopf bis auf bie 
m wrird. 

t. räl, Jean Charles de la F., geb. 
Kerpen, trat im feinem 16. Jahre im 





bie Kairfar 77 


den Jeiuitenorten ein u. wurde wegen feiner be« 
deutenden Keuntuiſſe in ber Matbemacıl ld Vebrer 
nach Döte, danı nach Löwen u. endlich nach Madrid 
berufen, wo er den Infanten Juan P’Auftria unter» 
richtete, den er auch auf jeinen Reifen nach Italien 
begleitete; er fl. 1652 in Barcelona u. fcyr : The- 
ses mechanicae, Döle 1625; Theorema de 
centro gravitstis pertium circuli et ellipsis, 
Antw. 1632. 

Fain (fpr. Fäng), Agathon Jean Frekeric, 
Barsır von F. geb. 1778 in Baris, wurbe 1796 an 


dem Directoriun Chef des Correiponvenzbureaur, 


unter dem Gonjulat Divifionachei der Archive, bald 
darauf im Staatsjecretartat angeftellt, ı. ale Na⸗ 
poleon 1504 Railer wurbe, Portefeuille - Secretär. 
Später begleitete er ale geb. Secretär Napoleon 
bis gu deſſen Abdankung in allen Feldzügen. Der 
Kaiier ernannte ihn zum Maitre des requdtes u. 
zum Baron u. gab ihm wei Domainen, bie er aber 
1514 wieder verlor. 1515 übernahm er alle feine 
Kunctionen wieder, wurde vom proviſoriſchen Gou- 
vernement zum Staatsfecretär ernannt, fam aber 
nah ter zweiten Rüdtebr ter Bourbons außer 
Tienft. Nach ter Julirenolution wurde er Generale. 
intendant der Civilliſte u. fl. 1836 in Barie. Gr 
fchr.: Manuserit de lan IIL. (1794 u. 1795), Bar. 
18285; Manuncrit de 1814, ebt. 1323, 3. Ausg. 
1925 (deutich Werl. 1523); de 1613, ebd. 1324— 25, 
2 Bte. (deutſch Stuttq. 1825, 2 Bde.); de 1912, 
ebd. 1627, 2 Bre. (deutſch Ppy. 1527, 2 Bde.). 

Faindant (fr., fpr. Bäneang), Faullenzer; ta» 
ber Aninlantiren, faullenzen; Satneantife (ſpr. Fä⸗ 
neangtie), Faullenzerei. 

Fair (9. Head, ſpr. Führ⸗Hedb), Vorgebirg an 
ber Nordeſiküſte ter Grafſchaft Autrim in der iri- 
ſchen Provinz llifter; 1535 Fuß body. 

Faira (Kara), Infel, nordöſtlich von Schott⸗ 
land, zwiſchen ten Orkney⸗ u. den Shetlande⸗ 
Iniein, Vogelfang, Fiſcherei, Vichzucht; 250 Gm, 
Dier litt 1585 Der Herzog von Mebina-Sivonia, 
Armiral der jpaniihen Armada, Schifibruch. 

Fairbank (pr. Fährbanſ), Städtiſcher Bezirk 
(Township) in ter Grafſchaft Sullivan im Staate 
Indiana (Rordamerila); 1000 Em. 

Bairburn (ipr. Fährbörn), Poſtort in ber @raf- 
ſchaft Fayette im Staate Georgia (Nordamerila), 
an der Atlanta Ya Grange⸗Eiſenbabn. 

Fairfar ifpr. Färfäle), 1) Graffchaft im Staate 
Virginia (Norkamerila), 20 OM., an ten Ztaut 
Maryland u. den Diftrict Columbia grenzend; 
Flüſſe: Potomak⸗River, Occoquan-River, Voten 


hügelig, theilweis ſandig, theilweis fruchtbar: Pro⸗ 


ducte: Mais, Weizen, Rindvieh; Diount:Bernon, 
die Reſidenz Waſbhingtons, liegt in dieſer Graf⸗ 
ſchaft; diceſelbe wird von ber Alexandria⸗Eiſen- 
bahn durchſchnitten; organiſirt 1742 u. nach Lord 
Reirfar, einem reichen Aruntbefiger in Virginien. 
genannt; IN50: 10,692 Ew., merunter 3250 las 
ven; Hauptort: Aatrfas-Gourt-Boufe, >U0 Ew.; 
2) (Lulpepper-Court-Kouje), Hauptort ber 
Grafſchaft Culpepper im Starte Virginia, an der 
Crange⸗Alerandria⸗Eiſenbahn, 4 Kirchen, 2 Zei» 
tungen: 1759 angelegt; 1000 Ew. 

airfar (pr. Kärfite), Thomas Lord F., geb. 
1611 iu Denton, ſtudirte in Cambridge u. diente 
dann ale Freiwiliger in Holland. Wei feiner Rüd- 
kehr nach Englaud wurde er, ale Eeguer Kurio 1, 


78° 


neral, u. unter ibm commandirte Cromwell ale Ge⸗ 
nerallieutenant. F. ſchlug den König am 4. Aug, 
eroberte ganz England u. nahm Oyford. Ale Kari I. 
efangen wurde, bebanbelte ihn F. mit Achtung u. 
tte ihn gern gerettet. An ber Aufidiung bes Yar- 
fament® dur Cromwell nahm er wider Willen 
Theil u. zog in Fondon ein. Den entführten König 
holte er bei Canibridge mieber ein. 1650 follte er 
ein Commando gegen Schottland, welches fich für 
Karl II. erflärte, übernebmen, fchlug dies aber aus. 
Nah Cromwells Tode ergriff er für Karl II. bie 
Waffen u. nahm York. Er befand fi) 1660 unter 
ven Deputirten, welche Karl II. aufiorberten, bie 
Krone zu übernehmen, lebte darauf auf feinen Gü⸗ 
tern u. ft. 1671. Er ſchr. auch Mebreres, u. a. 
Dentmwürbigleiten feines Lebens. 
Fairfield (ipr. Fährfihld), 1) Herenhutercolonie 
in der englifchen Graffchaft Lancafbire; 700 Ew.; 
2) Grafſchaft im Staate Connecticut (Nordamerika), 
31 DOM., mit einigen guten Häfen; Boten im All⸗ 
gemeinen fruchtbar; Broducte: Mais, Hafer, Kar- 
toffeln; Viehzucht; Gewerbthätigkeit in Baummolle, 
Wolle u. Eifen; Dampfichifffahrt auf dem Houfa- 
tenic; die Eifenbahnen von New-Mork nad New⸗ 
Haven u. von Bridgeport nach Albany durchichnei- 
den die Grafichaft; 1850: 59,775 Ew.; Hauptort: 
Danbury u. Fairfield; 8) zweite Hauptftabt darin 
mit Einfuhrhafen, am Long-Island-Sound u. der 
Eifenbabn von Nem-Pork nah New» Haven; ver 
Hafen (Blad-Rod-Harbour) enthältdie Infel 
Wairweathere Island mit 45 F. hohem Leuchtihurm u. 
ift nächft dem von New⸗London ber befte bes Staates ; 
3700 Ew.; 4) Diftrictim Staate Sild⸗Carolina, 32 
AM. ; Flüffe: Materee-River, Broab- River, Pittle- 
River, Wateree-Ereel; Boden bügelig u. fruchtbar; 
Producte: Baummolle, Mais, Weizen, Dafer, Ba⸗ 
taten, Gewerktbätigkeit in Leder; Die Charlotten- 
Sild⸗Carolina⸗Eiſenbahn durchſchneidet ben Diftrict; 
1850: 21,104 Ew., mworunter 14,216 Eflaven; 
Hauptſtadt: Winnsborough; 5) Graffchaft im 
Staate Obio, 23 OM., vom Hodhoding-River u. 
den Little⸗Wallnut⸗ u. Rufh- Creels durchfloſſen; 
Boden im S. bügelig, überall fehr fruchtbar n. 
trefflih angebaut; Probucte: Mais, Weizen, Hafer; 
ſtarke Rindviehzucht; der Ohio⸗Kanal, ber Hocking⸗ 
Kanal u. die Zanesville⸗Cincinnati⸗-Eiſenbahn 
durchſchneiden die Grafſchaft; 1850: 30,264 Ew.; 
Hauptſtadt: Lancaſter; 6) Städtiſcher Bezirk mit 
Poſtamt (Post-township) in der Grafſchaft So⸗ 
merſet des Staates Maine, am Kennebeck⸗River; 
2500 Ew.; 7) Städtiſcher Bezirk mit Poſtamt in 
der Grafſchaft Franklin bee Staates Vermont; 
2600 Em.; 8) Städtiſcher Bezirk mit Poſtamt in 
der Grafſchaft Herlimer des Staates New⸗NYork; 
1700 Ew.; 9) Städtiſcher Bezirk in der Grafſchaft 
Lycoming bes Staates Bennfylvanien, am Susque- 
banna- River; 1400 Em.; 10) Stäbtifcher Bezirk 
im der Graſſchaft Weftmoreland im Staute Benn- 
folvanien, am Conemaugh-River; 2600 Ew.; 
11) Stäbtifher Bezirk in ter Graffchaft Yutler des 
Staates Obio; 25UU Em.; 12) Stärtifher Bezirk 
in ber Grafihaft Columbiana des Staates C bio; 
2400 Em.; 13) Poſtort in ter Tomnfhip> Bath in 
der Orafihait Greene bes Staates hie, an der 
Dayton - Springfield - Eifenkabn, 4 Kirchen; 1000 
Em.; 14) Stäptiicher Bezirk in der Brafjchaft High⸗ 
ſand im Staate Obio; 320U Em. ; 15) Städtiſcher 


Bairfielb bis Fairweatberd Island 
General ber Reiterei u. 1645 commanbirenber Ge⸗ 


Bezirk in der Grafihaft Huron bes Staates 
1600 Ew.; 16) Stäbtifcher Bezirk in der ra 
Tuscaramas im Staate Ohio, 1000 Ew. 
Städtiſcher Bezirf mit Poftanıt in der Gra 
Lenamee im Staate Michigan ; 1400 Em. ; 18) 
tiſcher Bezirk mit Poftamt in der Grafihait gr 
im Staate Indiana; 1000 Em.; 19) Et 
Bezirt in ber Grafldaft Tippecanoe im € 
Indiana; 1400 Em.; 20) Hauptort ber Gra 
Wayne im Staate Illinois; 1000 Ew.; Bi) £ 
ort der Graffchaft Teflerion im Staate Jowe 
Big⸗Cedar⸗Creek, College, Ciſenbahn na & 
1500 Ew.; 22) Städtiſcher Bezirk in der Era 
Dodge im Staate Wisconfin; 1200 Em. 

Fairford (ipr. Fährforb), Statt am Gi 
ber engliſchen Grafichaft Gloucefter; 1600 & 

Fairhaven (ipr. Fährhewwn) 1) Stat 
Bezirk mit Boftamt (Post-township) in ber 
ſchaft Rutland im Staate Bermont (Norbam 
1000 Ew.; 2) Stäbtifher Bezirt mit Poſte 
der Grafichaft Briftol im Staate Maflachufeti 
Atlantifchen Ocean, Bant, Wallfiſchfang; 45 
3) Boftert in der Grafſchaft New⸗Haven im 1 
Connecticut, am Duinnepiac-River u. ber 
Haven « Nem » Yonbon » Eifenbahn, 6 Kirchen; 
Em.; 4) Hafen mit ruffiihem Boften auf ber 
weftfüfte Der Injel E pitsbergen (nörpliches@ite 

iries, fchottifche Elfen (f. d.). 
irland (ipr. Fährländ), „orgebirg u 
Luce» Bai in der ſüdſchottiſchen Grafſchaft I 

Fairlee (pr. Färlib), Städtiicher Bezir 
Poſtamt (Post-township) in ber Grafſchaft C 
im Staate Bermont (Ntorbamerifa), an Ber 
necticut» Bafumpfic - Rivers - Eifenbabn; 70 

Bairley: Noad (ipr. Fährlih⸗Rohd), ME 
(Theil des Elut-Buicns Des Iriſchen Meeret 
ſchen ver Anfel Grent-Cunmbrav n. ber Grau 
Air (fürlihe Weſtküſte ven Schottlanp). 

Fairmont ifpr. Fährmont), Hauptert ber 
ihaft Dearien im Ztaate Virginia (Nordam 
am Monongahela-River u. der Baltimore 
Gifenbahn, Bank, Dampiſchifffahrt; 1200 & 

Fairmount (ipr. Fährmaunt), Städtiſche 
zirk mit Poſtamt (Post-township) in der 
ſchaft Luzerne im Staate Pennfylvanien (! 
amerila); 1100 Em. 

airport (ſpr. Fährport), 1) (Horfeben 
Poftort in der Tomnfbip - Elmira in ber Gra 
Cbemung des Staates New⸗-York (Nordam 
am Chemung- Kanal u. ber Chemung » Imei, 
der New-Nert« Erie - Eifenbahbn, 3 Kirchen, 
reihe MWaarenlager; 1200 Em.; 2) Poftort | 
Grafichaft Kate des Staates Obio, an ber | 
tung Des Grand» River in den Erie- See; 
Hafen mit Yeuchtthurm; 600 Em. 

Fairview (ſpr. Fährwinb), 1) Stäbtifcher! 
mit Poſtamt (Post-township) in der Gra 
Erie im Staate Pennſylvanien (Norbamerifa 
Der Erie⸗Cleveland⸗Eiſenbahn; 1900 Em. ; 2) 
tiſcher Bezirk Der Grafichaft yert im State‘ 
ſylvanien, am Susquebannaftiver; 2300 Ent 

Fairweather (ipr. Fäbrweddber), 1) (9 
tiempo), Rorgebirg an ber. Oftliiite (Atlar 
Ocean) von Ratagonien (Südamerika); 2) (2 
temps), Vorgebirg an ber Weftfüfte Des 
ſchen Nordanierika. 

Fairweatbers Island (ſpr. Fährwe! 
Eiläud), Inſel, ſ. n. Fairfield 3). 


Fais bis 


ti6, for. Gübe), Sufel, zum Medhipel | 
ı Balmouth (Kanal la Mance). 


In, ih 3 ———— 
— —4 gen thu ih; 


her. Kafshr), ı) Unternehmer, tel. 
5 mit dem Nebenbegriff der 
Para, et dem F. nur a 
her ardfäbrung eine® Unternehmens 
Kae ven den Anfangs fünflich ge- 
Sewinn zu ziehen ſucht; 2) Pläne» 


85 dindastrie; 2) Jemand, 
ur Sade aneführt, während ein 


dap hergibt. 
Samen. Gert Friebr., geb. 1523 in 
n, 140 — 44 im Zbestogifchen Stiſt 
Em Lerli, Yeipzig, Dresten n. 
; im Dr ih kei. ber firhlichen DRufit, 
u Kr gar Dirigent des neu amt. 
* a fifche Kirchenmuſik, ſowie 
* “ls men gesrünteten Schule 
fer „. !ırfee für Wierereinfübrung 
v Üerat.ze tungen in Rürttemberg. 
MR e2:- 213 :Shoralmelebien ter 
——A— zen 15. u. 27. Jahrh. in 
Über ferer , Sturg, i050 
Pr.=2 Ten. eiflenberger. 
Ad, That, Tharlache, Beichäft. 
sen, et cm 19 Beichäft betreiben. F. 
fs aſten 2 gti), vollentete Ibarfache, 
wedt SET Wern läßt. 
efedet m Diſtrict Bovino ber 
‚Kreta Sapitanata; 1450 Gm. 
kienie · — beim ted Don Betro $., 
yeem Rt ttgreihe Murcia, lebte unter 
„il. ser Tafnlien n. empörte fich 
„, mare er tür feinen Better inne 
gran. Tinter u. andere Pläge ein 
mubinmetaniihen Filrſien Ma⸗ 
Lamas ven Granada in Verbindung, 
ze te: Auiſiand raiche Kerrichritte 
ap gehe ledere x. au Seiner Pflicht zu⸗ 
1422 Ge RNusammedaner unter ihrem 
ape: bat ir Nureia einfielen, brachte er 
17. Pie bie srche Niederlage unweit 
Ben Reucri enpörte ſich F. 1457 mit 
em vers, Sing, Albama u. a.; wieder 
tntamMetszern verkündet, plünderte er 
rettila u. andere Orte; darauf ſchickie 
Gten Zeneichal Ton Petre X. u. 
pertsärtere, Cerregidor von Vurcia, 
dic erftürmten Albaceta u. Cieja; F. 
serbeit turq mubammedeniiche Siliſe 
tm Rurcia ein u. verheerte das Land, 
wand.&cr. 1457 geſchlagen: daranf 
Me u. fınter genemmen, x. telbit capi⸗ 
Yerca 2 rurte nach Ziquena gebracht, 
ter Xänig Bergeibung angebeiben ließ. 
„Eiabt, for. m. Kayoum. 
I) Eühente u. Bertelmände in Arabien 
 Kele durch Weltentiagung u. tur 
at Sinnlichkeit ertötten, un der He- 
Gen m. religiẽſe Gegenſtände nach 
Keil um Aimefen iur ihren Unter⸗ 
m:2)ien m. D. rwiich. 
de, Serzebirg auf ter Seſtküſte ter 
Je Kıafa, bei Nanyalafi. 
‚al, Asie, ipr. sschlı, Fluß in ber 
urhat Teruwall, vereinigt fich mit 


— —— — — — — 


— — 





Falafchað 7 


dem Truron⸗Creek u. mäntet in ben Hufen vor 
Fala (röm. Ant.ı, bölzerner Thurm bei Be⸗ 


lagerungen. 

Feia ‚ Etatt am gleichnamigen Finſſe, BAlich 
von Sierra Leone (Weftafrika); bat 6GU0U Ew., iſt 
mit Palliſaden u. Graben befeftigt u. if} die Nefl- 
Lenz Dee Regervolla ber Sulimas. 

läcer (Pater F.\, italieniider Sero®, (Bott 
ber Baumfrüchte; es gab auch eine Göttin Belärre. 

Falarrinum (Aaterrine, a. Geegr.), Cirifchaft 
der Sabiner in Yatium; Geburtsort des Kaiſere 
Lelpafian. 

Falaife (fer. Zatäpe), 1) Arrenbiflement im 
franzöfifhen Zepartement Calvades, 15 GM; 
62,500 Em. in vier Kantonen; 2) Haupiſtadt darin 
am Ante; Sieil- u. Handelegericht, Kollege, öffent- 
lihe Bibliethet, Rumen des Schleſffes (in wel» 
chem 1027 Wilbelm der Eroberer geboren wurde), 
Fabriken von Banmwollen, Welten - u. Leinen⸗ 
waaren, Spitzen, Sitten, Dieflern; Gerberei, Fär⸗ 
terei, Dantel, namentlich mit Pferden; jäbrlich 
vom 10.—25 Aug. in der Vorſtadt Guibray große 
Meſſe, von Wichtigkeit für das ganze nortmeftliche 
Kanten (limfap 15 Mill. Arce.); 9500 Em. — 

23 ſchen Jul. Cäſar bei %. ein Gaftell erbaut 
babe, ift nicht geſchichtlich erwieſen; das nachmalige 
Schloß, welches Die erſten Serzöge der Normandie 
bemebnten, if nicht aus römiſcher Zeit. F. mar 
Die legte Veſte, melde die Englänter im Kriege 
gegen’ fgranlreich ercherten. Hier ten 10. Decbr. 
1174 Friede zwiſchen König Heinrich II. ven Eng⸗ 
land u. Wilhelm von Schottland, velcher Letztere 
in defien Folge feine FFreibeit wieder erbielt. 1450 
wurde F. an Karl VII. übergeben. 

Falaiſe ipr. Kaiärı, nennt man in Frankreich 
das fteile Dicereanier, fo bie Fen ter Mauche, 
weiche über 300 Fuß boch find u. fih vom Gap te 
la Heve bis jenſeite Calais erftreden. 

Falaiſes (ir., ipr. Raläbfe), Serſchen der Nor⸗ 
mandie. 

Falak, Strafe bei den Türken bei geringen 
Berbreben, wobei man ten Verbrecher auf Die Erte 
ſetzt, ſeine Heine anuibebt u. ihm mit einem Nat 
tanch. Beinen ſpaniſchen Robr einige Ztreiche auf 
tie Zufjieblen, Den Weibern auf den Dintern gibt. 

Falalap, Iniel, zur Gruppe Uljutbui des Ca⸗ 
rolinen Ardipels (Pelvnefien, gebörig. 

—I Stadt au? Mallorca. 

alaria (a. Geogri, Stadt in Ficenum; jebt 
Falerone. 

Falarıca irẽm. Ant.), Maſchine zum Werfen 
ten Arantgefcheflen. 

Falaſchas Schwarze Auten‘, eigen:büm⸗ 
licher KVolleſamm im der Provinz Semen, am 
Tyanaiee, bei Gondar u. in Den Nordgebirgen der 
Provinz Agaomeder in Habeſch, find von abu'ini» 
ihem Stamm, ichwarz, belennen ſich aber, tie 
mancher chriſtlichen Gebräuche, zu Der lfüdiichen 
Religien. rüber batten fie einen errenen Fürſien, 
dejjen Reſidenz bie Felienburg Aruba Gideon 
war, u. erſt ſeit Dem Kabre Ison, nachdem ibr 
Fürſtenſtanm iangebii.b aus dem Hauſe Duvide) 
ausgeſterben war, famen fie unter die Botmäßig⸗ 
fer des Herrſchers don Tigre. Die 9. leben von 
Handarbeiten, Bauten, Scomiedearbeit u. find 
Burch den Ruf ter Zauberei gerbitt Ben Der 
Bibel kennen fie faunı die 5 Bücher Profis, u obe 


80 


Falb bis Falcke 


gleich fie ſelbſt bebaupten, daß ihre Verfahren ſchou | ber Stelzvẽgel; einzige Art: Zioergſtran 
zur Zeit Salomos eingewaudert feien, fo iſt es dech fer; 2) bei Bedhftein io v. w. bie. 


wabhrſcheiulicher, daß fie erft ſpäter befebrte, nicht 
aber wirkliche Juden find. 

Falb, 1) von allen farben, bie vericheffen find, 
od. fo ausſeben; 2) ein in bas Graue fallendes 
Geld; vgl. Fahl. 

Falber (Baibinger), 1) Lie Weite Weibe; 2) jete 
bochftäinmige Weide, mit bleicher Rinde u. bleichen 
Blättern. 

Falcade (fr., fpr. Falkahd), Courbette, mo das 
Dintertheil des Pferdes füft Die Erbe berührt; daher 
Salkiren Iaffen, eine F. ansfilhren. 

Fulcadine, eine im Lombardiſch⸗venetianiſchen 
Königreihe endemiſche Kranfbeit mit Knochen⸗ 
ſchmerzen u. Verſchwärung der Schleimhaut, |. u. 
Sypbiloiden. 

Falcaire, früher ein ınit einem krummen Säbel 
od. Degen bewaffneter Soldat. 


Fulcao (Salcam), Chriſtevao, portugieſiſcher 
Dichter, geb. zu Aufang des 16. Jabrh. zu Porta» 
legre in Portugal, war Gouverneur der Inſel Dia» 
deira. Seine Gedichte an feine Geliebte Donna 
Maria Braudao find zuſammengedruckt mit Denen 
des Veruardin Ribeiro, "enina e Moca, ou 
Sandades de Bern. Ribwiro etc., Liſſab. 1559. 

Falcarta (F. Most. Zıteibolte), Fflanzen- 
gattung aus der Familie Ser Un:beiliferae-Am- 
minsue, 2. Ordn. 5.81. L.; Kelchrend finfzähnig, 
Bluntenbiätter ausgerandet, mit einwärts geboge⸗ 
nem Läppchen, Frucht länglich, von der Seite ju⸗ 
ſaumengedrückt, Früchtchen uiit ſünf fädlichen Rie⸗ 
fen, Die ſeitenſtäudigen raudend; Fruchthalter frei, 
zweiſpaltig, Thälchen einſtriemig, Striemeu fädlich, 
Blütben weiß; Art: F. Rivini, mit dreizäbligen 
od. dreiſpaltigen Blättern, Deren Lappen ſchmal, 
fat ſichelförmig, ſcharj gezähnt find, iparrig äſtigem 
Stängel, bänfig im Getreide u. an Wegen. Die 
ftarfe, mebrenrrtige u. jüßlich ſcharf ſchmeckende 
Wurzel u. tas bitterlich gewuͤrzhafte Kraut war ſonſt 
als eröfinent u. harntreibend officinell. 

Falcätus (Bot.), fiyelförnig. Falcatl, fo v. w. 
Sichelvögel. 

Falces (Nehrzabl von Falx, räm. Ant.), 1) 
fterfe, ſichelförmige Meſſer, au langen Stangen 
beieftigt, um bie Taue an ben Segelſtangen ber 
feindlichen Schiffe damit abzuſchneiden; aber Na- 
ves falcatae, mit ſolchen Merkzeugen ausge— 
räftete Schiſſe; 2) Werkzeuge zum Einreißen ven 
Maueru bei Belayerungen. 

‚Falces, Statt am Arga in ber fpanifchen Pro- 
vinz Bamplena, Rein- u. Getreitebau, Bereitung 
von Olivenöl; 2500 Ew. 

Falcidia lex testamentaria, ®efehver- 
ſchlag, vom Boltetribun Falcidius 41 0. Chr. ein⸗ 
gebracht; beſſen Inhalt |. u. Beneficium legiv Fal- 
cidiae; F. quaria, |. ebd. 

Falciföri (Betref.), Abtbeilung der Anımeniten, 
mit den Arte: Anımonites deprersus, A. hecti- 
eus. A. opalinue, Murchisonue, Serpentinus, 
radians u. Wulcotti. 


Falciform (v. lat.), ficheliörmig; Falelfermis 
processus (Anat.), ſo v. w. Falx (Auat.). 


leineſlus, 1) bei Cuvier Untergattung ber 
Schnepfen aus ber Familie der Faugichuäßel, Vrdu. 


ald, 1) Jeremias, Kuvierfiecher aut 

jig, um Die Mitte bes 17. Jahrh., lebte i 
ris, dann in Kopenhagen, Etrodbolu, 9 
daui u. Hamburg, wo er mabhrfcheinlich um 
farb. Bon feinen zahlreichen, vortrefflic « 
führten Stichen find bie belaunteften: bus 
cert, nad Giorgione; die große Kreuzignng 
vau Dyd; das Freudenhaus, nah Rubens: 
feine Erftgeburt verlaufeund, nach Ziutorett: 
hanuee in der Wüſte, von A. Bloentuert. 2) “ 

eiubard, geb. 1776 in Utrecht, Aa 
Amfterdam, mar 1802—06 Geſaubdtſchaft 
in Dlabrid, trat 1508 als Generaljecrets = 
Departemeut des Seeweſens u. ber Colon 
1813 für das Haus Oranien tbätig, w 
der Reſtauration Staatsiecretär u. von 18 
Miniſter des öffentlichen Unterrichts, ber $! 
inbuftrie u. ter Kolonien, rourauf er ala 
ländilcher Geſandter nach Yonton ging. JM 
Trennung Belgiens ven Holland Iebte er fen 
ohne Amt in Haag: ging 1940 als Geſand 
Brüfjel u. fiurb Dort 1943. 3) Niels Nike 
geb. 1794 in Emmerlef bei Toudern, weh 
Profeſſor Der Rechte in Kiel u. 1835 Migll 
Schleswigſcheu Stuuteverfanmmfunng , busen 
bent er 1535 war; er betbeiligte ſich an den &i 
ber neun Kieler Profefioren gegen ten 
bes Könige 1546, mar 1545 auch 
Conjtituirenten Berjammlung ber Gerjage 
trat jedoch bald von ker Oppofiticn gegen: 
niglibe Regierung zurüd u. ft. 1850. E 
Juriſtiſche Encyliopädie, Kiel 1521, 3. Au 
Über bie ftautörechtliche Verbindung ber 
tbümer Schleswig u. Holſtein (aus ben Ag 
ihen I. F. W. Echlegelsi, ebt. 1516; Das 
tbum Schleswig in ſeinem gegenwärtigen F 
nifje zu tem Königreih Däneniark u. dem 
tbunı Helftein, ebd. 1516; Das jütifche Yom— 
1819; Ant. Heimreichs nordirieſiſche Chroni 
1519, 2 Bde.; Saumlungen zur nüberee 
bes Vaterlands, ebt. 1519— 21, 3 Bde.; 
lungen der wichtigſten Abhandlungen zur WM 
rung Der vaterländiſchen Geſchichte u. de— 
ländiſchen Rechts, ebd. 1819 — 26, 4 Bde. 
buch des ſchleewig⸗ holſteiniſchen Privatrechtee 
1823 — 18, 3 Üte. 4) |. Fall. 

Falcke, N Georg Friedrich, Freiberr 
geb. 1786 in Hauuover, ſtudirte in Gettin 
Ftechtswiſſenſchaften, wurde 1505 Aubitor- 
Juſtizkanzlei iu Hannever, dann in der weft" 
Zeit Wiitglied des Gerichtähufes in Nienburg 
Subſtitut des Generulprochrators an dem 
befe in Hamburg, 1513 Hof» u. Kauzleirath ũ 
nvver u. 1520 Mitglied Der Diainzer Com 
in der Unterſuchung gegen bie beutichen Den 
Inzwiſchen war er 1523 Oberappellationeu 
Kelten. 1525 Kanzleibirector in Stade gewor 
wurde 1828 vortragenter Rath im Miniſteri 
Außern u. 1829 — 30 ftellvertretenver Geſanl 
Wien. Er hatte Daun den weſentlichſten Antl 
der Ausarbeitung Der baunöverſchen Konfttiu 
wurde, in len ggreiberrenftand erhoben, 1833 
glieb Der erſten Kammer. Bei der Thronbeſt 
Ernſi Auguſis ging F. in dus neue Diinijteriu 
u. wurde vertrigender Kath beim Körigen. 
nach Scheeled Tede, Geh, Kabinetsiuth. 18 


Baldeubagen bie Falczy 


etene Entlaffung u. lebte Darauf in ; bieXchre, bis ihn Lemoine als Echüler annahm. Rah 


f einem Reſuch in Hanuever f. er 
«1850. 8) ij. Falke. 


em, Atam, geb. 1697 in bem jächfi« ' 
oj · Deltzig, bildete fich zu einem be» | Seine Statuen, deren er viele für öffentliche Pläbe, 


lenſpieler aus, lebte längere Zeit in : 


nn in Jena vom Ertbeilen von Mu⸗ 
urte 1729 Rammermufilus in Wei⸗ 
1132 als Yautenipieler zu dem Mark: 
Areutb. Gr jchr.: Erſtes Tuhend er- 
' geiitliher Geſänge mit Wariationen 
« Rürub. 1355; Iwöilf Yautenfeli u. 

Sonstine Ja Caınera & Liuto 


U, ip. 


&. um 1516 in Paris, Schülerin des 
ü. ſeit 1934 erfie Sängerin ber Gro⸗ 
ii, erregte bei einem Meyer opran 
Altige Intenatien u. durch ihre ber 

‚, bei in ‚Diegerbeers Ipern, all- 
Wersirig, bereiile 1637 die Previn⸗ 
j nach Paris zurüd u. trat 1840 
au 


Kur ganter Küfle ber algeriſchen 


I #5 Ieden im Diſtrict Paola ber 
x» ınz Salabria citeriore, 1600 

EE xtliben bei Sicilien liegenden 

S hut bes Handels angelegt. 

(an ikenier), an dem fränliichen 

x Düe Fallkeniagd. 

ge ürg an ter Nordweſiſpite ber 


gie „gen. Oracolo delle Ba⸗ 
6 im Neapel, Hiſtorienmaler aus 
Her Schule, Echiller bes Ribera, 
Sulter des Tedtenbundets (Com- 
worte) zur Zeit bes Maſaniello, 
zer lüämmtlih Maler maren, melde 
„ batten, alle Spanier in Neapel zu 
as Fit Maianiellos möglichſt zu ver- 
Rah dem Tore Maſaniellos lebte F. 
in Frantreich u. gründete, nach Neapel 
eine große Schule, aus weldyer Sal⸗ 
ereotzing. Er malte bei. Schlachten⸗ 
gekenen (Daber fein Beiname u. flarb 
Vilder ſind jelten u. geiucht ; ein ber- 
fh im Louvre u. ftellt einen Kampf 
zrittern u. Sarazenen bar. 
(pr. Zablner), William, Naturbichter, 
in Ekinburg,; war Matros, priva- 
in Schottland u. ertranf ale Zahl⸗ 
„Rintieniahrers bei einem Schifftiuch 
69; er fhr.: The shipwreck,, Yond. 
kt 1504; Marine lietionary. ebd. 
.1809; als Thbeophilus Thorn 
‚he demagogue gegen Wilfes u. 
ensbejchreibung von J. St. Clarke 
ke tes Shipwreck (vond. 1604 u. 


‚ Heine uw. unbewohnte Infel ber 
meftlih ven Wie. 

ir. ipr. Ballonch), im 16. Jahrb. 
ibüp, weiches bei 5 Fuß ränge m. 
reiht eine dreipiündige Kugel ſcheß. 
dr. Falleneb, 1) Cienne Man— 
16 zu Veray in ter Franzeſiſchen 


| 


ee Le LL———— —— —— 


6 Jahren ichuf ex feinen Milon ven Kroten u. 1766 
murbe er von Katbarina 1]. sach Betersburg beruten, 
um Die Reiterftatue Petere Des Großen zu gießen. 


Gärten x. anfertigte, tragen alle ben Stempel des 
entarteten Geichmads feiner Zeit. Gr kehrte nach 
Paris zurüd u. wid mete fih ten Wiſſenſchaften, 


: wurde aber 1753 durch einen Schlagfluß gelähmt 


u. fl. 1791. Er fdr.: Reflexion sur la sculpture, 
Bar. 1761; Observat. sur les atatuer de Marc 
Antoine, ebt. 1771; Werte, Lauf. 1755, 6 Bbe., 
n. Ausg. Bar. 1505, 3 Üte. 2) F., Banquier in 
Neapel, grüntete daſelbſt ein großes Haus, mit 
welchem Die utapolitaniſche Regierung Anleibege⸗ 
ſchäſte machte, u fl. 1837 in Neapel. Nach ibm 
werben tie neapolitaniſchen Certificate anch Balco- 
nets geitunnt. 

Falconetto, Giobanni Maria, geb. 1455 in 
Berena, widmete ſich Aufange ber Malerei, dann 
der Baulunft u. entwidelte ın Batua eine eriolg- 
reihe Kunftebärigleit. Dort baute er ten jeßigen 
Palazzo Giuftiniano für Luigi Cornaro, die Thore 
©. Giovauni u. Savonarola, begann ten Bau ber 
Kirche Sta. Maria delle Gracie u. zeichnete viele Ent» 
würfe zu Privargebäuten in Padua, Berena u. 
Beuerig. Ihm vertanlen jene Stätte die Eiufüb- 
rung bes Renaiffancefiyie, der fich hier fpäter zu 
reicher Blüthe entwidelte. Er fl. 1534. 

Falconia, Broba, römiige Jungfrau um 
410 n. Chr., ſchilderte ın Virgilianiſchen Kentonen 
(f. u. Cento 5) die katholifchen Dogmen u. des Er⸗ 
löſers Leben u. Tod, berausgeg. ven Maibom, 
1597: von Kromayer, Halle 1719. 

Falconidae (Accipitrini), familie ter 
abler⸗ u. fallenartigen Raubvögel; Dals u. Kcpf 
befiebert, höchſtens bei einigen bie Wangengegend 
ob. ein Theil tes Halſes nadt; Augen jeitlib, Zü⸗ 
gel egend mit furzen Borftenfebern beſetzt; Krallen 

a „ſtark gefrümmt, jehr fpisig; Flugvermögen 
vortrefflich; ibre Nahrung beſteht vorzugeweiſe in 
lebenden Thieren, u. fie können lange hungern. Das 
Gefieder iſt nach Alter u. Geſchlecht oft febr ver- 
ſchieden. Eie find Tagraubvögel u. zu ihmen gebö- 
ven die Anler, die eigentlichen Falten, Habichte, 
Buflarde, Milane, Weihen u. Stelzengeier ot. 
Secretãte (f. d. a.). 

Falconieri, eine florentiniſche Yamilie, von 
welcher bebeutendb find: Alexis, einer ber fieben 
Florentiner, welche 1233 den Orten ber Eerviten 
(f. d.) fifteten. Seine Koufine, Juliana (geb. 
1270, geft. 1341), gründete, durch ibn bewogen, 
1306 ten Nonnenorten der Eerpitinnen (uud 
Tertiarierſchweſtern der Serviten genannt), weldyer 
1424 vom Papft Martin V. beflätigt wurde, u. 
“in erſte Euperiorin fie wurde. 

aleucci vipr. Fallutſchi), Ricolo, auch Nico⸗ 
laus de Falconiis od. N. Flerentinus genannt, be» 
rühniter Arzt, lebte zu Ente Des 14. u. zu Anfang 
tes 15. Iabrb. in Flerenz u. fiarb 1411. Er fchr.: 
Sermones merlicinales septem, Bavia 14741. 6. ; 
Commentum super aj horismos Hippocratis 
conpletum a J. B. Theodusio. Bonn 1522; Li- 
ber de medien materin. Ben. 1535. 

Yaleunrülus Meiſenwürger), Untergst- 
tung te Eattiung Würger et. d.n. 

Falezy Aalſchi. Kreis zwiichen dem ven Tulowa 


bauer, famı zu einem Helzichuiger in ı u Jaſchi in der Pieldau, zahlt 127 Dirfer u. Die 
6 


tfen. 4. Aufl. VI 


gif fie Vetter Beisurıen, Laß ibre Beriatcen 'üca 
Jat Zeit Salenes eingearantert ſeien, ie us es dech 
wainherzlider, Lab fie ert; ſpater belebrre, micht 
ate: wirfiihe Juden ſind. 

mᷓalb. 1) xeu allen yarben, tie verichcfien ſind, 
ob. fc ansfeben; 8) eın in das Graue jallentes 
&is; Fabl. 

ralber (Baibinger), 1) Lie Weitße Weibe; 2) jede 
bedfzinmige Weide, mis kleider Rinte u. bleichen 
Dlänern. 


Falcake :ir., fpr. zallaktı, Ceurbette, wo das 


Sintertbeil tet Giertes faf die Erte berührt; Daher 
Salkicen lafſſen, eine 75. autrübren. 

Wulcaktine, eine im Yombartiich-nenetianifdgen 
Königreihe endemiſche Kranfbeit wit Knochen⸗ 
fhmerzen u. Berichwärung der Schleimbaut, f. u. 
Sprbileiten. 


Falcaire, früser ein ınit einem frunımen Sãbkbel 
ct. Tegen kerrafineter Scltat. 


Falcao (Balcam), Chriſtevao, portugieſiſcher 
Tichter, geb. zu Anfang des 16. Jabrb. zu Porta- 
legre in Vertugal, war Gouverneur ter Inſel Pig» 
keira. Zeine Eetichte an feine Geliette Donna 
Maria Braudao find zuſammengedruckt mit Denen 
tes Beruzrdin Ribeiro, Rnina = Moca, ou 
Sanrdsdes de Bern. Ribeiro etc., Viffab. 1559. 

Falcaria (F. /lost.. Zıkelbolte), Filanzen- 
gattuu; aus der Familie Ser Um:beiliferae-Am- 
mirsze, 2.Ortn. 5.8. 2.5 Kelchrent fünfzähnig, 
Blummestiätter andzerander, mit sinwärts geboge⸗ 
nem Läppchen, Frucht lãnglich, ve: der Eeite zu- 
ſaumeugedrũckt, Frũchtcheu sit Fiinf Täblichen Rie⸗ 
fen, bie feitenftäntigen rauderd; Fruchthalter frei, 
zmeilpaltig, Thälchen einſtriemig, Striemen fäblich, 
Blũtben weiß, Art: F. Rivini, mit breizäbligen 
od. Treiipaltigen Plättern, Deren Lappen ichmal, 
faft fihelförmig, Iharf gezähnt find, iparrig äſtigem 
Stängel, häufig im Getreide x. an Wegen. Die 
ftarfe, möhren ariige u. jüßlich ichari ſchmeclende 
Wurzel u. das bitterlich gzewurzbafte Kraut war fonft 
als eröffneup u. barntreibend efficinell. 

Falcätus (Bet.), fiyelförnig. Falcatl, fo v. w. 
ESichelvögel. 

Falces Mebrzabl von Falx. rem. Ant), 1) 
ftarke, ſichelförmige Diefier, an langen Stangen 
befeitigt, um Lie Taue an ben Segeiftangen ber 
feindlichen Schiffe damit abzuſchneiden; daher Na - 
ves falcatae, mit ſelchen Werkzeugen ausge⸗ 
rüftete Schiffe; 2) Werkzeuge zum Cinreißen ven 
Mauern bei Belayerungen. 

Falces, Stadt anı Arga in ber ſpaniſchen Pro- 
vinz Vamploua, Wein- u. Eetreidebau, Bereitnug 
von Olivenöol; 2500 Ew. 

Falcidia lex testamentaria, @efehvcer- 
ſchlag, vom Vollstribun Falcidius 41 0. Chr. ein⸗ 
gebracht; teifen Inhalt ſ. u. Beneficium legıs Fal- 
cidiae; F. quarla, j. ebt. 

Falciföri (Petref.), Abtheilung der Ammeniten, 
mit den Arte: Amımonites depressus, A. hecti- 
eus, A. opalinus, Murchisonae, Serpentinus, 
radıans u. Walcotti. 


Salciferm (v. lat.), ſichelfẽrmig; Falelfermis 
processu» (Anat.), jo v. w. Falx (Anat.). 


ſtarb. Son feinen sablreiden, 


i 
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L 
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1 
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leinelluß, 1) bei Cuvier Uuteraattung ber ; 


Schnepfen aus ter Familie ter Langichuabel, Urdu. 


Zalb bis Falcke 


der Stelzeẽgel: einzise Ar:: 4 


sergf 
fer; 2) rei Betten ie nm. ix. Sie. 
wald, 1) Secemras, Rar’eziteb: 
jig, um tie Viit:e bee IT. Sabes., . 
ris, danu ın Kepentazen, Stedbel 
baut u. Hauibutg, ide es wabrigeinl: 
STTre 
führen Stichen fine tie keiziizieien 
cert, nab Giersicne: Lie arehe Kreu 
van Did: dad preutenbeie, nach Ri 
feine Erfigekurt verkeuiend, nach Ziu 
Bamies in ver Räte, ven A Alveniueri 
Reinbart, geb. 1776 m Urrecht, 
Amfertam, war 1502 —u6 Gefaadtẽ 
in Matrid, trat 1808 ald Seneralie 
Departement des Seeweſens u. der Iı 
1613 für das Heus Oranien bang, 
ter Reftaurazieu Zrastetecretir u. oc‘ 
Veiuiſter bes öftentliken Unterrichten, I 
induſtrie u. der Telenien, werauẽ & 
läntiicher Geĩaudter uch Leuden ui 
Trennung Belgiene ven Hollend lebte 
ohne Ant in Haag: sit Iso 218 & 
Briüfiet u. ſiard dert 1843. 3) RNiels 
geb. 1784 1a Enunerlei bar Teudern, 
Proieſſer Der Rechte in Kiel u. 19305 
Schleewigſchen Ständeverianmmlung, 
dent er 1535 war: er berbeiiiste ſich an 
ter neum Kieler Prejeſſoren gegen ten! 
des Könige 1545, mar 1848 auch 
Konitituirenten Bertammiung ter H 
trat jeboch bald von ber Oppeſitien 
niglibe Regierung zurüd u. it. 1850 
JZuriſtiſche Encollopãdie, Kiel 1821, 3 
Über tie ſtaatsrechtliche Verbindung 
tbümer Schleswig u. Helũuein vaus ed 
ſchen J. F. W. CE chlegels‘, ebd 1816: 
tbum Schletwig in ſeinem gegenwärti 
niſſe zu dem Königreich Daneinark u 
thun Helſtein, ebd. 1816; Das jütiiche 
1819; Ant. Heinireichs nordirieſiiche dl 
1519, 2 Bde.; Zarımlungen zur na 
bes Vaterlands, ekt. 1819 — 21,3 2 
fungen ter wicrigiten Abbandlungen 
rung der vaterländiſchen Geſchichte u 
ländiſchen Rechte, ebd. 1819 — 26, 4 
buch des ſchleewig · bolſteiniſcben Privanı 
1525 — 13,5 Bde. 4) 1. Fait. 
Walde, 1) GeergFriedrich, Fre 
see. 1786 in Hauuever, ſindirte in € 
Necbtewilienidaften, wurde 1805 Au 
Juſtizkanzlei in Hannever, dann it Der 
Zeit Mitglied des Gerichtehofes in Nie 
Subſtitut des Generalprecurators an 
bofe in Haniburg, 1513 Sol u. Kauzlei 
nvver u. 1320 Dütglied Ber Mainzer 
in ter Unterſuchung geyen Die Deutichen 
Inzwiſcheu war er 1923 Therappello 
Celle u. 1825 Kanzleidirecter in Stade 
mwurte 1>2> vortrageuter Rath im Dit: 
Außern u. 1829 — 30 ftellversretenver 
Rien. Er hatte dann den weſeutlichſte 
der Außurbeitung ter baunöverſchen C 
wurde, in Len Freiberrenſtaud erheben 
let fer eiſteu Kammer. Bei der Tb 
ruft Auguſis gig F. in Bus nee Rin 
u. wurde vortrigender Rath Seim 5ı 


‚nah Scheeled Tote, Geh. Kabinetstui 


Jalckenbegen Ne 


txbetene Entlefiung =. leru to:anı ı8 
Au einem Weind ın Danzere & er: 

— 

— 


A 


t. 1850. 2) j. Asık. 

.Adam, ach. Its? :2 dern - 
En dan di. Deldia. bildere ih an e: en her 
— * Kuaikieler aus. ;ebte längere Jen <m 
Füche, Kalle in Fena dem Errdeuen rer XR 
Im 1.7 1129 Rammeracittut ır Ir 
* u ale Yamıenimeler zu den Frei! 
wolle, teute. Gr iche.: Erhee Zuger: c:- 
ax dältlier GBelänze m:ı Barzznerer 

Aueh 158; Am License 
5 Sonatine Ja Camera a iL:.i, 
Bike BL 
er um 1818 ın Parie, Eden Yet 
—* er 1834 erhe Sängern te: @:r- 
men err eate ter cınem 
„sie ntenaten u. tur ure be» 
We, be ın Jheuerber:e pen, ai» 
Meer: xx 3, beteiſie 185° die $remc- 
m nz > $arıe zurud u. az Im 

aur_ 


nzet S an ber Küfle ber algerrier 


Nr Xeden im Tifrict Basla ter 
Bre nnzʒ Talabrıa cneriere; 1600 
ex 1 — tliden bei Sicilien liegenden 
nm <= Hub des Handels angelegt. 
3 (FF em Ienier), an dem frankiiden 
jet > we Falkenjagt. 
zerze ID x 13 an ter Rortmefipige ter 


gS- 

gsi. gen Oracolo delle Sa⸗ 

yo Tr Neapel, Siflorienmaler ans 
er Schule, Schiller bes Ribera. 
gret tes Tedtenbundes (Lom- 

is Orte, zur Zeit bes Maſaniello, 

eret fümmtih Daler waren, melde 


Xecte.. zrüntee de 


Meʒat⸗ẽE tetea 


batten, ale Spanier in Neapel zu ' 


„nat Fit Maianiellos möglichft zu ver 
Rah em Tode Maſanielles ledte F. 
pre in Atankreich u. gründete, nach Neapel 
Zri, eine große Schule, aus welder Sal⸗ 
[a bereorging. Cr malte bei. Schlachien- 
Briegeicenen daher jein Yeiname. u Rarb 
sine Yilder fint jelten u. gelucht , eine der⸗ 
abet fi im Louvre u. fiellt einen Kampf 
reuzrittern u. Earazenen bar. 
gr (ipr. Fabtner), William, Naturkichter, 
135 in Edinburg; war Mutre®, priva⸗ 
n in Schoettland u. ertrant als Zabl- 
4 Cfintienfahrers bei einem Edifftiucdh 
1769; er ichr.: The slupwreck,, vond. 
julegt 1804; Marine dictionary. ebd. 
u. 1809; ale Theophilue Thorn 
he demagogue gegen Wilkes u. 
kebensbeichreibung ven I. St. Clarke 
gabe tes Sbipwreck (tont. 1304 u. 


ra, Meine u. unberrebnte Inſel ter 
ordweſtlich ven Diile. 

ke :ir., Ipr. Zallonch:, im 16. Jabrb. 
Seſchüd, weiches kei > wa Yänge u. 
Gerrit eine dreipiündige Kugel Icheh. 
spe. galfeuek , I) Gurenue Man—- 
17165 zu Veray in zer aranachicen 
urbauer, laın zu emem Helzichuget in 
ses:fen. 4 9. 81 


si 
meine Mur LTIE al Zaun: ner As 
wSeBrer 2 m wmer Tier :rı A "8 
wirte mr . α 
um Me Seuetzige Tore Ya dir „Der 
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Büree x ariragr. woirz che ir Erz. 1 
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2. ii. 


Bezer::. Ibm mertanten jene Szadte ed. 
zung bee Rezaminihnie, Neo ra Mia weit gm 


ade: Miüide inmdelie. Er, land 

Kelconia, Er:ta, romrie Surstııu um 
sion Ihr... iuterse in Firgiuenı' en Jenieren 
vo. gene 5 die farbeliiden Teoymen u. der Er⸗ 
löiere xYebea u. Zeh, bersusser von Ksidem. 
1547 : ven Kremader, Sale 1: 1 

Falconidae | Acvıpitrinı ,„ wamılıe der 
atler- u. iat:enatagen Kaubräse: Vaeu Kepi 
befietert, bödfiene Nı einigen die Wangenacaend 
ot. ein Theil tea Aaliee nadı: Auser ana. Sue 
gelgezeur mit funzen Vorſteriedern beregt. Aralın 
rafnıg, Hark getrümme, jebr iridia: Kluarermegen 
verizeftuuh: ıbre Rabrung beitebt verzugemcere ın 
lebenten Thdieren, u. fie fcınen lange bungern. Dee 
Geñeder ıfı nach Alter u. Geichlecht eit jebr ver- 
ſchieden. Zie fine Zagraubeögel u zu ıbnen gedö- 
zen tie Arler, die eigentliben allen, Habicdte, 
Auflarte, IRilane, Beiden u. Sielzengeier ed. 
Beiretäre iſ.d. a.). 

Faleonieri, eine flerentiniſche Familie, ven 
weicher bedeutend ſind: Alerie, einer der ſieben 
Flerentiner, welche 1233 den Orden der Serviten 
(1. d. ſtiineiten Keine Ceuſine, Juliana (geb. 
1274, geft. 1341 ,, grüntere, durch idn bemegen, 
1306 Een Nonnenerden ter Servitinnen auch 
Tertiarierichweftern ter Serviten genanndd, welcher 
14124 vom Papft Martin V. beflätigt mwurte, u. 
keiien erſte Superiorin fie wurde. 

Kalcucci vier Kalturiche-, Ricelo, aud Nice: 
laus te Falconiis ot. N. Flerentinus genannt, be- 
rübn:ter Arzt, Ichte zu Ente des 14. u. zu Aniang 
Bes I. Sabrb. in Flerenz u. ftarb 1411. Er ſchꝛ.: 
Sermones me-lieina.cs septem, Pavia 1474u ö.: 
Commentum super aj horismes Hıpjovratis 
eompletum a J.B. Theodeno, Benn 1522; La- 
ber de media metreria. Wen. 1535. 

Faleuncülus Merſenwürier, Untergst 
tung der Eattuna Ss .D. 

FalezuıRaisn. Nice achten dem ven Tufeima 
u Jaichi sm Der Pleitdau, zei 185 Deren 

6 


82 


Baldage bis Falk 


Stäbte Farfht m. Huſch, von denen Tegtere Haupt- | Der Falerner ift noch jetzt ein fewrige 


ſtadt Des Kreiſes if; anſehnliche Meldungen, 
Weinban. 

Faldage (ſpr. Fahldedſch), das Recht ber Lehne⸗ 
berren in England, in Folge deſſen ſie die Trift 
über alle unbefriedigte Laͤndereien ihrer Untertha⸗ 
nen baben. Faidfee iſpr. Fahldfi), das Geld, durch 
welches die Belaſteten ſich davon loslaufen. 

Faldermannia (F. Bung.). Pflanzengattung 
aus ber Familie der Labiatue-Monardeéae-Ros- 
marineae; Arten: F. parviflora Schrenk, C. A. 
Mey. (Zizyphora tenuior), im 3berien, Songa- 
rien; F. taurica Bung. (Zizyphora taurica). 

Faldern, 1) einer der vier Hanptftabttbeile von 
Emden; 2) (#aldernbeift), einer ber beiden Binnen- 
häfen dieſer Stadt. 

Faldiſtolium, 1) Galtſtubt), Stuhl, welcher 
in der alten chriſtlichen Kirche auf einen erhöhten 
Platz im Chore aufgeftellt wurde, von mo ans ge- 
predigt wurde; ®) der Tragſeſſel in der päpftlichen 
Sapelle zu Rom; 8) (Bardftoot, ſpr. Fahldſtul), 
Stuhl, worauf in England ber zu krönende Mon⸗ 
arch bei der Recognition fitt, |. u. Krönung. 

Faleme, ber mefllihe von den drei Duell» 
firömen des Senegal (Weftafrika). 

—5 (a. Geogr.), jo v. m. Faleſia. 

alerli (a. Geogr.), uralte, auf hohen Felſen 
liegende Stadt in Etrurien, von Ein. zu den alten 
Niederlaſſungen der Pelasger gerechnet, von And. 
megen bes Junodienſtes fiir argiviiche Colonie ge- 
halten: pie Ew., Faterit ob. Faliſter (nach Ein. waren 
Die Faliſter die Umwohner der Statt), ſprachen einen 
befonderen Dialekt, u. Umbrer ıı. Sabiner batten fich 
mit ihnen vermilcht. In F. waren bedeutende Linnen⸗ 
manufacturen, u. Die Umgegend lieferte gute Magen⸗ 
würſte u. zu Opfern gebrauchte weiße Stiere. Außer 
Juno wurden noch Minerva ıı. Janus bier verehrt. 
394 v. Chr. wurden die Falifler von Camillud be- 
ſiegt. Damals ſoll der Kinderlehrer in F. mit feinen 
Zöglingen, Söbnen der Edeln ber Stadt, in das 
Lager des Camillus gekommen fein u. dieſem ange⸗ 
boten haben, die Kinder als Geißeln zu übergeben, 
Damit er den Faliſtern Dann Bedingungen machen 
könnte. Camillus ließ Dem Lebrer bie Hänte auf den 
Rüden binden u. denſelben von den Hintern nad 
ter Stadt zurfidpeitichen. Daß F. Damals den Rö— 
mern unterworfen morden fei, ift Bloße Sage, viel⸗ 
mebr erhielten fich die Falifler ihre Freiheit u. nah⸗ 
men an dem italiſchen Rationalfriege gegen Rom 
Tfeil; erft 241 v. Chr. wurden fie unterworfen u. 
mußten ihre Stadt in ber Ebene anlegen (Aequun 
Faliscum). Doc gebieb diefe Anlage nicht, u. 
bie jpätere römiſche Colonie, die hierber geichiet 
wurde, zog ſich wieder nach tem alten F., das nıın 
olonia Etruscorum Falisca ot. Co- 
loniaJunonia bieß; jett Eivita Caſtellana, wo 
fih noch alte, aus vieledfigen weißen Steinblöcken 
ohne Mörtel aufgeführte Mauern, wahrſcheinlich 
Refte der älteften Statt finten. 

Falernus ager (a. Geogr.), Gebiet in Gam- 
Fauten, zwiſchen Cales u. Sinueſſa, um Das Gebirg 
Falernus (Maſſicuo), welches von Sinuneſſa aus 
gegen Mitternacht u Morgen lief. Hier wuche ber be⸗ 
rühınte Zalernee Wein (Faleruam vianım, Masei- 
cum vınum), ein Duscateller, Der vom 15. Jahre 
an am beften war. Die gefchätefte Sorte lieferte ber 
Faustianus ager, ber ſich am öftlichen Ab» 
bange tes Falernus mons gegen Sinuefja binzcg. 


I anjtalt wurde. 
ſchr. Die Satyren: Der Menih u bie ! 


trefilicher Wein, hochroth, auch gelb. 
aleftia (a. Geogr.), etruriiches Ha 
zwilden dem Arnus u. Umbro, mabr 
der Mündung tes Tandfees in Piomdi 
len (Myth.), fo v. m. Haleſus. 
aletti, 1) Geronime, Brafı 


. nano, ans Savona gebürtig, italiemij 


des 16. Jahrh., ftand bei den Herzögen ı 
in greßer Gunſt u. wurde zu mancher 
gebraucht; er ſchr. ein Gericht über d 
Flandern; außerdem: Urjachen bes 
Deutſchland unter Karl V., Vened. 15; 
2) Girolamo, geb. zu Trine in Pien 
in den Dienften Des Herzogs Ercole I. 
rara zu verſchiedenen Gelanpifchafter 
von dieſem zum Grafen von jgrignanı 
ft. um 1564 ın Padua. Sein Freund ‘] 
tius hat feine Werke beransgegeben: 1) 
cambrico (in lateinifchen Verſen) et alı 
Ben. 1557; Orationes XII. ebt. 15: 
Falg, Kiüftenfluß in Arabien, ımü 
Se Golf. 
algen (Bäfgen), 1) das Umreißer 
peln mit Dem Pfluge; daher Falge, d 
Stoppelfeld; 2) das Behacken ber Pfl 
Auflockern der Erde um dieſelben. 
Faltcuß, Labmagen, |. u. Wiederkeè 
Falieri, alte Familie Venedigs, fı 
ftajio genannt, gebörte zu ten Pre 
welche den erften Dogen wählten, u. 
Staate deren drei: 1) Vitalis, Tege 
kon 1082—96. 2) Ordelaffo, von 
biieb im ber Schlacht bei Zura. 3) Di: 
1275, nahm 1346 rühmlich Theil an 
gegen Ludwig I. von Ungarn, wurde Di 
nifcher Gefandter in Genna u. Wem ı. 
Da der Senat ben Barricier Mlichael x 
cher feine Gemahlin durch ein Epiaraı: 
batte, nach feiner Meinnng nicht ſattſa 
ftraft hatte, machte 15. eine Verſchwö 
den Eenat, welche aber ver dem Ylırab! 
warb. F. wurde mit feinen Complicen 
am 17. April 1355 hingerichtet. Sein 
das Sujet zu ben gleichnamigen Traue 
rens (1521) u. Delavignes (1829) u. 
Dogarefia in den Serapionsbrüdern vor 
Faliſciſcher Vers (Mer), ſ. u. A 
Faliſcus (a. Lit.), ſ. Graiius. 
Falifker, pie Bewohner ven od. um? 
Walt, 1y dob. Dan., gewöhnl. Io 
Sohn eines Periidenmacers, geb. 2%. X 
Danzig, ftudirte bis 1798 in Halle u. le 
Privatgelebrter in Weimar. Zeit 180F 
gen feiner Satyren für fein Yeben fürch 
er Die Muſen faſt ganz n. gründete etı 
Die Geſellichaft der Freunde in ter! 
Hauptzweck war, durch Die Kriege 180 


laſienen n. verwilderten Kindern zur 


nützlicher Gewerbe behülflich zu fer, u. 
als Falkſches Inftitut eine öffentliche 
Er ftarb 14. Februc 


1795; Die beiligen Gräber zu Rum u. 
ebd. 17995 Taſchenbuch fiir Fremde t 
n. ter Sutyre, ebd. 1797 — 1Nu3; 9 
Tüb. 1803; Ampbitruon, Galle 1904 
Johannes an ter Ojtjee, ebb. 1505, u. 


Ballaune bie JFalkenfels 


Kr | 
noch: Beltsfpiegel zur Yehre | Yebrbuch über die Gefunbh ber Iasptwirtb- 
38 1626; Ooethe, aus berlönlichen | unbheitöpflege i 


triäien 


nieht, ebd. 1532, 2. Hufl. ebd. 1636; 
en neetle, n. Hufl ebd. 1526, 7 Wbe.; 
Rerke, ht, 1819, 3 Bbe.; 8) 1. Kaldı 
an ‚Über Batarde ähnliches Geſchiltz, 
oo), 1) bei Linne u. Euvier Gattung 
Feten igen Tagraubvögel, Kopf u. 
), —— an ben Augen voripringen- 
Bj ebel tur, bafenfürmig, von ker 
' her Hebogen, an ber Wurzel mit 
och dr, gelrlmmmte, ſpitjige Krallen; 
u Wb füühn, haben Icharies Gefict u. 
u 5, % Ber Jugend eın anderes Kleid, 
.* bebmiend größer; gerbeilt ın 
l. die fi 
? 


* Sei e iden diee nicht der Fall if; 
Irer ẽ t bie Battung nur bie failen⸗ 
SA, 1 Vo bie eigentlichen iin, OHa⸗ 
Eei n. habelmeihen or. Diilane ; 
a. ZZ ntergattung) ber eigentlichen 
fr ScHn nabel beiterieits einen ſpitzi⸗ 
ERCE 2 en Zchmwungietern am länq⸗ 
me FI wien baben, 1, u. Edelfallen, 
Fr rihlt find. Über Die Aunf- 
Hdtz tie eimelnen Theile der Fen 
‚E.r®E allenjayd. 4) (Her. Der X. 
SED on, u. bei feiner Beſchreibung 
AL arrüide: fiebent, bebanbt 


ean Tx am Haupte verbunben fl), 
u «an den küßen Schellen bar), 
te »venn er ein Haltband um 
Schlangey, ein im 1b. 


ECM Geihüg, deſſen Rebe 13 
ante FE zigel von 24 Piund ſchoß u. 
zu - Tergieinen.(Ribabo- 
us TS E xırmer jchwer, ſchoß eine Kugel 
„ymT u Kulıber lang. 
Jeb X riedr., geb. 1649 in Hörter, 
Verien im Braunſchweigiſchen, 
nö ME mittlerer Geſchichte, Paläe⸗ 
ielomatit᷑ un. jr. 1753. Er ſchr.: Tra- 
orbejenses für die norddeutſche Ge⸗ 
ag, Fl. aber ſcheb er das Chronicon 
e UELI, das, ebaleich von Vielen ſchon 
zuren, doch 1829 von Wedekind in 
nad ener Handſchriſt in der Welſen⸗ 
z licidel berauegegeben, aber vun Sri 
miterleit murte. 2) Ernſt Ludwig, 
ia Rudeladt, ſtudirte in Zresten u. 
nerarszcılanit, war jeit 1827 praluicher 
in Kuteitait, wurde 1840 Repelitor u. 
jſifient an zer Thierarzueiſchule in Dieb 
pertbiersrgt in Rudolftabe nn. 1549 Pre⸗ 
‚perber.tanse in Jena. Er ſchr.: Hand⸗ 
boxelogie mit Berüclſichriqung der Pa⸗ 
Zkierärzte, Rürnb. 1820; Die Trom⸗ 
Rinder ꝛc., Tredd. 1831:3 Tie Ertken⸗ 
rzũglichen Seuchenkranlbeiten der land⸗ 
ben Hausiãugeihiere, Weim. 1835; 
bei nutzbaren Hausſäuge: bieren, \p. 
ãrztliches Converiatiorsieriten, Zen. 
Torbus bei unjern nubtaren Haue— 
1544; Xebrouch über ten Hunseichlag 
ankbeiten, ebd. 1849; Lehebuch der 
ebt. 1549; Bropäbentif u. encyllepä⸗ 
sr ker Thierbeilfuure, ebd. 1849; 





lihen Hausthiere, ebd. 1850. 

Walfenau, 1) Statt an ber Ener m. Hauptort 
bes gleihnamigen Bezirls im Kreife Eger (Böb⸗ 
nen); Schloß (Königsberg), mit Thier⸗ n. Kafanen- 
garten; Bergbau auf Steinlohlen, Baummollen- 
manufactur, Hopfenban; bildet mit einigen Dörierm 
eine Herrichait; 2200 Em. 8) Dorf im Gerichte 
amte Auguflusbnrg des königlich ſächſiſben Kreiics 
Zwickau; Spinnfabriten, Eteinfoblengrnbe, Schie⸗ 
fer» u. Kalfbrüde, 670 gm. 

Kaltenbeige, jo v. w. Falkenjagd. 

Wallenberg, 1) Kreis im preußiſchen Regie 
rungebezirt Oppeln, 11 OM.; 37,000 Ew.: ber 
Boten meiſt eben, aber unfruchtbar; porn den Vewob⸗ 
nern jprechen Die meiften poluiſch; 2) (Rieımoß- 


H zur Jagd abrichten lafieı, u. ; lin), Sreisflabt darin, an der Steinau; Schloß, 


fertigt Töpferwaaren: 2010 Em.: 8) Diarkifleden, 
un ter Waldnaab, im Landgericht Tirichenreuth 
tee baieriſchen Kreiſes Oberpfalz; Mineralquelle, 
mi BRadeeinrichtungen, Schloßruiue; 00 Ew.; 
4) Bera tes Elbiandſieingebirges in Sachſen, bei 
Neuftadt u. Sebnitz: 174 Fuß hoch; 3) Shleh iu 
ter Grafichaft Yippe, bei Horn, von ben Grajen 
Dernbard IH. u. Eimen 1. von tippe feit 1236 er⸗ 
baut, worauf es einige Zeit Refidenz bez Graſen 
war; bier bielt (rat Bernbart V. ben Herzeg 
Deinrib von Limdurg gelangen. Auf F. wurde 
jährlich ein Freijchöijengericht gebalten; j. in Rute 
nen: 6) Bern tm Zeutcburger Walde, mit ten 
Trümmern einer alte Nurg, ! Dieile weitlich von 
dom. 7) (Atran), Fluß in Schweten, entipringe 
aus einem See im Aener&borgs -Yaı u. mündet 
in Das Kattegat: 0) Stadt an Der Wünl ung beilel- 
ben, ım Galınitat vän: bat eiuen fchımer zugäng⸗ 
lichen Hafen, vachsſang, Aderbau: 17TU0 Em. 3wi⸗ 
ſchen F. u. Artern wurde die daitkenbergſche Schlacht 
geneiert, ĩ. u. Artorn. 

Falkenberg, Dieiricb Graf v. F., geb. 1595 in 
Livland. war Generalmajor im Heere tes ſchwe⸗ 
diſchen Kenigs Guſtav Adolf u. zeichnete ſich bet Der 
Vertbeidigung von Magdeburg aut, we er auch fiel. 

walfenberge,, 1) Dorf in Kreile Titerburg bes 
preußiſchen Regierungobezirls Magdeburg; 530 Ew. 
Berurtsert des Generals Bülew von Dennewitz; 
2) zwei Granitberge bei Fijchbach im Kreife Hirſch⸗ 
berg des preußiichen Regiernugobezirls Liegniv; 
nur einer iſt erſteiabar u. 2021 Rum bech. 

Falkenburg, 1) Statt an ber Drage im Kreiſe 
Tramburg des preußiſchen Regierungébezirlo Kös⸗ 
im, Tuch⸗n. Nellzeugireberei, nichbrere milde 
Stiiſtungen: 3200 Ew.: 2) Burgruinen bei Trecht⸗ 
Imgbauien im Kreiſe Zr. Goar Des preußiſchen Re⸗ 
gierunerezurkes Ceblenz, bei jeranlenhauien in 
Schwarzburg Rudelſtadten. im Vezirk Babel des 
böbmiſchen Kreſies veippa: 3) (Asifenbef), Burg⸗ 
trümmer bei Rymwegen in den Niederlanden, au⸗ 
geblich von Karl dem GSroßen erbaut, war ein Hofs 
lager ter fränkijchen Keönige, Dann Reſidenz der 
VBurgaraien ven Rymwegen. 

Falkenducaten, Auebachicher Schauducaten, 
von 1570; Avers: mit zur Veitze gerüſtetem Geier⸗ 
falten, Revers eine Reiherbeitze. 

Falfeneule, ic v. w. Habichtseule. 

Falkenfedern, fo x. m. Geieifedern. 

Falkenfels, Dori u. Schloß im Landgericht 
Diir.eriels des baieriſchen Kreiſes Niederbaiern; 
450 Ew.: ebemals Beligung ber inter von F. 


Falkenhain bis Falkenjagb 


Falken hain —— Familie, ſell von Fallen | Yiger nahmen bie Fallen als Nekfinge in J 


bain im Stifte Wurzen ſtammen u. fich in einem 
Zweige beteit6 im 12. Jahrh. nah Schleſtien be- 
eben, in einem andern Ipäter fi) nad Branden⸗ 
urg, Pommern, Schweben, dem Elſaß u. Oſter⸗ 
reich verbreitet haben. Die ununterbrochene Reihe 
der %. beginnt mit Balthaſar, welcher 1504 fürft- 
lich Liegnitsicher Oberküchenmeifter war; in ber 
Mitte des 17. Jahrh. wurden fie in den Freiherren⸗, 
1682 in ben erblärdifch öfterreichifchen u. 1689 in 
den Beichegrafenfanb erhoben; fie find katholiſcher 
Confeffion u. in Ofterreich begütert ; merkwürdig un- 
ter ihnen find: 1) Freiherr Friedrich, geb. 1649, 
war kurbraunfchweig-lüneburgfcher Geheimerath u. 
Geſandter in Wien, trat dann in öfterreichiiche 
Dienfie, wurbe Hoflriegerath u. ee 
commanbeur u. 1682 in ben Grafenfland erbo- 
ben; jeßiger Chef it: 2) Graf Theodor, Sohn 
bes 1841 verfiorbenen Grafen Ernft Auguft, geb. 
7. Kebr. 1811 u. feit 1843 vermählt mit Ita geb. 
von Hauer. 8) Graf Eugen, Better be6 Bor., 
Sohn des 1826 verforbenen Grafen Eugen, geb. 
4. April 1792 in Schrems, farb ale Belbgeugmei» 
fer, General ver Savallerie u. Capitän ber Tra⸗ 
bantenleibgarbe u. Hofburgmache 16. Septbr. 1853. 
IBenbaube (Battentappe), |. u. Fallenjagd. 

lkenhauſen, eine freiberrliche Familie, welche 
in Baiern angefeflen ift; fie tamımt von des Marl- 
grafen Karl Friebrich Wilhelm von Ansbady zwei 
natürlichen Söhnen, Karl n. Friedrich, welche 1747 
vom Kaifer Franz J. legitimirt u. in ben Freiherren⸗ 
fand erhoben wurben. Die beiden Linien beſtehen 
sch: A) Trautsfirdener Linie, Gründer: 
1) Freiherr Karl, ber ältere der oben genannten 
Brüber, go. 1734, war Geh. Rath u. Oberamt- 
mann in Cadolzburg u. fl. 1796; jebiger Chef if: 
2) Freiherr Friedrich, Enkel bes Bor., Sohn 
des 1835 veritorbenen Freiherrn Karl; er iſt preu⸗ 
Bifcher Oberfi außer Dienft u. unvermählt. B) Wal⸗ 
—* Linie, un J izeg 
jlingerer Bruber von F. )); jeyiger : rei⸗ 

—* riedrich, baieriſcher — 
a f, Burgruine, fo v. w. Fallenburg 3). 

d Zr Se Br 5 d 
a eite), I. das Fangen bes 
kleinern Pi 


(große F Beitze), als 
PA Enten u. vorzüglih Reiher, durch Edel⸗ 
alten, ferner ber Rebbühner, Wachteln, Drofieln, 


Lerchen, Finken, durch dieſelben ob. Heinere Falten, 
Habichte od. Sperber (kleinre add: Beitze), 
wo der Falle beſ. abgerichtet iſt, ein beſtimmtes 
Wild zu ergreifen, u. wo er mit demſelben nieder⸗ 
fällt, nu. fo dem. Jäger Gelegenheit gibt, ſich des 
Thiers zu bemädhtigen. 

II. Geſchichte der $. Die F. ſtammt aus 
dem Orient, wo de ſchon ſehr früh bekannt geweſen 
zu fein ſcheint. Indien u. China bilbet fie noch 
ein fürftliche® Bergnügen. Ein Brief des Könige 
Ethelbert von England um 750, in bem er den Bi- 
ſchof von Mainz um einige Falten bat, ift das erfte 

ihen der F. in Europa. Bald wurde fie bie 
Luftbarleit ber Großen, u. Ritter u. Frauen zogen 
im Mittelalter mit dem Fallen auf ber Hand aus, 
machten Reifen mit ihm u. oft gaben verflogene 
Fallen Anlaß zu Fehden; Kaifer Friedrich II. 
(farb 1250) fchrieb ein lateiniſches Wert über bie 
F. Dan bezahlte gute Falten fehr theuer, u. fie 
waren Gegenftand eines eignen Hantele. Cigne 


orwegen aus u. brachten fie unbreifirt & 
Baltensof zu Kopenhagen, wo fie verſchenkt oks 
fauft wurden. Gageträger trugen fie auf € ¶ 
b. i. vieredigen Rahmen mit Füßen, auf bem 


i meift zu 10 Stück .angefeffelt waren, an be 


ihrer Beſtimmung. Zu Sallenmwerth, einem 
bei Maftricht, wurde die Kunſt der KaltenzäE 
zunftmäßig betrieben, eigne Leute holten bie f 
aus Norwegen u. verlauften £ toppelweihe 
Koppel zu 2 Stüd. Ginheimiiche Falten (S 
fänge) wurben babei bei Meiningen, Brenu 
Holftein buch eigne Kallenjäger, mit Erla 
bes Landesherrn ın eigrien Saikenfängen, bi 
einem Wagenrad von Pfählen kegelförmig } 
u. mit Rafen belegt waren, gefangen. 
ftanden mehrere Stangen, an beren einer eü 
jener Falle u. am Boden eine ausgeftopfte 2 
auf welche diefer fortwährend ſtieß, befeftig: 
ber Falle wurde auf- u abgezogen u. ſchien «a 
Taube zu ſtoßen. Stunbenweit eilten Fallen 
um an dem Mahl Theil zu haben. Man be 
ihre Ankunft durch einen auf einem künſtliche 
gel angepflödten grauen Würger u. riibrte, 
biefer kreiſchte u. ſich in feinen dabei 
Häuschenbaner zurückzog, eine bunte Taub 
mitten in Reigen, auf Art eines Heinen Bogchh 
eirat u. mit Gras u. Reifig verborgen wer. 
x fließ auf bie Taube u. wurde Durch Yu 
ber Nee gefangen. allen anzulernen u. 
nuten, war eine eigue Kunft, Die Salkenterkumf 
Mittelalter war ba Amt bes Oberfallen 
ſters eins ber widhtigftien Hofämter. 
hatte mehrere Oberfalleniere, n. biefe 8 
meiſter u. Salkenwarter unter ſich. Die Jäger 
welche bie F. betrieben, ben Bogel auf ber 
trugen, hießen Salteniere. Gewöhnlich wa 
eigner großer Saltenterhof vorhanden, wo bie | 
gefüttert wurben. Seit ber Erfindung des S 
pulvers verlor ſich die Luft an der F. nach a. 
nur ber Markgraf von Ansbach - Bai 
noch um 1791 einige Ballen. So kam bie 
ganz ab, u. man dreffirte höchſtens noch bie 
Habichte u. Sperber zur Vogeljagb falfenm 
neuerdings ift fie aber an einigen großen H% 
etwas Dittelalterliches wieder aufgelommen: 
mentlich wird fie von bem Bringen der Niebe 
bej. im Schloß Loo betrieben. 1841 gingen 5 
fen mit ben nöthigen Falfenieren babin ab. 
III. Naturgeſchichtliche Beſtim! 
— Sec n. Fa ; 
auboögel, bie man zur F. t, beißen 
vögel ob. Edelfalken ([. db.) En ben A) 
ren Edelfallen, die aus dem Ausland ko 
zählte man a) den Jeländifhen alten | 
ıslandicus), nah ihm kam b) der Wür 
©eierfalte (F. candicans) u. e) der Bla 
fie wurden für ausländiſche Fallen gehalte 
erfterem vermutbete man, Daß er nur eine Mira 
Berichiedenheit des Gemeinen Falten (f. u⸗ 
falfe) fei u. letztre find auch einerlei, vielleicd 
man fie ihres Alters wegen, ob. meil ver Gei 
aus dem Norben, der Blaufuß aber aus dem ⸗ 
wenigſtens aus Ungarn ftammen follte, fiä 
ſchieden. B) Zu den Wildfängen od. iz 
biihen Ballen zählte man a)tden Waz 
(Schlecht⸗) Balken (F. peregrinus); | 
Zwerg⸗(Schmerl⸗) Falten (F. cassic 


HB, ogi 









Daligı 5 ben muebien alten: a) den 
Sn, 


te Fi 
—8B fingen. Und den Flußadier (F. 


Schwanzfetern Bennen 
vage Benn, bie folgente vor- 
Am fi Sußerfie eine Shwingfeber,, 
am; D en Wannen, die mittleren 
kn Fin, Trebern. der Rücen as Dad, 
Esnep, 7, BreNägel Halıllauen, ber 
tem.’ er Bolodtfih aufeinen Baum, 
Ira tfere 

—— —* Ses Falken. Sebald der 
æxvagen fr, xverden ibm bie 


u. Dadurch erzeugte Kinnen, mie Linſen ım R 
Gicht, Podagra, Der Gries, wo die Ercremente bari 


‘ find u. mo Purgiren bilft. Das Abrichten (Abe 


| 


tragen)tessallen geſchah ſonſt dadurch, def 
man ibn an einen freihängenden Reif anfeſſelte, der 
Reif wurde an einer Schnur 3 Tage u. 3 Nächte 
lang, Durch einige fich immer ablöiendbe Jäger in 
feriwährender Bewegung gehalten, jo daß ber Kalle 
nicht fhlafen Feunte. Nach biefer Zeit war er zahm, 
hatte Die Freibeit vergeflen, geborchte dem r 
n. febrte nach jeinem Willen zu ibm zurüd, aber 
zugleich war er dumm u. träge geworden. Später 
umterließ man Dies, nahm aber tie ganze äbrige 
Treflur wie rüber, nur mit Güte vor u. gewöhnt 
fie erfi in Gegenwart bes Wärters Agung zu 


Nägel ver- | mebmen, geieſſelt auf ter Rede in einer dunkeln 


tme ne zu ſebr durchgreifen kann. | Stube rubig zu ſihen, ſich Die Kappe abnehmen zu 
‚ laifen, ſich auf Die Hand zu fegen u. zu fliegen, 


q werten Pie erſten Schwungiebern ge: 
ya int die eXVXE verlest, jo ift ter Kalte 
na @rtrzurck) „ Bis zur Mauſer uniäbiy. 
gene Falte Be emmt tie Raufhhanbe 
me gabe von flartem Leder, melde 
ref ALerxr nice drückt, auf (mirt 
yn. rti Wir ven num an nur beim 
nen sF gerrommen. Dann werden ihm 
ET are?» eineb 14 Zoll langen Rie- 
— * re Wlügel u. mit ven Fang 
ee u Bel langen Rienien mit 

2 ee etz Rangicbellen angebracht 
ER - r an Rdn als a 
wa nd, vie Füße gefefielt. An 
— ME vrie — Feſſeln be— 
1 — ibrer Länge Kurz« cd. Yang: 
Mr ‚Die Wartung ter Falken mu; 
Ale Soda MIR. Cie werben in einer Falten. 
ve Echt, UT Neifen ed. Stangen (Reden 
—— * welde unten ein Tuch angebracht ift, 
— —— en tr ja einmal von Per Stauge 
erh nicht verwickle, ſondern auf berielten 
jener dinauffleige. Märter find jortwäb 
— pen Kalle, damit biefe nicht berabfallen, 
een ahftreifen, fich beißen ꝛc. Zum futter 
fe Zaubene, Hübner⸗ ct. Rintfleiich, 

feeca vorzüglich ber Ieläntiiche Falke. Alle 
14 Zuge Merten fie in einem Fließwaſſer ange⸗ 
or kalt getadet (geichäpfer. Bei Schuce 
et. Eheermafer onterläßt man dies Jdolänter 
A et mit kaltem Wafler bejpritzt, u bieraur 
Gar mau fe auf einem fonnigen Ralenplate treden 

- Siter Kalle mit verlegten Federn nit 

I Regen faun, jo kemwabrt man das Unbe⸗ 
terielten mit greater Sorgialt u. 
ann eNichreihene od. geknickte Federn, indem 
Perla uch Umſiänden einſchiebt, mir Nadein 

ARE ER, durch Hauſenblaſe u. Yan in Die Kiele 
* an bat fo 9 Zchmunnictern u. den 
Mu z, beiten Kiele man abichnitt u. 
Eranierſchwanz, ine man jede Feder 

fe, aarirge u. Der Vogel flog bis sur Mauer 
* Re zuvor. Auch Zuit« u. Fluͤqgeldrüche, 
* Man deide mit Heinen Helzſtügeben ſchient, 
A geile Im letzteren Fall wirt ter Falle 


alles mit Dülfe guter Worte u. einer Flaumen⸗ 
jeter (Zpiunfeter,, womit man fie freichelt. 
Tiefeibe Übung vimmt man nun im freien vor 
ode machen, loden,, wo ter alle natürlich 
Anfangs an der Schnur if. Kun nimmt man 
ibhn in einen Garten u. läßt ibn an einer 30 — 40 
Fuß langen Zualeine, tie man an feinen Fuß 
befeitigt, angenilödte Tauben fangeu, worauf man 
ibn jedesmal ünt. Diejelbe Ubung macht man mit 
Kräben u. Elitern Buch, bieuter ibn dann etwas 
u. läßt ibn an einer Schnur fliegen, von ber man ihn 
ſpäler befreit. Er wird daun auf Die angebundeuen 
Krähen ed. Tauben lesgelaſſen, diejelben farıgen =. 
immer gebörig geagt, zuriuftebren. Isläudiſche 
Fallen iiber san aub un Dausbübnern u. dann au 
Reiberu, tie man auf äbnliche Weiie anpflödt. Auf 
Haſen übt man son durch Haſenbälge, Die man durch 
ine Leine zu pierte im Karriere fortzieht, dann 
durch lebendige augepflöckte Haſen ein; auf Trappen 
turdb graue Gänſe, jpäter durch Truthenuen auf 
übliche Art, lüße ben Fallen auch durch eiyen 
ſchon abgerichteten untegitünen. Mit geringen Au⸗ 
derungen nimmt man Ähnliches mir ben Baum⸗ 
jalen, Zwerg'iallen, Habicht x. ver, doch iſt 
tea mit dieſen u. mit Wildiängen ſchwerer vorzu⸗ 
nebmen, fie benebmen ſich ſiörriſcher, Dagegen ſind 
die aus dem Neft genommenen feiger. Die Wei 
wen ſind fiets | größer u. daber auf größeres 
Wild zu benugen, als tie Männchen ı Lerge). 
Die Fallen verlernen mit jeder Wlaufer das Ge⸗ 
lernie, werbalb nad Lerielten bie Drejiur wieder 
beainnen mauß. 

V. Bei ter wirklichen Jagd mit Fallen 
wird im feierlichen Jagtzug auegezegen; zuerfi 
scıtst ter Janddirector, dann der Fürſt od. bie 
Perion, der zu Ebren Die Jagd gegeben wird, mit 
sch Geielge, dann kommen die Falleniere 
paarweiſe zu Pierd, jeder mit einer ledernen Yalfe- 
niertaſche, mit ledernein Vandelier, werin das zur 
Aagd RNöthige iſt, m. nut einen Zalfenierkandihub 
ven fterlem Herſchleder, danut Der Falle nicht 
dur barent, audgerüſtee. Aut dem Haudichub rt 
bei jedem ein Falle, der lost meiſt auf einer, mit 
Tuch überzegenen Stauge (Blod, ſitzt Hand⸗ 


vogeſ), ben Kopf mit einer Sted- (Kallen-) 
baube verhüllt, bie ganz wie bie Raufchhaube 
(f. oben) eingerichtet iſt, nur daß fie an den Seiten 
mit Tuchlappen von ber Karbe ber Kalfenieruni- 
form verziert n. oben mit bem 2 Zoll langen Buſch 
Troſch) von feinen Febern u. Bindfaden, in 
— einer Nelke, verſehen iſt. Einige Falleniere 
nd ohne Vögel, um ben dug der Falken zu beo⸗ 
bachten. Einige Cagen mit Reſervefalken folgen. 
Auf dem Jag angekommen, tbeilt ſich ber Aus 
aus u. ſucht entweder, wenn auf Hafen gebeist 
werden fell, wie bei ber Suche, ab, od. menbet 
Beitzhunde an, gewöhnliche Stöberhunbe, die 
kurz vor dem Jäger ſuchen u. Bögel aufjagen. 
Sobald ein Wild auffleht, wird einem Falten Die 
Kappe ſchnell mittelft bes Troſch abgenommen 
(abgefappt, abgebäubt), u. der falle von ber 
Hand gegen das Wild Iongelafien (geworfen). 
Er fteigt nım, fliegt in großen Kreilen herum, n. 
folgt, fobald er das Wild erblidt, ſchnell. Mittler- 
weile if auch ein andrer Kalte abgehäubt worben 
u. folgt dem Wild auch. Weide ſtoßen wiederholt 
auf Das Wild, [hlagen es mit den Ballen u. 
ergreifen es mit einem Griff der Klauen bis es 
verendet if. Die Falkeniere ohne Kalten beobachten 
den en ſtets, folgen ihm wu ferd u. nehmen 
ihm die Beute ab. Erhebt ſich der Falke wieder, fo 
wird er durch das Wort Hilo zunüdgernfen. Oft 
verfährt od. verfliegt er ih auch u. Dann wirb das 
Federſpiel, ein nachgeahmter Vogel od. zwei 
fammengebunbene wogelfügel, das zuweilen mit 
— (daher ludern, fo v.w. daſ⸗ 
be werfen), in bie Luft geworfen ob. auch eine in 
der Falleniertaſche bereitgebaltene lebende Taube flie- 
„od. die Kuhr, ein lebender Vogel, aufber Hand 
ttern gelaffen. Der Kalte bekommt gleidy nach dem 
nehmen der Beute diefe ganz od. zum Tbeil, od. 
ein in ber Fleifhbiichfe mitgenommenes Stüd 
Fleiſch Galtenrecht). Selten läßt man einen Kalten 
an einem Tage mehrmals fangen, jondern bringt 
ihn in bie Cage zurück nm. nimmt einen neuen von 
da auf bie Kauft. Die Reiherbei tze ift bie ebeifte 
Jagd. Sie geſchah fon meift mit Trompeten» ı. 
Paulenſchall. Man brauchte dazu minveftene 1 Is⸗ 
lander⸗, 1 Geier⸗ u. 2 Schlechtfalken. War ber Jagd⸗ 
ber dabei auf einem Iagbichlößchen, an welchen bie 
Jagd auf alte gehegte niftende Neiber (welche, wenn 
fie zu Holze Rogen, Eingänger, wenn fie vom 
Hohe gingen, Ausgänger hießen), meift vorbei 
ging, fo hieß es Bajlagebeige; wenn man aber 
junge Reiher aus Teichen, wo fie wie fchwingenb 
aufflogen, Jegte, Sprungbeitze. Der Reiber 
wehrt fi ‚ legt ven Hals zurüd, fo daß der 
Schnabel ſenkrecht ſteht, n. oft ſchießt ob. ver- 
munbet fid ber Kalle hierbei ſchwer. Lebendig ge- 
fangenen NReihern legte man auch einen kupfernen 
Ring mit der Jahreszahl um den Ständer, u. es 
traf fich wohl, daß ſich Reiher mit 3—5 Ringen 
fanden. Kraniche u. Trappen beit man mit 
Geierfalten, Milanen. Weihen, nad ter Kra⸗ 
nichjagb bie ebelfte Weiße, mit Blaufüßen, auch) 
mit Isländern n. Geterfalfen. Der Milau u. Falke 
fleigen oft fo hoch in Die Luft, Daß man fie nicht 
anehr fieht, erfier fol fich zuweilen in ter Luft 
auf ten Rüden legen, um ſich mit ben Fängen zu 
wehren. Die Kräbenbeite wird durch weibliche, 
bie auf Elſtern durch mänulihe Schlechtjallen 
Betrieben u. die Kraͤhen durch einen, ven einem 


Falkenjagd bis Falkenſtein 


aſen beitzt man durch bie großern E 

nten durch den Schlechtfallen, Rebhü 
Wa Gieln bef. durch Habichte u. Sperbe 
Bögel buch Thurmfallen u. Sperber. 
Rebhühner im Tiras u. Treibzeug in 
braucht man den Falken, indem bie Hühne 
fie ihn feben, nicht aufftehn, fonberu in ba 
zeng laufen. 

I. Jagd auf ben Fallen ale S 
ſelbſt, durch Schießen u. Ballen, |. Fe 
Bomſch u. oben. 

—8 v. w Bene: 

alkenluſt, Jagdſchloß bei Brühl im 
fen Kreife u. Regierungsbdezirt Köln, 1° 
Kurfürften Clemens Auguft erbaut, jetzt « 
vatlandhaus. 

Falkenmeve, fo v. w. Raubmere. 

allen - Orden, 1) Galkener Bund). 
1379 von vielen wehtfälifchen u. pabert 
Nittern, zur Erhaltung u. Erhöhung r 
Rechte gegen Fürften u. Städte, Erwerb 
lorener Güter durch Waffengewalt, 139 
löſt; 2) Ordenvom Weißen %., groß 
weimariſcher Orben, ben 2. Aug. 1733 t 


| Safer zu Pferbe vorgetragenen Ubu a 


"8 Ernft Auguft zu Sachen - Weimar g 
rden der Wachſamkeit od. aud ı 
Symbol der Wachſamkeit, dem Weißen Sa 


ben vom Weißen Falken genannt, bef. zur! 
rung dur Zugend u. Meidung bes Laſter 
ur Zreue u. Ehrerbietung gegen ben Kailı 
eihes Haupt. Er wurde aber ſpäter jelt 
ben, u. 1806 lebte nur no Ein Ritter. Anı 
1615 wurbe ber Oxben vom Großherzog Ka 
von Weimar erneuert u. filr Militär u. 
immt. Er bat 3 Klaflen: die erfte von 2 
euzen, bie zweite von 25 Commandeur 
britte von 50 Nittern gebilbet. Orben 
ein goldener weißemaillirter Kalle auf eir 
edigen goldenen, grünemaillirten Kreuze 
über welchem eine golbene Krone ſchwebt 
welchem ein vierediger rotber Stern mit m: 
lirten Spiten ftebt. Auf der Rüdfeite ift d 
meiß u. der Stern rotbemaillirt u. bat in d 
emaillirtem Mittelſchild die Deviſe: Vi 
ascendimus. Beim Civil umgibt ihn ein 
franz, beim Militär Armatur. Band: | 
wird von ber erften Kaffe über bie rechte | 
von der zweiten um ben Hals, von ber b 
Knopfloche getta en. Die erfte Klaffe tı 
auf ber linken Bruft einen filbernen a 
Stern; Orbenstag: ber 18. Octbr. 
Falkenpapagai, Langihwanzpapagai 
rihtbarem Federſchopfe am Nacken, f. Bay 
Falkenrecht, j. u. Fallenjagd V. 


Idenfperling, fo v. w. Schieie 
Slelerge 8 
— fo v. m. Fallkenſtoß. 

n (Min.), jo v. w. Hieracite 
Falkenſtein, 1) Marlifleden bei Pa: 
Öfterreihifchen Kreiſe unter dem Manha 
Feld⸗, Obft- u. Weinbau; 950 Ew.; 2): 
Bergbau auf Silber bei Schwaz im tyrol 
Innsbruck; 8) Herrfchaft am Harze im m 
Seekreiſe des preußiſchen Regierungsbezirk 
burg; ſonſt Sig von eigenen Dynaften, u 
Ausfterben Die Landeshoheit au Halberſ 


Falkenſtein bie 


raiex wcı: Ajieburgfamen; 4) Haup⸗ 
m: alte Wurg, bier ſoll Eile von 
:abbieniriegel geichrieben haben. Auf 
auch Kũrqere belaunte Aullate: Des 
ser zu Tantenbain, unter weichen 
: Bansteite zu verfieben ſein joll; 
ie Tidian, wo jonft Goldſand, ven 
entdedt, gelunten worten jem fell: 
ge von Brengen mit IWeieterf 1540 
Lergrafichaft ter Grafen ven Aſſeburg 
ten, 5) Gerichteamt im königlich 
reile Amidan (Voigtland), mit 12,742 
x State u. 16 Dörfern: 6) Amts, 
walenkatt tarın, an ver Adipic, ber 
a Trügihler gebẽrig: Schloß, Dloufie- 
1. Empenlicprelet ıı. Ausnäberei; Ju 
er war bier ein berrichaftliche® ed. ſegen. 
bergmı; in ter Näbe ter bebienreiche 
Rein, Dr Fuß boch; 7) Yantgericht im 
nf überrfalg; 31 OR. 6200 Ew.; 
Meheatarin: 575 (Zim. : Ruinen bes Berg- 
Bde eltern daʒu geborige Gerrichait in. 
AR dem Kiürken von Thurn u. Zayie, 9) 
nt in didericht Roſenheim tes bairiichen 
10) ionft Grafſchaft in bem 
ben ie aui ter linken Rheinieite; 
:42 $n.; faın durch Kauf an Lethrin⸗ 
Salkerrib, 1801 au Frankreich m. 
Berl. Raiier Joſeph II. reife unter 
mienamen eines Grafen von F.; 11) 
m, FR Canton Winnweiler bes Land⸗ 
su tlautern im bairiſchen Kreiſe 
d En.; dabei Burgruine F., Stamm⸗ 
wählen Grafen von ik.; 12) Staais⸗ 
B Deitiugen, im Lberanıt Heidenbeim 
mbergihen Jazttreiiee, mit dem Wei⸗ 
burg, tem gerfallenen Bergichleß X. 
men te Etammichloſſes der Eſel ven 
18) {nf Grafihaft im Eclotburnichen 
bie Doraſtie batte ten Zi auf dem 
it⸗F., vgl. Baliſtall; ftarb Ente tee 
«us; de Allctisierben verlam’ien die 
1462 au Solethurn. 
beim, eine 1664 in ben erblänbifch-äfter- 
. 1105 in den Reichaireiherrenftand er⸗ 
dt in Baden beimiiche Familie, welche 
ilter ritterbũrtigen Geſchlechte im Elſaß 
‚Razımt; dermaliger Chef iſt: Freiberr 
ehn tes 1852 verſtorbenen Freiberrn 
1912, it badiſcher Rittmeiſter u. ſeit 
2er Ehe mit Auguſie von Wangen ver⸗ 


8,1) Rob. Heinrich von F., geb. 
rt, war Brebirecter in Erlangen: trat 
ben Kirche über, murte Hoirath in 
an in Antkah u. Schwabach ı. 
er fhr.: Antiquitates Nordaa- 
af. 1733, 3 Vpe., Rel.; Antiquit. 
veteris, Schwab. 1734 bis 1786, 
ingiſche Chronika, Grit. 1737— 38; 
uabacense, lim 1740, 2 Ya. 
nrer, 1756: Antiquit, et meino- 
sine brandenb., air. 1751 -- 52, 
te des Herzogibumse Yaicın, Mün⸗ 
Ebie. n. m. a. 2) XRarl, geh. 1WI 
zurte 1825 Eecretär bei Der lönig⸗ 
fin Dreeden, dann Oberbibliothe⸗ 
leitete 1836 Die Prinzejſin Karoline 


Jalkenftoß 87 


ya Schann:burg⸗Lipde auf einer Reife durch Rel 
gen u. Holland nach Örekkritannien mn. beftichte 
dabei Bıria, 1840 aber Rtalien; 1652 wurde er ale 
geiſtestrant quieſcirt u. ft. 1855: er jchr.: Tb. Kot: 
cinfzle, pa. 1827, 2. Aufl. 1834; Geſchichte ter 
geenrapbiichen Entredungsreifen, Tirest. 162 — 
1629, 6 Nite.: Geſchichie Bes Jebauniterordent, 
ech. 1633; Geſchichte des Lenipeiberrenordens, ebr. 
1833; Beſchreibung der MWibliorbel zu Dredden, 
ebd. 1539; Geſchichte Der Buchpruderfunft in ibrer 
Entſtebung u. Auebildung, vpz. 1540: gab C. 
U. Tiedgee Leben u poetiihen Nachlaß, nebit 
Elifas von ter Rede Berichten ı. religicien Be⸗ 
trachtungen, ebd. 1541, 4 Vpe. beraus. 3) Jo⸗ 
bann Paul ſv. F., geb. 15. Juni 1602 in Pe—⸗ 
gan, beiuchte bie 1619 tie Schule in Klefter- 
Rosleben, ftubirte bis 1522 in Yeipzig bie Rechte, 
mwurbe 1824 berbotgerichtsraib daſelbſt u. las 
nebenbei juriftiihe Cellegia u. gab Examinato— 
ria; 1827 verließ er bie alademiſche Yauitabn u. 
mwurte Hef- u. Nuftizrach in Der damaligen vandee⸗ 
regierung. Nach Auflöfung ter lepteren u. Con⸗ 
Kituirung tes Yantesiuftizcollegiums u. ter Lan⸗ 
Desbirectien trat er in letere ein, wurte 1834 
Geheimer Regierungeramd im Miniflerium des 
Innern u. 1835 Director ber Kreiedirection in 
Leipzig, zugleich Wevollmächtigter bei ter Univer⸗ 
fltär u. Regierungscommifler bei tem Eemitd ber 
veipzig- Dreetener Giienbahn; ale feine Rirtlam- 
Beit ın Bas neue großartige Erheben ter Eiſenbabn⸗ 
unternebmungen fiel, fand er ber erfien größeren 
derartigen Unternehmung in Deutſchland vorlor⸗ 
end u. fördernd zur Zeite u. ging im Auftrage 
eines Könige nach München, um mit ber dortigen 
Regierung den Vertrag megen Erbauung ter GSäch⸗ 
fijch ⸗ Baieriichen Bahn abzufchließen, ſchon Damals, 
obgleich Kamıit noch allein ſtebend, Pertbeitiger bes 
Grumtfages, Dafı wenigſiens tie Dauptbahnen vom 
Staate gebaut werten mäßten. 1944 murte er 
Dinifter des Innern u. bewährte fein Verwal⸗ 
timgstalent bei. in deu Tbenerangsjahren 1846 u. 
1847, woer in Ber Abbülie ber Dteth Wutgezeich- 
netes leitete. Auch der Ban ber Göltzſchtbalüber⸗ 
brüdung wurde ſchließlich nach Lem Princip ausege⸗ 
fübrt, welches er ls Miniſier des Junern beharr⸗ 
lich vertheidigt hatte. Schon war er im Begriff den 
Kammern ein auf dem Primcip der Cenſurfreibeit 
rubentes Preßgeſey (e6 war verber ein ſolches im 
Berein mir Breuken bereits ter Hunteeverjanms 
lung vorgelegt worden) u. ein Geſey über Einfüb⸗ 
zung der partamentarifhen Enquete in Sachien 
vorzulegen: ale er am 5. Diärz 1949 feine Ent» 
leſſung als Drinifter erbat: 1951 ükernahm er ten 
Vorſid im Yantesconfiiterium u. im Frübjahr 1953 
das Miniſterium Bee Kultus u. öffentlichen Untere 
richten u. bat bei ter Verwaltung dieſes Departe⸗ 
mente zur Hebung tea kirchlich⸗ religicfen Siuncs 
weſentlich beigetragen. 
Fal kenſtoß (Jagtwi), 1) aus grauem Zwirn 

ot. Biudiaden geſtriäted Garn zum Fangen der 
Baumfal'en, ſ. u. Habicht ſteſt: 2) Korb von flar 

fen Drabte, auf einer Säule errichtet, eben efien, 
kann er mir einem Nebe bededt werben, welches ein 
Gewicht zuziebt; auf dem Beden des Kerbes wird 
erne werſſe Laube in einem Kariy beieſtigt, u. über 
derieltes nt dad Ztellbeiz, durch deſſen Yerübring 
das Gericht zällt, Das Netz zu Klagen. Der ai inf 
jelbe ſtoßende Rautvogel gefangen wird. 


3 Falkenthaler bis Balllandsinfeln 


Falkenthaler, filberne Schauthaler, mit ähn- | and, weniger gebirgig, der Boben in m. 
lihem Gepräge, mie die Yallenducaten. Gekirgen fteiniche, in den Ebenen ber Culn 
lkia (F. L.), Pflanzengattung aus der Fa- ! u. fruchtbar; ©) von ben untherliegenten Inf 

milie der Convolvulaceae-lichondreae, 6. &l. | die Jaſon⸗(im NW.), Salnages, Anil 
1. Ordn. Z.; Art: F. repens, Cappflanze. I Seelömeninjeln (im ©.) Die bebeutenbfi 
[firen (Reitk.), |. u. Falcade. Wichtigkeit biefer Infeln fir England kerubti 
alkirk, Stadt u. Borough in ber fhettifchen | ibrer geographifchen Lage u. rer Bedeu 
Grafſchaft Stirling am Forth- Eiybe- Kanal, von | Stationsplat auf der Handeleftraße von ( 
welchen: aus fich hier der Union-Kanal nach Edin- | nach ber Wefttüfte von Amerika. — Schon 
burg abzweigt; große VBiehmärkte: Hantel mit Ge- | rigo Vespucci fol bie %. 1502 entbedt u. fie 
treibe, Baummollen -, Leder⸗ u. Ciſenwaaren; mit | der vielen PBenguinen, Berguinasinjel 
den Torftädter Grahanıstoren u. Bainsford 15,600 | nannt haben. 1592 wurde der Engländer 
Gw. In der Umgegend reiche Steinkoblenlager u. | Davids dahin verfchlagen; 1593 befubr 
große Eifenmerke u. in der Näbe Trümmern bes | find Die Nordküſte berjeiben u. nannte fie 
Hadrianwalles. Bet F. am 22. Juli 1299 Sieg | fins- (Maiden-[Iungfern-])ianv. 
Ebuarts I. von England iiber die Schetten unter | dem Die nörblihe 1600 von dem Hollän! 
William Wallace; 23. Ian. 1746 Gefecht zmiiben | bald de Weert (nad) dem fie Sebalbi « 
den zu Sunften Des Prütendenten empörten Schot- | nannt murte), 1633 u. 1684 von Dx2 
ten u. ten Engläntern. Eomiey beſucht waren, fuhr 1689 Stro 2 
Falkland, Statt in ber ſchottiſchen Graffchaft | durch den Sund u. rannte die ganze Gruss 





File: Yeinmeberei, große Biebmärkte, 2500 Em. feinem Gönner, dem Lord Falfland, N 
Falkland (ipr. Kablland), Viscount of F., Durchfahrt Falflands-@und. 1796 u. 17PF 
ſchottiſches Peersgeſchlecht; merlwürdig find: 1) u | Framofien unter Kapitän Fouquet hier 
eins Carrey, Viscount of F., geb. 1610 zu Bur- | 1709 nannte fie ber Franzoje ‘Boron ze 
ford in Orfordfhire, trat 1640 11 das Parlament Stadt Dlalouinen, woraus die Spanien 
u. nabm 1642 den Pollen ald Staatöfecretär bei | vinas machten. Der Holländer Rogge 
Karl I. an; verleumbet, dankte er ab u. fiel 1613 | ibnen 1721 ten Narıen Belgin austraikl 
bei Newsbury gegen bie Parlamentetruppen. 2) | griünteten die Kranzofen unter Bougeini? 
Lucius Bentind Carrey, Yorb Huntfor, | Wieberlajfung Daielbft, 1765 nahmen Wi 
geb. 1503, Yorb Kammerherr u. jeit 1832 Peer, | länder unter Byron von einem Tbeil vow 
jepiges Haupt der Kamilie. Fallland Befis u. Kapitän Dlachribe 
Falflandeinfeln (von ten Franzoſen Les | aud Anfiebier bierber; Die Franzoſen HE 
Malouines [Maluineninjeinj genannt), | 1767 den Spaniern ibren Theil ber F. geg 
eine unter britiiher Oberbobeit ſtehende Inſel⸗Eutſchädigung von 603,000 Yiores. 17150 
gruppe im Atlantiiben Ocean, an der Züdoftfüfle | die Spanier tie Engländer in ihren Be 
von Batagonien (Südamerika); fie befteben au® | ar, aber vergebens; jedoch 1774 verliehen ie 
zwei größeren Injeln (ku DPD.) ı. ungefähr 360 | länter tie Inieln von jelbft, weil fie ga= 
Heinen Eilanden, Riffen u. Sandbänken mit einem | Vortheil gemäbrten; die britiſche Regierung 
Geſammiſlächenraum von ungefäbr 113 DBDE.; | ließ jedoch ihre Aurechte auf Die Kolonie zu 
Küften zerrifien u. bechtenreich, Die Einfahrt in ! Yange nachber jchidten tie Spanier wie 
bie Häfen aber wegen ter vielen Klippen u. ber | jagungen bin, um won da Einfälle in bie 
beftigen Ebbe u. Flutb jebr gefährlich: im Allgemei« | harten Länder Amerikas zu machen; audn: 
wen berricht ter Zurjboten vor; Die Gebirge | ten fie Verbrecher aus ibren füramerifanifdh 
find nadt u. öde, das Wachsthum von Bünmen lonien dahin. Alm 1810 verließen fie fie 
u. Sträuchern wird durch bäufige Orlane verbinte | 1520 nabın fie Kapitän Jewitt für tie 
dert, Dagegen gebeiben einige Getreidearten u. an- | tinifhe Republik in Beſitz, melde 1629 
dere Gräſer (cbarakteriftifch Das Tuflacgras, eintreife | Commandante de las Malvinas ernannte 
liches Biebfutter), Karteffeln, Gemüſe, Flachs u. Ri- gründete ber Deuticbe Ludw. Bernet eine “ 
ben; von einbeimiſchen Thieren finden ſich wilde laſſung auf der öſtlichen Inſel u. wurde 187 
Kaninchen, Robben, Penguinen, Wallfiſche, See⸗EGobernador de las Malvinas ernannt, n 
od. Strandvögel, wilde Rindriebberden: Klima | Rechte ver Fiſcherei u. der Jagd u. 30 
oceaniſch⸗gemäßigt u. ziemlich gleichmäßig, im Win⸗Steuerfreiheit. Die Colenie beſtand 183 
ter bleibt Der Schnee nur ſelten Liegen, dagegen iſt Franzoſen, Spaniern, Portugieſen, Der 
der Sommer fo kübl, daß der Weizen nicht gereitt, | Gauchos ꝛc., zuijammen etwa 100 Köpfe, ı 
Winde haufig u. ſchnell wechſelnd, Regen bäufig, | mit fremden Schiffen, bie auch ta jagen u. 
aber nicht anbaltend, ſonnige Zage Selten, Yırt im ] wollten, ernitlihe Kämpfe: 1531 wmwurte | 
Allgemeinen geſund. » Tit- Falkland cd. Soles | von der Amerikanern geiangen abgefübrt u. \ 
Bat, 17 Del. lang, 10 DIE. Lreit, beitebt aus zwei | lonie zerſtört. 1952 nabmen Die Englände 
Halbinſeln, von Denen Tie nördliche arößere ziem— | der Belig von 75. u. ſchickien 1234 einen Kor 
lich gebirgig u. felſig ift iböchite Spitzen: Usbern | danten bin. Nachdem man in England lang 
2400 Kup, Mount William 1500 Fuß,, aber über | Die Colouiſatien ver F. Debattirt batte, er 
die Hälfte nutes Ader« u. Weidelaud befier; Die , man fi endlich IS41 Doch tafilr, u. 15. Jan 
ſüdliche, eine gut bewäflerte, nur von niedrigen | landete der zum Gouverneur ter F. beſtimmt 
Hügelreihen durchzegene Ebene, Der Voten cken» j uant Mvctv mit einem Detachement Saj 
talo der Cuizur fähig: auf ibr der Hafen Porto von Woelwich bier auf Den gang verlaiienen £ 
Soledad ı Bert-Yenis, Pert Cheiſeulj am Were ! Jwed der Beiabung war ein Deper zu ar 
kw Zn: Tine, wo die ehemalige Niederlaſen wo nengliiche Wallfiſchjänger u. Nriegeibif 
fung der Franzoſen fi befand. b) Weſt⸗Fall⸗ | nach tem Eup Born geben, cd. von Stillen 





Falkmann 


bis Fall 80 


ant u. Schiffematerial finden, 1848 | ber Luft ber, die fie im Fal durchdringen müſſen, 


in Sullivan auf Oſtfallland nieder 
iel zur Coleniſation der Inſel bei, 
fich auch Das Borurtbeil gegen die⸗ 
meert bat. al. Bernetti, Journal 
sage aux isies Malnuines. Par. 
‚ Account of last expedition to 
Lın F.. Lend. 1772. 

‚ Ihrifl. Ferdinand, geb. 1732 zu 
ipreien, war Infirmctor der Brin- 
ı. {väter Rikliotbefar u. Directcer an 
ım in Dermoiß u. ftarb Lafelbft 1814. 
ie Reriuhe, Gött. 1816; Meibe⸗ 
ükungen für bobere Schulanflalten, 
&,n Ausg. ebd. 1823; Nenes Hilis⸗ 
vde Stplübungen, ebd. 1522, 2. Aufl. 


a bereit, eb. 1531, 3. Aufl. 1835: - 


t Yaariken Bortragelunft, ebd. 1836 — 
uam. 


hund ıBeifnergefeliicgatt), f. Falken, 
ut. 
la inr. Falnera Giländ\, Iniel 


ren Omert Graiſchait New⸗Haven, 
a, mim. Ioland⸗Sound des Ailan⸗ 
keand: Pradttburm von 75 Fuf Höde. 


u. welcher nach jerten Uuterichteven auch ein relativ 
tößerer od. Meinerer il: A die Bewegung eines 
allentden Körpers if eine gleichförmig be⸗ 
ſchleunigte, indem Pie unanfbörlich wirfente Kraft 
der Schwere wie eine unendlich große Anzabl nach 
unendlich Meinen nm. unter einander gleichen Zeit- 
räumen auf einander folgenter Stöße fich denken 
läßt, welche in ibren Wirkungen fi zu einander 
addiren, fo daß ter Körper zu Ende des Falles 
ieine relativ größte Geſchwindigleit (Endgeihmwin- 
digkeith erlangt, in jedem Momente feiner Be- 
wegung aber überbaupt bie Geſchwindigkeit ber 
verflofjenen Fallzeit proportional if; der Raum, 
welchen ein frei fallenter Körper innerhalb eines 
gewiſſen Zeitabſchnittes durchfällt, läßt ſich megen 
der gleichiörmigen Zunabme ber Geſchwindigkeit 
nach ber mittleren Geſchwindigleit berechnen, welche 
ibm innerbalb dieſes Zeitraumes zukam. Yu An- 
iang der erſten Secunde if die Kallgeichmindigfeit 
aleich Od, zu Ende derielben bezeichne man fie Durch 
pr, dann ift file nach tem unter c) anneflibrien 
Helene zu Ende der weiten, dritten, .. Secunbe 


‚ glei 28, 3g ..; folglich ift fie innerbalb der gan- 


iſß. earıter Araubündtner Niren, bie 


We Ni kelienfammes, weicher Das Thal 
rt Cſtſeite umgibt, 79/0 F. boch. 
rett, ĩ altenet. 

Ir m Falichöping), Stätten in 
Wan ı Shmeren‘, smiichen bein Ale» u. 


90 Em. Bei x. am 21. Februar 13680 | 


re Tasen u. Noerwegen für die Königin 
sgegen tie ESchweten, ſ. Schweden 


IB, farbeliiches Pfarrdorf im preußiſchen 
gieranatbezirk Urpein; S50 Gm. 
‚gnetihe Inſelaruppe im Winien ven 
Remarbıe Attika gebörend. 

tie Veweaung, in weicher alle Kür- 
inaerer Male, in Folge der Anzie⸗ 
er Nrũen gegen den Mittelpunkt grö⸗ 


| 


‚ mit einer Der größeren Malle lepy⸗ 
Die Meeresfliche, etwas abmeicbend, weil die Schwere 


jemrien Schnelligkeit aeiricben wer« 
ſern fe nicht durch Unterlage cd. 
ed. einen überlegenen Trieb zu einer 
Bewegung Daran verbindert werten: 


wregung. weiche jeder freie Körrer an 
ide in Felge der Schwere, d. i der 


Aeer@rbe, anstlibrt. Die ven Galile: 
a, rücküichtlich der dabei vorlemmen— 
t Zableunmwertbe durch pätere genaue 
sten Geſepedesreien Fallee, 
ihre Schwere herbeigeführten, durch 
rien Beweaguug, ſind: ar die Rich⸗ 
lenken Körprers beißt die fentrette 
u. mebrere iſeitlich ven einander ent— 


tallen in Richtungen, Die zwar in ge⸗ 
sen einander parallel icheinen, eigent⸗ 
ter Arte der Erde au venteratmen, : 


wıntialeit, mit wchber michrere 


iem m. temfelben Urt, ven aleber , 


ge Erde Fallen, IM eine allen nenne 


nierjebieb,, ten mir bemerten, udem 
ere, leder guiammenartiisie Körrer 
er: Jan.famer zum Beden gelaugen, 
dwerere, dicht zuinmmen zedräuete 
a), rührt blos ven dem Widerſtaud 


zen erſten, zweiten, britten, .. Eecunte burchichnitt- 
ib’, 3, 78, .., mitbin find Die Räume, welche 
innerbaiß dieſer Zeitabſchnitte nach einander zurück⸗ 
gelegt werden, den Zahlen 1, 3, 5, .. proportional, 
od. die Kallräume ber einzelnen auf einander fol. 
genden Secunden verbalen fich wie Die ungeraden 
Zablen: e) die ganzen Kallräume, vom Anfang der 
Vewegung an bid au einem beſtimmten Dioment, 
fintet man, indem man Die Fallräume der auf ein- 
ander felgenten Secunden addirt; mın find abe 
die Summen Der ungeraden Zahlen fucceifine I, 1%, 
9,16, ..; daber Tas allgemeine Geſetz: die ganzen 
Fallräume, vom Anfang der Bewegung an gerech 
net, verbalten ficb wie die Suadrate ter Fallzeiten: 
fr die Aniangegeſchwindigkeit des alles beträgt in 
ter I. Secunde im Wittel 15 Par. Fuß, genaıt: 
15,99568 15, 624 1044 rheinl.) Fuß ch. 4,0044 Meter. 
Sie iſt für jeden Ort der Erde, nach ſeiner Ent 
fernung von den Polen u. feiner Erbebung fiber 


durch den Umſchwung Ber Erte um ibre Addie fi 
vermindert en. in Dem Nerbältmiit Der Entſernumg 
ter Körper ron Dem Mittelpunkt der Erbe much er 
was in umgekebriem Verbhältniſt der Unatratei 
der Entiernunge abnimmt. Für den 09 1552” 
ter gecgranbıchen WRreite, ale mwehin Der Sail 
mefler dee Erdſphäreides füllt, betrant der An! 
raum Der erften Secunde 15,0778 Bar. Fuſt: bet 
ruıbenter Erte würde er 15,1127 Bar. Fuß fett. 
Tenn em fallenter Nörver behält von dem Wi. 
mente ĩieines Falled an Tie Seitenbewequng, wc vi 
ibm wegen Bes Umibiwanges Der Orient" 
wird alte eigentlich von given Krüiten gericht. 
Diele Seitenbewegung Heine mit Der Gniſernun 
eines KRöerpers ven Per Erdachie. Kerper, die verr 
einer bedeutenden Höhe Fallen, bringeu daber ati“ 
einen et garöſſeren Trieb zur Seitenbewegnn 
mit zu dem all, weichen alſe im Fallen m cta is 
von der perpendiculären Linie, die Dieb Tas Zt: 
blei beſtunmt ot, m. zwar ünlih ab, wie Venz 
berg. Reich durch ihre Aallverfuche um Ate. 
welche, ven bedenienden Höhben falten, under Din x 
gibt eizse etipas rüliche Abweichurig zetaien, Dar 


dtran haben. Wie anf ber Erde alle ſchweren Kits 


werben fie auf auberen Himmelskörpern nach bem 
Mittelpunft dieſer letzteren gezogen, u. aus aftrono- 
miſchen Berechnungen über die Maſſe u. ben Halb» 
mefler eines jeden ergibt fich der Fallraum ſchwerer 
Körper in der Nähe des Sonnenlörpers, ver Pla- 
neten u. des Mondes, So beträgt er, wenn ber 
Fallraum auf der Erbe zu 15,1 Fuß beftimmt wird, 
auf der Sonne 398,44 Fuß, auf dem Jupiter 
40,3 Fuß, dagegen auf Benus 14,95, auf Saturn 
15,94, auf Mercur 12,68, auf Uranus 12,7, auf Ce⸗ 
zes nur 2,85, auf Juno 2,13, auf Veſta D,73, auf 
Ballas 0,64, auf dem Mond 2,75 In größerer Ent- 
fernung von den Weltlörpern nimmt die An- 
ziehungstraft, Total auch der Fallraum allmählich 
ab u. zwar umgelfehrt proportional Pen Duabdraten 
der Entfernung; diefe Bewegungen offenbaren ſich 
in dem Umlanf ber Himmelskörper um einander. 
ß B. würde der Mond, welcher ſich in einer Ent⸗ 
ernung von circa 60 Erdbalbmeſſern vom Mit⸗ 
telpuntt ber Erbe befindet, in der erfien Secunde 
nur um den 3600. Theil von 15 Fuß fih der Erbe 
nähern, aljo mürde er erſt in einer Minute 15 Fuß 
weit zur Erbe fallen. Da ihm aber vermöge einer 
uranfänglihen Geſchwindigleit u. in Folge des Be- 
harrungẽvermögens in jebem Moment noch eine 
Seitenbewegung zukommt, fo ‚ergibt fich hieraus 
feine elliptiiche Bermegung um bie Erbe. Die Ge⸗ 
ſetze bes freien Yalles mobifciven fih beim Fall auf 
vorgeichrießenen Wegen. Se wählt beim all auf 
glatten, geraben Flächen, auf Denen ein Körper ber- 
abgleitet (am beften al® Kugel herabrollt), u. wenn 
Aufenthalt durch Reibung u. Widerſtand ber Luft 
außer Betracht bleibt, die Geſchwindigleit während 
des Falles zwar, mie beim freien Falle, aber ihre 
Anfangsgeſchwindigleit it um fo geringer, je mehr 
der Winkel der geneigten mit ber Horizontallinie 
von einem rechten Winkel abweicht, denn bie rela- 
tive Schwere eine® Körpers, vermöge welcher er 
auf einer fchiefen Ebene berabfällt, verhält fich zu 
befien abfoluter Schwere, wie bie Höhe der ſchiefen 
Fläche zu ihrer Länge. Für Beſtimmung der Ge- 
ſchwindigleit aber gilt hier das Gejeg: eın Körper 
fällt in jeder Sebne eines Halblreifes, fiir welchen 
bie Berticallinie, in der er bei freiem all gefallen 
fein würde, den Durchmefler biltet, wenn bie Sebne 
vom Anfangs- od. Endpunkte des Durchmefiers 
nad einem Punkte des Halbfreifes gezogen wird, 
in derſelben Zeit, in welcher ex Durch die Vertical- 
Iinie ſelbſt gefallen fein milrbe; Dies gilt ſogar von 
ber allerfleinften (verſchwindenden) Sehne, Die man 
fib zum Endpunkt gezogen denken kann. Die End- 
geſchwindigkeit aber ift dieſelbe, tie er beim Fall in 
perpendiculärer Richtung von gleicher Höhe erlangt 
baben würde. Aber auch beim Kal auf krummen 
Flächen ift die Endgeſchwindigkeit tes fallenben 
Körpers tiefelbe, als wenn er perpenbiculär, od. 
auch durch Die Sehne berabgelaugt wäre. Wen 
aber cin Viertel⸗Kreisbogen aufrecht geftellt ift, Daß 
Das obere Ende eine Berticallinie, Bas untere eine 
Horizontallinie berübrt (zur Tangente bat), jo ger 
langt ein Körper auf biefem Bogen durch den Fall 
in lürzerer Zeit, als auf der Sehne dieſes Bogens, 
zum tieiften Punkte; Kies ift aber auch ter Wall, 
wenn er auf Heineren Bogenftüden füllt, u. immer 
it Die allzeit eine fürzere, ale auf Ber Eehne dei. 
felben Qogenfiüdes, u. mithin auch kürzer als bie 
Zeit, innerhalb welcher er in verticaler Richtung 


Ball 


per nad dem Mittelpunlt ber Erbe binfallen, fo | 


durch ben Durchmeſſer deſſelben Kr 
fein würde. Das Verhältniß dieſer 

ift aber mathematiſch völlig genau nuı 
wenn der Fall durch einen unentlich f 
gedacht wird, mo es dann das des Du 
4 der Peripherie ift, wa® in Zablen au 
gefähr dem Verhältniß 1000 : 755 e 
der Cykloide (1. d.) aber fällt ein Kör 
durch jeten Bogen in gleicher Zeit, fo: 
kürzerer Zeit, als auf jedem anderen ! 
nen Wege. Diele Beftimmungen fünt 
Bewegung von Penteln wichtig. Dei 
feitliher Richtung immer aud ein Fa 
geichriebenen Wegen, inden Die Yinie 
der gemorfene Körper bewegt, bie eine 
Iſt ım Kallen durch nacdhgiebige Mitt 
durch Die Luft) der Schwerpunkt nicht 
Kugel von gleihmäßiger Maſſe) in t 
Körpers, fo wird der Körper im Falle: 
der Schwerpunft vom Anfang an in 
Diceularlinie unter dem räumlichen M 
Körpers lag, diefe Richtung unter & 
erlaugen ftreben, u. aljo, wenn er vo 
lag (mie der Körper eines fallenten M 
ſchlagen. Spitige u. leilartige Körpe 
gleihförmiger Dichtigkeit immer in 

Lage fallen, daß die Spike od. Kantı 
menbet ift; Körper mit breiten u. ſchn 
wie Breter, fallen ſchräg, meil fie d 
Luft durchſchneiden, aber auch, weil 
punkt fie zum Umifchlagen auf ent 
Eeite treibt, ſchwankend von einer Seit 
od. au, wenn der Körper ein relatı 
wie ein Papierſchnitzel, brebend, od., ı 


denheit ber Form in mannigfaltiger 


förmig fi) drebend, u. von der gera 
weichend, indem der Wiberftaub ber 
mie eine active Bewegungskraft wirft. 
ſpecifiſch ſchwerer Körper in Wafler 
tropfbaren Ylüifigleiten iſt mehr ein 
ein Fallen, weil bier der Widerſtand 
daß die Bervegung eben fo, gleich wc 
an, in ihrer Beichleunigung verzöger 
3.2. beim allen von Staub ot. Al 
feihten Körpern dies auch in ber Y 
3) von Flüffigkeiten, jo v. w. Sinle 
Stand derjelben, dem Steigen entgeg 
Tall des Quedfilbers od. Weingeiſtes 
rometer⸗ od. Thermometerröhre; 4) 
Hlüffigleit, von der Neigung der Fläche 
fie —— bedingt. 

all (in anderer Bedeutung), 1) (‘ 
v. w. Gefälle; 2) ſo v. m. Aufziebſchütze; 
in Flötzen Klüfte od. Nieren, welche 
die Veſchaffenheit u. die Richtung des 
ben; 4) (Zalzwert), Das Durchgebe: 
durch eine Abtbeilung Des Gradirbai 
Raum, welchen das aufgezogene Gewi 
bis zu ſeinem Ablaufen durchläuft; 6) ( 
fall od. Die Falle, einlaufendes Tauw 
chem die Raaen, Exgel, Flaggen u.“ 
gehißt werden. Se nach den verſchied 
erbalten Die allen ihre Namen, 2.5 
Bramiall; Die Unterraaen od. großen! 
leine allen, jendern werten mittelä : 
gehißt u. geſirichen; 7) (Schiffob), Das 
eines Theiles des Schiffes, 3. B. des A 
die moderue Schiffobaulunſt hat diejen 


Fall bie 


echt, während er im früheren Zei⸗ 


ei ter ganzen — betrug; 
:,ie v. w. Caſus; 9) (Kechtew), 
al, 10) (Belrest, Mortuarium), 
lebung; 11) Pie Begehung einer 


Saligrube 91 


Yale, Gruppe von 4 Inſeln im Tcechozkiſchen 
Meere, zu den Kurifen (fürli von Kanitichatka, 
@ibirien) gehörig ; ven Krufenftern entdeckt. 

He (Bälgen, Bergb.), ſ. Fall 3). 
Hebene (Martid.), jebe ſaigere Ebene, welche 


t außerebeiiche Beifchlaf, durch wei- | fidh durch bie Ballungelinie irgend einer beliebigen 
ängerung erfelgt; daher 3m Mall | Gene legen läßt, f. Eitreihungelinie. 


sanger werten, zu Fali bringen, 
ð | tenmeife Herabfleigen in den tieferen Ton ter Ton- 


ſchottiſches Fläherunaß, ungefäbr 


b, täuichend. 
gel, zur Gruppe Ulea Des Carolinen⸗ 
Kuwektiches Vol yneſien) gebärig. 
Yehannee, geb. 1809 in Hamburg, 
uns Revige Rammenten Kanfnıannee, 
Atze u. Heidelberg die Rechtswiſſen⸗ 
Nerauiinten mürttembergiichen Staate- 
ls Brivardeocent flir Die Rächer 
Mu Gdkihte an Lie Univerfität Tü- 
a where 1542 auch zum PBrofefler in 
er Facultät u. 1850 zum 
baheher nmerriichte. Im Dahr 1946 
a ter an dem Franffurter 
we Ruhe, me cr zur Partei tes Tinten 
1 ghkr: im Aug. dieſes Jabres murke 
Rt: 0 Hantele ım Reichemini⸗ 
zui mu Bat 1519 freimillig aus der Na- 
mama u fach, auf einer Meile begrif- 
v Der 1855 in Yınflertam. Er fer.: 
—— der ee ha 
ausgeber der Beitfchrift für 
we Elster; aft 


me, 1) Bälger, 6 3cll ins Gevierte, 

u mit Gifen beicdhlagen, Die in ben 
rm au einer Welle auigebangen find, 
lerlen könell berablaſſen u. das Ther 
(lu. Eind die Bäume durch Cuer- 
Ber, daß fie ein Ganzes bilden, fo 
elgatter gemanııt. Beim allgatter im 
gFarbe n. Zabl dex Ballen argegeben 
N Rräbenbütten u. Bogelbeerven fleine 
auf welche fich vie zu fangenden Vögel 


ov.m. Guillerme. 
1) for. m. Rammtiot, |. w. Ramme; 
Selen das Tan bes großen Stag⸗ 


iM Calendula offhcinalis. 

2 fer. Faol⸗Lriehl), 1) Fluß im 
a Rorbamerika), fäft in den Mibite- 
idtiicher Bezirk (Townebip) in ber 
ulten im Staate Indiana; 1300 Ew.; 
Bezirk in der Graſſchaft Henry im 
u: 1100 Ew.; 4) Stättifcher Be⸗ 
fpeft Madifon im Staate Indiana; 
Erärtiiher Bezirk in ber Grafſchaft 
iste Illinois; 1100 Ew. 

!erbeug, Thiere lebendig od. tobt zu 
eren —— ſ. die betreffenden 
tüblenb.), das Schutzbret tes Ab⸗ 
stihen Schloſſern zwei Haken, welche 
ten in den Schließhaken einfallen u. 
ılten; an Dem unteren if ein Ming 


Er 


let), Tragichluß, ſ. d. u. Sophiſtik; 


Ballen, 1) 1. Fall 1) u. 2); 2) (Muf.), das ſtu⸗ 


3) Das Ubriehmen der Stimme an Höhe u. 
leich; 4) (®Bersb.), von Flächen ob. Linien, 
teren tung vom Horizonte abwärts gebt. Nach 
tem F. unterjcpeibet man recdbtfinnig- n. mwi- 
berfinnigfaltende Lagerflätten, je nachdem 
fie nach derſelben Weltgegenb et. nach ter entge- 
gengeleiten ihre Neigung zeigen. Nach der Aröße 
tes Winkels unterfceibet man faiger fallente 
von SO dis 90°, tonnlägig jallente von 60 
kis 50°, flach ven 20 bie 60° u. ſchwebend fal- 
lende Lagerflätten von 0 Fis 20°; 8) (Ab- 
fallen, Seew.), das Schiff fo ſteuern, daß es fidh 
ven ter Richtung des Wintes entfernt u. vielen 
veller erbält; verfebhrt fallen, auf eine antere 
Seite ale man beabfihtigt; in Lee fallen or. ab- 
treiben, wenn bı6 Säıff ſtatt in der Kielrihtung 
fortzufchreiten, nach der Seite getrieben wird, welche 
jener entgegengeſetzt ift, ven welcher der Wind mebt. 
Fällen, 1) (Zerftm.), I. Holzfällen; 2) ein Wild 
durch Schießen or. mit dem Fangeiſen tätten; 
8) (Seew.), den Anler fällen, ihn ausmwerfen; 
4) ( Chem.), J. FĩUung; 8) Echeidewaſſer fäl- 
len, es von feiner Unreinigkeit befreien, 6) einen 
Schacht fällen, ihn tiefer machen; 7) einen 
Perpendikel fällen, auf eine gerate Linie od. 
* eine andere Linie von einem Punkte außer⸗ 
16 fo sieben, daß fle mit Lerfelben einen rechten 
Mintel bildet; 8) Das Gewehr fällen,.es in 
eine berizentale Lage bringen, wo bie rechte Hand 
bie Dimnung umfaßt n. Den Kolben an die rechte 
Hüfte prüdt, die Tinte den Schaft in der Mitte um- 
faßt u. Das Sewebr zum Steß bereit bält; 9) Die 
Zähne fällen, von Pferden u. Rintrieb, tie 
Zauhne wechſeln. 
Ken City (ſpr. Faol'n Sitti), Klippeninſel 
in der Nähe der zu dem britiſchen Antbeil der Vir⸗ 
ee od. Jungferninfeln (Weſtindien) gehörigen 


ei Virgin Gorda. 

Ken 83 ſ. u. Fallen 4). 

Kender Planet bie in ter Aſtrologie ein 
Blaner, fobald er im 3., 6., 9. cd. 12. Hauſe ſtand. 

ende Mei — eine ſolche nach den 
Potenzen einer Größe fortſchreitende Reibe von 
Gliedern, bei welcher die Exponenten jener Größe 
allmätig abnehmen. 
ende Sucht (Med)), ſo v. m. Epilepſie. 

Uenia, lintergattung ber Gattung Trauer⸗ 
igmehfliege (Anthrax), f. d. 

Yallersleden, 1) Amt im bannererichen Für⸗ 
flentbume Yüneburg, an der Aller; 5600 Ew.; 2) 
Parftflieden u. Amtefig darin, zmifchen Celle u. 
Gifhorn; mit Schloß, einem Artefiichen Urunnen; 
1400 Sm. ; Geburtsort des Dichters Hoffmann, da⸗ 
ber Soffmannvon. 

Ogatter, |. u. Fallbäume. 
Igranaten (Rriegem.), |. u. Granate. 
Fallgrube, 1) Grube mit Holz verffeibet, um 


ragung, dallenode, um ben Riegel ; wilte Tiere, bef. Bären (ann Bärengrube), 
ichen. 


sd. Wölfe (dann Wolfsgrube), barin zu fangen. 


92 


Erſtere ıft meiſt 8 Ellen breit u. tief m. wird oben 
mit Reiſig u. Rafen dünn verbedt, darauf ift ein 
Köter, 3. B. ein Honigtepf, angebracht, um das 
Zbier anzuloden; Das Thier wird erfchoflen, ob. 
will man es lebenbig haben, durch einen mit einer 
Kaltbür vermwahrten Ausgang in einen Kaften von 
Gifenbleh (Bärentlaften) gejagt, ber ſich dann 
durch eine ähnliche Thür ſchließt; 2) (Kriegem.), 
ähnliche Grube in, unter Wafler zu feenben, aber 
- zu durchwatenden Gegenden. 
guter, Güter, welche beim Tobesfall tes 
Damit Belehnten an den Herru zurüdfallen. 
allböhe, fo v. w. Fallraum. 
allholz, vom Winde ausgeriffene ob. abge- 
brochene Baͤume od. Afte; bie legteren dürfen ge- 
wöhnlid von armen Leuten gefammelt werben; 
daher Leſeholz. 
allibel (v. Iat.), teiglich, betrüglich; daher 
JFallibilttat, Trüũglichkeit, Möglichkeit einer Täu⸗ 
ſchung; Jalliment (Falliſſement), fo v. w. Kaufmän⸗ 
niſcher Bankerott; Salliren, Baukerott machen; Fallit, 
Jemand, der Banlerott gemacht hat. 
Faͤllig werden, 1) für beſiegt in ber Sache 
erflärt od. zu Bezahlung ber Kofen, auch zu einer 
Straje verurtheilt fein; 2) das Eintreten des Zeit- 
punftes, au welchem Die Gegenleiſtung fiir eine 
früber enipfangene Leiftung zu realifiren ift od. an 
welchem inı Handelsverkehr, wenn keine Störumgen 
eintreteu, ein an gewiffe Regeln gelmüpftes Ereigniß 
attfinden ınuß. So ſpricht man von fülligen Em 
ungen, Wechſeln, von fälligen Schiffen, Poſten ꝛc. 
Nindianer (BPawäuftic Eithinyook, von 
den engliihen Handeleleuten Gros-Ventres 
genannt), Unterftanm der weftlihen Algouliniudia⸗ 
ner, zur Familie ber Minetares gehörig, um Gebiete 
ber Hutjonebai- Kompagnie (Britiihes Nordanie⸗ 
rita); ihre Sprache hat einige Ähnlichkeit mit ber 
der Kalotas: ungefähr 2000 Köpfe. 
Vallingboftel, 1) Anıt im hannoverſchen Filr- 
flenthume Yüneburg; 11,600 Ew. in 47 Gemein- 
den; 2) Dorf u. Hauptort darin an der Böhnıe, 
Papterinüble; 700 Em. 
Tall ind Boot (Boot benannt, Seem.), 
bay Kommando an bie Bootsgaſten, in das Boot 
zu geben, um Dafjelbe zu bemannen. 
allfafer (Uryptocephalus Zadr.), Gattung 
ber Blattkäfer; Kübler neben dem Munde, Körper 
walzenfermig eirund, art gewölbt, Kopf unter das 
ſchmale Halsjchild verfiedt; auf Gefträuchen, fallen 
beim Aunähern an fie wie tobt herab. A) Wiit kur⸗ 
en, nach Dem Ente zu fanını- ob. jägejörnigen 
* Untergattungen: a) Chlamys Anoch., 
ühler köunen ſich in eine Rinne am Halſe legen, 
Leib kurz, eiförinig, höderig; Art: Ch. eristata 
(Ursptocephalus eristatus), ſchwarz, Haleͤſchild 
höderig, mit erhabenen Sireiſen aubländijch; b) 
Chlytra, Taſter ſind gleichjörmig, Körper ſaſt 
cyliudriſch; Art: C. quadripunctatu; e) Lam- 
prosoma, Körper rofl Tugelig ‚ gemälbt, glatt, 
Halsſchild kurz; Art: L. bicolor B) Wit Fühlern 
lüuger ale ter Xopfn. Haleſchild: dd Choragus 
Kırby, Fübler mach dem Ende zu Dider; e) Eu- 
ryope, Füblerglied länger ale tas dritte; f) 
Gleittäfer bumolpus Latre), Fühler haib jo 
lang ale ter Körper, Glieder kugelig, durz, nach der 
Spibee wenig verdickt, Kerper eijermig, Halojchild 
ſehr gewe:bi; Art: Weingleitkäfer (F. vitis, 


Loiaspis vitis), ſchwarz, jeinhaarig, Fliigeldeden 4. . 


Fallgüter bis Fallmafchine 


blutroth, thut den Weinftöden Schaden; 
laspis, Taſter tabenförnig mit fegeifl 
glied, Körper eiförmig; I) Gigentll 
(Cryptocephalus), bie Fühlhͤrner ı 
Länge des Körpers u. fabenförmig, die 
walzenförmig, der Körper kurz, ſtark gewẽli 
Grüner F. (C. sericeus), golbgrün, g 
mit ſchwa Fühlern, auf Weiden u. Lon 
1. a. Ko — an a — 
all kraut, nze, ſo v. w. Wo 
alllehen (Rechtsw.), fo v. ww. Fallgüe 
allloch, das ſenkrechte Loch im Hampel 
allmafchine, ein Infirument, bie ul 
lei entdeckten Gefetze bes freien Fallet M 
per (vgl. Fall 2) augenjcheinlich darzuſtellen 
ber bediente man dh hierzu einer Ber: 
bei welcher Kugeln auf einer jchiefen, m 
glatten Rinne herabrollten, wobei bie Be 
gung der Bewegung nach bemielben 
wie beim freien Fall, das abjolute Ma 
ſchwindigkeit aber weit Heiner u. baber : 
beobachten ift. Vollkommener ift bie vom 
länder Atrocod erfundene 5. In ber BE 
horizontalen Fußbretes erhebt fich ſen 







hölzerne Säule, welche einige Zolle nom 
Punkte abwärts, von U anfangend bis 64 
gehend, in Zolle u. Zehntelzolle eing 
Fußbret fteht auf einem Fuße ır. | 
durch welche bie horizontale Stellung dcc 
tes hervorgebracht werten fann. Im bien 
Säule wird oben mittelft einer Schrauben 
zerne Platte befeftigt, bie eine Rolle Kö 
genau centrirt u. überhaupt fehr forgfältt- 
tet fein ınuß, weil von der gleichen u. 
wegung Diefer Rolle alles atböängt; üben 
geipnittenen Rand dieſer Rolle gebt elite 
beren Enden un Ihmwacen Meialiſtäben 
find, die durch Die Wiitte eines Heinen ız 
Zellerhen® m u. m’ geben. Diefe Tellerche 
fo, Daß Das eine yor Der Mitte ber Scala hei 
faın. Die Gewichte, welche auf dieſe 2 
von der Seite aufgeichoben werben können, 
aus freisföormigen Scheiben von einem 
Durchmeſſer des Tellerchens gleichen Dur 
u. find erftlich ſolche, Pie auf beiten Schell 
m‘ gleich aufgelegt werben, u. dann zwe 
Übergewicht, Dad dem vor ter Scala beri 
ten Gewichte beigefügt wirt. Endlich bef 
ſeitwärts an der Säule, cd. feuft irgendwo 
ein Pendel, welches bie einzelnen Secundel 
Um mittelſt dieſer Maſchine zu zeigen, 
Fallräume den Quadraten der Zeiten prop 
find, legt man zuerſt auf beide Tellerchen eit 
Dienge von Gewichtstheilen, ſodann noch 
vor der Säule hängende ein ſolches Übe 
Daß von demſelben in Der erſten Secunde 
einziger Zoll burdfallen wird. Dan fi 
das vor ter Säule hängende Gewicht fo 
auf, baß feine untere (rlüde genau neben bı 
puntfte ſich befindet, u. bält es im dieſer! 
weder unmittelbar mit der Band ct. m 
Stäbiben feft, welches den Faden gegen ba 
andrüdt. Man achtet dann auf die Sch 
Secundenpendels, u. im Momente eines 
jchloges läßt man das angedrüchte Gewiſ 
u. zablt die Schläge des Peudels. Iſt Alı 
angeordnet, jo oninit mit dem Ende der | 
.. 5. Secunde Das Gewicht nei deu 


Balmeifer bis Ballet 


zeichneten Theilfirihen ter Scale 
* hierdon genau überzeugen, in⸗ 

Stellen ſuccejſive ein Breichen 
eiches das Gewicht gleichzeitig mit 
je auftt ifft. Um mittelſt der Ma⸗ 
melde Geſchwindigleit ber fallende 
ı keflimmten Punkte erlangt bat, 
Runkte das Übergewicht abgehoben 
der Körper ohne neue Beſchleuni⸗ 
mal erlangten Geſchwindigleit fort» 
med wird durch ein burchbredie- 
creicht. welches das Haupigewicht 
das Ubergewicht, welches für die⸗ 
Geſtalt eines langen Stäbchens 
bert u. zurüdbebält. Ge ſei tiefe 
ıtie Säule befefigt, daß fie genau 
Hide tes Ubergewichts abhebt, wo 
Me deſſelben bei 25 Zoll anlommt, fo 
1, dej bie Fallzeit dazu 5 Secunten 
Ce ter 5. Secunte iſt die erlangte 
it ach ten Geſetzen des freien Falles 
a lb Sof, u. wem ber Körper nur 
we unbeichleunigt bebielte, To 
nee der 6. Eecunde bis 35 Zoll, 
u 1.Cume bis 45 Zoll, am Ende 
wc gelangen, an welchem 
u, nen bajeibft bie undurchbrochene 

nerden wäre, das Aufichlagen 
de ber 8. Becunte hören müßte. Die 
men ae anf mancherlei Weile abgeän- 
ı @ ygt aber das Mitgerheilte ſchon, 
wosd’ihe F. viel Belehrung dar⸗ 


fd. w. Kbbeder. 
‚IL Phil. geb. 10. Dec. 1791 in 
in Tyrol, ſtudirte 1810—12 
. Ortentaliihe Sprachen u. Ge- 
wa in Landshut Inrispruden;; trat 
fieutenant in die bairiſche Infan⸗ 
ie Schlacht bei Hanau mit, zog mit 
a blieb dert bie nach Dem allgemei- 
Hufle, worauf er mit feinem Regi⸗ 
a in Garnilon lag; 1518 nahm er 
n. mwurbe Lehrer an der Etutien- 
burg, 1621 am Progymnaſium u. 
m m Zandebut. 18531 verließ er 
treifte mit tem Orafen Oſtermann⸗ 
„Nubien, Baläftina, Eyrien, Klein- 
Uand. 1534 lehrte er nah Mün- 
surde 1635 Mitglieb ter Aladenıie 
m. 1636—37 befuchte er Frank⸗ 
j u. Italien u. lebte bie 1840 meifl 
voranf er feine zweite Reife in ten 
T brachte ein ganze® Jahr in Con⸗ 
antere in Sriedenland zu. Sei⸗ 
: WVohnfi bebielt er nah feiner 
ı Münden, fette aber fein Wander⸗ 
7 madte er eine neue Reije nad 
ızde 1849 Brofeffor der Geſchichte 
Ritzliet der Rationalverfanmlung 
so er zur Linken gehörte. Da er im 
tem Ruınpiparlament nad Stuli⸗ 
nad deſſen Schluß in die Schweiz 
er interinuftifh quieſcirt, ſpäter 
9 Amneftiegefche® rehabilitirt. Er 
6 Raiferthbuns Trapezunt, Piünch. 
te ter Harbinſel Picrea mährend 


'D 


| 
| 


Über tie Gutfiehung ber Neugriechen, ebt. 1835; 
iginalfragmente, Chronilen ıc. zur Geichichte des 
Kaiſerthume Lrapezunt, Münch. 1843 f., 2 Abth.; 
Fragmente aus dem Orient, Etuttg. 1845, 2 Bbe. 
(daher er gewöhulih ter Fragmen tiſt genannt 
wirt); Dentihrift Äber Golgarha, Münd. 1652; 
Das Todte Meer, ebd. 1653. 
alineß, jo v. w. Sqlaguet. 
Non (fpr. Fallong), dudw. Aug. v. F., geb. 
1736 in Nanmur, kam früh nah Wien u. Rubırte 
daſelbſt die Militärwiflenichaiten, wurbe 1796 Ca⸗ 
bet im Ingenieurcorpe, 1797 Cberlieutenant, 1803 
Gapitänlieutenant, 1605 Hauptmann im Quartier- 
meiflerflabe, 18089 Major, 1509 Chberfllieutenant 
u. 1813 Oberſt. In ben Seriegen 1813 — 15 leiflete 
F. bie wichtigen Dienfle u. wurde Director bei 
ben Gataftreivermeflungen; 1525 wurde er Gene» 
Kalmajoz A. f. 1825 in Wien. Cr ſchr.: Hypſome⸗ 
trie von Oſterreich, 1. Up. (enthaltend: Die Höhen- 
beflimmungen in Xyrol, Iſtrien u. auf ten Inſeln 
im Golfo da Quarnero). heraudgeg. von Freisauff- 
Neudegg, Wien 1831. Auch gibt es von ihm eine 
Karte des Kaiſerthumo Ifterreuh. 
opio, f. Falopio. 
ot-Zaurilard (ſpr. Falloh· Lorilljahr), 1) 
Sal. Ludw., geb. 1783, penfionirter Militärarzt, 
feit 1856 Präfident ber Lönigliher Akademie ber 
Mebicin in Brüfiel, Berfafler mehrer ophthalmo⸗ 
logiſcher Arbeiten. 8) Kari Wilb. Ant, geb. 
1787 im Dans, u. geft. 1842 al6 Geniemajer u. 
rofeſſor der Brüfleler Militäratademie; er Ichr.: 
raitéẽ des fortifications, 5 Bbe., u. bat fi auch 
als Dichter belannt re 
Yallonz (ipr. Kal), Frederic Alfrete Pierre be 
FJ., geb. 1811; wurde 1846 Mitglied der Deputir⸗ 
tenlammer u. nahm bier feinen Sitz zur Rechten. 
Beim Eintritt der Republik 1848 verließ er fein 
politifches Glanbensbelenntuiß, worin er bie Be⸗ 
wohner der Bendéie vor tem Bürgerkriege warnte 
u. biefeiben ermahnte zur neuen Regierung Zu- 
trauen zu haben. Zum Wepräfentanten gemäblt, 
nahm er tbätigen Antheil an den Verhandlungen. 
Bei dem Attentate vom 15. Mai gehörte er zu ten 
wenigen Deputirten, welche ſich den Infurgenten 
entgegenftellten. Am 20. Dec. 1848 murbe er Mi- 
niftee des Kultus u. des Unterrichts u. im Mai 
1649 in bie zweite Geſetzgebende Verſammlung ge- 
wähle. Im Oct. 1849 legte er fein Porteſfeuille 
nieder u. ging nad) Nizza, um feine Gefundheit her⸗ 
zuſtellen; nahm 1850 Beil am Legitimiftencongreß 
zu Wiesbaden u. ging 1851 nad Yaris surüd, we 
er zu Gunſten der £egirimität bie Fuſion zu betrei- 
ben juchte. Beim Gtaatsfireich wurde er verhaftet 
u. erfiärte öffentlich nach feiner Freilaſſung, daß er 
bei ber Neumabl zum Xegielativen Körper lein 
Maudat annehmen werke; 1555 wurde er Mit» 
retacteur bei der Revue de correspondents, u. 
1557 Mitglied der Alabemie. Gr ſchr.: Llistoire 
de St. Pıe V.. Bar. 1844, 2 Be, u. Ilistoire de 
Louis XVI.. Bar. 1840, 2.9. 1844. 
Falowfield (ipr. Källemfiebir), 1) Stäbtifcher 
Beyırl (Township) in der Grafihaft Crawford im 
Staate Bennfylvanien (Morbanerila); 590 (m. ; 
2) Siãdtiſcher Bezirk in der Grafſchaft Waſhington 
im Staate Pennſylvanien, am WMonongahela-Ri- 
ver; 1300 Em. 
#allredt, 1) (Aertunrium), fo v. w. Vau⸗ 


ı, Stuttg. 1830—36, 2 Thle.; ı Ichuug; 2) Tas früher bei. in Schwaben u. Fran⸗ 


% 


fen, Boch auch in nördli deren Gegenden, mie Frieb⸗ 
land, ben Oſtſeeprovinzen zc., bald ftatutarifch, bald 
partieularrechtlich zu findende Recht, woncch der 
Nachlaß eines ohne Dejcendenten Verftorbenen im 
der Weije getbeilt wird, daß biejenigen Bermögens- 
theile, welche von väterliher Seite ftammten, auf 
die väterlihen, die von mütterlider Seite ftam- 
menten aber auf die mütterlichen Verwandten ver⸗ 
erbt murben (Jus revolutionie 8. recadentiae). 

Fall reep (Seew.), das Tau, welches an beiten 
Seiten einer Schiffstreppe befeftigt iſt, damit bie 
aus⸗ u. einfleigenden Perſonen fih Daran anhalten 
fönnen. Auf F.! Commando zum Antreten ber 
Mannſchaft, Die am Bord ale Ebrenbezengung für 
die Ankommenden u. Abgehenben gilt. Sadreep 
treppe, bie Bordtreppe, bie je nach ber verſchiedenen 
Gattung der Schiffe außer Bord befeftigt wird, u. 
zum Ein⸗ u. Ausgeben dient. Sellreepgepter, bie 
beiden Eifen« ob. Bronzeftangen, bie zu beiven Sei⸗ 
ten Der Bordtreppen das Fallreep halten. , 

Fall: River (ſpr. Faol⸗Riwwr), 1) Fluß im 
Staate Jowa (Norbamerifa), entipringt anf ber 
Sftgrenze ber Graffchaft Delaware u. mündet in 
ter Grafichaft Jackſon in den Makoqueta⸗River; 
2) Fabrilſtadt u. Eimfuhrbafen in ber Grafſchaft 
Briftel des Staates Maſſachuſetts an ber Mün- 
dung Des Taunton-Hiver in bie Mount Hope» 
Bat; 12 Kirchen, 2 Banken, 2 Zeitungen, mehrere 
Schuien; große Bammmollenipinmereien, Wollen⸗ 
mannfacturen, Eiſengießerei, Rheberei, guter, ficher 
ver, tiefer Safen: von bier führt bie all⸗River⸗Eiſen⸗ 
babıı nach Boſton; 12,000 Em. Am 1. Juli 1843 
große Feuersbrunſt, welche mehrere Kirchen u. Fa⸗ 
briten zerſtoörte. 

Falltopr, ift ein aus Küchen ꝛc. ſenlrecht au ber 
Wand tes Gebäudes heratgebenbes hölzernes ob. 
metallenes Robr, durch welches nutzloſe Flüſſigkei⸗ 
ten abgeleitet werden. 

Falls (ſpr. Faols), 1) Grafſchaft im Staate 
Texas (Nordamerika), ungefähr 43 OM., vom 
Brazos-River u. den Eim- u. Big⸗Creels durch⸗ 
floſſen; Boden fruchtbar; Producte: Baumwolle, 
Mais; Hauptort Milm; 2) Städtiſcher Bezirt 
(Township) in der Grafſchaft Wyoming im Staate 
Pennſylvanien, am Susquehanna⸗River; 800 Ew.; 
3) Siädiiſcher Bezirk mit Poſtamt (Post-township) 
inter Grafſchaft Hocling im Staate Ohio, am Licking⸗ 
River; 1800 Ew.; 4) Städtiſcher Bezirk in ber 
Grafſchaft Mustingum im Staate Ohio; 2200 Em. 

Fallsburg (ſpr. Faolsborg), 1) Stäbtiſcher Be⸗ 
zirt mit Pofiamt (Post-township) in ber Graf⸗ 
fchaft Sullivan des Staates New⸗York (Nordame— 
rila) ; 2700 Ew.; 2) Stäbtifcher Bezirk mit Poft- 
amt in der Grafſchaft Fiding im Staate Ohio; 
1300 Em. 

Fallihirm (ir. Parachute), eine ſchirmartige 
Vorrichtung, durch melche der Fall von einer gro» 
fen Höhe herab fo gebrochen wird, baß ber baran 
beieftigte Kürper mit ihr fi) nur langiam zum 
Boden berabienft. Der F. gleicht einem Regen: 
ſchirm; durch den Fall feibft entfafret fich, megen 
Witerftandes ber Luft, eine große leichte Fläche, 
geräbntich von Taffet, von 20 u. mehr Bub in 

urchmeffer, die dann, in horizontaler Richtung 
gebalten, nur ein langſames Durchſchneiden ber 
Luft auläßt. Die Idee zu den ren rührt von bem 
Luftfchiffer Mongolfier ber, welcher auf dieſe Weiſe, 
für den Fall, daR der Luftballon in der Höhe plagen 


Fallreep bis Walltreppe 


fellte, ein langfames Serablaflen t 
w ermöglichen beabfichtigte. Den eı 

erſuch mit einem Fee machte Bla 
London. PBalfirmrakete, eine Si 
bei dem Anffteigen einen Fallſchirm 
dem ein Leuchtballon brenut, der 3 
ber Gegend dient. 

Fallfepwert, eine feit 1853 zuerf 
Sachſen eingeführte Sinrichtungsm; 
der feanzöftfhen Guillotine. Das v 
nifer Kleber in Dresben conftruirte 
wicht von 32 Pfund, mit den de 
Klotze von 60 Piund u. bat Beim Ni 
Raum von 5 Ellen aurüdzulegen. r 
des Klotzes mit den beiten Säulen, 
das Schwert beraßzufallen hat, nı 
minbern, ift bie Mutterführung ni 
franzöfifchen Guillorine, m tie Siu 
ben Klotz gelegt u. an ben beiten 
der Säulen eine glatte Eiſenführn 
Außerdem befinden fi) an beiden € 
des Klotzes 2 Dieifingrollen, weten 
Herabfaflen noch ficherer u. noch m 
wird. Das F. ſelbſt ruht auf einer e 
Die fih, nm Das Aufzieben zu geftat 
nad oben öffnet u. zur anderen F 
Auslöſungoſtange bebelartig in Re 
Der Hals des Verurtbeilten lomm 
ring zu liegen, deſſen oberer Thei 


Der letztere wird, wen ber Nachri 


zieht, welcher das Schwert in bie Hu 
falls mit in die Höhe gezogen. N. 
linquent auf Das Aufnahmebret gej 
iſt, wird daſſelbe auf einer Brücke ſo 
ſchine gefahren, daß die Schultern 
ten an den unteren, feflliegenben 3 


ringes anſteßen. Wäbrenddem erf 


richter den Stricken. läßzt den oberen 


ringes etwas herab, erbebt dann d 


ftange etwa eine Viertelelle n. läßt 
Hand entgleiten, worauf ter Hais: 
ſchließt u. das Eiſen herabfällt. De 
ſordert ungefähr eine Minute. 9 
wurde Das F. auch 1653 im König 
berg. 1854 in Baiern eingeführt. 

Hallfber, Silber, welches auf, 
niedergeſchlagen worden ift. 

Falls of Schuylkill jpr. Faolt 
Poſtort in ter Grafihaft Philztelr 
Bernipleanien, am Ehuyffill-Rixer 
Schwefelſänre it. anderen Chemitali 
Fallfſtein, Gekirgim Herzegtbum 

genindt (Med.), ſe v. w. Fpile 

allthür, eine horizontal liege 
Keller», Dach⸗, Borenräumen ꝛc. 

Fall⸗Topp, ver bötfte Berg in 
Kirchſpiel Rättwickin Dalekarlien; d 
Fuß boch u. immer mit Schnee be 


‚des Sonimerſolſtitinums kann man 


Sonne die ganze Nacht bindurch ſeb 
Falltrank, Volksmittel gegen © 
durch Fallen, beſtehend in Abkochur 
Kräuter, auch Schweizerthee, 
wundmittel genannt. In de 
Pharmakopðe wird es nuter dem Ra 
u. wird vorfehriftemäßig aus 22 Kr 
Walltteppe, Treppe, auf ber n 
aufs Schiff fteigt. . 


Falltuch bis Falſcher Angriff 


3dw.!, ſo d. w. Schnappwand. 


„= 
Walmonth (ipr. Fallmauddb), Biscounttitel der 


secipitatio). Operalion, meturch ' Familie Buscamen ven dem Städtchen F. in Corn⸗ 
wall. Memertensmerib find: 1) Hugo, Sohn des 
(Bilungömittei), in cher Geſtalt 


einer Anfiffung durch Zuiaß einc® 


rag ‘Yräcipitart) ausgeichieden 
wr Niekerichlag kann Durch dop⸗ 
Zerienung entfieben (ichmeieliaurer 
. eıner Xöinng von Eblorbarium 
m Ratren), od. durch directe Ver⸗ 
illungemittele mit Der au füllenden 
rurch Kchlenfänre gefällt), cd. Durch 
Yeiungsmirtele ı x. von Kieielfäure 
Kung durch Salziäure), cd. Durch 
ng, namentlich durch perdie Körper 
e ergamiden Farbſiofie Durch Tbier- 
wich. durch bleſe Störung der che⸗ 
at vichajt ı wenn eſſigſaures Eiſenoryd 
x. Bzlu RNiederſchlag. 


Inte Rarkſchd.), ſ. Etreichungstinie. 
x. ſar w. Ebbe. 


wert, dat durch Hunger od. Krankheit 
hama Tage nach der Jagd gejun⸗ 
Une Sitorei 

Bde, ẽtew.), ein beitiger Luitzug, 
Gem Odugen, Zbalichluchten aus⸗ 
Ibm mrie Zegel fällt; kann bei. ten 
zer gtübrlich werten. Solche Fe⸗e 
berfübe ren beben, fleilen Kiften ver. 
„en sn, welcher dem Guteberen 
des Celena:recht eines Bauernautes 
Aberizen Anbaber an einen audern 
I, für die neue Bewilligung u. Er⸗ 
detaren Eigenthams zu eitrichten 
ler, vebnwaare. 

Apr. Fallmauddb), 1) Stadt in der 
bat Cornwall an ter Düntung 
ı Kınıl Ya Diane: Hafen von 2 
ns u. Zt. Mawes) vertbeitigt; Han⸗ 
at ter Baaueiboate nach Portugal, 
eſtindien: mit dem dazu nebürtaen 
09 Em. — Dan alandbt, daß F. 
er Alten, eine Statı ter Dumne⸗ 
in barbarıca, gereeien ſei. Es war 
sen der (dröße u. Hüte tea Hafens 
Semrich VIII. baute F. acgenüber 
tennis. Karl II. machte ten vLerd 
fen ven ;g u. 10673 Den Georg Fitz 
xaien ven F. Auch ſpäter fübrien 
rehe Titel von . 2) Stadt auf 
exieinen Antille Antiqua; Hafen 
tzen Bat: 3) Stadt in Ber Graf 
auf fer Nerklülte ber Großen An- 


1685 verſterbenen Eduard von Boscawen, war 


ı vermäblt mit Charlotte Gobfrey, einer Richte von 


- Darlborengb (ft. 1754); er wurte Groom of the 


Beilchambre dei dem Primen Georg von Dine- 
mart, 1708 Coniptroller of his Majeatya hous- 
hald u. 1714 Mitglied des Geheimen Ratbes. Für 
das Bertienfl, bie Pläne des James Painter ver- 
euielt zu baben, wurde er 1720 zum Baron Boe⸗ 
cawen⸗Roſe u. Viscount F. ernannt; 1724 wurde 
er Unterſchatzmeiſter von Irland, fpäter Lordwar⸗ 
ten ter Zinngrnden, Schioßbauptmann zu Gt. 
Maws Caſtle u. Recorder ber Städte Tregony u. 
Penryn; fl. 1734 in Trefufie. 8) Ebnard, Schn 
tes Borigen, |. u. Yosameı. 

Falopla (F. Lour.), Bflanzengattung nad ©. 
Falopia benannt, aus der Familie der Papavera- 
ceae; einzige Art: F. nervo=a, Strauch ın China. 

Falopia (Aalopius), Gabriel, aeb. 1523 in 
Medena, Schüler Belald, nach ihm Der ausgezeich⸗ 
nette Anatom in der „eit Der Begründung ber 
menichlichen Anatomie ; machte ınebrere anaremtilche 
Entdeckungen, bei. in der Tſteologie, u lehrte su Pa⸗ 
dua Cbirurgie u. Anatomie, wo er 1562 ſt. Werle, 
Ven. 1594, 3 Bde., Fol., Frankf. 1600, Kol, n. 
Aufl. 1606. Nach ibm find genannt: Falspiſcher 
Kanal (Ayuaeductus Fallopni,, Enochentanat in 
relienfiüd des Echlürebens zum Darchgang des 
Gefichtenerven. Balepiidde Röhren ob. Trempeten 
(Tubae fallopianae,. f. u, Genitalien. Patepiiäes 


Band (l.igamentum Fillopii), fc v. w. Pouparti⸗ 


: ter Diünbung des Jlarıba-Pran: . 
Ztadt ın ber Graſichaft Dante in 


Eckottland ı Britisches Nerdame⸗ 
; 5) Städtiſcher Aexirk mıt 'Koft- 
ship in ber Grafichafi Cumberland 
e (Rerkamerifo), an ter Kennebec⸗ 
abn; 2200 Ew.: 6) Etädtiicher Be» 
ı m zer Srafibafı Yarııftable in 
stets, am Vinevard⸗Zound: 2700 
ert in ber Graficbaft Stafjord ım 
‚am Rappahannod⸗River, Baum⸗ 
sven; 8) Hauptort der Graiſchaft 
taate Kentudy, am Yidina- Kiver 
i⸗Lexington⸗Ciſenbahn; 4 Kirchen, 
se, Trauſitohandel; BUO Gm, 


ſches Nand, f. Hauchmuefeli. 
ale, Falſerthal, io v. w. Vals, Valſerthal. 
alsarius :lat.:, Reriälſcher einer Urkunde. 
Salfation, Nertäljhung. 

Falſch, 1) was nicht io beichaffen ifl, wie e6 fein 
ſoll, cd. was nur den Schein deſſen bat, was es fen 
ſell; je namentlich ven Kraulheiten, 3. B. Falſche 
Lrüfe, Belle Bauchwaſſer ſucht, i. u. Drüſe ıt.; 2) 
(Pfeudo . . . wer ed. was nicht iſt, mojdr er ſich 
ausgibt ed. ausgegeben wire, jo von Schriften, wie 
Die Zalſchen Decretalen \f. u. Sitdcrus), ed. Perienen, 
melde einen Thron prätentixen, 3. 8. ter jalſche 
Waldemar, ter jalſche Demetrius x.; 3) 
in ter Afbesit iſt F. der Gegenfag ded Natürlichen 
n. bereuter eine Verletzung der Naturgefige cd. 
Mangel an Hbntichfeit ımit Dein, was e& bezeichnen 
tel; 4) (Viuſ., die QOugerie (eigentlich greße 
Duarteı, welche 3 ganze Stuken umiaßt El'rito- 
nun), 2. B. f—h; 5) die Duiute (eigentich 
Meiner, welde aus 2 ganzen ıı. 2 balben Stufen 
beitebt, 3, 3. h--f; 6) jede Zarmjaite, verzugs: 
weiſe über die E-Zatte Der Vieline, ſog. Tune, 
wenn ſie a3 ungleichen Fäden ed. überhaupt un— 
dleibiaßig zuſammengedreht iſt, wodurch der Zon 
rent wird; 7) jeder unrichtige Teu, ſebald fein 
Unterſchied ein beftimmten Initervall, alio wenig⸗ 
ſreus einen halben Ten beträgt: jede andere mag. 
tigleit in Aniebung Der Intonation nennt man un- 
reine; 8) bei ten Schäjſern der Anfang Der Schafe 
füule. 

Falſcher Angriff, bei überfällen, Gefechten u. 
bef. bei Belagerungen, ein ſcheinbarer, aber deſto 
lebhafterer Augrıff mit nur geringen Kräften, um 
bie Aujmerkjamleit bes Bertheidigers zu theilen & 


won ben wahren Angriff od. bem Punkte abzuziehen, 
we man burchbredhen will. Oft wirb jedoch aus 
dem fon 9. durch Umſtände in den wahren über- 
gegangen, f. auch unter Feſtungsekrieg. 
ſche Bat, 1) Meexesbucht füboRtwärte u. in 
der Nähe der Gapflabt (Südſpitze von Afrika), ein 
Theil derfelben heißt Simonsbai; 2) Bai an ber 
Weſtküſte der Neu-Seelands-Infel Eabeinomaumwe. 
Ice Bank, Sandbauk bei Neufundland. 
Iiger Boden, 1) (Baum.), fo v. w. Blind⸗ 
boden; 2) (Uhrm.), fo v. w. Zifferblatticheibe. 
de Brut (Bienenz.), fo v. w. Faulbrut. 
l Cap Bojador, Vorgebirg an ber 
Weſtküſte Afrilas, etwa 26° 25° nördl. Br. 


Falſche Enden (Iagbw.), fo v. w. lingerabe 
‚ru. Gehöm 
T are, Fehler der S fie, wenn 
— meinen Banren, —— eatn den 
emeinen Strid der Wolle laufen, durchzogen ift. 
fer Hals, bei Pferden Hals ohne Schwei- 


fung nach ber Bruſt zu. 

Ifcher Kohl, fo v. w. Brandfchiefer. 

Ihe Kubpoden, fo v. w. Vaccinia notha. 

alſcher Larm, Allarm ohne gegründete Ur⸗ 
ſache; wird beim Militär öfters von den Befehle⸗ 
habern angeordnet, um die Lente aufmerkſam zu 
erhalten u. an ein ſchnelles Verſammeln zu ge⸗ 


wöhnen. 
ſches Licht, das ber in dem Gemälde ſelbſt 
angebeuteten u. geforberten Beleuchtung wiber- 
fprechenbe Licht, in welches man ein Gemälde ſtellt, 
wenn 3. B. das Licht Durch ein Fenſter auf bie 
Seite bes Bildes fällt, auf welchem ſich bie Schat⸗ 
tenlagen befinden. 
lſche Meinung, Fehler des Meiftergefange, 
ſ. —— 85 zeſang 
Falſcher Mond (Nebenmond), an ven Po⸗ 
len ſichibar während ber Polnacht, Reflex des wahren 
Mondes, wenn er in ber Nähe des Horizontes ſicht⸗ 


—7 Platte, | ifferblattſcheibe 
e atte, ſo 9. w. Zi a 
— Dcen, fo v. w. Baricellen. 

Ijge Rippen, »ie drei unteren Rippen, 
welche freie Enden haben u. nur durch Muskeln 
mit den übrigen Rippen in Verbindung ſtehen. 

Faller Saum, wenn der Rand ber Leinwand 
zur einmal verdoppelt u. genäht wird. 


einlae Steine, nachgemachte Edelſteine, ſ. u. 


Falſches u. wabres Vorgebirge Galſe u. 
tene Gay, ſpr. Seh! u. truh Käpp), Vorgebirge an 
der Küfte von Sierra Leone (Weftafrila). 


wide Waſſer (Geburtsh.), fo v. w. Wilde 


Falſche Wirbel, heißen die verwachſenen ob. 
verkümmerten Rippen bes Ridgrathe. 

Balfe Kurzel einer Gleichung (Math.), fo 
v. w. Negative Wurzel. 

Falſch geihnitten (Heralb.), mit abwechſelnden 
Zincturen getheilt. 

Falſchheit, Fehler der Geſinnung u. des Ge- 
mũthe, in feinen Handlungen od. Reden etwas ganz 
anderes zu erkennen zu geben, ale was man inner⸗ 
lich fühlt, u. zwar in der Abſicht, Andere dadurch zu 
betrügen 


Falle Bai bie Fälſchung 


alſchi, Stadt, ſo v. w. Falczi. 
lſchmünzer u. Falſchmünzerei, f. u 
verbrechen. 


ga feßen, fo v. m. Pſeudoblepfis. 
alichung (lat. Crimen falsi, Falsum 
ficatio), im Allgemeinen jebe bösmwillige Em 
ber Wahrheit ; im engeren Sinne Diejenige c 
ftrafbare Täufhung, welche mittelfi Rad 
eine® unechten od. Veränderung eines echten 
flandes geichiebt, ber nach den beflebenden | 
u. der beſtehenden Bollemeinung einen bef 
Glauben genießt. Im Römiſchen Rechte hı 
Crimen falsi als ein befonberes Berbreii 
ber I,ex Cornelia de falris zunächſt in Bq 
bie Teftamente u. Münzzeichen hervor, bafı 
Geſetz auch unter dem zweifachen Namen a 
testamentaria u. L. nummaria vortowm 
der fpäteren gut aber wurde ber Begriffteull 
durch an dieſes Geſetz anſchließende Verord 
u. bie römiſche Praxis auch auf F⸗en im 
anderer Objecte, bezüglich beren ber Staa. 
bürgerliche Geſellſchaft Wahrheit zu verfen 
Intereffe hat, ausgedehnt, ohne daß baie 
immer an eine äußerlich vorgenommene 
od. Beränberung zu denken ift (die ſoege⸗ 
falsa). So kommen als Arten ber %.izr 
Achte vor: a) die Milmfälfchung; B 
öffentlihen, wie von Privaturfunden 
Zeugichaft, wenn Jemand vorfäglich n. 
res Wifſſen vor dem Richter in gefiel 
unwahre Thatſachen od. Erfahrungen ( 
verfländigen, bie in tiefer Beziehung De 
leichſtehen) behauptet od. feine eigenilich 
* vorenthält; d) Unterſchiebung eines 
welches im früheſten Alter, wo es jelbſt = 
Nachrichten von ſich geben u. ſchwer von 
unterſchieden werben kann, für bas Kind 
Citern auegegeben wird; e) Maß-, Gewi⸗ 
Waarenfalſchung; NM Grenzfälihung (Crime 
mini moti). Nenere Geſetzgebungen hebe 
Kategorien noch durch Hervorhebung gg 
öffentlicher Stempel u. Siegel, h) bie | 
Waarenſtempeln, Etiquetten u. Fabrikzeiche 
von Echtheits zeichen an Gold⸗ u. Silberfedh 
mebrt, während bie falfche Zeugichaft u. die 
ſchiebung eines Kindes in firengerer 
des eben angebeuteten dyaratteriftifcyen 
ber F. nicht mehr als %., ſondern als bi 
Verbrechen aufgeführt werben. Jede da 
ihrem Thatbeftand eine gewinnſüchtige 
aus; eine fahrläffige F. eriftirt ale eine a 
ftrafbare Handlung nicht. Allein es ift nich 
erforderlih, daß ter beabfidhtigte Gewinn 
euniärer u. in beflimmten Summen auezul 
ber gewelen fei. Die Vollendung tritt (and 
bei dem bloßen Betrug, f. b.) nicht erfi ba 
wenn ber gewinnjüchtige Zmed wirklich 
mworben if, Tontern wenn bie F. nur fchon 
gediehen ift, daß daraus eine wirflicde ZA 
Anderer entfteben kann, obne daß es ned 
Thäters Macht liegt, biefe Wirkung zu verl 
Daber milfien aber auch unter bem Begri 
Verſuchs 5 manche Fälle geſtellt werden 
ſonſt nur als Vorbereitungshanblungen gelte 
ten, wie z. B. bei ber Munzfälſchung ſchon 
fertigung ber erforderlichen derzir x. 
ſuchshandlung zu betrachten ift. Die Strafe 
war nach ber Lex Cornelia uripränglid . 


:ation des ganzen Bermögens; doch 
' arbiträr. Das heutige Gemeine 
für willfürfiche Freiheitoſtrafen an. 
inde find vornehmtich ig 
r Mangel eines materiellen Scha⸗ 
Mehr bierauf tie Anwendung folcher 
ime Enttedung leicht machten. In 


ie eg berriht große Ber- 
a 


en find die Ken in ihnen 

t härterer Etrafe — «ls bie 
Betrügereien ; unter den en mer» 
ſchung 1. hiernächſt Die F. an öffent» 
‚ überhaupt en in Verhältniſſen 
Rechtes, wie namentlich bie von 
en Dienftfunctionen verübten, am 
ſt. Tagegen lajlen mande Geſetz⸗ 
ven, welche nur zu bem Zwecke er- 
Isumens an Reilepäflen, Wanber- 
Eh wurten, eine ſehr gelinde, zu⸗ 
mu ame pelizeiliche Strafe eintreten. 
\ ordnen mande Strafgeſetz⸗ 
mung der Unterſuchung auch nur 
Bleiegten an (ſ. u. Fabrikzeichen). 


bie 
(oc fie bunch größere Anftrengung ergwumgen wer- 


TE 


em fc das Strafmaß nach ber 


Tsalle beatfichtigten u. des 





Tre Si wobei nicht feiten bie- 





en gemacht werden, wie Bei 
mu bee —2 ob. wohl gar auf 
derwieſen ift. Bgl. von Preu⸗ 
nme Lehre vom firafbaren Betrug n. 
1837; Eicher, Die Lehre vom ſtraf⸗ 
muuu.ber F., Zür. 1840. 
* die heimliche Anmwerbung von 
i. Kültärinbividuen einer Macht für 
ierſte. Die %. wird ale Berrätherei 
bie Anwerbung für ten Feind ob. 
—* | 
(Cap Falſo), Vorgebirg an ber 
Ajel Dayıi; 2) Borgebirg an ter 
wrasbai) ven Pucatun ( Merico); 
u der Nordoſtlüſte ber fübamerila- 
4 anada. 


Enevold von %., geb. 1755 in 
ar er Aſſeſſer des Hufgerichte iu 
er Aſſeſſor tes höchſten Gerichts, 
riſtiania u. Mitglied ter interimi⸗ 
ugecommiſſion in Norwegen; er 
OKKkenburꝑe. Forladen datter. 
Lußfpiele; Kriegslieder. 2) Chri⸗ 
6, geb. 1762 in Opelo bei Chri⸗ 
re ben Retactoren des am 17. Mat 
fo nuterzeichneten Gruntgejetes, 
mann von Rortre-Bergenhuus ben 
x 1815—1522 bei u. vertrat bier 
zuntfäße, wurde 1622 löniglicher 
1824 Stifteamtmann in Bergen, 
ns des en Gerichte in Chri⸗ 
30. Seit feinem Cintritt im könig⸗ 
te er feine liberalen Anfichten ganz 
cht.: Geſchichte sag unter 
re u. beflen männlichen Deicenten- 
Karl, Bruter des Ver., war 
bes Storthinge u. ft. 1152 ale 
non Chriſtiauſtad. Er vertrat eben- 


eGSyſtem. 
1.), 1) Giſtel, die Kopfflimme,) Ge⸗ 
Stimme, welche durch 


eatien, Berfätichn 


einen flötenartigen Mila alt; 
ie höcdhten — dae ei 


Yalfet, Stabt in der ſpaniſchen Provinz Tarra- 
gene; Bergbau auf Blei; 2300 dw. Hier am 10. 
oo. 1810 Sieg der Franzoſen über die Spanier. 
Falfifieiren ee verfalſchen; daher Basık- 

Falsinervius Galicaervig, Bot.), Bei einigen 
enpflarzen, à B. Jungermannia albicans u. 
. monilinervis, wenn ein Blatt von einen helle⸗ 
ren, nervenartigen Streifen durchzogen iß, ber aber 
nicht Über die Übrige Blattfläche voripringt u. nur 
aus ciner Tage mehr gefiredter Zellen beſieht. 
Falſirechnung (v.lat. Regula falsi), eine Rech⸗ 
nungsart, wobei man burch willlürli angenvunmene 
n bie verlangte richtire Babl auffindet. Sie wird 
ale einfache u. Doppelte F. unterſchieden. In 
die einfache gehören ſolche Aufgaben, welche mittelft 
eines einzigen Regel-tertri- Gates aufgeläft werten 
tönnen. Es fell z. B. die Zahl gefucht werten, bie 
erfi mit 6, dann mit 7 multiplicirt ba6 Pretuct 
252 gibt. Man nimmt num an, 4 fei 3. B. die ge- 
ſuchte Zahl 1.6 — 24, 24.7 m 168. Man hat 
nun die gegebenen Zablen 168, 4 u. 252, die man 
in biefer Reihenfolge in ven Proportiondſatz bringt: 
166 :4 m 252 : x, x Ze u. erhält fo ale 
Refnitat: x — 6; es iſt wirklich nah Vorſchrift 
6.06 36, 36.7 == 252. ° * 


gelfe, fo v. w. Falfe 1). 
also bordöne (ital.), 1) tie falſche Grund- 


ſtimme, bei. a) wenn der Baß mit ter Melodie in 


3 ber Stimmritze hervorgebracht | 


im. 4 Wu. VL. 


ter Oetave fortfchreitet; b) ein folder Satz, in wel⸗ 
chem ber Cantus firmus in eine Mittelftimme gelegt, 
bie übrigen Stimmen aber in figurirten Noten con- 
trapunktirt werden ; €) jeder Satz Überhaupt, in wel⸗ 
dem Eertenaccorde fortſchreiten; dy wenn auf eine 
maxim: viele Syiben u. Üörter gejungen werben; 
e) eine Gattung breiftimmiger Compefitionen über 
befannte Melodien ber Pſalmodie in ven 8 Kirchen. 
tönen, wo gewöhnlich der Sopran ten Cantus fir- 
mus, ber Zener gewöhnlich bie Mittelſtimme eine 
Quarte tiefer, ber Baß aber eine Serte tieier fang, 
außer in der legten Note, wo bie 1. u. 3. Stimme 
in der Tonica, die Mittelſtimme aber in ber Quinte 
ſchloß; 2) eine in allen römifchen Eapellen gebräuch- 
lihe Compoſition ohne beflimmten Rhythmus, in 
weicher 4 Stimmen in lauter Confenanzen contra» 
punttiih aufgeführt werten, in einer berielben aber 
bie Kirchenmelodie bes Cantus firmus liegt; 3) 
eine ehemals in Rom belicht geweſene Muſilauf⸗ 
führung , jo eingerichtet, Daß 4 Stimmen wechſels⸗ 
weile einen Bere mit Orgelbegleitung jangen u. 
dabei willkürlich alle Gattungen von Geſangolün⸗ 
ſten vorbrachten, wobei jedoch der Baß unueräne 
dert blieb. 

Falſtaff, Iohn, eine Shalſpeariſche Charalter- 
maste, in Heinrich IV. u. den luftigen Weibern von 
Windfor Die Carricatur eines Ritters, Meifter im 
Eſſen u. Trinten u. im Erfiuden toller Streiche 
gruubfaßlo® u. feige, als wigiger u. launiger Schal 
bei Grauen fehr beliebt; tritt gewöbnlich als wohl⸗ 
hefeibter, aber feineeweg6 Ichwerfälliger Ritter auf, 
befien ritterliche Außenleite zu feiner unritterlichen 
Gefiuuung einen komiſchen — bildet. 


W Balfter bie 


Falſter, Infel zum bänifchen Stifte Laaland ge- 
börig; wird von Seeland durch den Gaabenſeſund, 
von Moden durch den Grönſund u. von Raalarıd 
durch den Dänfund im ©. u. den Gulbborgjund 
im R. getrennt, bildet ein Dreied, deſſen Südſpitze 
durch die Dieerenge Notr in 2 Landzungen getheilt 
wird, ift nicht ſehr hoch, eben, gefund ıı. gut bewäl- 
fert u. gehört zu den fruchtbarften u. fchönften dä⸗ 
nifhen Inſeln; bei Kippinge eine Mineralquelle; 
8411 DM. mit 23—24,000 Ew., lauter Dünen, 
deren Erwerb in ftarfer Zucht von Schafen, Rind⸗ 
vieb, Schweinen, Gänſen u. Bienen befteht; auch 
Kalt. Tbon hat F. u. beteutende Eichenwaldung. — 
F. war früher ber Sig mehrerer abeliger Familien, 
welche Güter u. Schlöſſer bier hatten; ſeit Dem 
16. Jahrh., mo die Königin Sophie jene Güter au 
ſich laufte, gebört F. der Krone Dänemark. 


Falſter, Chriſt. däniſcher Satyriker, geb. 1690 


zu Brantersiev in Laaland u geſt. 1752 als Rector 


der Domnfchule in Ribe. 


Falfterbo, Serftatt in Malınd- Län (Schme- | 


fen), auf emer Yandzunge, obne Stapelredt u. 
Hafen, bat eine Feuerbale, zur Warnung vor tem 
Aulſterboriff, welches ſich 1 Meile weit in bie See 
eriiredt. 


Falſturwald, auh Burgmalb genannt (weil 
tarın bie Burg Sigfrids des Griechen lag), ein 
in ber beutichen Heltenfage vorfommenter großer 
Wald, melder nad) der Wilfinafaga zmifhen Sach⸗ 
ſenland u. Dänemark lag. Darin hauſte der Räu⸗ 
ber Ingram mit feinen Gefellen, zu dem fich ſpäter 
auch Heine aejellte; dieſe beraubten u. erſchlugen 
die durchziebenden Kaufleute, fo Daß Niemand gern 
den Wald betrat. Viterolf mußte nit feinem Sohne 
Dietlieb, als fie zur Winterszeit von einem Gait- 
mable heimlebrten, ten Wald palfiren; fie wurten 
auch von ten Räubern angefallen, erſchlugen al:: 
Ingrani u. zwangen Heine zur Flucht. 

Falsum (lat.), Fälſchung. Daher Falsi crimen, 
. v. w. Fälſchung; Falsi exceptlo, Einrede ber Fäl⸗ 
ſchung. 

Falten der Hände beim Gebet (Conjun:tio 
ed. Complicatio manuum et digitorum). Tie 
ErNlärung der Entftebuug dieſes Gebranchs in der 
Kirche wird verfchieben angegeben; Einige leiten ibn 
von der Zitte der Gladiatoren ber, welche Die Hände 
über die Draft kreuzten od. falteten zum Beiden, 
Daß fie fich file Beſiegte erllärten; jo jalteren Pie 
Khrijten tie Hände, um dadurch zu erllären, Taf 
tie nicht wider Gott ſtreiten, ſendern fi ihm ganz 
ergeben mellten. ach Andern werten tie Hande 
beim Gebet geiatzer zum Zeichen, daß der Geiſt 
nicht zerfireut, ſondern zuianımenzchalten u. Sc 
ſammelt iR. Wenn viele Zitte in der criftlichen 


Kirche auigekemmen it, wear man nico:; Das frü— 


beſie Zeugniß dafilr iſt Rarſi Nilolaus 1. (ft. 86% , 


welcher Das Falten der Hände als ein Zeichen Dafür | 


ti, daß wir Anette, Gefngene u. Gebuntene 





Crriſi And, bereit sur Streie n. Züchtizung. Uber: | 


Re ubeint im dritliden Akzertbun dad Auobrerten 
ed. Erichen der Harde beim Gebet weit mehr sie 
Das Falien derielben Sitte geweſen zu fein, indem 
man dedurch den gekreuzigien Heiland darftellen 
wehrte. Dech artcie dieie Sicte bald aus, u. dv» 
ren u. Ehrvieſemns tübeln Die ungebührlichen 
Veweeungen ter Betenden nachdrüdlich. 

‚m kenhatg. ein Orgeltalg, der jo eingerichtet 


Faltenwurf 


iſt, baß zreifchen feinen Platten mehr als ein 
liegt. Nur bei Pofitiven gebräuchlich. 
Itenerinit (Petref.). fo v. mw. Plientot 
Itentäfer (Sepidium), Gattung «ı 
Familie der feiftläfer, 1. d. 
Faltentammer, ein aus Bretern befte 
Behältniß, in welchem die Zuderhüte auf 
werben, um zu unterfuchen, ob fie völlig g 
u. zum Einpapieren taugen. 
Faltenbiemer (Pleurobranchus), fo 
Seitentiemenfchnede. 
Itenmagen (Blättermagen), |. u. Ri 
altenmüde (l’tychoptera), Gattung al 
Familie der Müden. 
Faltenmufchel, lintergattung der Gutlum 
zarneflappe, |. d. 
Itennafe, eine Art Fledermaus, ſ. b. 
altenfhwamm, bie Gattung Helvcke 
Helvella ınfula u. H. pineti, Pi — 
Fam. der Hrmenomycetes-Helvellacei- 
Faltenſpindler, Abtheilung der Schwen 
Falten an der Spindel, ſ. Columellaria. 
Faltenvogel (Philedon .Cur., Mel 


| Temm.), ©attung der Singvögel (bei &3 


Zahnſchnäbel), Schnabel flark, zufammezm 
durchaus etwas gefrünmt, mit fuorpeliger 
beſetzte —— an ber Zungenſpit ee 
pinſel. Sind aus den Gattungen Merogaf 
cola, Sturnus u. Certhia ZL. genummei®- 
Ph. (Merops) circinatus, aus Neun 
trefflih in Gejang u. Fleiſch; Ph. (Mer 
ger, von ben Sandwichsinſein; vie [Bi 
Federn braucht man zur Fertigung ber Mu 
Faltenwurf, tie Kunftder Anorbnung & 
gebung des Gewandes, eine ber ſchwieri 
gaben in ber Kunft u. darum ein verzügli 
niß für Zulent u. Geſchmack, weil ber Kür 
bei von Ratım u. Wirklichkeit nur wenig ud 
wird, indem ter Zuiall in ber Regel bie 1 
ſprechendſten Formen n. Züge bervorbringk 
Aufgabe des Künſtlers beim Anordnen der & 
dung iſt im Allgemeinen, daß Der F. Die Hai 
tbeilungen ter Geſtalt, Schuiter, Ellenbogen, 
Knie 2c. bervorbebe u. daß er tie beabfichtig 
wegung berielben bezeichne; daß er nicht mt! 
tenmaiten bie Lichtmaſſen unterbreche, über 
u. Flächen ſich nicht mit tiefen Einfchuitten 
feine Die Würde der Geftalt bebenten große 
tien Da babe, no fie ter Enwickelung ber | 
ſelber nicht binberlich find. Die Formen nılfk 
daber bie Falten feit begrenzt, nicht verfließen 
Brüche, d. b. tie Stellen, wo bie erbabenen! 
fih begrenzen? um die Verüctung legen, fe 
ſtimmt, aber weich ansgedrückt fein u. den 
ſchied groben u. sariern Stoffes berückfichtige 
größte Reiz Les ars beſtebt im der firengen 
bieier Aufgabe unter Anwentung barmenil 
nien, Narer in ſich zuſammenbängender F 
abwechſelnder Maſſen. Weit genemmen. um 
det man nur 2 Zivle des gt, den antiten 
baueriichem), u. ten romantiicben (m 
iben), der erſte will Die Geſtalt u. BRewe— 
wenig ala möglich bededen u. verſteden (f 
auch päufig ah astliegente Gewänder), ber 
win Geſtalt u. Veresung durch Die Uml 
seinen, cd. auch nur andeuten: ber erlere 
ſich der Geſtalt ganz unzer, Der andere gewü 
beteutente Selbſtandigkeit. Nur dieſer en 


Falter bio Falzzange 


ämficdher u. verſchiebenartiger Aus- 
b den verfchietenen Schulen, fo Daß 
Der italienijhe von tembeut- 
icheibet, fonbern ter venetiawifche 
f&en, florentinifcbenxc., u. zu⸗ 
Reifterö von tem eines anderen. Der 
iſt in ber chriſtlichen Kunſt aud inter 
errichend geblieben, obſchon viele Idea⸗ 
saben, bier ten antiken geltend zu ma⸗ 
Auebildung des romantiſchen gefällt 
ae 14. Jahrb., in Deutichland, wie ed 
rt. Tie Malereien der alten Floren⸗ 
ie keiten Proben; feine höchſte Aue⸗ 
ste er Durch Rafael. Unter den Spä⸗ 
ch ten Manieriften, ging der Sinn 
wi Selen Des 7-8 ganz verloren. 
14 zu einiger Entſchädigung an Die 
u Jaubte, etwas erreicht zu babeın, 
deleren VBaumwolle untericbeitlich dar⸗ 
warn man einen Über den Gliedermann 
Amt or. einen über Das Thonmoedell 
zen mt Treue nachgebilbet batte. Als 
sarmeiener, freier Anerbnnung u. ſchö⸗ 
miztmzleriichen Principien ericheint 
Zenreralea Sorneliusu in gleicher Weiſe 
erden Anierterungen Thorwaldſen. 
‚Nrz.m. Schmetterlinge, baber Tage, 
Min: 2) ic v. w. Tagichmetterlinge. 
'Anrcalaphus Zadr. ). Gattung 
em Ordnung der Nepfliigler:; 
laaa gleich rich, gerade, mit dreieckigem 
6 tere Taſter, Leib baarig, Sinterleib 
ten Übergang zu ten Schmetterlingen; 
bartihe 7. (A. barbarus), ſchwarz, 
Italii che F. (A. ıtalicus). u. a. 
e Monte, Berg in ten Apenninen 
‚chlıh von Tslerenz, 5214 Fuß bed; 
ıBe entipringen mweftlich der Arte, Oft- 
erne. 
miltienname der Valeria gens: bei. 
lius Balerius F. tererftel’ra«- 
us 242 v. Chr., ging mit tem Conſul 
atulus nach Sicilien, um genen Pie 
dien, u. blieb 2411 als Präter balelbit; 
eniulu. fänpfte 23» gegen die Gallier. 
großes hölzernes Meſſer, mit Dem Die 
eim galten gelegt werten. Aalsftubl 
ttafely, lange Zatel mir Fugen, um 
:ge darauf in Kalten zu legen. 
ereniz, geb. 1704 zu Nemerbuivar, 
Brediger in Tien u. Neuiehl, lelrte 
„Erätz u. Linz, war 1741-46 um: 
water in Rem u. ftarb, in Rubeſtand 
in Rebencz. Gr veriaßte poctrihe 
en u. ein Traueripiel Konftanztiita 
ae; u. proſaiſche Schritten, heraue⸗ 
exar, Raab 1786 f., 2 Dre, Preob. 
eter, beriuszegeben von Bacianvi, 
r überiette auch Terell u. a. 
v. ır. Kablun. 
. Fablunit. 
ı, Flecken am Zacce in der päpfili— 
Frtñũncne Mirchenſtaaſh: 1900 Em. 
„1) Sichel: 2) Aincı, 1. Falces. 
serebelll : Inai.;, i. Gebitntäure. 
ine Fa.enrd. in Me Yanae gezogene 
I Er: 2 za vereinigenden Blechen, 
umgebogenen ı. mit cinanter ver⸗ 


| 





funtenen Ränter. Dan nnterfcheibet einfachen 
u. doppelten F. Bei dem einfaden %. (nm 
für leichte Arbeiten gewöhnlich) werben die Rin- 
der der Bleche in einer Breite von 1— } Zoll 
einfach umgebogen, in einanter gebaft u. zuſam⸗ 
mengebämmert, zumeilen auch verlöthet od. vernie⸗ 
tet; bei tem doppelten F. baft man kie einiach 
umgebogenen Ränder in einander u. biegt fie ge- 
meinſchaftlich noch einmal um; dieſer F. bildet ent» 
mweber eine, gegen tie Blechebene ſenkrechte Rippe 
(ftiebender Doppelter 8.) od. ınan bämınert 
ibn flach aut das Blech auf (liegenderboppel- 
ter %.). Das Aufbiegen ter Ränter geichiebt mit- 
telft eines hölzernen od. eiſernen Hammers aufeinem 
Amboe ot., bei langen Salzen, auf einer eintantigen 
Eiienftange. Zum lUmbiegenu. Zufammentrüden der 
Ränder dient eine Zange mit breiten Baden, Die Baly 
zange: 3) je v. w. Rinne, 3.8. die Rinne am Hufeifen, 
in welche Die Nagellöcher fommen ; ter Zchmiet macht 
fie mır Dein FJalzbammer, Der auf Der einen Seite eine 
ſchmale, etwas geichärfte Finne bat: 4) Vertielung 
an Zhürzangen u. yenfterfuttern, in melde Die Thü⸗ 
ren u. Fenſter zu genauen Schluß eingreifen, bei 
Bretern, die in Nutbe u. Federn gefebt werten, Die 
in ter Mitte der ſchmalen Seite gemachte ! Zoll 
große Vertiefung, in melde Die Feder paßt. Die 
Falze werten einiad od. doppelt mittelft des Waly 
bobels gemacht, Teilen Gesäufe aus 2 durch Echraus- 
ben zuſammenzuziebenden Tbeilen beftebt, u. deſſen 
Eiſen der Breite des Falzes gleichlemut n. fo weit vor 
ber Hobelfläche berverftebt, als der F. tief merken ſoll; 
B) die drei⸗ cd. vierlantige Vertiefung an beiden Sei⸗ 
ıen eines Ballens, im welche Die Vreter dee Schräg⸗ 
betens ct. tie Ztafen zu Yebmteden eingeſchlagen 
werten, man baut Die Falze entweder mit ber Art, 
nad verberigein Schnurſchlage, ed. man macht fie 
mir einem ftarlen Hebel, an welben 3 — 4 ‘Wan 
arbeiten müflen: 0) ter innere Aruch eines zuſam⸗ 
mengelegten Iirudtogens: 7) der cylinderjörmig 
umgebogene Rand bei Metallplatten zur Dachte: 
dung, we dieſe nicht zuſammengelötbet Worten; 
8) (Nupferb.), Der Rand, welcher ein Geſpann 
Keſſel zuiaınmenbält; 9) (Jägerſpr.), ſo v. w. Balz2c., 
eben jo Jalzen, Falyeit ıc. 

Saljbein, fo v. w. Arieiftreicher. 

alzbeinden, ein Inſtrument zum Tculiren, 
es ift aus barten Holze od. Kitchen, am Ende u. 
an beiten Zeiten abgerundet m dient dazu, Die 
Rinde bes Wildlings, Die eingeſetzt werben joll, zu 
dien u. Das Auge am Edelrei'e jo weit zu öifnen, 
daß es leicht abgeſchoben werben kaun. 

Falzboden (liyrm.), bei. bei Reretirubren, ein 
Ring zwüchen dem Zifferblatie u. Rundboden, wels 
cher das Vorlegewerl einichließt. 

Falzen, ty einen Falz made: 2) Gerbeh, das 
Fablleder, welches zu dick alt, auf der Fleichieite 
duünn zu Ichaben: es geſchiebt diee mit dem Falze, 
Jalzeiſen CT. Aatgmeiier, welches zienchneidig iſt u. 
an ber einen Zelte ein hölzerneb Heit, au der ale 
deren einen Quergriij bat: das Leder wird dabei 
auf den Aalıbod geleat, welcher eben platt iit: 3) 
ſo v. w. Abiatzen; 4) Das dem Nuten od. Bredn» 
ren ter River verberacbende Zuſammenbrecken 
ber einzeinen Bogen; 3) je v. w. Fügen: 6) aut ı, 
ſe v. m. Valzen. 

Falzhobel, ſe v. w. Nutbbebel. 

Faliſtock Jeuam.) jo v. m. Faitſted. 

Falzzange, 1) (Wetallarb.), 4. u. Sul} 2); 8) 

) 


0 


Falzziegel bis Familienkrüber 


(Schubin.), große Zange, deren Kneipen gelerbt find, | richtet. Beide Familine waren ı 
| abgetheilt u. führten nad ihren 2 
Balzziegel, Ziegel, weldye an ber einen Seite | ſondere Kanıen, 3.8. Villici, Cas 


das Peter damit feſt anzuzieben. 


einen Ausjchnitt haben u. zu Thür» u. Fenſter⸗ 
gewänden gebraucht werben. 

Fama (lat.), 1) Gerücht; 2) (gr. Offa), Göt- 
tin des Ruhms u. Gerüchts; nad) Birgil jüngſte 
Tochter der Erde, melche dieſelbe nach der Beſie⸗ 
gung ber Titanen gebar, um ſich an den Göttern 
dadurch zu rächen, daß & die ärgerlichen Geſchich⸗ 
ten derſelben überall bekannt machen ſollte. Sie 
wird geflügelt dargeſtellt. 

Famaguſta, Stadt auf der Oſtlüſte ber tür- 
Ken Injel Cypern; Hafen, Citadelle, katholiſcher 
Bilchof, Ruinen ehemaliger Baläfteu. Kirchen; ! DI. 
nördlich Davon bie Ruinen ber alten Stadt Salamis. 


8 ift das Arfinoe ber Griechen; zu ber Römer 


eiten hieß es Fama Angurta u. wurbe 1191 
den Byzantinern von den Engländern abgenommen, 
aber nachher an Buido von Luſignan adgetreten, 
1372 von ben Genueſern erobert, 1472 an Venedig 
abgetreten, 1570 von den Türlen 10 Monate lang 
vergeblich belagert, 1571 aber nach 6 Monate langer 
tapfertr Vertbeidigung erobert. Jetzt faft verödet. 

Famara, eine ber Los⸗Inſeln (be los Idolos), 
an der Küſte von Sierra Leone (Weſtafrika). 

Famargü, Dorf, fo v. w. Baurmarcus. 

Kamard, Dorf zwilchen ter Schelde u. Rhonelle 
im Arrondifjement Balenciennes des franzöſiſchen 
Departement Nord; 350 Ew. Dabei Camp de 
Br Heft eines römiſchen Lagers, angeblich non Cä- 
ar ftammend, welches die Allüirten unter dem Prin⸗ 
zen von Koburg im Franzöſiſchen Revolutionskrieg 
den 23. u. 24. Mai 1793 ftürmten. 

Famatina, Departamiento im Argentinifchen 
CSonföterationsftaate Rioja (Südamerika), darin 
Silberbergwerle. 

Fames (lat), Hunger. F. 
hunger (1. d.). 

amelicäo (Billanovade%.), Marktflecken 
im Bezirk Barcello8 der Fortugiefiihen Provinz 
Minho; 2000 Em. 

Fameuſen (fpr. Famöſen), Varietäten ber Gar- 
tennelten, getujcht, mit nach dem Grunde des Blat⸗ 
tes vertuſchter Zeichnungsfarbe, |. u. Nelle. 

Fameux (fr., ſpr. Kamch, gewöhnlich Famös), 
1) berüchtigt; 2) wunderbar. 

Tamieb, Stadt zwiſchen bem gleichnamigen 
See u. tem El⸗Azy (Orontes), im Sandſchak Ha⸗ 
mah des türkiſchen Ejalet Damaſtus ı Syrien); das 
alte, von Seleukos Nikanor gegriindete Apamea. 

Familie (lat.), 1) (röm. Ant.), im Allgemeinen 
Alles, was einer Perſon gehört u. worüber biefelbe 
ein Recht bat, alfe ſowobl Sachen, als Menſchen; 
daher 2) die unter einem Hausvater Pater tami- 
lias) ftebenten Berfonen, wie Frau, Kinder, Sklaven; 
dann getreimt: 3) ale Dem Pater familias unter» 
worfenen freien Perſonen; auch 4) Die Mitglieder 
einer größeren Familie, welche ein gemeinſchaitliches 
Eognomen (Familiennamen) führten u. ſich als Agna⸗ 
ten angehören; 5) die zu einen Hauſe gebörenben 
Sklaven; 6) eine Anzabl Berfenen, bie zufanımen ein 
gemeinjchaftliches Gewerbe trieben, 3. 3. von dent 
Xanifta gemeinſchaftlich unterrichtete Gladiatoren; 
7) jete ber 2 Abtbeilungen der ben Curatores 
EA zugelellten 720 M.; die eine, F. pub Yca, 

F u ſtart, von Agrippa, die zweite, F. Cae- 
’ 4 Dann Karl, won Keifer Claudiuso er- 


canina, Hunds⸗ 


| 





tores, Silicarii, Tectores, f. d. 
Bot.), ein Berein von mehreren E 
in ihren Hauptorganen u. meift a 
Beren Ausjehen ein gemeinjames 
Ausdrud der natürlichen Verwand 
gen, Endlicher nennt fie Ordo, u 
in Subordo, Tribus, Subtribus, 
divisio ein. 

Familia caritatis (fat.), f. u 

Bamtiliar (v. lat.), 1) vertraut 
heimiſch; 8) gemein. 

Zamtliaren (lat. Fawiliares). 
fünmtlichen Hausweſen Gebörige 
3) ſonſt in Spanien Diener der I 

Bamiliarifiren (v. lat.), fich E 
od. gemein machen. JFamiliarität, 

Familie, 1) (Ant. u. Bot.), 
(Staatsw.), im eigentlihen Sin 
Genoſſenſchaft, welche zwiichen d 
deren Kindern ftattfindet, im weit 
die Verbindung, welche zwiſchen 
eines Hausweſens fhattfindet u. Da 
ter des Hauſes mit umfaßt, im ww: 
aller Verwandten, melche turch 
ſtammung verbunden find (jo v. w. 
F. eriheint al8 eine Verbindung, 
Natur des Menſchen von felbit geg 
nur durch fie eine geordnete Fe 
Menſchengeſchlechtes, Die Erziehun. 
jenten Generation, Unterhalt u. P 
ſchiedenen Lagen des Lebens geni 
werden kann. Die daraus entjprin 
nifje ergreifen besbalb and) Die gar 
des Menſchen innig u. ungetbeil 


Rechte, wie die Verpflichtungen Der 


gegen einander, injoweit fie ans Der 
bervorgeben, ruben nicht ſowohl 


Rechtstiteln, fondern find nur ale | 


Gejammtverbältnijjes zu beirachti 
Band der Familie nothwentig ar 
nofjen berjelben erzeugt. Aus viele 
das Familienrecht, wenn ed auch für 
rechte vom verſchiedenſten Einfluß 
für ſich beſiehenden, von Den übri 
Privatrecht charakteriſtiſch verich 
theil, welcher fih im Einzelnen ü 


Ehe (f. d.), der elterlichen, bef. va 


(j. d.) u. Der gemiffermaßen ala Er; 
teren zu betradhtenden Vormundſch. 
Bon der Erhaltnug guter Zucht u. 
der Familie bängt zumeiſt Das mor 
eines ganzen Volkes ab. Je innige 
milienleben iſt, je mehr ſich in dem 
Familienglieder zu einander die na 
mengehörigkeit ausprägt, um ſo ſi 
damit auch auf eine geſunde Gri 
ſammten Volkslebens ſchließen. I. 
bat ſich von jeher durch eine ſehr wür 
der Familienverhältniſſe ausgezeich 
liche Schilderung der F., ihred I 
Aufgabe hat neuerdings W. H. Rie 
(als dritten Theil der Naturgeſchich 
Stuttg. 1855, geliefert. 
Familienbegräbniß, ſ. u. Be: 
Familienbruͤder, 1) Fraucisca 


Familiendiebſtahl did Familieufideicommiß 


b u. Deutichland, welche ſich im 14. 


pſilichen Verordnungen in Vetreif 
tung an Cbiervanten u. der Regel⸗ 
e Sonventualen beugteu u biernach 
Sarıftkh Ftankreich u. zum beiligen 
en bildeten; 2) io v. w. Minoriten 
a. 
ebſtabl, ſ. u. Diebſtahl III. 
eicemmiß, ein meiſi unbewegliches 
sur eine Disepofitien in der Weiſe 
sıh eitlärt worden iſt, daß es für 
rc gewiiſen Fanulie verbleiben u. in 
ierterben jelle, ala Tiefe ielbſt beſteht. 
ser Bedeutung iſt tretz ſeines römi— 
ia Inſirtut Des Deutichen Rechtes 
idekemmiſſen des Römiſches Rechtes 
mr; webl zu unterideiten. „br 
xein dem 16. Jahrh., als der Zeit 
xe dae ültere Deutſche Stammguts⸗- 
‚ Stammyıt. unter tem Emfluß des 
e Ebrechtes mehr u. mehr in Veriall 
mer. Indem Der Adel in Der da- 
adlcien Zerfplitterung u. Ver⸗ 
r iet iine Berminberung feines An⸗ 
Kar keiriugten Stellung befürchtete, 
Wat Fecht dadurch zu mabren, daß er 
er za Erbelinng tes Flores der Fa⸗ 
emattrudinhen Verãißerungeverbot 
Am Verbindurg Damit eine Special» 
Bee Güter anordnete. Im Grunde 
der dieſe VReräußerungseverbote ben 
se Zummantéſoſtem Dur auedrück⸗ 
nr zu jhünen, Denen die rechiliche 


je weniger abzuiprechen war, als dem ' 


ijenangelezeubeiten Das Recht zu auto⸗ 
dungen zuttand. Tie römiſchen Ju⸗ 
eiche einestbeils die Wirkſamleit die⸗ 
ngeeerbete anerkennen mußten, au— 
im Bißrerſtand derſelben ſiets nach 
men Sucten, um fie in ihrer Weiſe 
‚glaubten auf fie Die Grundiätze ber 
cemmiñe anmenten au lcınen, weil 
ch am erſten einen Bergleichunge- 
So entſiand Der Name u. ging bald 
ialgeſetzgebungen über, celen das 
bt feinem Weſen ach ſich faft ganz 
ieines Teutichen Urſprunges erbiclt. 
mn auch im Römiſchen Rechte ein 
um famuliae erwähnt ale ein Fi⸗ 
sur Dem Cnerirten auferlegt wird, 
ß; einem aus Der Fammie, ber dann 
Lerdilichtung baten kann, zu binter⸗ 
siten Das Deutichrechtliche %. davon 
mwiſt, zeigt fich fchon Dorn, daß bei 
tete ganz Die Wahl bat, wen er aus 
senlen will, u. nur Lan, wenn er 
t nicht ausiibe, Der nächſie eintritt. 
das Teutichrechtliche 5. ım Weicnt- 
nten @runtfägen: tie Errichtung 
iebt gewẽhnlich durch eine teſtamen⸗ 
ung; dech kann fie ebenſegut durch 
mit Den Yitgliebern der Familie, 
brecht an tem zum F. beftinunten 
‚ geibeben Schon friib murte es 
reren Bekräftigung tes Actes auch 
d. landesberrliche Beſiä:igung ein⸗ 
gemerurechilich bildet dieſelbe fein 


ehl haben aber Particularrechte fie, 


107 


um namentlich tie Antereffen Dritter ficher zu 
fielen, verg.ichrieben. An Sfterreich, Yaiern, Dan- 
never, Yraunichireig, Weimar wird die unmittels 
bare Einwilligung des Yanbesfürften erfordert, im 
Preußen wenigſtens dann, wenn Das F. nach einer 
orteüblichen Wertbichähung einen reinen Ertrag 
von 19,000 Tbirn. überfteigt. In anderen Ländern 
(in Preußen bei Ken, unter 10,900 Tolrn.) ift bie 
Gültigleit mwenigitene an die Yekätigung ber oberen 
(Rerichreitellen er. an bie Eintragung der Stife 
tungsurlunte in Die Öypetbelen- od. Matrikelbucher 
gebunden. Tbject Des Fres fännen ſowohl unbe- 
wegliche, ala bewegliche Sachen jein; nur miljlen 
fie Dein Zwecke des Juſtituts gemäß fo beichaffen 
jein, Daft den jeteemaligen Beſiher daraus ein 
wirllicder Nuten erwachien u. biejer Nutzen von 
ter Sache fc gegegen werten kann, daß Dadurch der 
Subſtanz ſelbſt fein Eintrag geſchiebt. Particulars 
rechte haben auch webl einen. Vinimalwerth feſtge⸗ 
jet, welchen das Gut baben muß, wenn es unter 
Fideicommißverband gebracht werden ſoll, wie... ®. 
in Preußen für Laudqüter wenigſtens 2500 Tblr. 
Reinerirag u. tür Geldfideicommiſſe ein Kapital 
ven 10,000 Thlen., iu Vaiern Die Errichtung von 
wenigſiene 25 Fl. an Grund⸗ u. Dominialfteuer 
von Lem kteireffenten Gute verlangt wird, Der 
Errichter Tea Fres muß auferbem über Die zum 
F. beitimmme Zade ſelbſt, frei verjügen lönnen, 
taber er ſich, 3.3. wenn es ſich um ein Yebn- 
od. Erbzineaut bandelt, aud ter Zuflinimung bes 
vebns» u. Erbzinsberrn verjihern muß, daß ber 
Reſitzer Dagegen von Adel fe, iſt, we nicht ein 
beſiimmtes Yarndeugeich entgegenſtebt, nicht erfor: 
derlich. Der nach ter Sujtung zum Genuſſe Des 
Fees berufene Erbe wird, wie alle andern, welche 
nach ihm ſuccediren, wirklicher Kigentbünter Des 
Fideiconimißqutes, nicht bles Nießbraucher; allein 
fein Eigentbumsrecht iſt dadurch beſchränkt, daß er 
tag Gut nicht veräußern u. deehalb auch keine 
danernden Veſchwerungen, namentlich alſo keine 
Schulden, ıinjerern fie nicht zur Conſervirung des 
Fees nethwendig maren, auf Daftelbe bringen Darf, 
indem Tieje Die Ipärer SEuccedirenden nicht anzuer⸗ 
fennuen brauchen. Nach tem Äſlerreichüichen Ge⸗ 
ſetzbuch kann aber ter Fideicommißinhaber ganz 
ullgemein mit Genebmigung ber ordentlichen Ber 
richtabscherte ein Drittheil tes Fideicommißgutes 
verihulten, nur müſſen jäbriich 5 vom Hundert von 
ber Schuld wieder getilgt werten. Beräußerungen 
kieinerer Pertinentialſtücke find, inſofern dadurch 
ter Wer:b u. Die Beſtimmung bes Gutes nicht ver- 
asdert wird, ſchon nad gemeinrecdtlicher Praxis 
unter Genebmigung Der Familienfideicommißober⸗ 
aujſi hiobebörde geftatte. Ze lage fie nice sur 
Zucietlien berufen find, haben die übrigen (lieber 
ter Familie nur eine Anwariſchaft, zu Deren Sicher⸗ 
ſtellung fie allerdings, weun fie durch Haudluugen 
des yantılienfiretcommißinbabera geiäbrdet werden 
jellte, Cautienen 2c. beantragen können. Die Zuce 
elften jelbſt kann, wenn Der Ztifter Feine befon- 
tere Erbjelgeordnung eingefübrt bat, nur nad Den 
Hrunträsen der Juteſtaterbiolge erielgen: allein im 
ter Regel tritt nach ter Zriftung eine beſondere 
Zucceijienserdnung (Paiorat, Seltierat, Primo⸗ 
genitur, Secundogenitur ac. ein, u. Die bierburdh 
ven der Erbſolge Ausgeichloflenen erbalten entwe⸗ 
der gar Nichts op. doch nur gewijje Renten zu ihrem 
Unterhalt. Die Succeffloh gilt Dabei als eine Suc- 


102 


cessio ex pacto et providentia majorum, b. h. 
die Berechtigung bazu wird nicht von bem leisten 
Beſitzer, ſondern vielmehr aus ber Dispofltion des 
erften Stifters abgeleitet. Der * Beſitzer kann 
deshalb auch nicht einmal letztwillig Verfügungen 
über das %. treffen, welche ber folgende An- 
wärter anzuerfennen genöthigt wäre, auch wenn 
im fonft nah dem gemeinen ürbiolgegeieh bie 
erpflihtung hierzu obläge. Ginem Abzug ber 
Trebellianifhen Quart unterliegen daher bie 5 
ebenfalls nicht. Das F. behält feine Eigenſchaft, 
fo lange noch eine Perſon vorhanden ift, melde 
nach der Stiftung zum Genuſſe des Gutes berufen 
if. Erſt ber letzte Berechtigte genieht wieder alle 
Rechte der freien Dispofition dee Stiſters, im Kal 
diejer nicht etwa auch für dieſe Eventualität noch 
befondere Anorbnungen getroffen bat. Über bie 
Aufhebung eines F⸗es bei dem Borbandenfein noch 
mehrerer Succeſſionsberechtigter geben bie Mei- 
nungen auseinander. Blidt man auf bie Abſicht 
bes Stifter®, die Dauer der $-e8 zum Velten aller 
nachfolgenden Generationen zu verewigen, fo muß 
man tie rechtliche Möglichkeit einer —** Auf⸗ 
hebung, auch mit Conſens aller lebenden berechtig⸗ 
ten Familienglieder, läͤugnen; Die Praxis u. neuere 
Gefetgebungen haben fie aber dann zugelafſen, wenn 
eine erhebliche Urfache der Aufhebung od. Abänterung 
nachgewieſen wird, alle lebenden Interejienten con⸗ 
fentiren u. die oberfle Gewalt außerdem ihre Beftä- 
tigung dazu ertheilt. Für etwaige nachgeborene 
Intereffenten wird zuweilen dabei vorfichtiger Weiſe 
noch ein Curator nasciturorum aufgefeilt 
politiicher u. vollswirthſchaftlicher Bezie⸗ 
ung ift die frage über die Zweckmäßigkeit u. 
ütlichleit der Fee fehr verichieben beantmortet 
worden. Als Gründe gegen die Zweckmäßigleit 
berfelben werben bef. angeführt: das im Fever⸗ 
bande ſtehende Vermögen fei gleichſam als Eigen⸗ 
thum in todter Hand zu betrachten u. deshalb für 
den Staat u. bie Gewerbſamkeit entzogen; fo oft 
ber Befitter des Fideicommiſſes (3. B. megen 
Maugel® fuccejfionsberechtigter Deſcendenten) kein 
SInterefle babe, nachhaltige Verbeflerungen vorzu⸗ 
nehmen, bliebe taher das Eigenthiim entmweber un⸗ 
benntt, od. der Inhaber fuche zum Scharen bes 
Gutes berauazuziehen, was fi) herauszieben laſſe; 
durch F⸗e werde eine ſchädliche Anhäufung des 
Grundeigenthums in großen Maſſen begünftigt u. 
Damit der Erwerb ber anderen Klafjen ber Wendile- 
rung gehemmt; dic Bevorzugung, welche nad) den 
befonteren F-ordnungen hinſichtlich der Erbfolge 
Statt finde, mwiterftreite ebenfo ber Billigkeit, wie 
ber Vernunft; bie eigenthilmlichften Verordnungen, 
deren Unzweckmäßigkeit vielleicht fich ſchon bei ber 
nächſten Generation offen zeige, müßten notbges 
Drungen erhalten werben; tie Fee befärberten die 
Ungleichheit ter Stänte, bienten oft zur Schuß» 
webr böſer Schuldner u. erzeugten Gefahren für 
bie Sicherheit des Eigenthums, indem ein ſpäterer 
Nahlomme die vielleicht in befter Abiicht von einem 
früheren $-befiger vorgenommenen Beränterungen 
immer wieter umftoßen könne. Dagegen wird aber 
angeführt, daß ter Stiftung eines Faes cfienbar 
ein tief ethiicher Zweck Zu runde liegt, tie Abficht, 
inmitten des ewigen Mechiels der Dinge cin Ver⸗ 
mäaen durch einen Act ber Yiebe auch filr kommende 
eteutungsvoll zu erhalten. Dieier 
‚aber ben Bogen u. Schwanken in 


*. 


Familienfideicommiß 


ben focialen Berhältniffen ber Gegen 
nur auf den angenblidlichen Werth: 
Streben gegenüber, eher als etwas zu 
bes, als etwas, dem entgegenzutretei 
Grhaltung eines geadpteten n. Träftie 
wie er in monarchiſchen Staaten eine 
keit ift, findet in dem Beſtehen ber 

Sicherung. Den Nachteilen, welch 
fung einer zu großen Mafle von Gri 
in einer Hand allerdings erzengen 
leicht im Wege ber Geſetzgebung dur 
eines Maximums, das nicht überſch 
bürfte, begegnen werben, u. was bie 
feit u. Benutzung anlangt, fo ift es el 
iheil, wenn größere geichloffene Befitsu 
deren Inhaber, wenn fie von demſell 
finne befeelt find, wie der Etifter, in 
aus geordneten Succeffion eher eineı 
finten müflen, das Intereſſe der N 
gleicher Weile zu fördern. Eine Un 
kann in der Errichtung von Feen für 
geichlofienen Yamilienglieder deshalb 
weil feines berjelben nah dem geme 
auf Erwerb des Gutes ein beftimmt 
im Gegentheil ift zu bebenlen, dan 
fammenhaltung des Vermögens in Ei 
Direct auch den ärmeren Verwandten 
tbeile zufließen, als fie bei unmittelb« 
bes Vermögens genofien haben würde 
theile fir gutmilthige Gläubiger u. Die ı 
durch Reoocationsflagen ſpäter eintre 
wärter find ba nicht zu befürchten, wi 
börige Belauntmadhung der -qualit 
tabulation in Öffentliche Bücher geiorg: 
find in mehreren Staaten bie Fe g 
boben, ja verboten mworben. Dies 
Frankreich durch die Gefege vom 2 
14. Noobr. 1792, welchen der Code. 
Art. 896 folgte. Später wurte zu Su 
Napoleon geftifteten Majorate durch 
30. März 1806 eine Ausnahme geniaı 
vom 12. Mai 1835, ergänzt durch etı 
jet vom 7. Mai 1849, bat die Majoı 
der aufgeboben. Dem Beiipiele Kranl 
die übrigen Staaten, welche das ran 
geſetzbuch annahmen, ebenjo unter Ver 
cher woblerworbenen Rechte: Württ 
Normalverortnung vom 22. April 1% 
durch Edict vom 28. Juli 1808. Nad 
ter franzöſiſchen Occupation ift inbefi 
gebung meift zu den früberen Grumt 
getebrt, wie 3. B. für Ofterreich bı 
canzleidecret vom 20. Febr. 1517, 

durch Verordnung vem 11. März 

vom 23. März 1525 (für Berg), Veri 
21. Ian. 1937 (für bie Ritterichaft t 
vinzen) 2c. Im Hannover erjihien ein 
iiber Errichtung von Keen unter Dem 1: 
in Braunuſchweig unter dem 25. Mär 
neuefter Zeit wurde durch das Frank 
ment in $. 38 ber Gruntrecdte die A 
Tre für ganz Deutſchland ausgeiproche 
jegung ber Art u. Bedingung derielbe 
gebung ber Einzeiftaaten überlajien. 
tiefe Beftimmung nirgends od. Ted ı 
nen Staaten ganz vorübergehend zur 
gelangt u. im Gegentheil neuerdings ı 
günfttgung ber Errichtung von en hi 


Bamiliengemalde bie AZumatıd 


m ben eigentlichen K-en find Übrigen® | vieleicht feinen Bortbeil mehr als ben bes Nündels 


uRiftungen (Familienſtipendien 2c.). 
wird zwar zum Zmede ter Unter- 
er Kamiliengencfien ein Vermögen 
et der eräugerung geftellt. Indeß, 
n F. tieler Jmed nur dae Cbiect er⸗ 
jrear mit dieſer Beichränlung, aber 
entbumsrecht auf den einzelnen Be⸗ 
jebt. Filter Die Kamilienftiftung ſelbfi 
Berien, der das Vermögen gebört u. 
achten ala Gläutiger gegenüterfieben. 


Entridelung ter rechtliben Vers 
veutihen Geſchlechtofideicommiſſe, 


, Riltner, Das Fideicommißrecht 
rraibiihen Geſetzbuch, Wien 1535; 


Lichtenau, Die Vebre von den Fami⸗ 


m“ u Eeichlechtofideicommiſſen; von 
Mräge jur vebre vom Leutichen F., in 
Sera tür Togmatił Des beutigen rämie 
wien Ermatrechts, Ad. 1, ©. 53 fi. 
mgemälde, ic v. w. Kamilienftüd 2). 
wugrte, je v. ir. Erbaũter (i. d.. 
io v. w. Ceniularmünzen; 

KRima, weiche ben Namen einer Fa⸗ 
eiter Yerin haben ; fie find von Brenze 
p1 at en 206 v. Chr. von Geld. 

„.u, Name. 
Papatt, Ubereinlemmen unter verichie- 
ixer aner Familie: fie Boımmen bei. un⸗ 
de mediatiſirten Fürſien ac. ver, be- 
ĩde Gebielge in die Familiengüter, Die 

2. bie Verſoraung der Familien⸗ 
elanteberrlihe Beſtãtigung u. gericht⸗ 
en, wenn auch nicht immer neth« 
beterzeit räcblich u. resp. fiir Die me 
ren im 14. Artikel ter Bundesacte 
macht 


tath Conseil de famille), eine in 
Franzẽſiſchen Recht eingeilibrie Be⸗ 
838 Intereiie ter Ptinderjährigen 
u. ten Vormündern immer cette- 
zren? zur Zente ſteben jell. Der x. 
m Friedenerichter, in deſſen Bezirk 


prige ſeiren Wonniitz bat, u. aus 


wandten od. rerſchwägerten, je zur 
er eäteriichen u. zur Hälite aus der 
ie der PiinPerjäbrigen genemmeren 
wirt zuiamnenberufen au! ten Alte 
andten tea Mintergabrigce, Detien 


Berüdfichtigenden, m die Mebrerer bringt, bie 
durch Reigen u. Natur für ihn am wärmſien ine 
terciſirt ſind, u. ven denen Uneigennäßigfeit gu 
beiten ıfl. Indeſſen ift Der Diangel an Verantmert- 
lichkeit Der Mitglieder deu %-6 ein großer Cinwand 
gegen die Volllommenbeit dieſes Inſtitutes, u. ber 
Friedenérichter muß ein einſichtevoller u. reblicher 
Mann jein, um alle möglichen Nachtheile u ver⸗ 
büten. 

Familienrecht, f. u. Familie. 

Familienſtück, 1) ſehr wertbvolle Sache, welche 
von einer Familie aufbewabrt wird; 2) Gemälde, 
Imeices die Abbildung mehrerer Familienglieder 
entbält. 

Familientbeater, fo v. w. Privattheater. 
amilienvertrag , fo v. m. Familienpact. 
amilienwapven, I. u. Wappen. 
amiliften, Religienepartei in England u. 

Helland, um 1575 durch Heinrich Willas ane 
Münfter, einen Freund des Wiedertäufers David 
Joris, geftittet. Er vereinigte ſich mit feinen Aue 
bängern zu einer Pamilia caritntis (rie— 
besiamtlie) Sie wurten Ausichweifungen be⸗ 
ichuldigt, weil Niklaëe auf die innigſie viebe drang 
u. ſich fir einen Geſandten Gettes ausgebend, 
lebrie, Meſes babe nur bie Hoiinung, Chriſtus ben 
Glauben aepretigt, er aber predige die Liebe. Ste 
verloren ſich bald, ala die Königin Eliſabeth 1580 
ite verbet. 

Family compact (engl , fpr. Fämli tonıpätt), 
cn Verein engliıher altariflefratifcher Familien 
in Cauada, f. u. Canada (Geſch.). 

Kamine, Hafen an ber Oſtküſte ber ſüdlichſten 
Salbiniel von Patagenien (Zütamerila): bier er- 
richteten 1582 die Spanier das Fort Ciudaddel 
Key Felipe: Loch ftarb Die Beiagung ven Jun 
bi6 auf 24 wegen Mangels an Yebenemirteln aus, 
u. ale 1547 Pie Engländer unter Cavendiih dabin 
kamen, nannten fie den Urt Porto F. Hunger⸗ 
bhafen). 

Fammaniätz, Stadt im Fürſtentbum Teetemi 
aut Der Japaniſchen Inſel Nipon, weſltüüdweſilich 
ven Jeddo: 3000 Em. 

Famn iſchwed.), Läugenmaß, jo v. m. gaben, ſ. d. 

Wämde, 1) daniſche Inſel von! Ct. nördlich 
bei Laaland u. zu dieſem Stiit gebörig; 2) Nırd- 


dori anf der jürmeftlichen Küſte mit 100 (Cm. 


anderer sntereiienten, cd. auch von 


Ter arıetenerichter beſtimmt ten 
tag, bat ten Serfiß ı. bei der Bes 
Ztimme, :celcbe bei Stimmengleich⸗ 
Te: F. bet rücſichtlich Der Vin; 
dieſelben Hedtite u. “Wrlichien, welche 
er Keziebung Die Gerichte ala ober: 
he Pebörten taben; er ewahlt 
srmünter sen Plind.raabrigen u. 
e birgerliben Rechte n:de susuben 
sn Bermund einen Rebenvermund 
teur, am die Seite st. entrest beite 
Fall ıbres Amtee: er tzeiigt Über 
ten Lea Vermmögene, cum pin Die 
Ken u. Kerinnßerung uureweg— 
nun die Stnnie Tea meh 
ir nor PmiINandmeat, Ihoridei 
ET. in zeccdinatti, wenſer 


ii 
u aue der Eewalt eines Cinzigen, 


— —— ——— — —— — —— m 


Famöd (v. lat.), fo v. w. Fameux; Aamofl- 
tät, Verruſenbeit, VRerühnubeit; Famosus IIhellus, 
Schmäbichrijt; Famesum earmen, ein Schmäh 
gedicht. 

Famulus lat., 1) Diener; 2) Student er. aut 
dere Perion, welcher einem Proieſſor aller band 
Dienſte für ſeine Vorleſungen leiftet, 3. B. Den 
Studeuten Pläbe in dem Auditorium beſorgt, Dem 
Preieſſer den etwa nöithigen Apparat zu den Brio 
leſungen berbeiträgt zc.; auf Schulen ein Schüler, 
welcher einem Yebrer Ahnliches beiorgt; der, welcher 
die Angelegenheit der ganzen Schule bererat, heitzt 
F. communis: 3) Gebiilje eines Arzted. Taher An 
nulatur, deſſen Art, U. Famulteren, F. jein. 

Fämund, Zee im Stile Aarerbuue „uni: 
art, Tuütrict Sſterdal, »Veenlen laug, lNieile 
breit, ſebr nrirmuiſch, ber nerdlichen a. Wilden 
Winden, mit nur wenig anzebauten Were iendeen 
eingen Stellen 2-50 Nlapein Tieſe haben. er 
entjließe Der Samund gegen Zildejlen darch das 


166: 


Fanachen bis Fanega 


Kirchſpiel Tryſſild unter dem Namen Tryſſild⸗ | Einfluß die Wahl auf Die der Muruſis, 


ei nah Schweden, wo er Klara⸗Elf genamit 
wird. 

Sancsen, fo v. w. Joh. v. Aachen. 

nada, Stabt, fo v. mw. Villa do Bom Suc- 
cefio. 
nagoria, Feſtung am Tamansloi-See u. 
ber Meerenge von Kertſch, letzterem jüböftlidh ge⸗ 
enäber auf ber Halbinfel Zaman im Lante ter 
zernomoriſchen Kofalen; Stadt u. Halbinfel Ta⸗ 
man biefen ehemals auch F. 

Fanãl (fr.), 1) Yeuchttburm; 2) Schiffslaterne, 
bef. 3) große, am Hintertheil des Schiffs; 4) euer: 
zeihen, um bei einem plötzlichen feindlichen Anfall 
einer Borpoftenlinie od. der Winterquartiere die 
Truppen von demſelben zu benachrichtigen; entwe⸗ 
der eiu angezündeter Holzſtoß auf einem hoben 
Punkt, od. eine Yärmftange, eine in bie Erbe ge⸗ 

rabene Säule, mit Stroh loſe umlegt, mit Bech 
übergofien u. mit Schießpulver beitreut, oben mit 
einer umgekehrten Pechfadel u. letztere mit Stroh 
od. einer Pechtonne gegen die Näſſe beredt. Eine 
Schildwache fteht dabei, die, ſobald fie einen F. 
brennen fieht, auch ben ihrigen anftedt. Um bei 
nebeligem Wetter aud) Lärm machen zu können, bält 
man ein Geſchütz bereit, weiches dann im Fall eines 
Angriffs Alarmſchüſſe thut. Bei Tage wendet man 
Dampf-Fanale an, welche in viel Rauch geben- 
ben Dingen: Yaub, Moos, Stroh u. dgl. beftebeu. 

Fanam (Bance, Fanum), oſtindiſche Münze 
ber eingeborenen Fürſten: 1) in Gold von ber 
Größe einer Linfe als Scheitemünze: a) in Cals 
eutta = 4? Egr.; b) in Cananor = 3 Sgr. 11! 
Pf.; oO auf der Küfte Coromantel = 3 Ser. 1! 
Pf.; c Canteroy⸗F. — 6 Sır. 3, Pf.; öul- 
tana⸗F. = 6 Sgr. 2) In Silber: a) in den dä⸗ 
niſchen Kolonien = 2 Sgr. 3,2 Pf.; b) in Bombai 
— 4 Sgr. ! Pf; O in Kananor = 3 Sgr.; 4) 
engl. = 1 Sgr. 7,6 Pf.; e) in Pondichery, Dop- 
pelte = 4! Egr,, einfahe — 24 (2}) Sgr. 8) 
Rechnungemünze u. ungeführ 2 Syr.: a) in Bom⸗ 
bat 3 5-8 — 1 Mebur; b) in Madras 6 F⸗s = 1 
Rupie, 42 5-8 — 1 Sternpagede; c) in Kalikut 5 
58 — 1 Rupie, 50 5:8 = 1 Mobur. 4) Golt- 
u. Silbergemicht in Pondichery, 7314 5-6 = 1 Seer. 

Fanäno, Marktflecken am Panaro im Herzog. 
thum Modena, beim Monte Sintone; 2000 Ew. 

Banär, in Conſtantinopel das von Griechen be- 
wohnte Biertel, nach dem dortigen Veuchtthurm be- 
nannt, |. Conftantinopel C) w). Nach ibm find die 
Sanarioten benannt, meift reiche griecbiiche Familien, 
bie ſich dort anfiebelten, nadhtem Muhammed II. tie 
Statt erobert hatte, u. die als eine befonbere Klafie 
u. eine Art griechifcher Atel, namentlich feit dem 17. 
Jahrh., auf bie pelitifchen Angelegenheiten ber 
Türkei großen Einfluß gemannen. Sie zeichneten 
fi) im Allgemeinen eben fo durch Kenntniffe u. 
durch Bildung, als durch Hang zur Intrigue u. 
durch Eigennuß aus u. haben ibrer Nation oft eben 
jo ſehr geichatet, als genütst. Seit tem Anfang des 
18. Jahrh. wählte die Pforte tie Hoſpodare ter Mol⸗ 
Dau u. Walachei aus ben Banarioten. Der erſte der⸗ 
felben war Nitolaos Mavroforbatos, welcher (1709) 
Belpobar der Moldau ır. (1711) ter Walachei ward. 

iefe bevorzugten Yanariotenfamilien waren vie 
der Mavrokordatos, Murufis, Mpfilantie, Kalli- 
machis, Sutzoe, Karadſchas, Hangerlis u. Mavro⸗ 

4; in neuerer Zeit war durch Haleb Effendi's 


chis u. Sutzos beſchräult morden, bie 
Biesfallfige Berhältniß in Folge der Revol 
1821 welentlich fi änderte. Zallony, J 
les Fanariotes, Marſeille 1524, 3.4 
neugriechiich Athen 1656. 
anatisſsmus (v. lat. Fanum). 1) bie 
Bekehrungs⸗ u. Berfolgungefucht bervı 
religidje Schwärmerei derer, bie nicht 
Borftelungen, Begriffen n. Gründen, fon 
fein Gefühlen folgen; auch bie politiſch 
gungsſucht gegen Anhänger einer anber 
nennt man F. Daber Sanatiter, Schwärm 
ihre Anfiht mit Gewalt auch Anderen aı 
wollen, u. Fanatiſch, ſchwärmeriſch, gla 
thend; Janatifiren, zum Fanatismus r 
(Died.), darauf beruhende Geiſteskrankhei 
Fanchon (ir. ſpr. Fangſchong), Dimi 
rancisea, Fränzchen, Mädcheuname. Eir 
., ein aus niederem Stande eniporgeli 
ebildete8, aber fittfam u. befcheiben g 
Frauenzinmer; fo bei. ehetem nad be 
wahre Barifer Aneltote gegründeten, 
Sranzöfiien bearbeiteten, beliebten Op 
Leiermädchen von Kotzebue u. Himmel 
in welcher ein armes ſavoyardiſches Fein 
bie Durch Gaben reich geworben, dabei ah 
geblieben u. ſehr wohlthätig ift, einen SA 
vornehmer Familie, ber fi ihr in der M 
Malers naht u. bald von ihr ganz bezau) 
beiratbet. 

Fancy (engl., ſpr. Fänßi), Phanta| 
Fancy⸗Urtikel, Modewaaren, verzierte 
ſachen. Sancy- Fair (ſpr. Fänßiſfähr), Aus 
Verkauf von weiblichen Handarbeiten 
Zwecken. 

Fancynet (ſpr. Fänßinett), gemufter 
net od. Spitzengrund 

Fandango, ſpaniſcher u. portugieſij 
zärtlicher, allmälig lebhafter werdender 
tanz, von einem Paar mit Caſtagnetten, 
mit Geſang od. Zither begleitet, getanzt. 
er in Moll geſetzt u. hat Tatt. 

Fandaroͤle (fr., ſpr. Fangdarohſ), fli 
raſcher provengalifher Tanz im $ Talte, 
zer u. Tänzerinnen treten paarweiſe an 
dem Walzer, u. ziehen fo in gefälligen Zoı 
die Etraten. 

Fane, Johann F., Graf von Weſtmore 
mete fih tem Milttärftande, wurte 171 
nıann, diente unter Mariborougb, mı 
Oberſt, 1733 Capitän u. Oberft der beritt: 
den; in demjelben Jahre zum Baron v. Cı 
creirt, fam er unter die Beers von Irlı 
dem Tode feines Bruders Thomas, 17: 
er ten Titel Graf v. Weftnioreland u. Plat 
bauie; 1737 wurte er Generalmajor. 1’ 
rallieutenant, 1751 General, 1753 K 
Univerfität Oxford u. ft. 26. Aug. 1762. 

Fankgan. Fanego (portug. Fanga), 
u. portugiefifches, in den einzelnen Pror 
ſchiedenes Getreidemaß. Auf ten Azcreı 
Yırres, ın Brafilien = 115,068 Yitres, i 
— 55,563 (ungefähr 1 preußiicher Scheffe 
deira == 56,38 Yitred, in Oporto — 69 
in Spanien (caſtiliſches Maß) = 55,501 
Saragofja = 22,55, in Malaga — 53,94) 
maß in Spanien (Banegäda) — 64, 2600 


Banfare bie Fangjagd 


‘r., fer. Kanglıbr), 1) ein luſtigee 
ber ter Cavallecie; 8) Trompeter 
r tem Angriff einer einbanenben Ca⸗ 
aeblaien: 3) ein Jagdſtück auf Der 
at in“ Takt; 4) Tufb,, cin un 
Aealeitung der Trompeten u. Pau⸗ 
pic» Lebeboch kei freblichen Feſien. 
ir. Ser. Fangiarong', Prabler, Auf 
er danfareaniren, aufichneiden; Aan: 
ifchneiterer. 
i& 'n. fr. Fanfrnluche ſivr. Kanufer- 
Stitterfiaate, böſe Free, Mer, nur eine 
riat ein Kleid ven Echntericrimrafliüie 
ar Ztiefeln von Nufßichalen 1. einen 
Tcmblürben u. reitet auf 3 Rinſen. 
Aaukaeh, Ümanuan), eine Der mitt- 
dien tes Archipels der Schnierinicht 
kizaefien‘. 

Werne Verrichtung, um wilde Thiere 
Sl. role. Fallarube, ſe mie auch Die 
@ Ihe; 8) der Stich od. Zchlag, we- 
altes Teer gerettet wird: aber @. geben: 
ters schticht bei Neben u. gerin« 
Ken weten Genickiinger, welchen man 
ein Sitel,nechen in das Gebirn fäht, 
aßrta Schweinen, die von den Hun⸗ 
{en veden, indem man ben Hirichiänger 
lete Eeise in dad Herz ſtößt, cd. auch mit 
ſeren, bt Haien durch cinen Schlag mit 
af in das Genid; vgl. Abiedern: 3) 
em Suntes; 4) ein mit Garnen ı. 
Rebe: Theil eines GBewäſſers; 5) Herb. ', 
erdire, 6) Rauchfang, werin Der Ar» 
we km Calciniren Des Nebalıe ſich ver» 
gelangen wird. 

Mt, ion. m Fanega. 
Ni, beten im Bade zu Acqui im Zar- 
se Kranfen Vedienenden; ie genannt 
chamm (Range), welchen fie in einer 
mm Geiühen ane den greiien minera— 
rschaltern sum Gebrauche beraufbelen. 
‚ru Ball'ipdiel 
me, )ſce v. w. Gerüſtbaͤnme: 2) ſiarle 
Cfnen ter Ibüren an Fangſchleußen. 
ie Wañerbe), ſ. Aubne 1. 


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m, I) bei Durcftichen tie Ertmafie, | 


r Follentung derielben das Einf 
era verhindert; 2) bei Hruntbasten 
n ten böchſten Waſſeritand überſiei« 


1, durch welchen das Waſier wihrend 


mäVBaue abgebalten wird; er Leiicht 
ſerdichten Wand, welche den ganzen zu 
auım u. den für die Arbeiter, Maichi⸗ 
talıen einſchließt, weranf das inner—- 
e Waſier ausgeſchepit wird. 
er ch. aus zwei Reiben senkrecht ein— 
stäble in jecbs- bis after Ente 
inander erri.btet, man verbinden dieſe 
er Lange nach durch Holie, der Areite 
ngen: der Zwiſchenraum der Piabl⸗ 
nit Beblen dicht beiſebt u. mit Vebm 
chtenweiſe ausgeftampt. Tas durch 
aellariig auiſteigende Mailer wird mt 
borſäden ed. mit Waſiermörtel ges 
dimme werten bei jetem im after 
n Dauermwert, ala kei Aritdenpfeilerit, 

x. nötbig, we dieſelben wicht mit 
nttäften errichtet vcerben., 


Sm... 


105 


Fänge (Iaytm.), I) die Zähne, beſ. die Ec⸗ 
zäbne Der größeren Kaubtbiere u. des Hundes; 2) 
bei Ranbrcgeln die Füge u. Klauen. 

Fangeifen, eſſerne Werkzeuge zum Kangen mil 
ber Thiere; deſteht aus 3 in Beleuten fich bewegen⸗ 
ten Binten mit Safen, die im einer am Ende tes 
Mittelſtabes angebrachten breilügeitärinigen Klib- 
rung gleiten. Es wirb mit einem Ztrid, Den man 
durch das Loch, in ber Kegel links am Diittelitzbe, 
zieht, an einen geeigneten (Wegenftant feſtgebunden 
u. der Köder aut die Widerbalen geftcdt, wenn Bas 
Erien zugeſchoben it Schnappi das Ihıer nach 
dem Köder, ſo ſetzen ſich tie Haklen ieferı in ben 
Rücken jeſt. 

Fangen, I) in ter Gerberci being ellefangen, 
fie ın Die Kleienbeize bringen; 2) (Seew.), fo v. m. 
fafien, wirt vem Anfer, von der Boy ıc. yefagt. 

‚Bangiliege, 1) ſ. Zangenfliege; 2) f. u. Tan;- 


fliege. 

Hangfüße, bei Iniecten Die zu dem ungen bes 
Raubes eingerichteten Vorderfüße, 3.2. bei ben 
Fanabeuſchreden. 

Fanggarn, ie v. w. Inngarn. 

Fang geben, 1. u. Fang 2). 

Fanggeld, i. u. Zchiegelt. 

Fangbeuihreden, Inſectenklaſſe (Mantides), 
Familie Per Gradflügler; die Füße fünfgliederig, 
Flügel der Länge nach gefaltet, Flügeldecken leder» 
artig, aderig, Taſter furz, jpiv zugebend, Unterlippe 
vierlappig, Fübhlbörner meiſt kurz, vielgliederig, 
verb u. Haleichild vorftebend, lang, vVanfbeine lang, 
die vorderen am Haldbichild ſitzend, find Fang or. 
Klappiüſte, Dider u. kürzer, mit Klauen bewagitet, 
dienen zum Fangen ter Inſecten u. zum Halten 
beim Fraße, Aruit lang, aus 2 Stüceen beſtehend, 
Flügel blätteräbnlich; leben von Pilanzen cd. vom 
Raub anderer Thiere, legen ihre Kier in eine 
anmmiartige Maiie od. in eine evale Hülie einge» 
büllt; dazu Die Hattungen: av F. "\lantin Z.), 
Kepf rieredig, Füblbörner einſach; Art: Huttear 
anbeterinkremmen., M. reltwinsar, il 
gelteden gefledt, grün tauıb braun), Verderichen⸗ 
fel mit einem gelben, ſabuvarz geiäumten Aled, bält 
die Verderiüße mie beicnt in die Höbe, lebt im 
wärmeren Eurepa, in Wirila, auch in Mäbren, 
wırd von ten Türken u. Hottentotten jebr verebrt, 
raubt viel, jelbft von feiner Art; br Zpiulepf: A. 
(ıEmbusa Zu). ter Ropf verlängert ich obren⸗ 
fermig, tie Kübler ter Männchen fine kammför⸗ 
mia; Lie Zeiten des Hinterleibs gezäbnt, die Bor- 
derbeine zum ‚sangen eingerichtet, an Den 4 hinter 
ren fint Anbänge; Art: Yange Zpibloni-X. 
«BE. gongsslodes), Bruſt gewimbert, an ten Ber» 
terichienbeinen ein Torn, an Den binteren Alütt« 
wen; E. pauperata, u. a.; bei Fabricins unter 
Mantis; c) Neg-%. ıMantispa Jllcıy ), Füblhör⸗ 
ner jabenfermig, eiwas länger als ter Nopi, Vor⸗ 
dertbheil Der Bruſt ungerantet, Flügel u. Flügel⸗ 


decken netzförmig um durchſichtig, Beine zum Fan⸗ 





gen; Art: Land F. (M. pagana), Flilgel rötblich 
gelb, weißlich, an Ben Rändern gelbrippig, roftroth 
gefledt: M. pusilla, M. pubescens, u. a.; flept 
bei vatreille unter Den Neyflüglern. 
Fangjagd. Jagd, bei weicher man von Treib⸗ 
leuten Day Wild in aufgeſtellte lichte Garne treiben 
läßt; am häufigſten auf Hochwilden. Sauen, auch 
auf Raubwild, wie Wötfe, Füchjc, angewendet, um 
dieſe lebendig zu transportiven. Die Dazu nöthigen 


106 


Bang-Ki bis Fantafie 


Netze u. Zeuge (Bauggeug) find von fehr verſchiede⸗ Häger bes Clodius, ftaub bann auf ber Sc 
ng. t 


wer Einrichtung 

gang. Kt, Infel an der Südküſte von China; 
gebört zur chinefiichen Provinz Kuan-tung. 

Sangleine, 1) (Iagtw.), fo v. w. eine; 2) 
(Bangtau, Seew.), das Tauende, welches am Vor⸗ 
dertheile (Bug) eines Bootes an einem Ringe belegt 
it, deſſen man fih zum Schleppen ob. zum An- 
binden des Bootes bedient; 83) ftarles Geil, wel- 
ches mit tem einen Ende am oberen Theil einer 
KRamme, mit dem anderen an ber Erbe ob. einem 
anberen Punkte befeftigt iſt. Man bringt mehrere 
folder Seile an, um das Schwanken ber Ramme 
zu —A kurzer Hiſchſa Ge Bügel 

n er, kurzer Hirihfänger ohne Bügel. 

androd (Uhrm.), fo v. w. Anſchlagrad. 

ngichleußen, |. Schleußen. 

naichnur, wollene, ſeidene, filberne ob. gol⸗ 
bene Sanur, die an der Kopfbetedung u. an ber 
Uniform der leichten Cavallerie, namentlich der Hu⸗ 
faren, befeftigt ift, Damit die erftere, wenn fie vom 
Kopfe fällt, nicht zur Erbe gelangt, fondern von 
bem Reiter wieber aufgelegt werben fan. 

har ſchürze (Bergb.), Turze Ketten an ben 
S — welche verhindern, daß bieleißen 
beim etwaigen — in den Schacht fallen. 

Fangventil, am Orgelbalg ein mit Leber über⸗ 
zogener Rahmen, welcher beim Offnen des Balges 
nah Innen zurückweicht, um Yuft einzulaſſen. 

ngwanze, jo v. w. Waflericorpion. 

ngwert, fo v. w. Fangdamm. 

ngaäbne, fo v. w. Fänge 1). 

np eug, |. u. Bangjagd. 

nifat (lat.), Weibung, Heiligung. 

njeaur (fpr. Fangſchop), Marktfleden im 
Arrondifiement Caftelnautary des franzöſiſchen De- 

partements Aube; 1600 Em. 

Fanna, ein japanefiicher Gott, ter Schußherr 
ter Könige. -In den Tempeln wird er dargeſtellt 
mit gelber Hautfarbe, um das Haupt ein Heiligen- 
fein, über melchem eine Halbınufchel mit einem 
Reiskorn verfeben emporragt, das Scepter in ber 
Sand in einer Taratablııme ſtehend. Die ihm fich 
Nahenden entblößen das Haupt, jchlagen an eine 
Glode od. ein Beden u. beten zu ihm, indem fie 
das Geficyt mit den Händen bebeden, um ben Gott 
mit ihrem Atbem nicht zu verunreinigen. 

Fannia lex (rdm. Ant.), eine ber Sumtua- 
riae legen, |. d. , . 

Fannin (pr. Fännin), Srafihaft im Staate 
Texas (Norbamerila), 43 M.; Flüſſe: Sulphur⸗ 
Fork des Red⸗River u. Bois⸗d'Arc⸗Creek; Beden 
fruchtbar mit großen Prairien; Producte: Mais, 
Baumwolle, Rindvieh, Pferde; nach Obriſt James 
W. Fannin genannt; 1850: 3788 Ew., wortliict 
528 Sklaven; Hauptort: Bonham. 

Fanning , einzelne Inſel im Auftralocean, ſüd⸗ 
lid von ten Sandwichsinſeln, 3° 53° nördl. Br., 
220 öfit. Länge von %.; bat eine Lagune in ber 
Mitte, viel Kokos, ift aber unbewobnt. 

annius, tie Fannya gens, römiſches plebejiſches 
Geſchlecht; bekam aus demſelben find Die Familien 
fer Cãpio, Duadratusu. Strabo (j.d. a); 
außerdem: 1) Cajus, Schwiegerfohn des C. Lä⸗ 
lius, war 146 v. Chr. bei ber Ereberung Cartha⸗ 
go's, mo er unter Den Erfien Die Diauern erftieg. 


Gr war ter erfie Stoiker in Rom u. fchrieb über | 


Kömifche Geſchichte. 2) Cajus, Gegner u. Aus 


— 


ntoniu®. 
nny (engl.), Abkürzung von Francisca. 
uny (denny), En im füblichen Afien 
fpringt in Birman, fließt in ſüdweſtlicher Kid 
durch die Wälder von Tipperab u. münbet bei 
Me ominy gegenüber in ben Bengaliſchen A 
ufen. 

Sana Münze u. Gewicht, fo v. w. Fa 

ano, 1) Stadt am Adriatiſchen Meere u 
päpftlihen Legation Urbino⸗Peſaro, bat 
Kathebrale, 16 Kirchen, ein College mit bem 
ten einer Univerfität, Mätchenerziehung 
Bibliotbef, Theater, einen wohlerhaltenen, 30 
hoben Triumphbogen des Augufins, reflaurirk, 
Eonftantin u. Eouftanz, Hafen, Kifchfang, Gel 
mweberei, Hantel; 15,000 Em. — 4 it 
alte Fanum Fortunae; hierher hide: 

uſtus eine Colonie, weshalt ihm ke 
Triumpbbogen gebaut murbe; feitben hie 
Statt Colonia Julia Fanestris MW 
552 n. Ihr. Eieg des Naries Über &: 
Später bernädhtigten fich bie Herzöge von 1 
F⸗s, u. nachdem es ſich mehrere Diele ve 
frei zu machen verfucht hatte, unterwarf et G 
Papfte, vgl. Ammiani, Mem. istor, 

di Fano, Fano 1751: 2) (Otbonue), a 
zu Corfu gehörenden heben Injeln u. RE 
ım Ionifhen Dieere, mit Leuchtthurm; WB 

Fande, bänifche Infel ın der Nordſee, 
SWeKiüfte Iütlands; ift fantig mit viel Se 
einigem Weibelant, beträgt ! COM. mit 320 
in den Kirchipielen Nörbye u. ——— p 
Schifffahrt, Schiffbau, Viehzucht u. Filcheres 
u. gehört zum Stift u. Amt Ribe. 

anon, 1) im alten Kirchenlatein die Fa 

2) das Handtüchelchen (Manipulum) ber Prr 
deſſen ſich auch fpäter Die Laienbrüder in man 
Klöftern bebienen durften; 8) (Orale), feine 
dener Schleier, melchen der Papſt nach ha: 
Alba u. bes Gürtels zu einer feierlichen 5 
iiber das Haupt hängt, dann zurück über bie 
ter zieht u. vorn zufammenmwidelt; 4) der Sch 
unter welchem der Subtiaconus die Patben 
5) (Chir.), Schiene der gebrochenen Beine, 
m einem geraten mit Stroh gepolfterten Gt 
der mit einer Binde ummidelt wird. Fl: 
F. nannte man cine Leinwanbcomprefle zwij 
Schiene u. Bein gelegt. 

Fant (v. ital.), 1) Knabe, läppifcher Menſch 
(Fänt). ber Bauer im Schadhipiel. 

Fant, Erih Michael, geb. 1753, mar Broh 
ber Geſchichte in Upiala, keihäftigte ih nah En 
jung von feiner Stelle mit ber Herausgabe 
Seriptores rerum Suecicarum mellii aev 
fi. 1517; erichr.: Kort utkarttillkonung (su 
Adolfs historia, Stodh. 1784, 2 Bde.; Ur 
till föreläsningar öfver allmänna histor 
Upfala 1756— 1800, 5 Tble.; Utkast till fi 
ärningaröfversvenska hietorien, ebd. 15u1 
5 Dre. . 
Fantaiſie, Fuftichloß bei Baireuth, ſ. d. °. 

Fantafia, Name für Die Geſammtbeit n. 
Gewerbe ter öffentlichen Tirnen in Agupten, w 
meiſt von Mehallet el Kebir, einer Urtid it 
Nilarme von Damiette, kommen ır die Mi 
unter ter Obbut einer Nupplerin beſuchen; mı 
ber ägyptijchen Regierung Sieuer zahlen, 


Zantahe bie Faquin 


ante, |. Bhantafie ıc. 
'a. Yand im Golddiſtricte Guineas 
he Afrikas; das Voll gehört zum 


ſbantis u. berrichte früber ale dab 


i ver Geldküſte, durch Kriege aber | 


tie Bormäßigleit der Afbantis u. 
«il ausgercttet. 
verfällig u. bẽchſt träge n. baben 


Die F. find aber⸗ 


e beftebenten Verlebrs mir Euro⸗ 


eihrine in der Qultur gemacht. Ta 
npebnte Land ijt durch ten Prath⸗ 
zugebeuren Urwald vom @ebiet der 
mt u. bat, namentlich in der Küften- 
ise Flera von Farren, Palmen, Vam⸗ 
VDaumen; auegeführt werden Gold, 
Irtnüfe. 

ital, ipr. Fantotſchini), in andern 
RM Belıbinel), tragbares, dedigch 
käßten Yartenroerf, mit Tüchern ver- 
‚em Liered ofjen, welches ein Theater 
den Gerũſt sit ein Menſch verborgen, 
euere Puppen, die mit dem 
wre dand ſieclen, zum Vorſchein 
1 dieſe Weiſe burletke Scenen 
A Zuven, England, auch in Deuiſch ˖ 
lltetbeatere u. ganz Eurepa auf 
B ieeichen Orten gewẽehnlich. Vgl. 
diadr witter, Yont. 1818. 

tem), 1) ſe v. w. Phantom; 8) mit 
nes natürliches od. künftliches weibli⸗ 


am emerinYeternachgebilbeten (Hebär- 


merigebe, in welche eine auch je nach⸗ 
KArude pat u. gelegt wirt, um beim 
ter Geburtebülfe Handgriffe bei Zan⸗ 
Vendungen ꝛc. zu zeigen u. Übungen 
n deranfialten: 3) ani äbnliche Weiſe 
ı beiserne ed. andere Larven menid- 
er, ın welche Thieraugen einnefebt 
gekuf rer Eınübung von Augenoperu- 


107 


ber Dichtkunſt m. Literatur; die franzöflfche Revo⸗ 
Iution ve ichte ex 1792 durch 10 republilaniſche 
Oden; ju Weiland politifcher Umtriebe wegen ver- 
bafıet, wurde er nach der Turiner Gitabelie abge» 
führe. Nach feiner Befreiung Areifte er in mebreren 
Städten Italiens umber u. ging endlich nach Frank⸗ 
reich ; wurde 1800 Prefeflor der Italieniſchen Litera⸗ 
tur zu Bila, dann, nachdem er 1807 dieſe Stelle verlo⸗ 
ren hatte, Secretär ber Univerfitãt zn Carona u. ſtarb 
1307. Sammlung feiner Gedichte unter tem Na⸗ 
men Labindo, Pila 1300, n. 9. Dail. 1523: aud 
im Parnasso degl ’Italıanı viventi (1501), 2 Bre. 

Fantuzzi, 1) Anton, germicneider, wurde geb. 
um 150% in Lrient, beshalb gewöhnlich da Trento 
genannt, war ein Echäler Parmeggianincd. Vor⸗ 
züglich machte er fi berühmt in der von Hugo da 
Carpi erfjuntenen Manier, Holzſchnitte mit 3 ver- 
ſchiedenen Stücken abzubruden, wodurch das foge- 
nannte Clairobſcur erzielt wurde. 1545 ſell F. 
ieinen Lehrer heimlich verlaſſen u. deſſen ſämmtliche 
Zeichnungen u. geſammelte Kupferſtiche mitgenom⸗ 
men haben. Von jeinen ferneren Schidialen iſt nichts 
befannt, dech iſt es ſehr wahrſcheinlich, daß er mut 
tem bald nach feiner Flucht in Frankreich auftan- 
heuten Antoine gantole ein u. dieſelbe Per⸗ 
fen it, teifen Rabirungen in Kupfer dieieite Dia’ 
nier wie jene Holzichnitie u. ein jebr äbnliches Mo⸗ 
negramm aufweilen. Das Zetesjabr deileiben füllt 
nad 1550. Zu feinen beften Holzſchnitien gebören 
Jobannes inter Wuſte, ein figend ſchlafender, nad- 
ter Mann, Auguflnen. bie Sibylle, Der Lautenſpie⸗ 
ler, ſämmtlich nad Parmegyianine. 2) Graf Marco, 
geb. um 1740 in Ravenna, begleitete daſelbſt bie 
Pölten Ämter, gab tiefe ſpäter auf, lebte abwech⸗ 
ſelnd in Rent, Fierenz u. Venedig u. fl. 1305 in 
Peſaro; er jchr.: De gente Honestin, Ceſena 
1786, Fol.: Monumenti Ravennati ete., Vened. 
1s0[, 6 ®re; Memorie di vario argomento, 


ehe. Inu. 


1) Jeb. Baptiſi, geb. zu Turin in j 
17. Aabrb., mar Breieiier der Anus 


alarit, dann ‘Ereteilier ter Medicin 

alerzete den Herzeg Victer Ama⸗ 
Zseegen im Den Krieg gegen Frank—⸗ 
ei ter Belagerung von Chorges in 
[nu2. Seine Onservationes ana- 
ae selectiores, berausgegeben von 
‚ Zurın 1939, Bened. 1713. 2) Ice 
tee Serigen, geb. 1075 ın Zurin, 
5 Yeentiqung feiner mediciniſchen 
nad aranfreih, Dellane ıı. Teunch⸗ 
v jener Rudlebr 1617 Prejeſier Ler 
iarb 178 zu Turin, nachdem er 
des Königs geiverten war. Cr 
wanuduutio al hirtoriam ana- 
‚oris humani, Zurin 1694; Lisa. 
ebd. 1701; Anatomia corporıa 
1711: Opn-cula meilica et phy- 
nt 1733: Dissertatioues anato- 
Lurin 17455 Commentarius de 
quis medicatin etc, ebt. 1717; 
ata de antiquitate et pro: casu 
ariuin. ebd. 17173 Specunen 
a de acutia fehribts miliariis, 


Frevanmı, sch. 1755 in Fierenz, 
raztetecretar, Baben daun fardinijche 


vriemete ſich in jeinen Mujeitunten 


Fanum, Münze u. Gewicht, fen. w Fanan. 

Fanum laten, I) ter Play eines Templum; 
2) ic v. w. Tempel; 3) Oritſchaft kei einen Fa- 
num, fc: F. FerenYae, Ort in Etruricn, mit Tem⸗ 
pel ter Ferenia u. Markt; jege Pietra Santa; 
F. bertunae, alter Rame von tgane, 1. d.; F. Martis, 
1) Hauptſtadt der Curioſoliten in Grallia lugilu- 
nennin: jetzt Mortain, nah Ant. Ment Martin 
od. le Faeuei: 2) Ort der Nervier ebendaſelbſt; jett 
Famars; F. Veltummae, Tempel auf tem Apeunin, 
tabeı die Bundesverianiminng ‚der verbündeten 
etruniichen Städte, f. u. Etrurien (a. Gecyr.); jet 
Biterbo. 

Fun, Stadt an ber Mündung dee Cavado in 
dad Atlantiſche Meer, im Bezirk Varcelled der per» 
tugieſiſchen Provinz Diinbe ,; 1400 Em. L 

Faouet, le ıipr. Faueh', Stadt im Arrontitie 
ment Napeleonville des franzöſiſchen Departements 
Morbiban, an ber Ele, Papiermüblen, Handel mit 
Wein, Dani, Honig, Butier; Felſencapelle zur hei⸗ 
ligen Barbara; 3000 Ew. 

Su preito, j. Gierdano. Luca. 

aquin ir, jpr. Faläna, 1) hölzerner Dun, 
ac welchem man ar Der meitſchule m Renten mit 
ter Lanze ſtößt: 2) Laſtiräger, Cemmiſſienär; 3) 
ein Mann aus der niederen Klaſſe, Der auf eine 
tar piche nn. geicbinadteic Weiſe elegant ſcheinen will; 
4) Schrarle, rLump; daher Zaquinerie, Schurlerei, 


Scelmenſireich. 


‚fov.w.Satr. oo 
abad (Fere habad), Stadt (fonft Haupt» 
Nabe) in ber perfifchen eg rap en an ber 


Mündung des Terjm in das Kafpifche. Dieer ; theil⸗ 
weis verfallen, etwas Hanbel. 
Farabi, |. Al Farabi. 


Faraday (fpr. Farrädeh), Michael, geb. 1794 im. 


London, war erft Buchbinber, daun Gehillfe im phyfi⸗ 
Talifhen Faboratorium ber Roval Institution unter 
Direction des Eir Humphry Daoy, deſſen Secre⸗ 
tör u. Nachfolger er wurde. In Folge feiner wich“ 
tigen Entbefungen über Legirung bes Stable mit 
antern Metallen, wurte er ale Profeſſor am die 
Militäralatemie zu Weolwich berufen. Zu ben bes 
Deutentften Rejultaten feiner Forſchungen gebört 
Die Berwanblung einiger für permanent en 
Gaſe in trepfbare Fluffigkeiten, die Erzeugung 
von, zu eptiihen SInftrumenten beftimmten Glä- 
fern aus Kiefelerbe, Die 1831 entbedte Inductions⸗ 
eektricität u. Die damit zufammenbängenben Ent- 
dedungen auf dem @ebiete der Elektrochemit 
Faradayin, ein flüchtiges Probuct der Deftilla- 
tion des Kautſchuls. Es findet ſich ſchon bei -+ 33° 
ſpee. Gewicht — 0,68, iſt farblo®, unter ftarfer Käl⸗ 
teentwidelung ftüchtig, 1öft Schwefel, Phosphor u. 
Kautihuf auf, verbindet fih mit Ehlor u. Salz⸗ 
re, wird von Schwefelläure unter Bildung von 
chwefeliger Säure in der Hite zerſetzt. 
Faradisınud, nenut man die Inductionselel⸗ 
tricität nach ihrem Entdecler Faraday; daher Ju⸗ 
duetionsapparate auch Faradiſche Apparate, u. Za⸗ 
zadifation ob. Zaradiſiren die Anwendung derſelben 
zu mediciniſchen Zwecken. Dieſelbe ift ſeit Du⸗ 


chenne, ſpäter Durch Remak, Baierlacher u. Andere | 


völlig methodiſch in die Medicin eingeführt worden. 


Der F. iſt als eines der intenſivſten Reizmittel zu 


betrachten, welches mehr als irgend ein anderes auf 
die Erregung der Nerven wirkt u. einen in ſeiner 
Erregbarlkeit geſchwächten Nerven zur normalen 
Thãtigkeit zuriidzuführen vermag. Er erlaubt eine 
Behandlung einzelner Organe vd. Orgauentheile, 
ohne eins ber Übrigen zur titleidenfoaht zu ziehen. 
Baierlacher, Die Inbuctionselefiricität in phyſiolo⸗ 
gijch-therapeutiicher Beziehung, Nürnb. 1857. 

Faradſch, el Naffar Zein Eddin Auf 
faadat, zmeiter Sultan der Vordſchiten in Agyp- 
ten, reg. 1399— 1412. 


Faraillon, VBorgebirge anf der Canariſchen In- 
fel Lancerota (NWKÜNE von Afrika). 
rakh⸗Abad, Stadt, fo v. w. Feruk⸗Abad. 
talloned de los Frayles (ipr. Faraljones be 
108 Freiles), Gruppe Heiner Felſeninſein in Stillen 
Dean an ber Weftfüfte von Neucaliſornien (Nord⸗ 
amerifa), bewohnt; Robben, Seevögel. Sie dienen 
den nad) ber Bai von San Francisco fahrenden 
Schiffern als Landzeichen (I,nnı-mark). 
Saramıa (F. Aubl.), Pflanzengattung aus ber 
milieter Rubiaceae-Peychotrieae-Coffeeue; 
rien: ſüdamerikaniſche Sträncher. 
ramund, fo v. w. Pharamund. 
ruo, Spiel, fo v. w. Pharao. 
raen, See, jo v. w. Lowde ah. 
aradnes, Indianer im mexicaniſchen Staate 
Cohahuila ( Nordamerika), zum Stamme der Apa⸗ 
* gehörig; theils anfällig, tbeil6 nomatifirend, 
r 


iegeriſch u. wild, beten Somne u. Mond an. 
na, Kanal zwiſchen ber Inſel Gherfo u. 





: Yaran bis... Farbekunſt 
| Sein im Abriatifhen Meer, verbinbet bi 


Goff von Quarnero. 

Waray, Infel,. zur Gruppe ber Orkel 
Orte Injeln (NDOKUfte von Schottland) 1 

‚Barbanna, Hauptort Des Megerreichel 
bud in Senegambien (MWeftlüfte von Afrika) 

Farbe, 1) (lat.Color). j. Farben; 2) (Pigı 
ein farbiger, auf einen andern aufgetragenerd 
Die Sn find natürliche, von ber Natur ge 
geboten, künſtliche, erftaus andern Körper 
zuziebende od. Durch eine bei. Behandlung bei 
per bervorzubringende, 3. B. Berlinerbian : 
Naturreiche liefern Farben, das Pflanzen 
für die Wärber (j. Färbelunſt u. Die verſchn 
Farben), Das Dineralreih bef. für Die Sail 
ler, für die Paftell- u. Ulmalerei; zu ber A 
malerei werden Farben aus allen brei Reha 
braucht, vgl. Olfarbe, Wajlerfarbe, Saftfx 
(Heratd.), in Wappen der Gegenfab vom 
4) (Maler), |. Colorit; 5) das Gröbfe 
gemablnen Smalte; 6) re verichieberse 
ber Teberbereitung, 3. B. Treib⸗F., G 
Rund⸗F.; T)eine der 1 Abtheilungen ei“ 
farte, deren Blätter einerlei Farbe ob. 1 
baben; in ber deutichen Karte Eicheln, Resel 
Schellen, in der franzöfifchen dieſen 
Trefle, Coeur, Pique u. Carreau; 8) die 


| farbe; 9) das in bie fiebende Sohle 


Rindeblut, |. u. Salzwerk; 10) bilvlich 
Partei, in jo ſern diefelbe an der Farbe m̃ 
zeichen kenntlich ift. 

Warbedrud, jo v. w. Bunttrud od. &ı 
brud, j. u. Congreve. 

Warbeeifen, ein eiferner Epatel, mit ı 
bie Buchbruderfarbe auf ven Farbentiſch 
hen wird. 

irbefroſch, f. u. Laubfroſch. 

arbeginfter, fo v. w. Genista tinetor 

arbefunft, 1) die Kunft, einem 

eine gewiſſe Farbe zu geben, indem man 

in eme Farbenbrübe taucht ob. fyarbe I 
ſtreicht, wodurch fi) Färbeftoffe mit dem 
ftande chemiſch od. auch nur mechaniſch verl 
(vgl. Malen u. Druden); 2) im engern | 
die Kunft, wollene, baummollene, Teinene I 
dene Stoffe kunſtmäßig zu fürben. Dieb i 
befonderes Gewerbsfach, während andere ( 
als Leder, Borften, Federn, Knochen x. 
von den fie verarbeitenten Hanbwerlern g 
werden. Die Färberei wurde u. wird zun 
Ben Theile auch jegt noch von zünftigen F 
getrieben; doch für gemiffe Zweige der Kun 
ter ber Beibülfe hochgefteigerter Wiſſenſchaft 
Chemie u. Mechanik in großen Anftalten, Fa 
zu höherem Austrage gebracht. Die Färber a 
nungsgenoffen theilen fih in a) Schmwar 
Waidfärber, welche ſchwarz, braun u. mis 
blau färben u. in manchen Städten das Färk 
Garne, bei. Des leinenen, ausfchließlich hab 
ber fie auch Sarnfärber heißen); b S 
färber, welche bunt färben, jedoch it in viele 


dern diejer Unterfchied aufgehoben. Solche 


fürber, welche bie Behandlung ber Blauküpt 
rig verfteben, werden Blauer genaunt; e) 
dDenfärber, melde nur ſeidene Zeuge f 
u. dy Schledtfärber, melde nur mit 
ten Karben färben u. nicht zunftmäßig geler 
ben. Die Lehrlinge der Färber müflen 3—! 


Särbefunf 


ie erbalten Geſchenk; Die Färber⸗ 
ia Meiſterſiück, welhes in denn Au 
utüpe u. einiger andern Farben⸗ 
machen. Die WerMlätte tes Fär⸗ 
die Reitel, Küpen, Winden. and. 
tbize Gerätbe befind lich find, heißt 
seftebt ın Der Wegel aus einem bei- 
t, gewölbiten Raum, Fußbeden ge» 
Foren verſeben. Blauerei if das 
in welchern in manchen Färbereien 
baejondert ſieren. Tet Tien, worin 
eingemauert iſt, beißt zarte» 


ingeichiebt mit verichiedenen Nörgern, 
Auaz baben, au ſich ed. in Verbin— 
seen Kerrern, auf zen pflanzlichen 
k galeru warten zu erscuaen. Tieie 
vor darbefiffe. Cs ſind ihrer ſebe 
ee ñe in pflanzliche, tbieriichen. 
Indefktie ein. Tie bauptiäſpli bfien 
jer ãzrboife fine Allanna „Urea 
a 3a teib mit Reize vielet u. lila; es 


Pi“xtr:: Alocbitter färbt mit Beizen ˖ 


m, Urc cette. grün; Braſilienhelz 
‚u, wer tofenreibh, iſchrarz; Cam⸗ 
Anbei teib, blau, vicle:t; Gelbwurz 
L Teramerita, Suchet et. Satran de» 
meer“. erangegelb auf Seide; Hall 
umz&r:: mir Eiſen; Khineficher 
unkenh Iihns nemialata Murr, 
uckhänpier;t®elbbelzfürbigeibu. 
Eunerice Aucringerbiäureretb; Sir: 
gib, icle:t, ſ chr arz mit Beizen; Indigo 


ud:e: Niwirtung des Zauerfteilster ' 


itzaun, unter Zuiäven in Wirkung 
r Rebieninditeff'äure, Bilrinfalpetere 


Li aui Zeite zu Zchweielgelb u. 


zit: Arıpp  (Raraıce, Madder, zu 
‚ kran, Sieber wichtig in Ber Yan 
Kreuzteeren ch. Gelbbeeren zu gel- 
a Farden: Yıd, Ziecklad zu reth an⸗ 

dm 

Trlean Arneotto, Racon, Aunetie:, 
; Oritille vielett auf Seide: Luer- 
zumu. olive auf Baumwolle; afrika 
zz sum Färben aui Welle u, Seide; 
ertbantis, SZaifnen er reſenretö anf 
‚bils cd. Calicturrelz ı Zurtalläure) 
Sarpetie raw wort, färbt vermöge 
3: Zerratittins gelb auf Wells, Waid 
nandigetlau: Wau ge.bi SSeng3ov, 
intenta Borida Z.. gelte au Seite. 
achten thieriichen Aucbe- 
Scheine, ein getrecknetes In'cet, 
e Fatben: Purree anue vd enı 
dem Kameelharn, Andere meinen, 
didte Sait einer Pilanze: Merinie, 
mesitutlaus, iſt durch Sechenille u. 
; Viurezid, Zerſetzungerreduer der 
tfärbkenter Steii aus dem Guano, 
aus ter Purpurichteife verwand;. 
jattibjten Miueraliaiben für 
ei ſind: Antimenerauge fürs 
rieniaures Chremervd, ichen grav⸗ 
erdlan mit gelbem blauſaurein Kali 
übremaeib er. bromiaureso Bieieryd 
beemerange ed. baſiſch chremiaureo 
emaures Zinkoxyd jgen gel: Unra— 


neneren Mitteln ſchön blau; Cyarkupfer, Hatcheto 
od. Cbeiniichbraun, Breslauer Rrauu, Kupjereiſen⸗ 
eyanür, eine zarte Zimmtfarbe auf Naumwolle; 
Eiſenexyd roſtgelb; Manganbraun, Melybdän⸗ 
jaures MNolybdäuexyd, Mineraliicher Autige, 
blauer Karmin, färbt gelb auf Seite, blau auf 
Baumwelle; Iperment glänent aber veränder 
lib gelb auf Seite, Welle u. Baunnvelie: Schee— 
les Erun, Arſenigſaures Nupferoyuyd yıbtgrasgriie 
Farben, jedech ter Geſundbeit gerähriich. 

Tas Weſen Des Färbeverfahrens auf Fa— 
ſerſieije it Für alle Arten Faſern gleich u. liter 
kur Abwandlung in der Arı ber Auefübrang. Die 
thieriiche aafer farbe ſich am leichtehen:; Seire leich 
ter als Mole, Yarinvc te leichter ala lade. ir 
nige Farben Yale Kar tar gewiſie gulernarien. Tie 
tbıeruichen Faſern farven ſich ıbrer cigentl ünilichen 
Ratur wegen am glänzentitien. Nerere Chemiler 
3. R. Breguette, Oolar Meiſier, verſteben cs, die 
Raumirolliaſer ie zuzubereiten, Daß ite ſich wie Woile 
järbi. Tem Färben müſſen Arbeiten verauegehen, 


Tae Warn cc. das Zeug muß zureilen geſengt ter: 


zen dtalle ber Seide u. Veinen weyı, ed. es wird ge 

ſcheren, Baummelle u. Leinenwaare wird vorber 
mittelſi Chlertall gebleicht; zu bellen Farben bleicht 
man auch wobl Die Wolle u. Seide mut werner 
Zäure. Dann folgt das Färben faft mimer ai eitie 
ter Folgenden Merbiren. Man bar zwer Aarcht- 
gen, von denen feine den järbenden Körper cititas, 
welcher aber durch ihren Zuſammentriit imo Yebs. 
gernien wirt; man bat eine Aalen Tea Farde 

jteifs, vorbergehent träult man Lay (Mut ce. dar 
Zeug mit einem beſondern Ziofl, Der ſogenaunen 
Weise »Vtordaut,, Die ſich niit fer Farbeuen 

jung zu einer unlöelichen VBerbintuin verelitien 
fan. Tiefe Veize läßt man ver dem Fairrenern 
auf ter ‚galer jeſt werden; man hat den gr ien 
gleich mit der Beize (jeiner BYaleı geniſchten fſaebt 
Bas Fey dariu obne weitere weientuge verann 

gige Zubereitung deſſelben; man Leonie kam 
der Farbung eine chemiſche Veränderungein De 
Faſer. Piss järbt einfach mit den Mineralarben 
in Leöſfung; pulverſörmige Wiineralfarte, wie z B. 
Ultraämariunu. Yale werden sur zweit Ricitede 
benußt. Die Zeuge bedürfen einer vergaugigen 
Vehandluung mit llebenden Kerpen wie Cineiſt, 
Fiorin, Catein ꝛe. Nach gleicher VNetbede mit tw 
Vehrzabe Dev pflanzlichen u. thierechen Fatern ge 

jarbt Zie weſentlicen Grundzüne ter Farbetunſi 
können auih nach iolgender Anerdnung ins Auge 
geiaſtt werden, nämlich Die Verbereunng der zu 
järbenden Sſtoije, fer es im Zuſtande ungeipennener 
Faſern Bea Garues ed, eines fertigen Geweres; 
die Wechſelwirkung zwijchen dieſen Kerpern u rin⸗ 
jacken Kerpern; zwiſchen ihnen a. den Säuren, 
ten Salzbaben, Ten Salzen, neutralen, ide zu Ten 
Salzen gebirenden, unorgauijchen Verbindaugen, 
den organiſchen Pigmenien. Wenige Farvſleife 
vereinigen ſich echt mit dem Faieiſteſſe ehe 
Dazwuchenkunft eines zweiten Körpert, den man 
uneigeutlich Beize Mordant, nennt. Zielauetjad 
bien Rerzen find Thonerde, Even, Zinn u. drei 
eraunimde serper. Zur Theonerde gebören Alaun, 
Cirig'aure Theuerde, Kalialuminat ed Thenu— 
erdelali Tie wichzigſien Etienbeizen NED Enen 

vitriol Rupiervitriele, ſchweſelſäauree Enenoxrvdel, 
eſſiglaures Ciſenerydul, Yalpeterjaures Ciſeneryvd, 


ger, mir Eiweiß, ut Rallſibrin u. baſiſch ſchwejeijäauces Eiſenexyd u. Eiſenchlorid. 


110 


Die Zinnbeize beftebt aus Oxyd u. Orydul, Zinn- 
chlorid (Pintſalz). Die organiichen Beizen find Ei- 
weiß. Fibrin, Cajein (Käfeftoff), unter DI- n. Kall- 
zumiſ une nad Broquette. Diefer u. nach einer 
eigenen Methode Meifter animalifiren bie Baum- 


wollfaſer u. färben dann mit jeder Pflanzenfarbe. 


Da namentlich bet Baummollenwaaren bie nie voll- 
fländig niebergejchlagene Beize vor dem Yärben 
von bem Zeuge entfernt werben muß, bamit fich 
nicht Leicht überflüffiger Farbeſtoff nieberichlägt, fo 
wird das Zeug entweder durch ein Bab von Kuh⸗ 
koth — (Kuhkothen des Jeug®) od. durch eine 
Auflöfung von phosphorjaurem Natron, phosphor⸗ 
faurem Kalt u. Knochenleim gezogen. Das Koth- 
bab wird in Fällen auch durd ein Kleienbad erjett. 
Gleiche Dienſte thut in einigen wenigen Fällen ein 
Ausringen in einem Bad von Kreide mit heißem 
Leimwaſſer. Die he AS ESSEN 
um nad ter zweiten Methode zu färben, find die 
unauflöslichen Pflanzenfarbfioffe Indigo, Safflor 
u. Orlean. Nach der vierten Metbode färbt man 
Seide u. Wolle orange, indem man fie durch ver- 
dünute Schwefelfäure nimmt. Dämpfen ob. 
Danıpffarbe ift ein Behandeln des Zeugs (haupt⸗ 
fählih von Melle u. Halbrwolle beim Drud), mit 
Dampf in einem gefchloffenen Raume, wobei das 
Bindemittel mit dem Farbſtoff vermiſcht auf das 
Zeng gebracht wird. 

Nach dem Färben in ber Flotte wirb die Waare 

ewaſchen, geipillt u. nach Maßgabe der Natur der 
Dale verjchiedenartig appretirt (zugerichtet). Das 

uswinden geichieht an einem hölzernen borizon- 
talen Nagel (Windenagel), welcher über jede Klipe 
u. jedem Farbekeſſel in einem Ballen befeftiat iſt, 
ber bei der gefärbten Seibe dienende heißt Kar 
vilirftod; geichieht e8 mit einem Hafpel, jo beißt 
biefer Sringir- (Bring-) eijen. Das Garın 
wird gewöhnlich in eine Anzahl Strähne zufam- 
mengebunden (PBantinen) gefärbt; ift Letzteres 
geicheben u. bafjelbe getrocknet, jo wird es an einem 
aufgerichteten Stod mit Zapfen an ber Seite 
(®arnftod) gerade gezogen u. in Orbnun 
geſchüttelt. Die gefärbten Zeuge müflen noch * 
in reinem, wo möglich fließendem Waſſer abge⸗ 
ſpült werden. Sachen, deren Farben nicht durch die 
Sonne leiden, werden hierauf an der Aufhänge, die 
übrigen auf dem Trockenhauſe auf langen Stangen 
(Reden) getrodnet u. dann zum Theil appretirt. 
Das Ausipülen, Trocknen 2c. der gefärbten Zeuge 
wird Nacharbeit genannt. Die erfte Farbe, die ein 
Zeug durch Hineintauchen in die Karbe (Blenden; 
das Eintauchen Überhaupt heit Nettzen [baber ber 
Sarbenteffel, in welchem dies gejchiebt, Netzleſſelſ) 
betommt, u. auf Die dann die andern Farben gejetst 
werten, beißt Fuß. Damit man benrtheilen karın, 
ob ber Färber vorſchriftsmäßig gefärbt hat, ninß 
dieſer fo viel Farben⸗(Fuß⸗) roften,d. h. Far⸗ 
benflecke, laſſen, als das Se Füße hat, damit ınan 
beurtbeilen kann, ob daſſelbe gebörig gefürbt fei; 
Roſe ift bei 2mal gefärbten Tüchern ein rundes 
Zeichen, melches beim zweiten Färben frei gelaſſen 
wird, Damit man die Gruntfarbe daran criennen 
kann. Wird ein ſchon gefürbtes Zeug noch einmal 
getärkt, un bie Farbe deſſen zu erhöhen, od. derſel⸗ 
ben eine Echattirung zu geben, ed. um gemiſchte 
Farben, wie grün, violett ac. hervorzubringen, fo 
neunt man dies Nachfärben. Die meiften 5 


arben 
werden aus einer Fardenbrühe gefärbt, bisweilen 


Färbekunſt bis Farben 


aber auch aus zwei, z. B. grün aus ei 
blauen, violett aus einer rothen u. E 
Nähere f. u. den einzelnen Karben, Bla 
gl ©. F. Hermbſtädt, Grundrij 
Berl. 1807, 2 Thle., 3. Aufl. ebd. 182 
Magazin für Färber ꝛc., ebd. 1802- 
(1—4, 2. Aufl. 1811—24); Hölterbo| 
der Kunſtfärberei, Erf. 1808—24, 5 
Trommsdorff, Handbuch ver F., € 
1814—20, 5 Ehle.; E. Bancroft, Neı 
Fürbebuch, überfegt von 3. A. Bud 
1817 f., 2 Thle.; L. B. Bitalis, Leh 
fammten Färberei 2c., nach bem Fran 
J. 9. Schultes, Stuttg. 1824, 2. Au 
W. Berthold, Lehrbuch der Baummoll 
nn. Seibenfärberei, Quedl. 1830; Der 
Schönfärberei, ebd. 1830; Schraber, 
Baummollen-, Seiden- u. Leinwandfär 
Berl.1856; Derf., bie Färberei im Kle 
Lpz. 1857; Derf., Die Farbwaarenku 
1844; Derf., Lehrbuch der Zeugbr 
1841—43, 2 Bde.; Derf., Lehrbuch d 
berei, Berl. 1844; Derf., Darftellung 
[hen Methoden der Seiden- u. Yau 
berei, en 1851; Derf., Neueftes Färb 
1847; Derf., das Schänfärben ſchafwo— 
Lpz. 1851; Bayer, die Kunft zu fäı 
1853; David, Handbuch der Seidenſt 
1855; Leuchs, Verbeſſerungen in ber! 
kation, Nürnb. 1657; Kurrer, Das 
Drud- n. Färbekunſt, Berl. 1858. 
Farben (Phyſ.), verſchiedene Arten 
welche fich nach der gegenwärtig allgeme 
menen Unbulationstheorie dadurch ı 
daß die Athertheilchen, beren Bibratieı 
drud des Lichts Überhaupt auf unfer ! 
Bringen, in einer Secunde mehr 
Schwingungen anefübren. Im jeber x 
451 Billionen Schwingungen ber 
erforberlih, um rotbes, u. 764 Billio: 
gungen, um violette® Licht zu erzeux 
alle farbigen Fichtfirahlen mit gleicht 
digkeit ungefäbr 42,000 Meilen in ei 
fortpflangen, fo ergibt fich Die Länge 
Lichtwelle 0,00003541 Zoll u. tie ei 


-0,00001488 Zoll. Alle übrigen ven unt 


baren F. haben eine zwiſchen biefen Gre 
Wellenlänge, fo daß bie größte noch 

jo groß iſt, ale die ffeinfte. Nenn Strab 
möglichen F. gleihzeitig unfer Auge tr 
ben wir den Eintrud des Weiß; fo 

Sicht Der Eonne u. Dasjenige, welche 
das Licht vollkommen reflectirenden od 
ben Körpern herkommt, weiß; Dabei }ı 
minderem Mage ıı. in Folge deiien } 
menn ber Bas Licht reflectirente Körpe 
fehr Heinen, durch merkliche Zwiſcht 
trennten Theilchen beſteht, wie Der Z 
Waſſerſtanb bei Waſſerjällen. Wenn 
unſer Ange berührt, fo baben wir t 
des Schwarz, welches alfo genauer 
aller Empfintung if. Körper, welche 
unmerftich wenig Yicht zurüdmerfen, ı 
binturchlaffen, nennen wir Daber fchm: 
Schwarz rechnet man noch nicht nuter 
entfteben vielmebr erft ann, wenn gene 
Arten von Lichtſtrahlen einzeln, ed. Tec 
gleichzeitig in umnfer Auge gelangen. 


Karben 


111 


es weißen Sonnenlichte in feine ver⸗brechende Mittel bes Priema mag fein, welches es 


gen Ztrablen iſt aber bauptiächlich au? 


ie mẽglich, nämlich durch Tisperfion, : 


uunz des Lichts beim Durchgange durch 


zeformte Nörper; durch Abſorption ger 
zablen in vielen Kärpern u. damit in 
ſtebender unecllfläntiger Neflegion u. 
3; Dur Interferenz bei gewiſſer Me⸗ 
eflegion; ct. bei der Yeugung; cd. bei 
Bien des Lichte. 
sbidung (Auıheuzerfireuung) durch Die- 
ioptrifche F., nach Goethe), Yeiter 
Eennenſtrabl Durch eine mnde Cifnung 
Mies Aimmer, fo entflebt auf einem, 
mag des Strahls angebrachten weißen 
a mies Vild jener 
ig ter Ofmung ı. dem Tapier 
al au eizem Priema auf, Deffen eine 
Iregunatlante) abwärts gerichtet ifl, 
ich der Lichtſtrabl, u. Das Bild ter Off⸗ 
Seat alt ein Lingerer, farbiger, heber 
verier Bid gelegener Straf. Tiefer 
Yen nen t-3 Aarktın yectrum (Barbenbild) 
"ven eutm zue:ft retb, dann cranges 
me Mzeiget, dann grün, dann bellblan, 
neſti:d z saletst violett gefärht. Die ver- 
farfigen Etrehlen untericheiden fich alſo 
m reriietene Brechbarkrit, u. zwar ift 
wm Kirffien, ınib das am menisften 
kicht Sie beiten von ihrem Urfprunge 
ritweriſche F. u. von ber gerrähntide 
icheirang, bei welcher fie sum Vorſchein 
Kegentegenfarben. Endlich bezeich- 
a jede einzelne Farbenart ale bomo⸗ 
Srüm Gezeniat zu dem aus verichietenen 
en, weißen ch. betercgenen Licht. 
mn jeren dieier getürkten Ztrablen 
dem Briema geben, ie wirt er zmar 
2. zwar aunebment vom Rothen bis zum 
aber nicht weiter in X. zerlegt. Zam« 
ser le 7 gefürkten Ztrablen mittelſt 
aiafee ın einen Punkt, jo wird tas ve⸗ 
Sennenlicht mieber bergeſtellt Tiieie 
ten F. fin? im Spectrum nicht fcharf 
rakgegrenit, ſendern geben durch um- 
iancen in eınander über. Durch Auf 
ricdiedenen Theile dee Zyectrums kaun 
t ber Ratur verfommenten Karben: 
zenau nachabmen. Auch Lasten ſich hier- 
gen Ränter, die an ten durch ein 
rarzeten Nörper ericheinen, erklären. 
exucden ericheinen Die priematiiten F. 
ct. weniger vermiſcht, weil tie Strab⸗ 
temmen parallel auftaıllen. Cin reines 
zbält man, wenn man ven dem im 
einer iebr conceren vinſe entſſebenden 
einen Strarl durch eine enae Tniung 
1. mit einem reinen Alineglaoerieme 
sen, mir Zchreefetleblenitert aetiniien 
autinzt. In Dem fo entfiancenen 
sam bemerlt man, wie Frauneeier 
fie, mebhr als 500 fine u. »wache, 


e alle dunkler la Bee übrire Theil Des 
I, eistze fear ganz hier waren, 
eensnnet an Der (Brenz zureier F., 
er Farbe, immer aber an derielben 
amlıben Farbenjelde erſcheinen, das 


ffnung. Fängt 


———— — — — — — ——— —— —— — 


will. Daber kann man ſich dieſer dunkeln Linien 
nach Fraunbofer zur Beſtimmung ber Brechbarkeit 
ber verſchieden gefürbien Strahlen in verichiedenen 
Mitteln bedienen. Tas dicht ter Planeren u. noch 
mehr das Der kirflerne, ſowie aflee durch Verbren⸗ 
nen erzeugte Licht unterſcheidet ſich in dieſer Hinficht 
ſebr vem Sonnenlichte. Im Spectrum Des Kerzen⸗ 
lichts zeiat fih nur Eine, u. zwar febr belle Yinie 
zwiſchen dem pemeranzen « u. fchmefelgelben Felde; 
in tem des eleftrifchen Yichte mebrere febr belle Yi- 
nien sc. Die ſchwarzen Yinien ändern fi u. nebmen 
an Anzahl ab, menn man das vicht durch verichie- 
dene Körper geben läüßt, bevor man es im Prigma 
auffängt. Die Jod: u. Aremflamme erzeugt gleich 
weit abflebente Finien, Cbhlorgas gar keine. Die 
Strontianflamme erzeugt einen erangefarbenen, 
belblauen n. mebrere retbe, durch dunkle Zwiſchen⸗ 
räume getrennte Strahlen. Wird Schwefel mit 
Salpeter verbrannt, ſo erſcheint an der rothen 
Grenze Bed Spectrums eine rothe, von dieier Durch 
einen dunkeln Zwiichenraum getrennte Linie. Beim 
Auf» u. Untergang Per Sonne verichwinden alle 
violettenen. blanen F. gänzli aus dem Spectrum, 
u. es fommen dafür mebrere dunkle Yinien zum 
Borſchein. Diele dunkeln Linien flellen daber nichts 
anderes, als vücken im Sonnen» or. überhanpt 
Lichtſpeetrum tar, indem tie dem Orte derfelben 
entſprechenden Yichtgattungen durch Abſorption vere 
Ioren gingen. Die Antenfltät ob. bie erleuchtende 
Kraft ber verſchiedenen Farbenſtrablen, d. h. ber 
Eindruck, den fie anf das Auge machen, ift nicht 
bei jeder Farbe aleih, fondern zwiſchen Gelb u. 
range am ſtärkſten u. gegen bie vicletten u. rotben 
allmäblig abnebmeur_ Sie läftt ſich durch folgende 
Zablen austrüden: Äußerſtes Rotb 32, Mitte deſ⸗ 
ſelben 94, range 640, zwiſchen Gelb u. Orange 
1000, Grün 480, Sellklau 170, zmifchen Blau u. 
Rielett 31, Vielett >.n. Die chemiiche Wirkſamkeit 
nimmt vom rotben Yichte, wo fie am ſchwächſten ıfl, 
gegen das violerte au, ſegar aufierbalb des lehteren 
zeigen ſich noch namhafte chemiſche Wirkungen fchnele 
ler u. anffallender vor fih, als im retben u. gelben, 
Die erwärmende Nrait Der verfchieten gefürbten 
Strablen iſt Dagegen im violetten Yicht am ſchwäch⸗ 
ſten u. nimmt gegen das rothe bin zu, Auch liegen 
außerbalb bes rotben Lichte noch Strablen, welche 
nur erwärmen, ehe zu desoxvodiren cd. zu leuchten. 

By) Farbenbildung Durch Abforption u. 
tamir in Berbindung ftebente nıangel- 
barte Reilerien u. TZranamijfion (Kat— 
optriſche F., nach Meerber. Weil fat niemals 
afle Lichtſtrablen zurückgeworfen werten, fo erſcheint 
das reflectirte Yicbt Der Körper gewöhnlich geiärbt. 
Wir'ẽt ein Körper Dad Licht in Der Dem Sonnenlicht 
eigenen Miſchung zurück, fe eribeint er mein, u. 
ſeine Strablen laffen fig Durch Das Priöma eben— 
jalls in tie 7 F. zerlegen. Wirit er io wenig Licht 
zurück, Daß er feinen merklichen Eindruck auf Das 
Zeherian macht, jo erſcheint er ſbwarz. Roth. 
plau sc. erfbeine ein Kerver, wenn er mir Die 
jenizen Lichtwellen vorzugsereiie reflecttet, wel· be 
durch ibre Geſchwindigkeit in und die Verſtellung 
ven Reth ed. Alau ac. hervordringen. Fällt dad 
von einem rotben Never reflectirte vi bt anf eine 
weiſze Fläcbe, fo erſcheint dieſe ebenfalls roth at» 
färbt. Im retben Felde des Spectrums erſcheint 
rothes Papier noch röther, im blauen Felde blaues 


412 


Barben 


Pavier noch blauer; dagegen ift vothes Papier. im | 


duntelblauen od. violetten Felde ganz jchmwarz. 
Wirft ein Körper mehrere der 7 Yarbenftrahlen zu- 
rüd, fo ericheint er in der Farbe, melde bie Ber- 
miſchung biefer Strablen gibt. Die 5 Drange, 
Grün u. Violett find im Spectrum einfach, Lönnen 
aber auch durch Mifchung entftehen. Orange ent» 
febt aus Gelb u. Roth, Grün aus Gelb u. Blau, 

iolett aus Roih u. Blau. Eine ſolche gemüfchte 

arbe wirb Durch das Prisma in ihre urfprünglichen 

. wieber zerlegt, bie einfachen arbenftrahlen da» 

egen bleiben bier unzerlegt. Die meiften durch⸗ 
*— Körper zeigen ſowohl durch das reflectirte 

icht, wenn man fie anſieht, als mittelft des durch⸗ 

elaflenen Lichts, wenn man durchſieht, dieſelbe 

arbe; manche ſolcher Körper Dagegen, bei. flüſſige, 
wie bie Tinctur der Roßfaftanienrinde, des blauen 
Sanbelholzes, die Löjungen mancher Manganſalze, 
das Selen, das Brom, gewilje Kryſtalle, jelbft 
dilungeichlagenes Gold, erſcheinen im reflectirten 
Lichte mit einer anderen Farbe, als im durchgelaſſe⸗ 
. nen. So erfcheint Gold im kurchgelaffenen Lichte 

grün. Dan nennt dieſe Eigenſchaft Dichr ois mus 
(f. d.). Dit bat auch die geringere od. größere Dicke 
od. Dichtigkeit eines Körpers Einfluß auf die Fär⸗ 
bung des von demielben burchgelaffenen od. reflec- 
tirten Lichts. Betrachtet man mit einen jehr dün⸗ 
nen Stüd Schinalteglas eine Schmale Lichtlinie bes 
Prisma, fo ficht man alle F. des Spectrums; 
war aber Das Glas dider, ſo entftehen: mehrere 
ſchwarze Zwiſchenräume in beinfelben. Ganz ähn⸗ 
liche Erſcheinungen finden Statt, wenn man einen 
Lichtſtrahl Durch Dünneren od. dichteren Joddampf 
od. antere gefärbte Sasarten leitet. Subftanzen, 
welche geipiffe gefärbte Strahlen vorzugsweiſe zu- 
rüdwerfen u. anderen Körpern biefe Eigenſchaften 
mittheilen, nennt man Barbeftoffe, Pigmente ob. 
ſchlechthin %., obwohl in einen ganz anderen Sinne, 
als ben wir bisher mit dieſem Begriffe verbanden. 
Wenig Pigmente werfen die %. jo rein zurild, ale fie 
im Spectrum erjcheinen, faft fiets werben neben ber 
Hauptfarbe noch antere Strahlen reflectirt, welche 
dann das Grundfarbenfeld als Sarbenfäume um⸗ 
geben. Uber tie Art, dieſe Pigmente verſchiedent⸗ 
lich zu miſchen u. anteren Körpern mitzutheilen, 
banbelt tie Färberei or. Färbekunft (f. d.). So wie 
man das Durch Brechung zerftreute Licht wieder zu 
Weiß vereinigen cd. Durch Aufhalten eines Theils 
des Farbenſpectrums gemiichte F. hervorbringen 
kann, fo vermag auch reflectirtes, farbiges Licht den 
Eindrud von Weiß od. einer gemifchten Farbe ber- 
vorzubringen. Malt man die 7 5. in den angege- 
beuen räumlichen Verbältnifjen auf eine Scheibe 
( Zarbenſcheibe, Farbenipindel) od. einen Kreijel 
(Barbentreifel), n. Drebt biele, von der Sonne be» 
ſchienen, ſchnell un ihre Achfe, io fließt der Cin- 
druck aller %. im Auge zuſammen n. die Scheibe 


erſcheint weiß. Fehlt aber eine einzige iyarbe, fo | 
ericheint fie wicher farbig. Diejenige Farbe, welche | 


einem beftimmter Gemenge von F. zur Ergänzung zu 
Weißlichte fehlt, beißt Ergänzungsfarbe (com- 
plementäre Farbe, Gegenfarbe). Feblt z. B. 
im Spectrum alles Roth, ſo geben die übrigen F. 
zuſammen grün; es iſt daher Das Roth tie Com⸗ 
plementärfarbe des Grin, indem beide gemein⸗ 
ſchaftlich alle F. des ganzen Spectrums in ſich ent⸗ 
helten; ebenſo verhalten ſich Orange u. Blau, Gelb 
u. Violett zu einander. Zwei auf dieſe Art einander 


— 


Pr 


ergänzende %. nennt man ein Yarbenp 
man eine Zeit fang auf ein auf weiß 
liegendes Stüd grünes Papier u. ziel 
plötzlich weg, fo eeſcheint dieſe jetzt lee 
Stelle ſofort roth, weil durch den far 
des intenfiven Grün die davon betro 
der Retina für diefe Barbe unempfinbli 
u. nur noch für Die Übrigen 5. des Spe— 
für das Roth, empfänglich ift. 

() FarbenbildungdurchLichtir 
bei der Reflerion. Es gehören hie 
Goethe fogenannten Epop ihen? 1 
ferenz verfteht man Die Erfcheinung, daß 
artige auf einen Puntt treffende Licht 
entweber in ihrer Wirkung verftärfen c 
Da nämlich jeder Strahl aus einer 
einanber folgender Wellen u. jede Wel 
u. Thal befteht, fo werben fi} beite W 
einander verflärfen, wenn immer glı 
Berge u. gleichzeitig die Thäler eintreff 
ten fih aber aufheben, wenn gleichzeit 
einen ein Berg, von dem anberen ein T 
Wenn nun ein Punlt von zwei weißen, 
genen Lichtſtrahlen getroffen wird u. 
legen, daß gerate bie rothen Strahle 
Interferenz aufheben, fo ericheint er ı 
fi) Die orangenen Strahlen auf, fo 
blau u. |. f. Hiernach wird folgende t 
erfundene Methode ber Interferenz 
erzeugung bei Reflerion erflärlich. Läß 
eine feine Sffnung beterogenes, d. i. w 
mifchtes Picht, Dad man mo möglich vo 
einer ftarfen Linfe concentrirte, auf z 
fallen, melde fo zufammengefüat find, 
jehr ſtumpfen, einfpringenden Wintel ı 
machen (wobei jedoch feiner ber beiter 
gefügten Ränder im Geringiten voritel 
hält nıan in ber Gegend, wo Lie beibeı 
Spiegeln zurückgeworfenen Strabten f 
ein Blatt Bapier, fu bemerkt man bier 
parallefer, beller u. dunkler Streifen, 
lebhafteften F. geſcbhmückt find u. in ein 
Abſtande von ber Mitte verſchwinden. 
fen werten durch die mechieljeitige Ein 
beiden reflectirien Lichtbüudel erzeugt; 
leuchtende Streif entftcht Durch Strablei 
Die Den mittleren zunächſt liegenden S 
Strablen, Die ungleihe Wege zuräd: 
Da der Streif von jeder Farbe einen a 
von der Mitte weg einnimmt u. nach 
derholung Die lichten Streifen der eine 
den dunkeln Streifen der anteren Farb 
jallen, fo müſſen fie vom Dlittelpunfte 
undeutlicher werden n. zuletzt ganz x 
Hierber gehören auch die Newtonſche 
ringe. Legt man auf ein convexes Ola: 
Brennweite ein planes u. läßt dann 
3.2. rothes Licht darauf fallen, drüc 
die beiden Gläſer allmälig gegen eina 
ſich ſo davor, daß man das reflectir 
obachten kann, ſo zeigen ſich um den 
worin ſich bie Gläſer zu berühren ſchei 
ſelnd belle, rothe u. dunkle, fait ſchu 
bie ſich bei zunehniendem Drucke allmäbl 
bis endlich bei Der innigen Berührun— 
in tem Mittelpunkte ein ſchwarzer F 
Sieht man die Gläſer im durchgehend« 
jo findet man auch bier rothe Ringe u 


‚8. umgelehrt.. Die 
Durägelafen, fine vefie 
ectirt n. 
im burrehgelaffenen Lichte, weil 
Ken, keins durchgelaſſen wurde. 
Sicht auffallen, fo entfieben ähn- 
Ringe, aber von Mleinerem 
fo nimmt dieſer Durchmeſſer bei 
dem rothen zum violetten Lichte 
fo Daß er fi im rothen zu dem 
te verhält wie 14:9. Läßt man 
mogenen Lichte Weißlicht auf bie 
vo biden ib um ben ſchwarzen 
erübrungeftelle der beiten Glaſer 
ion ver vericiebenferbigen Ring- 
mbenringe,, u. zwar fo, daß bie im 
Lichte inenden F. immer bie 
derjenigen find, die an derſelben 
ketirten vichte zeigen. Diele Farben⸗ 
aRittelpunfte bis zum Rande im 
MW, ale Lurchgelaffenen Lichte in fol- 
wfemanter: weiß⸗ ſchwarz, gelb» 
—— —— —— 
Hussein, vielett«gelb, blau⸗roth, 
Sau, Getbarün «' elb, gelb⸗ 
, grilnerotb, .g nlih-bfan, 
d-Mau, -roth. Die Dimenfionen 
we ändern fih mit der Veränderung 
—* en bie Gläſer. Die Erſchei⸗ 
im Algemeinen dadurch, daß ein 
rahlen, nachtem fie in das obere, 
brungen find, an befien unterer 
serien wird, ein anderer Dagegen 
g durch Den Zwiſchenraum bis zum 
em lad zurüdgelegt, an deſſen 
8 reflectirt wird u. num vermöge 
chiedes mit dem erfteren interferirt. 
nfe erzeugen bünne, durchfichti e 
inungen, weil einige Stra 
ı, andere an ber nnteren Fläche 
n. beide fih einander verflärten 
nachdem ber Wegunterſchied eine 
abe abe Anzahl balter Weglängen be- 
Kber ſ. n. Interferenz. Daber er- 
. bünmer Geifenblafen ed. Glas» 
Filchihuppen, bee Waflere m. 
in dünnen Schichten eine dunkle 
n, der farbige Uberzug mancher 
ſer ob. Metallaufiöfungen, aus 
ſich etwas Orvd abgeſchieden hat, 
rin ben Sprungen ber Kryſtalle x. 
nt — bat e6 mit der Reflexion 
treiften Oberflächen ob. von feinen 
alls in Folge von Lichtinterferen; 
hillerferben entſtehen, die fich 
enen nen Stellung des Auges anf ver- 
ıdern. Sierber gehört das ſchone 
erimutter, deren gefchliffene Ober⸗ 
hen Flächen ber Schichten, aus 
‚ burdichneibet u. dadurch folche 
2 das Schillern ber Bartonſchen 
‚ matter Fenſterſcheiben, mander 
en vieler Infecten x. 


fläche verurfacht alle dieſe 


—* durch Interferenz 
ag iDiffraction) desLichtse, 
m 4 Ruf. VL 


darben 
baum an bie Stelle ber rer | *5— ung 


unter dem —— past 
des * — ie ie geweien, wir 
noch folgente ans. Betrachtet man ein vom —— 
licht beſchienenes, hinlAnglich . Heines Ob⸗ 
ject, + ®. ein vou der 
concaven Geite 


opf, 1 


efebt, pi 

% Gonnenbild 

von einer Reihe farbiger Bilter zu beiden Eeiten 

amaeben. Legt man zwei ſolcher Spalten recht⸗ 

lig über einander, fo beige fih auf bem Uhr⸗ 
ar od. Metallknopf ein Ihöne® farbiges 
urch einen feinen Nadelſtich in einem Gtan 


— ob. Kartenblatt angeſehen, erſcheint * 
Sonnenbildchen am Uhrglaſe mit Farbenrin a 
umgeben. Wendet man flatt bes Weißlichte rot 


richt an, fo erſcheint bie Spalte in ber Mitte vi, 
ſeitlich ba —X wird die rothe Farbe durch mehrere, 
von der Witte aus allmaͤhlig an Duuteißeit abneb⸗ 
mende, aber immer von gleicher Breite bleibende 
ſchwarze Gtreifen unterbradien. Bei — 
von anderer Farbe haben dieſe Streijen eine andere, 
für jede beftimmte Farbe gleich bleibente Breite u. 
eine andere Gntfernung vom Mittelpuntie: die ro» 
then Gtreifen finb tie breiteſten, bie vicletten bie 
—— Beim Weißlicht geht bie weiße Mitte 
der Spalte an ihren Grenzen aus ben Gelben ins 
Rotbe Über; feitlich fieht man Streifen mit lebhaf⸗ 
ten F. n. a. poat fo, daß der erfie, beiderſeits zunächk 
liegente Streif alle F., vom Biolett bis zum Roth, 
in ſich enthält, ber jieite, weniger lebhaft gefärbte 
Streif des Bioletts entbehrt,, bie fich Diele Karben- 
bilder (nad) Fraunhofer Gpectra erſter Klaffe) 
nad drei⸗ bis viermaliger Wieberholung u. mit 
Iebeümatiger Ansfallung einer Farbe vom Violett 
gegen Roth zu, verlieren. Je weiter vom mund 
nett entfernt, deſto ſchwächer werben bie F. 
ir bie Spalte, deſto bentlicher ericheint Das 
nomen. Gine außererbentlihe Farbenpr 
tät fi rn (he — weny man das Licht durch 
feine beugende Ofinungen, wie durch 
u. runde auf das Dbjectiv eines 
Me allen läßt, namentlid wenn man zu biefem 
Behuf fich eines Bittere aus feinen, parallelen, 
eich it von ei abſtehenden Gpalten be» 
% B. wenn mau in bünne Goltplättchen ob. 
ine ehe Rubichicht, womit eine Epiegeltafel belegt 
iR, feine Linien radirt. Stellt man ein ſolches Git- 
ter vor das Objectiv eines Fernrohre, mit welchem 
man auf eine feine, ſenkrechte palte in einem 
vifirt, u. zwar fo, eb bie Linien bes 
une mit ber Spalte parallel fliehen, fo erblidt 
man in ehe Entfernung zu beiten Eeiten ber 
Spalte fehr jchöne Barbenbilver ‚bie, je weiter ent» 
feent, deſto breiter werden. Das Farbenlicht biefer 
Bilder iſt bei jehr feinen Gittern vollommen ho⸗ 
mogen, u. mit ben belannten bunfeln Linien ver⸗ 
ſehen; man nemut dieſe Bilder nach Fraunhofer voll- 
tommene ae Be ——— ae minder 
es volllommen u. 
bildet dann bie unvolllommenen Spectra ziweiter Doeiter 
Klee. 2 Durs — Rabizung feiner coucentrilcher Kreife 
auf einer bunleln Glasplatte ‚wenn man 
bee Sicht er eine Beine: an. 


116 


Barben 


Kt, ringförmige, concentriihe Spectra. Yäßt | nungen, wie bie bei ber Kallſpathplatte 


man ben durch die Epalte im Feufterladen fallen. 
deu Lichtkeil auf eine fo radirte Glasplatte, die an 
der entgegengefetten Seite geſchwärzt ift, auffallen, 
fo kann man auch foldhe Farbenbilter dur Re⸗ 
flegien berworbringen. Aber aud das freie, unbe» 
wafinete Auge reicht bei einem jehr feinen Gitter 
zur Wahrnehmung diefer Phänomene des gebeug- 
teu Yichte bin. Hierher gehört das prachtvolle Far⸗ 
benipiel, welches man benerft, wenn man durch die 
Fabhne einer Vogelfeder, od. durch ein Stüd dun⸗ 
fein, regelmäßig gewebten, 3. B. feivenen Zeuges 
nad einem leuchtenden Punkt fieht; die farbigen 
Ringe, melde leuchtende Punkte umgeben, wenn 
man durch betbaute od. beftaubte Glastafeln auf fie 
fieht, bie Farbenringe, bie den Mond bei centralen 
Scnuenfinfterniffen umgeben. Sogar die Mond- 
böfe u. Die die Eonne od. den Mond bei nebeligem 
Himmel ungebenten Farbentränze lafien fih aus 
den Geſetzen ber Lichtbengung ertlären. Das Nähere 
bierliber |. u. Interferenz. 

E) Karbenbilbung durch Interferenz 
polarılirter Fichtfirablen. Obwohl die hier⸗ 
ber gebörigen Ericheinungen (Entoptiſche F., 
nach Goethe) erft im Artikel Lichtpolarifation ihre 
Erttärung finden können, fo wollen wir Tod bie 
wichtigften derſelben bier vorläufig anführen. Legt 
man ein dünnes Glimmerpläitchen auf den joge- 
nannten Tiih Des Polarifationeinftrumentd u. be⸗ 
trachtet man es Durch ein Nicolſches Prisma od. 
im oberen PBolarijationsipiegel, dem Zerlegungs- 
fpiegel, fo erfcheint e8 brillant gefärbt u. bie % ver⸗ 
tauſchen ſich mit den complementären, wenn man 
den Zerleger um 900 drebt. Hält man die Glim⸗ 
merplättchen ſchief, fo ändert ſich bie Jutenſität ber 

ärbung u. es gibt eine Lage, in welcher das Plätt⸗ 

en fo dunkel erſcheint, als der Grund, alſo feine 
fihtbare Einwirkung auf bie Lichıftrablen hervor⸗ 
bringt. Yäßt man polarifirtes Licht Durch ein dün⸗ 
nes Slimnierplättpen eben u. fängt e® dann mit 
einer der polarifirten 
platte auf, fo erfcheint Das Plättchen im reflectirten 
Lichte mit der einen u. im durchgelaſſenen mit ber 
complementären Farbe. Ift das Plättchen bider 
als; Zoll, fo bleibt es farblos, ift es dünner, fo 
erfcheinen bier immer lebhafte, den ermähnten 
Newtonſchen Farbenringen analoge 5. Richtet man 


lasplatte parallelen Glas⸗ 


das Auge auf eine große borizontale Glasplatte fo, 
daß es einen convergirenten, polarifirten Lichtbüſchel 
von ihr erhält, hält man dann vor das Auge ein 
parallel mit der Achfe geichlifienes TZurmalinplätt- 
Ken fo, daß ber polarifirte Lichtbüſchel ſenkrecht 
Darauf u. die Achſe deſſelben in bie Reflexionsebene 
fällt, u. bringt bierauf eine fentrecht zur Achſe ge⸗ 
ſchnittene Doppelipathipalte mit ber TZurmalinplatte 
parallel zwiichen biefe u. bie polarifirente Ober⸗ 
fläche, fo fieht man eine Anzahl concentriſche, glän⸗ 
enbe, von einem ſchwarzen Kreuze durchſchnittene 
Bortenringe, welche ten Nertontepen ähnlich find. 
reht man die erfte Turmalinpfatte allmählig um 
180°, fo bildet fi ein weißes Kreuz mit den com» 
pleinentären F. ber vorigen. Man erreicht daſſelbe 
auch, wenn man bie Kaltipathplatte zwiſchen bie 
Beiden Platten einer Turmalinzange bringt. Ahn⸗ 
liche Erfcheinungen werden durch vide Glasftüde, 
die nach dem Glühen ſchnell abgekühlt wurben, im 
Polarifationsinftrumente unter ben angegebenen 


Bedingungen hervorgebracht. e 








zeigen auch die Übrigen einachſigen K 
Ausnahıne des Bergkryſtalls; legt ma 
jentrecht geyen die Hauptachie gefchliffer 
letzteren zwiſchen die Bolarifationeipiege 
ihr Bild durchaus lebhaft gefärbt u. Die 
jelt in der Reihenfolge der prismatifch: 
rend man den oberen Spiegel dreht; bief 
zuerft beobachtete Erfcheinung bat zuerfi 
Hört u. mit dem Namen Circularpol 
bezeichnet. Sie findet ſich, außer beim i 
noch bei einigen lüifigkeiten, name 
Terpentindl u. Zuderanflöjungen. Brü 
ſeulrecht gegen die Achſe geſchliffene 
zwiſchen die beiden Platten einer Tur 
wobei auch die ſchräg die Platte Du 
Strablen zum Auge gelangen, fo erbli 
prächtiges Syftein farbiger Ringe. Bor 
erwähnten phyſikaliſchen ob. objectiv 
erſcheinungen unterjcheiden ſich die pb 
ſchen, welche miehr in inneren Verhä 
thierifchen Organismus ibren Grund h 
F., meihe man au) zufällige, or. : 
fubjective %. nennt, entfleben aus be 
eines Lichteinpruds im Sebergan ſelbſt. 
man einen ftarferleuchteten rothen Kreis 
Grunde eine Zeit lang uuverwandt, 
dann plötzlich die Augen, fo erbült Dad 
ten Eintrud der Erganzungsfarte, d. i 
ebenfo, als cb bei offenen Augen ber 
plötzlich weggezogen worden wäre. A 
weißen Licht erzeugter Schatten von yı 
beleuchtet, fo erjcheint er objectiv roth gi 
aber ein von farbigem (3.3. rothem) Yı 
Schatten von Weißlicht erhellt, fo erſch 
jectio mit der complementären Farbe 
färbt. Ebenſo, wenn das Licht von a 
einfällt. Farbiges Licht, 3.3. das bes l 
mels, färbt den (3. B. von ter Sonn 
Schatten eines dunkeln Körpers mit der 
weißes Licht dagegen einen farkigen < 
der cumplementären Farbe. Wirft bie 
Sonne ten Schatten eines Körpers au 
Band, fo erjcheint dieſer wegen ber 
Himmels blau; ift ber Schatten ſehr jch 
er unten geröthet erjcheinen, wenn ti 
Morgenroihs hier zurüdgeiworfen wird: 
reits Uber die Röthe des Hinum 
bat. Der Schatten eines größeren G 
erfcheint aber bier nicht gefärkt, we— 
Raume, melden das Auge volllomme 
fein weißes Licht zur Vergleichung in de 
u. eine complementäre Faͤrbung darin 
kann. Daher erſcheint uns bei heiterem 
tiefem Stanbe ber Sonne ein auf ben 
worjener Schatten blau. Nach bein lin: 
Sonne ericheinen die Gipfel ber mit S 
ten Alpengebirge zumeilen violett, we 
rothe Licht des Horizonts mit dem blau 
mels darauf vermiſcht. Nach Plateau eı 
fubjectiven complementären F. nicht di 
das Auge für die uriprüngliche Farbe u 
wird u. nur noch für bie complementär 
pfänglich bleibt, fontern aus einem en: 
ten Zuftande, welchen die Netzhaut des 
dem Aufbören der unmittelbaren Gin 
wilig annimmt. Betrachtet man 3. B 
Kreuz auf ſchwarzem Grunde u. fieht m 


irecten zerört. D.eie zufälligen %. 
den negativen, die wirklichen di⸗ 
fitiven Sindrud, u. nimmt an, 
nem Lichteiubrud afficirte Theil ber 
ehents aus diejem pofitiven Zuflande 
be ſchwingender Bewegungen in den 
dann wieder in den pofittven über⸗ 
endlich jebe Bewegung aufböre. Doc 
4 Ljann einige Zweifel gegen dieſe 
n. Daß bei ben gemöbnlichen ſubjec⸗ 
heimungen auch bie Eriunerung mit- 
Ehafigetich durch fein Diploftop. 
ulch aus zwei, wie ein Doppelper- 
nirten Splintern beſtebt, durch welche 
wen auf eine dahinter befindliche breb- 
ob, yalb grün gefärbte, erſt eine Zeit- 
u, dann getrebte Echeibe feheun. Wein 
den keite 3. un. Schaffgotich faud 
whimurzer Streif, terbalb aufgrünem, 
Sem Orunte liegt, in eine rothe u. eine 
myalı, fo mie man weißes, dünnes 
Veit Set man in eine meiße 
Eiche einen farkigen, in ber Mitte mit 
ven Brzitbogen verfebenen Sector eilt, 
hein Dreben ter Kreiskogen als ſub⸗ 
ber Sreistinie. Nach Schafigerich läßt 
the im ihre eigene Grgänzungsiarbe um- 
eu, B. auf einen in rothein Grunde 
uldretben Fled ein weißer Überzug he 
daber ericheinen die Hautvenen grin 
wublut von rothen Häuten umſchloſſen 
iephaner weißer Haut bededt find. 

Gen ſich nicht nur im pbofiichen Yeben 
en Mertmale für NRaturftoffe, foutern 
großen Einfluß aufbas äfhe- 
be Gefübl aus. Ter Eintrud dee 
des alles Licht verſchlingenden, ſym⸗ 
enichtung ber Lebensbewegung, ten 
: Weiß, welches durch volllommene 
ig alles Lichts eutſtebt, Die Farbe der 
chuld iſt. Jede Farbe wedt nicht bloß, 
nerlt, die Erinnerung an gewiſſe be⸗ 
ſtände u. damit verwandte Begriffe, 
otb die Erinnerung an die Wärme tes 
iebe, ſendern die Farbenempfindung 
nmittelbar mit dem Weſen gewiſſer 
menzuſtimmen. Das Gelb, bie in⸗ 
., ſtimmt zu Seiterfeit u. Frohſinn, 
Zennenglanz ot. ter Glanz Dee Gol⸗ 
iber eben Desbalb auch mehr ale eine 
völlige Reinbeit u. gebt baber durch 
ing in bie 5. bes Ehmutes u. ber 
Bas Roth, die wärmereichſte Farbe 
z, if Bas Symbol jugeublicher Le⸗ 
e. D range, bie Miſchung aus Roth 
wie jeries bie Empfiudnung ber Viebe 
erregenb wie dieſes, ohne jebod Lie 
er einzelnen von beiten in ſich zu 
ztt beunrubigent. Vom Blau fagt 
i ein reigentes Nichte, obwehl eine 
stem Dunkeln doch nahe. Dagegen 
Igemeinen Enpfindung bie Farbe ber 
tarn fagen, daß in ihm das Duntel 
auftbue, daß es das Syınbol des be⸗ 
ataufgange im Grunde des Seins iſt. 
ı Blau dad Roth, jo entſteht Biolett, 


Jarben bie Farbendreick 


d erſcheint auf dieſem cin ſchwa bie Farbe der Sehnſuche, des 
fällige farbige Sindrud hat bier Den | — Aufſtreben. Bereinigt 


228 
Beruifkens u. Ext» 
fi das Blau mit 


Gelb, fo par man im Grün die Farbe bes Hiuſtrebens 
aus dem tuufleren völligen Licht, die Farbe 
der Sofmung auf eiue bellere Zukunft Branı 
aus Gelb, Blau n. Roth zu ungleichen Theilen 

emiſcht, if die Farbe der Kraft u. Tüchtigfeit, bie 
harte bes Pflanzen u. Thiere tragenden Erdreichs. 

bre angemeflene Zufammenftelung ift baber auch 
mehr Sache des Geſchmace, ale eine wiſſenſchaft⸗ 
liche Aufgabe. Aal. Newton, Theory of light 
and colours, Zend. 1742; Goethe, Zur farbenlehre, 
züb. 1510, 2 Abe. ; Heriel, On light. vond. 1830. 

Barben, 1) |. Färbelunſt; 2) Yägerausprud 
für Hären ; daher Zurbenyeit, die Zeit, wo das Haar 
wild neue Haare belommt. 

Sarbenauftrag, tie Weile des Malers, bie 
Farbeumafle auf Das Gemälte zu bringen; der 5 
fan bid (pafos) od. bünn, frei od. AngRlich, 
forgfältig od. nadhläffig, rein od. unrein, glatt ob. 
uneben zc. fein. gl. Kolerit. 

arbenbild, f. u. Karben A). 
tbenblintbeit, fo v. w. Achromatopfie, f. d. 
rbenbredung, | u. fkarben A). 
tbeubrüße, |. u. Färbekunſt. 

Barbendemie(Ihromatotehnif),tie Kennt» 
niß ven ter Zufanımenfegung ber Eigenſchaften u. 
der Darftelluug Der zum Malen u. Färben gebraudg- 
ten Farben. 

Barbenclavier, von Louis Bertrant Cafiel 
ausgedacht, um mittel des Wechiels u. der Dar» 
monie ber farben, die er nad) einer gewiſſen Ab⸗ 
fufung unter die Taften eines Klavierinfirumentes 
vertbeilte, auf das Gefühl, fo wie Durch Die Ton⸗ 
funft zu wirkten. Blau betrachtete er Dabei als den 
Grundton, Roth ale tie Luinte, Gelb als bie 
Terz. Blau, Grün, Gelb, Roth, Biolett feliten den 
5 toniiben Zaiten c, d, e, g. a, u. Aurora 1. 
Kiolant (ein etwas brenuentes Blau) den halb⸗ 
tenifhen f u. h entfpreden. In ben erböbten De⸗ 
taven follten dieſelben Karben, nur um bie Hälfte 
heller, zum Vorſchein fommen. Den Farben fügte 
er nch Pfeifen, welde ten, ben F. entiprecbenben 
Zon angaben, binzu, um bie Abhnlichleit zweifchen 
Karben u. Tönen noch mehr zu verfinnlichen. 

Farbendreieck, eine Jufammenftelung ter Far⸗ 
beu nach matheniatiich-phyfiihen Princip u. zwar 
auf tem Grundſat Teb. Mayers, daß aus Noth, 
Gelb u. Blau fich, Durch Piiſchung in verfchiebenen 
Rerbältuifien, alle Karben in allen Nüancen bar» 
ſtellen laſſen. Fine weiße Fläche, von form eine 
gleihieitigen Dreiedes, wird in millfürlid viele eine 
zelne gleiche Dreiede getheilt. In die Dreiede ber 
3 Winkel werden bie 3 Hauptfarben, iu jedes eine 
aufgetragen, in bie übrigen in jedes eine Miſchung 
jener garten in einem Verhältniß, das nach Per» 
penbileln, Die von den Spiben eines jeden derſelben 
auf Lie Zeiten Des großen Dreiedes falen u. von 
dem Abſtande der Sntpuntre berjelben von dem 
Winfelvreieden beflimmt wird. Wan bat zu glei⸗ 
chem wed einer Barbentmlematik, auch priematiſche 
Vorkehrungen, od. pyramidale (Barbenpuramiden), 
wie au bipyramitale aus 2 mit ihren Grunbflä- 
hen zuſammenſtoßenden Byramiden. Tob. Mayer 
u. Lichtenberg haben ſich bei. in diefer Hinficht vers 
dient gemacht. nlich iſt die wo 
daſſelbe an einer Kugel gezeigt wird, dargeſtellt im 
einer Eigenſchrijt von P. B. Runge, Hamb. 1810, 


356 


Farbenerde, Erdarten, bie als Malerfarben be⸗ 
nuyt werben. 
Farbenfabrik, 1) Anſtalt, worin nur gewiſſe 
Farbeſtoffe, welche die in Maſſe in der Technik an⸗ 
gewandten Pigmente liefern, verarbeitet werden, 
3. B. Blaufarbenwerk, Bleimeiß-, Grünſpanfabrik; 
2) Anftalt, worin Die verſchiedenartigſten, nament⸗ 
lich die feineren, für bie Malerei vermenbbaren 
‚Karben bereitet, od. vollkommener zugerichtet wer⸗ 
den; man fertigt in folchen Fabriken auch Baftell- 
ftifte, Tuſche, en Die Fabrilation einzel» 
ner Anftrichfarben wird auch wohl in ben chemijchen 
Laboratorien von Barbewaarendanblungen beſorgt, 
ein Geſchäftszweig, welcher mit ben Droguerieban- 
bel vereinigt zu fein pflegt. Peine Paftell- u Dlfar- 
ben für Maler werben gewöhnlich von Kunfthand- 
lungen en detail verkauft. 
* ehung (Malerk.), fo v. w. Colorit. 
arbenkolg, jedes Holz, aus welchem ſich ein 
technisch verwenbbarer Farbeſtoff ausziehen läßt, 
als Fernambulholz, Blauholz, Gelbholz ıc. 
arbenkreiſel, ſ. u. Farben B). 
arbenkugel, ſ. u. Farbendreieck. 
arbenlehre (Chromatologie), ſ. u. Farben. 
— fo v. w. Blaufarbenwerkmeiſter. 
tbenmefler, 1) Spatel ber Maler, womit die 
geriebene Yarbe vom Neibflein genommen u. auf 
die Palette gebracht, die Gemälde grundirt wer⸗ 
ben 2c.; 2) ein von Biot angegebenes Inftrument, 
mittelft beffen man durch Fichtpolarifation alle Far⸗ 
benabitufungen beliebig ne u. durch bei⸗ 
geflügte Scala nach numerifhen Verhältniſſen be- 
ftimmen fann. 
5 ———— Handmühle zum Zerreiben der 
arben. 
Farbenofen, 1) Ofen zur Mennigebereitung; 
2) ſo v. w. Blaufarbenofen. 
— ſ. u. Farben B). 
tbenpflanzen, die Culturgewächſe, deren 
Wurzeln, Blätter, Stängel od. Blüthen zur Fär- 
berei benutt werden. Zu den in Deutichland eculti⸗ 
virten F. gehören Färberknöterich, Färberröthe, 
Krapp, Safflor, Sumach, Waid u. Wau (f. d. a.). 
Farbenproben, Mittel, um die Feſtigleit einer 
— in einem gefärbten Stoffe zu erforſchen; man 
at deren verjchiedene, das befte ift, fie eine Zeit 
fang der Luft, der Sonne u. dem Regen auszufegen, 
um zu feben, ob fie unverändert bleiben. 
Warbenpyramide, f. u. Farbendreieck. 
Farbenreiben, Farben mit Hülfe eines flüf- 
figen Bindemittels (Waffer, 
riction zwiſchen 2 Steinen (dem Reibftein, einer 
fatte von Porphyr, Marmor ꝛc, u. einem Läufer 
son Porphyr, Granit 2c., den man tarüber bin- 
führt), in möglihft Meine Beſtandtheile aufldien. 
Meift verrichtet das F. ein Hanbarbeiter, zumeilen 
auch Maſchinen, die getreht nıehrere Läufer drehen. 
Far enringe (Phyſ.), durch die Auterferenz ber 
Lichtſtra len, welche an ben beiden Oberflächen 
einer jer dünnen Schicht zurüdgemworfen werden, 
werben farben erzeugt. Hierher gehören die New⸗ 
tonſchen %., welche entftehen, wenn man ein pla» 
nes Gas auf ein converes aufbrüdt, jo wie bie Far⸗ 
ben, in denen dünne Blättchen, 3. B. Perlmutter, 
Geijenblafen glänzen. Auch die binnen Metall 
ſchichten, welde man auf galvaniſchem Wege an 
ben Polplatten ber Batterie nieberihlagen kaun, 
zeigen oft. bie Ichönften Karben u. dieſe tragen von 


Farbenerde bis Farbetiſch 


Ol, Terpentin) durch 





ihrem Entbeder ben Namen Nobiliſch 
man auf ein Silberplättchen einen T 
faures Kupferoxyd bringt, u. hierauf n 
eines Zinkſtäbchens in der Mitte bes 5 
Silber beriihrt, fo bilden fih um bie 5 
* mehrere concentriſche F., die noch 
allen, wenn man das mit der Metall 
feuchtete Silberplättchen mit ben Polen 
apparates in Verbindung fett. Durch 
ber Spitzen des negativen Poles u. bu 
mebrerer Metallanflöfungen kann man 
ſpiel auf mehrfache Art abändern. | 
bieje F. zur Berzierung von Metallw 
Ziihgloden, an. 
Sachen cala, fo v. m. Farbenmeſſ 
rarbenfcheibe, i. u. Farben »). 
Wwarbenjeben (Mep.\, 1) (Chror 
blepfie), Fehler bes Geſichtsſinnes, in 
entweder Alles in einer Färbung erſch 
2—3 Sarben unterfchieben werben; 2 
Sehen von Färben ohne Beziehung au 
genſtände. 
arbenfinn, angeblich ein beſonde 
ſchärferen Unterſcheidung der Farben. 
arbenſpeetrum, |. u. Farben A) 
arben|pindel, f. u. Farben R). 
arbenftifte, fo v. w. Paſtellſtifte. 
arbenwurzel, fo v. w. Färberrö 
arber, |. u. Färbelunſt. 
arber, ©., Pjeubonyni für 2. Ti 
arberbaum, 1) die Pflanzenga 
bef. Khus Cotinus; 2) Connarus as 
Wärberbeere, ift Rhamnus caths 
, Bärberblume (Bärberpfrieme), 
tınctorıa, 
ärbereroton, ift Crozophora ti 
arberdiftel, jo dv. w. Scharte. 
arberei, f. u. Färben. 
arbereiche, ift Quercus tinctori 
arberfledhte, ift Roccella tinct 
nora P’arella u. Lecanora ventosa, 
arberginfter, ift Genista tinctc 
arberfamille, ift Anthemis tin 
arberfnöterich, ift Polygonun 
arberfraut, 1) (Bärberreiede, 8 
Reseda Luteola; 2) (Bärberochfenzu: 
chusa tinctoria; 8) (Bärberröthe) 
tınctorum. 
Barbermooß, fo v. w. Orfeilfe. 
Färberröthe (Bärberwury), Lange, ı 
nit Seitenfafern befette, in der Dlittı 
äußerlich mit blaßbrauner Haut umge 
ven Rubia tinctorum, fonft mehr a 
atonifche Knochenkrankheiten, Rhadhiti. 
fen: färbt bie Knochen ber damit gefüt 
rotb ı1. liefert ben Krapp. Die fchl 
wilbwachlende, it bie Waltrötbe. 
Färberſafflor, it Carthamus tin 
arberfcharte, fo v. w. Scharte. 
ürberwau, |. Reseda Luteola. 
arbermwaid, ift Isatis tinctoria. 
‚Sarbeftoffe (Pigmente), im Ad 
reinen Zuſtande gefärbt erfcheinenbe, 
ber fie enthaltenden thierifchen od. Pfla 
dingende, zum Färben zu benutzende Si 
j. Näheres unter Färbekunſt. 
Farbetiſch (Buͤchdr.), die Tafel net 


‚bruderprefle, aufwelcher bie Farbe ausg 


Zerbige bis Farfaree falle 
ßen auf Der weſichen Hewmiſphäre "Pipin ız. ein 


be von den Weißen im Allgemeinen 


E ver 
Anderen garen! I 


(Chinefen) abtammen; alfo alle ber 
gen ienfchen, insbeſondere aber des | 
beiden 


Wilhlinge unter einander fowohl, | 


ern), Terzeronen 


Ka Onarteronen (von | 


), Quinteronen ıc. (bas 
). Der Mulatte bat 





Race u. duuleſbraune Hautſathe, wäh- 


en bez Terzerone in Saar u. Phyſte⸗ 
wäbert u. bie Haut mur noch 
son ben 


— — 
— Di 


ſe. —258 ei ehadtem 
— 5 von 
umel, Gewuri ıc. 


u. Schägel, in in Fiſchen, in einem 


fein pflegt. 
ei), axabiſches Gewicht, unge 
d, Darf im Bart, Eharleroy ber 
win nn Rohleninbufrie; 
s. fe.), mit ie 
25 dienen, ai Far 


ae ange — 


Um, ein Bad zu 45 
, age Dolland an Bader 


er), Heine In Juſel am Eingange bes 


nd, an ber Küſte des norwegiſchen 


er. 
Sakorat ber ſchwebiſchen Jufel 
——— u Bil; 000 Om. 
v. iw 


1. 
> 
* Haar u. die Echäbelbilbung ber 


«| führte dieſelbe 130 ol Reuenburg 


t ed. mit Blätter» | 
fein an ber 





sam 
ge Karls —— angezettelte re Basen ' 
a Arie —— von Letzterem zum Abt von & 
Charles Auguſte, IM 
RE Seagate manen 
ment Bivaraie, trat in öftf egedienſte m. 
avancirte bie tinann; er flarb 1712 im. 
Paris u. ſchr.: e sc., Par. 1755, 
2 Bte., Lonb. ne: Reflexions sur les princi- 


aux @v@nemens da rögne de Louis XIV,, 
mfl. 1734. 


tigung von ie u. Geilen, dei mit Roblen, 
er I; befuchtes En 3500 Ew. 
smeigt Die Seuthampton⸗Goſport⸗CEiſenbahn n 
Vortemouth u. Chicheſter ab a 
reg fonft fo v. w. Gefährbeeib. 
arel (ir, | Guillaume, geb. 1489 in 
Gap; murbe 1621 veformirter Brebiger in Meaux, 
mußte dieſe Stabt 1523 verfaflen u. hielt fih ım 
ber —— Pie u. im — anf, wirkte ſeit 1526 dm 
sbreitung ber Reformation u. 
%. a in Genf 
Gin befonderes er ih durch 
ung der Bresbpiericiverfeffune. Er flarb 
565 in Neuenburg. Nach ifmı werben von latho- 
en — bie Calviniſten auch darelite⸗ 


—— 1) —— ein), Juſel⸗ 
pe an der Küfe ber britifchen nie Gierre 

eone (Oberguinea); 2) Gruppe von — In⸗ 

tüfle von Chile. 

ven, fo v. w. Sarrenfräuter. 

— en) aus ber Familie 


—— 5 } ter» 
: Thal 
Fan bes a Ela, 


anie 


erweitert m gegen 
u Der Bra (m 160 = FL Stunde u. 
1 egen 5 Eihm 
af Bilener, meiches im kan Ehe le nn Mut Se pr 
ze Joble liegt 4100-4300 Fuß 
Waremell (eugl., fpr. ——* * — 


Wr iin f ch * — 

arcewell (jpr. eh), 1) Borgebirg au ber 
&lipipipe von © 2 Berge au * 
Nordſpihe der — ber Cooke 


—— (RER ea): Da 
er ane® (Barfen),, wurden eg 


Pharm.) Die Blätter bes 
arfare), ſind fdleimig m. 
u. werden ala ie sogen Graniifen Gupes 


"I. R. 


118 


Fargazd, vie einzelnen Abtheilungen od. Kapitel 
des Benbibab. 

Fargot, in Belgien ein Ballen Waare von etwa 
14 Geutner. 

Sarla y Sufe, 1) Manvel, geb. 18. März 
1590 zu Sonto in Portugal; fubirte ſchon ſeit jei- 
nem 9. Jahre auf ber Univerfität Braga Linguiftil u. 
Ghilofophie, wurde 1604 Gefellfchafter des Biichois 
von Oporto u. fl. 3. Juni 1649 in Mabrid, wo er 
fih längere Zeit aufgehalten hatte. Erſchr. Discur- 
sos morales ypoliticos, Madr. 1623— 26,2 Bhe. ; 


Epitome de las historias portuguesas, tbb. | 


1628, Brüffel 1730, %ol.; Commentarios sobre 
la Lusiada, Madr. 1639, 2 Bde. Fol.; Fuente 
de Aganipe, rimas varias, ebb. 1644 — 46, 
4 Thle. (Gedichte); Asia portuguesa, Liſſab. 
166675, 3 Bde. Fol., Europa portuguesa, 
2. Aufl. ebb. 1678—80, 3 Bde. Fol.; Africa por- 
tuguesa, ebd. 1681, Kol. 2 anoel Geve- 
rim be F. portugieflfcher & oriler u. Archäolog, 
geb. 1581 in Liſſabon, war Canonilus u. Cantor ın 
Evora, wo er 1655 flarb; er ſchr.; Noticias de 
Portugal, Evora 1624, 3. Aufl. Liffab. 1791; ber 


3. Thl. derfeiben, bie Varios discursos politicos, | 


enthält die jehr genaue Biographie bes Camoens. 
ae (v. fr.), Boflen, Mährchen, albernes 
Geſchwãtz. 


riglione della Trizza (ſpr. Fariljone d. T.) 
altfeletlippe bei Catania an der Oſtklilſte Si⸗ 
ciliens. 


Farilhao, Gruppe von ſieben kleinen Inſeln im 


Atlantiſchen Meere an der Küfte der portugieſiſchen 
Provinz Eftremabura. 
ga Ion, fo v, w. Pharillon. 
rim, portugiefiicher Dann in Sene⸗ 
gambien (Wafrika), liegt am Rio Grande. 
Farima, Provinz auf ber Oſtküſte der Japani- 
ſchen Inſel Nipon; bier die Hafenftabt Finge. 
arin, fo v. w. Karinzuder. 
arina (lat.), Diehl; F. amygdalarum, |. Man- 
beifleie; F. hordel praeparala, präparirte® Gerften- 
nieht, ſ. u. Gerſte; Farinae emollientes Ph. Gall., 
erweichende Meblipecies, Leinfamen-, Roggen», 
Gerfienmehl gleichviel, zu Rataplagmen u. a. 
Farina, Porto, Stadt am gleihnamigen Golf 
bes Dlittelmeere® u. ber Mündung des Medicherba 
in Tunis; bat guten Hafen u. beträchtliche Gali- 
nen, weshalb fie bei ven Tunefen Gbarel Malah, 
d. i. Salzgrube, heißt; 9000 Ew. In der Nähe bie 
Ruinen von Utica. 
Farinäti, Paul, geb. 1524 in Verona, bildete 
ch zum Maler unter Pic. Giolfino u. U. Babile. 
Er malte bis in fein hohes Alter an vielen Orten 
Italiens u. fl. 1606 in Berona. Eeine Compofi- 
tionen zeichnen ſich durch Reichthum der Figuren ıı. 
Stellungen, durch eine freie, lühne, aber nicht im- 
mer correcte Zeichnung aus. Er war einer ber be- 
dententften Vorgänger von Paul Veroneſe. Werle: 
Die wunderbare Speifung in &. Giorgio maggiore 
in Berona, die Taufe Chriſti in S. Giovanni in 


Font zu Berona, beite al Fresco, im Berliner | 


ufeum eine Darfielung im Tempel, im Belve⸗ 
dere in Wien ein beitnifches Opfer mit einer qro- 
Ken Menge von Figuren. Er radirte auch mehrere 
ſchne Blätter in Kupfer, darunter Venus u. Amor, 
Johannes auf der Wolle. 

Farindöle, Fleden im Difrict Civita bi Penue 


nig Philipp 





Fargard bis Farm 


ber neapolitanifchen Provinz Abru 
2500 Ew 


Farinelli, 1) (eigentlich Carlo ! 
1705 in Neapel; Saftrat u. Sänger 


reiſen durch Italien, Deutfchland, F 


land (mo er mit 5000 Pfb. Sterl 
Theater engagirt war) u. Spanien, 
durch feinen ihn x 
ſcheuden Geſang von einer tiefen ‘ 
freite, 2000 Karolin Gehalt u. da 
Geſchenlen erbielt. Philipp V. m. 
zu feinem erſten Minifter, welche € 
unter Ferdinand VI. beibehielt. ( 
feiner Macht in der woblthätigfien $ 
Nah Ferdinande VI. Tote 303 er 
den Geſchäften nach Bologna zurüc 
1782. 2) Giuſeppe, geb. 1769 
dua, bildete ſich u. a. am Conſerva 
wurde 1815 Capellmeiſter in Tun 
al® ſolcher nach Trieſt u. ftarb bier 
der alten neapolitanifchen Schule 
ernfihafte u. fomifche Opern, Oper 
ten, mei Meflen, mehrere Oratori 
ring, Gewicht, fo v. w. friert 
arinöse (lat.), färtemehlbalti, 
wie Sago, Arrow⸗root zc. 

Farinzuder, fo v. mw. Mehlzud 
der Fabrikation bes raffinirten Zu 
benden Syrup gemoniten, |. u. Jud 
Farkas, 1) Conſtantin, geb. 
Brofefior des Naturrechtes, allgemei 
kerrechtee u. des ungariichen Pric« 
Töniglichen Alademie zu Agram in 
Er ſchri: Principia juris publici 
garise, Agram 1818. 2) Franz 
falva, ungarifcher Lantesadvocat ı. 
lich Brunspidiihen Domänen Fuſ 
belletriftiicher Echriftfieller. Er ſchr. 
Erziehung des ſchönen Geſchlechtes, 
söflien, Vresb. 1306 ; Seltenheiten 
1807; Der Triumph ber Nacht, ef 
erfand er eine Maſchine, Delpbir 
Taucherglocke, womit ınan in jedem 
Gefahr untertaucdhen u. darin jebe 


| lung einnehmen u. Tage lang arbei: 


wurde bie Brauchbarteit dieſer Me 
in der Militärſchwimmanſtalt erprc 

Farken (Seew.), ein Beſen von 
bie zwiſchen zwei gleiche Stiide 
werben, zum Reinigen bes Schiffel 

teentreiber, 1) (Seew.), Sp 
Schiff, das ſchlecht fegelt u. hinter 
bleibt; 2) diejenigen der Bemanni 
fänger®, denen e8 obliegt, bie Yin! 
Schläuche in den Raum (f. d.) zu fi. 

Farlane, Bollstany in Venedig 
fehr ınunter. 

Farlo, Dorf am Metaro, in 
Delegation Urbino-Pefaro ; Dabei tı 
drubal; bier 207 v. Chr. Nieder 
drubal durch die Römer. 

em (engl., fpr. Farrm), 1) | 
Stüd Land, welches von tem E 
einen Antberen für eine gewifle Sal 
Anbau Überlaffen wird; meiftens 
Zaun das Land m. die bazu gehör: 
digen Webäube. Ehedem wurde be 
turslabgaben, is neuerer Zeit faR n 


Barıncr 


Id 


Sarnefe 119 


t; 2) in den Tereinigten Staaten | Iebhafter Handel, Edhifffabrt, 3 Kirchen, Bunt, 


a ein Srüd Pant, gewöẽbulich u 
ınd, Aderkoten u. Waldung bes 
sen Jemand zum Anbau für Held 
rerbden worden iſt u von ibm cul⸗ 
nethwendigen Gebäuden verſeben 
wer in England der Pachter, in 
Staaten der Eigentbümer eines 
dſtũcet od. Landgutes. 
Farrmer, Städtiſcher Vezirk mit 
township) in der Grafſchaft De⸗ 
e EC bie Nordamerika); 900 Ew. 
le (ipr. Farrmerswill), Gauptert 
(Parish). Unien im Staate Yeuie 
iz, amd Arkenne-River; Dampf- 


m ügr. Farrmingt'n), 1) Städtiſcher 
tımt ı Post-township) in der Graf⸗ 
tim Eraate Maine (Nordanertla, 
\eriteiher Bezirk mit Veſramt ın 
teraffert ım Etaate New Hamp⸗ 
Cechece · Eiienbahn; 1700 Ew.: 3) 
nt mit Keſtamt im der Graiſchaft 
Caxı Sernecticut, an der New⸗Ha⸗ 
undimbabiı: 2700 Em.; 4) Ziädti⸗ 
au Erfamı in Der Grafjchatt Ontario 
Harder, an der Rochefter-Auburn- 
0 Em : 5) Ziödtiſcher Bezirk in 
külmen im Etaa:e PBennivivanien, 
rer; 1200 Em.; 6) Städtiſcher 
Eraiſchait Tioga im Etaate Penn⸗ 
bo Ex.; 7) Siabtiſcher Bezirk in ter 
mabull im Staate Obio: 1300 Ew.; 
Bezirk in ter Grafjchaft Oakland 
ichigan: 2900 Ew.: 9) Sättijter 
flamt in ter Grafſchaft Fulton im 
6, an ter Proria ⸗Cquawla « Eiſen⸗ 
m.;, 10) Hauptort der Grafſchaft 
m Etaate Mifjeuri; 500 Ew.; in 
Eiien- u. Bleiminen; 11) Poſtert 
hatt Ran Yuren im Staate Jowa, 
nes River; ber ältefie Ort in ter 
Em 
River (pr. Karrminzt'in-Rimmer), 
reinigten Staaten von Nortanierika. 
men, u. Oſt⸗Farmington, 
erftere in ter Graiſchaft Verkſhire 
ſſachuſetts, der letztere in der Graf⸗ 
im Staate Maflachuferte entſpringt 
Iafſchaft Litchfield im Staate Con⸗ 
igen; fällt in ter Grafſchaft Hart⸗ 
te Connecticut in den Conneciicut⸗ 
ew⸗Haven-Farmington⸗Ka⸗ 
inen Tbeil ſeines vaufes. 
t (Bernleiten). Theil des Fichtelge⸗ 
iſchen Yanbyericht Wunfiedel; es ift 
teberg aus auf der linlen Seite ber 
hender, langgetebnter u. oben platter 
melden fih ter Nuß hard Muß⸗ 
en Unprung der Rösla erhebt, von 
heuerer Öranirkläde überfäet. 
(pr. Farmutieh), Martıfleden 
ment Soulemmier6 des franzäfiichen 
u. Marne; Getreidehandel; 1300 Gw. 
pr. Farrmwill), 1) Poftort ber 
Are Ermard im Staate Birginia 
',am Appomator⸗Niver u. der Seuth⸗ 
Aurz-Kihmend) Eiſenbahn: Lage, 


Tabaljabrilen; 1600 Ew.; 2) (Bermiand), Station 
der Indianapolis-Bellefontaine⸗Eiſenbahn in ter 


* Sraffbaft Randelpb im Staate Jubiana. 


Farnabe (Rarnabine), Themas, geb. 1575 in 
Londen, ftudirte feit 1590 in Orford, ging nad 
Epanien in cin Jefuitenccllegium, aus bem er 
dann wieder austrat u. 1595 Franz Drafe u. Job 
Hawkins auf ibren Reifen begleitete; er ging, nach⸗ 
tem er in den Wieberlanden einige Zeit ale Soldat 
getient hatte, wieder nad) England, wo er zu Mar- 
ted in ter Grafſchaft Somerſet eine lateiniiche 
Schule anlegte u. fi) zuletst 1636 auf fein Landgut 
bei Yonden begab. Zur Zeit der Parteilämpfe in 
England bielt er es mit Der Föniglichen Partei u. 
wurte teabalb ven den Republilanern hart ange- 
feinbet u. ſogar gelangen genomnien; er larb 1647. 
Er gab beraus den Perfius u. Juvenalis, Yond. 
1612 u. ©., zulett 1720; Senecae tragoediao. 
ebd. 1613 u. õ.; Martialie, ebd. 1615 u. d.; Luca⸗- 
nus, ebd. 1618 u. d.;, Virgilius, ebd. 1634 u. &.; 
Opids Metamorphoſen, ebd. 1636 u. 8.; Terentins, 
ebd. 1651; u. fhr.: Index rhetoricus, ebd. 16255 
Florilegium epigrammatum etc., ebd. 1624; 
Sıstema granmaticum. ebd. 1641. 
warnefe, Aleden u. Schloß in der päpflichen 
Delegation Viterbo, bat den Zitel eines Fürſten ˖ 
tbuns; Stammort Der alten Herzöge von Paruia 
u. Geburtsort Papſt Baule III. 

Farneſe, italienitches Fuürſtenbaue, führt feinen 
Urſprung als adelige Kamilie bis ins 13. Jabrb 
zurüd u. being damale Tas Schloß Farneſe bei ür- 
viete. I) Pietro, war einer ber berühmten Far⸗ 
were, weiche Den Florentinern Dienfte im Krieg ıı. 
in der Kirche leiſteten; er ſchlugtie Piſaner n. ft. 1363; 
2) Aleſrandro F̃i, welter als Bau III. 1534 
bis 1549 Papſt war (ĩ. u. Paut), erbob die F. durch 
8) Pietrovuigi, jeınen natürlichen Sohn, 1545 312 
Herzẽgen von Parına u. Piacenz: bieier wurde 1847 
von jrinen unzufrictenen linterthunen ermordet; 
4) Ottavio, Sohn u. Nachielger tes Vor., fübrte 
dem Kailer Ra ı V. ein aus 18000 M. Jtalienern 
n. Spaniern beſtehendes Reer gegen ten Schmal⸗ 
zardiſchen Bund nach Deutichland zu Hülfe;, er nar 
ſeit 1.38 mit Diargarethe von Parma, einer natüre 
lichen Techter des Kaiters Karl V. vermäblt u. fi. 
1566. 5) Aleljandro, ältefter Sohn tes Ber., 
eb. 1546, nabın unter feinem beim, Don Juan 
d’Auftria, 1571 Theil an ber Schlacht bei Yepanto 
gegen tie Zürfen, wurde 1578 Oberftatibalter der 
Niederlande u. focht gegen bie Geuſen, zog 1590 
gegen Heinrih IV. u. fl. 1592. 6) Ranuzio]. 
Ddoardo, ältefter Sohn des Vor., ließ 1612 Pie 
Häupter ter edeiften Kamilien, weil er fie ter An 
zertelung einer Verſchwörung gegen fich beſchuldigte, 
binrichten u. feinen natürliden Schn, Ottavio, ins 
Gefängniß werfen, mo derſelbe ſtarb. Neben feiner 
Grauſanikeit mar er funftiinniger Fürſt u. Beiör- 
derer der Wiſſenſchaften; er fl. 1622. 7) Odoarke, 
Schn des Ber., wurde durch feine Eiteikeit ın einen 
Krieg mit Spanien u. den Bapit Urban VIII. ver- 
midelt u. fi. 1646. 8) Rauuzio Il., Subn tes 
Bor., lieg fib ven feinen Günſtlingen leiten u. fi. 
16941. Ihm totgte 9) Erancesco, fein 2. Ecbn, 
u. nach deſſen Tode 1727, 19) Antonio, beilen 
Bruder; biefer fl. 1731, u. da keine männlichen 
Nachkemmen vorhanden waren, fo fiel dae Herzog» 
thum au ben Infauten Don Carlos von Spauien 


420 


(nacmafigen König Karl III.), welcher der Sohu 
Philipps V. u. ber Elifabeth, einer Tochter des 
Herzegs Oboardo, des 1693 vor dem Antritt ber 
Regierung geftorbenen älteften Sohnes Ranuzios IT. 
war. Aufer tiefen regierenden F. find merkwürdig: 
11) Horazio, natürlicher Sohn Pietro Luigis; 
vermählte fih mit Diana von Augonleme, natür- 
licher Tochter König Heinrichs II. von Frankreich, u. 
blieb bei der Belagerung von Hestin 1553. 12) 
Aleſſandro, Sohn Pietro Luigis, geb. 1520; 
wurde 1534 Cardinal u. Erybifehof von Parma. 
Zu verfchiebenen Miffionen bes päpftlichen Hofes 
in jener Zeit gebraucht, ſuchte er vergebens ben 
rieden zwiſchen gran I. u. Karl V., fo wie eine 
eformation ber Kirche zu vermitteln. Er vollen⸗ 
bete den Bau des nach ihm benannten Farneſiſchen 
Balaftes u. fi. 1589. 18) Nannzio, Bruder des 
Bor., geb. 1530; Maltejer, Prior von Venedig, 
Conithur von Bologna, wurde 1544 Erzbiſchof 
von Ravenna n. Cardinal, 1546 Legat in Piſa, 
Großpönitentiarins u. Patriarch von Conftantino- 
pel; von Julius IIT. wurte er 1561 aus Rom 
vertrieben, von Heinrich IT. von Frankreich aber wic- 
der in feine Güter eingefetst u. ft. 1565 in Parma. 
Faruesiäniflores (Fleurs de Cassie seches), 
geite Blüthenköpfchen mit 4 Zoll langem Stiele 
von Acacia Farnesiana nad Martius, kamillen⸗ 
ortig, angenehm, bei größerer Bertbeilung veilchen⸗ 
artig riehend; aus Weftindien im Handel vorkom⸗ 
mend, zu Parfümerien u. in ihrem Vaterlande ge⸗ 
gen Diagenträmpfe u. Appetitmangelgebraucht. Far- 
neslana radix, die braune, wie Kıroblauch riechende 
Wurzelrinde ber Acacıa Farnesiana, auf den An- 
tillen, in Bäberu gegen adynamifche Sicher, auch 
zum Gerben u. Schwarzfärben benutt. Farnesiana 
JegumYna, tie Fruchthülſen berfelben, von abfirin- 
irendent Gefhmad, gegen Durchfälle, Ruhren, 
ugenfrantbeitenzc. als toniſches Mittel angemendet. 
arnefina (Barnefliche Billa), eine Billa an ber 
Lungara in Trafle.ere (in Rom), erbaut von Bald. 
Peruzzi (1481 —1636) für den Kaufmann Agoftino 
Chigi, berübmt ſowohl turd die zierliche Bauart 
nit doriſch⸗toslaniſcher Pilafterglieberung, als auch 
durch die Rafaeliſchen Fresken in ber fogenannten 
Pſychenhalle, wo nach Rafaels Entmurfe tie Ge- 
ſchichte der Bfyche von Giulio Runtano, Francescu 
Penni u. Giovamıi da Udine dargeftellt ift. Einen 
ber Säle ſchmückte Rafael ſelbſt ınit ter Darftel- 
lung feiner weltberühmten Galathea (geftochen von 
Diarcantonio, N. Dorigny, Th. Richomme u. v. A.). 
Ale die Familie Chigi aus Yolitifhen Gründen 
Rom verlaffen mußte, kam tie Billa an den Bap 
Paul III. (Aler. Farneſe) u. durch deſſen Nepoten 
an das neapolitantiche Königsbaus. 
Garnefiiche Flora, Marmorftatue, jetzt im Mu⸗ 
feum Bourbon ın Neapel, 13 Fuß body. Antik ift 
blos der Rumpf, welcher in den Bädern des Cara⸗ 
calla gefunden wurde. Kopf, Hänbeu. Füße find un- 
ter Bapft Paul III. (Alter. Farneſe, daher der Name) 
ergänzt; nochmals u. beifer ift fie reftaurirt, als fie 
nach Neapel geſchafft werben jollte; hier befam fie 
auch einen antiten, doch nicht den urjprünglichen 
Kopf. Durch die Ergänzung ift eine Flora daraus 
entſtanden, obmohl faum anzunehmen ift, daß ber 
antile Rumpf einer Blumengöttin angehört bat. 


Winckelmann hält fie für eine tanzende Muſe, Bit 
conti für eine Sne Die Gewandung läßt auf 
einen römiihen Künftler ſchließen. 


Farnesiani fores bis Farneſiſcher Palaſt 


Farnefiſcher Hercules, von Gly 
verfertigt u., wie man glaubt, einem 
Lyſippos nachgebilbet, koloſſale Statı 
ihem Marmor, 11 Fuß hoch, Das ſchör 
männlichen Kraft, ftellt den Hercule 
unmittelbar nach Erbeutung der Hefpe 
auf die Keule geſtüht, bie geldenen Apfe 
baltend, mit einem ſinnenden, faſt fe 
Gefihtsausdrud, von ter gebabten 
ausrubt. Die Statue wurde gejun 
den Bätern des Caracalla, im Farn 
in Rom aufgeflellt u. danıı nah N 
Mufeun Bourbon gebract. Die B 
Guglielmo della Borta ergänzt, doch 
antifen Weine fpäter noch in den Fa 
laft gefunden, Andere nach dem Pala 
nannte antile Sculpturen im Muse« 
find: der Barneftiche Fechter, ter 8 
bes Garacalla, die Farneflihe Venus, | 
Apollo u, Die beteutentfte von allen, 
Stier (Toro Farnese), Amphion u 
fiellenp, weiche Die Geinublin des ! 
an die Hörner eines müthenden St 
bie größte och erbaltene autike Grup 
von Apellenios aus Tralles u. Taur 
bien, beide ber Rhodiſchen Schule angı 
Stück ift durch Ergänzung u. durch 
nicht Dazu gehörender Figuren entſte 
aber im Einzelnen große Schönheiten. 
es in des Afinius Pollio Bibliothek, 
in die Bäder des Karacalla, wurde 
aufgefunden, unter Papſt Paul III. 3 
erfte Dial als Hercules mit bem kre 
dann aber der eigentlichen Beftinnmun 
ftaurirt u. endlich 1786 in ben Pala 
bradt, von mo es mit den übrigen 
Sculpturen nah Neapel kam. 

Sarnefifher Palaft, 1) ein Bo 
erbaut von Antonio ta Sau Gallo, 
großartigen Berbältnifjen, bildet ein 
155 zu 242 Fuß, welches einen von 
umgebenen Hof einjchlicht. Die letz! 
Michel Angelo an diejen inıpofante 
dein er in einem fräftig vortretent 
geſims einen jchönen Abichluß gab 
raum bie prachtvollen Hallen zufügte 
nehmer des Baues war Papſt Pa 
deſſen Eifel, der Cardinal u. Kanzl 
Farneſe, der Sohn Peter Ludwigs 
den Bau zu Ende führen u. von Aun 
ten Hauptſaal, die Sarneflihe Gallerie 
ihmüden, welchen ver Balaft einen 
jeiner Berühmtheit verdankt. Außer 
racci arbeiteten unter befjen Leitung 
jührung dieſer Fresken, deren Sto 
der griechiſchen Mythologie entnomn 
Oheim u. die Brüder des genaun 
ierner Guido Reni, Donienichino 
Bon den antilen Sculpturen, weld 

arnefe hier auffiellte, find Die berühn 
der Farneſiſche Stier, die Farneſiſd 
Farneſiſche Hercules), von ten Köni, 
pel, welche nach dem Ausfterben des 
neje in Befit bes Palaftes lamen, ba: 
Unter den noch vorhantenen Autiken 
kophag ber Cäcilia Metella im Hofe vie 
2) das Schloß Eaprarolı an der En 
terbo nach Rom, führt ebenfalls diefeı 


Farnham 


eſe, für ben es von Vignela erbaut 
eflt ein regelmäßiges, einen runden 
Niegendes Fünieck bar u. entbält eine 
sten, in denen Zatteo u. Federigo 
Roriiben Micmente tes Hauies Far⸗ 


Schalt Surrey am Wey; alte Kirche, 
licheis ven Wincheſter mit Vibliothek 
illerie; Gomnaſium, Fabriken von 
pienbau, Getreideba:del; Jmeigbabn 
5 ter Eiſenbahn ven Leudon nad 
1; Geburtsort von Wiil. Cobbet; 


erfibire; 60V Ew. 
ate ittal.‘, I. Dolce far nıente. 


bis Fuͤroͤer 


121 


Ibeerbereitung, Fiſcherei u. ten Fang ber Eider⸗ 
gänfe Ichen. 

Sarder (Ber-Dr, d. h. Schafinfeln), eine ber 
Krone Dänemark angehörige, aus 17 bewohnten u. 
y unbewobnten Felſeneilanden beftebente Inſel⸗ 


. gruppe im nördlichen Allantiſchen Ocean, zwiſchen 
Upr. Farnbämm), 1) Stadt in der 


Iéeland u. ten Shetlandinſeln, mit einem Ge⸗ 
fammifläbenraum ven 24 CM.; Küſten zer 
riiſen, mit tief ausgeſpülten Yuchten, Uier ſchroff, 
biöweiten 1000 Fuß ſenlrecht; im Innern gebirgig 
u. felfig, reich an remantiichen Narurichäubeiten, 
büftern Thälern, boben Wafferfällenzc.; Boden im 


‚ Algemeinen felfig, an einigen Stellen aber mit 
I) Torf im Weſt⸗Riding der engeuchen 





dicker Dammerde bebedt u. dert fruchtbar, Klima 


ı im Werbälmig zur nörblichen Lage mild (mittlere 


Sahrestemperatur + 7,5° R.), meil durch bie See⸗ 


Hands ipr. Farn Eiläuts), Gruppe | luft gemäßigt; Sommer kurz u. fübt (mittlere Some 


ein an ter nörd lichen Ttfiiite von Eng⸗ 


bereugh gegeniiber, gebören zur (Brafe : 


Jam; tie Einwobner treiben Fiſch⸗ u. 
age In : &arn, Fort u. Leuchuhurm. 
joe. w. Farnileiten. 
Ne iderelusa, Stanielaw, widerſetzte 
ar demiı:s 1567 anf ber Unitariſchen 
im dacn ter Anficht des Sacuvinus u. 
W ir Soncde zu Zerinne in Kleinpelen 
de farzeten zu vereinigen, allcın Die 
e bieten bei ter, ten Arianiemus jich 
Komıns, es iei in Chriſtus eine von Der 
zerihietene böbere Natur geweſen, u. 
im daher Die Ehre der Anberung, was 
wer iſ. Autnäus) ibm abſprachen. F. 
Eanted eine berübmt gewordene Kirche 
ke Anbänger vereinigten fi, als er 
er 1614 geiterben war, mit ten So⸗ 


e, Piarrdorf im mweimarifhen Amt u. 
&; Ectloß, mit alter Yaurentiustirche, 
Em. F. war fonft Herrſchaft, den 
von Kirchberg gehörig, u. hatte eigenes 
rum u. Kanzlei. 


.). 1) fe v. w. Leuchtiburm; taber ; 


er £rte, jo P. di Messina, Dieerenge 
5 Dieiten lang u. * bis 3 Meilen 
igt durch tie Scylla u. Charybdis; 
ıadten 2) Gap di F., der Norte 
iens, mit Leuchttburm; dabei liegt 
ori, mo ber befte ſiciliſche Rotbwein 
8) Hafenſtadt an der Mündung tes 


. Hauptort eined Bezirko in der per⸗ 
Algarbien: Biſchei, Kathedrale, 


veing i 
m Sabo de Stu. Maria), Ha 
rt, Fiſcherei, Santel mit Sütirüchten 


1; 9000 Em. ; 4) Ztatt am Rıo Jar⸗ 


at der Mündung in den Amazonen⸗ 
r brafilianifhen Provinz Para, Yau 


Ge u. Gacao u. Hantel damit; 3) ter ! 
en kommende große Quellſtrom des ! 


Binue, welcher etwa unter 5” nördl. 


RM. Yänge (von Ferro) einmünter u. ! 


R 16. Juni 1851 auf ter Keije nach 
tedt wurde. 


1) 5 I., erfler derieg von Spolcto, 
er fi. 553. 2) F. II., zweiter Sohn 
H von Spelete ſeit 701, ſ. ebd. 


u. von dieſer durch den Jarseſund ge⸗ 
Gw., treiben Aderbau, Viehzucht, 


mertemperatur + 12,5” R.), inter mild (der 
Schnee bleibt felten länger ald 5 Tage liegen); 
zuft febr feucht, bäufine Nebel, beitige Stürme; 
eine eigentbümliche Nrankbeitserfheinung iſt Die 
Kriim rein nicht Selten iödtliches Schnupfenfieber), 
außerdem dommt and Der Scharbock häufig vor; das 
PVtineralgeid) liejert Steinlohlen, Achat u. einige an⸗ 
dere Edelſieine, foſſiles Holz u. Tori; die Flora der F. 
weiſt 583 Species auf, Darunter 270 Phanerogamen; 
Gerſte, Kartoffeln u. Rüben; von Vieb iſt am mei⸗ 
ſten verbreitet Das Schaf (daber der Name 75 ' u. bus 
Pierd (raſch u. fiher) ; zahlreiche Seevögel (Miöven, 
Eidergänſe, weine Naben, wilde Enten u bergl.) m. 
viele Fiſche. Die Einwohner 1555: 865 Ser 
len) find kräftig u. ftart gebaut, arbeitjam u. aus» 
dauernd, offen u. ebrlich, uneigennügig u. gaſtfrei, 
nüchtern u. mäßig, Streitigleiten, Mord, Diebſtahl 
u. andere grobe Verbrechen ſind höchſit jelten, ebenſo 
herrſcht unter ihnen eine außerordentliche Sitten⸗ 
reinheit u. wahrhafte, innere Frömmigkeit; ihre 
Wohnungen find meiſt bölzerne Hütten mit Birken⸗ 
rinde bedeckt, dieſelben ſtehen entweder vereinzelt am 
Strande u. in den Thälern od. in Gruppen (bei. auf 
Stromöe); ihre Kleidung iſt einiach, die der Männer 
ein duntelfarkiges, wollenes Manms mit blanten 
Rnöpien, klaue ed. grüne Weite, furze Beintleider, 
Schuhe; die der Frauen ein geſtreifted, knappauliegen⸗ 
‚ bie an ten Dale gebendes Jäckchen mit engen 

rnıeln, weiter, faltenreicher Rod, auf ben Kopf ein 
feidenes Diügchen, bie Haare in langen Zöpfen über 
die Schultern hängend; eine Yieblingsbeichäftigung 
beider Geſchlechter iſt das Schachſpiel; Hauptnah⸗ 
rungsmittel find Schaffleiſch, Schafmilch, Vögel, 
Fiſche u. Gerſtengrütze, Brod iſt eine Seltenheit; 
ihre Sprache iſt germaniſch u. nähert ſich am 
meiſten tem Isländiſchen; Kirchen⸗, Schul⸗, 
Gerichts u. Schriftſprache iſt das Däniſche; Re⸗ 
ligion luideriſch (39 Kirchen mit 7 Kirchſpiels⸗ 
Reiſepredigern); der Unterricht iſt mangelhaft, 
meiſt Sache des Hausvaters am Feierabend; in 
Thorohavn (auf der Hauptinſel Stromöe) bes 
lebt eine Bell⸗Lancaſterſchule, worin auch Mäd⸗ 
chen im Singen u. Spinnen Unterricht erhalten; 
HDauptbefdhäftigung ift Bieh- (namentlich 
Schaf⸗) zudt, Sammeln ven Giterdunen, Vogel» 
u. Fijſchjang (Robben, Häringe, Stedfiiche), der 
Aderbau ift nicht von Bedeutung; Lie Induſniz 


| beſchränkt ſich auf Wollenmweberei u. Stricerei, 
wediſche Inſel in der Cſtjee, nördlich beſchäftigt beide Geſchlechter, tiert Strünzpfe 


| 
| 


(jährlich über 60,000 Paar), Nachtjacken (iährlich 
über 30,000 Std). Hand hube, Vützen, grobe 


Beune u. dergl. u. Eifbet einen nicht unbebeu- 
enden Sanbelsartifel; der Handel ifi Diono- 
sol der däniſchen Regierung: Ausfubrartifel 
3855 über 63,000 Rigstaler) find: geſalzenes 
jaffleiſch, Eiderdunen, grobe Wollmaaren, 
Wolle, Zalg, getrodnete Fiſche, Thran u. Wall- 
fiſchbarten; Ginfuhrartifel (1855 gegen 290,000 
Kigedaler), Getreide, Erbfen, Salz, Hanf, Cifen, 
Glas⸗ u. Eijenwaaren, Garn, Colonialartifel, 
Leinwand, Holz u. Holgwaaren. Die bebeu- 
tentften der Infeln find: Strom öe (die größte 
6,5 OM., 1700 Ew.], auf ihr der 2038 Fuß hohe 
erg Stalingefield u. Die Stadt Thorshavn, Haupt- 
ort der ganzen Gruppe); Ofterde (5,5 QM., 
1100 Ew., mit dem 2700 Fuß hohen Berg Stat- 
taretind u. dem Hafen Kongshaun), Syderde u. 
Baagde (jede ungefähr 2 OM.), Sandde ı. 
Bordöe (jete über 1 DOM.); pas Nähere über die- 
felben f. unt. deren eigenen Artikeln. Politiſche 
Sintbeilung in 6 Kreile: Stromde mit Nolfde; 
Norderde mit Bidde, Fuglöe, Spinde, Borbde, Ki- 
ndeu.Kalide:; Ofterde; Vaagöe; Sandde; Syberde; 
an der Spitze der Verwaltung fleht ein Amt- 
mann (zugleich Commandant) u. ein Landvogt (zu- 
gleich Polizeimeifter), beide in Thorehaun,; Mün⸗ 
zen, Made u. Gewichte die däniſchen, mit eini- 
gen geringen Abweichungen wie auf Island (f. d.). 
— Die F. wurden zur Seit des normwegifchen Kö⸗ 
nig® Harald Haarfager entbedt; ber erfte Normann, 
der ſich dort niederließ, hieß Srimr Kamban; 1000 
n. Chr. wurde das Chriſtenthum hier eingeführt, 
n. bie 5. erhielten einen Biſchof, der in Stromde 
zefidirte. Seit Ehriftian III. welcher bie Heforma- 
tion einführte, ift ſtatt des Biſchofe ein Bropft ba- 
ſelbſt. Im Übrigen theilten die F. das Schidfal Nor⸗ 
wegens u. Dänemarks. Dal. Debes, Natürliche 
iſtorie der F., beutich von Mengel, Kopenh. 1757; 
orm. Torfäus, Comment. hist. de rebus ge- 
stis Faereyensium. ebd. 1695, däniſch von Thor- 
Renfon, ebd. 1770; Faereyinga Saga (isländiſch, 
— u. däniſch), herausgeg. von K. Chr. Rafn, 
. 1832. 


Sarondöle (ſpr. Karongbobl”), fehneller, füd- 
franzöſiſcher Nationaltanz in $ Zact, die Tänzer 
fafien einer das Echnupftud bes andern, machen 
ef eine große Ronde u. durchziehen dann, bie 


Muft an der Spige, in Echlangenform bie Stra⸗ 


fen der Siadichen n. Dörfer u. tanzen allerhand 
Touren, wer ber %. begegnet, ſchließt fich an; bei. 
bei Taufen, Hochzeiten u. Volksſeſten üblich. 
Faront⸗Head, Tap der norbmeftlien Küfte 
son Schottland in der Grafſchaft Sutherland, öſt⸗ 
Kb an dem Vieerarm Kyle of Durneß. 
Farouche (fr., ſpr. Faruſch), 1) ſcheu, ſchüch⸗ 
tern, 2) bee; 3) zornig. 
Faroupilhas , in Brafilien unter dem Kaifer- 
ar republikaniſche Partei. 
rquhar (ipr. Farkörr), George, geb. 1678 zu 
Londonterry in Irland, ſtudirte in Dubli”, wurde 
Schauſpieier, trat ſpäter in engliiche Rriegetienfte u. 
1707; ex ſchr. Die Yuftfpiele: l.ove anı! u bottle; 
he constant lovera; Sir Hurry Willair u, 


a. m., Works, Lond. 1772, 2 Bde, beutich in | 


Auswahl von S. Frankenberg, in der Bibliothek 
liſcher Luſtjpieldichter, Lpz. 1839, 2 Bohn. 
tenbarinfeln, Gruppe von Eilanden u. Fefe 
fenriffen im Korallennieer nortöflich ven Neu⸗ 
Raflaup: fic find unter einander Bı.’ch Rırfe ver⸗ 


Barondole bis Farrenfrantwurzeisl : 


' bunden, mit Gebüfch bebedt u. fiegen une 
; 39° fübl. Breite u. 168” öftf. von 


Kerro. 

Farquhars Bed, Fele mit natürlicher 1 
bei Eromarty (f. d. 2). 

Part (v. bebr.), Stier; bei. Opferflier. 

Farr, 1) Bucht an der Norbküfte der ſchot 
Grafſchaft Sutherland, worin der Rarer weil 
2) Marktflecen unweit öftlih Davon; 2100 € 

Farragindos (v. lat.), aus verfchiedenen & 
zufammengefett. 

trab, Provinz, fo v. w. Furrah. 
arrant, geb. im Anfange bes 16. A 

fl. 1585 als Hoforganift in Winfor, er iſt eim 
Begrünter der englifhen Kirchenmuſiken. 
fi durch reine Harmonie u. ernften Styl im] 
Kompofitionen au®. | 

Farrar (pr. Färrer), John, geb. 1779 M 
eolm, ftudirte in Cambridge, wurde 1805 
ber Griechiſchen Sprache am Harvarb-Eolieg 
1807 Proſeſſor; unternabm eine Reform ig 
phufitalifchen u. mathematiſchen Lehrfache, fegiel 
feine Stelle nieder u. ft. 1853 in Eambrigf: 
fhr.: First principles of the different‘ 
integral calvulus, Bofton 1836; Elemesll 
algebra (nah dem Franzöfifchen von 
Bofton 1818, 2 Bde., u. 3., u. überſetzie Fl 
mathematifche u. phyfikaliſche Werte ausbeih 
zöftichen von Legendre, Biot u. Bezou. 

Farren (Filices), 3. Orbn. ber 3. M fx 
pflanzen) Rehnd., 11. Klaſſe bei Endiicher, Lie 
fräuter. 


—— „Dorf, fo v. w. Burgferrenie 


* 









baum, it Cynthea arbores. 
arrenkraͤuter (Filices). bei Endlicher, 7.1 
tes Pflanzenreichs: blärterige Laubpflanzen, 
Ihuppigem Rhizom (Wurzelftod) bervortewil 
beim Aufleimen meift ſpiralig aufgereideiti 
Stamme find Gefäße; Sporangien ** 


unten, od. am Rande — Gebilde 


an die Adern bejeftigt, oft in Häufchen (Sori 
jammengeftellt u. mit einer Hülle (Indusrum 
fleidet, die fpäter aufipringt Grüne Pfla 
zumeilen von bebeutenter Größe u. dann gen 


lich mit ne? fih erhebendem em 


feimen mit einer 
erinnernden Ausbreitun: 
Klaffe wird in folgende & 


attartigen, an bie 
(Proembryo). 
amilien getheilt: 1 


| podiacese, Hymenophylleae, Gleichenis: 


Schizaeaceae, Osmundaceae. Marattincı 
Ophioglosseae, an welde ſich dann na 
ja (keiden foffilen F. anreiben. Die $. | 
ſchattige feuchte Orte u. find in Waldungen, 


| fie dort das junge Holz erfiiden u. ſchwer a 


rotten find, fchärlich; eingeäfchert geben bie ım 
reichhaltig Kali; mehrere dienen al® Arznein 
bei. gegen Würmer, die Wurzelfiöcde u. 9 
von manden Arten werden gegeilen, zumal t 
Süpdfee, 3. B. das Narre ber Reufeelänter, 
der Chathea medullaris in Nenfeeland, wir‘ 
eröftete Marl gegeffen, das einen Mebrigen, ı 
— * gummireichen Saft enthält. In 
lichen Gegenden bienen einige Arten ale Biehl 
Farrenfrautwnrzelöl (O1. radieis 1 
maris), das fette DI der Wurzeln von Aspii 
iılix mas, aus benen es burch en ot 
wiher gewonnen wird; es if Fidflüffig, d 
braungsünlich, von ſcharfem Geſchmad u. widerl 
Geruch u, wird gegen ben Bandwurm gebram 


Barres bie Pafan 


artifieden, fe v. w. 


Korres. 


m Gonzalo O’%., geb. 1753 auf ber : 


bei der Expedition nach Oran, focht 


123 


| (karıınter Aars· Vodaulu, 10,000 Männer), Juden. 


Srbraltar w. wurde 1780 beauftragt, 


len Frankreiche zu bereifen u. in 
en Friedrich II. eingeführte Krıegs- 
em. Bei fener Rüdiehr nad Epa- 
Director der Kriegeſchule von Port 
‚ twar 1793 in die von Colomera 
Urmee u. 1795 in kie Armee von 
16 Generalquartiermeifter ein; er 
Juſpectenr der Infanterie u. 1808 
atinand ale Generaloberfi, Director 
ı 9. Kriegsminifter angejtellt u. bei 
utlungen mit Frankreich vermentet. 
zur Regierung gelangte, trat er in 
ku warte desbalb fpäter von Ferdi⸗ 
einer Zisel u. Güter berautt, fo daß er 
reich Rieben mußte. 
Nen. Sxatt in der engliihen Grafichaft 
samen ter Great⸗Weſierneiſenbahn 
Irrehi, Rarte Schmeinezucht, Handel mit 
Mei, Exed nu. Geireide; 2500 Ew. 
mn. Sie tes Grampiangebirges in 
Grefbett Perib, 2382 Aus hoch. 
wlan (Besäep), Inſein zur Gruppe lilea 
ine Krdipele gebörig. 
Berkkez, d. i. Land der Perfer), größte 
man (Berfien), 5951 OM.; grenzt 
bie drerinz Iral⸗Adſchemi, im O. an 
16.2.8. an den Berfiichen Meerbuſen, 
hofkan; an den Küften arößtenıheile 
er zugãnglich; zum Theil Hochebene 
ya; Gebirge: Zweige ber Tauriſchen 
egrot ( Baltyariſches Gebirg), Darma⸗ 
e Epiten: Derat, Rahmet, Darab⸗ 
Sur, viele mit Schnee betedt, mehrere 
j⸗Allah⸗Efber nah Isfaban, u. a.); 
a (Sindau 10 OM.; Köſchkjerd, 10 
5hren, Deſchrun, 7 M. lang, 5 breit: 
w,3M.iang, } breit, ſchön u. frucht⸗ 
ster 4 Baratiefe tee C:rienis, u. a.); 
ne Klüffe (Abibunſcher, Anfhuren, 
u. a., 3u ungemein vielen Kanälen 
Muß Kır(miRabarım), einige Seen 
ne Abflug, im Sommer aus rod⸗ 
irũcllaſſend, mit Zufluß bes Xen. 
ren, Derjadſche, 12 Menen laug; 
lima an der Küfte beiß u. ungeiund, 
beimgefucdht, der Durch jeinen feinen 
dich ven Augen ſchädlich iſt; auf der 
äßigt u. gelund, das Thermometer 
ter 0’ R.; Echnee, Regen u. Xbau 
mer beiterer Simmel; ſchwere Ge: 
dbeben kommen vor ; durch künſiliche 
ehr fruchtbar, bei. Rein, Dicbn 
mmmelle, Datteln, Obſt, Wein aus: 


men (bef. Refen:, Indigo, Afa jötida, 


rauch, Tabal, Safran, Eiſen, Blei. 


Biebzucht (Rindeich, Schaie, Pferde, 
Khfang (Auſtern, Korallen, Perlen), 


antei mir Getreide, Färbekräutern, 


enwaſſer, ſeidnen u. baumwellnen 


dſtoffen u. a. m. Naturerzeug⸗ 
pen, Jerboas, Löwen, Tiger, Sväanen, 
iſchrecen, Bergbalſam, Wagnejia x. 
bner, 1,700,000, fine Tidedite, 
sigriedenen ), Turtmanen 


Banjarıen, Parſen. Die Regierung bat einen 
Beglerbeg aus keniglichem Geblüte Cingetbeilt 
in bie Hochebene (Serdfir) u. das Küſtenland (Kar⸗ 
mafır ct. Deſchtiſtau), ob. auch in 6 Diſtriete. 
Daupıfnadı: Schiras. 

Farſan, Inſel im Rotben Meere, an ter Weſt⸗ 
küſte Des Jemetgebietes Abu Ariſch (Arabien), 12 
DOM.; Berlenfiiherei, Schildkrötenfang. 

arſaug, armeniiche Meile, 25 auf 1 Grab. 

ärſel, Gewicht, jo v. w. Farcell. 

rſetia (F. Turr. ), Pflanzengattung aus der 

amilie ver Cruciferae-Alysnineae, benannt nadp 
tem venetianiihen Botaniker Phbilipp Narfett, 
15. &l. 1. Ordn. /..; Arten: ausläntiiche Sträucher, 
jelten Kräuter: F. segsptiacn, aus Werbairifa, 
F. clypeata, in Eütitalten, Griechenland, Klein⸗ 
afien, F. eriocarpa, in Cypern, F. lunnrioides, 
in Griechenland, F. suflrutivosa, in Perfien. 

Farflout (Aarfbiout), Stadt in der oberägypti- 
ſchen Provinz Dihirtiheb, am Nil, Moſchee, 
Krancislanerbeipi;, Koptiſche Kirche; Zuckerſiede⸗ 
reien, Baumwollenwaaren; 6000 Ew. 

rfſiſtan, |. Fars. 
arſund, Staperplatz der Vogtei viſter im Amte 
Liſter des norwegiſchen Stiftes Chriſtiansſand, an 
einem Sunde; eiwa 1900 Ew., Haſen, Tabals⸗ 
fabrifen, Echiiffabrt u. Fiſchiang. 

Fartaſch, Bergebirg mit gleichnamiger Stadt 
an ter Eirlüfle (Arabiiches Beer) Der arabıichen 
Yandichalt Satramant; Daten, Eummibau. 

Farthing (ipr. Farebingh, englische Kupfer» 
ınfinze, ! Penny, mit ter Yrıtaunia, Pie irländiſche 
mit ter Darfe, eiwa 2° preuß. Fremtin. 

Farukhabad (kerelb-Nbar, Kurrude 
Abapı, Eratt am Ranges in ter Previnz Ayra 
der inbobritifgen Präſit entichait Bengalen, Sei⸗ 
den⸗ u. Banmwollenweberei, lebhafter Kandel, 
56,000 Ew. Bier 1505 Sieg Lerd Lrale'o über Ten 
Mahratteniürſt Hoitar. 

Farukhſbir, Eroßmogul 1712— 1718, | Oroß- 
moquliiches Reich. 

Ferukzad, Sohn Mafints, Sultan von Ohasna 
1053— 1059, f. Obaenapiten. 

Farulla, Iniet, jo v. w. Sherbw. 

Farvardiand per. Nel.), tie letzte Hälfte der 
Gatabe, d. b. Per letzien 10 Tage bes Jahres, an 
welchen die Tobteniete (Gatabe), begangen mer» 
den nach tem Glauben, daß an bieten Tagen tie 
Seelen der Werfiorbenen aus der Erde empor 
fteigen u ihre Augebörigen beſuchen; deohalb wer⸗ 
den tie Hänſer feſtlich gefhmädt, nm tie Seelen 
würdig zu empfangen. Die %. werden ausſchließlich 
u Freuden⸗ (Daruns-) feften verwendet. Die Ce⸗ 
remonien, Lie zumeifi in Recitirungen befteyen, 
verridien in ber Regel zwei Prieſter, Der zweile 
ale Gehülfe or. Naspi. 

Farvardin (peri. Myth.), Ized des 19. Tages 
in jedem Menat u. des I. der 3 Frühlingenienate; 
er gitt Kraft u. Licht, für jenen Zag ift cin eignes 
Gebet: Jeſcht⸗F., vorgeichrieben. 

Fas (lat.), 1) göıtliches Recht, fo v. m. Themis; 
2) das Rechte, Kılaubte im Gegeuſatz zu dem, 
mas pofitio Nechtens if. Per fus et nefas, 
Tu: & allerlei Mit el, eriuubte u. unerlaubte. 

Fıanın (Phasisnus L.), Gattung be bilh⸗ 
neraztigeu Bögel, vera Baden nadı m. mil 


124 
rother Haut, mit dachförmig geftellten Schwanz⸗ 


febern u. Sporen an den Füßen, zerfällt in bie ; 
| fängt, wozu man Schlingen u. Heinere Net 


Untergattungen: a) Huhn (f. d.); b) eigent- 
liczerg, ſ. unten 2); »Argusfaſan (Argus), 
$.d.; dd Federbufhträger (Spicifer), wie 
ein Hahn, aber auf dem Kopfe ein Federbuſch, 
wie beim Pfau, Eporen ftarl; Art: Sp. ıgnitus ». 
Gallus Macartneyi, ſchwarz, Bürzel rotbgolbig, 
Seiten weiß u. gelb gefledt; auf Injeln Süpafiene ; 
e) Bfauenfafan (Lophophorus), |. d.; N 
Satyr (Iragopan), |. d.; 8 Berlhuhn (Nu- 
mida), |. d&.; b) Rural (Cryptonyx Temm., 
Liponix Vieill. “, nur bie Augenkreiſe nadt, 
der Schreaug miittellang u. eben, keine Sporen, 
Danmen ohne Nagel; rt: Cr. coronatus s. Co- 
lumba cristata . et Lath., Phasianus cri- 
status Sparrm., Männden mit langenı rothem 
Buſche zerſchlitzter Federn u. langen Bartborften au 
den Wugenlidern, übrigens grün, mit braunen 

lügeln, von ter Größe ber Wachteln; lebt auf 

tale" 2) Gigenttider Bo Gattung ber 
Faſane; Schuabel did, an ber rzel nadt, oben 
gemölbt, etwas gebogen, Füße vierzehig, mit Spo- 
ren, Flügel kurz, Schwanz lang, zufanımengebrüdt, 
teilförmig; Arten: a) Gemeiner F. Kolchiſcher 

., Ph. colchicus), das Mänuden (Bafanbabn) 
mit Schwanz 3 Fuß lang, 21—3 Pfund ſchwer, 
Kopf u. Hals grün, violett fchillernd, Bruft u. 
Rüden glänzend braunrotb, mit ſchwarzen glänzen- 
den perglörmigen Sleden, Flügel dunkelbraun, gelbe 
lich weiß gefledt, am Hinterlopfe 2 Erhöhungen, 
bei der Paarungszeit entipringt hinter jevem Auge 
ein Federbüſchel, ſchwarz, grüugläuzend, wie ein 
Horn, vergeht in der Maufer; Weibchen (Bafan- 
denne), Feiner, braunmeiß u. rothgrau melirt. 
Barietäten: Weißer F., Bunter F., weiße 
gefect, Blaffer %., alle Karben bläller, Hals- 

andfafan, Baftard mit dem Haushuhn, Gold- 
u. Silberfafan ꝛc. Der Schwunz heißt Spal, 
die Flügel Schilder, auch [hildern die jungen 
F., die ſich maufern; er ift von den Kaulajuslän- 
dern (ogl. Phafis, woher auch ber Name kommt) 
nah Europa gebradht worden. Wild findet man 
ihn jet noch um das Kafpifche Meer, an ben 

füffen Kuma, Terel u. Kuban u. am ganzen 

aufafus. Nahrung: Sämereien, Getreibe, Eicheln, 
Kohl, Obſt, Möhren, Infecten, Würmer, Schneden, 
Heine Froͤſche. Sie baden ſich gern im Staub u. 
verlangen reines Wafler zum Trunk. Balzzeit: 
Ende März, junger Hähne im Juni, jeber Hahn 
bat 2—3 Hennen, kann aber gefangen 6 bebeden. 
Die Henne legt nah 3—4 Wochen in ein geſcharr⸗ 
tes, mit Genift gefüttertee Neft, nach u. nad 18 
bis 20, junge uur 6—8 Eier, u. brütet fie in 
24 Tagen aus; bie Jungen Jaufen gleich mit Der 
Mutter davon u. bleiben bis im Herbſt bei ber 
Alten. Der %. ruft bei. im Wuffliegen Kod Kod, 
das Weibchen Gock Gödern; er ift ein dummer Bogel 
a. unterliegt baber Raubthieren leicht. Dabei tft 
- er zärtlich u. wird in Norddeutſchland in Faſane⸗ 

rien (f. d.) gezogen. Dennoch ift er Jagdvogel, ba 
mehrere Gafnnerien milbe find, u. er auch oft aus 
ahmen Bafanerien ſich verfliegt u. fi in Hölzer 

zipflanzt. Man fchießt bie —* indem man ſie 
bei Tage mit dem daſanbunde (einem Keinen Hunde, 
welcher abgerichtet ift, ten auf einem Baume 
nr 5. durch Bellen anzuzeigen u. um beit» 
eben kerumzulaufen, bamit ber herzulom⸗ 


Faſan bis Faſanenbaſtarde 


men u. ſchießen kann) aufſucht ob. ſich bes 
an.ben F. beranihleicht; ferner indem ı 


Safanfiedge:ne u. Saſantreibzeuge, von b 
ſchaffenheit wie das Hühnerzeug, Loch größer, 
u. mit größern Maſchen, gebraucht. Bein 3 
varf man das Geräufch nicht zu groß ı 
damit die F. nicht auffliegen; mau Fell 
Garne quer durch das Holz od. durch 
ſtehende Getreideſtücle. Seltner werben 
mit Falken gejagt (Saſanbeitze). Nah den! 
Jagdgeſetzen gehören die F-⸗e zur hoben be 
es iſt meift nachgegeben, daß ein Jagdbe 
der jelbft Fe hält, auch auf feinem Resä 
ihießen darf. In frühern Zeiten wurben 
jehr wert) gehalten u. bie einem Kalaneuftag 
aud nur einem F. zugefügte Beichädigung 
Beleidiger durd Das Abhauen ber —* 
geahndet. An den Ecken einer Faſanerie 

oft eine aufgerichtere Tafel, mit dem VBilbe: 
abgehaunen rechten Hand u. ber Unterſchriſte 
der ſtört den Faſanenſtand, wird 
rechte Hand. Der F. wird wegen 
Fleiſches, das gut geſpickt, gebraten, 
dämpft od. in Ragouts u. Fricaſſeen 
ſehr geſchätzt. Man reinigt ihn von 
weiden u. läßt ihn 6—5 Tage bäug ’ 
zu zähe. Die beften beutichen %. find B 
b) Boldfafan (Ph. pictus Z.), Miuuiei 
langem, nach hinten Derabhäugenbem gg 
Tederbufche, orangegelben Federkragen mi 
balfe, mit feinen Duntelblauen Binben, beril 
Oberleib ift glänzend goldgelb; bie wen 
Schmwungfedern ſchwarz, gelbbrauu se 
mittleren dunkelroth, ſchwarz gefledt m. 
teren, wie die Schulterjebern blau, ber lm 
feuerroth u. der Schwanz lang, keilförmig, 
u. braun gefledt u. geftreift; Weibchen 
ſchwarz gewellt, heller um Baude; ce) Gil 
fajfan (Phas. nycthemerus ZL.), Mänude 
mit ſchwarzen, feinen Linien geftrichelt, Febde 
Gurgel, Bruft u. Bauch ſchwarzviolett, Se 
lang; Henne bräunlich, bunfel gewellt, beide 
aus China, werten ın Europa häufig zur 
auf Hühnerhöfen gehalten, find empfi 
Kälte, u. bei. erfter jehr zärtlid; d) Ph. vi 
color s. Diardi, tofergrülu,, au ber 
Blau, Flügel u. Schwanz braun mit bunkelu 
den, aus Java; e) Ph. veneratus, mi 
grünem, 44 Fuß langem Schwanz, auf bem 1 
goldgefhuppt, in China, fehr felten; f) PA 
perbus, bem Argusfajan ähnlich, mit 
längerm, weißem, ſchwarz u. braun sch 
Schwanz, nur aus dinefiichen Tapeten 
8) Ph. Sömmeringii, in Iapau; I) 
Amherstiae, ſchön, mit rothem eberbı 
opalweißem Hal6fragen, mit grünem u. b 
Halbmond, aus Ava von der Lady Anıberf 
Europa gebradt. 8) Deutſcher F., fo 


Birkhuhn. 

Faſäna, Marlktflecken am Woriatifchen | 
im Bezirk Dignano des äfterreichiichen J 
Ditterburg (Küftenland), mit Hafen, Mhebe 
fen Steinbrüchen; 400 Em. 

Safanenbaftarde, Ablömmlinge von Be 
u. Haushühnern; man nimmt dazu 1 Faſaue 
1 6—7 Hauspühner, am liebften kurzbeinig 
geihwängte,. ob. umgelebrt 1 1. 













Bafaneninfel bis Faſch 


125 


‚u. tbut fie in einen Zwinger: bob | bäufern ob. Brutkammern. Kriechen bie Jun⸗ 


ten ſich nech nicht mit ibres Gleichen 
Die Eier läßt man ven Trutbüb- 





. Mar hat auch Baſtarde mit Gold⸗ 


ten, cd. mit dem Birkbabnue. Die 
em nicht zur Forteflanzung; doch 
Faſane u. Hausbabn fruchtbar let. 
fel, 19) (Xonferenzinfels, Inſel 
ng bes ſpaniich⸗ Franzöfiichen Grenz⸗ 
a in ten Biscaviichen Meerbuſen; 
9 Der Porenätiche Friebe geſchloſſen; 
le neutrales Gebiet; 2) Iniel, f. u. 


taut Frũhlingswalderbſe), iſt Oro- 


trauch, iſt Colutra arborescens. 
e, ie v. w. Zpienente, ſ. u. Ente. 
e cacanengebegey, Anſtalt zur Er- 
Faſanen, um ſie zu jagen. Zu einer 
derea: ebene cd. nach Zuden gelegene, 
ue cag:, arẽßere u. kleinere ieucdte bis 
@, Bricdeelz mit Beeremeuche, Wieien, 
de, ser gegen dalte Winde: Umge⸗ 
dehrerter. Diauer, Fallen für Raub⸗ 
ader ilden F. find ſich Die Faſane, im 
drütm, feieft überlajien u. bleiben 
£ inter im Freien, man ſorqt nur für 
2 des Raubzugo, macht bef. im ine 
Be, nãgt Scrge, daß tie Neſier beim 
Sieien u. Felder nicht aeftört werden, 
er tieielben zurer mit Schnuren unge 
das Serreite ch. (Kras um das Net 
BaB:, u. ſchießt jo ıcenig ale möglich 
en Bezirk. Halbwilde %-u mer» 
xdandelt, nur läßt man zum größten 
ier ber Faſane durch Rinder, bie 
sch die Reintien geben u. Die Neſier 
inebmen u. durch Irurbübner aut» 
jungen Faianen beichneibet mar die 
se. fe erh ſpäter auslaufen, fängt Die 
Jeginn bes Winters ein a amterbält 
ringern. Die Faſane aus einer wil⸗ 
ilden F. verfliegen fich leicht, auch er» 
be im Winter, cd. geben aus Waſſer⸗ 
Inzabmen gen benugenan 3--5UU 
e unifriebinte Zafanengarten, in denen 
um ven s— U Morgen zur Fütterung 
eilt in. Yage u. Boden wie oben au⸗ 
reiten Raſenalleen, Sautvligen, Ge⸗ 
In ten galanengarten baut ınan ein 
m welchem fi die Wohnung für den 
menwärter, Aafanenjäger) befindet, zu⸗ 
immer für ten Vefiger ter F Bor 
aus Erfinder ſich Der Jaſanenzwinger, 
nit Sand keſtreuter, dünn mit Maus 
eingezãunter u. mit einem Netz über» 
‚da nöchig mit einem Wächterhäus⸗ 
litte: in der Umzäunung befinden fich 
ızum Ein- u. Audtreiben Der Faſane. 
serien nun durch Truthühner aus keit, 
n F. gerennenen cd. für dieſelbe ge» 
ı gezogen. Jede Trutbeune ſibt für 


eigenen bedeckten Kaſten, deren meh- 


r Keibe ſteben, Huber» Amizugse) 
üden eine Remiſe. Dieſe Käſien tens 
Dun gegen Raubthiere, durch den Auf⸗ 


3, cm Morgen geöffnet werten. In 


geſchieht das Brüten in eigenen Brut⸗ 


| 


gen aue, fo blendet man bie briltente Truthenne 
die erftien Moden lang, damit fie nicht, wenn fie 
mwabrnimmt, daß e@ nicht ihre Jungen find, dieſel 
ben verläßt. Den Jungen verfchneiter man aber 
tie Flügel, damit fie nicht zu Bald wegrliegen kön⸗ 
nen Sur Kütterung (Kirrung befommen bie 
jungen jsafane Die erfien 2 Zaae Ameiiencier, Bann 
das Weiße von gefottenen harten Eiern, in feine 
Stücken gebadt, dann den 6. Tag Mar gebadte 
Scharfgarbe, Neffeln u. etwas Schnittlauch, wor⸗ 
unter ſpäter Quark gemengt wird. Am 10. Tage 
erbalten fie feinen aufgequellten Gerſiengried mit 
etwas Salat u. Schnittkebl unter Pas vorige 
Futter. Erſt nah 8 bis 10 Wechen erbalten fie 
rebe Gerſte, mitten unter allem Futter zwei Mal 
wöchentlich etwas Ameiſeneier, auf das fie jedech 
nicht feqleich ſaufen dürfen. Anfangs füttert man 
alle 2 Stunden, ſpäter wenn man fie auf die Weide 
treibt, Des Tage 4, ſpäter 2 Dial, ſiets muß Bas 
Futter friſch angemacht fein. Sind bie jungen Fa— 
ſane balb ausgemauſert, fo bricht man ibrem Futter 
nad u. nach ab, bis ſie endlich ſjelbſt die gewöbnliche 
Nabrung juchen. In der 3. Woche treibt man die 
Faſane in Schatten, fie lernen ten Pfiff des Dır- 
tenjungen bald kennen. 6 Wochen werten fie in die 
Brutkäften, in falten Tagen auch in geheizte Stu⸗ 
ben getrieben. Bie Mitte October berürien fie 
ter Zruthenne ſteis ale Führer, welche Lie verlo> 
renen bald wieder berbeilodt. 


Wafanfalle, Falle, um Faſane einzufangen, be- 
ftebt aus einem großen faftenäbnlichen Gebäue, vor 
teilen einer cd. vor mebreren Seiten Garn⸗ od. 
Leinwandwände anfallen, wenn die Stellzunge durch 
angenonmmene Kirrung abgezogen wird. Äbnlich 
jind Fie Goldammerfallen, zum Fangen Der ſcheuen 
Geldammern, Lie nur febr hungrig auf einen 
Herd cd. in einen Bömſch geben. 


Sajäno, Marktfleden in ter neapolitaniſchen 
Provinz Terra Bi Bari; 7700 Ew., u. fonft Johan⸗ 
nitercammende. 

Faſanſchweif, f. u. Englifiren. 

Fasces (rim. Ant), Aüntel von Staͤben aus 
Ulmen- ct. Birlkenbolz, aus teren Mitte cin Beil 
(Seeuris) hervorragte, ala Zeichen Der Herricher⸗ 
gewalt, inebefontere des Narbes über Yeibes- u. 
vebenaftrafe. Die F. kamen in ber ätteften Zeit aus 
Etrurien nah Rem u. wurden von ten Yictoren 
den xenigen, in ter Republik ten Conſulen (f. d.) 
12, dem Dictater (ſ. d.) 24, ten Präteren u. Pros 
prätoren, außerhalb Der Stadt, nur 6 vergetragen. 
Nach Der Verordnung Bes Valerine Pebliccla wire 
den nachmals die F. in Rem nur ohne Heile getragen 
n. ver ten Volkeverſammlungen gelenkt, ebenſe wure 
den tie 75. einer niederen Magiſtratsperien ver 
einer böberen geleutt. Nach einem Ziege wurden 
fie mit Lerbeer befrängt; bei der Beſtattung ecines 
boben Ptagiſtrats cd. Kaiſers unigelebrt getragen. 

Faſch (Beti:, bejeſtigte Hafen u. Handelsſiadt 
in ter ruiſiſchen Kaukaſudprovinz Ming elien, am 
Auefluß des Rioni ins Schwarze Meer; fam 1829 
nebſt Auapa u. anderen Küſtenſiädten in ruſſiſche 
Gewalt. Dabei die Aafaneninfel. 

Faſch, 1) Joh. Friedr., geb. in Buttelſiädt 
bei Weimar 16885, war Kapeulnabe in Weißeufels, 
bejuchee danu Die Tromas'chule in veipzig, um ſich 
jür tie Veuſit gu bilden, giug 1707 zum Studiam 


ber Zkeologie über, mas er aber verließ, um 1710 
nach Naumburg zu geben, wo er durch feine Com⸗ 
pofitionen Glück machte. Dann begab er fd) nad) 
Italien zu feiner weiteren mufitalifchen Auskildung, 

ubirte in Darmftabt unter Graupner Compo⸗ 
itionslehre, wurde 1715 Eecretär u. Kammer- 
hreiber in Gera, 1720 Organift in Zeit u. 1722 
Capellmeiſter in An wo er 1759 ſtarb. Er com⸗ 
ponirte viele Meilen, Paffionen, Motetten, Eon« 
certe für nuehrere Inftrumente, 42 Onverturen u. 
1 Drcatorium. 2) Karl Friedr. Chriftian, 
Sohn bes Borigen, geb. 1736 in Zerbft, that fich 
noch jung als Componiſt hervor, fam 1756 nad 
Berlin, wurde dort Kamnmermufilus u. 1776 
Sapellmeifter an ber Oper, legte dies Amt jeboch 
ſchon 1778 nieber. Aus einem 1789 unter feiner 
Leitung entftandenen mufilalifhen Berein ent« 
widelte fich die Berliner Singalabemie (1792 er- 
öffnet). Er ftarb 1800. Bei. geſchätzt ift fein acht- 
ftinnmiges Miſerere u. fein 16ſtimmiges Kyrie u. 
Gloria. Die meiften jener Compofitionen Yon er 
jelbft vernichtet haben. 

Fäſch, Sebaftian, Numismatifer, geb. 1647 in 
Bajel, ftubirte daſelbſt u. in Grenoble die Rechte, 
wurte 1681 Profeflor der Rechte an ber Uuiver- 
fität feiner Vaterſtadt u. 1707 Stabtfchreiber da⸗ 
jelbft u. fl. 1712; er far. u.a.: De nummo Py- 
laemenis Evergetae, Baf. 1680. Seine gelehre 
sen Sammlungen vermadte er ber Stadt Balel, 
wo ſie einen Theil des ftäbtifchen Muſeums bilten. 

Bafde, bie an Façaden im Abput gefertigte 
Einfaſſung eines Fenftere ob. einer Thür; wird 
am beiten von Cement gemacht. 

Faſchenſtahl, Stahl, welder, in kurze Stan- 
gen geihmiebet u. in Bunde gebunden, zum Han⸗ 
del gebracht wird. 

ge ef, Marttfleden, fo v. w. Facſet. 

Faſchinen, 3—18 Fuß lange u. 6—12 Zoll im 
Durchmeſſer ftarfe Bunte aus Strauchwert, welche 
durch, in gewiſſen Abftändenvon einander umgelegte 
Bänder aus Draht od. Weiden (Wieten) zuſam⸗ 
mengehalten u. beim Waflerbau, beim Bau von 
Felbieyanzen u. beim Batteriebau angewendet wer- 
den, um lodere Erbe ter Buhnen, Mälle ıı. Bruft- 
wehren feft zu halten. Je nach dem Zwecke, zu wel⸗ 
chein fie dienen jollen, erhalten fie werfchiedene Ab⸗ 
meflungen, Einrichtungen u. Nanıen. a) Waffer- 
F., zum Gebrauch bei Wafjerbauten beftunmt, 
find entweder: aa) Stein-%., 10—12 Fuß lang, 
1 Fuß ſtark u. 5—6 gebunden , innen mit Steinen 
beihwert, bamit fie ins Waſſer binabfinten; fie 
werden bei Dammbauten verwendet; bb) Baur 
ſchen, benukt zur Belleidung von Bölchungen, 
welche das Waffer beipült ihre Yange richtet fich daher 
nach der Tänge ber zu belleibenden Böfchung , ge- 
wöhnlid) betragt fie S—10 Fuß, bie Stärte 1 Fuß; 
gebunden werden fie meift zweimal u. zwar jo, Daß 
alle ftarlen Ruthenenden auf der einen Seite liegen. 
by Würfe, 6—8 Zoll ftark, von Fuß zu Fuß ge- 
bunden u. je nach dem Zwedce tes Gebrauchs ver- 
ſchieden lang, oft 16—20 Fuß, zumeift beim Baue 
er Belagerungsbatterien angewendet. c) Batte- 
rie> cd. Belleidungs-%., meift 12 Fuß lang, 
1 Buß did, von Fuß zu Fuß gebunden, werten 
zum Belleiden der inneren Brufimehrböjchungen, 
Erbprofile ac. gebraucht. 4) Kopf⸗F. find Batte⸗ 
rie⸗F., un teren Ende das Strauchwerk nicht abge⸗ 
fäat. fonbern umgebogen u. mit eingebunden wirb. 


gaſch Sie Faſchinen 


e) Krönungs⸗F., 6 Fuß lang, 8. 
dreimal gebunden, dienen zum Kri 
grabenbruſtwehren. ſ) Tracir⸗8 
lang, 6 Zoll ſtark u. zwei⸗ bis drei 
werden zur Bezeichnung der in ge 
auszujührenden Laufgräben verwen 
F., vom ftärkften Strauchwerl I Fr 
ten, um ſie bei Blochhäuſern zur Ei 
Wurfgefchofie zu verwenden; ihre Lä 
ben, Doch nicht Über 12 Fuß. b) £ 
det, 25 —3 Fuß lung, 6—9 Zolltid, 
mal sebunden, werben bauptjächlich b 
arbeit u. zum Ausfiillen von Schanzkö 
Zum Anfertigen der %. werben 
von je 3 Mann verwendet, von d 
das Strauchwerk auf die Faſchin 
mit der Würge zujammenprüde 
Salhineniehre unterjuchen, ter 3. 9 
änder zubereitet u. umlegt. Die 
beflehbt aus einer Neibe von 8 
Kreuze ſtehen 2—21 Fuß von einan 
werden jedes durch 2 Pfähle gebildeı 
bie Erbe geichlagen find, daß fie 2 
Boden einen rechten Winkel bilden; 
fteht aus 2 als Hebel dienenden Hölz 
einer Kette od. einem Strid bejeftigt 
ſchinenlebre ift eine hölzerne Klammer, 
dem Durchmefjer der unzujertigenbe: 
die Bänder werden uud geglübtem 
Weidenruthen gefertigt, welche über | 
u. jo geſchmeibig gemacht (gebäbet) 
Knoten, welcher zur Beieftigung te 
Ihlungen wird, heißt Schloß od. | 
Damit alle F. gleich Lang werden, ſchl 
Fuß vor Deu beiten äußerſten Kreu 
ein, deren Abſtand genau der Yäuge 
den F. gleich fein muß. An Arbei 
bei Anfertigung der 35. etwa 4—5 
jebes Band. Das Strauchwerk zu d 
wobl Laub⸗ als Nadelholz jein, wen 
rade Afte hat, am liebſten nimnit m 
ben u. Fichten, nur zur Noth abeı 
Eichen, Buchen u. Kiefern. Bei der! 
Erdböſchungen mit F. (Bafchinenbefi 
ſchinirung) legt man bie F. länge ber 
den Fläche u. in fo viel Reihen über 
e8 die Höhe der Böſchung erfordert. 
wird entweher gleichzeitig mit dem X 
wehr, od. erft nach Vollendung bei 
führt, je nachdein der Bau nicht von 
ift ed., wie ineiſt bei Belagerungsa 
ben feindlichen euer ausgeführt 
Der Punkt, an welchen 2 F. derſel 
famnıentreffen, beißt ver Stoß; jet 
oberen Reihe muß auf die Mitte eiı 
teren Reihe trefien, man legt alſo di 
band; bie 5. der unterſten Reihe 
werten tes bejjeren Haltes wegen zi 
Stärke in ven Boden verſenlt. Alle 
gelegt, Taf bie Schlöffer ter Bänd 
ber Erde zu liegen. Jede F. wird n 
pfäbfen, bie ſchräg durch fie in ben ! 
gen werben, befeftigt, u. außerdem n 
fünfte, fiebente 2c. Faſchinenreihe ned 
Die Anker finb aus 2 langen, ftarkı 
dreht, werben um bie F. geichlungen 
ber zu veruufernten Keibe ins Inn 
wehr geführt, woſelbſt fie buch pi 


:Bafhimenbuhue tie Jdaſerßoff 


Keißigbündel) feßgebalten wer⸗ 

— ** von Faſchinenbelleidun⸗ 
kafpinirbrigaben von 8 Mann ab: 
e F. 2 Manz langen biefelben zu, 
len u. wer 2 Dann end» 
sden hinter den F. auf u. flampfen 
rartige Abtheilung lan in der Ar⸗ 
yihrer Übuug 20-30 — zwoͤlf⸗ 
ı befeſtigen. Auch in der Laud⸗ 
* F. zur ——s ter Graͤ⸗ 
ae. t Berfentung der Quellen, 

m zu gehen u. bie Ader ver- 


. (Baflerb), f. n. Bußne 1). 
‚ein Eifen, weldes am äu 
Sale ausiäuft u. an einem & fe 
t wird, um bei uns ans einer 


d mr mit glattem Rüden * 


s w. Carneval, |. d. 
), 1) Binde, Band, ſchmales Zud, 
men das aufgewundene Haar u⸗ 
«F. erisälis), od. um Beine u. 
z Errümpfe u. Beinlleider (P. eru- 
F. femoralk) 2c.; 2) (Chir.), Binde 
. asclalls, fo v. w. ©piralbinde; 
 Umeidelung mit Binden, Ber- 
br. ), F. eollaris, früber die "Salt- 
Briefterrode, |. u. Bäffchen; 4) 
Dintertheil deu Schiffes; 8) (Bet), 
r —— daber Fasclates, 
4.), F. brachlalls, I berarmbinte; 

binde; P. renum, NRierenbinte. 
ılat.), 1) Bündelden; 2) — 
, in dem mehrere gleichartig 

ner (Kupfertafeln u. a.) — 
— ein endftändiger, dicht 
doldiger Blüthenſtand; 
* einen * ult zujammengebrängte 
ner, Burzelfafern ac. einer Pflanze; 
ss (Fascheularla), von Geſtalt eines 
fartig, büfchelig, wenn mehrere 
u Bunkıe beroorlommen, ob. doch 
ebrängt um eine kurze Adıle find, 
von Silene Armeria, tie Blätter 
veris ——— Asparagus of- 
Iurzel von Allium Lepa ıc.; 4) 
von Faſern, bei. 5) jo v. m. Mus- 
Jekitet, Bund), Maß — 1 Unze, 


kter römifcher Gott, Abwehrer bes 
Behexens (Fasciaum , Bafcination), 
ber Kinder u. der Feldherren als 


aeiſten .u. Böſer Blic. 
beſorgten re aus Mit⸗ 
cination eh — Amnlete, ſ. d. 
v. w. Bindw 


Art der — Lv. 
‚bie Berfhwädung, welche Höfer 


u ? Kanten erieiben, 
Te ne 37* 
ee 


ö 
"Er: — X liton millefolium. 


el, Fortpflanzung bes Sana, x nnter 
den Thieren ; daher Bafeı j Befdhäler, 
n. Gefeigeid (Be >. io ©. w. — 
Bafeluieh 3 das Zuchtvich im = enſatz zu 
Maftviebe; u. Waieler, eim zunge in ber 
Zeit, wo ih ber Deyattumgätrieb 
afele iafedie, Bor), io v. w. haseolas. 
afeln (Bot.), fo ». iv. Doliche® (f. d.). 
aler, 1) Beflanbibeil fefler Körper, bie mes 
chaniſch, blo® ber änge nad teen Zufammenbang 
baben, fo bafı fle fi in ber Mihtung der Breite m. 
Diele leidt trennen lafien; 2) (Fiber, Anat.), 
milroftopifches Gebilde, aus benen Pie Gewebe ber 
organildhen Körper befteben it. Die durch Aneinan⸗ 
berreibung jogenanmer Bellen (f. d.) gebildet wer⸗ 
ben. Je marh Den verfchlebenenn Semiben bat man 
Diustelfafern, elaftiiche Ralern, Bindegewebefafern. 
Faferapatit, |, ı. Apatit b). 
alerareı ont, Abarı den Kaferkalte. 
nder (Anat.), I. u. Bänker 2). 
: et Dlineral, faferige Abart tee Baryte 
2 finder fih auf dem Kurprinz bei 
reiber 


5532 fe u. im. Anoearpne. 
up (aferiger Mypn), Gypeo von faferiger 
@truc ri 


ute mat ), f. Kibröfe Säute. 
u. Bruch. 


k Krlasfein) faferige Varietät bes 
Kallſpathes. 
ertieſel, ſo v. w. Buckel; it, 
erknorpel (Anat.), fo v. w. Yantinerpel. 
aſerkohle, fo v. w. Mineraliſche Holzlohle. 
ermnfcel, fo v. w. Inoceramus: 


Baferpilie A 5. Familie des Rei⸗ 


en DO Delfaferigem-Ge 
— 

Feaſerſcheiden (Anat.), |. Musleln m. Nerven⸗ 
ſchneiden. 


, 1) Gegetabiliſcher F.), Cellu⸗ 

10 On, Sauptbeflaubtheil aller Pflau⸗ 
alle übrigen Beflandtheile dur 
tber, Kali, vertünnte Säure u.«. 


—2* 
—5 bleibt, na 
afſer, Alkohol, 


Zyloidin ir auch Ecdiehſeſer — durch 
Kochen mit SchweſelſAure erſt Gummi u. Zuder, 

baum eine eigene, wohl mit der ZJuderfchweielfäure 
Beute DeliiSmeieli inne durch langes 
Kochen mi ‚ Qumnsfäure, u. bei ſtarter 


——— der — ———— verbindet 
ſich mit mehreren Metalloroden u. rbenſtoffen, 
wird durch Jod nicht gebläut. Der ang von 


ihr zu dem Stärkemehi wird tucch die Zelleumem⸗ 
bran ber Cotyledonen mancher Pflanzen u. durch 
die Rärtemeblartige Faſer der Kartoffeln m. einiger 

anderen Wurzeln gebiltet. Diele® oid wird 
durch Jod gebläut u. gibt wit Befier 





228 Bafermurmfifeh 


eine Art Kleifter. In Kırpferoryb-Ammoniat iſt es 
nah Schweizer löslich. 2) (Thierifher F. Fi— 
brin), enthält 52,7 Kohlenſtoff, 6,9 Wafferftoff, 15,4 
Stickſtoff, 1,2 Schwefel, 0,3 Phospbor, 23,5 Sauer- 
In findet ſich in allen feftmeichen Theilen Des thie- 
riihen Körpers, bei. in Muskeln, aber auch im 
Blute (vgl. Blut I. A) b), im Chylus, der Lymphe, 
pathologiſch in ſeröſen ten, iſt friſch ſchmutzig⸗ 
au von Farbe, gerud® u. geſchmacklos, elaftıld, 
Fabenarti ; getrodnet' gibt on fefte, gelblich 
weiße Maſſe, ſchwerer aß Waſſer, gibt bei ber 
trodenen Deftillation u. a. Aınnıoniat u. Schwer» 
felammonium, verbrennt mit Horngeruch, binter- 
läßt als Afche pbosphorfauren Kalk u. Magnefia, 
Toblenfauren Kalk n. Ratcon, löft fih in kaltem 
Waſſer nicht, turch längeres Kochen zum Theil, 
aber nicht unverändert, verbindet ſich mit Schwe⸗ 
fel-, Salpeter-, Bhosphor- x. Effigfäure, wird von 
Salzjänre indigblau aufgelöft, bildet mit Altalien, 
Erden u. Metalloryden Fibrate. Das einzige 
Kennzeichen des Vorhandenſeins des * in einer 
tbierifchen Flüſſigkeit ift feine freiwillige Gerin- 
nung. Der F. der Seide u. bes Badſchwammes 
u.ber ihr ganz ähnlichen Herbſtfäden(Fibroin), 
ben man Dich Auskochen der Seide mit Eſſig er- 
hält, unterfcheibet fi von dein Fibrin dadurch, daß 
er mit falten Waſſer nicht aufguillt, beim Trodnen 
nicht ſpröde wirb u. mit concentrirter Schwefel- 
fäure eine im Waſſer lösliche Gallerte gibt. In 
Eſſigſäure ift er abfolut unlöslich. 
8 erwurmfifch, jo v. w. — 
aſerwurzeln, bie äußerfien feinen Wurzeln, 
bie den Nahrungsjaft aus ber Erte einfaugen. 

Fas et nefas (lat.), f. u. Fas. 

Faſhion (engl., fpr. Fäſch'n), Mode, feine Sitte, 
kie ten böberen Ständen eigenthümliche Lebens⸗ 
art; daher Saſbionable (ſpr. Fäſchenäbl), modiſch, 
fein, anſtändig, ſtandesmäßig. 

Fäſi, ) Johann Konrad, geb. 1727 in Zü- 
rich, ſtudirte bis 1749 Theologie, wurde 1764 
Pfarrer in Ütiton am Züricherfee u. 1776 in Flaach, 
wo er 3790 ftarb; er fhr.: Abhandlungen über 
wichtige Begebenheiten ber älteren u. neueren Ge⸗ 
ſchichte, Zür. 1703 f., 2 Bde; Staats» u. Erb- 
beichreibung der heivetiichen Eitgenoffenichaft, ebd. 
1765 ff., 1Bde.; Überfegung von Cardene's Ge- 
ſchichte von Afrika u. Spanien unter Der Herrichaft 
der Araber, ebd. 1770; Abhandlungen iiber die Ge- 
ſchichte des Friedensſchluſſes zu Utrecht, Lpz. 1790. 
2) Dans Kafparvon F. geb. 1795 in Zürich, 
Sohn eines Lortigen Dberjchreibers; er trat in 
Schweizer Kriegsdienfte, machte als Tifizier ben 
Zug ber Schmweizertruppen 1815 gegen Befort mit, 
trat dann Durch Bermittelung des Großfürſten Con- 
Nantin in ruffifche Dienfte, ftieg bald bis zıım Ge- 
neralinajor u. Inhaber des Regimentes Zytomirz, 
zeichnete fich unter Diebitich u. Bastiereitf im Po- 
lentriege 1831 aus u. erhielt hierauf ale General: 
lieutenant da® Commando in Beflarabien. Bon 
da wurde er nach dein Kaufafus verſetzt, um Die 
dortigen Bebirgsväller in Ordnung zu halten. 

Bafing, fo v. w. Spinnenfiſch. 

Fasli (Faffily, Fuslee, Fusly, binboft., 
d. d. berbftlih, Herbſtjahr), ter Name einer über 
> ganze ımubammedanifche Indien verbreiteten 

ra, nach welcher unter Anterem auch tie Ber» 
ordnungen ber Behörden datirt werden. Sie wurbe 


* 


J. 


bis Faßbaͤume 


von Akbar dem Großen in ber Abſicht, ei 
emeinſchaftliche Zeitrehuung für ganz R 
—** eingeführt. Sie beginnt nach Al 
immung mit dem Sabre 1555 n. Chr. 
ahre 963 der Hebichra, od. Dem Jahre 16 
+ 57) Samvat. Das Ausgangsdatum 
10. Aswin od. der 10. Septbr. 1555 n. € 
Dirt man 649 zu einem gegebenen Faslijal 
hält man das Jahr Samvat; addirt man 
ob. (wenn ſchon vier Monate bes gegebene 
vorüber find) 593 zu dem gegebenen Fasl 
erhält man das hriftlihe Datum. Im De 
net man abweichend blos 590 zu dem 
um das chriſtliche Datum zu erlangen. 
eigentlichen Hindoftan der 10. Febrnat 
1. Phalgun 1889 (1833 + 56) Gau 
1. Bhalgun 1240 (1833 — 593) Yasli. 
—I Land, ſo v. w. Fazuglo. 
* da (a. Geogr.), jo v. w. Faſuls 
aſold Sagengeſch.), ſ. u. Eden Antſ 


Faß, 1) vom Böttcher gefertigtes u 
in der Mitte bauchig ift; ber unterfle 
jelben heißt Boten u. befteht au® mehreren 
mengefilgten Bretern, nämlich 1 od. 2 Ri 
2 Geitenftüden u. den äußerften 2 
Nach dem verſchiedenen Gebrauche bat 
Bierfäffer 2c., nad der verfchiebemae 
gen fie Tonnen, Eimer, Orbeftenn 

ier- u. Weinfäfjer haben in ber Mitte nme 
ein Loch zum Eingießen (Spunbdlod) 1 
ches ein Stöpfel (Spunb) paßt; an bee 
ben ift ein anderes Loch zum Abzieben ber 
(Zapfenloch), welches mit den Zapfe 
zapfen) verichloffen wird. Das Verfahren bei 
den eines Faſſes, |. u. Böttcher. 2) Du 
flüffige Dinge, meift für Bier in 4 
25 Vifireimer od. 1710,425 Litres, Verlim 
jig = 2 Tonnen od. 229 Litres, Braunfä 
180 Quartier ob. 101,178 Litres, Kreibun 
Schmeiz = 16 (Eimer) Brenten od. 6243 
Gera = 6 Eimer, Hamburg (bei franzäfifd 
nen) = 4 Oxhoft, Hamburg — 52 € 
Leipzig = 2 Viertel, Yübed — 80 Kam 
teröburg (beim 200) — 400 Stoof, P 
Rein) — 4 Eimer, Wien = 2 Eimer; b) 
treide in Aachen = 4 Kopf, Hamburg == 2 
Meiſenheim in Hefjen-Hemburg 1 Dtalter « 
a 4 Seſter, Lübed u. Roftod 1 Scheffel = 
c) filr Kohlen in Grät in Steyermart, bat 
berger $. = 5 Wiener Meten. 

Fafla (Beſſa), Stadt im Diftrict De 
ber perfiihen Provinz Farfiftan, Weberei;1 

Faflait, Mineral, Barietät des Augiteb, 
bis ſchwärzlichgrün, in glänzenden Eryſtal 
gemachien, finder fih im Faffathal n.ami 

Faflathal (Eivas), Thal im Bezirk: 
des tyroler Kreijes Trient, am Aviſio, 
Duellen befjelben 5 Stunden mweit bis gegen 
eigentlich ber oberfte Theil des 20 Stunde 
Fleimſerthales; es ift nirgenbe über 1 
breit u. bef. wegen feiner Dolomiten berät 
Bewohner, 3—4000, find betriebfame Demi 
wohl fie italieniſch ſprechen; ihr Saupena 
zweig iſt Die Viehzucht. 

Waßbarme, jo v. w. Hefe. 

Faßbäume, Bäume, teren Stämme g 
u. zur Bötccherarbeit taugen. 


Faßbender bie Hafen 


', Mattbiae son F., geb. 1764 in ! Engläntere mit dieſem Lie zrößten Städte Deutſch⸗ 


1788 Profeſſor Der Reichegeſchichte in 
790 als kurtrierſcher Wablbotſchaiter 


a. M. u wurde daun wirklicher Hej⸗ 
eg Karl, der ibn in den erſten Zeiten 


netrieges als Verjaſſer einiger publi« 
iften tennen gelernt hatte, ernannte 
n Reich@general Kriegecommiſſar u. 
O1 als Reierenten nach Wien, wo er 
u. Tenferenzraih u. Geheimer Rath 
1809 


Bier, welches vom Faß weg verſchenkt 
genſar von Flaſchenbier, das erſt 
gezegen u. dann verichenlt wird. 
Bester, welche lleine Gefäße machen. 
er, gemähnlih Drillbobrer zum An- 
AaNer 

be, fiegente Brücke, welche auf Tonnen 
Gen lust, |. u. Brüde mi pr). 

ter, for. w. Topf» u. Echinelzbutter. 
a. j ſe d. wm. Halbe Tonne; 8) jo v. m. 
ber, |. u. Windelichnecke. 

hal, Zub, welcher in kurzen Stücken 
a, Fir verpadt u. fo verſandt wirt. 
R,lıdaze.;, einen Hunt an tie Leine 
I ven fazten, cin Thier baden; 3) in 
!älflen, bei. von flüſſigen Tingen :io Bier, 
Be) Militärw.', Brod, Rierkeiutter, 
päde u. dal, in Cinpiang nebnen: 5) 
mt Metall einiaſſen; es wird für jeden 
im Saften gemacht, beiten Rand an tie 
erelken angerritdt, bieweilen ijt ber 
een a jour fs, bei Diamanten 
mften Grund tea Kaftens ein Erund 
u. Elienbein gelegt, bei grüuen Zteinen 
6 Fapier ch. Mare Kreite ıa poudre 
en od. unreinen Steinen Folie unter⸗ 
Zeew.“, ben Wind f., ibn mie ben 
gen; 7) ı Berge. ;, einen Zellen, ibn 


n Heiner Bienenferk, in melden man 
ſchwarm vorläufig iaßt. 

jzu. Faßgeſchmack, Krankbeit ter 
kegenmittel bänat man in Der Luit ges 
sei ın einen beichiwerten Säckchen in 
ebt ten Wein nad einigen Tagen ab; 
seihen Wein mit geringem Dicft wie⸗ 


.n. Zierbefe. 

ev. mw. Sattelholz. 

ınt man das Bier, wenn es von ber 
n u. anf Fäſier gefüllt werben kann. 
. lat., Rechtew.), ein gerichtliches Ge⸗ 
Zekenntuiß, teilen Wabrheit nur von 
jaftigleit abhängt, 3. B. die Angabe 
afteinlemmen. 

v. m. Böttcher. 

it, Darftellung ber Unterrichtsgegen- 
8 bei geböriger Aufmerlfamteit die⸗ 
selche ber Unterricht beftimmt ift, auch 
anmig n. Belebrung dadurch erhalten. 
kei. dae Baffungsvermögen ter zu Un⸗ 
berüdfichtigen, welchee theils in natür⸗ 
tbeils in gehöriger Vorbildung zu 
sfangenten Unterrichte gegründet iſt. 
1, ij David, geb. 1683 im Würt⸗ 
„nahm bei einem Kriegeſecretär Schrei⸗ 
reiſte denn ala Deuticher 
umim 4 Rufl. VI 


ecretä umee | 


lands v.. Sollante u. ließ fich kieranf in Halle u. 
ſpäter ın Yeipzig nieder, me er Unterricht in frane 
zöſiſcher u. engliſcher Sprache ertheilte u. 1744 fl. 
Er ſchr. Die Damals fo viel gelefenen Geſpräche im 
Reihe ber Tedten, 1717 fi. 2) Auguſie von F., 
eb. um 1816 bei Münden, betrat in der per 
Macbeth als Yary Macterb Die Bühue zu Auge 
burg, fang dann in Münden u.a. O. u. fam 1335 
nah Berlin, wo fie für die Hefbühne gewonnen 
wurde 

Faßſchnecke (Tonnen, Dolinm Zam.), Gat⸗ 
tung der Schneden, gebiltet aus Arten ber Gat⸗ 
tung Kinkhorn, deren Schale oval, die letzte Win⸗ 
bung Baudig, ter Rand durch berablauiende Rip⸗ 
pen gemellt iit, u. die daher tonnenförmig cd. faft 
fugelrund find, Day Zbier bat einen green Fuß u. 
Kiffer, Moentierd umterfbieb: a) Eigentliche 
Fen(Tonnen,, wenn ber Ausgang tee xäaulchens 
abgeſtumpft iſt; Art: Gemeine F. (Tlhorn, 
D. vulgare, Huccinum Dolium L. ). Schale 
dünn, weiß, Spindel gedreht, von der Größe einer 
Fauſt, Schale wird als Schöpilöffel gebraucht; 
Helmtonne ıD. [Buccinum] (alea,, blaß 
braungelb, ven ter Größe eines Menichenkopfes, 
aus dem Mittelmeer, Gemeine 5. (D. mıacula- 
tum), Olfaß (D. olearium) u. a.: bb) Reb⸗ 
bubnseier (Perdices), wo ter Epintelrand 
ihneitend if; Art: Rebhuhnsei (ID). Perdix), 
fauftaroß, dünn, mit Sleden, ten Rebhubneietern 
übnlich. 
gapldraube (Bergb.), fo v. w. Dillſchraube. 
Faßſchwamm (Kacadıum J’ers.), ſo v. w. 
Antennaria Fries. 

a fo v. m. Fäßchenſtabl. 

dtbaler, zum Andenken an die Reftauration 
bes Heidelberger Faſſes 1664 u. 1727 geprägte 
Schaumünzen. 

Faflung, 1) Gemüthezuſtand, in welchem ber 
Geiſt, in einer durch unerwartete Ereigniſſe berbei⸗ 
geführten Störung, ſeine Freiheit wenigſtens fo 
weit wieder gewinnt, um zu Zelbfibeftinmungen 
jübig zu werden: 2) jo v. m. Wertiaſſung. 

Bafın dpermögen, j. u. Faßlichleit 

aft: (Kaften:) bader, in früherer Zeit bie 
Schwarzbrodbäcer, f. u. Bäder. 
afte (Rauuf.), fo o. w. Ginfämme, f. Kamm. 
ftelabend, Volkefeſt in ten medienburgiichen 
Döriern in ben erfien chen nad Neujahr, mit 
Zanz in einem der Bauernböfe gefeiert. 

Saften, 1) die gänzliche Enthaltung vom Gennß 
von Nahrungsmittel, iſt in leichten Unpäßlichkei⸗ 
ten, bei. ſolchen mit Störung der Bertauung, eft 
ein Hauptmittel, um bieie zu befeitigen. Ein länge⸗ 
re6 %. verträgt Der Körper nicht, ſendern gerath 
allmählich in einen Krankbeitszuftant, ter mieiſt 
ſchen wor dem 7. Zuge zum Tode führt. 2) Ente 
haltung von fräftigen Nabrungsmitteln, bei. Fleiſch⸗ 
jpeifen, u. Beichränlung auf die Notbburft aur Er⸗ 
nährung, ift nicht nur im Krankheiten gewöhnlich 
von der Natur Durch Abneigung egen Speiſen ge⸗ 
boten, iondern auch ein kräftiges Förderungemittel 
für geiſtige Thätigleit, bei. ſür anfırengende Geiſtes⸗ 
arbeiten, auch um das Gemüth zu ſammeln, wo es 
auf Erbebung deſſen aukommt; daher iſt auch F. 
eine gewöbnliche Religionsübung. Bei ben In⸗ 
dern gilt das F. al® eine gottgefällige Handluug 
u. macht ſeit den älteſten Zeiten an der Kaſteiun⸗ 


130 
gen ber Fakirs aus. Die Juden kannten in ben 

Iteren Zeiten nur das fogenannte große Faften, 
jest der Lange Tag genannt, an dem großen Ber- 
Bpaung IE: body |päter wurde es gewöhnlicher, 
u. im. T. finden ſich mehrere Beijpiele öffentlicher 
n. freiwilliger %. Zu Jeſu Zeiten ſchien baffelbe 
den Pharifäern verbienftlih. Die — Juden 
haben 5 Hauptfafttage (Thanith, Zibbur), Darunter 
den Verſöhnungstag, den Tag vor dem Feſte Pu⸗ 
rim u. 2 Tage zum Gedächtniß ber Einnahme von 
Serufalem durch Nebukadnezar u. durch Titus, 
auch viele kleine zum Gedächtniß des Todes von 
Propheten u. Anderen. Fromme Juden beob⸗ 
achten ſie ſämmtlich mit Ceremonien, minder or⸗ 
thodoxe weniger genau. Die Gemeinde kommt 
zur Veſperzeit zuſammen, bekleidet mit den Tal⸗ 
litb n. legt die Tephillim an, betet u. hört aus dem 
Geſetz vorlefen. Beiden Agyptiernmar ein langes 
F. derer gewöhnlich, welche fich zum Dienfte der Iſis 
weihen liefen od. Diefer Göttin auch nur cpfern woll» 
ten. Bei den Griechen war, bei. bei ber Einwei⸗ 
bung in die Eleufinien, tem F. ein bejonterer 
Tag gewidmet. Bei ben Römern erwähnt Livius 
ein alle 5 Jahre zu Ebren ter Ceres angeortnetes 
5. Bei den Chriften kamen vie F. d. 5. die Ent» 
baltung von Fleiſch, Butter u. anderen thierijchen 
Nahrungsmitteln, bald auf. Die griechiichen u. ka⸗ 
tholifcher Chriften glauben, daß bie vierzigtä- 
gige Faftenzeit, melchefie, u. auch gewiſſermaßen 
die Broteftanten, vor Oftern begeben, durch Trabi» 
tion von den Apofteln berfommt, denen ſchon Jeſus 
verkündete, daß fie nach feinem Tode faften würden, 
wahrjcheinlicher war e8 eine Nachahmung des vier- 
zigtägigen F-s Jeſu in der Müfte, u. von einzelnen 
Schmärmern wurbeber Berfuch gemacht, das vierzig- 
tägige Faften Jeſu ganz eigentlich nadyjuabmen. In 
der Griechiſch-katholiſchen Kirche wird gro⸗ 
ßer Werth auf das F. gelegt; weil es geſchickt zum 
Gebet u. Gott zur Vergebung geneigt made u. bie 
Lüfte des Fleiſches ertörte. Die aftenzeiten, Die 
jeder orthodoxe Chrift nad kirchlicher Vorſchrift 
beobachten foll, find folgente: a) bie vier großen 
Faften: Das Weibnachtstaften vom 15. November 
an; das Quadrageſimale vor Oftern; das Apoftel- 
faften vom Montag nad Pfingften an bis zum Pe— 
ter Paulstage (29. Yunt); u. das Marienfaften, 
vom 1. bi8 15. Auguft (Mariä Himmelfahrt); b) 
die wöchentlichen Faſten am Mittwoch u. Freitag; 
c) die jährlichen Faſten: am Tage Kreuzeserhöbung 
14. September; Sohannis Entbauptung 29. Au— 
guſt; von Weihnacht bis zum Epiphaniasfeft; in 
der Oſterwoche; in der Pfingſtwoche; in der Woche 
vor Septuagefima; in ter Woche nach Serage- 
fima. Außerdem ift ein F. vor tem jedesmaligen 
Genuß des Sacraments angeordnet, u. Bilchdfe 
find befugt, bei außerertentlihen Angelegenheiten 
befontere %. anzuordnen. In ber Prarisaber werden 
dieſe zahlreichen F. nicht gleich ftreng gehalten, u. 
Dispenfation ans Gefunbheitsrüdfichten ift leicht zu 
erlangen; nur bie Mönche balten mitgroßer Strenge 
u. Gewiſſenhaftigleit an ben vorgefchriebenen Faſten⸗ 
eiten. Die Römifch-LFatbolifhe Kirche hält 

ie F., weil fie in ter Schrift zwar nicht geboten, 
aber Doch gebilligt u. empfohlen Kind (Matth. 4, 1 ff. 
6, 16 fi. 9, 14 R Apoftelg. 13, 21) u. fie zur äl- 
teſten Kirchenbifciplin gehören. Sie werten nicht 
als ein am fich felbft werbienftliches Werk, fon- 
dern bios al® afletiiches Mittel zur Erleichterung 


® 


Taften bis Faften Efther 


der Herrichaft des Geiles über ben K 
Übung ber Selbſtbeherrſchung u. Se 
nung ꝛc. betrachtet. Sie hatte eherem 
vorgeſchriebene Faſtenzeiten: eine vor £ 
Papft Telesphorus angeordnete (Kie ob: 
ten 40 Tage), Die andere von Martimi 
nachten u. die 3 von Pfingften bie yı 
Beide lehteren find nur noch in Klöſt 
Außerdem gibt es noch andere geboten 
nämlich alle Bierteljabre (OD uatembe 
den Vorabenden großer Fette (Bigili 
alle Freitage u., jeboch nicht überall, 
abenbe des Jahres. In allen dieſen F. 
fih alles Fleiſches (jetoch mit Ausnahmı 
u. Wafferthiere, 3. B. ber Fiſchottern) zu 
jonft war dies auch mit den Eiern, d 
Butter der Fall, der Papſt geftattete dieſ 
befonteren YButterkriefen, gegen eine 
effen. Die zu genießen erlaubte Speife h 
ſpeiſe. Jetzt ift bie Diſciplin der Kirche 
Stücke weit milder als ehedem. Junge ! 
21 Jahren, Schwangere, Säugende, 9 
ſchwerer Körperarbeit fich beſchäftigende, 
im Felde find zu einem Abbruch von S 
verpflichtet; auch in Betreff des Fleiſchge 
der Biſchof, in vielen Fällen anch ber $| 
erbeblihen Gründen Einzelne dispenſin 
bißpenfen). Die bijhöflibe Berortnung 
Jahr die vierzigtägigen F. gehalten w 
heißt Saftenmandat. Die Broteftant: 
die F. zur Zeit der Reformation aus d 
ſchen Kirche um ter Schwachen willen m 
Doch find diefelben in ſpäterer Zeit ſelbſt 
Bolte faft ganz abgelommen. Nur anm 
ten ift es noch Gebrauch, zu gewiſſen 3ı 
an Buß⸗ u. Eommuniontagen, fich der 
Des Tranles ganz od. zum Theil zu enth 
Reformatoren ſelbſt ſaben (Augeburger 
Artilel 26) das F. für keine Religion 
fondern blos, wenn e8 aus wahrhaft fre 
finnung gefchiebt, für eine äußere Zud 
den Adiaphoriſtiſchen Streitigleiten w 
bie Nothweudigleit u. Zuläßlichleit be 
geftritten. Die neuere chriftliche Morc 
Das F. als Gottesverehrung, ebenio bi 
bie in Folge eines Gelübdes gebalten 
geftattet ed nur als VBeförberungsmitti 
dacht, jebedy ganz nach Jubjectivem Erm 
ten Mubannmedanern ift das %. 
dienftlihe Handlung u. entweder zu Abb 
Verbrechen ct. zu Erfüllung von Ge 
freimilliges od. ein gebotenes. Letztere 
Monat Ramafan (f. d.) Statt. 3) (dafl 
dem Andenken an das Leiten u. Eterbei 
ligen 40 Zage vor tem Charfreitage, 
Kanzel u. Altar ſchwarz befleitet, an m. 
ten das Orgelfpiel gedämpft od. ganz au 
überall aber äffentliche Yuftbarteiten, Mui 
eingeftellt find, auch Trauungen werber 
nicht verrichtet. Im fie fallen die Fat 
(Invocavit, Reminiscere, Oculi, La« 
dica u. Palmarum) u. in biejer 3ei 
Wochentagen (Dienftag ob. freitag) üb 
— gepredigt (Saſtendredigt). 
w. Faſti. 

aſtenblume, ſo v. w. Primula oft 

en Eſther, jildiſcher Trauertag 

Adar (25. Februar). 


Zaftenbauen bi Pain Berzase 


auen, bad erſte Behaden der Weinberge. 
Gläger, De v. wm. Großer Brachvogel; 


Regenpfeifer. 

ücher, ſonſt Tolcfiale gemalte ob. ge- 
bänge, womit man in ber Faſtenzeit den 
bem Hechaltare von ber librigen Kirche 


1) (Dies fasti, Dies calenda- 
Berzeichniß der Gerichtetage, nebſt den 
m sutgeeichneten Berfonen, teren Tha⸗ 
£e D. I waren: a) F. majores (F. eaplto- 
em Capitol aufgeftellte Marmertafeln, auf 
i in den P. connmlares Confulate, Dicta- 
ege, Ziege u. bie Säcularſpiele, od. bb) in 
‚ Die Angabe verzeichnet ftanten, 
ühr welches Voil Jemand triumpbirt. 
surten im 16. Jahrb. zu Rom mieber auf- 
‚u Beben abzgetrudt in Pigbius Annalen 
iam.1650, Fel., in Grävius Thea. rom 
u. mizeren, Darſtellung des Iabres nach 
mtbielten: aa) Dies fantı u. Dies 
„ubmmelben ber Bräter Recht ſprechen 
An: die Somitial-, Feier⸗ u. Schalt» 
un Zriele (F. ramani): bb) tie 
kmzie, frie der Yantleute, bie in jetem 
ta xnchtenden Feldarbeiten, bie jedem 
"urkbmte Gottbeit ꝛc. Die Fasti prae- 
WaE em Kalender, ber außer ber Angabe 
 Fettage, mit den Grünten ibrer 
ab Aue fırze Bemerkung der wichtigſten 
emrömiichen Ztaate enthält, wiefern fie 
lezaneride Haus Bezug baten. Diefe F. 
hummanler Di. Verr. Flacene, in Stein 
m Frönee aufftellen, wo fie web! bie ins 
2% Ihr. Raten. Um 1770 entbedte P. 
umebrere Aruchitüde davon, aus welchen 
Imieder zulammenietste u. al$ Fastorum 
‚reliquine. Rem 1779, ıgel., berausgab. 
Seit Tribe -i. D.-, ein peetiicher ‚Keft- 
serin bie wichtigſten Ericheinungen am 
gegeben u. bie Feſte verzeichnet werben 
Sie Entſtebung erflärı wird. 8) Der 
dar verbefierte Ralenter. 4) So v. w. 
5) Chronik, Annalen, Geſchichtewerl, 
Inbalte der eritern F. auch andere Be⸗ 
umfalient ; je genantt, weil Die alten 
zeichichteſchreiber in ter Geſchichte Der 
T Jahrestage folgten. So: Faatl sicull, 
hronicon paachale. Darnach Fastl 
3, Hragment einer Ebronik von Lim⸗ 
36— 1402, wahrſcheinlich vom Etabt- 
Imann (ft. 1400), bis um Jahre 1399, 
bein (lebte um 1470, copirt u. mit 
ten Jahren 1299, 1317, 1369, 1456 
mehrt u. weiter fortaejebt von G. Em- 
5) u. Ad. Emmel (um 1500), wegen 
Keime u. Nachrichten von aftkeutichen 
uch wegen mebrer darin angegebener 
ur Zeit wichtig, berausgeg. von J. F. 
urg a. b. Yabr 1617, auch 1619, Fol., 
n, Beylar 1720. 
din. lat.), langweilig, eflih. Daher 
fielye Verachtung. 
on ıv. lat.), gegipfelte Zufpigung. 
tus (Bot.), gegipielt, wenn Äfle od. 
in gleichen Höhenpuntten fich entigen, 
ide, Dofbentraube u. Trugbolbe. 


131 

ſtiſie, Inſel an ser Offüne ber Japauiſchen 
Intel Nipen, fürdftich von Heddo gelegen; Ver⸗ 
bannımgeert fiir Verbrecher. 

ſtnacht, 1) eigentlich ter Tag vor dem 
4ütägigen, Oſtern vorbergebentden Faſten; 2) dann 
die 3 Tage vor bemielben, |. u. Carneval. Daher 
Raftnadtöfpiele, die primitive Korm des Leutichen 
Lufifpiels, anfangs aus fieinen Späßen beſtebend, 
fpäter fi dramaliſch geflaltend ; vgl. Deutfche Li- 
teratur IV. Metnachtörier, Reftnachtöbeter, Maf- 
nadtöbäbner, verſchiedene Arten tes Zinſes (1. d.). 

ſtnet⸗Bock, Meines, hohes, fleiles Felſenei⸗ 
land im Atlantiſchen Ocean, auf der weſtlichen Sid⸗ 
fünte der Grafſſchaft Cork in ter iriſchen Provinz 
Munfter; bier wurde 1850 ein so Kuß bober, au 
ber Baſie 25 Fuß im Durchmeſſer baltender Yeucht- 
tburm aus Gußeiſen errichtet. 

u 8fo (ital, Muſ.), pruntecll, erbaben. 

ädea, Tochter des oftfränfiichen Grafen Ru 
beit, ſeit 763 dritte Gemahlin Karla d. GOr. Mutter 
Der Theodrade n. Hildrude; verleitete ibren Gemahl 
zur Grauſamkeit, wodurch die Verſchwörung der 
Zbüringer u. Cftfranten 795 u. bie ibres Stief⸗ 
ſebnes Pipin 792 veranlafft wurde; fie R. 794. 
fitage, ſ. u. Faſten. 

aftuöß (v. lat.), fo v. m. Faſteſo. 

afüla (a. Meogr.), Statt in Errurien, wahr⸗ 
fheinlich eine Der 12 Nuntesftäbte, lag auf einem 
Hügel, war Sitz bes Dienftes Der Ancharia u. ſpä⸗ 
ter Bauptwaffenplag des Catilina: Ruinen beim 
jegigen Fieſole. Ral. Mamini, Dincorso sopra 
l’antica cıtäa die Fiesole, Kier. 1742. 

Faſyl⸗Kban, yerfiider Dichter, geb. gesen Ende 
Des In. Nabrb., lebte anfangs am perfiihen Hofe 
u. ging mit Chostew Mirſe nach Perersburg. Spä⸗ 
ter in Ungnade gefallen, fand er in Tiflis eine Zu⸗ 
flucht u. wurde 1847 Yebrer an Der Schiitenſchule. 
Er ft. 1552. Won feinem zablreihen Schriften find 
namentlich feine fatyrifchen Gedichte von literarifcher 
Bedeutung. 

Fat (ir., fpr. ab), Geck, Lafle. 

Fata ılat.), 1) die Schidfale eines Menichen; 
2) römiſcher Yeiname der Barzen, als Regentinnen 
des Schidfals (Fatum). Daber Fetäl, 1) berbäng- 
nißvoll, vom Zchidial beftinimt; daber Fatales libr, 
in Etrurien Bücher, welche Die Deutungen ber Pro⸗ 
bigien entbielten: Aataliömus, ber Glaube, daß ber 
eigene Wille des Menſchen an dem Schicſal nichts 
äntern könne; Fatalitt, Anbänger bes Fatalismus; 
2) unglüdlich, unangenehm; Daher Watatität, Wis 
Lermärtigfeit. 

Fatäle, Mebrzabl Falalra (Hatalien), eine Rotbe 
frift bei der Appellation, welche nicht verſäumt 
werten barf, menn man ber Wohlthat der Appel⸗ 
lation nicht veriuftig geben will, es find tereu 45 
f.u Appellation III. A) a). 

yatallı, pſeudonymer Name für Gaftelli, ſ. d. 7). 

ta Morgäna, eine von ben Italienern, fo 
von einer Fee Morgana bezeichnete eptiiche Erſchei⸗ 
nung in ber Atmofpbäre, franzäfiied Mirage, beurfdh 
Luftipiegelung ed. Kimmung benannt, welche 
auf einer Strablenbrechung u. einer Neflerien in 
Luftſchichten von verſchiedener Dichtigkeit berubt. Cie 
fommt bei. an beißen Tagen u. in großen Ebenen, 
baber auf der Zee u. in Sanbmäften ver. Man er» 
blidt die Gegenflände, bie fih nahe am or. auch 
unter bem Dorizonte befinden, über bemfelben er» 
baben, mauchnial in der Luft kümehenk od, wuixe 

% 


‚132 


Fata Horgana bis Fatra 


dent Horizonte Tiegenb, in ber a in umgelehr- | Zweifel fo zu erklären. Übrigens zeigt 


ter Stellung. Den Seeiahrern erſcheinen dadurch 


Geſtade no 


fie Darauf zuftenern. Auf dem Lande wird baburd) 
ein Gegenftand, 3.B. ein Dorf, fichtbar, das ohnedies 
durch einen Hügel, Wald ꝛc. verbedt ift. In ben afri- 
kaniſchen Sandebenen erfcheinen entfernte Dörfer im 
Waſſer zu ſtehen, in welchem fie fich verkehrt zeigen; 
das vorgeipiegelte Waffer aber zieht ich bei Annähe- 
rung zurück. Die Ericheinung ift zuerft von Monge 
auf ihren wifjenfchaftfihen Grund zurüdgeführt 
worben, al® bei Gelegenheit der franzdfifchen Expe- 
dition in 
Ichöpfte Heer oft durch Die F. M. getäufcht wurde 
a. Waſſerſpiegel zu ſehen hoffte, wo es nur heiße 
Sandflächen fand. Wenn nämlich bei ftarler Son⸗ 
nenbite u. ruhiger Luft über dem heißen Erdboden 
fi warıne Lufticichten lagern, welche fich nicht 
raſch genug mit ben barüber befinblichen fälteren 
ausgleichen können, fo werben die von einem boben 
Gegenftande ausgehenden, jchräg gegen den Erb- 
boden gerichteten Yichtftrahlen, beim Übergange in 
bie dünneren Luftfichten, mehr ıı. mehr vom Ein- 
fallsloth abgelenkt u. gelangen bald in eine fo 
ſchräge Richtung, daß fie nicht weiter in eine noch 
dünnere, darunter befindliche, übergehen fünnen, 
ſondern eine totale Refferion erfahren u. von nun 
an aufwärts fortjeßen. Außer den directen 
Strahlen erhält alſo ber Beobachter noch reflectirte 
von unten fommende u. erblidt daher unter obigen 
Umftänten den Gegenſtand unter feinem wahren 
Bilde noch einmal, aber in umgelehrter Stelluns, 
als ob es fich hier abfpiegelte. Da tie von ben, 
wilchen dem wahren u. bem Spiegelbilbe liegenden 
Buntten fommenten Strahlen nicht ind Auge ge- 
langen, fo erjcheint biefer Raum leer, u. das Auge 
Yält ihn um fo leichter für Wafler, in welchem ber Ge- 
en ſchwimmt, da die ſchwachen Luftſtröme bie 
uft am Boden in zitternde, den Waffermwellen 
ähnliche Bewegung zu verjegen pflegen. In felte- 
nen Fällen net unter biefem Spiegelbild noch ein 
eites, aufrechtes. Iſt dagegen die Yuft in ber 
iefe fälter, als in der Höhe von wenigen Fußen, 
wie iiber bem Meere od. Eisfeldern, jo erfcheint das 
gelbiegeite Bild wegen unterwärts gehender Strab- 
nbrehung Über bem geraden, wie es z. B. ber 


Phyſiker Bince in Ramegate oft beobachtete, u. zu« | 


weilen erjcheint über biejem verkehrten Bilde, wenn 
dieſes von Neuem fich in den höheren Luftſchichten 
fpiegelt, ein drittes, aufrechtes. Übrigens fieht man 
unter diefen Umftänden auch Gegenftände, tie noch 
unter bem Horizonte ſich befinden, der Geſichts⸗ 


Treis wird alfo bebeutend erweitert, tvas hei See⸗ 
marker zu allerlei Irrungen Anlaß geben kann. | 


enn die Luftſchichten von verfchiebener Dichtigleit 
feitlih neben einander gelagert find, jo kann man 
neben bem kirect geſehenen Gegenftante durch bie 
F.M. aud ein feitliches Spiegelbilb wahrnehmen, 
wie dies Soret u. Zurine auf dem Genfer See be⸗ 
obachteten, deſſen öftliches Ufer nach einiger Zeit im 
Schatten lag, während bie Luft Daneben ſchon durch 
bie Sonne erwärmt wurbe. Wenn aber die Luft- 
ſchichten von verſchiedener Dichtigkeit nicht in ebe- 
nen Flächen an einander grenzen, fonbern in unre⸗ 
gelmagig gefrümmten, fo führt Dies zu allerlei Bere 
aerrungen ber Bilder, u. bie zu Neapel u. an ben 
fern von Gicilien beobachteten F. M. find ohne 


mweit entlegener (unter dem Horizonte | 
befinblicher) Länder u. ſchwinden dann mieber, wenn | 


gypten bas durch die Sonnenhite er- 





jptegelung auch in den Ebenen Nort 
öfter, al$ ınan glaubt, bef. wenn m: 
dem Boden nähert. Das Zittern De 
Entfernung liegenden Gegenflände | 
Sonnenfheine u. Windſtille, das dab 
Verdoppeln Meiner Gegenftänbe ac. i 
eine unvollftänbige Luftfpiegelung. H 
auf eine lebhafte Luftipiegelung Stürn 
Be Gebirgszug aufder Sunde 
ateſh, 1) Kreis im ruffifchen G 
Kurst, 105,760 Em.; fruchtbar; Flüſſ 
Fateſchka; 2) Kreisftabt an ber Kate 
ſcha; 4358 Em. 
Fathom (fpr. Fäddhom), englifchee 
w. Faden (f. d.). 
atigue (fr.,ipr. Fatihk, Satigation) 
Beſchwerde; daher Batiguencommando, 
ſchwerlichkeit, aber nicht mit Gefahr 
Commando, wie Stroh u. Holz holen, 
thun; Gegenſatz: Ehrencommando, f. t 


1) ermüden, erſchöpfen; 2) künſtlich b 


bie Farben f., die aufgetragenen Farbe 
einanderreiben u. mit neuen vermiſche 
far u. ſchmutzig werden. Satiguant 
langweilig. 

atiha, die erfte Sure in Koran: 
ter Muhammedaner. \ 

Fatime (Jathemab, Fatima, Fatn 
weiblicher Name, eine ein Kind entwöh 
Tochter Muhammeds u. der Khadidſt 
geboren, 5 Jahre vor ihres Vaters? 
Prophet, wurde 623 an Ali, ben Sı 
lebs, des Oheims Muhammeds, verhei 
demſelben Haflan u. Huſſain u. ft. 6 
ihrem Bater in Metina. 

Fatimiden, Reihe arabiſcher Fürf 
Ai u. Fatime abzuſtammen vorgaben 
Khalifen in Afrika mit Mahadi Obe 
Regierung kamen; 14 Khalifen hab 
hadi Obeid Allah von 910 n. Chr. 
jahre regiert u. davon 11 jeit 972 aud 
(j. d. [Gefch.]) u. Syrien; der lette, 3 
1171 m. Chr. von Saladin verdrängt. 

Fatida (F. De C.), Pflanzengatt 
genıne ber Lythrarieae - Lager: 

rt: F. nepaulensis. 

tar (v. Iat.), befennen, angeb 

atifeiren (Chem.), eine Art % 
welche kryſtalliſirte waſſerhaltige Salze 
dem fie ihr Kryſtallwaſſer verlieren u. 
tig u. loder werben od. zu Pulver zer 
fonder® das Slauberjalz, oblenjaures 
ſigſaures Kupferoryd u. a. 
atiffa (muham. Rel.), fo v. w. F 
atoua (F. Gaud.), Bflanzengat 
amilie ter Neſſelgewächſe, Morea: 
apan. 
Fatra, Theil des Gebirgsinften t 


im Berwaltungsgebiet Presburg (Un; 


fih in die Kleine F., nördlich im 8 
durch bie Waag mit Arva Davon gı 
Große F. auf der Grenze zwiſchen bei 
tau u. Thurocz; jene ift im Durchſch 
u. diefe 3700 Fuß hoch, u. über fie jilbı 
von Thurocz nach Liptau; die böd 
barin find; bie Hochſpitze 4757 Fuß, 
Fatra 5200 Fuß, der Klakberg 4161 


Fattatenda bis Zanclgny 
4 Sirina 4813 Auf boch. Das Ganje iſt ein Kallitein- | 


—* mit ſtarler Rotbhbuchenwalbdung. 


133 


Faucher ıirr. Feſcheh), Feen, geb. im Gept. 
15U4 zu Yımcges, trat febr jung in Die alademiſche 


I Settetende, wihriger Santeiopofen aın Gam- Yanibabı, begann 1830 feine publiciſtiſche Wirkſam⸗ 


Jän (Betrafeitar, {chen feit 200 Jahren Stapelplap 
Ziel Rertehrö von Gurcpäern mit dem nern. 
ind, Kranı, Maler, 1. Penni (Francesco). 
‚ unbemwobnte Inſel, zur Waibingten- 
des Mentana-Archipeis (fürsöfl. Polyneſien) 
m: gebirgig, Cocoopalmen. 

(1tal.), ſo d. m. Kactur. 
de ıRvtb.), I. u. Bonn Dea. 

E (v.lar.), ſich mit Aibernbeiten abgeben, 
j 558 reiben. Daber Satnitat, Abgeſchmadt⸗ 
beit Eikernbeit. 

Istama (lat), Schidſal, |. d. 

d ırcöm. Moptb.), fo v. m. Faunus. 
bäje , reiches Goldbergwert im fiebenkür- 
Kreite Karlaburg, 
Leines Gegel unter tem Topiegel auf 
x &uffen, um ten zwiſchen dem großen 
u Zeriegel bindurch fabrenten Wind aufzufangen. 

Geymauu, im der Zinto-Religion ein göttlich 
werebrier Hedliger, Bruter des Ienfjo-Dai-T fin, 
Cem Seuptumge if Uſa 5. in Bungo. 

1‘. gen. 
—5* ſpr. Kebburg), Vorſtadt; bie 
verzuglichhen 6 in Baris, ſ. d. 

Fauces (Ist), 1) Raben; 2) (Ant.‘, in einem 
tiihen Wehnbaufe ter Corridor, meicher neben 
km Tablnam hin ans tem Atrium in das ('a- 
medium führte. 

Jerchard (fr., ſpr. Foſchabr, Aauchon), eine 
fie mit fidhelfärmiger zweiſchueidiger 





. Geuberd (vr. Foſchahr), Pierre, geb. ım 1690, 
ber geiuhsete franzöfifche Dentift feiner Zeit, ſtarb 
Mi a Pario; er ſchr.: Le chirurgien dentiste, 
je. 1123, 2 Be., auch 1746, deutich Berl. 1733. 
- Bande Borel (fpr. Fobſch Hereli, Louis, geb. 
m Reufchatel, mar erfi Yuctruder; beim 
ter Sranzäfiicden Rerolution unterftügte 
We revaliſtiichen Beftrebungen mit Wort u. 
Shi x. wurbe teshalb verbannt; 1795 unter- 
er im Ramen ter Bourbons mit Picbegril, 

Bmte verhaftet, knũpfte, ala er wieder freigelajlen 
‚ tie Berfläntnifle mit ten Bourbons mie- 
kteu, ging nach England, dann mwieber in Aui- 
für tie Bourbone nad Paris, mo er wie⸗ 
verhaftet n. nur auf Die Fürſprache Des preußi⸗ 
Geankten von ter Strafe befreit u. anf preu- 
Gebiet gebracht wurte; 1404 verbreitete er 
Preclamationen fürYupmigXV III, aing 
Ban mh England, von dort nah Schweren u. 
Suter nach London; fam 1414 mir den Ver⸗ 
nah Baris, ging mit dem Fürften Har⸗ 
| ach Konten m. kann nach Meufcatel. 
3815 fing er über Genf zu Lutwig XVIII. we 
em Spion Rapoleons gehalten, in Brüj⸗ 
gelegt, durch preußiſche Verwendung 

it wurde, dann nach Paris u. von 

















* 


— — —— —— — , —— —— — ———— — — 


keit, war Redacteur der Temps, dann Des Constitu- 
tinnel u. Des Courrier francais. 1942 wandte er 
fih zur peolttiihen I lonemie u.murtein ber Revue 
des deux ınondes Bertbeitiger des Freihandels- 
fufteme. Zu Reims ven ber Oppeſitionspartei ge» 
wäblt, trat er 1346 in die Kanımer. Im Februar 
1543 einer Ber Hemegungsmänner, mar er Mitun⸗ 
terzeichner des Antrags, Das Miniſterium in Une 
flageftant zu veriegen u.murde in bie confituirenbe 
Seriammlung gewäblt. Am 20. Dec. 1549 wurde 
er Vlinifter Bes Innern, trat aber in Folge eines m 
ter Ratienalverſammlung am 15. Mai 1949 gegen 
ibn ausgeſprechenen Zatels zurück, übernahm ur 
im Diimifterinm vom 11. April 1951 Dies Porte⸗ 
teuille wieder: Anfang Tec. gab er abermals feine 
Dimifiien, privatifirte ſeitdem u. ft. im Dec. 1554 
in Diarieille. Wr icr.: Keforme des prisons, 
1836; L'union du midi, 1812; Recherches sur 
l’or et l’argent, 1343; Etules sur l’Angle- 
terre, 1845. 

Fauchet ıipr. Foſcheb), Clemene, geb. 1744 zu 
Dorneim Departement Nièeore, war Anfange Groß⸗ 
vicar bes Erzbiicheis von Bourges, dann königlicher 
Hofiprediger u. Abt zu Ventjert, nabm tbätigen 
Antheil an Der Revolutien u. beiand ſich an ber 
Spitze derer, melcbe tie Waftille ſtürmten; er wurde 
1791 conftirntioneller Biihei von Kaloados, in 
d. 3. Deputirter Der Geſebaebenden Verſammlung, 
dann Mitglied des Nationalcenvente u. flimmte 
bier nur für Geiangenbaltung rudwigs XVI. 
Dies u. feine Verbindung mit Den Girondiſten war 
Die Veranlafiung, daß Die Vergpartei, Die er heftig 
angegriffen batte, feinen Ted heilen. Veſchuldigt 
des Föderaliomus u. Des Tinverſtändniſſes mit 
Charlotte Cortay, murte er 31. ct. 1793 zum 
Tode verurtbeilt. 

Faucigny tier. Febſinji, ital. Keffigui), 1) Bros 
vinz im ſardiuſchen Herrzegthum Savoyen, grenzt 
an ten Schweizercanten Wallis u. an Die ſardi⸗ 
niſchen Provinzen Aeſta, Tarantaiſe, Ober» &a- 
voyen, Annecy u. Cbablais u. gebört zu ben böch⸗ 
ſten Landſchaften in Europa; Zweige der Penni⸗ 
niihen Alpen geben Durch fie bindurch u. lafſen 
bier miebrere ter böchiten Alpenbogen finden, ale 
den Montblanc mit Den Gletichern Des Cbamouny- 
tbales, Geant, Aiguille⸗verte, Aiguille-Argentiere, 
Aignille⸗du⸗Peidi, Mont⸗Vreventeu. andere nebſt 
vielen Eisbergen (Maudites); Daupefluß if bie 
Arve mit Gifire rechts, denen viele Alpenbäche zu⸗ 
fließen; auch Seen, wie die Gers, Flaim, Grand⸗ 
Yarcfier u. a., u. Sumpigegenden von nicht gerin⸗ 
ger Ausdebnung but Die Provinz. Dieſer Reichthum 
an Bergen u. Memäfiern, ſewie der häufige Wech⸗ 
jel zwiichen Berg u. Thal, wirkt beftiimmend auf bie 
Zemperatur, die von + 24" bie zu — 17° R. 
fteigt u. fälle. Die Luft ift fehr feucht u. Regen häu⸗ 
fig. An ven Bergen trifft man die berrlichfie Alpen⸗ 
flcra, Die Xbäler find fruchtbar u. aut angebant mit 


m kmbou, wo er von einem Iabrgebalt ı Getreide, Wein u. Chft; das Ibierreich hat Gem⸗ 


& Er wurde zuletzt preußiicher Seneraiconiul 
u. endigte fein Leben 1529 daſelbſt 
Sturz aus tem Fenfier. Leine Mic» 
gab er Barie 1815, u. ta fie hiee unter⸗ 
Sch wurten, Brüffel 1816 heraus. 
je v. w. Ziſchen. 


uud een 





fen, Steindöde, Yuchie, rLämmergeier, Murmeltbiere 
auizuweiſen; Das Mineralreich lietert Mühlſteine, 
Marmor, Blei, zum Ibeıl ſilberhaltig, Eiſen, Stein⸗ 
loblen, Kryſtall, Schiefer; auch gibt es Mineral⸗, 
Schwefel⸗ u. eiſenhaltige Quellen u. viele Waldun⸗ 
gen; 342 OM., 105,500 Gw.; ein Theil der Cinw. 


134 


neibt Bichzucht, viele Inchen ihren Erwerb im Han⸗ 
bei nadı der Schweiz, Deutichland, Frankreich. Ein- 
getheilt ift bie Prowinz in 10 Amter mit 95 Ge⸗ 
meinden, Hauptfladt ift Bonneville; 2) Dorf barin, 
um Amte Bonneville, mit altem Caſtell; 325 Ew. 

Faueiguy⸗Lucinge (Ipr. Genf Lüſengſch), 
ein altes, der latholiſchen Confeſſion folgendes Ge⸗ 
ſchlecht, welches in Frankreich u. im Königreich 
Sardinien begütert ift u. 1252 in ben Grafenftand, 
1696 zu Marquis von Fucinge, 1794 zu Fuͤrſten 
von Cyſtria u. 1829 auch zu Fürften von Yucinge 
erhoben wurde. Der bermalige Chef: Fürſt Fer— 
binand geb. 8. Sept. 1789 u. feit 1823 mit &bar- 
Iotte, geb. Gräfin D’Nfoubun vermäplt; fein älte- 
fer Sohn, Prinz Karl, n geb. 1825. 

Faueilled, les,(ipr. [äh Fohſills), Gebirgazug 
in ben franzöfiichen Departements Haute-Dlarne 
u. Bosges, gebt im W. ins Plateau von Langers, 
im D. in bie Bogejen über; bier entfpringen bie 
Suäue n. bie Maas, 

Faucogney (Ipr. Fohconjs), Markifieden am 
Brenchin ım Arrondifſement Lure bes franzöftichen 
Departement Haute-Saödne, am Fuße ber Vogeſen; 
Bereitung von Kirfchwafler, Gerberei, Baummoll- 
weberei, Bergbau auf Eiſen; 1550 Ew. 

Faufiliren (vo. fr., fpr. Fohfiliren), Bekaunt⸗ 
ſchaften antnüpfen. 

Faujafta (F. Cass.), Pflanzengattung nad 
Barthel. Saujas de Saint⸗Fond (geb. um 1750 in 
Montelimart, Oberauffeher bes Muſeums der Na⸗ 
turgeichichte zu Paris, fl. 1819; Berfafler mehrerer 
naturwiflenihaftliden Schriften), aus der Kamilie 
ber Compoaitse-Senecionideae-Senecioneae- 
Erechthiteae ; Art: F. pinifolia, in Rauritanien. 

Fauja a(F. d’Orb., Betref.), Korallengattung 
aus ber nung Polythalamia (Scähaörtel- 
toralle), ift fpiralig, reisförmig u. niebergebrüdt ; 
Art: F. carınata, in ber Kreide von Majtricht. 

von 1) faulig, in Fäulniß übergegangen; 
8) ſehr langiam gehend u. arbeitenb; baber Saule 
©er, fo v. w. Winbftille, Faule Küfte, vol Klippen 
u. Bänke; Sauler Grund, ſchlechter Ankergrund; 
Yaufes Shift, deſſen Boben mit Muſcheln, Eeegras 
u. Bart bebedt if. Das Schiff macht das Wafler 
faul od. mubbert, wenn es den Grund berührt u. 
dadurch das Wafler trübt; 3) Zaules Eifen, fo v. w. 
Faulbrüchiges Eifen. 

ulaffe fo v. w. Lori. 
ulbad, feichter Bach, welcher in Nieberungen 
mit wenig Kal u. ganz langlam fließt, |. u. Bach. 

Saulbaum, 1) Rhamnus frangula, faulbaum« 
ähnlicher Wegborn (f. Rhamnus u. Wegborn), 
Gattung aus ber Familie der Rhamneen; 2) Pru- 
nus Padus, echter Faulbaum od. — 
Art aus der Gattung Cerasus T. s. Prunus L.; 
8) Saprosma arborea Blum., aus der Fami⸗ 
lie der Rubiaceae, Baum in Java; das harte 
firchgelbe Holz hat, ebenfo wie bie Beeren, einen 
wibrigen, ben menſchlichen Excrementen ähnlichen 
Geruch; trampfftillendes Mittel. 

Ibaummotte 1) fo v. w. Tinea pomo- 
nella, ſ. u. Wpfelmurm; 2) T. frangutellus, 
Art der Motten; Flügel dachförmig, mit langer 
Sranfe, Rüſſel geroft, kurz; Farbe weiß, braun 
etüpfelt u. 8 edit: Raupe 24 Linie lang, zer» 
igt bie Faulbaumbtätter u. macht fih zur Ber- 
puppung ein lüuftliches Geſpiunſt; 8) T. padella 
(Hypomonenuta pad.), 


ottenart, Flügel oben 


| 


- Raupe gefellig in 
punktirt, auf i 


Faucigny⸗Luciuge bis Faulhaber 


trübweiß, ſchwarz gefledt, unten branr 
in einem Geſpinnſt, gel 
aul⸗ u. Obftbäumen. 
ulbrand (Landw.), jo v. w. Schm 
ulbrüdig (Haberig), von Cifer 
miürbe u. von geringer Feftigleit ift. 
Faulbrut (Bienenpefl), eine Kri 
Bienen, wenn die Brut in ben Zellen 
die Fäulniß berjelben einen peftilenzialifch 
in dem Stode verbreitet, wovon er ganz 
geht. -Zur Berhiltung ber Krankheit müfl 
len Bruttafeln entfernt werden. 
Saulbutte, ein Gefäß, in welchen b 
zur Papierfabrilation genannt werde 
Yaule, 1) fo v. w. Fäulniß; 2) (D 
w. Munbdfäule; 8) eine Art Brand (f. I 
treide; 4) (Baulgebirg, Bergb.), mürbe 
5) (Thierarzneif.), fo v. w. Hornfiftel; 
Strabis, fo v. w. Strahlfäule; Yäute | 
jo v.w. — — 
Faule Ader, eine von unterirdiſch 
Geräffer entftandene grundlofe Stell 
fonft guten Baugrunbe. 
ule Braune, jo v. w. Zungenkre 
auler Buttgefelle, bei der Papier 
ber Zeug, wenn er zu Boden fintt, |. u. P 
Fauler Yriede, fo nannten vie Sche 
richer) den am 2. März 1444 zu Babe 
Öfterreichern gefloffenen frieben, denk 
nicht genehmigten u. ihre Bevollmächtig! 
ten ließen, ſ. Schweiz Geſch.). 
ule Gaͤnge, Gänge, welche, wer 
erzführenden Gang treffen, entweder den 
werfen, ob. jertrlimmtern. 
Faules Gebirge (Faufgebirge), mür 
ges Geſtein, in welchem keine nütglichen Fo 
uler Knecht (Diath.), fo v.w. Tat 
nie Miagd, Vogel, jo v. w. Wiefe 
ule& Meer Sieraſch, Ouile 
ber weftliche Theil bes Aſowſchen Meere 
jem durch bie Yaubenge von Arabat getre 
ihm durch die Meeronge von Jenitſchi } 
ngend; bildet zerriffene Ufer u. viele 
ehr jeicht, nur theilweis mit Kähnen zu 
im Sommer fumpfig, bie ganze Umg 


end. 

Bauler Sag, ein langfam brenneut 
werksſatz, wie er z. B. bei den Zündern 
nenfchlägen verwendet wird. 

Faule Wetter (Bergmw.), die verbo 
in den Gruben, f. u. Wetter. 

Saulfieber (Febris putrida), eine 
ber Fäulniß ähnliche Zerjeung bes 8 
dingte Fieberform, |. u. Sieber. 

Sau ff, 1) Hierouymus von‘ 
Hieronyinus von Prag. 2) Peter, jo x 
Drespenfie. 

Saulhaber, Johann, geb. 1580 in Ulı 
das Weberhandwerk, beſchäftigte fich ab 
Mathematik, fo daß er bald ale Rechen 
Aufjeher über die Maße u. Gewichte in | 
flellt wurde. Wegen feiner Berbindung 
berüchtigten Alhemiften wurde er 1602 ı 
gefangen genommen, ließ ſich indeſſen ni 
nen alchemiſtiſchen Beſchäftigungen abbr 
ven er nach) wie vor mit greßem Eifer « 
war 1619 bei vem Feſtungsbau zu Ulm u 
ben zu Bafel thätig, lebte 1625—30 i 


ſrtien ıc., ebd. 1618; 


., &d. 1625; Ingenieure Echul, 


ebd 
1633; Canon triangulorum log- 
ageb. 1631; Zebntaufend Log»- 
1; Academia algebrae, 


dung ser Kube, ohne vor- 
rägbeit (in Bezug 

) nu. 2äffigleit in Be- 
wberte Tbätigfeit inter ih. Gin 


Schweizercanten 
Iren vom Brienzer See 8260 8. 
dee F⸗s iR nicht ſchwierig am 
Henrich bequeme Straßen hinanf- 
son Griudelwald, Die andere von 
mect u. die britte vom Giesbach 
ans aufder Höhe ift von Anfang 
September bewohnt. Die Auefldht 
B. geht Über dem größten Theil der 
‚ Ing, Uutermalden, Solo⸗ 
iburg u. Reitenburg. 
fo u. w. Faulniß. 


ah, fo u. w. Falknere Ieland. 
ite der Salzburger Alpen, 8100 


atredo, Yaulige Gährung), 
organifcher Diaterien bei 
Bafter, wobei fich Die Elemente auf 
ppiren u. zwar in der Art, daß die 
erbindbungen in immer einfachere 
lege die Endproducte der F. rein 
te nd; die Durch den thieriſchen 
ebeneprocek gebilteten Berbindun- 
vahei eime Folge von Ummandinn- 
ie Überführung des Kohlenſtoffe in 
tohlenwaflerftofl, des Waflerftofie 
Errdfloffs in Ammonial u. Gal⸗ 
tiefer Zerſetzungsproceß, au irgenb 
yer organiichen Dlaterie eingeleitet, 
‚die ganze Mafle ftetig fort, ohne 
der anfängligen Urſache, fobalb 
ngen bleiben, unter denen 
. mglich if. Dieſe Bebingunyen 
ſſe Temperatur, welche — 
wantt. Bei Temperaturen außer- 
gen geht die F. nicht mehr ihren 
ng, u. Broftlälte ob. Siedehitze her 
anf; 6) Gegemwart von Baljer; 
; Zeben iſt befaunt, daß 
ninete Gtofie der F. lauge Zeit 
dieſelbe aber jegleich beginuu, wenn 
at ey Atmoſpbaäriſche Luft iſt 
ang ber J. us ; 


Pr IESSEISSOELSFEIET- NSIRESIHRINISERISHEEN 
3 


Rat 


& 
27 


diefem 

u. Menynwelt überall 

Abamıin, Caſein, lbrin, ferner ß 

bien m. thierifchen Excremente. Bu bemerlen 

M noch, daß wiele organiſche Subſtau dann in 

egung übergeben tünuen, wenn fie mis ſaulenden 

in Berũhrung gebracht werden, fo verhal⸗ 

F 


niß 
bern u. den fie en faufenden Körper 


ten 


erment. Alle 
Die Role eines 
ige in rung zu 
rmente find im Stande, alle g ne 
zu bringen. Die 
befchleunigen, 


aber 


rhindern od. 
gemei bie ; 
et (antiſeptiſche) Mittel heben auch bie 
äbrung aut, jedoch kann wicht jedes jelche auti⸗ 
jepni —— . 08. Gäbrung — aufhe⸗ 
einzelnen e oweiſen u. die nähe» 
—— be $. —— —* u. ihre 


einen nach Fäces riechenden Stoff u. eine Säure, 
weiche in Tyroſin u. Ammonial zeriällt; bei ber 5. 
ber Galle entfiehen hauptſächlich Ehsloibinjäure, 
Zaurin, Ammoniak u. Sholjäure; bier, ſowie bein 
Käfefteff Diejelbeu Brobucte, weiche fi bei der Ein⸗ 
won Rarter wer — ers — —* 
weiter ſortgeetzter J. yeria e ren Zer⸗ 
ſetungeproducte wieber im einfachere, bie endlich bie 
legten, wie ſchon oben bemerte, rein nmerzamſcher 


136 


Natın find. In Bezug auf biefe lebten Probucte 


Fäulnißwidrige Mittel: bis Fauntleroy 


| Bedenweite bie Knie nicht zuſammenbꝛ 


ter 5. läpt fi im Allgemeinen folgendes jagen: | 


Eridftofibaltige Subftanzen zerfallen fo, daß ihr 
Stidftoff Ammonial bilbet, ver Koblenftoff Kohlen⸗ 
fäure u. Koblenmwaflerftoffi, Schwefel u. Pbospbor 
endlich Schwefelwaſſerſtoff u. Phosphorwaſſerſtoff. 
Stidftofffreie Körper liefern gewöhnlich ala Enb⸗ 
producte Koblenfäure, Kohlenwaſſerſtoff u. Waſſer. 
2) (Med.). In lebenden Körpern fanın eine eigent- 
liche F. nicht eintreten, meil fie dem Begrifje des 
Lebens wiberfpricht, am mwenigften im Blut, jo lange 
daſſelbe fih im Umlauf befindet, dagegen aber wohl 
tranthafter Weiſe eine Hinneigung zur F. (Baulige 
Krankbeiten). In theilweife dem Leben entzogenen 
Körpertheilen aber hat ber Brand, auch der feuchte 
Knochenfraß ganz den Charakter ber F. todter Kür- 
per n. theilt durch Berührung od. Einſaugung auch 
dem übrigen Körper gleiche Neigung, in Fäulniß 
überzugehen, mit. Hiernach belommen auch Krant- 
heiten befonbere Bezeichnungen, wie jsaulfieber, 
faule Boden, — LS unbfäufe, Zahnfäule 
u. a. 3) F. des Obſts, noch vor ber Reife ein- 
tretend, iſt Folge zu ſtarker Näſſe cd. auch iunerer 
Verderbniß, zumal bei Beſchädigung der Schale 
son Iufecten od, Inſectenbrut, bie ſich aus noch in 
die Blüthe gelegten Eiern entwidelt. Auch das ab- 
genommene Obft unterliegt, wenn es nicht getrock⸗ 
net u. der feuchten Luft entzogen ift, der natürlichen 
F., bei. wenn es in Hauien über einander liegt u. 
überhaupt in Berührung mit einander bleibt; 4) 
5. der Bäume, innere Verderhuiß bes Stammes, 
bef. wenn durch Abbrechen ber Afte, od. andere äu⸗ 
Bere Beſchädigungen an ber Rinte, dem Regen Zu- 
gang zu dem innern Holze gegeben worden iſt; 
auch andere Baumkrankheiten, bei. durch zu naſſen 
Boden berbeigefthrt, verurfachen F. Die meijten 
Bäume fterben dadurch ab, indem fie ven innen 
faulen, kernfaul, u. bobl werben. Um ber F. vor⸗ 
zubeugen, muß man bebeutenve Baumverlegungen 
mit Baummörtel beftreihen u. wo es gebt, das 
guule wegichneiden. RR 

ng autnipwibrige Mittel, fs. w. Antiſeptiſche 

ittel. 

Faulquemont (ipr. Follmong), Stadt im Ar- 
rondiſſement Die bes franzöjiihen Departements 
Moſelle; Serberei, Hutmacherei; 1200 Ew.; Dabei 
der Blaubrunnen, Duelle mit bläulichem Wafler. 

Faulſtimme, ehedem das Heine g auf ber Trom- 


pete. 

Fanlthieraffe (Baulthier-Lori, Stenops tardi- 
— Art aus der Halbaffengattung Lori (f. u. 

ali). 

Saulthiere (Tardigrada Cuv., Bradypoda 
Goldf.), Bemilie der zahnlofen Säugethiere 
(Edentata), mit behaartem Körper, rundlichem 
Kopfe, turzer Schnauze, ohne Schneidezübne, aber 
nit brei malzenförmigen Baden- u. einem Edzahne 
oben u. unten jeberjeitö; bie ganz in ber Haut ver- 
ftedten Zehen find mit großen Theiförmigen, m 
ter Rube nad innen u. unten zurüdgeichlagenen 
Krallen verfehen; zwei Bruftzigen; leben ım mare 
men Amerifa auf Bäumen, worauf fie mittelft ihrer 

roßen Krallen gut Nettern können, frefjen Blätter, 
Allen feinen Baum eher verlaffen, ale bis er ganz 
entblättert ift, figen auf den Bäumen faft Tage lang 
unbeweglich, geben mit eingeichlagenen Krallen auf 
bern Aukenranbe der Füße, müflen babei fich auf 
u flügen, können auch wegen ber 


ee — —— — — — — nn — 
— — —— ——. — — — — rn — — — 


Magen bat mehrere Säcke; fie brin— 
Junges. Man unterſcheidet: 4) F. 
eben (Acheus Zr, Cuv., Brac 
chwanz ſehr kurz; Art: a) Drei; 
(Gemeines F., Ai, Bradypus [A 
dactylus Cwv., Brad. Ai Wagl., I 
dus Wagn.), 19—20 Zoll lang, mit i 
langen Borberfrallen, bat röthlidgrane 
nadtes, ſchwarzes Geſicht, ift unten 
bat dunkelbraune Ringe um die Augen, 
den Wangen binziehen u.nach hinten ver 
Arme find faft noch eimmal fo lang alt 
feine Stimme läßt er nur bei Nacht in 
mäßig auffteigenben Tönen hören; hat ei 
zähes Leben, daß e8 mehrere Flintenſchi 
ten kann; iſt Durch Verfolgung ſehr felter 
b) Kapuzenfaulthier (Brad. tridı 
Br. euculliger Wagl., Br. guları 
eine Art langhaarige, chofolabenfarbige 
bedt ten Hinterkopf u. Nacken, Gefict ı 
weißen Haaren beflogen u. von furzen flaı 
eingefaßt; Oberjeite weißlich u. braun ge 
bes Rückens eine dunkelbraune Binde, | 
binten verliert u. in ihrem Anfange 
orangerotben Fled umgeben ift; * 
mittlere Vorderkralle 2 Zoll 3 Linien; 
lichen Südamerika; e) Rußbraunet 
infuscatus Wagl,), im nordweſtliche 
d) Haleband-Ai Geflecktes od. 
faultbier, Br. torquatus Illig.), 
furzen, wie verbrannten Haaren umge 
mit zwei Jeden, ver Schwanz fehl 
Cuv.. Choloepus Lug Art: | 
(Krüppeltbier, Unau, Ch. didacty 
braun, grobhaarig, Geſicht fpigiger; i 
als das Ai. Eigentlihe %. findet man 
Dagegen find Die Gattungen Megalon 
son ıt. Megatherium Cuvier (Me 
Cuvieri Desm., das Riefen-$.) ihn 
mwandt, Bärenartiges F., jo v. w. 
‚ Baulungdgewölbe (Faufungeort), 
in ber Papiermühle, wo Die Fanlbutter 
Faulweide (Salix pentandra), Be 
ans ber Familie der Zalicineen, f. u. 9 
Faulx (GZaur, ſpr. Foh), Flächenmaß in 
canton Neuenburg, = 2 Poſes & 8 B 
Pieds — 54,037 Ares. 
aum (Glash.) ſo v. w. Schaum. 
aun, 1) Waldgott, |. Faunus; 
ein lüfterner Menſch. 
auna, 1) (Müytb.), fo v. m. B 
2) jämmtliche in einem Laube vorbandı 
arten, wie $lora von ben Pflanzen; $) 
berjelben. 
— (röm. Ant.), ſ. u. Faunm 
auntleroy (ſpr. Fabntiereu), Hem 
1784 in London, widmete ſich dem He 
u. trat ſehr zeitig in das Bankierha 
Stracey u. Comp. ein. Hier verübte 
ärgſten Fälſchungen, namentlich um bat 
ſeiner Mündel, der Söhne eines gewi 
über 200,000 Pfd. St. betragend, mit 
Unterſchriften (bie er nachmachte, um 
lichen Formen ſcheinbar zu erfüllen), ay 
zu ziehen. Über 10 Jahre trieb er dies, 
er entbedt, n. da er auf einem Zettel ı 
3% babe gefälfcht, u. Darımter Die Sum 


Faunnus bis Faussebraye 


ie dezogen batte, zum Tede ver⸗ 
Revdember gebenkt. Es ging fpäter 
36 F. nur ſcheinbar gebentt u. mit⸗ 
en Halebandes gerettet, aber ſogleich 
züspertirt werden fei, we man ihn 
en baten mollte. 

nfel Bes Saturn, Sohn des Picus 
alter König der italieniichen Abori⸗ 
Nomrbe Diarica Bater Des Yatinus. 
Euander ten Play zur Srbauung 
in u. wurde endlich won Hercules 
5 feinem Tote wurde er ein meifla- 
bei. Pirtengett u. mit Dem griechi⸗ 
itificirt. Segen feiner Weiiiager⸗ 
tund u. Betuelus. Mit ſeiner Ge⸗ 
ı®&. Fatua 1. Bona Dean, zeugte 
Kanzen), frummnafige Waldgẽötier, 
bringen u. Bocklfüßen; Tiefe galten 
Eßer ıı. Mebrer der Heerten u. ala 
‚weile wegen ibrer täppiſchen Zärt⸗ 
en Rımrten überall gefleben wur⸗ 
tenzett bien er auch Yırpercusii. 
Min weibete ibın bie Eiche u. ben Ül- 
Rümn. den ‚yamen ten 1%. Febr. 
der Tberiniel, we jein Tempel ftantıı 
Fr. ar tem Yante die Paunalla; man 
mu Rilch⸗ u. Weinſpenden u. bielt 
ai: bie Arbeitsibiere lieh man frei 
in. die Sklaven fib auf Kreuzwegen 
Treuen. Tie Faunen maren ein be 
an ter Bildenden Kunſt u. manche 
derſelden fine uns erbalten. Dieſe 
febr zen einander ab, wie es beileiner 
er zriechiſchrömiſchen Götter der Fall 
rebl als ſchẽngeformte Knaben von 
licher Aumuth überhaucht erſcheinen, 
ẽrper, auf Weſen ven niedriger Gat⸗ 
h der ibieriſchen Natur nähert u. ſelbſt 
ı u. Hörnern verunziert iſt. Dae 
nbile des Altertbums war der Faun 
inter Tripodenſtraße zu Atben mit 
Ber:bestes, d. i. ber Weitberübmite. 
"in Marmor ſind una daven erbal⸗ 
ſich eins im Dreddener, ein anderes 
nicum deñndet. Äbhnlich dieiem, u. 
meinnen Baumſtamm anlehnend, iſt 
ide Faun. Andere berüfmte antile 
ıE der kaum mir Dem Pintenapfel, 
tem Acdben, ber Faun mit tem 
n der Münchener Myptorbef: u. der 
nn :Wüfte ebentafeleft‘. 

v. m. Crang- ltang. 
ıt (pr. Feoblmeng, franzöſiſcher 
fenkurg:, 1) ebemalige Graffchait 
n6 Limburg (zwischen Maſtricht u. 
orf, früber Stadt, an der Geul im 
mBezirk Maſtricht; die Feſtungs⸗ 
1672 von ken Franzeien geſchleijt; 


fer. Febkjeb), Graficaft im Staate 
tamectita), 32 OM.: Fluſe: Rap⸗ 
er u. Geeſe⸗Creek; Beden fruchtbar; 
ſie, Weizen; Rindvieb⸗ u. Schar 
eldminen: Gemwerbtbätigfeit in Leder; 
liexand ria⸗Eiſenbabn burcichneitet 
erganiũrt 1759, genaun: nach Franucis 
taligem Geuverneur ven Virginia; 
‚ Gw., wernmter 10,350 Sklaven; 


—u ein une 


Sauptert: Warrenten. Darin auch der Poſtort 
Bauqnier White Gulpbur Springe ſpr. Fohljehb 
Hueit Sölför Springe, am Rappabannod-River; 
Schweſelquelle, beiuchter Badeort. 

Faurefmith, auftlübenter Ort mit anſebnlichem 
Handel, in der Tranje⸗Rivier⸗Republik im öſtlichen 
Eübafrila. ' 

Yauriel (pr. gebritbli, Claude, geb. 1772 in 
Et. Etienne, ftutirte in Tournon u. ſchleß fich ber 
Revolution an, er trat in bie Armee, wurde 1793 
Lieutenant, gab aber balt feine Entlafiung a. wurde 
Mitglied Des Gemeinderatbes in Zt. Etienne. 1795 
begann er jeine journaliſtiſche Tbätigleit in Der De- 
cade, ficb zu gleicher Seit mit tiergebenten Stu⸗ 
dien über alten ıı. medernen Zpraden u. Viteratur 
beichäftigene; kam furz ver Dem 18. Arumatre nach 
Paris u. wurde Polizeibeaniter bei Foucht‘. einer 
gutmütbigen Zinnesart entiprach Dies Amt nicht, 
weshalb er es nieterlegte, um garıy den Wiſſen⸗ 
Ichaiten zu leben. Kr trat 1800 m freuntfchaftliche 
Beziehung zur Krau ren Ztacl u. Venj. Conftant 
u. 303 nad dem Yanbjig feiner Freundin, Der Frau 
ren Kondercet. Den bier aus fand er mit vielen 
bervorragenten eriönlichleiten ter Schriitſteller⸗ 
melt nicht nur Frankreichs, ſondern auch Deutiche 
lante, Italiens u. Englante in Verbindung u. ge⸗ 
noß wegen jeiner tieien Nenniniie, feines webl⸗ 
wellenden ſchlichten Charallers u. feiner treffenten 
Kritik die allgemeine Achtung ter jüngeren Gelebr⸗ 
ten. Nach kein Tote ter rau ven Cendorcet 1522 
brachte er zwei Jahre in Italien zu, wurde 1530 
BVreiefier der ausläntiichen Yiteratur an der Fa- 
cult& des lettres, trat 18:36 in Die Acaddmie des 
inscription« u. fl. am 15. Juli 1444. Gr liber- 
feste Yuaggeiene Bartbenaie, n. Aufl. 119: Man⸗ 
zonis Tragödien, 1823;: Neugriechiſche Velkolieder, 
Par. sah, 2Bde. ideutich von W. Müller, 125); 

ab beraus das alte prowenualifche Gedicht über den 

Ieigenfertrieg (C'roisade contre les Albigeo:s), 
Bar. 1828; u. fchr.: DBiegrapbien ven Taute u. 
?ope te Vega: Hist. de la Gaule meriı sus 
la domination des conqudrants germains, ‘Par. 
1136, 4 Bde. Seine ven IN32. 33 gebaltenen 
Vorträge erjibienen nach feinem Tede gelammelt 
ala: Histoire de la poesic provengale, Kar. 1946, 
3 Abe. 

Fausse alarme (Ir., ſpr. Foſſ alarm), blin⸗ 
der Yürın. F. attaque (ſpr. Fefi attab), falfcher 
ange 

aussobrayo (fr., ipr. Foſibräã, Nieber- 
wall), Erdtbruſtwebr ver tem Hauptwall int 
@raben, Die fib nur wenig ct. gar nicht über 
ten Rauberizent erbebt; fie ſoll eine frentale, nie» 
tere Bertbeitigung des Hauptgrabens erzielen. Zu⸗ 
erſt von den Nieterläntern angewendet, mar tie 
F. nur durch ibren Wallgang von Dem Hauptwall 
getrennt (angebanngene, attadirte x... Hier⸗ 
bei maren jeboch Lie Vertbeitiger Der 75. durch Tat 
feindliche Wurfiener u. Die abgeichofienen Stein⸗ 
trümnıer bes Hauptwalls ſebr gefäbrbet, auch wurde 
die Zturmireibeir Des Hauptwalle veruingert, Dede 
wegen trennte man ſpäter Den Hauptwall durch 
einen Graben von der A. (abgeſeuderte, Dee 
tachirten.? Coebern, Yantabera, Birgin u. And. 
haben die F. nicht blos bei tem Hauptwall, fondern 
auch bei Außenwerken fiir vertbeilbaft gehalten. In 
ker neueften (deutjchen) Befeſtigungsmanier wird 
tie 3. durch Deienfiolaiematten erjegt. 


Fansse conche bis Kauft 


Fausse couche (fpr. Foſſ kuſch), Fehlgeburt. | 1588, 1589, 1591, berauageg. von € 


uſſet (fr., ſpr. Foſſä), fo v. w. Kalfet. 

uſfigny, Provinz, jo v. w. Faucigny. 

uſſiren (v. fr.), krumm bleiben, wenn etwas 
es nicht jollte, z. B. eine Klinge. 

Fauſt, 1) Anbeutung, wie fich ein Pferb durch 
ben Zügel leiten läßt, jo: ein Pferd in die $. 
nehmen, es burch bie Zügel fo handhaben, daß ee 
gehorche; von der %. gehen, blo® auf Rachlaffen 
bes Zügels fih in Galopp jeen; eine ſchwere 
8. hat ein Reiter, wenn er den Bügel immer ftraff 
anzieht; ein Pferd liegt ſchwer in der F., 
wenn es fich auf das Sehih ftarf auflehnt; 2) fo v. 
w. Fauſtamboß; 8) öfterreichiichese Maß, um bie 
Höbe der Pferbe zu meſſen, — 4 Zoll. 

Kauft, 1) Guſt), Johann, Golbarbeiter u. 
reiher Bürger in Mainz, verband fi um 1440 mit 
@utenberg, welchem Geld feblte, um defienerfundene 
Buchdruckerkunſt zu vervolllommnen, u. gab Beter 
eheiffer, welcher bie Buchdruckerſchwärze erfand, 
ſeine Tochter zur Ehe. Sie begannen einen Drud 
der lateiniſchen Bibel; allein kaum waren einige 
Bogen fertig, fo entzweiten ſich F. u. Gutenberg, 
u. F. behielt ftatt feiner Forderung bie Druderei, 
die er nun in Verbindung mit Schoiffer gemein- 
ee trieb. Er reifte mit feiner Bibel nad 

aris, verfaufte fie als gefchrieben fehr theuer u. 
war fo ber erfte, unter beffen Namen bie Buch⸗ 
druderei belanut wurte. 5%. fl. 1466. Ganz ver⸗ 
ſchieden von ihm, obgleich oft mit ihm vermedhlelt 
(wobei man den Mönchen bei. Schuld gab, F. wegen 
der Echmälerung ihres Abſchreibeverdienſtes ver- 
Täumbet zu haben) il: 2) Dr. Johann$., der Sage 
nach ein berüdhtigter Schwarzlünftier, wahrjchein- 
lich um 1480 zu Knittlingen (Kunblingen) im Würt- 
teınbergifchen, nach anderen Angaben in Roba bei 
Weimar cd. im Anhaltifhen geboren, fol in Krakau 
tie Magie ludirt haben, in welcher er audy fpäter 
feinen Famulus Wagner unterrichtete. Nachdem er 
bie reiche Erbſchaft feines Cheine verſchwendet hatte, 
machte er auf 24 Jahre einen Pact mit dem Teufel, 
der ihm einen Geiſt, Mephiſtopheles (f. d.) genannt, 
zur Verfügung ftellte. 5. bediente ſich ver Hülfe 
deſſelben, um ſich Die Diittel zu feinem wüſten Leben 
u. Treiben zu verfchaffen, reifte mit bemfelben um- 
ber u. fette bie Welt durch feine Zaubereien n. 
Wunder in Staunen, bis ihn enblic Im Dorfe 
Rimlich bei Wittenberg (nach anderen Berichten in 
einen ſchwäbiſchen Orte) der Zeufel umbradte. 
Daß ein Mann, Namens Johann od. Georg Kauft, 
ber durch feine Kenntniffe u. Tafchenfpielerfünfte 
tem Tolle imponirte, wirklich etwa zwifchen 1480 
u. 1540 gelebt babe, ift faum zu bezweifeln, ta er 
von mebreren Zeitgenofien (Zritbemius, Diutianus 
Aufus, Ich. Manlius x.) erwähnt u. befprochen 
wird. Eein weitwerbreiteter Ruf veranlaftte, Daß 
feit alten Zeiten umlaufente Geichichten von wun- 
terbaren Künſten, welche von Albertus Dlagnus, 
Erloif ven Fulda, Simon Magus, Ichannes 
Teutonicus, Scotus, Baracelfus erzählt wurden, 
durch Lie Tradition bes 16. Jahrb., vielleicht auch 
durch bewußte Abfichtlichleit, auf feinen Namen 
übertragen u. vereinigt wurten. Gin unbelannter 
oberrheinifcher Autor veranftaltete bie erfie Samm⸗ 
lung ber Zauberſchwänle unter $-8 Namen (Hi- 
storia von D. Ichann Kauften, den weitbeichrepten 
Zanberer u. Schwarztünfler :c., zuerſi Frij. 1587, 
wieder abgebrudt in Scheibles Klofter, Dh. 2, 


1846), dierafch nach Niederdeutichland 
Lüb. 1558), die Nieterlante u. Er 
u. auch in Verſe gefleivet (Kopenh. 
wurde. Unter Benubung Diefes I 
einer banbfchriftlihen (ſchon vor ber 
breiteten) Sammlung ftellte &. R. W 
brei Theile Der wahrbaftigen Hifto' 
grewlichen und abſchewlichen Sünben 
auch von vielen wunderbarlichen v 
abentheuren fo D. Johannes Yauftr 
ben (Hamb. 1599, 3 Bde.), zuſammen 
diefelben mit moralifirenden Anmeı 
dem fouft allzu vedenklich erfcheinend 
Eingang nicht zu erfchweren. Seitd 
17 — das Fauſtbuch längere Zeit 
von dem Nürnberger Arzte J. N. P 
weiterten moraliihen Betrachtungen 
gegen Mißdeutungen verwahrt wur 
nach deſſen Tode (4. Ian. 1674) unte 
Das ärgerliche Leben vnd ſchreckliche 6 
beriichtigten Ert- Echwartlünftlere | 
(Nürnb. 1674) erfchten. Diefe Arbeit 
öfter gebrudt: Nürnb. 1681, 1685, 
1717, 1726, Srtf. u. Lpz. 1726, Rent 
die Anmerkungen). Die Grunblage 
Jahrmarktevolksebuches bildet Des ba 
Welt berufenen Ert - Schwarttiünftle 
rer® D. Johann F. mit dem Teufel 
Bündniß (Ari. u. Lpz. 1728), im 
eine Wieberbolung ter Widmannſcher 
effen Anmerkungen u. Betrachtungen 
berlieferungen ber Volksbücher befla 
zum Theil noch jet eine Reibe von S 
ım Volke fort. Als das Vollsbuch F⸗ 
endet hatte, konnte es nicht fehlen, 
Zauberbücher untergeſchoben wurden 
hören unter Anderem: D. F⸗s groß 
tiger Höllenzwang u. D. Fauſtens M 
Wunderbuch od. der ſchwarze Habe, v 
erftere 1509, das zmeite in Pyon 146% 
fol, obgleich beide unzmeifelbaft im 
18. Jahrh. verfaßt wurten. Da die} 
blos den Moraliften, fontern aud I 
reihen Stoff bot, jo wurde dieſelbe 
der Dichtkunſt aufgefaßt. Neben ver 
fung ſcheint ſchon am Ende bes 17 
dramatiſche Dearbeitung in Aleraubri 
worden zu fein, bie für das Volks⸗ 
theater verwentet wurbe u. Goethe zu 
veranlaßte. Diejed noch gegenmärti, 
nettentheatern in verjchiebenen Beart 
Beliebte Buppenipiel von D. F. wurte 
dinge (Epz. 18550) gedrudt. Wgl. ı 
Puppenfpiel ven D. F., Beim. 1656. 
lich iſt dieſe dramatiſche Form auf 
Schauſpiel von Chrifiopb Marlowe 
W. Miller, Berl. 1818), der feinen 
1587 — 93 verfaßte, zurüczubeziehen 
ſcheinlich durch bie engliihen Komik 
Dentihland. Außer dem Puppenf) 
15. Jabrb. aub ein Stild ven F. 
Bühnen gegeben werben fein. Durch 
matiihe Bearbeitung ber Hauftlage, 
Theil unter dem Titel: D. F., eir 
(tp3 1790), umgearbeitet ale: %., ı 
Tüb. 1808), erſchien u. den nach 
be ber zweite Theil (Stuttg. 183 


Baufomboß bis Fauflina 


tief philoſopbiſcher Aufiaflung zum | wierte mefienter, verfläßlter Hammer, mil welchem 


trichen Auerrud für ben ewigen 
tu. Boõſe, für das rubelofe Streben 
Menichen erboben. Von anderen 
7 Fauſtiage Lürften bervorzubeben 
eifterbaftes Bruchſtück: F. u. Pie 
n tefien Theatraliſchem Nachlaß, 
.Müllers D. 5-8 Yeben, Danb. 
Ss Leben, Tbaten u. Hölleniahrt, 
1791; des Graten von Schen 
Ichautpiel, Augsb. 1791; Schiufs 
tiſche Bhantafte, nach einer Sage 
Lpz. 1509; u. Klingemanns %., 
p3. 1515; ferner Die Arbeiten 
sau, Braun von Brauntbal, Yec- 
ich Die Biltente Kunſt nahm fchen 
suftiage zum @egenitante, 3. B. 
Chriſteph ven Sichem, jemwie ın 
boethes Kauft Cornelius u. Nekich. 
vr m Auerbache Keller in Leipzig, 
Jakre 1525, Nellen einen Spul bar, 
zhiftepheles in diefem Yocale aus⸗ 
M Über 5. u. die Faufiſage vgl. 
m Eqruten von Neumann (Wittenb. 
346) , ven zwei Anenumen (Gurieuie 
x, Tree. u. Lpz. 1702, u. Hiſte⸗ 
wu. Zeil. 1722), von Türe, Heu⸗ 
Söhler (Hiſtoriſch⸗ kritiiche Unter⸗ 
1791:, bei. tie Abbandlungen 
ı Rauımers bifterifchen: Taſchenbuch 
m Ecmmer (in (Erich u. Grubers 
Ext, Br. 42:, jomie Roſenkranz, 
wunterbasen Diagus, zum Ber- 
ſtichen Kabel, Halle 1329, u. Peter, 
aufttage, 1949, 2. Aufl. 1851. 
Sbriftorb, geb. 1755 au Roten 
war früber Arzt in Rotenburg, 
m, feit 1798 Schaumkurg -Yippe- 
Rüdeburg, verbreitete jeine Ideen 
a Belkeglück eifrig durch Schrif⸗ 
nGeſundheite katechie mus, Bücdeb. 
pꝛ 1802 (auch lateiniſch, böhmiſch 
ser Schriit: Wie iſt Ber Geſchlechts⸗ 
sen in Ordnung zu bringen? 
‚ engliih Yend. 1742) trug er bei. 
te Kinterfleitung an n. eiierte 
Tragen ber Heſen, legte dies auch 
Nationalverſammlung in einer 
a6b. 17392, vor; er ſchr. für Aus» 
tterpeit, Büdeb. 1794, u. ſendete 
5 zu Raſiadt, 1798 u. 1800, Fol., 
s Die Kubpeden kelannt wurden, 
e allgemeinen Inıpfung derſelben 
x eine eigene Beinbruchmaſchine, 
heburtslager nebſt Wiege, Büdeb. 
‚u.2.a.an. In fpäterer Zeit ift 
ze Borfchläge zu Anlegung einer 
die genau nah Südoſten Rerb- 
u follte, fo daß alle Wobhnungen 
le Gärten nach Nerden zu lägen, 
ige zu Ginrichtung ven Kornver⸗ 
ru u Kornpapieren, Hann. 13925, 
u. Erf. 1642 in Rüdeburg. 
‚ feiner Amboß mit glatter Babn, 
uäzufchlichten; bat er eine runde 
T Baatambofeiien. 
„altes turzes Schießaewebr, Piſtol. 
626 Zoll ianger, I! Zoll ins de» 


ber Bergmann das Giien in das Seflein treibt; er 
bat zwei breite verfläblie Bahnen (Aäufeibabnen) ; 
ber eilerne Theil beißt Mänfteleiten, ber hölzerne 
Stiel Bäukteibeim. Man untericheider nach dem Ge⸗ 
brand: Hand⸗, Ort⸗, Keil⸗, Runf-, Fim⸗ 
mel⸗, Satze, Bohr⸗ u. Schneidefäuſtel. 
letzter bat ſiatt der zweiten Bahn eine Schärfe, 
rechtwinlelig auf der Achſe des Helme ſtehend, um 
Lie haltigen Exlden von den tauben recht genau 
trennen au fönnen. Die gewöbnliden F. miegen 
6 Pfe., Die Bohrfüuftel zum zweimännigen Bohren 
aber 16 Fir. 

—— (Kürſchn.), ſ. u. Handſchuh. 

uſthobel, gewöhnliche kleine Hobel. 

Fauſthuhn (Syrrhaptes Jllig., IIeteroelytus 
Vieill.), Gattung aus der Familie ter Sand⸗ 
bübner, den Welthühnern verwandt; Schnabel 
kurz, dünn, gewölbt, Nafenbede befledert, Daumen 
feblt, alle Zehen vermadien u. wie der Yauf mit 
furzem Klaus: Fügel flach, lang u. ſpitz, wie bei 
Zauben ; lebe monogamiſch, füttern aber Die Jungen 
nicht u. bemobnen bie Steppenläuter Aſiens; Art: 
Baſtardhuhn (S. paradoxus, Tetrao parad, 
Pal), oben gran u. ſchwarz geſchuppt, unten 
ſchwarz, Flügel rörhlich braun, mit einigen gelben 
Fleden u. Ringel am Halle; in der Tatarei. 

Fauſtin (v. lat.), der Glückliche, männlicher 
Borname. 

Fauftin I. (Soulouque), Kaifer von Hayti, 
wurte 1737 als Eklav in Petit (Yrava geboren u. 
erbielt nach Aufhebung der Sklaverei u. ter ſranzö⸗ 
ſiſchen Solonien 1793 feine Areibeit. In feinem 
16. Jabre trat er ale gemeiner Soldat ınter Defla- 
lines in Dienfle, awancirte bald, kam 1811 zur 
Savaflerie u. erbielt 1820 eine Dauptinanneftelle. 
Unter ber Präſidentſchaft Boyers gebörte er zu deſſen 
Umgebung; 1840 wurde er Major u. 1943 Oberſt; 
1846 erhielt er als General bie Commandantur von 
Portau-Brince u. murte nach Richere Tote, 1547, 
Präfident Der Republif. Gin von ihm vorbereiteter 
Staarsftreich gegen bie Farbigen fam 1945 im 
April zur Ausführung. Um einer angebliden Ver⸗ 
ihiwörung ter Mulatten rechtzeitig entgegen zu 
treten, wurden biefe in einem faft viertägigen Blut⸗ 
bade theile in ten Häufern u. Straßen nieberge- 
ınegelt, tbeila obne alle Korm hingerichtet. Seine 
Dachte befeftinte fich feit dieſer bintigen Kataſtrophe; 
obgleich ein gegen ten öſtlichen, fpanifch redenden 
Zbeil ter Inſel Hayti, gegen bie Mulattenrepublil 
San Domingo gerihteter Feldzug, um auch Biefe 
zu unterwerjen, nicht glüdlich ausfiel, fo bemäch⸗ 
tigte er fih Loch 1849 ın Pert-au-Prince ber eber⸗ 
fien Staategewalt u. wurde 1850 ale %. I. zum 
Kaifer von Hayti gefrönt. Eine nochmtalige Krönung 
erfolgte am 18. April 1852. Über feine Regierung 
u. feine unglüdlicden Kriege gegen Die Republik 
S. Demingo ſ. u. Hayti (Beich.). Die Einrichtung 
feines Hofes nach franzefiibem Muſter u. feine 
Nachahmung der Napeleoniſchen Staatseinrihtune 
gen, wobei er e& nur zur einer Carricatur derſelben 
bringen konnte, baben ihn in den Augen Der civi⸗ 
tifirten Welt zu einer lächerlicben Figur gemacht, 
wäbrent feine barbariſche Willfürberrichaft die finan⸗ 
ielle Kraft u. ten gefeßlichen Halt ſeines Reiches 
In gänzlich zerrütteten. Seine Gemablin heißt 
Zurita. 

Fauſtina (db. i. Glücliche), weiblicher Name; 


: 440 


Faͤuftinopolis bis Favale 


1) Aıınia Galeria F., Tochter des Präfecten | Befugniß des Adels, mittelſt tes 
Aunius Berus, Gemahlin des Kaifers Antoninus | Gelbftgenugtbuung zu verichaffen. - 


Bius; fie ft. 141 n. Chr., im britten Sabre nach 
ihrer Dermählung, an ben Folgen ihrer Aus- 
fchweifungen. Zu ihrem Gedächtniß murbe eine 
Waiſenanſtalt für Mädchen errichtet; die Darin auf. 
genonmenen bießen Faustinlänae, vgl. Alimen- 


Konrad II. bekräftigte Gottesfriede 10 
u. Burgfriede unter Friedrich I. for 
nur wenig mildern. Erſt ala Das j 
Interregriums, 00n1250— 73, feinen 
punkt erreicht hatte, u. ber Geift edl 


tarii 2). 2) Annia$. (F. die Jüngere), Toch⸗ | mit feinen Fehdegeſetzen einſchritt, ve 


ter der Bor., Gemahlin Marc Aurels, ansichmei- 
fend, jedoch in ihres Gemahls Seltftbetrachtungen 
ſehr erhoben; fie ft. 175 auf einer Reife zu Halala 
in Rataonien (f. Fauſtinopolis). 8) Annta, Enle⸗ 
lin der Bor., Tochter des Claudius Severus, Ge- 
mahlin des Pomponius Bafius, Statthalters von 


Möſien, dann des Mörders ihres Gemahls, des | 


Kaijers Ad ae ber fe berftieß. 4) F., Wittwe 
des Kaiſers Conſtantius IL, warf ſich mit ihrer 
Toter Conſtautia dem gegen Balentinian ale Ge⸗ 
genkaiſer fich erbebenden Prokopius in die Arme, 
unterftütte denjelben u. vermählte fih mit ihm. 

. Fauſtinopblis (a. Geogr.), Stabt in Kataonien 
in Alten, vom Kaijer Marc Aurel an ber Stelle bes 
Fledens Halala gegründet, nachdem bier 175 n. 
Chr. feine Gemahlin Fauſtina geftorben war. Der 


Ort wurde zur Colonte erhoben u. der Fauftina ein | 


Tempel gemweibet; fpäter wurden in bemjelben bie 
Kaiſer Saracalla u. Heliogabalus verehrt. 

Fauftituß, römiſche Gottheit ber gebeiblichen 
Vicehzucht u. der Aderiruditbarteit. 

Sauftfampf (gr. Pygme, lat. Pugilatus), 
Kampf, in welchem fi Die Kämpfer (Pugiles, 
Byltä) mit der Hand, bie fie bi8 an den Unter- 
arm mit dem Himas (lat. Cestus, Cäftus, 
einen ftarlen, rindsledernen Riemen, welcher 
ſpäter noch mit Blei od. Eiſenſtücken verſehen 
wurde) ummidelt hatten, ob. auch mit ber bloßen 
geballten Kauft in das Geſicht u. vorzüglich hinter 
Die Ohren fchlugen. Verwahrt waren fie am Kopfe 


egen gefährlihe Schläge Durch tie Amphotig | 
t winde entfteben. 


eine wollene od. leberne, mit Blech beſetzte Obr- 
Tappe), wiewohl dennod oft Einem die Hirnfchale 
zerichlagen wurde. An einen andern Theil bes Kör⸗ 
pers ale auf den Kopf zu ichlagen, verbot bas 
Kampfgeſetz. Stürzte der Eine von einem Schlag 
Ben nieder, jo war er befiegt, u. ter Andere 
urfte nichts niehr gegen ibn unternebmen. Bei 
dem einfaden F. war auch fireng verboten, ben 
Gegner niederzumwerfen; dagegen gab es einen mit 
Ringen verbundenen $., Panlration (bie Käm- 
pier Banlratiaften). Die Fauſtkämpfer pflegten 
den Apollon um Beiftand beim Kampf anzufleben, 
weil berfelbe einft ben gegen bie Götter freveinben 


Phorbas im Fauftlanıpfe erlegt hatte. Gemwöhnlicher | 


war ber. auf ben griechifhen, als römijchen Xamıpfe 
plätzen. Als Vorbild aller Zauftlänpfer galt Boly« 
beufes (Bollug). 
Fäuſtling, 1) (Kürſchn. u. Strumpfw.), f. u. 
Handſchuh; 2) ein breijähriger Karpfen zum Sat. 
Fauftpfand (lat. Pignus), ein bemegliches 
Werthſtück, welches als Pfand fiir ein Darlebn dem 
Feuftgläubiger (Creditor pignoratitius) überliefert 
it, f. u. Pfand u. Gläubiger. 
uftpinfel, der Binjel der Maurer. 
auftrecht (Jus manuarium), bie feit ber Au⸗ 
legung fefter Burgen, bei ber Eriegerifchen Hcheit 
des Mittelalters u. ber Unnolllommenbeit u. Kraft⸗ 
Iofigfeit des damaligen Rechts, fih im 8. Jahrh. 


bon Habsburg, der viele Raubichlöf 
abzuschaffen; zwar erbob es nach fei 
Haupt noch einmal gegen die Golden 
allein die Bildung des Schwäbilchen 
ber Ewige Yandfriebe u. Die von Ma 
ebene KanınıergerichtSorbniung 149 
bien ein Ende. Bon da kamen 
Anwendung bes F⸗s nur einzeln vor, 
im den Grumbachſchen Händeln, u. | 
Ende des 16. Jabrh. gänzlich auf. F. 


‚meine Gejchichte des $-8 in Deutſchla! 


Fauſtriemen, bie Trobbel des P 
Savalleriejäbel. 
Fauftfage, f. u. Fauſt 2). 
Waujtjäge, fo v. w. Handſäge. 
Fauſtſaßz, Fiſchſatz aus ung 
auftilus, Hirt, Gatte der Acca 
auftus, 1) F., Biſchof zu € 
Jahrh. berühmt Durch feine Bertheibi 
nichäismus; gegen ihn ſchrieb Auge 
Viſchof von Rhegium, geb. in Eng 
Klofters Lirinum, vertheibigte geg 
die ſemipelagianiſche Anſicht, die er 
in ſeiner Schrift: De gratia dei 


| mentis libero arbitrio. Er ſt. um 


Fa ut, f. u. Solimifation. 


 . Faute (ir., ſpr. Foht), Fehler, X 


mieux (fpr. Foh d'miö), in Erme 
Beilern. 

Fauten (Seem.), die Furchen ob. 
die auf der Oberfläche eines Taues 


—— (v. fr., fpr. Fotolj), fo! 
autfracht, Bergiltung, welche 
fordern hat, wenn ber Betrachter ! 
nicht zu ber contractlichen Zeit an B 
n. das Echiff ohne dieſelben abfahren 
trägt gewöhnlich das Ganze der bebu 
Hebt der Beirachter den Contract a 
Schiff angefangen bat zu laden, fo 
eine geringere F., meift bie Hälfte, 
zu zablen. 
“ Fautor (lat.), Gönner, Beförbe: 
Beforderer des Berbrechens, |. u. ( 
delictum. 

Faupille (ſpr. Fohwill), Markt‘ 
rondiſſement Yvetot des franzöfiichen 


| Seine -inffrieure; 1400 Em. 


Faux (lat., Schlund, Bot.), die 
einem röhrenförmigen Pflanzentbeile, 
mwachjenblätterigen Blumenfrone, bi 


Saum übergeht u. Die oft eingefchnit 


bei ber kugel⸗ u. glodenförmigen 
cd: mo der Saum zurüdgeichlagen il 


| rad» n. präfentirtellerförmigen Blum 


Faux (fr., ſpr. Foh), falſch, un 
F. pas (ipr. Foh pab), Febltritt. 

a Heine ſpaniſche Ruderſchal 

aväle, Marktflecken am Sinno in 


ausbildende, 6 Jahrhunderte hindurch währende negro der neapolitan. Provinz Bafilic 


Favanconrt bis Favolus " 141 


rt, ſ. Berneb - Kapanccurt. engliſchen Grafſchaft Keut; 4000 Ew.: bier einige 
zleden in der ſicilijchen Previnz Gir· Pulpermiiblen. 
rebigen Schwefelgruben u. 300 Gm. Favöte linguis (lat.), enthaltet eucb profaner 
—* lade (ipr. Fawabr d' vanalad). Webe! rief der römiſche Prieſier beim Beginn bee 
ean, Baron be F., geb. um 1769 Opiero. 
eur im Be;irf Mohr, wurde febr | Faveur itr., fpr. Fawẽhr), 1) Gunſt, Gewogen⸗ 
entsatrccar in Paris, 1792 Com⸗heit; 2) Gunſt, wenn Waaren od. bie Actien ge⸗ 
Civilgericht in Iſſoir, 1795 u. 98 , fucht find u. dadurch im Preife fleigen. Daher 
dann Mitglied des Rathes ber Fünf | Baveurtage, fo v. w. Reipecttage. 
fidirte nach ber Revolution vom 18. ı Faviäna (a. Geogr.), römiſches Caſtell in No⸗ 
ige Zeitim Tribunal, fam 1808 ale | ricum, unmeit ber Mündung ber Enne. 
Kaffationehof, trat im Geſeygebenden Faviäna actıo, tie Rlage, melde nach römi- 
Kaiſerreich auf, wurte 1913 Staats» | fhem Recht dem Patren, wenn ihm ter reigelaf- 
der er 1317 von der Reftauration bee | fene zwar im Zeftament zum Erben eingejett, aber 
‚uf. 1931 in Paris. Er fchr. u.’a.: ; ben ibn gebührenten Pflichttheil Durch doloſe Ver⸗ 
du code virvil ete., Bar. 1902, | äußerungen unter Lebenden gefehmälert batte, auf 

ie civil «les Francnis etc., ebd. 1304, | Revocation dieſer Veränßerungen eingeräumt war. 
pertoire de la nouvelle legislation | Cine unbegrüntete Praris hat Diele Klage als Actio 

| 

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| 

| 





ter. 1823, 5 Bde. quasi-Faviana auch anterıt Pilichttbeilsberechtig- 
ier. Fawahrd, 1) Cbarles Simon, | ten gegen übnlide deleſe Veräußerungen einräu⸗ 
Bariz, mar Director einer Schaufpieler- , men wellen, wogegen die neuere Doctrin fich er» 
die ten Narichall ven Sacjen ins gelb | Märt bat. 

Rach Faris zurüdgelebrt, widmete er Favier iſpr. Fawieb), franzcfiiher Tirlomat, 
wußte Theatermuſikeu. war der Ere | geb. zu Anfang tes 18. Jahrh., murke, erſt 2u Jabre 
Koxenäss. Er it. 1792 u. ſchr. u. a.: | alt, Generaliecretär ber Etrünte von Yanquebec, 
ı T’epreave, Ninette & la cour ıbier- | mußte dieſe Stelle aber wieder aufgeben u fintirte 
6 Erttihen am Hcie), La belle Arsene Geſchichte u. Politit, wurde Eecretär bei ber iran⸗ 
Meifner, £r; 1778); La rosiere de ! zöflfhen Geſandtichaft in Turin u. wurde fpüter gu 
m. a., gefammelt, Par. 1763, 5 Vte.; , verjcbietenen gebeimen Eentungen von dem frane 
Pe. 1809, 3 Bde.; er fchr. auch Lie zöſiſchen Niniferium vermanbt, ınnfte aber flüch⸗ 
ten u. begab fi nach England u. Holland, we ihn 
Prinz Heinrich von Preußen kennen lernte, ınit dem 
er in geheimen Briefwechſel trat. Ber Anbalt diefer 
Briefe wurde Beranlafiung zu feiner nachmaligen 
Berbaftung in Samburg; er wurde in bie Baftılle 


te: La France delivree u. Alphons. 
Juſtine Benoite, geb. Cabaret 
'3d, geb. 1727 ın Avignon, Gattin 
zeg mit ibrem Gatten als Mitglied 
zigal ven Sachſen mitgenommenen 
rurpe nach Flandern u. kehrte, ale fie 
ebten Zutringlichleit des Marſchalls 
rwebren kennte, nach Paris zurüd. 
ın. Echauipielerin an der italieniichen 
‚trug fie zur Verbeſſerung des Theater⸗ 
t, intem fie eine tem Charalter der | 2 Ute; Le pocte reforme etc., Amſterd. 1748; 
Gen angemefiene Coflumirung burd- | Mdmoires secrets de Milord Bolingbroke, 


| gebracht u. erhielt nach feiner Kreilaffung auch feine 
112 ın Paris u. jhr.: Die Bezauber⸗ aus dem Engliiden, Tond. 1754, 3 Bde.: Doutes 


nflellumg wieder; Ludwig XVI. fegte ibnt einen 
Jahresegebalt auf, u. er fl. 1754. Erjcr. anonym: 
Essai historique et [ofrime sur le gonver- 
nenient present de la Hollande, vond. 1748, 


u. Hannchen. et questions sur le traite de Versailles, ebd. 
se. Fadiden, Inſel im Golf von Georgia, | 1778; Lettres sur la Ilollande, Haaq 17%0, 2 
Infel Quadra Vancouveur (Meftlüfte | Bde.; mit Hinzuiügung ſeines Namens: Keillexions 
Rertamerila: u. tem Feſtlande ge- | contre le traité de 1756; auch redigirte er nit 
ehört durch Schenfungsurkunde ter | Roufleau, Freron, Arnaud u. Suarb das ‚Journal 
iv Compagnie an u. ift zur Eultur | diranger. Gin Theil feiner pelitifhen Schriften 
efammelt ven Zegur unter dem Titel: Politique 
de tons les cabinets de l’Europe pendant les 
regnes de Louis XV. et de Louis XVI. 1793, 


Waben, Pot), Pflanzentheile, vie 
ale ten Pienenmaben gleichen; daher 
fieinmwabig) u. Fariaus (maben- | 2 
regelmäßigen ediyen, nur durch dünne Favignana (ſpr. Fawinjana), 1) die größte der 
e getrennten Vertieſungen verſeben. Agatiſchen Inſeln an ter Weſtküfie Siciliens; 250Q 
‚a. Geogr.), Stadt im Ciepadaniſchen Ew., welche den Bau von Wein u. Südfrüchten, 
eritalien), am Anemo; mit Linnen⸗Zucht von Ziegen, Schafen, Federvieb, Kaninchen, 
. Gaenia, f.d. hunfiſchfang u. Sarbellenflicherei betreiben; 2) 
„Marktflecden u. Hauptort des glei» ! Hauptort auf der Rortlüfte mit Anterplat ; Daneben 
126 in ter farkiniihen Provinz ber | bie beiten Foris San Leonardo u. San Gia- 
krieirt Eiſenaaren, Eeitenzeuge,teter ' como. 
zo, Chf- u. Weinbau u. Viehzucht; Favlla, f. Fafla. 

Favissae (ren. Ant.), cifternenähnliche Bebält- 
u (fer. Kamernäh), Stadt an ber Lan⸗ | nifie auf dem Sapitel, worin heilige, unbrauchbar 
zenkifiement Befcul des franzöfiihen gewordene Gerätbſchaf:en aufbewahrt wurden. ' 
t8 Saute-Saune; Kandel mit Wein vn (tän), ion. m. Karten (f. d.). 
Gerberei; 1650 Ew. , avaluß, 1) F. Fr., Vilzgattung auster Klaſſe 
om (ipr. Kämwerehäm), Stadt in ber | Kymenomycetes-P’ileati-Agaricıni; Arten aus- 


ke. 


142 


milie ber Hymenomycetes-Pileati-Polypcrei. 

Favonia (Munplofe, Acotyla Latr.), 
Strablthiergattung aus der Familie der Quallen. 

Favonii portus (a. Geogr.), Hafen auf Eor- 
fica; j. Borto Favone. . 

Favonius, 1) Marcus, römifcher Senator, 
wurde 53 v. Chr. Adil n. 50 Prätor. Als Eäfar 
im Jahre 49 gegen Rom anrüdte, verband er fi 
mit Pompejus, deſſen geinb er früher geweſen war, 
u. blieb bis zu deffen Tode fein Anhänger. Nach 
Rom zurücdgelehrt, wurbe er zwar von Käfer be- 
guebist, feste fih aber mit Brutus u. Caſſius in 

erbindnng, weshalb er nad Cäſars Ermordung 
aus Rom gemiefen, in ber Schlacht bei Philippi 
von den Triumvirn gelon en genommen u. hin⸗ 
gerichtet wurde. 2) Romiſcher Name des Zephyros. 

Favor (lat.), Gunſt, Begünftigung; F. defen- 
sienis, alle vie Erleichterungen u. Hülfen, wmelche 
im Eriminalproceß einem Angejchultigten zu feiner 
Entfhuldigung zu Gute fommen, 3. B. daß dem 
Angeſchuldigten zu möglichſt vollftändiger Ausfüh- 
zung feiner Bertbeidigung immer das lettte Wort 
gebührt, daß er feinen Bertheibiger frei wählen 
darf u. a. Im Inquifitionsprocejje bildete man, 
geſtützt hierauf, auch ben Sat and, daß man bei 
dem Entſchuldigungsbeweiſe bie Regeln über Er- 
langung ber Gewißheit nicht fo ftreng zu nehmen 
brauche, als bei dem Anſchuldigungsbeweiſe. Allein 
bie neuere Doctrin hat biejen Ent verworfen. 
Ähnliche Begünſtigungen hat auch im Civilproceſſe 
ber Bellagte gegenüber dem Kläger, wie z. B. ber 
Sat: In dubio pro reo (im Zweifel ift für ben 
Bellagten zu enticheiten), barthut. 

a (v. fr.), günftig, holt. 

voretthen, dünne Loden, bei rauen an 
beiden Seiten der Stirne. 

Favorinus, 1) %., geb. zu Arelate im legten 
Viertel des 1. Jahrh. v. Chr., findirte in Rom, 
Griedhenland u. Kieinafien u. lebte dann in Rom, wo 
er die Gunſt des Kaiſers Habrian genof u. eine Rhe⸗ 
toriſche u. Philoſophiſche Schule eröffnete; er ſchr.: 
Anournuvrsvuare, Ilarıodarn ioropte ıc., 
von denen nur noch Fragmente übrig find in Yabri- 
cius Bibliotheca gr.. 3. Bd.; Febensbefchreibung 
von Marres, litr. 19853; 2) fo v. m. Phavorinus. 

Favorifiren (v. fr.), begünſtigen; Yevorit, 
Gunſtling; Savorite, erflärte Geliebte eines Für⸗ 
ſten; Yaverite- Sultanin, biejenige Gemahlin bes 
Großſultans, welche demſelben ben erften Sohn ge- 
boren bat. 

Wavorite, 1) (Alte %.), Luſtſchloß in der Peo- 
poltftabt bei Wien; 1683 von ben Türfen zerfiört; 
dabei der Augarten; 2) (Neue %.), Suftichloß auf 
der Wieden bei Wien, jet Thereſianiſche Ritter⸗ 
alabdemie; 8) Luſiſchloß Des Großberzogs ven Ba- 
den bei Raftabt, 1725 von ter Wittme bes Mark⸗ 
grafen Ludwig Wilbelm erbaut; vgl. Beuſt, Favo⸗ 
rite, Raft. 1856; 4) königliches Luſtſchloß in einem 
Walte bei Ludwigsburg ım miürttembergifchen Neo 
darkreife; 5) früher Schloß vor Mainz, jet aber 
abgebrochen. 

Favoritisſsmus (v. fr.), tie Schwachheit, fi 
son denen beberrichen zu laſſen, welchen man bei. 
gewogen ift 

Favoſite (Farosiies Zam.), Gattung ber Boren- 
torallen (f. d.). 


Favras (Ipr. Fawrah), Thom. Mahe, Marauis | 


Favonia bis Favre 


landiſch; 2) F. Palis. (Polyporus), aus ber Fa⸗ 
! $ | Revolution Offizier in der Schweizerga 


von F., geb. 1744 in Blois, war zu Aufl 


























Brinzen Ludwig u. fol mit dem Prinzen d 
gemacht haben, bie conftituirente Berfez 
aufuldjen, ben König, deſſen Bruder, auf 
u. fich jeleft zum König zu machen; aber vg 
wurde er von Pafapette verhaftet n. am M 
1790 gehenkt. Der Prinz Ludwig längnele | 
feine Mitwiffenfchaft, aber (ale Ludwi 
zur Regierung gelommen, bemilligte er 
eine Benfion. 
vrat, Franz Andreas von F., geb 
Schleſien, mar int Siebenjährigen Kriege! 
mann u. abancirte zum preußıfchen Ge 
Infanterie u. Gouverneur von Bla, Faf 
bis 1796 ein Commando in Polen u. 1 
war noch flärker als Auguft ber Starke; — 
Mémoires por servir à l’hist, de 
depuis 1794 jusqu’& 1796, Berl. 1799. 
ndre (|pr. Zawer), 1) Pierre, gb. 3 
Pilfaret in Savoven, hütete Anfangs be 
wurde fpäter zum Geifllichen befimmt z.} 
feit 1527 in Paris. Als Ignaz Loyols mi) 
fam, um ven philoſophiſchen Curfus‘ze. 
wurde ihm %. zum Repetitor gegeben; Sp 
bedte ibm u. deſſen Stubengenoſſen, AJ 
Fr. Xavier, ten Plan zur Gründung e 
Ordens; Beide fchlofien fih ihm au 
15. Aug. 1534 in ber Abtei auf Demi 
mit noch Drei Anderen ibr Gelübbe ab. 
wohin fih F. zur Peflätigung bes UM 
Loyola gewandt batte, wurde er x 
logie, ebenfo fpäter in Parma; 1541 war 
Regensburg geſandt u. verbreitete in De 
wo er-1544 das Iefuiter- Collegium in KR 
u. Spanien ten neuen Orden. Erf. 1546 
Man bat von ibm einige Briefe, die mit dei 
Caniſius getrudt find; fein Leben befdzcd 
Orlanbini in der Historia societatis Je 
1615, Fol., bef. gedruckt Lyon 1617. 2) Ant 
reiberr v. Peroges befannter als Antı 
aber, er. 1557 in Bourg en Breffe, fl 
aris u. : 


urin, wurde vom Herzog Emm 
von Savoyen zum erften Präfidenten bes 
von Savoyen ernannt, war großer Rech 
u. Staatsmann u. ft. 1624 in Cham 
ihr. u. a.: De erroribus pragmaticoı 
interpretum juris, Lyon 1658, 2®be.; Cor 
in pandectas, ebd. 1659— 63, 6 The; 
Fabricianus, ebd. 1661; Conjectura je 
ebd. 1661; gejammelt als Opera jurid 


1658 — 63, 10 Bbe., Fol.; er war auch! 


3) Peter Kranz, geb. zu Anfang des 19. 
von katholiſchen Eltern zu St. Barthelemii 
ton Waadt, wurde Priefler zu Laudun in 
languebec u. begleitete ala Secretär u. Bei 
ben Biſchof von Halifarnafius, Franz be la! 
der als Vifitator nach Cochinchina ging, ı 
Unmejen ber jeiuitifchen Miſſionäre, welche! 
nifchen Gebräuche mit dem Chriſtenthum ver 
wollten, zu fteuern, auf dieſer Erpebitio! 
Biſchof machte ihn in Cochinchina zum Prol 
ber füblichen Provinzen, Beide aber Ienntei 
gegen die Jeſuiten ausrichten, ber Wifchof fl 
u. %. fab fich genötbigt, 1742 nach Frankr 
rückzulehren. In feiner Heimath brachten 
Jeſuiten babin, daß %. alle priefterlichen Yun 
nterfagt wurden; er fl. um 1783 3u Affen ı 


Yan Bis 


aR 


e la Baume à la Cochin- 


ı wieber i in Breibeit Are 1934 
vor dem Paire- 
u bolitich 1848 ernannte 
pam General — im Miuiſte⸗ 
un. am 11. Mai d. I. wurde er 
e Deo Auswärtigen. Als er im 
Isaftituirente Berfammiung trat, 
teuf. Im Imi 1851 wurde er 


Mr Reoifion der Berfaflung ge- | 


iger mebrerer An —3* 
ch dem Staateſtrei 
* wieder 
67 vertheidigte er 
— u. 1858 Sen u 
Bei der Wahl 1858 she 


1 —* von ber Oppofition auf⸗ 


gegen den a erungscanbibaten 
ĩ —— edner u. tüchtiger 
Cabvaignace Tobe ald das Haupt 
na Oppofitten in Frankreich. 

eine chroniſche Hautfrankheit, fo 


—* 1) Guy, geb. 1570 in 
dienfle, trat von ber Bro» 
tasbeliichen Kirche Aber u. über- 
| mailen Si ulververf[hmwärung 
rlamentebaufe an⸗ 
ber bresmenten Lunte vor den 
wurde er arretirt u., nad 
acht worten war, hinge- 
ıb ve, XI. Noch jet wird 
an Die Eutdedung ber Berſchwo⸗ 
br, als age — 3 
* biyarı anfgepußter Stro 
. beißt, unter bem Ruf 
PA t un. enblid ins =. 
— 1721, — 
n. ſt. daſelbſt 1777; er war 
je auch Anakreon, Bion andere 
u ns jeng-® des 
enjend⸗ 
—— Anıted: an Far iR 
Gelten, a‘ nee n. Sie fi 
ı Bauen; 4000 Fuß 
en auf ve Oſſtuſte von Bert» 


tüfte von Ielanb. 
rompete), ſprich⸗ 


nden, wurbe 


eurieudes sur la visite | 








dadb herbe Y 

en a —— der von 
— IR 2. — Baia den 6 

1807; Fri Bohren 

ebb. is1s; — PN Koriemaji NE 

Aphorismen), Bien 1820 (n. U 

eg, Lange 

Se ze. ende Upr. X Fesmilne 


— et wie durch ee. 
von 1928— 32 feierte fie ihre größten Tri 


am Théatre de Madame in Paris, bem 
berigen Gymnase dramatique; fie 
1833 od. 1834 mit San Bolnys, ann 
— Bühne, u. nahm mit ihm bal 
ein Engagement am Théatre francais * 
Behr Jeder nad 92 Yabrenen des G — 
u. in ihre eigentliche Sphäre, 
ci 8) ihr eb), rer eergmig, 96. 
807 in New⸗York, widmete ſich — 
an Teak te fich aber bafb mehr auf fee. 
an binge) en, ——— — 


nach ſeiner = 
— 1837 ale 2 ae 
De Dip übern FE 1848-40 als 

der 324 


n. In ai wir- 


55— ich⸗ 
eit des Duello. Bon en alte if Ulric, or 
The voicesba&bebeutenbfle. 4) Jo fepd,geb. 1813 
in Ku, bildete fi) auf der Düffeltorfer Mlabemie 
pa? rienmaler, ging zu feiner weiteren Aus⸗ 

nach Paris n. trat 1840 mit Kam &imfon 


u. Delila ale Künfller auf. 1844 wu 

um im Nathbaus zu Giberfelb die Ur —* ber 
alten Deutſchen bie zur ne t zu malen. 
Bon feinen fpäteren Gemälden or 


find 
befannt: Romeo u. Julie (1846), Bretihen m Ge 
fängniß (1847). Wud mehrere Srnrebifder rühren 
von E. ber, barımier ber Sonntag en 1854). 
Fayal, "Jurfel, sur mittleren Ormppe der 
(Norbweiitüfe von Afrila) gebörig, 2,5 OM.; Reile 
Küfen, mur an ber Siidoftjelte eine weite Bucht 
mit SR} ; febr frudibar an Getreide u. Süd» 
fellhten; Walbungen von Ulmen, Eſchen, 8 
nien ır. Morten ; Schweinaudt, viele Kami 
Kanarienvögel it. mt Innern gebirgig (bis zu 
3000 Fuß bob), mit dem Thal u. See von Cal⸗ 
beira; lebbafter Handel mit Europa; 24,000 Ew, 
— w. Neger; Hauptfſtadt: sn. 
valit, ein ſchla enäbnlicheß Mineral 
geünlichichtwarger ob. pechſchwarzer 
rchfichti. fett» bis metallglänzenb, 
Gesicht if 4,1, feine Härte 6—7; 8 t 
Weſenllichen —— — Gifenarybui u. 


SCH uf Der Anfel 
vd herbe —* "Fühter), Uncere, geb. 1617 


gr ee 


444 


verdankte Rubens. feine künſtleriſche Ausbilbung. 
Er dehnte fpäter feine fünftlerifche Thätigleit auch 
auf Lie Baukunſt aus u. fl. 1694 in Mecheln. Nach 
feinen Plänen wurde bie Liebfrauenkicche in Mecheln 
erbaut, beren Hochaltar von feiner Hand herrührt. 
Statuen u. Büften, auch Grabtenfmäler von F. 
finden fih haufig in Belgien. 
. Faydit (fpr. Fähdih), Gaucelm, geb. 1190 zu 
Uzerche in Haut-Vienne, trieb fi ala Troubabour 
nit einer öffentlichen Dirne herum, ging nach- Ita- 
lien an den Hof des Grafen Bonifactus von Mont» 
ferrat, machte 1212 mit diefem ben Krenzzug mit 
n. ft. 1240. Eeine Gebichte, in denen er bei. jeine 
Liebe zu Maria von Bentabour, Tochter Boſos II. 
u. Gemahlin Des Grafen Eblas von Ventadour, 
befingt, ftehen in Raynouard, Choix de podsies 
origtmales des Troubadours, Bar. 1816 ff., 
Fayence (ſpr. Sajangs), Marktfleden ini Ar- 


rondiſſement Draguignan des franzöftfchen Depar⸗ 


tements. Bar; Glas- u. Fayencefabrif; 3000 Em. 

Fayence (fpr. Fajangs), ein weißes Steingut 
mit einer bedenten dinnhaltigen Bleiglafur. ie 
wurbe bereits im 16. Jahrh. zu Faenza in Italien 
(daher ter Name) verfertigt u. bildete die Grunde 
‚lage der Majolika (ſ. d.), mit bunten Verzierungen 
edelſter Zeichnung, welche auf das Geſchirr zu machen 
ſelbſt große Künftler nicht unter ihrer Würde hielten. 
Die F. ift nicht jo gut wie Das jetige feine weiße 
Steingut, aber befier ale gewöhnliche Töpferwaaren. 
Die F. wirb zmeintal gebrannt u. finbet bei ben 

lafirten Kachelöfen Anwendung... Das Eteingut 
Bat pie alte F. ganz verdrängt. 

Bayenceblau, in ben Zeugtrudereien blaue 
Mufter auf weißem Grunde, bie mittelft Indigo 
abgedrudt werben. 

ayette (fpr. Faijett), 1) Grafſchaft im Staate 


Pennſylvanien (Nertamerila); 37 OM.; gebirgig.. 


durch Zweige des Alleghany⸗Gebirges (Laurel⸗Hi 
od. Laurel⸗ inge im Often, Ebefinut-Ritge in Ir» 
nern) ; Flüffe: Dionongahela-River, Youghioghaur⸗ 
Kiver, NRedftone, Dunlap's, Indian u. Jacob's⸗ 
Sreets; Boden fruchtbar, im Nordweſten Ader-, im 
brigen Weiteland ; Broducte: Korn, Weizen, Ha⸗ 
fer: Rindvieh⸗ u. Schafzucht; Eifen- u. Steintoh- 
Ienlager;; Gemerbtbätigkeit in Wolle, Hof, Eifen u. 
Leber; Danpfiifffahrt auf bem Monongatela; or- 
‘ganifirt 1783 u., mie bie übrigen gleichnami- 
gen Grafichaften nach dem Marquis Lafayette be- 
nannt; 1850: 39,112 Ew.; Hauptftabtr Unione 
town. 2) Grafſchaft in Staate Virginia; 36 OM.; 
ebirgig (Gauley u. Sewell Mountains); Flüffe: 
Kanawha od. New- River, Gauley-Niver, Diea- 
dow⸗River (Grenzfluß gegen Norbofen); Boden 
fruchtbar; Probucte: ais, Weizen, Hafer, 
ARindviebzucht; Eifenlager; bie Covington - Obhio- 
Eiſenbahn durchſchneidet bie Grafſchaft; 1850: 
3955 Ew., worunter 156 Sklaven; Hauptort: 
Fayetteville. 8) Grafſchaft im Staate Georgia; 
22! OM.; vom Flint-River, Wbitervater, Line⸗ u. 
Aofe-Creets durdfloffen; Boten eben u. nicht Iedt 
Intbar Producte: Granit n. Eifen; Baummolle, 
ais, Weizen, Hafer, Bataten; die Macon + We- 
ern- u. Atlanta« 2a Grange- Eifenbahnnen durch⸗ 
chneiden die Grafſchaft; 1850: 8709 Ew., worun⸗ 
ter 1965 Sklaven; Hauptort: Fayetteville; 4) 
Grafſchaft im Staate Alabama, an den Staat Mij- 
fiffippi grenzend ; 42 OM.; vom Sipſey⸗River ı. 


Fapdit bie Jayette. 
in Mecheln, widmete ſich der Bildhauerkunſt u. 


dem Luxrapatilla⸗Creel durchfloſſen; Be 
u. fruchtbar; Produete: Mais, Baumr 
ten; 1850: 9681 Ew., worunter 12 


* Hauptort: Fayette-Sourt-Houfe; 5) © 


Staate Teras; 49 DOM.; vom Eolo 
durchfloſſen; Boden fruchtbar, Produ 
wolle, Mais, Reis, Indigo u. Tabal 
Steinkohlen; 1850: 3756 Ew., wor 
Sklaven; Hauptort: La Orange; 6) € 
Staate Tenneſſee; 23 OM.; vonden Lo 
MWolf-Rivers durchfloſſen; Boben frud 
angebaut; Producte: Mate, Bataten; I 
Schmweinezucht ;die Diemphis-Eifenbahn 
bet bie Grafſchaft; 1850: 26,719 Em. 
15,264 Sklaven; Hauptflabt: Somm 
Grafſchaft im Stuate Keutudy; 14 DO! 
Kentudy-Kiver, Elkhorn⸗RKiver u. Hickn 
Boden bügelig, fruchtbar u. gut ange 
bucte: Hanf, Mais, Weizen, Hafer; 
Schweine, Pferde, Baufteine, Dampfid 
den Kentudy; die Youisville- Teringt 
Maysville- Covington » Eiienbahnen du 
Die Grafichaft; 1850: 22,735 Ew. 
10,889 Sklaven; Hauptflabt: Lerington 
[haft im Staate Ohio; 19 OM.; von 
u. Deer⸗Creeks durchfloſſen; Boden 
ügclg. im Norden u. Weften eben, i 
ruchtbar ; Producte: Mais u. soeheni| 
vieh⸗ u. Schweinezudit; die Cincin 
ton» Zanesvile - Eifenbahn Durchichneib 
Ihaft; 1850: 12,726 Ew.; Hauptitadl 
ton; 9) Grafſchaft im Staate Inbisna 
vom Whitewater⸗River burchfloffen; 2 
lich eben n. fehr fruchtbar; Produete: 9 
zen; ſtarke Rindvieh⸗ u. Schweinezucht 
der Whitewater⸗Kanal u. die Hamiltor 
fenbahn durchſchneiden bie Grafſchaft 
1818; 1550: 10,217 Ew.; Hauptftadt 
ville; 10) Grafſchaft im Staate Illinois 
von Kaskaskia⸗River durchfloſſen; Bı 
fih eben mit ſchönen Waltungen u 
Producte: Mais, Weizen, Hafer, Kartı 
nen; NRindvieh- u. Schweinesucht; d 
Central⸗Eiſenbahn durchſchneidet vie 
1830: 8075 Ew.; Hauptort: Vandalia 
ſchaft im Staate Iowa; 33 OM.; v 
River durchfloſſen, deſſen Hauptarme f 
einigen; Boten bügelig, größtentbeilt 
tungen u. Prairien bededt; Probucte: | 
jen; 1850: 825 Ew.; Hauptort: Wef- 
Städtifher Bezirk mit Poftamt (Post-tc 
ber Grafichaft Kennebec im Staate M— 
Emw.; 18) Städtiſcher Bezirk mit Kofi 
GSraffhaft Eeneca im Staate New No: 
dem Caynga⸗ u. dem Geneca-Eee; 
14) Hauptort der Grafſchaft Sefferfon 
Miffiffippi; 1300 Ew.: 15) Städtiſcher 
Pofamt in ber Grafihaft Lawrence 
Ohio am Ohio-River; 1200 Ew.; 16) 
Bezirk in der Grafſchaft Hillsdale im 
chigan; 1000 Em.; 17) Städtiicher B 
Graffhaft Vigo im Etaate Indiana; 
18) Hauptort ter Grafihaft Howard 
Miffouri am Bonne⸗Femme⸗Creet; 38 
demie, College, Bank; 800 Ero.; in dei 
Steintohlenlager u. Kaltfteinbrüche; 19) 
Bezirk mit Boftamt in der Grafichaft 2 
Staate Wisconfin; 900 Ew. 


Fayette bie Fe 


@eneal. u. Biogr.), f. Lafayette. 

e ilpr. Faijettwill), 1) Hauptort ber 
ste im Staate Biryinia (Nordame⸗ 
s unmeit daven ein fteiler Felſen von 
e Hawt'e Neſt cd. Mardhall's 
25,2) Hauptſtadi der Grajſchaft Cum⸗ 
te Nerd⸗Carolina, am Cape⸗Fear⸗ 
r ſchijjbar wird: lebbaiter Handel, 
ten, Terpentineldeſtillatien, Yaum- 
mren: 7000 Em.; in Der Umgegend 
kmwaltungen, wurde 1831 größten⸗ 
e Keuersbrunft zerſtört; 3) Daupt- 
haft Fayette im Staate Georgia, 2 
hulen, Buchdruckerei, Freimaurer⸗ 
‚in der Umgegend reiche Baumwol⸗ 
4) Hauptert der Grajſchaft Fayette 
ibama; 600 Ew.; 5) Hauptort ber 
ibingten im Staate Arltanias; 3 Kir- 
Eulen, Handel: 1400 Ew. 

m, 2 Inſeln, Cften.u Weſt⸗F., 
wächipei (Polyneſien) geberig. 
raniie Injel an Der Nerdküſte von 
Erdcert daſelbſt, mit 1200 Em. 
Murcia Joſeph Marta, geb. 1754 in 
kirder chriftteller, Ichr.: Leaquatre 
ıParssse, Bar. 1805 fi., 16 Bde.; 
Cerelli. Tartini, Gavinid«, Pagnanı 
1610; Papanini et Bariot etc., 
gab mi: Alcr. Etienne Choron beraue: 
ebistorique des musiciens, artisies 
morts et vivans, ebd. 151U f., 2be. 
Medinet [Medineb) ei F.), 1) Kaſche⸗ 
Agypten, durch die Thalſchlucht el 
n Rilthale in Verbindung, iſt durch 
vom Nil abgeleiteten Joſephslanals 
nerturch jebr fruchtbar, namentlich 
o, Lltäumen, Baummolle, eigen, 
en, aus teten Roſenwaſſer gemon- 
ıe Yantichaft bat einen großen See, 
derun u. ift reich an Altertbiimern: 
smauern bes Zee Mörié, das Yaby- 
auptert des Diſtrictes mit 1500 Ew. 


Beneffe, Deri im Vezirk Sharleroy 
;revinz Heunegau; Cifenjabrilation ; 


la Have), Antonius, mit dem Bei⸗ 
06, geb. entmeter zu Tün in Yotbrin- 
zau:Dunin ter Provinz Crleanois; 
ullebrer in Genf, wurte 1577 Pre: 
siepbie u. 1554 ‘Profefier Der Theo» 
ltademie in Genf, gi 1586 mit 
Scheguium nad Mompelgard u. 
nab Bern u. fi. 1615 in Genf. Gr 
Joſephus jüdiſche Geſchichten, Gent 
idius, ebd. 15%2, u. jchr.: (Geneva 
1604; De vita et obitu Theodorı 
606; Kommentare zum Briei an Die 
1608; zum 1. Brief an Zimotbeue, 
eeiger Salomonis u. mehreren Pjal- 


w. Febieli), Markiflecken in der eng⸗ 
wir Ztaffert, Baumwollenweberei; 
er beginnt Der Fagelepfanal, welcher 
zung ter Kanäle von Ceventry ı. 
Faztiey gebildet u. mit Dem Wyrler⸗ 
tem Grand-Zrunt- Kanal öfılic) bei 
unten ıft. 


zen. 6, Aufl. VL 


145 


| . Yageli, Themas, geb. 1498 in Sacca anf Gi- 
cilien;, war febrer der Philoſephie in Palermo, wo 
er 1570 ſtarb: er ſchr.: De rebus siculis, Pa- 
lermo 1555, Fol., ebt. 1560, berautgegeben von 
B. M. Amico u. Etatela, Catana 1749—53, 3 
Bre., Fel., italieniib von Remigio, Vened. 1574, 
Palermo 1628, Fol., 1819, 3 Bde. 
zendas, tie Finanzkammer in Portugal. 
310, Bartolomeo, |. Faciue 1). 
Fayna » Agafl (türk.), ſchwarzer Verichnittener, 


| 
| 
| 
welcher das Zerail, den Schatz u. die rauen ber 
! 





Aſſaky⸗Sultanin beauffichtigt. 

Fazoglu, goltreihe Landſchaft an ter Süb- 
grenze von Nubien, auf beiten Zeiten tes Blauen 
gi it gebirgig: 1939 bat Mebemer Alı ven 

gypten tie funftgerechte Ausbeute ber Geldlager 
angeordnet ıı. feittem find europätiche Ingenieure 
bier für den Ricelöuig von Ägypten tbätig. 

039, James, aus einer vertriebenen Hugenot⸗ 
tentamilie engliiher Abkunft ffamment, geb. am 
12. Mai 1796 in Genf; er gebörte ter demokra⸗ 
tiihen Bartei an u. gründete 1926 tas Journal 
de (ieneve, ging aber furz ver ber Aulirevelutien 
1330 nad Baris, wo er mit Armand, Carrel, Ma- 
raſt, Caraignac, Gedofroy u. Anteren in Rerbin- 
tung trat. Da Das von ihm 1831 gegründete 
Tentenzblatt La revolution de 18:30 nicht ten 
von ihm gebofften Erfolg hatte, verließ er Paris u. 
ging nab Genf zurüd, um bier als pelitiicher 
Schriitſteller für eine Neform ber Verfaituug im 

bemofratiichen Zinne zu wirfen. Die ven ihm ber- 

ausgegebenen Blätter Europe centrale u. Asso- 
ciatıon de 3. Mars dienten dieſem Zwecke. In 
ber Revue de (reneve griff er die Genfer Art- 

Nokratie u. 1545 Den Sonderbund an, Io daß 

ım folgenten Jahre, als bie Regierung in Genf 

Bartei für ten Sonberbund an den Zay legte, ker 

Sturz bes Großen Rathes berbeigeiübrt murbe. 

Er trat in den Großen Rath u. mar im Junuar 

1547 Berichterflatier bes Entwurfs für bie neue 

Berfaffung Genfs. Noch in dieſem Jabre wurte er 

Vorſitzender im Generalratb. Da er ſich mir fei- 

nen Cellegen über tie Verebeilung ter Ariegsfoften 

gegen die Eonterbuntsmitglieter u. audere Dinge 

nicht einigen dennte, nahm er im Februar 1348 

feine Entlaſſung, wurde aber im December wieder 

ewãhlt. Aufang 1349 wurde er zu politiſchen 

Muſienen nach Paris verwandt. Die Zcleifung 

ber Feſtungswerke Genfo, ſchon früher ven ibm an⸗ 

geregt u. befürwortet, kam 1550 zur Ausfiülhrung, 

u. ein Stück ebemaliges Schanzenterrain wurde 

ibm als Natienalbelehnung zum Geſchenk gemacht. 

Bei tem Umſchwung ber politiihen Zuſtaͤnde im 

Nonember 1553 blieb er u. feine Partei in ber 

Minkerbeit, bie Lie rabicale Partei 1855 mieber ar 

Bas Staateruder fam. Zeiten fand er ald Prü- 

fitent wieter an der Zpige ber Genſer Regierung 

u. wurde 1856 in den Schweizeriſchen Ztänderatb 

gewäblt. In Felge des Conflicts, in welden ber 

Kanton 1858 mit ter Eitgenofienjchaft megen ber 

auf franzefiihes Antringen angeordneten Auswei⸗ 

fung gelitiiher Flüchtlinge aerietb, ging F. nach 
. Baris, wo er bei Napoleon III eine Audienz batte. 
ı  F dur, barte Tonart, mit eincm L vorgezeichnet, 
| fo daß der Ton h unı eine balbe Ztuie erniebrigt 

wirt. 
| Fe, 1) (Ferrumm). bemiiches Zeichen für Eiſen; 
| 2) Waiuſ.), Tonubezeichnung, |. u. Solmiſation. 

10 


146 Be bis 

6 (Santa FE), 1) Grafſchaft im Gebiete New⸗ 
Merico (Nordamerila), ungefähr 100 OM., im 
Weſten vom Rio Orande begrenzt, im Süden ge- 
birgig; Broducte: Mais, Weizen, Schafzucht; 1350: 
7713 Em.; 2) Hauptftabt darin u. größte Stadt 
bes Gebietes New» Merico am Rio Chicito ob. 
Santa» Fe-River, am Fuße des Snow-cappeb- 
Mountain; lebhafter Handel nah Miffouri; Umge⸗ 
gend fandig u. treden; 5000 Ew.; 8) Dorf ım 
Staate Merico (Nortamerifa), in ber Nähe ber 
Hauptftatt Merico, Staatspulvermühle, Mafjer- 
leitung nach Merico; 4) &. SE de @uanaruato, |. 
Guanaruato; 5) &. FE de Antioquia, Stabt im 
Departamiento Sundinamarca ber fütamerifani- 
fchen Republit Neu- Granata, am Cauca; 20,000 
Em.; ehemals Hauptftabt der früheren gleichna- 
migen Provinz von Columbia; in ter Umgegend 
reihe Mais» u. Zuderplantagen; 6) ©. Fe de Bo- 
gota, |. Bogota; 7) Staat ber Argentinijchen Con- 
föberation; 1930 OM.; gremt an Entre-Rios, 
Cordova, Santiago u. Buenos-Ayres; Flüffe: Pa- 
rana, Salado, Ennetio; 32,000 Ew.; 8) Haupte 
flabt darin, am Einfluß bes Salato in ben Pa⸗ 
rana; Handel, Fiſcherei, Schifffahrt; 5000 Ew.; 
9) S. Fe de Bajada (Parana), Hauptſtadt des 

rgentiniſchen Staates Entre Rios, am Parana; 
15,000 Ew. 

Fea, Carlo Domenico Francesco Ignatio, geb. 
1755 in Pigna bei Oneglia ; wurde Geiftlicher, flüch- 
tete 1798, durch bie Revolution auch ın die Politik 
verflochten, beim Einrücken ber Franzoſen nach Flo⸗ 
renz; wurde nach feiner Rüdtehr nah Rom, 1799, 
von den Neapolitanern, bie ihn filr einen Jacobiner 
hielten, verhaftet, bald aber befreit u. zum Comis- 
sario delle antichitä u. Bibliothefar des Fürften 
Chigi ernannt u. flarb 17. März 1836 in Rom. Cr 
u; einer ber bebeutenbften Archäologen u. bat bie 


iſſenſchaft bei. vurch bie von ihm geleiteten Aut» 


rabungen um Rom bereichert. Er gab heraus 

af. Dienge’ Werke, Barma 1807; den Horatius, 
Rom 1811; überſetzte Windelmanns Geſchichte ber 
Kunft, Rom 1783 f., u. ſchr. Noten zu dem Bianco- 
nifhen Werte über bie alten Circus, namentlich 
ben des Saracalla, 1789; I’integrita del 
teon rivendicata a M. Agrippa, Rom 1807, 
2. Aufl., ebd. 1820; Frammenti di Fasti conso- 
ları, ebd. 1820; Miscellanea filologica, critica 
e antiquaria, ebd. 1790—1838, 2 Bde. 

Feale, Nebenfluß tes Shannon in der iriſchen 
Provinz Munſter; entipringt auf den Mulloghare⸗ 
vile Bergen in Cork, bildet Tann bie Grenze zmijchen 
den Grafſchaften Limerik u. Kerry, geht über in letz⸗ 
tere, nimmt bier den Galy auf u. heißt von ba bis 
zu feiner Mündung bei Millſtreet Caſhen. 

ear (pr. Fihr), jo v. w. Cape fear. 

earn (ſpr. — John, geb. 1767; war frü- 
ber Seemann, ftand dann im Dienfte der Sftin- 
diſchen Compagnie u. lebte zuletst in London, wo 
er 1837 ftarb; originelier u. fcharffinniger Meta⸗ 
phyſiler; er fchr.: An essay on human con- 
scioussness, Yond. 1812; A review of the first 
principles, ebd. 1813; First lines of the hu- 


man mind, ebd. 1820; Anti-Tooke, or an ana- | 


Iysis of language, 1924—27, 2 Bte. 
Fearnley (pr. Fernli), geb. 1802 zu Frederiks⸗ 
alb in Norwegen, bejuchte Anjangs tie Cadetten⸗ 
ule, follte ſich dann tem Kaufmanneftande wid⸗ 


Pan- | 





Fecamp 


ber Landſchaft wählte u. feit 1821 in Kı 
feit 1823 in Stodholm feine Studien ı 
tam fein bedeutendes Talent erfi zur E 
als er 1828 in Dresden unter Dahls Le 
Bon Dresden ging er nah Miinden 
Rom u. kehrte über Baris u. Lonton 
Norwegen a feit 1840 wieder. 
thätig, ſtarb er dort 1842. Seine Bi 
wegen der Wahrheit des Colorits u. d 
Auffaffung der Natur in derſelben fe 
Einige feiner Landſchaften hat er felbft 

Feather⸗River (ſpr. Fedb'r Riww 


derfluß), Fluß im Staate Californien 


rika), entſpringt in der Grafſchaft Butt 
Grafſchaft Sutter von ben Grafſchaft 
Placer u. fällt in den Sacramento⸗Rive 
regelmäßige Dampfidiffiabrt zwiſchen 
u. San Francisco; führt in großer M 

Bei, le, f. Leiebre. 

obris (lat.), Sieber. In Rom t 

F. als Göttin, melche das Sieber abwe 
von den 3 ihr gemeibeten Tempeln fl 
Palatinus; in Denjelben brachte man d 
Dar, welche bei ben ARE ange: 
ben waren. Daber Febrifügem, Fiebe 
briliſch, fieberhaft. 

Kebronius, Pſeudonym für Nikole 

Februar (v. lat. Februum ſſ. u. Febr 
Hornung, weil die Hirfche in ihm u 
erhalten), ter von Numa dem römifd 
(von 10 Monaten) zugegebene Ietgte I 
Decemvirn gaben ihm die 2. Stelle gle 
Jannar. In ihm wurde, nach tem 
Kalender, in die 28 Tage, die ihm zı 
ren, aller 4 Jahre ein Zag, u. zwar ı 
Tage, eingejhaltet, welcher jedoch mit d 
nur als Ein Tag, Bissextilis, g 
bat nur alle Jahrhunderte 3mal 5 Sı 
18. Jahrh.: 1728, 1756 u. 1754; im 
1824, 1552 u. 1580; im 20. Zabrb.: 
u. 1976. Allegorijch wird ber 5. ale Fra 
mit ungewöhnlichen Kopfpuß, den Ro 
Gürtel aufgefjhürzt, eine Ente in den £ 
bei ein Krug in der Luft, woraus Waf 
fluß läuft, zu Füßen auf einer Seite 
auf der anderen ein Fiſch. 

Februarrevolufion, die Revoluti 
Sebruar 1848, welche ber Herrichaft Lo 
in ne ein Ende machte, f. u. Ft 

ebrüus (Reiniger), römiſcher! 

Pluto cd. Bater Des Pluto. Mau fi 
Rom die Februalia vom 18. bis 20.5 
Siühnungsfeft. Reinigungsmittel (Fei 
bend in Veh, Schwefel ıc., wu 


\ heilt; dieſe zündete man an u. Durchrät 


bie Häufer. Am Ende tiefes Feſtes je! 
ralla, eine Tobtenfeier, we man den \) 
brachte, um biefelben zu jühnen. 

Febure, le, |. Leicbure. 

Woöramp pr. Felang), Stubt im Ar 
Le Havre tes jranz. Departements Sein 
am Kanal la Manche; Börje, Handels 
nen» u. Baummollenmanufacturen, E 
rings» u. Stodfiihjang; Handel mil 
hen; befeftigter Hafen, gute Rhede; © 
Confuln; 11,000 Ew.; eine Zreeigbabı 


Havre⸗Eiſenbahn führt hierher. Hier a 
mon. griff aber zur Dialerei, in welcher er das Fach 


1597 große Feuereobrunſt. 


keees bis Fechtkunſt 


‚fox. w. Faeces. 

.1) Herrichaft im Landgericht Stadt⸗ 
aieriſchen Kreiſes Unterfranken, jet 
Betbmann gehörig; 2) Dorf darin, 
ſtbau; Syy Em. 


| 


147 
fangen Linien auf, fo daß fich bie fogen. Fineartaf- 


I tik ausbildete; bie ber neueren Zeit verdankt ihr 


„ altes freiberrliches Geſchlecht, deſ⸗ 


er Laudenbdach am Main (jet 1315 
)w Sommerau waren, wesbalb fie 
: a. fränkihen reiheritterichaitlichen 
erlebt waren; 1522 wurde Owald 
Reıheireiberrnftand erbiben; jetiger 
iberr Triedrich Karl Iciepb, 


„30 verfterbenen Freiberrn Joſeph 


799 u. tet 1955 in zweiter Ehe mit 
e. Maverbeven vermählt. 

Zert im keburgiſchen Amte Neuſtadt, 
a, Alabajter- u. Marmorbrüche; 


Gukan Thector, geb. 1901 zu Groß⸗ 
ex Rrederlauſitz: ftudirte in Yeipzig erfi 





Entſteben ten NRapcleonifchen Kriegen. Rah ihr 
mirb Die Infanterie in geſchleſſenen u. aufgelöflen 
finten u. in Colonnen, bie Cavallerie in Yinten, bie 
Artillerie in größeren ob. Meineren Abrbeilungen 
vermentet. Die intanterie bat ibren Schwerpunkt 
in Dem Feuergeiecht; Das Element ber Sarallerie ıfl 
tie Bewegung, der entichiefiene mutbige Anfall; 
der Artillerie iällt die Alirfung in ter gerne au. 
Die Sarallerie kann weſentlich nur durch tie Cfe 
fenfioe wirten, tie Infanterie u. Artillerie find 
gleichzeichickt für die Offenſive wie für die Defen- 
fice: }. u. Geiecht. 

Fechten, 1) fc v. m. fimpfen; 2) tie Fechtkunſt 
(j. d. mit Raprieren einüben; 3) Austrud ker 
Santmwerlaburichen für Almoſen erkitten. 


echter (Aut. :, fov. w. Giadiator u. Athlet. In 


der Runftgeicbichte fennt man unter Meiem Namen 


u te. Yarurmilienfchaften u. mmurbe 


Ber ter Vboſit Daielbfl. Er gab unter 
men deraud: 
we Pacızcnanalvien :c., vpz. 1829; 
deu des Elettromagnetiemue, ebL. 
meram ter neueften Entdeckungen in 
aider Sbemie, ebt. 152U— 35, 3 Hre.; 
ı ber neueiten Gnteedungen ın ber 
Chemie, ebt. IN30— 33, 2 Wbe.; 
ungen über die galvaniiche Kette, ebd. 
nerum ter Experimentalphboſik ıc., 
Are : Uber Das höchſte Aut, ebd. 1846; 
er dad Seelenleben ter Pflanzen, ebd. 
Aceftz ct. über tie Tınge ee Him⸗ 
enieits, etd. 18531, 3 Rde.; Uber die 
ebd. 1855; Proieſſor Schleiden u. der 
»5f.: unter dem Pſeudonvm Dr. Mi⸗ 
dat der Dont aus Jodine beſtebe, 
Anfl.: Panegvricue ter jetigen Die- 
jeickichte, ebt. 1332; Stapeliamixta, 
rgleıchente Anatemie der Engel, ebt. 
nmel zegen tie Chelera, eb. 1637; 
veben nach Lem Tede, erd. Int; 
ilder Der zweiten Yerparger Kunſtaue⸗ 
1833, Gedichte, ebd. 1811: Rier Pa⸗ 
“46; Räsbrelküichlein, ebd. 185%, 2. 
er:e auch lleberienungen von Y. Ro- 
ıbungen über die Erweichunqg tee 
. 1824; Viet's vrebrbuch ber Experi⸗ 
ect. 1825 f., 2. Aufl., 5 Are: von 
steuch ber Chemie, erd. 1825 f., 6 
rũndete u. redigirte endlich Das phar⸗ 
entralblatt, ebd.: Las Centralblatt 
egie, ebd. u. Bas Hauelexikon. 
) Getreide einernien; 2) Weintrau⸗ 
in; daher Pecfung, 1) Ernte; 2) 


deinb., 8, Richter. 

R, ſe v. w. Faecht. 

die Art, in welcher bie verſchiedenen 

ıgen des Heeres ficb zum Rampfe ert- 

mb Des Gefechten verbalten. Die F. 

denen Seiten eine weieuntlich verſchie⸗ 
Die der alten Römer u. Griechen 

te Zuiammenſetzung der Legionen u. 


ngedeutet: nach der Erfindung des 


3 trat das Fußvelk großen! heils in 


Reinltate der bie jetzt 





drei berühmte antike BRildwerke, nämlich ten ſogen. 
Borgberiſchen Fechter ıf. d.), den fallen⸗ 
den u. den fierbenden F., obwohl alle drei dieſe 
Bezeichnung mit Unrecht tragen. Der fallende 
Fechter iſt eine Nachbildung des berühmten Die 
ſcuswerfer ven Moren in Museo Capitolino zu 
Rom. Mennet von Reſançon, weicher den Torie 
reflaurirte, bat Daraus mit Unrecht einen fallen» 
den Gladiater gemadt, intem er ber Rechten ftatt 
Des Diſcus einen Schwerigriff gab u. dem lin⸗ 
fen Arm einen Schild zuiügte. Der ſterbende 
Fecht er ebenialle im Sapiteliniihen Muieum teilt 
einen barkariichen Krieger, vermuthli einen Sale 
lier, bar, welcher ſchwer verwundet bıngefunfen, tie 
rechte Hand auf die Erde, tie linke auf Das rechte 
Bein ſiützend, Dem Tote nabe ift. vetzteres ıfl, mas 
tie Naturwabrbeit anlangt, eins Der vorzüglichſten 
Riltmerfe, welche aus tem Alteribum auf und ge» 
kommen fint. Die meifterbatte Reftauration de& 
Terſo wirt tem Michel Angelo zugeichrieben. 


wehter Joch), I) for. ıw. Phoraena orca, 
Blutzkeri, Bootékopf, Nortiarer :). Delpbin), 2) 
(Alügelihnede, Strombus pugYıus). im Dittele 
meere, beit ‚xechter, weil fich ter Hintertheil des 
Fußes lebhaft bewegt u. bin» u. berichlägt. 

vrechtereibechfe (Waloten vulgaris s. Agama 
Calotes . i. u. Agamegı. 

Fechtkunſt, tie Kuuft, Hieb⸗ u. Stoßwaffen ge⸗ 
ſchickt zu gebrauchen, ſewobl zum Angrifi, ale zur 
Vertheidigung. Man bat daraue, daß im wirk⸗ 
lichen Heer meiſt in anderer Weile verfabren 
wird, als beim Erlernen ber F., berleiten wellen, 
daft dieielbe wenig praftiich fei, dech bat man dabei 
überſeben, daß der weſentliche Nuten ber F. in der 
ſchnelleren Entwiclelung jener moraliſchen Eigen⸗ 
ſchaften beitcht, welche im Verein mit der völligen 
Serricbeit über alle Bewegungen des Körpers 1. 
der Waffen, ten Sieg iiber einen minder auggebile 
Beten echter unzweiſelbait maden Schon tm Ale 


‚ tertFum, mebr noch in der mittelalterlichen Zeit des 


Nittertbums, ſtand die F. in bobem Anichen, die 
Erfintung u. Anwendung Ber Feuerwafien raubte 
ibr daſſelbe. Erfi zu Ente deu 15. Jabrh. kam Die 
F wieder zu Ebren u. fand zumäcit in Italien 
wiſienichaitliche Behandlung, bald auch bei ten 
Aranzeien u. Zpaniern, 100 Jabre ſpäter auch bei 
den Deutſchen. Tie neuere F. erfüllt in Bas Fech⸗ 
ten mit Scitengewehren (Zteß- u. Siebwafjen), 
10* 


448 


mit bem Bajonnetgewebr u. mit ber Lanze. Das 
Sehen erfolgt gewöhnlich in Gängen, nach deren 
Berlauf ein Moment der Rube zur Erholung ein- 
tritt; es wird von Bechtmeiftern, meift auf beſonde⸗ 
ren Fechtboͤden erlernt, mobei der Körper Durch ver- 
ſchiedene Geräthe, Fechthandſchube, Brufiftüde, Hau⸗ 
ben, Binden u. a. m. gegen Berlegungen geſchützt 
wird. 

I. Stoßfechten. A) Das Stoßrappier 
($leuret), womit man das Fechten auf ben Stoß 
erlernt, befteht in einer 32 Zoll langen, vierfanti- 
gen Klinge, vorn anftatt der Spitze mit einem 
eifernen, mit Leder umwundenen u. überzogenen 
Knopf (Ballen); u. tem Gefäß, letzteres aber 
aus einem Griff, durch deifen Knopf die Angel ber 
Klinge durchgeht u. eingenietet ift, u. Dem, mit einer 
Barirftange verbundenen, tellerartigen, etwa 3 bis 
4 Zoll im Durchmefler baltenden Stichklatte od. 
einem einfachen Bügel. Die Klinge wird in 4 gleiche 
Theile getheilt: das 1. Viertel, vom Stichblatte an 
gerechnet, ift Die ganze, das 2. bie balbe Stärke 
(beide zufammen Barirung): das 3. Viertel iſt 
die halbe, das 4. bie ganze Schwäche. An ber in- 
neren Seite ber Klinge liegt man mit bem Gegner, 
wenn die Klinge nad) Des Gegners rechter, an ter 
äußeren Seite aber, wenn fie nach des Gegner 
linker Seite zu von deſſen Klinge gelperrt iſt. Das 
erfte Anlegen ber Klingen an einander heißt Bin» 
den. Die Stelle, mo beide Klingen einanter be 
rühren, heißt bie Menfur; fie ift eng, wenn man 
mit der Stärke der eigenen Klinge die Schwäche 
des Gegners berührt; natürlich od. mittlere, wenn 
die Mitten beider Klingen fich berilbren, ob. wenn 
die ganze Schwäche die halbe Schwäche tes Geg- 
ners berührt. Geht man aus einer weiteren in eine 
engere Menfur, fo beißt dies: in die Menſur rüden, 
od. avanciren; das Gegentheil heißt: bie Menfur 
dresden, ob. retiriren. Die Stellung tes Körpers 
(Auslage) beim Stoffechten nach deutſcher Art 
ift: der rechte Fuß vor ben linfen gejett, ver Ober- 
leib vorgebogen, fo daß die Schwere bes Körpers 
auf dem rechten Fuße ruht, bie linke Hand verwen⸗ 
bet vor bie Bruft gehalten, der rechte Arm gerate 
auegeftredt; nach franzöflicher Art dagegen ber 
Oberleib nicht vorgebogen, der rechte Arm leicht ge- 
krümmt, die Fauſt etwas höher als tie Hüfte, die 
Klinge etmas gehoben, ber linke Arnı ift aufwärts 
über die Schulter erhoben. Das Stoßrappier faßt 
ntan feſt am Griff an, aber doch fo, daß nicht 
durch zu feſtes Halten Die Bewegungen ber Kauft 
gehindert werben; ben Zeigefinger legt man etwas 
gekrümmt längs ber einen Seite der Parirflange, 
den Daumen aber ſetzt man an Die andere Seite 
derſelben, ſenkrecht mit dem Stichblatte, welches er 
noch berühren muß. Die Franzofen legen fich oft 
auch in Hochquart mit hoher Fauſt u. tiefer Klinge 
(Cercle) zur Ouartfinte aus. B) Die Bewegun- 

en, in welchen geftoßen u. parirt wirb, finb: 
econd, wo bie Knöchel der Hand oben, Die Fin⸗ 
ge unten liegen; Terz, ganz wie Second, nur 
aß bier tie Kauft tiefer liegt, als bie Klinge, mit 
welcher der Arm beinabe einen rechten Winkel bils 
bet; Duart, wo bie Knöchel ter Hand unten, bie 
Br oben liegen; halb Terz, balb Quart 
HalbQuarth, das Mittel zmifchen Terz u. Quart. 
Um tin Gegner ınit der Spittze ber Klinge zu tref⸗ 
fen, ift ein Stoß erferderlich, nämlich ein VBortreten 
des teten (Ausfall) u. Fe'iſtehen bes linfen Fu⸗ 


Fechtkunſt 


fies, wobei ber rechte Arm u. das linke Knie 
Das rechte Knie aber noch mehr, als in ber 
gebogen wird. Der Stoß muß ſtets währe 
Durchgebens, indem man fi) mit Der Klinge 
dem Stichblatte Des Gegners herumbemwegt, 9 
werben. Er geſchiebt großentheils nach eine 
3 Zoll im Durcmeifer haltenden Stelle ber 
da, wo fih das Armgelent von ber Ba 
C) Die Stößefelbft werben eingetheift in FIRL 
od. degagirte, mit Umgehung ber jeintfichen 4 
fefte od. einfache, melche, indem Arm u. Klug 
nahe einen rechten Winkel bilden, an ber Mi 
Gegners, von der Stärke nach der Sch 
ftoßen werben; f. unt. 6); Attafirföße, 
flüchtigen Stöße am anwendbarſten find; fe 
ineine Durch Die Page des Gegners ſchon v 
od. in eine ſolche Blöße getban, welche man 
verichafft hat; u. Nachftöffe, melde all 
einer Parade folgen, u. wozu fefte Stöße m 
rerem Bortheil angewendet werten; Temp 
(Stöße A tempo), fefte Stöße, welche, indecm̃ 
Gegner ftößt, gethan werben u. zugleich u 
u 
5 














bienen, vgl. unten. Iinregelmaßige( 
Stöße, die nicht rein geftoßen merten, M 
Theilen gehen, wohin eigentlich feine * 





tet werben, z. B. nach ben Füßen. D)y De 
(nicht gedeckte Stellen des Körpers), 
Gegner uns nad feiner rechten Sein uk: 
Ben äußere, die nach der linken Seite ** 
den oberen Etößen obere, die zu ben unters 
untere Blößen. Die Blöße fei, welche fe will 
kann fie, nach Maßgabe der Tage des Aruch 
enge, od. eine weite kin; in bie erfiere | 
in bie letztere fliichtige Stöße gethan. 
ftellte Blöße, um den Gegner zu gemiffen 
zu verloden, beit Chiamate. E) Die 
Durch welche man mittelft der Klinge eine 
bes Gegnes von ſich abwendet, heikt Bard 
die Ausübung dieſes Abwendens Pariren. D 
raten merben durch tie Stöße des Gegut 
Dingt, flets mit der vollen Stärte ber | 
ausgeführt, u. wenn möglich, mit einem 
ftoße verbunden. Eingetheilt werben Die * 
in: kurze od. einfache, gegen fette Stöße 
cond-, Terz. u. Duartparaben, innere, 
hohe u. tiefe), u. in mweitläuftige, gegen 
girte od. fintirte Stöße (Zirlel- u. Cavation 
den) ; Die Barate kann von einer Volte, d.eh. 
Biertellprung feitwärts, begleitet werben, w 
der Barirende fi eine ftarte Blöße zum U 
auf ten Gegner ſchafft. Wenn man tie SH 
Geguers fo parirt, daß feine Klinge länge be 
nen binabgleitet, ſo heißt dies Ablaufeı 
Klinge. F) In der F. bat jede Wemegun 
Gegenbemegung (Contrelection). 
Gegner wenig od. gar keine Blöße gibt, je 
man fich dieſelbe zu verſchaffen ſuchen. D 
ſchieht a) durch das Stringiren, Streichen 
der feindlichen Klinge, um eine ſeitliche Abwe 
derſelben zu erreichen; b) Durch Das Batt 
Schlag auf die feindliche Klinge; cd dun 
Winden um tie ſeindliche Klinge, wobei mu 
ber Stürfe des Gegners Schwäche erfaßt u 
ganzen Zirkel beſchreibt; 4) durch Fintet 
man den Stoß, ben man zeigt, nicht tbut, ſo 
wenn ber Gegner ſich hierdurch zur Parade hi 
leiten laſſen, mittelſt einer ſchwungartigen 
gung ber Klinge wieder zurüchlehrten. im d 


Fechtkunſt 


ſtẽßt. Dies beißt eine einfache 


scprelte entfiebt, wenn man aus 
kermegung mieber in Die zuerſt ge- 
ebt u. dert leßt. Die Finten tbeilt 
nere, welche in einer von dem Geg⸗ 
erventeten, inneren Salbquartparate 
yaben; u. bb) außere, melde ans 
gangenen äußeren Quartparade Bes 
ringen. Cine Art ven Finten find 
nättigen. 
jartige Bewegung ber Klinge nur bie 
e vom Stichblatie des (Megnere, gebt 
u. ſtößt er, Die Zrreichfinte if 
Peynere Schwäche nach feines Stärke 
Strich. Tie befte Art, Tinten zu pa» 
Breiten nad benielben, inten: man 
des Gegners nachgebt. Entwafinen 
ten: fann man ben Geaner a» durch 
wiher der Zchlag (Battuten Te zu füb⸗ 
er die ganze Schwäcde der feintlichen 
ts ed. ba Purchb Yigiren, einen ge 
Terkieb, Der mit voller Kraft die 


440 


ttonsfinte, innere Quart, ob. Geconb geſteßen. 
In Ouart verfallen, Ouart conpee nachgefichen; 
E. E.: innere Quart od. Second gezeigt u. Quart 
coupee od. jegleih gegen das Xerfallen Quart res 


| vers gefieen. Mit ter Cavation in Second ver» 


Man mar tie erfie on. 


fallen u. Zecond unter ben Arm nachgeſteßen; 
C. v.: Zeconb unter den Arm ınit ber Kavation 
ed. Terz gegen Die Cavation. Coupeeftöße 
(coupirte Stöße) nennt men, wenn man aus 
Hochquart od. Hochſecend in untere Quart cb. 
Secend, am Stichblatt des Gegnere verkei, über⸗ 
gebt u. ſtẽößt: daber Coupiren, dieſe Bewegung 
machen. er Second unter den Arm. Vläße: 
wenn ber Gegner an der äußeren Zeite mit eva 
boher Klinge in Second liegt; gedoßen, indent 
Die Kauf etwas geienft wird, fo daß ber Stoß 
etwas ven unten geichiebt, Paraten: mit bald 
Quart ausgebeben, Quart fercte nachgeſteßen; 
EP: einiache Secentfinten, Zecond über ben 
Arm geſteßen. Mit verbangener Secend, Ouart 


“über den Arm nachgeſtofſen: C. v.: einfache Se⸗ 


ven dei Geaner® Klinge an der äuße⸗ 
cht ed. indem man auf den Geg-⸗ 


ugt, in wit ter linken Hand an ter 
m fee nm ibm ben Tegen mit tem 


der Gent drüdt. Das Avanciren, 


mer nur mir einer Parade geſcheben 
wm man die Klinge des Gegnere ſtrin⸗ 
fach, wenn man bles ten linken ruf 
sanegt, doppelt, wenn man den 
serber vorſetzt u. Dann erfi Den linken 
tirtrenift, menn man Den rerbten 
L dam Pen linken in Die gebörige Eut⸗ 
Mer. Traverſiren beißt, wenn 
hamerilit, welches kei fer Terz vor- 
eltiziren beißt, ben linken Fuß fo 
arechten iſchlagen, daß man mir Dem 
er traverfirt hat, wieder in cine gerade 
Cenniviren, ten Gegner durch 
e ſeitwärts eine Blöße zu entleden 
e Sröhe jelbſt nun find: a) Flüſch⸗ 
: aa) Quartu. Second über 
Bleße: Wenn der Gegner au der 
‘ ker Klinge mebr links ale rechte 
ze geftehen, intem ber Degen um 
zen berzimgebt ır. über temielben in 
ng auf ten Gegner ſiößt; Paraten: 
sarırt, Terz nacgeftenen; Centre— 
be äußere Finte, flüchtige innere 
m. Auf tie innere Seite carirt- 


t fercie nachgeſtoffen: C. Y.: ein- 


jsrattendfinte, X-nart über den Arın 
Mir bech Zecent parirt (in Frech 
Yen), Secend ımter dem Arm nach⸗ 


&.: enweder eine Finte aus T.uart 


Secend unter den Arm, ed. ſogleich 
rfallen Terz geſtoßen. Man verfällt 
Sanstien in Euart u. ſtößt Quart 
C. 2.: Quart coupee mit geſloßen. 
u. Second inwendig. Blöſie: 
mer an ber änßeren Seite der Kliuge 
js linte liegt. Sie wird geſteßen, in⸗ 
Quartlage gerade bineinfläft; Para⸗ 


derſelben binaui ſtößt. 


art parirt, Quart jſercce nachgeſtoßen; 


e einfache Finte, Quart cd. Second 


n geſtoßen. Wach außen cavirtparirt, 
Ichen: C. 2.: immere, einfache Cava⸗ 


condfinte, Second über den Arm geſtoßen. Mit 
der Cavatien in boch Secend, Second unter den 
Arm nad; C. L.: Secend unter Lein Arın mit od. 
Terz gegen Lie Cavation. Mit tiefer Fauſt u. beber 
Klinge in Second rechts andgewunten, Cart cou⸗ 
pée nach: €. ’.: Second unter Den Arm gezeigt, 
um des Gegqners Klinge hernrngegangen ı Terz 
geſteßen, cd. eine Finte uns Secent in Conart im. 
OQuart coupe geſteßen. An Second atlunfen alten 
n. Second unter ben Arm nachaeftegen; C. %.: 
Zecend gezeigt, übergebeben u. dennech Zecend 
unter den Arm geftchen. dh Quart ceupde. 
Blöße: wenn ter Gener an Ber inneren Seite ter 
Klinge mit etwae brber Fauſt in Ouart liegt, ges 
ſtoßen; Paraden: mit halb OQnart ausgebeben, 
Quart revers nah; Er: Onart coupe nur ges 
zeigt u. in Die mit dem Ausbeben verbundene Alle 
Onart über den Arm geftegen. An Second ablaus 
fen laflen u. Second unter den Arm nad; C. L.: 
Cuart couple nur gezeigt, ilberacheten ı. Second 
unter Den Arm gefteken. In Secend andacwun— 
ten, Quart couple massgeftehen: C.v.: entweder 
Quart couple gezeigt, übergebeben u. dennoch 
Quart couple geſteßen, ed. um des Gegnerse Klinge 
gegangen u. Terz geſteßen. Mit verbangener Ser 
cend, Quart über ten Arın nad; C. d.: Quart 
coupee zur gezeigt, in C.uart überzebeben, C.uart 
itber Den Arm geſteßen. bb Feſte Stüpe: aa) 
Terz. Blöße: wenn der Gegner an ter äußeren 
Seile ter Klinge mit etwas tiefer Fauſt in halb 
Quart et. in Quart liegt. Sie wird geſtoßen, in⸗ 
dem man mit der ganzen Stärke der Klinge die 
ganze Schwäche des Gegnens an der äußeren Seite 
in Terz packten. dann mit tiefer Fauſt u. Leber 
Klinge, die Klinge des Geunere niederdrückend, auf 
Paraden: in Secend ab> 
laufen laſſen u. Secend unter den Arın nah; C. v.: 
Terz gefrichen, Second unter den Arm gefleßen. 
Nach innen cavirt-parirt, Ouart fercke ach; C. 2. 
Terz nur gezeigt u. mit der Cavation Quart Über 
ten Arm geflogen. Mit angezogenem Arme im 
Quart parirt, Terz nach: C. Y.: Terz nur ge⸗ 
firiben, flüchtige innere Cnart ch. Second ges 
fteßen. bb) Suart forcée. Blöße: wern der 
Gegner an ter äußeren Seite Der Klinge mit etwas 
tiefer rauf in halb Quart od. in Quart lieut. SIE 
wird geftoßen, intem man bie Klinge bes Seguere 


180 


Fechtkunſt 


an ber einem Seite in Quart padt u. mit hoher | Schulter u. ben Arm; bb) obere T 


auft u. tiefer Klinge bineinftößt. Paraden: mit 
b Quart u. Quart forcke, od. Quart revers 
nah; ©. L.: von ber Klinge abgegangen, Quart 
über den Arın groben. Nach außen cavirt⸗parirt, 
Terz nach; C. L.: Quart forcee gezeigt u. mit der 
Cavation flüchtige innere Quart geftoßen. In hoch 
Duart verfallen, Quart forcee nad; C. L.: Quart 
forcee gefirihen, Quart coupee geftoßen. Mit ber 
Eavation in Second verfallen, Seconb unter ben 
Arm nad; C. 2.: Second unter den Arm mit ger 
floßen, od. Terz gegen die Eavation. oc) Quart 
revers. Blöße: wenn ber Gegner an ber äußeren 
Seite ber Klinge mit etwas hoher Fauft u. tiefer 
Klinge in Duart liegt. Sie wirb geftoßen, indem 
man die Klinge des Gegners an ber inneren Geite 
in Quart padt u. unter dem Arme befjelben mit 
tiefer Fauſt u. hoher Klinge binaufftößt. 

. Hiebfechten. A) Das Kehren beffelben 
geſchieht mittelft bee Säbels od. Saurappiers, eines 
gweiicineibigen, eraben, jedoch ſtumpfen Degens, 

in ein siodenlörmi es Gefäß (Glocke) mit einer 
Parirſtange in einen Bügel od. auch in einen Korb 
mit Sförmigen Seltenftangen eingelaffen if. Dien- 
iu u. Eintheilung ber Klinge wie beim Stoßfechten. 

) Die Bofition(Pofiturlage) ift fo, daß der 
rechte Fuß etwas vorwärts u. etwa um eine Elle 
feitwärts vom linten zu ftehen kommt, ber Körper 
vorgebogen, der rechte Arm vorgeftredt, ber linke 
auf den Rüden gelegt ifl. Die Auslage ift bei 
weiter Menfur eine bobe, d. h. die Klinge liegt 
ziemlich in Verlängerung des horizontal ausgeftred- 
ten Armes, nur bie Spite ift etwas gehoben, Bügel 
u. Korb beden die Hand. Die hohe Auslage-ift zu 
Pferd allein anmwenbbar, baber beim militärijchen 
iebfechten üblih; bie verhängte Auslage 
Spitze bes Schlägers nad unten) fett eine enge 
Menſur voraus u. iſt meift bei Studenten in Brand 
C) Die Bewegungen find diefelben, wie in dem 
Stoßfechten, nur daß bier noch Prim hinzukommt, 
wo die Knöchel ber Hand nach der linken, die Finger 
nach der rechten Seite zu fteben. D) Ein Hieb if 
ein Schnitt, womit man ben Gegner treffen will. 
Jeder Hieb wird mit dem Handgelenk, nie aber mit 
dent ganzen Arm gemacht. Die Säbelhiebe werben 
mit leicht gefrümmtern Arm geführt, weil Die Klinge 
vom Fechter nachgezogen werden muß, um zu ſchnei⸗ 
ben. Wird Über bie Klinge des Gegners gehoben, 
fo muß man weder zu früh, noch zu ſpät, ſondern 
währenimbes Uberhebens in bie Bewegung changiren, 
in welcher man bauen will; auch muß die Schneide 
ber Klinge immer genau nach dem Gegner gerichtet 
fein, damit man nicht flach haue. Der rechte Su 
wird erft mit dem Hiebe zugleich vorgefettt. Nie 
darf man fich verbauen, d. b. fo bauen, daß ber 
Gegner eine Biöße erhält, welche man nicht jogleich 
wieder beden fann. E) Die Hiebe find kurz od. 
voll, lettere mit Bogen gehauen, am wirkſamſten; 
außerbem unterſcheidet man einfache, fintirte, 
Nah - u. Doppelbiebe. Die einzelnen Hiebe find: 
8) Untere Siebe anderäußeren Seite der 
Klinge: aa) Prim, gebt nach der unteren Seite 
bes Arms, in der engen Menſur nach ber Brufl; 
bb) Terz, in bie rechte Seite, cc) Terz, 
nach dem rechten Beine(äußererKniehieb). 
b) Obere Hiebe an der äußeren Seite ber 
Klinge: aan) Halb Terz, halb Duart (Win- 
?ofanazt), auf bie Mitte des Kopfes, auf bie 


rechten Seite bes Kopfes; cc) Terz, 
ten Seite des Oberarme; dd) Te 
Borberarm u. ber Hand (Kingert: 
tereHiebeanberinnerenÖöeite 
aa) Duart, nad dem Ulnterleibe; 

nah dein rechten Bein (innerer 

cc) Polniſche Quart, nad ber 

des Arms u. nach dem Unterleibe. 
Hiebe an der inneren Seite t 
aa) Obere Duart, nad ber fin! 
Kopfes; bb) Duart, nach ber Bruj 
linken Seite des Oberarm; cc) Ou 
Iinten Seite des Vorderarms u. ber. 
Hieb wird durch die Yage der Klinge 
bes Gegners, u. die mit berfelben 
Blöße beitimmt. F) Dus Pariren 
ift ein Linſegen der Feun u. Klinge i 
welcher ber Gegner haut. Es muß n 
ber Klinge immer mit der Schärfe, jo 
lich u. mit geftredtem Arm geicheben, ı 
ber Klinge des Gegners entgegenichl: 
den fteile od. verhängte Paradeı 
legtere begünftigen den Nachhieb. 
die Hiebe folgendermaßen: 6) Auf 
folgt ein Nachhieb. a) Die außen 
Hiebe: aa) Prim, mit quer vorgefi 
Nachhieb: Terz nach der rechten Sei 
nach der Schulter od. am Arm; bb) 
rechte Seite od. nach dem rechten Be 
hangener Second; Nachhieb: wie | 
b) Die äußerenoberen Hiebe: ı 
auart, mit etwas tiefer Fauſt ır. bı 
Terz; Nachhieb: obere od. untere O 
untere Terz; bb) Terz nach der red 
Kopfes, des Oberarına od. des Vorde 
der Hand; Bariren u. Nachhiebe: wie I 
auart. €) Die inneren, unteren 
Duart, nad dem Unterleibe u. na 
mit verbangener halb Second, halb 
hieb: Winkelquart. Mit verhangener : 
hiebe: entweber obere Duart od. Pri 
Terz, u. zwar mit tiefer Kauft u. 
Nachhieb: obere Quart; bb) Polnt 
mit halb Terz, mit tiefer gauf u. 

Nachhieb: obere Quart. 4 Obere 

Nach der linken Seite des Kopf 
Fauſt u. hoher Klinge mit Quart; Ne 
od. untere Terz, od. untere Quart; 

Bruft u. dem Arm, mit no fü 
bober Klinge mit Duart; Nachhiebe 
E) Um ſich Blößen zu verſcha 
man an: a) Das Bordanen, eine 
ift ein von der Schwäche nad) ber S 

ners geführter halber Hieb; C. L.: 

Klinge etwas ſinken. b) Die Finte 

die Bewegung eines Hiebes, gebt ak 
Gegner parirt, wieder über u. har 
Blöße. Die Eintheilung ber Sinten 
Stoßfechten; C. L.: nach jeder Beweg 
gegriffen. €) Kreuzhiebe entfteh 
Gegner eine gginte parirt bat n. man 
tenäbnliche Bewegung macht, überh 
neue Blöße baut. dy Die Streichf: 
ber Schwäche nach ber Stärte bes Ge 
ter Drud; ©. L.: wie bei ben ein! 
e) Die Zirkelhiebe, wo man um 
einen ganzen Zirkel befchreibt u. banı 


Fechtkunſt 


ven welcher man antyjegangen iſt; 
ebt unter Ber Klinge durch u. hemmt 
ben Sirkeibieb. fh Diebe mit dem 
ıer wird ter rechte Ruß binter den 
u. ter Unterleib jo viel mie möglich 
. %.: unten fintirt u. den obern Dieb, 
n ſellte, in ein Pariren vermanbelt. 
geu 286 Zempo fint ſolche, welche 
te Siebe des Gegners getban werben ; 
inneren Zeite mit geienkter Fauſt u. 
mit balb Terz, an ber äußeren Seite 
est. Eopabondiebe, zmei auf 
ente Zirkelbiebe, tie mit eittem an 
te, ven welcher man auegegangen ifl, 
wbe verbunten fine, ©. L.: wie bei 
Wenn das Fechten ſchulmäßig erlernt 
an ſich in den Stößen u. Hieben, ohne 
il die vorgeſchriebene Reichenfolge be⸗ 
ztrafechten,. Es iſt bier auch das 
sen erlaubt, wo man auf der Menſur 
Led. dreiwiertel Krei® um ben Gegner 
mim eine Alöße abzugewinnen. Der 
it Reben u. wendet ſich nur ein wenig, 
gun,um dem Gegner flets das Ge⸗ 


pr 
u auf Stoß u. Hieb zugleich 
treſechten, eine Combination beider 
je zachdem Stoß od. Hieb leichter an⸗ 
L serauserfichtlich wirkſamer iſt, kann 
den Waffen ftattfinten, iſt aber feiner 
glett balber längft verworfen worten. 
gesten mit der Yanze ift ein 
ie Länge der Lanze macht ıbre Hand⸗ 
—— ſchwierig: gleichwobl ge⸗ 
talle die ſtete Verbindung von Stoß 
imgekebrt Van fübrt volle Stöße, 
den des Armes aus ter Auslage, u. 
Eröße, durch Heben des Arnıes in 
'jenfrechten genäberten Richtung, au, 
lich gegen einen dicht antringenben 
Durch Schwingen ber Lanze in hori⸗ 
ung, wird Dedung nad rückwäris u. 
: erzielt. Im Allgemeinen lann man 
sen, daß bie Yünge ber Lanze ben 
brauch jebr beeintraͤchtigt u. daß ihre 
ung im einfachen Stoße mit Anlauf 
bie Geſchwindigleit des Pferdes bie 
Bes betingt. 
jounetfedhten wird ſeit etma 1840 
namentlich deutſchen Infanterien 
trieben. Den erſten Anſtoß dazu gab 
auptmann von Selmnig, weicher ein 
Eyſtem tes Bajonnetfechten® regle⸗ 
uf, das zuerſt faft allgemein Annabıne 
ußen folgt man jeit mehreren Jahren 
bes Hauptmann Notbfiein, in Han⸗ 
Lieutenant von Yinfingen. Auch bei 
fechten lann, wie bei „en Fechtüͤbuu⸗ 
nur in dent gründlichen Betreiben 
ſtens geſucht werten. Die Stellung 
fechtens ift mit beiden Füßen rechıe 
ander, der rechte Fuß bieibt auf der 
ber linke ift einen Fuß weiter vorge» 
erferper dreht man ın bie Richtung 
Bea, Die Kniee werden leicht gebogen. 
wird ven ter rechten Hand am Kıle 
ter Iınlen am linterring umfaßt, der 
an ten Schenlel bes rechten Beiues, 


bis Fecko 151 


| die Bajonnetipige if zur Kepfhöhe des Gegners er- 


boten. Statt dieſer Etellung rechts kdann auch 
Stellung linke genemmen werben, wobei bie 
rechten u. linken Fuͤße u. Hände ihre Functienen 
nur wechſeln Die Stöße werben ausgefübrt, in⸗ 
dem man ausfällt u. das Gewebr mit dem Arm 
kräitig vorſchnellt. Wenn der Körper um ben vor⸗ 
eiegten Fuß nad vorn herumgeworien u. mit Bie- 
en meiten Ausiall ein Stoß verbunten wird, fo 
nennt man benielben Wurfftoß. (ntgegengeisut 
find verfürgte Stöße, anmentbar im Getränge, 
bei melden Der Nolben noch binter die Auslage zu⸗ 
rüdgenommen u. nicht ausgeiallen wird. Im Ge⸗ 
enjag zu dieſer Wtetbote gıbt es nad von Roth» 
Hein nur Stöße eben u. unten (legterer ein de⸗ 
gagirter) mit beiten Händen, wobei der U 
dur einen Schritt vermärts eriegt wird; es ſoll 
bierturch auch körperlich wenig kräftigen Leuten ber 
Stoß erleichtert werten. Die Baraben werben nach 
oben, rechts, lints u. unten ausgeführt, indem man 
das Gewedhr ber feintlihen Waffe entgegenftäßt, ıı. 
war entweder mit der Lauf⸗ od. mit Der Ladeſiodk⸗ 
— * letzteres nach von Rothſtein, damit ber Lauf 
u. die Viſirung geſchont werden. Als Vorbereitung 
zum Contrafechten übt man außertem das Stoßen 
nach aufgebängten Bällen, damit ein fiherer Stoß 
erlernt wird. Der Infanterift wird im Contrafech 
ten gegen einen Jufanteriflen od. gegen einen Ga 
valleriften geübt, lehteres in ter Weife, daß ber 
Lehrer auf einer Erbebung fleht cd. auf einem höol⸗ 
jernen Pferde fint u. von ba aus Gäbelbiebe m. 
Lanzenſtöße führe. Ale Echutimittel gegen Ber- 
legungen bei dent Ginüben werten ein Küraß, ſtarke 
Handſchube u. Hüte mit Masken angelegt, die Ba- 
jennerfpigen erhalten weiche Lederknepfe. Vgl. Tbie 
bault, AcaHddınie de l'épée, ou recıet du ma- 
niement des armes à pied et A cheval, Paris 
16285; Dieyer, Beichreibung ker freien Kunft des 
— 1670; A. F. Kahn, Anfangegrünte der 
„Gött. 1734, n. Aufl. mit einem Auhange Über 
Die Kunſt auf den Hieb zu fechten, Helmſt. 1761; 
Gründliche u. vollſtändige Anweiſung in der deut⸗ 
ſchen F. auf Stoß u. Hieb, Jena 1798; J. A. x. 
Roux, Theoretiſche u. prakltiſche Anweiſung zum 
Hiebfechten, Fürth 1803; J. W. Rour, Anleitung 


zur F., Jena 1607; J. G. J. Venturini, Die 
auf Stoß u. Hieb, n. Aufl. Hann. 1809; Ya Moile 


fiere, Art den armes, Par. 1915; J. A. 8. Rour, 
Die deutiche F. ıStoßfechten), 2. Aufl. Lpz. 1517; 
A. Yüpicher u. Ir. Gömmel, Theorie der F., Wien 
1820, Pönig, Die Fechtlunſt auf den Stoß, nad 
ten Grundſaͤhen Led Hauptmann von Selmnitz, 
Dread. 1921; Werner, Die F. auf den Dieb, Lpj. 
1825; 3. Fougere, Die Kunfl aus jebem Zwei⸗ 
fampt lebend u. unverwundet zurüdgutebren, aus 
bem ——* epz. 1829; Otto, Syflem ber 
Fectkunſt, Olmiltz 1352; Fehn, Fechtſchule; Seid⸗ 
ler, Anleitung zum Fechten mit ten Säbel u. ER 
raflierbegen; Nadoſy, Equitationeſchule; Zeim 
Praltiſcher Unterricht ın ber Bajennetiehılan 
Bern 1633; Yinfingen, Handbuch des Bujonneie 
fechtens, Hann. 1354; Retbfteiu, Anleitung ya 
Bajonnetiechhten, Berl. 1853. 

Feciales (Tim. Ant.), f. Fetiales. 

Fecit (lat.), bat es gemadt; Zignatur nach 
einem Namen, 3. 9. unter Kupierflihen. 

Fecko (Autilope montana Küpp.), eine zu 
ben Heinfleun Arien gehörende Antilope in den Ge⸗ 


132 


von Doggera, bei Gondor u. in ben Thälern ber 
Kulla; ın die Untergattung Neotragus A. Sm. 
gebörend, aljo die Männchen mit Heinen, dünnen, 


birgegegenben des Fazoglu, auf ben Hocebenen | * „ärtere | ß 
o Er ‚ nicht zu verwechſeln mit dem Fuß au 


Peeula bis Feder 


gung bervorbringt; das flärfere Ende ter $. | 


oppelfetern bei Kutichen, wo ee cin € 
Eifen ift, welches zwiſchen die en gelegt wir 


aufrechten, pfriemigen Hörnen; übrigens ohne womit dieſe Durch einen Bolzen an ten Kutſchl 


Thränengruben, mit rundlichem Kopfe, fpitiger 
Rafe u. kurzem⸗Schwauze. 

Fecüla (lat.), 1) Bodenſatz; 2) (Chem.), Satz⸗ 
mehl. Sonft hielt man verjchiedene, aus mehreren 
Pflanzen, fo mie Bas Stärkemehl, mit dem fie auch 
im Wefentlichen übereinkommen, bereitete Arten in 
ben Officinen vorrätbig; 3.0. F. arl, von der 
Aronsmurzel, F. bryoniae, ven ver Gichtrübe, F. 
bippocastanl, von ter Roßkaſtanie, F. marantae (F. 
saglitarjae), j. Arrom-roct, u.m.a. Daber Feculant, 
befig, trübe. 

unditag (lat.), f. Föcnnditas. 
dawihs, ter 5. Grub ter muhammedaniſchen 
Secte der Aftaffinen, |. D. _ 

Febdahn, Feldmaß in Agypten = 44,591 Ares, 
Das alte Maß 59,29 Arc. 

Fedderjen, 1) Jakob Friedrich, geb. 1736 
in Schleswig, ftutirte 1755 — 58 in Jena Theolo⸗ 

ie, wurde 1760 Cabineteprebiger Des Herzogs von 

uguftenburg, 1566 Hofprediger in Ballenftädt, 
1769 Brekiger an der St. Johanniskirche in Diag- 
deburg, 1777 Dompretiger in Braunſchweig, 1758 
Hauptpafter n. Propſt Des Altonaiſchen u. Pinne⸗ 
bergiſchen Confifteriums in Altona u. ſtarb 31. Der 
cember 1795. Gr jchr.: Antachıen im Yeiden ı. 
auf dem Sterbchett, Magdeb. 17,2; Unterbaltun« 
gen mit Oott in bejonderen Fällen u. Zeiten, Halle 
1774, Nachrichten son Leben n. Ende gutgejinnter 
Menſchen, ebd. 1776—55, 5 Thle.; Beitpiele Per 
Weisheit u. Zugend aus der Beichichte, ebb 1777 
—17%0, 2 Tble.; Das Leben Jeſu fiir Kinder, ebd. 
17775 Lehrreiche Erzählungen and der biblischen 
Geſchichte für Kinder, ebd. 3. Aufl. 1758. 2) Bor 
rend, geb. 1767 zu Huſum in Schleswig, frudirte 
in Kiel Jurisprudenz, wurde 1705 Stadtſecretär 
in Huſum, ſpäter Harbespeigt im Amte Tondern 
u. ftarb 1841. Anonvm nabın er an Harms’ Tbe- 
jenftreite Zbeil u ftellte fih anf deſſen Zeite in fei- 
ner Schrift: Sendſchreiben an den Herrn Conſiſto—⸗ 
rialrath Bovſen 2c., TZondern 1516; außerdem fchr. 
er: Tas däniſche u. fchleswig=boffteiniiche Bapier- 
geit, Altena 1309; Gedanken über das Jus publi- 
cum in Beziebung auf das Herzogtbun Schles⸗ 
mwig, Ten. 1319. 

Fedderwarden, Pfarrdorf an ber Südweſtſeite 
tes Jahde · Buſens in Der oldenburgiſchen Herrſchaft 
Kniephauſen; Pferdemärkte; 1020 Ew. 

Fedderwarder:Ziel, Hafen im Amte Burhave 
des oldenburgiſchen Kreiſes TCoelgöune; 1924 er» 
öffnet. 

Fedegoſorinde, eine Art Caſſienrinde, wahr- 
igeinlich von Cassıa occidentalis od. C. hirsuta 
u. ©. falcata (j. u. Cassia). 

Weder, 1) Vogelfeder, ſ. Federn; 2) bei man⸗ 
dem Wilt der Schwanz; 3) die Nüdenfloffe beim 
Haifiſch u, anderen feiner Gattung; 4) die Borften 
auf Dem Rüden der wilden Schweine; 5) der ber- 
vorftebente Knochen an den Rückenwirbeln; daher 
Bederfhuß, ein Schuß, burch ben dieſer Knochen 
verlegt wird; 6) ein Stück gut gebärteten, efafli« 
ſchen Stabls, welches durch feine Elafticität einen 
Druck anf eiwas (Drudfeber) u. eine Bewer 


bejeftigt werten; bei größeren Dlafchinen batı 
auch Drudiebern von Holz; 7) ein runbes € 
Metall am Säbelgriffe, wodurch Die Klinge 
der Scheibe feftgebalten wird; 8) ein zugejpi 
Pflock, womit die Pochleder, RBocdjäuten u. M 
sujammengebalten werten; 9) (Bergb.), fe 
Bletz 1); 10) (Tiſchl.), Der 4 Zcl bobe, 2 
breite Borfprung an ber ſchmalen Seite Des 
welcher Beim Zuſammenfügen in Die Nuthe 
anderen paßt; 11) (Bauk.), fo v. w. Wi 
12) der fchneivente Theil der Pflugidars. 
(Jagdw.), jo v. mw. Yangeijen: 14) (Mi 
jo v. m. Schmeinsjeder; 15) Riß, Spalte 
Edelſteinen. 
Feder, 1) Johann Heinrich, geb. 17 KM 
Yangenau bei Yangenftein in Sranten, fubieie 
Halle u. Gießen Aurisprudenz, wurde 174 Cam 
tär der Deutſch⸗Ordensballey Hefien u. Ruf: 
in Nürnberg; er ſchr.: Hiftoriich-Diplomatiier: 
terricht u. gründliche Deduction von be 
Deutſchen Ritterordeus, u. insbeſonderede 
Balley Heſſen Immedietät, Exremptiorz 
ſamen, Frankf. 1751 Fol., 2. Aufl. | 
Fol.; Entdedter Ungrund derjenigen G 
gen, weiche gegen Des toben Deutichen Ruedi 
löblicher Balley Hejlen moblhergebrachte 
tät 2c. fürgebracht werden, Frankf. 178, 
2) Johann Georg Heinrich, geb. 1 
Schornweiſach bei Baireuth; wurde 1765 
ſor am Öymnaflıım in Keburg, 1768 Pre 
Philoſophie in Göttingen, 1797 Director des F 
gianums in Hannover, 1802 Hofbitlietbelar 
1821. Er ſchr.: Der nene Emil, Erl. 17 
n. A. Minft. 1759; Unterſuchung iiber ben 
lichen Willen, Lemgo 1779—93, 4 Bre.,& 
1735 ff.; GOrundlehren zur Kenntniß Des 
lihen Willens u. der Geſetze Des Rechtsverban 
3. Ausg. Gött. 1789; Eopbie, Kurfürfiz 
Hannever, Hannov. 1810; u. gab mit Mein 
aus: Philoſophiſche Bibliothet, Gött. 17 
Selbſtbiographie, 1825, herausgegeben von 
Sohne 3) Karl Aug. Yudm., geb. 1790 in 
tingen, wurde 1519 Privatbocent in H 
dann Lehrer der großherzoglich heſſiſchen 
vndwig u. Karl, 1820 zum Hofrath, bi 
Geheimen Hofrath u. Geheimenrath, 
Director Der Hofbibliotbek in Darmſtadt 
u. ftarb daſelbſt 1856. Er fchr.: Observ 
crit. in auctores !graecos atque latinos 
beib. 1918; In Agamemnonis Aeschylei 
epodicum primum commentatio, ebb. 
1) (Mich.), geb. 1753 zu Öttingen ım W 
giſchen, rear erft Kaplarrı am Juliushoſpich 
‘Rrofefier der Theologie in Aiirzburg, wurhe b 
Univerfitätsbibliothelar, 1795 Profeflor n. HM 
giicher Cenſor, 1798 geiftlicher Rath, nach ver * 
Urganijatien ber Unwerfität (1504) Oberki 
tar u. 1811 penfienirt. Cr überfetste Mebrerefl 
den Kirchenvätern, verbeſſerie Braune 
des A. UN. T. u. gab Mayazin zur Beförhe 
bes Schulmefens, 1791— 1797, 3 Bbe.; But 
theologijche® Magaziu für katholiſche Gei 
1708 4 heraus. 































— 


Federalaun bis Feberbarz 


(Zederfelz, Reramobalit), ſo v. 


and :ipr. Keberäl Eiländ), Infel, 
Ircirel gehörig (Polynefien). 

tb ( Feterafyeh), fo. w. Faſergyps 
Bot., io v. m. feberig. 

I rgelb.,, Ring in der Mitte einer 
er ten Klappen ftebt u. verurfadht, 
ihre Federkraft an ber Klappe bes 


Zuflug tes Rbein im badiſchen 
:, münbet bei Derlanden: an tem» 
Juni 1839 Geiecht zwiicen ben 
ppen u. Den badiſchen Inſurgenten. 
nel, Zviel mit den Aeberbail (Vo- 
tem Kader geihlagen wird. Der 
ie Ereße u Ferm eines balb durch⸗ 
mertieg, iſt ven buntem Leder u. 
ren geſtorit: damit er dem Racket 
len die coridexe Seite dardieie, iſt er 
kanmenäche mit Taubenfedern im 

Ti Racket Dagegen ift ein eva 
b. 1JIn breites, 1 Soll dickee, bölzer- 
Dertiena nait kurzem Handgrifj, un⸗ 
er Ferm eined ungariſchen Steigbü 
Del; Ant vöcher gebebrt, die innere 
Yalınen Ochienſebnen ct. Rindedär⸗ 
gäberhride u. das Helz mit reder 
it dieſem Kader wird nun Ber Feder⸗ 
suehreren Perienen geichlagen, u. es 
ın, ıbn immer jo zu ihlagen, Daß 
Miripieler mieber erreichen u. wie⸗ 
nanen, damit er immeriort ın ter 
erde. Dies Zpiel lann im jersıen, 
ab im Herumgeben geipielt werten 
leicdte Rörperbewegung, u. iſt Daber 
ach ter Mablzeit, avmnajtiich aber 
ef. Diäccben, zur Auabiltung Des 
n tie Bewequngen veichtigkeit u. 
Im, su empieblen. Beſ. in Fraulreich 





br beliebt u. gebörte im verigen: 
zu ten Beluſtigungen der böberen, 
mie aud in Deutichland, in neue- 


2 abeter:men. 
Las Bart am Tbürſchloß, melches 


Ken (Rot. , i. Pinnula. 
mittelſtarte Zorie Dee Eiſenblechs. 
en, Lünfttiche Zlumen aus Häntce, 

x. vertertigt. 

u, ein Bolzen chen mit einem Kcy', 
n ter Zpige, mt länglichem Ye, 
erner, wie eine Feder geſchmiedeter 
ſorſtecker durchgeſcheren u. Dad Her⸗ 
dolzen verhindert wird. 
l(Theiler), an ber Tbeilſcheibe 
‚iM die Vorrichtung, mittelſt welcher 
ige Bertbeilung ber Zpirallinien im 
tGewehrlãuſe bervorgebracht wird. 
j, 1) ein Büſchel Federn, ber auf 
ander Vogel wählt: 2) Buſch ven 


en das Militär ch. uniſormirte Coi- 


Sur, Helm od. Czalo tragen. Tie 
gebleicht i. u. Federſchnücder), 
äuielt, nach Erforderniß geiartt n. 
wa Stab von Fiſchbein gebunden. 
ie nach ter Mede u. dem Rang bes 
ı tazı Strauße, Reiher⸗, allen» 


(Geier⸗), Habn- u GBänfefedern; bie Federbüſche 
ber Solbaten fint meift einfarbig, mei ob. ſchwarz, 
jumeilen auch rotb, für Cifiziere baben fie zumeilem 
(bei. ſonſt) unten, für Alnteroffiziere oben einen an« 
dere gefärbten Ring. „Lebt find faft allgemein Pie 
äbnlich gearbeiteten, mittelft einer eigenen Borrich- 
tung glatt geiengten Saarbiliche fatt der Feder⸗ 
küfche eingeiübrt, u. nur tie Federbüſche auf Den 
Hüten ter Offiziere find noch von ſchwarzen ch. 
weißen Sabnfetern gebunten; 8) (Federbuſchbündel, 
Serald.), eine aus mebreren Reiben, jete von 3 
fetern, gebuntene Figur: häufig Helmſchmuck dc6 
rbeiniichen Adels. 

Federbuſch Löwenſchweif), ift Phlomis 
leonırun. 

Federbuſchpolypen (l’lumatella, Halcyo- 
nella Zeams), Gattung aus ter Ordnung ber 
Keimkorallen, aus ter Abtheiluug Der Brvozoen 
(Mecstbierer; Belvren in verbärtet bäntigen Röh⸗ 
ren; ibre ungleich Tanzen Fübler bilden um ven 
Mund einen buſeiſeniörmig umgebogenen Irichter ; 
im Süßwaſier, an Prüblen ꝛc.: Ih staenarum, 
die nicht veräftelien Röbren buſchig gebäuft, 1 Zell 
lang, mit fünfediger Plünkung, ſchwammäbhnſiche 
Mailen bildend, aut der Untericite won Steinen x. ; 
H. «Tubuların et Plumatella rep- 
tanr), veräftelt, kriechend, 1—2 Sell lang: IT. 
vapraneıl'rixntadellamnmeeder. Relrpen« 
fted kugelig, frei Ichwimmend, mir Pelvpentragen⸗ 
ten Höckern, fiebt, mut biegen Augen, wie eim 
Schimmelfleckh aus 

Federbuſchreiher, kei CTuvier Untergattung von 
Reiher, Die Silverreiber befaſſend; ſ. Meiher. 

ederbuſchträger, |. Faſan ſe 

Federchen Rot, P’lumulaı, 1) das Federhaar 
eines der ſeitlichen Härchen, bei einem fcderigen 
Zbeile; 2) das Alattiederchen, welches zwiichen dent 
SZSamenlapren Des Keimen fich erbebt T. Keimı. 

Tederdedel "br. ı, jew. m. Federbaus. 

Federeiſen, Anftrunment, wemit Die Büchien⸗ 
macher Den SCleßziedern die richtige Form geben. 

Federerz, ie v. w. Haariörmiger Antimenglanz, 
ſ. u. Anumen Pin «Ci bhe, 

edereule, je v. w Federmette 
| ederfliege  Voluceila‘, ſ. u. Rlumenfliege A) 
ar nu m: 

Federfuß, fe v. w. Trommieltaube. 

Federgras -Stipa pennata). Art aus der Gat⸗ 
tung Piriemengras (Stipar in Der Familie Der 
Gramineae-Stipaceae, 

Federgups, fe v. m. Faſergvps. 

Federhahn, ie v. mw. Auerbabı. 

wederbafen, 1) kleines Inſtrument ven Eiſen, 
welches dazu dient, beim Auseinandernehmen u. 
Sujamımenwgen eines Gewebrjchloſſes die Federn 
deſſelben zuiammenzudrücken. In Form u. Ein 
richtung verſchieden, beftebt Das Inſtrument meiſt 
aus einem unbemeglichen n. einem durch eine 
Schraube beweglihen Hafen, bieweilen aber auch 
nur in einer Tleineu Klaämmer obne Schraube; 
2) Jagdw), eıne lleine eiierne Rlammer, mit 
weicher beim Nufiteien des Lellercifend die cher 
srücdgebalten wird. 

wederbärte, I) ter Grad der Härte eines Kör⸗ 
pers, bei welchem feine Elaſticität am ftürfften 
wirlt; 2) jo v. m. Elaſticität. 

Federharz, 1) jo v. mw. Elaterit; 8) fo v. w. 
Kautſchul. 


1354 


Keberbarzbaum bis Federmotten 


Federbarzbaum, 1) Oſtindiſcher F. it Ta- | von feinem 1842 verftorbenen Brut: 
bernaemontana elastica u. T. squamosa; 8) | mehrere Kinter. 


Weſtindiſcher F. ift Siphonia elustica. 

Federhaſpel (Jagdw.), eine Winde, auf welcher 
es aufgewidelt find. 

derhaus (Uhrm.), Das Behältniß, in welchem 
ſich die Uhrfeber bewegt; es beſteht aus einem cy⸗ 
Yindrifcyen Ringe, auf welchem eine runde Platte, 
der Seder« od. Zederhausdeckel, eingeſprengt ift. 
Bederbausrad, bei lihren, welche keine Kette u. 
Schnede haben, ein Rab, welches mit dem Feder⸗ 
baufe eineriei Welle hat u. die Bewegung der %e- 
der dem übrigen Räderwerke mittheilt. 
ederheber (Orgelb.), fo v. w. Weber ange. 

ederbornkafer (Prilinus), |. u. Bohr fer d). 

derhut, 1) ein dreiediger Mähnerhut, zwi⸗ 
{hen ben Klappen mit Stranßfebern belegt, die 
etwa % Zoll über Die Krempe hervorragen; 8) ein 
Hut, mit einer Franſe von den Rückenhaaren dee 
Bibers verfehen, welche Bere vorftellen; 8) Da- 
menhut, der mit Strauß-, Marabu⸗ od. anderen 
Federn geſchmückt ift. 

Feder ici (ſpr. Federitſchi), 1) Camillo (eigent⸗ 
lich Giovanni Battiſta Biaffolo), geb. 1755 
in Poggiolo di Gareſſio in der Provinz Mondovi, 
widmete ſich den Rechtswiſſenſchaften, wurde 1814 
Richter zuerſt in Goſon in der Provinz Aſti, dann 
in Moncalieri bei Turin, ging dann zum Theater 
über u. fi. 1803 in Turin. Von feinen dramatiſchen 
Stüden find zu ermähnen: I’ avviso a’ mariti; 
Le scultore e il cieco; Enrico IV. al passo 
della Marna; La bugia vive poco (deutſch von 
Vogel: Gleiches mit Gleichen); feine Opere tea- 
trali, Florenz 1794—97, 10 Bde., Beneb. 1807, 
10 Bde.; Turin 1808, 5 Bde. 8) Bincenzo, geb. 
1764 in Peſaro; ging, nachdem er ſich auf bem Kla- 
vier eine große Fertigleit angeeignet hatte, 1780 auf 
Neifen, erft nad Livorne, dann nach England u. 
Nordamerifa u. wählte von bort zurüdgelehrt 
London zu feinem Aufentbaltsorte. Bier beichäfe 
tigte er fich mit ber Compofitionslehre, Lehrte um 
1785 nach Italien zurück, fchrieb 1790 feine erfte 
Dper, l’Olimpiade, lebte von 1792— 1802 wieder 
in London, dann wieder in Italien, wo er 1809 
Brofeffor des Contrapunktes am Conſervatorium 
in Mailand wurde u. 1827 ftarb. Bon feinen 
Eompofitionen find nur wenige gebrudt; er ſchrieb 
eine große Anzahl Opern, barımter La Zenobia, 
La Sofonisba, La conquista delle Indie, Ifige- 
nia de Aulide, 

Federig (Plumosus, Bot.), wenn Haare, Bor- 
ften od. baar- u. borftenförmige Theile ihrer Länge 
nah mit feinen abftehenben Haͤrchen been: hm. 

Seberige aufenwolte u. Federige Schicht⸗ 
wolke, f. u. Wolfe. 

Federigotti (Boffi-f. von Ochſeufeld). 
Die Boſſi waren urfprünglich eine edle mailän- 
diſche Familie, deren Glieder 1440 nach Roverebo 
überfiedelten u. die Schifffahrt auf ber Erich 
ſchwunghaft betrieben. Nach ter Bermählung eines 
der Boſſi mit der Erbtochter bes Haufes F. nabm 
die Familie diefen Namen zu dem Stammnamen 
2. erhielt 1717 bie Betätigung ihres alten Adels mit 
dem Brädicat von Ochſenfeld u. wurbe 1790 
in ben Reichegrafenftand erhoben, welcher 1827 ale 
erbländifch-öfterreichifcder betätigt wurde. Jetziger 
Chef it: Graf Anton, geb. 17. Ian. 1797, Lchus« 

ber k. k. Por in Roverebo, er ift unvermäßlt; 


Federfammeafer, fo v. w. Dril 


"Täler, Melyrides a). 


Federkammſchnecke, ift Valvat. 
der at der Mondichneden (| 
berfegel (Uhrm.), fo v. w. Fe 
ederkeil (Bergb.), fo v. w. BI 
ederkielfifch, jo v. w. Igelftich 
ederknopf, Pflanze, ift Lagoe 
Federkoralline, Plumularia L 
fentoralline ): 
derkork, fo v. w. Gallertſchw 
derkraft, ſo v. w. Elaſticität. 
Federkrankheit, Leiden der Xu 
hühner, entſteht bei den Tauben 
Erhitzung; fie werben an mehrere 
magern ab u. fterben. Mittel: mau w 
Chlorkalk, gibt reine mit etwas € 
Saufwafier u. ftärfendes Futter. 
biihnern zeigt fich die F., wenn die J 
Maufer durchmachen; es erjcheinen 
große weiße Fledchen auf ber Haut; 
nenichein u. gutes Be finb bie bi 

——— iſt Myriophyllum 
Federlappen (Sagbm.), dünne te 
Feberbilſchel od. andere hellfarbig 
j. ®. Papier, gebunden find; fie m 
ranbern aufgeftellt (Berlappen, & 
damit das Wild nicht aus dem $ 
das auf das Feld gegangene nich 
jurüdtebre, od. Damit dieſes Wechſe 
Orten geſchehe, wo ſich San angefl 

ederleinwand, |. u. Barchent 

ederling (Philopterus), nad) | 

der Läuſe; Bühler fünfgliebrig, an b« 

fadenförmig, Klauen der Hinterfüf 

Thiere nähren fi von ben Fede 

rt: P. communis (Ricinus em 
dem Goldammer. 

Federmaß, Infirument, wodurch 
Uhrfeder gemeſſen werben lann, u 
Schwere der Unruhe zu beſtimmen. 

Federmeſſer, Meſſer mit 12— 
ſchmaler Klinge zum Federſchneiden 
züglich in Solingen, Sheffield u. 2 
bricirt. 

Federmilben (Analger), bei 9 
ber Milben; Mundtheile ale Knöp 
Kopfe, 2 Fußpaare nad vorn, bie ı 
auf ben Federn ber Vögel; darum 
A. pinnatus, A. chelopus, u. a. 

Febermofait. die Kunfl, aus gel 
Natur bunten Federn Bilder zufi 
indem man bie Federn auf Bapier u. 
od. in einen Stoff einmwebt. 

Federmotten (Pterophorites ] 
lung der Nachtichmetterlinge; Körpe 
Oberflügel lang, alle 4 Flügel ber 
fpalten, die einzelnen Lappen febı 
Zinn! unter Phalaena alucita, bei 
Lichtmotten, heißen bei De Geer Ph. 
lae. Dazu die Gattungen: a) Seder 
— Geof.), bie ganz beſch 

ürzer ale die Länge des Kopfes, 8 
Ipinnt fih nit ein; Arten: Künffel 
dactylus), ſchneeweiß, bie any 
die untern 3 Federn; Einfeber ( 


Federmuff bie Febern 


nförmigen Flũgeln: bb Orneodes 


after länger ale ter Kopf vorſtebend, 
iſt jebr ſchuppig. dae letzte nadt, die 


fich ein: Art: Sechtfeder (O. 
), Flãgel grau, ſechejederig; auf der 


‚en Muf, welcher auswendig mit 
m Federn bededt ift. 
1) vie Hautbedeckung ter Nägel. 
Körperfiellen, meiſi Zeben u. Yauf, 
ie Geier u. Trutbühner, der Kopf u. 
e Halfes, find unbeñedert Yeichtigfeit, 
laſticitãt iſt ibr allgemeiner äußerer 
re Grundlage alerfieif u. tbiertiche 
weilen ähneln fie, mie beim Kafuar, 
fie werden ftera ẽlig erbalten, mwezu 
Steiß eine beiontere Litrüfe haben, 
tem Schnabel trüden, tieien Bann 
achtialeit zieben u. tie Feder damit 
Lie Federn dienen ten Vögeln zur 
L Erwärmung, zur Bewirkung tes 
a Echmuck. Zie fine theile Unter⸗, 
»td. DTeckfedern, erfiere ſind die erfte 
wRr weiber tie Jungen geberen wer⸗ 
e ſe deh lebr bald befommen, während 
zer cer nachwachſen, u. auch perie⸗ 
wie werten (VDdauſer, |. d.), um ſich 
„ Wär gekiltere, erietgen zu laflen. Die 
St Haargebilde, ja an einzelnen Stel⸗ 
RB fe den Sauren ot. Borſten ganz 
8. tie Schnurren cr. Bartborſten 
‚od. Die Augenwimpern, ber Kinn⸗ 
iers, Pie Vorften am nadten Halie 
u. anderer Bügel. Die erften u. 
‚ welche ber Bogel gewöbnlich mit auf 
t, m. die nur fadenariig u. weich 
umen genanıt. Sie baten fehr 
len n. Meine ct. gar keine Knötchen, 
yaufter Epite ter nech in ter Haut 
eigentlihen Federn u. fallen ab, 
H entwideln. Flaumfedern, eit 
nen genaunt, find die ergentiichen 
& zuerſt entmeideln u. ſpäter meiſtens 
iedern bedeckt ſind; fie befteben aus 
ırzen, an ter Aajis geidhleffenen 
mebreren ven deſſen Endpunkte au®- 
ieterten, fnotigen Aften. Tie Fah⸗ 
iämmerfebern entipringen einzeln 
mit ten Cherfetern am Kopfe, 
ıpie faſt aus berfeiben elle; fie ba- 
innen, flarren Kiel u. marlleien, 
en, febr ihlanfen Schaft, ſehr feine 
. furze fabenförmige Ztrabien, obne 
Häthen. Die Ober⸗ ot. Ded- 
6 Eentourfetern genannt, be 
Au. Fahne. Ter Kiel ift gleichſam 
or. die Achſe Der Feder u. jein un- 
wißt Spule, fein oberer Schaft; bie 
teinne hornartige Röhre, Die an ber Ba⸗ 
Autchen geſchloſſen ift, welches in einen 
inter, der aus vielen durch Scheide⸗ 
sfienen Zellen beſteht u. gewöbnlich 
enannt wird, übergebt. Der Schaft 
Rüdieite gemäbr:tich platt u. von einem 
Epule überzogen, innen von ſchwam⸗ 
em Zellgewebe gebildet, unterfeits mit 
urche. Die Seitenflächen der Schales 
at u. tragen die nich zwei Zeiten 


155 


gerichteten einzeiligen Afte, tie zufammen tie 
nabne bilten. Diele Kite fine ſchmale, unten 
eiwas &reitere, lange Plättcheu, tie mit ibren 
Fächern platt ob. rinnenförmig an einankerliegen 
u. an ten Rändern mit Heinen Faſern (Ztrablen) 
beiept find, Lie au wohl wieder Kafern (Wim- 
pern, ed. Häkchen tragen. Die Hälchen der vor- 
deren Ztrablenreibe greifen in bie bıntere Reibe 
des folgenden Strahles u. fo halten die Strablen 
einander fell, fo daß tie ganze Fabne eine zu⸗ 
fanımenbängente Fläche bilter, die im Ztande ıf, 
eine Luftſäule nieberzutrüden. Ven den Ded- 
febern nennt man Lie langen, ftarlen an ten 
Kuochen der Hand, tie Shmungietern cd. 
Schwingen ber erſten Erknung: tie am Vor⸗ 
berarıne find aber Lie ber zmeiten Ordnung; 
am Xberarme finen bie Schulteriebern, bie 
auch Dedfetern ter 1. 2. u. 3. Neibe genannt 
werten. Der Daumen trägt noch einen befonteren 
Tbeil, den Ed- od. Afterflügel. Die großen 
flarten Ferern am Schwanzende nennt man 
Eteueriebern. Die übrigen Federn find Ded- 
fetern des Cber- u. Unterrüden®, legteren gegen⸗ 
über bie VBürzelfetern, daun Lie F. der Kcble u. 
te® Vorderhalſes, ter Stirn, tes Scheitels u. 
Hinterkopfes, des Nadens, jo wie des Jügels, d. b. 
ter Stelle zwiſchen Schnabel u. Auge. Dıe Dede» 
jedern können durch beſondere Diuelein, welche bie 
Muskelhaut bilden, berwegt u. oft fogar ganz aufs 
gerichtet werben. Der Vogel kann fie aber auch 
wieder nieberlegen u. dann mit dem Schnabel 
wieder glatt Rreichen, u. meiftene, bei. bei ben 
Shmwimmpögeln, find fie fo fettig, daß fie fein 
Wafier annebmen. Die F. wachſen ſebr fchuell; 
alle Xögel verlieren wenisftens einmal im Jahre, 
— im Frühjabre zur Paarungszeit, bie 

edietern (fie maufern); viele baben aber fo» 
ar eine Doppelmaufer, im Krüblinge u. Herbie. 
Sährend Des Federwechſels fine tie Vögel kränllich 
u. Eingoögel hören dann auf zu fingen; bei der 
Topreimaufer werten bie F. Des Ichenern Sem⸗ 
mexlleides mit weniger ſchönen F. Des Herbſt⸗ 
od. Winterkleides vertaufcht. Auch nah Alter u. 
Geſchlecht äntert die Farbe der F. eft ab, u. nıan 
nennt das Federlleid der Jungen das Jugendkleid. 
Der Farbenſchmuck hängt Übrigens von ter Ein⸗ 
wirlung des Lrichtes ab, u. daher find fie meiſt nur 
auf der Außenſeite ſchön u. mannigjaltig gefärbt, 
u. Rögel der heißen Himmmelöftrihe baben das 
buntefie Gefieder. Einzelne F. zeichnen ficb auch 
wobl durch befonbere Feinbei u. green Glanz 
au® u. beißen darnach bald Seiden- cd. Atla®-, 
bald metalliſch glängenbe, bald Ebeljtein- 
u.Schuppenfebern. Bei manden Bögen find 
die 5. auch mit einem feinen, reifartigen Aufluge 
betedt, fo 3. B. beim alten gemeinen “Pelilan, beim 
rauen u. Rüflelpapagei. Eewödbnlich find Lie 
Kafern ter F. dicht an einanderliegend; fteben fie 
weit von einander, ſo nennt man die letzteren 
weitgeſchlitzt. Zuweilen verlängert ſich der Schaft 
über die Fahnen hinaus u. endigt dann entweder in 
einer hornartigen Spitze ot. einem bormartigen 
Plätthen, fo iſt 3. B. erfteres bei ten Stachel⸗ 
ſchwalben, letzteres bei dem Seidenſchwanze der 
Fall. Zumeilen trägt bie rule nicht ein fondern 
zwei Ecyäfte, jeder mit feinen beiten Fahnen, ie 
3.8. bei den Straußenpögrin, Faſauen ıc.; mund» 
mal find die FJ. gauz plattgetrüdt, nur weg am 


156 


feinen, wie 3. 3. an den Flügeln beim Pinguin, 
od. wie Hornfpäne, 3.8. bei einem Pfefferfrefler, 
dem Pteroglossus ulocomns auf dem Scheitel, u. 
fo fommen noch manche andere Abweichungen vor. 
Wie bei den Säugtbieren gibt e8 auch bei ben 
Bögeln Albino’8 od. Kaferlals, fo z. 3. bei den 
Krähen, Schwalben, Sperlingen ꝛc., bie tann 
weißes Gefieder u. rotbe Augen baden. Bei 
manchen Bögeln, 3. B. Schneeeule, Schneebuhn, 
Schneefinten, Schneeammer, färbt fih das Win- 
terfleid auch ganz weiß, doch find Die Augen 
dann nicht roth. Berlängerte Feberpartien ba- 
ben oft einen befonberen Namen. Dahin gebört 
der eigne Federſchmuck mehrerer Bögel am Kopf 
od. Halfe; als: Bederbufg (Haube), längre F., 
meift auf Dem Scheitel, der Stirn od. dem Hinter- 
topfe, von vielfältiger Form; Federkreis, wenn fie 
im Kreiſe ſtehen. Nah den Stellen, dig jelche 
Feberbildungen einnehmen, od. auch nach Abnlich- 
keit, bekommen fie auch befontere Namen, vie 
Schleier (bei Eulen), Sederohren (bei Chreulen), 
Loden, Schnurrbart, zwiſchen den Schnabel 
u. den Augen, Badentragen, Badenbartıc. 
Die Flaumfedern tragen beſ. zur Erwärmung 
des Vogels bei, find ſehr leicht, u. werben, fo lange 
fie noch in Verbindung mit bem Körper yınd, durch 
bloßes Reiben elektriſch. Die %. find ein be 
dDeutender Handelsartikel, bei. al8 Bettfedern 
(f. Bett). Den größten Hantel mit Gänjefebern 
treibt Polen, Lithauen, Preußen, Medienburg ꝛc. 
über Königsberg, Danzig, Memel, Eibing u. Ham⸗ 
burg. Über den Handel mit Schreib. u. Strauß 
federn, ſ. b. Wichtig iſt noch ber Hantel mit 
Rebhuhnfedern, die ftart nach der afrilaniichen 
Kliſte geben, wo fie Die Neger zum Put anwenten. 
Auch Hahn-, Geier», Neiber- Marabuts- u. Pa- 
rabiesvogeliebern fommen viel in den Handel; er- 
ftere liefert Italien, bei. Venedig; fie dienen zu 
ae auf Hüte. Mützen. 2) Inder Heralbif 

nden fih F. feltner im Schilde, meiftene ale 
Selmfhmud, wobei Zahl u. Farbe angegeben 
werben muß; dabei ift zu bemerfen, baß bie 
Straußfebern meift bie Farbe tes Schilds u. 
ver Figur haben, die Bfauenfeder (Bfauen- 
mwerel) natürlih grün u. bie Habnenfedern 
ſchwarz find. 8) Beim Wild bie Rippen. 

Federn, 1) Federn fahren laſſen; 8) fi ch f., fo 
v. w. Mauſern; 3) — einen Vogel ſo 
ſchießen, daß er nicht ſtürzt, ſondern nur * 
verliert; 4) eine gerade Geftalt anzunehmen ſuchen; 
5) fo v. w. Brellen. 

Federnelfe (Dianthus plumarius), auf dürren 
Anhöhen u. in fandigem Boden wild machiente 
Gartenblume von Tieblichem Geruch, fich bef. Durch 
die am Rande fein zerſchlitzten Blumenblätter aus⸗ 
zeichnend; vermehrt fich ſtark durch Ableger u. dient 
Daher bei. zu Einfafjungen für Rabatten. Man bat 
mehrere Spielarten, bei. auch gefüllte. 

derpofen, jo v. m. Schreibfebern. 

derreinigung8mafchine, Arparat zum Ent» 
fetten, Entflauben, Lockern sc. der Bettfebern. Die 
Federn werben vorher rein gewaſchen, halb getrods 
netu. dann in die. gebracht, in der fie unter beſtän⸗ 
bigem Umbreben der Wärme eines regulirenden 
Feuers fo lange ausgefet werben, bis fein Dampf 
mebr zu ben Öffnungen bes Cylinders der Maſchine 
berausdringt. Die Federn werben dadurch jehr 


Federn bis Federverhärtung 
Rande gefafert, fo daß fie wie Hornplättchen er⸗ 


feiht u. flsumig u. verfieren allen üt 
u. andere ſchädliche Auhängſel. 

Federrüden, 1) beim Damm- u. % 
Niidgratb; 2) j. u. Ziemer 2). 

Federfalz (Min.), 1) jo v. w. Haar 
v. w. Eifen» od. Zinkoitriel, wenn fie 
od. Eifloreicenz vorlommen. 

Federfchließen (eigentlich Federnſch 
Fahnen der Gänfejetern vom Schaft: 
un darans Federbetten zu machen. 

Federſchmuck, Dan die zum 9 
bef. Strauß-, Diarabufedern; eine Ze 
ben auch ganze Raradiesvdgel als Kop 
mwentet. Daber Federfhmüder, — 
welche Federn bleichen, indem ſie dieſel 
fochen, mit Waſſer beſprengen u. an 
bängen, fie Dann ſchwefeln, färben, ihne 
Anjehn geben u. Daraus Federbüſche u. 
fertigen, auch Straußfebern appretiren ı 

Federſchnake, fo v. m. Chironoma! 
ber Familie der Stehmüden. 

Federſchnecken, einige Faßſchnecken, 
lium olearium u. a. 

ederſchraube, ſo v. w. Federhalen 

ederſchütze, ſo v. w. Feldjäger 1). 

ederſee, im mürttembergiichem 1 
der größte Zee des Binnenlandes; 
beträgt 2 Stunden, feine Fläche 811 
Namen hat er von ben Feder⸗ ob. Woll 
an u. in demſelben wachſen; er liegt an 
Waſſerſcheide; bie Ufer find flach u. fi 
größte Tiefe Des Sees beträgt nur no 

Pre (Min.), fo v. w. Strah 

ederſpiel, 1) (Jagdw.), ſo v. w. F 
2) jo v. w. Federwild; 3) ein nachgema 
od. nur zwei zuſammengebundene Bogelfl 
in bie Höhe geworfen werben, wenn ma 
daß ſich ter Beitzvogel verfliege, um i 
zurüdzuloden, |. u. Sallenjagb; 4) S 
man aus einem Haufen unter einan 
fener, 4—5 Zoll langer, allerlei $ 
darjtellenter Spielfachen bie einzelnen 
einer Feder ob. einem Häkchen megzune 
ohne die übrigen Stitde zu bewegen. 

—— „ſ. u. Federn 1). 

ederſtahl, feiner, wegen ſeiner E 
Federn verwendbarer Stahl. 

Federſtäuber, 1) ein Büſchel Feder 
hölzernen Stiele, Gläſer, Taſſen u. dgl. 
Staube zu reinigen; 2) Gederſtieber), 
welche mit Bettfedern handelt. 

Beet ‚fo v. w. Pfauenſtein. 

ederftift, der Stilt in der Taſch 
welchen bie Feder beim Aufziehen gewi 

—Xãcſ ‚ fo v. w. Federbuſch. 

ederuhr, Uhr, deren bewegende X: 
ſpannte Feder iſt. 

Federverhärtung, Krankheit ver T 
ſteht durch Unreinlichkeit in der Wohnu 
an Bewegung in der freien Luft, übern 
gutes u. reizended futter. Die Kro 
traurig, hängen ben Schwanz, frefjer 
werben aber dabei immer türrer u. ı 
Hinterleib wird Durch Anſchwellung ver | 
ftärler, es ſetzen ſich Geſchwüre an L 
därme, die ſich verhärten u. ber Hint 
ſich ſo aus, daß ihn die Kranken kau 
können; Hülfe iſt nicht möglich. 


Federvieh bis Fee 


zabmes Geflügel, ale Kübner, 
auben, in Wirtbichaften des Flei⸗ 
Federn, od. aud Tea Verqnügens 
unterbalten. Die Sucht deſſeiben 
r GSröße ter Wiribſchait richten. 
ım, fie zu jebr auszudebnen, Denn 
großer Städte brinat fie einigen 
sftipieligftien iit Die Unterbaltung 
ster u. deebalb ſollie ter Reſtand 
x Zeit möglıdit gelichtet werten. 
db auf dem Hefe, Abends in ben 


rt. Das F. Sell nicht Aftergetreide, 


n beſten Kern erbalten; manche 


mzenſtoffe find für das F. Giit, 


ihnern das Kraut des Fingerbuts 


en Enten Zucker, den Gänjen Pe⸗ 
raut des Mohns, allem F. bitiere 
Maſtfutter ſind: gekochte Karteſ- 

ı 5. mar Albrecht Dürer; 2) Kunflüd, mit der 
| eıngetaudt, ! 


erbien in Zalzwaſſe 
1; Wallnüſſe in 
e Knechen u. Getreideihroete: um 
bt ſchmackbaiter zu machen, miſcht 
mgrer Tem Abichlachten Beim Fut⸗ 
delzlebdle bei. Reim Arilten iell 
e cianes Bebältniß u. Sein eigues 
man et Seine Cier legen u. dieſelben 
win Reiz auebrüten kann. Die 
m Brutibier unterzulegenden Gier 
der Größe deſſelben; außer dem 
ten wendet man auch das künſtliche 
rũtẽfen if. d. an. Die Febervich 
zuem, geſund, räumlich, trocken, 
Fee bei. eingerichtet u. Brutthiere, 
Jzemplare, müſſen ven einander 
‚ie Sralle jür Bruttbiere u. junges 
. marın fein u. gegen Mittag ch. 
Um tie Dlarter ven ten Feder⸗ 
yalten, beſchlägt man die Eden u. 
elzwerk des Geflügelhauſes mit 
ibt den Veden rund berum an der 
Fuß ef u. 10 Zell breit aus, 
Vertiefung mit Meinen Keltfleinen 
ber das Zteinpflafier ct. tie Yebm- 


eingequellt u. 


‚To dv. m. Federmotte. 

eine Vorrichtung, welche auf den 
Elaſticität berubt u. durch welche 
en angehängten Yaften gefunden 
nm elaftiicher ftäblerner Bügel, der 
n weniger Diafle hat u. fich nach 
dt, iſt eval gebogen, fc daß Pie 
jufammentreiten. Das eine tiefer 
ten in einem Scharnier beweglichen 

durch eine Ofinung bes antern 
nbelafteter &. zum Antangepınlte 
n tes Ovals angebrachten Scala 
ze bat eben eisen Ring zum Auf 
n einen Saleır zum Anhängen ber 
ft. Debnt ſich ter evalgebegene 
‚ fo ſteigt der Zeiger ander Seala 
Trals in die Hebe, u. da Die Zrala 
steperfienal eingerichtet iſt, je gibt 
selber Der Zeiger ſieben bleibt, Bas 
zehängten Yait. 

(Caruneuln pennaceai, mwaljen- 
bewegliche, austchubare, mit Feder⸗ 
rlängerumg ber Haut au der Schna⸗ 
ber Vögel. 


157 


ederwechfel , fo v. w. Mauſer. 

ederweiß , ſonſt fo v. w. Albeſt. 
derwell baum Ubrmi.d, ſo v. w. Federſtiit. 
derwild, wilde Vögel; die eñbaren beißen 


‚tus Erei-, Raubvögel Raubgeflügel. Auer- 


babın, Trappe, Birkbubn, Rebhubn, aus ıı. Ente 
ybören zum großen %., bie kleinern ven ber 
rofiel an jum kleinenF. 

Federwind, Werkzeug, tie Richtung des Windes 
genau zu unteriuchen; beftebt aus einen Stüde 
Kork, worin ein Baar Federn fieden, u. weiches 
auf ſtehendes Wafler geſeht wird. 

derwolße, io v. w. Cirrus 3). 
ederzange, Zange ker Krgelbauer zum Cin- 
ſeyen ber Bentilfebenn. 

Federzeichnung, 1) eine mit Kräben- ch. andern 
—8 susgeführte Zeichnung. Lie erfertert eine 
efte u. geilbte Hand. Der größte Dteifier in der 


Feder ausgeführt, 3. B. ber chriſtliche Glaube, bie 


| 10 Gebote fo niedergeſchrieben, daß fie einen 


Chriftuetopf ıc. formiren 

Federzins, Zpertein, die bei ber Yehnserneue- 
rung für bie Ausfertigung des Yebnbriefes, cr. 
Federvieh, welches ais Jine dem Qutsherru ge⸗ 
geben wird. 

Gederzirkel, 1) (lihrm.), ein Zirkel, deſſen 
Schenlel oben nicht durch ein Geminte, ſondern 
durch eine Feder zulammenhängen; cine Echraube 
ift in ber Mitte in dem einen Schentel feft gemacht 
u. in Dem andern beweglich; durch eine Schrauben. 
mutter kann daher ber eine Echenlel näher an den 
andern geſchraubt werben; 8) fo v. w. Bogenzirlel. 

Wederzüngler  P’reroglossus //lig.), Gaitung 
ter Eägeichnabler (der Kletternegel u. Untergattung 
von Tukan bei Quvier); Schnabel länger u. nicht 
fo Bil wie ter Kopf u. von Lichter u. fefter Dlafie, 
mit gezäbnten Rändern Der Kinnladen; Zunge 
ſchmal u. ungefietert; Farbe der Tberſeite nicht 
ihwarz, fentern grün, braun, grau ac.; Art: 
Aracari (P. Aracari, Khumphastos A. L.), 
grau, am Bauche gelb, am Sintertbeile reth, an 
Kopf, Kür! u. Schwanz ſchwarz, in Braſilien, u. a. 

ER a (F. Mönch.), Fiflanzengattung aus ber 
familie ber Valerianea«, 3. RL. 1. Xrtn. Z; 
Art: F. cornucopiae, in Südeuropa, rotbe Blu» 
men, Zierpflanze; F. olitoria, Rapünzchen, |. d. 

Fedoffejewskäja, Kojadenfieden im choperſchen 
Bezirke Des Doniſchen Kofadeniantes mit 4100 Ew. 

Fee, nach der über Gallien, Britannien u. bei, 
Irland verbreiteten Bollsfjage weibliche Weirn, 
welche mit den Elfen nah verwandt waren. Die 
Fen bemobnten bei. Bas Yuftgebier u. fliegen auf 
Wollenwagen berab; fie lonnten fi ibren Geliebten 
zeigen, fuchten beren vertrauten Umgang u. ver- 
ihmanten u. verbargen fib nab Gefallen. Die 
kerübmteflen ſolcher — * find Eſterelle, Maliure, 
Meluſine. Der ſpätere franzöſiiche Aberglaube 
nabm gute (ſchöne) u. böſe häßliche) F. (zu letztern 

gebürte bei. Karabofia u. kanferlüich:, Die eft im 
Gegenwirkung ſtehen, an, flellte jie ala nuſterbliche 
Wahrſagerinnen u. Zanberinnen, dech wit be- 
ſchränkter Macht u. Willlür tar, Pie zum Theil 
Schutzgẽttinnen einzelner Menſchen waren, u. 
über melde alle eine Zeenlönigin berrichte. Die 
Fen Ipielten eine bedeutende Rolle in ben Ritter- 
jagen u. Yabliaug u. machten bie Maſchinerie der 
remaniiſchen Peeſie des chriſtlichen Ritierihnmo 





158 
aus. Die Phantafte fhmüdte ſolche Sagen 


u 
deenmaͤbrchen aus, d. b. poetifchen, meift — | 


abaefaßten Erzählungen, in welchen der Held ber 
Geſchichte aus dem Unglüch, inmelches er geräth, Durch 
eine F. gerettet wird. Sie wurden nad Sagen 
Des Deorgenlandes, Bei. Arabiens, wo fie ın den 
Dſchins u. Berins längft beſtanden n. in Taufend 
u. Einer Nacht eine bebveutende Rolle fpielen, u. 
wo es ein eignes Dſchinniſtau (Feenland) gab, bei. 
durch Troubadours vermehrt u. beide Ideen mit 
einander vermengt. Vorzüglich gehörten in Frank⸗ 
reih unter Ludwig XIV. die Yeenmährchen zur 
Moveunterbaltung, ja e8 erfchien 17866, in 37 Bon., 
in Baris u. Genf, ein Cabiuet de Fees. Solche 
Seemährchen erzählen auch von Beenpaläften ıı. Been- 
ſchloͤſern, als von Fen erbaut u. bewohnt. Auch in 
Deuiſchland ſpielten die Fenuährchen im 18. Jahrh. 
eine bedeutende Rolle, find aber jetzt zu Kinder⸗ 
erzäbfungen herabgeſunken. Vgl. Mythologie der 
Ben u. Eifen, aus dem Engliſchen von Wolff, 
eimar 1828, 2 Bde. 

Feta (F. B. St. V.), Untergattung von Tri- 
chomanes, aus der Familie der Hymenophylleae. 

—— bei dem Dammwild das Rückgrath. 

eenfelſen (Roche aux fees), Felſen unweit 
des Dorfes le Teil im Arrondiſſement Vitré des 
franzöſiſchen Departements Ille⸗et⸗Vilaine; beſteht 
aus 12 Felſenſtücken, aufemengelebt in ein Biered 
von 60 Fuß Fänge, 12 Fuß Breite u. Höhe, im 
Innern mit 2 Zimmern. 

Feenloch (Pertuis des fées), Felſenhöhle bei 
der Stadt Ioffelin im Arrondiſſement Ploermel 
des franzöfifchen Departements Morbihan. 

eenvogel, Untergattung ber Würger, |. b. 
eetaube, eine Art Feldtaube, f. u. Taube. 

Fegatella (F. Hadd.), Gattung aus der Fa⸗ 
milie der Marchantiaceae. 

Fege, 1) das Reinigen einer Sade; 2) Korn- 
fieb zur Getreibereinigung (ſ. d.). 

Fegefeuer (Purgatorıum), nad dem Glauben 
ber Römiſchkatholiſchen ber Läuterungs⸗ u. 
Reinigungszuſtand der Seelen nach deren Trennung 
von dem Körper. Diejenigen Berforbenen nämlich, 
welche zmar frei von ſchweren Bergehungen u. int 
Stande der Gnade geftorben, aber doch noch mit 

eringen Fehlern behaftet find, od. frühere nicht 
Dinlängti gebefiert u. abgebilßt baben, follen Die- 
fer ihrer Unvolllommenheit wegen, ber blos ten 
ganz Weinen verheißenen Seligleit noch nicht 
würbig, aber doch auch Der nur den ganz Böſen ge- 
drohten Verdammuiß nicht ſchuldig ſein u. daher 
noch jenſeits zeitliche Strafen leiden u. durch ſtufen⸗ 
weiſe Läuterung u. Reinigung zum Genuß der ewi⸗ 
gen Seligkeit vorbereitet werden, u. das Gebet der 
Gläubigen auf Erden ſoll den in dieſem Reinigungs⸗ 
zuſtande befindlichen Seelen nützlich u. heilſam 
ſein. Zur Bertheidigung dieſer Lehre wird ange⸗ 
führt, daß die Idee eines ſolchen Mitielzuſtan⸗ 
des zwiſchen volllommener Würdigung u. gänz⸗ 
licher Verworfenheit, ſo wie der Gebrauch der Opfer 
u. Gebete für Verſtorbene, ſich bei den meiſten Völ⸗ 
fern des Alterthums finde u. in der Heiligen Schrift 
indirect ausgeiprochen werde (2 Dlatt. 12, 43. 46. 
Matth. 12, 31. 5, 25. 26. 1 Cor. 3, 11—15. 15, 
29), and allegirt man viele Stellen der Kirchen» 
väter dafür u. jagt, daß bie verfchiebenen Meinun⸗ 
gen Einzelner fiber die Beſchaffenheit u. Dauer des 
” ‚fandes, bie roben u. finnlichen Vor⸗ 


Bea bis Fehde 


Atellungen darliber, bie ärgerlichen Miß 
auf Rechnung Der Kirche zu bringen wär 
weder gelehrt noch anerfanut, ja fih a 
cil zu Trient (Sess. XXV) kräftig ba 
babe. Die Prateſtanten erlennen 
an, ba in den angeführten Wibelftellen 
von dem F. die Rede fei, da der Lehre v 
andere Bibelftellen (Matth. 7, 13—2: 
24—46. Marl. 16, 16. Luk. 16, 6. 22, 
6. 18.20. 15, 2.) widerſprächen u. ba db 
vor der Trennung der Oriechiichen Kirch 
tholiſchen nicht beftanden habe, erft zu ©: 
Zeit entftanden jei. Nach den ehren ber | 
katholiſchen Kirche it das F. ein V 
wo die Halbreinen durch zu büßende Si 
die vollkommene Seligleit würdig gen 
aber esift lein mug zadaprnnoıor (Reini 
fonbern nur SAlyıs ıds uno ovread 
Gewiſſenspein), jeboch verbunden mit 
durch bie Hoffnung auf die auch noch 
tende Seligleit. Die Lehre von F. wı 
Sceitungsgründe ber Griechiſchen vo 
niſchen Kirche. Vgl. Lorch, Das Dogma 
[hen Kirche von dem PBurgatoriuu, | 
1517; Rebner, Das Fegefeuer, ebd. 18 

Begebammer, ber zum Losklopfa 
ſteins in den Salzpfaunen bienende $e 

Fegen, 1) reinigen; 2) Getreide 
Korufiebs reinigen; auch gibt es dap 
dere Diaichine, Begemüble, f. u. Ger 
Salzpfannen von Salzſtein befreien; 4) 
ven Hirſchen n. Neben, das Baft ubjchla 
Kühen, nad) dem Kalben die Nachyeburi 
6) den Bienenftod, das Gewirk im M 
(Hegezeit) ausjchneiden. 

Fegeopfer, Sühnopfer, mit melde 
beidniiher Anficht den Zorn ber Gött 
ben u. bie Schuld einer ganzen Sta 
Staates zu ſühnen glaubte. Man bei 
ſchlechte, aus der menſchlichen Geſellſch 
ßene Individuen, welche, wie das Auskel 
worfen werben. Daher Paulus 1. Kor 
u. Die übrigen Apoftel damit vergleit 
verachtet wurden. 

Fegeſchober (Salzw.), kleine Pfar 
in die Soole geſetzt werden, ehe dieſelbe 
ſich alle noch übrige Unreinigkeit darin 

Feger (Föger), Stephan, Bildhau 
zu Imſt im Oberinnthal, lebte in Ju 
er auch um 1770 ſtarb. Von ihm ſin 
Statuen in der dortigen Kirche bei St. 
Nepomuk. Beſ. geſchickt war F. in € 
nerer ienſtande aus Holz u. Elfenbe 

Tegfel, der Unrath u. Die zerbrod 
bei gewiſſen trodenen Waaren, Die be 
abgejondert werten. 

Geh, 1) Gebey, vie elle ber ruflilch 
hen; in Nüdenftüde (Zebrüden) u. 
(Fehwammey) getbeilt, ı. dieſe zerfalle 
verſchiedene Unterabtbeilungen, bef. nac 
2) je v. w. Eichhöruchen. 

Fehde (Faida). 1) Feindſchaft, Un 
Krieg zwiſchen Brivatleuten, beſ. 8) die 
deutſchen Adels im Peittelalter. Senn 
einen eignen, 3 Tage zuvor geſandte 
(Abſagebrief) angekündigt. Jeder 
Freie hatte das Recht, einem Audern F.a 
GGebderecht), u. der Befchdete kounte f 


Feher⸗Egybaza bis Fehlgeburt 
Bebrgelb, bas er dem Befehten- | zugetweife wählen muß, bamit afebaun in biefen 


wen. Lie %. gab das Redt, ten 
Leute zu töhten, ‚gefangen zu neh⸗ 
mit Feuer u. Schmert zu ver» 
ebaupt allen möglihen Scharen 
x turfte an fen Zonntayen, in 
in den Faſten, an beben eten, 
Bigilien, feine F. jein bei Strafe 
u. Der Confiecation dee Vermö⸗ 
ofriede. Die geichlefienen Yand« 
jegen ſchüten, aber erſt ver Ewige 
nbete fie für immer. 
3a, fo v. w. Egybaza. 
‚je v. mw. Eifenbütchen. 
er. m. Rauchbändler. 
den, fo v. w Felbach. 
uf, ſĩ. n. Dede. 
undleie Abweichung von der Re⸗ 
pas anders ift, ala es ſeinem We⸗ 
a ſein iellte; dab. Aeblerbaftigkeit; 
ıgel: 3) (ach), Die größere cd. 
mg eines erbaltenen Reſultate ven 
ken Reiultate. Der F. eniſtebt aus 
Bdärie ter Sinne u. Der Inſiru⸗ 
Wer wıchtin, Lie Grenze dee mögli⸗ 
Bekschtung zu beflimmen, über 
wa tie Beobachtung selbft nicht 
g genau betrachtet werten kann. 
tb erbalten, ſobald man ten ſoge⸗ 
130 kefürcbeenten F. u. den wabr⸗ 
selbe beide man ber ter Beſtim⸗ 
veinlichſten Werthes des geſuchten 
Beebachtung zugleich mit erbält, 
at. Bl. Methode Der kleinſten 
Tbetlungsiebler F. der 
it der megen der Unvollkemmen⸗ 
3e gemachte F. bei ter Zbeilung 
alatsihen od. aſtronomiſchen Are 
Bröfe ıft verichieten, je nachtem 
ı jebr jeinen Meſiungen beflinmt 
ben größeren aſtronomiichen In⸗ 
bei ten Meridian⸗ u. Veriikallkrei⸗ 
ce neueften Zeit von Repield, Er⸗ 
werden, überſchreitet dieſer Thei⸗ 
webl „, Secunde. Wenn die 





Antiruinents nicht fein genug iſt 


Augenmañũe nech abicbäigen muß, 
Ableſene enziteben; Ba aber auch 
n getbeilzen Inſtrumenten immer 
ſchädung nach bießem Angenmaße 
inn überall ein ſelcher x ftazıfne 
ntert ıbn 3. B. bei Peritiankrei⸗ 
nhtrumenten dadurch, daß man in 
im yu° ven einander entfernten 
ifea Berniers ch. Diifreikcpe au⸗ 


direct gemeſſenen Stüden bie nie ganz zu vermei⸗ 
benden 75. ten möglich geringen infup auf bie, 
aus ihnen berechneten Ztüde ausüben. Hierdurch 
wird ganz bei. Lie Geſtalt der zu müblenten Drei» 
ede betingt, u. man muß alfo auf tiejen Bunte bie 
größte Rüdfiht nebmen. Übrigens üben gleich 
teße F. in ven gegebenen Srüden eines Dreieds 
eineswegs dann auch in allen Dreieden gleichen 
Einfluß auf Die, aus tiefen Ztüden berechneten 
übrigen Stüde; 4) Febler einer verlauf- 
ten Sache, momit ?iejelbe zur Zeit des Con⸗ 
tract® ſchen behaftet war, geben dem Käufer nach 
Borſchrift des in das heutige Gemeine Recht 
übergegangenen Edictum aedılitium das Recht, 
entweder auf Aufbebung tes Geſchäfte (Actio 
redhibitoria, binnen 2 Dicnaten) od. auf 
Dlinterung des Preifes (Actio quantimino- 
ris, binnen 65 Monaten) zu klagen. Lie F. müſ⸗ 
fen verborgene, d. b. fie dürien nicht fo efien⸗ 
bar fein, Daß fie ver Käufer bei jorgfältiger Anficht 
der gelauften Zache fefert entterfen lonnte. Dage⸗ 
gen bilter e3 fein Erferderniß, daß der Serfäufer 
fie gerade gefannt cd. fi für Fehlerfreiheit aus⸗ 
Prüdlich verbindlich gemacht babe. Wäre ties ter 
all, jo würden Dem Käufer außerdem Die gewöbn⸗ 
lichen Gentractsfiagen zufteben, welche nicht der 
furzen Verjährungetrift unterliegen. Die deutſchen 
Barticularrechte abe aber in Abänderung des 
Gerneinen Rechte meift bie Pflicht zur Gewäbr ber 
beimliden Mängel jebr beſchränkt. So laſſen ei- 
nige nur bei fogenannten Hauptmängeln bie Actio 
reılhibitor:a gelten, zu melden ter Pferdekäuien 
3. B. dann nur gerechnet wird, wenn das Pierd 
Kätig, flaarblind, hartſchlägig et. vem Rot bebai⸗ 
tet war, andere haben bie Krift, binnen welcher 
die KRantelungsflage nur angeftellt werten tarf, 
auf weſentlich fürzere Friſten in Baiern beim Vieh⸗ 
bandel 14 Tage, ın Heilen, Württemberg, Naſſau 
4 Wechen) berakgelent. 

Fehlgeburt (Abortus). ver dem Ente ber 16. 
Schwangerſchaftewoche eriolgente Geburt, wobei 
bie nicht Lebenafübige Frucht meiitentbeild in ben 
unverlegten Eihäuten, bald in einigen Stunden, 
bald erfi in einigen Tagen, feltner erft nach einer 
ed. einigen Wochen ausgerrieben wird. ie erfolgt 
am bäufigfien im 9. u. 4. Menat Der Schwangere 
ichaft. Vorausgehende od. begleitende Eriheinungen 


“find bel. Froſt, Schwäche u. Hiniälligkeit Des Kör⸗ 


anf die geeignete Weiſe aus die⸗ 


ı Bas Nittel nebmen zu können. 


hen Auigaden iſt es ſebhr wichtig, 


en Einfluß méglickſt ficher beur⸗ 


ven zu Lönnen, ben Die umeremeide , 


uch Becbactung  Meitung; gege⸗ 
nes I reieds auf Die aus Deitieie 
any abgeleiteten, übrigen Stucke 
mer eAcbler ber Dreicde, Aecbler: 
rede. Auch laſjen ſich bieraus nech 
bleiten, nach denen man in jedem 
sale die Direct zu vermeſienden 
an dieſe beliebig wählen Inn, vor: 


rers, Neigung zu Tbnmachten, wirlliche Thnmach⸗ 
ten, Kreuz⸗, Kelik⸗- od. wehenartige Schmerzen, 
Abgang ven Schleim, wäſſerigen Flüſſigleiten, ſpä⸗ 
ter von Blut, eft in dedeutender, zu langwieriger 
Schwäche iühreuder Dienge aus ter Geburt. Die 
Urſachen ſind körperliche od. geiſtige Ericbiitterungen 
n. Anſtrengungen vwerichtetener Art, ſchwächliche 
Konftitutien, Krankbeiten u. Lageiebler der Gebär⸗ 
muiter, fieberbafte n. entzündliche od. audere beitige 
Krankbeiten, tbeils mechaniſch, tbeils dvnami'ch die 
Abtreibung der Frucht bewirkende Miitel Abor⸗— 
tromittel', ala beitige Purganzen. Jalappe, Ace, 
Helleberud, ſerner Safran, Sadebanm, Verlebun. 
gen u Erichütterungen der Gebärmutter, Stichde in 
tie Eibäure, Krankbeiten u. Pißbildungen bir 
erde u. ibrer Aubänge, eine duich öftere en 
erlangte Anlage zu neuen. Verbütings. u. Heil⸗ 
mittel der F. fint verzügiich dörperliwe u. geiftige 
Rube, einfache, nicht erhitzende Tiät, berizentale 


160 


Berbeflerung ber geftörten Lage der Gebär« 
mutter, innerlich kuͤhlende u. krampfſtillende Mittel, 
bei beftigem Blutfluſſe blutfiillende, bei eingewur⸗ 
zelter Anlage ftärkente Mittel, insbeſondere das 
Eifen u. die eilenhaltigen Mineralmaffer, Talte, be]. 
Seebäder. Vgl. Abtreibung ber Feibesfrucht. 

Fehljagen, Befätigungsjagen, bei welchem das 
vermuthete Wild nicht gefunden wird, fondern nur 
geringere®. . 

Fehlrippen, die unterften kurzen Rippen eines 
Thieres. 3 

ehlſchlüſſe (Philoſ.), |. u. Sophiſtik. 

ehlſchnitt, 1) wenn ein Schnitt von ber Zeich⸗ 
nung abweicht, od. davon etwas wegnimmt; 2) 
wenn beim Ausfleifchen eines Thieres ein Schnitt 
in das Fell kommt. 

Fehm, 1) Haufen; 2) Haufen Hofz, eine Klaf- 
ter breit u. hoch; 8) bie Früchte der Eicheln u. 
Buchnüſſe, in fo fern fie zur Schweinemaft gebraucht 
werben; für die Erlaubniß bierzu wird an einen 
Forſtbeamten das Febmgeld entrichtet u. Über die in 
die F. getriebenen Schweine u. das dafür bezahlte 
Geld ein Berzeihniß (Bebmregifter) gehalten, um 
die Schweine nicht zu verwecjeln, wird ihnen ein 
Zeichen (Bebmmal) eingebrannt; mehr f. u. Maſt; 
4) Saufen Heu od. Getreide, f. Feimen. 

Fehmarn (Behmern), Inſel mit Leuchtthurm 
(Marienleuchte) zum Herzogthbum Schleswig ge- 
hörig, liegt in der Oftfee, an der Norboftipitge des 
Herzogthums, von welchem fie durch den Sehmer- 
fund getremmt if; 2 OM., 8600 Ew., von denen 
1800 auf die Stabt Burg kommen; bügelig, waſ⸗ 
fer- u. holzarm, fehr fruchtbar, die Bauart der Woh⸗ 
nungen, jo wie bie Gericht8- u. Gemeinbeverfaffung 
find eigenthümlich. F. ohne die unter felbftändiger 
Verwaltung ſtehende Stabt Burg bildet ein Amt 
(Landihaft). — %. bieß im früheren Mittelalter 
Bemern, auch Imre u. Ambre genannt. Seit älte- 
fer Zeit gebörte F. den Orafen von Holflein, welche 
auch eine Feſtung Glambed (Glabeck) auf der Süd⸗ 
feite angelegt hatten, die aber in den Einfällen der 
Dänen 1416 u. 1420 unter König Erich zerfiört 
wurde, doch nahmen bie Infulaner Rache dafür u. 
ſchlugen u. zwangen ihn zum Rüdzug. F. kam 1550 
in dem Flensburger Bertrag an bie Fine Gottorp 
u. mit Holftein-©ottorp 1767 u.1773 an Dänemarf. 

Fehmelwirtbfchaft (Plänterwirthſchaft), 
Die Waldbehandlungsart, wo man ven Forſt Überall 
mit Holz von jedem Alter im Befland zu erhalten 
u. put Befriedigung der Holzbedürfniſſe nur die 
ſtärkſten u. die im Abſterben begriffenen Bäume 
einzeln herauszunehmen ſucht; entgegengeſetzt der 
ee pc 

ebmgericht, 1) (peitige Behme, Hein« 
liches Gericht, Judicium secretum), in älte- 
fter Zeit fo v. w. Criminalgericht; 2) im Mittel» 
alter heimlich gehegtes Geriht. Die Einrichtung 
bes %-8 war während beffen größter Blüthe (im 
14. u. 15. Jahrh.) folgende: Das %. beftand aus 
Wiljfenben(Sciti,Sehmgenofien, Vemenoti), 
dieſelben mußten ehelicher, chriftlicher Geburt u. 
ohne Makel fein u. verpflichteten ſich Durch einen 
feierlichen Eid, das Geheimniß des Gerichts zu bes 
wahren u. Alles, mas ihnen von Berbredhen od. 
fonft vor das F. Gehörigen belaunt wiirde, ihm an- 
zuzeigen. Die Aufnahme dieſer Wiſſenden follte 
nur auf Rother, d. d. weftjäliiher Erbe (da⸗ 


den Preis 
ihm, wo fie ihn fanden, Die Erecution 


Eehljagen bis Fehmgericht 


ee Bermeidung prefienber Kleitungsftüde, Ader- | her Freibann aufrother Erbe 
laffe, 


ſches Gericht) geſchehen; der Wi 
einen Anderen vorſchlug, mußte für 
keit bürgen. Bald breiteten ſich bie: 
anz Deutſchland aus; fie erlannten 
Seien (der ſogenannten Loſung), u. 
(angeblich über 100,000) im Reich 
Ausführung bes Sprudes des © 
wortlih. Aus den Willenben wur 
fhöppen (Freiſchöppen, Bansı 
welche das Gericht bildeten. Sie f 
richt im Kreife auf Bänlen umber ( 
richtsſpannen). Ahnen beigegeben 
bote. Der Borfiter hie Sreigra' 
erhöht faß, Tagen Deich u. Strid (b 
Gericht eines Freigrafen hieß Fre 
Ort deſſelben Freiſtuhl, ber Ep 
richtsbarleit Freigrafſchaft. Me 
fen ftanden unter vem Stublberr: 
Landesberr des Gebiete® war, in 
. befand. Oberſter Stublberr w 
der meift bei der Krönung in Aad 
men wurbe), od. wenn biefer nicht 9 
ber Erzbifchof von Köln, als Herzog 
Die Fe wurden bef. in Dortmunt 
Arensberg u. an anderen Orten geb 
nur in Weftfalen gehegt werben. D 
auch Freiftühle in Niederfachien n. a 
ten Deutſchlands, 3. B. in Baden. 
a) öffentlich Offene Freigeri: 
unter freiem Himmel, in Gegenmi 
gehalten fir bürgerliche Streitigkei 
Schuldſachen, Grenzſtreitigkeiten 3 
keinen anderen Richtern hatten Recht 
Schwerere Verbrechen eines Nichtw 
zuweilen mit vor das öffentliche Ger 
wortete ſich der Beklagte nicht gehör 
fie b) vor bie heimliche Acht 
Gericht) gebradt, mit 7, fpäter 
Daffelbe bei Nacht in Wäldern, H 
u. dergl. gehalten, urtheilte blos übe 
würbige Verbrechen, Keterei, Za 
Mord, Nothzucht 2c. (Behmwrogen), | 
ren in ſchwarze Mäntel tief u. u 
mummt. Der Berbredher wurde ſtets 
Nichtwiſſende binnen 6 Wochen 3 T 
jende binnen dreifacdyer Friſt. Die ! 
vurch Anbeftung einer Schrift an fei 
der Nübe derſelben, an melde ter 
fie überbrachte, drei ſtarke Schläge 1 
brei Cpäne, zum Zeichen, baß er 
abhieb. Der Geladene fand in beftir 
auf beftimmten Kreuzmegen Wiffent 
Gericht geleiteten. Er konnte fidy jel 
od. fid durch Eib reinigen, welche 
fläger durch einen Eid mit Gibesbeli 
konnte; wider dieſen vertheidigte fich 
mit 6 Eideshelfern (iberſiebente 
u. wenn auch dieſe Vertbheidigung 
von 14 Perſonen überwogen wurde, 
helfern. Dies war ber höchſte Bew 
unmittelbare Freiſprechung zur F. 
der Angeklagte nicht od. wurde er 
verurtheilte ihn werfehmte, hielt 
über ihn) das Gericht; er war dan 
egeben, u. e8 war biei 


ihn an einen Baum, nicht an eineı 


Fehmgericht bie Feierlich 


„ibn, fedte er ſich zur Webre, ſonſt 
u. das Mordinſtrument, meiſt einen 
reten Deich, zum Leichnam zu legen, 
azudeuten, Daß Lac A. jene Tẽdtung 
3 28.4 Schöffen konnten, wenn fie 
yer über ter That ertappien ıbant- 
), ibn fogleich ſelbſt, chne Urcheil um. 
. Ber von den Wiſſenden dem Ber: 
en Wink feiner Berurtbeilung gab, 
m Tode beftraft. In Der leiten Zeit 
te ber Verurtbeilte auf mebrere Art 
dachten Urtbeil entgeben; fo iuchte er 
bern um Gebör nach ot. er appel⸗ 
aiter, welcher Geleit gegen das F. gab, 
Al auf 100 Jabre 5 Moden 1 * 
deifilive, reiche unmittelbare Perſonen, 
ellem:sene Landeebebcit beſaßen, ı. 
auch Juden u. Weiber konnten nicht 
vertlagt wetden; auch war nur dann 
Len erlaubt, wenn ver einem ordent⸗ 
rien Recht zu erlangen fand. 
ung tes X. ift dunkel; Einige u. das 
ken ihn bie auf Karl den Greßen zu- 
wear u als erſten Zweck gelegt, Die 
zehn zum Heidentbum zu verbin- 
abie Geicidete finder biervon keine Spur. 
Ger it, daß ea beim Sturze Heinrich 
182; eııftand, mo ein Theil von deſſen 
Ben u. Weſifalen, an Köln fanı; te: 
we bie Recbtepflege Dort wie in ganz 
m raurigem Zuftand u. ſuchte dieſelbe 
F zu Beben. Wit tieien Umſtänden 
23e überein, daß Engelbert, Erzbiſchof 
16-—25:, Ber erite Freigraf geweien jet. 
zen lich Tie Kaiſer, melche die F. unter 
sayınen, Derielten, um mächtige Große 
Am 14. u. 15. Jabrb. war tie Vacht 
Höchſie geitiegen, u. bei Der Unord— 
Xermaltung der Juſiiz batte es da⸗ 
fr wohlibät:ge Wirlungen: es artete 
e u. gab zu aroßen Wiigträuchen An— 
Städte, Fürſten u auch Eidgeneſſen 
ı 1460 Bereine, nach denen das F. in 
er Verbundenen keine Watt heben, 
we Sprüche executirende Wiſiende ala 
aft werden ſellte. Eine etwas ver— 
htung erhielten tie Fae durch Die Re— 
eiche Erzbiichef Dietrich in Keln 1137 
pitel im Areneberg anfieten ließ u. 
ſerliche Beſiätigung erbielt. Div Fe 
ih indeſſen cft dem Kater, bar. wenn 
Wiſſender war. Einmal luden fie for 
edrich III. (ft. 1493 ver ihren Stubl, 
hränkente weitere Refurmen vorneh— 
Tine austrüdlihe Aufbebung tee x 6 
ter Umfang ibred Wirkungekreuner 
ı. nach Durch Deren Verwandlung in 
richte beihräntt, u. Lie Kinfibring 
ten Yankirietens u. der neuen Crumi— 
ig vermiichte entlich die leuten Z put» 
nebümlichen Berfabrens. 1565 wurde 
tannte 55. bei Zelle gehalten. Dech 
(re F., in mildere u. gereßlichere For— 
Kid zum Jahr 1792 unter dem Schutze 
rt. Es war eine Art Dinggericht ge 
: einen I berireigraf in Arenabery, der 
3rafen, welche namentlich Die Fürſien 


Weſtfalen u. ber Freiherr von Hörka präfentirten, 
unter ficb hatte. Der fette Oberfreigraf mar der 
penflonirte Sofgerichteafieffor Engelbartt, ter in 
Wörl 1535, 80 Jahre alt, flarb u. der Diefee Amt 
ven feinem Zchwiegerwater, Hofrath Yoctefepf in 
Wörl, in deſſen Familie dieſe Stelle iiber 100 Jahre 
lang war, erhielt. Auch in Italien ſoll es ähuli 
Gerichte gegeben haben. Bgl. Freher, De secretis 
judiciis olim in Wertphalia usitatin, Regeneb. 
1762, Hütten, Das F. des Mittelalters, Ypy. 1793; 
K. P. Kopp, Über tie Rerfaffung ber beimlichen 
Berichte in Weſtfalen, tt. 1794; Th. Berd, Ger 
ſchichte Ber weſtiäliſchen F., Bremen 1814, 2 Bde.; 
P. Wigand, Das F., Hanau 1425; Uſener, Die 
Frei⸗ u. heimlichen Gerichte Weſtialens, rt. 1932; 
Gaupp, Von Kebmgerichten mit beſonderer Rüd- 
ſicht auf Echlefien, Breel. 1857. 
Fehmbolz, ie v. mw. Fadenholz. 
Be, f. Feimſtätte. 

ebrbellin, Start am Jufammenfluß bea Alten 
u. Neuen Rbin im Kreiſe Tftbavelland des preußie 
ſchen Regierungebezirks Petedam, Torfjräbereien; 
2000 Ew. Hier am 19. Juni 1675 Sieg Led Nur- 
fürſt Friedrich Wilbelm ven Brandenburg über Die 
Schweden unter Wrangel. Denkmal der Schlacht 
an ber Landſtraße bei tem Dorfe Linum. Daber 
Bchrbelinstbaler, auf dieſen Sieg geſhlagene Thaler 
von 20 verſchiedenen Geprägen. 

Fehring, Vlarkifteden au ber Raab im ſteyeri⸗ 
ſchen Kreiſe Grab; 500 Em. 

ehrücken, ſ. u. Feb 1). 

ehſchnitt (Her.s, io v. m. mit Zinnen getheilt. 

ehwamme, ſ. u. Febh 1). 

eid, Joſ., geb. 1807 in Wien, bildetre ſich zum 
Landſchaftsmaler n. iſt namentlich Meiſter in der 
Tarfrelung des Baumſchlags. Mebrere ferner Bil- 
ter befinden fib im Belvedere in Wien: u. a.: 
Waldgegend mit badenden Nympben, Walbland- 
ſchait amt einer Eiche im Mittelgrunde, Landſchaft 
beim Heranziehen eines Gewitters. 

Feien, fo v. w. hexen, Zaubern, ala Werk einer 

Fee, i. d. 
s Feiergeld, 1) Geld, welches ber Aungmeiſter 
vom Handwerk erbält, weil er Vieles iür dafſelbe zu 
beierzen hat u. dadurch in feinen Arbeiten geſtört 
wirt; 2) (Heid, welches ein Meiſter an Das Dunde 
wert zablen muß, wenn er einen Geſellen mebr atı- 
nimm, als eizeittlich erlaube iſt; Dies iſt Den 
Scheitern am Feierabend, 14 Tage ver den heben 
Herten, geftattei, Liber Acterabendögefel. 

Feiergeſell, Feierburſche, ein Handwerks⸗ 
buriche, welcher außer Arbeit iſt. 

Feierlich, was Die Seele zur Andacht ſtimmt, 
inden eo dieſelbe von den materiellen Intereſſen 
des tãglichen Yebens ablenkt, um fie in die Hetrach- 
tung Dee Ewigen u. Grbabenen zu verfenken. In 
der Denfit erfertert es ernft u. langſam fertichrei» 
tende Pelodien, einfache, nicht verwidelte, aber 
tief ergreitente Darmernie, Tie budende Kuunſt ver⸗ 
mag das Fee nicht zu !chiltern, Da fie ea nicht mit Ge⸗ 
fübten u. Stimmungen an thun bat, jentern mit 
Neslitäten, deren Tarſtellung indeß durch Gedau⸗ 
kenvernuttelung Dem Gemüth eine jeierliche Stim⸗ 
mung au geben vermag. Am unmittelbarſten kann 
der Landichaitomaler den Eindruck Ted eu hervor⸗ 
briugen, welchen die Natur bei gewiſſen Beleuch⸗ 
tungen, nameutlich wo fie in ihrer vellen Urſprüng⸗ 


Erefen von Waldeck, ter Graf von | lichleit erſcheint, hervorruft. 


Kshen & uf. VI 


11 


ertage, fo v. w. Kefttage, ſ. Feſt. 

feln (Keibeln, Niveln), 1) die Speichel» 
fen der Pferde zwifchen Hals u. Kopf unter den 
Ohren; 2) Pferdekrankheit, eigentlich eine Krampf- 
tolit, die aber die älteren Thierärzte von ben F. ab⸗ 
feiteten, welche fie daher auch durch Einjchneiden 1. 
theilweife Wegnahme berfelben (Beifeinbrechen), od. 
indern fie die Drüfe mit einer Zange faßten u. 
quetichten (Beifeinzwiden) zu heilen glaubten. Se 
felnfiſteln, Speichelfifteln ber Pferde, Folge vernach⸗ 
läſſigter Entzündungen jener Drüſen ob. obiger 
Mißhandlungen. 

Feig, 1) u. Ge 2) (Bergb.), vom Ge⸗ 
birge, mürbe u. fich abzulöfen brobend; 3) von 
dem Gezimmer in Schadhten, faul (Seiggezimmer). 

Feigboßne, 1) die Pflanzengattung Lupinus; 
2) fo v. w. Vicia Faba, beide aus ber Familie ber 
Bapilionaceen. 

Feige, 1) Johann, geb. 1748 in Zeit, wid⸗ 
mete fi ter Muſik, zeichnete ſich als Sänger n. 
Biolinfpieler aus, kam 1766 als Baſſiſt an das 
Theater zu Strelig, an welchem er ſpäter als Direc« 
tor fungirte. Seit 1780 fam er ala Violinvirtuos 
in Aufnahme u. ft. zu Anfang des 19. Jahrh. Er 
componirte bie Operetten: Die Kirmiß u. Der 
Flüchtling. 2) Gottlieb, geb. 1751 in Zeit; 
anfangs für die Muſik beftinmt, trat er 1771 in 
preußiſche Militärdienſte, ohne jeboch feine mufila- 
liſchen Studien aufzugeben, verließ den Dienft 1786 
u. machte dann als Violinvirtuos erfolgreiche Kunft- 
reifen durch Deutfchland u. nah Rußland. Bon 
1806 bis zum Tilfiter Frieden ftand er als Hautbeift 
in einem sKüraflierregimente, wurde 1810 erfter 
Biolinift am Theater zu Breslau u. 1813 bei bein 
Blücherſcheu Corps Stabstrompeter. Rah dem 
Srieden nahm er feine frübere Stellung in Breslau 
wieder ein, mo er 1822 ft. 

Feigen, 1) die jogenannten Früchte bes Feigen⸗ 
baums (f. d. 1); 2) Indiſche F., Opuntin, eine 
Cacteengattung; 3) Baratiesfeige, die Frucht 
von Musa parndisiaca (f. d.); 4) einige Schneden 
von Feigengeftalt, 3. B. Bulla ficus (Spanifde 
F.) Murex arvanus (gegadte %.), Murex 
perversus (fintfeige). j 

Feigenbaum, 1) (Ficus carica, Gemeiner 

.), baumhohe od. auch bei uns niebere Art von 

icus, in Afien u. Südeuropa verbreitet, ift, völlig 
u ahien, 16—20 Fuß hoch, 4—6 Fuß im 
Umſang; jedod in mehr nördlichen Gegenden u. in 
Gürten cultivirt, nicht leicht Über S—10 Fuß hoch. 
Rinde: rauh, aſchgrau, höderig; Holz: weich u. 
ſchwammig; die jungen Zweige grün, bie Blätter 
von der Größe einer Hand u. darüber, auf rund» 
Iihen rauben Stielen ſitzend, ebenfall® rauh, bie 
unteren berzförmig u. ungetheilt, die mittleren mit 
3, Die oberen meift mit 5 Yappen; in ber Deimath 
bleiben fie auch im Winter fteben. In den Blatt- 
winkeln figen auf furzen Stielen bie birnförmigen, 
durch den, die Blütben ı. die Samen einichließen- 
den Sen gebildeten Feigen (aljo leineswegs 
die Kriüchte), in melden am Gipfel in mebreren 
Reihen übereinander liegende Echüppchen eine un⸗ 
merkliche Offnung zu einer inneren Höhle laffeı, in 
welcher die Blüthen, dem Lichte entzogen, ſich aus⸗ 
buden, während gleichzeitig ber Fruchtboden ſich 
vergrößert, weich wirb, jeine vorher grüne Farbe 
äudert, Süßigleit belommt u. als Feige reift, wo 
dieſe dann auch ben fcharfen milchigen Saft verliert, 


162. 
b 





Feiertage bis Feigenbaum 


mit dem fie, wie alle Theile bes Banme 
reif erfiillt war. Die Blüuthen find tk 
liche, theil® weibliche, theils Ziwitterblüth 
liche Blüthen finden fi nur auf dem f 
Wilden F. (Caprificus), von Heinem 
lichem Wuchfe, ter nicht cuftivirt, in | 
aber zur Caprification (f. d.) benußt ı 
den (nit eßbaren) Feigen deſſelben u 
ion die älteren Griechen, in Bezug auf 
fication: a) Kornites, im Auguft f 
in denen die Feigengallweſpe fich erzeu 
gelt auesichliipft, worauf fie abfallen; 
titires, bie jpäter im Sabre fich bil 
welche jenes Infect feine Eier legt, un 
überwintern; cd) Orni, bie im Mai fid 
viel größer werdenden, in welche jenes 
kriecht, um feine Eier zu legen, u. mit 
danı bei der Gaprification auf den 3 
übergetragen wird. Diefer trägt aber a 
sur Fortpflanzung dienlihen Samen. i 
blüthen, neben blos weibliche Blüthen eı 
Feigen. Die Fortpflanzung geichieh 
leger od. durch Samen, aus welchem 
durch Farbe, Größe u. Geſtalt verſchiet 
arten (in Frankreich Über 100) der culti 
gen entfteben, bie jedoch alle unter 2 
lungen zu bringen find, nämlich we 
grünliche, od. röthliche, violette u. b 
TCultur des F⸗s ift feinen großen Gi 
ten unterworfen. Bei und wird er ga 
Kübeln, im Winter in Kellern, Gewölbt 
in Häufern gegen ven Froſt verwahrt, 
wo nicht zu ftarle Fröſte zu fürchten fint 
im Lande übermintert, wo er reichlicher 
mal wenn man ibn mit mebreren ande 
menfet. Der Baum jet zweimal in 
Teigen an, im Frühjahr, wo dann Die ; 
Scommerfeigen, zu Johannis reifen 
hannis, die bei günftiger Witterung ned 
berbft als Herbftfeigen reifen; doch 
Reife allmäblig, jo daß man von mehrer: 
ziemlich den ganzen Sommer hindurch: 
erbalten kann. Die frifhen Feigen, 
Reife, in der fie ſich leicht vom Baume 
von zuderfüßen Gejchmad, gebören zu 
deſten Obſtarten, werben noch in füpfid 
ten reichlich u. täglich genofien, obylı 
Genuß Ungemwohnte ſich leicht den Ma 
verderben. Getrodnete Feigen 
find ein verbreiteter Gegenftanb bes. 
werben nicht nur, bef. in ſuͤdlichen Geger 
genoſſen, jondern find auch in Apotheken 
men. Die beiten find Die Levantiſf 
Smyrna u. bem Archipelagus, melde 
u. gelb find u. einen jchleinug ſüßen, at 
benigartigen Gefhmad haben; vie beft. 
in Schachteln u. Kifthen, geringere in F 
dinäre ald Kranzfeigen auf Schili a: 
uns. Letztere liefert bei. Salamata in D 
eigen von Korfu beißen Fraccazza: 
niiche od: Genueſer fonımen ben Yevant 
lich gleich, lettere gebdren mit zu den I 
bejondere Art berjelben find die Schwa 
en. Die Feigen aus Dalmatien u. fl 
cheidet man in graueu. gelbe; fie n 
Benetianer od. Triefter Feigen 
Die Sicilianer u. Calabrefer Feigen ſind 
ten Korbfeigen; Marſeiller er. P 


Feigenblatt bie Feile 


»ises) ſind weiß, fang, rund u. vielett, | Diät, abführende u. Natreinigende Mittel er er 


m Sorten. Hierher gehören tie Bio- 
en od. Moilfonesu.Bellounes, 
‚ inmwendig roth, von dünner auige- 
u. rund; ferner lange Herbfibar- 
zlavettes, viclett, inmentig roth 
2 deutihen Seeflätten Romtatſche 
igen von Creoſſe et. Seyroles; Spa⸗ 
lencia u. Malaga; Portugieſiſche von 
emmen eigen aus Dlalta, Neapel, 
eppo, Cypern, Sardinien (bei. von 
. Balma u. Teneriffa. Die Pha⸗ 
n6-}! eigen kommen aus Ägopten 
Nach der Art, wie fie verpadt fine, 
Rorb-, Rosmarin», Yaub- u. 
. Die Güte ter getredneten eigen 
brer Arie u. Züge ab; man muß 
ſeben, daß bie Früchte gut getrednet, 
im. füß, von außen nicht angelaufen cd. 
m. In warmen Yäntern lafien lich 
u feigen nur bis zum Monat Mai gut 
x dem Anſange ber beißen Wiiterung 
a Gärung u. nehmen einen widerlich 
kai In Teutichland kann man fie 
ei, au UÜblen Orten länger cerbalten; 
sen ſe rer an Güte. Wegen tes reiche 
teiseen Zucler⸗ u. Zchleimfieiice, dein 
L werden tie als uährende, erweichende, 
wende Mittel, als Zufag zu Aruitcbee, 
Mid gemeicht, ale ermeichente Wiittel 
jven Geichwüren, bei. am SJubnilerich, 
i) Die Pflanzengattung Ficus; 3) in 
ger Yaum, |. Asmattba. 
tt, 1) Blatt des Keigenbanme ; megen 
en Form in ter Ornamentik gern ver- 
zum Berbergen ter Geſchlechtetheile 
en, namentlich kei reſtaurirten Antiten 
2) weibliches lieb tee Rerbirilter. 
tus, eine in Zartinien üppig wu— 
ssart, dient zur Anlage von Yeden; 
erten ten Schweinen gefüttert, Rünnen 
Zpiritusbereitung verwendet werten. 


vıRas el Tine, ter weftliche Tbeil 

nigen Yandzunge, welche ten Halten 

1a  Agvpten) umſchließt. 

tel, 1. Opuntia. 

fer, fo v. mw. Yaubrögel u. Bescafigue. 
weipe (Beigenbobrer, Feigenſtecher), 


pe. 
fe, Art Confect von den beften Feigen 
ien, Pinien, Piſtacien, Gewürzen, ge⸗ 
Bein, in Form eines Käſes zuſammen⸗ 
Raus Spanien u. Portugal. 
zmer (Bergb.), ſ. u. Feig. 
Gemütbezuſtand, in tem man libel, 
. Echmerjen auf eine tatelnswertbe 
Segenfag: Mutb. 
L(Sycosis. Aartfinne), an ten be 
len tes Geſichte, vorzüglich am Kinn 
u. an ben Näntern tes hebaarten 
apillitis), faf allein beim männlichen 
ertommenter Ausichlag, einzelue cd. 
Rein bildent, weiche in braune Zchorie 
im 14 Tagen abbeilen, leicht aber auch 
‚mehr tuberculäs werten; Folge ſchlech⸗ 
n Ztörungen der Bertaunng, ſchlechten 


a; erheiſcht einfache, mehr vegetabilijche 


anfangs ermeichende, fpäter Salben von Zink, weis 
Bem Duedfilberpräcipitas x. 

Feigwarzen, 1) (Condylomats, Feucht⸗ 
warzen), marjenartige Hautauswüchſe in Folge 
ſopbilitiicher Erkrankung, ſ. u. Lruſiſeuche; 3) 
(Zbierarzneil.), trauthafie, empfinbungsiofe Aus⸗ 
wüchſe ven Feigenform. Sie ſteben a) an der 
Haut GFleiſchige F.), mein an Füßen, Augen, 
rippen, Schlauch u. können abgebunden, wege 
geägt cd. abgeſchnitten werden; b) an Sebnen 
(Sebnen⸗F.) von äußeren Unreinigkeiten, welche 


die Haus anfreften, men in ber Feſſelgegend 


(Aefiel-.), fie tbeilen fih in Zweige u. Fäden, 
leihen tem Blumenkobl, entleeren eine tcharfe, 
belriechende Feuchtigkeit u. fine in der Negel 

Felge von Huiwaſſern; e) am Horn des Hufes 

(dorn-%.), von Unreinigleit am Ruß, ſelbſt 

von zu langen Steben im Stalle; baben in ihrem 

Fortgauge Hinken Bes Pferdes zur Folge; Die Horne 

F. befinden ſich entweder blos am Sırahl (gute 

artige %.) u. können ebenfall® abgeichnitten od. 

mesggeitst werten, oit erfi nach Ausreigung ber 

Zoble; ed. fie befallen auch Die leifchjehle, das ge⸗ 

rieite Aleiih Der Ferſe u. dat Duartier, ja den hin 

ren Theil tes Huiknorpels (bösartige F.), 

dieſe find felten gut zu beilen. 

Feigwarzenkraut, iſt 1) Ficnria renuncoloi- 
des; 2) Chelidonium majun, das große Schöll⸗ 
trant; 3) Scrophularıa nodosa. 

Feigwurz, Lie Termentillwurzel. 

Feijo (ipr. Feibbo), 1) Diego Ant., geb. 1780 zu 
Itu in Brafilien, war Priefter u. 1921 Deputirtes 
ter Provinz Zt. Paul bei Ten portugiefiihen Core 
tee, Demolrat, 1526 —31 Abgeortneter u. Fübrer 
der Oppoſition bei der erfien brafilianiichen geſetz⸗ 
gebenten Berrammlung, beantragte Die Abıchaffung 
tes Cälibats, trug viel zum Sturze Tom Petros 
u. zur Revolution vem 7. April 1831 bei, änderte 
aber als Juſtizminiſter feine politiſchen Aufichten, 
indem er ſich für die conftitutienelle Monarchie enteo 
ſchied u. nabm nach 14 Monaten feine Gntlafiung; 
1633 murte er Zenator filr Die Provinz Rio m. 
1535 der erfte Regent von Brafilien (1. d., Geſch.) 
* 1937. Seitdem lebte er ale Privatmann. 2) |. 

eio. 

Jrltoeen (Metallarb.), fo v. m. Vogenteile. 

eile, ein ftäblernes Werkzeug, beſtebend and 
einen Stück Stabl, deſſen Chberflihe durch Ker⸗ 
ben od. ſchräge Zäbne ſcharf gemacht iſt u. von 
den Gegenſtänden, worilber fie hingeſtrichen wird, 

Späbne abreißt (Wellfpähne, Feiulicht, Aeilſtaub). 

Die Kerben od. Einſchnitte der F. nennt man 

ten Sieb. Ginbiebige Fanſenthalten nur 

eine Reihe paralleler Cinfchnitte, bei zweibie⸗ 
bigen kreuzen fich dieſelben. Der erſte Dieb beißt 
der Grund» od. Unterbiek, ber dieſen freuzene 
ten ter Krenz⸗ od. Überbich. 1. Kintbeie 
lung: 4p nach ter Größen. Beſchaffenbeit 
bes Hiebes: Arm-%., Stroh⸗F. (die gröbe 
fen), leere mit Ztrob ummidelt, Daber ter Name, 

Baſtarde cd. Ror⸗F. wmittelgrebe), Dalbe 

ſchlicht⸗F. (mittelieine), Schlicht⸗F. feine), 

Fein-Sdlidt-, Schlicht Schlicht 7. (feine 

feine. By Der Geſtalt nach: Pierfantige, 

Klage (Aueſtrich Ar, Meſſer⸗F.), melde nur 

auf einer flachen od. breiten Seite gehauen find; 

Dreiedige (04-51; Dvale Bogelungen 


ſehr dicke, wit 2 gleich gefrlimmten Flächen heißen 
Karpfenzungen); Halbrunde, Runde 
(Rattenihwänze);Gebogene (Riffel⸗Fen), 
zum MAbfeilen runder Körper; Schattir- ot. 
Schattirte F., deren Hieb fo ift, da man mit 
denfelben vor- u. rüdwärts ftreihen faun; An» 
ſatz⸗F., Blatte, VBierfeitige $-n, wovon 2 
Seiten breit, bie 3. ſchmal, die 4. aber nicht gehauen 
iſt; hierhergehören die Platinen -%., zum Abfeilen 
der Uhrböden ob. Platinen; Ausfhweif-%.,rund, 
um eine Ausichweifung zu bewirlen; Trieb⸗F., 
halbrund, nur auf der flachen Seite gehauen, zum 
Ausfeilen der Ubrgetriebe; Zapfen-%., platte, 
nur auf einer Seite gehauene F., mit ſcharfen Eden; 
Wölb- od. Wälz⸗F., halbrund, auf der flachen 
Seite gehauen, zum Abwalzen der Zähne eines 
Rades; Bogen-$., dünn, in einen ftählernen 
Bügel geipannt; mit derfelben werden ſchmale, tiefe 
Einipuitte gemadt; Gabel-%., ſpitzflach, von 
den Gilberarbeitern u. Meſſerſchmieden gebraucht, 
um Räume zwiſchen ben 3 u. 4 Zaden einer Gabel 
auszufeilen; Einftreich-%., zum Hervorbringen 
ſchnialer Eiufhnitte, 3. B. in Schraubentöpfen 
en ton B; Perl⸗F., mit einer 
hmalen gehanenen Hohllehle, um Heine, zur Ver⸗ 
terung dienende, halblugelige Hervorragungen(Per- 
en) auf Metallarbeiten hervorzubringen; Schei⸗ 
benförmige %. drehen fi um ihre Achie, dahin 
gebört der Spitring ber Nadler zum Spiten 

er Stednabeln, Übergang zu den Fräſen, |. d. 

U.Die&igenfchafteneruer guten $. find gehö⸗ 
rige Härte, richtige Form, Reinheit Des Stahles, 
bellgraue Farbe u. Gleichheit u. Negelmäßigkleit tes 
Hiebes, fowie hinreichente Tiefe beftelben. Brobe: 
ein federhartes Stahlſtück Darf beim feften Hinftrei- 

n über bie 5. feinen merkbbaren Eindruck (weißen 

trich) geben. Fen werben jett in Deutfchland fo 
gut wie in England gefertigt, doch zieht man noch 
einige englifche Sorten vor. Uhrmacher⸗F. liefert 
bie Schweiz fehr ſchön. 

III. Die Handwerker, welde vorzüglich Y-n 
verfertigen, beißen Seifenbauer ; fie bilden nur an we⸗ 
nig Orten eine Zunft, lernen >—6 Jahr, belommen 
Gelchent auf ver Wanderſchaft u. Tiefern als Dteifter- 
ſtückeinige F⸗n u. einen Spigring für Nabler. Zudem 
Berfertigen der F⸗n gehört A) das Schmie- 
den; als Diaterial dient Cement⸗ od. Stobftahl u.nur 

u ten Heinen Gußſtahl; der Amboß ift 150 — 200 
Sin Ichwer n. bie flache Bahn deſſelben 12 Zoll lang 
u. 6 Zoll breit; die Hämmer haben eine etwas abge- 
rundete Bahn. Die vierlantigen, flachen u. runden 
Fen bilbet der Feilenhauer aus freier Hand, die 
dreiedigen u. balbrunden in dem Einfchnitt eines 
Geſenkes, welches auf der oberen Seite mit Stahl 
belegt, aus Eijen geſchmiedet ift u. in einen Salz 
der Amboßbahır eingejhoben wird. Das Schmieden 
erfordert für jede g bie größten ausgenommen, 
2 Higen; in ber erfien wird ber Körper u. bie 
Spitze der F. gebildet u. in ber zweiten gefchieht 
das Ausſchmieden der Angel, das Richten ber gm 
wenn bdiefelben noch Krümmungen u. andere Un- 
rTichtigfeiten zeigen, das Auficlagen bes Fabrik⸗ 
feinpels x. Um die gefchiniedeten Fen recht weich 
zu machen, werden fie noch ausgeglüht u. dann 
laugſam abgetüplt. B) Das Ausarbeiten ge 
ſchieht a) durch Abſchleifen auf Eteinen von 
3—4 Fuß im Durchmeſſer u. 6—8 Zoll Breite, 
welche in Waſſer laufen u. ſich in ber Minute etwa 


eile 


100 Mal umdrehen; das Schleifen 
zieben) wird erfi ber Duere, dann bi 
verrichtet, u. bie Fen in Kalkwaſſer 
das Roften zu verbintern. Was dad 
b) Durch Abfeilen anbetrifft, jo ift e 
wieriger, aber die Arbeit wird auch gen 
dem SHauenmwirbbieF.aufdenHauaı 
der aus einem Stüd geichmiebetent 
welches auf einem Holzklotze aufliegt, d 
felben wird in den Beilenhalter, ein ı 
Holz, geftedt u. dieſer auf das Knie 
einem darüber geihlungenen Riemen 
gehalten. Das Hauen geichieht mit Mi 
mer, es wird bei der Augel angefangen 
Gel nach jedem Hammierſchlag fortgerä 
terlage dienen entweder eiferne (Dauc 
bleierne (Haubleie), letztere dann, ı 
liegende Fläche der F. ſchon einen Hie 
bat. Sft ver Grund hieb fertig, fe 
über denfelben ber Kreuzbieb gem 
aber an den Einfchnitten des Grundhiet 
mit einer flachen F. abgeſtrichen, d 
größtentheil® entfernt; dadurch werd 
ben Kreuzbieb entfteyenten Zähne . 
Edige u. runde Feu werben bei dem? 
Einfhnitt des Haueifene gelegt, «u 
zu den runden u. halbrunden %-ı eine 
ausgeböhlter Schärfe haben. Teil 
find mehrfach erfunden u. verfucht, aber 
der aufgegeben worden, benn es fehlt! 
das feine Gefühl beim Hiebe, Der nad! 
Feilenform in jeder 5. ſehr wechſelnd ge 
muß. Biele Sn müſſen mit einem 
werden u. Died macht fich ſchlecht. DJ 
erfordert beſ. megen Der feinen Spike 
viel Vorſicht; die Fen werben beshal 
Überzuge verfchen, der aus verlchle 
Horn (auch Knochen, Piertebufen od. K 
Zöpferthon, Ofenruß, Kochſalz u. etw 
zuſammengeſetzt iſt. Alles wird fein g 
Bierhefen angerührt u. die Fen bam 
dann werben fie auf Eijenftäben, bie 
Eſſe ar der Feuermauer angekradt für 
jpäter im euer erhigt, dunkelroth gl 
Gefäß voll gepulverten Kochfalzes gefte 
bleiernen od. hölzernen Hammer ger 
wieder ind euer gebracht u. langſam 
ber Spitge nach unten, in eine tiefe, 
wafjer gefüllte Butte geftedt. Die Ar 
wöhnlich nicht gebärtet. E) Das R 
Einölen; bie Fon werben gleich nad 
in verbünnte Schwefeljäure gethan, 
ber Oberfläche befindliche Überzug wi 
Zrommel od. Walze, deren Umtreis 
od. Karben beſetzt ift, u. fi in ei: 
gefüße umdrebt, Durch Anbalten ber $- 
denen Richtungen, entfernt; das Troc 
auf einer geheizten Eiſenplatte. Die 
noch warm in Baumöl, oft mit Terpen 
etaucht, dann läßt man fie abtropfe 
de in Papier. F) Das Aufbauen 
nur bei großen vortheilhaft; ber all 
gänzlich meggeihufft u. Die Flächeg 
Die F. wird deehalb durch Aueglühe 
auf einem großen Schleiffteiie abgeſchli 
beſ. bei lleineren, der Hieb durch Abfei 
bei größeren Fen bedient man ſich ver 
bie, einer großen Arm⸗F. ähnlich, ı 


Belle bie Fein 


ee u. au jebem Gnte ein bölgerne® | tenbe Werkzeug if eim meifelähnlihes Stablſtuck, 


yınen mn. Härten gefchieht, wie oben 
ide %-n, weiche nıcht mehr auf- 
ı fönnen, vermwenter man durch 
bichleiſjen zu anderen Werkzeugen, 
Behrer, Srabflihel, Schaber ıc. 
ung der %.; die feinflen Fen wer⸗ 
1. Schmiebeeileu mit DI gebraucht, 
rien u. Meifing. Vollommen gu- 
ſchwer, ber Keilfirich muß regel- 
t gerübrt werten; das Arbeiteftüd 
ubſtock zuweilen umgeipannt wer⸗ 
genflänte laßt man zuweilen mit 
Trebbank ablaufen; lange ſchmale 
ın mit ber quer aufgelegten ſy. längs⸗ 
m fi) ter Feilenbieb beim Arbeiten 
‚man ibn mittelft einer ınejfingenen 
te wieder aus. Are F⸗n lafien fich 
en dadurch wieder fchärien, Faß mar 
it Lauge auskecht u. Bann in mit 
ſchwach angeſäuertes Waſſer legt 
‚ten Zhmugp mit ber Drahibürſte 
dich mis Scheidewafier 4— 7 Minn⸗ 
xuter rein mit Waſſer ſpült, dann 
mehrmals Lies wiederholt u. endlich Die 
seit, troctnet u. eindit. 
as} Gattung ter Kammmuſcheln (ſ. d.), 
nosa s. O)-trea Z,. fo genannt, meil 
se Ruſchel rauh, wie eine Feile ift. 
kerbaum, iſt Ce ropia pelıaın. 
Chirus Steller), Gattung, den 
ilsobio: verwantt; Rörper lang, 
anf, Kopf Mein, Maul Nein mut 
an ber Saite viel Poren; Auient- 
r ven Kamtſchatka. Arten: Acht⸗ 
Ch. octogrammu-); Sechoſtrei⸗ 
hezagrımmun), fonft bei l,abrax. 
af, 1. u. Aufcultatien 2) B). 
t. 1. u. geile III. 
safchine, |. u. Zeile III. C). 
(Beirei.), io vd. w. Giraptolithus. 
beim il.ima Brug. (ilaucun Poli), 
ıitermuicheln (der Kammmuſchelu); 
bieitig, ſchiejeijörmig, an den Seiten 
mein mit ftaheligen Querrippen; 
. ungleib; wDieerihiere; bei Yinne 


er De — — 


Art: Gemeine F. (l.. Radula | 


ma. (sl. capillatun). ſchön weiß, 
Schuppige %. (1. syunmosn), 
r gerrüdt, fehr raub; 1.. glacia- 


n Erüd hartes Holz, oben mit Ker- 
Zachen darauf abyufeilen. 

.w. Kerficert, |. u. Gottesurtbeil. 
, I) cin Heiner Echraubeflod von 
ne merallene Segenftänte beim Ve⸗ 
zu befeftinen; wat er einen langen 
er Stieltloben; Der %., welchen 
zum Ginfpannen ber Unrube ıı. Rä⸗ 
‚bar ſtatt des Koriee nur einen zu⸗ 
vun Rein u. beißt Rerflioben. 
L:ihmiere iſt ein hẽlzerner Schraub⸗ 
auf einer meiſiugenen Kugel ſtebt, 
ı nach allen Seiten richten zu lönnen. 
‚lor.m Seullelben. 

ne, eine Maſchine zur Bearbeitung 
e verrichtet die Arbeiten, weiche jenjt 
üe ausgeführte werben. Das ardei⸗ 


welches mit großer Geichwintigleit Über das zu 
bearbeitente Metallſtück bin- m bergezogeu wird 
u. von bielem Epähne abſchabt. Doch find die An 
nicht febr in Gebrauch gelommen, weil man die⸗ 
felbe Arbeit auf beffere, rafchere n. mobifeilere Weiſe 
ausführen kann mis ter Metallhobelmaſchine 
für horizontale Arbeit von gewiſſer Länge; ber 
Stoßmaſchine für berizontale Arbeit filr fur 
Yänge u. Rundwerk. Ziele letztere Maſchine arbei- 
tet aber nicht mis fetlartig auigehauenem, fondern 
mit meißelartigem, rafch gebentem Werkzeug. Außer 
ten Scebelmaidinen bat man für krumme Flächen 
Die fogenannten kräsmajchinen mit fchnell um- 
laufendem Schneidzahn cd. Schneiträbchen. Endlich 
mente man anſtati ter geile oft auch Schleifmaſchi⸗ 
nen (mit Zandfteinen) an. Die F. wurde ſchon 
Inin von v. Reichenbach zur Bearbeitung von Dief 
fing angemenket, 1531 wurde fie von Überhäujer 
welenticch verbefiert u. jpäter, zuerſt 1840 iu Eng⸗ 
laut, auch zum Gebrauch für größere Arbeiten, bef. 
zur Bearbeitung vou Guß⸗ u. Schmiebeeifen, an⸗ 
gementet. 


Feilmoſer, geb. 1777 zu Hopfgarten im Brixer⸗ 
thale in Tyrol, mar Priefter u. vehrer der Exegeſe 
des A. u. N. T. am Benedictinerſtift Fiecht in Tyrol, 
wurde 1906 Profeflcr ber Trientaliſchen Sprachen u. 
der Eregele in Innebrud, 1520 PBrofeflor der Theo⸗ 
logie bei ber katholiiben Facultät in Tübingen u. 
fi. 1531; er fchr.: Ginlettung in tie Bücher des 
M. T., Innebr. 1510, 2. Aufl. Züb. 1930; Die Ver- 
fegerungelucht :c., Rottw. 1520, u. a. 


Feilfpahne (Relinaub, Aeltict, Weitfen, Abgang 
vom Metal, der durch das Beſeilen entftebt. 


Keimen (Fehm, Miete, Schober, Die⸗ 
men, Triften), ‚großer Haufen Strob, Heu ob. 
Getreide, daher Stroh⸗, Heu⸗, Betreide» 
F. Heu⸗F. werden auf den Wieſen, Getreide⸗F. 
auf dem Felde errichtet, wenn bei reichlichen Ernten 
auf den Futterbͤdenen. in den Scheuern nicht Raum 
genug iſt. In England u. in neueſter Zeit hier u. 
da auch in Deutſchland fegt man F., um dadurch 
den Scheuerraum zu eriparen. Jede Getreiteart 
fann in & gebracht werden, es wird aber gemöhn- 
Ich nur Hafer u. Roggen dazu genommen. Bei ber 
Mahl des Ortes vermeiter man Vertiefungen, 
ihlägt in tie Mitte einen Pfahl u. bezeichrtet ten 
Umjang mit einer Schnur. Zur Grundlage nimmt 
man Raps- ch. Yangfırch u. Ichichtet Den F. fc über 
einander, daß er nach oben fi etwas verjüngt. 


Von der Seite wird der F. mit einfachen Stroh⸗ 


ibanben beiegt. Hauptjächlich fommen zwei For⸗ 
men ter F. ver: eutweder bie Form eines Hauſes 
mit zmweileitigem Dach; cd. Lie form eined unten 
eingesogenen, oben ftumpfen Kegels. Deu’. wer⸗ 
ten auf dieſelde Weiſe wie bie Getreide⸗F. aelett. 
Um tie %. gegen Mäuſe zu ſchühen, ziebt man rings 
um fie einen ewas Überbängenden Graben. Man 
bat auch Betmengerüfte, bölzerne Gerüſte, auf wel⸗ 
den ter F. errichtet wirt, damit er midht durch 
Waſſer leide; zumeilen find fie ınir einem beweg⸗ 
lichen Dach, durch welches F. von jeber Höhe beo 
tedt werben, verjehen. 
Feimgericht, fo v. w. Febmgericht. 
—2BB fo v. w. Richtftätte. 
Rn, I) was auf eine beitimmite, aber nicht 


fiarte Weiſe wirt. Um feine Eiudrücke wahrzu⸗ 


166 


uchmen, bebarf es einer Schärfe bes Geiftes m. ber 
Organe, ba hingegen das bem einen entgegenge- 
feßte Grobe auch bei geringer Geiſteskraft em- 
pfunden u. aufgefaßt wird; 2) kaufmänniſche Be⸗ 
eihnung von Waaren guter Qualität (f.), von 
* die beſſere Sorte wieber mit Feinſein (ff.), 
bie beſte als Feis · fein ˖ fein (fif.) bezeichnet wirb; 3) ald 
Eigenſchaft von Perſonen Handlungshäuſern), ſo 
v. w. durchaus ſolid; daher feines u. feinſtes Pa- 
pier, Wechſel, auf welchem nur feine u. feinfte Fir⸗ 
men figuriven, bie aljo leicht zu biscontiren ftub. 
4) Bei Gold u. Siüber, legirt ob. von Zufähen 
rein; f. Feingehalt. 

Fein, 1) Borg geb. 1803 in Helmfläbt, flu- 
dirte 1822— 26 in Söttingen, Berlin u. Heidelberg 
die Rechtswiſſenſchaften, wurde in München Mit⸗ 
redacteur der Deutfhen Tribüne u. 1832 wegen 
feiner bier entwidelten politifchen Anfichten aus 
Baiern gewiejen. Nachben ihm 1833 uuch in ver- 
fehiedenen anderen Ländern Deutſchlands ber Auf- 
enthalt verweigert worden war, begab er fich nach 
Baris u. von bier 1834 — Zürich, wo er einige 
Monate bie Redaction der Neuen Züricher Zeitung 
übernahm u. dabei für die Grüudung deutſcher Ar⸗ 
beitervereine thätig war, was ihm Berhaftung u. Aue⸗ 
weifung aus Züri zuzog. Bei feinen nachherigen 
Aufenthalt in Bafelland wirkte er vorzugsweiſe Hr 
die Sache des Jungen Deutſchland, weshalb er endlich 
auch bier u. aus bem ganzen Echweizergebiet ge- 
wielen wurde. In Paris fand er ebenfall& feine 
bleibende Stätte, er reifte nach London, von ba nach 
kurzem Aufenthalte nach Chriftiania u. 1844 wieder 
nad ber Schweiz. Jin Dlärz 1845 war er Theil⸗ 
nehmer am Freifchaarenzuge gegen Yuzern unter 
Ochſenbein, wurde gefangen, an bie farbiniiche 

e gebracht u. an die öfterreihiihe Regierung 
abgeliefert. Im Mai 1846 wurde er von Wien 
nah Trieſt transportirt u. bier mit ber Weifung 
nah Norbamerifa eingefchifft, binnen 3 Jahren 
nicht von dort gurüdzufehren. Er bielt fich erft in 
Philadelphia, daun im Innern von Pennfylvanien 
n. in ben weftliden Staaten auf; 1848 lehrte er 
nad) Deutfchland zurüd, betbeiligte ſich nur vor- 
Übergehend an der Beweguug u. ging dann nach 
Lieſtal, wo er früher das Bürgerrecht erworben 
atte u. 1852 eine Fortbildungsanſtalt für Jüng⸗ 
imge gıündete. 2) Eduard, Bruter bes Bor., 
geb. 1813 in Braunſchweig, ſiudirte in Heidelberg 
n. prafticirte feit 1834 als Advocat in Braun: 
ſchweig; feit 1838 ftubirte er vou Neuem in Berlin 
n. Heidelberg u. trat hierauf zuerft am letzterem 
Dite 1842 als Brivatbocent auf, murbe 1844 Pro- 
fefior in Züri, ging 1845 in a Eigenſchaft 
nad Jena u. 1852 von da nach — ale Bro» 
feffor ber Bandelten. Er ſchr.: Das Hecht der Col⸗ 
Iation, Heibelb. 1842; Chreftomathie von Beweis- 
ſtellen zu Puchta's Lehrbuch der Panbelten, Zürich 
1845 ; Beiträge zur Lehre von der Novation u. De⸗ 
legation, Jena 1850; Das Recht ber Kodicille, 
Erfaug. 1851. 

Feinam, Heine Mäuze in Surate, etwa 7 pren⸗ 
Bilde Pfennige. 

Feinblau, eine bunkelblaue Farbe auf Seide, 
dem Königeblan Ahulich, welche Durch ein Bab von 
Cochenille vor der Küpe erhalten wird. 

‚ Wein brennen, das Blidfliber durch nochma⸗ 
liges Schmelzen von aller Unreinigkeit befreien. 


Fein bis Feio 


Send: f. u. Beinbfeaft. 
nd, Barthold, geb. 1678 ' 
tieirte, nach einer Reife durch Ft: 
eine Zeitlang als Advocat in Da 
in ſchwediſche Dieufte u. fl. 17 
Dänentart geſchrieben batte, ale 
in Rendaburg; er ſchr.: Deutſch 
1708; Das Lob der Gelbfucht, 
veröbete Haus Ialob, Hanıb. 170 
großen Regenten, ebb. 1711; Kar 
den, Stade 1707, u. a. m. 
Feindſchaft, das Beſtreben 
od. Rache Böſes zuzuſugen; die 
od. der höchſte Grad berkziben, 
perjönlichen Vernichtung des Geg 
findet, beiit Todfeindſchaft. 
Feine, Bartei der Denuoniı 
Feines Korn (Waffent.), |. 
weine Mark, tie Mark rı 
Goldes im Gegenſatz zur Raub 
Feingebalt (Korn), nenn 
titüt reinen Edelmetalles, weld 
girung befjelben mit einer gerir 
befindet. Um das Berbättniß, 
reine Edelmetall zu der Beim 
lich Kupfer) ſteht, auszutrüden 
des Probirgewichts (ſ. d.). D 
war in Deutſchland früber bie 
welche bei Silber in 16 Loth, bı 
rat getbeilt wurde. Bei Golb⸗ 
ift die Angabe des &- 8 nad) | 
noch gebräuchlich u. fo zu verfte 
nlötbiges Silber n Yoth reines 
nLoth Kupfer, 1 Diurt nlaratic 
reines Gold und 24 — n Kari 
(vgl. Darf). Nach dem 1857 at 
ſchen Münzvertrage wird ber 9 
dem, bei weiten größten Theile 
in Ofterreih und Preußen nach 
welches zu dem Ente in Tauſt 
beinefien. Danach enthalten 30 
reines Silber, wiegen aber 33} 
Mafle aus Silber u. „, Kupfı 
wird ber F. ber Vereingoldmü 
England bevient man fich des Tr 
Karat bei Gold u. 12 Unzen bei € 
reich des Kilogramme == 1000 ! 
F. ber Münzen anzugeben. Bgl. 
buch, Berl. 1857. 
eingold, jo v. w. Brandgol 
einforuig, |. u. Körnig. 
einfupfer,, jo v. w. Garlur 
einfchnabler, fo v. w. Mot 
— ſo v. w. Brandſil 
einſtreckwerk, Walzwerkine 
Feio, 1) Joſt Bictorino Barre 
gal 1783; wurde 1820 Oberſt! 
Antbeil an ber portugieſiſchen Rev 
manberte 1823 aus, lehrte gwar 1 
aber um 1828 von Neuem auen 
bis 1834 bei. in Hamburg auf u. 
ung Dom Miguels nad Liſſab 
Deputirter der Cortes ward ı. je 
äußerfien Linken einnahm, verfaß 
ſche Artikel u. rebigirte Die Wod 
vimento; 1837 wourbe er wieder! 
tes u. lebte dann auf feinen Gute 


den Salluſt, Bar. 1825; Livine, 


Keira bis Feiſtſonntag 


167 


‚ Ben der Tyrannei, ı. Bom für- | Eigentliher F. (Pimelia Faor.). Kinn frei, 


a Wifienfchaiten; auch gab er bie 
neen® u. des Gil Vicente, Hamb. 
2) |. Feijo. 

idt im ber portugiefilhen Provinz 
von Oporto in einem anmutbigen 
3 Attantifchen Meere; PBapiermüble, 
w. 

»Aves, Marktſleden im Diſtrict 
giefiſchen Provinz Beira; 1600 Ew. 
„hebe, bewaldete Inſel zum Archi⸗ 
en Pelynefien) gehörig. 

c, fett, bei. vom Wilde; 2) Wild⸗, 


13 Qubmwig , geb. 1502 zu Bensheim 
rahe, praftiiher Arzt u. Accoucheur 
t nambaites Verdienſt um die Ge⸗ 
ſchr.: Über die Kopigeſchwulſt Der 
Rainz 13349; Uber die Heilquellen 
».d. Hẽhe, ebd. 1842; Bericht iiber 
ver Geburtehũlfe im 3. 1542, Erl. 


* 1) Ander., geb. 1646 zu Kitz⸗ 
z bielt die erſte Kunſtanleitung in 
misen feinem Pater, Benedict F., 
‘aner, von dem ter Hodaltar ın 
Er. 1674 begab fi Andreas nad 
e 1676 Hofbildhauer wurbe u. 1735 
ken Kirchen Münchens befipen Kunſt⸗ 
n, das Borzüglichfte darunter iſt das 
ms in der Theatinerkirche, eine in 
Gruppe. 2) Simon Benedict, 
.„ Freecomaler, geb. 1695 zu Kitz⸗ 
I, ſtudirte Anfangs bei Rottmayer 
‚tam an tie Alatemie nach Wien, 
Rartenberg in Tyrol, mo er aud 


untag, der leiste Sonntag vor ben 
shi, weil da noch alle Speifen ge- 
dũrſen. 

u. Feiſtjagen, ſ. Feiſtzeit. 
„Joachim Francçeis Philibert, geb. 
trat 1807 in die Eeolmilitaire von 
in, machte den ruſſiſchen Feldzug von 
irde 1613 Kriegegefangener mit dem 
wral® Gourien St. Cyr; 1514 trat 
nscommanteur in das 3. Regiment 
e. Während ter 100 Tage comman- 
ataillon der Nationalgartde im De- 
one u. Loire, erbielt 1521 bas 
4 Recrutirungsbatailone für bie 
iente 1523 bei ter Arınee von Spa 
en Greignifien von 1530 mar ber 
t Chef des Generalſtabes ter Natio- 
Jaris u. Bann Commiantenr des IV. 
mieregimente. 1539 zum General- 
, infpicirte er alljührli tie Gens⸗ 
eb 1851 in Paris. 

(Pimeliarine). Zunft aus ber Fa⸗ 
nfäfer (der Schwarzläfer bei Cuv.), 
klügelteden meift verwachieu, üble 
marsig or. Das Endglied eiwas ver» 
m Kepfrande emgeiligt, Füße ſtark, 
a Korderſchienen; ‚reiten ſaule Stoffe, 
kein; bei Linne unter lenebrio, 
gecheilt in Lie Untergattungen: 8) 


- Kühler gegen das Ente unmerklich bider, Leib iheilo 


pefredt, theile breiter, Arten: l'. bipunctara, 
’,.coronstau.a.b)Kührläfer(Hegeter Lair.). 
Fühlbörner fadenidrng, Kinn groß, halbrund, Kopf 
tiefliegend,, Leib eiförmig, hinten zugeſpitzt, Hals⸗ 
ſchild vieredig; Art: Geftreifter %. (11. »trintus, 
Blapsst.) ſchwarʒ;: aAgtläfer(Tentsria Zatr.}, 
Fühlhörner fadenförmig, mit einigen kugeligen 
Endgliedern, ber Leib langeiförmig, Die gewölbte 
Bruft faſt kreisſörmig; Art: T. interruptn, 
ſchwarz, glänzend, Klügelteden etwas geftreiit; bei 
And. unter Akıs. dd Schwellläfer (Mouluris 
Latr.), Fühler nad) dem Ende zu verbidt, Tas 
Haleſchild bald rund, der breitre Dinterleib eiför- 
mig, Art: Geſtreifter Schwellkäfer (M. 
strinta). mit 6 rotben Zireiien auf ten Alügel- 
teden; aus Airila. Tieie u. vorige Gattung wer⸗ 
den auch als Ulntergattung von limelia betrachtet. 
e, Spiyenläfer (Akın Fudr.). Kübler zuiam- 
mengebrüdt ohne Endknöpfchen, Yeib läuglich oval, 
oben flad, bie Flügeldecken verwachſen. Getheilt 
in Die Untergattungen: aa) Breitläfer, Kinn 
quermonbförmig, Leib erhaben geläumt, Salsipild 
balbfreisiörmig, Art: Kurschora ciliata, aus 
Aria; bb) Spigentäfer (Akis), Kin bhersför- 
mig, faft vieredig, Bruft ſchmäler, berzförmig, hin⸗ 
ten abgeftugter (auch mobi Treisiormig); Art: A. 
collaris , biejem faft gleih Elenophorus Ifegerle. 
hr Adelostoma, Körper jchmal, länglich, Hals⸗ 
ſchild vieredig, hinten etwas berengert. DHNÖN- 
fäfer (Tagenia Latr., Stenosis /erbat ). üb- 
ler faſt durchblättert, chne Anöpiden; Leib lang, 
ſchmai; Art: Fadenförmiger NRöfttäfer (T'. 
hliformis), aus SEuropa. bb Psammetichus 
Latr., Fühlerglieder kreifelförmig, 3 länger ale 
bie folgenten, Kopf u. Haleſchild länglichoreredig. 
h Krüppelläfer (Scaurus Fabr.), Haleiüd 
linienförmig, lete® Glied verlängert, ei⸗ u. fugel- 
förmig; Art: Sc. sıriatus. k) Scotobius 
Germ., Halsſchild breiter al6 lang, am Rande 
gebogen, aus EAmerila. h Baltentäfer (Se- 
pıdıum Fabr.), Hüblhörner fabenförmig; 3. Glied 
bedeutend länger, Kinn Mein, kurz, breit, herjſör⸗ 
mig, Leib länglich, eirund, Haleſchild far för- 
mig, Plügelteden verwachſen; Art: Dreifpipi- 
ger Kaltenläfer (S. tricuspidstum) im war- 
men Europa u. in Afrika. mw) Trachinotus 
Latr , üblerglievder walzenfärmig od. verlehrt 
fegelförmig, Halsſchild rund, erhaben. mn) Die 
bierher noch Au gählenven Gattungen: Erodius, 
Zophosis u. Nyctelia, f. u. Budelläjer; tie von 
Andern bier aufgeftellien Blaps, Asida u. Mia»o- 
ampns, f. u. Zrauerläfer; Chiroscelis, f. u. 


ttentäfer. 

ifrig, 1) Marktfleden an der Mur, im 
ſteyeriſchen Kreiſe Gray: filberhaltiges Bleiberg⸗ 
wert, Eiſenwerke, Rupferbammer, 2 Gifenbän- 
mer, Senſenſchmiede; 700 Ew. 8) Dorf in Thal 
ter Wocheiner Save in Krain; Zollamt, Eifen- 
gruben, Hebofſen, Drabt, + u. Hammerwerke, War 
gelihuieten; 3) Nibenfluß der Save in Krain; 
eutipringe in Ben Rariiichen Alpen u. mündet bet 
Luſtihal; 4) Nebenfluß der Raab; enifteht im ſteye⸗ 
riſchen Rıeiie Gratz auster Weißen u. Schwar⸗ 
zen F., nimmt in Ungarn bie Yafuig auf u. mündet 
bei Zt. Gotthard. 


Feiſtje natag, f. Feiſer Sonntag. 


168 


bei Hirſchen der Auguft u. September; daher Zeit: 
jagen, das Jagen zu diefer Zeit. 

Feith, 1) (Everard), geb. in Elbourg im 
16. Jahrh.; ging wegen ber Burger gen Unruhen 
in feinem Vaterlande nach Frankreich, mo er Grie⸗ 
chiſch lehrte n. verſchwand in Rochelle; erjchr.: Antı- 
quitateshomericae, heransgeg. von H. Brumann, 
Senden 1677, zulett von Stöber, Strasb. 1743. 
2) (Rhynvis), geb. 1753 in Zwoll, war Bür⸗ 
germeifter n. Einnehmer bes Admiralitäts- Colle- 

iums bafelbft ıı. ftarb 1824. Er ift mit Bilter- 
But MWieberberfteller der holländiſchen Poeſie n. 
ſchr.: Het Graf, Amfterd. 1792; De Ouder- 
dom, ebd. 1802; Oden en (sedichten, ebr. 
1796—1810, das Zrauerfpiel: Lady Johanna 
Gray, ebt. 1791: Inez de Castro, ebd. 1793; 
Mucius Cordus, ebd. 1795; Brieven over ver- 
scheiden Önderwerpen, ebd. 1784—94, 6 
DBde.; Brieven aan Sophie over den geest van 
de Kantiaansche wijssbegeerte, ebd. 1806. 

Feiveln (Thierarzneit.), fo v. m. Feifeln. 

Fejoͤr (Georg v. F.), geb. 1795, Prepft, flarb 
1851 in Peſth; er war einer ber gelchrteften Un⸗ 
garn ber neueften Zeit n. fr. u.a.: Aborigines 
et incunabula Magyarorum; NMemoria Ste- 

hani Katona; Bevezetes & Philosophiära; 

odex diplomaticus Hungariae ecclesiasti- 
cus et civilis, 1529—44, 40 Bde. 1850 trat er 
in emigen Broſchüren mit ſolchem Eifer für Die ge- 
ſchichtlichen Rechte Ungarns auf, daß dieſelben con» 
fiscirt wurben. 

Fekete, Nebenflluß ver Aluta im fiebenbürgi- 
{chen Kreiſe Maros⸗Vaſarhely (Barom-Szel). 

Fekete⸗Ardo, Marktflecken an ber Theiß im 
Kreife Beregh⸗Ugocſa Des ungariihen Bermal- 
tungsgebietes Kaſchau; 1050 Ew. 

Feketetoͤ, Marktflecken im Kreife Süd⸗Bihar 
bes Verwaltungsgebietes Großwardein (Ungarn),arı 
der Grenze von Siebenbürgen; Poſtamt, 600 Ew. 


Feki⸗DOrden Gekiſado), in Japan, 1150 von dem 
blinden deti für Blinde geſtiftet u. von dem ſehenden 
Kakekigo treu verwaltet. Der Kaiſer von Japan 
fuchte nach dem Tode des Feli ten Kalekligo filr jeine 
Dienfte zu gewinnen, aber diejer wollte einem Feind 
Felie nicht dienen, riß fich baber beide Augen aus u. 
fendete dieje dem Kaifer. Zur Erinnerung diefer That 
Riftete nunder Kaifer ſelbft einen. filr Blinde, die er 
breitete ſich ſchnell aus u. ift Über das ganze Reich zer- 
freut. Die Mitgliever bleiben im weltlichen Stande 
u. ernähren fich zumeiſt von Mufilmachen bei Hofe 
ob. bei Weierlichleiten. An der Spitze fteht ein Ge⸗ 


neral (Oſiolf), deſſen Refidenz immer in Diialo | 


iſt u. der tie Geſellſchaftskaſſe führt; ihm zur Seite 
fieben zehn Räthe (tie Eim-Ra), unter melde 
wieber in ben einzelnen Provinzen Brovinzialpäter 
(Kengios) geflellt find. Die Kleibung ift weltlich, 
aber nah Rang u. Mürbe verjchieben, fo tragen 

8. die Mukwans (d. h. Das niedre Voil unter 
ihnen) keine Hofen, während bie Kengios Jange 
Hoſen haben, 

Fel flat.), die Galle. 

laniche, fr ». w. Falaniche. 

länir, Stadi auf der Oſtküſte ber ſpaniſchen 
Injel Mallorca; Viehzucht, Weinbau, Braun 
weinbrennerei; 6000 Ew. 


Feiſtzeit bis Felb 
Feiſtzeit, Zeit, wo das Wild am feiſteſten if, | 


Felapton, ber 2. Schlußmodus 
wo ber Oberjat allgemein verneint 
allgemein bejaht, der Schlußſatz beic 

Felatbs. Bolt, fo v. wm. Foulah 

Felbach (Behivay), Marktflecke 
Kannſtatt des württembergiſchen Ne 
Feldbau, Viehzucht u. vortrefflichem 
terer vorzüglich in ten ſogenannten 
daher Fellbacher Laämmier; Fabrik 
Wein; 3000 Ew. Im Jahre 17 
bier _da8 Hauptquartier Des Eı 
von Ufterreich. 

Felbe (Beiber, Seldinger), Weid 


alba. 

Felbel, fammetartiges Zeug, I 
(Wolle, Kämelhaar, Baummolle) u 
nengarn;- wird zum Unterfutter, 
Kragen (bef. von Mäuteln), Diügen 
braucht; e8 gibt einfarkigen (bei. ich 
ten 2. Der Seiden«%. dient jetz 
abmung der Filzhüte (Keibeihüte, 
Winter⸗F. eine Sorıe febr Dichte 
des Pelzwerkes zu Futter gebrautt. 

Selber: Zauern(Beiber- Tau 
joch in Tyrol, ein Theil ter Tauerr 
jeiben führte ein beſchwerlicher Sau 
nad Mitterhill in Salzburg; auf t 
das Felbertbal, worin Der Felberbach 
einen Waſſerfall bildet, den Felberſ 
in den Inn mündet. 

Felbiger (Joh. Ignaz), geb. 17 
wurbe 1758 Prälat, verbeferte 
Schulen Sclejiens, wurte 1774 | 
taldirector des öſterreichiſchen Schu 
dort bie Tabellenmerbore 1Belbigı 
ein, gab viele Schulbücher u. Kate: 
u. fl., jeit 1732 entlaſſen, als Prepj 
fiftes in Presburg 178. 

Felch (Aeiben), Fiſche, fo v. w. 

Feld, 1) ter Ibeil Des Yander 
Pflug bearbeitet wird, in Gegenjapv 
ben u. Helzungen. Der Werid deſſelb 
befieren od. ſchlecbteren Beichajfenb 
ber Lage nad) Der Himmelegegen 
von Wirthſchaftsgebäuden at; vgl. 
2) ein ebener Theil Der Erdoberflaͤd 
außerhalb der Städte u. Dörier; 
eine zur bergmännifchen Nutzung ab 
Landes; in jo fern ed noch nicht bet 
es unverrittes, unerfchürfte 
Gewerkſchaft zum Bebauen verlie! 
bei Berzgimmerung eines Schade I 
ſchen 2 Jöchern; 7) (Bauf.), jo x 
eine etwas vertiefte, mit jchmaler ( 
edige od. frunmmlinige Fläche, an 
decken) u. Wänden (Aelderwäuten?, 
lung od. Gypebewurf cd. nurgemal 
lungen auf den Spierbretern, meld 
unterfhieten fint; 10) an eine :ı bi 
der Raum zwiſchen den Reifen; | 
heil eines Ranıına; 12) (Wuchb.), 
auf dem Nüiden eines Bücherdande 
(Zomus-) F, auf melden ter Bi 
Bändezahl angegeben iſt; 13) (Her 
worin eine Wappenfigur erfcheini 
deſſelben muß beim Blajeniren zue 
den; 14) Yanges F., ifi der ver! 
Kanonenrohre; 15) jo v. w. Geſid 


Felda bis Feldeintheilung 19 


Avers m. Revers einer Münze in- | tril, 1841; er gab auch ben Cornelins Regos, Hei 
vaſſung od. Umſchrift; 17) eine Ab⸗delb. 1528, beraus. 
eſichtopfeifen ber Orgel, wenn fie in | —A ſ. u. Befeftigungstunft. 
teben. eldbeifuß, Untergattung der Fflanzengattuntg 
itzchen im weimarſchen Kreis Gife- | Artemitia, ſ. d. a. 
jt im füblichen Tbeile des Kreiſes auf Weldbeil, ein von ben Trupren getragenes 
üntet öftlich von Vacha in bie Werra. | Beil, das zum Helzfüllen, zur Bereitung des Bi⸗ 
‚Tv v. w. Kleinblätteriger Aborn, |. | vouacofeuers u. zu üblicher Venutzung bient. 
heitabernfäure, von Schnerr im Safte | Feldberg, 1) Amt inı Großerzogchum Diediene 
6 unterjdhieten, wahrſcheinlich mit | bury- Ztrelig, 35 Ortſchafteu; 2) Dartifleden 
itiſch. darin, am Weldberger Bee; Anıtefig; 510 Ew,; 
r, iſt Rumex acetosella. 3) der höchſte Berg des Schiwurzmaltes im badi⸗ 
efe, Apparat von Arzneimitteln, wele : fchen Tberrheinkreiſe, nördlich bei Todtnau; ber 
12 rüdente Truppen mit fi führen. , ſchwer zu erfteigende Gipfel bat 2 Stunden im Um⸗ 
n3 beiergt ein Feldavotbeker, Die Bc- | fang u. wird zur Weite benugt, mo er holzlos iſt; 
bi nach Der Beldpharmafopde. iſt 465U Fuß hoch; 4) zwei Berge res Taunus in 
‚'. u. Feldſyſteme. Naſſau; ter Große F, der hechfte Puntt tea Tau⸗ 
erie, I. u. Artillerie I. A). nus, ifi 2606 (27249, Fuß becb, mit tem Brune⸗ 
Rart:fieden an der Raub u. Haupt» | hildenſtein, einem greßen Cuarzielien; auf dem 
eamizen Bezirkobauptmannſchaft im | Gipfel ftebt ein dreiſeitiger Ztein, tie Grenze 
ie Gratz: 800 Ew.; hatte ehemals | naſſauiſchen, befien-benikurgiihen u. franffurter 
Rus, Tabor genannt. Gebietes bezeichnend, das bier zulannenerifit; Der 
‚Te v. w. Brachpieper. Kleine F., liegt von Ba ſüdweſtlich nach König⸗ 

nA, die zum Backen bes für eine | ftein zu a. it 2495 (2523) Fuß hoch. - 
en dredes in ein Korps erganifirten Feldbett, Bettgeſtell, welches fich bequem zum 
nt den nötbigen Buddien u. Geräth⸗Transport zuſammenlegen läßt; zum Gebrauch für 
egebört zu Dem Magazinweſen einer | Offiziere im Felde. 
‚möhnlichh von einen Proviante eldbiene, fo v. m. Waldbiene. 

izt u. beftebt aus QBadmeiftern eldbinde, jo v. m. Schärpe. 
"über mebrere Xfen), Oberbädern Iphlatterfchwamm, fc v. m. Ihampignon 2). 
remen Cien) u. Seldbädern, Bäcker⸗ Idcapelle, bei ten Katholiken tie zum Go:» 
ert em gehören nech Maurer zur Er- | tesdienft während des Kriegslagers nötbigen Dinge, 
Ifen, Beidbadöten, zur F. Die %. | ald Jeldaltar (tragbarer Mitar), beilige Gefüge 2c. 
ih ter Armee 3—5_ Dil. entfernt, eldeichorie, ıft Cichorium Intyhus. 

fiehn Bleibt, ſogleich Ofen auf u. fer- eldeompaß, fo v. wm. Bouſſole. 
en Bredbedarf iür das Heer. Keen eldeyprefle, it Ayuga Chamaepitys. 
? im 14. Jabrh. bei ten Kriegen elddiebftaßl, f. Feldjrevel. 

von Enzland ver, ben bfeibenten elddienft, 3) im mweiteften Zinne aller Dienft, 
egte aber erit Karl V., als 1546 der | der von den Truppen zur Erreichung des Kricgy- 
€ Krieg ausbrach; am bäufigften fa- | zweckes gerban werten muß; öfter beichräntt man 
im 17. u. 38. Jabrh. zur Anmen- | jetckh dieſen Begriff u. veritebt darunter 2) im 
Kriegen feit ter Franzöſiſchen Revo⸗ engeren Einne vorziigli Den Vorpoſiendienſt, danu 
e mian ſich jedoch jaſt ausjfchließlich auch ten Dienſt auf Märichen, im Lager, bei 
nsivftems zur Beiharjung tes ‘Pro- | Transporte zc. 
: 4512 fübrte Die jranzöfiiche Armee ee aseihen, ſ. u. Kriegsbentmüngen. 
He nach Rußland wieter &-n mit fich. elddreffur (Jagdw.), Die Drefiur des Hübner⸗ 
gefelgert worten war, Daß Fen un- | Bundes ıf. d.), welde der Stubentreflur nachiolgt 
» war man offenkar tın Irrthum, ala | u. im freien Felde zur Abrichtung für bie Jagd 
enigften® find fie gemiß unentbehr: | vergeneımmen wird. 
n, teren Schauplat wenig cultivirte Seite Fluß, fo v. w. Felda. 
ebaute Läuder find, ed. in allen Fäl⸗ eldeintbeilung , befteht darin, daß eine ganze 
r Krieg an einzelnen Punkten fichen | Flur mit regelmäßigen Flurwegen durchſchritten n. 
die Armeen noch heute, wie ehetem, | allen Grunkjtüden eine iulche Form gegeben wird, 


ung von Fen angemiefen fein. Laß fie auf zwei entgegengefepten Zeiten an Feld⸗ 
tie. To v. w. Batterie 2). mege ſtoßen, buß unregelmäßige Formen ver 
fo v. w. Aderbau. Ader ganz wegfallen, daß tie Zabl ter Aderflüde 


j(Felix Sebaſtian), geb. 1795 in | möglihft vermindert wirb u. umfaſſende Flurwege, 
urde 1820 Lehrer in Donauelchingen, | Graben u. Raine bejeitigt werden, daß Abzugt⸗ 
x am Lyceum zu Raftatt, Ipäter Di- | gräben auf Koflen Ler Gemeinde bergeftellt u. bie 
eum zu Heidelberg u. 1850 Diitglieb | neuen Flurwege auf das befie hergeftelt u. unter- 
zii badnijchen Oberfiutienratbes. Gr | halten werden. Der Yauf ber alten Grundflücke, 
Aulen): Griechifche Bruminatit, Hei⸗ wenn dieſe nicht natülrlicb abgegrenzt find, wird 
Aufl. 1545; Lateiniſche Grammatik, | nicht ſeſtgebalten, vielinehr bie Zabl der einzeluen 
; Kleine lateinifhe Gramnıatil, ett. | Aderfilide nıöglihft vermindert. Die Befiger meh⸗ 
552; Kleines Iateinifches Wörterbud, | rer Parzellen in berfeiben Lage u. Flur werten 
‚3. 8. Deitelb. 1845; Griechiihe | möglich Jufammengelegt; Theilung einer auf den 
,5.9., ebd. 1851, u. Auswahl aus | Weg flogenten Parzelle kann in der Breite des 
aorphoſen, ebd. 1835; Deutiche Wer | Grunpftüdes fo lange geiheben, als dadurch dem 


170 


Nachbar kein Schade erwä 

aber, in Folge welcher das Grundſtück nit noch au 
wei Sciten an Flurwege ftoßen würde, darf nicht 
attfinden. 

Feldequipage, alle Gegenflände ber Kriege- 
auerilflung, deren ſowohl ganze Arıneen ale auch 
einzelne Perfonen im Felde bedürfen. Dahin ge- 
hören der Tornifter, das Koch⸗ u. Trinkgeſchirr, 
Beile, Schaufeln, Haden, die Proviant-, Batronen- 
n. Krankentvagen mit Zuggeldirr; oft auch Zelte 
u. beren Einrichtung an Tiſchen, Stühlen, Betten. 

Felder, Franz Karl, geb. 1766 in Möreburg; 
war geiftlicher Rath u. Pfarrer in Waltershofen bei 


Leutkirch, auch ein Jahr lang bifchöflicher Commiſſär 


u. Regens des Priefterfeminars in Möreburg u. fl. 
1818; ergab das Kleine u. das Neue Magazin für 
katholiſche Religionslehrer, 1806—12; Literatur⸗ 
eitung für katholiſche Religionslehrer, 1810—16, 
— u. ſchr. auch: Gelehrten- u. Schriftfteller- 
lexikon der deutſchen katholiſchen Geiſtlichleit, Laudsh. 
1817—22, 3 Bde., von Weitzenegger fortgeſetzt. 
AR fo v. w. Adererbie.t. u. Erbfe. 
Ideferfee (Beldeferfee), Bergſee bei dem 
Dorfe Beldes (init Schloß) in Krain, 1 DI. laug, 
4 DU. breit; in demſelben fteht eine waldige Inſel 
mit einer Wallfahrtslirche; er fließt ab zur Wochei⸗ 
ner Save. 
Feldetat (Beidfup, im Gegenſatze zum Friebens⸗ 
etat, ber Zuftand von Truppen auf bem Kriegefuße. 
Idfin?, fo v. w. Selbiperling, |. n. Sperling. 
eldflaſche, Trinkgeſchirr der Soldaten, eine 
ne von Blech od. von Glas u. mit Korb über- 
uchten ob. mit Leber überzogen, welche an einer 
Schnur od. an einem Riemen über ber Schulter 
gelragen wird. 
Felbflöte, 1) fo v. w. Querflöte; 2) fo v. w. 
Bauerflöte; 3) eine Orgelftimme, ſ. u. Orgel. 
——— fo v. w. Feldtaube. 
eldfortification ( Feldbefeſtigungskunſt), ſ. u. 
Befeſtigungekunſt. 


eldfrevel, jede boshafte od. muthwillige Be⸗ 


ſchãdigung ob. Entwendung, welche an ben auf dem 
Felde ſtehenden Früchten begangen wird. Das ge⸗ 
meine. Criminalrecht enthält darüber die Beſtim⸗ 
mung, daß, wenn Jemand bei Tage etwas Unbe⸗ 
deutendes an Früchten auf ben Felde entmwentet, 
er nur bürgerlih, nach Ortsgewohnheit beftruft 
werben fol. In gleicher Weile beſtimmen auch die 
neueren Eriminalgefetzbücher für die Entwenbungen 
von gauz geringen Ouantitäten, bef. wenn es bubei 
auf numtttelbaren Genuß abgefeben ift (Munbraub), 
nur polizeiliche Strafen, melde auch meift nur auf 
Antrag des Beftohlenen eintreten ſollen, worliber 
bie Feldpolizeiorduuugen gewöhnlich das Nähere 
enthalten. Bebingung tft indeffen babei no, daß 
keine erſchwereuden Umſtände vorliegen, als melde 
bef. die Verübung zur Nachtzeit, Gebrauch vou 
Sichel u. Senje, Gewaltanwendung ꝛc. betrachtet 
zu werben pflegen. Liegen aber bieje vor, ob. er⸗ 
reicht der Werth der Beſchädigung einen höheren 
Betrag, ob. wurbe die Entwendung nicht blo® zum 
unmittelbaren Genuß, fondern vielleicht zum Ber: 
kauf, Anfamndung eines Vorrathes u. dergl. be- 
gaugen, fo tommen bie gewöhulichen Strafen wegen 

tebflabl®, zuweilen fogar mit Rüdficht daranf, 
daß die Feldjrüchte nicht immer genau bewacht mer- 
den lönnen u. besäutb unter ben befonberen Schutz 


Felbequipage bis Feldgottesdienft 
s eine ſolche — | bes 


Geſetzes geftellt werben müfl 
Schärfung zur Anwendung. 
eldgalopp, der natürliche Galı 

des, welches links anfpringt; ba 
galopp, wo es rechts anfpringt. 

(dgarbe, iſt Achillaea Mille 

Idgeflügel, Vögel, bie ſich auf 
halten u. brüten, ale Rebhühner,“ 
hen ıc. 

Beldgendarmerie, Abtheilung 
weiche einer Armee zur Handhabu 
polizei in das Feld folgt. 

Idgerathe, jo v. w. Adergeräl 
—58 ber Heinen Jagd tı 
eldger tigkeit, 1) der Ge 
einer Felduiark; 8) das einem F 
Servitutredt. 
Bela t,fo N w. er 
geichlenpe, fo v. w. Fel 
EN 1) früher, vor G 
Uniformen, Erfennungswort im Tre 
en riefen Alala, Alula; bie Röme 
(ſchlag⸗ſchlagl); die alten Deutichen fı 
bitus (j. d.); bei den griechifchen K 
Ehriftebortheil (Chriſtus Hilft): 
fahrern deus vult (Gott will es) 
deus! (hilf Gott!); bie Franzoſen 
joyedeSt.Denys, die Spanie 
die Engländer SenctGeorg,®i 
Dreißigjährigen an Gottmit 
ten rufen noch jet Allah Esmil 
die Hauptftadt des Landes, für bie ı 

., oft hatten auch die befonberen 

eeres beſonderes F. u. Die ganze 
meinschaftliches. Die Franzoſen erm 
jest durch en avant! u. die Au 
Böller rufen Hurxah bei ihren Ang 


| in Kriege ob. bei Übung des Felvdi 


fonenname, welchen die bes Nuchte « 
nenden Truppenabtheilungen, fo wi 
len u. Borpoften zum gegenfeitige: 
zeichen haben. Das F. wird jedem 
daten gegeben, dagegen bie Buro 
ein Ortoname) nur ben Gefehlshabe 
Boten. Un jene wird im Kriege 
den Borpoften aulommente Soldat 
Truppe gefragt, um dieſe ur ber 
einer Abtbeilung. Ein brittes Erken 
noch die Yofung, gewöhnlich ein D 
wenn bieje® zwiſchen ben fich beyeg 
lungen gegeben ift, nähern fie fich ein 

. mit leifer Stimme zu geben, da; 
lichft vor Leu Feinde geheim gehalteı 
Mit F., Parole u. Loſung wird in 
Tage, wenn man ſehr nahe vor dei 
auch öfter u. wohl in einer Wacht € 
wechſelt. 

Weldgefchüß, leichtes Geſchütz, w 
artillerie führt; 6Pfünder, 8«, Yo u. 
u. opfündige Haubitzen. 

— worne, ſo v. w. Feldſch 

eldgeftange, ein auf freiem Fell 
—— 

Felbdgewaltiger, früher Pcoſuß 

Feldglocke, jo ». w. Galgen. 

Select Affe, fo v m. Gehörnt 

elbgotteödienft, Gottesbienft i 
einer Truppe gehalten. Die Solda 


Seldgratificatien bie Jeldtuchen 


tegimentsweile in tiefen Colonnen ein | 


m gehörigen Zwifchenräumen, in befe 
‚Zrommein od. mit einem befonberen 
ıgeltprebiger ein Feldaltar errichtet if, 
sch dem Ritus der Armee den Gottes» 
Die Truppen babeu bierbei das Ge⸗ 
‚ bie Fahnen ſtehen zu beiden Eeiten 
te Muſikcorpe vertreten die Stelle ber 
eiten den Gelang. 

Kcation, eine Summe Geldes, bie 
ı u. Beamten in mehreren Heeren ge» 
mit dielelben fi Dafür bei dem liber- 
an Friedensſtande zu tem Kriegsetat 
hen Ausrüftungsgegenftänte beichaf- 


tmann, ein veralteter Austrud, ehe⸗ 
tlich in Den Armeen ber Deutfchen Kai- 
‚ber eberften Vefeblohaber ber Armeen. 
eng, ein Hebezeug, das bie Artillerie 
führe, um ſchwere Laſten zu heben u. 
. 88 beflebt aus tem Geftelle, der 
u Flaſchenzuge u. ift fo conftruirt, Daß 
ma bie gewöhnlich zu bewegenden Laften 


Baneıı. 
Am. w. Voyelberb. 
RR, der cherfie Befeblebaber eines Hee⸗ 
ich Vertreter ber böchſten Etaatb- 
tere ſowobl als gegenüber tem Feinde. 
Adie mit Gewaltmitteln durchgeführte 
sarah die Stellung tes F. den Staats⸗ 
speenfübrer in ſich vereinigen. 
h, Art der Dattung Lithoſpermum, f.d. 
Friedt. Aug., geb. 1800 in Ciberfelb, 
eidelberg Theclogie, wurde 1825 Iu- 
riger in Nymwegen in Solland u. 1830 
ꝓperfeld im Wupperthale, wo er 1846 
: Ehriftlihe Gerichte, Barmen, 1840, 


‚ Berg in ter Nähe von Jöhſtadt, 
m bem Meere. 

em aus hoben Bäumen beſtehendes 
. den Kelbern: beficht es mehr aus 

beißt es Fetdbaſch, Lrönt eu einen 
zt Liefer Aeldkeyf. 
‚1) Perdix Jiriss., Gattung ber 
eigentlihen Kübner; Schnabel kurz, 
Burzel nadt, ſtark nebogen, Naſen⸗ 
ibieffen, Kopf befiedert, Warzen um 
Hmanz niebergebogen, kurz, Füße un- 
m paarmeile, frefien Getreide u. Ge⸗ 
er theilt fie in Francoline u. eigent- 
rg, Untere in a) Coturnix (Wach⸗ 
poren, gleich langer erfter u. zweiter 
; Urt: Gemeine Wadtel (Cor. 
as. Teirao coturnix 2. ).f. Wachtel; 
Rebhuhn), erſte Schmungfeber fürs 
peite, obne, ot. Dad Märchen mit 
m, Schnabel u. Beine grau (Sıarna 
sth; Arten: Gemeinesch.@raues 
’. cinerea s. Tetrao Pertdix L.), 
(P rufa s. rubra), Steinhuhn 
saxatilis), f. Rebhuhn; e) Fran- 
rancelin), mit längerem, ftärferem 
r außgebreitetem Schwanze u. meifl 
Zporen; Gemeiner Srancolin 
0. Tetrao Francolinus L., Fr, 
s. Fr ceylenensis u. a.; 8) im 
n ſo v. w. Rebhubn. 


171 


Feldfäter SGlurſch A 9), der von Obrigleite 
wegen um Schutz der Feldflar beſtellte Mann, |. =. 


polizei. 

eldjäger, 1) ehemals bie Begeihnung für bie 
mit Blichſen bewaffneten u. beſonbers für ben Felb⸗ 
bienft errichteten Gorp6 von Scharfſchützen, 3. B. 
Tyroler F., pfalybaieriiches Feldjägerregiment. 2) 
Reitende F., in Preußen ein 1740 von fyrieb- 
rich d. Gr. errichtetes Eorps, weldhes tie Beßim⸗ 
mung bat zum Courierdienſt verwenbet zu werben 
n. fi lediglich aus Forſtleuten recrutirt ; in Würt⸗ 
temberg übt ein ähnliches Korps ben Armeepolizei⸗ 


dienft 

—58 ſ. u. Kamillen. ei 

anzlei, fo v. m. Kriegelanzlei 

(dkerze, fo v. w. Rönigelerze. 

(dfefiel, Geſchirr, worin im Felde gelocht 
wird, gewöbnlich ein mit einem el u. Denkel 
verfehener blecherner Topf, welcher auf dem Tor- 
nifter mit Riemen befeftigt wird. 

Feldkirch, 1) Bezirk des tyrsler Kreiſes Bre- 
gem; 8,08 OM., 39 — 40, u00 Ew.; 2) Stadt u 

esirlsort darin an der YA, einſt der Schlüſſel Iy- 
rol® von biefer Seite, überragt von dem alten 
Schloß Schattenburg; Sig eines Weihbiicdhofs, 
Kapusinerfiofler, Oberjalgfacterei, Gymnaflum, 
Hauptſchule, Hofpital; Kabrilation von Band, 
Baummollenzeugen, Holjwaaren u. Kirichmwailer, 
Maihhinenbauanftalt, Rupferkammer, Blodengie- 
Berei, Weinbau, Speditionshandel; 2300 Em. Bier 
am Paß von %. im Franuzẽfiſchen Revelntiene- 
hrieg, am 23. März 1799, unentſchiedenes Gejecht 
zwiſchen den Franzoſen unter Ondinet u. Maſſena 
u. den Oſfterreichern umer Bote u. Jellachich; am 
15. Nov. 1505 Gapituletion des öfterreichiiden Ge⸗ 
neral® Wolfelehl mit 6000 M.; 3) (Beidkirden), 
Marktflecken am Tiebelbad in Kärnten, Eifenmerte, 
Bad, Lorffiih, Flachsban u. Flachthandel; dabei 
Auinen des Schloffes Dietrichſtein. 

[dElippe, eine Art Nothmünjen (ſ. b.). 

Idfnoblaud, ift Alliam Scorodoprasum. 

Id£oßl, 1) (Brassica campestris), eine Kohl. 
art, od. nach And. nur eine Barietät von Br. Rapa, 

ewõhnlich Eommerräbfamen genaunt (f. u. Näb- 
men ; 2) it Raphanus raphanistrum. 
Feldkrähe, 1) fo v. vo. Rabenträhe; 8) (Corrv. 
frugilegu:), fo v. w. Saatkraͤhe. 

Idfraut, iſt Fumaria officinalis. 

eldErefle, fo v. w. Wieſenkreſſe. 

Idfreuze, bölzerne od. fleinere Erucifige, die 
in latholiihen Ländern an Kreuz⸗ u. Feldwegen 
ſtehen u. vor denen vorübergebente Männer unter 
Entslößung ter Häupter, Frauen unter Kniebeu⸗ 
gung ſich beireuzigen. 

(dEruder Höhe, einer ber höchſten Punkte 
bes —— —* Ne in ber 
gro oglich Heifi rovinz Cherheflen. _ 

Erg Kochapparate ber Soldaten im 
Felde. Sie lamen zuerſt iu den Revolutionslriegen 
vor; ber Graf Rumford hatte hierzu eine befondere 
Art vierediger Rochkefiel confruirt, bie auf einen 
Rofte lagen u. zur VBereitung der Speiſen für 250 
Dann benußt werben konnten. Nach einer neuen 
Erfindung Rumforte konnte aud im Fahren ge- 
tocht werben. Untere %. find die von Kuromaly 
für die preußiſche u. die von Bincenz ball’ Aglio, 
Menagetraim genannte, für die öſterreichiſche 
Armee conftruirt. 


172 


Feldkümmel bie Feldpoſt 
Feldkũmmel, 1) (Thymus serpillum), ſo v.w. [ 


Feldmaß, das Längenmaß zur Bi 


Quendel; 8) (Carum carvi), Gemeiner Künme Duadratinhaltes von Ländereien, f. ı 


Feldkunſt, Maſchinen, durch welche das Wafler 
ans den Gruben geſchafft wird; dazu gehören 
Pumpwerle, Roßkünfte, Paternofterwerle, Feld⸗ 
gelang 2C. 

F dſtangen, fo v. w. Kunſtſtangen. 

ldlaboratorium dient dazu, um das bei einer 
im Felde ftehbenben Armee nothwendig werbende 
Ernftfeuerwerk zu fertigen. In einzelnen Staaten 
beftehen zu der Anlage ber Feldlaboratorien foge- 
nannte Raboratoriencolonnen. 

[dlager, fo v. to. Lager. 

eldlattich, ift Lactuca scariola, 
Feldlaufer, fo v. w. Feſtſchnäbler. 
—A ſ. u. Hoſpital. 
eldlerche, 1) jo v. w. Gemeine Lerche; ®) fo 
v. w. Brachpieper. 

Idlilie, iſt Lilium Martagon. 

Idlogen (Freimaur.), Logen, die (wie noch 
bei der preußiſchen Armee in dem Feldzug 1813) 
während der Kriegszeit von beſtehenden Logen für 
die ins Feld rückenden Mitglieder geſtiftet werden. 
Sie haben keinen beſtimmten Ort, doch übrigens 
gleiche Verfafinng wie andere Logen. Bei ber fran⸗ 
zöſiſchen Armee haben viele Regimenter eigene Lo⸗ 
gen (Negimentslogen), bie mit den Regimen⸗ 
tern ihren Ort wechſeln. 

Feldmann, Leopold, geb. 1803 in München von 
jüdiſchen Eltern, erlernte bie Handlung, widmete 
fi aber vorzugsmeife der Literatur. Da fein erftes 
Zuftfpiel, der Sohn auf Reiſen, 1835 mit Erfolg 
über die Bühne ging, entfchieb er fich völlig für bie 
ſchriftſtelleriſche Karriere, bereite den Orient u. 
war als Belletrift an mehreren Journalen thätig; 
1841 wurde das gengunte Luftipiel mit Beifall an 
der Wiener Hofbilhne gegeben. Bon nun an nabm 
er feinen ftetigen Aufenthalt in Wien, mo er als 
Zuftipielbichtee bald ein Liebling des Publilums 
murbe. Seit 1850 wirkte er al® Dramtaturg am 
Nationaltheater an ber Wien u. fhe.: Höllenlieber, 
1835 ; Driginalluftfpiele, Wien 1845—52, 6 Bde., 
neue Folge, Berl. 185556, 2 Bde. 

Idmanndtren, ift Eryngium campestre. 

Idmandver, Manöver, zu weldhem ein gro» 
Bes Terrain benntzt wird. 

eldmarbder, jo v. w. Baummarder. 

Idmarf, tie Fläche fämmtlicher, einer Ge⸗ 
meinde od. auch einem Landgut angehörender u. 
von einer beflimmten, mit Bäumen, Martfleinen, 
Gräben ıc. bezeichneten Grenze umfchloffenen Grund⸗ 
flüde; die Gemeinde bat auf ibr das Weiderecht. 
Zumeilen findet man bei einem Dorfe mehrere Sn, 
die außer ber Fruchtfeldmark meift von zerftörten 
Dörfern herrühren. An manden Orten Deutich- 
lands u. der Schweiz herrſcht noch bie Sitte, all- 
jährlich einen Umzug, der Grenze der F. entlang, 

u halten, damit von der Ortsobrigleit ber unver- 
nderte Zuſtand derjelben conflatirt werde. 

Idmarfdh, |. u. Marich. 

Idmarihall , ber höchſte militärifche Grad, 
oft mit beſonderen Vorrechten u. Auszeichnungen 
verbunden, 3. B. Befehle nur unmittelbar von dem 
Monarchen zu erhalten, nicht aus dem Dienft ent- 
lafien werben zu können u. a. m. Veldmarſchall 
ttentenant, in ter öfterreichifchen Armee ein General, 
welcher dem Generaflieutenant od. Divifionsgeneral 
ber andern Armeen entipricht. 


Feldmaud, 1) Große F., fo 
mans (Mus sylvaticus), f. ı. Maut 
F. (Hypudaeus arvalis), |. u. Wul 


Zeldmäufe (Arvicolae Lacep. 
eine Abtheilung der Nagethiere; bazı 
Gemeine Feldmaus (Hypudaeus, 
Echimys u. a.), Schlafmaus (My 
ſter u. a.; fpäter unter die Haupl 
(Maus) u. die Untergattung ber Wüb 

eldmeifter, fo v. w. Abteder 1) 

ldmeſſer (Geometer, Ger 

man Perfonen, welche fi mit ber ! 
Feldmeßkunſt beichäftigen. 

Feldmeßkunſt (Praktiſche 
Niedere Geodäſie), ehrt, wie m 
der reinen u. angewanbten Mathemo 
u. Größe von einzelnen Theilen ber 
beftimmt werten kann. Die Relultat 
werben auf Papier zu einem Bilde v 
ches bem gemefjenen Tbeile der Erdob 
ift, u. man nimmt dabei auf atmıini| 
nomiſche Zwecke befonvere Rücſicht. 
u. Weile des Verfahrens hierbei |. Ar 
Geodäſie. 


Feldmeßzirkel, ein Geräth, bar 
Meſſen von Entfernungen im ſchnell 
VBeihillfe anderer Perjonen geftattet 
Winkel nur vifiren läßt u., währen 
braudt wird, ale Stod dient. Di 
bat ganz die Geftalt eines Zirkels. 

Feldminze, ift Mentha arvensi: 

[dmobn, ift Papaver Rhoens 

Idmüblen, Handmühlen zum 

Gerreites im Felde. Sie tommen j 
Bigjäbrigen Kriege vor, u. nch N. 
bei der großen Armee 1812 folche M 
Rußland. Jetzt find fie außer Gebra 
eldmünzen, eime Art Noethmün 
eldmufit, fo v. w. Kriegsmuſik. 
eldnelke, ift Dianthus deltoi 
carthusianorum. 

Felboberft, 1) fo v. w. Oberft; 2 
neral der Kavallerie. 

Idpappel, ift Malva rotundi: 
eldpfau, fo v. w. Kiebit. | 
eldpolizei, bat den Zmed, di 

Diebereien u. Beichädigungen zu 
dazu bienende Seidhüter wirb gemöl 
Zeit ber beginnenden Ernte bis nar 
Beendigung derfelben angeftellt, doch 
Feldhüter für beftäntig, u. dieſe m 
leich die Flurordnung mit aufrecht 
* müſſen ſich vom 1. Apr 
ortwährend in ber Flur aufhalten, u 
pflichtet ſind, haben ihre auf eigene ! 
beftehenden Anzeigen volle Beweiskr 

Feldpoſt, die zu Beftellung ber 2 
Daten u. von denjelben an Verwandte 
Kriege errichtete Boft. Meift geben all 
frei. Sie werden bie an den Kriege 
meber mit der gemöhnlichen Bot befi 
erfi dort Durch Eftafette an Die Corps 
Courieren zur VBeftellung mitgegebei 
bat jete Divifion einen Seldnoftfecre 
meecorp6 einen Seldysfimeiller. Be 


Sefkubet ſich der — — 


* meiſt bei jeder 
inijions- [Brigade-) pre- 
liche Geelforger. Gewohnlich führt 
bei den Katholiken Feidſuperior) die 
e F. u. das geifliche Weſen bet einer 
‚wurden 742 auf dem 1. Concil zu 
u. dort item £ daß 


el, iſt Valerianella olitoria. 
it Fumaria officinalis. 


es an e der — 
„iſt Delphinium consolidum. 
wW. Klatſchroſe. 


bie Rübe. 
A Authe ale Längenmaß für Fel⸗ 


fon. w. Feldlattich u. Rapunzchen. 
‚Stadt, unmeit der Nordbahn, an 
a Mähren, im Bfterreihhiichen Kreife 
qherdaberge, Hauptert einer fürftlich 
nSerrichait: Klofter u. Hoſpital ber 
Brüter, fürftlides Schloß nebſt 
rien, Weinbau; 2500 Ew.; 2) Dorf 
‚jo v. w. Felsberg. 
*. Scabiosa arvensis. 
ede Berletzung bes Feldes n. ber 
* ae ee eine gute Po⸗ 
Die F. werden 
Se, —— .B. Feldmaäuſe, 
Raupen, Heu reden x. ey 
— u. boshafte Menſchen du 
alle, als: Hagel, Uberſchwemmun⸗ 
Gutsoerpacdhtungen muß im Pacht⸗ 
at werben, in wie weit bei F., na- 
Bild, Überfhrmemmung u. Krieg, 
38 zu fortern befugt fein fe. 
u, leichte, meift nur aus Erde be- 
gungewerte; zur Berflärfung u. 
a: — en Punktes n. dgl. 
ihrer Form a. Beftimmung Fie⸗ 
‚ Sunetten, Sternſchanzen, Brüden- 
Enfer u. Linien; vgl. Befefigungse- 


fo. 9. w. Barbier. 
e, f. u. Kanone. 
e, eine ſahrbare Schmiede, um im 
n Marſche die Reparaturen u. nothe 
* ſogleich verfertigen zu kön⸗ 
m Hinterwagen befinden —** 
Amnboß u. ein rn mit aD 
Beertzeuge u. Auewech⸗ 
Batterie n. jedes Cavalleries 


F. bei Ira 
fo u. w. Uderichnede. 
‚ verpflichtete Perfen, welche ald 
‚@erichtes zar Taxation ven Grund⸗ 
Ihgabe von Gutachten ald Sa 


tilleriſten das Feldgeſchũ 
ten, fo ungen vie 5 — — 


Bi u, lichtgrün, Inanı - n. ia; © 





MM 
⸗ obd. Laub⸗ 
— 


in *25 e —5* 
VFelbſchritt, ) A unre⸗ 

Sehri von Natur hat 
u. von der Weide mitbringt; er wird in der Reit⸗ 


babn durch ta6 Laufen an ter Longe zum einem re- 
gen | . chul ſchraͤtt umgewanbelt; 8) fe v. 


Beldfgügen, war ehemals a —* 








unft beſtand. 
enerwerker alle Se Sa da — —5*— u. 
unition anfertigen, bie Büchienmeifter muß⸗ 
ten N n. Belagerungsgeichiit betienen. 
[dfeäwamm, fo AR w. Champignon 2). 


Idfee, See im Amte Schönen bes babenſchen 


Oberrheinkreiſes, am öftlichen Fuße des Felbberges; 


er iM 13 Morgen groß, bat fchreärzliche® Wafler u. 
ſehr ante Tahsloreiien. fein Abfluß, der Seebad, 
flieſit oſtwärte zum Zititee. 
db wel in Sınapia arvensis. 

Welbfiedhe, jo v. m, Ausjägige, f. u. nt Y 

Feldipatb (Ortbotlas), 1) fehr verbrei 
Mineral, Eruflallifirt theile in furzen hombifehen 
Säulen ı. Tafeln, theile im kurzen fechefeitigen " 
Säulen mit bäufiger Swillingebiltung. De Kry⸗ 
ſtalle ſind eingewachſen ob. zu en vereinigt; zu⸗ 
mellen eriſcein er derb, in fein⸗ Bis gro rnigen 
Maffen, bat unebenen, mufchefigen or. fpfitteri Ivan nen 
Bruch m. Glas⸗ od. Perimutterglang; feine " 
iR — 6, fein fpec. Gere. 2,5; bie en bes 
fehr verfchieben, er ift farbloe, gelblich, grau — 2 
at, am 
eſteht aus 


far (Adular-.), Wii glängend, farbfo® od. licht 
efärbt, oft du g, hat zumeilen einen fchönen 
tſchein (Mon kein); findet ih im Granit n. 
©neuß in der Danphind, in den Alpen, am Monte 
Somma bei Neapel (FisRein, Eisfpath), am 
Beſuv x.; ur von brei ber größten Adulare bee 
ndet fi im Mufeum der Ulabemte ber Wiflen- 
haften in Petersburg; $) Sonnenflein (Avan- 
turin«%.), weiß ob. roth gefärbt, befitt einen eigen- 
tbämlichen ae na welcher von 
fleinen ri ber ae (ten Eifenglangblätichen 
— der . g von Archan⸗ 
am Bailalſee, auf 
riftiania in Norwegen; 
„Begmatelith), ver verſchieden * 
ärbt, —* undurchſfichtig, in Dru 
ob, eimeln au — Kroftallen, ber, einge» 
fprengt, mit blätterigem Gefilge; ngrünen 
5. ane Gibirien nennt man Wmazonenflein, 
ben farbenfpielenden aus Frederilsvarn in Norwe⸗ 
gen Mikr okl in. Der Gemeine J bildet die Grund⸗ 
maſſe vieler Afterer Geſteine, nementlich des Gra⸗ 
nite, Gneußes, Borphure u. Gyenits; bei. 
—* findet er zu un — 
iſcho n im Fichtelgebirge, a agatorrt, 
— ie Ein, an 
ben Ufern des Deiavare in la» 


17% Feldſpathgeſtemne 


jiger$.(Sanibin), graulichweiß, gran, bie Kry- 
falle oft ſehr riffig, glasglänzend u. durchſichtig bie 
durchſcheinend; er tritt häufig ale. Gemengtheil vie- 
fer Yaven, ber Trachyte u. Phonolithe auf; e) Feld⸗ 
ftein (Keintörniger u. Dichter F.), derb, 
hornfteinartig, verfchieden gefärbt, felten ganz rein; 
bildet die Grundmaſſe der meiften Porphyre (Feid- 
Tpatbporpbpre), des Granulits u. m. a. Gefteine. 
Der Monbftein, Sonnenftein, Eisftein u. Amazo⸗ 
uenftein werben zu Schmudgegenftänden verarbei« 
tet, ber reine F. dient al6 Zufat zur Porzellanmaſſe, 
zur Berfertigung von Glaſuren u. Email; der ver- 
witterte F. liefert einen fruchtbaren Boden u. dient 
als Kaolin zur Fabrikation des Porzellans; auch 
wird ber F. als Zuſchlag beim Schmelzen gewifler 
Erze benugt. 2) Aufgelöfter $. ift fo v. w. ver» 
mitterter 5. od. Kaolin; 8) Blauer F., fo v. w. 
Blaufpatb. 

Zeldfpathgefteine, Gebirgsarten, in deuen 
Feldſpath Die Grundmaſſe bildet, dahin gehören: 
Öranit, Granulit, Syenit, Oneuß, bie meiften 
Vorphyre (Feldipathporphyr), Laven (Feldſpath⸗ 
laven) 2c. 

Veldſperling, fo v. w. Bergiperling, ſ. u. Sper- 


Ling. 
Feldfpinat, ift Chenopodium bonus Hen- 
rıcuS. 
Feldſtecher, ein Heines aber ſtark vergrößern- 
des Beripectiv. 
Feldſtein, 1) ein Stein mittlerer Größe, mie 


er auf dem Felde gefunden wird, ohne zır beachten, 
zu welcher Gattung er gehört; 2) jo v. w. “Dichter 
Feldſpath. 


—RXS 1) fo v. vo. Feldgeſchütze; 2) Signal⸗ 
ſtücke der Trompeter bei ber Kavallerie. Nach ber 
Dlanier Des Blaſens unterfcheidet man: Abbruch, 
in langjamerem Tempo das Commando zum Ein» 
steden des Seitengewehrs bedeutend, u. Ruf, in 
ichnellerein Tempo, je nach ber Zahl der Wieder⸗ 
velungen der Tonfigur von verſchiedener Bedeu⸗ 
ung. Nach der Höhe der zu blafenben Töne wer- 
den die %-e als hohe u. tiefe Boften unterjchieben. 

Feldſtuhl, ein leichter Stuhl, welchen Difiziere 
im Selbe bei fich führen; das Geftelle ift ein dop⸗ 
peltes Kreuz, welches zufammengelegt werben kann, 
u. ftatt des Polſters if ftarles Leder aufgenagelt. 

Idfucht (Meb.), fo v. w. Ausſatz 1). 

(diuperior, f. u. Feldpretiger. 

eldiyfteme (Ackkerſyſteme, BWirth- 
Thaftsijyfteme), bie Cintheilung des Aderlan- 
des einer Wirtbichaft zur zweckentſprechenden Dün- 
gung u. Fruchtfolge ob. zur befieren Benutzungs⸗ 
weife. Dieje Eintbeilung ift verichieben nach Yage 
u. Beichaffenheit des Bodens, Abiat ber lanbteirtbe 
ſchaftlichen Broducte, Verhältniß der Wieſen zum 
Aderlande, Mangel ob. Überfluß an Arbeitern; fer- 
ner tritt der Unterfchieb bei den einzelnen F. darin 
hervor, ob man Brache hält od. ob eine alljährliche 
Benugung bes Aderlandes ftattfindet, ob Das Vieh 
im Sommer gereibet od. in dem Stalle gefüttert 
wird, wie die Früchte auf einander folgen u. wie 
fie angebaut werten. Hiernach entſcheidet es fich, 
ob bauptfächlich Getreide u. nur wenig Yutterge- 
wächſe, od. beibe in gleicher Ausdehnung od. ver- 
ihiekenartige Marktfrüchte mit verfchiedenen Fut⸗ 
tergemächlen in zweckentſprechendem Wechſel ange- 
baut werden. Auf diefen Grundſätzen beruhen bie 
verfchiebenen Arten ber J., bie man, je nachdem 


bis Jeldſyſteme 


bei ihnen Körner- od. Futterbau vor 
Körner» u. Futterbau zweckmãßig mit ei 
bunden find, in Felder⸗, Koppel- u. Jı 
wirtbfchaft unterſcheidet. So verfchiet 
5. find, jo müflen fie doch nach gewi 
gungen zufammengejett fein u. folg 
derungen genügen: a) der Boben mı 
Fruchtbarkeit nicht nur erhalten, fonber 
dem geringften Koſtenaufwand noch ge 
ben; b) das F. muß der Beichaffenbeit 
angemefien jein u. den böchfimäglichen 
liefern; c) das Berbältni des Anbaus 
gewächjen zu ben verfäuflihen Früchten 
das F. geregelt fein nach ter Tauglich! 
dens zum Anbau bes einen ob. anderen 
nach Maßgabe des größeren Reinertrag 
Aderbau od. der Viehzucht, nach de 
feii von außen wohlfeile Yuttermittel ; 
nah Maßgabe tes Bedarfs an Ding 
Pflanzenart muß durch das F. ben für 
fien Stanbort erbalten; e) das %. muf 
meſſene u. reichliche Ernährung bes | 
fihern; ſ) die örtlichen Verlehrsverhäln 
in Rüdfiht auf Arbeitscapital u. Abfa 
ducte gehörig berüdfichtigt fein; g) bi 
bie Arbeiten auf bie verſchiedenen 9 
möglichft gleichmäßig vertbeilen; by da 
aus den einzelnen Theilen ber Virchig 
ganifches Ganze bilden, ohne jedoch di 
rung unmöglid zu madyen, welche bie ; 
niffe möglich machen follten. Man tbeill 
A) In ZFelderwirthſchaft. Diefelbe & 
Umlauf 1 Jahr, in dem das Feld brache 
dur Pflug u. Egge tüchtig bearheitet r 
e8 zu der folgenben Winterfaat geſchickt gi 
Sb tie nad dem Brachjahre auf einund 
Früchte in Getreide od. anberen Gemäch 
ift Ten Man beftimmt die Daı 
lauf nach Der Brache u. hat Danach Di 
Sechs⸗, Achtfeiderwirtbichaft. Die Fri 
manım Brachſchlage anbaut, nennt man! 
u. eine ſolche Wirthſchaft jehr uneigentli 
wirthſchaft mit Bradebefönme: 
rend Doc Die Bearbeitung des Aderlan! 
gentheil vom Brachehalten iſt. Die F. 
lih mehrjährige Felderwirthſchaften. 
Größe des Brachfeldes, das alljährlich 
wird, wird bie Dreifelderwirtbfchaft zın 
Keunfelderwirtbichaft, wenn } ob. & de 
fümmert werden. Je nach der Zahl 
theilt man aber die F. gewöhnlich ein 
Drei, Bierfelderwirthfchaften. a) Zw 
wirthſchaft. Das Weſen berfeli 
barin, daß mit Winter- u. Sommerge 
mäßig abgewedjelt u. den Sommergetz 
eine Düngung zu dem Wintergetrei 
wird. b) Die Dreifelderwirthſch 
theilt fie ein in die reine u. in bie 
aa) die reine Dreifelderwirtbfd 
ihrer urſprünglichen Geftalt, außer ı 
niger cultivirten Ländern, nur felten 
Nah dieſer hält fie das erfie Jahr 
Brache, baut im zweiten Winter- u. 
Sommerhalmfrudt u. läßt Dann die ! 
berlebren. Dadurch entftehen die 3 flete 
ber wechſelnden Paar Brad, Winte 
merfeld. Regel iſt, daß alle 3 Zahre bie 
büngt werben foll, was ober nur dann 


Feldſyſteme 


m Ackerland eine große Fläche von 
en vorbantden iR um genug Futter 
sehrrendigen “Düngerprotuction zu 
s befommen.“ Kur in ſehr feltenen 
ie reine Dreifeirermirtbichaft einen 
en Reinertrag, u. desbalb Lonımt 
re jelten vor, jondern iſt Ib) Durch 
erte Dreifelderwirthſchaft 
pirchbihaft mit belömmerter 
ingt werten. Das Weſen derſelben 
B ?Larin, daß jämmiliches Ader- 
ser eingetbeilt if: Brach⸗, Win- 
verfeid, dech wird ter Brachſchlag 
rößten Theil mit Brachfrüchten, wie 
1, Rüben, Kerftebl. Qülſenfrüchten, 
en arırsaut. Der Weidegang auf 
fälle weg, es iſt Lafiir Zonmer- 
6 Rindviebe eingeführt Kaltes 
kalter, nafier Beben, wodurch reine 
zur, Belaſtung Des Bodens fün- 
Itermirsbichaft nethwendig machen ; 
$ ft fie ater nicht, weil bei ihr zu 
u ja werig tiehvurzeinde u. breit 
En canebaut werden u. dadurch der 
her wirt, verunkrautet u. erbärtet. 
serwirtbichaft bejitebt Darin, daß 
Idenand in 4 Aelder od. Schläge: 
kraog, Sommerung, Minterung od. 
geheilt ıfı; fie ſiebt der Dreifeider- 
st beiemumerter Brache mach. 
ppel- ı Zchlag- od. Wedlel-) 
unterſcheidet ſich dadurch, daß man 
zung tes vLandes zum Fruchtbau u. 
regeln:äßig wechielt, wozu ſämmt⸗ 
Grunkftüde in verſchiedene Abthei⸗ 
eilt werden. In Holſtein friedigt 
mit Fällen u. lebendigen Hecken 
L nennt fie Koppeln, jont aber, bei. 
‚Edlüge. Jeder Schlag od. Koppel 
e ven Jabren zur Weide u. Grae⸗ 
ch) darnieder u. wirt taın wieder 
bre um Fruchtbau Benny. Bei einer 
Haft können nörhigenfalle natürliche 
bien. Eie erfordert aber große vand⸗ 
rung berjelben von allen Servituten. 
iniſche Koppelwirtbichaft be- 
ehzucht, beſ. Rindviebzucht, mehr ale 
un; im neuerer Zeit ändert man dieſes 
‚nad Art ber zructmecielmirtbicaft 
'dienburgiihe Keppelwirth— 
je fih mebr tes Getreidebaues u. be⸗ 
bzucht nur als ein Förderungemittel 
Schläge ſind in Binnen- (Haupt-) n. 
läge) eingerbeilt, außertem baben bie 
u Wirtbichaften noch einige kleinere 
en: Hof-, Reben, Haus: ct. Kleelop⸗ 
Nach ver Beftimmung bieier Schläge 
auch Wieſen⸗ Weite-, Ader-, Bruce 
‘ Schlagerbnnungen ber bolſieiniſchen 
iſchen Birıbice ten variiren zwiichen 
12. Ulle Jahre wird ein Zclay, 
Beide diente, aufgebrochen m. mit 
befkellt,, fo Daß aljo tie Retatıen 
dauert, ale Schläge verbanten ſind. 
(de Koppelmwirihichaft begün⸗ 
eideban, ernährt den Biebftard im 
äftiger Weite, im Winter mit nahr⸗ 
u. begäuftigt namentlich die Haltung 


eines anfehnlichen Schaſviehſtandes, indem bei ihe 
ein ganzer Schlag mit Kartoffeln angebant wird. 

6) Die Egartenwirtbichaft od. Ebegar⸗ 
tenwirthſchaft. Die Zahl der Schläge (3—12) 
für Das Getreide gegen jene ber Futterſchläge if 
bald größer, bald Heiner, bald gleich groß, je nach⸗ 
dem Klima u. Boden Lem Getreide od. dent Gras 
mebr od. weniger zufagen. Bel. in ben böberen 
Yagen if die Hälfte des Umilauis dem Grasbau, 
die Hälfte Dem Getreitebau gewidmet. Bon der 
Keppe; - od. Schlagwirtbfchaft unterſcheidet fich Die 
nur in Hebirgögegenten in einer Höhe von 2000 
Fuß über der Dieeresfläche vorlommende Egar⸗ 
tenwirthſchaft dadurch, daß bei Liefer feine Vrache 

ehalten Tas Land öfter gedüngt u. daß fie auf 
ieinen Flächen betrieben wird. 

D) Die Grasmirtbfhaft, kommt meif nur 
in den böberen Bebirgsgegenden vor, mo Markt⸗ 
jrüchte nicht mehr geteiben, u. beflebt darin, daß 
jänmiliches Land abmechjelnd zu Wieſe u. Weide 
benutzt wird. 

E) Die Fruchtwechſelwirtbſchaft unter 
ſcheidet fi von der Felder⸗ u. Schlagwirtbſchaft 
dadurch, daß weder, wie bei jener, Brache in großer 
Ausdebnung, noch, wie bei dieſer, ein regelmäßiger 
Wechſel von Erae u. Früchten eingebalten wirb, 
fondern Laß kei ibr eine zmedimäßige Anfeinandere 
felge Der Früchte ftattfinter, fo Daß moınöylich nie 
zwei Gewächſe gleiiber Art, am mwenigften 2 Halm⸗ 
früchte hinter einauder angebaut, fontern zwiſchen 2 
Halmfrüchten cine Süllentrucht, Futter⸗, Knollen» od. 
Ribenpflanze eingeſchaltet wire, Die fich tbeils mebr 
aus Ammefpbäre u. Untergrund ernäbren, tbeild Dem 
Boden weniger von denjenigen Nabrungsſtofien ent» 
sieben, Die fiir Halmfrüchte dienen, tbeils den Hoden 
in einer ſelchen Beſchafjenheit surüdlaifen, dan eine 
Halufrucht mit Voribeil felgen kann. “Der Frucht⸗ 
wechſelwirth vertäbre felgendermaßen: a) unter 
Berückſichtigung Dee Umfangs der natürlichen Wie» 
fen räun er den Futteru. Ztrobpflanzen fo viel 
Fläche ein, daß ber Bedari an Futter u. Stroh bin« 
reihend gebedt ifl: by um ben erzeugten Dünger am 
zwedmäßigſten au werwenten, bringt er in friſch 
gebüngten Boden Bilanzen, welche Stickſtoff zur 
Bildung ihrer Erzeugniſſe bedürfen u. daher in ſol⸗ 
cher Stellung am beſten gedeiben; ſpäter baut er 
Halmfrüchte, Kartoffeln u. Rüben, welche vorzü 
Ih Stärkemehl u. Zuckerſtoff bilten. e) Damit 
eine Düngung möglichſt lange nachhält, ſchaltet er 
zwiſchen Den Halmfrüchten tieiwurzelude u. breite 
blätterige Pflanzen cin, weiche theilt die Vodentkraft 
(henen, theile Den Voden pbhyſikaliich verbeſſern. 
d) Um an Arbeit möglichſt zu ſparen, läßt er Früchte, 
welche einen ſehr lockeren Boden verlangen, nach ſol⸗ 
chen folgen, welchi ten Boden in einem ſolchen Zu⸗ 
ftande zurüdiaffen; ferner nach Pflanzen, weiche ven 
Boden verunkrautet. erhärtet, ausgeitrecknet zurüde 
laſſen, ſolche Gewäcdie, welche jene Febler verreſ⸗ 
fern. e) Da manche Pflanze nach gewiſſen anderen 
gut gebeibt, fo richtet ber Wechſelwirib die Frucht⸗ 
tolge auch hiernach ein, tie Beſchaffeuheit, in miele 
cher tie Vorfrucht das Feld zucüdiäße u. die Zeit, 
welche fie zur Werbereitung für bie nachfelgende 
Frucht verlangt, berüdfichtigend. Notbwendige Be- 
Dinguungen gu einer felbwirchfcaft find: Inte: 
fchränttes Bejigebum, jreı von allen Belaſiungen, 
frairooller, tragiähiger Boden, wohifeile Arbeit, 
binlänglidyes VBerriebecapital. Der möglich gıögte 


176: 


RReinertrag unter ben verſchiedenen Wirthſchafts⸗ 
verhältniffen wird Durch keine andere Benutzungs⸗ 
art volllommener u. ficherer erreicht, als durch die 
Fruchtwechſelwirtbſchaft. Beichaffenheit des Bodens 
u. locale Verhãltniſſe bewirken aber eben fo, wie bei 
den anderen Spftemen, große Verſchiedenheit in ber 
Sruchtfolge u. Eintheilung der Schläge. So gibt e8 
einen 4—15felderigen Umlauf. Bieljchlägige F., wo 
2 Halmfrüchte nach einanter, wohl auch Sommer- 
braden vorlommen, nähern fich ſchon ven futter» 
bauenben Felderwirthſchaften. In den feltenen glitd- 
lichen Lagen, wo ein unerſchöpflich fruchtbarer Bo⸗ 
den ob. zu jeber Zeit Dinger in hinreichenber 
Menge wohlfeil zu taufen ift, fann man 
7Freie(Fauſt⸗) Wirthſchaft führen. Sie 
bindet ſich an keine beftimmte Fruchtfolge, ſondern 
ergreiftden richtigen Augenblid, benutzt Die gebotenen 
Umſtände ſachgemäß, richtet fich nach den Kräften 
Des Betriebs u. ben Erforberniffen des Marktes u. 
Abſatzes, fett aber große Intelligenz voraus. Die 
Vorzuͤge dieſes Syſtems beftehen Darin, daß es die 
Nachtheile der anderen F. vermeidet, völlig unum- 
ſchränktes Gebahren erlaubt u. bei verflänbiger 
Ausführung den höchſten Ertrag gibt. Sie geftattet 
bie Anwendung aller neueren Erfahrungen u. Ber- 
befierungen, vermag jede Feſſel eines Nebenbe- 
trieb8 abzumwerfen, fich ſelbſt von der Biebzucht ganz 
unabhängig zu machen; fie nimmt keine Rückſicht 
auf ven Wechfel zwiſchen verbejlernden, fchonenden 
u. ausfaugenden Gewächſen, fordern baut mehrere 
Jahre hinter einander auf demjelben Feld viefelbe 
Fruchtart fort, welche bie lohnendſte iſt. Am vor- 
theilbafteften ift Die Fauſtwirthſchaft da zu betreiben, 
wo ein großer Düngerzuihuß von außen fo wohl⸗ 
feil zu beichaffen ift, wie er nicht im inneren Be⸗ 
triebe erzeugt werben kann, aljo in der Nähe gro- 
fer Städte, Fabriken, Atdedereien, des Meeres. 
Guano, Knochenmehl u. antere cencentrirte Düng- 
mittel geftatten aber auch jonft überall Die Ausfüh- 
rung diejer Wirtbichaftsmeife, bei welcher der Boden 
nicht erſchöpft, der Werth der Wirtbichaft nicht ver- 
ringert, bie Rente nicht herabgebrüdt werben barf. 
Auch kommen Übergänge von einem %. zum an⸗ 
beren vor. Am häufigften kommt ter Übergang von 
der Dreifelderwirthſchaft zur Fruchtwechſelwirth⸗ 
{haft vor, er ifi aber weit ſchwieriger, ala ber UÜber⸗ 
gang von der Koppelwirthſchaft zur Fruchtwechſel⸗ 
mirtbfchaft. Ohne einigen Rückſchlag in der Nente ver 
beiden erften Sabre ijt ein Übergang allerdings nicht 
zu bewirken, derjeibe ift aber ziemlich zu vermeiben, 
wenn man den llbergang jo ſchnell als möglich macht. 
au auf bit ed hbauptjächlich anlommt, find: 
röße der Ader- u. Wieſenfläche, Tage ber Grund» 
ſtücke, natürliche Beihaffenheit Des Bodens, Eultur- 
u. Düngerzuftand befielben, Berbältnifi bes Nderlan- 
Des zu den Wiejen, Düngerbebarf, bejtebende Wirth⸗ 
ichofteverbättnifie Bal. 9. Schubartb, Über Felb⸗ 
wirtbfhaftzeinrichtungen 2c., %pz. 1804; W. U. 
Kreyifig, Ckonomiſche u. phyſikaliſche Beleuchtung 
der wicdhtigften Feldbau⸗ od. Wirthſchaftsſyſteme 
Europas ac., £p3. 1833; v. Schönberg, Zuſammen⸗ 
ſtellung u. Vergleihung einer Dreifelderwirthichaft 
u. breierlei Wechſelwirthſchaften, Lpz. 1836; Dieb, 
Zeitgemäße Anderung in ben beftchenten Wirth- 
ſchafisſyſtemen, Brünn 1836; Bode, Einführung 
ter Schlagwirtyichaft ftatt der Dreifelderwirthichaft, 
‚2p3 1835; Schweitzer, Pre ic hr ng 
ebd.1839; Schmalz, Anleitung zur Kenntniß u. 


Feldſyſteme bis Feldwachen 


wendung eines neuen Ackerbauſyſtem 
Berolla, Neues Ackerbauſyſtem, Baden 
Schreiber, Grundzüge zu einer Theor 
ſchaftsſyſteme, Anclam 1846; Linfon, 
zum Übergange aus der Dreifelder 
die Fruchtwechſelwirthſchaft. Norbi 
Heife, Der Achtfelbermwirthichaft Ni 
tbeile, Neu-Ruppin 1847; Göritz, Di 
berg üblichen Feldſyſteme. Tübing. 18 
Die Aderbaufpfteme mit ihren verjchie 
felgen, Lpz. 1845; Schüb, Beurtbe 
tiſche Benutzung ber Frudtmecjelii 
1849; Hahna, Praltiſche Anleitung 
einer Fruchtwechſelwirthſchaft, Prag 
Grundzüge zur Feſtſtellung eines 7 
fiems, Prag 18515 Hlubel, Die 7 
jterne, Prag 1851. | 
er fo v. w. Gemeine Tauf 
eldteich, ein Teich, ber einen T 
res über troden gelegt wird, um b 
landwirtbichaftiicher Production zur be 
Feldtenne, Vogelherd (f. d.) mit et 
zum Kangen Heiner Bügel. 
e Sehpmian, it Thymus Serpi 
eldtifch (Geod.), jo v. w. Mef 
eldfon, die Tonart Es dur, ® 
mufit u. deren Inftrumente meift auf: 
gerichtet find. 
ldtreiben, ſ. u. Treibjagd. 
elduhr (Uhrm.), fo v. w. Jagdul 
eldwachen, diejenigen Abtheilun 
poſten, welche am —— nach de 
vorgeſchoben werden. ie ſollen 
welche im Lager, Bivouac u. in Ca 
ruhen, nicht allein gegen unvorher 
griffe fiher ftellen, fondern auch das 
fie ber in einer gewiflen Entfernun: 
lihen Einwirkungen entziehen, die Be‘ 
eindes nach allen Richtungen bin bei 
Stärle u. Aufftellung befjelben Nach 
ben; Hleinere feindlie Abtheilungen 
weilen ob. Boch mit ihren rückwärt 
Unterftügungstrupps (Repli’s, Piqu 
aufhalten, bi8 bie rubenben Truppen 
tig gemacht haben. Das Terrain en 
weit die %. vorgefchoben werben müſſ 
unter 4000 Schritt; ebenfo wird bi 
der einzelnen F. von einander durch t 
beit des Terrains bedingt u. hierdu 
ihre Stärke, die etwa — der 6 
bis 60 Mann liegen dürfte. Im frei 
Gegenten wird Kavallerie, in durch 
betedtem Terrain Infanterie zur F. 
Punkte für vie Aufftelung der %. wi 
ſolche Urtlichteiten, wo fie von Feind: 
u. im Falle eines Augriffs nicht zur je 
len werben können, man poftirt fie al 
Heine Gehölze, une, Aufmürfe, ni 
Gebäude; in Übrigen hängt ihre Aufl 
ab, daß fie nicht weiter als 6— Yu 
den Boften, welche fie ansjegen, entfi 
fen. Zwiſchen den einzelnen F. u. n 
muß eine freie Communication ftattf 
Zur Erreichung des oben Era 
. ftellen dieſelben Boften aus u. jendeı 
Die Beften find immer Doppelpofte 
Beobachtung nicht unterbrechen wir 
Mann aus !rgendb einem Anlaß nach! 


Feldwächter bis Felgenhauer 


elrcften ſtellt man fo auf, daß fie 
Umſicht baben, obne felbft geſeben 
n: Die —— Poften von 
ich darnach, daß Nichts ungeſeben 
ıchhichleichen kann. Bei Tage ftellt 
oppelroften (Vebetten genannt, 
riften fint) am liekfien auf Höhen 


177 


| verfehietenen Früchten nad} gewiffen Regeln, |. 


ritt von einander auf, bei Nacht 


a ten Fuß ter Hüben zurüd u. 
s einander. Außer dieſen Doppel⸗ 
F., wenn es notbmentig ift, ned 
b+ 1. Avertiffementepoften aus, u. 
& ter Poflen vor dem Gemebr 
ften. Die Batronilien, melde 
jeſandt werten, follen theilweiſe bie 
Bchten u. die Berbintung mit den 
bt erbalten, man nennt dieſe Xifi- 
heilmeiie fellen fie über Lie Poſten⸗ 
ea, um Nachrichten vom Feinde 
je nennt man Schleichpatrouillen. 
Jliigee Patrouilliren ſichert in der 
sale deſſer ſelbſt als zabireiche Po⸗ 
ich außerbalb ber Poſtenkette ein 
Herblickt werden kann, od. ſonſt 
ie von Wichtigleit iſt, io wird der⸗ 
Kants turch eine ſogen. ſtebende Pa⸗ 
Die Formen, nach denen ſich die 
alter baben, ſind in ten Armeen 
re Beſtinmungen vorgeſchrieben, 
a läßt ſich nur fügen: beftändige 
nach dem Feinde bin ift die Haupt⸗ 
Hirten die Poſten Nichts in tie Po⸗ 
sen lafien, was nicht zuvor an bie 
enterfucht worden ift, bei Nacht 
zurũdweiſen, was nicht Loſung u. 
geben vermag. Die etwa nöthigen 
‚ went Lente die Pofienkette paſſiren 
"durch einen vorgeſend eten Exami⸗ 
ũhrt. Bol. Vorpoſten. 
&, Vogel. fe v. m. Wieſenſcharrer. 
eiſter, fenft jo v. m. Major. 
ter erfte Uinteroifizier bei ter In⸗ 
Banallerie Badhtmeifter), welcher 
ich der Rofle verlieft cd. namentlich 
mt zugleich ein genaues Verzeichniß 
. z. anteren Dienfle, gibt täglich 
von bem Zuſtande ber Compagnie 
ann m. lorgt für Die innere Ord⸗ 
em inneren Dienfi der Compagnie. 
allen Armeen ein vorzügliches An⸗ 
ven CAfizierbegen mit ben Porteepee. 
als gegenwärtig war die Stellung 
t ber Yantölnedhte; Damals lag ihm 
? m. gelammte — u. techniſche 
ob. 
ein Weg, ber zwiſchen Feldern 
en, von 2 Ort⸗ 
von 250 Schritten, un 
je Meile; vgl. Stadium. 
et, if Cichorium Intybus. 


Keldinfteme. 
gernjepat fo v. w. Fruchtzehnt, |. u. Zehnt. 
ldzeichen, 1) tie Merkmale, an denen bie 
einer Partei augehörigen Truppen einander erfen- 
nen, ba Lie Uniformen wegen ber öfters überein⸗ 
ſtimmenden Karben dazu nicht hinreichend finb; fo 
bie Cocarden, bie Federbilſche u. bei ben Offizieren 
Schärpen, Borteöples u. Hutcerdous. Die F. ent» 
iprechen mei den Rationalfarben (f. d.) in jebem 
einzelnen Etaat. Oft haben einzelne Armeen noch 
einzelne Zeichen, bie fie im Felde ald F. anlegen. 
Dergleichen finb bei den Ofterreichern ein grünes 
Reiß auf ver Kopfbetedung, bei den alliirten Ar» 
nıeen im Feldzug 1614 in frankreich weiße Bin⸗ 


den um ben Arnı. Sonſt trug bie ganze ſchwediſche 


1) fo v. w. Salix arenaria; 8) 


».”. 


„ ba wegen Räffe zur Wiefe 


Armee aud im ne weiße Armbinden. Fahnen 
u. Stantarten find Die F. ter Corps. 

Feldzeugmeifter, bieß in früheren Zeiten ber 
Nefeblebaber der Artillerie, gegenwärtig beſteht ber 
Name nur neh in ker öfterreihiichen Armee u. 
entipricht dem General ber Infanterie od. der Ar» 
tillerie der anderen Arnıeen. 

ldzirkel, fo v. w. Drebfatte. 

ldaug, Die Zeit, welche tie Arınee mäbrenb 
eines Jahres wirklich in Felde unter den Waffen 
zubringt. &s wird Demnach jebes Jahr Dem Sol⸗ 
baten filr Einen %. gerechnet, wenn auch bie ebe⸗ 
mals durch bie Wiuterquartiere entſtehenden Zeit⸗ 
abfchnitte bei Der jegigen Art Krieg zu führen nicht 
mebr Statt finden. 

— Smebaillen, ſo v. m. Kriegsodentmunzen. 

Idzwiebel, iſt 1) Ornithogalum luteum; 
2) (sagen arvensis. 

Fele cavaline (ital.), fo v. wm. Cavalinen. 

Felegyhaza, Statt u. freier Markt im Kreiſe 
Jazygien un. Kumanien tes Wermaltungegebietes 
Peſib⸗Ofen (Ungarn), Hauptort des gleichnamigen 
Bezirks; Latbolifche® Untergymnafium, Realjchule, 
Pofſtamt, Anbau von Getreide, Wein, Obft u. Ta» 
bat, Viehzucht; 14,350 Ew. 

Feleili (Yuleli), Arm des Inbus (Vorder⸗ 
indiſche Halbinfel, Afien). 

Felge, 1) (Stelm.), bie krummen Hölzer, aus 
weichen ter Kranz eines Mübl- ob. Wagenrades 
zuſammengeſetzt if; Birken⸗, Rüſter⸗ u. Roth- 
buchenholz ift am beften dazu. Um bie Zapien- 
löher in die Fen zu bobren, werben fie auf ber 
Belgenbant beſeſtigt; 2) (Hutm.), ein bölzerner 
Kranz um ben Karbenteffel; die gefärbten Hüte 
werben Darauf gelegt, Damit bie Farbe mieter in 
den Keſſel laufe, 8) (Seew.), am Eteuerruber ter 
Kreis von Metall od. Holz, welcher tie Hebeln er. 
Epeichen verbindet; 4) (Fleiſch.), fo v. m. Wurft- 
bügel; 5) (Yantıw.), fo v. mw. Falge; 6) eine Turn- 
übung am Red, bei welcher der Körper auf die das 
Red umfpannenden Hände gefiligt if u. mittelſt 
eines Schwunges nach vorn or. hinten hinüber fich 
um das Red herum bewegt. 

Felgen, 1) ein Rad nıit Felgen verfehen; 2) 
(Landw.), fo v. w. Kalgen. 

lgenhauer, fo v. w. Stellmacher. 

Igenbauer, Paul, Sohn eines proteflanti- 
ſchen ——— zu Putſchwitz in Böhmen, Niubirte 
in Wittenberg Theologie, er vernarf bier alle 
menſchlichen — n, außer der Mekicin, 
rühmte fich göttlicher Offenbarungen m. glautte an 
einen Aſtralgeiſt. 1623 lebte au, 


178 


1635 —49 in Beberkeja bei Bremen, 1657 in So⸗ 
lingen eingeferfert u. lebte nod) nach 1659 in Ham- 
burg. Er bat viele ſchwärmeriſche Schriften hinter⸗ 
laſſen; vgl. Chiliasmus. 
libe, Stadt, fo d. iv. Philippopel. 
slibien (ipr. Feliwiäng), 1) Andre, geb. 1619 
in Chartres, ftubirte daſelbſt u. in Paris die Rechte, 
wurde 1647 Gejanhtichaftsiecretär in Rom, wo er 
fih hauptſächlich auf das Stubium der Kunft legte, 
1666 Historiographe des bätimens du Roi, 
1673 Antilenbewahrer u. Secretär der Baualade- 
mie u. ft. 1695; er fhr.: Traite de l’orıgine de 
la peinture, Par. 1660; Entretiens sur les vies 
et les ouvrages des plus excellens peintres 
anciens et modernes, ebd. 1666 u. d.; Confe- 
rences de l’acaddmie de peinture, ebd. 1669; 
Description sommaire du chfiteau de Versail- 
les, ebd. 1672; Principes de l’architecture, de 
la sculpture, de la peinturo etc., ebd. 1676 ff. ; 
Description des tableaux, statues et bustes 
des maisons royales, ebb. 1677. 2) Iean 
Brangnis, Sohn des Tor., geb. 1659, mwurbe 
dhatmeifter in der Acndemie des inscriptions 
n. ft. 1733 in Paris; er fehr.: Recueil historique 
de la vie et des ouvrages des plus edl&bres 
architectes, Bar. 1687; Plans et descriptions 
de deux maisons de campagne de Pline, avec 
une dissertation sur l’architecture antique et 
gothique, ebb. 1699; Description de la nou- 
velle eglise des invalider, ebd. 1702. 3) Mi- 
bel, Bruder bes Bor., geb. 1666 in Chartres, 
war Bencdictiner u. ft. 1719 in Paris; er ſchr.: 
Histoire de l’abbaye royale de St. Denis, 
Par. 1706, Fol.; jeine Histoire de la ville de 
Paris bat nad jeinem Tode Yobineau vollendet 
beransneg. Par. 1755, 5 Bde., Kol. 

S. Felice, Marttfleden im Herzogthum Mo⸗ 
bena, jüdöſtlich bei Mirandola; 300u Em. 

Belice, Fortunatus be F., aus Neapel gebürtig, 
wo er Profeſſor mar, fam um die Mitte bes 13. Jahrb. 
nach Bern u. trat bier zur Rejormirten Kirche Über; 
ſpäter ging er nach Pverbun, wo er bie Buchbruderei 
anfaufte u. dieſelbe bedeutend vergrößerte. Im jei« 
nem erlag erfchienen die großen Werte: Ency- 
elopedie ou Dietionnaire universel raisonnd 
des connaissances humaines, 1766 ff., 42 Bbe., 
u. Dictionnaire universel raisonne de la ju- 
stice naturelle et civile, 1777, 16 Bbe. Er ftarb 
in ben 90er Jahren bes 18. Jahrh. In Bern gab 
er bie literarijchen Beitichriften beraus: Excerptum 
totius Italicae nec non Ilelveticae literaturae 
u. Estratto della letteratura European, 1753 
— 66; inYvertun Tableau raisonnd de l’'histoire 
litternire du 18. siecle, 1779, 1782 f. 

Felicia (a. Geogr.), Stadt in Germanien; j. 
Olmütz od. Fulnak, od. an dem Zuſammenfluß ber 
Dar ıı. Taya. 

Felicia (F. Cass.), Pilanzengattung aus ber 
Familie Compositae-Asteroideae-Asterineae- 
Asrtereae-Euastereae, 2. Orbn. der 19. Kl. Z..; 
Arten: ftrauchartige, capiihe u. fübatrilanijche, 
jenft zur Gattung After gezäblte Gewächſe. 

welicianer, — u. Felig 11). 

St. Felicien (ipr. Säng Felifieng), Marktflecken 
im Arrontifiement Zournon bes franz. Depart. 
Ardeche; Seitenipinnerei, Tuchweberei; 2200 (Em. 

Feliciſſimus, Diatonzu Carthago im 3. Jahrb., 
war in den Rovatianifchen Gtreitigleiten über bie 


. 
as 


Felibe bis Pelis 


Wiederaufnahme ter Gefallenen 
fie Friedenslibelle vorzeigten, mi 
veranlaßte fo ein Schiema. In t 
wählten 5. u. feine Anhänger 
Biſchof, Kortunatus. 

Felicitas (lat.), Gtüd, &tüd 
fonification dargeftellt als Matro 
Getreidemaß u. Sriedensftab; ihr 
ftand in ber fünften Region. 

Felicitas Julia, der römiſch 
fabon, |. d. 

Feliciter (lat.), 1) glüdtich: 1 
zu! Daher Selicitiren, begliidwün 
tion, Glückwünſchung. 

Felicudi Gelicuri), eine der 2 
nördlich bei Siceilien, zwiſchen Al 
it 2 Meilen lang, 1 Meile bre 
1200 Ew., bie ſich vom Getreide 
bau näbren. 

Felin (fpr. Seläng), 1) früher 
gewicht in Brüfiel, 1%. — 8 As, S 
2) ebenfo in Paris, wo 10 F⸗8 — 
= 1 Once waren. 

Felina , Familie der katzenarti 
Zehen, eine Art ausgenommen, mi 
Krallen, Kopf mit kurzer, runder € 
raub, Bart von Schnurren; befl 
Gattung Kate (Felis), die m un 
geftreifte (Tiger), dunkel gerinz 
(Bantber), kurzihwänzige mit X 
n. in ſolche mit nicht zurlidziehbar: 
pard, Jagdtiger) getheilt werben 1 

Felinski, Alois, geb. 1773 in 
rer der Beredtiamleit u. Poefie, fp 
Lyceum zu Krzemieniec ıı. fl. 1821 
natusconsulta sous le rtgne 
bieski; Barbara (eine Tragödie) 
für das polnifche Theater Crebillo 
genekie, Alfieris Pirginie u.a. © 
Mari. 1816—21, 2 Bde., 2. Xı 

Selipe (Belibo), fpanifch für B 

. Kelipe, 1) Stadt am Alba: 
ſchen Provinz Valencia; Kitabelle, 
weberei, Bapierjabrilation; 15,00 
ort des Malers Ribeiro (Eipagno 
ift erbaut von Philipp V. an ber 
von ihm zerftörten Zativa; 2) Yo 
8) (8. 9. de Benguila), Stabt mi 
Fort im Negerreih Benguela ı 
Weſtküſte von Afrika); 4) Meine 3 
verbiihen Inſeln (Weftküfte von 
5) Injelgruppe an der Südweſtküſt 
im mericaniichen Staate®uanarua 
auf einer Hochebene von 6000 uf 
Aufiria), Stadt in der Provinz ( 
publit Qenezucla; 5500 Em.; 8) 
im Departamiento Magbalena de 
Granada; 9) Departement der Br 
in ber Republik Chile; 20,000 G 
ftabt darin an der Münbung bes 
Aconcagua; 6000 Em. 

Felis (fat.), 1) fo v. w. Kat 
Geſchlecht Kate, wozu Löwe, Cagıa: 
Luchs ⁊c. (ſ. d. a.) gehören. Koiftle | 
tung finden ſich zuerſt im Tertiärge 
aber in den dilnvialen Schichten. 
Kaup, war dem lebenven Löwen & 


diluviena Xaup, dem Gaguar äfı 


Selitto bis Felix 


179 


ntiqua Cur., von ber Größe u. | tum, Vened. 1515, Baſ. 1524; auch beforgte_er 


r&: F. arvenensis Croizet Jo- 
aguar: F. brevirostris Cr. Job., 
es Yuchtes; F. cultridens Aaup, 
Ur. Jub. F. ogygia Kaup, ähn- 
ituviana: F. apelaea, dem leben- 
bnlich, aber größer ala Diefer. 
rtrnleden am Calore im Diſtrict 
eapclitaniihen Provinz Principato 
cm 


er Glüũckliche; männlicher Torname. 
2 IT. Römer: 1) Antonius od. 
ligulas Yiebling, 53 n. Chr. Statt» 
iz, Das unter ihm in ber größten 
: befand, tie er mit der höchſten 
irren trachtete. Panlus prebigte 
GSemablin Drufille, einer Toch⸗ 
I u. Der Kleopatra, aber durch bie 
die künftige Rechenſchaft erichredt, 
an Erangelium nichts wiflen. Bei 
aus Aubäa mar er mit einer An- 
Mmüdung betrobt, Doch verwendete 
x Tallas für ihn. 2) Marcus 
\ Rimucius Felix. TI. König von 
5., T. Karl Felix Jeſeph. TIL. 
25 T., ein Römer, wurde 269 Bapft 
Martorertot, f. u. Päpſte (Geſch.); 
im ein Fragment eines Briefes an 
ichen —2* Maximus, drei andere 
we Srieie ſind unebt; Tag: 30. Pai. 
ikenus in Rem, wäbrend bes Exileé 
erius 355 — 59 von den Arianern 
365, ſ. ebd.; ihm zugeſchriebene 
dt. 6) F. II. (III), ein Römer, 
‚T. ebd.; Brieie u. Decrete von ihm 
Coneilia. 7) %. III. ıIV.), aus 
526530, f.ebd. 6) 4. V. (IV), 
deus (1.2.9) Graf u. Herzeg von 
— 49 Gegenpapfl ven Eugen IV. 
‚f.ett. IV. Heiliger: 9) Et. 
Zta. Regula in einen römiſchen 
sch Gallien gejantt wurde. Da fie 
n meigerten, tie beibniihen Ge⸗ 
then, u. durch Pie graufamften 
azu zu bewegen waren, wurden ih⸗ 
x abgeihlagen. Da dies an Per 
fein ſoll, wo jett Zürich fteht, fo 
heiligen tiefer Stadt u. ter bei- 
äufter geworden. Ihr Tag ift ber 

Im großen Siegel tes Cantons 
ie neben einem dritten Märtyrer, 
mit Den Köpfen in ben Hänten. 
La. Geiftliche: 10) Caſſius F., 
des Alliepiates. Er gilt für den 
unter Dem Namen tes Caffius 
:a erhaltenen Schrift: Naturales 
s quaestiones 84 circa hominis 
orbos aliquot (eine Sammlung 
en ss. mebiciniihen Problemen), 
einiſch, Bar. 1541, von Ch. Geß⸗ 
„Sat. Krk. 1541. 11) F., Biſchof 
Satalonien in ber zweiten Hälfte 
:tifter Der Aboptianer (|. d.); feine 
u Ielichamer. 12) F. Prateniis, 
n Brate in Toscana, Cohn eines 
mach feines Vaters Tote Chrift u. 
müa n. ſt. 1557. Er ſchr.: Pral- 
‚seo ad verbum fere transia- 


bie erfie rabbinifche Bibel, mit Vorrede Leos R., 
Deneb. 1518, 4 Thle. 

Felirx, Eliſabetb Rachel, gewöhnlich mit Hin- 
mweglaffung ihres Vaternamens Mile. Nadel 
genannt, geb. am 24. März 1320 zu Mumpf im 
Schmeizercanton Aargau ven armen idraelitiichen 
Hauſirern, verlebte ibre erfie Jugend in Der äußer⸗ 
ftien Armuth in ter Zchmei u. tem füblichen 
Deutihlant, fpäter in Yyon, mo ihr Bater dent⸗ 
[hen Sprachunterricht ertbeilte u. fie ſelbſt mit 
ihrer älteren Schwefter Zarab auf ten Straßen u. 
in ben Kafteebäufern fang, was fie auch jräter in 
Paris, wohin die Familie 1830 308, fortſetzte. 
Hier wurde Charen, Director der Schule für 
Kirdenmufit, auf fie aufınertiam m. nahm fie in 
diefe Anſtalt auf. Ta fie jedoch weniger Anlage 
sur Sängerin, ala zur Zrbanipielerin zeigte, te 
vermantte fi Charen für ibre Aufnahme in Die 
Declamationsfchule von Pagnon Zt. Aulaire, Mit⸗ 
glied tes Theatre Francam. 1836 trat fie zum 
erftien Diale als Hermiene in Racines Andromaque 
u. als Scubrette in Molieres l’hilosophe marie 
auf einem Heinen Theater auf. Zu ibrer meiteren 
Ausbildung beſuchte fie dann das Conſervaterium 
u. erbielt 1537 ein Engagement am Théatre du 
(symnase, Auf Nermentung des Schau'pielers 
Samſon, ter ibr Talent zu mürdigen mußte, fam 
fie 1535 an dae Theätre Francais, wo fic 
mit ihrem Tebut ala Camille in Corneilles Les 
Horaces einen ungewöhnlichen Triumpb feierte. 
Ihrer äufieren Erſcheinung nach keineswegs ſchön, 
war fie auf der Bühne eine durch Würde u. Hobeit 
imponirende Figur. Ihr gewaltiges Sprachorgan, 
melche® fie mit einer großen veichtigkeit handhabte 
u. mit feiner Berehnung von ter Ruhe tes Ge— 
mütb6 bi zur höchſien Yeitenichaftlichkeit zu ſteigern 
vermochte, anı liebften aber durch grelle Übergänge zu 
überrafcbenten Effeeten verwandte, verbunden mit 
einer Tebbaftigleit Der Darfielung im Mienen⸗ ı. 
Geberdenſpiel, welche tie Arenze bes bieber filr 
erlaubt Gehaltenen weit jikerichritt, riß Das am 
ftarfe Nervenreize gemöbnte franzöſiſche Publicum 
zu einem Entbufiaamus bin, welcher bald aud in 
die Nachbarländer verpflanzt wurde. Anmutb u. 
echte Meiklichleit ag nicht in ibrer Natur, wesbalb 
ihr Spiel auch nur ſolchen Rollen angemeflen mar, 
in denen das Weib, Iosgerifien von ihrer uriprilng- 
lichen Beſtimmung, männliches Weſen anninimt u. 
entiweber auf däme niſche et.auf beldenmäßige Weiſe 
ibre Perſönlichkeit zur Geltung bringt. Der Rich 
tung der Zeit entſprach dieſe Weiſe ibres durchaus 
naturaliſtiſchen Spiels, welches, jede alademiſche 
Regel verſchmäbend, der Subjectivität freien Lauf 
ließ. Sie verfiel dadurch in das der Convenienz ent 
gegengeſeyte Extrem, indem fie ihre Rolle aus dem 

ewebe ber Dichtung losriß u. dieſe zu dem bedeu⸗ 
tungsloſen Rahmen ihres eigenen Spiels machte. 
Ihre bedeutendſten Rollen waren die antiken Heldin 
nen ber franzöſiſchen Klaſſiler: Corneille, Racine ı. 
Veltaire. Lie Wieberbelebung biefer Figuren Der 
Haffüichen Zeit, weiche Rachel F. anf eine gentale Weiſe 
zu Ztande brachte, inden fie tenfelben eine remanti⸗ 
Ihe Natilrlichleit verlieh, war filr bie dramatiſche 
Dichtkunſt in Frankreich von erfichtlihen Kelgen, in- 
fofern bie Maffifche Richtung Über die remantılıbe 
das Übergewicht gewann u. viele junge Tbcatertich- 


ter, unter anberen Benfarb, bernd angeregt wur⸗ 


180 Felle bis 


Fellenberg 


ben, bie Weife Corneilles u. Racines nachzuahmen. geſchmadloſe Sloden, welche ſich 


Manche dieſer Stüde wurden nur in der Abficht ger 
ſchrieben, daß bie Rachel darin auftreten möchte, eine 
Gunft, die fie den Romantifern im Anfange ihres 
Ruhms entichieben verweigerte. Das erfolgreichfte 
Stüd, welches Seribe jpeciell für bie Künftlerin 
fhrieb, war Adrienne Lecouvreur. In biefem 
ſowohl, wie in ihren anderen Hauptrollen, trat fie 
auch auf den bebeutendften Bühnen Deutjchlands, 
Englands, Rußlands u. Nordamerikas mit großem 
Berfallauf. 1840 wurde fievon Theätre Francais 
befinitiv engagirt, mit einem Öehalt von 60,000 Fr., 
u. blieb in dieſer Stelung bi8 1856. Bon einer 
Kunftreije aus Nordamerila 1856 nah Paris zu⸗ 
rüdtebrend, erkrankt u. verftinmtüber die Triumphe, 
welche Adelaide Riſtori auf dem Theater erntete, 
ging ſie zur Herſtellung ihrer Geſundheit nach Agyp⸗ 
ten; kränker als je, kebrte ſie im Herbſt 1837 nach 
Sranteeich zurüd, bezog eine Billa in Cannet bei 

oulon, um in bem milden Klima ber Diittelmeer- 
füfte den Winter zuzubringen, ftarb aber daſeibſt 
am 4. Jan. 1858 u. wurbe auf dent Kirchhof Bere 
Lachaiſe zu Paris begraben. Vgl. Janin, Rachel 
et la tragedie. Bar. 1858. 

Felir, 1) (8. de Caraman), Marttfleden im 
Arrondiffemient Villefranche das franzöfiihen De- 
partements Haute-Garonne; 700 Em.;2)VBorgebirg 
an ber Oſtküſte des Kiüftenftriches Abel od. Soma⸗ 
lis (Oftafrila); 3) Vorgebirg an der Weftküfte ber 
Injel Madagascar; 4) Stadt in der brafilianijchen 
Provinz Goyaz; 5) Meine Infelgruppe im Stillen 
Dcean, ber nörblichen Weftlüfte won Chile gegen- 
über; 6) Hauptinjel biefer Gruppe. 

Felix meritis, alademiſche Geſellſchaft in 
Amfterdam (f. d.). j 

Felizzano, Fleden m. Hauptort bes gleich 
namigen Amtes in der farbiniichen Provinz Alef- 
fantria; 2200 Ew. 

Bella (Fölh, eine der 16 Zipfer Kronftäbte im 
Kreile Zip8 des ungariichen Berwaltungsgebietes 
Kafbau; 1450 Ew., Deutiche, bie fih von Ader- 
u. Flachsbau, Viehzucht u. Gewerben (bef. Yein- 
wandbmeberei) näbren. 

Fell, 1) behaarte Haut eines Thieres; 2) Lie 
Haut Heinerer Thiere, welche nicht abgeftreift wird; 
83) die gegerhte Haut Meinerer Thiere (3. B. Kalbe, 
Schafe, Ziegenfell); werten nach Dechern von 10 
Stüd od. Dutzend verhantelt; 2) (Anat.), fo v. w. 
Lederhaut. 

Bell, Rechnungsmünze auf den Faröer Iufeln, 
1 F. — 4 Schilling tän. Cour. od. etwas über 
13, Sgr., 20 elle = 1 Gulten. 

Fella, 1) Nebenfluß Des Tagliamento, entipringt 
in Kärnten u. mündet in der venetianijcben Pro⸗ 
vinz Udine bei Venzone; 2) Sap an ter Meftküfte 
ber neapolitaniſchen Provinz Calabria citeriore. 

Fellabrunn (Nieder⸗F, Marttfleden im 
Bezirk Stockerau des öſterreichiſchen Unter⸗Man⸗ 
hardsbergkreiſes; 780 Ew. 

Fellach, Dorf im Bezirk Völlermarkt (Kärnten); 
bat Kupferbergwerk, Bleiminen, Eiſenhämmer u. 
drei Sauerbrunnen von ftarlem Gehalt an Kohlen⸗ 
ſäure, nebft Ogbeeinricptungen. 

Fellab, in Agypten u. Arabien die Landbebauer, 
im eh zu den nomadifirenden Beduinen. 

Fellanfäure, nach Berzelius entfteht dieſe Säure 
aus dem Bilin bei der Faulniß ber Galle; fie bilbet 
weiße, in ber Wärme leicht ſchmelzbare, geruch⸗ u. 


wenig, in warmem Waſſer ı. Alfo! 
Fellatah (Felan), Volk im In 
das von den Fulahs anı oberen € 
u. nach den Sudan eingerande 
fih durch eine ter kaulaſiſchen Ra 
ſichtsbildung, Durch meift glatles 
lich belle Hautfarbe aus, tft von ' 
bau, jebr Eriegerijeb u. bängt fan 
an. Die F. finden fi) durch das 
Haufla, Bornu, Waday bie D 
verbreitet, füblich von Timbuktu 
den Grenzen des Reiches Dabom: 
bi8 Egga u. in der Landſchaft A 
lebten ſie als Landbebauer u. Vieb; 
denen Staaten ber eingeborenen ! 
fie wurden durch Bedrückungen au 
ſich zu Anfang dieſes Jahrh. u. 
mit Hülfe ihrer großen Reiterſch 
ſehnliche Reiche zu errichten, cin ı 
Sauptftadt Saccutu in Hauſſa, 
von jenem theilweife abhängiges, 
ftadt Rabbah am unteren Nixer. ; 
vom Scheich Othmann (Danfot 
von Malanı Denba geftiftet; 
für Propheten Gottes erklärt u. 
Streitkräfte Dadurch ſehr vermebri 
empörenben Stlaven die Freibeit 
war es ihnen gelungen, Hauſſa 
Yarriba mit Glüd anzugreifen u. 
ftatt Bornus zu erobern. Als 
aufgeben mußten, wandten fie fid 
nabmen Adamaua u. zum großen 
Ichaft Nyffa u. ſetzten durch zahlrei 
züge alle no unabhängigen Staat 
ten des Niger bis hinab nad E, 
Seitdem iedoch ter Scheih Bell 
dem Danfodio gefolgt war, geſto 
Macht der F-⸗s wieder abgenonm 
heimische Völkerſchaften baben n 
von Borun ibr Joch abgeſchüttel 
raubend in ihr Reich eingebrochen 
catu vorgedrungen, die Bewohner 
ſich empört u. frei gemacht u. ſoga 
Rabbah zerftört. 
Kt Marttfleden, fo v. w 
le: Fahrt (Seew.), ſ. u. 
Felleiſen, Behältniß, in welch 
Handwerksburſchen, ihr Gepäck 
meift von Leder u. mit grober Lei 
werden von Täſchnern, Kürjchner: 
wohl Riemern gemadht. 
Fellenberg, Phil. Eman. vı 
27. Juni 1771. fudirte in Tübi 
Philefopbie u. Politit, wurde mx 
das Patriciat gerichteten Zeitung: 
genommen, entflob aber, wurde 
Preis auf feinen Kopf gelegt. E 
nah Amerika auswandern, wurt 
rufen u. von ber Republit Bern al 
Frankreich geihidt, um bort ge 
drüdungsverfabren ber franzöfif 
treten. 1799 kaufte er Bulbof u. 
feinen Erziehungsftaat Hofwyl, in w 
nach eine emenichufe, mit welcher 
haft verband, eine Kehranftalt Fü 
| 


— 
En 


Keller bis Felmer 


lenie, eine Kleinkinkerichule, eine | Bald zum Difizier befördert u. ging 1909 zur Linie 


ir Schullehrer u. eine Realſchule 
at er wieder in den Großen Ratb 


1, wurde Diitglied des Erziebunge- . 


tes Nerfafiunzararbes u. 1833 
Bern u. it. ten 21. Rev. 1841. 
en ter fhreiseriichen Yantmirtb- 


07; 


Landwirthichaftliche Alätter 


an 190917, 5 Hite.; Der Brei , 


nascurs, Bern 18:33. 
Laver von F., aeb 1735 in Arüffel, 
rit in den Jejuitenerden, wurde 
urg n rüttich u. ging dann nach 
in fein Sarerland zurückgekebrt, 
enten Jabre KPrediger ın Nivelle, 
Seit ter Aufhebung ſeines Or— 
ãẽeiate er ſich theils mit Schriit⸗ 
bte er auf Retiſen: 1786 — 89 war 
: Emr£rer gegen Die firblichen Re- 
tert 11. in ten öfterreichiichen Nie» 
t 1726 lebte er in Vaiern an Dem 
ũncheẽe von Frevſing n. fl. I802 in 
⁊ hat theild anenom, tbeils pſeudo⸗ 
ierde Reval, tbeile unter ſeinem 
men ſebt viel geichrieben, jo daß 
aut mebr als 120 Bde. belaufen; 
sehisme philosnphique, Lütiich 
197. 3 Qre.: Journal hirtorique 
gemb. 1774—44, 70 Ute; Dis- 
rs sujets de religion et de mo- 
2 Ere.: Dictionnaire historiqne 
itt. 1781, Abe; Ieeclamations 
b. 1787, 17 Bre.; Dictionnaire 
. ebd. 1792 —U4, 2 Be; Obseı- 
giques sur la jurisdietion des 
jues, la communication in »n- 
articles de ce genre, ebt. 1714. 
3, Yılte. IS02. 
. Helletäna), Stadt an ker Crenſe 
ent Aubuſſen tes franzcliihen T.e- 
te: Zerpichfabriten, Bapiermübten, 
3000 Em. 
berig gar, wie der Kürſchner bie 


irchdorf mit Schleß im Landgericht 
kateriicherf Kreifes Schwaben; un 
en Theil Juten, die bier Synagoge, 
2a. Schule haben. 

luß im Amte Bernau tes ruffiichen 
Livland; ſpeiſt Den Fellinfchen Kanal, 
ernau, bie Narowa u. ten Peipus 
ben u. Rigaer Deerbufen: 2) Kirch» 
ſchen Kreiies im ruſſiſchen Gouver⸗ 
; 3) (eAbriih Willandi⸗ cd, Wil⸗ 
we daſelbſt ohne Verwaltungokreie; 
m einem See; mar zur Ordentzeit 
m u. hoben Ringmauern umgeben; 
Yehanmislicche, mebrere Schulen, 
e Anftalten, ein adeliges Kräulein- 
ei, mehrere Jabrmärfte. Dicht dabei 
1224 vom Ertensmeifter Volgnin 
-1217 u. 1222 die Eftben befiegt u. 
yert hatte; wurde 1600 ven ben 
rt u. 1602 von denſelben geiprengt. 
tige Blicke in Lie Geſchichte ber Vor⸗ 
zuen 1837, 1539 n. 1540. 

ah. Georg, geb: 1781 zu Pedau 
tzat 1508 im bie Landwehr, wunrde 


— ee — — ee TFT — —— — — — — — 


über; er wurde 1613 Briyateatjutant, 1914 Ober- 
lieutenant u. Conferiptionerevifor zu Indenburg 
u. 1315 zu Abelöberg in Krain a. fl. Ini6. Gr 
ihr. u. a.: Abgerillene Ecenen aus ber Geſchichte 
der Menichbeit, Grätz 1508; Foydolf, Der Graf 
ven Flandern iheroiſche Oper), Die Grafen von 
Zela (Schauipiel), Inguo ( Zrauerfpiel); Die 
Schilderung ter Grotte von Atelöberg (eine Ge⸗ 
ichichte Des Nrieges zwiſchen Oſterreich u. Frank⸗ 
reich Bis zur Schlacht bei Ajpern) u. mebrere Ge⸗ 
richte. Poetiſche Echriften, herausgeg. von Kumpf, 
Kagenf 1819 — 21, 2 Bde. 

Fellinfäure, organiſche harzartige Säure; ent» 
flebt durch längere® Kochen ber Cholſäure u. ber 
Chelalſjãure mit Waſſer. 

Fell Kogel, Berg in den Kärntniſch⸗Steyerſchen 
pen, zwiſchen Mur u. Drau im Bezirl Neumarft 
des fteveriihen Kreiies Arud. 

‚ einer, 1) Coloman, geb. 1750 zu Biſſorf in 

Tfterreich ob der Enns, lernte bei Jakob Schmuzer 
in Wien tie Kupierftechlunft, fach mebrere Blätter 
nıb Martin Schmidt, Joachim Standrart, Dietrich, 
Yairefle u. And. in eier mit dem Grabſtichel u. Der 
Radirnadel gemiichten pitteresten Manier. Auch 
ntachte er einige Reriuche mit Steintrud. Im Klofter 
vambach befleivete er Das Amt eines Seelſorgers, 
Ziifisölonemen, Mufit- n. Cborkirecters u. fl. 
daſelbſt 1818. Als fein beſteg Watt gilt Die Ve⸗ 
ſchneidung Chriſti. Er ſchr.: Uber die Art u. Weiſe, 
mie man eine Kupferſtichſammlung anlegen u. ord⸗ 
nen fell. 2) Ferdinand, geb. 1799 in Kran» 
furt a. M., ſtudirte Die Rechte u. lieh fich als Ad⸗ 
vecat in jener Vaterſtadt nieder. Seine Vorliebe 
für künftleriſche Thätigkeit veranlaßte ibn indeß, 
1825 nach München zu geben, mo er Die Alatemie 
bis 1831 beinebte. Tarnach wählte er Stuttgart zu 
feinem Auientbalteort. Seme künſileriſche Laufbabn 
eröffnete er mit 10 Aluftratienen zur Geſchichte 
der fieben Schwaben, teen bald eine ar.jgere Reibe 
ven Zeichnungen für Illuſtrationdzwecke ſolgten. 
Für den Kaiſerſaal in Frankfurt malte er Konrad I. 
u. Friedrich den Schönen, für die Kirche in Yury- 
berg mit Pilgram das Hanptaltarbild Maria ınit 
dem Kinde, Jebannes, Perrus ı. Paulue. 

Fellows (engl., ſpr. Fellobe), 1) Genoſſen, 
vorzugoweiſe Mitglieder gelehrter Gejfellichaften u. 
wiſſenichaftlicher Vereine; 2) diejenigen Mitglieder 
der Colleges anf engliſchen Univerſitäten, welche 
zuiammen die Verwaltang Des Cellege führen u. 
fatiir aus dem Vermögen deſſeiben ibre CEinkilniie 
beziehen. Daber Fellonsblp, Mitaliedſchaft, Antbeil 
an den Pfründen einer geſebrten Stiſtung. 

Feſllows (ipr. Acllebsı, Charles, Engländer, 
machte ISIS u. 1839 eine antiquariſche Reiſe nach 
Kleinaſien, ging IS41 u. 18433 abermals filr Das 
Aritiicbe Muſeum dabin u. umterluchte bef. Yolien; 
ven leßter Reife IS41 zurüchtebrend, brachte er 
reiche antiquariihe Achiße nach Yonton. Er ſchr.: 
Journal written during an excursion in Ania 
minor, Lend. 1839; The Xanthian marblen, 1542. 

Felmer, Da:tin, geb. 1720 in Hermannſtadt, 
ſtudirte 1746 in Halle, ging Dann nach Wien, wurde 
1750 Yebrer am Gomnaſium in Sermannftadt u. 
1758 Mector daſelbſt, 1766 Stadipfarrer u. fl. 
1767. Er fr.: Primae lineae M. Principatus 
Transsyivanine historiam illustrantes, 


17850, u. a, Schriften zu Siebenbürgene — 2 — 


182 


Felonie (lat. Felonla), 1) im Lehnrecht bie Ver⸗ 
letzung ber in Folge des Lehnsverhältniſſes obliegen- 
ben Verpflichtung, welche bes Lehns verluftig macht, 
ſ. u. Lehn; 2) im englifhen Strafrecht bald Be⸗ 

eihnung für jedes Verbrechen, welches mit Con⸗ 
Scation des ganzen Bermögens bedroht ift, bald 
auch für alle J——— Verbrechen, welche nicht 
Verrath (Treason) begründen u. nicht blos Mis- 
demeanors find, d. h. blos Geld⸗ od. Gefängnif- 
ftrafe nad) fi) ziehen; 3) im Allgemeinen fo v. w. 
Arglift u. Hinterlift. 
Vels, 1) Iacob, geb. 1730 in Linden, ftubirte 
in Jena bie Rechte, wurde 1752 Rectsconfulent 
in feiner Baterftabt, u. fl. bafelbft als Bürgermei- 
fter u. Steuerberr 1773; er ſchr.: Erſter Beitrag 
zur deutſchen Reichstagsgeſchichte zc., Lindau 1767; 
weiter Beitrag 2c., ebd. 1769. 2) Johann 
ihael, geb. 1761 in St. Gallen, ftubirte feit 
1782 in Oöttingen Theologie, wurde 1756 Lehrer 
ber Lateiniſchen Sprache am Gymnafium feiner 
Daterftabt, 1794 Profeſſor der Theologie, 1795 
Prediger in Pinfebühl, 1801 Pfarrer in St. Gallen, 
1803 auch Mitglied des Großen Rathes im Canton 
St. Gallen, 1822 Delan des Eapitels St. Gallen 
u. Mitglied des Schulrathes u. ber Schulvifitation; 
er ft. 1833 u. fchr. u. a.: Liber bie Verbeflerung 
ber öffentlichen Töchterfchulen, Berl. 1791; Dent- 
mal ſchweizeriſcher Reformatoren, ebd. 1819. Bl. 
Dentmal, dem Profeflor der Theologie 3. M. Fels 
gewibmet, &t. Gall. 1833. 
eldarten, ſ. Gebirgsarten. 
elöberg, 1) Amt im Kreife Melfungen ver 
kurheſſiſchen Provinz Oberbefien, an ber Edder u. 
Schwalm; 6500 Ew.; 2) Stabt darin, an ber Ed⸗ 
der, mit Trümmern eines Schlofjes; 1200 Ew.; 
3) (Beidöberg), Dorf im Schweizercanton Grau⸗ 
bündten, Bezirk Im Boben, in Alt- u. Neu⸗F. 
geiheilt, beide am ſüdlichen Fuße bes Calanda, 
welcher erfteres mit jeinen überbängenten Fels— 
maffen zu vernichten droht. Verſchiedene Felsftirze, 
welche feit 1834 erfolgten u. namentlich 1842 u. 43 
bedeutende Selemafien im Thale abjegten, waren 
die Urfache, daß viele Bewohner des Orts nad 
Ems auswanderten, während andere Neu⸗F. an- 
legten. Die Maſſe des Geſteins, welche dem Herab⸗ 
ftürzen nabe ift, wird noch auf 100 Mill. Kubikfuß 
geſchätzt. Trotzdem ift Alt-%., melches bisher von 
den 1850 u. 56 wiederbolten Feleftürzen unbeſchädigt 
blieb, noch immer bewohnt; 400 Ew. Inder Nähe 
ein von ben Fluthen des Rhein halbzerſtörtes 
Schloß; 4) Berg, ſ. u. Felſenmeer. 

Felſen, 1) fo v. m. Gebirg; 2) das taube Ge- 
ftein, Das in den Pochwerlen von Erze geichieden 
u. dann auf Haufen, Felfenhatden, geichiittet wird. 

welfenamfel, fo v. mw. Steinbrofel 

Feljenantilope, fo v. w. Gems. 

ee Fiſch, f. u. Gerres. 

welfendbeden (Rock basins). ſchüſſel- ob. 
becherförmige Vertiefungen auf ber Oberfläche von 
Granitblöcken, wie man fie 3.8. in Cornmall u. 
Derenfbire findet. Cie baben mitunter 3 Fuß 
Durchineſſer u. 2 Buß Tiefe u. oft eine ganz regel» 
mäßige runde Form. Dan bielt jie fonft für Kunft- 
werte aus der Druitenzeit, jetzt nimmt man aber 
an, daß jene ausgeböblten Stellen früher mit einer 
Geſteinmaſſe angefüllt waren, welche der Verwitte⸗ 
zung weniger Wivderſtand leiſtete, als die umgebende. 

Felſenbein (Anat.), f. u. Schädellnochen. 


land ausbildete. 


Felonie bis Felfing 


— —— ſ. u. Geh 
Felſenbogen (Felſentbore), Höb 
Berge od. Felſen gleich natürlicher 
ziehen u. an beiden Enten zu Ta 
daß fie großen Tborengleichen; fo ;. 
tbor in der Sächſiſchen Schweiz, Di 
Island, Die Bafaltthore auf dein C 
elfenbod, fo v. w. Steinbod. 
elf — „Inſel, ehemals | 
nade, vom Kammerfecretär Sch 
berg am Harze verfaßt; erſchien un 
Wunderliche Fata einiger Seefabı 
Julii Alberti, eines geb. Schottlät 
von Eberhard Julio, dem Drud 
Gifander, Nordh. 1731 — 43, 4 
änderte Ausg. Halberft. 1772, auch 
burg, ein fittlih unterhaltendes 2 
C. Antrö), Gotha 17598 — 90,3% 
Se enfifg (Acanthurus), St 
elfengebirge, 1) Gebirg mit : 
ben; 2) fo v. w. Rody Mountaine 

Felſenhuhn, Singrogel, Art di 
nalin, ſ. d. 

Felſenkeller, Keller in Felſeng 
kühler als in Erbe angelegte u. ta. 
zum Aufbemahren von Bier; Daher 
ſ. u. Bier. 

Felfenmeer, Schlucht mit zah 
Granitblöden Über u. neben eina 
ſüdöſtlichen Abhange des zum hen 
Felsberges bis zum Thal binabziehe 
berzoglich heſſiſchen Provinz Ste 
Stundeu öſtlich von Zwingenberg. 

— —— (Bungarus 3; 
boa Onpel.), Gattung ter Viper 
Rückgrat geihildert, Bauch mit gı 
Kopf ftumpf, mit großen Platten 
giftig; Arten: Blau > (B. coer 
hoa c., Boa Iıneata), oben bi. 
Punktbinden, unten weißlich; aus 
ringelte %. (B. annuları», I 
Schn.), mit breiten, gelben u. 
blauer Schmwanzipite; in Bengaler 

Felſenſchnecke, ic v. m. Murex 
ſ. D), bei. M. saxatilıs. 

Felfenihwalbe, jo v. w. Alpe 

Felienftranblaufer, |. a. Str 

welfenitraud, iſt Azalea pro 

wel Ientempel, in felfen ausg 
finden fi) vorzugsweiſe in Inbien 
größten unter dem Namen bie Wi 
(f. d.) bekannt find. 

Yelfine (a. Geogr.), der alte 9 


nia zur Zeit der Etrufler u. Bojer 


Felfing, 1) Johann Konra 
Giehen, war Hoftupferfteder in: 
Dajelbft 1519; er lieferte mebrere 
in punftirter Manier. 2) Joh. 
1800 in Darmftadt, Sohn des Bı 
in der Kupferftechertunft unterricht 
Paris aus u. etablirte in Darmfl 
druderei, welche fi Durch ihre ı 
fingen einen Ramen erwarb. 3) 
dee Bor., geb. 1502 in Darmſtad 


; Anleitung feines Vaters Pie Kupf 


welchem Fache er ſich jpäter unter 
Von Mailand I 
Florenz, um die Manier Rafael I 


Felfit bis Fenchel 


lãngerem Aufentbalt in Rem u. 
er ſeinen dauernden Aufenthalt in 
Preieſſer an ber Lortigen Runit- 
:e 1932 nach Tarmitadt zurüd, mo 
Deflupferftecher lebte. Den ſeinen 
ben, welche fih ebenſowobl durch 
»ebiegenbeit ter Technik, ala auch 
Ziebergabe t bes maleriihen Eifecis 


nz in ten C I riginalen, audzeichnen, 


eften: Chriftus am Olberg, nu 
zent ven der Mailänter Alatemie); 
ima, nad Correggio; Der Violin⸗ 
faei; Mädchen am Brunnen, nach 
sie beit. Familie, nach Turrbed: 


nadt, doch machen ſie leinc Zllaven u. baben nie⸗ 
mals mit Zlaven gebandelt. Sie find Heiden u. 
beivebnen, eiwa 50,000 Köpie ftarl, 50 —Tu Dörier. 
Feluy, Terf im Beuirt Sharleren Der belgiſchen 
Previnz Hennegau; 2375 Ew.: Ylaufteinbrücbe. 
Felvinez C berminsi si, Darkileden am vares 


im Vezirk Tborda Des fiebenbürgiiden Nreijes 


Klauſenburg; 1450 Ew., Zyeller, Walachen u. an⸗ 
jäſſige Zigeuner, die Alerbau u. Vicbzucht treiben, 
war Dauptert Des ebeinaligen Arauyoſer Zruble. 
Felvinczy, Aleranter, geb. in ber zweiten Hälfte 
bes 17. Aabrb. im Felvincz, ftudirte zu Leiden u. 


Gröningen Theelegie, wurde um 1666 in Kaſchau 


Prefeiier u. lebrte viele Jabre Pbileſorbie, Thee⸗ 


nah Kauibach; Die Yorelev, nach 


\, fon. m. Feldipatb. 
m, Torf im Bezirk Medias tes 
Kreiſes Hermannſtadt, un Gebirge 
einen Salzbrunnen u. ein Schwejel⸗ 
fer, angeziinter, bremmt. 
we, Bergſiadt im Kreiſe Szathmar 
mgebictea Greßwardein (Ungarn:; 
Ge, Silber⸗ u. Kurierbergmerke, 
115200 Ew. Die Ztati erbiclt ibre 
19 ur König Ludwig L, von 
— I. wurden fie bejtätigt. 
zent 'Chber-Meßenicif ,, 
artıfleden im Kreiſe Abauj⸗ 
riißen Vermaltungsgebiets Kaſchau; 
Er. ı Deutichen, die Senſen u. an⸗ 
ge verfertigen. 
, Derfin Siebenbürgen mit Zauer- 
ãbe der merfmürtige Berg Büros. 
ev. m. Kelvincz. 
> ©. w. Bergfturz. 
I. a. Taube. 
at.), Rindsgalle. 
Felt'ny, Statt in der eneliſchen 
yumkterland; öffentliche Bibueihet; 
i ſchöner Park. 
„Fleden, je v. w. Halbthurn. 
r Seltria), Stadt u. Hauptort eines 
nerda in ber venetianiſchen Proviuz 
rale, Biſchof, 12 Kirchen, Theole⸗ 
Gymnafium, Waiſenhaus, Deipi- 
sit tem 15. Jahrb. keftebente Yeib- 
innerei, (Herberei, Wacheèbleiche, 
e, lu. Ken; 6090 Er. Son 
: ben Zitel ale Herzog von F. 
zeogr.), 1) Meine Stadt in Kenetia 
. Belte: 2) Oriſchaft in Rhätien; 


Iuicl, 
rabiens Küfte. 

zaften, Wafterfälle tes 
w Meilen von ber Mündung Ted 


zeug des Miltelmeeres, ten alten 
‚ aber kleiner. 

1u6), Voll im füdlichen Sene⸗ 
ı Ufern bes Vintainen. im Walde 
manja; baben tieichwarze Maut 
Saar, eine ten Hindug abaiite 
u. find von ſtarlem Körperban. 
mit Eurepiern in Verlebr, aulien 


nortmweftlih im Berfiihen - 
_ der Ztingel an der Hafis ftielrund, 
Zentenal 


‚ felbit auch verwildert ver. 


ıtelent, find ven ihren NRachraru 
Bfeile wegen gefürchtet, gehen faft | Azeriſcher Italienijchery &. (F.vulgare, F. 


logie, die Griechiche u. Hebräiſche Sprache, dann 
wurde er refermirter Prediger in Debreczin; er 
ichr.: Hauresiologia, Debr. 1653. 
eme, Femgericht, ſo v. w. Febingericht. 
semelwirtbichaft 1 zerfiw.), jo x. w. Fehmel⸗ 
wirtbichait. 

Femern, f. Febmarn. 

Femına (lat.,, 1) ran; 2) bei Thieren das 
Weibchen. Taber Fenincas. weiblich, was Dem 
gilt entipricht, eb. nur mit ibm verfeben iſt; 
Feiniuluum, Das weibliche Geichlecht eines Wortes, 
ein Nomen weiblichen Geſchlechte; Feinininl genärls, 
weiblichen Geichlechts. 

Feminalıa ıröm. Ant.), Rinden, womit man 
bie Scheulel gegen die Kälte umwand, eine Art 
Reinkleider. 

Femine 17. delle), kleine, unbewobnte Juſel an 
der Nordküſte Siciliens, nordweſilich ven Palermo. 

Feminell, eine Trogue, die für ſchlechteren 
Safran gilt, aber größtentheils aus Blättern der 
Calendulu oftieinalis beitcht. 

Temundfee, je v. w. Fämund. 

Femur ılat.), 1) Cberſchenlel; 2) Schenkel⸗ 
tnochen. Tauber Femerälis, was fich auf ben Tber⸗ 
ſcheulel bezieht; Femoralıa, ſo v. w. Feminalia. 

„Münze u. Gewicht in China, ſo v w. 
Cenderin j. d.d. 

Fenaroli, 1) Camilla Polar d'Aſti, italie 
niſche Dichterin, geb. zu Aniang Des IS. Jabrb. in 
Brescia, lebte daſelbſten. fl. 1760. Ihre Gedichte 
hat der (Araf Romali beraudgeg. in Den Autoro 
jresciani viventi. 2) Fedele, geb. 1732 in 
Lauciano, biltere fich für Muſik unter Turante in 
Neapel, wurde Vebrer Des Generalbaſſes am Kon« 
ierpaterium Sta. Maria dı loreto, fpäter an dem 
della pieta de Turehini u. ft. 1818. Gr bilbete 
viele ansaegeichnete Schüler u. fhr.: Iegolo per 
i principlants di cembalo. 

Fenchel, 1) (Foenivulum vulgare a. ofliei- 
nale), Wartung aus der Kamilıc der Peltenanräbie; ; 
Alattlappen 
lincalpfriemlich, verlängert, Tolten Preisen Dia 
zwanzigſtrablig, ebne Hülle, Binmenbtätter ruudlich, 
einwärts gerollt, gelb; Frucht jaſt ſtielruud, in zwei 
Theiljrüchichen ſich trenneud, „weiche ſüni ſtumpf 
neſtielte Rieten u. einſtriemige T Tbälchen haben: auf 
Achen am Adriatiichen ecte u. auf einigen Hü— 
geln ım Yittoraie, tu Unterfteyermatt, der füdlichen 
Schreiz u. den Tberchaß, and in England ı. 
am Naufajus. Ei wird aber auch in Deutichland 
anf Feldern u. in Gürten angebant u. lomnmit Dar 
VKarictkiten: Süßer 


5. (F. dulee), mit großen weißen Zanın, u. 


184 Fenchelfalter 


azoricum), mit ſehr kurzem, fleiſchigem, zartem, 
4—5 Zoll breitem Stängel. Der F. verlangt einen 
tiefen, bumofen Boden; den einjährigen Samen 
fäet man im April in ein Öartenbeet u. verſetzt 
Dann bie Pflanzen, wenn fie 3— 4 Zoll boch fint, 
1 Fuß weit von einander entfernt, am beften in 
Reihen, bamit man ihn fpäter mit Schaufelpflug 
u. Pferdehacke bearbeiten kann. Trockene ı. ftrenge 
Fröſte wirken nachtheilig auf den F. ein. Im Herbſt 
muß ınan die noch nicht ganz abgeftorbenen Stängel 
abjchneiden u. im Frühjahr bearbeitet man das 

enchelfelb. Im zmeiten u. dritten Jahre trägt ber 

. ben meiften Samen. Die Dolden ſchneidet man 
nad u. nach ab, fo wie fie reifen, was man an ber 
gelben Farbe erkennt, u. hängt fie zum Trodnen an 
einen Iuftigen, fonnigen Ort u. reibt dann ben 
Samen aus. Nach dem britten Jahre artet ber F. 
leicht aus. Der F. wirb bei. bes Fenchelſamens 
(Semen foeniculi) wegen gebaut; dieſer ift grau⸗ 
gelb, eiförmig, auf der gewölbten Seite geftreift, 
von anisartigern, füßem, gewürzhaftem Gelhmad: 
enthält Schleim u. viel ätheriiches OL, wirb hin u. 
wieder ins Brod gebaden, od. grün auch mit klei⸗ 
nen Gurken eingelegt; bei. als ausmurfbeförbernd 
u. blähungtreibend, zum Pulver; od. al® Zufat zu 
theeartigen Aufgüffen u. Decocten verwendet, auch 
mit Zuder überzogen; Bencheltiqueur über ihn ab⸗ 
gezogen. Das durch Deftillation Defjelben gewon⸗ 
nene ätheriiche Fencheloöl (O1. foeniculi) ift —* 
od. gelblich, angenehm ſüßlich, von 0,997 ſpec. Gew., 
gerinnt unter 100 zu einer feſten Maſſe, aus welcher 
durch Auspreſſen das Fenchelſtearopten (f. d.) erhal⸗ 
ten wird, welches ſchwerer als Waſſer, in dieſem ſchwe⸗ 
rer löslich iſt, als das Eläopten. Nach C. G. Lehmann 
wird auch das aus den Samen vom Gemeinen Dill 

Anethum graveolens) Fenchelöl genannt. Durch 
Zuſammenreiben von 1 heil { mit 12 Teilen 

uder wirb ber Fenchelölguder (Elaeosaccharum 

oeniculi) hergeftellt. Durch Abziehen von Waſſer 
über Fenchelſamen wird Das häufig angemwenbete, 
nad F. riechende u. ſchmeckende Fenchelöl aufgelöft 
enthaltende Fenchelwaſſer bereitet. Noch dienen bie 
jungen Keime als Beiſatz zu Salaten, auch die 
klein geſchnittenen Blätter mit Eſſig als Gewürz. 
Vom Italieniſchen F. werden in Italien die Stängel 
wie Edivien gebraucht u. mit Mehl, Eiffig u. Pfeffer 
als Salat verfpeift. 2) Chinefiicher od. Mos⸗- 
kowitiſcher %., jo v. w. Sternanis, f. u. Anis 2). 

Fenchelfalter Genchelvogel), fo v. w. Schwal- 
benichiwanz. 
en Aholz, ſo v. w. Saſſafrasholz. 

enchelſtearopten (Benchelfampber) — Cꝛ20 
His O3 ift identiſch mit dem Stearopten aus dem 
Anis⸗ u. dem Sternanisöl u. hat dieſelbe Zuſam⸗ 
menjegung wie das Cuminöl u. das Esdragonöl; 
es ſchmilzt bei 18° u. fiebet bei 222°. Durch Kor 
hen mit Allalien wird es nicht verändert; mit 
Salzſäuregas bildet es eine Verbindung C2o IIıa 
O3 + CIH. Bent man Fendel- ob. Anisdiften- 
ropten mit Salpeterfäure behandelt, fo bildet fich 
Aniſylhydrür, f. d. 

Feunchelwurzel, heißt wegen feines Fenchelge⸗ 
ruches das meiſt aus der Wurzel genommene ef 
cielle Holz des nortamerikanischen Baumes Sassa- 
fras ofGcinalis Nees. 

Fenders (engl., fpr. Fenders), in ber See⸗ 
ſprache Stüde von alten Tauen ob. aus altem 
Tauwerle geflochtene Miatten, bie man an bie 


bis Fenelon 


Seiten der Schiffe hängt, um Be 
verhindern. 

Fendi, Peter, SHiftorien- u. Ge 
1796 in Wien, bildete fich auf dert 
mie, wurde 1818 Zeichner u. Kupfer 
Taiferlichen Münz⸗ u. Antitenlabinet, 
ben Director von Steinbüdhel auf ı 
Geſchäftsreiſe nach Benedig u. Salzb 
Er erwarb fich bei. einen Namen al 
Dentmälern bes Altertbums, zeichn 
lihe Antiten des Wiener Antilenca 
50 Platten derfelben iu Kupfer; a 
grapb leiftete er Borzügliches. Mehr 
ven ibm illuftrirt, u. a. das von Dit 
berausgegebene Prachtwerk: Bienen 
quariſche u. maleriſche Reife ꝛe. ©ı 
hard u. Emma, ein Mädchen vor eı 
gewelbe (im Wiener Belvedere), K 
die Schilpwache, Die Pfändung u. a. ı 

Feneberg, Johann DPtichael, geb. 
dorfim Allgau, wurde 1770 in Landet 
Zefuitennovize, ftudirte Dann in Ing 
mit Sailer innig befreuntet wurde, 
Profeſſor am Gymnaſium in Regen 
in Oberdorf Frühmeßprieſter, 1785 
Gymnaſium in Dillingen, 1793 ®i 
im Allgäu, 1805 Pfarrer in Böhrin 
ft. 1512. F. bat geiftliche Lieber gebi 
ler, Aus Fenebergs Leben, Münd. 1 

Feneketlento (Grundiofer € 
Moraft bei Dotis im Kreife Komori 
tungegebietes Presburg (Ungarn). 

Kenelon, Francois veSalignact 
geb. 6. Aug. 1651 zu Fendlon in £ 
1675 die geiftliche Weihe. Seine Bi 
Thätigleit, bef. bei der Aufficht über 
tiichen Converriten u. bei der Belehri 
notten an der Küſte von Saintongı 
wig XIV., ihm 1694 die Erziehung 
ber Herzöge von Burgund, Anjou u 
vertrauen u. 1695 zum Erzbifchof vo 
ernennen. Bon Bofjuet wegen relig 
gen (er war ein Freund u. Vertbeib 
vou Guyon, f. d.) angegriffen, wurd 
tet feiner Bertheibigung in ven Exp 
maximes des Saintes, Bar. 1697, 
in fein Bisthum verwiefen u. feine © 
damımt; er fl. 7. Ian. 1715. F. n 
für Verbreitung eines wärıneren tieft 
jen Lebens. Seine Berlihmtheit ver 
vorzugsweiſe feinem zum Zwed bee 
richts gefchriebenen Werfe: Les a 
Tel&maque, zuerft Par. 1699, bat 
Beziebungen auf damals lebende 
wig AIV. mißfiel u. noch vor Veen 
brüdt wurde; erft 1717 vollſtändig 
men, erlebte es ſeitdem fortwährend : 
u. tft noch jetst eine der beliebtejten I 
welche in andern Yändern den frauzöſ 
unterricht zu Grunde gelegt werben. 
meiften europätfchen Sprachen überfe 
ferner: Demonstration de l’existe 
Bar. 1713; Dialogues de morts 
Directions pour la conscience d 
1734 (worin 5. zuerſt die Ibee eines 
1. Bolt beftebenben Vertrags auefpr: 
Sarbinal Fleury unterbrüdt, 1774 aı 
wige XVI. wieder aufgelegt). Werl 


©. 


Feneſtella bis Fenſter 185 


I! Schwalbach et ses environs, 1824; Geſchichte 
Je Werke, Deutich, Ypy. 1781, 1782, | 
he religiöfe Schriften, Deutih von ' 


Ausg, Verſaill. 1817—21, 241 


tegensb. 1937—39, 4 Bte. Ihm 
Cambrav in der Kurbebrale ein 
:t u. 1%40 au Berigueng feine Bild» 
- gl. Namiay, Hist. de la vie 
23, deutich Coblenz 1626; F. v. 
& Yebenstgeichichte, a. d. Franz. von 
b. 1811—13, 3 Tble. 
Tajus, römiſcher Dichter u. Hiſte⸗ 
uftus m. Tiberiue, fl. 21 n. Chr.; 
che Annalen von ber Königezeit bie 
der Republik. Unter feinem Na⸗ 
bo: De magistratibus Romuno- 
7, mit Albricns herausgegeben. 
lat.;, 1) Fenfter: daber Fenestra- 
elalter eine Abgabe für Das Recht, 
ter verlaufen zu türfen. 2) (Anat.ı, 
Pemestra rotunda u. Fenesira semie- 
‚8)Bct.), Samennarbe, ſ. Hilum. 
Riinr. Feneftrangſch, Stadt an ber 
suhiement Zariebeurg bes frauzö⸗ 
mens Meurtbe, Yeinmanbbleichen, 
Wetten; 1500 (Em. 
wigefenftert, Bot.), miteinemch. 
ven ziemlich regelmäßigen Yöcern 
u od. dech durchſcheinenden Flecken 


Keralle, fo v. w. Gorgonia. 
„Fleckenen. Hauptort des gleichna⸗ 
1Cluſfone in ber ſardiniſchen Pro⸗ 
1310 Em. Yiegt zwiſchen zwei Mer- 

S., u. daraui ſtarle Feſtung, tie 
auzoſen zur Dedung der ſaveyiichen 

1705 von Saveyen erobert, im 
ı an dieſes abgetreten, 1734 von 
eſetzt, bald wieder geräumt, Dann 
ft unübermwintlih gemadt, 17:6 
‚ag von den Franzeſen eingenom⸗ 
murte. Ce war zur Seit des fran- 
ichs u. nech jetzt Staategefängniß, 
rieder bergeſtellt; nördlich dabei iſt 
Gebirgepaß nach Frankreich. 

' an der Tora⸗Baltea im Rezirk 
Ken Previnz Aoſia; bat Nupier- 
m 


>. 1) fumpfines Grundſtück; 2) 
tur Gräben treden gelegt wor» 
Regpelmeite. Daber Fennen, Vieh 
d. einem Zeihrüden graien lafien. 
t, geb. 1739 an Norwich, Friedens⸗ 
rin ter Graiſchaft Nerfelt; ftarb 
erham. Seine Iriyinalbriefe, ge⸗ 
Deinrih VI, Eduard IV. u. Ri⸗ 
1757, 2 Ute, enthalten interei- 
er jene Zeit. 
ieriicher Vezirk mit Poftamt in ber 
on des Ltautes New⸗NYorkMord⸗ 
menango-Creel; 174 Em. 
Fenneberg, 1) 9. Sbriftepb 
775 zu Rirhbeim in Tberbeſſen, 
als Badearzt 1849 in Schwal⸗ 
jeumal für die VBäder u. Geſfund 
lants, 1794 j.; Dad Schlangen- 
iſchenbuch für Gefuntbrunnen u. 
ss Schwalbach u. jeine Beiltugen- 
jtere m. feine DHeillväfte, iB24; 


— — — — — — — — — 
— — — ——. — — —————— — — — — — —— — — 


Schwalbachs, 1936; Über Nachkuren, 1836; Das 
Gebet Des Herrn in lefängen, 1516; Winterblu- 
men, 1519. 2) Freiberr FJ. v. F. geb. zu Trient, 
witmete fich der militäriihenYaufbabn, nahm 1343 
als Offizier feinen Abſchied u. verließ, durch eine 
Schrift Über die öſterreichiſche Armee mißliebig ge- 
worden, 1547 fein Vaterland, berbeiligte fich 1548 
an dem Aufftunte in Wien u. floh nach der Ein⸗ 
nahme der Stabt- Antange Mai 1849 murbe er 
Thbercommanbant ber Vollemebr in der Pfalz, ge 
rieth aber wegen einer verunglüdten Unternehmung 
gegen bie Feſtung Landau mit Der reveluticnären 
Regierung in Conflict u. mußte fein Commando 
aufgeben. Gr tebte Tann in ber Schweiz u. ging 
von danach Noerdamerika, wo er zu New⸗York feit 
1951 eine deutſch⸗amerikaniſche Wochenſchrift, At⸗ 
lantie, herausgab. Seit 1555 beim Polizeigericht 
in New-York als Dolmetſcher angeſtellt, wurde er 
185% als geiſteskrank in ein Irrenhaus gebracht. 
Er ſchr.: Geſchichte der Wiener Octobertage, Leipz. 
1549; Zur Geſchichte der rheinländiſchen Revolu⸗ 
tion, Züri 1850. 

Fennern, Fluß in ten ruflifchen Oſtieeprovin⸗ 
zen, entipringt im Kreife Weigenflein in Eſthland 
u. bildet in dem Kreife Pernau (Yivlarıd) durch Ber» 
einigung mit ter Nawaſt bei Zorgel die Pernau. 

nni (a. Geogr.), f. Finnen. 
nnich (Bennichgras), iſt Panıcum crus palli. 
enns, kleiner Fluß in der engliichen Grafſchaft 
Rerfelt. 
gend. Fluß, fox. mw. Fannv. 
nrir (Aenrieulfe, nord. Myth.), ein Wolf, 
Sohn Lokis u. der Rieſin Angerbedi: Da er nad 
alten Weifjagungen ten Aien Unbeil drehte, jo 
Inchten dieſe ihn unſchädlich zu machen; vergebene 
aber banden ſie ihn mit ten Bändern Leding u. 
Dromi, er zerriß fie, aber Das von ben Zwergen 
in Schmwarzalienbeim gemachte Vand Gleipnir, 
welches er ſich anlegen ließ, nachtem Tor, ber ihn 
fütterte, ibm zum Pfande ſeine Hank in den Rachen 
gelegt batte, band ibn unzerreiglich, u. er biß Dem 
yr tie Hand ab, Ba er ſich von bernielben betrogen 
ſah. Auf ber Inſel Lyngve wurde er nunan dem 
Felſen Giẽl ed. ren Hügel Siglimir, im See Ams- 
partner, befeftigt, mit der Nette Gelgia unten an 
tie Erde nebunten u. ibm ein Zchivert fo in ben 
Rachen gefieckt, daß das Heft im obern, Die 
Klinge ım untern ftand. Aus Lem aus feinem 
Racen fliegenden Schaume eutflant der Fluß Don. 
In Ber Götterbämmerung befreit, verfchlingt F. die 
Sonne u. tödtet Muapelle Söhne, wird aber von 
Vidars Spieß getöttet. 
Benfaler ınerd. Moth.), tie Mohnung ber 


Frigg, 1. d. 

Fenäffor, Meerenge an ber Weſtküſte bes 
norwegiſchen Stifts Bergen, welche die Inſeln 
Börinães Tenu. Sand ven der Inſel Foſen ſcheidet. 

Fenſter, tie Offnung in den Umtaffung®- 
manern, Durch melde der innere Raun eines Ge⸗ 
bändes erleuchtet wird. Tie Oröße der F. rich- 
set fih mach dem Zwecke, ten das Gebäude hat, 
unbedeutende Sebäute erbalten kleinere, wihtigere 
aber größere F.; eben fo it das Berbältnig ber 
Areite zur Höbe ven Dem Charalter bes Gebäudes 
abhängig; die beften Verhältniſſe find für Wohnge- 
bäude 2:7, 1:2, die höchſten gleih ber Diago- 
nale des Berhäfunifiee 1:2, in kind u. = 


186 Fenſter 


Sälen xc. ſtellen fich indeſſen bie Verhältniſſe höher, | ſchwächere Mauer zwiſchen dem Lichten 
u. werden 6—10 $. breit, 12—30 F. hoch, wäh- | boden; fie it 1—14 Fuß dick, 23 -3 


rend fie bei gewöhnlichen Wohnhäuſern nicht unter 
3 Fuß, bei Imtwirtbichaftlihen Gebäuden aber 
noch jhmäler find. Man unterſcheidet: vieredige 
F., deren Sturz magerecht liegt; Bogenfenfter, 
die durch einen Bogen geichleffen od. übermölbt 
find; Kirhenfenfter & ob.); Kellerfenfter, 
welche tie Breite der obern, aber eine geringe Höhe 
haben, Oberlichtfenfter, bie-über die Thüren 
angebracht find; Sudfenfler, Heine, in Thüren 
od. TH angebrachte $.; ferner Bal⸗ 
confenfter, die keine Brüftung baben u. bis zum 
Be reihen; Venetianiſche (Engliiche) 

„ bie an jeder Seite ein ſchmaleres Jediges, durch 
ſchmale Pfeiler getrenntes F. baben; bie Engli- 
hen Aufichiebefenfter find in Rollen tur 
Gewichte fi bewegente F.; Griechiſche F., de⸗ 
ren Gewände nach oben zu etwas ſchmäler wird; 
Dachfenſter, welche zur Erleuchtung des Dachbo⸗ 
denraumes dienen u. entweder von Holz od. Zink 
od. Weißblech angefertigt werden. Ihre Form iſt 
im erſteren Falle gewöhnlich viereckig, fie erhalten 
dann ein eigenes Heines Giebeldach, milſſen auf 
2 Sparten aufftchen u. beißen gewöhnlih Dach⸗ 
nafen; find fie bogenförmig u. auegeichweift, 
fo nennt man fie Fledermäuſe u. wendet fie ge- 
wöhnlich bei landwirthſchaftlichen Gebäuten an; 
auch beißen fie Dachluken, u. zwar fortlaufende, 
wenn fie durch Die ganze ränge bes Daches geben; 
Shfenaugen, wenn fie zirlelrund find, Kapfen⸗ 
fter sc. Die Dachienfter von Blech or. Zink, ge 
wöhnlich halbrund geichleffen, find bie beften zur 
bloßen Erleuchtung des unbewobnten Botenraums; 
fie befichen aus zulammen gelötheten Metallplatten 
u. werden auf ten Dachlatten befeftigt. Damit 
Tas Waſſer von bem Dache algeleitet werde, ift an 
ten Seiten des Dachfenfiers ein Blech Abweiſe— 
blech) angebracht. Ein 5. ver ct. in welchem 
ein Drabtgitter angebracht ift, beigt Trabtjeniter; 
tergi. werben bef. in Speiſe⸗ u. Norratbelammern 
gebraucht, um liegen u. anderes Ungezieter abzu⸗ 
webren u. doch friiche Luft zu erbalten. Hinſichtlich 
tes Offnend der F. unterfheitet man Gewinde 
fenfter, deren Flügel an Halpen büngen u. an bie 
F⸗ſchmiege anichlagen; fie Tchiebefenſter, wo 
ich ein Tbeil eines Flügels in einer Nuthe ver» u. 
rüdwärts johieben läpt; Auisziebfenjter, beide» 
nen Die untere Hälfte mitteljt Gegengewichten u. 
federn in einer im {Kutter angebrachten Nuth hin» 
auf u. binunter geihoben merten kann. 

F. maſſiver Mauern entbalten cine fcinerne, 


über die Mauerfläche hervoerragende Aenfterverkiei« - 
bang Einfaſſung), beſtebend aus ber Unter | 
lage, der Fenſterſedibanke Den auf dieſer ſenkrecht 
angeirichen. In nexeiter Zeit fernigt ı 


fiebenden Einfaliungen, enflergewaänte, iiber Die: 


ier ein wagerecht liegendes ct. begenförmiges 
Vebedungefiüd, Aenflerflurz. der zuweilen nech 


ein üdbderdeckendes Geſims, Aentervertadung, er⸗ 
bält. Die Breite der Gewände, ter Soblbankeu. 
des Sturzes beträgt, wenn fie wer Der Mauerfläche 
verſteben u. mit Glieterungen verziert find, Z—! 
Per Vreite der & efinung. Werden diese Stücke ven 
eichenem Holz gefertigte 1. in die Mauer ciiigeicht, 
jo beit died ein Acnttergerat. Bei Hetzwanden 
werben fie durch die Wandſäulen u. Riegel erießt 
Zuſammen deißen dieſe Einfajlungen das endtei 


— — 


wird oberhalb mit einem Bret von | 
dem Seniterbret, bebedt; der Fenfterau 
fterfchmiege) in mafjiven Mauern, 

rung der F⸗öffnung nad innen ud. aı 
durch mehr Yıdt im Zimmer zu e 
Benfteranfchlag, der zur Befeſtigung bei 
das Glasfenfter Dienende 3—4 Zoll 
iprung der Gewände, Des Sturzes u. 
Der innern Dauer; ber Fenfterfchaft (8 
der Raum zwiichen 2 Fenſteröffnunge 
fchläge, jind alle an einen F. erfordert 
ferarbeiten, welche daſſelbe ſchließen, d 
jammenbalten u. dieſelben am Sutter bi 
Erfüllung bes erfteren Zweds dienen 
ber, Anziehfnöpfe, Senfterriegel, Ba: 
Espagnoletſtangen; zum zweiten bie 
od. Eden; zum Dritten die aufgejegten 
bänter mit dem Hajpen. Die Fe⸗pbeſch 
von Eiſen od. Mefjing gemacht, gewehn! 
nur die Anzichlnöpfe, die Ruder an den 
ftangen, auch zumeilen Die Fiſch⸗ cd. A 
von Mefling. Zu ten eigentlichen 
ftern gebören Das Fenfterfutter (Zenfter. 
fterzarge), Der hölzerne Rahmen, welch 
einzelnen Hölzern «(Benfterichenfein) | 
Mauern mittelft Bankhalen u. Dubeln 
ſchlag (j. ch.), bet hölzernen Wänden 
Tbürfutter am F⸗gerüſt befefligt wir 
F⸗futter hängen die Zenfterflügel mittel 
bie fih an ben im futter befindlichen 
wegen, öffnen u. [ließen lafien. Die 
gen am bejien mit doppeltem Falze in | 
werben durch Die Fenſterſproſſen, 1—1! 
auf beiten Zeiten abgeſchrägte Ztübe 
Zbeile geiheilt. Die Glasjgeiben fig 
Falze (Eslaenuth) Terielben u. werbei 
mit Fenſterkitt, einer Miſchung aus dı 
Kreide, befeftigt. An Dem unten Cu 
Das F. einen Wetterſchenkel, Der in en 
aenten, abgerundeten, unterbalb ausge 
bejiebt, Die Dad Eindringen des am F. 
ten Waſſers in Die untere Fuge ver 
meifliigeligen Fen erbält Das Kutter y 
Mittelichenkel, der aber immer hinter 


balb man ibn an Dem einen Flügel bej 


Aufſchlagen einrichtet; bei vwierflügel 
indeſſen ein ſolcher zum Anſchlag Der | 
aus nötbig; er wirt am Futter beie| 
einen Wetterſchenkel. Ift ın einem F.« 
u. ein wagerechter Mittelſchenkel angel 
den beide zuiammen Das Aenftertreuz 
ter a. Die Flügel Der 5. werden ven E 
aber venverchenbelze Se’ertigt u. tüchti, 


rabrien ganz von Erren, welde die 

tbeile Der Dauerbaitigkeit, u. wegenet 
neren Spreſien u. Schenlel, gröẽßerer 
ſeich vereinigen. Die Verzierung Der 

ſich mebr auf die Einirſſung Der äußei 
de Gewände, den Sturz. die Soblbanl 
die Hauptſtecverle mit den am meiſt 
F. verſiebt: indenen it auch Dad Glar 
nichiacher Verzierung ſädig, Die bei 

in den verſchziedenen, durch Soroſit 


erzeugaten Formen, bei balblreisfermig 


seele. Dic Benferbräftung iſt dic un I— 13 ih. 


Fan rei verer ed. geringerer Anerdn 


Beufier bie Fenſterfriaut 


| 
e verfehlebenften Formen ber &-ver- | mit welchen Baud an die Fenſterbreter genageit 
ĩ ae ik Beorbänge taran aufzufteden 
enſtern. Die Häünſer der Römer | Fenſterrecht (Rechtsw.), 1) im Ailgemeinen bie 
ten F., ba bie — | Redytegrunbiäte über Anlegung von Fenſtern, bei. 
f. d.) gingen u. | nah ten Räumen ter Nadhbargrundftäde him; 
üröffn ' 2) Bejeichnung für bie tem einen Grun 


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aloufien. Faß nirgends | wiey. B., dab dadurch das nachbarliche Orundſtuct 
traße; daſſelbe iR noch jet | jeden Augenblick Aberſehen werben fan, entſtehen. 


), fo». ı. Urbeiteloch; 2) | maverwehzt, fidh bei feinen Banten fe einzurichten, 
Innern Sa 


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i ih | inberjen weiter, ⸗ 
ei Erg R =‘ —— Vechte ber Ei — — n⸗ 

.mw. t. fiht zur Berimeibung n er onen er⸗ 
—— — 2 Seien mit tie» bebiich beichränten. Diefe VBeichräntungen nn 


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i Achuer yu werden So nach 
utes Zinn. en bat orbinä Er Diasten . bau Recht zu Bel re Nachbar 


in bas Oru ck deo Andern nde 
— ——— fine Genfer bene; mad Nabern 
| Senfterrahmens fehhält. das Recht, zu fordern, baß er feine anderen Feuſter 
De, f. u. Vorſetzer. baue, als welche nöthig ind, am ſich Licht ju ner- 
1, ae re ts weder | Mk Gnkerag vom Banana u aa m Oi 
beſeſtigt find, um fie vor dem Gin- | form angelegt werben bärfen; od. aber auch das 

Mecht, wonach ber Machbar nicht zu nahes 

e, |. u. Zangenflizge. Anbanen dem Nachbar das Licht ber vor 
ee, | hanbenen Fenſter verbauen darf. Bei dieſer Berfchie- 
ſo v. w benheit lann daher im nen Falle nur bie ge⸗ 
2,1) ein von Rarfen runden | nauere Erforſchung ber —— od 
sen Stäben, welches vor ben Fen⸗ ſetzee enticheiben. Vgl. , Das Fenſter⸗ 
wände eingelaflen ob. n. t, 2. Aufl. Berl. 1840. 
ben gegen Einbruch zu ;8) Ber, fe v. w. Borreiber. 
Den Senftern, um Genkerenlen, 1) fo v. w. Fenſtertiſch; 2) fo 
ben zu verhindern. v. w. Honlenn. 
‚f.. Glas. i äule, Jenſterſchaft u. Fenſterſchei⸗ 
mer (Bin), fon. w. Frauenglas. Ben, |. m. 2 
— 55 — ana), Aut (.b), os 
‚.® 2 ‚ ce .b), 
. eiferne u. ber Warsitie der U 
u ze Sicherheit ob. zum Abhalten 
Basen 





eblaben); od. fie In wer auf ber ſich den Haute näbert. 
Riegelu befehigt (Ber» — ea lpIn EL Emma ie 


mestien), |. u. Gplunen; 2) (Epei 
miz vumben Röpfen,: —— Hirt Bm Bonung Epaize, Sand fee 


i 
$ Be: 


188 


filbergrauer led; webt ein Meines berizontalee 
a Binleln; gemein. 
fterftaar (Dieb.), biejenige Form bes granen 
Staares, wo die Trübung der Yinjentapjel fenfter- 
rahmenartig fich geftaltet hat, |. u. Staar (Veed.). 
erfteuer (Bentertare), Steuer für die An⸗ 
zahl Fenſter eines Gebäudes, bei. in England, mo 
fie von Pitt eingeführt wurbe, aber fett 1851 ablam. 
enfterteletkop, ſ. u. Fernglas 2). 
nfterzarge, fon. w. Fenfterfutter, ſ. u. Fenfter. 
nton (pr. Fenton), 1) Ebuard, geb. in 
Nottinghamſhire; nahm Seebienfte u. begleitete 
1577 Martin Frobiſher auf feiner zweiten Reiſe, 
um eine nördliche Durchfahrt zu fuchen. An feiner 
Entbedungsreife nad der Magelbaniihen Dieer- 
enge 15862, wurde er von einer ſpaniſchen Flotte 
gebindert. 1598 focht er gegen bie ſpaniſche Ars 
maba u fl. 1603 in Deptford. 2) Elijah, geb. 
zu Shelton in Stafforkibire; erhielt, da er fich wei⸗ 
gerte, dem Könige Wilhelm den Eid der Zreue zu 
leiten, feine Bfarrftelle u. errichtete 1705 eine 
Schule in Kentihire; er fl. 1730 als Secretär ber 
Lady Trumbull, deren Sohn er erzogen batte, in 
Gaft-Hampftead» Part bei Dakham. Cr ſchr.: Ge⸗ 
Dichte, Lond. 1717; das Trauerſpiel Mariamne, 
ebd. 1723; u. nahm Theil an Popes Überfeung 
der Odyſſee. 

entre (ſpr. Fentreß), Grafihaft im Staate 
Tenneſſee (Nordamerika), 16 OM.; vom Obeys⸗ 
River durchfloſſen; größtentheils eine Hochebene ber 
Gumberland -Mountaims mit fhönem Weibeland; 
Producte: Mais, Hafer, Rindvieh, Bauholz, Stein» 
toblen; 1851: 4454 Ew., worunter 148 Stlaven. 
Hauptort Jamestown. 

Fenus (Iat.), fo v. w. Wucher. 

Fenyes (ipr. Fehnjeſch), Alerius, geb. 1807 zu 
Cſokaj in Ungarn, fludirte Die Rechte u. wurbe 1829 
Advocat; dem Presburger Reichstag 1830 wohnte 
er als Abjentenlegat bei u. lebte feit 1836 wifien- 
ſchaftlich —— in Peſth; 1848 wurde er Chef 
der ſtatiſtiſchen Section im Miniſterium des In⸗ 
nern u. 1849 Präſident des Nationalgerichts, blieb 
jedoch nach Unterdrädung der Revolution unver⸗ 
folgt. Ex ſchr.: Magyarorszagnak’s à hozzä 
kapcsolt tartomänyoknak mostani allapotja 
statistikai 's geographiai tekintetben, Peſth 
1839 f., 6 ®be.; Magyar. statistikaje, 1842 f., 
3 Bte., 2. Aufl. 1944 (deutich 1843); Magyar. lei- 
rara, 1847, 2 Bde. (1. Theil deutich von Horn: 
Ungarn im Bormärz, Lpz. 1851); n. gab einen Alle 
gemeinen Hand» u. Schulatlas, Peſth 1845, heraus. 

Benydfalva (ſpr. Fehnjöfalwa, Gerhard sau), 
evangeliſches Pfarrdorf im ſiebenbürgiſchen Kreiſe 
Hermannfladt, Poſtamt; 760 Em. 

Senzlia (F. Benth.), nad E. Senzl (Botaniler 
u. Euftos am Botanifhen Diufeum in Wien) be» 
naunte Pflanzengattung aus ter Familie Pole⸗ 
moniaceen; Art: F. dianthiflora Benth., in Ca⸗ 
lifernien. 

eo, Sranc., geb. 1699 in Neapel, widmete fich 
der Mufit unter Gizzi u. Pitoni, wurde 1740 Des 
Erfteren Nachfolger an ber dortigen Muſilſchule u. 
fl. 1752. Er componirte die Opern Ipermneftra, 
Arianna, Arface u. Andromeda, außerdem mehrere 
Pſalmen u. Mefien. 

Weobör, ruffiiher Name für Theodor. Bei. be 
lannt 1 Czare von Rußland: 1) %.1.Imwe- 


Fenfterflaar bis Ferandin⸗ 


bräunfich grau, auf dem Rüden cin faſt viereckiger, | 


nowitſch, Iwans II. Sobn, gu 
ſchwachſinnig, regierte durch feinen S 
ris Gudenow, 1534—98, |. Ruffifche® 
2) F. II. Boriſowitſch, Sobn ve 
denow, geb. 1598, folgte dieſem 10 
Zeit, indem er won bem falfchen Dem 
u. ermordet wurde, |. ebd. 3) F. 
Alerei Diichailowitich, geb. 1657, re 
1682, wo er ohne Nachkommen ftarl 
Großen zum Nachfolger einſetzte, |. ebl 
ler: 4) 5. Iwanowitſch, geb. u 
müdifcher Herkunft, kam bei einem 
Kofaden 1770 in ruſſiſche Gefangenſch 
jerin fchentte das Kind ber Erbprinz 
den, welche es in Karlerube erziebe 
früh entwideltes Künſtlertalent bilbeı 
Melling u. Beder aus, worauf $. | 
in Rom fortfetste; dort trat er in näh 
zu Lord Elgin, ben er nach Griechenl 
um die Barthenonfculpturen zu zeichn 
dann iiber London nach Karlsruhe 3 
1806 Hofmafer u. fi. 1632. Sein 
Werk ift das gran in grau gemalte | 
ber proteftantifhen Kirche zu Karlorn 
dirte er die Kreszabnahme 3.9 Dante 

Keodofte, 1) Kreis ım ruififchen € 
Taurien, öftliher Theil der Krim m 
infel Kertſch; mehrere Salz⸗ u. Süßſe 
quellen, ziemlich unbebaut; 2) Kre 
im 13. Jahrh. von den Genuejen ge; 
jo blühend u. beoölfert, daß man es 
tinopel der Krim nannte, an der Oftli 
5 Kirchen, 1 Kreisfhule, Muſeum, ge 
fen, Seebäder, UÜberreſte alter Mau 
agogen, worunter eine ber Karaiten, 
Duarantaine, Zollanıt; 4700 En. 
von F., fo v. w. Dieereuge von Jeni 

Feodrow, Waſſilii Fedorowitſch, 
1823—27 in Dorpat, begleitete 18 
deſſen gelehrte Reije nach dem Ara 
nom, brachte 44 Jahr auf einer Wei 
fibirien zu, Deren Ergebniß trigenome 
mefjungen, geograpbifche Beftinumun 
ten von 79 u. der Yängen von 42 
tehrte Ende 1837 nach Dorpat zurid ı 
fefjor der Aſtronomie an der Univer 
Unter feiner Yeitung wurde dus wi 
jervatorium in Kiew erbaut, deſſer 
wurde. Er ftarb 1855. 

Feotas (ipaı.), |. Glaubensfolbat 

Wer, Eap an der Küfte ber algieri 
Conftantine. 

Ferae (lat.), f. Raubthiere. 

Serababad, Statt, fo v. w. Fara 

Ferajuolo, Nuncio, genanıt de 
geb. 1661 in Nocera de Pagani, Schi 
Giordano, Yanbidafısınaler; er ft. 17: 

Ferak, bei den Muhammedaneru 
ſonderung von Gott, die größte St 
dammten. 

Feralia (röm. Rel.), ſ. u. Bebrun 

Feran, Injel un Stillen Ocean 
weftfüfte der Zufel Duadra u. Banı 
tiſches Norbanıerila). 

Serandine, eine Art Burail, be 
roher od. gejottener Seide, ber Einſt 
Molle, Kameelhaaren, leinenem Gaı 
wolle iR, 


Ferandini bis Ferdinand (Saifer) 


Giovanni, Cemponiſt, gebürtiq aus 
tier des Antenie Biffi, kam in jrnber 
tünchen, wo er fih ale Sebceibläier 
ezeichnere, Tann Mufiltirecter u. 
ı u. Rath tes Kurfürften wurde u. 
ater jenen mmfilalijdyen Pretucten 
uen bie 
'ria, 1737; Artasesse;, Catone ın 
tino, 1756; Diana placata, 1758. 
Johann Kari Chriſtopb, geb. 
a in Sadien, mwidınete fi in Jena 
. ber Pbiloſophie u. Theologie u. 
x ter Moral, Yogil nn. Dietapbufil 
wo tr 1786 flarb; er ſchrieb: Ber- 
eimft. 1770; Uber tie alademiſche 
br. 1770: Über Die guten Sitien auf 
d. 1771; Über bie Sorge tür die Ge⸗ 
tatemien, ebb. 1772; Über bie alar 
wit, ebd. 1779, u. am. 2) Job. 
1743 ın Karläfrena; wurde 1763 bei 
2m Ztedbeoln angeftellt, 1774 Pro- 
Mm Vlietau, 1753 Profejlor Der Na⸗ 
u detereburg, trat 1796 in preußiſche 
1 amt einer Reiſe in Bern; er 
6 Eieliiblant, Prag 1773; Weir 
Bmraizeichichte von Böhmen, Berl. 
rinng tes Luedfilberbergwerls zu 
+4; Über tie Gebirge in Ungarn zc., 
d. a. 3) Chriitian Karl Fried⸗ 
we. 1761 zu Melz in Diedienturg» 
me Seit 1777 in Bere u. Göttingeu 
Stzatemilienichaften, wurde fpäter in 
Sensjecretär, 17%6 Yegatiendrarb, 
e Piplomatiiche Yaufbahn auf, zog fich 
ben Güter zuriid u. beſchäftigte ſich 
‚er flarb 1935 in Striggow bei @ü- 
Berjuch, tie medienburgifche Kep⸗ 
auch in der Mark Arantenburg an- 
fd. 1793; Ren richtigen Anichlägen 
Reubrantenkurg 1794; Grundzuüge 
mung der Yautgüter im Mecklenbur⸗ 
1796; Uber Ebe u. Cbelcjigleit in 
cher Hinſicht, ebd. 1746: Liber land: 
Contracte u. Deren Kautelen, Roflod 
3 Tble. %. ift auch Verfafler des 
en Vaterlandsolieder, von E. A. F. 
as PBıanoforte componirt, ebd. 1622. 
beim, geb. 1766 in Jwidan, ſtu⸗ 
in Leipzig u. Wittenberg bie Rechte, 
Bürgermeifter in feiner Vaterſtadt, 
erfieuerrath im Finanzminiſterium 
17 Trrecter der Generalverwaltung 
1819 ale Geh. Oberfinanzrath zum 
Rath u Diitglied des Dkinifteriume 
„ Der Gewerbe ernannt; 1528 trat 
b. Er fchrieb: Beiträge zur Kennt» 
blichen u. commerciellen Suflantes 
: Monardyie, Bert. 1929; Neue Bei⸗ 


2. 

Dünfte, Wetter, in einer Grube, bie 
on tes Schwefels u. durch Aus wit⸗ 
Ssublimaten entſtehen; 2) fo v. w. 
».w. Blut, Leben, Leib, Tod; daher 
.w. Eriminalgerichtöbarteit, u. Bere 
zivandte. 

Rönige von Schottland: 1) 5. I., re⸗ 
!, wurbe wegen willkürlicher Regie 
m erımorbete fi) 636 im Kerler. 9) 


| &. II., reaierte 670— 688, |. Schottland (Geſch.). 


Opern: Berenire, 1730; ' 


LT ———— —— ———— — — — Le — nn — 


Beräfen (Herald.), fo v. w. Beffroi de vaır. 
Ferchland, Dorf an der Elbe im zweiten Kreile 
Jerichow bes preufilchen —— Mag- 
debura: Demaine, Körfterei, Schiffmähle; 510 Ew. 

Ferculum (rim. Ant.), 1) großes Bret, worauf 
die Schüfieln in Das Speiſezimmer gebracht wur⸗ 
ten; daber 2) Schifiel, Bang des Gaflmabis; 8) 
Zragbabre, worauf Götterbilder bei Proceffionen 
getragen wurden. 

Ferdinand, deutſcher männlicher Vorname, 
wabhrſcheinlich eigentli Bernend od. Werinand, 
der Wafienkühne. Merkwürdig find: I. Re⸗ 
nierende Fürſten: A) Kaifer: a Deutfdhe 
Raiſer u. Könige: 1) F. J. Sohn Philippe I. 
von Saftilien, jüngerer Bruder Kaiſer Karla V., 
geb. 1u. März 1503 in Alcala de Henares; erhielt 
um Zbeilungevertrag zu Morme 1521 die beutichen 
Erbländer ſeines Vaters, jedoch obne die Nieder⸗ 
lande, u. erbte nach dem Tode des Königs Ludwig, 
ale defien Schwager, 1527 noch Böhmen u. Un- 
gar. Er wurde nach feine® Bruders Karl V. Ab⸗ 
banlung 1556 zum deutſchen Kaiſer gemäblt u.f.25. 
Juli 1564. Er mar ein Gegner der kirchlichen Refor- 
mation, u. von energiihem Cbarafter, unterwarf er 
ſich da8 aufrübrerifche Böbmen (f.b. Geſch. VI.) mit 
Waffengewalt. Um Deutſchland (f. d. Geſch. XI. n) 
machte er ſich durch die Reichsmünzordnung verdient. 
Den Religionsfrieben erhielt er aus Politikeu. gegen 
feine Überzeugung aufrecht. Gr mar ber Stifter ber 
dentihen Yinie des öfterreichiihen Hauſes u. feit 
1521 vermäblt mit Anna, Tochter des Königs La⸗ 
diſtaw ven Ungarn u. Böhmen (fie fl. 1547); von 
feinen 15 Rintern überlebten ihn 3 Söhne (Maximi⸗ 
lian, fein Nachfolger inı Reich, Ferdinand, Yande 

raf vom Elſaß |[i. unten 50) u. Karl, Herzog von 
Steyvermark) u. ı Töchter. 2) F. II., Entel des 
Borigen, Schu bes Erzberzoge Hari von Eteyer- 
mark u. Marias von NWaiern, geb. 9. Juli 157% im 
Grätz; folgte ſeinem Vater in Steyermark, Kärn- 
ten, Krain u. Görtz 1590 unter Bormundſchaft des 
Erzberzoge Ernit, Bann nah 1595 unter Sailer 
Aubelf II. Defignirter Nachfolger des Kaiſers Mat- 
tbins, wurde er 1617 König von Böbmen, 1618 
von Ungarn u. 1619 Regent von Öfterreich u. deut» 
iher Kaiſer. Er war ein Feind ber reformatorijchen 
Beſtrebungen, non Charakter berrichfüchtig u. miß⸗ 
trauiſch u. trug den größten Tbeil ber Schuld an 
dem Auebruch des Dreißigjährigen Krieges ıf. d. 
IL.— VI.) u. an ber SJerrüttung des Deutichen Rei⸗ 
es (f. Deutſchland XI. (). Er fl. 15. Febr. 1637 
u. mar vermäbhlt feit 1600 mit Maria Anna von 
Baiern (fl. 1616) u. 1622 mit Klecnore von Man⸗ 
tua, n. batte von erfter 4 Kinder: Ferdinand (ale 
Kaiſer F. 111), veopold Wilhelm, Biſchoj ven Stras⸗ 
burg, Mariane, vermäblt an den Kurfürſten Marxi⸗ 
milian J. von Baiern, u. Cäcilie Amate, vermäblt 
an Wladiſlaw, König von Polen. Eeine Geſchichte 
ſchr. Hnrier, Schaffh. 1450— 53, 6 Bde. 3) 3. III., 
Sohn bee Borigen von beffen erfier Gemablin, geb. 
20. Juli 160% in Öräß ; wurde ſchon 1625 als König 
non Mähmen u. 1627 als König von Ungarn ges 
frönt, erhielt nah Wallenfteins Ermordung 1634 
ben DOberbefehl liber das Heer, gewann 6. Sept. 
1634 die Schlacht bei Nörklingen u. vertrieb bie 
Schweben aus Sütdeutfchland. Gr wurde 1636 rde 
miſcher König u. felgte feinem Bater 1637 ald Kater. 
chlefien u. wanlelmũthig verfolgte er bie Po⸗ 


190 


litik feine Vaters im Kriege gegen Frankreich, 
Schweden u. die proteftantijchen S.tände, bie er fich 
endlih nad langen Friedensverhandlungen 1648 
ur Beendigung des Dreifigjäbrigen Krieges (f. d. 

I. bis Ente) genöthigt jab. Er ft. 2. April 1657. 
F. mar breimal verbeirarbet; 1631 mit Marie 
Anna, Tochter des Königs Philipp III. von Spa⸗ 
nien (ft. 1646); Dann jeit 1648 mit Marie Yeopol- 
dine, Tochter des Erzherzogs Yeopold V. von Ty⸗ 
rol (ft. 1649); u. jeit 1651 mit Eleonore, Tochter 
des Herzogs Karl II. von Mantua, n. binterlieh 
außer ten römiſchen König %. IV., ver jchon bei 
feinen Yebzeiten ftarb, Leopold J., feinen Nachfolger, 
beide von der erſten, u. Söhne u. I Tochter von ber 
zweiten Gemahlin. 4) F. IV. Franz, ältefter Sohn 
bes Vorigen u. Maria Annas von Spanien, geb. 
1633; wurbe 1646 zum Könige von Böhmen, 1647 
zum Könige von Ungarır gekrönt, 1653 zum römiſchen 
König ermäblt u. gekrönt, er ftarb aber noch nor ſei⸗ 
nem Bater 1654 an den Poden. b) Kaifervon 
Öherreid: 5) 5.1. (al8 König von Ungarn u. 
Böhmen F. V.) Karl Leopold Franz Joſeph 
Erejcentius, Sohn bes Kaiſers Franz I. n. 
befjen zweiter Gemablin Maria Tberefias von Si⸗ 
eilien, geb. 19. April 1793, Träntlich als Kind ır. 
Yüngling wuchs er in regem Intereife bei. für Ge⸗ 
werbe u. Künſte beran, wurde 1530 zum König 
von Ungarn gekrönt u. fuccehirte feinem Vater 
1835 in ſämmilichen öfterreichifchen Staaten, wurde 
1836 als König von Böhmen u. 1938 als König 
von Lombarbei-Benebig gekrönt. Am 2. Dec. 18.418 
legte er, ta feine Ehe kinderlos biieb, zu Gunften 
feines Neffen Franz Joſeph die Krone nieber ı. 
hätt ſich feitbem meift in Prag auf, f. Ofterreich 
Geſch.). Er ift jeit 1831 vermählt mit Anna, 
Bocter bes Königs Bictor Emanuel J. von Sur- 

inien. 

B) Könige: a) von Aragon: 6) F. J. der 
Gerechte, zweiter Sohn tes Königs Johann 1. 
von Gaftilien u. Eleonorens von Aragon; Intant 
von Kaftilien, fchlug nach feines Bruders Heinrich 
bes Kränklichen Tode die ihm von ben Stänten 
angetragene Krone aus u. theilte nur mit der Kö⸗ 
nigin die Vormundſchaft über feinen Nefien Jo⸗ 
hann II.; er wurde nach dem Ausfierben ber Kö⸗ 
nige von Aragon mit Diartin, ald Sobn von befien 
Schweſter, 1412 nach zmeijührigem Interregnum 
von ben Ständen zum König von Arugonien ge- 
wählt u. fl. 1416; f. u. Spanien (Geſch.). Er war 
vermählt mit Xeonore d'Albuquerque. 7) 5. IL, 
fo v. w. Ferdinand 16). by Bon Böhmen: 8)— 
12) ſ. Ferdinand 1)—5). 0 Bon Caſtilien: 
13) F. J. der Große, Sohn Sandos III. von 
Yavarra; erhielt 1035 als Erbe Caſtilien, ercberte 
Yeon u. einen Theil son Portugal ı. ftarb 1065; 
ſ. u. Spanien (Gelch.). Er war vermählt mit 
Donna Sandia, Tochter bes Königs Alfons V. von 
Leon. 13) F. Il., der Heilige (ald König von 
Spanien 5. III.), Sobn Alfons IX. von Yeon u. 
der Berengaria von Laftilien, geb. 1199; er murte 
nach der Refignation jeiner Dlutter 1217 König von 
Kaftilien, 1230 Durch bie Wahl der Stände Rachiols 

er ſcines Baters in Leon; er eroberteXeonn.ft.1252, 
ber feine Regierung |. Spanien (Geſch.). Er if 
ber ität Salamanca. 1671 ca- 


©tifter der Uni 

nt re Er war mit Beatrice 
# 1337 mit Johanna ven Pon⸗ 
Negierung egeſchichte 


Ferbinand (Könige) 


ber Erzbiſchosf von Toledo, Don } 
nes. 15) F. III. (F. IV.), der 
Echn Sandos IV., Königs von Le 
geb. 1285 in Sevilla; folgte feine 
Anfangs bis 1305 unter Bormundfd 
ter Diaria von Molina. Über fein 
Spanien (Geich.). F. ft. 1312 in 3 
wird, von 2 Brüdern, die er wegen 
Mordes ungebört von ter Stabtm 
zen laffen, binnen 30 Tagen vor ( 
ftubl gefordert, die Nacht vor Abl 
mins (daher fein Yeiname). Er war 
Tochter des Königs Dionys von ' 
mäblt. 16) %. IV. (F. V., ale Kür 
%. II), der Katbolifche, Soh 
von Aragon, geb. 1452; vermäblte 
der Erbin von Caſtilien u. Yeon, 31; 
nad) ihres Bruders Heinrich IV. de 
den Zobe 1474 mit dieſer König 
folgte num auch 1479 feinem Bater 
bereitete jo die jpätere Vereinigung 
Einer Monarchie vor. Uber jeine u. 
lin glorreihe Regierung, unter we 
tugal gefochten, Granada erobert, bie 
aus Spanien vertrieben u. Amerifa e 
u. Navarra bis an die Pyrenäen erob 
Spanien (Geſch.). F. ftarb 23. Jan. 
Schloſſe Madrigalejo in Eſtremadur 
Iſabellas Tode (1504) zum zweiten 
mit Germaine Gräfin von Keir, 2 
Kinder blieb. Aus der erften Ehe 
Sohn, Johann, welcher vor ihm ftar 
von denen bie zweite, Johanna, ten 
lipp von Oſterreich heirathete, beif 
(als Kaijer Karl V.), 5-8 Rachiol, 
jüngfte, Katharina, war an Heinrich ' 
laub vermählt. Prescott, Gejchichte A 
(deutſch, Yp3. 1812, 2 Bre.). 4 8 
F. J. Sohn Alfens VIIT., geb. 113 
1152 zum König von Leon u. Salicieı 
jeinem Vater, während jein älterer 8 
erhielt; über jeine Regierung ſ. ©: 
F. ft. 1188. Nachben: reine She mil 
Zochter des Königs Alfons I. von 9 
etrennt worden war, verinäblte e 
Thereſe, Tochter von Nuñes de Yaı 
1180 flarb, 11801 mit lirraca Pop 
Sohn Alfons IX. folgte ihm. 18) ; 
nand 14). e Bon Neapel: 19) 
Sohn von Alfons V. von Aragon, n 
neapelitaniihen Parlanıent zum P 
labrien u. Throntolger erllärt, u. n 
Claivimont, Nichte Des Herzogs vor 
mählt, nach dem Tode feines Pate 
Neapel Beſitz u. erhielt vom Bapfı Piı 
nung damit. Doch konıtte er nur Ne: 
er ft. 1494; |. u. Neapel. Er war 
mit Iſabella, Tochter Triſtans voı 
jeit 1476 in zweiter Ehe mit Ichamı 
Könige Johann II. ven Arayon; 
ftammte jein Rachfoiger Alfons II. 2 
des Borigen, Sohn von Alfons I] 
feinem Vater, welcher Die Krone n 
&arl VIII., König von Frankreich, 
nach Ischia fliehen; er wurde zwar w 
ftarb aber jchon 1496, f. Neapel (Gi 
vermählt mit feiner Tante, Johann 
Könige Ferdinand L, von bes ex fei 


Ferdinand (Könige) 


4104 


. IIT., fo v. w. Ferdinand 10). 22) | friedenen Sicilianer beharrten indeß bei der Revo⸗ 


dinand 29). ſ) Von Portugal: 
e»ntil (ber Artige, Zierliche), 
ige Peter I., geb. 1340 in Coimbra; 
nem ®ater u. fl. 1353; über ihn |. 
ſch.). Gr beiratbete 1372 Yeonere 


xerber an Porenzo PAcunba ver: | 


er teinen Sobn binterlich, jo endete 
chte burguntiihe Danneftamm, u 
Jearriz, vermäblt an König \cbann I. 
nach ibr aber sein Stiefbruder (Zobn 
afire Jobann, befliegen den Thron. 
ſt Franz Anton, Sehn tes Frin- 
von Koburg⸗Koharv, geb. 29. Oet. 
ite ſib 9. April 1536 mit Maria II. 
nigin von Vertugal, Witime Des Her⸗ 
en Yeucbtenberg, u. wurde zum Priu⸗ 
al u. Derzeg von Oporto, IS37 nad 
ines älteften Zchnes, Ton Pedro de 
um Zitularfänig von Pertugal er 
ise. 18534 nach dem Tede jeiner Se» 
ter Regent Des Landes bis zur Hroß⸗ 
‚Krenprinzen 16. Zept. 18505 1. Bor- 
.p Ben Zicilien: 25) x L,ie 
wel. 26) F. II., ſo v. m. Ferdi⸗ 
DAEII,;. Ferdinand 21. 28) F. IV. 
berder Sicilien F. I.) Anten 
kann Revomuk Eerapbin Ja— 
tet, dritter Sebn Karls III., Kö— 
anien, u. der Prinzeſſin Amalie von 
12. Jar. 1751, erbielt 1759 von fei- 
elcher Spanien erbte, ten Tbron von 
nahm 1767 von einer vormuntichaft« 
haft die Regierung, deren Zeele feit 
mablin Maria Kareline wurde, wäb⸗ 
perjenlihen Neigungen lebie. Nach 
‚ des Franzẽſiſchen Kevolutionelrie- 
gertinand ter erfien Cealitien u., 
m Frieden qezwungen worden mar, 
en Koalition gegen Frankreich 179% 
Sinrüden ter Franzoſen aus Neapel 
ebrte aber IVO zurild. Bei der zweiten 
arels durch die Franzoſen 1806 ging 
sach Eicilien, we er fib unter eny- 
Rellte; überließ IN09--11 die Regie» 
Zehne Kranz, 303 1815 wieder in 
vereinigte 12. Tec. 1616 Neapel u. 
tönigreich beiter Sicilien, al® befien 
fig Kertinand I. nannte. Tie Rer 
IS20 zmang ibn zur Einführung der 
aſſung ven 1812, welder er fich jedoch 
rreichs 182eniledigte. F. ft. 4. Jan. 
r feit 176% vermählt mit Kareline, 
aifer6 Franz 1. von Literreib, ven 
ter u. 7 Söbne batte. Als dieſe 1811 


lution u. erflärten den König u. feine Familie int 
Mai des Thrones verluftig. Indeß wurbe 7%. im 
Mai 19.419 Derr ter Bewegung, nahm alle Dem Li⸗ 
beraliamus gemachten Concefjionen zurüd u. jübrte 
iertan ein ſcharjes Regiment ein. Am 8. Techr. 1556 
wurde von einem Zoltaten Milano ein mißglüdtes 


Alientat gegen lein Yeben gemacht. Er mar fett 1532 


‚ging er eine merganatiſche Ebe mit | 


en Prinzeſſin ven Caſtara ein, die er 
on Floridia erheb. 20) x. II. Rarı, 
nigs Franz I. u. ter Iniantin ven 
ia Iſabella, Enfel tes Vorigen, geb. 
in Balerme, trat INtO nad dem Tode 
bie Regierung an. Cr war anianga 
Reformen geneigt, ſpäter aber traten 
iihen Gefinnungen immer mehl in 
and, ale erneute Autjtundeverjuche 
nen die Rube des Landes gefährdeten. 
a von 1645 zwang ibn am 24. Jan. 
om zu eriheilen. te damit nicht zu⸗ 


in erfier Ebe mit Maria Chrifline von Sardinien 
(ſt. 1836 u. iſt in zweiter Ehe feit 1537 mit Iherefe, 
Tochter tes Erzherzegs Karl von Lfterreih, ver- 
mählt. Aus erfter Ebe ſtammt der Kronprinz Franz. 
bBonZpanienCafilienu.teon:80)%.1., 
je v. m. Ferdinand 19). 81) F. IL, fo v. w. Fer⸗ 
dinand Is). 32) 5. III., ſo v. m. Ferdinand 14). 
33) 5. IV., fo v. w. Ferdinand 15). 24) F. V. 
der Durch feine Heirarb mit Iſabella von Caftilien 
Gründer der eigentliben ſpaniſchen Monarchie 
wurde, fo v. m. Ferdinand 16). 35) F. VL, der 
Weiſe, Schn Pbilipps V. u. Mariens von Sa⸗ 
voyen, geb. 1712 in Madrid; trat 1746 Die Regie» 
rung au, ſ. Spanien (Weidh.), u. fl. 1759 blödfin⸗ 
ig in einem Klofter zu Villavicioſa ohne Kinder. 
36) F. VII, geb. 14.Cct. 1794, Sebn Karte IV. u 
Marien Leuiſens von Parma, feit 1758 Prinz von 
Afturien (Rrenpriny). Deitiger Gegner des Mini- 
ſteriums Alcudia, murde er 2%. Tct. 1907 wegen 
eines an Napeleon J. geriebreten Briejes für einen 
Raterlandeverrätbererflürt. In Folge Des durch die⸗ 
ſen Act entſtandenen Aufrubrs zu Arauinezuls. März 
1805), Bantfte fein Vater ab, u. Napolcon jwang F. 
130% zur Tbronentiagung genen eine jährliche Rente 
von GU0,000 france u. wies ibın dae Schloß Valan⸗ 
cay zum Aufenthalt an. Aus dieſer Perbannung fam 
erin olgeeinee Vertrags vein 11. Dec. 1313, tratim 
März 1514 Pie Regierung von Spanien ale Königan, 
ftie Die Verjaſſung ven 1812 um u. ließ eine biu- 
tige firchlich » politiiche Reaction eintreten, wodurch 
jogar die Inquiſition wiederhergeftellt wurde. Die 
Revolutien von 1520 zwang ibn die Werfaflung 
ven IN12 anzuerlennen u. brachte ihn in bie Ge⸗ 
malt der Certes. Durch die Invafion einer frane 
zöſiſchen Armee unter Den Herzog von Angouleme 
u. der iranıichen Glaubensarniee 1323 murbe bie 
Verfaſſung wieder abgeichafit, F. aus ber Gefan⸗ 
genichait ter Cortes befreit u. ın Die ‚zülle feiner 
Macht wicter eingeiegt. Da ihm indeß auch Die kle⸗ 
rifal  reyalijtijcbe Partei unbequem wurte, fo fab 
er ſich zwiſchen tie beiden äußerſten Parteien geſtellt 
u. mußte bald ter einen, bald ter anderen, um fie 
gegenieima in Schranten zu balten, Conceſſionen 
macen. Ten 29. März 1530 ſtieß er das kısber in 
Spanien befolgte Saliſche Geietz um u. ließ 1833 
ſeiner Techter Iſabelle huldigen, worauf fein Bru⸗ 
der Don Carlos, welcher die nächſten Auſprüche 
auf die Thronfolge batte, nach Portugal ging. Zu⸗ 
gleich regte ſich deſſen Partei mit Verſchwörungen 
gegen den König, welcher 29. Sept. 1333 ſtarb; j. 
Spanien (Wei... F VII. war vermäblt zuerſt 
1862 mit Anteinette Thereſe, Ferdinande IV. von 
Sicilien Techter, die 1806 linderles ſtard; in 2. 
Ebe 1816 mir Dlaria Jſjabella Kranziela, Tochter 
Des Königs von Pertugal (fl. ISIS); in 3. Ehe jeit 
1819 mit Brinzeffin Joͤſephe, Tochter bes Prinzen 
May von Sachſen, ala dieſe aber auch 1629 farb, 
in 4. Ebe in demſelben Zahre ınit Prinzeifin Marie 
Chriftine von Neapel. Bon Ungarn: 37)—41) 


192 


Ferdinand (Andere vegierende Fürften) 


C) Andereregierente gürften: a Fürſt | 52) F. I. von Gonzaga, Cohn von 


von Anhalt: 42) 5. 
Io Erdmann von Anhalt Pleß, geb. 25. Juni 1769, 
olgte 1797 feinem Vater in Pleß, organifirte 1806 
ein Corps gegen die Breslau belagernten Franzo⸗ 
fen, Baiern u. Württernberger,, richtete aber, bei 
Kanth gejchlagen u. im verfchanzten Yager von Glat 
überfallen, wenig aus. Er juccedirte 1818, nach bein 
Tode feines Vetters, Ludwigs von Anhalt- Kdıben, 
biefem im Herzogthum Köthen, trat 1925 mit ſei⸗ 
ner Gemahlin auf einer Reife zu Paris zur Katbo- 
lichen Religion über u. ft. 23. Auguft 1930; |. An⸗ 
balt (Geſch.) III.) e). Er war vermählt feit 1503 
mit Luiſe, Tochter des Herzogs Ludwig von Hol⸗ 
ftein» Souberburg- Bed, u. nach teren baldigen 
Tode in 2. Ehe 1816 mit Sräfin Julie von Bran- 
tenburg, natürlicher Tochter des Königs Friedrich 
Wilhelm II. von Preußen (ft. 1848). b) Kur- 
fürft von Baiern: 48) F. Maria, Sohn 
Maximilians I., geb. 1636; Fofgte jeinem Bater 
1651, Anfangs unter Vormundſchaft, u. ftarb 
1697. Über feine Regierung f. Baiern (Geſch.). 
Er war vermählt mit Henriette Adelaite, Tochter 
des Herzogs Victor Amadens von Savoyen. c) 
Herzöge von Braunſchweig: aa) von B.⸗ 
Bevern: 44) 5. Albert J., Sohn des Herzogs 
Anguft von B.- Wolfenbüttel, geb. 1636, ftiftete 
1666 nach feines Vaters Tode die Yinie B.Bevern 
u. fl. 1687; f. u. Braunſchweig (Geſch.). Er war 
vermäblt mit Chriftine, Tochter des Landgrafen 
Friedrich von Heſſen-Eſchwege. 45) F. Albert IL, 
zweiter Sohn des Vorigen, geb. 1630; folgte jei- 
nem Vater 1687 in Bevern u. 1735 auch jeinenn 
Schwiegervater Ludwig Rudolf in B.- Wolfenbilt- 
tel, ftarb aber bereits am 2. Sept.d. 9. Er war 
feit 1712 mit Antginette Amalie, Tochter des Her- 
dog u, Rudolf von B.-Wolfenbilttel, ver- 
mäblt. bb) Bon B.-Wolfenbüttel: 46) 5. Al⸗ 
bert, fo v. w. Ferdinand 45). 47) Kari Wil-— 
beim F., |. Karl. dd. Herzog von Breisgau: 
48) Karl Anton Joſeph F., geb. 1754, Sobn 
franz I. u. Dlaria Thereſias, Bruder tea Kaiſers 
Yeopold II., Generalgouverneur in der Yombarbet, 
vermählte fich 1771 mit Marie Beatrice von Efte, 
Erbin von Modena. Durc ben Frieden von Lü—⸗ 
neville erhielt er als Entſchädigung fiir Modena 
den Breisgau u. bie Ortenau als Herzogtbum; er 
verlor es im Presburger Frieden an Baiern u. ft. 
1806; vgl. Breisgau. e) Yandgrafen von 
Eifaß: 49) F. J., fo v. w. Ferdinand 1). 50) 
5: II., zmeiter Sohn des Vorigen, geb. 1529, 
olgte nach dem Tode feines Vaters 1564 in ter 
Yandgrafihait Ober⸗Elſaß u. der Grafſchaft Zurol 
u. ft. 1595. Er war feit 1550 mit Philippine Wel⸗ 
fer (ſ. d.), u. nachdem biefe 1580 gejtorben war, 
1582 in zmeiter Ehe mit Anna Katharine, Tochter 
des Herzogs Wilhelm von Mantua, vermäblt; über 
feine Söhne aus erfter Ebe |. u. Burgau. 51) E. 
Karl, Sohn Yeopolds IV., geb. 1625; folgte ſei⸗ 
nem Bater 1632 unter der Bormunbichaft jeiner 
Mutter Claudia von Mebici; während Diejer Bor- 
mundſchaft wurde wi von den Schweden befetst 
u. fam 1634 durch den Pariſer Vertrag an Die Krone 
ankreich, bei welcher es auch im Weſtfäliſchen 
rieben gelafien wurbe; |. n. Elſaß (Geid.). F. 

. 1662 linderlos; er war feit 1646 vermählt mit 
a von Medici, Tochter Cosmos II. von Too» 
eans. ſ) Graf n. Herzöge von Önaftalla: 


Friedrich, Sohn des Für- , Martgraf von Dlantua, u. ber Iſabe 


geb. 1507, Bicelönig von Sicilien, 

Graf von Guaftalla n. fl. 1557 nad 
bei St. Quentin; ſ. Guaftalla (Seid 
vermählt mit Jiabella, Tochter des Heı 
von Capua. 53) F. II., Eulel des Bo 
Cäſars J.; folgte 1575 feinen Bater, 
Herzog u. ft. 16305 ſ. ebd. Er wart 
Bictoria Dorian. 54) %. III, Ente t 
Sohn von Eäfar II., geb. 1615; folgte 
Bater minderjäbrig u. ft. 1678; f. ef 
vermählt ınit Margarethe von Eſte, 

Herzogs Alfred III. vun Modena. g) 
von Hejien- Homburg: 55) F. 
Friedr., jüngfter Sohn des Laudgraf 
Yudwig,geb. 26. April 1783, war k. k. Geı 
vallerie, folgte feinem Bruder Guſtav 
184535 |. u. Heflen-Homburg. Er ift un 
mit ihm ftirbt das Haus Houiburg aus. 

von Kurland: 56) 5. Kettler, v 
des Herzogs Jakob, fübrte jeit 1698 
ſchaft für ſeinen Neffen Friedrich Wilhe 
1711 nad dem kinderloſen Tode befie 
gierung ſelbſt ergreifen, aber Peter der 
Kurland für Die Herzogin Witte, | 
Nichte, mir rufſiſchen Truppen bejeßen. 
gerirte fich %. als Herzog, lebte aber ı 
im Anslante u. wurde 1726 von ben! 
Ständen abgejett; |. u. Kurlarıd (Ge 
1737 ın Damig. h Herzog von Mı 
F. Sohn Des Herzogs Bincenz L., geb. 
in den geiftlihen Stand u. murbe 160 
nach tem Tode feined Bruders Fran 
wurde er Vormund jeiner Nichte Dia 
dent er 1615 den geifllien Stand ve 
wurde er 1617 jelbft Herzog ven Wi 
1626; j. u. Dlantua. Er war vermäblt 
Retina, u. nachdem dieſe Ehe getrı 
war, mit Katbarine von Medici, Tocht 
herzogs Ferdinand I. von Toscana. 

von Parma: 58) F. Sohn des di 
Philipp von Spanien, geb. 1751, vı 
erzegen; trat 1765 die Regierung ven ! 
cenza u. Guaſialla an, vermäblte fic 
Diurie Amalie Antonie, Tochter des K 
von Oſterreich; verlor feine Staaten i 
Intion, erhielt fie aber durch Bouapaı 
jt. 1502; ſ. Barma (Geſch.). h Sr 
von Toscana: 39) F. J. Sohn Co 
1049; wurde 1563 Cardinal, legte ube 
Würde nieder u. folgte feinem Bruter } 
Bergiftung ibm Schuld gegeben wuri 
pello), in der Regierung; er jt. 1609; 
Er war vermäblt jeit 1559 mit Chrijt 
des Herzogs Karla III. von Yothringen. 
Entel des Borigen, Sohn von Coen 
1610; folgte feinem Vater 1621 unter 
ſchaft feiner Mutter Marie Magdalent 
reich u. Großmutter, übernahm Die 
1628, nachdem er bereits 1624 die Er 
Urbino, Victoria, geheirathet hatte, fel 
mild u. ft. 1670, |. Zoscana. 61) F. J 
Johann Baptift, Sohn tes Groß 
pold, geb. 6. Mai 1769, Äbernahm nad 
Zode, als fein Vater keopold Kaifer 
Regierung, verlor fie aber, nuchben er b 
gegen Franlreich 1793 bei u 1795 bi 


Ferdinand (Nicht regierente Fürfien) 


193 


durch ten Yüneviller Frieden 1SU1, | das Commando in Schwaben: ibm beigegeben war 


1503 auf kurze Zeit Zalzburg als | ter 


t, verlor dies durch den Preeburger 
erbtelt dagegen Würzkurg als Kur⸗ 
at 1906 als Greßherzog den Rhein» 
breit durch ten Rartier Frieden 1814 
T. Seit 102 Witiwer von Yonife, 
Sicilien, vermäblte er fih 1221 in 
jaria, zmeiter Tochter des Prinzen 
bfen: er fi. 18. Juni 1824. Sem 
IL felgte ibm. Vgl. Toscana. 
:egierente Fürſten: a) Prin- 
tern: 62) F., Herzog von Yaiern, 
zege Albert u. Annas ven fierreidh, 
t 15656 zegen bie Zürlen, zog ſeinem 
‚ Rurtürften von Köln, gegen Bas 
Sin zu Hilfe, ereberre 1581 biefe 
60%. Er war feit 15% mit eine 
echter, Marie Pertenbed, m.eruana- 
„wie Zähne aus dieſer Ebe erbielten 
Ben een Murtenberg. bb Briuzvon 
ig: 63) F., vierter Sohn tes Herzogs 
I. ven Braunichmeig, geb. 11. 
tarw als Obriſt in preußiiche Dienſte 
hit beiden eriten Schleſiſchen Krie⸗ 
Bien ons. Im Ziebenjährigen Kriege 
be Schlacht von Prag, erbielt 1757 
Häber das verküntete Heer in Weſt⸗ 
he frenzöſiiche Armee u. entiwidelte 
den:liches Feldberrntalent, indem er 
m Rdein u. Niederiachſen behauptete, 
kei Krefeld u. Minden gewann u. 
kem für Friedrich den Großen glück⸗ 
ge &ca Krieges beitrug. Wach Dem 
t er wegen eines Mißverſtänd niſſes 
dem Greßen einen Abſchied u. Ichte 
Schleſie Bechelte bei Brannichweig. 
er ſich auch mit Eiier Der Maurerei. 
bern Conrent ter ftricten Obſervanz 
zum (Prei;meifter gewählt, beriet 2 
dken nad Rraunſchweigeu. Wolien⸗ 
d einen nad Wilhelmebad, mo er 
2. Zert wurde er auch zum Groß⸗ 
ixtiniſten gewäblt. Er flarb 3. April 
fte. al. Ferdinand Alcites, Ger 
chweig u. Yüueburg, Braunſchweig 
ebed, Herzeg F. von Braunſchweig, 
e) Prinyvon Dänemark: 64) 
‚jüngfter Zobu des 1803 verfterbe- 
ı Krietrih ven Tänemark, VBruter 
m Königs Chriſtian VIII, gch. 22 
rurte 1234 Semmantirenter über 
n, Falſter u. Yualand, Mitglied Des 
L am 26. Jar. 184% von feinem 
önig Friedrich VII. zum Erbprin- 
remark ernannt u. führte als icl- 
im Gebeimenratb. Als er ſich 1855 
jafſung zu unterzeichnen, wurde er 
metionen emtboben. Am lu. April 
er jerdoch die Verjaſſung des Landes 
uf Cemmandeur tes eriten (Keneral- 
ı Seeland u. ten Heinen Inſeln. Gr 
mit Karoline, Tochter Des Könige 
ben Zänemarl, vermäglt. bat aber 
d) Erzherzog von Oſterreich: 
Foſeph von Ehe, geb. 1761, zwei⸗ 
inands (f. d. 46) von Breisgau, er- 
ẽſterreichiſcher General ter Cavallerie 
oifen. & Nufl. VI. 





eltzeugmeifter Mad. Nach ven Unjällen an 
der Denau zug er fih nach Böhmen zurück, focht 
bier Mu; gu tapfer gegen bie Baiern u ihn Wrede 
ten 4. Zei. ber Iglau: der Preeburger F Friede been⸗ 
digte ſein Wirlen. Weniger glüdlıc war der Feldzug 
ven 1309, wo er mit 36,000 Bann ſterreichern 
in Las Gerzegipu Warichau einrücte, indem ibm 
12,000 Polen u. Zabien in ter Schlacht ker Rasıpn 
viel zu ſchafien madtaı, u. ebwebl fh Warſchau 
ergab, er ſpäter Tech ven Peuiateweli genöthigt 
wurte, fih aus ben Herzegthum Waricban zuride 
zuziehen u. auch einen Tbeil von Galizien mit 
Kralau dem Feinde zu überlafien. 1815 beiebligte 
er die efterreicyiiche Reſerve u. fübrte dieelbe über 
ten Ahern u. nach Luneville. 1916 eryicit er das 
Generalcomniando in Ungarn, wurde ipiter k. k. 
seitmarjhall u. Dikttär- u. Civilaeuverneur im 
Galizien u. ft. 5.9. Nov. IS im Schleß Ebenz⸗ 
weiler bei Gmünden. 66) F. Dar, Sobn bes 
Erzberzoge ru Karl u. Bruder Des Nuilers 
Franz Joſepb, geb. 6. Juli 1832, wurde 1857 Ge⸗ 
neralgeuverneur des Yembarttic - Senettantihen 
Königreichs u. wermäblte ſich 1857 mit Marie 
Charlotte, Tochter des Könige Yeopold von Del 
gien. e) Herzog von Lrleans: 67) F. vu 
lipprudwig Karl Heinrich Jeſepb, j. 
leans. f Jufauten von Portugal: 48* n 
Schn Jehanns J., geb. I4n2, Greßmieiſter Des 
Avizerdens, ging | 13° mit feinem Vruder Heiunrich 
nad Airika, belagerte Tanger ebne Erfelg, ileß 
darauf mit ten Mauren unter der Hering ſerie⸗ 
ben, Taf ihnen Ceuta zurüfgegeben werten jellie, 
u. blieb jelbſt ala Geißel Lernen. Weil aber Die 
Diauren gezen die übereinkunit mebrere e gefaugene 
Portugieſen ermordeten, jo galt Heinrich Centa 
nicht zuꝛück u. F. wurte in Fez eitgetertert u. fl. 
dajeibſt 1443. 68) F., Herzeg von Yueu, Sehn 
Eduardo u. Eleenorens von Aragen, Krofmeiiter 
des Chriſtus⸗ u. Jagoordens u. Cennetable von 
Portugal; begleitete 1171 feinen BRruder Aliens V. 
nah Airilann. ft. 1472 in Cantebriga. Prin⸗ 
zen von Preußen: 70) ſ. Anguſt 20. 71) 
Ludwig Fa ſ. vrudwig Ferdinand. b) Prinzven 
Sachſen-Keburg: 72) F. Georg Auguſt, 
Herzog zu Keburg; Gotha-RKebarv, britter Sehn 
des Herzeqe Franz, Bruder des Herzege Einũt III., 
geb. Zu. März 1785 in Rob urg; trat in öſterrei⸗ 
chiſche Pilitärt ienſte, wurde Feldnaricbaut tuie 
naut u. Inbaber tes it. Heufarenregimente Sr. 

u. verheirathete ſich 1816 mit Der Frnzelfin Maria 
Anteinette Gabriele von Kebary. Er lien ſeine 
Kinder vertragomäßig in der Natbeliichen Religion 
erzieben n. trat 1818 ſelbſt zu derſelben iiber. 1826 
erbte er die großen Veſitzungen jſeines Schwieger⸗ 
oatere u. erbielt Das ungariſcbe Judigenat. Er ſt. 
27. Aug. 1551 in Wien: ſeine Kinder ſind: ber 
König von Portugal, Ferdinaud vi. eben 21, die 
Prinzen Auguſt geb, 1818 u. Leopeld ı geb. Sa), 
u. Eruszeiltu Kictoria 'gch. 1922, DPrinzvon 
Sardinien: 73) X, Herzog von Venua, 
zweiter Sebn des Koenigs Karl Albert u. Bruder 
des Könige von Sardinien, geb. 15. Nev. 1822, 
vermählte ich 1550 mit Prenzeß Eliſabetb, Tochter 
tes Könige Ichann won Zacien, u. ft. ain 10. Febr. 


1555. k) Prinzven Zicılien: 7) 5,Dere 
jog von Lalabrienu. Prin; von arent, 
wurde 


Sohn deso Könige Friedrich von Neapel: 


194 


1501, als fein Vater von ben Spaniern u. Fran- 


zofen vertrieben wurde, zur Übergabe in Zarent 
genötbigt. Ferdinand der Katholiſche ließ ihn gegen 
Die Übereinkunft nach Spanien führen u. unter dem 
Vorgeben eines mit Frankreich gepflogenen Brief⸗ 
wechſels verhaften. 1516 bot ihm, dem fpäter Frei- 
elaflenen, die Junta bie Krone von Aragon u. 
aftilien an, er fchlug fie aber aus u. ft. 1559 obne 
Kinder. I) Infanten von Spanien: 75) $. 
de la Cerda, f. Cerda 1). 76) F. Cardinalin⸗ 
fant, Sohn Philinps III. von Spanten, geb. 1609; 
ing 1633 mit einem Heere nad) Italien, um bie 
treitigleiten mit den Genuefern u. dem Derzoge 
von Savoyen beizulegen, wohnte 1634 der Schlacht 
von Nörblingen bei u. wurde dann Statthalter in 
den Nieberlanten. Er ft. 1641; f. u. Niederlande 
(Geſch.). m) Erbgrofiberzogvon Toscana: 
77) 5, Sohn des Großherzogs Yeopold IT., geb. 
10. Juni 1635, feit 1556 mit Anna, Tochter Des 
SFönigs Johann ven Sachſen, vermählt. n) Prinz 
von Württemberg: 78) 5. Wilhelm, Her- 
zog von Württemberg-Neuftadt, jüngerer 
Sohn des Herzcge Friedrich von Württemberg⸗Neu⸗ 
ſtadt, focht in kaiſerlichen Dienften in den Jahren 
1681 —87 bei. gegen bie Türken u. Sranzofen, ging 
mit däniſchen Truppen für Wilhelm III. nad Ir⸗ 
land u. diente dann den Holländern gegen bie ran- 
gelen. 1698 befebligte er Die polniſch-ſächſiſchen 
ruppen in ber Ulraine, ſowie 1699 u. 1700 bie 
Dänen in Holftein u. ft. 1701 in Sluys. 

III. Erzbifhöfe von Köln: 79) F., Sohn 
des Kurfürften Wilhelm V. von Baiern, geb. 1577; 
fiudirte in Ingolftabt, wurbe 1596 Coadjutor des 
Kurfürſten von Köln u. 1612 Erzbiſchof u. Kurfürst 
daſelbſt, Biſchof zu Lüttich, Münfter, Paderborn u. 
Hildesheim; ft. 1650; |. Köln (Erzbistbhum, Geſch.). 
80) F. Auguſt Maria Joſeph Anton Graf 
Spiegel zum Defenberg u. Canſtein, Ery- 
biſchof zu Köln, geb. 1764 in Canſtein, wurde 1752 
Domberr zu Dlünfter, begleitete 1790 ten Kur- 
fürfien Marimilian Kranz zur Kaiferlrönung u. 
wurde 1790 Dompräbentarius zu Osnabrück, 1792 
zu Hilbesheim, 1791 Prälat, 1799 Domdechant zu 
Münfter u. Propſt int Collegiatftift zu Dülmen; 
1806 trat er in Das Quratorium Der Univerfität u. 
mwurte Bermwalter ber Erzdiöces Münſter u. 1825 
Erzbiſchof von Köln, wo er mit aufgellärteın Geijle 
fegeneareich fir Kirche u. Wiffenfchaft wirtte; er fl. 
1535; |. Köln (Erzbistum, Geſch.). 

Ferdinand, portugiefijhes Fort in Angola 
(Meitafrika). 

Terdinanda (F. Lag.), Pflanzengattung aus 
ber Samilie Compositae - Senecionideae-Heli- 
antheae- Heliopsideae; Arten in Merico. 

Ferdinandea (Nerita), Infel im Mittel- 
meer, zwiihen Eciacca auf Sicilien u. ber vulca- 
niſchen Inſel Pantellaria; fie entſtand, nachdem 
ein, ſeit dem Juli 1831 auf einer Korallenbank 
(Banco Nerita) ausbrechender Vulcan gegen 
Ende Auguſt wieder aufgebit batte; fie war gegen 
4 italieniſche Meilen im Uinfang; bie Neapolitaner 
a. Engländer (bie Letstern nannten fie Hothams- 
od. Grahams⸗Inſeln), beſetzten fie gleich nach 
ihrer Entftehung, doch verſchwand fie ben 12. Jan. 
1832 wieder; 1533 ftieg ber Bulcan von Neuem anf. 
, Gerdinandi, Epipbanias, geb. 1569 zu Miſagna 
im Königreih Neapel, ftubirte 1583 in Neapel erft 
Philoſophie u. Diathematik, dann Medicin u. lehrte 


Ferdinand (Erzbifchöfe) bis Fere 


1594 nah Mifagna zurück, we er 
Arzt lebte u. 1638 ftarb. Er fchr.: 
medica et philosophica, ®en. 1 
proroganda, Neap. 1612; Centum 
Ben. 1621: Aureus de peste libellı 

a fo vd. w. Cuba 2 

erdinand : Nordbahn, Eiſenb 
über Lundenburg nad Olmiütz u. üb: 
Oderberg mit ben Nebenlinien Yunde 
u. Wien«- Stoderau; eröffnet 1839. 

Ferdinandsberg, Berg des Un 
Kreije Innshrud (Tyrol) bei Hall; - 

Ferdinandshof, Dorf in Krei 
des preußiichen Regierungsbezirte 1 
erpebition; 750 Einwobner. 

Ferdinandsorden, 1) (Real ord 
dinando e del merito), ſiciliani 
Militärorden von Ferdinand IV., Ki 
lien, am 1. April 1500 geftiftet aur 
der Iintertbanen, befonder® des Adel 
lien, zum Gefühl der Ehre u. des wa 
Er beftebt aus 3 Klaflen: Greoftre 
tenreu. Ritter. Zeichen: ein aus 6ge 
lenbündeln u.6 filbernen Lilien gebilte 
einer Königskrone gededt. Born bai 
Ferdinaud (ſ. d. 14), darum ein dun 
worin die Deviſe: Fidei et merito (be 
Berbienft) mit goldenen Buchftaben, 
Ferd. IV. inst.anno 1800; Bank: | 
rotber Einfaffung. Die erfte Klaſſe! 
Bruftftern ganz mie Die Vorberjeite d 
Orden des St. Ferdinand, | 
tärorden, von ben Generalcortes bes! 
Entfernung des Königs Ferdinand \ 
nien, am 31. Auguft 1811 zur B 
gezeichneter militärischer Vertienfte 
Ferdinand VII. nach feiner Rüdtch 
19. Juli 1815 neu organifirt. Er 
Großkreuze, Generale mit befonderer 
Generale, Offiziere mit befonterer | 
Auszeichnung u. Difizieres Zeichen 
weigemaillirtes, Sfpitiges Kreuz mit 
jafjung u. goldenen Kugeln; im ge 
ſchilde das Bild bes Patrons, bed 
(f. d. 14), um daſſelbe ein blaner 9 
Devije: Al merite militare (dem M 
fteht. Die Inhaber, welche fi durch 
ten ausgezeichnet haben, erhalten ı 
auch eine Benfion. 

Ferdinandftein, Berg der Säch 
in der Nähe der Baſtei, ber eine ſch 
ben Wehlengrund u. mehrere Felsp 

Serdinandüfa (F. Pohl), P 
aus ber Familie der Kubiacene- 
Eucinchoreae; Arten in Braſilieu. 

Ferding, jrüber Eilbermünze ir 
— 1 Albertuötbaler, 1%. = 6 Fl. 

gerdulf jo v. w. Fardulf, |. d. 

erduft, ſ. Firduſi. 

Fere (ipr. Fähr), 1) J. Cham 
Schangp'noahs), Marktflecken im ! 
Epernay des franzöſiſchen Deparie 
Fertigung von Sackleinewand, 23 
25. März 1914 fiegreiches Gefecht D 
Hecre über die Corps Der Marſchäll 
Mortier; 2) 8. en- Zardenois (jpr. | 
noah), Stadt ebentajelbft am Ourcy, 
ment Chateau» Thierry bes Depart 


Bere bis Jeria 


Kon feinen Nadirungen if eine folge von 
| Landſchaften vorzüglich X Bot r 


Rellipinnerei, Fertigeng von Mü- 
fabrif; Handel mit Sant Getreide, 
a.; 2500 Ew. 
. fo v. mw. La Fere. 
ſchick), Stadt ım türkifchen Ejalet 
—4000 turtiſchen u. griechiſchen 
auptmoſchee. In der Nahe Mine⸗ 
armen Bädern. 
das lange, ſchleppende, von den 
yängente Oberkleid ner Türlen, nach 
ru. fliegent, cd. jeſt u. erwãrmend. 
„Stadt (Gonſt Haupeflatı) in Der 
nz Malenteran ı Alten), an ter 
-cdjin in das Kaſpiiche Dieer; theil- 
bene Ruinen, etwas Dantel. 
Stephan, Viltbauer, geb. 1792 
sach in Ungarn, Alanya Zchleiter, 
ter die Wiener Alademie beiucht 
Tberwaldiens Schüler u. erbielt 
erzeg Palatin eine Penſien von 400 
ten Auftrag, ein Tenkmal des 
ie Toreraus zu fertigen. 2) The— 
be Tichterin, ach. 1830; ericheß ſich 
Sau Szechenvd. 
I.am. Ant, Art leichter Truppen, 
Kerer,, nach Anteren gufieltaten, 
‘ten Zchteuterern auf den Flügeln 
Treüen. 
latiniiche Göttin, vielleicht mit Diana 
"en Dein am Fuße des Albaner 
‚re man Verſammlungen u. Jahr⸗ 
& Einigen je v. w. Ferenia. 
tr, ta. Hecgr.), 1) Ziadt der Her— 
wurde in den Zamniterfriegen u. 
Dannibals verwüſiet u. fpäter von 
An ten nahen Zach Aerentina hiel 
bre Veriammlungen: jett erento, 
ten Mauernu der aus der römiſchen 
1 Rurg. 2) Stadt in Etrurien zwi 
niichen Zee u. dem Tibris; ſpäter 
ipium cd. Celonie: aus ibr ſtammte 
Railers Otho: jeyt Aerentine, Stadt 
1 Telegatien Froſinene; Sitz emes 
drale: 7509 Ew.: mit UÜberreſten 
tes Theaters u. von Felſengräbern. 
3. Becar.), Oriſchait in Apulia in 
renza. 
ereb), Cap nörd lich am Eingang Des 
yon im franzciiften Tepartement 
dijſement Yorteaug, für tie Schiff⸗ 


ffat.), 1) Trage; daher Feretriuß, 
ıetter, weil ibın Die ben feindlichen 
encımmienen ISaflen auf einem Fe- 
acht wurden; bei. 2) Tedtenbahre; 
ıs, Yabrrect, ſ. d.; 3) Sarg. 

akt, ſo v. w. Pfirt. 

t im unteren Nubien (Afrika), Abu 
ber am Nil, bat einen Beinen alt 
entempel. 

ten am Segura in ter fpantidhen 
te (Murciay; 1200 Ew. 

jee Paula, geb. zu Wien 1689; 
r beutiben Schule: farb 17.40 in 
ete in Oſtade's Manier ländliche 
u. Landſchaften vorzüglich mit Rui⸗ 
€ Roelenturgs. Werlke in der Dres⸗ 
1. im Wiener Belvedere, ſonſt ſelten. 


rgani, |. Al Fergani. 
giönt, Pernhartin, römiſcher Thier⸗ u. 
Seeſiũd maler, blübte um 1710. 

Fergus, Könige ven Schettland: 1) F. J. an⸗ 
geblich erfier König ven Schottland. f. d. (Geſch.). 
2) F. IT., regierte 404 — 4230, |. ebd. BI. IIL, 
regierte 764 — 767, ermordet, ſ. ehe. 

ergus, Nebenfluß tes Sbannen in ber Graf. 
ſchait Klare ter irifchen Provinz Munfter. 

Bergufon (ſpr. Ferguſſen), 1) James, gebo- 
ren 1710 zu Keith in Banffſhire in Schottland: 
bütete in feiner Jugent die Schafe u. erlangte bet 
tieier Gelegenheit Kenntniſſe der Geftirne, jo daß 
fein Serr bewogen wurde, ibnı eine wiſſenſchaftliche 
Bildung zu geben, 1744 laın er nach Yonton, wo er 
feine aftrencmiichen Zateln berausnab, u. farb 1770. 
Hauptwert: Antronomy, mit Julägen von Mackay, 
Tone. I809, von Kircbboi, Verl. 17843, 3. Aufl. 1793. 
2, Adam, geboren 1724 zu Yogierait in ber Graf⸗ 
ſchait Perth in Schottland, widmete fich feit 1739 
zuerjt in Zt. Audrewe, dann in Edinburg Den Na» 
tur» u. Ztaatswilienicaften, dann der Theolegie. 
In Edinburg beſchäitigte er ſich in der pbiloſopbi⸗ 
ſchen Weſellichaft (The specularive roviety, Der er 
als Vitglied angebörte), viel mit ber Pbhiloſephie. 
1742 wurte er Feldprediger u zog mit in Den Krie 
gegen Fraukreich, 1757 wurde er Informator bei 
Yord Bute, 1759 Proieſſor ter Naturmiijenichaften 
in Edinburg u. 1764 ‘Yirefefjor Der Vieralphileſo⸗ 
pbie Dajelbit. Zeit 1781 batıe erfich in Ten Privat» 
ftand zurüctgezogen u. ft. 1816 ın Zt. Andrews. 
Er icbrieb Ersay on thehistory of civil society, 
Yonden 1767 (Beuth von Jünger, Leipzig 17685; 
Institutes of moral philo-ophy, Yonten 1769; 
(teutich wen Greve, Leipzig 1772), Observations 
on civil and politieal liberty, venden 1776; 
Ilistory of the progrens anıl termination of 
the roman republie, Yonten 173; Edinburg 
1799; renden 1805 «teumfce von Wed, Yeipzig 
1754 ff), 3 Bände; Principles of moral and 
political science, Edinburg 1792 (teutih von 
Schreiter, Zürich 17059. 3) Robert, geb. 1751 
in Edinburg, ſtudirte Daielbftn. in Zt. Andrews u. 
ftarb 1774 im Irrenbauſe. Gr ſchrieb Gerichte im 
ſchottiſchen Veltedialelte, zucıfd Pertb 1774; ber- 
aus ıcgebenvon Dav. Irving, (Maagem 1799, Edin⸗ 
burg Isos; 3) Zir Renald, Bıiuber Des 1841 
geſtorbenen Pelenfreundes Robert F., war Cberfl 
des 79. Inianterieregimento, zeichnete ſich bit Der 
Einngabuie Der Capftadt, in Spanien, we er 1810 
Kommandant von Cadix war, u. 1814 ın Hollaud 
aus. Er war Woigmitglied Des Parlaments für 
Mottingham, u. fi. im Aprıl 1341. 

Ferguſon, Städtiſcher Rezirk (I'oat-townahip) 
in Der Grafichaft Centre im Staate Penniylvanien; 


Nortamerila), 1700 Ew. 


Ferguſonit, Mineral, ven braunſchwarzer bis 
pechichwarzer Farbe, hat balbmetalliiden Glanz, iſt 
undurchſichtig, ſpröd, Härte 5—6, ſpec. Gewicht 
5,8, beftebt aus tantalſaurem Cerervdnl, Atter⸗ 
erde u. Zirkonerde nie wenig Zinn, Uran u. Ciſen; 
finder fih in C.uarz eingewachſen am Kap Farewell 
in Grönlant. 


Feria, Ztubt am Guatajira in ber fpaniichen 
Provinz Badajez (Eſtremadura); ooo Ew. 
13 


18 


Keria bis Fermanagh 


Serie, Don Gomez Alvarez de Figueroa y | Mihaelis-%.); nur kurze Zeit zu 


Cordova Herzog v. F., geb. 1587; er murbe 
Geſandter bei Bapft Baul V. u. bei Maria von Me- 
bict, 1616 Bicelönig in Balencia u. 1618 Gouver⸗ 
neur von Diailand. Als folcher befehligte er bie 
Spanier gegen die Graubündtner, gegen den Her- 

og von Savoyen u. Frankreich, 30g 1633 dem Kai⸗ 
Me niit 14,000 M. nah Schwaben zu Hülfe, ward 
aber nach Elſaß gebrängt, verlor fein halbes Heer 
durch Seuchen u. Strapaten u. flarb 1634. 


Feriae (lat.), 1) (rdöm. Ant.), Seft- od. heilige | 


Ruhetage, mo Teine Öffentlichen u. Privatgefehl te 
betrieben werben durften. Sie waren A) F. pubIY- 
eae, u. zwar a) F. legiiimae, die regelmäßigen, feit 
alter Zeit beſtehenden Staatefefle: aa) F. stalae, 
welche ſtets auf beftimmte Tage fielen und im Ka- 
lender verzeichnet waren; bb) F. conceplivae, welche 
2 auch jährlich, aber nicht an einem beftimmten 

age gefeiert, fondern beſonders von den Prieftern 
angefagt murben, dazu gehörten 3. B. bie Ferlae 
Lalisae, f. Latinae feriae; b) F, imperalivae, 
welche für einzelne beſondere Fälle 5 wur⸗ 
den. B) F. privatae, welche von einzelnen Perſonen 
od. Familien, z. B. bei Geburtstagen (F. nativae), 
bei Todtenfeiern CF. denicales) 2c. gefeiert wurden. 
2) (Kirchenm.), eigentlich Tage, zur Ehre Gottes 
od. eines Heiligen gefeiert ; Babe eriales Iibri, in 
ber alten Kirche bie Bücher, worin die Feſte Der 
Märtyrer aufgezeichnet waren; 8) feit Papft Syl- 
vefter I. alle Tage der Woche, fo daß ber Sonntag 
Ferla prima, ber Diontag F. secunda :c. geitannt 
wird, ſ. u. Woche. Daher Feriale officium (Serial. 
offictum, Tagzeiten), bie in ven Brevieren ent⸗ 
baltenen Gebete, welche ber latholiſche Geiftliche 
au den Wochentagen u. zu beſtimmten Stunden 
beten muß. 

Ferihaneze, Marktflecken am Bucfica im fla- 
voniſchen Kreife Efjeg, nordweſtlich bei Naſchitz; 
11,000 Em. 

Ferid, 1) 3. Chyrchab (b. h. F. der Löwentödter), 
* in den Gebirgen zwiſchen Perſien u. Indien; 

emächtigte ſich nach dem Tode des Königs von 
Behar 1438 der höchſten Gewalt, griff Bengalen 
on u. beſiegte ben Großmogul Humajun; er ft. 
1445; |. Indien (Gefch.). 2) 3.-Edbin- Atthar, 
ſ. Atthar. 
eridun, fabelhafter ng don Perſien, ſ. d. 
rien, 1) ſ. Feriae; 2) (Kechtsw.), Tage, an 
welchen kein Gericht gehalten wird, Feiertage des 
Geſchäftslebens. Dazu rechnet man namentlich die 
Sonn⸗u. Feſttage u. die Zeit ber Ernte; auch die 
Tage während der Meſſe ob. eines Jahrmarkts 
(Markt, Meß-Ferien); durch dieje wirb in 
der Regel ber Lauf der Verjührung u. ber Kriften 
nicht unterbrochen, während berfelben follen auch 
feine gerichtlichen Handlungen vorgenommen wer» 
ben, mit Ausnahme berer, bei benen Gefahr im 
Berzuge ift, vorzüglich Criminalfadhen; 8) für an- 
dere Behörden u. auf Univerfitäten u. Schulen bie 
Zeit, in welder die Situngen u. öffentlichen Vor⸗ 
träge außgejegt werben. In Rom waren regelmä⸗ 
fig Schulferien (Feriae scholarum) an den Satur- 
nalien u. Ouinquatrien; außerorbentliche bei öf- 
fentlichen Feftlichleiten; in den ländlichen Schulen 
waren bie 4 Donate von ben Iden des Junius bis 
zu ben Iden bes October Ferien. Jetzt dauern bie 
3 auf Univerfltäten mehrere Wochen zu Ente jebes 
emeſters, zu Oftern u. zu Michaelis (Ofter- u. 


a. Pfingften; die 


erien auf den Sch 
gewöhnlich 3—4 Wochen zur Zeit be 
(Hundstags-f.) od. im Septembe 
), kürzere Zeit an ben hohen Feſtta 
olksſchulen finden fie bei. zur zeit der 
Ferik (türk.), mititärijche Würde, ber 
general entfprechend. Beriti-babrie, ſi 


miral. 


Ferina tussis (lat.), Keuchhuſten. 
Ferio (Log.), der 4. Schlußmodus in 
wo ber Oberſatz allgemein verneint, t 
befonders bejaht, der Schlußfatz beſond 
Ferifon, der 6. Schlußmodus in ber 3. 
Duantität u. Onalität des Mobus Fei 
a I 
Mayor in Dekdan, Hiftoriker in der Di 
Jahrhunderts; ſchr. perſiſch: Geſch. voı 
(oon 975—1605), engliſch von Dom,! 
beutih 1772. 
eritat (v. Iat.), Wilbbeit. 
eriters, Infelgruppe, fo v. w. 91 
ritor (a. Geogr.), Fluß in Lig 


Biſagno. 
, Nebenfluß des Dſchub in 
erfel, 1) (Berten),, ein junges Sd 
Schwein; 2) (Suculae, Aftron.), Die? 
erke Haha Krankheit ber Fe 
in einem Ausſchlag an Augen und Ma 
ren u. auch auberen Sörperftellen, be 
brauner Schorf erjcheint. Die Augen fü 
zeitig entzündet u. von Schleim verkieb 
lung gibt man der Sau ein Abführmitte 
berſalz in Waffer, reinigt bie Ferkel 
ftumpfen Meſſer von ten Schorfen u. I 
Grund der Haut mit Rahm od. Si. 
Get, e, fo v. m. Sommereiche. 
erkelinſel (Gog Istand), Anfeli 
Ocean an ber nördlichen Weſtküſte ber ; 
dainfel Sumatra, 13: MI. lang, hat viel: 

Ferkelkaninchen u. Ferkelmaui 

Meerſchweinchen. 
erkelkraut, iſt Hypochäris. 
erkelmonat, der Januar. 
erkeln, von Schweinen, Zunge wı 
erlah (Ober. u.Unter:$%.), & 
Drave, bei Klagenfurt in Kärnten, im 
abrilation von Eijen- u. Stahlwaare. 
ewehren, Drabtzilge ; 2000 Em. 

Ferlind, italieniſches Gewicht, in Bo) 
As, in Ferrara = 36}, in Mobena=3 

Ferlus, Raymond Dominique, geb 
ftelnaubary; Director bes College zu 
—— 1840; er ſchr: Explication dı 
eircul. de Denderah, 4. Ausgabe 182 
ben Horaz, Juvenal ı. a. 

Term, 1) feft; 2) ein vollig abgerid 
hund; daher Fermete (franz.), Feſtigk 
heit, Gebiegenbeit, Derbheit. 

Fermän (türk.), 1) Befehl vom Gi 
Namen tes Sultans ausgefertigt. Ci 
das größte Anfehen u. wirb vor dem L 
Türken ftets ehrfurchtsvoll an die Sti 
Jeder Paß u. jede andere im Namen t 
abgefaßte Ausfertigung führt ten Nam: 
Mongolifchen Reiche u. in Jubien fchrift! 
niß, Handel zu treiben. 

anagb (Ipr. Fermanao) 1) ( 


Fermat bie Fernambukholz 


srinz Ulſter; 24, CM. grenzt 


drone, Monaghan, Cavan u. Ver 
‚ Commangbt); theilweis gebirgig 
3 großtentheils ſumpfig, von dem 
te, den Heineren Seen Melvin u. 
n Garmefluß bewäſſert: wenig Ader- 
x, Gerſte Rarler FFlachsbau u. Rind⸗ 
meberei u. Fijcherei; 1901 115,976 
Exw.: Hauptſtadt:; Ennislillen am 
Sãdtiſcher Bezirk Township 
jt Inniata des Staates Pennſylva⸗ 
rila, am Juniata⸗River. 
erre De F., geb. 1590, mar Geometer 
:atb ın Teniouie u. ſt. 1665; er Ihr. : 
mathematica, Toulouſe 1674, 2 
matd Lehrfäge von den Yolygonalyab- 
'ganze) Zahl ift entmeter eine Trian⸗ 
iM aus 2 od. 3 Triangularzablen 
K:jete Zabl iſt eine Pentagonalzabl, 
ſelchen zuſammengeſetzt. Eben fc 
wit ten Hexagenal⸗, Heptagenal- 
u Pelvgonalzablen. F. iſt ben ver- 
za ihultin geblieben, u. auch neure 
haben icichen nech nicht umiafjent 
u pirate, f. u. Epirallinie. 
!Cscona. L'orona), das Sermeilen 
emes vorgeſchriebenen Tone über die 
bezeichneuden Note. Das Zeichen 
liungszeichen iſt =. Die Yänge 
il aber in ter Regel beliebig. Bei 
tiucht ınan ib, um Gleichförmig⸗ 
ingen, über tie Tauer Diele Aue- 
intaen. x n lonımen nicht nur am 
renftüde über tem Schlußaccorde, 





iufig in der Mitte vor, wo eine Art | 


ineritt. Zuweilen findet dabei auch 
Karenz irgend einer Ecleftimme 
men Fer in der Diitte von Augen 
traft Der Erimme durch einen jol- 
t wieder zu famımeln, cd. um au! 
; Leite feterlicher vorzubereiten. Gier 
en zugleich eine Aufbaltung. 
Aäbrungeftoff), jeder in Zerie- 
- Körper, welcher im Stande ift, ir- 
Gäbrung fübigen Körper in Gäh⸗ 
a; f. m. Fäulniß u. Eäührung. Ber 
». w. Gäbrung. 

fi Kirchgich.', fo v. w. Appmiten. 
» (Cbem.), bie bei ter Gäbrungq 
ven entflebenten flüchtigen I le, meiſt 


in Amflerbam. u. zuletzt in Maſtricht. Gr fchr.: 
Histoire naturelle de Ia Hollande @quinoxiale 
ou de Surinam, Amſterd. 1765; Description 
generale de la colonie de Surinam, ebt. 1769 
(deutich von Martini, Verl 1775), Tableau histo- 
rique et politique de l’etat ancien et netuel 
de la colonie de Surinam etc., Maflr. 177° 
ıbeunih ven Canzler, Gött. 178). 

Fermo, 1) vormale Marl, teren Geſchichte ſ. ır. 
Zpeleto (@rich.); jent 2) Delegation im Kirchen⸗ 
ftaat ; grenzt an die Telegationen Wlacerata, Atcctt, 
Kamerine u. an Das Apdriatiihe Dieer; im We⸗ 
ſten gebirgig turch Zweige Der Apenninen: Flüſſe: 
Ebiente, Touna, Yera, Alo, fließen alle zum Adria— 
tiichen Meere: Producte find Getreide, Seide, Maik, 
Honig, Vieh, Fiſche; 15 O. M., 104,000 Ew.: 3) 
Hauptſtadt darin, unweit Des Meeres; bat Erz⸗ 
biſchef, Kathedrale, eine 1529 gegründete, ſpäter 
aufgebebene u. IN24ernenerte Univerſität, Seminar, 
Zbeater, Arbeitebaus, Meinen Ecebaien (Berte 
Bifgernmo), mit Aueiubr in Getreite, Zeide u. 
Belle; 14,100 Ew. In ter Näbe Yantbaus Dee 
Herzogs von Montfort mit Gemälde» u. Wild- 
bauergallerie. — F. bieß fen Firmum, es laq 
in Picenum u. batte beim Hafen ein fettes Schloß, 
Castellum Fiırmanum; im 1. Pumiichen 
Kriege jochten Lie Firmani anf Zeiten der Römer 
gegen Hannibal: nachber wurde eine römıide Co⸗ 
lonie hierher geiübrt; 544 n. Ebr. ven Tetila er- 
obert. Im PDiittelalter war F. ter Sit eier Mark 
(. ch. 1, u. 1559 wurde Da® Erzbisthum errichtet. 
Ruinen von Firmum unmeit FF. Ziele Stadt iſt 
Geburteort dee vactantius. Wal. Gontieri, F. an- 
tico e moderno, Rum 1692; Catalani, Origini 
ed antichità Fermuane, ebd. 1775. 

Fermor, Wilbelni, Graf von F., geb. 1704 
in Pleilem; nahm 1720 ruffifche Tienfte, zeichnere 


ſich 1736 gegen Lie Türlen u. Schweden aus, 


wurte 1743 Kommandant ven Wilmanſtrand, er- 
bieit 1746 die Autlicht iiber Das Yaumceien u. lei- 


‚tete den Bau des kaiſerlichen Palaſtes in Peters⸗ 
| bura. 1755 beiebligte er an Apraxius Stelle ale 


General tie in Preußen einfallende Armee, wurde 


. bei Zorndorf geſchlagen, dann Durch Den Feldmar⸗ 


ſchall Soltilew 1754 erfegt, bebielt jedoch unter 


Soltikow ein Conimando u. fecht mit bei unners- 


m angenebmem Geruch. Es erbält - 


Zlättern ven Quercus BRobur ein 
mnend ſchmeckendes u. angenehm 
von 0,195 fpec. Gew., das Fer- 
uerci. Ein anteres, das Ferment- 
rei minoris, bat einen weniger an« 
ich, es rekncirt Silberſalze; Flerlın 
fert en LI von ſcharfem beräuben- 
Die %. finb weſentlich verſchieden 
Deſtilation ber friihen Pflanzen ges 
n. 


: ſpr. Fermieb), in Fraulreich Be⸗ 
cht⸗ ed. Meierbofs (Former: Fermier 
. fchenerall,, fo v. w. Generalpachter. 


Borf, er wurte ven Peter III. 1763 von Der Armee 
entiernt u. von Katbarına II. zum Etattbalter von 
Emelenit u. Mitglied des Eenats ernannt m. fl. 
auf feinem Hure Nietau 1771. 

Germofelle, Etatt anı Tormes u. Duere in 
ber ſpaniichen Provinz Zamera; Feſtungewerlke, 
Yeinmeberei; 4000 Cm. 

Fermoy, Statt in ber Grafichaft Cork der iri- 
(den Provinz Munfter, am Rlackwater; Zcijenfie- 
berei, Brauerei, Papiermüble: 6300 Em. 

Fermunter Alpen, Gebirgsſteck im Schwei⸗ 
zercanton @raukündten, ein Theil ber Zeloretta- 
gruppe im Unterengadin, nach einem angeblich in⸗ 
mitten ter Gletſcher vieles Gebirges liegenden, aber 


- von vielen Geelogen angezweiielten Felienlegel 


r. Rermang', Philippe, geb. um 1730 ' 


war anfangs Erbauipieler, ſtudirte 
icin u. ging 1754 nach Eurinanı, wo 
sweilse; nach feiner Rüdtehr lebte er 


Sermunt benannt, ſchwer u. nur von Wal Zuft 
aus zugänglih, von wo ein Paß, Permuntpeg, 
8638 F. hoch, nah dem Ochſenthal in Tyrol führt. 
‚ Intel, fo v. w. Farn Island. 
mbukholz, fo v. mw. Brafliienhulz. Ber- 
nambuflad, fo dv. w. nnedhter Florentinerlad. Ber- 
namdufretb, fo dv. w. Brafllin. Gernamduftincter, 


Fernambuko bis Fernando 


durch Digeflion bes F⸗holzes ınit Wafler erhalten; | 1604 in Abyifinien, wo er 30 Jafı 


dient, wie das Damit gefärbte Papier (Bernambut: 
Yapier), als reagirendes Mittel auf Altalien, durch 
welche fie violett gefärbt wird. 
ambuko, fo v. w. Pernambuco. 
an:Eavalldro, Marktflecken in ber fpani- 
{hen Provinz von Ciudad⸗Real; Oliven, Wein, 
Spartum, Honig; 750 Ew— 
Fernandez, Stabt im Partibo Rioverde tes 
wericanifchen Bunbesflaates Potoſi; 3500 Ew. 
andez, Infel, fo. v. w. Juan Fernandez. 
ander (Bernandes), 1) Alvaro, portu- 
giefifcher Seefahrer, begleitete feinen Obeim Zareco 
1446, als er bie Milndung des Senegal u. das 
Grüne Borgebirg entbedte; er felbft entvedte 1447 
den Rio Grande; 2) Yuan, begleitete 1446 An- 
tonio Gonzales auf feiner Entbedungsreife an ber 
Küfte von Afrika, blieb, ale feine Tanbeleute nach 
Portugal zurüdtehrten, unter den Aſſanſadji⸗ 
Mauren zurüd u. bereifte, von biefen als Shane 
verkauft, mit feinem Herrn mehrere Diftricte. Bon 
den Portugiefen befreit, begleitete er 1448 Diego 
Gilhomen wieder nach Afrika, ftieg allein ans Land, 
aber ein plötzlich entſtandner Sturm zerriß ben 
Unter feines Bootes n. er verfcholl ſeitdem. Er ift 
ber erfie Europäer, ber in das Innere von Afrika 
eindrang. 3) Dionyfio,geb. 1422, Portugiefe ; 
entdedte um 1445 ben Senegal u. ſt. 1480. 4) Al - 
varo II.; lebte im 16. Jahrh. u. befand ſich mit 
auf dem von Dom Manoel de Souza de Sepulveba 
befehligten Schiffe San⸗Joao, welches am 24. Juni 
1552 an ber Küfte von Ratal Echifibruch litt, er 
allein rettete nach unfäglichen Leiden fein Leben n. 
Bat die Geſchichte dieſes Saifferune u. feiner Ret- 
tung beichrieben in dem Werfe: Historia da muy 
notavel perda do Galion, U (srao-Joao, Liſſab. 
1554, u. der portugiefiihe Dichter Heronymo be 
Corte⸗Real bat das tragiihe Ereigniß in feinem 
Epos: Naufragio de Manocel de Souza de Se- 
ulveda, Liſſab. 1494, gefeiert. 5) Diego, geb. zu 
nfang des 16. Jahrh. in Balencia in Spanien, ging 
mit dem fpanifchen Heere nach Peru u. machte dort 
den Belbing egen ben Aufrübhrer Geron mit. Nach 
feiner Kid br nad Spanien machte ihn Sanboval, 
der Bräfibent des hoben Rathes zu Indien, zum 
Hiftoriographen. Er ſchr. außer der Geſchichte jenes 
peibauge noch Primera y seguuda parte de 
historia del Peru, Sevilla 1671, Fol. 6) 
Yuan, geb. zu Cartagena 1538; entbedte 1571 
die Juan Fernandez⸗Juſeln, 1574 bie Infeln St. 
Felix u. S. Ambrofiv. Sein Plan, eine Eolonie 
auf den entdedten Infeln anzulegen, fcheiterte; ex 
farb 1597. 7) Pedro F. de Guadalupe, fpa- 
niſcher Maler, blüthe au fang bes 16. Jahrhun⸗ 
dert, wo er bie Kathedrale zu Sevilla ınit Gemäl- 
ben jhmüdte u. das bortige Tabernalel in esto- 
fado ausführte, einer Manier hölzerne Sculpturen 
zu bemalen u. zu vergolben, jo baß fie ein email- 
artiges Ausſehen erhielten. Die Art feiner Malc- 
rei läßt in ihm einen Schüler tes Cofla von Ferrara 
vermutben. Gr lebte noch 1526. 8) Lodovico, 
eb. 1550 in Liffabon, war Jeſuit, ging 1570 ale 
iſſionär nach Oſtindien, wo er 1590 an bie Spite 
der Milfion zu Vaçaim geftellt wurte. Auch auf 
ben Moluften richtete er Milfionsftationen ein; er 
R. 1603 u. fdhr.: Annune literae e Moluccis, 
1603. 9) Antonio, geb. 1566 in Liffabon, wurde 
Jeſuit u. Mifftonär, zuerf in Oflindien, daun feit 


er fl. 1642 in Goa u. fhr,: Abhand 
Religionsirrthlümer der Athiopier, ( 
der Landesſprache; Unterricht für B 
Ambariieer Sprade; Rituale rc 

thiopifcher Sprache, ebd. 1626; R 
giro (Dſchindſchiro) mit Fekur Egzz 
bes Kailers von Athiopien, im Zah 
van der Aa Sammlung von Neilen 
1707, 2 Bde.). 10) Alero, geb. 
Maler, blüthe zu Anfang des 16. I 
1608 nad Sevilla berufen, um den 
bortigen Katbebrale mit drei Gemäll 
den. Diefe Dialereien fielen die Sta. 
St. Joachim, Mariä Geburt u. Maı 
dar. 11) Zorge Aleman, Bruber 


‚ fpanifcher Bildhauer, arbeitete ınit fi 


an ber Ausihmüdung ber Katbebral 
in welcher die Sculpturen des Haup 
ber prachtuollften und großartigfien 
Art, von feiner Hand herrühren. 12) | 
geb. 1605 in Madrid, Maler, Schüler 
cio Corducho, war am ſpaniſchen $ 
ſchmückung des töniglichen Palaſtes beit 
malte er im Kloſter be la Bictoria p 
Joachim u. Anna, u. das Begräbniß | 
v. Baula. Er radirte auch unt. and. 
Corduchos Gefprächen über Malerei 
18) Juan Patricius, jefwirifcher 
Paraguay, fi. 1672 u. ſchr.: Hiſto 
über die Miſſion bei den Chiquito 
ſpaniſch Madrid, 1726, deutſch Wien 
niſch ebd. 1733. 

Fernandezia (F. R. et P.), P 
(benannt nach dem ſpaniſchen Botar 
ciu® dernandez) aus ber Kamilie 
deae - Vandeae; Arten: Schmarof 
Bäumen u. an Felſen in Peru. 

Fernandina , Poſtort in der Gra 
bes Staates Florida (Nordamerika), 

—ã — (ſpan.), fo v. w. Ferd 

ernando, 1) (Ila de Leon 
ber fpanifchen Infel Isla de Leon, 2 
Cadir, in beffen Befeftigungemerfte fi 
als deſſen Vorſtadt fie faft gelten ka 
Ponte de Zuaz über den Kanal San‘ 
Feſtland verbunden, hat Seecabetten] 
ofpital, Handel; 15,000 Ew. 2) (G: 
& Seftung der Stabt Yigueras in 
rovinz Gerona, an einer Hauptitra| 
reich ; gehört zu ben ſtärkſten Feſtunge 
ift erbaut unter Ferdinand VI. 3) 8.' 
Anjel aus der Gruppe der Öuineainh 
ungefähr 74 Meilen lang, 43 breit; 5 
durchziehen bie Infel, von denen bie bi 
einen Kraterberg, ben Clarence⸗Pic, 
faft Burchgebents aus vulkaniſchem 
hende Boden ift fehr fruchtbar u. mi 
Urwaldungen großer Bäume (barammt 
hölzer), bis zu 10,000 5. Seehd e beb 
Bäche ftürzen in tiefen Sch.uchıen « 
Meer hinab; das Klima ift in den höhe 
ſund, an ver Küfte ungefund. Die Bew 
nad) Anbern nur 4000), die Thier⸗ u 
nd weientlih verjchieben von dene 
fe. Gewonnen wird in großer Ben 
sel u. Palmöl. Sllaverei hat bei be 
mie Rattgefunben. Obgleich wegen bi 


Bernau bis nn 
Rieberlaf 
eben vi Infel std zen 102 6 ir 


] u 
den Bigermänbungen 
gute Station finden. 
der Juſel iſt die wichtige: 
larence Cove, u. an einem 
offenen Waflerbeden, das 
abgibt. Bis jum Jahre 
ik ber Bortus eſen. Da- 
x. 1627 ward fie von 
Sa eich erfl 1841 Die Spa⸗ 
ılıh aufgaben, 4) 9. de Guabe- 
ricaniihen Bunbesfaate Chia⸗ 
‚8) Fluß im mericaniſchen Bun- 
.s; 6) befefligter Hafenplag im 
ifden Republit Sofa Rica; 7) 
n an der Mündung bes Por- 
ure, in der Brovinz Apure ber 
Republit Venezuela; Handel, 
e Storenge, Inſel im Atlanti⸗ 


m 


it 


ceoinz Golchague 
m Republif Chile; 70,000 Emw.; 
R, am  Eingukrirka; 12,000 dw. 
—— —* 


ten, wurbe 1816 Zögling ber 
ven, ı war inbeß gendihigt ſich 

rbeiten zu befchäftigen, bie ihm 
erten ; er erwarb fich dadurch ei 


uwrwifienfchaften, bei Chemie, 
miſchen Schule in Wien. Rad 
thrt, erfaub er eine cgenthäm, 
stil, weide I. Schnort zu ar 
hiſtoriſchen Gemälte im lo 
noenbete ; wurbe Conſervator in 

1. &r fhr.: Über Kenntniß 

farben, 1834; Lebr- u. 1. ganı- 
naeh 1843; Lehrbuch über 
—— 

u. 
hei Hilchenbach im Kreife 
— Regierungsbezirte Arns⸗ 
‚ 100 Ew. 
— Pflamengattung (be 
ızte Jean Bernel, geb. 

Jaris ale Leibarzt Deinriche I, fem 
vr Rubisceae- —— 
.ELl. 1. Orden. L.; : FE. 
vata, F. oduncalata, 8 Bäume 


2 
w tatholiſche, ans den Nieder⸗ 
ich v. Barmwit geheißne 
« Schiefien, weile im 17. 
—5 erhoben —8 
Namur lie genden Siamm⸗ 
ı Namen aunnahmen. 1748 mit 
be wurde. Mertwürbig: 1) 
zany, geb. 1597, war Gene 


n. Oberihoffciegereth,, wurde 
652 —— des Furſtenthue Oroß⸗ 
ogan, AN iin in Schlefien m. 
— — 
orbnen 
1817; weder er, noch fein —— Scan, 
geb. 1821, if verbeirathet. 
? m in Tyrol der Ramıe für Gletſcher 
Berner), Dorf im Srrondiffem ent Ger 
bee franz fen Departements — in ; viele Uhrme- 
der , Topferei, 1000 Ew.; oß mit Bar- 
tem, Boltaire's, des Bhilofophen von Ferney, 
Aufentbalt von 1761—1777, lange Zeit im 
der gräflichen lie Cudé, am 1835 Durch 8 
in ben Befig eines Frivatmannes Grigelet; 1848 
faufte e6 vom diefem ber Barifer In welenbänbler 
David. Grigolet, welcher das Schloß ſeibſt be⸗ 
wohnte, hatte das alte Mobiliar unter Siegel auf 
der Mairie niederlegen laffen; Davib bat alles 
— in den Stand ſetzen lafſen, wie es zu Bol- 
taire'e Zeit Hr Hm &- 
Terngefühl, Wahrucehmung von feruen 
genfländen, ohne baf ein Eins nadhweisber iM, 
—*2** ſelbige vermittelt wird. Bel Thieren muß 
aus —— ei 8. augeflanten wer 
cheint es in eignen Ber 
*5* u * die man —98 
puung bezeichnet. Erſcheinungen 
——— magnetiſchen en Sal Aub hiccher m m 


laſs, 1) eine einfache Toncavfinfe für 
entweder als Lorgnette, od. gewöhn⸗ 
ide in Britenform (f. Vrille) gebe auch 2) 
eine Eonverlinfe von großem Durchmeſſer u. gro» 
fa 8: Brennweite; fie And d ungenrähntich u. ſchwer 
Tjcirnhaufen batte eins von I rhein⸗ 
en Buß Durhmefler u. 32 Auf Brenn» 
weite, mit ber er eine, 1% Meile Gtabt im 
das Geſichtofeld faffen u. beutlicher erblicken 
als durch ein damaliges Ferurohr. Auch en nel! —8 
denft einer 2 Fuß fangen, 1} 


converen Hastafel, von 30 $ı —* 

d i beiben ellen 

weit Pänfer bensli erbiiche, Kun der 

an un Sera ein are rieleftop 
n 

(Tiieseo —* fenestrale). 2 n Tafdenpere 


fpectin; 4) überhaupt fo v. w. . 
rn, Anton —— . 1814 in 
rt, wibmete fi der Bilbkun Bei Stigl⸗ 
mayr in München, te bie e bertige 
u. das Atelier 
Wien, wo er mit der Aberfchene 


olge beffen * — der Ausführung bes 
Denfwais fir ben Enger Karl beauftragt, 


det er Fr vo 

Sanig (Dürr- u. Maria⸗ 
ber Mur im feyerifchen Kreiſe 
Niederlage ber Türken. 


), 2 Dörfer am 
rat; bier 1532 


ſich der Malerei 


—— — re 
— ei nr u Io a Baia 


Ferurohr 


lefopbie nach Jena; er war 1804 - 1807 Biblietbelar | mifche Fee; dieſe beſtehen aus en 


ber vermittweten Derzogin von Weimar u. ftarb Dert 
4. Dec. 180%. Er ſchr.: ItalientichesSprachlebre für 
Deutſche, Tüb. 1504, 2 Vre., 2 Aufl. 18155, Rd« 
miſche Etubien, Zürich 1506-1803, 3 Bde.; Über 
ten Bildhauer Canova, ebd. 1806; Yeben Ludovico 
Ariofto’s, ebd. 1809 ; Francesco Betrarca, herausge- 
geben von ?. Hain, Yp3. 1818; u. gab heraus: Ra- 
colta di autori classicı Italianı, Jena 1807, 
10 Bde; Windelmanns Werte, 1. Theil, Dresd. 
1808 5, Taſſo's Befreites Jeruialem, Jena 1509, 
2 Bde. Seine Lebensbeſchreibung von Johanna 

Schopenhauer, Tüb. 1810. 
ernrohr, Inftrument, welches vermittelft in 
einem Rohre angebrachter Yinjengläfer ed. Hohl⸗ 
fpiegel, Deren Achien in einer geraten Finie liegen, 
Dazu dient, entfernte Gegenftänte tem Auge fchein> 
bar näher zu rüden, ot. auch ſolche fichtbar zu ma- 
chen, bie mit bloßen Augen ganz unlennbar bleiben 
mwürben. Da Alles bier auf angemefjene Stellung 
der Gläſer gegen einander ankommt u. bieje® nach 
Berichiedenheit der Entſernung ter Gegenftänbe, 
auch für kurz⸗ u. weitfichtige Augen, eine abwei⸗ 
chende ift, fo nıuß das Rohr nach Bedürfniß ver⸗ 
längert u. verlürzt werten können. Dies gefchieht 
durch 2 od. mehrere in einander einzufchiebenve 
Röhren, jo daß ein langes %., wenn man es bei- 
legt, in einen nur Heinen Raum zufanımen gefcho- 
ben werten fann. Die zuerft beinahe gleichzeitig von 
bolläntischen Brillenmachern u. von Galilei erfunde⸗ 
nen. bolländiſchen u. GalileiſchenFee beftan- 
den aber nur and einem converen, dem zu beſchauenden 
Gegenſtand zugekehrten Glaſe (Objectivglaſe, 
Objectiv), u. einem concaven, dem Auge zuge- 
Iehrten (Ocularglafe, DOcular), bie fo ge 
ftellt werten, daß tie Strablen, weldhe vom Ob⸗ 
jectio berfonmen, durch das Ocular aufgefangen 
werben, ehe fie fi zu einem Bilde vereinigt 
aben u. zwar, daß Lie Kntjernung des Ocu⸗ 
lars von tem Breunpunkt des Objectivs nur we- 
nig größer ift, ald bie Zerſtreunngsweite Des Hohl⸗ 
aſes. Weil aber tie fpätere Verbeflerung des 
«8 weit Genügenderes gewährte, jo ift biefe Ein⸗ 
richtung ber Fee jetzt gm aufgegeben u. nur für bie 
von Heinerer Form, Taſchenperſpective, mit 
nur 1 Auszug u. Feldſtecher, noch beibehalten. 
Die lehteren —* ewöhnlich mit mehreren, auf ei⸗ 
ner kleinen Drehſcheibe befindlichen Ocularen verſe⸗ 
Pi mittelfl teren man bie Stärke ber Vergrö⸗ 
erung verändern kann. Diefe holländiſchen F⸗e 
baten hauptjächlich den Nachtheil eines ſehr 
Heinen Geſichtsfeldes, welcher mit Nothwendigkeit 
Daraus folgt, Daß die aus Dem Ocular austreten- 
ten Strablen bivergiren. Das Gefichtsfeld ift nur 
die Mantelfläche eines Kegel, vefien Bafis bie Pu- 
pille ift u. deſſen Spite im Mittelpunkt des Objec- 
tivs liegt. Eben deshalb vertragen fie aber auch nur 
ſchwache Bergrößerungen, böchftens bis zur 3Ojachen. 
Die Bergrößernng eines ſolchen findet man, inbem 
man bie Brennweite des Objectivs Durch bie Zer⸗ 
Pe maeineite bes Oeunlars dividirt. Jet unter 
cheidet man: A) Katoptrifhe Fee (Reflecto⸗ 
ren), we ein Spiegel ale Objectivglas bient, mehr 
ale Spiegeitelejtope (j. db.) untericieben; 
B) Dioptriige Fre (Refractoren), durchſich⸗ 
tige @läfer, wo bieje bie ſcheinbare Annäherung 
od. Bergräßerung der fernen Gefichtegegenitänve 
R, theiten ih wieber in: a) Uſtrono⸗ 


Dbjectiv- u. einem, ebenfalle erbat 
glaje, welche um Die Summe ihrer B 
einander entfernt find. Die Bergröße 
ift gleich bem Quotienten aus beiben 
Kepler gab es an, ber Bater Schein 
e8 zuerft für aſtronomiſche Beobacht 
ihm erfcheinen alle Gegenftänte um 
Bortheile aber find, daß e8 ein gri 
bat u. das Auge nicht genau an de 
angerüdt zu fein braudt. Man pfl 
Dcular nicht eine einfache Converlin 
Spftent zweier, gewöhnlich das K 
Dcularanzumenden. Die dem Obi 
bente von beiden beißt das Collectiv— 
Zweck, mit ben Objectiv gemeinichai 
des Gegenftandes zu Stande zu brin 
das entferntere Ocularglas vergrö 
wird. Dies Campaniſche Ocular Eu 
theil eines Doppelt jo greßen Gefi 
gleiher Vergrößerung u. befeitigt 
er Lupe unvermiibliche Barbenzerf 
Größe des Gefichtsfeibes ift bie 
Mantelfläche eines Kegels, deſſen 
anfebnlich große Collectivglas ift n. 
im Mittelpunkt bes Objectios lieg 
die Unvolllommenbeit ber verteb 
fung ter Gegenftände durch Ausei 
ber Gläſer u. Ginfegung eines zmeite 
ſes zu beben verjudt; aber bie At 
Lichtftrahlen wird dann zu groß. Di 
durch ben Brennpunkt des Ocular 
Mittelpunkt des Objectioglajes, beif 
tionslinie. Um bie aftroncıntjchen 
nenbeobadytungen zu gebrauchen, le 
Rauch geſchwärzte Oläſer (Dampig 
jelben. Herſchel empfabl Dazu 2 feb 
Gläſer, wovon eins mit Rauch angela 
bunlelblaues Glas u. ein blaugrünee 
geihmärzted. Man bebient fich ftatt 
des ſchwarzen Glimmere. Um tie 
trachtung terreftrijber Gegenftänte 
lebrung der Bilder zu vermeiben, ift: | 
(zuerfi von Anton Maria de Rheita 
ben) in Gebrauch gelommen, das a 
Gläſern beftebt, an tenen die Br 
Objectiv- u. des dritten Oculargle 
erften n. zweiten Oenlarglaſes mit 
punlten zujammenfallen. Sie fine 
mifche Fee zu betrachten, von benen 
vordern Gläjern gebildete bei. bie 
bewirkt, das aus ben beiden bint 
aber das Bild umkehrt, alfo wied 
Meift tann ein Erd⸗F. burh Mey 
Deulargläfern in ein aftronomijd 
werden. Da das Licht durch bie 4 
etwas geſchwächt wird, fo gibt jene 
Helligkeit, als vieles. Man hat ne 
mehrere Berbejlerungen an ben Erb 
zubringen gefucht, indem man 5 ob. 
einjette. Seit Erfindung der Spieg 
gewähren fie feinen Vortbeil mehr ı 
ndequemlichleiten verbunten. Um 
alles unorbentlich zerftreute Licht ab 
entweber auf das Objectivglas eine 
(Beredung), in der Mitte mit ein: 
nung verieben, gelegt, od. am ber 
ftelle beider Brennpunkte oft eim fd 


Bernrobr 201 


Diapbragma, QAlentung) | läßt ſich, wie bereits angegeben, aus (Arche ter 
eſien Stelle man auch Bebuis aftrc» |, Vreunmeiten der Yinien berechnen, doc fan man 
nen eit feine gatenfrenzeaue | fie folgenkermaßen unmittelbar mefien. Man blıdt 
ig einander durchkreuzenden Saas» | gleichzeitig mit Dem eımen Auge durch das F. nach 
sen ie anbringt, Daß Lie Ebene Dies | einem entfernten Mapitabe ı1. mir Tem antern te 
ser Achle tes «6 ſenkrecht zu fteben | bemafineten Auge nad bemielben: fe erbält man 
-emeter. Die runde Offnung ım , zmei ſich dedende Bilder von verichietener Grohe u. 
° Bientung (Apertur) macht, je | man kann leicht zäblen, wie viele Abtbeilungen des 
8 Alp deutlicher, je größer, teite ! Heinen Bildes auf eine Abıbeilung des nrößeren 
aus richtige GSröße terielben viel | konnen. Bei fiärker vergrößernren f-en läßt man 
lend trug bei Gelegenbeit eines | Die aus Tem Teular treienden Strablen auf einen 
Hera Nebauptung, daß die Kroftall» | Heinen Sömmeringſchen Spiegel fallen u. projicirt 
abricheinlich fe zuiammengeſedt fer, | bierdurch Das Bild Des entſernten u. vergrößerten 
bt ebne Farbenzerſtreuung breche, Daßitabes auf einen naben Diafftab, meiden man 
auf tie Yınienglärer über, indem er | gleichzeitig direct betrachtet. Die Güte eines Fee 
erena!as u. ein cencaves zlintglae | ıjt aber nicht allein von ter Stärke feiner Bere 
ımmeniekte, Laß tie Trarbenzer- | größerung abhängig, weil bei zunebmenter Ver⸗ 
zen drrrch Lie tes zweiten, wie beim | größerung leicht Das aui eine größere Fläche fich 
Priöma, aufgebeben murte. ft | veriheilente richt zu ſchwach wirt, um die Gegen⸗ 
ein Trittes Yınjenglas nerbig, un | flände Deutlich erfennen zu laſſen, jendern auch 
jemajte tes 7-8 zu erreichen. | von feiner Helligkeit. Menn en F. den Ge⸗ 
ns u. Reichenbach vercelltemin- | genfland nicht vergrößert, wie e3 bei Fixſiernen 
ihren ſehr u. theilten es als Ge⸗der Fall iſt, je wur man offenbar ten Gcgenftand 
meter, Fraunboier u. Antern mit, | jo vıel mul heller jeben, als die Fläche Der Pupille 
Beser:ciseuren große Masichnelzen | iu Der Fläche Tea Thjectivglaſes enibalten iſt, meil 
1@is3 vollkemmener barflellten, ale | fo viel mal mebr Strahlen teın Auge zugeführt wer⸗ 
& verınchten. Ben Guiant bar | den. Vergrößert nun aber das F. den Gegenſtand, 
Daguet in Zelotburn geerbt, ter | fo wird Das eingefallene Licht auf eine greßere 
ür CEriiker aut liefert. Seitdem | Fläche vertheilt u tie Helligkeil jedes entzelnen 
aller guter F⸗e adromattich, D. i. | Punktes um jo viel mal ſchwächer, als Das. adras 
a zufammengejegt, Lie nicht ge» | ber Vergrößerung beträgt. Iſt deninach a der Durch⸗ 
ie ſenſt, Las durchiallende Licht meſſer des Objectivglaſes, b der der Pupille n. m 
trahlen gebroden werde, wodur a! ; : 
ichen —*8 Medien betrach⸗ bie Vergrößerung, fo wirt che die Hellig 
t einem jarbigen Saume eingeſaßt feit bes Fos austrüden Man kann ſich aber leicht 
jetech reines Crown- u. lintglae | Davon überzeugen, Daß dieſer Werth nie größer ale 
en ſchwer ;u erbalten iſt, jo machte | j werten fan. Endlich if noch von der Voutkom⸗ 
e Veriuche, u. Reb. Blair jucbte | menheit ter Gläſer cd. Spiegel die Kia:beit abbän⸗ 
anarıiche, d. i. keine Abweichung gig, mit der die Bilder bervortreten, u. welche um 
u mithin auch ee) aus einer, mit | yo größer iſt, jemebr tie ſphäriſche u. chrematiſche 
zu. Zalpeterjäure veriegten Deafie | Aberration vermieten ıft u. alle unerzentiich ge⸗ 
um die ın en achromatiichen Lin⸗brochenen Strablen abgehalten find. Aus allen er 
bemerfichen narbenipuren völlig zu | gibt fi dann das Daß ber iegenannten raum⸗ 
'r erreicht man nach neueren Erfab» | Eurcrringenden Kraft tes n-s, vermöge wel 
arlewo, dieien Zwed, wenn mand cher man gewiſſerniaßen weiter in die Dinmmelaränme 

Schireielfchlenitefi aefüllte Linſe portringen fanıt. Würde 3.8. Der Zirius Iomal 
rennweite bes I bjectina anbrıngt, | meiter von uns entiernt fein, ale er es iit, fc wür⸗ 
ammenfügt, teren 4 A berfläden | den mir ibn 192 — luomal chwächer erbliden; 
at, daß nicht nur die Yarbenzer- | ein Fernrobr aber, deſſen raumt urchdringende Kraft 
en auch tie ſphäriſche Abneibiung | = 10 wäre, mürbeibn dann mit eben ber Yichtftärte 
. 2a aber auch Tergleichen aplanar | zeigen, als wir ibn gegenwärtig mit bloßen Augen 
:ößerem Maßſtabe zu verjertizen, | jeden. Die raumbuckhbringenten Kräfte zweier 
if, jo bat aui vitixews Berihiag, | Fee verhalten fich alfo wie Die Duadranvurzeln aus 
„biectivglas am ten ‚seen Elia aus | ihren richtſtärken. Der Ausdruck Kraft eines F. 
erjertigen u. zur Aufperung Perazare | ı ven Herſchel bem Nlteren eingejührt werten. 
ine Flintglaslinſe von viel heinerenm | Dur Verſuche fand er, daß 3. ®. eın F. von zwei 
einiger Untiernung davon anzurin⸗ Ku Brennmeite u. vier Zol Offnung eine raum⸗ 
Intifche Fee veriertigi, melde, bet | purchbringende Kraft == 13, ein 10füßiges pie 
eilbeit u Bequenilickeit, an Achte» | geiteleilop von 9 Zoll Offnung eine raumdurch- 
sehen Tollont ichen gleichlenmen. | vringente Kraft — 20, Der große 40füßige Reflector 
brauch von Zen ıjı es ein Vor⸗ von 43 Sol Offnung eine raumturbtringende 
othwendige Vedingung, DaB Die zu | Kraft — 192 hate, bie des unbemafineten Auges 
egenfänte wehl erleuchtet fint, weil — 1 gefett. Um mit jebem Auge Durch ein F. leben 
ne ber Vergrößerung, bie fie gewäh⸗ | „2 können, erfand Rheita im 17. Jahrh. das Bin» 
&leit des Gegenſtandes vermintert | geularteleitop (Binoculum), 2 &- neben 
* in nur mattem Lichte ganz der⸗ | einander auf einem Stativ fo befeftigt, daß man fie 
Stärke der Vergrößerung nach einem Gegenſtand richten m. mit jebem Kuze 
jmeutation, Amplification) | durch eins ſehen Lan. ie gewähren ein fehr I 


— — — — — — — — a en ——— —— — — — 


ber außer Gebranch. 

Das F. ruht auf einem Sernrobrgeftell (Sta⸗ 
tion), einer Vorkehrung, um bem F. beim Ge- 
brauch einen feften Stand zu geben; daſſelbe be- 
ſteht mwefentlich aus 3 beweglihen Füßen, einem 
ebenfalls beweglichen Mitteiſtück, welches, wäh⸗ 
rend die Füße ausgebreitet ſtehen, in perpendi⸗ 
eulärer Richtung dem Fee den Stützpunkt gibt, u. 
einer auf biefem beweglichen Unterlage des %-%, 
morauf dieſes ſelbſt befeftigt ift. Zufolge biefer Ein⸗ 
rihtung, Die nach befonderen Zwecken wieder ihre 
Eigentbüntlichkeiten hat, kann das F. in jeber nöthigen 
Höhen. ſowohl nad) einem verticalen als horizontalen 
Halbkreis in jede Richtung gebracht u. darin erhal» 
ten werben. Eine parallattifjhe Aufftellun 
eines j5-6 nennt man insbefontere eine jolche, burd 
welche es um eine der Weltachje parallele u. eine 
darauf ſenkrechte Achſe beweglich if, jo Daß man mit 
ihm unmittelbar Die Poldiftanzen u. die Stunden» 
winkel der Geftirne mefien kann, fo wie ber um eine 
verticale u. eine darauf ſenkrechte Achſe bewegliche 
Höbentreis bie Höhe u. das Azimut meſſen läßt. 

Die Fee find, wie jet fiher nachgewieſen ift, um 
1698 in Holland erfunden worden (G. Moll, On- 
derzoek naar der eerste Uitfiinders der Vern- 
kykers, Amft. 1831). Seitdem Balilei Durch beten 
Hülfe 1610 die miebiceifchen Sterne entbedte, find 
durch diefelben (bis 1857) 44 neue Planeten, 4 Tra- 
bantenſyſteme (das der 4 Jupiters⸗, der 8 Saturntße, 
der 6 Uranus», ber 2 Neptunsmonbe), 2 Ringfuftente 
(um Saturn u. Neptun), bie Phafen der Veuus, 
unzählige Kometen, bef. bie innern (planetarifchen) 
mit genau berechneten lUmlaufszeiten u. Bahnen 
aufgehunden; ferner der uns beobachtbare Firftern- 
himimel mit feinen Tauſenden von Nebelfleden, 
Sternhaufen u. Doppelfternen nnenblich erweitert 
u. bie reine Theorie vielfach beftätigt u. fortgebil- 
det worden. Den während Galilei die Jupiterd- 
trabanten mit Tmaliger Vergrößerung entbedte u. 
dieſelbe nie über 32 fteigerte, tonnte 170 Jahre ſpä⸗ 
ter W. Herſchel eine 6500malige Vergrößerung an- 
wenden. Sole Steigerung glaubte man Anfang®, 
ba es nur noch Refractoren gab u. bie mit ber Bre⸗ 
hung verbundene Karbenzerftreuung eine flärlere 
Krümmung der Linjenflächen nicht zulich, nur anf 
dem Wege ber Bergrößerung des Durchmeflers 
der ‚Dejectingiäer u. ber Verlängerung ber Rohre 
erreichen zu Lönnen, u. fo erichienen in ben Zeiten 
von Huyghens, Auzout u. Caſſini Fee von 122—300 
Fuß Focallãnge welche eine Vergrößerung bis 600 
verſtatteten. Die Unbequemlichleit dieſer rieſigen 
Längen, bie unvermeidliche Krümmung ber Röhren 
a. bie Schwierigleit der Aufftellung fetzten weiteren 
Fortſchritten auf diefen Wege bald ein Ziel. Da 
ermöglichte Dollonds Erfindung der achromatifchen 
—F 1755 von Neuem bedeutende Fortſchritte. 

enn menn ein früberes F. erfi bei 200 Fuß 
Länge eine 320fache Bergrößerung erreichte, fu lei⸗ 
ſtet ein achromatiſches daſſelbe Ichon bei 7 Fuß. 
Bald jedoch gewannen duch W. Herſchel, ber 
die von Newton erfimbenen Spiegeltelellope 
weientlih vervolflommmete, biefe bie Oberhand. 
Sein erſies F. diefer Art war ein Sfüßiger Reflec⸗ 
tor, burch welchen er bis zu 9Y3Umaliger Vergrö⸗ 
kerung gehen Tonnte, u. 1781 ben Uranus ent- 

Darauf brachte er noch andere von 10, 15, 
m Stande, mit welchen er 6500fache Ber- 


Fernrohr 


baftes Bild, find aber unbequem aufzuftellen u. da- | 


rößerumg erreichte. Endlich verfert 
Pifige Nieſenteleſtop, beflen Hoblſpie 
Höhe u. 42 Fuß Umfang hat, womit 
erblidte, von denen das Licht nach fei 
2 Dill. Jahre braucht, um zu ung zı 
alfo 600,000mal weiter von uns ent 
der nächſte belannte Firftern (a &e 
Artigues, der das bisher in größeren 
barftellbare Flintglas lieferte, wur! 
fractoren nochmals möglid, mit d 
zu wetteifern, u. Fraunhofer conſtri 
fractoren, denen er mittel® eines 
parallaktiſche, ten Sternen folgent 
gab. Wenn nämlich ein folches F. 

finmteu Orte, 3. B. auf einer Ster 
ben bleibt, jo gibt man ihm flatt eine 
horizontaler u. verticaler Bewegun 
lich ein parallattiiches Stativ, das fi 
deutenben Dimenfionen u. ſehr beträ 
größerungen no mit einen Uhrwen 
um die Beobachtungen fehr bequer 
maden, ein Bortheil, defien tie S 
entbehren. Die größten Yuftrumente 
die der Dorpater u. Berliner Sterr 
Bar. Zoll Öffnung u. 134 Fuß Foc 
von Merz u. Mahler für Bullomwa u. 
Norbamerifa gefertigten, von denen | 
Par. Zoll Offnung u. 21 Fuß Brennn 
dem in Oct. 1847 der zweite Neptun 
wurbe. Ein Riefenrefractor von 46 $ 
n. 19 Zoll 124 Lin. Objectivöffnung 
aufgeftellt, war 1856 im Parc astro 
institut technomantique in Pari 
Fr. zu verlaufen; feine Xeiftungen { 
von Fraunhofer u. von Merz noch n 
Die berühmteften Reflectoren ber 
find der von Laffell, der durch fein { 
von 2 Fuß Offnung u. 20 Buß 9 
Zuli 1847 den erften Neptunsınont 
der bes Lord Rofle in Parſoustow 
beffen Riefentelejlop von 6 engl. Fuß ( 
Off u. 50 engl. Fuß Länge viele 
gelöfte Nebeiflede in Eternihmwärm: 
u. für die Zulunft die Erwartungen d 
noch aufs Höchfte jpannt. In nenefl 
Wirkung der adhromatifchen F⸗e durch 
piſche Ocular (ſ. d.), erfunden von Ke 
lar, beträchtlich erhäht worden. Bei 
weiche ſtarke Bergrößerungent befitgen, ı 
letzteren das Geſichtsfeld —* verklein 
ſchwer hält, mittelſt eines ſolchen Re 
Gegenſtand am Himmel unmittelbar 
den) ein lleines F., dem großen parall 
welches ſeiner Beſtimmung wegen de 
nannt wird. In der neueſten Zeit 

dialytiſches F. von 11 Fuß Brennwei 
Obiecetivöffnung für den Sultan ange 
Ausgezeichnetes Teiftet. Man erbält je 
lichſten Fee aller Art aus ven optiſch 
von Lerebours u. Secretan in Paris, 
Mahler (früher Fraunhofer u. Utzſchne 
hen, von Piöfl in Wien, von Kelln 
in Bezug auf an aftronomijchen W 
zeugen angebrachte Fee auch von Pift 
ın Berlin ꝛc. Ein Verzeichniß ver 9 
die öfters Veränderungen erfahren, | 
ältere in Der Borrede zu Lalandes Af 
neuere in Schuhmachers Aftronomifd 


halt au fendten Orten . Pia’ yums, 
— m. a. Noch — ad 
Die Bettungen A —— meh e ner 

chus, Steropus =. m — Oier · 
— AP — Bon, . '9- 
amilie; 8 
—, *5 ſJ. u. —5 
ttin eine® 
un 5* u aa de⸗ 
55— des 4 
L von 53 be erkrautte. Ge⸗ 
hinterbr die 7* > — 


fig von einem gemeinen ÜBeibe von un 
Rrantbrit ſelbſt — —— Ser: mehr 


‚I. Königenwon Berlien: 1) ©. 
3 nz ar — —58 ans - 
naſtie 5— ehr er; regierte 
Yahıre — If; u Höyle u Shäye ehe 

begerb, Kenig vom 
—488,, |. Perfien 4 H. GSal⸗ 


* 
3 
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2b0 
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355 
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.Delan ie. OR 
„ Mörder bes Khalifen Omar, 


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Hall: 


— 
4: 


eig 
bu HYafub), Oberrichter von Zebid, 
e vie weißen Bllithen nah Anis rie- nunn I D 3 8 
oßen, ein rörbliches, ſßes, geb. zu Ray Gäiras 1328 (1329); Re 
—— —— Früchten. 8 — * rabien m. Indlen 


yo dem arabiichen ähn- u. durch große Gelehrjamteit feT6R die Tas 
erwarb 


u brauchbares Gummi. . 
Feroniai), 1) bei Bonefi (Batreine) | Meriane m. ver; er 1414 


it ap —— 1817, 3 Bpe., türtifh von “d 


83 


Baarıs 
‚3 Gtunben vom linten U 
e ee a kenne 21. Dee. 1845 das 
ben Briten untex 





Ferozpore bis Ferrara (Beich.) 


Bot; 2) Etabt an ber Straße von Meerut nah | 1817, 4 Bte.; I’hist. des trois 


ubarunpeor, im Diftricte ber letzteren Stabt. 

Ferozpore, 1) Diftrict im britiſchen Cis⸗Sut⸗ 
ledſchgebiete in Oftinbien, in Sirhind, mit gegen 
17,000 Ew.; 8) Haupiſtadt bes Diftricts, eine 
Stunde vom linken Ufer des Sutledſch; 6000 Ew.; 

roßes Fort, hriftliche Kirche ; britiicher Waffenplatz 
Ar jene Theile Indiens; Die Stadt wurde von Feroz 
Toghlul gegründet; 3) Stadt im Diftrict Goorgaon 
Der nordweſtlichſten Provinzen, an der Straße ven 
Delbi nah Alwar, hefefligt; 8000 Em.; Bazar, 
Eifeninduftrie, bis 1836 Sauptort eines Lehnfür⸗ 
ſtenthums (Iaghir). 

Ferrabosco, Domenico Maria, italienifcher 
Mufiter um bie Mitte des 16. Jahrh., war 1547 
Singmeifter an ber Batilaniichen Sapelle, dann Ca⸗ 
pellmeifter in Bologna. Er componirte mebrere 
Motetten u. a. geiftlihe Diufitftüde, darunter das 
lied: Jo mi son giovinetta, 

Ferracino (ſpr. Ferradſchino), Bartolomeo, 
go 1692 zu Solagna bei Baſſano, Erbauer ber 

rüde von Baffano, ter Ubr des St. Marcusplatzes 
in Benedig u. bes Gewölbes im großen Saal zu 
Padua; außertem conftruirte er viele Maſchinen, 
fo u. a. 1749 eine, welche unter Anwendung ber 
Arhimediihen Schraube das Wafler 35 Fuß hoch 
brachte. Er farb 1777 in feinem Geburtsort; in 
Baſſano hat man ihm ein Denkmal errichtet. 

Ferracutius, fabelhafter Rieſe in Syrien, er- 
Segt von Roland, |. d. 

Verradini, Ant, geb. 1718 in Neapel, Iebte ge- 
er 30 Jahre in Prag u. fl. 17795 er componirte 
owohl für das Theater als jlir die Kirche. Von 

jeinen Werfen ift das Stabat Mater im Drud 
erhalten worden. 

Ferrädo, ſpaniſches Getreidemaß, deren 4 auf 
1 Fanega (ſ. d.) gehen. 

rrah, 1) ( 5: Rud), Fluß in Afgbaniften, 
münbet in ben Steppenſee Jareh od. Lukh; 2) 
Stadt an bemjelben; 3) Provinz, fo vo. w. Furrah. 

Ferrand, 1) Iean, geb. 1586 in Puy, war 
Jeſuit u. Lehrer ber Theologie u. fl. 1672 in Lyon. 
Er ſprach Die Behauptung von ber durch göttliches 
Wunder bewerfftelligten Vervielfältigung ber Reli- 
quien ber Heiligen aus u. ſchr.: Disquisitio re- 
liquiarum, Leyden 1647; Vita Fulgentii Fer- 
randi, ebt.; Epinicion pro liliis aureis Fran- 
cise etc., ebd. 1663; Epinicion secundum etc., 
ebd. 1671, u.m. a. 8) Bevays, geb. 1735 zu 
Caſtres, trat unter Das Militär u. wurde Brigade⸗ 
genen, als welcher er 1792 bei Gemappe einen 

beil Des Heeres befehligte; er wurde dann Com⸗ 
mandant ven Mons u. vertheidigte 1793 Valen⸗ 
ciennes; unter ter Regierung des Directoriums war 
er Befehlshaber eines Armeecorps in Belgien; 
jräter wurde er Präfect bes Departements Nieber- 
maas u. ſtarb, in den Privatſtand zurüdgelehrt, 1805 
in Planchette bei Paris. 8) Antoine, Graf F. geb. 
1751 in Paris; Parlamentrath daſelbſt, wanderte 
nad) Ausbruch der Revolution aus, kehrte zwar 1801 
uräd, aber ohne ein Amt anzunehmen, wurte 1814 

air, Staateminifter u. Seneralbirector der Boften, 
nach der zweiten Rüdtehr ber Bourbons Mitglieb bee 
Comites zur Undarbeitung ber Berfaflungeurkunbe 
u. ftarb 1825; er ſchr. B’esprit de l’histoire, Bar. 
1802, 4 Bde, 6. Aufl. 1826; La theorie des 
revolutions rapprochees des principaux dve6- 
nements, qui en ont 66 l’origine eto., ebb. 


ments de la P’ologne (Kortfetune 
res Polniſcher Geſchichte), ebd. 1! 
Testament politique, ebd. 1830. 
für Eduard Schulz. 
trandine (Hplgem.), fo v. w. 
errandus (Litgſch.), ſ. Fulgenti 
errära, 1) ehemaliges Herzogtb 
ſ. Ferrara Geſch.); 2) Yegation Dee 
grenzt im W. an die Legation Bolog 
dena, in N. an bie Lombardei u. 3 
durch den Po geichieben), im D. an | 
Meer u.im ©. an bie Legation Rave 
tentheil® niedrig u. fumpfig, bef. nach 
gen des Bo zu, wo die Sümpfe von C 
von vielen Flüffen (Panaro, Po ti 
di Goro, Po di Volano, Rene, Sar 
Po di Primaro) u. Kanälen durchſchni 
zen ungejund, aber fruchtbar an Ge 
Dliven, Hanf, Flachs, Ceite ı. rei 
land, daher die Viehzucht ſtark betrie 
trächtlich iſt auch Die Fiſcherei: 49 
229,000 Em. in ben 2 Diftricten $. 
Hauptſtadt darin, am Po di Volano 
filiokanal; hat Erzbiſchof, Karktinallı 
tion@behörten, Citadelle (mit öſtert 
fagung), Kathedrale von 1135 mitt 
Papſt Urbans III., die Kirche S. F 
Benedictinerkirche mit dem Grabmal 
vielen anderen Kirchen u. Klöſtern; e 
Albert geftiftete u durch Niclas IIT. 1 
zur franzöfifchen Zeit aufgebobene, fei 
bergeftellte Univerjität für Diebicin u. 
halt. militärifche n. andere Schule 
Baläfte, barımter der Palazzo Du 
Mauern u. Graben umgebenes Cd 
Sig der Fürſten von Efte, jest des Car 
Diamantenpalaft (Ereole-Qilla), P 
giftro, wo bie Academie Ariostea 
gen bält, Piazza Ariostea, mit X 
viele milde Stiftungen (Annenbeipits 
Gefängniß), 3 Bibltotbelen mit alten 
Arioſts, Guarinis ı. Taſſos, Botani 
Schauſpielbaus; Seibenmeherei, Fiſ 
mit Getreide, Wein, Fleiſchwaaren; 
Darunter Über 2000 Juden. Geburts 
rini, Tibaldi, Tofti, Bentivoglie u. 
lern. Im der Näbhe Luſtſchloß Bel 
Schauplatz ber Liebe Taſſes zur Eleon 
Ferrara (Geſch.). F. iſt das Foru 
lange ein bloßes Dorf, wurde es erſt 61 
Mauern zur Vertheidigung gegen die 
umgeben; zur Stadt wurde es erſt 
des 7. Jahrh. unter Papſt Vitalian 
gehörte zum Exarchat u. ſtand auch 
Beziehung unter Ravenna, fpäter kar 
cana. Unter den Vornebmen %-6 m 
relli, Nachkommen SHeinrich® bes 
Baiern, durch Reichtbum u. Einfluß 
n. Friedrich, Sohn Ludolfs von Saı 
jeit 1092, wo fih E. von ber Herrſch 
gräfin Mathilde iosgeſagt hatte, in F 
Guido Salinguerra IL, ber jein 
Herricer folgte, machte fih 1118 zum: 
3 verfchönerte %. u. beförberte ben j 
ohn (gegen 1150) ſchloß an ber Epit 
finen mit Kaifer Heinrich VI. einen Ber 
von bemfelben al® Herr von F. aner 


Ferrara (Geſch.) 


erderbliche Zwiſt zwiſchen den | Sobn Riclas III. u. Gruder Verſes, folgte dieſem, 


te aus: Angebörige tes Yentern 


vertbeitigte feine Staaten mit Hũlie von Mailand, 


ich Pie junge Gräfin von Adelard, Florenz u. Neapel gegen die Venetianer, erlangte 


» älteſten Zobnes von Torello, u. 


TI. ven Efte zur Gemablin. Ealin- 


Salinguerra II. Torello, wurde 
Pedeſia ermählt, allein er mußte 
VI. von Efte F. verlafien. Bon 
ı tie Kämpie smiichen ten beiten 
smecleintem Glide auch nad 
e (1212) #ert, deſſen Bruder 
Ele 1221 Salinquerra II. aus 
fer kebrie inteß bald zurüd u. re 
rierlich, ec er Bann von tem Mark⸗ 
in F. belagert u. gefangen wurde; 
Schn Giacomo Teorelio verließ 
feinem ÖOrchvater nach Verena. 
rte bie 1264 über F., worauf fein 
L ver Eite zum Podeſta ern äblt 
1 3203 deſſen Sebn Azzo VIII. 
8er 1368 ſtarb, verſuchte Salin— 
mela, Sobn Giacomose, der ſich 
ge: von Bologna, Forlien. Imela 
& Jed zu bemächtigen; zwar wurde 
ir anerkannt, konnte fich aber 

balten. Nach Azzos VIII. Tore 
‚Mr Zchn eines natürlichen Seb— 
III., nach feines Srofiwatere Wil⸗ 
agen denñelben bemächtigt, Azzos 
tm den Parſt um Kiülfe gegen ibn, 
selten lebubar werte. Raum aber 
F. beietzt, fo ferderte Fulco bie 
5 zu nebmen; dies geſchab, doch 
etianer am 23. Aug. 1309 von den 
%- geickligen, n. ter Papft fegte 
nm Neapel als Kicar nach F. We: 
btigen Statthalter deſſelben eiheben 
317 einen Auiſand u. wäblten Ne» 
III., Söbne des Bruders von 
es VPlartgraien Aldevrandin II. 
deſten, u. Diele geſellten ſich nech 
Kitas J. zu; der Parſt erkennte 
n, ſondern erxcemmunicirte ſie u. 
on Interdiet. Erft 1332, nachdem 
ke ats Yalallen unterworſen hatten, 
sernielben alt Vicare eingeietzt. Ant 
2 1352 Altcerantin III, Zobn 
5] Niclas II., Altorrantıns III. 
Altert, der weite Wruter Als 
‚1343 Kiclae III., Alberts Zchn, 
Azic von Eſte Lemunte, um negen 
rung zu ftiten, ın deren Folge 
ieben mußte, dech fübrten ihn die 
‚egneier u. Flerentiner zurüd. Aus 
* er fih teren Verbindung gegen 
142% wurde zu 15. er Friede zwi— 
. Mailand geichioiien. Als Beſchuͤ⸗ 
chaften erneuerte Niclas 1492 die 
ꝛx geſtiftete Univerſität zu F. 1441 
atürlicher Seon Lienel, unter wel⸗ 
11450 zu F. Der Friede zwiſchen 
ig Alfens ven Sicilien zu Stande 
eibm fein Aruter, ter prachtliebende 
Raifer Friedrich IIT. 1449, wegen ber 
Aufnabmıe, Die er bei ibm geiunden, 
ı Dictena u. Regzio machte: 1471 
in Lehnsherr, Papſt Pauit II., auch 
Herzog vou F. Hercules L, 


nach einem ungünſtigen Frieden 1484 die Neutra- 
tät, lebte Dann tem Glücke feines Yandes, ten 
Künſtenen. Wiſſenſchaften. Sein fkreund u. Mini⸗ 
ſter mar Bojardo, Araivon Scudiane, au Arioft 
lebte an feinem Sofe; er ftarb 1505. Aliens L. fen 
Sohn, felgte ibm; deſſen zweite Gemahlin war feit 
151 Lie berüchtigte Yucrezia Borgia. Alfons I. 
war tapfer, ftaatsliug u. Freund der Künſte. Sein 
Bruder Hippelyt (geb. 1479), ber mit ihm wirlte, 
war Erzbiſchef von Gran, feit 1439 von Capua, 
Narbonne u. Mailand u. Biſchof zu F. u. Modena, 
er wurte 1493 Karbinal» Diaconus u. laiferlicher 
Bicar in Italien, vertbeitigte feinen Schwager, 
Franz Zierza, gegen Frankreich u. mußte Deshalb 
nah Deutfchland fliehen. Nach Italien zurüdge- 
febrt, trat er zur franzöſiſchen Partei, unterſtützte 
feinen Bruder Alfons I. im Kriege gegen ten Bapft 
u. Venedig u. erfocht 1509 ſelbſt einen großen Lie 

am Po gegen bie Benetianer. Papſt Julius II. 
nöthigte ibn, nach Ungarn zu geben, von wo er erft 
nach Yeod N. Erwählung zurückkam; er ft. 1520 zu 
F., nachdem Leo X. Hippelyt u. Alfons in tie Enge 
getrieben u. mit Lem Kirchenbanne belegt batte. 
Hippelvt, ausgezeichnet als Staatsmanu ıı. Krie⸗ 
ger, mar leidenſchaftlichen u. wilden Charakters. 
Seinen natürlichen Bruder Julius, der ſein Ne⸗ 
benbuhler bei einer con Beiden geliebten Dame war, 
ließ er die Augen aueſtechen, weil dieſe von jener 
einſt Shen genannt worden waren. Der Gemiß⸗ 
bandelte verichmor ſich, ald Alfons I. dieſen Frevel 
ungeabudet ließ, mit ſeinem Bruder Ferdinand, 
um Aifons zu entthrouen u. ſich an Hippelvt zu rä⸗ 
hen. Tie Berſchwörung ward jedech enideckt u. 
beide Brüder büßten das Attentat: mit lebenslangen 
Gefänguiß. Papſt Hadriau VI, Der 1521 auf 
Yeo X. folgte, bob ten Bann auf, allein fein Nach⸗ 
tolger, Siemens VII., bielt ibm Podena vor u. 
ſuchte ibn auch Der iibrigen Ztaaten au berauben, 
u. erft tie Eroberung Roms durch Kaiter Karla V. 
Truppen 1527 icaftte ibm Rube. Alions I. ſtarv 
1534, u. fen Sehn Hercules 1]. felgte ibm. 
Tıefer war sin treuer Anhänger Karls V., wußte 
aber, als Schwiegerſohn Ludwigs XII. fi immer 
in gutem Sinvernebmen mit dieſem zu erbalten. 
Sein Sohn Alfons ll. folgte ihm 1559; pracht⸗ 
liebend u. ſtolz, bewarb er ſich mehrmals um Die 
poluiſche Krone nn. begünſtigte Künſte u. Wiſſenchaft. 
an ſeinem Sofe lebte Tafſo, bis dieſen feine unglüde 
liche Yıebe zu ber Prinzejlin Eleonore ins Mefängnift 
brachte. Mit Alfons farben bie Herzöge von F. in 
ibrem legitimen Stamm 1547 aus. Der Kapf 
Clemense VIII, ohne Riiditicbt auf Sälar, Ben Schr 
ven Alfene, eines natürlichen Sobnes ven Alfons J. 
u. den von Alfons 11. deſignirten Nabjelger, zu 
nehmen, 307 F. u. Die geiitlihen Yeben ale erle⸗ 
tigt ein, u. Cäſar beqnügte fih nit Motena u. 
Regio: F. bildete ſeitdem einen Beſtandtheil Des 
Kirchenſtaates. 1735 erbob Tlenens XII. da8 Das 
ſige Risthum zu einem Erzbietbum. Im Juni 
1796 wurde F. von den Franzeſen eingenommen, 
trat am S. Oct. zum Tiopadaniichen Bunde u. biieb 
um Frieden von Tolentino Der Tisalpiniſchen Ne» 
publit. Als dieſe 1804 Die monarchiſche Form alt» 
nabm, kam F. zum Königreich Italien m. erit IS14 
durch ven Frieben von Paris u. deu Wiener Kongreß 


206 


wieber en ben Kirchenſtaat zurüd; am 24. Mai | 


. von ben Oflerreihern unter Klenau 
enommen. Nach ben Beflimmungen tes Wiener 
ongrefies, bie ben Ofterreichern das Recht der Be- 

fagung dans les places de Ferrare garantirteit, 

hielten die Ofterreicher feit 1814 bie Eitadelle von 

5. beſetzt In den Unruhen 1847 in dem Kirchen- 

ftaate verlangte Ofterreich zur Sicherheit feiner in 

der Citabelle liegenden Truppen die Erlaubniß zur 

Beſetzung der ganzen Stadt. Ungeachtet Dies Ber- 

fangen von dem päpftlichen Statthalter abgeichla- 

gen murbe, bejettte Oſterreich dennoch am 13. Aug. 

d. 3. die Stabt, zog aber, nad) langen Verhandlun⸗ 

gen, feine Befagung Ende d. I. ın die Citabelle 

zurüd. Auc im Febr. 1819 beſetzten bie Ofterrei- 

* unter Coronini die Stadt, aber nur vorüber⸗ 

end. 

3 Ferrära, la, Dorf an ber Etſch, im Diftrict 

Caprino, ter venetianifhen Provinz Berona, am 

Monte Balto; Geburtsort Jul. Cäſar Scaligers. 

Ferräri, 1) Gaudenzio, geb. 1484 in Valdugia 

im Kreiſe Novara; Hiſtorienmaler, bildete ſich in 

Mailand, vorzüglich nach Leonardo da Vinci. Darauf 

war er in ber Werkſtätte Peruginos ſeit 1502 be⸗ 

ſchäftigt, ſchloß enge Freundſchaft mit Rafael, ben er 
nad Florenz u. fpäter 1508 nach Rom begleitete. Bon 

Rom begab er fi nach Barallo, mo er ſchon 1504 

in der Wallfahrtskapelle ein großes eigentbilmliches 

Gemälde ausgeführt u. die Wände mit Fresken ge» 

ſchmückt hatte. Er war bort mehrere Jahre be- 

ſchäftigt, namentlich in der Kapelle S. Margherita, 
wo er die Geſchichte Ehrifti in 21 Bildern dar» 
ftellte;, dann folgte er ber Aufforberung Rafaele, 
ibm bei der Ausmalung der Billy Farneſina u. des 

Vaticans zu unterflügen, u. vollendete mıt ®iulic 

Romano u. Pierino dei Vaga bie Dort angefange⸗ 

nen Werle Rafaels. Seit 1524 nahm er feinen 

bleibenden Aufenthalt in Barallo, 190 er eine unge» 
mein fruchtbare Thätigleit entfaltere u. eine Schule 
ritnbete, ans welcher bedeutende Künſtler, wie Ce- 
are Luini, Andrea Solari u. A., hervorgegangen 
find. Bon 1532—35 arbeitete er an ben Fresken 
in der Kirche S. Eriflofero in Vercelli, feit 1542 an 
denen der Kirche Sta. Maria belle gracie in Mai⸗ 

Sand (Geißelung u. Kreizigung Chriſti); bier ftarb 

er 1549. F. war ein Ellettiler, welcher mit Leich⸗ 

tigkeit fih die Manier feiner Vorbilder aneignete, 
ausgezeichnet in Der Behandlung ber Farbe, correct 
in der Zeichnung u. meifterbaft in ber MWiebergabe 
ber Leidenihaft. Das Streben nad Originellem 

verführte ihm aber mitunter zu Übertreibungen u. 

Ungereimtheiten. Merle, außer ben fchon ge- 

nannten, im Berliner Mujeum bie Anbetung bes 

Ehriftusfnaben, in ber Brera in Mailand Das 

Martyrium ber heiligen Catharina, Kreuzabnahme 

Chrifti u.a. 2) Bartolommeo, geb. 1497 in 

Mailand, 1542 Mitftifter u. erfter Gencralfuperior 

ber Barnabiten (f. d. 1); er fl. 1554. 3) Franc. 

DBernarbin, geb. 1576 (77) in Mailand; ging 

im Auftrag Fr. Borromeos nah Spanien, um 

Bücher für die Ambrofiana in Mailand zu kau⸗ 

fen, wurde 1642 Cherbibliothefar an bieler Bi⸗ 

bliothet u. fl. 1669; er ſchr.: De antiquo epi- 
stolarum ecclcsiast. genere, Mail. 1612, Ben. 

1615; De ritu sacrarum ecclesiae catholicae 

concionum, ebt. 1615 u. 20, u. 8.5; De veterum 

acclamationibus et applausu, eb. 1627. 4) 

Giovanni Bartifta, geb. 1584, Jeſuit, fl. 1653; 


1799 wurbe 


Ferrara bis Ferraria 


gab mit Guido Reni ı. P. Veretti 
wert Flora, Rom 1633, auch Amf 
1664 heraus, ſchr. auch Hesperider 
Fol. (Drangeriegemäcdfe enthaltend) 
vie, Neffe von F. 3), geb. 1607 in 9 
Anfangs lehrer der Beredtſamkeit an 
{hen Collegium, jeit 1634 Profeflor 
Griechiſchen Sprade in PBatua u. | 
Er ſchr.: De re vestiaria, (2. 9 
1654, bazu Analecta de re vestiari 
Electa, ebd. 1679 u. d.; Origines 
licae, ebb. 1676, Fol.; Opera vur 
1711, 2 Bbe., von 3. X. Sabricius h 
6) Guido, geb. 1717 in Novara; I 
mehreren Eollegien in Stalien Hum 
Auflöfung bes Ordens trieb er vorz 
ſchichte u. fl. 17915 er jhr.: Oper 
Mail. 1791, 6 Bde. (darin De bello 
De bello italico; De bello belgic« 
gestae auspiciia M. 'Theresiae us 
1763; Vita V imperatorum [Brown 
bashy, Serbelloni u. Yaubon] german 
Caroli Emanuelis Sardiniae reg 
principatus forma, Lugano 1750; 
antiquitate, monumentis Inaubrun 
1765, 3 Bbe.; Opusculorum collet 
1777. 7) Antonio, f. Antonius IE 
vanbattifta, geb. 1732 in Tre 
ſtudirte in Padua im Seminar, w 
Lehrer, 1771 Studienpräfect u. fl. 1 
ſich als Dichter u. Schriftſteller dur 
ſiſche Latinität ausgezeichnet u. ſchr. 
Jacobi Facciolatı, Pabua 1799; 
strium virorum seminarii Patavir 
Vita Pii VI., ebd. 1802; Dialo 
existentia, ebd. 1817; De naturs 
ebd. 1917. 9) Zac. Sottfr., geb. 1 
redo, erlernte erfi bie Kaufmannjcha 
um ſich Der Mufil zu widmen nah N 
u. von dort nah Paris, wo er 1791 Ac 
am Theätre Feydeau murbe N 
des Revolutionskrieges wandte er fid 
virtuos nach ben Niederlanden u. ı 
Yonbon, wo er fi dauernd nieberl 
Compoſitionen fürs Theater befaßte; 
Vlitte Des 19. Jahrh. u. ſchr. ein % 
Studium der Muſik u. eine Art Se 
Fond. 1530, 2 Bde.; componirte m 
darunter: I due Svizzeri, Le V 
pita, I’Eroina di Raab. 10) 
meo, Bildhauer, geb. 1750 in De 
feine Ausbiltung von feinem Che: 
Terrari-Zoretti, ſpäter von Cano 
8. Sehr. 1844. Er reflaurirte den E 
wen auf ber Piazzetta in Venedig 
Statue der Picta für Den von Candove 
erbauten Zempel. 11) Luigi, Se 
eb. 1810 in Benebig, widmete fich ur 
—* Vaters der Bildhauerkunſt u.n 
vas Atelier thätig. Werke: Marm 
Lotos pflückenden Nymphe, David da 
Sieg über Goliath, marmorue Grupp 
für Veunedig. Ein Theil Der Arbeiten 
mal Canovas in Sta. Maria glorioj 
Benebig rührt von feiner Hand ber. 
Ferraria (F. L.), Pflanzengattu 
rari 4) benannt, aus Der Familie be 
Ordnu. Z.; Arten; F. ferrariola, we 


Ferraris bis Ferrerius 


ab, beide am Vorgebirg der Gutengeſedlicher Kraft für gam Portugal beliehenen Co- 


?avonia, ift Tigridia Pavonia. ſ. d. 
Jelepb, Graf von %., geb. 1726 in 
n öfterreichifche Kriegadienfle, wurte 
asıer, 1767 Generaldirector der Ar» 
eltmaridalllieutenant u. 1775 Gou⸗ 
zIherzegt Diary; beiehligte 1793 eine 
19 gegen bie Franzoſen, ſchiet Dann 
en Zienfte, wurde 1795 Hoffriege- 
u. 1501 Felpmarſchall u. fl. 1307 
zab beraus eine Karte ter belgiſchen 
5 Blättern, Fortjetzung ber Caſſini⸗ 
n. eine Karte von Frankreich in 69 


in ten Meſcheen die Auslehrer, aus 


Kaime Güſter,; fie find bei. in 


ngeicben. 

ırzebirg an der Küfte der franzcfilchen 
:m Algier MAirila). 

Vergebirg auf ber Südoſtſeite von 


mwons 'a. Geogr.n, Gebirg im Oſten 
na laesariensis; j. Dichurbichura. 
w, Marktilecken ım Diſtrict Campo⸗ 
zer-ni'iten Provinz Meliſe; eiſen⸗ 
xee: ʒ Ouelle; 2400 Em. 

tergebira auf der Südteſtküſte von 
Franzeñſiches Weſtindien). 

pr Ferrena, Anteine, geb. 1603 in 
ta Agen, ſiarb 1769 ale Profefler 
u. Sbirursie am Jardin des planten 
annt Burch mebrere anatomiſche Ent» 
ter nach ihm nenannten Ferreinſchen 
u. Nieren) u. Berreins Seiten (|. u. 


1) Stadt im Diſtrict Beja Der 
Previnz Alemtejo, mit Caſſell: 
n ebentaielbft, am Zezere, im Bezirk 
revinz Eſtremadura. 
Antenic, geb. 1528 in Liſſaben: vor— 
cter, abrite bie Klafſiker mit Ee⸗ 
ft. 1564: er ſchr.: Pocmas L.usita- 
98: Traner'piele (tarunter Ines de 
ı ter berübmteften) n. Yuftipiele : Der 
war tie erfte Charakterkomödie in 
ra a, Liſſab. 1771. 
Borges, cz, ach. 176 in Oporto, 
dafelbſt, ın Der jranzinichen Seit Me- 
eur, 1211 I bergeridisatvccat, daun 
Municipollammer, nabm an der 
sum Ztur der Regentibait Zbeil u. 
ie Rerelution ven 1820, wurte 1821 
ter Zertammlung ber Corte u Se⸗ 








u.a. auf Aufbebung der Inquijitien | 


auf kam er in den Ztaatsratb, flüchtete 


land, als 123 die neue Verfaſſuug | 


arte. Die cenſtitutienelle Charte Dom 
ibn ıns Raterland zurüd, jedech ging 
ser nad Yonten, als tie genen Tem 
ibm eingeleitete Reaction mißglückte, 
ıh Tom Pedroe Reſtauratien aber: 
1. wurde Pröfitent tes Handelsgerich 
telle er 1436 , faft ganz erblindet, nie⸗ 


fr. ein Reperterium ber beftcbenben | 


u. ter Relolutioncn ter Weincom⸗ 
ı 2tn.; Institutiones de medieina 
e. 1532, u. ben von Dom Febro mit 


dex comm-»-rcial. 

Ferreira de Lacerda, Bernarta, geb. 1595 in 
Oporto, widmete fih ter Muſik u. Tiehrfunft u 
ſtudirte fogar Philoſephie, Tbeolegie u. Marbema- 
til, fo Daß fie zu ibrer Zeit ale eine Frau von gro- 
fer Welebrismleit galt; fie mar vermäblt mit 
Fernão Korrea de Zoufa u. fl. 1644. Sie jchrieb 
die Epen: Espanin libertada, Yillab. 1615 u. 1673, 
2 Tbie.; Ritmo latino, u. das beichreibente Ges 
ticht: Soledades de Bucaeo, ebd. 1634. 

Ferreira de Vaſconcell os, Jorge, einer ber 


| älteften dramatiſchen Dichter Portugals, war zu An- 


fang Des 16. Jabrh. in Coimbra od. Monte nıör o 
Velbo geboren, war Schreiber im Finanz u. Colo⸗ 
nialtepartement u. fl. 1565; er fehr. tbeild anenym, 
tbeil® unter dem Namen Joüo te Eſpera em 
Deos: Comerlia Fufrosina. Coimbra 1560, 2. 
Ausg. von Fr. Reiz Lebo, Liſſab. 1616; ſpaniſch 
von Quevedo, Matr. 1631; Comedia Ulyr»ipo, 


2. Aueg. von Yobe, Yiffab. 1616; Comeilia Aule- 


grafia, herauegeg. von Antonio de Noronha, sd. 
1619, u. ten Roman: Triumfos de Sagramor, 
Geimbra 1554, 2. A. unter dem Titel: Memarıal 
das proezas dos C'avall«iros de segunda Ta- 
vola Redonda, Liſſab. 1567. 

St. Ferroͤol, Terf in Arronbiffement difin- 
geaur des franzöſiſchen Departements Haute⸗Loire; 
Bleiminen, Papiermühlen; 1190 Ew. 

Ferrer, Don Joaquin Maria de F., geb. 1777 
zu Pafages in Guipuzcea, murde 1795 Aflecie bes, 
von feinem Bruder Don Krancieco $. in Aue 
noa-Ayres gegründeten Handelebauſes, febrie 1808 
nah Zpanten zurüd, wo ibn die höchſte Zunta in 
wichtigen Selbangelegenbeiten nad Quenos-Ayres 
fantte, blieb bier im Tienfte ber Regierung bi6 
1815, we er nah Madrid fan, arbeitete ſeit 1820 
für Lie Conftitution, war ale Deputirter 1822 Mit⸗ 
alied, dann Präſident ter Corted in Sevilla u. Cadix, 
flob nach der Reactien nach England, ging von dort 
nach Frankreich, we er in Paris ſorgiältige Ab- 
drüde mebrerer fpanifcher Klaſſiler, wie Dee Ton 
Quixote, veranſtaltete, febrie nad Der Amueſtie der 
Königin Chriftine nach Spanien zurüch, wurde 
1834 Mitglied Der Cortes für die Provinz Gui— 
puscea u. gehörte ale ſolcher der Oppoſitien gegen 


das Miniſterium an, wurde Deputirter bei den con⸗ 


ſtituirenden Cortes u. trat jeit 1837, nachdem Ca⸗ 
latrava feine Timiffion gegeben baute, ale Gegner 
der nachfelgenden Miniſter auf: 1839 ging er aus 
Geſundheiterückſichten nach Südfrankreich, kebrte 


nach Tem Sturz ter Mederados nach Spanien zu— 


rũct, nabm IS40 an der Revolutien gegen die Re 
nigin Cbriſtine Theil u. trat unter Kepartero ins 
Miniſterium. Zeit 1842 trat er vom pelitiſchen 
Schauplatze ab. 

Ferreras, Yuan te F. geb. 1652 in Labañeza, 
war Pfarrer in Talarara, ſpäter in Madrid u. ſtarb 
1735; er war Mitarbeiter an dem fpanifchen Wẽr⸗ 
terbuch Ber Alademie a königlicher Yiblictbelar u. 
ſchr. u. a.: Synopsis bist, de Espana, Madr. 
1700—1727, bie zum Jabr 1589, deutich ven S. 
3. Baumgarten, Zeiler, Pb. E. Bertram (tortger 
ſeyt bis Iu4S), Dale 1754--1772, 13 Be. 

Ferreriusſs, Zt. Riucenz F., geb. 1357 in Va⸗ 


lencia, Dominicaner. Mit Beter de Yunta, dem Car⸗ 


dinallegaten des Papſtes Cleiieus VII. lebte er in 
Paris u. jpãter, alo diejer alo Benedict XIII. Papſt 


wurde, an beffen Hofe in Avignon, verließ ihn aber 
nachher u. Lurchreifte Frankreich, Italien, Spanien u. 
Großbritannien, überall mit großem Beifall prebi- 
end. Er ſoll 8000 Sarazenen u. 35,000 Juden be» 
ehrt u. über 100,000 Reber indie Kirche zurückgeführt 
baben; 1415 war er als Benedicts XIII. Abge- 
ordneter auf dem Coneil in Koftnit, trat aber bald 
zur Gegenpartei befielben; er fl. 1419 in Vannes 
u. wurde 1455 canonifirt; fein Tag 13. März. 
Seine Werke gefaınmelt 4 Bde, Valencia 1491. 
beere, it Berberis vulgaris. 
erret, Paß über bie Penninifchen Alpen auf 
der Grenze des Schweizercantons Wallis u. bes 
ſardiniſchen Diftrictes Aofta. 

Ferreti, Zaccaria, geb. 1479 in Vicenza, ſtu⸗ 
dirte in Padna u. wurde Benedictiner in Monte 
Caſſino; bier jeboch vielfach angefeindet, trat er zu 
den Rarthäufern über, wurde aber mit Gewalt wie- 
ber zurlidgebracht u. floh 1506 nah Rom; 1511 
murde er Secretär bes Concils von Pifa u. 1519 
Bifhof von Guarbia im Neapolitanifchen; 1520 

ing er als päpftlicher Nuntius nach Deutichland u. 
Bo en u. fl. in Rom um 1525. Er ſchr.: S. Car- 
thusiensis ordinis origo, Mantua 1509; Pro- 
motiones et progressus S. S. Pisanı concilii, 
inchoati anno 1511, nec non acta et decreta 
eiusdem synodi; Apologia sacri Pisani con- 
ceilii moderni, Piſa 1511, $0l.; Acta scitu dig- 
nissima Constantiensis concilii, Mail. 1511, 
Fol.; Decreta et acta concilii Basiliensis, 
Bafel 1511, Fol., Par. 1512; Vita S. Casimiri, 
Krafau 1520; Hymni novi ecclesiastici, Rom 
1525, 1549. 

errette, Stabt, fo v. w. Pfirt. 
erretti, Gabriel, geb. 1795 in Ancona, begann 
feine Laufbahn unter den Waffen, ging aber bald 
zum geiftlichen Stanbe über u. gelangte in kurzer 
eit zu den höchſten kirchlichen Würden, wurde vom 
Leo XII. zum Bifhof von Rieti ernannt, 
fam bald als päpftlicher Nuntius nach Neapel, 
wurbe 1839 Cardinal u. Erzbifhof von Fermo, 
von Pius IX. aber ale Bifher von St. Peter nach 
Rom berufen u. nahmals zum Staatsfecretär u. 
erften Dlinifter des Heiligen Stuhles erhoben, be» 
förderte als ſolcher die Verbefferungsplane des 

Papſtes, ging im Ian. 1848 als apoftolifcher Legat 
nad Ravenna u. Ferrara, trat aber vor den fpäte- 
ren Erjhütterungen im Kirchenftaate von dem po⸗ 
litiſchen Schauplage ab. 

Ferrez (Pointe de F.), Alpenfpite in Sa- 
voyen, 11,090 Fuß bo. 

Ferri, eine Familie in Ofterreihiih-Schlefien 
u. Padua, 1709 in ben däniſchen Grafenftand er» 
heben, welcher ihr feit 1819 in Ofterreich wieber- 

olt beftätigt wurbe; jetiger Chef: Graf Franz 
Maria, Schn des verftorbenen Grafen Johann 
Yofepb, geb. 9. Juni 1781, feit 1823 Wittwer von 
Julia, geb. von Facchini; fein älteſter Sohn Jo⸗ 
jep 5 it 1814 geboren. 

Ferri, Ciro, geb. 1634 in Rom, bildete fi zum 
Maler unter Pietro da Cortona u. war an mehre» 
ren Arbeiten dieſes DMeiftere, namentlich an ben 
Freslen im Palaft Pitti in Florenz, betheiligt; er fl. 
1689. Hauptwerl: Fresken in Sta. Maria mag- 
giore zu Bergamo. Seine Olgemälbe find felten; 
in der Dresdener Gallerie befindet ſich eine Dibo u. 

neas, in ber Binakothel zu München eine Ruhe 


Serreöbeere bis Ferrieden 


auf ber Flucht, im Belvebere zu Wien 
Bärtner der Maria Magdalena erfche 
Ferriar, John, geb. 1763 in Cbı 
Mebicin in Edinburg u. lebte als pı 
in Manchefter, wo er fpäter Spitala 
arzt wurde; er fl. 1815 u. fhr.: Me 
ries reflexions, Lond. 1792—98, ! 
Aufl. ebd. 1810—13, 4 Bde.; Ane 
medical properties of the digitali 
Manh. 1799; Bibliomania, Fond. 180 
towards a theory of apparition, el 
Ferrideyan (Chem). ein von Viel 
mene®, eifenbaltiges, breibafifches Ey: 
deſſen Metallverbinpingen er bie Berb 
Eifencyanids mit andern Cyanmetalle 
es befteht aus 6 Aauivalenten Cyan 
Eifen od. aus Fes Cy6 == Fea Cı2 ! 
(f. Berrocyan); fein chemiſches Zeichen 
ift noch nicht ifolirt Dargeftellt worten. 
Waſſerſtoff verbindet es fich zu Ferrided 
fäure (Wafferftoffeifencyen 
Eifenblaufäure), Cſdy + 3H 
+ Fer Cys; diefe entfteht durch Zerfel 
rideyanmetallen (f. unten) durch Wafi 
od. verbünnte Sauerftofffäuren u. Ak 
Löſung in luftleerem Raume über Sı 
fie bildet eine bräunliche od. rothgel 
maſſe, it in Waffer leicht 1öslich, r 
Inmedt jauer u. herbe u. zerfetst fic 
it Metallorgden verbintet fie ſich u 
bildung, meift in der Art, daß ant 
3 Aqutvalente Wafjerftoff 3 Aquiv. I 
ju Serridepanmetallen, von denen bi 
Allalimetall ſchön rubinroth find, mit 
ftallifiren n. leicht löslich in Waffer | 
Erd- od. Schwermetallen find meift u! 
in Waller löslihen Ferrideyanmetal 
Eiſenoxydulſalzen einen dunkelblauen 
mit Eiſenorydſalzen eine klare dunkelbr 
Unter einander u. mit anderen Salz 
zuweilen Doppelſalze. Ferridevanamm 
2H«—N + 6 aq., fryſtalliſirt in fd 
Prismen, melde fih in Waffer leichı 
erhält es bei der Eimwirfung von Chlı 
chanammomum. Verridcyanbarpums , 
unlöslich in Wafler, durch Sättigen v 
rem Baryt mit Serritcyanwaflerstoffi: 
Berridepanblei, Cfdly 3 Pb, kroftallifi 
rothen Kryftallen; man erhält e8 dure 
von Ferrideyankalium mit falpeterfaur 
Ferridepancalcium, Cfilx 3 Ca + 1 
feine, rothe Kryſtalle, melche fih in 
löſen. Ferridevaneiſen Eiſencyani 
iſt das Turnbulls Blau. Ferridevan 
linmeiſenchanid, Rothes Cy. 
lium), Cfdy 3 Ka, iſt Rothes Blut 
Blutlaugenfalz. Zerridcvankupfer, Ci: 
ſchmutzig gelblihbrauner Niederſchlag 
ſteht, wenn man die Auflöſung eines 
mit Ferrideyankalium fällt. gerrit 
Cfdy 3 Na + 2 aq., ber Kaliumver! 
lich, kryſtalliſirt in rubinrothen, an de 
ßenden Prismen. Werridepanfiiber, ( 
pomerangzengelb, löslich in Ammoniak 
rideyanzint, Cfdy 3 Ze. 
Kerrieden (Ober-%.), Pfarrke 
gericht Altdorf Des bairiſchen Kreiſes D 
380 Ew. F. war früher eine Stadt, d 


Berrier bis Ferrochan 


| m Klin Meticin, fam 1775 nah Wien, wurte 
. 1792 Fbyfilus u. 1793 Regierungsrarb u. ft. 1809 


n ihrer Anhänglichleit an Friedrich 
ılerien ließ. 
Kerriebi, 1) Anger, geb. 1513 


abirte Mebicin in Diontpellier n. _ 
Rarie:; mit dein (Aronfiegelbemab- 
trand reifte er nach Rem, lieh fich 


ır ale praftiicher Arzt in Toulouſe 
Ss. Er bar fib nicht nur als Arzt, 
Aftreleg u. Matbematiler belannt 
De diebus decretoriis, Yyon 
somniis, ebt. 1549; Des juge- 
. sur les nativitez, ebd. 1550; 
1. Teul 1553, n. &.: De radice 
54; Vera methodus medendi, 
Avertiasen.ent a Jean Boldin, 
Rincent, f. Ferrerius. 
xerriübr), 1) La grande u. La 
Törter kei Diaubeuge im Arron- 
es des fran:chiiben Departements 
aruben, Hechöfen, Eiſenbämmern, 
antitriücen, ravence- u. Töpfer⸗ 
2: Joe u. 1200 Em.; 2) la F., 
dim Arrendiſiement Greneble des 
rextements Jiere; Steinkoblengru⸗ 
Me 1200 Ew.; 3) A. aur Etangð 
m, I ori ebendaſelbft, im Arron⸗ 
rar dee DTepartemente Orne;: Glas⸗ 
m; 4) 3. fur Rille (jpr. F. für 
m ebentatcieft, an ber Rille, im 
Edreux tea Tepartements Orne; 
beien; 356 Em. 
sr. Ferriähte, Vartflecken am Ried, 
nt Mentergso tes iranzöſiſchen De» 
t: Gerbereien, alte Abtei: 1800 Em. 
r. Ferriähre, Charles Elie Dargnis 
Roitiere, nahm erſt Vilitärdienfte, 


sem Schleß Plaricv bet Mirebean 


2ienne, mar 1780 Teputirter deu 


sur bei ben Meneralftsaten u. Bann | 


ftitutienellen Serfammlung; er joy 
nach Dixriey zurüd a. ft. 30. Such 
lErnoires pour servir a l’histoire 
°» eanstituante et (lv la revolu- 
Zar. 171,5 Pre: Le ıdeisme, 
A. 1709, 220: De letat des 
Poren, IT. m. ben Reman: 
Fionr, etd. 1788, 2 Are. (Beutich 
Aerl. 1795:. 
6 Kirman Varietät des Nafalea. 
Städtiſcher Bezirk mit Peſtanit 
in der Graiſchait Addiion im 
:{Nertameris. am CEbamplainiece 


ne Burlingten Gifenbabn, ven ! | 
res Ammeniaf, Flüchtiges Bintlaugen⸗ 


pfleiſen; 2200 Em. 
o), die weſilichſie Der Canurilchen 
ſtküſte von Mrıtar, 3,8 CD: em 
i8 zu Joe Fuß anffteigentir Feld; 
große Vetriebſamleit der Bemohaer 
1; Viebzucht, Getreide m. Mein 
; Hauptort: NPalverte. Zeit rud⸗ 
die Gradlegung veranlafite, nabım 
1. Meridian an: in neuerer Seit 
inter jedech gewetniich nach Mreei 


7° fl. von Ferren, Pie Frauzoien, 


s 120” öſtl. von Ferre) als Aus- 
Teutihen Werten iſt nech meiſt 


R. 
al Jeſ., geb. 1749 in Bonn, ftukirte . 


kon. & Null. VL 


en ee —— — — — — 


in Wien. Er ichr. u. a.: Bon tem Gehlra iche ter 
fatten Väter, Wien 1751; Bon ter Anftedung ber 
epibemiichen Krankheiten, Xpg. 1782: Ephemeri- 
des medicae, Wien 1792; Sammlung aller &a- 
nitätsverordnungen im Erzberzegtbume Oſterreich 
unter der Euns, während Der Regierung Des Kai⸗ 
ſers Arany IL bis Ente 1797, ebt. 1745; Danıı bis 
1506, ebd. 1407. 

Berrocyän (Chem.), non Liebig angenemmenes, 
aus 3 Aquiv. Cyan u. 1 Aquiv. Fiſen (j. d. 1.) f) 
cd. aus Fe 3 Cy =- Fe Us N3 == Cfy tefteben- 
des, zmeibafiihes Haleidradical, welches noch nicht 
iſolirt bargejtellt werden u. nur in Verbindung 
mit Waſſerſteff u. mit Metallen belannt if. Es 
verbinter fih mit 2 Aucınen Waſſerſteff zu Ferro⸗ 
Danwaflerftöfffäure ( Maijerftoffeiiencyaniir, 
Gifenblaufäure),Civ-F 2 Ho Fe Ga Xa 
2H=2Cyıtl 4 FeCy. Dan erbält fie durch 
Serfegung ven Kerrecvanmetallen mit Waſſer⸗ 
ftoffiäuren cr. vertünnten Zaucrfteflfäuren; io 
durch VBebanteln von Ferrocvanblei mit Schwefel⸗ 
wafſerſteiß et. von Ferrochanbarvum mit dere 
düunter Schweieliäure u. Abdampien ber Ydiunnz 
im luftleeren Ranme ed. Fällen mit Aber u. Zrode 
nen ter Dlaiice über Schmeteliäure. Rein fiellt man 
fie durch Xermiicken einer comcentrirten Yolung 
von Ylutlangenialz mit rauchender Salziänre, Auf» 
idien des Niererichlags in Allobel u. allen mit 
Arber ber. Zie bilder ein weißes cd. gelbliches kry⸗ 
ſtalliniſches Vulver, warzenjörmige cr. bilicbelför» 
mige Nroftalle, iſt leicht lͤrlich in Wafier u. Allehol, 
ohne Geruch, ven ſaurem Geſchmack u. wirkt nicht 
giitig; ſie treibt Kebleniäure, Efſigſäure n. Oxal⸗ 
jäure aus ihren Verbindungen; an der Yrit gericht 
fie fib leicht u. verwandelt ſich ın eine blaue Viaffe; 
erbige gebt fie unter Entwickelung von Blaufäure 
in Eiiencvanür ber. Metalloxode verbinden fi 
unter Waſſerbildung mit ibr, intem das Metall 
an tie Etelle ded aueſcheidenden Wafieritefis Der 
Zäure tritt, zu Aerrocvanmetallen, ven denen die 
Der Alfalien u. alfaliicben Erden meint Icstich in 
Waiter, mit Nroitallwaiier kroſtalliſirdar u. von 
jalzig bitterem Wenbinad find; fie wirken nicht gif⸗ 
tig; Tie Der ſchweren Metalle ſind meiſt unlöelich 
in aller, dieſenigen, deren Metallexvde in Am⸗ 
monial töolich find, löſen ſich ebeniallo darin auf. 
Die löelichen Acrrecdanmeralle geben mit Eiſen⸗ 
ervt ſalzen einen blauen, mit Kupieroxvbialzen 
einen re:bbraunen Niederſchlag. Sie bitten oft 
mer einander u. mit anderen Salzen Doppelver⸗ 
bindungen: Zerrocvananımenium Eiſenblauſau⸗ 


jalgı, Cfv 2 XIIS A nq., durch Zerlegung 
res Ferrechanbleied mir kehleniaurem Ammoniatk 
targeitellt; weiſte ed. geldliche, durchſichtige, lujt- 
beſtändie, in Waiſer leicht lösche Krvſtalle, vo⸗ 
merph Lem Ferrechankalium, budet mit Salmiak 
ein Deprehailz, weites in großen, gelben, luitbe⸗ 
ſtäudigen Kroitallen swichtent.  Aerrocyanbarpum, 
Uſx ? lia ag, durch Imeiien win Verliner 
Alan mir BRarvtwniier darzuſtellen: Meine, gelbe, 
rbombeidale Briamen, ſchwer löelich Aerrocnenblet, 
Cr 2 Pb, Fällt beim Vernnichen eines löelichen 
Bleualzes mit Acırorvanlalium ala weißer, etwas 
gelblicher Niederichlag zu Beten, iſt nach dem Trock⸗ 
nen waſſerfrei. Sierochancalcium, Ciy 2 (a + 
14 


210 
12 aq., kryſtalliſirt in blaßgelben Priemen, welche 


Ferrol bis Ferſen 


Hier am 4. Nov. 1805 Seegefecht 


in Maffer 1881: find ; man erhält e8 dur Sättigen | fiihe Eontreabmiral Dunoir le Bel 


von kohlenſaurem Kalt mit Ferrocyanmajlerftoff- 
fäure od. Kochen von Berliner Blau mit Atzkalt u. 
Waſſer. Berrocyandrom: a) Chremferrocha- 
nür, Cfy 2 Cr, ein gelber Nieberfchlag, erhalten 
durch Fällen einer Auflöfung von Chromchlorür mit 
Ferrocyantalium;b)Chromferrocnantid,3 Cfy 
A Cr, ift grün u. bildet fih wahrſcheinlich, wenn man 
{chroefelfaures Chromoxydlali mit Ferrocyandalium 
u. Salmial miſcht u. abtanıpft. Serrocyaneifen: a) 
Eifenferrocyanür, Cfy 2 Fe, weißes od. gelb- 
ih weißes in Waſſer unlösliches Pulver, wird dar⸗ 
geftellt durch Erbigen von Berrocyanmaiferftoffläure 
unter Luftabſchluß, od. indem man friich getälltes 
Berliner Blau mit Waffer anrührt, bie Flüſſigkeit 
- mit Schwefelmafferftoff jattigt u. unter Abſchluß der 
Luft längere Zeit ftehen laßt; es färbt ſich an der 
Luft au, erbittt gebt e8 unter Entwidelung won 
Stidftoff in Sohlenftoffeiien über. Mir Yerro- 
cyanlalium bildet e8 ein Doppelfaß, das Ferro: 
epaneifentaltum, Cfy 2 Fe + Cfy 2Ka, wel 
ches als weißer Nieberfchlag bei ber Deftillation 
ven Blutlaugenfalz mit Schwefeljäure entſteht; b) 
Eijeuferrocyanid (Eijencyanürcyanıd), 
3 Cty + 4 Fe, ift Berliner Blau, |. d. Ferrecyan- 
kadmium, ift weiß u. in Ammoniak löslich. Serro⸗ 
epankalium (Kaliumeijencyanür,&yaneifen- 
talium, Gifenblaufaures Kali), Cfy2 Ka 
+ 3 aq. tft gelbes Blutlaugenjalz, ſ. d. Berrocyan: 
kobalt, Cfy 2 Co, ift gelbgrün, wirb kein Erbiren 
dunkelgrün u. löft fi) in concentrirter Schweiel- 
fünre mit rother Farbe auf. Ferrochankupfer: a) 
„Kupferferrocyanid, Cfy 2 Cu, ſchön reihe 
brauner Wiederichlag, erbalten Durch Vermiſchen 
einer Löſung von gelbem Blutlaugenfalz mit Kupfer» 
ſalz; ift unlöslich in verdünnten Säuren, Durch con- 
centrirte Schwejellüure wird cs grünlich weiß; 
b) nupferferrocyaniür, Cfy 4 Cu, entſteht 
mwabrjcheintich durch Füllen einer ſalzſauren Löſung 
von Kupferchlerür mit gelbem Blutlaugenjalz; es 
ift weiß u. wird an der Luft braun. Ferrocyan . 
magneflum, Ciy 2 Mg + 10 aqæ., fruftallifirt in 
ſchwach geiben, nadelfürmigen Kryftallen; man 
erbält es durch Sättigen von Ferrocyanwaſſerſtoff⸗ 
jüure mit Magnefia. Berrocpanmangan, Cfy 2 Mn, 
ift weiß ed. ſchön bellroth. Serrocyannatrium, CiY 
2 Na + 12 aq., der Kaliumverbindung ganz ähn- 
li. Ferrocvannickel, ift bellgrün u. in Ammoniak 
mit hellroiher Farbe löelich. Ferrochanqueckſilber, 
in weiß; man ſtellt es durch Vermiſchen von gelbem 
Blutlaugenſalz mit Quecdfilberoxydulſjalzen ed. 
Zuedfilbererntfalzen ber; im erſten Falle erbält 
man die Verbindung Cfy 4 Lig, im letzteren Cix 
2 II. Ferrochanſilber, Cſy 2 Ag, ein weißer Nie⸗ 
derſchlag, welcher ſich an der Luft blau färbt, löslich 
in Ammoniak. Ferrochanwiomutb, Vplgeiß u. 
in Waſſer unlöelich. Ferrochanzink, Ofy 2 Ze, iſt 
mein, ebenſo Ferrochanzinn, Cfy 2 Sn u. Cfy Sn. 
Ferrol (bei ben Alten Artobrica), Etadt u. 
Feſtung der ſpaniſchen Provinz Cerunna Salicien), 
au ber gleichnamigen Bai des Atlantiſchen Peeres; 
der größte u. bejte Kriegabajen Spaniene, der Durch 
die Forts San Felipe, Ya Palnma u. San Martin 
vertbeitigt wird; gehörte früber zu ben Drei, jegt 
aufgehobenen Seedepartements, hat Secafademie, 
Ediffiahrrs- u. Pilotenſchule, Zcearjenal, Tauſchlä- 
gereien, Segeltuch⸗ u. Yeberfabrilen; 20,000 Em. 


lichen Admiral Stropan ergebe: 
wurde. von ben Sranzofen unter € 

Ferronays (ſpr. Gerronäh), 1) 
Augufte gerron, Graf del 
1791 aus, kehrte mit dem Herzog 
nach Frankreich zurück, wurde Di: 
1815 Pair, 1817 Botſchafter am 
1819 außerordentlicher Geſandter 
1828 Miniſter Des Auswärtigen ı 
ſterium Billele, bewirkte, daß ein f: 
den Griechen zu Hülfe geſandt mı 
Rotichafter in Rem, Tantte abe 
1830 ab u. ft. 1842 in Rom. 2) j 
F., Sohn des Bor, if Bertra 
Chambord (Heinrich V.). Bon ib 
ein Manifeft iiber bie Legitimität. 

gerronibre ifr.), fon. w. Feren 

errucei (jpr. Ferruticht), Au 
aus Fiejele, geb. um 1460, war ein? 
Maini in Rom, erwarb fich bald ei 
Ruf als Künſtler, fo daß er nad. 
ihmüdung der Salvatorkapelle vor 
Neapel berufen wurde, we er fürt 
nand I. verſchiedene Arbeiten ausl 
darauf in mehreren ttaliemiichen < 
Piſtoja, mo ſich noch jetzt ein vortrefi 
ven ibın in Der Kirche S. Ducepo | 
Fieſole, wo er das Dojjale im Dom 
relief ſchmückte. Nach Florenz ber 
1512 Tbermeiſter aller Bildhauer: 
mes Zta. Maria del Fiori, fiir we. 
hen Er. Andreas, vier Ellen hoch 
feinen letzten Yebensjabren befaßte 
weije mit Holzichnigerer ıı. ſchnitt u 
in der Kirche ta. Felicita in Fl 
Architekt war er thätig u. bildete 
Schülern, darunter den Baumeiſte 
ſt. 1522 in Florenz. 

Ferruginös (v. lat.), eiſenba 
daber Ferruginösa, eiſenbaltige Ar; 
bluiſtillende Wirkung haben. Feru 
haltigleit. 

Ferrum (lat.), Eiſen: F. arse 
ſaures Eiſen; F. chlorätum, Cblort 
F. oxydatum, Eiſenoxyd; F. 01. ace 
res Eijenervd ꝛc. 

Ferruminiren (vo. lat.), zuſe 
erlitten; daher Ferrumination, Zui 
des Eiſens, Anlittung. 

Ferry, Gabriel, pſeudonvm für 

Fers, Ferfiicher Name ter Sc: 

Ferie, Nebenſluß ter Weichſel 
ßen; eutipringt im Regierungsbe: 
mehreren Seen bei Behrend, wir 
flößbar u. minder im Regierung 
werder bei Mewe. 

Ferſe, 1) (Calx). ber binter 
Theil tes Plattfußes, an den ſich 
anjeßt; 2) Ter Theil Des Strumpie 
bededt; 8) die hintere Runkung ı 
4) (Uhrm.), ſo v. w. Unrubflobe 
jo v. m. Färſe. 

Ferſen, 1) Otto Wilbelm, 
geb 1623 in Revral, trat in jeine 
Ühteetifihe Kriegsdienfte u. zeichne 
gegen die Dünen aue, worauf er 


ziR 


Fertiliſtren (v. lat.), befruchten; 
tat, Fruchtbarkeit. 

Fertit, d. i. Land ber Heiden, Geſammtuame 
für die Landichaften im Innern Nordafrikas, melde 
füdlih von tem im Süden Kortofans gelegenen 
Nubalande fih ausdehnen u. Die Staaten Binga, 
Banda u. a. umfaſſen follen. Das Land ift noch 

änzlich unbekannt, Doch ſoll daſelbſt in den Bergen 
* viel ſchönes Kupfer, theilweiſe auch Gold ge⸗ 
wonnen werben. 

Ferto (altt.), 4 ber Mark; daher Fertenales de- 
eYmae, Abgabe von !. der Früchte. 

—— fo v. w. Ferekh Abad. 

eruer (perſ. Rel.), 3. Klaſie geiſtiger Weſen in 
der himmliſchen Welt, unſterblich u. ewig, kämpften 
ſchon vor der Schöpfung der Sinnenwelt gegen 
Ahriman. Sie find eigentlich die Ideen ter ür—⸗ 
gottheit (Zeruane Alberane), tie als folche Realität 
erhalten, Daher jedes Mefen, auch Ormuzd, feinen 
F., jein Urbild, al8 den reinften Ausfluß der Gott» 
beit, hat u. alles Entfteben u. Geborenwerden Offen- 
barungen eines neuen %. find. Der Aufenthaltsort 
der 5. ift bie reine. Lichtwelt des Ormuzd; bier 
ſchimmern fie in Fichtglanz u. ſchweben zum Schuße 
der Gerechten berbei, welche ihre Hilfe anrufen. 
Dan betet zu allen Sn, bef. zu vem F. Ormuzds 
u. Soroafter®. 

eruga, Stabt, fo v. w. Fruga. 

erüla (Chir.), jo v. w. Schiene (Ehir.). 

erüla (F. L. d; Pflanzengattung aus ber Fa⸗ 
milte der Umbelliferae- Peucedaneae, 15. Kl. 
2. Ordn. L.; Arten: F.asa foetida, in Perfien 
peimiih, Mutterpflanze des Stinfafande, |. Asa 
oetida u. Stintafand; F.communis, in Sid» 
europa; das leicht ſeuerfangende Mark dient ale 
zunder; F. ferulago (Ferulago galbani- 
era), in Südeuropa, mit mannshohem, äfti- 
far mit Dark erfülltem Stängel, milchender, 


Fertiliſiren 
daher Fertili⸗ 


ark riechender, gegen Wechſelfieber anwendbarer 


urzel; F. dene ica, mit einen, wie Stigfafanb 
riehenden Milchfaft, Mutterpflanze bed Saga⸗ 


penum; F. sylvatica, in Volhynien, Podo- 
lien, Galizien, Die lange, aromatifche, citronenartig 
riehende Wurzel wird, gepulvert, gegen Wechſel⸗ 
fieber angewenbet, BE 
—* ägo (T. Koch.), |. u. Ferula. 
sruffac (pr. Serüffad), 1) Jean Bapt.Ponis 
d'Audebard, Baron de %., geb. 1745 in Elfrac, 
war 1778 Hauptmann bei ber Artillerie, nahm aber 
1790 feinen Abjchieb n. begab fih im folgenden 
Jahre zur Armee des Prinzen Condé, 1801 fehrte 
er nach Frankreich zurüd, wo er feine conchyliolo- 
iishen Studien fortfeßte, u. ft. 1815 auf dem 
chloſſe de la Garte bei Lauzerte. Sein großes 
Wert über die Conchylien wurde nach feinem Tode 
vor feinem Sohne vollendet u. herausgegeben ale: 
Histoire naturelle generule et particuliere 
des mollus«jues terrestres et fluviatiles, Bar. 
1819; außerdem fchr. er noch: Essai d’une 
methode conchyliologique, 1507. 2) Andre 
Etienne Juſt Paſchal d'Audebard, Baron 
de F., Sohn des Vorigen, geb. 1786 in Char- 
tron, machte die Feldzüge in Deutſchland u. Spa— 
nien mit, wurde Unterpräfect von Oleron, nad) 
Napoleons Abſtctzung Bataillonschef im General⸗ 
ſtabe der Nationalgarte, 1818 Lehrer an der Geue⸗ 
ralftabsfchule, ſpater Oberſtlieutenaut u. Oberſt 


bis Feſch 


ſchichte der Mollusken ſeines Vaters 
tice hist. sur le siege de Sara 
1523—31 das Bulletin universe 
et de l’industrie u. die Revue en 
1826 bi8 1533 beraus. 

Feruffacia (Beruffina , Petrer.), 
pboftoma. 

Fervaques (ipr. Ferwach), M 
Zoucques, im Arrondiffement Pifi 
zöfiichden Departements Calvabos; } 
Leber u. groben Wollgeugen; 1150 C 

—* eiren (v. lat.), heiß, zorni 

erveur (fr., Ipr. Ferwör), Cife 
Fervent, hitiig, brünſtig. 

Fervidor (fr., ſpr. Ferwibohr) , 

midor. 

ed, Königreich, fo v. w. Fez. 

es (türk.), ſ. Feß. 

es, die 5. diatoniſch⸗chromatiſ 
wenn der Ton f dur ein b unt ein 
erniedrigt ift; mit dem Tone e zuſan 

se (Bafa, Faza), Stadt in berg 

vinz Farſiſtan, ſüdöſtlich von Schu 
Woll⸗u. Baumwollenweberei, verid 
ten; prächtige Obſtgärten mit Roſen, 
prelien, Bau von vorzüglihem Tabal 

Feſapo (Logil), ter 2. Echlufr 
4. Figur, wo ber Oberfat allgemein 
Unterfag allgemein bejaht, ber € 
verneint. 

Fesca, 1) Friedrich Ernft, geb. 17 
burg, entwidelte ſchon frübzeitig ſein 
liſches Talent u. trat 11 Jahr alt zue 
virtuos auf. Seine eigentlichen S 
Muſik machte er in Leipzig, wurde 
des Theaterorcheſters, ging dann zu 
Oldenburg u. von bier 1808 als So 
königliche Kapelle in Kaſſel über. | 
löjnng be Königreichs Weftfalen ı 
nah Wien u. ven Lori nad Karları 
großberzogliher Concertmeifter 18 
cemponirte 20 Quartette für tr 
inftrumente, ferner Cnintetten (& 
ausgabe in Paris), Symphonien 
Cantemira u. Omar u. Leila, mebrer 
Lieder u. a. 2) Nlerander Ern 
Borigen, geb. 1820 in Karlsruhe, 
Berlin als Klaviervirtuos u. Com 
1841 Kanımervirtuos des Fürften G 
ftenberg u. ftarb 1849 in Braunich 
ponirte mebrere leichte Sulonftüde fi 
Opern Dlariette, Die Franzojen in 
Lieber mit Piancofortebegleitung. 

—— — ‚Stadt, ſo v. w. Fecar 

escennim (Fescennia, a. © 
Stadt in Eirurien, am Tibris, von 
od. Pelasgern angelegt, betin jeßigen 
lana. Daber ftammmten Die Fescenn 
Yieber, Die in rbytbinifchen Wechſelve 
Deren Anhalt Spettreben u. lafcive & 
womit tie Jugend bei Hechzeiten | 
In Rent wurden fie mit orcheftriich 
gen verbunden u. als eine Art tbe 
promptu'se gebraucht. Bon ihnen m 
tyren Den Übergang zu Dem regelmäß 
Drama. 
Feſch, Joſeph, geb. 3. Jan. 1763 in 


u. fi. 1836; aufer ber Kortjegung der Naturges | eincd Schweizeroffizierd in genueſij 


Zefelen bis Feßler 


x Wittwe von Ramolini, Muitter | 


aparte, Anfangs Geiflliher, dann 
esscemmiflär, wurde, ale Napo⸗ 
‚ jein Neffe, zur Herrſchaft kam, 
von Lyen, 1803 Cardinal u. fran⸗ 
ter in Rom, begleitete 1805 ten 
s u. wurde 1505 Großalmoſenier 
u Senator. 1806 begehrte ibn 
t Dalberg zum Ceatjuter u. Nac- 
tarclert geitattete dies nicht, meil 
ale Anbanger Des Papſtes gezeigt 
3 Tagegen 1810 das Erzbidihum 
tıe in Ungnade zu Lvon bid 1814, 
sm ing u. jeinen Platz im Meil. 
ter einnabm. Wach Per Rücklehr 
er nad Paris, wurde Pair, ging 
black von Waterloe wieter nad 
ter i&m cin päpſtlichee VBreve auf 
seurkeiiichen Keyierung tie Aus⸗ 
6 ale Erzbiſchei von Yyon untere 
zu einer Derzichtleiftung nicht zu 
a 1325 zmar den Furctienen, aber 
Btkuım enziagte. Seitdem lebte er 
23. Diai 1839 farb. Er binterlich 
hammern ftarfe Gemaäldeſammlung, 
en irm ala Kriegecemmiſiär gelanı« 
Rem 1845 verſteigerrwurde. Seine 
551 nach Alaccie gebracht. 

elchier, ein Maler Der eberdeutſchen 
Z&tschten u. Belagerungen aus der 
im mitzeralteriihen Coſtume, 3. U. 
tom, in Der Pinakethel in Dlünden; 
eiſtadt. 

dellene, dicht anliegende, ſchirmloſe 
der heutigen Griechen, Zürfen ı. 
len, von rotber Farbe, gewöhnlich 
dener Quaſte, die jedech kei koſt⸗ 
3 turch eine reiche ſilberne cd. gel⸗ 
d. Der F. wird, wenigſtens be 
pen beiden Geſchlechtern getragen, 
ange der Grieche an dieſer Tracht 
1Verliebe, daß, wenn er etwa im 
Strebbut trägt, unter demſelben 
it. In ter Türken ıft daſſelbe für 
ten u. iegar beim Heere ſtatt des 
m Jahre 1326 vorgeichrieben. 

‚ 1) wemit envas gebunden wird; 
er Riemen, an welchem das Süfte 
dird; 3) ein Ricmen von Hirſche ot. 
Iben man dem Veitzvegel beim Abe 
derſelbe auftie Veige getragen wird, 
zt; je nachdem dieſer Riemen kurz 


zt er Kurzfeſſel ed. Yangfefiel. ı 


‚bei Thieren mit Hufen der kurze 
8, zwiſchen ben Köthen u. dem Huſe 
lent, welches eine jreiere Aemegung 
:, aus ben Jeſſelknochen, dem runde 
eten (am Sinterfuß längerem u. 
am Borderfuß/ Knochben zwiſchen 
Krenenben, u. ben ibn u. lchtre 





213 


gefeffelte; wenn er fih zu fehr zurüdtehrt, Inry 
geieffelte; wenn Bas Gegenibeil Ratıfinder, rüd- 
wärtsgefelfelte (durchtretende); wenn er 
gerate aufwärts flebt, gerataus-, wenn er fich 
vermärts beugt, vormwärtögefefielte Pferde. 
deſſelwund werden Pferde, weun fie in Den Halfter⸗ 
ſtricken, od. auch Zugſträngen u. Standbäumen ſich 
ſchleifen u. reiben. 

effel, Orden ter Ritter von der gold— 
nen u. der Schildknappen von der ſilber⸗ 
wen F. geftiftet ven Herzog Jobann von Bourbon 
am 1. Jan. 1415; Dauptzmed war Waffen» u. 
Frauendienſt. Tie Diitglicter, Deren Zabl fich nur 
auf 16 belanfen ſellte u. Die Burch Ztimmenmebr- 
beit von dem ganzen Ordeneperfenale gemählt 
wurden, beſtauden aus Nittern u. Knappen ven 
edient GHeſchlechte: als Abzeichen trugın tes Sonn⸗ 
tags Die Ritter eine Joldne, die Kappen cine filberne 
Geſangenfeſſel am linfen Fuße. Aue zwei Jabre 
tant, um ten Damen ihre Aufepferung für fie 
durch Die That zu beweiſen, unter ihnen ein Kampf 
auf Tod u. Yeben ſtati. Terjenige, welcher untere 
lag, warte Refangener des Siegers, cd. mußte 
dieſem fein Ordenszeichen abgeben. Der Orden ging 
nach Dem Tode bes Ztiiters, welcher als Kriegs. 
gefangener in England flarb, wieter cin. 

effelfeigwarzen , |. u. Feigwarzen 2) b). 

feine chwüt, ie v. w. Maute. 

lex (CAlxtes Maogl. . Gattung der Fröſche, 

mit halben Schwimmhäuten an ben Füßen, ſicht⸗ 
barem Paufenfell, ganz angereadiener Zunge u. 
warziger Haut, wie ba ten Unten; Art: Eier» 
tragentern.(A.ubstetrieans:, bläulichaſchgrau, 
ſchwärzlich gefledt, unten weißlich, 14 Joll lang; 
das Männchen ſchlingt ſich Die von Weibchen ge 
legte Eierſchnure um Die Sinterbeine, riecht damit 
in Erdlöcher u. gebt erft, menu Die Jungen aus⸗ 
frieden künnen, ins Waſſer; in Frankreich u. 
Deuiſchland, 3. B. am Rhein. 

Feßler, Aanaz Aurel, Sebn eines Gafımirths, 
geb. 1756 im Czurenderf in Niererungarn (nach 
And. in Presburg:, wurde 1773 in Mödliugen 
Kapusiner u. kam 171 in Das Kofler in Wien. 
Hier fegre er insgeheim Joſepb II. von ter Hirte 
in Keuntniß, welche ber Orden wegen geringer 
Vergeben gegen Ginige feiner lieder übte. Ten 
deshalb angejfeindeten F. uahm Joſeph II. in 
Schutz u. mucte ibn 1783 zum Preſeſſer ber 
Crientaliſchen Sprachen u. ter Hermeneutik bes 
A. T. in Lemberg. Er wurde nun Freimaurer; 
1788 wegen ſeines Trauerfpiels Sidney in einen 
fiſcaliſchen Proceß verwidelt, entfleb er nach Bree⸗ 
lau, lebte erſt bei Dem Buchbändler Korn, dann 
als Erzieher beim Erbprinzen von Carelatheu trat 
1791 zur Yurberifchen Coufeſſion über; er ging 
nah Berlin, wo er ald Conſulent für tie farho- 
liſchen Angelegenbeiten ter pelniichen Rrovinzen 
einen Gehalt bezog u. nebenbei ſchrijtſtellerte, bei. 
aber ſich der Freimaurerei in ter Yoge Roval⸗Portk 
widmete u. Die Rituale u. Statuten Terielben rejore 


serbintenten Bändern u. Muskeln | mirte. Mebrere Güterkäufe u. der Krieg ven 1906 
kenochen ift dem Bruch unterwerien | bi6 1807 flürzten ihn in Verlegenbeiten; 1509 


ich), wenn das Thier einen falichen 
: Feffetmustein bewegen ben Feſſel⸗ 
nr Vorderſjeſſel ii es ein Aus 
eugemuslel, für ten Sinterfejlel 
dieine Beugemusleln. Pierbe, bei 
ertuß zulang if, nennt man lange 








wurde er in Petersburg Prefeſſer Ler Philoſophie 
u. der Orientaliſchen Sprachen bei der Univerſität, 

ab dieſe Anſtellung jedech, ven einem griechiſchen 
—* des Atheiduus beichiultigt, Lult wieder 
auf u. wurde Correſpondent bei-ter Geſeycom⸗ 
miſſion. Gr ging nah Wolsk, im Saratowſchen 


214 


Eonfiftoriafbeifitter, 1834 F Aufgebung des 
Saratower Konfiftoriums, Kirchenrath in Peters- 
burg u. ſt. 13. Dec. 1839 in Petersburg. Er ſchr. u. a.: 
Marc Aurel, Bresl. 1790—92, 3 Bde., 3. Aufl., 
ebd. 1799, 4 Bde; Ariftides u. Themiſtokles, 
Berl. 1792, 2 Bde., 3. Aufl., ebd. 1818; Mathias 
Corvinus, Bresl. 1793 f., 2 Bde., 2. Aufl , ebb. 
1806; Attila, ebb. 1794; Eunomia, eine Zeitichrift 
des 19. Jahrh., Berl. 1801—1805, 5 Jabrgänge; 
Schriften über Kreimaurerei, Berl. u. Sreib. 1801 
bis 1807, 3 Bde.; Verſuch einer Geichichte ber 
fpanifchen Nation, ebb. 1810, 2 Bde.; Geſchichte 
ber Ungarn, Lpz. 1812— 25, 10 Thle.; Chriftliche 
Reben, Riga 1822, 2 Bde; Liturgifches Handbuch, 
ebd. 1823; Nüdblide auf meine Tujäbrige Pilger- 
ſchaft (Selbftbiographie), Bresl. 1324, 2. Aufl. 
1851; Rejultate memes Denkens u. Erfahrene, als 
Anhang zu den Rückblicken, ebd. 1826. 

maier, Johann Georg von F. geb. 1775 in 
Staufersbuch in Baiern, ftudirte feit 1794 in Ingol- 
ftabt tie Rechte, murbe 1799 Profeſſor des bairiſchen 
Staats» u. Fürſtenrechtes Dafelbft, ging 1800 bei 
Berlegung der Univerfität mit nach Landshut; 1804 
wurbe er Landespirectionsrath in München, 1808 
Rath bei der Regierung bes Iſarkreiſes, 1810 Kreis- 
rath in München, 1815 Oberfinanzrath u. 1817 
Rath im Minifterium der Finanzen; fett 1826 in 
den Ruheſtand verfett, fl. ev 1828. Er ſchr.: Ver- 
ſuch einer pragmatifchen Staatsgeſchichte der oberen 
Pfalz, Münden 1799—1803, 2 Bde.; Grundriß 
bes bairifhen Staatsrechtes, Ingolftabt 1801; 
Grundriß der biftorifhen Hülfswifienfchaften, 
Landshut 1802; Gruntlinien zum Staatsrechte 
von Baiern, ebd. 1803; Gefchichte von Baiern, 
ebb. 1804. 

Feffonta, römische Gottheit, von Ermatteten 
um Erguidung angerufen. 

Feſt, 1) jo zulammenhängend, daß es nicht 
ohne Mühe getrennt werden Tann, ſowohl mit 
einem andern Körper, al8 auch ber einzelnen Theile 
eines Körpers unter fich, daher Feſte Körper (im 
Gegenfate ber flüffigen), bei welchen ter Zufam- 
menbang ber einzelnen Theile ftärfer ift, als daß 
u durch ihr eignes Gewicht losreißen können; 
9 onft Titel der Edelleute, nur noch bier u. Da im 

anzleifiyl üblich, wo ihn auch Bürgerliche von eini- 
gem Rang erhalten; 8) (Seem.), ber Punkt, an wel⸗ 

em bei Zauen, die durch Blöcke gefcheert find, das 
eine Ende feftgemacht ift; 4) Commanbomort, in der 
Marine fo v. w. Halt! bei jeder Kraftarbeit gebräuch⸗ 
lich; der Unterſchied zwiſchen F. u. Halt od. Gut liegt 
nur darin, daß das erſtere eine Pauſe, letzteres das 
Ende in der Arbeit bezeichnet. F. in Verbinduu 
mit einem Segelnamen, z. B. Margſegel feſt, iſt 
das Commando zum Beſchlagen od. ſchließen des 
betreffenden Segels; 5) Boͤrſenausdruck Geſter 
Kauf), bezeichnet den Abſchluß eines Lieferungs⸗ 
Fihittes, von welchem weder der Käufer noch der 

erläufer zurücktreten kann; 6) überhaupt Be- 
zeichnung ſolcher Geſchäfte, bei welchen die Waare 
in das volle Eigenthum des Käufers übergeht u. 
ven diefem nicht, wie es hei Lieferungen in Com⸗ 
müften cd. Conſignation (im Buchhandel à Cen- 
dition) der Fall ift, fei e8 ganz ct. zum Theil, 
auritsigegeben od. zur Dispefition geftellt werben 
ann, 


Feßmaier dis Feſt 


Gouvernement, wurde 1820 Superintendent in 
Saratow u. bald darauf evangeliſcher Biſchof u. 


Feſt (v. lat. Festum, Dies fe: 
Erinnerung an irgend eine Begeben 
denbezeugungen od. gottesbienftfiche 
begangener Tag, an welchem gewöbnl 
arbeit ausgeſetzt wird (daher Feie 
machten von jeher einen beträchtlic 
Gottesdienſtes aus. Die Anordnung 
beſ. bei den Griechen, theils die 
Gottheit, theils die Anrufung der 
dargebrachten Dant, theils Die Beleb— 
thümlichen Sinnes, z. B. durch di 
feier verdienter od. ſonſt wichtiger P 
überhaupt Freude, Geſelligleit, Ein 
tigung bes Körpers u. Gemüths zur 
balb auch, oft Spiele mit den Felt 
waren. ber die Feſte der Völler d 
u. der neueren Zeit, |. bie Artikel 
ligion u. Mythologie berjelben. | 
Chriftliden Kirche wurden feh 
gefeiert; außer bem Sonntag u., | 
bes 1. Jahrh., dem jüdiſchen Sabba 
fien das Ofterfeft u. der Todes 
Charfreitag), feit dem 2. Jahrh. das ‘ 
Weihnachten wurde erfi im 4. Sa 
ner; als zur Zeit ber Chriſtenverfolg 
tyrer fi einen Namen madten, 
Gedächtniß, Doch feſtlich erſt feit be 
begangen, auch die Gedächtnißta, 
figen u. bef. der Maria feierte r 
dem 5. Jahrh., u. biefe Feſte nah 
Menge ver Heiligen u. mit den verſ 
tigen Lebensverhaltniffen der Maria 
ziehungen zu Jeſu bei. feit dem 1 
Zahl jehr zu; im 7. Jahrh. wurbe f 
lectiofeft für alle Heilige gefei 
9. Jahrh. auch das F. der Engel 
das F. aller Seelen, im 13. Jahr! 
leichnamsfeſt; auch anſtößige F 
Narren-u. Efelsfef,gabesinve 
Aufkommen der vielen dt begrür 
ausgedehnte u. beſtimmk Feſtpraxis 
ſchied ahynachder Artder Einſül 
de praecepto, deren Feier durch kirchli 
F. consuetudYnis, die durch Gewohn 
1Hönis, bie au® freier Andacht eing 
bynah dem Range: F. primarla 
Feſte erfter u. zweiter Ordnung, jene 
licher, letstre weniger feierlich began 
mit öffentlichem, folennem Gottesdi 
nur mit Chorgebet u. bei ter Mefie < 
minleaha (Sonntagsfefte), Heiligenf 
dem nächft vorhergehenden od. nachfol 
tag gefeiert werben; F. ad libltum 
werden können, aber nicht müffen, 
bei manden Mönchsorben gebräuchlid 
ber Zeit: aa) F. annalya, tie das 
mal vorkommen od., mit Aufhebun 
dienſtes in den Dorfkirchen, nur in! 

efeiert werden; bb) F. Immobilya, uı 
Kefe, die jedesmal auf denſeilben 
fallen, 3. 2. Weihnachten auf ten 2 
5. der Geburt Jeſu auf den 1. Iarıuc 
bira, bewegliche Feſte, die nicht 
tenjelben Kalendertag fallen, ſond 
Oſtern richten, welches Feſtes cuclifd 
eine beſondere Feſtrechnung bat (. u. 
dieſen fallen Oſiern, Pfingſten u. das 
auf einen Sonntag, das Feſt der Kr 


Feſt bis Feſtenberg 


Himmelfahrt Jein ſtets auf den 
Nach den Perſonen, denen, 
laſinngen, werbalb ſie ge— 
ı: aa»F.Sabnaoıl, Lie boben, 
Fo.ted ot. zum Gerächtniß mid 
nente in der Geſchich?e Jein, fo 


ırt Set !F. nativitatis Chrieti), » 
F. ter Beitnetung (F. circum- 
eichneidungefeſt: F. ter Namens- 


ainis Christis. ſ. Jeſu Namens⸗ 


niae. ſ. Epiphaniasieſit: F. evan- 
wo Jeſius ſein Yebramt antrat, 


enn:ag nach Oſtern: F. transtigu- 
nı 
Zerfärungeieit; Gründenunerſtag, 
ent .Festum azyımorun:,\.d.a.; 


:F. translationis D.1. F. ter ' 


amtirte F. pallll, Lie böbern Feſte, an tenen ber 
Erzbiſchoj Tas Pallinum träge, F. in albis. wo bie 
Geiſtlichen in weiß, F. In cappls, wo fie in Kappen 
eben x. Die Ketermateren boben ten größten 
Tbeil ter seite auf, u. in Ber Broteftantiiben 
Kirche werten, außer ten greßen Feſien, 
melde mit Ver- u. Nachnittagsgeuedtienft ges 
feiert werten, Weibnadhten, Oſtern u. Pfingſten, 
tie früber aus 3, jegt an den meiſten I rten nur 
nob aus 2 Feiertagen befleben, terner Neujabr, 
Charireitag, Himmelijahrt Cbriſti, Trinitatis⸗ u. 
Epiphauiasieſt, nur noch einige Marienieſte, Das 
Jobannis- u. Michaeliieſt geieiert. Die letztern 
heißen kleine cd. balbe Feſte u. werden nur 


mit Vormittagdgettesdieuſt gefeiert ch. find auf 


ı Christi, Simmeliabrtefeft; bei. , 


fi :).d. F. armorum Christi, F. 
m dominicae passionis ), ben 
r Stterectaee: F. inventionis lt. 
eracıe, Rreujeterfintung u. Kreu⸗ 
b. u. m. a.; bb) des beiligen 
enternstes,, 1. Bfingiten: ce) der 
it F. trinitatia;, ſ. Zrinttatisfeft; 
el. bei. Des Erzengels Michael, ö. 
e)ter Diaria (Festa beatae 
sriae , deren größere fin: Ma⸗ 
sstum nativitatia Marıa«), des 
F. nominis M.)\, Marti Em⸗ 
Inceptionis M,), Mariä Verkün⸗ 
mnciationis M., fonft in traut 
narun!), Mariä Heimſuchung (F. 
), Mariä Reinigung PF. puritiea- 
ypapantes, F. occursus), Mariä 
. ascensionis M. od. F. assumtne 
rbarum), dieſe u. tie zablreichen 
er Maria ij. u. Marienfeſte; Pl der 
teltageı; jeder hatte ein eignes F., 
sie Griechiiche Kirche das Feſt aller 
ım apo.tolorun), j. u. Apoitel 2), 
che Kirche tas F. divisionıs 
f. Apoſteltheilung; gxd anderer 
I Der beiligen Aeibichte: Je— 
ıter&, Joſephs, der Varia VPag⸗ 
) u. A.; bei. aber b der Hei» 
ctorumı, nicht nur fiir einzelne 
er Schugpatrone eines Yanıdes u. 
neern auch in dem Feſte aller 
De stammen, auch fiir die, welche 
brt werten, j. Aller Heiligen; zum 
elen im Fegeiener, ſ. Aller Seelen; 
ter, i.t e) Mach Clerikern, 
leiteten, 3. B. Festa cautorix, welche 
dnete, F. decani. F. prepositl, we 
feet das Hechamt fingen müſſen. 
u. Weiſe, wie fie gefeiert wurden; 


iſt verſchieden je nach der größern 


ten Bedeutung des Geieierten, u. 
en, Brevieren x. vorgeſchrieben. 
t nebſt Ableſung der bezünlichen 
nitte mar Die Hauptiache an den 
auch wurde aus ben Legenden ver. 


—— 


nach ber Zahl Der Pſalmenu. 


» umterichteb man F. novem. duo- 
norum et lecılenum: bb) nach der 
et angebraunten Wachker— 
c. cereorum, Wo 3 x. braten; 


feitung, in welcher ber Cleriler 


ten nächften Senntag verlegt. Auch ıfl an ben 
meiſten Orten das Reformatiensieft ii. d. anf 
einen Senntag verlegt, wäbrend es an andern als 
großes „x Ten 31. Tetbr. gefeiert wirt. Grün— 
tennerstag sit ein balber Feiertag: auch wird 
das Kirchweibieſi firchlich begangen. Der Tag 
vor ten großen selten, bei Den Auten ber Rüſttag, 
heißt in Per Ebrtitlichen Kirche der beilige Abend, 
er fol als Berbereitung dienen u. met wird am 
Abend dieſes Taged Das F. eingeläutet, indem 
in verichietnen Bullen eine Zeit von I Stunde 
ausgejüllt wird; ſeltner nach dem Nachmittages 
gottesdienſt des legten Feiertags das F. wieder 
ausgeläutet. Auch in Der Katbeliichen Kirche 
ſelbſt wurde in Berückſichtigung, daß durch Die 
allzugroße Menge Feſie die Arbeitstage fehr ver⸗ 
ringert waren, zuerſt durch Papſt Urban VIII. u. 
für Iferreib 1753 durch Beuedict XIV. bie 
große Auzabl von Seften, bei. ter Heiligenieſte, 
beichränft u. einige Feſte auf balbe berabgeiegt 
u. von Clemens XIV. 1771 ganz caflirt :Dis« 
penfirte Feiertage). gl. Hoſpinian, De festis, 
Bent 1675, 3. Ausg.; Augufti, Tie Feſte Der Cbri⸗ 
fin, vpz. 181720, 3 Bde.; Nidel, die Kelle ber 
Katholiſchen Kirche, Mainz 1335, 2 Ute; Leo 
Allatius, Lie Seite ber Griechiſchen Kirche, Köln 
1649. 

Feſta, Conſtanzo, gebürtig aus Florenz, kam 
1517 nab Rem uw. trat ald Zänger in Die päpft- 
liche Kapelle; er ft. 1515; Kontrapumttift, bat bei. 
ein Te Deusm compenirt, dad noch jegt bei Papſt⸗ 
mablen u. am Fronleichnamefeſte geſnngen wird. 

eftabert, Marlifleden, fo v. w. Keftubert. 

eftbrüder,, fe v. w. Kaluubabrüber. 

efteyclus, Zeitraum, der nach einer beſtimm⸗ 
ten Reibe von Jahren mit einer Feſtesfeier zurück⸗ 
kebrt, je 3. 8 ter Zug ber beipbilchen Theorie 
nah Zempe, allemal das 9. Nabr, der F. kehrte 
alje das 9. Jabr, nach Berlauf von S Jabren wieder. 

Feſte (Vergb.), 1) Eeſtein, welches fich fehr 
ſchwer gewinnen läßt; 2) jo v. w. Vergieſte. 

Feſtegeld, iſt Lau Lebngeld Der Bauerleben. 

Feſte Hand, Börſenauedruck, uneigentliche Ve⸗ 
zeidbnung tür Inbaber von Actien, welche dieſelben 
nicht auf den Pixrkt bringen. 

Feſte Dufen, find R.unpftiide, welche nicht in 
fremde Hande übergeben Dürfen, fentern bei der 
Familie bleiben milden. 

Feſtenberg, 1) Herrichaft im Kreiſe Wartenberg 
des preußiſchen Regierungebezirls Breolau: zur 
Staudesherrichait Geſchüts gehörig: 2) polmiich 
Twardageorad, Stadt darin, mit Sitten, 2 
Marliplätzen, Dreijaltigkeitelirche, Synagoge, 


216 Feſter Punkt 


Tuchweberei, Wollſpinnerei, Tabadipinnerei, Bren- 
nerei; 2500 Em. 

Feſter Punkt, 1) (Mechan.), fo v. w. Unbe⸗ 
weglicher Punkt, ſ. u. Beweglich; 2) (Meßk.), beim 
— ein Punkt, der durch aſtronomiſche od. 
geometciſche Mittel feſt beſiimmt u. auf ben Plan 


aufgetragen iſt. 
a keit, f. n. Cohäſion. 
og (v. lat. u. gr.), Feſtverzeichniß. 
estin (fr., ſpr. —3 — 1) Feſt mit allerhand 
Bergnügungen; daher Feftinjagen, ein Prunljagen; 
2) Gaftmabı ‚zur feier eines Tages angeftellt. 
Festina lente (lat.), Eile mit Weile. 
eftination (v. lat.), Eile. 
estino (ital.), Mastenball. 
eftino (Log.), ber dritte Schlußmobus in ber 
zweiten Figur, mo ber Oberfat allgemein verneint, 
der Unterſatz bejonbers bejaht, ter Schlußſatz be⸗ 
ſonders verneint 
Feſtities von Tolna (fpr. Fefititich), eine ka⸗ 
tholifche, in Ungarn weit verbreitete u. reich be- 
güterte Familie, welche 1749 in ven Orafenftand 
erhoben wurde ıı. in mehreren Linien blüht. I. Al⸗ 
tere Hauptlinie: A) Erfte Linie; jetiger 
Chef: 1) Graf Taffilo, Sohn des 1846 ver- 
orbenen Grafen Yatislaus, geb. 2. Juni 1813, 
ift öfterreichiicher Generalmajer u. Brigabier; er ift 
unvermüäblt. 2) Georg, Bruder des Vor., geb. 
1815, ift Cherftlieutenant in der Armee u. jeit 
1849 vermähft mit Eugenie geb. Gräfin Erdödy 
von Dionyoroteret (geb. 1826); fein ältefter Sohn 
Taſſilo ift geb. 1850. B) Zweite Linie, jekiger 
Chef: 3) Graf Nicolaus, Rittmeifter a. D. u. 
in zweiter Ehe feit 1526 vermäblt mit Victoria 
geb. von Wolteniperg. II. Jüngere Haupt- 
tinie: A) Erfte Linie, jeiger Chef: 4) Graf 
Karl, Sohn des verftorbenen Grafen Joſeph, geb. 
1794, öfterreichiicher Rittineiſter; iſt vermählt mit 
Branziete geb. Sräfin von Sermage; fein Sohn 
igmund ift 1821 geb. B) 3mweite Linie, jebiger 
Chef: 5) Graf Bincenz, Schn bes 1826 ver- 
ftorbenen Grafen Ignaz; ift vermählt mit Fanny 
geb. von Wenlheim. 
Fostivi(Buntilügelige Danger), Abthei⸗ 
Iung der Zagfchnetterlinge, H Danaer. 
Fefinitt (dv. lat.), Feſtlichkeit. 
estivo (ital., Muf.), feierlich. 
land, fo v. w. Kontinent. 
[ogen (Freimaur.), brüberliche Zufammen- 
Künfte zur Feier ausgezeichneter Tage, bei. des Johan⸗ 
niefeftes u. Des Stiftungsfeftes, od. auf außerordent⸗ 
liche Veranftaltung, als Dank» od. Ehrenfefte zc. 
achen, 1) anbinden, veleftigen jo 3) jonft 
unter den Soldaten verbreiteter Aberglaube, daß 
es gewiſſe Mittel gäbe, fich gegen feintliche Kugeln 
zu Adern: auch Paſſaner Kunft genannt, weil 
ein Scharfrichter in Paſſau 1611 feſtmachende, 
thalergroße, mit unbelannten Wörtern unter ge⸗ 
heimen Proceduren beſchriebene Papiere ausgetheilt 
u. zu verſchlingen gegeben haben fell; 3) einen Mar⸗ 
ker f., temfelben auf der Spur fo lange nachgehen, 
bis ınan feinen Aufenthalt weiß; 4) eine Sau T., von 
Dunten, eine Sau feithalten; 5) \Scem.), von Se⸗ 
geln, fie jchlichen; 6) von einem Taue, e8 mir einem 
Schläge belegen; 7) von Schiffe, |. Bertäuen mit 
Landfeſten; 8) Die Kanonen an Die innere Bordwand 
jorren (. d.; 9) Macht feſt! das Commando, um 
das Kanonenerercitium einzuftellen ob. zu beenden 


bis Feſtung 
Feſtons (fr., ſpr. Feſtong), ne: 


men(Qlumenfchnur), Laub 

Früchten (Fruchtſchnur) u. a. v 
od. Kunſt dargebotenen Gegenſtände 
weder wirklich aufgehängt od. an Gebä 
Stein ıc. nachgeahmt werben; letzte 
Mode. Daher Fetonniren, mit Quirlaı 

Seftfchnäbler (Pressirostres 
pestres Illsg.), bet Cuvier u. Illig 
Stelzpögel; bei Goldfuß der Stelzen⸗1 
Walbfühe ohne ob. mit ganz furyı 
Schnabel mittellang, etwas flarf; i 
tungen Trappe, Didfuß, Kiebitz, 
Aufternfiicher, Laufer, Schreioogel. 

Feſtſetzen, 3. 3. auf dem Glacit 
gebedten Wege einer Feſtung fich eis 
Sammelplat errichten, um von bemf 
tere Unternehmungen gegen den Blat 

Feſtſpiel, 1) ſeſtliche dramatiſche 
durch irgend ein feſtliches Ereiguiß, Ji 
tage, Vermählungen, Jubiläen verd 
ſpieler u. dgl. veranlaßt; beſ. in der; 
des vorigen Jahrh. gewöhnlich, me 
auch beſſere Dichter, jo Schiller n. @ 
gung ber Kiüufte) gaben jolche Fee ; 
Spiele bei Voltefeften. 

Feſttag, fo v. mw. Feſt. Daber I 
Geſetze, das Verbot des Arbeitens 
Tefttugen betrefiend. 

Feſtubert (ſpr. Feſtübähr), M 
Arrondiſſement Bethune des franzofif 
ments Pas de Calais; Leinweber 
1500 Ew. 

Feftüca (F. L.), Pflanzengattun 
milte der (iramineae-Festucacea 
Bluͤthen lanzettlich od. lanzettlich⸗p 
dein Rüden ftielrund, mit od. ohne h 
Nero, ſonſt Alles wie bei Poa; bi 
ift fein gewimpert, wodurch fie fich 

odium unterfcheibet ; Arten: F. elut 
chwingel), eins ber beften Futtergr 
an Bergen, bei. den Schafen gedeihli 
ift Glyceria Auitans Gorſtſchwi 
bra, auf dürren Plägen, auch zur F 
id; F. patula, eine in Algier | 
Schwingelart, wird zwei Mat um I 
u. Septeniber, geerntet. Die fpinnb: 
zur Papierbereitung, zur Berarbeitun 
jenbaaved, welches tem thieriſchen ge 
eine Juſecten auflommen läßt, ıt. 31 
von Geweben u. Seilwerk. Der kleb 
Pflanze läßt fich zum Yeimen bes Pay 

Festucac&ae, Tribus ter Gräie 
Syſtem. 

Feſtucaria (Monostoma. Gim: 
Gattung ber platten Eingeweidewürr 

Festum ilat.\, Felt, f. d. 

Feſtung, ein Durch die Leflänbige 
kunſt fo befeſtigter Punkt, daß er fel 
feine Vertheidiger auch gegen eine f 
macht auf längere Daner behauptet 
I. Eintbeilung der Feſtungen. 
Vertheilung in einen Yante tbeilt me 
Grenzplätge, nabe den Grenzen 
Plätze, im Innern des Landes; nad 
Awed der Sen für bie Kriegefilhr: 
unterfeiden: Sperrp ätze, meld 
eine Operatiouslinie verlegen ſollen 


Feſtung 


217 


rrainbinderniſſen angelegt, an Ge⸗ | einen auch den Verluſt tes anteren zur Folge bat, u. 


utenden Flüſſen, bie nur an wenigen 
eritten werten können. Depot⸗ 
nen eine Armee ihre Dlazazine aller 
ſichert; fie liegen auf ben voraus⸗ 


peraticuslinien der Armeen. Get 


denen bauptiächlich Pie Beſtimmung 
einer Feldarnee ale Stütz⸗ u. Angel⸗ 
n, ſobald dieſelde auf die Vertheidi⸗ 


eu iſt; ſie müſſen auf den entſcheiden⸗ 
n Funtien angelegt fein u. durch ibre 


eutung eine entichtelene Amiehung 
Raueüden; gerübnlich ſchließen fie 
Stadte ein u. liegen au bedeutenden 
ihrer Eröße unterſcheidet man ‚seen 
zes, Feen zweiten Ranges ac. 
eſiſtellung dieſer Bezeichnungen feine 
enze gezegen werden kann, ie iñ es 
wnebmen, daß eine F. erſten Ranges 
Frenten u. einen anfang des Haupt⸗ 
HM Schritt, eine F. zweiten Ranges 
‚gan Schritt Umfang ꝛc. bat. In 
we eriliche Lage unterſcheidet man: 
“Duten-x-en:c. Die geſammten 
web bilden jein Feſtungenetz. 
lererieiben. Tie Vertheidigung 
Htebt mit Jeſtungewerken, dieſe ber 
hin: ar ben Wall, der, nach ken 
senztllen» ct. Capennierſyſtem ange⸗ 
wjiedes Platzes bildet u. das Junere 
adliche Feuer ſichert; u. b) in dem 
als wichriges Annäherungkbhinderniß 
Natertsl zur Anſchüttung Des Walles 
tügt wird die Bertbeitigung durch 
.B.), tie auch zugleich das feindliche 
m all abbalten, u. durch iſolirte 
rt6, welche auferbalb bes Geſchütz⸗ 
dalles einzelne wichtige Punkte feſt⸗ 
chtigſten Außenwerle find: Graben⸗ 
egarden, Ravelino, vLünetten, Re⸗ 
ite, Detachirte Werke, Hern⸗ u. 
. Außerdem gibt es noch oO Ver⸗ 
n ter Feen, nämlich Abichnitte, 
lerien, Cavaliere, Kaſematten (De- 
a7, welche legtere eine bedeckte Ver⸗ 
einer F. erſt ihre wabre Stärle gibt, 
ebl taſemattirte (Montalembertiche) 
ine etageniörmige Vertbeidigung ge⸗ 
HE zu Außenwerlen benugt werden. 
ıer ein gutes Svſtem, Contreminen 
oeuvres, fo trägt dieſes viel dazu 
deſto längere Vertheidigung meg- 
Die Verbindung mit Anßen unter⸗ 
Voternen u. Zugbrücken, Rampen 
Im im Retbfall nach ter Einnabme 
nech balten zu fönnen, wird oft bei 
arelle angelegt; Nie Brücken tedt 
rüdenlöpfe u., wo tas möglich, 
Iberjhmwenunungen bes Borterrains 
rel gegen tie Annüberung des Feiu⸗ 
entliche Bedingung für die Haltbar⸗ 
fine zahl reiche beinbenſibere Räume 
jung der Vertbeidiger n Berwundeten 
r Vorrätbe u. Wer'ſtätten aller Art. 
Anlagerderſeſtungewerke ſind 
rundiäte: a) alle Werle miiſien mög⸗ 
fein: vb» Die einzelren Werke münen 
: befigen, damit nicht Der Veriuſt des 


fie mũſſen fich gegeniettig kräftig unterftünen; c) Die 
Werte müflen ben Feind nörbigen, ichon in grefier 
Entfernung vor dem Haupwwall ten lanajameıt, 
regelmägigen Angriff zu mädlen: d) vie Werle 
müſſen bet der geringfien Austebnung ben greßten 
imeren Raum gewäbren ı. ihre Erbauung Darf 
nur möglichſt geringe Koften verurſachen: er fie 
müffen eine möglichſt fräftige Ofienſive aeftutten n. 
durch Abſchnitte u. Retuits tie Vertheidigung cd. 
Wierereroberung ſelbſt dann noch ermöglichen, wenn 
ber Feind fchen in fie eingedrungen ift; MP die Werke 
Biirfen nicht von “Kuntten außerbalb der F. über⸗ 
höht werben u. müſſen ftarf genug fein, ım dem 
feindlichen Geſchühieuer mäglichft lange miterfieben 
zu können; g) Die Manerbauten dürfen Den: Directen 
feuer des Feindee nicht ausgeſetzt fein; by nicht 
Regelmäßigleit der Yinien, fontern Benutzung der 
Vortbeile tes Terraine enticheider über die Anorb« 
nung Der Werke; hbdurch Amuäberungebinternifie u. 
durch Entziebung Des zur Deckung unenchebrlichen 
Erdbodens muß Ten eiibe Die Feſtſetzung im Vor⸗ 
tecrain erichwert ſein: kr zablreiche, zur Vertheidi— 
gung eingerichtete Hoblbauten verleiben zwar große 
Stärke, find aber keſtipielig; hmöglichſt kräftige 
Vertheidigung tes Grabens iſt eine Haupiſache. 
Die Ausbeutung dieier Arunbfäße but im Laufe der 
Zeiten bei Anlage Der Keen zu verſchiedenen Fermen 
gefiihrt: dem Yafttenärivften, nach welden der 
Wall aud- u. eingehende LWintel biltet, bie in ibrem 
Wechiel eine beftiinmte Ordnung zu genenfeitiger 
Beſtreichung Seiolgen: Dem Zenaillenivitein, im 
melchern ebenfalls aus- u. eingebente Winkel vegele 
mäßig mit einander abwechſeln; u. Dem Caponnier⸗ 
ſyſtein, nad melden Ler Grundriß nur aut 
irringente intel bat u. die lungen Yinien ıbre 
Reſtreichung hauptſächlich ven Kapennieren erhalten. 

IV. 3wecku. ſtrategiſche VBerbältnifie 
ber Feſtungen. en baten, ſtrategiſch betrach⸗ 
tet, einen effenſiven cd. dejenſiven Zweck. Erſter iſt, 
daß mehrere derſelben mindeſtens 33uſammen) eine 
Baſis bilden, auf Die ſich eine offenſive Operation 
gegen den Feind gründen läßt; letzter. daß ſie ein Land 
gegen feindliche Ciujälle Deden, den dieiüeitigen Hee⸗ 
ren Anlebnungspuntie geben, fefte Stellungen noch 
mebr verjtärfen u. gefchlagenen Armeen Sanmel⸗ 
punkte u. Zeit gewäbren, fich wieder in kampijfäbi⸗ 
gen Stand zuriepen. Um Beides zu können, müſſen 
lie fo viel wie möglich an der Arenze u. an pafien- 
ten Punkien, an Yankftraßen, Gebirgspällen, Des 
beuches aus dem Gebirge in Das Platte Yand ıt. 
vornebinlich an ſchiffbaren Flüſien cd. wichtigen 
Straßenknotenpunkten liegen u. bierdurch der dieſ⸗ 
ſeitigen Armee die Communication auf dieſen 
ſichern, wäbrend ſie dieſelben dem Feinde webren. 
Die gegenfeitige Entfernung Der F. in einem well 
angelegten Aeftungsforem Bari in ebenen, leicht 
practicablem Zerrain nicht über 2—3 Tagemärſche 
betragen. Hinter ter eriien Yinie von rent muß 
tech eine zweite u. Dritte folgen, u. Diele müſſen fo 
angelegt fein, daß Die Platze zweiter Linie binter 
ten Zwiſchenräumen ter eriteren liegen. Dadurch 
entſtebt zugleich Ber Bertbeil, daß zwei bintere Plüge 
nt einem verteren ein Dreied bilden, zwiſchen dem 
fich eine Armee gedeckt aniſtellen kaun. Der Feind 
wagt, wenn Die een gebörig beiett find, viel, wenn 
er zwiſchen zwei Feen durchgebt, ebne jebe mit einem 
überlegenen Corps beebachten zu laſſen, obgleich 


218 


Feſtungsachat bis Feſtungskrieg 


dies in ben neueren Kriegen weit häufiger vorge« | li ob. mittelſt eines von dieſem 


kommen if, als in den früberen. Kleine Keen, mit 
einigen 100 Mann Beſatzung, können dagegen, fo 
feft fie oft find, wohl als Verwabrungsorte von 
Schaͤtzen, Archiven ıc., ob. als einen Paß ac. ſchlie⸗ 
Bend, angefeben, aber nicht als firategijche Punkte 
betrachtet werben. Nur große Ben mit ftarten Be⸗ 
fatungen befigen bei ber gegenwärtigen Kriegfüb- 
rung niit fo großen Armeen, wie fie durch Anuuhme 
des Konicriptions- u. Reſerveſyſtems den Staaten 
ne Verfügung fteben, uch Bedeutung, indem 
he, wenn es ber Feind wagt, zwiſchen ihnen durch⸗ 
zugeben u. fie nicht mit ftärferen Corps, als bie 
Beiakuug ift, bloclirt find, Ausfälle machen, ſich 
wit den nächften Bejatungen verbinten, wenn der 
Krieg im eigenen Laude fpielt, Die Bewohner des 
platten Landes injurgiren u. ven Feind im Rücken 
bebrohen künnen. Wenn tie Nicprberldfichtigung 
dieſer großen Plätze den Feinde mithin unmöglich) 
ift, fo ift gleichwobl ihre Wegnahme nicht nur 
fhwierig, meil tie Ausdehnung eine vollſtändige 
Umſchließung nicht zuläßt, ſondern erbeiiht auch 
ungemein zablreiche Streitkräfte. Wenn man baber, 
auf bie Erfcige in ten Napoleoniſchen Ariegen ger 
fügt, zu ter Anficht gelangt war, $-en feien über⸗ 
haupt nicht nothwendig, da ihre Bedeutſamkeit in 
ber heutigen Kriegführung geſchwunden jei, jo war 
das nur in fo weit richtig, als man unter Feen bie 
große Dienge ber damals beftehenten Tieinen Plätze 
verfiand, nicht aber fo RR mie fie die Neu⸗ 
zeit geichaffen bat. Deren Wichtigkeit, bisweilen da⸗ 
durch noch erböht, Taf fogenaunte befefti..te Lager 
unter ihren Schutze angelegt find, wird ſtete auer⸗ 
tannı werten müflen. 

Feſtungsachat, Achat mit zadenförmigen Zeich 
nungen, äbnlich ten Keftungsmauern. 

Feſtungsarreſt, in einigen Etaaten bie gelinbe 
Korm der Keftungsftraie, bei welcher den Ge- 
fangenen zu gereifjen Zeiten eine beftimmte Freiheit 
gewährt wird 

Keftungsartillerie, bie Geſammtheit ter zur 
Bertbeitigung ter Feſtungen beſtimmten Geſchuͤtze 
mit ihrem Zubehör u. ibren Bedienungsmannſchaf⸗ 
ten. In der Regel bildet dieſelbe ein ſchon im 
Frieden organiſirted, beſonderes Corps, cit jedoch 
wird abwechſeind ein Theil der Feldartillerie dazu 
perwentet, 1. Artillerie. 


Feſtungsbaukunſt, |. u. Befeſtigungskunſt u. 
Befeſtigungemanier. 

Feſtungsbauſtrafe, tie härtere fkorm der Fe⸗ 
ftungeftrafe, wobei fie Gefangenen meift zu Arbeiten 
bein Seftimasbau vermender werten. 

Feſtungsgarden, in Teutichlant, nadı allgemei⸗ 
nerem Gebrauch tes Geſchütes, tie geworbenen 
Mannſchafiten, die ſtatt der Burgmanmen die ſtän— 
dige Vejabzung der Feſtungen u. Burgen zu bilden 
beſtimmt waren. 

Feſtungsgeſchütz, das zur Vertheidigung einer 

eſtung beſtimmte Geſchütz, welches zum großen 
Theil fir dieſen beſtimmten Zweck auch eigenihüm— 
liche Einrichtungen erbält, vgl. Artillerie u. Geſchütz. 

Feſtungskrieg, 1) der Krieg, in jejern er ſich 
auf ten Ängrifi m. die Vertheidigung beieftigter 
Platze erfiredt. T. Jedem Angrefi einer Feſtung gebt 
eine Aufferberung ber Feſtung curd een 
ven cinem Trenipeter begieiteten Tifister, Der fich 
"7 "erpeften als Parlamentär milter, mins 


Schreibens, voraus. Dieie Aufferd 
oft jeieft, wenn ber Angreifenbe zur fc 
es nicht in Der Notbmwenbigfeit Per X 
Hauptarmee liegt, die Feſtung ernftlid 
u. ſich Der Angreifende nur mit der ®: 
der Feftung begnügt, indem er fid 
fihtöfreiie der Feſtung zeigt, fie mi 
Cavalleriepoften umgibt, Die fich ine N 
zuridzieben konnen, u. das Haupter 
Seite hin aufftellt, wobin er fich in: $ 
zurüdzieben will, um ben Rückzug 
fibern. Ein guter Conimandant lehr 
ferberungen jeft u. beftimmt ab. Di 
einer Keftung können in verfchieh: 
ausgeführt merben, felten jedoch wird 
fer Fermen zur Anwendung kommen 
man Durch Die Anwendung mebrerer E 
Ziele zu gelangen ſuchen. Die Art 
Vertheidigung richtet ſich nach ber Fı 
griffes. 

A) Die Blockade. a) Maßregel 
greifenden. Dan unternimmt fie, 
ftung zu groß, von Natur u. Kuuſt 3ı 
einer zu ſtarken Garniſon verieben ift, 
Belagerern an Belagerungsgeräth ob. 
u. Geld zur Belagerung fehlt, mern de 
fonft übles Wetter Die Belanerungsarbı 
ih machen, ot. wenn Die Feſtung von 
ftrategiichen Einfluß ift, Daß es nicht 
tbig ıft, fie in Die Hände zu belfomnıeı 
gut, ven Feind von Ausfüllen abzubal 
ſem Zmede erfolgt zuuächft BieBeren' 
fhließung). Starte Abtheilungen { 
Cavallerie, auch leichtes Geſchütz, rüd 
Platz vor u. werfeu die feinblichen Bor 
Die Beichaffenbeit tes Terraius u. de 
kundet, n. fetann 120,0—2000 Schr 
näber an ber Feſtung eine Kette Infa 
poſten, je 100— 200 Schritte von den 
ſernt, möglichſt verbedt u. gefichert fc 
fie Die Zugänge zur Feſtung vollkom 
Offizgiermacen von je 39 — 40 Man 
fer Poſtenlette zum erſten Soutie 
alle Sicherungsmittel ber Vorpoſten, 
Seitenpoſten u. dergl. aufgeftellt. 
Schritte noch weiter zurück ſtehen ve 
Strecke 1 bis 2 Bataillone als zweite 
daß 4—6 ſolcher Abtheilungen die Fı 
ben. Gröoßere u. kleinere Verſchanzu 
anigeworien, um dieſen Abtbeilunge 
punfte gegen die Ausfälle ter Belager 
Das übrige Belagerungscorpé canto 
rückwärts nelegenen Dörfern od. ſteh 
Yager n. bildet fo die Hauptunterftil 
muß die Communication der Pofte 
trupps durch Brüden, Wege u. derg 
balten jein, damit nicht ein Theil des! 
corps einzelu angegriiten u. überw 
Gewöhnlich iſt das Blockadecorps mitd 
die Feſtung auszuhnngern. Gm 
alle Wege, auf denen ber Platz Zu 
kann, aut das Strengſte geſchloſſen,n 
wie es beſ. früher ſehr bäufig geſchab. 
Beobachtungecorps in der Näbe fiel 
gerroffen werden, Daß dieſes nicht eur 
Zefagerungscorps überfallen. wegſch 
Konveys mit Lebeusmitteln u. Mur 


Feſtungskrieg 


219 


am. Ededem umichloß man die Fe⸗patreuiſlen macht, mit ibm zugleich in tie Feſtung 


mit Contravallationelinien eb. mit 
enten Berichanzungen, welche Aruft- 


| 


en nad der Feſtung au batten, u. 


en Angriffe eines Entiagcerpe durch 
melimien, mit Denen man das ganze 
zen umgab, 11. deren ‚xrent nach der 
ri&ter waren. Dit der zunebmenden 
er Feuerwaijen jebech ermwieien ſich 


nmer weniger audreichend, mußten 
eiſe auch immer mebr an Umſang 


ser bei ibrer Anlage die Arbeitelräite 
tan fab dedbalb ven ibnen ab u. be» 
vb Auffiellung eines Beobachtungs 
raigen Ertatzverĩuche zu vereiteln. 
In tee Vertbeidigenden. Der 
ompletirt ver Eintriit ter Wlodate 
‚ fiert ih gegen Auebungern Durch 
ennement Ravitaillirumg, Verpre— 
#6 Donate bis 1 Jabr, indem er bie 
ı@etreite, Vieb, geiatzenem Fleiſch, 
Arzneien :c. durch Rauf, Lieſerungen, 
Lzulegt Ausfouragirung der umlie— 
&x. zuſammenbringt u. in möglichſt 
tiumen verwabrt, ſorgt in Berg» 
tes Trintwaffer, mo me&alih aus 
aua Ciiternen u. auch im Allgemei- 
zu Bezablung ber Truppen u. zu 
irnifien. Alle überflüfige Einweh⸗ 
durch Ausmeriung ber Fremden u. Er» 
Bürger, ibre reife, Weiber u. Kin⸗ 
ichen zu bewegen, entfernt, die Zu⸗ 
angebalten, fich auf eine gewiſſe Zeit 
iren, u. wer dies nicht kann u. will, 
egewieſen. 
ertall. a Maiiregeln bes An— 
Durch einen Gewalimarſch nähert 
fer plörlich dem Plage u. fucht mit 
anen überraichene in denſelben eine 
ed mit Hilfe ven Leitern Leiler⸗ 
es chne dieſe an ſchwachen Stellen 
auch über tie ſchlechtbewachten Brü— 
rie Tbere. Nur wenn die Beſatzung 
er VBewachung nachüſſig iſt, kann der 
en, Einrerſtändurſſe mit Den Bes 
gar mit der Beéſatzung erleichtern 
ven, u. ala Lie günftigite Zeit für 
ın man die Nacht cd. ftarfen Rebel 
be; genauejte Locallenntniß iſt dabei 
ige Bedingung. Während tie In— 
n fih in forcirtem Marſche dem 
ftreifſen kleine Carallerieabtbeilun— 
m zu verhindern, daß irgend eine 
e Feſtung gelange. Der Angriff ges 
i bıö drei Buntkten auf ein gemein» 
nal, 3.2. auf einen Ztundenichtag 
u. dergl. Meiſt if von dieſen An— 
er ker wahre, doch iſt die Reſerve bes 
1, wenn es bei dieſem gelingt cinzus 
en wahren zu verwandeln. Die Co⸗ 
mit den Arbeitern an der Spise, in 
fe an Bas Glacis der Rellung beran, 
Palliſaden, überrumpeln die Wacben 
Waffenpläte u. ein Thor möglichſt 
. erſteigen auch webl mögliſt ſtill 
Anen das Tber von Innen. Auch 
acht Verſtecke, um, wenn der Feind 
teorfichtig bie gewöhnliche Morgen⸗ 


| 


einzutringen, od. man wenter allerlei Kriegsliften 
au, um ſich eines Tberes zu bemüchtigen. Der 
kleiuſte Zufall kann inteifen dergleichen Üterfälle 
vereiteln, bisweilen ſind dieſelben auch dadurch ge⸗ 
ſcheitert, daß ein nicht genügendes Zuſammeuwirken 
der ichon engetrungeren Angriffscelonuen ftatt- 
fand. bb Megen den llberfalt fichern a beiten: 
tie Zturnireibeit der Feſtungswerle u. zreße Wach» 
ſamkeit bei Bewachung berielben (bäufige Allarmi- 
rungen, zablreiche "Batronillen, welche tag Außen⸗ 
terrain weitbin durchſtreifen, jrätes Sffnen u. zeiti⸗ 
ges Schließen ter Thore ꝛc.). Energie u. zweck 
mäßige Vertbeilung ter Streitkräfſte im Innern 
ber Feſtung können aber auch dann noch ben Ans« 
griff vereiteln, wenn ter Feind ſchon an einzelnen 
Punkten in tie Werke eingedrungen ift, wie z. B. 
1814 in Bergen cp Jcom. 

C)Beibießung Rombartement.ar Maf- 
regeln des Angreiienten. Durch Bewerfung 
des Feſtungeinnern mit Geſcheſſen aller Art (Bem- 
ben, Sranaten, glübenden Kugeln, Raketen‘ will 
man greßen Schaden anrichten u. dadurch Ten Com⸗ 
mantanten Der Feſtung zur llbergabe derſelben zwin⸗ 

en. Das Veorbanteniein zabtreicher jchiverer Ge⸗ 
ſchüpe iſt Daher die Grundbedingung. Ch die Bes 
ſchießung ven Erielg fein kann, bängt weſentlich 
ven der Beichaffſenbeit der Feſtung ab, bisweilen 
auch ven Ten Zuſtande Der Veribeitiger u. deren 
Nerbältiuiß zu Den Bewebnern. Zind in ber Fe— 
ftung auercichend bembenſichere Räume zur Unter: 
bringnug ven Truppen u. ‘Diaterialien verbanten 
u. bat ter Weieblahrter nicht Rücſicht auf dee 
Sckonung des Plabees zu nehmen, je dürite in 
ter Regel die angerichtete Zerſtörung Der einzige 
Eriolg des Vombardements fein. Iſt dagegen Pie 
Feſtung Mein u. obne genügende bombenſichere 
Räume, ed. um'chlieſit die Feſtung eine greße, 
reiche Stadt, deren Schonung dem Gegner am 
Herzen liegen muß, ſo kann die Beſchießung am 
ſchnellſien zur Einnabme fübren. Zuweilen eriolgt 
ein Rembardement auch nur, um ala Vorbereitung 
zu einem gewaltiamen Angriff zu dienen Daraus 
ſchen ergibt fib Die Netewendigleit, bei Einleitung 
des Bembardemeunts auf Überraſchung u. Zuſam— 
menwirkung aller Kräfte zu ſeben; die verwend— 
baren Geſchütze ob größeres od. kleineres Kaliber) 
u. Die durch Die vage der Feſtungewerle bedingte 
Auiſtellung Derielken, enticheiten über die Entfer— 
nung, ans welcher die Beichießung vorgenommen 
wirt, je geringer dieſe Entfernung iſt, deſto kräfti— 
ger kann natürlich die VBeſchießung fein. bb Wegen 
Beſchiezung ſichert ſich der Vertbeidiger, 
wenn die Feſtung nicht durch bombenieſte Kaſemat- 
ten u. weit vorgerüdte, ten Pan Der feindlichen 
Batterien bindernde, ieſte Außſenwerke Daran! eins 
gerichtet iſt, nur jebr unzureibend: iaſt ſtets weich, 
wenn es dem Feinde Ernſt iſt, die Verbrennung ber 
Stadt u. der Magazine gelingen. Um aber dech das 
Mögliche zu tbun, muß alled vröſchzeräthe in Stand 
gelegt u. verdeppelt, Ste Einwebner in militäriſch⸗ 
erganifirte Yöichrem agnien geitheilt, nich: bemben⸗ 
fefte Magazine u. dgl. ie aui 1? Au Höbe abgetragen 
u. dad platte Dad, un cs beunrbenieſt zu macheu, mit 
einer Toppellage Valken ir einer Yane Miſt u. Erbe 
überdeckt werden. Anzerdem werden Kammern 
zum ſicheren Auiſen'ſbalt der Keſatzung wäbrend des 
Bombardements in ben all gegraben, andere 


220 


Feftungöfrieg 


bombenfreie Räume durch Beſeſtigen von Ballen | ber Beſatzung, ſowie bie gute Ausrüſt 


unter einem Winkel von 50 Grad an den Wall ge⸗ 
wonnen. Dem Feuer des Feindes antwortet man 
entweder gar nicht od. man bewirft deſſen Batterien 
mit Bomben, aus womöglich in bedeckten Batterien 
aufgeſtellten Mörſern; Kanonenfener wird dem 
Feinde bei der großen Entfernung ſeiner Batterien 
weniger ſchaden, kräftige u. überraſchende Ausfälle 
werden dagegen ein wirkſames Mittel ſein. Das 
Geſchütz ſichert man durch Traverſen gegen Rico⸗ 
chetfeuer ob. fährt es lieber von den Wällen einſt⸗ 
weilen ab. Das Straßenpflaſter wird aufgerifſen, 
damit bie Bomben ſtatt abzuprallen u. mehr zu 
ſchaden, in die Erde drangen u. Dort crepiren. 

D) Brusquirter (gewaltfamer) Angriff. 
a) MafregelnbesAngrceifenden. Dieier An- 
ariff gleicht dem Uberfall, nur daß ihm Blodade u. 
Einſchließung, häufig auch ein Bonibardenient, be⸗ 
reits vorangingen, auch die Laufgräben oft ſchon er- 
öffnet n. mehr cd. weniger weit gebieben find, u. 
daß er nicht ſowohl durch Überrumpelung des Kein- 
Des, ſondern durch Die, offen am Tage, auf einen 
Punkt gerichteten Gewaltmittel, ten Erfolg herbei- 
führen jell. YTebbaftes Feuer aus allen verfiigbaren 
Batterien unterftügt Das Vorbrechen der in ben, 
zunächſt an Der Feftung liegenden Logements aufge» 
ftellten Infanteriecelonnen. Ausfallftufen u. dergl. 
milffen Das rafche u. geortnete, auf ein gegebenes 
Signal gleichzeitig erfolgende Vorbrechen ter Co⸗ 
lonnen ermöglichen. Feſte Orbnung u. raſche Be- 
wegung, ſowie Gleichzeitigkeit beim Angriff, ſichern 
den Erfolg am meiſten; Arbeiterabtheilungen be⸗ 
gleiten die Colonnen, um Hindermiſſe zu beieitigen 
n. Die Feftießung auf ben genommenen Werten her⸗ 
zuftellen ; geſchickte Benutzung der Heinften Terrain» 
falten u. Unebenbeiten, welche Schu gegen das 
feindliche euer gewähren können, werden bieweilen 
ven in ter Regel fehr großen Verluſt beim gewalt- 
ſamen Angriffe zu verringern vermögen. b) Die 
Vertbheidigung der Feſtung gegen den ge- 
mwaltiamen Augrif it ähnlich wie bein Überfall, 
nur daß bierbei in den meiften Fällen, weil die An⸗ 
ſtalten des Feindes bei hinreichender Aufmerkianifeit 
beinerft werten müflen, fchon beſondere Gegen.ine 
ftalten getroffen werben können. Sobald der bevor» 
ftebende Sturm erkannt ift, werben ſämmtliche Bat⸗ 
terien gefechtsbereit gemacht, bie etwa von den 
Werfen zuridgezogenen Geſchütze werben wieder 
eingefübrt, Die Bebienungsmannfchaften u. reichliche 
Munition in der Nähe gebalten, bie yur Verthei⸗ 
tigung beftimmten Truppen werten auften Allarm- 
plägen aufgeflellt u. bie einzelnen Werke erbalten 
verflärfte Beſatzungen, melde Dem erften Anlauf 
bes Feindes Widerftaud Teiften follen; nenn thun⸗ 
lich, werben andere Truppenabtheilungen bereit ge 
balten, um burd einen Ausfall ben ſtürmenden 
Feinten in bie Flanken zu fallen. Das euer der 
feindlichen Batterien ermitert man nur ſchwach, 
um die Wirkung der Geſchütze bef. auf die Sturm- 
colonnen richten zu können; dem etwa eingedrunge- 
nen Feinde werfen fich Die Vertbeitiger mit bem 
Bajennet entgegen, Per geworfene Feind wird leb⸗ 
baft verfelgt, um ihn zu verhindern, fich in größter 
Nähe wieder fefzufegen, od. auch, um mit ihm in 
feine Logem⸗via einzubringen u. dieſe zu zerſtören. 

E) 7 ke od. regelmäßige An- 
gi srumg wirb angemenbet, 
ne ie Stärke u. Wachfamfeit 


ftung weder von ber einen noch von 
der vorigen Angrifisarten einen Erfo 
lafien. Wenn aud nicht am ſchnellſten, 
ber förmliche Angriff am ficherften zum 
Grundidee jeter Belagerung iſt: ven i 
Puntte in den feintlihen Wällen eine 
Stande zu bringen u. dann durch biefe 
zu flürmen. lm aber eine Breſche ob 
einen Eingang in den Hanptwall zu er 
man fi) dem Plage nähern. Dies kann j 
der Wirkung der feinblihen Waffen m 
Daber Schritt für Schritt geicbeben. 2 
den vier zuerft genannten Angriffsarten 
fall den gilnftigen Erfolg bedingt, fuc 
dem förmlichen Angriffe Durch ein metl 
geltee Verfahren fi) des Gelingens zu 
ie Sormen, mit Denen man dieſes 3 
chen verſucht hat, find in ben verfchieter 
ber Geſchichte nach ter Geftalt der Yef 
nach ter Wirkung der Maffen u. nach di 
nen Anſichten über Kriegfübrung verf 
geweſen. Methodiſch enwickelte bie Kun 
lichen Angriffes zuerſt der Marſchall Va 
des 17. Jahrh.), u. ven Coehorn u. Co 
mobifteirt, gilt dieſes Syſtem bis auft 
Tag nod ale Mafftab od. muf doch a’ 
fionen über etma anzunehmende DVerbef 
Grunde gelegt werten. Jede Belager 
in 3 Perioden: bie erfie umfaßt den 3 
Vorbereitungen filr Die Belagerung u. 
rung des Belagerungecerps nach Außer 
beginnt mit der Eröffnung ber erfien 
endet mit dem Vorgeben aus ber dritte: 
Die Dritte umſchließt Die Zeit vom Feſtſe 
Glacis bis zur Einnabme der Feflung. 
bereitungen. a) Die erfte Perioded 
beginnt damit, daß Die Feſtung beren 
wird, um fie von aller Berbindung mi 
zufchließen. Die Berennung erfolgt dur« 
garde tes VBelagerungscorps, welche in 
lung den Namen Berennungscorp 
Wo die Cernirung nicht vollſtändig aus 
ben kann, mie bei ſehr großen Platzen 
feftungen, welche man nur von der Yaı 
greifen bie Mittel hat (Siliftria, Sebs 
falten ſich Die Verhättnifie für den B 
ſchwieriger, weil der Belagerte Durch d 
friſchen Truppen, Tebensmitteln, Mimi 
an Bertheitigungsmitteln, eine erhöhte? 
fühigteit befommt. In ber Regel beft 
rennungscorps zu einem großen The 
vallerie u. reitender Artillerie; es nal 
Feſtung möglichſt fchnell u. verborgen ı 
bald es angelonmen ft, Borkebrungen, ı 
Ausfälle aus der Feſtung zurüdweiten, | 
verhindern zu können, daß Verſtärku 
Keftung gelangen. Die tem Korps | 
Generalftabs- u. Angenieuroffiziere | 
feinem Schute Recognoſcirungen an, t 
front wird beſtimnmt, Die zweckmäßig 
für Die Artillerieparts, die Materialien 
Yazaretbe, bie Bädereien ꝛe werden 
(fämmtlicy außerbalb der Tragmeite de 
Geſchutze) u. joweit thunlich, fofert dur: 
von Schanzen ın. Ankringung ven Hi 
mitteln gegen feindliche Anfälle ficher 
Materiahten zu Faſchinen, Schanzkör 


Sehungüfrieg 


„ werben herbeigeſchafft u. das Lager | ger Bang vorgetrieben, an berem Enden bie Ki⸗ 


närichen, gewöhnlich 3—4 Tage nad 
truppen eintreffende Belagerunge- 
geRedt u. ihtet. Die S 

gecorpo muß natürlich nach der 
elagernden Feſtung richten ; gemöhn- 
man, Laß ter Belayerer 4—5 Mal 


dieſes Berbätmiß erreichen). Auch 
I» Kaliber ter Geſchütze des Artillerie- 
ach ber artilleriftiihen Ausrüflung 
jeſtimmt werden; bei einer großen 
ummt man wenigſtens 200 Geſchütze 
ers an, bavon $ Kanonen u. 3 Wurf» 
Munition für jedes Geſchütz 1000 
n übrigen Erforberuiffen für bie Be⸗ 
sen: Fahrzeuge aller Art, Borrathe- 
mzzeug, Hebezeuge, Handwerlsozeug 
atoriengerãthſchaften, Bettunge- u. 
für tie Vatterien, Minirwerk⸗ 
brend ber Zeit, daß tiefe Vorberei- 
m, ber Artillerieparf, Die Depots, das 
kret orten find, haben bie Recog⸗ 
Fortgang genommen (oft nur bei 
man bat fich über Lage n. Stärte 
Ißßerfe ter gewählten Augriffsiront 
m unterrichtet, ber Angrifjepunft ift 
bernach ter Plan zum Angriff ent- 
u. Gine geſchickte Wahl bes geeignet- 
unktes ift von großem Belang, häufig 
klingen ter Belagerung davon ab 
Sgert eine unrichtige Wahl bie Ein- 
Rachdem eudlich noch bie Rich⸗ 
dehnung der Laufgräben, ſowie bie 
ichſt zu errichtenden Batterien durch 
chnet worden ſind, ſchreitet man mit 
re erften Parallele zum Beginn des 
ngriffes. 6b) Vorbereitungsan- 
Bertbeitigers. &okald ber Aus⸗ 
ieges —8 werden die Feſtun⸗ 
heidigung ausgerüſtet (armirt, 
icht). Man läßt nämlich alle Werke 
nterfuchen,, alleb Schadhafte an den⸗ 
rn, nötbige neue Werke anlegen, Lu⸗ 
ibenfeſten Bloclhãuſern an ter muth⸗ 
zriffefronte bauen, Abſchnitte u. be⸗ 
Hände daſelbſt errichten, Heine Pul⸗ 
niegen, bie bedbedten Wege repariren, 
ge mit Blodhäufern verfehen, ben 
en Weg an ber präfumtiven Angriffe- 
palliiatiren, an anderen pafienben 
mögli rund um den bebedten Weg, 
ringen, Sturmpfähle an der Escarpe 
termauern veriehener Werle eingra- 
ob. an anderen Stellen Zamboure 
zien anf langen, ter Gnfilabe durch 
bef. ausgeſetzten Linien u. zu tes 
keiten tzes Schub anlegen zc. 
Rofematten in ten Flanken feh- 
Caponnieren an ten Schulter- 

egt, wichtige nahe Punkte außerhalb 
urch detachirte Werte od. Blodbäufer 
edlungen ganzer Fronten durch Über- 
n amgeorbnet, bie fie bewirlenben 
k, bie Minen revitirt, ı. wenn feine 
ıb, an ben ausipringeuten Winkeln 
w. Navelins, wo man ben Angriff 
m Graben aus ein 12—15 Fuß lan- 





nenlammern Mleeblattfärmig angelegt werben. Da- 
bei forgt man für ken. Steleroepaifaben ‚, Ba- 
ſchinen 14000 Etüd für jede Baftion), Schanztörbe 
(150 ebenio) m. dergl. Alle Dinge, 600-1200 Fu 
vor der Feſtung, binter denen ber Feind Batterien 


| anlegen od. Arbeiter verbergen könnte, werden zu⸗ 
üffe, ale tie Beſatzung (jebodh nur : 


glei entfernt. Diefe Maßregel erfortert auch des 
Abbrechen (u. wenn der Feind unerwartet naht, 
ſelbſt das Abbrennen) der Vorftädte, bas 
Wegichlagen ter Bäume, Hecken u. Bülche, das 
Demoliren bee Gärten, das Rieberreißen aller 
Mauern vor der Feſtung, Ausfüllen der Bertiefim- 
en sc. Die activen Gtreitmittel, Truppen n. Ge- 
hüge, werten verflärkt n. in Wereitichaft geſetzt. 
Die Stärle biefer Mittel if fehr verſchieden, je nach 
der Beichaffenbeit des Plates, nach feiner Größe u. 
Bichtigleit, wohl auch nach den verfiigbaren Kräf- 
ten. Bauban nahm auf jede Baftion 5600 Hann 
an, ebenfoviel auf ein Hornwerk, 150 Mann anf 
eine vorgelegte Reboute, excl. Artillerie u. Bion- 
niere, fo bob bie Beſatzung eines Gcchsedes etwa 
5000 Mann, einer Feſtung erfien Rauges 10 — 
12,000 Daun betragen würbe, wenn 
Korte vorhanden find, einige taufend Mann mehr. 
Die Neuzeit bagegen bat Pläge gefchaften (Min, 
Koblenz, Mey, Mainz, Ulm, Polen, Königsberg, 
yon, Paris), welche weit zahlreichere Belakungen 
aufzunehmen beflimmt find. Die Zahl ber 6 
geſchütze richtet fich nach dem Umfange u. der Ein- 
richtung Der Werke, an Munition werben für jebe® 
Geſchüth 1000 Schuß gerechnet; zweckmäßig ift 
es ſtets, wenn bie Feſtung möglichft reichlich mit 
Geſchühen verfehen ift, u. zwar von allen Kali⸗ 
bern. Nach ter Zahl der Seihlige beſtimmen ſich 
dann bie übrigen Ausrüftungsgegenftände, ale: 
Fahrzeuge, Dlaichinen, Befhilzubehör, Batteriebau- 
material, Handwerkozeug, Vorratheſachen, Pferde 
u. Mannſchaften. Dieſe ganze Ausrüſtung zerfällt, 
wie auch die Armirung, in zwei Theile, in die ge⸗ 
gen ten gewaltſamen u. bie gegen ten ſörmlichen 
Angriff; Die erftere befett alle Werke der Feſtung 
enüigend ftark, um ben Feind zu zwingen, fich bes 
Förmlichen Angriffes zu bedienen ; bie zweite verflärtt 
die vom Feinde gewählte Angriffefront zur Ver⸗ 
theibiguung gegen den förmlichen Angriff. Wie es 
tür den Angreifenden Hauptziel war, ſich ber Fe⸗ 
ſtung in ber kürzeſten Zeit w. mit ben geringften 
Opfern zu bemädhtigen, fo ift e8 bie Hauptaufgabe 
für den Bertheidiger, alle Mittel u. Streitkräfte der 
Art in Wirkfamfeit zu ſetzen, daß ter Gegner unr 
mit dem grömögfie Anfwand von Zeit, Men- 
ſchen u. Kriegebebarf aller Art füch des Platzes be- 
mächtigen kaun. Sobald die Nähe tes Feindes eine 
Belagerung erwarten läßt, wird die Feſtung in 
Belagerungeftand verfett. Bon diefem Mo⸗ 
ment an ift ber Commantant ber Feftung unum⸗ 
ſchränkter Here über Alles, was zu beren Gebiete 
gehört. Auch bie Gejammtzabl ber Einwohner tritt 
unter feinen unmittelbaren Befebl u. muß fidh = 
benjenigen Dienftleiftungen verftehen, welche 
nothwenbig befunten werden, Wachdienſt int In- 
nern, Dienft in ben Daguzineu, Yazarethen, bei ben 
Löoſchanſtalten x. 

Bb) Eröffnungder erfien Parallele bis 
zum Burgeben aus ber britten Parallele. 
ar Der Angriff: Viefanfgrüben, b.i. die Are 
beiten, durch welche die Belagerer gebedt vor dem 


Feſtungskrieg 


Feuer des Feindes ſich ber Feſtung nahen u. Die Bat- | bis 7—9 Fuß, oben bis 15—17 9 


terien u. anderen Angriffomittel vorbereiten, werben 
nun mit ber erfien Barallele außerhalb der 
wirkſamen Kartätichichumeite, alſo —800 Schritt 
von dem Glacis der Feſtung entfernt, eröffnet. 
Nur einer unachtfamen Befagung gegenüber, ob. 
bei begünftigenben Wetter- u. Terrainverbältniiien, 
wird man näher an tie Feſtung berangeben können. 
Die Länge ber Parallele richtet fih nach ber Aus- 
dehnung der angegriffenen front, u. außertem muß 
fie mindeftens fo weit nach rechts u. links verlängert 
werten, Laß von ihren Endpunkten aus alle Linien 
der Angriffsfront enfilirt werden können, alfo auch 
deren Courtine; davon, daf fie immer ziemlich par- 
allel nıit den Linien geführt wird, weldhe man zwi⸗ 
ſchen den ausfpringenden Winkeln der Feflungs- 
werfe zieben kann, bat fie ihren Namen erhalten. 
Sleichzeitig mit Der Parallele wird die Herfiellung 
der zur geficherten Berbindung mit ben rüdhwärtigen 
Depots u. Lagern dienenden Communicationsgrä⸗ 
ben in Angriff genommen; bieje werben ftets auf 
ben Capitalen der angegriffenen Front u. zwar in 
ſchräger Linie gegen bie Feſtungswerke fo vorgeführt, 
Daß fie von dieſen aus weber Direct, noch in der 
Flanle beihoflen werben können, fie durchſchneiden 
die Kapitallinien beshalb meift zidzadförmig u. ihre 
Berlängerungen müfien noch am Fuße tes Glacie 
vorbeiftreihen. Ein Daupterforberniß für die Be⸗ 

ünftigung biefer erfien Arbeiten ift ihre Gcheim- 
at, deshalb unternimmt man fie meift in einer 
dunkeln Naht. Die in ben Depots vor Anbruch 
des Abende verfammelten Arbeiter erhalten dort 
das nöthige Schanzzeng u. jeber eine Zracirfaichine. 
Nachdem esvöllig dunkel geworden iſt, werben fievon 
den mit ber Leitung bes Baues beauftragten Inge- 
nieuroffizieren möglichft geräufchlo® vorgeführt u. 
auf der Tinte der erſten Parallele u. denen ber Com⸗ 
municationsgräben fo angeftellt, baß jeder Daum 
feine Faſchine, mit den Nachbarn rechts u. line im 
Zufammenftoß, vor fich nieberlegt, wodurch die 
geſammten Linien gleichzeitig tracitt werden u. je 
dem Manne feine Urbeitsftrede vorgezeichnet wird. 
Auf ein Zeichen beginnt ſodann Die Arbeit; jeder 
Mann gräbt fich vor der tracirten Linie >—4 Fuß 
tief u. 4 Fuß breit in Die Erde ein u. wirft ben Bo⸗ 
den nach Der Feſtung zu als Bruſtwehr ter Parallele 
auf. Wenn mit Anbruch des Tages tiefe Arbeit 
vollendet ift, hat man eine gegen das euer ber 
Feſtung deckende Linie germonnen. Um dieſe Arbeit 
gegen einen Angriff ter Beſatzung ficher zu ftellen, 
rückt gleichzeitig mit ben Arbeitern eine ber Aus⸗ 
Dehnung der Arbeiten u. der Stärke ber Garnijon 
entſprechende Truppenzahl zur Dedung vor. Dieje 
Truppen ftellen vor ter ganzen Linie ber Arbeiter 
Boten u. Wachen aus, an geeigneten Punkten wobl 
noch Unterſtützungen für bie leßteren; bie Reſerven 
aber werben binter ter Baralleie u. auf ten Flügeln 
derſelben aufgefiellt. Unternimnit nun ber Be— 
lagerte cinen Ausfall, fo jellen tie Dedunastrup- 
pen tenfelben mo möglich jo zurückzuweiſen juchen, 
Daß dadurch bie Arbeit nicht unterbrochen wird. 
Damit im Notbfalle auch Die Arbeiter felbft fich zu 
vertbeibigen vermögen, haben fie meiftens ihre 
Gewehre bei fib u. legen fie während ter Ar» 
beit nahe binter ter Parallele nieter. Zobald ter 
Morgen graut, ziebt fich die Betedung in die Der, 
pots zurid, andere Arbeiter erfeten tie Nacht« 
arbeiter u. erweitern bie Parallele auf ber Sohle 


machen die Bruftwebr 44 Fuß hoch. 
webr erhält einen 14 Fuß breiten ı. el 
Auftritt u. ift fo eingerichtet, bag m 
Bruftmehr binausfteigen kann, auf ber 
die Parallele meift jchief abgeftoßen. 
der Parallele wird, um dem Regen Ab 
fen, etwas nad binten geſenkt u. an 
Stelle ein fieiner Graben, ber Das Ma 
emacht. Damit zur PVertheibigung 
Baralleie größere Truppenabtbeilun. 
untergebracht werben können, werden 
geräumige Plätze (Waffenplähe) a 
Endpunfte (Flügel) ter Parallele 
gern an bedende Gegenſtände an, mı 
möglich ift, legt man auf benjelben vu 
douten (Flügelredouten) mit zwei 
zwei Ipigigen Winkeln ar. Zum Schu 
auf den Flügeln aufgeftellten Abtheil 
terei wirft man, ſoſern bedente Gege 
len, fogenannte Schultermehren (Epaulı 
Wenn tbunlich, werten in ter erjten 
lei in der erfien Nacht Batterien ang 
Polen jein: Ricodhetbatterien, el 
Punkten, auf denen bie Parallele vo 
lingerungen aller Hauptlinien ber a 
Front u. ber Collateralmarle gefchnitter 
die Bertheidigungsmittel auf den Wa 
zerfiören; Enfilirbatterien, an bt 
Enden ber Parallele, um bie ganze 4 
in bie Flanke zu nehmen; Wörter! 
an bei. günftigen Punkten ber Barallı 
Innere der feinblichern Werfe, ſowie be 
Gebäube ber Feftung, Magazine, Kal 
demerfen. Eobald tie Batterien im B 
u. armirt ſind, eröffnen fie alle zugleid 
meil eine einzelne feuernte Batterie feh 
das Gejammtfeuer der Feftungsartille 
jein würde. Alle dieſe Arbeiten ber erfl 
der Communicationen nad rückwärts 
gehörigen Yatterien, nennt man Die ( 
der Laufgräben u, man rechnet vw: 
ab, in welcher ibr Bau begonnen wur 
ginn ber eigentlichen Belagerung. Sol 
Parallele vollendet ift, erhält fie eine 
ſatzung, welche täglich abgelöft wird, 
grabenwache (Zrandheewace), welt 
gang der Belagernng auch die weiter 
Arbeiten beſetzt. Dieſe Yaufgrabenmarc 
anzen Stärke des Platzes betragen u 
fall Des Belagerten zurückweiſen; ibre 
Abtheilungen jteben auf den Waffen 
Reiterei hinter ten Eranlements auf 
ftets gefechtskereit. Die Batterien babı 
mit Nachdruck fortgeſetzt, bis ſich ei 
Eindruck auf den Vertbeidiger zeigt, 
von Feſtungsbatterien ihr jyener eutwet 
ſtellt od. dech beträchtlich ſchwächer ann 
ſchreitet der Belagerer zur Anlage bi 
Parallele: dieſelbe ſoll ſoweit von 
ungefähr gleichlauſend mit ihr angelegt 
fie 3— 400 Schritt von ten Spiven! 
Weges entfernt iſt; ibre Anlage erfolgt 
ber Nacht u. zwar mit ber flüchtigen S 
Gleichzeitig mit ibr werten Die Wa 
welche wen ibr rückwärts nach der erfi 
führen, in Angriff genommen. Die A 
Lage dieſer Verbindungen Approche 


Feſtungs krieg 


denſeſben Principien, wie die von 
ich der erſten Parallele fübrenten: fie 
förmig je auf ten Capitalen ter An⸗ 
zgeiührt, daß Pie einzelnen “ile 
yauxı der Zickzackse, wenn man fie 
ikt, mindeſtens 25 Schritt an ten 
n Winkeln Des Alscie verteiftreichen, 
diesen aus nicht enfilirt werden kön— 
dere Alt greift iiber den müchft binte» 
Haten Crochet: von 15 — 25 Schritt 
rerurch Den Kabrzeugen bie Möglich⸗ 
eichene u. Umienlens verfchaflt wird. 
pprochen werden mit der füchtigen 
übrt. Gegen Die Facen der Baſtienen 
ns ter Anarine rent, alle ın deren 
;, nerten ın der zweiten “Parallele 
‚arrerien angelegt: dieſe illen mit 
ı Yınien ten Namrf direct aufnebmen, 
u. Geiibiige binter denſelben zeritören. 
ı der eriten Parallele iegen entweder 
ten Stellungen aus das Feuer jort, 
2, wenn fie tbeilweiſe ven den De 
en maetirt Nine, in tie zweite Parallele 


a Annalme nad Tell Las vereinigte 
aten — Das directe Geſchüßz⸗ 


man sum Schweigen bringen, ic 
ferner u. Bis zu dem Augenblicke, in 
rlanten der QVaitienen bei weiterem 
Angrtiifs in Tbätigkeit treten können, 
dem feindiichen Wurf- u. Gewebr⸗ 


babe. Wenn rieſes Ziel erreicht iſt, 
rorechen von Reuem u. zwar eben⸗ 
it:zen Sarre vergetrieben, um Die 
‚etenm anzulegen, welche, nur aus 
len zu teten Zitten der Approchen 
legt werben, um zwiſchen Der zwei— 


Perolcie eine Peſitien zu geminnen, 
die ierne wen Arbeiten gegen das nun 
irkenne Kleingewebrfener des Feindes 
werfen rermögen. Wenn der Ver— 
sven ca erlaubt, werden in den Halb⸗ 
serie ven hieinen Wöriern eitabrirt. 
ſerndlichen Werle idie Halbrarallelen 
mir eira 950 Zcrin vom Hacie- 
alle iern. ven Lauigratenarbeiten nit 
pr gan Alain, nur !chten geſtat * 
uſtände die Anwendanng Der balben 
Sarre werden nette Zub 


ın Fuße Dis Glaͤcie vorgetieken, 
2t wie die früheren, nur daß die Aſte 


woerden u. Hoster Immer Ile 
reg müiſen. Sind De Apprecken 
aus beranaejube t, fc verbindet man 
iander durch eine neue, Die Tritte 
ebentsQa mit der velen Zarpe alle 
serken Mörſerbatrterien in der— 
aus denen man den gedeften cl, 
läge an Ban, jewie alle Puntie 
sen ie ‘2, aui denen der Feind nah 
zit: rt. wirit. 

Ste pamg der Lauigräben tritt file 
z:rertir Zeinuntkt, in wweldent er 
: SH IR: rc tn Thiärigkeit zu ſetzen bat. 
wirt ande für ibn Die Hauptwafie 
Sertkeitiger überlegened Geſchübjeuer 
arifr enwenden kaun, muß ed auch 
ter 


orten kann, muß Dagegen Bas Ma— 


———— — — ——— —— —— —— — —— — — — — — — — — — — — 


des gedechten Wiges auigeſtelit: biereile: 


Überlegenbeit tes Seid: uibieuers. 


zie geicheben: wetitllberlegenbeit 


terial gebedt werben. Doch durch eine paſſive 
Vertheidigung allein wird man den böchſtmöglichen 
Miderfiand nicht zu erreichen vermögen, es muß 
eine geſchickte u. frärtige Ofjenſive Damit in Ver⸗ 
bindung gebracht werten. Dies geichiebt durch A u 6- 
fälle. „te weiter der Feind nech entiernt ift, mit 
um fo größeren Zruppenmaiten lönnen tieielben 
unternemmen werden; je näher er berangelkemmen 
it, deſto mebr ift ter „nersbeitiger in ter GEitte 
mwidelung aus ſeinen Werfen beraus beſchräukt. 
Man unteribeiter taber große u. kleine Ausiälle. 
Die großen Ausfälle, oft aus allen Truppen⸗ 
gattungen beitebend, jallen in tie Zeit der Reren—⸗ 
nung u. der Eröffnung der Lauigräben; ibr Ziel iſt 
Die Jerfiärung Der feindlichen Tepers u. Magazine, 
Die Berbinterung od. Zrörung des Baues ber eriten 
Parsllete u. ihrer Batterien, Die Zeriterung Kieler 
Werte, wenn fie Icben gebaut find. Am dieſen 
großen Ausfälen fchnell u. entſcheidend begegnen 
zu fernen, verliebt ter Velagerer feine Raralicie 
mit Ausfalléſtuſen. Tielleinen Ausfälle 
finden bei. in ter ipäteren Zeit ftatt, um Das 
Vorrceiben der Arprechen mit der völligen Zurre 
zu verzögern, einzeine Theile derſelben zu zer— 
ftören, ebenſo die Eingänge etwa angelegter Bee 
lagerungaminen einzuwerien, Geſchůͤtze zu ver⸗ 
nageln Meiſtens unternebmen mebrere Reine Abe 
theilungen zu gleicher Zeit ſelche Ausiälle, u. mit 
ibnen geben Arbeiter ver, melde die Zerſtörungen 
bewirken. Sebald ter Pelagerte auf irgend eine 
Were Kenntniß daven erlangt bat, Laß Der Feind 
bie Lauiaräüben zu eröfinen beginne, werden veucht⸗ 
kugeln cd. Raketen gewöorien, um bei Deren richt 
die Anſtalten des Feindee erkennen zu Rennen: die 
Reſchüße werten ſedaun aut Die Arbeiter gerichtet 
u. vorzüglich mit Kartatichen gefeuert. Mit Aıte 
bruch des Tages wird ſedaun Bas Feuer bei. auf 
die Punlte gerichtet, auf Denen Die Arteiten nech 
feine velldäntige Zedung gewahren, ſewie dabin, 
we die Barterien gebant werden. Tamım Te ven 
Feinde gewählte Angrreieite befannt ft, werden 
and im Innern Der Feſtung die nethigen Gegen— 
anſtalcen veareften; Heipiräter u, Pagazike, melde 
in der Näbe ter angegrißenen Front liegen, werten 
wornöglich nach mehr aefickerien Theiten dar eſtung 
verleg:, ca werden Traverſen eibaut, Bleundungen 
u. bededte Geichützſiände bergeſtellt, Nee Maga- 
zine angeieat, Redui:dn. Abichnuite errie Dich Kanne 
zur geitiitien Unterbringung ter iür Die Verthei— 
diau: ıg bereit zu bltenden Truprren cingerichtet, 
die Wälle werden ſtärder mit Geichür beige, leichte 
Geſchüre werdet in Den verſpringenditen arte 
gebt man 
aunch ven dem EGlacie aus Pen jeindlichen Ardeiten 


mi: ümeiichen Yanfyräber Contreapprechei) 
eutgegenen ind an Deren Er den a: era zu er— 
richten. Wenn der Feind ſeine Batteien arnirt 


bat, ſo erjolat eft mm Vortheil ein greſer Audiali, 
weil durch denielben leicht Unerdnung unter Den 
zum Trarevert Der Geichüpe nötbigen are 
Mannſchaiten berbeineführi waren Lam u. dit'er 
Meiment wiel-itbt tas Vernagein der eh IT er— 
möglicht: Ber Vertecidiger bebält in dieiem Faile die 
Hat dagegen der 
Feind dad Feuer gie ſeinen Aauerien begenuen, 
fo müſſen tie über Want jeueruden Geichnbe went 
ten Wällen zurückgezogen werten; die neo zurüc⸗ 
bleibenden Geſchütze comentriren ihr euer auf 


221 


einzelne feindliche Batterien, namentlich bewirft 
man diefe aus Haubiten u. Dörfern. Wenn ber 
Feind die zweite Parallele anlegt, kann num ſchon 
das Gemehrfeuer ber im gebedten Wege poftirten 

hüten erfolgreih mit in Wirkfamteit treten. Im 

brigen bleibt das Verfahren des Vertheidigers, 
ſowohl mit feinem Fener als mit großen u. Heinen 


Ausfällen annähernd Dafjelbe. Bei dem Vorgehen . 


des Feindes aber zur dritten Parallele werten bie 
Heinen Ansfäle tie eigentliche Seele der Verthei⸗ 
digung, das Kleingemehrfeuer erreicht feine kräftigſte 
Wirkſamkeit u. aus Steinmörfern bewirft man die 
Arbeiter mit einen Hagel von Geſchofſen, nament- 
lich die Battericarbeiter. 

Ce) Die dritte Periode umfaßt bie Zeit 
vom Borgeben aus der dritten Parallele 
bis zur Einnahme der Feſtung. a) An» 
griff. Aus ber dritten Barallele geht man nun 
mit neuen Approchen auf ben Capitalen aller Werte 
ber Angriffsfront, ſowie auch auf den Capitalen ber 
eingehenden Waffenpläte bes gebedten Weges vor. 
Dies geichiebt ebenfalls mit ber vollen Sappe, aber 
wegen ber Nähe der feindlichen Werke nicht mehr 
in Zickzacks (biefelben würden zu kurz werben müj- 
fen), ſondern mit bei. deckenden Sappenarten, mie 
Schlangenfappe, Würfelfappe 2c., u., wenn ber 
Hein gut anfgeftellte Wurfgefchlige im gebecten 

ege bat, fo kann man genöthigt fein, Die be» 
dedte Sappe mählen zu müſſen. Wenn viele 
Approchen bis auf die Mitte Des Glacis vorgetrie- 
ben fine, ohne daß inzwiſchen bie Geſchütze ber brit- 
ten Parallele ter Vertheidiger gänzlich wor gebed- 
ten Wege od. Doch biß hinter tie Abfchnitte u. Re⸗ 
duits deſſelben hätten vortreiben können, fo errich- 
tet man Trancheecavaliere, erhöhte Werte, 
von benen aus die Linien bes gebedten Weges en- 
filirt werben können. Unter dem Schutze biejer 
Merle werben ſodann Die Approchen bis ie 24 Fuß 
an die Feuerlinie des gededten Weges herangeführt, 
u. Darauf legt man eine Traverjenfappe längs der 
Crete des gebedten Weges an, eigentlich eine vierte 
Parallele, welche man bie Krönung od. das Cou- 
ronnement bed Glacis nennt. Ber dielen Be- 
fagerunugsarbeiten, die ſchon an fich wegen des aus 

roßer Nähe u. concentriſch wirkenden Gewehr⸗ 

euers ber Feſtungswerke, fowie wegen ber leichten 

Ausfihrbarkeit der Heinen Ausfälle, nur mit gros 
Ber Gefahr ausgeführt werben können, wachſen Ge⸗ 
fahr u. Beichwerlichleit noch beteutent, wenn Die 
Arbeiter mit ungünftigen Bodenverhältniſſen zu 
kämpfen baben. Dies ift in hohem Grabe ber 
Fall, wenn das Glacis z. B. jehr fteinig ift od. 
vor der Belagerung mit Bäumen bemacjen war, 
deren Wurzeln überall Die Arbeiten bemmen. Hatte 
aber tie Feftung fogar ein Minenſyſtem, welches ſich 
unter dem Glacis verzweigt, jo wird dadurch eine 
neue u. größere Schwierigfeit entgegengeftellt, bie 
nur durch daſſelbe Mittel, daß man ebenfall3 Mi⸗ 
nen anlegt, zu überwinden ift. Fehlen jedoch dem 
ebecen Wege die Verftärfungen u. ift Die Be 

atzung ſchwach, vielleicht felbft muthles, jo kann 
bismeiten, aber auch da gewöhnlich nur mit großen 
BVerluſte, dieſes Feſtungswerk durch Sturm erobert 
werten, indem entſprechend ſtarke Infanteriecolon⸗ 
nen unter ben Schutze der Nacht and der dritten 
Parallele vorbrechen u. ben getedten Weg, bie Ber- 
tbeitiger vertreibend, bejeen. Während dem wer- 
fobann bie Communicationen narh dem Cou⸗ 


Feſtungokrieg 


ronnement u. dieſes ſelbſt durch bie flue 
tracirt u. ausgeführt. Sobald genügende 
gen Gewehrfeuer erreicht iſt, zieben ſit 
en aus dem gedeckten Wege wieder 
—* zurück. Iſt nun, auf die eine 
dere Weiſe, die Krönung des gedeckter 
lungen, ſo werden in derſelben die B 
baut; Contrebatterien, gegenüber 
welche man früher nicht direct beſchi— 
(z. B. die Flanken der Baflion), um bie 
findlihen Gefchüte, deren Feuer bef. be 
benübergang gefährlich if, zum Schmei; 
gen, Brejchebatterien, gegenliber 
der Escarpen, welche man in Brejche le 
Baftions- u. —— Je me 
ſich Geſchütz erhalten hat, vorzüglich ı 
angelegte Dejenfiocafematten beſitzt, u. 
er von Ausfällen u. von dem Wurffeue 
macht, deſto ſchwieriger ift per Bau Diefe 
im Couronnement auszuführen. Die 
biefer Batterien erfolgt mit den ſchwerſte 
bie Geſchütze beginnen ihr feuer gleichzeit 
durch Scharten. Wenn die feindliche E 
Mauer bekleibet ift, jo legt man fie mit! 
anderen Falls mit Öranaten, die, indem | 
als Deinen wirlten, in Brefche. Biswei 
Angreifende wohl auch Minen bis unter 
lichen Wall vorgetrieben u. verfucht bu 
Brefche zu erzeugen. Mit ber Eröffnung 
der Batterien des Couronnements wirt 
ber Bau des Grabenniedergang: 
fcente) begonnen, nieberjteigente 
Minenbau od. mit der bebedten Sappe 
deren Eingang fi in ber Krönung 
welche im Graben, bei einem trodener 
Sohle, bei einen naffen auf deſſen A 
ber Brefche gegenüber münden. Iſt 
Contrebatterien gelungen, biejenigen C 
Feindes, welche ben Graben beſtreiche 
ganz od. doch zum Theil zum Schmeig 
gen, jo ſucht man noch ver dem Zufl 
der Breſche von der Mündung der Dei 
Herftellung eines getedten Graben 
ges zu bewirken. Diejer Grabenüberg 
rect auf Die Stelle ter Breſche losgei 
ber Graben ein trodener ift, mittelft 
Suppe, Die ihre Bruſtwehr nach Der E 
von welcher aus Der Feinb eine nieder 
ftreihung bat; wenn der Graben naß 
eincs Faſchinendammes, zu ben Das M 
die Deſcente zugetragen wird u. ber gl 
Bruftwehr aus Flechtwerk, Mollfüden u 
zumeilen bat man ben Grabenübergan 
die Anlage von einem Floß hergeſtellt. 
ter Grabenübergang am Fuße der Bi 
u. die lettere von ter Brejchebatterie 
genügend breit bergeftellt ift, werben t 
tungen zum Sturme getrofien. Die; 
beftinmten Colonnen werben im Co 
in den Appreden u. in ber dritten Par 
ftellt, fiir jede Breſche eine, nebit de 
Sappeure verjuchen in der Nacht in Di 
gelangen u. dieſelbe gangbarer zu ma 
mit den Geſchützen geichehen konnte. 
ſtimmtes Zeichen geben dann bie Trug 
von Arbeitern, Durch bie Defcente u. ül 
benübergang vor, erfteisen Die Breſche 
ihnen begegnenven Witerftand mit be 


Feſtungskrieg 


225 


ex Breiche feſt, inbem die Arbeiter ' vollenbet u. bie Brefche geöffnet, fo beginnt ber 


se aufflellen u. füllen u. fo dedende 
richten, von benen aus ber weitere 
za un Werke vorhantene Abichnitte 
ernommen, cd. auch ten zur Wie⸗ 
Breſche anrüdenten Rejerven der 
ꝛicher Widerſtand geleiitet merken 
Abſchnitte od. Reduite in Werle 
jelegt, fo wird zu ihrer Wegnahme 
ergeben mit förmlichen Laufgräben, 
iner Art Parallele, das Erbauen 
Breichelegen u. Sturm nöthig, bis 
ven find u. das Eindringen in die 
cht iſt. Befindet ſich in der Feſtuug 
ſe muß gegen dieſe die Velagerung 
innen. 
theidigung. Während bisher bie 
a Felge des überlegenen Geichüt⸗ 
gerers beſtändig im Nachtbheil war, 
ben Vorgehen des Angriffs uns der 
Lage melentlich. Der Vertbeidiger 
ven der umfaſſenden Stellung dee 
lann im Gegeutbeil dieſen vielleicht 
bedroben; bie Arbeiten bes Angrei⸗ 
Elacis werten das Feuer einer 
Hatterien zum Tbeil miadfiren u. 
möglich nene Geſchützauiſtellungen 
mzu nebmen, uanientlich auf den 
n. Dies kaun eine Überlegenbiit ter 
es Vertbeidigers herbeiführen, die 
d, mein bie Feſtung Kaicmatten- 
ste bie jetzt intact geblieben fint. 
Augreifeute feine Arbeiten im wirl 
«u. Werticalfeser auetfilbren u. 
* find Die I ffenflounternebmungen 
e6 zu fü:chten, weil die Unter 
: bes Angreifenden weiter entfernt 
Beſchränkibeit des Raumes nur 
ven. Der Gang ter Veſtheidigung 
uuächſt wirt Den Arkeiten des Au— 
‘en Glatie durch lebbaft unterbal- 
u. Gare’ nieuer von allen Werken, 
griffsterraiu wirlen fonnen, ſowie 
d. wieder in Wirkſamleit treteuren 
ıfematien, Flanken u. Facen, ein 
erniß entgegengeflellt, das durch 
Ausfälle nech weſentlich verſtärkt 
ie Arbeiten des Feindes gleiche! 
fine, daß er Die Erbauung der 
uronnement beginnt, werden alle 
fmittel auf Diele Punkte gerichtet, 
ung dieſer Arbeiten möglichſi zu 
Dielen Batterien erlangt der Feind 
legenbeit des Feuers gegen Die ivın 
n Feſtungstheile, es hei deun, daß 
aus Kaſenlatten entgegengeſtellt 
Die Beſchaffenheit tes Grabens 
die gegen den Grabenübergang zu 
ßregeln. Bei einem trodenen Gra⸗ 
twieterbolte Überfälle der Sappen⸗ 
es Gewehr⸗ u. Wurifeuer, ſowie 
ver Brandgeſchoſſen die Arbeit am 
cſtellung be6 Übergangs über einen 
sereiten Brandgeſchoſſe das größte 
fi$ im Graben durch Schleußen 
uöpre erzeugen, fo zerftört oft 
nften bie gefammten Arbeiten bes 
en. Iſt endlich der Grabenübergang 
fon. 4 Aufi. VL 


Kampf auf der Breſche. Bei einem zwednäßigen 
Gebrauche ter Bertheitigungsmnittel u. einer weiſen 
Aufiparung derſelben, um fie im entſcheideuder 
Moment mit aller Energie zu gebrauchen, if die 
Feſtung mit Vollendung Ler Breiche noch feines» 
wegs nerloren, ihre VBertbeitigung muß nur um 
jo hartnäcliger fertgefiibit werten. Hinter ber 
Breſche ſtellt man Schlügen auf, welche vor Alleın 
die feindlichen Arbeiter hindern follen, Diefelbe gang» 
bar zu maden; dann jucht man durch mancherlei 
Hinbernißmittel bie Breſche feibft nech ungangbar 
au machen. Pean bewirft fie init Pechlräuzen, Pech⸗ 
ſaſchinen, Handgranuten, Sturmſäccen u. dal.; 1an 
bält ſpaniſche Reiter zum Schließen Ler Vreſche 
bereit. Überwindet aber der Feinc Lieie Hinberuiſſe, 
gelingt es ihm Die Vreſche gangbar zu machen ch. 
ſich mit Sappenarbeit uuf derſelben feitzujegen, To 
fine verher unter ker Brefiye angelegte Fladter⸗ 
mine erfelgreich anzıneenten, m Lie feinklichen 
Deckungen zu zerftören. Schreitet endlich Ler Feinb 
zum Ziurme, fo eiticbeider ber Kampf mit der 
blanfen Waite. Venß auch bierbei ter Vertbeitiger 
weichen, ſe ziebt er fi in das Reduit od. hinter 
ten Abichnitt im Innern tes Werles zuriid u. fucht 
tur Geihüpfeuer von ba aus zu wirken, bis er 
mit dem Berlafien auch diefer Poſitionen genöthigt 
iſt, entweder zu capituliren od. ſich in Lie Cita— 
delle, wenn eine ſelche vorhanden iſt, zurückzuzieben. 
Erſt ſeit 40 Jabren, ſeit die Muhammiedauer u. 
Spunier das Annere ihrer Stäbte auf das Helien- 
miltbigfte vertbeitigten, wird ber Kückzug in Die 
Sirutelle nicht al® Die letgte Zuflucht betrachtet, fon- 
tern es gilt nun tie Bertheitigung des Ins 
nerenter Ztädte Vornehnlich Lie von Sara⸗ 
goſia 1805 u. 1509 gab Las Vinſter einer fulıher 
Vertheidigung. Die Spanier beguüyten fi Bert 
nicht, nur die Wale als Berrbeitiguugenel zu 
betruchten, ſendern webrten lich auch nech nach Letten 
u. ter Abichnitte Erſtüriauug, die ſieinernen Ge⸗ 
bäude, Kirchen, Klöfter, ala ieſte Puntte vertheidi⸗ 
gend, Traverjen u. Varrikaden in den Straßen auf⸗ 
werjend, von Strage zu Siraße, von Haus zu Hau 
ſich zurückziehend, von denen jelcs von ben Augrei⸗ 
ſenden mit Kanonen eingeſchoſſen u. Die Trün. mier 
mit Sturm genommen werden mußten. Selbſt der 
Miunenbkrieg wirlte Dabei, inden Lie Vertheibiger bie 
Keller benupten, um Die von den Augreiientcu be⸗ 
ſeyten Pankie zu zerſtören, Lie Augreifenden aber, 
um wen Vertheidigern beſetzte Häuſer in die Luft zu 
ſpreugen. Tft wurden einzelne Htuctoerle, ja eiu⸗ 
zelne Zimmer zum Gegeuſtand bes Aanipfes. 
Abgeieben daͤron, buß auch Lie Belagerungen ſol⸗ 
(her Feſtungen, wie Lie find, für welche Vauban ſeinen 
Augenf in ter dargeſtellten Weile euticidelt bat, 
ſpüter wiederbolt mit Dlotificatienen betrieben wor⸗ 
ten ſind, 3. B. daß bin u. wieder anjtutt Ler 3 Par⸗ 
allelen ned, eine 4. u. 5., in auberem Fulle auch Kur 
2 Parallelen angelegt worten find, ſo werten aud 
bie Beränterungen, welche Las vorige, mehr noch 
Das jegige Jubrbuudert in Len Heeredverhäliniſſen, 
in ben Waffen u. in ber Befeſtigungskunſt herbei⸗ 
gefübrt haben, ten 75. wefentlich berühren. & L aber 
kann neue Foeruien u. Witte ſewobl beim Angriff 
als bei ber Vertbeitigung, u. welche, zur Auweu⸗ 
bung fenımen werten, bafür yibt es noch feine Er» 
fabrung. Die wichtigften Momente, welche dadei ın 
Betracht zu ziehen ſein werden, I: a) Die gegen. 


226 


Feſtungskrieg 


wãrtigen eſungen find faſt durchgehends von viel | größerer Stärke, an die Stelle ber früß 


größerem Umfange, als früher, u. find noch meiſteus 
mit einem Kranze betadhirter Werke umgeben, bie 
erobert werden müffen, ehe ınan gegen den Haupt- 
wall vorgehen kann; außerbem find die Fronten der 
Befeftigungen länger geworben n. mehrere berjelben 
liegen oft faft in geraber Tinte neben einander. Das 
Umfaffen mit einer zufammenbängenten Parallele 
wird Daher in Zukunft eine Arbeit fen, welche oft 
die Kräfte iiberfteigt, man wird ſich mit Anlage von 
Paralleienftüden begnügen milffen. b) Die großen 
Plätze werden, nad) Frliberem Maßſtabe, ungewöhn⸗ 
lich ſtarle Beſatzungen haben u. in Folge beffen auch 
ſehr große Ausfälle machen können; dieſen Ausfällen 
muß man entſprechend begegnen können; hierzu 
werden meter bie Ausfallſtufen noch die Waffen- 
plätze der früheren Parallelen genügen. c) Voll⸗ 
ftäntige Einfhliegungen bürften bei der Ausdeh⸗ 
nung der heutigen Feſtungen u. bei ber Stärke von 
beren Beſatzungen künftig unmöglich fein, meiſt 
wird ber Belagerer auch feine Überlegenheit an 
Kräften in dem Maßſtabe von früher befiten; man 
wird daher bem belagerten Plate bie Communi— 
catton nach Außen zum großen Theile laſſen müfjen 
u. fih begnügen, feine Kräfte nur auf einen Punkt 
zu richten u. fich bei dieſent Angriff auf ben Flanken 
rein defenfiv verbalten. d) Durch bie Bervolltemm- 
nung der Artillerie, namentlich die Einführung ber 
Ehrapnels, ift die Kartätſchwirkung eine viel weitere 
geworben, unmöglid kann daher die 1. Parallele 
außerhalb der Kartätſchwirkung angelegt werben, 
man wirb im Gegentheil bie Laufgräben fo nahe 
als möglich an der Feftung eröffnen müfjen u. Die 
dabei nothwendigen Berlufte Durch überrafchenbes 
Auftreten, durch Anwendung von Scheinangrifien 
u. AÄhntiches, zu verminbern fuchen. e) Die gegen 
wärtigen Feſtungen find ungleich ftärfer mit Artillerie 
verjehen, als bie frliberen, ſowohl Dem Kaliber als 
der Zahl nad; der Augriff derjelben wird daher 
nicht nur bedentend mehr Opfer erbeifchen, fonbern 
auch verbälmißmäßig mehr Diittel verlangen, ı. 
trogtem werden in feinem Momente der Belage- 
rung bie Feftungsgejchlige ganz zum Echweigen 
gebracht werben Können, namentlich weil die aus— 
gevebnte Anwendung von Hohlbauten mit Mauer: 
werk, welches gegen den birecten Schuß aus der 
Ferne Dedung bat, geſchützte Aufftellungen ber Ge- 
ſchütze gewähren, gleichwohl eine beftäntige Wirkung 
auf das freie Feld geftatten. Die völlige Eappe 
wird daher künflig nicht mehr anzumenten fein, man 
wird, wenn auch mit größeren Opfern, fich der flüch- 
tigen Sappe bedienen, od. aber, wenn das unmög⸗ 
li ift, mehr als früher die Minen u. wiederholt ben 
gerwaltfamen Angriff gegen einzelne Werke anwenten 
müſſen. Wegen ber vielen bebedten Räume enblich 
u. zum Erſatz bes Ricochettfeuers, melches gegen 
fafemattirte Geſchütze ohne Wirkung ift, wird man 
fh in großem Umfang des Wurffeners bedienen. 
ſ) Die großartigeren u. wirkſameren Dlittel, welche 
dem Bertbeidiger zu Gebote ftehen, merken auch 
deſſen Verfahren betingen. Ausfälle in ſehr greßem 
Maßſtabe, wobei es nicht blos auf Zerftörung ber 
Belagerungsarbeiten, jondern felbft auf eine Nieder⸗ 
lage des Feindes abgefeben fein kann (Komorn), 
find möglih. x) Wenn vetachirte Werke fehlen, fü 
wird man fich nöthigenfalls das Terrain dazu er- 
Tämpfen u. dieſelben noch mährend ter Belagernng 
errichten (Sebaftepol) ; biefe Werle treten, nur mit 


approchen. I) Durch Anwendung ber 
Zündung kann die Minenwirkung vi 
Berechnung unterliegen u. viel weiter 
wall ins Borterrain hinausgeleitet wert 
bahnen im Innern der Feftung werte 
dung aller Punkte mit einander erle 
ermöglichen, in hunger Friſt auf jedem 
bie beträchtlichften Streitfräfte n. Gefd 
vereinigen. 

Sehr felten ift es bei einer Belager 
fommen, daß die Hülfsmittel Der 2 
vollftändig erfchäpft worben wären; r 
abgekürzt od. in einen brusquirten 

ewanbelt, der höchſtens mit einem € 
Däufiger aber mit einer Capitulatio 
entweder Diangel an Streitkräften n. $ 
niffen, od. anbere, vielleicht politi 

bergabe nothwendig machen. Meift f 
die Verhandlungen megen berjelben 5 
Feinpfeligleiten auf; ber Belagerer fi 
ter Belagerte durch Aufftedung ber w 
Schlagen von Chamade ꝛc. biefefbe an 
einen Offizier in die Feſtung, od. ein 
Beſatzung kommt aus derſelben heraut 
der Belagerer. Bedingungen find 
Fall (wenn ſich die Feſtung noch lange 
das Belagerungscorps Mangel leibet, | 
fich tapfer gewehrt hat): freier Abaug ı 
an einen fiheren, von ben Truppen d 
gers befetsten Ort; im meniger günf 
ter Beſatzung in ihre Heimath, gegı 
ſprechen, in Diefem Kriege od. eine > 
gegen Die Truppen des Eroberer& de 
dienen, was ter Commandant ı. 
meiſt mit ibrem Ehrenwort befräfti, 
günftigen alle Gefangenfhaft. Se 
Ergeben auf Önade u. Ungna 
Alterthum u. Mitelalter oft Statt far 
find in ten Karliftenfriegen 1833 Bi 
gleihen Fülle vorgelonımen. Den 
wird in Der Capitulation meiſt Ber; 
Geſchebenen, Schuß ter Religion, R 
wanderung ꝛc. ansbebungen. Alle 
müſſen kurz, Mar u. beutlich aufge 
drũcklich beſtimmt werben, Die zweifelt 
zu Gunften der Beſatzung zu deuten. ! 
jener Kapitulation wird Das nächſte (zu 
Zbor von den Belagerern befegt, Die 
rätbe, Karten, Pläne, Minen, Zorrs 
werben damit beauftragten Offizieren 
die Beſatzung ziebt Durch ein Thor, eb 
gangbare Breſche vorhanden ift u. Die 
dies geftattet, Durch Diefe, nach ten ; 
Bedingungen, meift nit allen Kriegsei 
den Spiel, fliegenden Sehnen, die Kug 
mit den Kauonen, die fie, im Fall des fi 
mit fich führt (meift auf 1000 Manr 
mit brennender Lunte, ab, um fich 
Maffen in tie Heimatb zu begeben ob. 
cis das Gewehr zu ftreden. Wenn d 
gen unginflig lauten, ftredt fie ohn 
dag Gewehr u. wird nad Umſtänden g 
behandelt. Ein guter Commandantver 
feine Lebensmittel mehr bat od. dem Ka 
in wenig Tagen entgegenficht, ſelb 
ſchlagen durch ben Feind, wenn 
pen nicht durch eine lange Belagerum 


Beftungäfrieg 


227 


Durbidlagen von Truppen. Außer | glücklichen Kampf ed. Durch aubbrechende Seuche:n 


Xelagerten nachtbeiligen Ente ber Be⸗ 
H Sturm u. Gapimlatien, kemmen 
:e für denſelben vor, jo Aufhebung 
ng durch firategiiche Greigniile, die 
n Abzug nörbigen, tur Mangel an 
im platten Yante, Wegnabmie eines 
‚ve, ungünftige Witterung, greße Nälte, 
inter ten Belagerern. Dieſer ziebt 
dñtze aus den Batterien u. ſchafit fie 
enut cd. zerſtört dieſelben, bie übrigen 
rbeiten, bie Vorräthe, welche er nicht 
vermag, m. aiebt, wenn er Die Bela 
n cine Blockade od. Beobachtung vere 
ab. Ebenio erfelgt zumeilen der Eut⸗ 
Feſtung, inten ven außen ber bie 
t ũberlegener Macht angegriffen u. ge⸗ 
en. Indirect erfolgt ber Entſatz durch 
reſter Convove, durch Hineinwerfen 
wen Verſtärkungen von Truppen u. 
bie Keitung, durch eine Tiverfion auf 
R mwichtinen Funft u. dal. Die Ber- 
digleit, d. b. Die Fähigkeit, fich gegen 
weder Artillerie, Mannichaft, Geld n. 
rt zur Yelagerung binlänglich bat, 
m Folle zu halten, keünt man bei nach 
ſcher Art, ſelbſt bet nach Corn ontaigne 
Isen in Voraus, Sie iſt bei Plätgen 
betachirte Außenwerte, ſtarke Lunetten 
18, Baflermanövres u. ohne Abfchnitte, 
Lage anzunchmen u. fleigt, je nachdem 
fangen mebr ot. weniger vorbhanten 


#9—65 Tage. Um fie zu finden wird ! 
Zagebuc ter fupponirten Belagerung | 


m. mac ter Analogie anderer Bela⸗ 
immt, wie viel zu jeder Parallele, zum 


Gtacid, Coureunement, Breichelegen : 


ergang Zeit gebraucht wirt. Die Ke- 
ı biernady am längften halten kann, ift 
te. Natürlich bringen Naturereignifie, 

im Krieg oft vorfemmente Zufälle 
nberung hervor, doch kann Dies nicht 
ommen, wohl aber ſumpfiger od. felfi- 
vor ber Feſtung. Naturfeſinngen auf 
‚m Eünpfen or. bat., ſind ſelcher Be⸗ 
t unterworfen u. werben auch nur ſebr 
iffen, wenn auch nicht immer ibre Gr- 
: mau gewöhnlich meint, abfolut un⸗ 


Artillerie od. Echnellibela- 
isweilen ebenfall® zur Anwendung ge- 
namentlih von den Engländern ami 
hen Halbiniel, if nur auwendbar ge- 
lter Urt, teren bobe, aus der Ferne 
fbare Diauerbauten leicht von einigen 
mmirt mit Geihägen ſchweren Kalibers, 
t werten lönnen. 
ichte. A) Das Altertbuım fennt keine 


mngen ale mit Maueru umichloſſene 


noch durch eine natürliche Befeſtigung 
äbte; baber war auch ter F. ein ein⸗ 
Keinb zog vor eine Stadt u. ſchlug ver 
:Zager anf; bie Einnabme fonnte ge- 
ı bie Belagerten ausgehungert wurden, 
dem Belagerern gelang, durch Liſt ob. 
ie Stadt zu dringen. Die Belagerten 
Hölle auf bie Be gut, um dieſelben 
; wenn nun bie Belagerer durch un⸗ 


| 
als die greßen Z.ätte Griechenlands mit Aus. 





in ihrem Heere zu fehr geicbreächt wurden, als ta’; 
fie ferner auf Die Ereberung der Stadt hefien fen 
ten, cd. wenn fle ibre Feldherren verloren batıen, 
fo zogen fie ab, wie Dies. B. bei Der Belagernug 
Jernalems durch Sanberib ı. Holoferned geſchab. 
Aus ältefter Zeit ſind bei. die Relagerungen zweier 
Städte, u. zwar beide in Aſien, befannt: Die BYa- 
bulena durch Kvros u. die Trejas durch Die Arie» 
chen. Von erſter erzäblt Heredot, daß Kyroe, nach" 
dent er ach dem Erſcheinen vor der Stadt den Ba— 
byloniern ein Treffen geliefert, fie beſiegt u. binter 
ibre Rauern zurückgetrieben harte, eine regelmärige 
Belagerung begann; Da aber die Städter reihen 
Borratb an Lebendmitteln hatten u. an ein Ausbun⸗ 
gern nicht zu deulen war, fo ließ Nuros ben Euphrat 
abdämnien. Und wäbrend er dazu ben am wenig— 
ſten brauchbaren Theil ſeines Heeres verwendete, 
poſtirte er Die tapferſten Trupren an den beiden 
Enten ter Stadt, wo ter Eurhrat eitte u. and 
fträmte, mit den Beiebte, ſebald Der Fluß binlänglid) 
feicht Sei, Den Eingang in die Stadt zu erzwingen. 
Ze gelang es den Periern Babolen zu erobern, 
an einem Tage, we die Städier durch die Feier 
eines ihrer Feſte noch bei. ven Der Sorge für Di. 
Vertheidigung abgezogen waren. Vor Treja zogen 
die Fürſten aanz Griechenlaude; fie ſchlugen ein 
Yager vor Troja auf; die Ireer machten täglich. 
Ausfälle n. kämpften in Einzelkämppien. So am: 
es 10 Jabre fort, u. erfi durch die bekannte Yıll 
mit dem bötzernen Pierde gelang ca einer Yırzabı 
riechen in die Siadt zu kemmen, welche daun Dei 
Ihrigen die Thore önneten. 

l) Ju Eriechenland jeleit gab es bis au den 
Feriertriegen feine beieſtigten Städie, ſendern Die 
größeren hatten Akrepelen, durch Natur feite Theile, 
wel-re blos durch Yift cd. Überrumpelung od. Ver 
ratb eingenemmen werten kennten. Alſo gab €6 
auch damals keine Belagerungekunſt. Selbſt dann, 


nabnıe ven Zparta: mit Mauern umaetben werden 
waren, ennwideite fich tie Yelagerungetunft lang 
fam, u. Städte, wie Athen, wurden immer 1od- 
mehr durch Hunger u. Verrath ala durch Tie Kriege 
funft der Velagerer geuemmen; nur eitwa klein. 
Grenzſtädte wurden durch Finſchueßung m 
men. Nach dem Peleponueſiſchen Kriege aber be 
gann die Ausbildung wie Der Beieſtigungs⸗ſo dei 
Belagerungèelunſt u. Damit Des Geſchützweſens. Di: 
Römer waren in tieienm Punkte ganz Schiller der 
Griechen. In ältejter Zeit keunten fie gegen bie 
Bürger ter Nachbarſtädte auch nichts mit Gewalt 
ansriciien, u. batten dieſe Die Welagerung den 


Semmer bindurch anegebalten, je waren fie wenig. 


fiens für diesmal gerertet, denn mit Gintritt Des 


400 v. Ebr. fonmt cin Beiſpiel bei Veji vor, Wo 
bie Velagerung den Winter über fertgelept wurde. 
Geichübe wurden bei Den Römern erft feit den Pu⸗ 
nischen Kriegen augewendet: aber ald Cälar 40 v. Chr. 


| Winters wurden Belagerungen aufgehoben. Grit 
| 
| 


| Maifilia belagerie, batten die Städter bedeuten⸗ 
dere Geſchüße als Die Remer, u. um Alerandria 
zu belagern, 49 v CEhr., ließ er alleutbalben ber 


any Afien u. Griechenland Vaſchinen bringen. 

Die Abjichten anf Die Eroberung einer feindlichen 

Statt wurden entweder burch eine bloße Blodade 

(Obsessio) ch. durch eine förmliche Belagerung 

(Oppuguatio) ju erreichen geſucht. a) Bei ber 
15? 


228 


Obsessio waren Die Werke bes Feiudes gewöhn⸗ 


Feſtungskrieg 


mit Steinmaſſen (Metellae) aufgefi 


lich folgentermaßen eingerichtet: gegen bie feindliche ı ber Teijeften Berührung auf bie Aufflı 


Stadt bin wurde eine Verſchanzung aufgewor- 
fen (Circumvallatio, PBeriteihismos); 
ebenjo parallel mit derjelben eine andere nad) ber 
äußeren Seite bin (Contravallatio, Apo- 
teichismos), um nit etwa von einem Ent. 
ſetzungsheere überrafcht zu werden. Die Were ber 
Belagerer nad) der Stadt bin beftanden aus einem 
Mall od. einer Dauer, welche außerhalb der Schuß⸗ 
weite aufgeführt u. mit Bruftwehren (Loricae) u. 
Binnen (Pinnae) u. in gewiſſen Zwiſchenräumen 
mit Thürmen (Turres) verjehen wurden. Bor 
tem Walle war ein Graben gezogen, ber mit Pal⸗ 
lijaden (Cippi) verfeben wurde; wo e8 ging, aud) 
noch ein zweiter, ein Waffergraben. Bor ben Grä⸗ 
ben wurden in Geftalt eines Quincunx bie fogen. 
Lilia angelegt, d. h. tricpterförmige Gruben von 
3 Fuß Tiefe, aus welchen ſpitzige Piähle wenig ber 
die Erde vorragten u. welche mit Laubwerk u. Neifig 
bededt waren; jodanı überallhin Stimuli, d. h. 
Sußangeln, welche an Heine, flach in die Erbe ge- 
segte Hölzchen befeftigt waren, geftreut. Auf gleiche 

eiſe wurbe auch die Kontravallationslinie einge 
richtet. In dem Raume zwiſchen ber Circum- u. 
Contravallationslinie lagen zahlreiche Castella, 
porn wo nad) ben bedrohten Punkten ſchnell Wider⸗ 
ſtand u. Hülfe entſendet werden konnte. Solche Be- 
lagerungswerle finden fi ſchon 430 v. Ehr. vor 
Platäd. Dies war bie getwöhnliche Art ter Blockade 
(Vbressio), u. bie Feinde lamen Damit gemeiniglich 
zum Biel, nämlich die Übergabe zu erzwingen, ba 
dadurch Zufuhr u. Entſatz abgefchnitten, gewöhnlich 
auch das Trinkwaſſer abgeleitet od. verderbt wurde. 
Die Belagerten ſuchten dagegen zunächft tie 
feindlichen Belagerungemerfe im Entfteben zu hin- 
dern; fie legten Gegenwälle an od. Durchfreuzten tie 
Werke der Feinde —* es 415 v. Chr. die Syralu⸗ 
ſaner gegen die Athener machten), jo daß dieſe fich 
erjt Das Terrain zu ihren Werfen erobern mußten. 
Hatten aber die Feinde den Bau ihrer Werke be- 
gennen, jo machten die Städter häufige Ausfälle 
a. zerftörten die Erdarbeiten u. verbranmuten bie 
Hoizwerle. Wenn dieß den Belagerten gelang, u. 
bieje fi) binlängli mit Proviant verfehen hat⸗ 
ten u. wenn dazu die Verbündeten derſelben die 
Üder verheerten u. ben Belagerern die Zufuhr 
abſchnitten, jo mißlang die Blodabe, u. fie ınuß- 
ten abziehen od. ſich vielleicht jeibit ergeben. Die 
andere Art beftand in dem fofortigen Angriff 
auf eine Stabt. Diefen verfuchte der Feind ges 
wöhnlich, wenn die Maner nicht allzu viel Wider: 
fand verſprach; e8 wurben bie Thore mit Brech⸗ 
eijen (Vectes) erbrochen od. mit Diauerbohrern 
(Terebrae) Löcher in Die Mauer geftoßen; od. auch 
bie Mauern mit Leitern (Scalae) erftiegen, Um an 
bie Mauern zu kommen, wurden eine Schildfröte 
(Testudo) aus ben Solbaten-gebiltet, indem 
tiefe Die Schilder Über den Köpfen zufammenhielten. 
Dagegen warfen bie Stäbter Steine u. Balien auf 
bie Stürinenden; u. war es ben Feinden gelungen, 
bie Leitern anzulegen, fo faßten die Städter bie 
Gmporfteigenben mit gezahnten Zangen (I.upi) ob. 
fließen fie mit gabelförmigen Spießen (Furcae) ı. 
warfen fie zurüd, goflen auch heißes Waſſer u. fie- 
dendes Pech auf die Stürmenben. Selbſt wenn bie 
Vertheidiger von der Maner gne waren, ſo 
waren zuweilen zwiſchen den Mauerzinnen Körbe 


ürzten. 

Gegen ſtark befeſtigte Städte muſ 
Oppugnatio, förmliche Belagern 
werden. Dabei kamen hauptſächlich 
Angriffswerken vor: der Sturmbod, 
rung u. die Errichtung von Wällen mi! 
Anwendung des Sturmbods (Kr 
ſ. d. welcher in einem Geftel aus 2: 
zwiſchen benen ein dritter bemegl 
wurte; biejer war 80—100 Fuß la 
der Mauer zu, mit langen, biden ei 
verjeben u. hinten mit ſchweren Gen 
Mit diefen Ballen, zu deſſen Bedie 
Daun gehörten, wurden nun St 
Stabtinauer gerichtet, um dieſelbe 
mit krummen Eijen (Falces) wurbe 
wordenen Steine herausgerifien. 3 
ichleuberten gegen die Mannſchaft 
Steine u. gegen biefen ſelbſt Yeı 
wurde liber den Sturmbod ein € 
studo arietaria) gebaut u. mit m 
Deden belegt. Um die Stöße des S 
ſchädlich zu machen, ließen bie Be 
mit Saud gefüllt od. Deden an ber 
od. fuchten den Ballen mit Schling: 
Mitteln zu fangen u. fo den Stof 
Belani dennoch die Mauer eine Brei 
ben Belagerten hinter berjelben eine ni 
Wenn die Belagerten eine günftige | 
ben jiegenben Feinden zuerbalten wi 
ten fie fich ergeben, ehe der Sturmbo 
Die Untergrabungber Stadt 
entweber durch Die Chelidone D 
Brechſchildkröte, eine hausähnliche 
einem ſchrägen Dach, welche mit de 
an bie Mauer bewegt wurde; ob. 
rygımata (Cuniculi), Minen, 
Belagerungslinie aus gefiihrt wur 
augenblidiiche Einftürzen der Dlaue 
wurde bieje erft mit Ballen geftü 
aber dann angebranıt. Auch wur 
un bie Stadt geführt, u. dann bra 
drungenen aus u. öffneten den Ihr 
vie Thore. Gegen die Minen macht 
ten Oegenminen, u. oft entipann 
irdiicher Kampf, od. der Feind wur 
aus jeinen Vlinen vertrieben. Die I 
mata, Aggere»s) mit Thürn 
Turres). Die Dämme, breit u. vı 
mit der Stadtmauer, aus Erden. f 
tet, wurden von ter Belagerungsti 
der Dauer geführt, ihr Zweck war 
in bie belagerte Stadt zu gewinnen 
diger von der Dauer zu vertreibe 
gerungsmajchine zu beden u. ber 
fihern. Dagegen fpannten die Belag: 
od. erhöhten Durch neue Aufjäe non ! 
wertihre Mauern. Dagegen errichte 
Belagerer auf vem Ende feines Da 
von denen aus er dann bie ganze 
berrichte. Die Belagerten bewarfen d 
Brantpfeilen (Sihoi pyrphoro 
Falericae) u. ſetzte dieſelben im 
ten fie mit den Dämmen dur Min 

6) Nachdem jeit dem 4. Jabrh. v. 
geſchütze (Tormenta) an Zahl 


Feſtungskrieg 


tarft worden waren (Catapultae u. 
.Ru. von denſelben anßer in ben Feld⸗ 
ch Bei Belagerungen Anwendung ge⸗ 
: fe begamı ſich eine beſondere Kunſt 
t rer Aefeftigung u. Belagerung : Po» 
nerft bei ben Griechen zu entwickeln, 
rn Römern angenommen en. weiter aue⸗ 
e. ar Die Befeſtigung. Antie Stelle 
achen Stadmanern traten nun Erd⸗ 
hen zwei Mauern, von denen die ußere 
le die innere, wurde em 30—40 Fuß 
IRußrider WatlıMurun-aufgewer 
t ber Vreiche in der außeren Mater Tag 
6 Feindes nech nicht nerbirentia war. 
ig eben (Unrnana:marte breit, Dh 
ger u. tie Maſchinen genügend ‘lat 
Mauern waren, wie ſchon früher, in 
errichtet: denn ſe konnte der ſſürmende 
zichierernen Seiten geiaßt werten. An 
der Alinfel waren ın Zwiſchenräumen 
uuß Thürme(lurrées). runder. 
dedia, et ſiere Art bei. widerſtanddiähig 
wrmböde, letztere namentlich geeignet 
der Courtinen; verſeben waren ſie 
ſchon früber üblichen Scharten für 
n, jetzt noch mit größeren Ofinungen 
‚Fenestrae» für die Wurtmafdi- 
zu bewegliche Läden (Kalnmmata), 
indlichen Geſcheſſe nicht eingewerien 
ten. Die Tbore an ſich waren von 
Feuer durch Eiſenbeichlag, gegen die 
uch tie feſteſten Thürme geſchützt. Ver 
en Außenwerke (Propupna- 
5 weiche, wenn ein Ausfall zurücdge 
sen war, tie nachrückenden Feinde von 
gen in tie Statt abgebealien werten 
ren Die Feinde aber ja bie zum Thor 
fo wurde ein ſchweres, in Zeilen a. 
en gebentes allgatter(Cutaracta) 
lim ren seind aber von ker icfor: 
jrehen Annäberung an die Statt al» 
en werten Feltingennch®orwerte 
im ata) angebracht, welche eutweder 
d. in Palliſadirungen Charaloſeid) 
Im bie Dauer ſelbſt waren allerhand 
är ben Feind angebracht, wie Denn auch 
ften obengenannten Mräben vor den 
us mit Wafler gefüllt, tbeile mit Pal⸗ 
ag nicht fehlten. b) Die Belage- 
elagerer , welche es nun gegen feltere 
un u. größere Mafchinen aufzuftellen 
en ihrerfeite auch auf ftärfere Schutz⸗ 
zittel Denen. Die Schutz mittel, 
Dede tie Mannſchaft an tem Walle 
jegen den Keind focht, waren: Plutei 
irme von Weibengeflecht u. mit Fellen 
x Geſtalt eines balbfreisförniigen Ause⸗ 
rei niedrigen Rätern ob. Wollen Le- 
Vineae (l.b.), leicht gebaute Helz⸗ 


a — — — — — — — — — 


hoch, 7 Fuß breit u. 16 Fuß lang, 


Dach aus Wretern ob. von Weiden 
bon brei Seiten mit ſolchem Flechtwerl 
Selen u. naflen Kiffen (Centones) 
gejchützt; Ehelonä Choftrites, 
Bten (f. m. Testudo), je 25 Fuß 
e, auf Hibenn bemegbare Bieierhäu⸗ 
t einem bi® auf bie Erde reihenten 


chen, weiche bis dicht an die Dlauern | aı 


229 


geſcheben wurden, um bie Seldaten zu beden, welche 
die Gräben auefüllten u. das Terrain ebneten, um 
die Geſchütze aufzuſtellen; Musculi (Testu- 
dines fnasariae). dem vorigen äbnliche, aber 
nietrize Gebäute, um offene Gräben od. audy lie 
nen zu graben. Kine beientere Art ven Chelene 
ed. Testudn ıf. D.) war jetzt ein gleiches Hau, 
unter welbem ter Zturmbed bing u. geſchwnngen 
wurde. Das nambaiteite Angriffamittel waren 
die anf ten Tänımen (Amgeres) aufer ter Schuß⸗ 
meite errichteien oed. zuſammengeſepten u. au! Den« 
feiben nad Der Stadtmauer vorichtebbaren Thürme 
tTurresamhulatorıne,. Ibre Couſtruciien 
iſt nicht genan bekannt, nur fe viel weiß mar, Daß 
fie auf einrer Baſie aus zwei Paaren rLangſchnellen, 
zwuchen denen Die Räder lagen, aus Helz errich:et 
waren, tn einer Höhe von gewöhnlich 10 — 180 Feß 
1. aus 19-20 Ziedwerten Stege, Tabulata) 
beſtebend. Sie wurden mit Vogenſchüren, Schleu— 
dern u. ten Wurfmaichinen beſetzt, batten auch pä⸗ 
ter in dem unteren Stock eft noch ten Zturmbed. 
An bie Mauer wurden ſie mit Winden cd. anderen 
(unbelannten) mechanijchen Dlitteln gerüdt. Abu⸗ 
lich war die ven Temerrios Peliorketes erfuntene 
Helepclis, nurftärfer, weil fie Die größten Wuri⸗ 
inafchinen anfnebeu fonnte. Bon den Tbirmen 
wurden auch Rrücken Sambykä, @pibatbra, 
Sanmbuene) anttie Mauer gebracht, welche ent⸗ 
weder in Zeilen bingen u. als Fallbrücken au? Die 
Mauer heripacslten, ed. in gerader Richtuug aus 
dem Ibu. ne binanezeiheben murtentix sten), 
Ariiden wurden anch ſelbſtändig angewendet: eitte 
meter bei einem Angriif von Der Seeſeite, indem 
man zwei Schiiſje verband u auf teren Det Tag 
untere Eude der Brüchke feftitellte, Bay andere an 
Taxen auf Die Mauer niederließ; ed, bet Yurarınen 
zu Yande, we Lie Yenter mit Dem ruhe auf einem 
Unterbau rubete, waänrend Day andere Eude von 
Zeiten gebalien wurde, Die über einer auf Der 
Unterlage beieſnaren Leben Stange gingen Sen 
ſelche Brücken werien Die Velagerten greße Steine, 
ed. riſſen die Ztürmenten mit Dalen berunter, cr. 
warfen auch Netze nah ihuen, worin ſie ſie ver— 
ſtrichten u. jo in ıbren Rewegungen bemmten. Vei 
Augriffen zur Zee bediente man ſich auch nech der 
von Archimedes erfundenen Corvi ch. Manna 
ferreae ıf. u. Corvus 21, eiſerner Haken, womit 
tie Schiffe von der Dlauer aus gefaßt u. aufgeboben 
u. raſch wieder nietergeworfen wurden. Um ein 
zeine Leute auf bie Dauer zu heben, ed. in Die tee 
tagerte Stadt einen Einblid zu gewinnen, berien- 
ten fich Lie Belagerer des Krahn (Tolleno). einer 
dem Brunnenſchwengel ähnlichen Hebemaſchine mit 
einen Kerb od. Kaſten an dem einen Ende zur 
Auinabme eined Soldaten. Auch die Belagerten 
brauchten dieſe Maſchine, um ſchwere Maſſen ſenk⸗ 
recht auf die Feinde u. Deren Eturmbod zu werfen. 

D) Eine meientlihe Anderung in der Velage⸗ 
rungelunft brachte Die Erfindungber euere 
gefbüge hervor. Man brauchte die Geſchilte 
zunächſt, um bie Mauern ber Städte u. Schlöſſer 
zu zerirünmern, u. zwang fo bie Qertbeibiger, 
tie Wauern durch Erdwälle, been das Geſchütz 
weniger ſchadete, zu erſetzen, od. dieſeiben durch 
eine Erddecke, wie ſie die Uruſtwehren der Außen⸗ 
werke u. das Glacis bildete, gegen bie zerſtörenden 
Kugeln zu decken. Als man aber das Eeſchütz 
zur Vertheidigung ber Feſtnuugen anwendete, 


230 


Erdaufwürfe zu deden, u. es entitand fo der Angriff 
durch die Tranchee od. Sappe. Anfangs war diefer 
ziemlich unregelmäßig. Dan grub fi, nachdem 
man fich durch Contra- u. Circumvallationen 
gedeckt, in einer langen Linie ein, ſicherte deren 
Flügel durch Redouten u. legte die erſten Batterien 
in dieſelben. Später weiter vorgelegte Batterien 
verband man durch Laufgräben mit dieſer Linie, 
bante auch dort Redouten, ging im Zichzack od. 
Schlangenlinie auf das Glacis vor, dachte jedoch 
nicht an Verbindung derſelben. Die Türken wen- 
beten bie Erbmalge an. Sie gruben ſich nämlich, 
jo vor Kandia, in einer bebeutenben Entfernung 
von ber Feſtung u. in großer Ausbehnung in ber 
Dreite, gleich einer Parallele, in die Erde ein u. 
warfen Die Erde nach ber Feftung zu auf. Später 
gingen fie nun, indem fie bie Erbe immer als 
Dedung von fih vorwärts meiter fehaufelten, auf 
tie Seftung 106 u. warfen endlich bie gewonnene 
Erbe in ben Graben ber —R füllten ihn ſo u. 
ſtürmten den Platz. Außer einigen Beiſpielen in 
dem niederländiſchen Kriege (1578 vor Deventer, 
1592 vor Steenwyh) fanden fie indeſſen, in dieſem 
Menichen koftenden u. wenig Verbindung rückwärts 
ewährenden, den Ausfällen fehr ausgeletsten Ber- 
ahren, Teine Nachahmer. Vauban änderte das 
biöberige Verfahren in ber Mitte bes 17. Jahrh. 
u. richtete ben Agiiſ auf die im Ganzen noch bis 
in die neuere Zeit befolgte Art ein. Beſ. zeichnete 
er ſich durch Erfindung der Parallelen aus, bie er 
1673 vor Muftricht zuerſt anmwenbete u. inbem er 
1697 vor Ath zuerft 3 Parallelen anlegte. Sein 
Augriffſyſtem wurde in ben 1. Dritttbeil bes 
18. Jahrh. durch Cormontaigne, le Febre u. andere 
franzöfiiche Ingenieure berbeifert u. der zu Vaubans 
Zeit gewöhnliche Trauchcecavalier durch Haubit- 
batterien erfetzt. So iſt es denn ſeit 150 Jahren 
geblieben, doch iſt die Kunft bes F. ſeit der Mitte 
des vorigen Jahrh., wo ſie die Franzoſen beſ. in 
den Niederlanden (1742—45) praltiſch ausübten, 
außer einigen großen Belagerungen, ſo von Schweid⸗ 
nit, Dresden, Gibraltar, Toulon, Mainz, Öaeta, 
Danzig, Ciudad Rodrigo, Badajoz, Saragoffa ı. 
einiger anderer [panijcher Feftungen, Antwerpen ıc., 
jelten praftiih angemenbet worden. Neu war nur 
bie Bertheidigung ber inneren Stadt in Saragofja 
u. einiger anderer jraniiher Städte 1808—13, 
benn felbft der Angriff der Franzoſen auf Die 
Citadelle von Antwerpen u. der brüsquirte Angriff 
von Gonftantine, bat nichts Neues gebracht; bie 
Bertheidigungen von Siliftria u. Sebaftopel im 
legten ui »tiirfifchen Seriege aber haben ven 
glänzenden Beweis geliefert, Daß die bei Weiten 
ſtärlſte Vertheidigung einer Feſtung in ber ener⸗ 
giſchen Verwendung ihrer altiven Streitmittel liegt 
u. wenn bei ihnen auch kein neues Syſtem des 
Angriffe zur Anwendung kam, fo iſt es doch möglich 
geweien mandherlei Erfahrungen zu machen u. zu 
erkennen, daß das alte Syftein ber Belagerungen 
dem heutigen Stante der Hilfsmittel nicht mehr 
entipricht. Vgl. über ben F. der Alten: Aueas 
Tattitos, ZTolıoepxnrıxa (ſ. u. Aneas 3), Die Werte 
von Onoſander u. Begetius (f. b.), fo wie Heron, 
Bilonoiixe, u. Philon, /Tepl Belonorixwr (|. b.); 
tipfius, Poliorceticon libri V., im 3. Bde. fei- 
ner Werle; Folard, De l’attaque et de la de- 


fense des places des anciennes, im 3. Vde. 


Feſtungskrieg bis Fete 
wurden die Belagerer genöthigt, ſich ebenfalls durch | 


bed Abrégé des commentaires de 
l’histoire de Polybe; Köchly u. R 
chiſche Kriegsschriftfteller, 1. Bd. Lpz 
den 5. der Neuern: Bauban, Mem. 
d’instruction dans la condaite et 
fense des places, Leyd. 1740, deutſi 
u. von G. A. von Blair, Bel m 
Bauban, Trait€ de sieges, Berl. 
Potsd. 1747; le Blond, Eldments ı 
des sieges, Par. 1743; Bauban, ” 
defense des places, berausgegebe 
Par. 1795; de B. (Bousmarb’s), E 
la fortification, Pattaque et la ı 
places, Berl. 1798, beutich, von Koi 
2 Bbe., 3. Br. als Fortfegung deutſch 
zell, nebft einem Anhang über bie Bel 
Werke nad Noizet de St. Paul, Heil 
Defien Memorial de Cormontaign 
taque des places etc., Berl. 1603; 
ber Bertheitigung fefter Pläge, am 
zöfiichen überſetzt von R. von L., 1816 
Befeſtigungskunſt, begründet auf Ar 
theidigung, Berl. 1832; Aſter, D 
geftungefriege, Dresd. 1835; Augoy 

ertbeidigung feter Pläte, Verl. 18 
Geſchichte der beftändigen Befeſtigungs 
Lpz. 1854; Sonntag, Der Feftungel 
ber neuften Sriegfilßrung. 

Feflungsftrafe, 1) in einigen St 
Arreſt auf einer Feſtung GSeſtungsau 
Verbrecher von gewiſſem Stande ſu 
hausſtrafe u. Jeſtungsbauſtrafe, zu 
brecher niederen Standes verurtheilt 
ben. Sie ſteigt von 3 Monaten bie a 
Meift haben die Gefangenen Erlaubn! 
Stunden innerbalb beſtimmter Gre 
zu geben; fie genießen auch wohl n 
noch größere Freiheiten. Sie wir 
Gefangene Miene macht, zu entip 
gänglines Einſchließen u. bärteren % 
2) Die Strafe, weldhe zum Seftungeh 
Gefangene (f. Baugefangene) erleibe 

eftungsiverke, j. u. Feſtung. 

seitus, 1) Borcius, Yaubpflege 
folgte dem Felix im Amte; er ließ t 
Apoftel Paulus nad) Rom abführen. 1 
Verwandter bes Bitellius, Legat d 
C. Calpurnius Pilo in Afrika; ließ d 
er nach dem Throne getrachtet, td 
während des Krieges zwifchen Bitellin 
ftet8 ber fiegenden Partei. 3) Sert 
jus, römiſcher Grammatiker von 
wahrſcheinlich aus der ſpäteren Kail 
einen Auszug aus dem Buche bes Ui 
De signilicatione verborum mad 
wert ift verloren gegangen, auch Die ı 
Auszugs des F., doch ift ein aus [ch 
ter noch kürzerer Auszug des Bau 
(f. d.) noch ganz vorhanden. Herau 
Auszüge zuerſt Dlail. 1471, Fol, 
Par. 1651, Elerc, Amft. 1699, Otfr. 
1839. 4) |. Avienus. 

Fetahil, ein Mittelweſen im gnof 
der Johannisjünger, welches entfta 
der Geiſt des Lichtreichs in dem 
ſpiegelte, u. das die Sternengeiſter 

tanbrunnen, Sauerbrunnen 
öte (fr., ſpr. Fehi). fo v. io. Fi 


Belfa bis Feto 


231 


kete, türl.), 1) a6 Urtheil Bea “Diuftt , u. ber äſthetiichen Grundgeſetze ber Diufil gerichtet 
ten Rechtefällen, 2) tie Belräftiguug ı 


ils durch den Großrezier. Dergleichen 
na gefammelt, fie gelten neben dem Ko⸗ 
rab sc. als Geſetzbuch. Petfa-&mini, Der 
tb u. Gebülie bes Mufti, melcher ter 
ſtebt, mo die 7%. autgefertigt merken. 


uttib), 1) 3. Ali, ſo v. w. Fathi Kban.. 


ſthan, Verbündeter Tamaſps u. 1720 
Schah Bertreiber der Afghanen aus 
d. (Geſch.). 8) 3. Ali @ah, geb. 1752, 
erfiihen Königs Aga Mubamnied⸗Kban, 
von Edirad u. nad feines Oheims 
11795 828 König von Perflen; iiber 
ung. Perfien (Geſch.). 
), Stabt in ber Grafſchaft Tipperarv 
Provinz Munfter, bei Caihel; 2900 Em. 
Sominico, mit bem Beinamen Mau: 
b. 1559 in Rom, Siftorienntaler, biltete 
@igeli, begleitete feinen Gönner, ten 
henzaga, nach Dlantua, wo er bei. Giulio 
intirte. Colorit kräftig, mit dunkeln 
ef. 1624 in Benedig. F. ſchuf in feinem 
meine große Anzabl von Gemälden, von 
min tafı allen größeren &ullerıen einige 
m Drestener Muſeum: Die Rüclebr 
men Schnee u. andere nach ben Gleich⸗ 
ſti gemalte Bilder, Der beil. Sebaſtian, 
x ber heil. Agnes; in ter Muünchener 
: Tankreb, Herminia; im veuvre: Tao 
(geitchen ven Xbomalfin, Zcotin u. 
sie Melancholie, Der Schutzengel (geſio⸗ 
upeiue /. 
z, von Ruma od. erſt von Aucus Mar 
m eingeſetztes, aus 20 Mitgliedern be: 
rieftercollegium, deilen Vorſteher l'a- 
atus bieß; tie F. wurden aus ten vor- 
amilien gemäblt u. batten Kriege anzu— 
Frieden abzuichliegen. Wenn Das RC 
von einem anderen Beifbelcidigt worden 
3 eine Deputation von (gewöhnlich vier: 
Arenze des Landes Lejielten u. ferkerte 
ng, u. wenn dieſe binnen 30 Tagen 
em war, fo kundigten fie feierlich teu 
nbem fie eine Yanze in das feinbliche Ge 
ı (Clarıgatio). Später, als bie 
ı weit waren, geſchah tiefe Ceremenie 
ber Bellona in Ron. Bei Friedens 
‚achtete ter Pater patratus eın Zchn ein 
iem Diefier u. marf dann daſſelbe mit 
as über den Friedensbrecher weg. Zum 
r Unzerleglichleit trugen die F. das Sap- 
ge Kräuter, welche auf tem Kapitelinm 
waren, in den Hänben od. un die Schläie. 
Borgebirg u. Hafen am Gingange des 
Bolo an ber Sftlüfte von Wittelgrie- 


(o. fr.), 1) Einem Feten geben; 2) 
mertfamfeiten erweifen. 
I) Srancois Joſephe, geb. 1754 zu 
Jelgien, fam 1500 ins Couſervatorium 
wurde Boieldieus Schiller im Klavier⸗ 
kegab er ſich auf Reiſen nach Deutſchlaud 
am bie muſitaliſche Production in beiten 
ber lennen zu leinen. Durch eine reiche 
06 ber Gorge für feinen Uuterbalt 
lebte er gang feiner Neigung, welche 
e anf bie Erforihung der Gedichte 





war. Der tbeilweile Verluft ſeines Vermögens be- 
ſtinunte ibn, ſich 1811 im eine einfame Gegend in 
ten Ardennen zurüdzuzieben, wo er feine philo⸗ 
ſephiſch⸗muſikaliſchen Studien ſortſetzte. Drei 
Jabre ſpäter nabm er eine Stelle als Urganift u. 
Profeſſor an der Mniikicbute zu Douav an u. wurte 
1818 Proieſſer am Conſervaterium zu Paris, mo 
er jeiner neuen Unterrihtsmetbote Bahn brach ır. 
1827 die Revue musicale gründete; feine ſoge⸗ 
nannten Sifteriihen Concerte, ın denen einzelne 
Stücke aus verfchiebenen Pericten ber Diujilge- 
jhisbre anigefübre u. nebenbei Borlelungen gebalten 
wurden, janten in England u. Deutichland Nach- 
abmnng u. Boifall. Außerdem befaßte er ſich mit ber 
muſilaliſchen Cempoſition für Pas Theater u. Zn» 
frumentalconcerte, Doch hatten feine Opern keinen 
bauernten Erfolg. 1533 ging F. ald Qapellmeifter 
des Nönigs u. Tirecter des Cenſervateriums nach 
Brüſſel, in welcher Stellung er einen fegensreichen 
Einfluß auf die Hebung bes muſilaliſchen Geſchmacks 
ausübte. Er ſchr. u. a: Alcıhode diementaire 
«d’harmonie, Bar. 1824; Traite de la fugrere, ebd. 
1225; Traite de 'nccompagnement de la par- 
tition, ebd. 1329; Solfeges progressifs. ebd. 1327; 
(QJuels ont et# les meriten des Neerlandais 
dans la musique, Amft. 1929 : Breisichriit, La 
musique mise à la portee de tout lo monde. 
Bar. 1530; Biographie universelle des musi- 
viens et bibliographie generale de lamusiqgne, 
Krüſi. 1323441, 5 Bde.: Manuel des principes 
de musine, ebd. I847; Traite du chant en 
choeur, ebd. 1337; Manuel des jeunes compo- 
sueurs, Par. 1324; ſetzte Sumpbenien, Meften, 
Cantaten ac. u. 7 Üpern, ven denen L’amant et 
le marı ıı. 1,a vierlle Die bekaunteſten find. 2) Eb,, 
Sehn tee Bor., geb. 1516 in Bouvignes, zmeiter 
Ribliotbelar an Der Staatsebibliothet in Brüſſel, 
Mitglied Der beigifchen Alatemie u. Kuuftlritiler 
ter Independanee. 

Fetiſchismus (ven dem nad dem nigritifchen 
Norte Feitico, ein Jauberding, gebildeten portu⸗ 
giejiichen Fetisso, etwas Gebeimnißvolles, Magi⸗ 
ſcdes, Bezaubertesö, Die Art Des religiöſen Cultus, 
ſinnuliche Gegeufiäude, Fetiſche, anzubeten, welche 
dem Menſchen durch ihre Nähe od. Berübrung 
MNachtheil u. Schaden, od. Segen u. Bortbeil 
bringen. Der F. ift die niedrigſte Stufe ber hiſto⸗ 
riſchen Religienen u. lommt nur bei ganz rohen 
Böllern, namentlich in Alrila, vor. Es gibt na⸗ 
türliche u. künſtliche Fetiſche, 3. B. Theile 
ven Pilanzen u. Thieren, als Felle, Federn, Klauen, 
Steine, Klöpe, Pfähle ıc. Die Fdetiſchdiener pflegen 
zwar ihre Fetiſche nach ihrer Weiſe gut durch Speiſe 
u. Trank; wenu dieſelben ihnen aber nicht ihren 
Willen thun, fo mißhandeln fie fie auch, werfen fie 
auch weg u. zerſchlagen fie. Der Name F. kam 
durch Breoſſes (Du culte des dienx fetiches, 
Dijen 1760, deutſch ven Pifteriue, Stralf. 1785) 
in bie Religionsgeichichte. 

Fetislan, Statt im türkiſch⸗ſerbiſchen Bezirk 
Paſſarowitz, an ber Donau, nabe am eiſernen Thor, 
mit liberreften einer von Trajan erbauten Brüde. 

Wetlar, eine ber norböftlichen Shetlands⸗Infeln 
Norkofttüfte von Schottland: ; Eiſen, Kupfer, Ziun, 
Viineralquellen; 300 Gm. 

Feto, Borgebirg der Weſiküſte ber ficififchen 
Provinz Zrapani, nordweſtlich bei Mayara. 


232 


Fett, f. Kette. 
Fett, 1) von Gewächſen faftig; ©) reichlichen 
Dünger od. pflanzenernäbrende eheite bei ſich ba» 
bend; 8) dick, breit, daher ein fetter Bug; ein fetter 
Binfel, ein fett gehaltenes @emälde, in welchem bie 
Karben reichlich aufgetragen find. 
ettammer , Bogel, 1) fo v. w. Gartenammer; 
2) jo v. w. Zaunammer. 

Fettan (Bettan, romaniſch Vtan u. Vtann), 
reformirtes Pfarrdorf im Bezirk Inn des Schweizer» 
cantong Graubündten, 5070 Fuß Über dem Meere; 
500 Ew. In der Nähe die Valpuzzaſchlucht mit 
einem Sauerbrunnen u. einer Tropfſteinhöhle. 

ttäther, f. u. Fettſäure. 

ettbälge, die Balgtrilien in ber Haut. 

ettbafen (Cbem.), organiiche, fticftofffreie 
Bajen, melche in Berbintung mit ben fogenannten 
fetten Säuren bie Kette bilden; fie find meiſt noch 
nicht ijolirt dargeſtellt worden; ſondern nur in Ver⸗ 
bintung mit Säuren od. al8 Hydrate befannt, in» 
dem fie, durch eine ftärfere Baſis aus den Fetten 
auegeidhieben, fogleih durch Wafferaufnahme in 
das Hybdrat übergeben. In biefem Zuftande haben 
fie ihre baflicden Eigenichaften verloren u. können 
fih nicht od. höchſt ſchwierig u. nur unter Wafler- 
abgabe wieder mit ben fetten Säuren zu fetten 
vereinigen. Die am bäufigften als bafiiher Be⸗ 
ſtandibeil der natürlichen Fette auftretende Fett⸗ 
bafig ift das Glycervloxyd (Xipyloryd); im Wall- 
ratb finder ſich das Cetyloryd, im Vienenwachs 
das Dieliffiloryb u. im chineſiſchen Wade das Cero⸗ 


tyloryd. 

Fettbol, Mineral von brauner Farbe, findet 
fih in verben Stücken; bat ebenen bis flachmuſch⸗ 
ligen Bruch, ift ſehr weich u. undurchſichtig u. fühlt 
ſich fettig an; fein ſpecifiſches Gewicht iſt 2,2; es 
beſteht aus kieſelſanrem Eijenoryd u. Waſſer. Fund⸗ 
ort: Halsbrüde bei Freiberg in Sachſen. 

Fettbruch (Steatocele, Chir.), falſcher Bruch, 
ſ. Bruch 2) A), durch ſpeckartige Maſſen gebildet. 

Fettdruͤſe, Drüſe, welche die Vögel am Ente 
des Rückens haben u. worin fih ein DI famnıelt, 
welches fie zum Einjchmieren der Federn brauchen ; 
mein fie fich verftopft, entfteht tie Darrſucht, ſ. d. 3). 

Fette, I (Chem.), im Thier- u. Bflanzenreiche 
ſehr verbreitete, ftidftofffreie, tohlenftoffreiche Ver⸗ 
bindungen ber fetten Säuren (ſ. d.) mit eigenthüm⸗ 
lichen organifchen Bajen, ben fogenannten Fettba⸗ 
fen (j. d.). Im reinen Zuftande find fie weiß, durch⸗ 
iheinend, ohne Geruch u. Geihmad, ohne Neaction 
auf Bflanzenfarben, bei gemöhnliher Temperatur 
bart (Talg), weih (Butter, Schmalz) op. 
flüſſig (fette Ole, Thran); durch flarle Ab- 
tüblung, bei. der altobolifchen Löfung, können fie 
in weißen glänzenden Schuppen od. Blättchen er- 
halten werden. Eie find unlöslih in Wafler u. 
ſpecifiſch Leichter als biefes, LB8I ch in Alkohol, Arber, 
ätherifchen fen u. Schwefelloihlenftoff, werbrennen 
mit leuchtender Flamme, befigen eine eigenthüm⸗ 
lihe Schlüpfrigfeit u. verurjachen auf Papier od. 
Beug eiuen burchjcheinenden Fleden, welcher durch 
Ermwärmen nicht verſchwindet (Unterſchied von ben 
ätheriichen Olen); fie finb nur im luftleeren Raum 
tbeilweis ohne Zerlegung beftillirbar. Sie abfor- 
biren den Sauerſtoff aus ber Luft u. fönnen, wenn 
fie ſehr vertheilt find, fo viel in ſich aufnehmen, 
daß fie fih entzünden; biefer Fall tritt — ein, 
per @-"e op. Baumwolle, welche zum Abwiſchen 


Fett Bis 


verſteht man aber unter 


Bette 


von Fett an Mafhinentheilen gedient 
Zeit an der Luft liegt. Hierdurch find 
fah Brandunglüde in Fabriken entf 
ber trodenen Deftillation liefern bie F 
der F., theils fettartige u. brenzliche Pr 
bei gewöhnlicher Temperatur flüffigen 
Akcol od. Akrolein u. eine Reihe Kohle 
Werben fie plößlich ſtark erhigt, fo ı 
Kohlenwaſſerſtoffe u. eine theerartige 


tbeer), welche in der Thierheillunde unteı 


Philoſophenöl (Oleum philosoph 
wendet wird; auf glühende Körper gebr 
fie ſich in Kohlenoxyd u. ölbilpendes G 
beruht die Anmendung des Fettes zur 
des Leuchtgaſes, f.u. Gasbeleuchtuug. A 
in bei Weitem ven meiſten Fetten, ıı 
bafis das Yipyloryd (Ofycerylogyb, = 
auf, deflen Hybrat das Glycerin, = 
if. Bon dert fetten Säuren fomnten ı 
Margarinfäure, Stearinfäure u. Ole 
welche in wenig Fetten ganz feblen n 
relative Dienge bie feftere od. flüffige 
derſelben bedingen. Die bei gewöhnlich 
tur feften %. hat man im Allgemeinen 
genannt, die fliifigen dagegen Dtei 
tearin Das 
licher Temperatur fefte flearinfaure Liy 
ches in vielen Thierfetten vorfommt, 


| aber oleinfaures Xipyloryd, das flilifig 


Thierfette u. Pflanzendle. Manche 
an ber Yuft zu einer "fen Maſſe, bie 
trodnende Ole; andere trocknen 
beißen nihttrodnende od. fette 
felfäure in geringer Menge verurfacht i 
die Bildung von GElycerinſchwefelſäu 
jheidung der fetten Säuren; in grö 
angemenbet, nerbintet fie ſich auch mit 
zu neuen Körpern, welche Durch Wafler 
ſäure u. (nach Fremy) in Metamargaı 
margaritin-, Hodromargarin⸗, Metole 
leinfäure zerfallen. Der Schwefeliäurt 
fih übrigens zum Reinigen der 5. (f. 
Salpeterfäure wirft im verbinnten 
Schmefeljäure; concentrirte erbigt fid 
jo daß bisweilen Entzündung eintritt. ı 
u. Jod zerjeßen Die $., Phosphor, Zd 
ien löſen fi ohne Veränderung darin 
unorganiſche Bajen zerlegen bie 5. in 
fi dieſelben mit ber fetten Säure ver 
— frei machen; bie entſtanden 
alze nennt man Seifen, Pflaftı 
Bafis Bleioryd ift. In Der Regel erfo 
feifung leicht durch Kochen bes Fett 
wäfferigen Löſung von Ätzkali, zumeil 
aber eine altoholijche Löfung anwenden, 
feifung vollftänbig zu bewirten, z. B. 
teötentett: od, mit Kali ſchmelzen, wie 
cin. Einige F. können nicht verfeift r 
nennt fie daher unverfeifbare F. D 
werben ber %. berubt auf einer tbei 
fegung derſelben in Bettfäure u. Gly 
Proceß wird in der Kegel burch fi z 
buminöfe Materien eingeleitet, welche 
balten, u. gibt fich durch einen unangı 
ruch u. kratzenden Geſchmack zu erl 
Zerlegung der %. in Säure u. Baſi 
durch —2*— paufreatifhen Saft u. 


| Betten durch überhigten Waflerbampf | 


Kette 


233 


M. A) Im Filangenreiche find tie | nem Zuder gefüttert werben, Mache zu erzengen 


itet, gewẽhnulich finden fie ſich in ge 
ntbeilen angebänft, bei. in den Zus 
te bei den Truciieren, Urticeen, Pa— 
Imygtaleen, zumeilen im Fleiſch Der 
kei ben Oleracecn, feltener in Den 


te ſind theils flüſſig, tbeils feſt; am 


ten ſich Margarin, Olein u. Tlin. 
et find auch Lie Wachsarten im Pflan⸗- 


ſtebt 3. 8. ber Überzug der fogenanıt | 


Pilanzen aus feinen Wachékörnchen, 
eſentlicher Veſtaudtheil des Norles u. 
6, ſowie maucher Milchſäfte. Einige 
alten je viel Wache, Daß man es im 


ſchieden, ebenfomwenig die Bilbungeftätte ber 


is gewinnt: es ſcheint aber nicht mit ' 
achs identiſch zu Sein. Aber Die Ail- 


wſielogiiche Bedeutung Der F in den 
ur wenig bekannt; fie entſteben wabr⸗ 
lo aus Koblenhodraten, theils aus 
n u. ſcheinen bei ter Keimung eine 
e zu spielen, wie Das Stärkemebl. 
rreich. Wichtiger als für das Yeben 
find vie 5%. fir den tbieriichen Orga⸗ 
e finden fie fich, theils in SJellen ein⸗ 
eile frei, in allen feften u. flüſſigen 
nasweilt ift dae Fett im Bindegewebe 
ı Panniculus adiposus ber Haut, 
auchbẽelble, in den Angenböhlen, am 
en Fuß'ieblen u. den inneren Flächen 
ı Die ANieren, in den weiblichen Bril- 


enmartx. Von Den tbierilchen Flüſ⸗ 


m fettreichſien die Eiflilffigfeit, die 
Fiter, dann der Cbylus, am ärmften 
ig Tertfrei ift normaler Harn. Wäb⸗ 


beit ift ber Organiomus meift reich ' 


e mit eintretender Geſchlechtoeĩunction 
höheren Mannesalter findet wieder 


e Fettablagerung ſtatt, u eiſt im hehen 


windet es wieder. Der weibliche Or⸗ 
meit reicher au Fett, ald der männ⸗ 
ſchen die runderen Formen bes weib⸗ 
5 binteuten. Von Einfluß anf Die 
n thieriſchen Körper ift ferner die Ge: 
Rusteltbätigleit, welche der Junabme 
serlich ſind; daber werden angeftrengte 
bei reihlicher Nahrung mager, auch 
dem Dlaftvieh beehalb wenig Me: 
patbologiicyen Zuſtänden finten Fett⸗ 
bei. in ber Teber, Milz u. ten Nieren, 
m gelähmten Diuskeln ıc. ſtatt; Lei 
ſich eine bebeutente Vermehrung des 
ıte. Ein großer Theil des im tbieri- 
mus angebäuften Fettes rührt direct 
⁊, ſei es vegetabilticher ot. animali⸗ 
g her. In neuerer Zeit find, nament⸗ 
as, Bouffinganlt u. Liebig, zur Be⸗ 
er Frage zahlreiche Verſuche angeſtellt 
36 burdh Die Nabrung anfgenemmene 
‚ ten tbieriichen Körper binreichend 
wgen, cd. ob in demielben auch aus 
angeftoffen Bett erzeugt würte. ſtran⸗ 
er glaubten aus ihren Verſuchen das 
men zu miüflen, wäbrend fich Viebig 
e für die Anficht entichieben,, daß eine 


— in Feit ſtattſinde, wofilr auch bei. 
IM „Gundelach u. And. ſprachen, 
vergeht, def Bienen, weiche mit rei⸗ 


| 
| 


anderer in ten Okganiemus ge⸗ 





im Ztante fint, n. durch wiederholte Berfuche auch 
an anderen Tbieren bat ınan fich zur Genüge über» 
zeugt, daß unter Umſtänden auch fett innerhalb 
Des tbhieriſchen Organismus gebiltet werde. Aber 
melde Stefie vorzugsweije im Stande find, fi in 
Fett umzuwandeln, ıft noch nicht acc ent⸗ 

. im 
X rganianmına mit Beftinimtbeit ernuttelt; turch zahle 
reihe Beobachtungen ift es aber höchſt wabrſchein⸗ 
lich gemacht worden, daß bie Kohlenhydrate (Zucker, 
E:tärtemebl ac.) u. Proteinfubftanzen (Eiweiß ıc.) 
einen weſentlichen Antbeil ander Fettbildung nebmen, 
ja, daß fie vielleicht allein in Berübrung mit tbie- 
rischen Säften in Fett umgewandelt merken können. 
Tie Reiorption der mit der Nabrung aufgenunts 
menen F. erfolgt bauptfählich durch bie Chylue⸗ 
gefäße, jedoch nebmen auch bie Blutcapillaren 
einen Zbeil befieiten auf. Der Nuten, ben das 
Fett für ben tbieriihen Organiemus bat, ift ein 
vielfacher: es dient einestbeils zur Ausfüllung ber 
Zwiſchenräume, welche die Muskeln, Knochen, Ge⸗ 
ſfäße u. Nerven Übrig laſſen, bewirkt eine größere 
Beweglichkeit Der einzelnen Organe u. Organen 
tbeile u. gibt dem ganzen Körper Rundnung, andern⸗ 
tbeils ſchützt es, als ſchlechter Wärmeleiter, den 
Körper vor zu großer Wärme u. Kälte u. erbält in 
temfeiben immer eine gleichmäßige Temperatur. 
Ben großem Einfluß iſt Das Fett bei der Bildung 
ter Zellen u. Gewebe u. liefert durch feine langſame 
Orxydatien einen weientliden Meitrıg zur Ent⸗ 
widelung ber tbieriichen Wärme; ea nimmt Antbeif 
an der Gallenbildung n. ift iiberhaupt einer der 
tbätiaften Vermittler ter thieriichen Stoffmeta⸗ 
morpheſe. 

III. (Technol.“ Die F. dienen zu mancherlei 
Zwegen: ale Nabrungemittel, zur Beleuchtung 
als Xi in Yampen u. ale Kerzen, zur Fabrilation 
ron Leuchtgas, zur Bereitung ven Zeilen u. Pfla⸗ 
ftern, von Zrurteridieärze 1. irniffen, im der 
‘Malerei, zu Maſchinenſchiniere ac. Zu ibrer Ges 
winnung muß man die Zellen, in beuen fie eine 
neichlejien find, zerinrengen; Dies geſchieht bei den 
Pilanzenietten Durch Drud von Preiien u. Stampfe 
müblen. Gewöbhnlich trodner man erft bie Pilnnzene 
tbeile ır. preiit fie dann bei möglichfi niederer Tem⸗ 
peratur aus; das erhaltene UI läßt man durch 
rubiges Stehen ich Nären, wobei ſchleimige u. albu⸗ 
minöſe Steffe mit dem Waſſer zu Moden ſinken. 
Am Rücſtand (Olkuchen) if noch viel freit ent⸗ 
baften, man benutzt ibn mit Vortheil zur Vieh⸗ 
fiüütterung, bier n. ba auch zur Brodbereitung. Ge⸗ 
wöhnlich bedient man ſich der Schwefeliänre zur 
Reinigung der Pflanzenöle: man miſcht 1—2 Proc. 
davon mit dem erwärmten XI, ſchüttelt es mit 
warmem Waſſer, dann mit eımas Kallkwaſſer u. 
läßt es einige Tage leben, bis ſich das DI aeflärt 
bat. Dann kann man es noch, wenn man e& farbe 
los erbalten will, Durch Lbierfeble filtriven. Zur 
Reinigung von Perndt bat man auch Gifenvitriof 
vorgeſchlagen. Von Pflamendten finden befonters 
Das veinöl, DTliveneẽl, Rapsöl, Dantelöi, Kobl⸗ 
ſaatöl, Senföl, Erd mandelẽl, Ricinusẽhen. Nußöl 
Anwendung; von ſeſten Pflauzenfetten fonınen wor: 
Cacaobutter, Balımbutter, Muskatbutter, Cocoe⸗ 
talg, Sheabutter (dient in Weſtafrika ſtatt der Kuh⸗ 
butter), Lorbeerol, chineſiſcher Pflanzentalg (vom 
Stillingia sebifera ; in China bereitet man daraus 


234 Kette bie 


Lichte) 2c. Diele feften %. gewinnt man durch Aus⸗ 
prefien unter Erwärmen od. Durch Auskochen mit 
Daffer. Die thieriſchen F. werben meift durch Zer⸗ 
Hleinerung bes Zellgewebes u. Ausjchmelzen ge- 
mwonnen; auch bier wentet man Echmefelfäure an, 
welche das Ausſchmelzen außerordentlich erleichtert, 
doch muß man ſehr vorſichtig dabei verfahren, weil 
man durch zu viel Schwefelſäure einen leichtflüſſi— 
gen Zalg erhält, ber zur Tichtfabrilatien weniger 
—8— Hi Bei manchen Fetten, 3. B. Leberthran, 
genügt ſchon ein bloſes Ausprefien. 

Kette (Baul.), fo v. w. Dachfette. Daber Zet- 
tendach, ſo v. w. Italieniſches Dad. 

Seite Henne, die Pflanzengattung Sebum 
(f. d.), bei. Sedum Telephium. Daher #ette- 
Vennenfalter, Schinetterling, Art des Argusfalter, 
f.d. A) a) cc). 

Bette Säuren (Bettfäuren, Lipogene Säu- 
ren), alle fette befteben aus einer Verbindung von 
Lipyloryb mit Säuren; die Stearin-, Margariit- 
u. Dl- (Dlein-) fäure find die am häufigften vor- 
kommenden biefer Säuren. Man erhält viele Kör- 
per, die man mit bem Namen ber Fen ©. bezeich⸗ 
net, durch Berfeifung ber Fette mit Kali od. Natron 
u. Berfeung ber entftandenen Kali» od. Ratron- 
verbinbungen mit verbinnten Säuren. Durd 
Preffen ſucht man bie flüſſigen fn ©. von ven 
feften zu trennen u. reinigt bie leßteren durch 
öftere® Kochen mit heißem Allobol. Man theilt 
bie fen ©. ein in flüchtige u. fefte; Die flüchtigen 
find bei gewöhnlicher Temperatur tropfbar flülfig, 
farblos, haben einen intenfiven Geruch u. Ge⸗ 
ſchmack, find 1ö8lich in Waſſer, Allohol u. Ather u. 
laſſen ſich unzerſetzt beftilliren; bie feften f-n ©. 
find bei gewöhnlicher Temperatur fe, weiß, kry⸗ 
ſtalliniſch, unlöslich in Waſſer, löslich in kochendem 
Alkohol u. in Ather; in der Hitze ſchmelzen fie u. 
laſſen fi nur im Iuftleeren Raume unzerſetzt beftil- 
liren. Alle fen S. baben das Eigenthilmliche, daß 
ihre Hydrate als Körper zu betrachten find, in denen 
4 At. Sauerfloff mit einem dem Slbildenden Gaſe 
golymeren Koblenwaflerfieff (Cn Hn) verbunden 
find. Die bis jetzt befannten Säuren biefer Gruppe 
find: a) Flüchtige f. SE.: Ameifenfäure = Ca He 
+ O4, Eifigiäure = Ca Ha + Os, Metacetonfäure 
— Cs Hs + Os, Butterfüure = Ca Hs + Os, 
Baltrianfäure = (10 Hıo + O4, Capronſäure 
== (12 Hı2 + Os, Onantbfäure= Cıa Hs + Os, 
Kaprulfäure = Cie Hıs + O4, Belargenfäure === 
Cis Hıs + Os, Caprinfäure = Cao H2o + Os; 
b) Feſte f. S.: Margaritinfäure == Ca3 H22 + O1, 
Sauroftearinfäure = Caa H2a + Os, Cocinſäure 
= (36 Has + Os, Moriftinfäure= Cas IIas 4. Os, 
Setinfäure = Cso IIso + Os, PBalmitinfänre — 
Usa Hss + Os, Margarinfäure= Cs Hsa + O4, 
Etearinjäure = Css Ilse + Os, Bebenfäure — 
Cas IIa2 + Os, Cerotinfäure = C5ı H54 + Os, 
Meliifinfäure = Cso Hso + O4. Mit ter Zu. 
nahme des Atomgemichts diefer Säuren fteigt ber 
Siedepunkt, u. zwar aufje 2At. CH um 19" (Kopp), 
ferner find die mit geringerem Atonıgewicht bei ge« 
möbnliher Temperatur flülfig, mährend fie mit 
Zunahme deſſelben bidflüffig, weich, ſchmierig u. 
aulegt feit werten. In Bezug auf ihre chemiſche 
Conſtitition laſſen fie fich al8 mit den Alloholrati- 
calen gepaarte Oralſauren anjehen; fo z. B.: Eifig- 
fäure = Ca O3 + Ca Hs + HO (Metbyl-Tral- 
füure + Waſſer), Metacetonfäure — Ca O5 + 


Fettgand 


Cı Hs + HO (Atbyl- Cralfäure + 
Außer den genannten Säuren bat m 
Heine Anzahl Säuren unter bem Wamıeı 
Fettfäuren zufummengefaßt; ihre 
jegung ift verfchieben von der ber feiten 
Bettfäuren, fie nähern ſich denſelben jet 
phufitaliichen u. chemiſchen Eigenſch 
rechnet zu ihnen: Damalurfäure = ( 
Damoljänre= Cæs H24 Os, Olfäure 
Döglingfäure = Css Hse Oa u. Eruca 
ölfäure) = Car Has O4. 
Beer Sonntag , fo v. w. Feifter 
ette Schriften (Schriftg.), Schr 
fih durch bie größere Breite der ru 
ben gewöhnlichen magern Schriften be 
bes auszeichnen. Iſt der Unterjchieb 
fetten u. magern Schrift nicht fehr aı 
nennt man erftere balbfett. Eine ei 
fetten u. halbfetten Schrift ift Die Egypı 
Fette Zeichen (Aſtrol.), bie erfte 
bes Widders, Stiers u. Löwen. 
Fettfedern, bein Geflügel vie Fed 
bem Hintern, welche angeblich ausger 
müſſen, wenn ſich Maſtvoögel gut müßt 
Fettfell, 1) (Pinguccula), Hein 
gelbe, linjengreße Anjchwellung in be 
tes Auges, bie ohne weitere Beſchwerde 
lang dauert, doch durch das Mefler 
losgefhält werden kann; 2) Tele, ı 
Settigleit zwifchen Haut u. Fleiſch, lal 
gut zu Bergament verarbeiten. 
ettfiede. ſ. u. Fleckausmachen. 
ettfloffen (Zettfinnen), ſ. u. Flof 
ettflofjenwelfe (Mystus Artedi 
außer ber ftrahligen Rüdenfloffe ned « 
baben; bazu die Gattungen: a) P 
(.2); D Bagre, f. u. Pimelode: 
(Synodontis Cuv.), nadt, Schnauze 
tere Kinnlade mit zufammengebrüdte 
migen Zähnen, auf biegfamen Stielche 
afrikaniſchen Gewäffern; Art: S. clar 
Schal) u.2.a.; d) Agenciosus. 
Pimelodes gleich, tod chne Bart 
Hornwels (A. mılitaris), mit zwei 
tem Kopfe u. a.; e) Doras (f. b.). 
Be echt ſo v. m. Fettichabe. 
ettgans (Aptenodytes Z.), 
Zauder (Shwimmodgel); Flügel gaı 
Schmungfebern, die Dedfebern wie gel 
ſchuppen, Schnabel gerade, ziemlich ı 
ſchnabel gegen Die Spike bin etwas h 
auf ein Drittel feiner Länge mit Feder 
Die Naſenlöcher fteben, von benen Bi 
eine Furche läuft; Füße ganz kurz u. 
als bei irgend einem anderen Vogel 
vorwärts gerichtet, Schwimmfüße br 
Schwanz; lebt gefellig im Silpmeer, € 
ins ofjene Meer (oft 100 Meilen), ru 
ten Flügeln, ıft Bid an ben Hals im | 
aufs Yand nur um zu niften, wirb febı 
gattungen: a) Betttaucher (Aytenod 
Schnabel lang, düun, zugeſpitzt, bie 
befietert, mit einer Furche nach be 
Art: Großer Ketttauder (A. p 
ſchaarenweiſe Auf den Falllaudoiuſeln 
u. Dal., von der Größe ciner Gans, Ge 
ſchwarz, von einer citronengellen Liul 


tie dadurch ſchön ausſehende Halthe⸗ 


Fettgar bis Fettuogel 


u. bgl.; bis 30 Pſd. ſchwer, ſchiefer⸗ 


235 
ber ſchweren Metalle biſden unlseliche Verbindungen. 


weiß, Fleiſch ſchwarz, tech efbar: | Der Bettfäureätber (Acttfaured Atbolorvd, Ca 115 
Catarrhactes Brisson), Zcnabel | O + Cıo His Os, bilver eine dlige, farklefe Ktifig- 
slammengetrüdt, fpitig, vorn etmas 


ſtaſenfurche geht nicht bis zum Rande; ' 
Jaarige — (Springende F., 


na), chen ſchwarz, unten weiß, an | 
:8 Hinterkopfes ein weißer ob. gelber . 


ringt bieweilen aus tem Waſſer; auf 
ı Injeln ber Erte; Größe einer Ente; 


in Erklöher, ey Bloffentaucer ; 
Briss.), Schnabel gerabe, zufammcn- ' 
ter Wurzel unregelmäßig geturct, ! 


vorn hakenförmig; Art: Capſcher 
emersus, Aptenodytes deier:n), 
unten weiß, Schnabel u. Füße braun, 
: Ente, niftet in niebrigen Felſen, be 
Flügel bisweilen zum riechen. 

Reber, welches mit DI od. Fett ge- 


wulft (Bettgewäde, Lipoma, Stea- 
Balggeſchwulſt. 

ſo v. w. Wurſtgift. 

, jetiäbnlicher Glanz eines Minerals. 


keit, Die beit — 9" tryſtalliniſch erftarrt, über 100° 
fieret u. unverändert überbeftillirt; er riecht ange- 
nebm melonenartig. 
Fettſchabe, Art Yichtmotte, f. u. Aglofla. 
wettichmelzen, fe v. w. Diarrbie bei Pferden. 
Be mänziged Schaf, |. u. Schaf. 
M Fettſchwefelſaͤude, jo v. w. Glycerinſchwefel⸗ 
äure. 
Gehe „ſo v. m. Elaͤolitb. 

ettſtellen, Stellen tes Ackers, mo ſich das 
Getreide durch kräftigen Wuchs auszeichnet. Am 
meiſten fommen tie F. auf mager gebaltenen Fel⸗ 
dern, bef. in trodenen Jabren, u. auf Haferfeltern 
vor. Urfachen find: es hat ein Düngerhaufen an 
biefer Strelle gelegen; ein Hamſter od. Maulmurf 
bat daſelbſt gewobnt: in ter tieferen Erdlſchicht ift 


- beflerer Boden or. bie Stelle iſt tief aufgelodert 


‚ bie tieifte fetthaltende Schicht ter ' 


serhaut liegenden Lederhaut, f. Haut; 
atgeſchwulſt, muttermalähnliche Fett⸗ 
Haut, angeboren ob. ſpäter entſtanden. 
t, ſ. u. Feit. 

ſo v. w. Schabkäfer. 

ꝛ Die am wenigſten mit erdigen Be— 
yermengte, daher wenig Schlacke lie 


er, eine weiße Fettmaſſe um ben Darın 


kheit, eine Krankheit ber Seidenwür⸗ 
ber biejelben anfgebunfen werden u. ein 
nes ch. gelbliches Anfehen bekemmen. 
t, bie Pflanzengattung Pinguicutati. td... 
beim Dachſe ein Yoch über Dem Yiter, 
mänte mit Kettkrüfen befegt fine ; beim 
tder Dachs jeine Schnaugein dieſes Loch. 
en, ſo v. w. Labmagen. 

nen, Silsermüne, fo v. w. Albus. 
en, Knoten, Fadenenden u. andere 
a, welche beim Weben in dem Tuche 


izen, Pflanzen mit fetten, dicen, ſaf⸗ 


n, bei. Craffulariaceen, Sedeen, Fi⸗ 


ſtens Alpengewächſe. 

e (Brergölfäunre, Sebaciſche 
kcidum sebacicum a. pyroleicum 
Hs Os + HO, entflebt neben Ca- 
‚aprylfäure Bei 
ze, fo wie aller Olſaãure entbaltenten 
e bei ber Deftillation erhaltenen Pro⸗ 
ı mit fiedentem Waller erichöpft, das 


kalten Die Eiure in glänzgenten Nadeln 


o& Umtfrpfiellifiren werben bie Kroftalle 
«u. geihmadios; fie ähneln febr ter 
„ Diefe Säure ſchmilzt bei + 127”, 
Itmiren u. entwidelt babei einen fehr 


om Huſten reizenden Geruch; fie läft 

fiedendem Waffer, ſchwer in kalten. - 

ver, flädtige u. fette Ole löſen fie leicht 
a fie die fettſauren Sale; bie 
I8len fich teicht in Waſſer, 
(östlich, hie Oxyde 


ien bifbet 
laliſcher 
a Erdſalze 





er Deftillation ter | 


— — — — — u — — 


worden, wodurch ſich die Wurzeln der 
mehr ausbreiten fännen. 

Fettfucht, 1) (Obesitas), zu häufige Fett⸗ 
erzeugung, allgemein ch. bef. unter ben Bauch 
beden als Aertbauh (Obesitas abıominalis), auf 
einer krankhaften Richtung Der Ernährung beru- 
bend, veranlaßt Durch eine befentere Anlage, phleg⸗ 
matiſches Temperament, Unthätigleit Des Körpers 
n. Geiſtes, zu vielen Genuß, vorzüglich animaliſcher 
Speiſen u. geiſtiger Getränke, vieles Schlafen, 
übermäßige Tbätigleit der meiſt auch vergrößerten 
Yeber, betrifft am meiſten das ſpätere Mannedalter 
u. führe oft zu Waſſerſucht. Mittel dagegen fub: 
fleißige Bewegung, kalte Fluß⸗ op. Seebäter, large 
Koft, Gewöbnung an vegetabiliiche Nabrung, Waſ⸗ 
jertrinfen mit eerfiehtigem Zuſatz von Eſſig, fort» 
gefenter Gebrauch ven Abfübrungsmitteln, Der Jo⸗ 
dine, Doch nur unter ärztlicher Hand, bei vormal- 
tender Erſchlaffung, Schwäche u. Neigung zu Waſ⸗ 
ſerſucht ſtärlende Diittel. Die meiften Beripiele von 
ungewöhnlicher F. (ſogenannte Fettriefen) hat Eng⸗ 
land anufzuweiſen (Er. Krigbt, fl. 1750 im 30. 
609 engliiche 


flanzen 


Jabre, mo fund; Eprones, fi. 


: 1775, 57 „Jahr alt, wog 649 engliihe Pfund). 


Auch kommt Die F. ale Mißbildung bei Kindern 
ver (iiber 200 Pfund Gewicht bei Mädchen von 
10 — 11 Jabren). 2) Line Kranfheit Der Etuben- 


etttaucher, Art ter Fettgans (. D.). 

ttteich, Der Teich, in welchen man bie Karpfen 
zum völligen Auswachſen bringt. 

Fetttheer, Probuct ker trodenen Deſtillatien 
der Fette; feine Jufammeniegung ift verſchieden je 
nah ter Natur Der Fette u. Der Temperatur, bei 
welcher bie Deftillation vorgenommen wurbe, |. u. 


ette. 

Fettthier, 1) ſo v. w. Klippenthier; 2) ſo v. w. 
Fettſchabe, ſ. u. Agloſſa. 
ttthon (-Miner.), fo v. m. Bolus. 
ttvogel (Hachtpapagai, Steatornis 
IIumb.), Gattung ber ſperlingsartigen Vögel, den 
Ziegenmellern (Nachtſchwalben) ähnlid;, Schnabel 
von halber Ropfslänge, an ten Seiten zufammen- 
gebrildt, an der Spige gebogen, obere Kinnlade 
Doppelt gesäbnelt, Mund bis hinter die Augen ge- 
 fpalten, Süße kurz, Klauen glatt; Fraß: bartes 
' &efäme; Art: Garipifger $. (St. caripensis), 
in Sudamerika im Thale Caripe bei Cumana in 


— beſteht in tem Allzufettwerden derſelben. 





236 Fettwaaren 


ben Deden ber Felſenhöhlen, gefellig, in einer Höhe 
von 50— 60 Fuß niftend. Um Johannis werben 
die Nefter mit Stangen berabgeftoßen u. das Bruft- 
fett zu gutem Speiteöt u. Schmalz benutt, Das 
Daraus gewonnene DI heißt Guadbaro-DI, ba 
ber Zogel in feinem Baterlande Guacharo heißt, 
wie eine ber Höhlen, wo er lebt. 

Settwaaren, alle fettige Hanbelsartilel, ale: 
Butter, Sped, Thran, Talg, Dle ıc. 

Fettwachs (Adipocire, Leihenfett), fet- 
tige Suhftanz, melche fich in Leichnamen durch Ein- 
wirkung bes Waſſers bildet, fo z. B. wenn man bie 
— längere Zeit einem ununterbrochenen Strome 

iſchen Waſſers ausſetzt, od. durch längeres Liegen 


in feuchter Erde, beſonders bei Anhäuſung mehrer | 


Cadaver auf feuchten Kirchhöfen, od. in den Mace⸗ 
rirtrögen ber Anatomien. Im reinen Zuſſtande iſt 
es weiß, burchicheinenb, fettglängend, kryſtalliniſch, 
unlösfich in Waſſer, löslich in Ather u. kochendem 
Allohol, aus welchem es fi beim Erkalten in try 
Irre Blättchen ausicheidet. Es befteht haupt- 
ählih aus Dargarinfäure u. andern feften Fett 
fäuren, denen etwas Kalk beigemengt ift. Es wurte 
zuerft von Fourcroy an einem auf bem Kirchhofe 
des innocens in Paris ausgegrabenen Leichname 
beobachtet. Vgl. Johnſon, History of the progress 
and the present state of anımal chemistry, 
Lond. 1803. 

Fettwolle, 1) tie feine, bei. weiche, einfchilrige 
Wolle der Schafe, bie zum Einfchlag feiner Zeuge 

ebraudt wird; 2) Wolle, tie noch ihre natürliche 
Fettigteit befitst. 

Fettwurſt, Blutwurft, deren Füllung nur menig 
Blut u. Fleiſch, aber viel in ziemlich große Stüde 
— — Fett entbält. Dazu werten gewöhnlich 

er Magen u. die dickſten Gedärme genommen. 

fugu, Injel, zur Mentanagruppe gehörig. 
otus (lat.), fo v. mw. Foetus, f. Einbryo. 

— (türk.), ſo v. w. Fetfa. 

eucheres (ſpr. Föſchehr), Sophie, geb. Clarke, 
n. And. Dawes, eine Engländerin, ſpäter an ben 
Herrn von Feucheres verheirathet, Maitreſſe bes 
Prinzen Condé u. nad) Angaben ber Familie Roban 
ſchuldig an beffen Tote; fe fl. Ende 1840 in Lon⸗ 
don u. ihr Nachluß gab 1542 zu einem fcanbalöjen 
Precefie Anlaß, f. u. Condé 11). 

Feucht, Marttfleden im Lorenzforft im Landge⸗ 
richt Altdorf des baieriſchen Kreiſes Mittelfranten ; 
Weißbierbrauerei, Bienenzucht; 700 Ew. 

Feucht, Ialch, geb. 1522 zu Pfullendorf in 
Schwaben; fl. 1580 als Weihbiſchof u. Pfarrer 
von St. Veit in Bamberg. Seine Schriften fint 
größtentheils aſcetiſchen u. polemiſchen Inhalts (ge 
gen Ofianter). 

art Sagt.) fo v. mw. Feigenblatt. 

euchtbret (Buchdr.), Bret non der Größe eines 
Papierbogens, auf melde bie Haufen gefeuchteten 
Papiers geftellt u. mit bem fie zugebedt werben. 

‚ Seuchten, 1) bei der Pulverfabrifation, Wafjer in 
bie Stampflödher gießen, in melden Schwefel, 
Calpeter u. Koblen geftampft werten; 2) (Jagdw.), 
vom Wilde, den Urin laſſen. 

Feuchtersleben, Ernſi Freiberr v. F. geb. den 29. 
April 1806 in Wien, fiubirte Medicin, wurde 1844 
Decan ber mediciniſchen Facultät u. 1847 Vicedire⸗ 
ter der nediciniſch⸗chirurgiſchen Studien in Wien, 
erhielt 1548 unter dem Dinifterium Dobiboff tie 
Stelle eines Unterſtaatsſecretüre im Minifterium 


bis Fendale 


des Unterrichts u. fl. 3. Sept. 1849. Er 
bichte, 4. A. Stuttg. 1846; Zur Diäten! 
18.4. Wien 1857; Die Gemwißbeit ı 2 
Heilkunft, auch unter dem Titel: Arzte u.‘ 
Wien 1839; Lehrbuch der ärztlichen & 
ebd. 1845; Beiträge zur Yiteratur-, 
Lebenstheorie, ebd. 1841, 2 he. (Veb 
Sämmtliche Werke herausgegeben von | 
ebd. 1851 —53, 7 Bde. 

Feuchte zeichen, in ber Aftrolegie bie 
Wage u. ver Waflermann. 

euchtfliege (Tetanocera), Unterg 

Gattung Oscinie, |. u. Lippenfliege. 

Feu tglied, Jägerausdruck * dat 
Glied der Jagdthiere, kei. ber Hirſche 

Feuchtigkeit, 1) Waſſer od. wäſſeri 
auch Alkohol, ſofern er durch Anhängen 
dung mit feſten Stoffen tritt; 2) Diele g 
als Eigenichaft an ſich troduer, od. ber‘ 
fähiger Körper. Das Feuchtwerden tredı 
an der Luft berubt auf ter Geneigtbeit, i 


ber Luft anzuziehen. Die Feuchtigleit ifl 


der gemöhnlichften Zerſtörungsmittel feſt 
inbem fie, bef. bei höherer Temperatur, € 
ra zur Folge bat, u. bieje wieder 

übungen (Schwänmnt, Schimmel, 9 
weiche ebenfalls zerfiörend einwirken. 

Feuchtigkeitsmeſſer, |. Hygrometen 

euchtfafer (Ilydraena), Gattung! 
der Walierläfer, ſ. b. 
Feuchtkammer, Aufbemabhrungeort' 
teten Bapier#, | u. Buchbrucken. 
Feuchtſack, beim Wild Harnblafe. 
Feu are Landw.), fe v. w. 
Feuchtſchwamm, Pilzgattung der! 
Hymenonmycetes-Polyporei, mit Der 
lius lacrymans.. welce jhimmelartig 
Holze der Gebäude entfteben. 
Feuchtſpäne, zwei hölzerne Leiften, 
der Buchdrucker das Papier faßt u. durch 
iebt. 
Feuchtwang, 1) Landgericht im baier 
Mittelfranken; 5; OM., 15,500 Ew.; 
Be darin, an der Sul; Sitz des li 

ateiniihe Schule, Hofpital; fertigt Da: 
Leder; dabei das Eifenhammerwerl E 
2350 Ew. 

Feuchtwangen, 1) Konrad v. F., 
auf Burkhard von Schwenten ale . 
tes Deutihen Ordens; er nahm 129 
der Eroberung von St. Jean d'Acre 
dann in Venedig, unterbrüädte 1295 
ftand ber heidniſchen Preußen gegen be 
ftarb 1297 aufeiner Reife nah Böhmer 
2) Siegfried v. F. folgte 1309 auf ( 
Hobenlobe als Hochmeiſter, verlegte b 
bes Ordeus nach Marienburg, eroberte P 
u. ſtarb 1312; |. über beide unter Preuß 

Feudale (Mehrzahl Feudallay, Lehn, 
F.debYiam, Lehneſchuld. F. jus (Beubdatrı 
recht. Feudäles litörae, Lehnbrief. Feu 
Lehnsſache. Feudalls curla Lehnhof. I 


‚ eunla, Lehngeld. Feudalissuccessie. Lehn 


dalberrſchaft, jo v. m. Yehneherrichaft. 3 
fo v. m. Lehnsivflem. Sendalweſen, 
Feudalismnd, Das Streben nach Einführ 
baltung bes Lehnsweſens. Seubeitkt, Red 
ber fih vorzüglich mit dem Studinm bei 


Feudenheim bis Feuerbach 237 


teubatität, Lehneverhältnift. Peuball- | fo v. m. Feuerherd; 2) (Schiffem.), Laternen. mit 
ten die farholiichen Biſchöſe bei ibrem t welchen die Schiffe des Nachts fignalifiren, daher 
tem Bapfte leiften müſſen. Reutata- ! Weuerauffieden, Laternen auihängen; ein Abmiral« 
lſaun, ber Belehnie. | ſchiff führe 1 %.; 3) fo v. w. Leuchtthurm u. Feuer⸗ 
im, Pfarrderf im Amte Ladenburg baak; 4) Fſ. im Holz, eine Art Fäulniß im Holze 
Unterrbeintreiles; 2060 Em. der Schiffe, wobei einige Stellen weiß werten u. 
n, Piarrdorf bei Erntebrüd in Kreije , dann faulen; das %. im Holze beginnt meiſtens 
des preußischen Regierungobezirks | mit rem Fuchſe (j. d.), ten men an ber rothen 
025 Em. Farbe u. einem Schwammgeruch im Holze erleunt; 
Fendista, Feudorum libri, Feudales 1.), | 5) (Chir.), fo v. w. Brenumittel, ſowohl eigente 
rj. ns Juris, ſ. d. I. n) n). Iıhe, f. Kauterien, als Toptea F., ſo v. w. A 
zergipitze, ſo v. w. Fieudo. mittel; 6) Heiliges F. (Med.). ſo v. w. Antonius- 
j. rebn. I feuer; 7) Thierarzneit), mit Beiſätzen, gemeiner 
as gleichzeitige Auftreten von Märme : Name mebrer Thierkraukheiten, als Heiliges F., 
Felge chemiſcher Preceſſe od. man- Kaltes F. „raufendes (Wildes) F., ſ. d. 
eintretender Veränderungen in dem Feueranbeter, fo v w. Parſen. 
tande ter Körper. Bgl. Flamme u. Keueranzeiger,, eine Mafchinz, welche ben Ort 
Dar Jeueranmachen gebört unter | angibt, we die Feuersbrunſt ift, deren Feuerzeichen 
Erfindungen des Menſchen u. lein man wabrninmmit. Sie beſteht aus einer Platte, 
:edt worden, Das nicht Feuer zu er⸗auf melcher eine große Speciallarte aufgeklebt iſt, 
ne. Die Natur bietet in einzelnen : od. auf welcher man Lie Richtung ber am Tage 
zündenden Blipfirahl, in Erupiionen | fihrbaren, benachbarten Urte aufgezeichnet bat. Mit 
n, in an ter Luft fih entzündenden, einem gewöbnlichen Ziepterlineal wird man aufeiner 
len, ed. durch antere Selbſtentzün⸗ſolchen Hatte die Richtung einer Feuersbrunſt auch 
sene Nermittelung bes Menicheu ar. | bei Nacht genau beitinnmen können. Um bie Ente 
echiſber Divtbe harte Prometbeus das | feruung u. alio ten Punlt des euere zu beftimmen. 
töbre vom Himmel entwendet u. ben | confiruirte Jahn in Leipzig einen F. Diefer beruht 
wacht. In einem orphiſchen Gericht | auf tem geometriicen Princip, daß Die Yage eines 
er Kunſt getacht, durch einen Kryital | Punktes im Raume von dem Beobachtungspunkte 
 Urennglafee) Kienbolz anzuzünden. | aus durch 2 Coordinaten beſtimmt wird, durch bie 
ene beilige F. Der Bella mußte ichon | Ricbtungslinie u. ten Tiefenwinlel. Der Apparat 
Zeit durch eberne Hoblſpiegel wieter | beftebt Daber aus einem borizontal geflellten Rich⸗ 
rben; auch die Sonnenjungfrauen ber tungolreiſe mit Gradtbeilung, in deſſen Dlittel- 
beten auf gleiche Art Das verlofhene | punkte eine in ibm drehbare fenfrechte Säule iſt. 
en⸗F. Tas Feneranſchlagen mıt Kie- : Wit die er Sänle zugleich Drebt fi) eine auf dem 
rbe von Plintus dem Pyrodes zuge , Richtungekreiſe auflienende Regel, welche Die Rich⸗ 
jelbe erwähnt auch die Feuerbereitung tung mittelſt ter Gradtheilung angibt. Am obern 
ander geriebened Holz; beide Arten . Ende ter Säule ıft ein Tieſenquadrant genannter 
sie Amerikaner zur Zeit ter Entbedung Viertelokreis, ebenfalls in Grade eingetbeilt, ange⸗ 
teilt u. erzeugten eo, intem fie entweder bracht, um deſſen Diittelpunte ſich ein Nachtfern» 
(rten Hölzer aufeinander rieben u. Die rohr in Der Ebene Des ſenkrecht ſiebenden Tiefen⸗ 
nit febr trednem Gras od. Blättern quatramten auf« n. niederbewegen läßt. Zugleich 
t. laufend Lem Luftzug ausjegten, od.ite | mir tem Fernrobr bewegt fich ein Zeiger längs der 
‚013 quirlartig auf ein anderes einmir- | Zbeilung Des Tiefenquadranten u. gibt ſomit bie 
3g1. Feuerzeuge. Das F. ift bei vielen | hübere ed. tiefere Stellung des Fernrohrs, d. b. den 
würdigſte u. berriichfie Symbol ter | Zieienwintel, an. Wenn nun ber %. für immer 
rt u. Begenftanb ber Berebrung (Aeuer- | auf derſelben Stelle beieftigt iſt n. man bei Zage 
olatrie), jo bei. in tem Parfismus. | vom Zburme aus mit ihm bie Richtungelinien u. 
en >iejer Religion waren das Heiline ı Tieſenwinlel aller in der Imgegend des Thurmes 
mpeln der Befte, bei Griechen u. Rüe | liegenten Oriſchaften u. Tonftigen Punkte, allo deren 
(bft in tem Tempel Jehovahs bei ten | Yagen im Raume, genau befiimnit u. in cin Orte 
r in ben katholiſchen Kirchen die Ereige | manual eingetragen bat, fe kaun umgekehrt mittel® 
nnt wird. F. mar auch bei allen alten | tes 8 a. Urtenanuals ein bei Tage od. Nacht 
Symbel der Reinigung der Seele u. ausgebrochenes Feuer binfichtlih Des Ortes, mo €6 
Mittel, an Dienfhen das Irdiſche u. | it, bit auf 2 Ztunten Entfernung genau beftimmt 
; 3erfiören u. göttlich u. unfterblih zu | werben. 
in Dem Mythus von Temcpboon ı. WTeuerarbeit, Arbeit, mo man mit Hülfe des 
yn der Berbrennung bes Heralicd auf | Feuers etwas verfertigt; bef. bei Metallarbeiternt 
Darum venrden auch bei vielen alten | Da8 Schmelzen u. Yörben (vgl. Bankarbeit); daher 
e bei fen Römern u. Germanen, die | Aeuerarbeiter. welcher tiefe Art Arbeit verrichtet, 


— 


r Verſtorbenen verbrannt, Die letzie un. — ‚ f. Feuerverſicherung. 








ng. Endlich deutet au fie Sage eueraflel, jo v. ww. Cieliriſcher Scolopender. 
en Weltbrand in den Religionen In⸗ euerbaaf (Blüfe, Seew.), ein Feuerſignal 
n8, Standinaviens, ja ſelbſt das eae- | an geſäbrlichen Stellen in Se 
holiſchen Chriſtenthums auf Ähnliches. Feuerbach, Pfarrdorf in Oberamte Stuttgart 
kommanbomwort zum Abſchießen ter | bes würtienibergiſchen Medartreifes, 2755 Gw.; 
e beim Militär. Wunnmwollenivinnerei, beide Fabrik, in ber 
tedyuilches Bedeutung), 1) (Hättenw.), | Yiähe Ciſenbahuſtation mit gretzem Zuunel, 


238 


Benerbad , 1) Johann Peter v. F., geboren | 


1761 in Metlar, Sohn eines Strumpfwirkers, 
ftubirte feit 1752 in Odttingen die Rechte, wurde 
1789 Confulent in dem ſchwäbiſchen Rittercanton 
Kocher, 1806 Dceupationscommiffär in Ehingen, 
1808 geheimer Yegationsrath bei dem mürttember« 
giihen Cabinetsminiſterium, ſaß 1815 mit auf bem 
Wiener Eongreß, wurde in demſelben Sabre Ge- 
fanbter am Bundestage, 1820 wirflicher Mintfterial- 
Director im Departement ber Auswärtigen Angeles 
genbeiten u. 1821 Mitglied des Gcheimen Rathes; 
er fl. 18. Ian. 1825. 2) Paul Joſeph Anjelm 
Ritter v. F., geb. 4. November 1775 in Krauffurt 
a. M., ftudirte feit 1794 Rechtsphilojophie in Jena 
u. begann daſelbſt als Privatbocent Borlejun- 
gen zu halten, wurde Mitarbeiter am Spruchcol⸗ 
legium u. 1801 Profeſſor des Lehnrechts; 1802 
folgte er einem Rufe nach Kiel u. 1804 nach Lands⸗ 
but, wo er Profefior des Civil- u. Criminalrechts 
wurde. Hier in unfriebliche Verhältniffe mit einem 
feiner Eollegen geratben, gab er jeine Brofefjur auf 
u. fand 1808 einen neuen Wirkungskreis als ge- 
heimer Referenbar bes baieriſchen Juſtizminiſte⸗ 
riums, melches ihn mit ber Bearbeitung eines neuen 
Strafgeſetzbuches für Baiern betraute. 1808 Ge⸗ 
heimer Rath geworden erhielt er den Auftrag auch 
ein Civilgeſetzbuch für Baiern zu entwerfen u. nahm 
ſeit 1810 Theil an der Ausarbeitung der Conſtitu⸗ 
tion. Indeſſen wurde ihm auch dieſe Stellung durch 
den Neid ſeiner Gegner verbittert, welche 1813 
Veranlaſſung nahmen, ihn wegen einer gegen Na⸗ 
poleon gerichteten Schrift bei dem Miniſterium u. 
dem Könige in Mißeredit zu bringen. Infolge deſſen 
wurde er nach Bamberg als Vicepräſident des 
dortigen Appellationsgerichts verjegt n. bald darauf 
erhielt er ſeine Ernennung zum Präſidenten des 
Appellationsgerichts zu Ansbach. Im Jahre 1821 
bereiſte er den Rhein, Belgien u. Frankreich, um 
das franzöſiſche Hecht aus ber Prarie kennen zu 
lernen. Im Intereffe des Rechts nahm er fich 
au der Sache Kaſpar Hauſers an, Tieß ſich 
aber dabei zu manden unvorſichtigen Außerun- 
gen binreißen. Schon lange änfeınb ftarb er 29. 
Mat 1833 in Frankfurt a. M. Er übte durch feine 
Schriften u. feine Wirkſamkeit einen bedeutenden 
Einfluß auf Die Entwidelung des Rechts, namentlich 
bes Strafrechts. Bon feinen uriprünglich lebhaft 
vertheibigten Theorien, welche Das freie Ermefien 
ber Richter zur Feftftellung des Strafmaßes beein- 
träcdhtigten u. eine rigorifiiihe Anmentung ber 
Strafe bebingten (bie fogenannte Abſchreckungstheo⸗ 
rie), fam er in fpäteren Jahren, Durch die Praris 
belehrt, zurüid u. arbeitete beshalb eine Reihe von 
BVerbefierungen zu feinem Strafrecht aus. Sein 
großes Unternehmen einer Darftellung der Uni⸗ 
verfalgeichichte des Rechts blieb unvollendet. Gr 
fchrieb: Über die einzig möglihen Beweisgründe 
egen das Dafein u. bie Thätigfeit bes natürlichen 

—5— Lpz. 1795; Kritik des nat. Rechts, Altenb. 
1796; Antihobbes, od. über Die Grenzen ber bür⸗ 
gerlichen Gewalt u. das Zwangsrecht ber Unter⸗ 
{banen gegen ihre Oberherrn, Erf. 1798; UÜber das 
Verbrechen bes Hochverraths, ebd. 1799 ; Uber Die 
Strafe ale Sicherungsmittel vor künftigen Be- 
feidigungen bes Verbrechers, Chemnitz 1799, Re 
viſion der Grunbfäte des pofitiven peinlicden Rechte, 
Iena 1799, 2Bde.; Lehrbuch des gemeinen in 
atſchland gäftigen p Stechte, Gieß. 1801, 


Feuerbach bis Feuerblende 


14. Aufl. herausgegeben von E. J. A. 
ebd. 1847; Civiliſtiſche Verſuche, ebd. 
des Kleinſchrodſchen Entwurfs eines y 
ſetzbuches für bie baieriſchen Stante 
3 Bre.; Über Philoſophie u. Empi 
Berbältniffe zur pofitiven Rechtswiflen] 
18504; Merkwürdige Criminalrechtsfäll 
2 Bde., 3. Aufl. ebd. 1839; Strafgeſe 
Königreich Baiern, Mind. 18135 8 
iiber das Geſchwornengericht, Landéh 
Offentlichkeit u. Mündlichkeit gerichtlic 
lungen, Gießen 1821 — 25, 2 Bde.; 
Darſtellung mertwürdiger Verbrechen 
2 Bde., 3. Aufl. Frankf. 1849; Kle 
vermifchten Inhalts, Nürnb. 1532, : 
auch mit Harfcher von Almenbingen ı 
beraus: Bibliothek ber peinlichen Rech 
u. Geſetzkunde, Gött. 1800 ff. Sein? 
jein Sohn Ludwig F., 73.1352, 2: 
Anjelm, ältefter Sohn bes Vor., 
Jena, ftudirte jeit 1817 in München, 
beiberg Theologie n. Philologie, wurd 
am Gymnaſium in Speier, wo er ſein 
riſche Thätigkeit auf dem Gebiete ber ? 
chäologie begann. Bon hier ging er I! 
fefior der Philologie nach Freiburg 1. 
7. Sept. 1851 fl. Er ſchr. u. a.: Da 
Apollo, Nürnb. 1833, 2. Aufl. Stutt, 
Nachgelaſſenen Werke gab feine zmeite 
riette F., u. 9. Hettner, Braunſchw. 
beraus (1. Bd. enthaltend: Neben 
Briefe u. Gedichte; 2. u. 3. Bo.: 
griehicen Plaſtik; 4. Bd.: Kunſtgeſ 
handlungen). 4) Luͤdwig, Bruder 
geb. 1804 in Ansbach, ftudirte ſeit 18 
berg Theologie, feit 1525 in Berlin 
wurbe 1828 Privatdocent in Erlanı. 
aber nah einigen Jahren ins Priva 
um ganz feinen jchriftfiellerifchen Arkı 
Nur kurze Zeit Docirte er 1914 öffe 
Univerfität in Heidelberg. Er ift ein: 
vertreter der Aungbegelichen Schule. 
danten fiber Tod u. Unfterblichleit aus 
eines Denkers, Nirnb. 1830; Abäla 
Ansb. 1533; Uber Pbilofepbie u. Chr 
Beziehung auf ten ber Hegelihen P 
machten Vorwurf ter Unchriftlichteit 
Geſchichte der neueren Bhilofophie, et 
2 Tole.; Pierre Bayle, ebd. 1835; 
dem Gebiete der Pbilofophie, ebd. ‘18: 
fen des Chriſtenthums, Ypz. 1841, 2 
Das Wefen der Religion, 2. Aufl. 1841 
Lpz. 19857; Sämmtliche Werte, 1846- 
Anfelm von 5-8 Leben u. Wirlen 
2 Bde. 
euerbade, fe v. w. Feuerbaak. 
euerballen (Kriegsw.), ſo v m. 
euerbau (Feuerftellung, Hüttenw 
Weiſe der Conſtruction eines Friſchfe: 
Feuerblas, keines, leicht gebaute: 
zeug der Schweden, mit leichten Kanc 


bafien bejest. 
euerblattern (Dieb.), fo v. m. | 
uerblende (Dtin.), bildet byazin 
tafelförınige zu Billbeln vereinigte, b 
baft glänzende Kruftalle; ihr ſpecifiſch 
4,3, ihre Härte = 2; entbält Silber, 
Schwefel; findet ſich bei Freiberg u. 


Fenerbock bis Feuerfeſt 


ſo v. w. Brantked. 
je, fo v. w. Arabiſche Bohne, f. u. 


je, diejenige Vorrichtung bei ber Ge⸗ 
feifitien durch Feuerſetzen, vermöge 
ufgeichichtete Holz ſeine Flamme an 
ſpielen genöthigt wird. Gewöbhnlich 
mfentes Geftelle. 

) (deuerderm), iſt Cratacgus Pyra- 


te, fo». w. Pyrotechnik u. Pble- 


t (Relinionem.), ſ. u Feuer. 

PD, in ter Aſtrologie ter gemein» 
r Stimmelszeichen Widder, Löwe u. 
pe Beichen). 

Zchneite, welche fehneitende Wert: 
breiten bekommen, u. melde nach⸗ 
a wird. 

r, ſ. u. Eimer. 

jo d. m. Schornſtein. 
„gewöbnliches Taſchenfſpielerkunſi⸗ 
ı ten religiöfen Übungen ter Der⸗ 
rlemmend. 

‚Tev. w. Schleierkauz. 

T, Werkzeug zum Anfachen des 
Federn ed. Holzſpäbne, welche fä⸗ 
einem bölzernen Stiele beieftigt find. 
T, Schmetterling, |. u. Argusfalter 


1) tiiriiches Altertbum:, fo v. w. 
lo v. w. Sturmiaß. 

‚ Art ter Gartennelle, ſ. d. 

n, am fürlihen Bol won Roß ent⸗ 
ı 


ift, mas bei Einmirfung von Keuer 
fib nicht entzünter u. feine Form 
nicht verändert, falld jene Einwir⸗ 
einem rate u. in einer Tauer ge- 
felbft Die teneriefteften Körner ibre 
rm, fchmelzen od. ſich verillichtigen. 
Weit Ter Nörper ift daber flet® eine 
mebr ct. minder abgeftufte. Es ge- 
ewiſſe Körper in allen praftifch vor- 
illen teuerfeit find, u. Demngemäß auch 
‚ötpern gemachten nüblichen Dinge. 
teterislien, fo Mauerſteine, Chamotte⸗ 
ınziegel, Lienziegel, ſchmelzen nicht in 
ke. Sie werten aus feuerfeftem Thon 
von gebranntem feuerfeflem Tbon- 
sulverten Porzsellanicherben bereitet. 
müjten ebenfull® jeuerfeft fein, man 
euerfeften Thon u. Graphit. Auch 
te Schmeiztiegel aus Platin. B) Für 
ufe: 3) zu feuerfeltem Unfrich dient 
8 (f. d.) in Auflöfung. Cs verbin- 
ıt bie Verbrennung, uber das leichte 
So wirken auch Salzlölungen, Be⸗ 
inkchlorid, geſättigte Auflöſung von 
Baſſer mit gelbem u. Mehllleiſter, 
zung con Hammerſchlag u. Ziegel⸗ 
mafer, worin Alaun aufgelöft, od. 
', fetter Then, gepulverter Gypo, 
Regelmehl, Hammerſchlag, zerhadte 
berhaare u. Ochſenblut. Das ſoge⸗ 
ret'ſche Mittel gegen die Ent⸗ 
s Brennen mit Flamme gegen bie 
Bist eo sicht), ſoll aus eiuer Löjung 


ven borar- od. pbesphorfaurem Ammontaf be⸗ 
fteben, mit welcher die Sachen, Zeuge, Bapier, 
Strob, Hely ac. geträntı werben, dieſe Tränlung 
verbintert ſelbſt nach dem Trockenwerden die 
Entflammung u. fürbt die Siefije nicht. Wirk 
lich teuertejted Papier cd. Zeug kann nur aus 
Afbeft Dargeftellt werten. Schon av: Yullac bat 
phoephoriauren Ammoniak als Zidyerbeitemittel 
gegen Feuer vorgeſchlagen. b) Fenerfefte Geidichraͤnke 
u. Geidkiſten werden aus Eiſen mit doppelter 
Wandung gebaut, wozwiſchen ein freier Raum 
bleibt. Wlan füllte dieſen Zwiſchenraum zuerſt mit 
nichtleitenden pulverigen Maſien aus, ı. 3. niit 
EZcbieter » ot. Talkpulver, Alche, gebraunten Tbon 
u. geitehener Delzfeble, auch mit Zand. Die Wir⸗ 
fung war nice fräftig genug, denn die Hibe bei 
einer beitigen Feuerbrunſt Brinat bis ins Annere 
u. jerftärt wenigſtens Die Mertbpapiere, Schriften 


1. Yüder, ment fie auch nicht Bas Meiallgeld 


ſchmilzt. Später nabm man zur Küllung der Tor- 
pelmantungen Zägemebl od. Knochenpulveren. 
träntte ſelches mit einer allaliichen Atiiifigkeit, Die 
bei Einwirkung einer Gluth von außen, im In—⸗ 


nern Tunft u. Feuchtigkeit erzeugte u. fo den In⸗ 
- halte Des Zchranfes ed. ber Kiſie ſchützte. Tieſe« 


| irgenb ein Alkali gelrauct werden. 


Mittel verbeſſerte man durch Lie Anwendurg von 
geſteßenen Alann u. fein geſiebtem Gypopulver 
als Füllungematerial. Vorgängig erbigt man die 
keiten Maſſen in einem eiſernem Zepf bi8 zum 
Schmelzen, wäbrend nian Die Dlafte forımäbrend 
rührt. Dann gießt man ſie in eine eiſerne Pfanne 
zium Ausküblen, körnt ſie darauf gröblich u. wendet 
fie an. Anſtatt Alaun kann auch ſchwefelſaures 
Kali, Zulmial, unreine Pottaſche, Salpeterſau⸗ 
red Kali, Zora in Stücken, Perlaſche ed. ſonſt 
Vor der 
Dunſlentwicklung dieſer Stoffe (bei Einwirkung 
von Feuer) Das Innere ver Wandungen zu Ichliten, 
damit fie nicht roſten, vwird ein fiarfer Firnißan⸗ 
firich gegeben. ©) Aeuerfefte Gebaude errichtet man 


. entmeber ganz von Stein ch. ganz ven Eiſen cd. 


: man die Deden mit Klachtdgen u. belegt den 


von beiten in Werbintung. Am erfien Falle wölbt 
un“ 
boden mit Platten od. Cementauß. Das Dad 
wird ebenialle gemäibt u. mit Cement abgedechkt, 
dieſer entlih mir Mailer u. Wetter abbaltenden 
Anftricben verfebn. Thüren u. Fenſterrabmen wer⸗ 
ten von Eiſen gemadt. Der Eiſenbau lommt ver 
bei Schuppen zur Unterbringung von wertbucllen 
Haaren, fo mie bei Hänſern, melde für Anfier- 
Iungebebufe verfchiftt werden u. wicht viel Stau⸗ 
ungoͤraum in Anſpruch nebmen iellen. Das eiferne 
Haus wird gröftentbeils ans Blechplatten mit 
Doppelmandungen (Mauern', um Hitze u. Kälte 
abzubalten, unter Zubillfenabme von emzelnen 
Eiſenſtangen u. Helzlatten, um die verbundenen 
Platten zu fteiien, gebaut u. laun nad Erforderniß 
zufammen- u. auseinandergefchraubt werben. Die 
Innenmänte werten mit Papiertapeten Überzogen, 
bie Deden, Tbüren u. Fußböden bemalt. In Stein» 
Gifengebäuben werden ın der Regel bie flachgewölb⸗ 
ten Deden von eifernen Trägern (Ballen) u. von 
eifernen Pfeilerngetranen. Das Dachgeiparre ſammt 
ber Bedachung ift gleichialle von Cifen, ebenſo Thü⸗ 
ren u. Fenſtergewaͤnde. In einem folchen Gebäude, 
bauptfächtich für große Speicher n. Fabrilzwede au» 

ewendet, mag auch ber Inhalt brennen, bie Um⸗ 

flungen hemmen die Verbreitung bes jener. \ 


240 


der Negel findet man in ben bergüglichten folcher 
feuerfeften Gebäude Waſſer in Röhren durd) alle 
Räume fo geleitet, daß Schläuche, im Fall des Aus⸗ 
bruchs eines Feuers, im Innern geöffnet werben kön⸗ 
nen. Bei foldyen Bränden, unter möglichfter Abſper⸗ 
rung bes Zutritts der äußeren Ruft, it Das Bucher⸗ 
{che ener Tg mitte wirkſam (|. Feuerlöſchanſtalten). 
uerfink, fo dv. w. Branbhänfling. 

euerfieden, (Med.), jo v. w. Roͤtheln. 

euerflafchen, dünne Gtasflafhen ınit 2—4 
fo. Bulver gefüllt, deren Hälſe feſt verftopft find 
u. in die Zündjchnurenden führen ; fie werben auf 
feindlihe Schiffe mittelft Striden_gefchleubert, um 
biejelben anzuzünden. 

—— — fo v. w. Cucujo. 

euerfolge, die Verbindlichkeit der Bewohner 
einer Drtichaft auf gegebeie® Zeichen von einer 
ansgebrochenen Feuersbrunſt zur Löjchung berjel- 
ben fich au ftellen. 

Feuerfontaine, papierne Hülfen wie zu beit 
Raketen erft mit Thon, dann mit einlöthigem Ra⸗ 
ketenſatz gefüllt, worauf ver Thon durchbohrt u. 
der Zünbfaben hindurch gezogen wird. Sie wer- 
den gerabe od. ſchief aufgeftellt u. geben jo das Bild 
eines brennenden Springbrunnene. 

Feuerfuchs, ber ſchön rothſchillernde gemeine 
Fuchs (Canis vulpes) in Kamiſchatla. 

uergarben, 1) Feuerfontainen mit größern 
Hüllen u. breiterm Feuerſtrahl; 2) mehrere Feuer⸗ 
fontainen auf einmal; 8) jo v. w. Girandole. 

Feuergefecht, das Gefecht in ber Ferne mittelfi 
ber Gewehre u. Geſchütze, im Gegenfage zum 
Gefecht mit der blanken Waffe. 

vergeifter, ſ. u. Elementargeiſter. 

uergeld (Seuerſchilling), jo v. w. Herdgeld. 

uergewehr, |. u. Gewehr. 

vergewölbe (Ziegeibr.), die hoben, oben ge 
wölbten Zwiſchenräume, welche zwijchen ben im 
Brennofen eingeſetzten Ziegelwaaren gelafien wer⸗ 
ben; mit dieſen ſtehen kleinere Kanäle (Feuerka⸗ 
uäle) in Verbindung, fo daß die Hitze den ganzen 
Dfen gehörig durchdringen kann. 

Feuergieke, Gefäß von burchlöchertem Mei- 
fingbleche, in welches ein Feuertopf von durch⸗ 
löchertem Eiſenblech, mit glübenben Kohlen ange- 
füllt, gefegt wird, woran man fi im Winter in 
gebeizten Gebäuden ober im freien bie Füße wärmt. 

euerglude, fo v. w. Bflaumenipiuner. 
uerhafen, ſ. u. Beuerlöjchanftalten A) b) an). 
erbaut (Seew.), Luckendeckel von rohen 
Thierfellen, um bie untern Schifferäume gegen 
Feuer zu hüten. 

Feuerbemd, mit Schweiel-Pulver 2c. geträntte 
Leinwand, die man an die Seite eines jeinblichen 
Schiffes nagelt, um fie dann mit einem Piftolen- 
er e zu entzünben. 

uerböhe, die Höhe ber inneren Kante einer 
Bruftwehr über die Krone des Bankets. 
——— Fa |. u. Feuerpolizei »). 
euerhbunde (Branpeiien- od. Areun- 
böde), die Rofteiien in ven fen ber Dampfer. 

Seuerbüter Bergb.), Arbeiter, welcher auf das 
beim Feuerſetzen angemachte Feuer Achtung gibt. 

Beuerinjel (Iiha de Fogo), Infel in ber 
©ruppe der Inſein des Gulinen Borgebirges an 
ber Küfte Weftafrifas, faft nur ein einziger, unmit⸗ 
telbar vom Meere auffeigender Kegeiberg, von 
dem man feit 1680 weiß, baß er ein noch thätiger 


Feuerfint bis Feuerkroͤte 


Bulkan ift, welcher 1785, 1799 u. 184° 
brüche von Lava hatte. Die Inſel hai 
Boden n. erzeugt gute& Getreide ı. ! 
vorzüglihen Tabak; fie ift ſchwer zu 
aber zwei feine Häfen ı. etwa 6000 
jol fie dreimal fo viel Einwohner geh: 
Teuerfäfer, 1) Pyrochroides 
tbeilung der Fliegenläfer (ber Trach 
Tracheloptora bei A.), Fühlhörner f 
od. fammförmig, faft fo lang als 
Lippe zweiſpaltig ob. ausgejchnitter 
ohne horuige Bäbne, Leib lang, flad 
förmig, Halöſchild viereckig od. rıml 
Pflanzen. Sind auch getheilt in: a) 
cher F., ſ. u. 2); p»Einbhornkäfer ( 
teufäfer, Notoxus Geoff., Anthi 
Fühlhörner fadenförmig, vor den A 
fügt, mit walzig - fegelförmigen G 
jeben, Lippentafter eubigen fi in e 
miges Ende, Leib länglich, Hals u. 
fer; mehrere haben auf dem Halsſchilt 
Arten: Gemeiner Einhorntäfe 
noceros), roflfarben, auf den Flügeln 
zer Punkt u. dgl., bildet bei Envie 
Gattung ber Antlıiicida, mit ber I 
Scraptia, Steropes, Notoxus. r) 
(Calopus Fadr.), bei Euvier Untei 
Oedemera;, Füblbhörner fägeförmig, | 
Kiefertafter beilförmig, Leib lang, Id 
ſchild länglich vieredig, Art: Säqg 
Sußläfer (C. serraticornis), bran 
behaart. dy Scraptia, Fübler faveni 
ber mwalzig u. im vorbern Angenwink 
bie Tafter vorn beil- od. halbmondför 
der Leib länglich; Art: S. fusca. ©)! 
(Dendroides atr., Pogonoceru 
Körper linienförmig, Halsihilb kugeli 
lang; nur eine Art, in Canada. 2) 
Fabr., Fühler füge- od. fammtörmi 
oval, Halsſchild faſt rund, Beine ftarl 
gelzother F. (P.rubene), ſchwarz 
ecken, Hals u. Kopf. 
Feuette e, eine Art Steinmörſer 
euerkeſſel (Bergb.), Keſſel voı 
der mit angezündetem Holze od. mit $ 
Schadt gelaffen wird, um die böfen 8 
blinnen u. Das Einftrömen frifcher Luft 
a a lar fo v. w. Brandlitt. 
uerklappe (Baum.). 1) blechern 
einem Rauchfange, theil um tie W 
ſchnell entweichen zu laffen, theils u 
zu dämpfen, wenn bie Eſſe brennt. 
Feuerknaul, tnaulartig gewunden 
die in Pech getaucht iſt u. zum Inbrau 
Feuerkraut (Epilobium arg 
Schmalblätteriges Weibenrö: 
der Familie Der Oenothereae-Epilo 
Feuerkreuz (gaeliih Crenn Tarig 
Schotten ein hoͤlzernes Kreuz, deſſen S 
gebrammt u. in das Blut einer gelchla 
getaucht wurde, ald Sinnbild der Berb 
nabenden Feindes, wurde ale Zeiche 
meinen Heeraufgebote® gebraucht u. j; 
Häuptling aus durch Die Hände alle 
ber “Dörfer. _ 
Feuerkröte (Bombina Ok, ] 
Aerrem), Gattung ter untenartig 


chen vorn meiſt bünner, Paulkenſe 


Fenerkrücke bio Fenerloͤſchanſtalten 


ft, Stimme laut, Muntöffnung groß, 
e padet>, nicht ſchnurenförmig; Arten: 
%. (Bombina ignea Ok., Bombina- 
Moerr., Rana bombina L.). hinten 
mt, Körper eiförmig, unten glatt, oben 
&, unten pemeranzeniartig; Aufent- 
npfer, auch im Fließwaſſer, Meinfte 
Infe, 14 Zoll lang; ibre Stimmie lautet 
en; in fa ganz Europa, in ſtehenden 
fließenten Gewäflern. Breitbau- 
e (Bufo brevipes Blas., B. pachy- 
‚B. ventricosus Daud.), Hüße hurz, 
. Schentel in Haut verborgen; 24 3. 
o gefärbt, aber die Flecke anders ver⸗ 
p bergigen Gegenten 3. 8. im Harze. 
ide, eilerner Stab, vorn mit einem 
reijen zum Anfchüren bes Feuers. 
geln (Fhyfit), plöglih am Himmel 
a. mit großer Geſchwindigkeit fih fort- 
chen Sternſchnuppen vergleichbare 
eteore, aus tenen oft unter börbarem 
teine u. Eiſenmaffen niebergefallen find, 


I. 
wa Tierra del Fuego), eine aus 
tz. über 20 Heineren Inſeln beſtehende 
der Südſpitze von Eilbamerila; wirb 
be durch Die Magelhaens Strafe (Eftre⸗ 
eihaens) getrennt, bie ſich 60 - Meilen 
Jap tel Gepiritu Santo (öſtlich) bie 
zilares (wehlich) in vielfachen Krüm⸗ 
ken Inſeln, Klippen u. Bänlen hin⸗ 
Eie murten 1520 von Magelhaene 
srten daher auch Magelbaens Ar- 
ant. GEeſammtflächenraum über 1500 
ganze Archipel it gebirgig (Mount 
5500 Fuß bed, Meunt Yarwin 6400) 
m u. Klippen zerriffen, fchwer zu ums 
eter einen öden Anblid dar; der Welten 
u. reicher an Schluchten u. Abgrün⸗ 
Eften. Klima bei weiten rauher als 
chen Graben auf ber nörtlichen Hemi⸗ 
ıfige Nebel u. Regen; beitere Tage 
nmmmer (December bis Aprif) felten; im 
lich ſtark bewalket, im Oſten lümmer⸗ 
uch® ; bie Flora von %. ift eigenthüm⸗ 
ur wenige fangen (meift antifcorbu- 
bfe u. Mooſe) mit Patagonien u. ben 
en, bagegen eine größere Anzahl mit 
en gemein; im Allgemeinen Bereichen 
Pllanzen vor, Sellerie, Läffelfraut 
je find bie einzigen eßbaren Gewäce; 
ft Die höhere Yauna: von Land» 
det fi nur ker Hund, von Land» 
der Geier u. Habicht; Inſecten fehr 
gen ift bie See reich an Wallfiſchen, 
Seelbwen, Ecevdgeln aller Art, zahl» 
ithieren, Hilden x. Die Eimmohner 
ſcherähs (b. i. Freunde) genannt; 
ver amerilanifhen Race an, zählen un⸗ 
Seelen, unterfcheiden ſich weſeutlich 
dianern, find Heiner als diefe, meiſt 
los, von unterjegtem Koerperban, roft- 
at, breiter Naſe, wulſtigen Lippen, gro⸗ 
tieftiegenden Augen, langem ſchwar⸗ 
Smukig, mißtrauiſch, tüdifch, auf der 
Ztufe der Cultur fiebend. Die biden⸗ 
in des 5-6 find: König Karls⸗Sildland 
es ganzen Aripele), South“ Dejolation 
Lexdon. 4. Nufl. VL 


241 


(fehr raub), Clarence⸗Island, Staaten⸗Island ı öfl- 
lich, tes Engläntern gebörig, 12 DOM. groß, durch 
bie Ve-Diaire- Straße von Känig Karls Südland ges 
trennt), Die Hermitengruppe (Güdlich, auf ibr Cap 
Hoorn, die ſüdlichſte Spite von Amerila), ferner 
die Öruppen ber zwölf Apoftel, der Evangeliſten u. 
e. Die bie verichiebenen Infeln u. Inielgruppen 
trennenden Kanäle find San Sebaftian (cd. Men⸗ 
mouth) Barbara u. Magdalena. 

Beuerlanze, Hülfe, mit einem langfamen Satze 
gefüllt, an Stangen zu fteden u. zur Vertheidigung 
von Breſchen angementet. 

uerlarm, ‘ u. Feuerpolizei R). 

uerleiter, f. u. Feuerlöſchanſtalt A) b) bh). 

uerlilie, f. u. Yilie. 

verlinie, 1) bei Truppen im Gefecht bie 
Fronte berfeiben; 2) (Crete), die Yinie, melche 
durch das Zuſammenſtoßen ter Arufimebrfrene ıt. 
ber innern Bruſtwehrböſchung eniſtebt: beim Bar. 
von Feldwerken wird bie 7%. zuerft abgeftedt, dann 
alle anderen Yinien nad ihr, fie it mithin bie 
Sonftructionslinie. 

Feuerlöfchanftalten u. Feuerlöfchmittel. 
Zur Auslöfchung einer Keuersbrunft u. zur Hülfe« 
leiſtung der bei einer Feuersbrunſt gefährbeten 
Perſonen u. Sachen gehören zunächſt: A) gewiſſe 
Gerätbſchaften, u. zwar: a) zunächſt ſolche, 
weiche die Löſchmittel berbeitlihren od. entbalten; 
von dieſen ſteben aa) Feunerſprigen (f. d.) eben 
an; dann bb) tie Aeuerfäffer (Sturmiäifer), 
gegen 4 Ruß Höbe, unten gegen 3 Fuß im 
Durchmefler babente, nad cben fhmäler werdende 
Fäſſer, Pie auf Knien ruben, ed. mittelſt zweier 
auf ven Kufen angebrachter Ztänter n. zweier eiſer⸗ 
ner beweglicher Zapfen in der Mitte beweglich ſind. 
Sie dienen zum Herzuſfahren des zur, Zpeifung der 
Seneripriben beſtimmten Waſſers. Abnlich find bie 

ädertienen, Waſſergefäße auf Rädern. co) 
deuereimer (Vöſcheimer), Eimer von Leder ob. 
von Haufgewebe zum Waſſerberbeiſchaffen mit der 
Band, mit einer Handbabe; de) die FAeuerpatſche 
(VLöſchwiſch), ein Stück Yerer od. grobe veinwand, 
od. ein mit vLeinwand ilberzogener Velen an einer 
Stange, welche benetzt u. mit Dem bei Beginn ber 
Feuersbrunſt auf Den glimmenten ob. ſchwach 
brennenden Gegenſtand geichlagen u. fo das Fener 

edämpft wird. b) Beuergerätbe, welche ibeils zur Er⸗ 
eichterung ber Arbeit beim Löſchen, theils m Men⸗ 
ſchen u. Sachen zu retten, dienen, bat man eine ſebr 
große Zabl erfunden: aa) Fenerbaten, einfache od. dop⸗ 
pelte, große, eiferne Hafen an einer, 10—15 Ellen 
langen Stange, womit man bei einem Arante Ges 
bäube niederreißt od. brennente Balken aus bem 
Feuer ziebt n. jo Dem euer die Nahrung nimmt; 
bb) Beuerleitern, aroße ſtarke Yeitern, um damit 
in od. auf ein brenmendes Gebäude zu formen; 
mezen des Keftfiehens find fie unten mit ftarten 
etiernen Zpigen beichlagenn fratt ber oberen Sprofle 
haben fie eine bewegliche Matze, um fle leichter an 
einer Wand in bie Höbe icbieben, u find oben mit 
Halten werfeben, um fie an Wänden u. dal. anhalen 
zu fünnen. Maicinenleitern find Leitern anf 
einen Wagen, die zu verſchiedenen Höben gehoben 
werden können, ohne daß ſie an ein Gebäude ange⸗ 
lehnt zu werben brauden. co) Der Rettungée⸗ 
fad, ein ftarker, Tauger Sad won Hanfzeng mit 
oberem Reif u. Ofen zum Seileinhängen; in dieſem 
Sack werben Perſonen u. Baden Fu bremeuder 


242 " 


auch dd) ter Rettungsſchlauch, ein 15—20 
Ellen langer, etiva 18 Zoll im Durchmeſſer halten 
der Haufſchlauch, ber oben in der De 
eingehalt u. von Untenſtehenden ſchräg gebalten 
wird. Durch dieſen Schlauch können Sachen. au 
oberen Stodwerten binabgleiten, vorzüglich aber 
Perſonen, Kopf voraus, chne alle Gefahr binunter» 
rutfhen. ee) Das Nettungstuch ift eine vier- 
edige, große ſtarke Segelleinwand, bie von 8 ed. 
12 Menſchen unten ausgeipannt gehalten wird, fo 
daß Leute von vberen Stodwerfen darauf herunter 
{pringen können, ohne Schaben zu leiten. M Au- 
dere Rettungsmafdinen find einer Bogelftange 
ähnlich. An dem einen Ende Des Balkens, welcher 
in bie Höhe gezugen wirb, hängt ein großer Korb, 
in welchen die Menjchen aus dem oberen Stodwerf 
fteigen. Noch andere beftehen aus einer bobeu 
Säufe, deren ein Theil fih aus dem andern her- 
ausichiebt, ober neben tem anderen in bie Höbe 
Schlagen läßt, am oberften Theile ift eine Gallerie 
angebracht, in melde tie Menſchen fteigen. Die 
Halten» cd. Steigleitern find leichte, etwa 15 
Fuß lange Leitern von zähem Hol mit nur Ginem 
Baume in ber Mitte ber Sprofien, die zu beiben 
Seiten des Baumes herausftehen. Chen an ber 
Spitze ftebt ein langer gezähnter Hafen minfelrecht 
hinaus; dieſer wirb beim Steigen über bie Senfter- 
brüftung gelegt. So fteigt der Retter von Stock⸗ 
wer! zu Stockwerk u. hakt fih, um nicht rückwärts 
zu fallen, mit feinem Leibhaken an eine Sproffe feft. 
Man kann mit ibnen auch feitlich liegende Senfter 
con außen erreichen. 

B) Beim Löſchen feleft ift die Hauptſache: 
Ordnung, Geſchwindigkeit u. unbebingte Unter- 
ordnung des Willens der Menge unter ven Willen 
u. die Einfiht eines Einzigen, damit Die vorbau- 
benen Kräfte nicht zerjplittert, fordern gegen Einen 
Punkt gewentet werden. Am beften i es hierbei, 
wenn eine geglieterte Löſchmannſchaft (Feuer- 
ehr, ſ. d.) tes Feuerlärms harrt u. mit bereit gebal- 
tenen Pferden, Sprigen u. fonftigem Löjchgeräch 
auf ben bedrohten Punkt eilt u. dort das euer 
in dem erfien Augenblid unterbrüdt. Inzwiſchen 
ift dieſe Einrihtung nur in einigerniaßen volkrei⸗ 

en Städten einfübrbar, wo es nicht an Berjön- 
lichkeiten u. an Geld jeblt, folche Feuerwehren ein⸗ 
zurichten; wo dies nicht der Fall iſt, muß man fich 
auf bie Thätigkeit der Ortsbemobner u. der ange⸗ 
ftellten Spritenleute verlaffen. Die Bewältigung 
eines Feuers hängt inzwifchen nicht nur von ber 
Natur u. Beichaffenheit ber Löſchmitiel u. Löſchge⸗ 
räthe, Ger Gliederung ber Feuerwehren, fondern 
rt von der Umſicht, Einfiht u. Entichlof 
enbeit ab, mit welcher dem euer entgegengetreten 
u. bie Bemwältigungsmittel in Anwendung gebracht 
werben. Dazu ift es nöthig, baß bie Direction ber 
Löichanftalten in ben Hänten eines, mit völlig Dic- 
tatorifcher Gewalt, ohne Verantwortung befleideten, 
umfichtigen u. energifchen Mannes liegt, welcher 
träftige, wirklich beifente Maßregeln tal ergreift. 
Das Nächſte neh vor Eintreffen tiefes Ober⸗ 
befehlshabers auf der Brandſtelle muß fein, bie 

euersbrunſt in dem Entftehen zu erfiiden. Jedem 
ürger ınuß e8 zur Pflicht gemacht werben, hierzu 
das Mögliche beizutragen. Sehr oft werben bren⸗ 
nende Eſſen die erfte VBeranlaffung bes Feuers 


fein. Sind biefe gewiß fenerfeft, fo läßt man fie 


Feuerloͤſchanſtalten 
Gebãuden beruntergelaffen. Au dem Ende dit | 


brennen u. beobachtet mır bie Räunıe 
fie geben, wenn fie doch etwa fpri 
fie einen Schieber, fo ſchiebt man 
zieht, wenn fie weit find, einen mit 
od. Kappen vollgeftopften naſſen S 
fie, wodurch Das Feuer erflidt wird. 
gen in den Schornftein, Auzünden 
unter demfelben u; bgl. bewirkt Gl 
nun aber das Feuer weiter um ſich 
Oberbefehlshaber beim Löſchen nach ri 
fäen verfahren. Dus Löſchenen 
wirft nämlich nur dadurch, daß ein E 
brennbarer Körper mit einen ande 
Feuer anninınıt, bevedt wird. Lehmi 
jchleimiges ob. ſalziges Waſſer (let 
noch dazu bei ftrenger Kälte ſchwerer 
zenes), löſcht daher, weil e8 nach be 


"den breimenten od. dem VBrante aut 


per mit einer das euer nicht näh 
überzieht, das Feuer weit befjer, als: 
ftopft aber auch Lie Sprigen leichter 
halb wenig benutt werben. Weil nur 
Waſſer auf einem brenuenten od. 
ausgeſetzten Körper balb verdunſtet, fı 
wenig, wenn e8 unmittelbar auf kı 
nenden Körper gebracht wird, gar nic 
es in nicht ausreichender Maſſe in | 
eingefprittt wirt, wo das Wafler t 
vielmehr anfadht. Nur große Diafie 
fie Dampfiprigen zu werfen vermöge 
—* unmittelbar gründlich. Am be 

euerherd ruhig ausbrennen zu laij 
aber ta, wo bie Flammen noch m 
men fd, nit einem Kranze von W 
alle brennbaren, aber neh nicht br 
genftände fortwährend betedt, To ı 
lich zu umgeben, mas be. durch 
Innere des Gebäudes geleitete u. 1 
girte Schlauchſpritzen wird bemwerki 
können. Viele VBerjuche find gemacht 
Teuer mit größerer Wirkung zu I 
mittelſt Waſſers gejcheben fauı, u 
raſch u. fo zu löſchen, daß es mic 
bremmt. Dan bat vorgeihlagen, aı 
dem Waffer beizumifchen, fo © 
1848 falzfauren Kalt, auch Alauu u 
Shen 1740 bat man mit gutem G 
dene Salze in Waffer: Eifenvitrie 
Kreite, Kalk zum Feuerlöſchen benut 
Monge ſetzten Kochlalz hinzun, Mauby 
aſchewaſſer, John Moore Thon⸗ od. 
Waſſer au, Robert Smith ſchwefelj 
niak. Es iſt gewiß, daß alle dieſe 
löſchen, als Waſſer, u. das Wiederanb 
löſchten verhindern, aber ſie verderbe 
u. können daher nur in Ausnabmie 
dung finden. Auch hat man Wiit 
haft geftellt, obne Feuerſpritze Brä 
Geofirey empfahl ſchon 1722 Dazu 
von 1 Pottajiche, 2 Salpeter, 1 Kodhja 
fel zuſammenzuſetzen u. in Die Butt 
tiefe Dadurch zu erſiicken; Beuund ri 
in gejchloffenen Räunen mit verpuff 
pulver zu daͤmpfen, Cointraux em) 
breunende Stellen zu werjen, von Fo 
Aſche u. Sand, d'Arcet gerulverten x 
ſogenannte BucherſcheFFeuerl 
(1858), urſprünglich bie Erfindung 


Beuerlöfchanflalten bie Feuerpolizei 


legen, unter bem Namen Leſchpa⸗ 


ebt aus 15 Theilen falpeteriaurem Kali, | 
Schmeielpulver u. 1 Teil Holzkoble. 
ı Toten verpadt u. in ibnen angezündet, : (ſ. d.) von retbem cd. bläulich-rerbem Anfehen ; 


wenn ſich berjeibe in geichleifenen Räu⸗ 
t, durd reichliche Bulvertampfentmwider 
röſchdeſen weiten i16 Feuer gemerfen. 
igene Verſuche find mit ter Löſchung 


| 


‚ zlertings in geichiefienen Räunıen, ! 


sjjertampf ſchon 1525 von Belle 
werten. Philipps (1849) erzeugt koh⸗ 
a8 u. Waſſerdampf in einem Apparate 
3 neuer bamit fehr kräſtig. 
3emübungen, bie Feuerkbrunſt ſich nicht 
reiten zu lafien, muß bie winbabmwärts 
te Schritt vor Schritt vertheitigt werben, 
ben verbantene, od. bei jeder Feuers⸗ 
b Bas Feuer ſelbſt, Durch Berbilunuug 
dadurch bewirktes Herzuſtrömen ber 
mderen Zeiten erzeugte Wind gerade 
Jlammen am meiften treibt, Diye u. 
igt u. tie VBertbeitigung ber noch nicht 
Eebärde am ſchwierigſten macht. Ge⸗ 
gilt es aber, die Löſchkräfte zu verei⸗ 
snen auf Einen Punkt zu wirken u. bie 
tennenden Häuſer Durch vieles Sprigen 
Bei Zeiten muß man zum Einrei« 
edrebter u., wenn bie Flamme fie er- 
jeuer wabricheinlich fortpflanzenter Ge⸗ 
ten. Namentlich muß dies Einreißen 
irten Tächer treffen, damit ker Fuß—⸗ 
Perenräume cffen gelegt u. gehörig 
ten kann. Das Einreißen iſt zuwei⸗ 
Sprengen mit Pulver beichleu- 
t, weldes von dem Keller aus geichicht. 
zu dieſem Zprengen meift tie Edbänier 
ters, um fo bie anteren Däufer beilel- 
ı nım ten Zwiſchenraum u. Die Hinter⸗ 
sten mit Zprigen erreichen laun, gegen 
diten ter Flammen zu fihern. Bei Häu⸗ 
te ſebr tiefen Keller haben, u. bei ſolchen, 
ſchen bremenden Häuſern cd. bei flar- 
ier ſebr gerübriih wäre, tie Sprengla⸗ 
: Hänier zu bringen, wendet man auch 
:en ıamı beten Zwölipfünder) an, um 
set et. geiährdeten Häuſer einzuichießen. 
ve Z-itartiere brennen, je iſt die Urſache 
ı, daß die Flammen über Strafen, bei. 
eng a. winkelig find, binüberfpringen. 
meinen, muß Das Hauptaugenmerk Fed 
jein. Es geiebieht bei. wintatweirts ı. 
n Tie Straße fo eng cd. Las Feuer 
daß in tiefer Straße fein Menich vor 
uern u. feine Sprritze zur Vertbeitdigung 
cht brennenden Seite aufgeſtellt werden 
ı Bedt dann die Dächer der nicht breite 
te ab, beſetzt dieſelbe möglichſt Dicht mit 
leiter Schläuche von Schlaudipriken ıı. 
‚ fich Fenereimer reihenten Menſchen 
ißt aus jetem Fenſter u. eben io viel 
die Außenſeite Der Häuſer gießen u. 
in ten jenjeitigen Höfen aufneftellte u. 
e Sprigen wirten, daß die Häuſer ganz 
r geftiellt werten. If aber alles verge- 
tman ſich nech vielleicht durch Sprengen 
eertbeidigten Häuſer, was die vielleicht 
angene Hänſerreihe einſinlen macht, wo 
Luftdrud oft die Flammen auslöſcht. 


——— — m — — 


243 


werluft, ic v. w. Sauerſteff. 
euerluft, jo v. w. Brandſtiftungstrieb. 
vermal, 1) (Blutmal:, ein Muttermal 
2) Rebtem.‘, ein Arandmal durch Arantmarfung. 

Feuermalerei, 1) tie Kunſt, Farben mit Safe 
bes Feuers auf verichietenen Steiſen zu beiefligen ; 
tie Sauptgattungen ber %. find Emaille, Porzel- 
lan» u. Glaeëmalerei, |. d. a.:; 2) tie Kunſt, bie 
Wirkung ber Keuerbeleuchtung in Gemälden wieder 
zu geben, wozu bie Maler dieſes Faches Feuers⸗ 
brünfle aller Art, fewie Scenen am Herb», Kar 
min, Feldfeuer sc. Lei fradele ch. Nergenicein 
mäblen. Peter Areuabel u. Bau Zchalfen find in 
älterer Zeit, M. Miller u. Oldendorp in neuerer 
Zeit die berübmteiten Maler dieſes Faches. 

Seuermafern (Bier. i, ſe v. mw. Rötbeln. 

euermauer, 1) io v. w. Brandmauer; 2) fo 
p. w. Schornſtein. 

Feuermeſſer, fe v. w. Pyremeter. 

Feuermeteore, ſ. u. Meieore. 

Feuern (Wiilit.', ſ. u. Schießen. 

aeg ‚it Lychnis calcedonica. 

eueropal :Min.), Varietät Bes I pal, iſt bya⸗ 
sintbretb, reingelb bis boniggelb, durchſichtig u. 
ſtark glänzend; femme derb u. eingeiprengt u. in 
Trümmern vor; Fundort: Zimapan. 

Feuerordnung, ſ. u. Feuerpelizei. 

Feuerpfanne (Walllampe;, große, mit Harz 
od. Pech gefüllte Kiaune, Die zur Erleuchtung des 
Wallesen. des Grabens dient. 

Feuerpfeil, jo v. w. Braudpfeil. 

Feuerpiquet, ein Theil der Wachtmannſchaft, 
der nach einer ausgebrechenen Feuerebrunſt ſogleich 
an tie Brandſiätte marſchirt, um Dort zum Abiper⸗ 
ren des Raumce u. zur Erhaltung der Ordnung 
verwendet zu werden. 

Feuerpolizei, tie Anſtalten, welche die Behörde 
trijjt, um eine Feuerobrunſt zu verhüten, cd. die⸗ 
ſelbe, wenn ſie doch entſteht, ſchleunig zu dämpfen 
(f. Feuerlöſchmittel, Fenerwebr). Die F. wird A) 
durch eine Feuererbnung geregelt. Diele verordnet 
meift: a) tie Maßregeln zur Nerbiltung von 
Fenergefabhr, demgemäß aufgefübrte Gebäude 
jo jeuerjeſt ıT.D. 3) c) zu bauen find, als es ihr 
Swed geſtattet, Laß fie mit Ziegeln, Schiefer, 
Merall, ſogenaunter Steinpappe u. dgl. G. u. Dach) 
u. nicht mit Streb, Robr cd. Schindeln gekedt 
werten, die Schornſteine obne Holzwerk aufgerübrt 
werden u. auch mindeſtens 3—2 Fuß ven allem 
Delze ı. anderen leicht brenubaren Dingen entternt 
bleiben, 3 Fuß über dem Giebel in die Höbe ac» 
fübre u. gebörig geiegt werben. Auch jeuerieſte 
Anſtriche empfichle ſie (1. Feuerfeſt m) ai; ſorgt, 
daß alle Derde, Vadöſen, NNerkitätten, mo mit 
Fener hanıbiert wird, an ungefährlihen Orten u., 
je weit es möglich if, parterre angebracht find. Sie 
verbietet die Auibewabrung greßer Quautitäten 
jenergeiährlicher Sachen, wie Pulver, Knallſilber ꝛc. 
innerbalb Der Wehnhäuſer n. befieblt, ſeuergeſähr⸗ 
liche Beichäitigungen, wie Firnißſieden, Hanjſtör⸗ 
reu ꝛe. nur im Freien vorzunebmen. Wie erlaubt 
die Verfrachtung ven leicht entzündlichen u. ſich 
ſelbſt entzündenden Waaren, wie z. B. fettigen Ab⸗ 
gängen von Faſerſtefi, Zündbütchen u. Zündbölzchen, 
Pulver sc. nur unter gewiſien Vorſichten. Außer 
tiefen Vorſichtomaßregeln fucht fie b) durch deuer 
ſchug ben Feuerebrünſten möglich! vorzubengen (. 


246 u 


Fcuerpolizei 


Feuerwehr). Die Feuersbrünſte entſtehen aber: aa) | abrufen bes Ortes ob. ber Gegend, m: 


durch Selbſtentzündungen, bei. wenn pflanz- 
liche Stoffe, Rartoffelfraut, Stroh, Dinger, Säge⸗ 
fpäne, Berberlohe u. nanentlich Rübſen, auch Häute, 
Wolle, Hauf, Baummolle (namentlich fettige Ab⸗ 
gänge von Nafchiuenipinnereien), gebrannter Kaffee 
n. beflen Surrogate, aubere ‘Thier- u. Pflangen- 
kohlen, auch Kalium u. Natrium zu Berlinerblau, 
dicht u. feucht auf einanber liegen u. fo in Gührung 
grratsen, ferner wenn Steintohlen (auch Braun- 

bien u. Torf), weldye Schwefellied enthalten, 
ſtark augefeuchtet werben. Auch bb) das Entzünben 
Yon leicht feuerfangeiden Segenfländen durch Budel 
au den Geufericheiben, ſehr bauchige Waſſerflaſchen 
u. Trinfgläfer, die ſämnitlich unter eigenen Umſtän⸗ 
den als Breungläfer wirlen, bewirten oft Feuers⸗ 
brünfte. cc) Durh Brundbftiftung. Vorſichts⸗ 
maßregeln gegen jede Brandftiftung zu treffen, ift 
uumöglich, doch ift bie höchfte polizeiliche Aufficht 
auf in ber Rubertätsperiobe begrifiene junge Leute, 
indem ſolche oft in biefer Zeit einen Drang Feuer 
anzulegen fühlen, anf fremde arbeitslofe Geſellen, 
von Baugewerken :c., nötbig. dd Dur Ber- 
wahrlojung Um biefem gemöhnlichften Anlaß 
von Feuersbrünften vorzubeugen, unterfagt bie 
Feuerordnuug in Echeunen, Ställen ob. Höfen, 
Räumen mit Feuerungsmaterialien od. Hobel⸗ 
fpänen 2c. mit brennenden Licht ohne Laterne um- 
ber zu geben od. daſelbſt Tabak zu rauchen, in ber 
Nähe von Scheunen Feuer anzunadhen ob. zu fchie- 
Ben, od. Feuerwerkle abzubreunen, fie duldet keine 
andere als blecherne od wenigſtens mit blecheruen 
Boben verjehenen Laternen, empflehlt bie höchfte 
Borſicht mit der Aſche (def. mit ber Aſche von 
Braunkohle), u. deren Aufbewahrung in Kellern cd. 
—— Räumen, metallene od. töpferne Unter⸗ 
etzer bei Nachtlichtern, das Vermeiden Holzſtöße, 
Torf, Braunkohlen od. bgl. hinter ben Ofen od. in 
ber Küche an Orte zu feten, wo eine brennende 
Kohle dieſelbe erreichen kann, Vorſicht beim Braten 
mit Sped (obgleich dieſer allen augeftellten Ber- 
fuchen jufoige nicht fliegt), Ol, Talg u. im Entzun⸗ 
bungsfall Dämpfungeverjuche nicht mit Waſſer, ſon⸗ 
bern vielmehr durch Zubeden zu machen zc. 

B) Dieüber Die Seuerloſchanſtalten gefetste Behörbe 
(Beuerlöfchemt,Beuerlöfchherren, Feuerloͤſcheommiſſion) 
jorgt au, daß auf die Feuerordnung gehalten wird, 
u. ftellt baher zuweilen (meift vor Eintritt des Win- 
ter&) durch bei. dazu beftellte Beamte eine Beuer- 
ſchau (Beuersifitation), b. h. eine Unterfuchung, wie 
bie Yeuerorbnung gehandhabt wird, an, welche 
barauf zu fehen bat, ob die Löſch⸗ u. Schutzgeräthe 
in jebem Haufe vorhanden u. an Orten, wo fie 
zu Händen find, anfbewahrt werben, u. was ber- 
gleichen fonft jede Feuerordnung beſtimmt haben 
mag. Außertem find befonbere Leute (Seuerwaͤchter, 
meift mit den Nacht» u. Thurmmächtern biefelben 
Perſonen) beftellt, auf die Entſtehung eines Feuers 
zu achten, u. bricht ein ſolches im Orte aus, fogleich 
Lärm (Feuerlärm) durch Stürmen mit ven Öloden, 
Beuerireien (Kenner) Keuerjoh!), Trommeln 
u. Blajen ber Garnijon, wenn eine ſolche im Orte 
ift, u. durch Blaſen u. Schnarren ber Radıt- ıı. 
fonftigen ter zu machen. Wirb ein Fener in 
der Umgegenb bemerkt, fo wirb bies fgnatifirt 
derch Stopen in ein Fenerborn (ein kegelförmiges, 
tðonendes Horu mit einen ben fohnarrenden, 

u Ton hervorbringenden Jung 


Da® Feuer ift, durch das Spradrehn 
feden einer rotben Feuerfahne od. b 
aterne nach der Gegend bin, wo e8 
weileu fignalifirt naau ba® Feuer au 
hohen Punkten aufgeflellte Laärmlauo 
Lande aber, wenn die Yeuersbrin! 
als 2— 3 Etunden if, tur St 
Ort, to bie feuersbrunft ift, fd 
wöhnlich ot. erfährt ihn durch ben au 
augebrachten Feueraunzeiger (ſ. d.). 
bung ber. elettriihen Telegrapbie 
Seuertelegrapbicen geführt, wodurch,i 
niit einer bejolbeten od. freitoilligen, 
berteu Feuerwehr (f. d.) der Lärm u. 
ben das Feuerichreien, das Stürm 
Trommeln in den Ortichaften verur 
jeitigt it. Ein fehr volllommener 
befteht in Boſton in Korbanıerifa 
reren Jahren. Er zerfällt in ben St 
Lärmapparat; beide haben ih 
Drabtleitungen. Der erflere gibt tie 
einen —* aus irgend einem Th 
an die Hauptfeuerwache; durch ben 
rat werben bie Yärmıgloden in verſchi 
ber Stadt von der Hauptfeuermacdhe ı 
Drud eine einzigen Singers, ohn 
tunft von Wädhtern u. Glödnern an; 
ber Stadt vertheilt befinden ſich g 
nannte Signalkaſten. Won jeden 
kann die Nachricht eine® Feuers in 
ſchaft wittelft des einfachen Dreben 
in der Hauptfeuerwache u. von bier 
jebe einzelte Feuerwache telegrapbirt 
Nunımer zeigt dort Überall ben DO: 
dus Signal ausging. Die Zeit von 
eines Feuers an bis zu befjen allgem 
barung von allen Thürmen u. Feue 
nalftundorten) beträgt nie mehr al 
Zie Drubte ſinb über die Häufer 
laufen immer zwei Drähte zwiſcher 
orten in verfchievenen Richtungen, 
ein Drabt verfugt, ber andere in R 
Falle eines Feners geht man au ke 
nen Signalkaſten, von dem ein Ber! 
melcher in fchmiebeeifernem Robr läu 
über befindlichen Stroinumlaufträbt 
Kaften ift verihhloffen, aber mau 
Schlüſſel zu finden ift, auch haben k 
Nachtwächter Schlüflel bet fich. 
Kurbel u. beim. jebesmaligen Umdt 
Numnıer des Bezirks, in melden t 
gebrochen iſt, n. die Nummer bes € 
Hauptfeuerwache mitgetheilt; zugleid 
ſer eine Glocke an, um den Braud 
merkſam zu machen. Ninmt man an 
vom Kaften 5 im Bezirke 3 gemeltet 
drückt der Infpector die Tafte 3 fei 
nieder, bie Drabtleitungen bewirken 
der Nummer 3 auf alen Thürmen, 
Verbindung fleben, fo lange ule ti 
Tafte in Abſätzen nietergedrüdt ts 
ber Infpector auch einige Drabtfe 
Thätigteit ſetzen n. nur nach gemiffe: 
legraphiren. Uber ber Juſpector brük 
(in ben gefetten Fulle) auf eine zu 
u. in bemjelben Augenblid wirb in 


e), durch Her» | laften fünfmal heil gepfiffen. Die 


Sen Ge bis Fenerpeitz 
5 wächften Signal⸗ melde aus Naleten ob. auderen Feuerwertokbrvers 


euerlärm vom 


- - ür jeben — leb- 
— 


aph in Berlin At mit feinen 
** Schloß, d 


oſton werten ſaͤmntliche 


fieben 
hama, |. u. Coho Dr) ragt, welche 
raefectus vigilum Randen 
runft gemelbet werben mußte u. | 
anflalten leitete. Bei 


! 
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Kaifer — aus 


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Ir; 


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if. 


langſam zur Erbe fällt. 

— 1) Schießgewehr, „= weichem urit 
Pulver geſcheſſen wirb; bei. 2) Das Infantertes 
nemwebr; Dh -alte deutſche Büchie mit Radiſchloß. 

euerrddcden, ift Arlonis autumnalis. 

werrotb, f. 1. Roth. 

uerfänle, nad 2, Die. 13, 21 ne 4, 14, 44 
egleiteie bie Dirarliten mach ihrem Auszuge and 
upten am Tage eine Wolke, des — eine 

1 ale Wegmeiler, bie; mens fie Jagerten, über bes 
— ruhte, u. in welcher Yehonah ſelbſt ge 


genwärtig mar: 
Treueröbrunft, Feuerlöſchanſtalten u. Feuer⸗ 
ibe, any u fo d. w. Feuerwalze. 


polizei, 
I 11, jo b. m. Feuerzeichen. 
Urt 


* jo.n; im. ODrauder. 
lem, 1) große un mit Bäßen, 
melde vor bad Kamin, ob. auf dem Herde vor da 
Feuer geſetzt wird, um bie. Hitze des rg Se 
kalten, 2) Theil de Gemehrfeglofles, 
Fruerfchro ter, io wu: ı. GHirſchkäfer (Lucanus), 
!. u. Schröter m Hainluſer. 
nerſchwalbe, J jo v. w. ee Segel⸗ 
kbmalber 8) fo v. w. Rauchſchwa 
mm, der rohe Da od. Buchen⸗ 
rbiwamım. Gr wächſt au ben Eichen u. Buchen als 
vödrerihwamm (Bolotus igniarius u. B. fo- 
mentarius 4); in menden Ländern wirb auch 
ber Eiheublätterihmwanm (Agaricus quer- 
uerſchwamiun verarbei 
ben Schwamm — 


einmal. 


geringe gelb ob. braun; 

ſchwarz färbt man ihn wit Abjub von Erlenrinde u. 
er od. Blauholabiuhe m. —— De 
. wird in Deutichland für dem beften ge- 
eißer Se a One au me 
entzünbli gemacht; kommt aus 
Frankreich. Blätteren Bapierihmamm wirb 
papterartig aus dem rohen Gchwanm zubereitet n. 
“> — ſogar zum Beſchreiben u. Bebruden ver⸗ 
udet. Der F. — SIE en gebraucht. 


er he En 5. Branbieken,|. u. Brand16). 

rw.), 1) Yeuerfontainen als 

um eine befeftigt, an- 

rebt; 8) fo dv. w. Fenerrad, 
e En 


8, 1. Bullen. 
— ——* mittelſt ber man einen 
Waflerkrahlauf einen brennenden treibt, 
um denſeiben dadurch auszulsſchen. Die älteren 


Ulmer 
balten; 
Shlertali I 


eines Krei 
ne 
|. wenn es Meta * 


vermag od. doppelte Drucko ert᷑ angebracht —— 
beißen darnach einfache u. Deppeifprigen 

Die Kolben⸗ ob. Zu — 

werte werben von — Ari > nnd 
einem eileruen 

iR Dust O8: : 





246 


arbeiten Tönnen, enbigt fidy biefelbe in eine eiferne 
Gabel, an welcher hölzerne Quergriffe befeftigt find. 
Die Stiefel fangen das Waſſer aus der damit 
gefilliten Spritzenkumme ein, u. ber niederge- 
brüdte Kolben treibt e8 aus benfelben burch das 
Steig- u. Ausgußrohr, deren okerer, nad 
allen Richtungen beweglicher Theil Branprohr 
Heißt, als einen Strahl 40—80 Fuß body. Diefes 
Gteigen wird daburch vermehrt, daß an der Guß⸗ 
röhre ein enger Mün dungsaufſatz (Munbftäd) 
angeihraubt wird. Bon der innern Geftalt deſſel⸗ 
ben hängt e8 ab, ob ter Waſſerſtrahl lange zu- 
ſammenhält; verengt er ſich koniſch, wie man es 
ſonſt einrichtete, fo Divergirt ber Waſſerſtrahl Aber 
das Kreuz u. wird bald zu Tropfen. Es if daher 
gut, wenn ter Mündungsauffah Anfangs ⸗ 
driſch iſt, Dann ſich conver verengt u. von dieſer Ver⸗ 
engung bis zur Mündung wieder nie wirb. 
Bei einem zu weiten od. zu engen Nünbungsauf- 
ſatz gebt der Waſſerſtrahl nicht To hoch, doch wirft 
ein weiterer Auflat mehr Waſſer. Um bei bren⸗ 
nentem Stroh, Heu u. ähnlichen Gegenſtänden 
nicht das Anffliegen bes Feuers zu bewirken, bebient 
man fi eine® Braujearfjages, ähnlich bem 
einer gewöhnlichen Gießtanne, boch mit größeren 
Löchern. Um bie Qußrögre nach allen Himmiels⸗ 
gegenden u. nad jedem Grad der Höhe richten zu 
tönnen, muß das Steigrohr 2 Gelenfe haben. Die- 
fer Theil heißt Wenderohr. Ber den einfachen 
Spritzen fet ber Waſſerſtrahl fo lange aus, als der 
Kolben im Stiefel fleigt u. letster neues Waſſer 
faugt, u. aud bei ben Doppelipriten wird der 
Balferfirafi auf kurze Zeit unterbrochen, woburd 
viel Wafler verloren ‚ welches das euer nicht 
erreicht. Daber hat man bae Compreſſionege⸗ 
fäß der 5. (Winpteffen), einen großen, weiten 
Kylinder von ſtarlem Kupferblech angebracht, ber 
durch eis gelrüpftes Rohr mit deu Stiefeln verbun⸗ 
den iſt n. das ausgeprefite Waſſer zunächſt auf- 
nimmt. An der Seite deſſelben iſt das Steigrohr 
angebracht, u. hält man dieſes während ber erſten 
Kolbenftöße oben ze⸗ ſo ſteigt das Waſſer in den 
Windkeſſel u. brüdt bie darin befindliche Luft be⸗ 
deutend zufanmes, welche nun, vermöge ihrer Ela⸗ 
ficität, einen ununterbrochenen Baflerftzahl ber- 
austreibt. Die Spriten ınit einem Windteflel beißen 
baber Gußfipriten, bie ohne Windkeſſel Stoß- 
od. Abſatzfpritzen. Alle biefe Spritzen heißen 
Rohr⸗(Standrohr⸗) Spritzen. Da man aber 
in engen Gaffen od. in Hintergebäuben mit ber 
Eprige oft nicht ganz nahe an das Feuer heranfah- 
ren kann, auch um dem Feuer innerhalb der Ge⸗ 
bäude gehörig anlommen zu Lönnen, fo bat man 
bie Einrichtung getroffen, daß an den Windkeſſel 
od. an das Steigrobr ein Schlaud ob. eine 
Schlange angefchraubt werben taın (Schlaud- 
ed. Schlangen Iprigen) Der Schlauch ift unge- 
führ 14, — 2 Zoll im Durchmeſſer weit, von ohne 
Naht zuſammengewebtem Hanf, befleht aus einzelnen 
Stüden von 20—30 F. Länge, von benen jete® an 
ber einen Seite mit einem kurzen Meſſingrohrſtück, 
worauf entweber ein Schraubengewinde, ob. im 
Junern ein Muttergewinde befindlich, verfehen ift, 
jo baß bie einzelnen Schlauchftüde zu einem Schlaud) 
von beliebiger Länge wafjerdicht verbunden werben 
tönuen. Un die Ken mit dem nötigen Wafler zu 
verjehen, hat man ten Zubringer. Dies ift em 
Fhlan, weicher mir den Gprigenftiefel in Berbin- 


Feuerfprige bis Fenerſtein 


| bung ſteht u. mit dem andern Ende in m 


gehängt wird, wodurch ſich die Spritze fe 
ſihige Waſſer einſaugt. Bei entferntem 2 
eine Vorrichtung, wo man mit einem 
Druckwerl od. einer Spritze das Waſſer 
einen Schlauch der arbeitenden Spri 
Die Fen werben meiſt auf Wagen od. € 
ſetzt Fahr⸗ od. Kufenfprigen); ! 
den auch auf einem tragbaren Geſtel 
Auf einer Heinen Fähre (Brahıme) erri 
tzen heißen Prahmſpritzen. Dieſel 
wenn in Städten, wo ſchiffbare Flüffe fi: 
unfern vom Ufer breunt, in bie Gege 
ebracht u. das Waſſer mittelft Schläu 
unkt der Feuersbrunſt geleitet. Die ll: 
gen find Die Handipriggen, Doch nur 
eines erft entſtehenden Feuers braucht 
zum Theil von Holzu. ganz einfach, 
Kiyftieriprigen. Bei einer andern Art 
erne Stiefel unten ein Ventil u. wirt 
Ts mit Wafler gefiellt, der hölzerne 
auch ein hohler Eylinber, bat oben ei 
aung u. unten a —— Bei en 
oppelfprigen fin ren fo zuſa 
daß, wenn in 2 Röhren ber Kolben ſpi 
3. der Waſſerſtrahl in bie Höhe getı 
Auch hat man Handipriten mit eine 
Stiefel u. einem Schlauche, melde bi 
Standfprigen heißen u. ın ein 
Waſſer geftellt werben. Der Bauarteı 
fprigen gibt es ziemlich fo viele, als 
bauer gibt, ba jeder derſelben Anberu 
Viele haben ſich Mühe gegeben, ſowobl 
Sprigen turch benfelben verwantte D 
Drebtoiben u. Schwinglolben zu erſetz 
fonderlihen Eriolg. Die rotirenten ı 
engliichen Erfinderu, von Repſold ın 
Anderen find zurüdgeftellt worten. 
Cylinderſpritzen bleiben die beften. Di 
getriebenen Sn, Danıpffeueripi 
ganz wie Locomotiven conftruirt; fie 
Ba fer bis 200 8. hoch u. können in e 
5 Diinuten in Bewegung gelelgt merteı 
von F-n find bef. in Nordamerila fehr v 
in Deutichland hatte man bie erſte 
Fen treibt man oft mit ftehenten Dan 
wo es paßt in großen Fabriken u. 
Die F. (gr. u. lat. Siphones) war fche: 
befannt, u. Ktefibios (f. d.) um 150: 
als Erfinder genannt. Dieje %. war ei 
mit zwei Stiefeln. Die Remer Iı 
Schlauchſpritzen. In Deutſchland kom 
im 16. Jabrh. ver; 1655 verfertigt: 
bergl. in Nürnberg u. 1699 kamen * 
Gebrauch. In England kamen fie 
in der jetzt gebräuchlichen Form erſt 171 
J. K. Guͤtle, Über Ginriptung, Bau 
der F⸗n, Nürnb. 1796; 3. E. Silberſch 
lungen von Priliung ter F., Halle 180 
Hagemeifter, Abhanklung von $n, : 
H. L. Maaß, Anmeijung zur Berfertigu 
Yen, Hauuov. 1826, 2. Aufl.; Henneber 
zum Gebrauch u. zur Pflege der Sn xc., 
gene abl, f. u. Feuerzeug. 
uerftatte (Beuerfielen), 1) fo 
2) jo v. w. Brandſtätte. 
Feuerftein (Flint, Slintenfei 
machus), Barietät tes Quarzes, iſt 


Fenerſtein bis Zeuerverficherung 


ih, wachagelb, ſchwarz, bat flach⸗ 


Kruch, tft matt, durchicheinend u. 
inent, gibt Funlen am Stahl; findet 
Knollen, Platten, in Yagern, ale Ge⸗ 
ı ber Kreite. Um die Sıeine in For⸗ 


lagen, die fie bei bein Gebrauch baben nurte 1 


247 


Feuerftein, Gebirasftod zwiſchen Unterwalden 
u. dem Amt Entlibuch des Schweizercantons vu⸗ 
zern; 6700 Ku bech. 

Keuerftein von Fererſteinsberg, eine tathc» 
liſche Familie in Tfterreich, ſtammt aus Wregenz, 


757 ın ten jrreiberren: u. 1793 in Den 


ven fie non ber Kreite beireit u. Lann | Grafenſtand erbeben: das noch einzige übrige Glied 
m 1—2 Bir. (Antbrüce, mit ebenen ' 


lagen. Diefe Anbrücde werten num, 
efimmung, ale Slintenfleine, 
d. Musketenſteine, mit dem (2% 
aus gutem Stahl verfertigten, au ber 
sit einer abgeſtumpten Spige, an ber 
ner 2— 3 Yinien langen, abgeſtumpf⸗ 
perjebenen u. au einen 7 —5 Zoll 
befeftigten) Epit- od. Schiefer⸗ 
1—3 5. fange, 1 —1? 3. breite u. 
2; Yinien bide Schieferflüde geiral« 
chieierſtücle werten nun in wieredige 
nge nach geipalten; bies geichiebt mit 
enbammer (befiebenb aus einer 
bweren ftubleruen Scheibe, tie am 
zgeſtumpite Schneide bilder u. in der 
en 6 ZcU langen Helm befjeſligt iſt, 
Let. Ereineijen (einem aus nicht 
abt geiertigten, 7 Zoll langen, 2 Zoll 
iiermigen Anftrument, das aber an 
zugeſchärft if u. bei ter Arbrit 2 bie 
ı einen Holzklotz, wit der Schueide 
agelaiſen ift;, inben der Arbeiter das 
mi tie Schneide tea Sreineilens balt 
cheibenbauimer gelinte Schläge Darauf 
erkaltenen Stücken, deren man meb⸗ 
ter Zange des Schieferftüde, erbäit, 
enſelben Werlzeugen nun weiter zuge⸗ 
mi. Gin guier Aıbeiier lann jeden 
tũct Echieier ſpalten, aber nur 500 
en. Ein Senglemerar gibt höchſteus 
ıtem * ber Diajie Abfall iſt, Ter au 
“rd. rüber war tie Vereuung ter 
Eebeimniß der Franzeſen; fie war⸗ 
tement Cher in der Gegend von Vic» 
cerfertig:, u. ed war bei Tedeéeſirafe 
ren Brüchen, wo fie geiunden mwur- 
ı Vergebens jchidten Die preußiſche, 
u. a. Regierungen zu Anfang tes 
tmiffäre dahin, um bie Bebandlung 
nnen zu lernen. Eie ſahen dieſe zwar 
ber zu wenig Mineralogen, um eine 
ung Steine nachzuweiſen, u. erliärten 
rnfieine in anderen Ländern für un 
inzenſieinen. Erſt Jeſeph II. erhielt 
ung eines Preiſes ven 300 Ducaten 
edung von Flintenſteinlagern Nach⸗ 


ben in Tyrol u. bald wurden in. 
listen, rain, Salzburg 2c übe : 


u. Flintenſteine bereitet. Tie ver 
ntenfteinfabrifen im Frankreich find 
2r Aignan, Ceuffy, Viennes, Ye, 
Durch Einführung ter Fercujfione- 
fer cbemiſchen Feuerzenge bat der 
nei ſehr gelitten. 


Früher tenugte - 


tige Se auch zum Glaeſchneiden, u. 
rn Des Alterıbins, ſewie noch jetzt bei 


pielt ber F. eine wichtige Rolle, ta fie 
ı ihre Zträtärte, Waffen u. allerband 
erfzeuge fertigen, deren man ncd) viel« 
Arabnialen verſfindet. 


it: Graf Anton, Sohn Des veriterkenen rufen 
Anten Frauz, geb. 28. Juni 1799, iſt öſierreichi⸗ 


| fer Tberſt u. feit 1846 Witwer von Eliſabeth 


geb. von Zturmer. 

Feuerfeinpapier, eine Art Polirpapier, f. u. 
Papier. 

Feuerſtern, Pflanze, |. u. Lychnis. 
euerſtrafe, I. Verbrennen. 
uerftube, Feuerſtuͤbchen, ic v. m. Feuergielke. 

Feuertaktik, tie Vorichriiten der Taktik in Ve⸗ 
zug auf tie Fernwirkung der Truppen mittelſt Ge⸗ 
webreu. Reiche. 

Treuertaufe. 1) die Zaufe, mit welcher Jeſue, nach 
Johaunes Vorberſagung Matth. 3, 11), tauien 
würde; iſt nach Ein. von ben Wirkungen des beit. 
Geiſtes anf die Apchtel, nach Mut. ven tem über 
die Juden an verbängenten Gerichte, nach And. 
won der Bluttauie der Mlärtorer zu veritehen. Am— 
broſius Dachte an eine Laufe ter Heiligen am Ente 
der Reit; 2) ter Bund mir dem Teufel, Der nach 
ber Eage ınit Feuer tautte, wäbrend Chriitus 1. 
die Seinen Das Waſſer ale Bindungemittel an fich 
brancbteit. 

Feuertelegruph, j. u. Feuerpelizei n). 

Feuertbaien, Warkiflecken im Bezirk Audel⸗ 
fingen tee Schweizercanteus Zürich, nabe an ter 
Schatibauſener Rbeinbrüde, ISeinbau, Pejtbureaur 
770 Em. 

Feuerthor, Thor an der Nortfeite Des jeruia- 
lemitiichen Tempels, in Der Näbe des Verbefs ter 
Seiten, zwiſchen dem Ober⸗ u. Kpiertbere. Mau 
gelangte durch Dieiea Thor in die inwendig vor Lee 
jeiben liegende Kenerlammer. 

weuertburm (Seew.), fo v. m. Leuchttburm. 

weuertenne, Tonne, mit Pech u. verſchiedenen 
Fenerwerletẽrpern geiüllt, wird zur Vertbeidigung 
ter Vreiben u. Zerſiörnug feindlicher Werke an⸗ 
gewendet. 

Feuertoyf. ver Erfindung ber Bombe (1. d.) ein 
Tepi mit drennenden Stoffeu, welcher mit einer 
Balliſie gegen den Feind geſchleudert wurde. 

Feuerung, i. u. Heizung. 

Feuervergeldung, |. u. Vergoldung. 

—— Die Verſicherung gegen 
neucrö,eiabr bilder ben hauptſächlichſten Zweig des 
Aſſecuranzgeichäites u. bezieht ſich auf Immebiliar⸗ 
u. Mebiliarvermögen. Der Schutz, melden ber 
Verſicherer dem Verſicherten gegen Neueregeiabr ge⸗ 
wabri. erſtreat ſich nach dem jetzt allgemein üblichen 
Gerrauch auch auf diejenigen Gegenſtände, welche 
in Felge der Ydich- cd. Rettungsverfuce, alſo nicht 
tire.t vem euer, beicbäbint ed. wertbles werden. 
Jedech pflegen viele ssenerwerfiherumgsgeiellichatten 
Veſchädigung durch Reiten nur zu vergäten, wenn 
tie Kerzun,g auf Anordnung ed. mit Zuſtimmung 
eines Agen!en ber Geſellſchait vergenemmen wurde. 
Dagenen gewabri die F. deinen Schuß gegen Fener⸗ 
ſchäben, weiche in Felge kriegeriſcher cd. tumultua- 
riſcher Ereigniſſe od. durch Eruptionen u. Errbeben 
beramlaßı werden. Gbenio werben bie durch Er⸗ 
plofienen eutſtehendeu Beſchäͤdigungen von einige 


248 


Geſellſchaiten nicht vergütet, wohl aber Diejenigen, 
welche ver Blitz berbeiführt. Baares Geld u. Wertb- 
papiere u. Dinge, welche nur einen Affectionswerth 
befipen, rflegen in Der Regel als Verficherungs⸗ 
rifico® nicht angenommen zu werben; auch erftredt 
fih bie Vergütung ber Geſellſchaften nur auf bier 
jenigen Gegenſtände, Deren Vorhanbenfein vor Aus⸗ 
Bruch des Brandes ber Berficherte nachweiien kann. 
Gine mehrfache Verfiherung ein u. deſſelben Ri⸗ 
ficos bei mehreren Geſellſchaften iſt geſetzlich nicht 
geſtattet, um böswilliger Brandſtiftung zum Zweck 
einer Vermögensvergrößerung vorzubengen. Da⸗ 
gegen ſteht es dem Verſicherer frei, den Werth eines 
Kiſicos zu theilen u. die Theile einzelnen Geſell⸗ 
ſchaften zur Verſicherung zu überweiſen, wobei jede 
derſelben im Unglücksfalle nur für ben fie betreffen⸗ 
den Theil des Schadens auflommt. Auch kann ber 
Berficherer fir einen Theil bes Riſicos Selbftoer- 
ficherer bleiben. Bei großen Rificos, vorzüglich Fa⸗ 
britanfagen, pflegen bie Tenerverfiherungsgejell- 
fhaften durch Ritdverfiherung einen Theil des Ri⸗ 
ſicos anderen Gefellfchaften zu übertragen. Der 
biswillige Branbftifter geht feines Anrechtes auf 
Vergütung verluftig, nicht aber Pritte Perfonen, 
welche durch Brantfiiftung zu Schaden kommen. 
Die Höhe der Prämie richtet fich nach ber Beſchaf⸗ 
fenbeit Des Verſichernungsobjectes felber u. nach ben 
äußeren Umſtänden, melche Die Sicherheit deſſelben 
vor Feuersgefahr beeinträchtigen. So bedingen Ger 
baäude aus Fachwerk höhere Prämien als maſſive 
Bauwerke, ebenfo der Betrieb von Gewerben, melche 
die Feuersgefahr entweder durch das Vorhanden⸗ 
fern leicht entziinblicher Stoffe od. durch beiondere 
Heizungsanlagen vermehren. Sfelirt liegende Ge⸗ 
bände zablen deshalb auch geringere Prämien ala 
ſolche, welche durch Die Nacbarichaft von MWobn- 
gebäuden od. Kabrifen einer größeren Gefabr aus- 
geietst find. PVerficherte Gegenſtände, welche nad 
einem anderen Lecale transpertirt find, bebalten 
ben ihnen gemwäbrten Echnk nur, wenn die Focal- 
veränderung mit Zuſtimmung des Verſicherers ge= 
ſcheben ift. Bgl. Affecuranz IT. R). 
Feuerverſprechen, angeblibe Kunft, einer 
Fenerabrimft obne die gewöbnlichen Loͤſchmittel Ein⸗ 
balt zu thun, indem man Gebete (Feuerfegen) tar: 
über fpricht n. Dabei mancherlei Formalitäten ber 
obachtet, 3. B. um das Feuer berumläuft cr. reitet. 
Benerbogel (Baltimore» Pogel, Xan- 
thornus s. Cassicus Baltimore‘, ®ogelgattung 
aus ter Kamilte ber Staare in Nordamerika. 
Feuerwache, eine Wache zu Verhütung einer 
Feuertbrunf; fo beſ. in Theatern u. äbnlichen Or- 
ten, Die nach geentigter Vorſtellung das Haus durch⸗ 
fucben muß, ob nicht ein Yicht brennen geblieben, 
ein Feuer nicht ausgelöſcht fei. 
Seuermn en, for. m. Schießwaffen. 
terwalze (Pırosoma J’er.), Gattung ber 
Seeſcheiden (der ſchalen⸗, kopfloſen Meichtbiere bei 
Euvier); um eine hohle fingers⸗ ch. fpannenlange 
Walze or. Kegel (anf ber einen Zeite nur offen) 
figen eine Menge Tbiercben in Kreiſen; das Ganze 
ſchwimmt frei, Da die Tbierchen gemeinichaftlich ſich 
aufammenzieben u. nachlaiſen; die After öffnen 
fich in Die gemeimichaftliche Räbre ; Teuchten bei Nacht. 
Arten: Atlantiſche F. (P. ailanticum), kegel⸗ 
ſörmig, die Thierchen mit pfriemenfermigem Ente, 
finden fih in den tropiſchen Meeren ungemein häufig, 
glängen in ber Ruhe gefblichgrilu u. geben bei ben 


Benerverfprechen bis Fenerwehr 


| Bemegungen ein wunderbare Karben 


roth, Brün, Blauzc.; Rielen-%.(P. 
einige finden fi) auch im Mittelmeer 
— ‚fo v. w. Feuerfäche 
erwehr, die Gliederung eine 
fonen einer Ortſchaft zu einer Körpe 
Amede, bie perfönlichen Dienſte bei } 
In thun. Diefe Olitderung ift febr v 
afgabe ber Größe u. Lage ter Or 
Höhepunkt ihrer bürgerlichen ct. g 
Ausbildung. In den größern Städte 
kommen einexercirte u. befeldete Sch 
ftellt, tie man Bompiers (Sp 
nennt. Städte, melde eine ſolche M 
erbalten können, haben menigftens ei 
Mannſchaft als %., welche auf ge 
fignal zum Feuerdienſt fich zu ftell 
ift. Zur Beihülfe find bie Bürge 
deren Gehülfen, Fabrikarbeiter, Han! 
Knechte ꝛc. in beſonderen Abtheilunge 
Ober⸗ u. Unteranfuhrern verpflichtet 
nung wird in ber Regel fo getroffen: ı 
rotte ob. deuerſchaar, zur Vebienunc 
beftebt aus Schloſſern, Schmieden, 
ähnlichen Handwerkern, bie wieber Ei 
fprige in den Sprißenmeifter, 
Eprite befehligt, deren Wirkung beı 
Bau genau kennt u. in dem Augen 
Stedungen möglichſt abzuhelfen weiß 
tobrführer, welder das Stantı 
nach Befinden ven Schlauchrohr 
Schlaudhmeifter für den Zubrin 
Mannſchaft, als die Sprite u. bie 
dürfen, getbeilt it: b) Gewerfsr: 
niere, Einreißſchaar), zum Eir 
ans Zimmerleuten, Maurern, Sch 
dgl., welche mit Arten, Brecheilen, £ 
an Hafen ꝛc. bemaffnet find; e) tie W 
(Zubringungeaktbeilung) bilden gen 
ger, fie bejorgt die Herbeiſchaffun 
m Eimern u. Sturmfäflern u. Die { 
des Löſchapparats; dy die Wachſcha 
in den nicht brennenden Straßen, bı 
Die Ansgänge des Orts, mo es brı 
bei. anf das Flugfener, meldes v 
Das feuer in tie Höhe, vom Winde 
benen brennenten Stroh, Getreide 
anlaßt wirt, damit dieſes nicht von ! 
fergt Dafür, daß die Luken in Dächern 
gefchlofien werten, damit fi Das $ 
durch weiter verbreite, achtet Darauf, 
fteblen werte u daß feine Unordnunge 
läßt auch, um Steblen u. bauprfächli 
dränge jtet8 verbimtene Unerdnung 
Niemand als tie F-mannfchaft zum 
Dieſe Abtbeilungen uünterſcheiden fich di 
eine Armbinde, Tocarde u. dgl. von eiı 
Farbe von einander. Sie tragen auch 
u. ſchützende Kepfbedeckungen von e 
Schnitt. Außer dieſen Abıheilungen 
©) eine Rertungsichaar; fie füb 
tnnasgerärb u. Malchinen bei fi (f. 
anftalten. Mebrere Siädte zeichnen fü 
mäßige Einrichtung ven Ken aus, fc 
Sarre 1851 wurde dert die F. ing Lel 
macht, abgeieben veu ber erfien Ausga 
richrung, über 100,000 Thlr. jährliche U 
u. Termalsungsloften nöthig. Gie 


Fenuerwehr bie 


Beuerwerkölärper 


239 


:ankbirecter, einem Branbinfrector, 4 | 1831; Handbuch der Pariſer Fenerwehr, bearbeitet 


en, 40 I berfeuerniännern, 150 fkeuer- 
360 Spripenieuten. Die Mannſchaften 
tunen Dienſt u. 24 Stunden Rube, in» 
ı Zkeil ber jetesimal Nubebabenten bie 
Theater u. Beranligungeorte beziehen, 
igen Vorfichtsmaßregeln zur Verbiltung 
B zu treifen u. zu übermaden. Zu ber 
mer tie Dannichaft zur Bedienung filr 


, nänılich 44 Rebrmeifler n. 220 Drud- . 
ie Kleidung tes gewöbnlichen Feuer⸗ 


ne blaue Tuchjacke mit Scheß u. Ver⸗ 
zraue Tuchbeſen, Zwilligbofen u. Jade 


ben, Feuerkappe von ſchwarz laclirtem 


von Schunck, Braunſchw. 1856. 

Feuerweihe, tie katboliſche Kirche weiht das 
zum Anzünden der Yampeı u. Kerzen zu verwen⸗ 
dende Feuer am Sennabend vor Oflern. Außer⸗ 
halb der Kirche, gewöhnlich in ver Vorballe terfel- 
ben, wirt aus Kieſelſtein Feuer geichlagen, damit 
ein Holzſtoß, von dieſem eine in Drei Spiten aus- 
gebente Kerze (Triangel) mit tem dreimaligen 
Ausruf: Lumen Christi! (Das Licht Ehriflit) u. 
von derielben bie Übrigen Lichter angezündet. 

Weuerwer?, 1) Verkintung mebrerer, in ge- 
willen Abtbeilungen zufanımen gezündeter Kunſt⸗ 
feuer, um irgend ein freudiges Ereigniß damit gu 


bi8 tief über ben Naden hinunterreicht. ! feiern. Je nach dem Ort, wo fie abgebraunt merben 


ib trigt ber Feuermann einen 4 Zoll 
tungegurt aus Rindsleder, woran fich 
er Rettungshalen, eine Fangleine im 
yanbbeil in lederner Tajche, ein Nagel⸗ 





follen, kann man folche untericheiden,, welche ibre 
Wirkung in der Luft zeigen follen; folche, melde 
biefelbe auf der Erte zeigen, u. foldhe, welche auf 
ben Wafler angezündet werten. Außer befonderen 


iblerner Schuh befinden. Der Feuer⸗ Yiguren, Namenszügen, Kronen, Eonnen u. vergl. 
nicht über 40 Jahre alt fein u. muß in ! foınmen Dabei bef. zur Wermentung Raleten, 


gebient, eine vierwöchentliche Probezeit 


Schwärmer, Feuchtfugeln, Buntfeuer, Cascaden, 


„bei feiner Anſtellung einen Eid durch Räder, Tourbillons, Girandolen, Feuerfontainen 


abgelegt baten. Die geſammte Mann⸗ 
f 15 Feuerwachen vertheilt, welche fich 
exen Stadttheilen befinden. Auf jeder 
em iſt eine große fahrbare Sprihe nebft 
ıod. Steigleitern, Rettumgejad u. eine 
(f. u. Yeuerläichanftalten) vorhanden, 
ebienung ein Sberfeuermann mit vier 
ern u. dem nöthigen Geſpann gebören. 
ner es 5 Brantinfpectienen; jede ber- 
it eine Maſchinenleiter, einen Utenſilien⸗ 
agen, 5 Rädertienen u. einen Trans⸗ 

Dazu gehören die nötbigen Feuer⸗ 
5 Spritzenleute, welche ſich von 2 Uhr 
5 4 Uhr Morgens bereit halten. Im 
e ber Stadt liegt endlich die Haupt- 
» Perfonenmagen, einem Waſierivagen, 

nern, 37 Eprigenleuten n. 20 Fener⸗ 
Bricht nun in irgend einer Straße feuer 
Sieht Die erfie Meldung von tem be- 
‚onftabler cd. Wächter, tie fie von ker 
iſtation erhalten, wo fie ihren Standort 
em nüchſten Wachtpoſten ber F. Diefelbe 
ms; bie Fahrzeuge werden mit Bliges- 
annt ⁊c. u. in 1}, fpätefteris 3 Minuten 
tig. Die Telegrapbenhauptflation gibt 
beren Feuerwachen wondthig Nachricht, 
faſt gleichzeitig ſämmtliche Feuerwachen 
a dem Orte bes Brandes u. dem Um⸗ 
ven in Kenntniß geſetzt. Die Comman⸗ 
mit einer Pfeife geseben, bie wei fchrille 
‚orauß fich viele Signale zuſammenſetzen 
e ähnliche Ginrigtung beſteht in Leipzig 
illigen Beitritt von Zurnern zu einer 
rwehr neben ber ſtädtiſchen F., die aus 
Mebt, welche ihre Arbeit als Feuer⸗ u. 
te neben anderen Geſchäften auefilhren 
ı fi ale Wachtſchaar die.Bürgergarbe 
(garde) geſellt. Bgl. Fenerpolizei. Eve⸗ 
buch Für alle Statt- u. Landgemeinden zc., 
runbfägen bes Pariſer Sprigencerp6 be- 
ı Betri, Ilmen. 1829; Köliner, Echuß, 


ife i dlinb. 1826; 
Ent one 
ng, Rettungsanflalten bei — Um 
run, Genertuetg> u. Häifänuch, Spy 







u — — — — —— — br — — Ú — — — 
De D — — 


n. Feuergarben, Feuerregen, Irrwiſche, Kanenen⸗ 
ſchläge (1. d. a.) u. dal. mebr. Ein F. wird meiſt 
in 2 od. 3 Acte getheilt, two bie in jedem enthalte⸗ 
nen Feuer tbeils zugleich, tbeil® in faft unmerflichen 
Zwiſchenräumen gezündet werden müſſen, weil ein 
zu langfamer Gang der Darftelung, anftatt ter 
beabfichtigten freben Etimmung, nur Langeweile 
bervorbringt. Die großen Koften der X-e (zumeilen 
25,000 Zbir. u. mebr) baben in ber leßtern Zeit 
fie faft ganz aus Dem Gebrauch gebracht u. fie were 
den gewebnlich nur noch im Kleinen zur Welufti- 
gung ber Nengierigen u. ter Augend gegen ein 
Eintrittogeld zegeben. Höchſtens kommen fie noch 
bei ganz großen Feierlichkeiten filrftlicher Familien 
u. bei Artillerien ver, melde fie aus eripartem 
Fulver zur Übung ſelbſt verfertigen u. fie desbalb, 
weit fie fein Arbeitslohn zu zablen baben, weblfeil 
been tdunen. Ein F. muß überraſchen u. durch 
eine Wirkung erbeben, nicht aber ſich in kleinliche 
Spielereien verlieren, wie es bie chineflichen m. 
italtenifchen Fee thun. In China fpielen die %-e 
eine große Rolle, u. Die Chineſen haben es in den⸗ 
felben zu großer Wertigkeit gebracht; 2) fo v. w. 
Ernſtfeuer. 

Feuerwerker, 1) bie Verfertiger der Kunſtfener; 
fie waren in der frilhern Zeit zünſtig u. machten 
fie am meiflen unterrichtete Klafle der Artilleriften 
aus, weiche zugleich ben Gebrauch ter Mörfer m. 
Minen bantwerlemäßig gelernt batten; ſ. u. Are 
tilerie III.; 2) NArtillerieunteroffizier, entfpricht 
tem Sergeant ter Infanterie. 

Feuerwerkerbündel , fonft ein Bündel eiferner 
Schläge, welche, mit Pulver u. Bleikugeln geladen, 
aus Kanonen 6 wurten. 

Fenerwerkerknoten, eine dreifache Schlinge, 
womit alfe bei der Feuerwerkerei zu bindenden Be⸗ 
genftände befeftigt werden. 

erwerferfunft, Kunſt, Ernfiiener u. auch 
alle zu einem fjenerwert gehörigen Stücke anzu⸗ 
fertigen. J 

Feuerwerkötörper, tie Munition u. alle bie 
Gegenftände, welche aus beftig brennenden Mate⸗ 
rialien für den Kriegsgebrauch ed. zu Yuflieneriwer- 
fen bereitet werden u. durch ihr Wreimen in Wirk 
ſamteit treten jollen. Zur Bereitung berjelbei wird 


‚250 


Zeuerwolf bis Fenillants 


ber Seuerwerköfag, ein inniges Gemenge von brenn« | in Gebrand ; ihre Anmenbung ift geger 


baren Deaterialien, in tem fiir einen beftimmeen 
Zweck geeigneten Berhältniffe verwendet. 
Feuerwolf, bas in ſtark geheizten Badöfen, ob. 
aud an andern Feuerſlätten zuweilen plöglich er- 
folgende Ausbrechen ver Flamme durch Das Ofenloch. 
Beuerwolte ‚1. u. Keuerzeichen. 
euerzange, 1) große, eijerne Zange, Deren 
Schenkel ın der Mitte durch ein Gewinde vereinigt 
werben; die Kneipen find von verſchiedner Geſtalt; 
fie dienen Dazu , Das Eiſen zu fallen, in das euer 
zu bringen u. in bemjelben zu regieren. Um das 
Eifen recht feft halten zu können, ift an ben Griffen 
eine Klammer (Spannhalen), mit welcher bie 
Griffe zuſammengepreßt werben; 2) ähnliche Zange, 
Doch viel Heiner, um Koblen aus ben Feuer zu 
nehmen, od. das brennende Holz zurecht zu legen; 
find bie beiten Schenkel nur durch einen claflifchen 
Bogen vereinigt, fo heißt fie Feuerkluft. 
uerzeichen, 1) bie Beuerwolte hei Nacht, 
Rauchwolle bei Tage, welche eine ferne Feuers⸗ 
brunſt andeutet,; 2) Zeichen Dur Anbrennen von 
Holzſtößen, un Signale zu geben; vgl. Fanal. 
Feuereug; 1) Apparat, um glimmenbe® u. 
helles Feuer zu erzeugen. Bei ten Alten gefchah 
dies durch Ancinanserkhlagen zreeier Kiefelfteine u. 
Entzünten eines Schwainmes durch ben fo erhal» 
tenen Funken. Die Römer nannten ein folche® $ 
Ignıtabulum u. ſchrieben die Erfindung deſ⸗ 
felben tem Pyrodes zu (ſ. Feuer); auch erzeugten 
fie Feuer durch Aneinanberreiben zweier tredener 
Hölzer. Zu Numa’s Seiten wurde das erlofchene 
heilige Feuer der Tefta durch metallene Hohlfpiegel 
entzünbet ; auch bie Griechen lannten biefe Art Feuer 
anzuzünden, denn Archimetes foll bei ber Belage⸗ 
rung von Syrakus bie feinblihe Flotte mirtelft 
Fe Brennipiegel verbrannt baben. In Grie- 
chenland beftand das gewöhnliche F. (Pyreion) 
aus einen beblen Holze (Eechara) u. einem andern 
(Trypanon), welches in dem erfteren fo lange ge⸗ 
rieben wurde, bis es ſich entzüntete; man nahm 
Dazu bei. Yorbeer-, Epben- od. Maulbeerholz. Diefe 
Art von F. fell von Hermes erfinden worben fein ; 
nach dem homeriſchen Hymnus auf Hermes fcheint 
berjelbe das Feuer durch Reiben von Eiſen auf Holz 
erhalten zu haben. Auch im Mittelalter betiente 
man fich noch als F. zweier Hölzer, von benen das 
eine glatt war u. das anbere, wie ein Hobel geftal- 
tet, auf dem erfteren gerieben wurde; auf ganz äbhn⸗ 
liche Weile erzeugen bie Wilden euer. Epäter 
famen tie Fre in Gebraud, wo durch Entgegen. 
fhlagen eines gehärteten Zeuerfiabl® gegen einen 
harten Stein (Beuerftein) u. Auffangen der unten 
auf Zunter cd. Schwamm berfelte zum Slimmen 
ebracht u. durch einen mit Schwefel überzogenen 
aumwollenen Karten (Schwefelfaden) Helles 
Feuer erzeugt wurde. An die Stelle Diefer Fee tra⸗ 
ren die ſogenannien chemiſchen Fae, welche gegen 
Ende des 18. Jabrh. von Frankreich nach Deutſch⸗ 
land gebracht wurden; ſie beſtanden aus einer mit 
Aſbeſt gefüllten Flaſche, welcher mit Schwefeliäure 
angeſeuchtet war, u. aus den eigentlichen Zündhöl⸗ 
zern, deren eines Ende mit Schwefel u. dann mit 
einer, meijt mie Zinnober gefärkten Miſchung ven 
&lerjanrenm Kali, Schwefel u. Yeim überzegen war. 
Bei der Verübrung biefer Miſchung mit ber Schiwe- 
feljüme entzündete fie fi. Seit ter Dlitte tes 
4. Jahrzehndes kamen die Streichfeuerzeuge 


| 


allgemein u. ihre Sabrilation ift zu ein 
Induſtriezweig herangewachſen. Liber 
denen Arten u. die Bereitung der Streich 
Andere, wiewohl nur wenig in Gebr 
mene Fe⸗e ſind: das elektriſche F., w 
ſtoffgas mittelſt eines eleltriſchen Funke 
wird u. in einer Flamme ausſtrömt; Fi 
Bafel erfand fie 1770 u. Ehrmann ır 
machte fie zuerft 1780 befannt. Die p 
hen F-e befteben in einem boblen ( 
einem luftdicht ſchließenden Stenpel 
ſchnellem Hineinftoßen bie eingeſchloſſer 
erhitt, daß ein Daran befefligter Zunbeı 
men gelangt. Das Phosphor⸗F., m: 
berubt, daß Schwefelhölzchen, in ein m 
gefülltes Fläſchchen getaucht, beim $ 
etwas Phosphor mit beransbringen, 


dann an der Luft entzündet. Die Ann 


—— — — 
— — — — —— —— —— — — — — —— ——— —— — — 


Waſſerſtoffgaſes in pen Döbereiner] 
tin⸗F⸗en berubt auf ter von Döbe 

emachten Entteduug, daß ein gegen fei 
Platin (Platinſchwanim) geleiteter Str 
ftefigas jenes zum Glühen bringt u. fi 
entzündet; 2) ſcherzweiſe eine Heine u. ' 
nifirte Buchtruderei. 

Feuillade (ipr. Fölljad), 1) Srancı 
buſſen, Vicomte De la F., geb. 
früh in franzöfifche Kriegspienfte, zeidh 
Marechal de Camp 1651 —55 in ben 9 
aus, machte dann 1661 unter Dion 
Krieg gegen bie Türken n. 1664 in bei 
den mit, führte 1668 300 Freiwillige 1 
nern nach Candia zu Hülfe, folgte, 3 
dem König 1674 in bie France Tomte 
ins u. die Citabelle von Befancon n. 
ganze Provinz, wurde 1675 Marſchall 
reich, erhielt 1676 an ter Stelle bes: 
Orleans das Generalcommanbe in 
wurbe 1678 Vicelönig von Stcilien, 
verneur ber Dauphiné u. flarb 1692. 
der Etelle des Hotel Senneterre yı 
Place des victoires an, in ber Mitte ' 
le eine bronzene Fußſtatue. 
b’Aubuffon, Ducbelaf., Schu! 
geb. 1672, franzöſiſcher Marechal de Can 
belagerte 1706 Turin u. floh nah & 
welde ter Herzog von Orleans u 
Marfin verloren, mit biefen nach Fraul 
Er ch 1725 obne Nachlommen 
in uutage (ir., ſpr. Fölljaſch), fo 

er 


Feuillantine (fr., fpr. Fölljangti 
QAlätiergebadenes. 

Feuillants (ipr. Sölljang, Fulia 
Itanjer), Kongregation ber Ciſterzie 
1577 von Jean te fa Barriere für fı 
von St. Benedicts Regel, 1556 als fell 
Sirtus V. gebilligt, 1595 in ben Sa 
gemiltert, ber Frantreich u. Stalieı 
1630 in tie franzöſiſche u. in bie it 
Kongregation St. Bernbarb 
Tracht: weiße Kutte ohne Scapulier, ( 
binten bis auf bie Waden ſpitz hinabl: 
puze weiß, Dazu auf ber Straße ein w 
Hut. Barriere hatte nach gleicher Regı 
Kicflerfrauen gleiches Namens zu 
geftiitet, welche fich weit, über 


Fenillea bio Feyerabend 


aber aufgehoben wurden; ſeit der Re⸗ | fällige Echreibtweife, welche mehr bie flüchtige Un⸗ 


Frankreich wurden wieder 
16 gemacht. Die 
u. davon erbielt der 1791 von La⸗ 
ete Club, welcher dort feine Verſamm⸗ 
ben Ramen. Die Mitglieder deflelben 

äßigten Richtung an u. mußten 
talekinern das Feld räumen. Daber: 
», fo v. w. Das politiiche Denten u. 
) gemäßigten Anfichten. 

(Sreillee, F. L.), — — 
dem Franciskaner Louis Fenillée, aus 
der Xhandirobeae, aus der Klaſſe ker 
bie; Diöcie, Pentandrie; Arten: F. 
a, hochranlende Pflanze in Weſtindien, 
tänbigen gelben Blumen, großen ova⸗ 
‚erafiih wirkenden Früchten, bie fla- 
ol breiten Samen (Semina Nhanili- 
außen braungelb, innen gelb, bitter, 
ı febr wirfjames Gegengitt gegen Gift- 
serling, Kräbenaugen, Mandhinelle u. 
ben Klapperſchlangenbiß. F. trılo- 
Bütamerifa, Brafilien, ebeufalls ran- 
ven Eamen wirb ein weißes, bem Talg 
‚pam Prennen ſehr brauchbares DI od. 
Bu. 


‚Yenis, Krancislaner, geb. 1660 zu 
6 Brovence, bereifte 1700 ben Orient, 
sah Beflintien, 1709 nah Chili u. 


Ainbien, Bar. 1714, 2 Bbe.; das über 
„ebd. — bau von Huth, Rürnt. 


worte (fr. fpr. Kl Wort), dunkel 
Blätter. q j 


ze 
mm (fr., {pr. Göllitong), eigentlich Blätt- 
—— Der Unterfaltungsiec- 
r g Ni ec» 
et iR, theils Erzählungen, ke. 
durch ben Jahrgang hinburchlaufenbe 
thäft, theils wmerhvürbige Greignifle, 
iber Perjenen, Literatur, su — 
€ 8 
—3 — 
ãchſt von ben Franzoſen aus u. begann 
tifen abe gab riebens- 
Reftauration ber Bourbon. Um bie 
reflanter m. mehr gelefen zu machen, 
en übrig bleibenden Raum mit pilan- 
augen, zu denen in Paris vorzugsweife 
jue scandaleuse ben Gtoff herleihen 
e noch größere Ausdehnung gewann 
ı Ente des 4. Jahrzehnte, wo es Mote 
efer durch fpannende Romane u. No⸗ 
: Zeitung zu fefleln; ein Umfland, ber 
au ber uebibung ber induͤſtriellen 
et beitrug, ta renommirte Belletriften 


i 


Berfuche |; terbaltung bes Leſers als eine künſtleriſche Abrun- 
F. hatten em Klo- | bung der Darftellung bes Stoffes im Auge bat; 


Beutäctoni®, ein Schriftfieller, der für das F. einer 
Zeitung ſchreibt, ob. deſſen Echriften feuilletoniftifcg 
abgefaßt find, d. h. von der ſtrengen Durchführung 
einer Grundidee abſehen. 

Feuillette (ipr. Folljett), altes franzäfifches, na» 
mentlich für Burgunder gebrauchtes Weinmaß u. 
Te Muid pariler Maß od. 134,11 Litres. 

nieres (fpr. Föliähr), 1) Manalfes de 
Pas, Marquis de F., geb. 1590 in Eaumur; 
erhielt, noch ungeboren, von Heinich IV. die Penfion 
feines bei Jory gebliebenen Vaters, trat jung in ben 
Militärdienft u. flieg fchnell zum General. Vor La 
Nochelle gefangen, trug er durch Überrebung viel 
zur Übergabe tiefes Plages bei, wurde nach Guſtav 
Adolfs Tote nah Deutihland gefhidt, um das 
Bündniß Schwedens u. Frankreichs mit den dor⸗ 
tigen proteſtantiſchen Fürſten zu erhalten, befehligte 
1637 mit Beruhard von Weimar eine franzöſiſche 
Armee gegen bie Kaiſerlichen, belagerte 1639 
Thionville mit 5000 Mann, verfuchte auf Befehl 
des Könige fich gegen einen Eutſatz von 14,000 
Mann unter Piccelomini zu halten, wurde jedoch 
— verwundet u. ſtarb gefangen 1640 zw 
Thionville. Gr ſchr.: Lettres et negociations 
d’Allemagne en 1633 et 1634, Bar. 1753, 3 
VBre. 2) Antoine de Bas, Marquie de F., 
Entel des Borigen, geb. 1648 ; trat 1667 in Dienfte, 
wurde 1688 Brigabier n. a fih als Partei⸗ 
gäuger 1688 bei einem Streifzuge von Heilbronn 
is vor Nürnberg aus u. wurde teebalt Marechal de 
Camp; er wirkte 1669 mit zur Schlacht von Staf⸗ 
farbe, zur Groberung von Sufa, Carmagnole x., 
bielt 1691 mit 3000 Mann zu Speierbach die ba⸗ 
diſchen Truppen auf, wurde 1693 Generalliente⸗ 
nant, biente als folder unter Zurembeurg u. Bile 
leroy bis 1697 in Flandern u. flarb 1711. Er 
fhr.: M&moires, Amflerd. 1731, 3ulett Bar. 1770, 
deutſch 1786; wie feines Großvaters Schrift, eine 
treffliche Duelle der Zeitgeſchichte. 
tig (Her.), fo v. w. Beſeelt. 
urige Beichen, ſ. Feuerdreied. 
ur (fpr. Bohr), Stabt an ker Yoire, im Ar⸗ 
rondiſſement Moutbrifon bes franzöflichen Depar- 
tement® Loire; fumpfige ımgefunde Gegend; 1800 


Ew. Hier 1452 Friede zwischen Karl VII. u. dem 

von Eapoyen. 
versham (ſpr. Fihwershämm, ee 
urole 


Faversoh am ſſpr. Fehwerehämm), ſonſt 

vum), Martiflecken der engliſchen Grafſchaft Kent; 
roße Bulvermühlen, Aufterfifcherei; "4600 Ew. 
ier wurbe 12. Dec. 1688 König Jakob II. auf der 

Flucht vor Wilhelm von Oranien aufgebalten. 

Fevos (a. Geogr.), fübliher Nebenfluß bes Pa⸗ 
bus in Gallin cispadana, jet Braita, nad An» 
Deren ber u 7— ehe — 

vre, le (fpr. &' fähwr), |. Faber u. 

Bern a A baher Bertömu® fo v. 
w. Cretinismus. 

Feydean (fpr. Fadoh), ein gegen Ende des 18. 
Jabrh. berühmtes Theater in Paris, In 
namentlich komiſche Opern aufgeführt wurden. 

hend, eine im 16. Jahrh. in Frankfurt 

a. M. ae Kamilie, —— era na 
iteratur u. bie Doll 

erwerben haben. Der wide 


| —— Berbicaf 


252 


tigfte unter ihnen it Sigmund F., geb. 1528, 
Der bebeutendfte deutiche Verlagebuchhändler feiner 
Zeit, welcher, ſelbſt ein geihidter Holzſchneider, eine 
Dienge mit Holzichnitten iluftrirter Werle heraus⸗ 
gab. Er ftarb 1590. 

Feyjdo y Montenegro (pr. Feijoo i Monte. 
negro), Fr. Benito Ieronimo, geb. 1676 in Car» 
damiro ım Bistum Orenfe in Spanien, wurde 
1690 Benedictinermönch, ſtudirte in Oviebo alle 
Facultätsreifienfchaften, wurde fpäter Profeflor 
ter Theologie in Oviedo, Abt bes Benedictiner⸗ 
Nlefters von S. Vincente daſelbſt, dann Ordens⸗ 
general u. Ehreurath bes Könige Ferdinand VI. 
Er ſtarb 26. September 1764 in Oviedo u. ſchr.: 
“T'eatro ceritico universal, feit 1726, welches er ſpä⸗ 
ter als Cartas eruditas bis 1760 fortfette; es 
find 15 Auflagen von biefem Werk erfhienen, bie 
befte Madrid 1780—81, 17 Vhe. 

Feyde, jo v. m. Fapde. 

Fez, 1) Königreih, nörblicher Theil des Sul- 
tanats Marolko, aus Dlittelmeer grenzend, vom 
Gebirg Atlas (Zweig Alcat, Matagarda) durch⸗ 
zogen; Flüſſe: Muluvia, Sebu, Buregreg (Bu⸗ 
razag, vom Atlas, mit dem Bieru u. Concru, ins 
Atlantiihe Meer) u. a.; 5543 OM., 3,200,000 
Einw., darunter die Azaguen (Hirtenvolk). Tbeilt 
fih in 10 Provinzen (13 Präfecturen): F., Beni⸗ 
taflan, Schewoja (Schavia), Temesna, Hiaina, 
Schaus, Angad, Errif, Gart, EI Garb. — 
Das Reich F. war früher von Mauren (ſ. d.) be 
wohnt u. gehörte zu Dauritania Tingitania. Uns 
ter ber rämiſchen Herrſchaft wurde es zur Pro- 
vinz Hiſpanien geichlagen. Zur Seit ber Böller- 
wanderung drangen die Vandalen bierber u. ſa⸗ 
Gen bier bi8 zur Eroberung Nordafrikas durch bie 
Araber, bie dem nordweftlicen Theil ten Namen 
Mogreb Achay od. Sous (Suſe) gaben, u. zwar 
5 bie Sous- el Adnay (das nabe S., im Gegen. 

at zu Sous el Achay, dem fernen S., d. i. Ma⸗ 
treffe): es ſiand erft unter ben Khaliien; 789 
grüntete Edris in Temesna ein neues Reich, 
deſſen Hanptſtadt Walyly ward; feine Nachfolger 
Edrifitend, melde die Ommajaden in Spanien 
als Oberherren anerlannten, erweiterten Das Reich, 
u. fein Sohn Edris baute KUS tie Statt F.; 
825 jelgte ibm Mubammed; die Ebrifiten wurden 
aber von ben Ghomeriden in Ceuta u. anderen be⸗ 
nachbarten Fürften ſehr beträngt u. mußten 925 $. 
verlaſſen; F. kam nun abwechſelnd unter tic gerade 
in Maroflo herrichende Dynafıtie, bis 1070 Die Al⸗ 
morariten ſich bes Reiche bemächtigten u. daſſelbe mit 
Marolko verbanten. Das Weitere f. u. Darolto 
(Geſch.). 2) 1888), eine Hauptſtadt bes Sultanats 
Marofto, am Wad ul Diſcheahari (Perienfluß), 
ſchönſte Etabt ter Berberei; theilt ſich in Fas 
Belli (Ali⸗F.) u. Fas Dſchedid (Neu⸗F.) 
od. Medinat al beida (die weiße Stadt, ſo ge⸗ 
nannt wegen ibrer weißen Häuſer); die Stadt liegt 
in einem ſchͤnen, mit Blumenfeldern, Fruchtgärten 
u. Gehölzen von Citron⸗ u. Granatbäumen be⸗ 
dedten Thal u. ſoll 85,000 Em. baben (nach And. 
ar 40,000), werunter 10,000 Nuten, 10,000 Ber⸗ 
berer, 4000 Neger, bie übrigen Mauren n. Araber; 
Sultandpalaſt, Feſtungswerke, ſchöne Häuſer, ge 
räumige Heie emit Garten, Waſſerbeclen, Fiſch⸗ 
teicben), 100 (ſonſt 700) Moſcheen (jede mit War, 
die ſchönſte, Ei Karubin, mit 300 Marmorſäulen), 
wiela Badehäuſer, Aber 200 Karavanſerais (Fon⸗ 


— 


— — — — 


Feyjoo y Montenegro bis FF., I. 


daques), jedes mit 50— 100 Zimmer 
Schulen; der Handel iſt bedeutend, an 
ländiſchen Waaren ; Die Fabrilkthätigkeit 
trefflide Maaren aus Seide, Wolle 
Schmudfaden, bei. berühmt find bie na 
benannten rotben Müten, bie Bantoff 
pie, bie Sättel u. tie Juweleuarbe 
Handwerk: hat fein beſonderes Duarti 
Nähe berühmte Schwefelbäber (Viſch 
Atlasipige Zaimbe. — Die Stabt F. 
von dem Fürften Edris gegründet; al 
Neih von den Almoraviden in Marı 
wurbe, wurde auch bie Reſidenz dahin 
die Meryniden, deren Baterftabt F. wa 
1480), refibirten wieber bier, u. Abu \ 
el Manfur ließ 1276 am anderen lifer | 
Dibeabari die Neuſtadt zum Unterici: 
Altftadt (Fas Belli) erbauen. Auch 
(1480 — 1550) reſidirten in F., aber d 
Dynaftien verlegten die Hauptſtadten 
Marofto. 
3 (türk), fo v. w. Feß. 
ezele, Melch. fo v. m. Feſele. 

Fezzän, Reich in der Wüſte Eaba 
an der Sühgrenze von Tripoli, umfaf 
DOM., hat das Bebirg Soutab (Schwa 
20 Meilen lang, bis zu 1500 Fuß hoch 
Zibefti u. a. ; zum großen Theile gut be 
fruchtbar, Doch febr hei, im Winter aı 
geſund, bei. für tie Augen u. die Brul 
Sandſtaubs; Broducte: bef. Raubthi 
vögel, Strauße, viele Scorpione: Südfr 
tel, Getreite, Wein u. Waffermelonen, 
u. Salz. Die Einwohner, 70— 50, 
Miſchlinge (auch viele Araber), nicht fe 
farbig bie ſchwarz, wobnen ir elenden Hi 
Ah Ichlecht, treiben meift Handel (Kara 
Epebition), wenig Handwerle (Schmiel 
u. Goldwaaren maden), haben etwas Ui 
Diubammebaner, abergläubiſch, tbeileı 
(Mameluls), Gemeine u. Sklaven. Di 
liegt in den Händen eines erblichen &ı 
ber Tribut an ten Paſcha von Tı 
(450 Unzen Goltftaub jährlich) u. 
refitirt. — 8. ift das Pbazanta 
welches von Garamanten bemobnt war 
unternahmen im Anfang des 1. Jal 
unter Corn. Balbus einen Zug nad I 
u. unterwarfen das Boll u. die Sıä 
Cillaba. Am 7. Jahrh. riffen es bie Aı 
im 12. Jahrh. waren Germah u. 
Hanpterte, im 14. Jabrh. Zuilah, ! 
zablte Zribut nach Kaneın; im 14. Je 
es die Ecberifs von Marolko, kann fa 
Baia von Zripoli, der jährlich ein 
Einiammlung des Tribute nah F. fd 
bemüchtigte ke der Bey Mubamimet 
ber [ben oft ald Tributeintreiber bier 
der Hauptſtadt Murzuk, tödtete die re 
milie, unterwarf ſich die uniliegenden 
brachte bein Paſcha dreiual mehr Zı 
früberen Zultane, wedhalb er auch in 
nate von den Paicha beftätige wurde, 

Fezzara, Salzſee bei Bona im nör 
rien (Afrika). 

FF., ff., 1) (Finissimo), ſehr ſe 
ren, vgl. Gein; 2) Fortissimo, Ru 
nämlich fingen ob. [pielen; 8) fo v. m. 


FM bis Fiber 


Eolfeggiren der Ton f. 

e, leden im Amte Gavi ker farbini- 
ı3 Novi, in rauber Lage auf tem Yigu- 
ni; 1000 Gm. 

r., ſpr. Siafr, Voiture de place), 
Rezeihuung des äfientlichen Diietbjubr- 
des ãhnlich wie bie in Deutichland ge- 


Dreſchtken (f. d.) eingerichtet ift; auch . 
‚Tele nennt man F. Die Fabrpreiſe 


ten Trofchlen für einzelne Zeuren (a 
od. für eine beflimmte Zeit ı& l’heure) 


eier Tarif erleidet je nach der Zabl der 


L ber Bierte eine beſtimmte Dlodifica- 
n wäbreud ter Nacht merten höber be⸗ 
Name F. rührt von dem erſten Unter⸗ 


253 


Kidllar, die hoben Schneeberge auf tem Kid» 
lengebirge (zwiſchen Schmeten u. Norwegen, 6000 
bie 50009 Fuß body); die Herbergen darauf heißes 
Flilftugon. 

Fiamingo (ber Alamlänter), Beinanıe, welchen 
niebrere nieberläntiicbe Maler in Jialien erhielten, 
fo Kerl, Salvart Riviera, Du Quesney u. a. m. 

Fiamma, Galvano, geb. 1253 in Mailand, trat 
daſelbſt um 1297 in ben Predigerorden im Kleſter 
tes beiligen Euſtergius; fein Todesjabr iſt unbe⸗ 
tanut; er jehr.: Manipulus ſlorum, sive Hlisto- 
ria Mecdinlanensis ab origine urbis ad annum 
eirciter 1346, u. Opusculum de rebus gestis ab 


‚ Azone, Luehino et Johanne Viceromitibus 


er Miethwagen, Nicolas Sauvage in 


:elen Haus wegen des daran angebradh- 
des Zt. Fiacte, Hotel de F. genannt 
einigen Städten Deutichlaube unter 
ı Dreichken u. Fiacres, melche leßtere 
Dreſchkenreglement u. den Troſchlen⸗ 
en find. 
wre :.ipr. Sang Fiakr, Fiacrius), Sehn 
Engzen IV. von Schottland; ber Ibron- 
end, zing er mit feiner Schweſter Si⸗ 
ad, in bie Gegend von Dleaur ır. 
Bald Eremit; erft. 670; Tag: 30. Auguſt. 
a, Santelsagenten in Canton (Kbina), 
Beſergung für die Rüdfracht fremder 
mehmen. 
zeſ., geb. 1749 zu Toblomit in Böhmen, 
: Serridhaft als Yeibeigener u. Tiener 
wo ex feine Mußeftunden verwantte, 
er Diufil auszubilden. Als er fich auf 
me ziemliche Yertigleit erworben batte, 
siner Herrſchaft, bie ihn unglimpflich ber 
urde aber eingeholt u. ing Geiängniß 
indeß fein beteutentes Zalent Shen alle 
rfennung gefunben batte, wurde F. aui 
Beiebl feiner Haft entlaffen u. für frei 
"ging nun 1777 nah Münden, wo er 
ung in ter kurfürſtlichen Setcapelle 
abr fräter nah Salzburg u. von dort 
Bien. Dert machte er, von Mozart ein⸗ 
uderes Sid durch fein Spiel auf Ten 
u. erbielt eine Anftelung ala Kapell- 
Grafen Besboredlo, mit welchem er 
burg überſiedelte. Zeit 1792 na 
zurückgelchrt, wurde er fürftlich für 
r Kanımermufilus in Tonaueichingen, 
> farb. Er componirte Sinfonien u. 
:mebrere Inftrumente, auch Cuartetten, 
netten. 
pigiänlchen ber gethiſchen Strebepfeiler 
zierung ber Weinberge, an beren Flan⸗ 
alls vorfommen, befteben aus 3 Zriiden, 
ben Leibe, welcher aus jenem aufſteigt, 
fen (ven dem alten Worte risen. aui⸗ 
.to rise), ber ppramitalen Zujpitung, 
uß in einer Kreuzblume beftebt u. deren 
zihnlich mir Krabben verziert find. 
„Odoardo, Maler u. Kupferäger, gel. 
leana; bildete fi in der Schule Tinto— 


uedig m. ft. 1635. Ven feinen Wättern - 


kannt, Die beiten darunter Die Hochzeit 
y Zintorette, der beilige Zcbaftian nach 
Er gab heraus: Eeiſiliches Trachten⸗ 
g. 1626, 2. Ausg. 1656. 


— — 


ab anno] 1328 usque ad annum 1342, beide 
berausgeg. von v. A. Muratori in den Seriptores 
rerum ital.; außerdem Cbrenilen iiber die Stadt 
Mailand u. den Predigerorden, welche in Biblie⸗ 
thefen Italiens handſchriftlich auibewabrt werben. 

Fiäno, Flecken rechts an ter Tiber eberbalb 
Rom, 1600 Em. Bier fell im Alterthum nach 
Einigen das Fanum Feroniae. nah Anberen Ca⸗ 
peua geſtanden haben; jpäter ein Herzogthum Des 
Hauſes vudoviſio. 

Fiandna, Marliflecken au der gleichnamigen 
Bucht des Quarnariſchen Golies, im Bezirk Albona 
bes öſterreichiſchen Kreiſes Mitterburg GSOſtrien); 
Dafen, Handel mit Kaſtanien, Dafer; S50 Ew. 

Fiard, Jean Baptıfte, geb. 1763 in Diien, 
wurde Jeſuit u. Regens im Kollegium zu Alencon, 
u. nach feiner Prieſterweibe Vicar in Tijen u. fl. 
16818. Er glaubte an den Teufel, an Seren u. Zau⸗ 
berer u. leitete von dieſen alles Unheil ab; er ſchr.: 
L.ettres inagiques ou Lettres sur le diablo, 
Bar. 1781; Inatruction sur les gorciers, ebd. 
1:46; Le mystere des magndtiseurs ct des 
somnambuler d&voild, ebd. 1815. 

TFiarenana (Atregue), eine Der iruchtbarſten Pro⸗ 
vinzen von Madagascar, im ZW. ber Inſel, bat 
mebrere greße, von Wallſiſchjängern haufig beiuchte 
Naien, ift dünn bevölkert aber reich an Vieh, Schilde 
patt, Aaummolle, Indigo, Seide, Wachs u. Gummi. 

Fiasco (ital., d. i. Flgaſchey, 1) Weinmaß in 
Toscana == 2,227 Litres, OElmaß daſelbſt == 2,088 
Yırrcd. 2) Atasco machen, Yarılerett machen: 3) von 
Zbeateritiicen, durchiallen. 

Fiat :lat.ı, ca werde! es geichebe! es Bleibt ba» 
bei! F. justitia, pereal mundus, Sprüchwort, Ge⸗ 
rechtigkeit geſchebe, möge Me Welt darüber untergebei. 

Fiatole (Atatela Cur.). Fiſch, ſrüber ale Gate 
tung ter Stachelfloſſer Familie der Makrelen) auf⸗ 
geitellt, ſpäter ale Art des Geſchlechtes Dedfiſch; 
Art: F. Gtromateus fiatola)., graulich, ſilbern, 
gelb Längsgeiledt; woblſchineclend, im Dittelnieet. 

Wibbia, eine ter Spitzen des Zt. Gottbardé⸗ 
rerges, von Heſpiz in 2% Stunde gu erſteigen; 
S4J Fuß boch; gewäbrt cite weite Gebirasansſicht. 

Fibel w.tat. Fihuin), 1) riffel, weil mit jelchem 
auf das zu reſende gezeigtwirde daber d)ſe v. w. gie: 
mentarleiebud, Yerbecuidboi D.:. In ueuerer Ze 
find dieſe Inn, deren Inbalt ich Senn aut Das ABE 
auf Buchſtabirübnugen u. Yardititife in Seren it. v 
Preſa mit Zugabe des Eimalenis beichränkt 
nad dem Zyften des Anſchauungdunterrichte un 
Abtiltungen befanmter Gegenſtänte verſeben We 
den, um das Verenlernen yu erleühiern, BAT an‘ 

iber, Zäugethier, 1) ſo v. W. . 
a (Zibeth aus), Ganung der ſchwimmiui 


254 


gen Wühlmänfe; oben u. unten jeberfeit6 3 Baden» 
zähne, von den Seiten zufammengetrüdter, bünn 
bebuarter Schuppenſchwanz, halbe Schwimmhäute, 
mit einem eine Art Bifanı abjenbernten Drüfen- 
beutel; die Canadiſche Bifamratte, grau— 
braun, 1 Fuß lang; leben in Badöfen äbnlichen 
Bauen an Flüffen Norbamerilas von Wurzeln, 
vorzüglih Calmus; Fleiſch eßbar, Pelz u. Haar 
geſucht, letzteres wie Biberhaar benutzt. 

Fibern (Fibrae), 1) bie einfachſten Theile, in 
welche ſich bie meiften organiſchen Körper (Thiere 
u. Pflanzen) medanifch zerlegen laſſen, ohne ihre 
Form ganz aufzugeben. Sie find fabenartig neben 
einander gelagert u. laſſen fich leichter von einander 
in ber Yängenridtung trennen, al® quer durch⸗ 
gerilien, u. ter Bau felbft zeigt fich als fibrös. 
Haller glaubte Den ganzen organifhen Bau, bei. 
des tbieriichen Körpers, aus einfachen, mit Der ma« 
tbematifchen Linie vergleichbaren F. ableiten zu kön⸗ 
nen; allein ale Bemübungen, einfache F. darzu⸗ 
Stellen, find vergebli. Man hat vielmehr die fibröſe 
Form nur als bie eine, wiewohl bie allgemeinfte 
Grundform ber organischen Körper anzufehen, welche 
fih jedech zumeift auch als aus Zellen entftanden 
nachweiſen läßt. Vorwaltend Fibernferm zeigende 
Theile find Knochen, Muslein, Gefäße, Nerven; 
Boch werben in dem von Bichat u. mehreren Neuern 
aufgeftellten fibröſen Syſteme dieſe als Theile von 
ausgezeichneten Charaktern daven ausgeſchloſſen u. 
darunter nur ſolche befaßt, die bei einfachem Bau 
fi leicht ın 75. zerlegen laſſen, wie tie Knochenhaut 
u. m. a. Häute Doch macht tie Natur zeichen 
ſolchen fibröſen Hänten u. andern (feröfen, Schleim⸗ 
bäuten, f. b.) feine jcharfe Abicheibung, u. mehrere 
Häute bilden Übergänge als fibrös⸗ſeröſe cd. fibrös⸗ 
ſchleimige Hänte. 2) (Bet.), |. Pflanzenfaſern. 

Fibia, ſo v. w. Fibbia. 

Fibig, Johann, war Profeſſor der Naturgeſchichte 
u. praktiſcher Arzt m Mainz u. ft. daſelbſt 1792; 
er ſchr.: Beſchreibung einer nach dem Norden ge⸗ 
machten Reife, Frif. 1790; Handbuch Der Minera⸗ 
logie, Mainz u. Frankf. 1787; Einleitung in bie 
Naturgefchichte des Pflanzenreihe, Main 1791; 
Bibliotbel der gefammten Naturgeſchichte, Frankf. 
1759— 91, 2 Bde. 

Fibis (pr. Fibiſch), Dorf im Kreiſe Temes bes 
Verwaltungsbezirks Temesvar (Ungarn), bei Orczy⸗ 
Dorf; bat 2 Mineralquellen u 2300 Em. 

Fibonacci (fpr. Sibenatiei), Leonardo, Mathe» 
matiler, welcher zu Ende bes 12. u. Anfang tes 13. 
Jahrh. in Pifa lebte u. fich bef. mit der Rechnung 
mit arabifchen Ziffern befchäftigte, um Deren Ver⸗ 
pflanzung in dag Abendland er fich große Verdienſte 
erwarb; 1220 gab er Practica geometriae u. 
1228 feinen Abbacus zum zweiten Male heraus. 

Fibra (Safer, Bot.), 1) ein dünner, faden⸗ 
förmiger Theil der Pflanze überhaupt; 2) die aus» 
gebehnten Gefäße ter Geſäßbündel in den Baſt⸗ u. 
Holzringen; 8) die zelligen Fäden, welche das 
Echmammgemebe (Mycelium) od. bie ganze Pflanze 
bilten, alfo te v.mw.Floccus, Flocke. Daher Fibrosns, 
faferig, d. b. aus getrennten ch. leicht trennbaren 
Faſern beftchent, od. reich an Faſern, auch wohl jo 


v. w. aus vielen Fibrillen beſtehend. Fibrilla, Zafer, - 
ſtehung ter Reichsftatt Frankfurt a. X 


Die letzten feinen fadenförmigen erzeigungen od. 
Verlängerungen der Wurzel, welche ter Wurzel tie 
Nahrung zuführen. Fibrillesus, zaferig, d. h. ſcheinbar 
nur aus Zaſern beſtehend. 


Fibern bis Fichelin 


Fibrin (Fibrine), fo vw. w. Kaferf 
Bibrinfage, ein aus einbeimiſchen Gerre 
wie aus Närfeftoffbaltigen Subſtanze 
Nahrungsmittel; wird in Milch, Be 
din gelocht, beſ. ven Kranken gı 

tbroferrit, faleriges Mineral, 
ſchwefelſaurem Eifetoroe u. fommt üı 
bes Copiapits in Copiapo in Chile ve 

Fihroin, Hauptbeftanttheil der 
fogenannten Herbſtfäden u. des Bad 
es iſt in reinem Zuſtande weiß, an 
zent, nicht elaſtiſch, ohne Geruch u. © 
Iöstih in Wafler, Alkohol, Äther u 
löslich in concentrirten Mineralfäurer 
lauge, wobei es fich zerſetzt. Nah M 
Zufammenfegung Cs9 Hsı Ne O1 
ſchwamm ift das F mit Jod, Echmi 
phor verbunden. Man gewinnt es bı 
Auskochen Der Seide od. Herbſtfäden 
u. Dane Eifigläure. 

ibrolith (Min.), fo v. w. Buchbo 

Fibüla (lat.), 1) Schnalle, Seite 
Band u. ähnliches; 2) (Anat.), Das Wa 
Fußknochen; daher Fibularis, was dara 

ibularia 1) (Clypeaster), fo v 
j. u. Augeligel; 2) (Betref.), f. u. Echini 

ibulation (v. Iat.), |. Infibufatie 

icäna (a. Geogr.), ein alter Ur 
zwiſchen Rom ı. Oftia, [hen unter M: 
mit Rom vereinigt. 

Ficaria (a. Geogr.), Hafen auf | 


Figari. 

Flrarta (F. Haller, Pfennigkr 
zengattung aus ber Familie ber Ram 
Ranunculeae, Polyantrie, Bolygyı 
F. ranunculoides (Ranunculus fica 
im Frühling gelb blühen, mit Hein 
berzförmigen, buchtigen, Tanggeftielt 
mit Bruttknöllchen in den Blattachieli 
abfallen u. da fie wie gequollene G 
anejeben, vie Beranfafluug sur Sa 
treiteregen gegeben haben; auf Ä 
Waſſerrändern; die Wurzel hat Heir 
warzen gleichente Knollen u. eine Cd 
der Haut Blaſen zicht; fie war, wie au 
als Kleines Schöllkraut (Cheli 
nus), ehemals officinell, als antifcorku: 
Die Blumenknoſpen, in Eifig gelegt ı 
rettig u. Gewürzen eingemacht, gebe 
gat ber Kapern. Die zarten Blätıcı 
Gemüſe, auch als Salat genoſſen mer! 
land werben fie mit Wein, Zucker u 
madt. In Gärten ift Die Yiilibe oft g 

Ficardlo, Dorf am Po im Diſtric 
ber venetianiichen Auer Revigo; Flu 
bel mit Getreide, Vieh, Wein, Seide; 

Fichard, Ich. Karlv. F., genannt 
Eyfened, geb. 1773 in Frankfurt 
1797 in ben Stadtrat Dajelbit, wurde 
og fih aber noch in dieſem Jabre v 
haften zuriid, um ganz jeinen bifterif 
leben zu können, erblintete ſpäter u. 
ihr.: Frankfurter Archiv für ältere be 
tur u. Geſchichte, 1S11—15, 3 Are 


gide (fr., Ipr. Fiſchy eine einzelne 
Fichelin (ſpr. Fiſchläng), Getreide 
lis — 33,8 Litred. 


Fichet bis Fichte 


xx. Fiſcheh), 1) Guillaume, geb. im 
15. Jahrh. in Paris, ſtudirte auf ber 
. wurte bafelhfi Lehrer ter Theclogie 
tor berfeiben: 1471 ernannte ihn Papft 
ja feinem Kämmerer n. Pönitentiarius 
n Totesjahr if unbelannt. Gr berief 
rften QBuchbruder Ulrich Gering von 
ich Paris an bie Sorbonne u. ſchr.: 
Bar. 1471. 2) Alerander, geb. 1558 
rmane in Savoyen, wurde 1607 Jeſuit 
x Lehrer im Collegium zu Lyon, ſpäter 
er war ein berühmter Kanzelredner u 
x ſchr.: Chorus poetarum classico- 
1616; Arcana studiorum onnium 
#bibliotheca scientiarum librorum- 
‚ordine tributarum universalis, ebb. 
de la Mere de Chantal, ebd. 16412, 


‚fo v. w. Brighella. 
ke. fr., fpr. Fiſchiren), Bohren, ein⸗ 


I) überhaupt das Pflanzengeſchlecht Pi- 
ah bie darunter als Kiefer, Tanne, 

Ergesbaum befaßten Waldbãume; 2) in 
en Leben fäljchlich bie gemeine Kiefer u. 
eZame; 8) tie Gattung Eigentliche 
1, Föhre, Pinus Link. ), aus der Fa⸗ 
ıbistinene, Monöcia-Monabelphia L.; 
Fiaukfäten der männlichen Zapfen unten 
‚, Etaubbeutel mit gefonberten Fächern, 
ãntigen Kamm eutigendb, bie Zapfen 
eiblihe Zapfen einzeln, mit gepaarten 
en an ter Spitze verbidten u. edigen 
auffigent; Ruß meiſt geflügelt, ge- 
e ber vertidten Spige ber Schuppen; 
b um bie Zeige ſiehend, wodurch bie 
indriſch find. Arten: a2) Gemeine 
8, Roth⸗ od. Schwarztanne, Pi- 
tris), bles in nörtlichen Gegenden von 
Aften Eis zum 60 Grat; Natelm zu 

ner Scheibe, bellgrlin, ſchmal, vierieitig, 
‚zugelritt, fleif, ſtechend, am Ente et- 
n gebogen, tie Blüthen ericheinen 
ob. Anfang Juni; bie männlichen glei- 
Insbrechen einer Ertbeere; bie anfäng- 
arbe wird ſpäter — u. bie männ⸗ 
e fireut gelben Blüthenſtaub aus; Lie 
Aüthen, von ben männlichen getrennt, 
feit tem vorigen Jahre an den Zpiten 
‚ ale Beine bräunliche Knoipen ta u. 
t ben männlicgen in etwas größeren, 
ingeipitten, röthlihen Kätzchen von ber 
rachberigen F., erſt röthlichen fpäter 

3cH langen, 14 Zell breiten Bichten- 

sr; dieſe hängen an den Zweigen nicher- 
iſen im October u. November, ebgleich 
Arzlichen, mit breiten, gelbbraunen Flü⸗ 
en) Bichtenfamen erſt in ben warmen 
es folgenten Jahres auefliegen laſſen. 
e bes Stammes iſt braunroth u. be⸗ 
menbem Alter des Baumes immer 

. Holz weiß, leicht u. ſehr harzreich. 
en fa Fen mit helleren Blumen (aus 
es Baumes) u. mit weißgrauer Rinde 
fie übergiebenben a Steinmoofe). 


oflanzung geidieht durch Berjün- 
'an läßt bei der Schlagführung nur fo 
Io I. ER ſiehen, ale bie Behul⸗ 


256. 


tung u. ter Schuß ber jumyen Pflanzen erforbert; 
je reihliger Der Samen geratben iſt n. je meniger 
man von ber Beraſung bes Bodens n. von Froſt 
zu beforgen bat, deſto mebr Bäume bleiben fiehen 
u. umgelebrt; hauptſächlich läßt man die Samen⸗ 
bäume fieben, welche ten meiften Samen haben u. 
dem Winde am beften mwiberfieben kännen. Wenn 
möglih, werben bie Eräde auf dem Beſamunge⸗ 
ſchlage im Fruͤhjahr vor tem Aufgehen des Samens 
—5 wo von Froſt od. Unkrant nicht viel zu be⸗ 
orgen iſt, ta kann der Anfang mit ber Wegnahme 
der Samenbäume ſchon im nächſten Winter ge⸗ 
macht werden, außerdem iſt noch ein Jahr damit 
zu warten. Bei Rodung der Städe der Samen⸗ 
bäume muß der junge Anflug geicbent werten: ber 
Samen muß auf ben vorher mürb gemachten Bo⸗ 
ben fallen. Zeigen ſich 1—2 Jahr nach ter gän 
lichen Räumung tes Schlages leere Stellen, ß 
werden dieſe durch Pflanzung ausgebeſſert. Vei der 
Schlagführung hat man beſ. Rückſicht auf den 
Windzug zu nehmen. Ferner durch Fichtenſamen, 
ber aus ben zapfenartigen Samenbebältnifien (Fich⸗ 
tenzapfen) bei Sennenwärme von ſelbſt ausiällt, 
od. von alten Fen aus Zapfen, bie man in einer 
warmen Etube auf Echublaten, die chen gegittert 
find, gewinnt, Boch ift erſter befier, er funn me 
rere Jahre aufbewahrt werben. Dan ſäet tie F. 
im Epätberbfi ob. befier im Krübjahr, bebedt bie 
Samen etwa 4 Zcl hoch mit Erde, wo fie bei der 
Herbſiſaat im erden Frühjahr, bei der Krühlingee 
faat nach 3—6 Wochen aufgeben. Die Saat lan 
entmweber auf bem fireifenweife bearbeiteten Voten, 
ed. inRinnen, od. in Yöchern, ob. auffleinen Blätgen 
geliehen, od. man kann ten Samen fleden. 
ter Bollfaat braucht man 3, bei ker Streifenfaat 7, 
bei der Plätefaat 5, beim Stecken J Pfund ent« 
flügelten Samen auften Morgen. Mau kann aud, 
um den jungen Pflanzen einigen Schuß je ber» 
ſchaffen, Qirlen- od. Kiefernfamen mit einfäen, bie 
Birken or. Kiefern finb aber herauszunehmen, ſo⸗ 
bald fie anfangen ter F. nachtheilig zu werben. 
Die Pflanze wächft erfi langfam u. wird meift erſt 
im tritten Jahre über S Zoll bed; vom 6.—8. 
Jahre an wächſt fie ſchneller, leidet aber bie tahin 
viel von Eonnenbrand u. Unkraut. Man ver. 
pflanzt bie gefäten Pflanzen in einem Alter von 
3—5 Jahren in Entfernung von je 4—5 a u. 
befetst große Blößen büfchelmeife zu 6—10 Pflan⸗ 
zen mit Ballen. Bei nicht zu mweiter Entfernung 
von einander werten &-n 80—130 Fuß u. darüber 
hoch; fiehen fie aber weitläufig, fo wachſen ihre Afte 
mebr jeitwärts (merben, wenn ihre Zweige den Bo» 
den berühren, Raube Fe⸗n). Zie lichen gebir- 
giges, fleiniges n. fanbiges Land; in fettem Boden 
wachen fie zwar fchnell (in 60— 70 Jahren bis zur 
vellen Hihe), aber ter Stamm gibt mürbes Holz 
u. wenig Harz, iſt roth u. fault bald in ber Mitte, 
In naſſem, torfigem u. trodenem, ſandigem Boden 
gedeihen ſie weniger. Die Erfahrung hat gelehrt, 
daß Fichten⸗ u. Tannenwald binnen 80 Jahren 
gegen 3 mehr Holz liefern als irgend eine andere 
Holzart, u. ihr Anbau ift daher faft allenthalben 
ſehr zu empfehlen. Alter bis 250 Jahre; am 
beiten werten fie in einem Alter ven 60 — 150 
Jahren gefällt. Weil fie ſehr kurze Pfahlwurzeln 
aben u. blos durch ihre ſtarlen Nebenwurzeln ge» 
alten werben, fe leiten fie durch Sturmwind teilt. 
br größter Feind iſt außerdem ber Borlenläfer m. 


256 


die Fichtenraupe. Die 
Holz (Bichtendeiz). Auf magerem Boben völlig 
ausgewachſene Fen mit engen u. inwendig durch⸗ 
aus weißen Holzringen geben ein gutes Baubolz, 
welches als Ballen hröfere Laften trägt als Eichen- 
hola; dech nimmt man es bei bumpfig u. feucht lie⸗ 

enden Gebäuden nicht gern zu Schwellen. Große 
Stänıme geben Maftbäume. Aus jungen u. ſchwa⸗ 
hen $-n macht man Hopfenftangen u. Latten; Fich⸗ 
tenfcbindeln dauern 18—25 Jahre. Aus ben flär« 
teren Bäumen macht man Sägeblöde, um Breiter 
daraus zu ſchneiden, welche ben Vortheil haben, 
fich leicht u. fein bhobeln zu laſſen. Als Brenn- 
Holz hitzt es fchnell, Doch nicht nachhaltend. Beine 
Brennkraft ift viel geringer als die bes Buchenhol- 
308, indem 1000 Kubikklaftern Fichtenholz erſt ben 
Hibeffect von 650 Kubiffiaftern Buchenholz haben. 
Der Kubiffuß Fichtenholz wiegt frifh 574 Pfund, 
balbtroden 44 Pfund, ganz dürr 31 Pfund. Die 
Kohlen davon Gichtenkohlen) fteben denen ber Kie- 
fern nad. Auch wird es zu Gefäßen, Eimern, Gel» 
ten, Schachteln u. zu leichten Hausgeräthen, auch 
zu muſikaliſchen Inſtrumenten (al® Refonanzböpen) 
benugt. Aus den Wurzeln maden bie Lappen, 
nachdem fie fie durch Kochen vorbereitet haben, 
Stride u. Körbe, aus der feinen Rinde leicht zu 
transportirenbe Kühne. In Schweben wirb ber im 
Mai unter der Rinde befindliche markige u. füße 
Splint gegeſſen; bei fehlendem Heu dienen bie Na⸗ 
deln mit Hafer den Pferben zur Winterfitterung. 
Die aus den Fichtennabeln gewonnenen Faſern 

eben die fogenannte Walbmolle (f.b.), Die als Haar⸗ 


urrogat zu Möbelpolfterung, zu Matraten ꝛc. 


allein ob. mit Roßhaaren vermifcht zur Sicherung 
egen Mottenfraß benutt wird. Sie faun auch ge- 
ponnen u. zu Geweben benutst werben, u. ihre bal⸗ 
lamiſche Ausbinftung ift heilfräftig. Daffelbe gilt 
auch ven dem aus ber Waldwolle gewonnenem 
Die, das innerlich u. äußerlich gebraucht, bei. bei 
Rheumatismus, Gicht, ödematöſen Geſchwülſten zc. 
ſich heilfam zeigt. Daher wird auch der Abſud von 
ben Nadeln zu Heilbäbern gebraucht, ſ. Kichten- 
nabelbäter. Aus den Stöden, nad Abhauen 
bes Stammes u. ter Wurzeln, wirb durch Ber- 
brennen, wie aus ben anderen gemeinen Rabele 
böhern, Theer, Ruf ꝛc., auch Fichtenbarz (letz⸗ 
tere® auch durch Aufreißen) gewonnen, dient anch 
zur Bereitung von Pech u. Colophonium. Ein 
ſtarler Baum liefert jährlich bis 30 Pfund Pech, 
doch nicht ohne Nachtheil für feinen kräftigen Wuchs 
Aus bem Harz wird audy ein ſehr tauerhajter, je- 
doch fehr fangfam trocknender Firniß (Sichtenbarz⸗ 
firnitz) bereitet, der auf hölzernen Gefäßen ſelbſt dem 
kochenden Waſſer widerfiebt. Auch fließt von ſelbſt 
ein an ber Rinde verdidendes Harz (Gemeiner 
Weihrauch) aus. Die Bichtenfproffen werben wie 
bie Kieferiprofien gebraucht u. dienen auch als 
Surrogat bes Sopfens zum Biere. b) Amerg- 
Iiäte (Zwergfiefer, Krumnı- ob. Kniebolz, 
»inus Pumilio), auf Moorboden im Rieſengebirge, 
in ben Karpaten u. auf den Alpen Mitteleuͤropas 
Oft wird bie verkümmerte Gemeine F. mit ihr 
verwechſelt; ihre Zapfen find flumpfer als bei 
jener, auch find Die Schuppen flachelfpigig. e) 
Strand-F. (1. Pinaster), häufig in Südeuropa, 
nabe ber Meerestüfte; liefert ben fogenannten Ter 
pentin von Borbeaug. d) Pinie (Pinus Pinea), 
ein ſchöner, fhlanter, 50-60 Fuß hoher Baum, 


- Ber Baterlande- u, Freiheitoliebe 


Bichte 


.nätt bei. durch ibr | 


ber mit feiner regelmäßigen, bofbenarti: 
ten italienifchen Yandfchaften einen eigen 
Charatter gi; feine Zapfen find über 
eirund, bid, mit harter, fafl geflügelten 
die gegeflen werden u. baber kouimen and 
in den Handel. Fünf ſcharfe nadeliörm 
in einer Scheide haben: e) Die Weynu 
(P. Strobus). aus Nortanıerila, bäuj 
cultivirt (uach Lord Weymouth Lenaı 
100 Fuß hoch, mit glattem, weißlich 
Stamme, hellgrünen, dünnen Blättern, 
weiblichen Blůthen, walzenrunden, an 
gekrümmten, herabhängenden Zapfen, die 
Jahre im September reifen; ihr Holz iſt 
äbe, weiß u. nutzbar; aus der Rinde 
rübjabe ein helles, wohlriechendes Harz 
belliefer (P. Cembra), auf höherer 
des wärmeren Europa u. in Sibirien, 
tiefer. Nordamerikaniſche, bei uns a 
Arten find noch, außer ber Weihrauchski 
8) Weiße F., megen weißer inte ( 
., P. canadensıs), ift, wie I) P. 
.americana, in Nordamerika eim 
zügliche Holzart, kommt auch bei uns 
wegen ihrer ſchlanken Zweige, welche 
Sabre gewöhnlich bogenartig berabhäi 
Zierde in Luſtwäldern. D Schwar 
nigra), auch in Nordamerika, mit ft 
Rinde; verträgt gleichfalls unfer Klima. 
Griechen u. Römern war bie %. (Pitt 
ber Artemis u. ben Poſeidon beilig, de 
Iſthmiſchen Kampfipielen bie Sieger u 
fränzen befränzt wurden. Mit Fichten! 
fränzt wurde auch Ban, ber einft bie X 
tys (Fichte) geliebt hatte, u. Die Faune. 9 
lich hatte die F. Bezug auf Geſchlech 
kommt auch wegen ihrer Schlanfheit a 
des Phallus in dem Kybele- u. Wa 
vor. Übrigens braudten die alten ! 
digtendon zu Fackeln u. zum Schiffeba: 
alliern fcheint bie $; verehrt morbei 
hriftliden Zeit ter Bann deshalb m 
weſen zu fein, wie er deun auch im A 
ein Baum des Verraths u. Unheils ger 
Fichte, 1) Joh. Sottl., geb. 19.9 
Rammenau in der Oberlaufis, ging, 
mit Hülfe eines Gönners, bes Freiherr 
tig, in Jena, Veipzig u. Wittenberg Th 
dirt hatte, ald Hauslehrer nach Züri, 
Peſtalozzi befreundet wurde, von bortn 
berg, u. erbielt 1793 einen Auf ale P 
Philoſophie in Jena. Hier entwidelte eı 
tbitintiche8 philejopbifches Syſtem (f. unt 
Niethammer das Phileſophiſche Ieurnalt 
gen eines Aufſatzes in dieſem Journalübe 
unjeres Glaubens an eine göttliche Weltor 
furfürfttich ſächſiſchen Conſiſtorium bes 
angeflagt, nahm cr 1799 feine Entlafl! 
öffentlichte zu feiner VBertheibigung bie ! 
qn das Publitum wegen ibm beigemeijener 
Anßerungen (Tüb. 1799). Er wandte 
nad Preußen, nabın bis zum Ausbrud 
zöftjch-preußijhen Krieges in Berlin fetı 
balt u. wurde 1506 Profeſſor in Erlan 
der Schlacht kei Iena ging er nad | 
um dort Vorleſungen zu halten, w. nad 
ben zu Tilfit Tehrte er nach Berlin zurück 
—* 


Fichte 


ter von ben Frauzoſen beſcetzten Refi- 
feine Berübimten Reren an tie Beutiche 
alten, mit Denen er das teutiche Natio⸗ 
ieder aufzurichten ſtrebte. Mit regem 
tügte er die Bemühungen der Patrioten, 
errichaft ein Ende zu machen, u. ſuchte 
feine Vorleſungen über ben wahrhaften 
Ruth tes Poltes im Kampfe gegen bie 


| 
| 





ve Herrſchaft zu entflammen. Er hatte die 


Sturz Napoleons zu erleben, ſtarb aber 
am 27. Jan. 1814. Wichtigfle Schrijten: 
rKritik der Cifenkarung, Königsb. 1792, 
Grundriß ber geſammiten Wiſſenſchafit⸗ 
1794, 3. Aufl. 1802; Vorlefungen über 
tmmg Des Gelehrten, ebd. 1794; Grund⸗ 
zurrechts, ebd. 1796— 97, 2 Tble.; Sy- 
‚stenlebre, ebd. 1795; Anweiſung zum 
tReltgienslebre), Berl. 1806; Die Be- 
ed Menichen, ebd. 1800, 1. Aufl. 1833 ; 
ı über Tas Mejen tea Gelehrten, cbt. 
m an bie deutiche Nation, ebd. 1808; 
Kherizichre in ibrem ganzen Umfange, 
Te Thatſachen tes Yemußtieins, Stuit⸗ 
‚Se Ziaatslchre 1620, Nachgelaſſene 
radaeg. von I. H. Fichte, Bann 1334 
e: Zummtlihe Theile won J. H. Fichte, 
Rerl. 1915 fi, 5 Ve; Pepulärphilo⸗ 
briiten, berausgeg. von J. H. Fichte, 
7Bre.; Religionepbiloſophiſche Schrij 
eg. don J. H. Fichte, Berl. 1847; Vrief 
Edheling, berauegeg. von I. H. Fichte 
Schellinag, Stuttg. 1956. Vgl. Kıchtes 
utgeg. ven J. H. Kite, Zutzb. 1330; 
iches Fichtebüchlein, Lpz. 1656. — Die 
zetragene Wiſſenſchaftelehre machte in 
iloſephiſchen Schulen eine Zeit lang 
em fie darauf ausging, an Lie Stelle 
eirca letzien Jahrzehnten bes vorigen 
altend fich geltend machenden Kantichen 
pftems3 zu ıreten, tie dariu vermißte 
uſtellen u. die Vernunft in Hinſicht des 
Preblems, wie unſere Verſtellungen 
enfiänden zuſammenhängen, zu befrie⸗ 
ng ven einer uriprünglichen Thatband⸗ 
ibjects aus, wedurch das Vewußilſein 
uirt wird. Wiſſenſchaft ift nach F⸗s 
ẽrkenniniß durch einen oberen Grund⸗ 
den Gehalt u. die Form Les Wiſſens 
fimmt; Wiſſenſchaftelebre die Wifſen⸗ 
e bie Möglichkeit u. Gültigkeit alles 
legt u tie Möglichkeit der Grundſätze, 
bern Gehalte nach, die Grundſäye ſelbſt 
en Zuſammenhang alles Wiſſens nach⸗ 
ganze Syſtem beruht auf folgenten 
:0) A — A; ben Zufammenbang be» 
De A u. X im Ich geſeht fine, fo kaun 
iren: Ih kin Ich (Sa der Eiuflim⸗ 
Gates); b) das Ich iſt nicht Nichtich 
egenſates); c) das Ich fetzt dem theil⸗ 
a theildares Nichtich entgegen (Grund⸗ 
indes). Beide find in dem abſoluten 


daſſeibe, als durcheinander gegenieitig ' 


geſegzt; hierin liegen folgente 2 Zäyr: 
ı fih als beſtimmt durch ein Nichüch, 
e ber abjeluten Thätigkeit (intelligen⸗ 
18 Ich fett ſich als befimment ae 
ies führt zum praltiſchen Theil ber 
Lesifen. 4. Wu. VI 


Unit — — — — 


257 


fimmente Ich ift frei, unenklih, unabhängig, Die 
einzige wahre Realität, ba hingegen das Ich ale 
Intelligenz, Durch ein Nichtich determinirt, endlich, 
bejchräntt iſt. Der Hauptgedanke tes Syſtemö iſt: 
Das Ich iſt abſolute Thätigkeit, Alles, was außer 
dent Ich wirklich iſt, iſt ein Product bes Ichd durch 
Seten, Euntgegenſetzen n. Gleichſeßen (Beſchrän⸗ 
tung'; Bas Sch iſt Zubject-Chject. Dieſes Syſtem, 
welches alſe auf einen tranbicendentalen Idealiomus 
binaudlemmt, zeichnet ſich nun zwar durch Scharf⸗ 
ſinn, ſtrengſie Einheit u. Conſequenz aus; es Lebt 
viele Schwierigleiten, aber erzeugt auch neue; bei. 
ſetzt es an die Stelle einer Unbegreiflichleit eine ans 
bere, noch größere, u. macht dieſe zum Erlklärungs⸗ 
grund. Nach ten Grundſätzen Ber Wiſieuſchafidlebre 
ſuchte F. nun auch einzeine phileſephiſche Tigcivlie 
nen zu begründen. Ju ter Moral juchte er durch 
das Gewiſien ten Elauben an die Wirklichleit der 
Sinnenwelt, an eine ven Ber eiſteren unabbängige 
intelligible Welteu. eine überſinniche Ord:nunng Tore 
ſelben, ſewie die Diöglichleir des Pandermd iü einen, 
durch tie That zu realiſirenden SJived zu bearün⸗ 
ten. Tas Princip Dev Meral beſieht hiernach in 
dem nothweudigen Gedanken ber Intelligenz, ihre 
Freibeit nach Dem Begriiſe ter Selbſtändigleit une 
bedingt zu beſtimmen, d. 1. ten Gewüen unbedingt 
zu felgen. Ed Leftimmt Bas Zollen. Die Tugend 
beſtebt in der velligen Übereinſtimmung mit ſich 
ſelbſi. Dar Naturrecht erliärt Tas Nechtüverbälte 
niß, ed. die Wechielwärlung jreier Weſen u. dedu— 
cirt daſielbe al. nerbieentisge Bedingung Tea Selbſi⸗ 
bewußt'eine. Em Urrecht wird gelängnei; alles 
Recht bezieht ſich nur auf Gemeinſchait; Taber müſ⸗ 
ſen vernünjtige Weien einen Staat zuiammen⸗ 
treten. Tie Veſtimmnug Deo Staates iſt die Ver⸗ 
wirklichung des Vernunurechts In ieiner ipäteren 
Darſtellung uennt F. dae Ideal ded Staated die 
Verwirkuckurmg Bea Reiches Gottes auf Erden, eine 
Soreberribafz, Fegründet auf die are Einſich:, daß 
Ser er Cienen iſt u. ericheinen jell in der Wenſch— 
beit. Uberbaupt iſt co Aufgabe Der Gegenwart, Der 
Einſicht tes Vernunjibegrijiee Alles zu unterwer— 
icn; daher die Ferderung einer allgemeinen Bolls« 
erziebung nt. ciner ſiebenden Gelebrtenichule. Tao 
meiſte Auiſeben erreate Fas Religienorbiloſepbie, 
indem er Kett unmittelbar für Die moraliiche Weite 
ordnung erklärie, zu deren Annahme Dad Ich durch 
das Bewußliem kemnie, daß ca in ſeiner freien 
Thätigkeit durch den Begriff der Pflicht gebunden 
ſei. In Dieter moraliſchen Ordnung werte durch 
Sittlichkeit ach Seligleit (nicht aber Güchſeligkeit) 
berrirtt. Turch mehrere bieraus, nicht ober Ans 
firid ven Paradorie, abgeleitete Sätze zeg F. ſich 
den Voerwurf des Atbeiemus zu. Lech weichen ſeine 
ſpäteren Darſtellungen weſentlich ven jenen frübe— 
ren ab, u. es erſcheint bie Wiſienichaitolehre in ibrer 
neuen Geſtalt mehr realiſtiic ale idealiſtiſch, indem 
F. Darin, ſtatt von der Tbäligkeit des Iche, von 
tem abſeluten Sein Gottes ausgeht, was chlecht⸗ 
bin durch ſich ſelbſten. lauter Yeben, u. Teen Vild 
ed. Schema tie Welt u. das Bewußiſein jei, je Taß 
aljo die ebjective Natur die abtelute Schranke Jür 
das göttliche Leben bilde. Zu den vorzüglichſien 
Anhängern Ber Fichteſchen Phileſophie Gichtianer) 
gebören Forberg, Riethannner, Reiubeld, Scad, 
Air, Viehmel u. A.; doch fand fie auch vielen 
Widerjpruch, beſ. von den Kautianern. 2) Im⸗ 
manuel Hermann, Sohn ben Borigen. geh. - 


258 
18. Juli 1797 in Jena, ſtudirte in Berlin Philo⸗ 
logie, machte aber die Bhilofophie zu feinem Haupt» 
ftubium. Indeß beftimmte ihn feine Abneigung ges 
gen das in Preußen herrſchende philoſophiſche Syftem 
Hegele zum Schulfach überzugehen. Er wurde 1822 
Lehrer am Eymnafium in Saarbrücken, dann Di⸗ 
rector am Gymnaſium in Düſſeldorf, 1536 Profeſſor 
der Philoſophie in Bonn u. ſeit 1842 in Tübingen. 
Er ſchr.: Sätze zur Vorſchule der Theologie, Stutt⸗ 
gart 1826; Beitrag zur Charakteriſtik der neueren 
Philoſophie, Sulzb. 1829; Fichtes (ſeines Vaters) 

eben u. lite rariſcher Briefwechſel, ebd. 1830 —31; 

ber Gegenſatz, Wenbepunft u. Ziel pentiner Phi⸗ 
loſophie, Heidelb. 1832—36, 3 Thle.; Die Idee 
der Perſönlichkeit u. der individuellen Bertbauer, 
Eiberf. 1834, 2. Aufl. Lpz. 1855; Die Ontologie, 
Heidelb. 1836; Die fpeculative Theologie, ebd. 1846 
—47,3 Thle.; Syſtem ber Ethik, Lpz. 1850—53, 
2 Bde.; Dntbropologie, ebd. 1856. Außerbem fchr. 
er mehrere lleinere Abhandlungen, darunter: Die 
Republik im Monarhismus, Halle 18485 Grund» 
ſätze für die Philoſophie der Zukunft, Stuttg. 1848, 
u. a., meift abgebrudt in der von ihm begründeten 
Zeitſchrift für Philoſophie u. ſpeculative Theologie, 
Bonn 1837—48, 20 Bde. fortgejetst mit Ulrici u. 
Wirth 1848 ff. Sein religids-philofophifches Sy» 
ftem nennt er den concreten Theismus, welchen er 
bem Segelihen Pantheismus gegenüber ftellt. 

Fichtta (F. C. H. Schultz 2 Pflanzengattung 
aus ter Familie Compositae-Cichoraceae-Hyo- 
serideae, auch als Untergattung von Microseris 
Don.; Art: F. —— in —* 

Fichtel, Johann Ehrenwerth von F., geb. 1732 
in Presburg, ſtudirte daſelbſt u. unternahm meh⸗ 
rere Reiſen, um ſich in der Mineralogie zu ver⸗ 
vollkommnen; er ft. als ſiebenbürgiſcher Gubernial⸗ 
rath 1795 u. ſchr.: Beitrag zur Mineralgeſchichte 
von Siebenbürgen, Nürnb. 1750, 2 Thle.; Mine⸗ 
ralogiſche Bemerkungen von ten Karpaten, Wien 
1791, 2 Thle.; Mineralogiſche Aufſätze, ebd. 1794. 

Fichtelberg, 1) bie höchſten Spitzen bes Fichtel⸗ 
gebirgs od. 2) das ganze Gebirge; 8) Sächſiſcher 

., böchſter Berg des Erzgebirges in Sachſen, bei 
Oberwieſenthal; bie nördliche Kuppe 3721 Fuß, 
bie ſüdliche 3663 F. über bem Meere; 4) Dorf an 
Der Fichtelnab im Landgericht Kemnath bes bairi⸗ 
fen Kreifes Oberpfalz; Hochofen, Eijenhammer; 
450 Ew. 

Fichtelgebirge, Gebirge im bairiſchen Kreile 
Oberfranken, welches feiner Lage u. Geftaltung nad 
ben Mittelpunlt Deutſchlands bildet, Da es eine 
Hauptwaſſerſcheide zwiſchen Rhein, Donau u. Elbe 
iſt; der nördlichſte Punkt deffelben iſt das Dorf Mis⸗ 
lareut, der weſtlichſte die Radſpitze oberhalb Kro⸗ 
nach, der ſüdlichſte der Rauhe Kulm bei Neuſtadt 
u. der öſtlichſte Sanct⸗Anna, ſodaß es gegen 55 
geographiſche QM. überlagert; hängt weſtlich mit 
dem Speſſart, nordweſtlich mit der Rhön, nördlich 
mit dem Thülringerwald, öſtlich mit dem Erzgebirg 
u. dem Böhmerwald zuſammen, gibt feine Flüſſe 
nad den 4 Weltgegenden (nah W. ten Main, nach 
N. die Saale, nach DO. die Eger, nah ©. die Nab) 
zu den Gebieten bes Rhein, der Elbe u. Donau ab. 
Das ganze Gebirge bat das Anfehen eines plateau- 
artigen Maffengebirges, doch laſſen fi) darin brei 
Gruppen untericheiben, eine centrale u. zwei äußere: 
Die eigentliche centrale Maſſe fteigt öftlih von Bern 
in einer faft ftetigen, 1 bie 14 Beile langen, bewal⸗ 


Fichten bis Fichtelnab 


beten Böſchung zu den höchſten Kuppen, 
ſenkopf von 3135 F. u. dem Schnee 
3237 F. Höhe, empor, welche durch eine ti 
bie Seelohe, getrennt werben; in biefer € 
am fübäftlihen Ende ber mäbrdhenteich 
eine Bruchſtrecke von 100 Schrittlängen. 
Breite. An diefe Hauptmafje, un. zwar. 
den Schneeberg, ſchließen fich bie beiden 
birgsfetten: in norböftficher Richtung f 
miſchen Orenze die Walbfteiner, auch ſchle 
liche Kette, welche den Kleinen u. Große 
(2606 F.), pen Eprechtſtein (2436 $.), | 
u. Großen Kornberg (2550 $.) u. a. Ku 
ſich endlih in bie Fläche bes Selberw 
breitet u. als Liebenfteiner Wald im 
binabjentt, nörblich Dagegen filh an bie ! 
des Frankenwaldes Bi tlandes fi ı 
füdliche od. Weißenfleiner Bette in ſũdoſt 
tung, in ber dem Schneeberg zunädit 
leiten (3316 F.), dann ber Tobtentopi, ' 
2668 %., bie hohe Mäte (Me), bie ; 
Köffeine (2862 F.) u. andere Kuppen ſtehe 
ſüdlich ſchnell u. fteil zum Plateau ber 
abfällt. Zwiſchen dieſen beiten Gebirge 
Die innere Vergebene bes %-8, eine we 
Fläche, die eine mittlere Höhe von 1% 
dem Meere bat. Der Kern befteht aus € 
cher die — Spitze einnimmt, ihn um 
u. Glimmerſchiefer, im SW. bunter &ı 
NW. Thonſchiefer; im fürlichen Theil di 
finden ſich auch Bafaltlegel. Die einzel 
bilden runde Kuppen, die ſtark mit Ri 
waltet, oft aber auch bis zur Spike an 
man findet mancherlei Beeren, bei. rel 
Holz genug, viel Kupfer u. Eijen, auße 
Silber u. Zinn. Das ganze Gebirgélant 
wohnt: Straßen führen über baffelbe 
iiber Meißenftabt nach Gefrees ur. teı 
Wunſiedel nah Amberg; im norbreefli 
wird es auch von ber fächflich-Bairifcher 
überſchritten. Vgl.: Helfrecht, Ruinen, | 
u. Schlöſſer auf u. an tem F., Hof 179: 
Berfuch einer geographiichen minerale 
ſchreibung bes 7-8, ebd. 1799 f., 2 Bde 
Umfichten anf bem Ochſenkopf am %. 
bach 1511; Goldfuß u. Biſchof, Phyſilaliſt 
Beſchreibung tes F⸗s, Nürnb. 1817 
Sommerer, Das Alerandersbad n. fein 
gen, Wunſiedel 1833, 2. Aufl. ebd. 1838 
Taſchenbuch für Reiſende in das F. Hof! 
deſchel, Führer im F., Wunſiedel 185 
Fremdenführer durch das F., Bamb. 1% 
Fichtelit, nach Fichtel genannte Su 
in einem Torflager bei Redwitz in Baier 
in ber Structur ziemlich umkeränbert 
ſtämmen, gefunden wurde; fie finbet | 
Sahresringen ausgeichieten, ericheint 1 
tigen, farblofen, perfmutterglänzente 
prismatifchen Nadeln, bie meter Gern 
Ihmad beſitzen. Die Verbindung if 
Waſſer, ſchwerer als Alkobol, fchmilzt bei 
ſtarrt kryſtalliniſch; fie läßt ſich unver: 
beftilliven u. ift leicht löslich in Ather. 
Fichtelnab, Fluß im bairijchen K 
pfalz, Hauptquellarm ber Nab; entftebt 
gebirge am Fuße des Ochſenkepfes, flie 
u. vereinigt fih bei Neuhaus mit be 


a. nimmt bei Wildenau bie Haibenab a 


Sichtenblattlaus bie Fieinus 


laus (Aphis pini), ſ. u. Blatt- 


weſpe (Rienlägewefpe, Ten- 
.u. Eögemelpe. 

entäfer (Bostrichus pinastri, 
>erda), f. Borfenläfer A) b) Ba) e). 
Snabel (Wichtenhader, Corythus 
Hakenkernbeißer. 

!eıl.asiocampa s. Bombyx pini), 
'pinner 1). 

+, 1) (Rines), Inſel im Güt- 
a gelegen u. zum @eneralcapitanat 
2) (Tppreflfeninfel), Inſel 
teucaletenien (ſüdweſtliches Poly⸗ 
ffen u. Klippen umgeben, gebirgig 
ß boch, Urgeſtein). 

:, ſo v. w. Fichtenberkenkäfer. 
beißer, ſo v. w. Halenkernbeißer. 
ſſchnabel, ſ. Kreuzſchnabel. 

e (Tinea pinetella), Art ber 
ügel gelb mit 2 Eilberfleden, in 
n iebr jhäblich. 

ntafer (PPytho), fo v. w. Drud- 
erfüter. 

[bader, bereitet durch eine Ab- 
chtennadeln ed. Zufaty bes fogen. 
hiennadel⸗) ertractes zum Bade⸗ 
n ibrer arematifhen u. bautanre- 
beife willen filr beſonders heilſam 
rumatiemen u. Yahmungen; es find 
darauf gegrüntete Seilanflalten, 
‚ entflanten u. auch in antern Bä⸗ 
tteift des Ertractes F. bereitet; f. 


Nuß aus ben Zapfen ber Zürbel⸗ 


aus tem Samen ter Fichten mit 
It, dann warm gefchlagenes, vor- 
ent fowcbl ale Brenne, al® aud 
bie Elluchen gemähren ein gutes 


en, Raupen, welche durch Abfreſſen 
Schwarzwäldern gefährlich werden; 
ie Raupen vom Fichtenſpinner, beſ. 
Nonne, der Fichtenſchwärmer, der 
d. a.) u. bie Larve der Fichtenſäge⸗ 
igeweſpe), beſ. der beiden erſtern. 
Schaden iſt ungeheuer, oft machten 
em Umfang von 20 EM. 5 Mill. 
ben. Gegen bie Termüftungen ber 
durch Abbrennen der angefreflenen 
Rauchern, Durch Sieben von breiten 
t, durch Abſchaben des Mooſes von 
wodurch wenigſtens Puppen ver⸗ 
durch Ableſung ber Geſpinnſte u. 
‚gl. zu ſchüten geſucht, aber ſelten 
e Ratur ſetzt dieſen Verwüſtungen 
dter, Schlupfweſpen u. a. Raupen⸗ 
: ihnen gewöhnlich kommen, dae 


ärmer (Sphinx pinastri, Herse 
mearımer; R füge ganzraudig, grai, 
‚ nahe ſtehende Striche, am Bauche 
reiß gefäumte Gürtel, erfcheint im 
Raupe lilla, grün u. gelb; im 
ten, Kiefern, Tannen, wirb biefen 


gel, iR Monotropa hypopitys. 


Fötenfpinner, 1) Lasioeampa pini Schrk. 
byx pin), Spinner; Flügel grau, unge⸗ 
zähnt, bie cberen an der Wurzel roftrotb, mit einer 
braunen gezäbnten Binte u. einem weißen Fleck: 
ericheint zu verſchiednen Iabresgeiten, vermebrt ſich 
ungeheuer; Raupe filbergrau, retbhaarig mit brau⸗ 
nen, blauen u. andern Seichnungen; übermwintert; 
frißt Die Maitriebe, bef. der Kichten, weg, wodurch 
bie Bäume eingebn, u. richtet dadurch ungeheure 
Vermüflungen an. 2) Kleiner %. (Bombyx 
pityocampa), Art der Spinner; rlügel grau, mit 
3 dunflern Etriden u. braunrotben Rieden am 
After; zerfiören ebenfalls bie Fichtenwälder; die 
Raupen 1! Zoll lang, auf bem Rüden grau, fuche⸗ 
rorbhaarig, unten granlich, weiß, mit-16 Füßen, 
friedden im Auguſt aus, überwintern genteinichaft- 
li, überziebn —* u. Tannen mit einem ſeiden⸗ 
artigen Geſpinſt, morımter fie fib verbergen u. 
regelmäßig ein⸗ u. ausziehn, werten durch ihre 
Haare geiäbrlich; vgl. Kichtenruupen. 3) (reo- 
metrapiniaria, Spanner: ter Schmetterling 
bat fammfdrmige Fühlhörner, Flügel braun, gelb» 
gefledt, unten mit 2 braunen Binden, Raupe auch 
anf Fichten, richtet meniger Schaben an. 
chtentanne, jo x. w. Gemeine Fichte. 
chtentinctur (Tinctura pini comp. s. Es- 
sentia lignorum, Pharm.), wirt tur Digeftion 
ven 3 Tbeilen Kichteniprofien, 2 Tbeilen Guajat- 
holz, 1 Theil Saftafrasbeiy u. 1 Theil Wachelter- 
beeren mit 36 Zbeilen Alkohol erhalten u. gegen 
Gicht n. Rbenmarismue angewendet. 
tenwefpe, f. u. Sägeweipe. 
tenzerftörer,, Art Bortentäfer, ſ. d. F) e\. 
ichtianer, Anhänger ber Fichteſchen Pbilcic- 
pbie, ſ. u. Fichte 1). 

Fichtner, 1) Kari Albrecht, geb. 1505 in 
Koburg, begann 1820 feine tbeatraliihe Laufbahn 
in Freiburg im Breisgau, wurde 15323 nach Wien 
berufen, mo er im Theater an der Wien debutirte 
u. 1924 am Hofburgtbeater engagirt murte. Beſ 
ausgezeichnet in Converlationsftüden, tbat er fich 
auch in jeinen Leiftungen in der Tragödie, nament⸗ 
ih ald Den Garles, hervor. 2) Eliſabeth, 
Tochter tes k. k. Sofichaufpielers u. Regiffeure 
Kobermein, geb. 1509 in Wien, betrat 1522 das 
Hofburgtbeater zum 1. Diale ale Pottchen in Ketze⸗ 
bues Brukerzmwift u. ift feit 1830 mit dent Vorigen 
verbeiratbet. Sie fpielt bei. naive Rellen u. leiſtet 
auch in ber Tragödie Verdienſtliches. 

Fin (ir., Ipr. Fiſchü), kleines breiediges Hals⸗ 
tuch für Krauenziminer. 

Fieinta (F. Schrad.), PBflanzengattung aus 
ber Familie ber Cyperaceae - Fuireneae-Fici- 
nieae; Arten zablreich am Cap. 

Fieinus, Marfilius, geb. 1433 in Florenz: 
Philoſopb, lebte in Cosmo's v. Mekicı Haute, mit 
dem Studium bes Plato u. dem Unterricht Pietro's 
u. Giovanni's v. Medici beſchäftigt, lehrte an der 
von Cosmo geſtifteten Akademie bie platoniſche 
Pbiloſophie, erbielt 1477 bie Prieſterweibe u. bie 
Aufficht Über zwei Kirchen, wurde 1434 Canonicus 
an ber Katbetrale in Florenz u. fl. 1. Oct. 1499. 
Er ift durch feine Überiegungen Des Platon (1563 
—68), Plotinos, Jamblichos, Broflos u. Anterer 
u. durch einige Schriften Sauptbefärberer bes 
Platonismus, ven er bei. vom Standpunkte der 
Neuplatonifer, vermiſcht mit Ariſtoteliſchen Kehren, 
auffaßte u. für das Chriſtenthum an pemunen (use, 


260 ME bis Fiction. 


er ſchr. Theologia platonica, Ilor. 1482, 2. ausgeführt fein; beſchrieben m. gedentet 
Ausg., Fol., zuletzt Baſel 1546; De religione | fteb (1847), E. Braun (1850) u. $ 
christiana, Bar. 1510, zufegt Bremen 1617; De ! (Gött. 1850). j 
vita, $lor. 1489, Bat u. 8.5; Epistolae, Ben. | Ficquelmont (ſpr. Fickelmong), eine 
1495 u. ö., u. a., geſammelt als Opera, Ven. 1516 ! liſche, aus Lothringen ſtammende, je 
u. ö., Bafel 1561, 2 Bde., Par. 1641, Fol.; Le⸗ gene, von ber jeit ber 2. Hälfte bei 
bensbeichreibung von Schelhorn im 1. Bd. ber lieder fih nah Oſterreich Übergefic 
Amoenitates lit. | 1) Graf Joſeph, geb. 1755 in St. 
Fick, Jobann Georg Chr., geb. 1763 in Sattel- | 1777 im öſterreichiſche Kriegsbienfte, 
grund im Bairentbihen; Lector der englilchen | italienifchen Feldzug mit, wurde in ber 
Sprache u. feit 1819 Profeſſor der Philofophie in | Magnano, 5. April 1799, ſchwer vern 
Griangen ; er ft. bort 1521. Er überjekte viele geo- | am 17. Märzb. I. 2) Graf Karl Lu! 
graphiſche u. hiſtoriſche Schriften u. Reifebefchrei- | 23. Mai 1777 in Dienze in Lothringen 
bungen aus dem Englifhen, u. ſchr.: Engliiche | im öfterreichiiche Dienfte u. nahm an te 
Sprachlehre, Erlang, 1793 (23. Aufl. von 9. Fich, gegen frankreich mit Auszeichnung The 
ebd. 1852); Engliiches Leſebuch, ebd. 1800, 10. Aufl. in Febr. 1313 zum Generalmajor ern 





non H. Fid, 1952; A complete english-german | im Sept. befjelben Jahres erhich er t 
and german-english dietionary, Erf. u. Hamb. | Titel eines Geheimen Raths. %. ging 
1802, 2 Bde. (2. Ausg., ebd. 1822 f.), u. m.; | außerorbentlider Geſandter an ben 
Elementarſchriften zur Erlernung der engliichen | Hof, 1820 al8 folder an bie Höfe von 
Sprade; außer biefen: Nenes Handbuch für Nei- | Lucca u. 1821 nad Neapel; mit vu 
jenbe jeber Gattung, 3. Ausg., Nürnb. 1820; 
Zeitfaden ber Statiftil des Konigreihs Baiern, 
ebd. 1511; Hiftorisch-tepegrapbifchsftatiftifche Be⸗ 
jreibung von Erlangen, ebd. 1512; Geographifch- 
ftatiftifche Beſchreibung aller Staaten u. Nationen, 
Nürnb. 1817, 2 Thle., u. m. a. 

Fider, 1) Chriftiane Dorothea Sopbie, 
geb. Nier, geb. 1769 in Eibenftod im Sächſiſchen 
Erzgebirge; ft. daf. 1832; Erfinderin der Tam⸗ 
beurirnabel. 2) Sranz, geb. 1782 in Nofowig 
in Böhmen, wurde, nachbem er feit 1805 Lehrer an 
ben Gymnafien in Komotau, Saaz, Gitſchin u. 
Dimüt ‚gewefen war, 1823 Profeſſor ber litera- 
rifchen Aftbetif u. Kunftgeihichte an Der Wiener 
Univerfität; er fchr.: Anleitung zum Studium ber 
griehiihen u. römiſchen Klaffiter, Wien 1821 bis 
1825, 3 Bde. 2. Aufl. ebd. 1832; Aftbetil, ebd. 1830; 
Literaturgejchichte der Griechen u. Römer, ebd. 1835. Doroth 

Fickler, Joſeph, geb. 1808 in Conſtanz, erft | Tieſenhauſen n. hatte eine einzige Ted! 
Kaufmann, verwaltete dann ein ſtädtiſches Amt, mit dem Fürſten Clary von Altringer ı 


wirfte er in gleicher Stellung von I‘ 
wurde 1536 Rebactenr ber Seeblätter u. betbeiligte | Erfchr.: Auftlärungen Über Die Zeit v 


ruflifchen Hof, wurde 1530 Feldınarjda 
u. 1531 Inbaber eines öſterreichiſchen 
regiments. Während einer Reiſe nee 5 
ternich 1839 wurde F. zur libernahmu 
legenheiten nach Wien zurücberufen u 
Staats = u. Eonferenzminifter u. Chej 
jection im Departement Des Auswärtig 
am 3. Mai 1843 avancirte F. zum ' 
Cavallerie u. erhielt in dieſer Stellu 
wichtige Miſſionen, 3. B. wegen ber E 
Krakaus in die öſterreichiſchen Staaten 
Am 21. März 1848 trat er als ver: 
Minifter in das Departement bes 9 
das er jedoch u. zugleich feine öffentli 
am 4. Mai wieber auigab; er zog fid 
Privatleben zurüd u. ft. 6. April 1557 
Er war vermählt mit Dorotbea geb. 


fih 15.18 an ber Revolution u. ferberte in feiner Zeit- | 618 4. Mai 1548, Yp3. 1550; Dentſchlar 
ſchrift u beſ. auf Der Volksverſammlung zu Achern u. Preußen, Wien 18531; Lord Palmerſi 
zur Rebellion auf; er wurde am 8. April 1848 auf | u. Der Continent, Wien 1852, 2 Bde.; 
dem Babnbofe in Karlsruhe verbaftet u. 1849 vor | Seite ber orientalifchen Frage, ebd. 155- 
den Alfifen in Freiburg beſchuldigt, fih an Dem | Politik u. Die Donanfürftentbiimer, 
Plane, ten Großherzog gemwaltfam zu entfernen u. | Zum fünftigen Frieden, ebd. 1556. 
bie Republik in Baden einzuführen, betheiligt zu Fietilien (v. lat.), Thongefäße. 
haben, aber von biefem Gericht freigeiprohen. Er | Fictio unitatis inter patrem 
wurde Darauf in den Landesausſchuß gewählt u. | bie juriftifch angenonmene Einheit zn 
war Mitglied der renolutionären Regierung (1. Ba- | u. S 
den, Geſch. V. C) e). In einer Miſſion nad Würt⸗ 
temberg gegangen, wurde er dort verhaftet; Ende 
1849 bier freigelaſſen, ging er in die Schweiz u. im 
Herbft 1550 nach Konten. 

Ficoĩide (Petref.), fo v. m. Berfteinerte Feigen. 

Ficoidt᷑a (F. Dillen.), Untergattung ber Pflan- 
zengattung Aizoon /.., aus ber Familie ber Por- 
tulaceae-Aizoidene (f. d.). nium u. die Fictio legis Corneliac, 

Ficoroniſche Ciſta, Ciſta, welche 1742 in ber Fiction (v. lat. Fictio), 1) «F. ja 
Näbe von Paleſtrina aufgefunden u. nah Franc. | eine gejetliche Borfchrift fich gründen 
be’ Fieorini, ihrem erſien Befiter, genannt u. | paßeine Handlung od. ein Ereigniß wi 
jest im Collegio Romano aufgeftellt ift. Die ! obgleich diefe jactifch nicht vorbanden 
auf ihr eingegrabenen Zeichnungen ftelen Scenen | Thatſachen werben nun unbebingt al 
aus der Argonanteniage bar u. follen nach einem, | angenommen u. ſelbſt der Gegeubewei 
vormals dem Hortenfius gehörigen u. inbefien Tuß- | der That nicht exiftiren, hebt das juri 
culanum aufgeftellten Bemälbe bes Griechen Kybias | berfelben nicht auf; 2) fo v. w. Exbick 


. Sohn. 

Fictio legis Corneliae, im Rör 
bie auf eine Lex Cornelia ſich grün 
lie Annabıne, daß ein in feintliche 
ſchaft Verftorbener in dem Augenbli 
jet, wo er gefangen wurde, woraus 
leitete, Daß Das Teſtament eines fo: 
aufrecht zu erhalten fei; vgl. E. Safe, Z 


. Wienlen bis Fibelcommig 


Besgr.), alter, von ben Aborigines 
: ım Sabinerland, öſtlich von Fi⸗ 
rinlich beim jetigen Genzano; bie 
entana via bieß einſt Fleuleensis 


R, 
iftfleden am Argento in der römi⸗ 
Orvieto; 1800 (Em. 


ı Pflanzengift zur Bergiitung von 


f. Pfeilgift. 

.), Pflanzengattung ans der far 

ae, Polyganie, Diẽcie Z.5 aus: 
einen fleifchigen, faft ganz ger 

tboden, anf welchem menige männ⸗ 

ıt dreitheiligen Kelchen, bänfiger 

jtbeiligen, auch neunmibeifigen Kel⸗ 


t jebr zahlreich (über 1301, F.ca- : 
rreigenbaumuf.d.); F.svcomo- ' 


erfeigenbaum (Zylomore), 
m, bis auf 30 Fuß im Durchmelier 
zen, eßbaren, Doch fchwer zu ver- 


n u. fall unverweslichem Hohze, 
eiſt die Mumienſärge u. andere 
ptier bereitet wurden: F.benja- 


dien, mit eßbaren Feigen; wächſt, 
iea u. F. bengalensis, au 


als ſolche aufgefübrt werben; er 
erbängente, murzelichlagente Afte 


261 


au@gebreiteten, in einanter verſchlungenen u. ver⸗ 


* wachlenen Aften, mit milder Mil) u. geniesbaren 


Blättern. 

Ficus (lat.), 1) bie feige; 2) Feigwarze; 3) 

Feiamaal des Kopie. 

icus indica, 1) ſ. Ficus: 8) Xrt ven Opun⸗ 
tin, einer Sacteengattung; 3) fo v. w. Piiang od. 
Baratieafeige (Musa paradisiaca). 

Ficus Naovia, Baum im alten Rom, |. m. 
Xceius 1). F. ruminalls, beilig gebaltener Feigen⸗ 
kaum am Palatinifchen Berge, ta, wo Remulus u. 
Remus die Wölfin füugte; fol 540 Jahr alt ge 
worden fein. 

Fid (Sem), Kegel von hartem Holz um bie 
Duchten eines Taues zu trennen, ſ. Spließbern. 

Fida, Fürſtenthum auf ter Japaniſchen Iniel 
Nipon, waltig: Hauptert: Ofarra. 

Fidalgo, pertugiefiih, fen. w. Hidalgo, ſ. u. 
Ada Fi. 

Fidanza, Aohann ven F., jo v. w. Yonaven- 
tura 1). 

Fidüris, Fluß in Klolien, der alte Evenos, 
mündet in den Meerbuſen von Korintb. 

Fiddemin, ſchönſtes Dorf im Favoum in Mit- 


telãagvpten (Airila), bewohnt zum Theil von Kopten, 
Be, letter iſt der eigentlich Va⸗ 
obgleich viele Arten bei. F. indica ' 


zlihe Mälter: ein felher Baum | 


ıBien bat 60 Hauptftämme u. fein 
Mittag 1500 F. im Umfang; von 
es eft nech umfangreichere Exem ⸗ 
et ſich z. B. eins in Der Provinz 


zum Tbeil von Muhammedanern; in der Nähe bei 
ſchöne Oliven. 
Fiddes, Richard, geb. 1871 in Hunmanby in 
ortjhire, ſtudirte in Cplord Theologie, wurde 
farrer in Haleham in Yorkfbire u. 1712 Garnijon⸗ 


prediger in Hull, melde Stelle er aber nach bern 


ser Aurr genannt, das einen lin 


350 Haupflämne von 2000 F. 
äumte von mehr als 3000 Heinen 
In feinen Schatten ſollen 5 Regi 
ie lagern fönnen: F.racemosa, 
dicker Yaum, in Oftindien, beflen 


ser Wurzel tbeilenter Stanım, ge⸗ 


u. wie bie Afte mannigfaltig ver⸗ 
ten Aſien ſenken ſich viele Schnüre 
‚ meiche Wurzel Schlagen u. nene 
. Tiefe Bäume merden an öffent: 
ngepflangt, um al& fchattiger Ber- 
u Lienen, u. febr in Ebren gebalten. 
zu Schnitzwerk, ter Baſt zur We 
elblichen Bariers iZultanepa- 
Alrtelm, Lie berunter hängenden 


zindwerk benutt, aus ter Rinde 


Mebrere ter genannten ı. a. 
mmiungen ansländiſcher Pflanzen 
eligiosa, ſchöner, ven ten In⸗ 
lich Buddab unter feinem chatten 
ehaltener Banm, vgl. Aswatiba: 
Kautſchuk liefernd, unter dem Na⸗ 
aum bei ung oft in Gewächſbäuſern 
gen; F.septicn, böchſt ätzenden 
tenb, in Oſtindien; F. nuricu- 
Cochinchina wegen feiner Früchte, 
Eiftg eingelegt werben, cultieirt; 
‚„ auf Madagascar, wo man bie 
rien Blätter zum Boliren von Holz 
nutt; F. infectoria, in CA 
nctoria, in Auftralien zur Fär⸗ 
Rumphii(F.conciliorum), 
digem Stamm, jeher weit feitwärts 


Lob der Königin Anna 1714 wieder vwerler: er 
lebte nun von Schriftiellerei u. fi. 1725; er Ichr.: 
Theologin speculativa et practica or Syrtem 
of the divinity, Lend. 171% ff., 2 Bde.; Fify- 
two Sermons, ebd. 1720; Life ofthe Cardinal 
Wolsey, ebd. 1724; Treatise general of the 
morale, ebd. 1724. m. a. 

Fiddichow, Stadt an ter Cher, im Kreife 
@reifenbagen des preußiihen Negierungsberirfe 
Steitin; kurfürſtlich beiftfches Rittergut, Fiſcherei; 
2450 Ew. 

iddri, See, ſo v. w. Fittre. 

ideicommiß (lat. Fıdeicommirsum), eine 
fetgtreillige Verordnung, durch welche der Erblafier 
(Fidelcommittens) feinen: Erben «PFiderlarlus, At- 
duclarerbe) od. einem andern von ibm lettrillig 
Bedachten aufgibt, das Ererbte entweder ganz vd. 
eme beitinintte Quote davon, od. auch mur eine 
einzelne Sache cd. eine beſtimmte Summe nach 
feinem «des Erblafiere) Tede einen Audern «Fidel- 
commissarlus) herauszugeben. Im Gegenſan au 
dem Legat, als Der altcivilen Korn ter Bermächt- 
niffe, bildet Das R. im Mömifchen Rechte den Re: 
präfentant ber freieren Rechtsentfaltung. Tas F. 
konnte ohne alle Form, auch für foiche, welche ber 
civilen Erbrechte unfübig waren, errichtet werden, 
erbielt indeflen in tiefer Weiſe auch erfi unter Der 
Kaijerzeit Klagbarfeit. Später verlangte man auch 
zur Gultigkeit der free, daß dieſelben entweder in 
Teſtamenie ed. in Codicillen errichtet fein mußten, 
u. fiellte fie fe ben Yegaten immer mebr gleich, bie 
Pur Juſtinian eine völlige Derihmeltung beider 
Arten von Bermächtnijfen (F xnecquatio legatorum 
et Adeienmimissorum) ftattfand. Über das neuere 
Recht vgl. Vermächtnißß. F. beredi praesenil In- 
juwelum (von Ginigen aub Oralfibeicommiß 
genannt), heißt ein Bermächtniß, welches der Crb⸗ 


deſſelben dem bamit Beſchwerten felbft auftrug. 
In ſolchem Falle kann nach einer beſondern Beftim- 
mung bes Römiſchen Rechtes ausnahmsweiſe, auch 
wenn der Auftrag ganz formlos erfolgte, ber Ver⸗ 
mächtnißnehmer doeh das F. einllagen, wenn er, 
nad vorbergeleiftetem Calumnieneid dem Belaſie⸗ 
ten den Eid zuſchiebt. Bei dem F. In id quod super- 
erit (db. h. dem Vermächtniß deſſen, mas ber Bela- 
ftete übrig laſſen werde) barf ber Fiduciar 3 Bier. 
tbeile nach Belieben, das 4. Biertheil aber nur im 
Tall der North verbrauchen. 

Fideicommißgut, jo v. w. Stammgut. 

Fidejubiren (v. lat.), Bürgichaft leiften, fich 
verbürgen, Fidejuffv, Berbürgung zu Eines Gun- 
en; idejussio, jo v. w. Buͤrgſchaft; Fidejuffor, 

ürge. 

Fidel (v. lat.), 1) treu, redlich; 2) heiter, luſtig; 
daber Fidelität, Treue; Luſtigkeit. 

Fidöles, 1) (lat.), Gläubige, Benennung ber 
Ehriften überhaupt, im Gegenfat ber Ungläur 
bigen (Infideles); 2) ın ber erfien Zeit bes 
Chriſtenthums bef. die, melde ala Katechumenen 
die Taufe erlangt hatten u. nun an bem ganzen 
Gottesdienſte Theil nehmen buriten; 8) (fpan.), in 
Südamerika Indianer, die fi unterworfen haben, 
im Gegenſatz ter Bravos, 

Fidelis, Kortumatus, Arzt, geb. in St. Pritippe 
b’Agirone in Sicilien; ft. 1630 ; erfter Hauptichrift- 
fteller über gerichtliche Mebicin; er fchr.: De rela- 
tionibus medicorum, Balerıno 1602, Lpz. 1674, 
1679; Contemplatio medicalia, Palermo 1621. 

Et. Fidelid von Sigmaringen, eigentlich 
Marcus Roy, geb. 1577; fein Vater Johann 
Roy war Schuitheiß u. Bürgermeifter von Sig⸗ 
maringen; Marcus ftudirte bis 1603 bie Hechte, 
bereifte 1604— 10 in einer Gefellichaft abliger junger 
Leute al8 Deren Begleiterisrantreih, Epanien, Ita⸗ 
lien u. Deutfchland u, wurde 1612 Aumalt in En- 
fiebeim; ba ihm aber bie juriſtiſche Praris nicht 
zuſagte, ging er in demfelben Jahre in das Kapu⸗ 
zinerflofter zu Freiburg im Breitgau; er wurde 
ala Prediger u. Beichtvater nach Altorf im Canton 
Uri gefantt, 1619 als Guardian nach Rheinfelden, 
1620 ach Freiburg, 1621 nach Feldlirch. Als bie 
Propaganda 1622 den Kapızinern bie Miſſion für 
Graubündten übertragen hatte, murbe 8. Vorſtand 
berjelben, aber am 24. April 1622 bei Seewis von 
zebelliihen Bauern erfchlagen ; er wurbe 1746 heilig 
gelproden; fein Fefttag ber 24. April. Vgl. Placid. 

Sigel, Geſchichte bes heit. Fidelis von Sigmaringen, 
1623; Fr. Lucian. Montifontanus, Lebensbeſchrei⸗ 
bung bes heil. F., Conſtanz 1674. . 

Fidelissimus rex (fat.), t. i. Treuefter König; 
Titel Des Königs von Portugal. 

Fidelitatis juramentum (lat.), Gib ter 


reue. 
Fidelit6 (Ordre de la F.), ſ. Orden von ber 
reue. 

Fidemiren (v. lat.), beglanbigen, geſchieht bei 
Protolollführungen dadurch, daß, wenn nach been⸗ 
digter Verhandlung das Protofoll vorgeleſen u. al® 
richtig anerlannt worden iſt, dieß ber verrflichtete 
Protolelfjührer am Schlufſe ausdrücklich bemerkt 
u. mit ſeines Namens Unterſchrift bekräftigt. 

Fidenä (a. Gergr.), eine altlateiniſche, von 
Alba aus gegrindete Stadt auf einem Berge 
zwiſchen dem Tibris n. Anio in Etrurien; ſchon 


Fideicommißgut:: bie Fidieh⸗Fabiaſſi 


laſſer in ber Weiſe errichtete, daß er bie Erfüllung | 


737 0. Chr. wurden bie Fibenates von‘ 
665 u. 663 von Tullius Sofitins, 569 
quinius Priſcus, 503 von Yucretius T 
u. 497 von T. Largius befiegt; nad ibı 
zu ben Vejentern wurde 436 ihre Etabi 
mercus Amilins erobert u. zerflört, zw 
bergeftellt, war aber fpäter nur ein unt 
Flecken; 27 v. Chr. wurde bier eim An 
gebaut, welches aber bei dem erſten Gel 
ftürzte, wobei 20,000 (nach Einigen ſog 
Menſchen beſchädigt worden u. umgeke 
ſollen. F. lag auf dem Felſen beim jegi 
Giubileo. 

Fidentia (a. Geogr.), Statt u. Ri 
(Iulta %.) in Gallia cispadana zwiſd 
u. Blacentia. Bier 82 v. Chr. Sieg t 
gelbheren über die Truppen tes Mi 

orgo S. Donino. 

denzianifche Poefte (Pedantesc 
in der Italieniſchen Yiteratur jene Art t 
ter Boefie, wo lateiniſche Wörter mit ibı 
gen italienifirt wurden; fie erhielt ben 9 
dem Spottliede Camillo Scrofa’?, wori 
fpannten Lieder des Fidenzio Ölottecrofi 
wurden. 

Fidepromissio (lat.), tie ſolenne 
mittelſt einer Stipulation, bei welcher 
biger fragte: Idem dari fidepromittis 
det mit Der Sponesio bie formelle Büı 
älteren Remifchen Rechtes. 

Fideris (Fibris), veformirtes Pfarrd 
zirk Oberlandquart bes Schweizercant 
bünbdten, auf einer Anhöhe über ber Laı 
legen; 460 Ew. Nahe babei liegt der g 
Badeort in ben von dem Fideriähadge 
ten Raſchitſchthale, 3251 Fuß über bem 
Bad enthält eine kohlenſaure Duelle. 

Fidos (lat.), 1) Treue, Pflichtniãßigl 
würbigfeit; fo F. cenjugalis, cbeliche 
graeca, griechifche Treue, ſprichwörtlich 
brüchigkeit, weil unter den Griechen, bei 
faliern u. Rolrern, auch ben Pacetanı 
Meineid fehr gemein war. Allegeriid ı 
bargeftellt mit_verichlungenen Händer 
Turteltauben, Abren u. Mohnbäupter; 
Numa einen Tenpel in Rom; 2) Sau 
j. Bona fides; F. carbenarla, Köbleı 
publica, öffentlicher Glaube, Das Berti 
bes Einzelne, od. Gerichte, Eollegie 
ihrer Anftelung u. Beftimmung durch 
genießen u. in gewiſſen Fällen in An 
men können. 

Fides, Aftereid, wurde am 5. Ocibr 
Luther zu Bilk im Sterubilde der Fiſche 
hielt als bildliches Zeichen das Kreuz 
Sonltiche Zablenzeichen ET). 5. ſtebt zu 
tis u. Amphitrite. Die mittlere Entft 
ter Sonne beträgt etwa 52 Dil. gı 
Meilen u. die Ilınlaufazcit 3 Jahre 361 

Fidibus, ein Streifen Bapier, Die 9 
damit anzuziinten. Es ſoll (nad Eber 
bus fratr) ihus (für vergnügte Brüre 
wie ein zu einer geheimen Tabalegeſel 
ladender auf einen Zettel fchrieb, ver m 
Bieiienanzünten achraucht murbe. 

Fidicülae, Varterſchnüre. |. u. Te 

dieh-Tabiaffi, Fort, eine halbe 
Schumla gelegen. 


Fidiren bie Fidſchi⸗Sprache 263 


[at.), tramen, vertrauen. | Staaten unter einzelnen Hänptlingen vereinigt, die 
e⸗F., Gyepüfüzes), deuticher | tem König von Rewa (König ber Fidſchi⸗Juſeln) 
Kreiſe Eiſenburg Des Verwaltunge- | auf Birilevu zindbar find; ımit ben Engläntern fie 
arg (lingarn); bar berrichaftliches | bem fie nicht in gutenm@internehmen; proteſiantiſche 
rer, in welcher guier Käſe erzeugt | Milfionäre (namentlich Wetleyaner) baben das Chri⸗ 
ıereien: 575 Em. ſienthum gu verbreiten geſucht, bis jet aber noch 
eine Intel an ter Küfte Bes norme- , mit menig Erfolg; tie Geſammtzabl der Rewobner 
:önbre-Vergenhuus, zmiichen Böm⸗ | wird auf 200,u00 Seelen geihäbt. Die 4 grö⸗ 
r⸗Oe; bier bielt ter erſte nerwe⸗ | Beren Inieln find Vitilevu (Ambau), bie wich⸗ 
f; 2) Gemeinde (Hof u. Kirche) im tigſte u. bebeutentfie von allen; Vannalevu 
:den befielben Amtes; bier 963 | (Sanbalmeceh, Talanova), Yalemta u. Kan- 
der König Halen blieb. tavu (Diomufla). Der F.⸗A. wurde 1643 ven 
pel, Fidichi⸗Archipel. Zasmau entdedt, Tpäter von Bligh, Maitlaud, 
Marian, mir feinem meltlichen | Wilfen u. a. auigeiunden (179 u. 1792) u. wird 
8, geb. 1736 in Wien, trat nach  feit 1794 öfters von eurepäiſchen SHanbelsichifien, 
dien in Bas Hofkleſter ber Auguſti⸗ ' d:ı nenerer Zeit namentlih von Zidnev (Neu⸗Süd⸗ 
4 Treiefier, 1759 Priefter, lebrte | Wales, Aufiralien! u. ten Vereinigten Staaten ven 
Ariechiiche Literatur u. fl. 1802 in | Nordamerika aus beiucht. 
Geſchichte Ber ganzen öfterreichiichen Bidfhi:Spradhe, Sprache ber Fidichi⸗Inſeln, 
terlichen Tieriiei beiderlei Geiblech⸗ weicht in Steifen. Form vieliach ven anderen poly- 
—Ss, 4 Thle. in 9 Ad. 2) GaAiet · neſijchen Sprachen ab u. ſcheint mehr zu den Ne— 
abroſ., geb. 1737 in Wien, trat geripraden ber Südſee zu gebören. Sie bat bie 
Studien in ten Orden ber Auıgır |, Vocule a, e, i, 0, um. Lie Tonſonanten b, e. d. f. 
u. lebrte Tbeolegie u. Geiſtliches g. j. k, Im, n, P- 9, rs, v, w, y, von Denen c 
Univerſität in Bien; 1767 en.wich wie das meiche engliſche th, q wiengg, b. d, g wie 
damburg, we er ur Goangeliichen . mb, nd, ng, bie übrigen wie im Englifihen ausge 
Hierani wurde er Hofpretiger au | fpredden werben. Es eyifirt ein boppelter Artikel, 
DPiedienkurg u. dann Zuperinten» | ko (o) ver Prenemen perf. u. Nomen propr., na ıa 
an, legte jeecch tiefe Stelle bald | vor Zubflantiven u. Pronom. pofl. Die Noemina ſind 
ft. 1780 in Altona. Er ſchr.; Der | nady Genus, Numerus u. Caſus unveränderlich; 
169,3 Are; Antipapijnichee Jcur- | das natürlite Geuns wird durch Hinzufügung von 
9,7 Zble.; Geichichte u. Beichrei- | tagane manulich, alewa weiblih, autgetrüdt, 
nien ter rämiichen Kirche, 23.1777. | ber Genitiv Durch ein vorgeſetztes i (ni), ker Klurat 
hmetterling, Gattung der Spanner, | Burdh ein vergeſeres ver, doch guet es befontere 
inn, mit abgeruntetem Kopie, Füh⸗ | Wörter, um eine beftimmte Diebrheit gewiſ'ier 
t, Tzfter kurz, wollig, Kopf nicht | Dinge audzudrücken, 5. B. niu eine Koloenuß, 
truft wellig, Hark; Slüsel ganzran» | buku zwei, buru zebn, koro hundert Kelesiiüfie. 
eichnet, Hinterflügel eft anders ger | Die Atjectiva haben feine Fermen für die Zteigr- 
rrerflünel, greb; fliegen bei Zuge; | rungegrate; fle werben ibrem Subſtantiv fieis 
aria. F. plumaria, F. piniarıa, | nachgeſetzt. Die Zahlwörter fint: 1 dua, 2 run, 
F. plumistaria. 3 tolu, 4 va, 6 lima. 6 ono, 7 vitu, S waln. 
fon. m. Fideris. 
ipelagud Fidji-od. Piti-Ar- 
zrinz Rilliamd-InTeln), In— 


| 9 ciwa, 10 tini. Orkinalia werten daraus derch 
| ein vorgeſebtes en gebilter. Die perſönlichen Fre» 
n 1° | neming haben vier 3Jablen: Zingularie, Tualit, 
ittferen Relvnefiend, 15° 40° bis Triclis u. Pluralis, auch bat Die erite Perion ir: 
Areite, 1950 bis 199" EN. Yänae | Ber Mehrbeit kefonvere Formen, je nachdem ker 
' 4 größeren u. ungefähr Zyu Meine» | Angeretete mit inbegriiſen ift (inel.) cd. nid: 
jend, von Kcrallenriffen u. Klippen | (excl.), 3.2. Zing. an ih, iko Pu, koya er: Dual. 
7 zu umſchiffen u. gefäbrlie Yan» ! kedaru (inel.), keiran (exel.) wir zwei, kemu- 
5 u. gebirgig (bis zu 4000 Zun', | dran ier zwei, ran fe zwei, Trial. kedaton 
anz vultaniichen Uriprunges, nech | (inel.). keiton texel.ı wir drei (wir Merian, 
. befannt; Beben außererdeuitih ı kemudon ibr Erei, iratou fie drei; Plur. kerla 
ation reich u. üppig: Producte: | (inel.), keimam: (exel.) wir, kemuni ihr, ira fie. 
Higer Handelsartitely, Cocespal- , Die Pofleifiez eriheinen bald ale Zuffige, beit als 
te, Zuderrobr; Schweine, Hunde, ielbſiändige Wörter: lepteren Falls baben fie ver- 
e Bewehner bilden den Übergang : ichicdene Fermen, je nachtem von Dingen im Afl« 
(Auftralneger, zu den Malaven, n. | gemeinen ct. zen Eſſen cd. Trinken Die Nee it, 
ter Miſchung beiter Velkoſtämme 3. Pan gu nein on Allgemeinen), a qan wein 
zu fein; fie find bellfardiger als (fen), a meru mein ‚Irinlen!. Tas Verbum 
ser kunfler als tie Bewobner Ber vr entweder Intranſitivum cd. Trauſfilivum ed. 
felgruppen, greß u. kräftig, kriege» Paffioum, 1. Das Trauſicivum bat deppelte Ferum 
uſam, Menſchenfrefſer, mizbandeln Für Meziekun:g auf ein eſtininitet cd. undeſnmtes 
enen auis furchtbarſte, tẽdten die , Obhject, z. R. vakscakrı sreekien, caka were, im 
jenn die Wirren der verſterbenen Garten arbeiten, eat ayzna were, den Garten be⸗ 
ei fine fie gelebrig u. gbidt, Nas | arcciten; Parienn: vakavi, Bearbeiter werten. 
tigung von Booten, Waffen, Ge | Urrigzus iſt das Verrum nach Medus, Tempo, 
ergl., treiben Aderbau u. Vieb⸗ Rumeruo u. Pearnmuneränderlich. Es gibt viele 
liche Häuier; fie leben in Heineren | Atverbien u. Erpletirparuteln, dagegen if die 


264 
Sprache arm an Präpofittionen u. Konjunctionen. 
Hinſichtlich der Eonftruction ift bemerkenswerth, 
Daß das Subject gewöhnlich am Ende des Satzes 
en Der Anfang des Baterunfers lautet: tama i 
eitou mai lomalagi, me vakarokorokotaki na 
yacamu, d. b. Vater unferer im Simmel, daß gebei- 
ligt-werbe ter Name-bein. Grammatik u. Wör- 
terbuch ven Hazlewood, Nena (Feejee) 1850—52. 

Fiducia (lat.), Vertrauen, Zutrauen; daher St 
duciar, Siduciarerbe (Flduciarlus, Fiduclarius heres), 
f. u. Ziteicommiß; Fidaclarlus pater, ſ. ı. Eman- 
cipatio. 

idũcit! bei Studentencommerſen bejahender, 
beifallender Zuruf der Verſammlung auf den Smol⸗ 
lisruf des Präſidenten. 

Fiducität (v. lat.), gutes Vertrauen. 

-fidus (Bot.,⸗ſpaltig), als Anhängsſylbe, 
d. b. nicht über die Mitte hinaus getheilt, beſ. von 
Blättern, mit ſpitzigen Buchten, die etwa bis zur 
Mitte gehen, u. ſpitzigen Lappen, die nach der Zahl 
letzterer dann zwei⸗, Drei» u. mehrſpaltig (bi-, trı-, 
multihdus) beißen, od. wenn die Lappen an beiden 
Seiten des Hauptnervs fteben, fiederfpaltig 
(pinnatifidns), wie 3.8. Die unterften Blätter von 
Scabiosa snavenlens. 

Fieber (Febris). I. Krankbeitszuftanb od. 
Spinpteme einer krankhaften Veränderung im Kör⸗ 
per, welche fih gewöhnlich Durch bejchleunigten Puls, 
Hitze, wohl auch mit Froft im Wechſelſchweiß er- 
böhte Ausfcheidung von Kohlenfänre durch die Lun⸗ 
gen u. von Garnftoff durch Die Nieren fund gibt. 
Nach vielen Schwankungen in ben Anfichten iiber 
bas, was Fieber ift, hält man jetzt das Fieber flir 
eine Eteigerung des Verbrennungsproceffes tm 
Körper, erzeugt duch eine vorübergehende Läh⸗ 
mung im Rückenmarke u. einigen von bemfelben 
entipringenten Nerven. Die Syiebererfcheinungen 
laſſen bald nach (Remiffion), bald fteigen jie wieder 
(Sracerbation), entigen zuweilen mit vermehrten 
Ausicheitungen, ben jogenannten kritiſchen Auslee⸗ 
rungen (Kriſis). Die F. bilden bie zubfreichfte u. 
wichtigfte Aetheilung aller Krankheiten, der Ge- 
funbbeit m. Dem leben zwar oft verberbfich, in man⸗ 
hen Füllen für heiljam (Febris depuratoria) gel- 
tenden. ſchwere Folgen abmwehrend, balb acut, bald 
chroniſch, bald urſprünglich für fich beftehend (idio⸗ 
pathifch, efientiell, von Danchen geläuanet), bald Fol⸗ 
gen u. Begleiter anderer Krantheitezuftänte (ſym⸗ 
ptomatijch), bald einfach, bald ınit andern F⸗n ver- 
widelt, bald fporabifch, bald epidemiſch od. ente- 
miſch, bald gnt⸗, bald bösartig, anftedent ob. nicht 
anſteckend, bald typiſch, bald akypiſch, balt ftattonär, 
Bald nicht ftationär, dem Jahres» ch. Jahreszeiten» 
wechſel folgend (Feebres annuae) od. nicht, hin⸗ 
fihtlih des Verlaufs anhaltend, fortbauernd u. 
nur am Morgen Schwache Nachläſſe bildend (Febres 
continune continentes), od. deutlichere Nachläffe 
Bilbenb, nachlaffend (F. continuae remittentes), 
er. völlig fieberfreie Zwiſchenzeiten (Apyrexien) dar⸗ 
ſtelleud, Wechſelfieber (F. intermittentes). 

IT. Die hauptſächlichſten nur ſelten einzeln fehlen⸗ 
ben Fieberzufäle find: Verſtimmung des Gemeinge- 
fühle, Abgeſchlagenheit mit einem eigentbilmlichen 
Krankheitsgefühle, Die Empfindung von Broft u. dar» 
auffolgenter Hide (Fieberfroft u.Fieberbige), beſchleu⸗ 
nigter Puls (Fieberpule) u. Durft (Zieberdurft). 
Der Berlauf der 5. iſt vorzugsweiſe ver andern 
reiten durch gewife Zeiträume, Krantheitee 


Häueis bie Fieber 


ftadien (f. Krankheit) ausgezeichnet, bı 
ten, des Tsroftes, ber Hitze, der Kriſis 
valefcenz. Das F. endet entiweber in | 

ebt in andere Krankheiten od. in ben? 
älteren Sumoralärzte nehmen einen e 
heitsftoff, Stebermaterie (Materia fel 
ria peccans) an, welche durch Las 
gelocht u. Durch die Krifen aus dem | 
ftoßen werde. 

III. Die Äußeren u. inneren Be 
gen der 5. liegen im Wechſel der Jal 
wohl in dem regelmäßigen, als auch 
gelmäßigen, in Veränderungen u. 
der Äußeren Laft, im Wechfel ter T 


örtlichen u. Himatiichen Einflüſſen, M 


tagien, Störungen ber Verbauung ı 
nährung durch Übermaß od. ſchlech 
beit ber Speilen u. Getränte, 
niffen der Verdauungséſäfte, piv 
rungen, Anftrengungen u. Erichütten 
meinem od. örtlichen Überfluß von ẽ 
tenden Entleerungen von Säften, 
Blutes, Berlegungenn. Störungen ei 
Organifation manderlei Art, Wunde 
tungen der Ab- u. Ausfonderungen, 
gen Anftrengungen ber Körperlräfte, 

IV. Anlage an F. geben das! 
genbliche Alter, hervorſtebende Reizba: 
u. Nervenſyſtems, fo wie Des Gemül 
cher Körperbau u. Störungen bes Er 
ceſſes mancherlei Art. 

V. Die Gefahr der F. bängt 
von dem Zuſtande ber Kräfte, der Cr 
Kranten, ter Schwere der das F. 
krankhaften Veränderungen im Körpe 
ſchenden Krankheitscharakter ꝛc. Sch! 
find insbeſondere: Meiner, ſehr ſch 
trockene Zunge, anhaltende Delirier 
mit zu übermäßigen od. klebrigen ır. | 
Ben bebedte Haut, erſchöpfender Du 
dere Ausleerungen, Mangel ber Kr 
mäßiger Verlauf 

VI. Da die Natur in wenigen Ar 
Heilthätigteit kräftiger entwidelt, als 
gilt für Die Behandlung derſelben 
neu, daß bei geregeltem biätifchen Be 
leichtern Fällen ihre Kraft allein zur 
reicht. Bei Neigung zu Entzündung 
ben, bei. Durch Die Antiphlogiftifch 
(j. d.), im Falle großer Hinfälligkeit d 
bei. nervenſtärkende ‘Mittel, wobei j 
beachten ift, in wie fern ber Zuſtand w 
[heinbarer, auf bloßer Untertrüdun 
fett einzelner Organe ot. Spfter 
Schwäche obwaltet. Im Beginn ber 
bisweilen durch eine kräftige Ableitur 
mittel, od. Bemwirlung eines tüchtig: 
die Krankheit in ber Wurzel abzufı 
Zeitraume der Kriien find bef. dieſe 
zu verfolgen. Bei ſymptomatiſchen 
örtliche Affection vorzüglich Rückfi 
Allgemeine Mittel gegen Das F. (Ziel 
e8 nicht. Die diätetiſche Pflege bat f 
Körpers u. der Seele u. Abwehr aller 
enden Einfluſſe, Entfernung eines gı 

uffes, eine 15° R. nicht überfleigen 
ftänden eher kühlere Temperatur Det 
ein nicht zu warmes u. ungewohntes 


Fieber 


n meiſten Fen bedarf ber Kranke keiner 


er leichten Nahrung au leichter Sem- . Ö 


r, Schleim⸗ u. Obſiſuppe, ch. Waſſer⸗ 
am &etränt, deflen Gebrauch nıan dem 
ar nicht im Übermaße, geftatten ann, 


265 


| ſyſtems iusbefonbere anbeutet, daher auch in feinem 


beften friiches Wafler, Zuder-, Brch-, ' 


mbeereflig-, Citionen-, Simbeeriaft-, 
fir, E:uerbenigwafler, Meinfteinfäure 
tartari in Waſſer aufgelöft, Abkechun⸗ 
ſt. ven Hafergrütze, Reit, Althee, Hirſch⸗ 
ne Eetrãnle, beſ. Thee aus Fliederblu 
ällen, Lindenblütben ſind nicht als all⸗ 


zudern nur für Die Beförderung der 


e taugliche, in mäßiger Weiſe zu genie⸗ 
änle zu empfeblen. Kräftigere Geiränle 
saffen nur für den Zeitraum der Mieter: 


Mere, 3. 9. Wein, früher höchſtens bei 


ıer Nervenkait. 
atder Cintbeilung ber F. iſt theile 


saralter, tbeils auf die bei Denfelben ob- 
mlihen Affectienen ungeortneter Zp« | 


geiner Tbeile tie Entzündung als ſolche 
men, Rũckſicht geneminen werten. Cie 
a2 große Klaſſen geſchieten werten: 
lean:eugeieyte F. 

rfache Orund⸗) F.: 0 Entzün— 
ter (Hitßziges F., Gefäßſieber, 
Febrir intlammatoria), einfaches, ent 


5. ebne bervorſtechende Entzüntung ei 
tes Körpers, welche dieſes F. zwar auch 


‚tabei aber niehr als ſymptomatiſch er» 
ant bald mit einem mäßigen, bald mit 
n Frofie von kurzer Dauer, auf welchen 
kente Erennente Hitze folgt, mit letbaj- 
6 Geſichte, großem 
‚nicht übermäßig beſchleunigtem Pulſe, 


urſt, ſſarkem, har» | den. Gt ner 
Kriſen, fendern mebr allmählig obne bedeutende 


ange auf maunigfaltige Weiſe von ber Ginfad- 
heit des Verlaufs eines gewöhnlichen #8 abweicht 
u. wedurch Das Leben immer mehr ob. weniger be- 
Prebt wird. Im früherer Seit wurde es überhaupt 
vorzüglich aa) ale bösartiges F. ıF. ınaliena), 
bezeicnet, in der neuern als Lyphbäiesi.ı Typbus), 
obſchon letzterer Ausdruck auch in engerer Beziehung 
G. unt. »;f)am) gebraucht wird. Die hauptſächlichſten 
Kennzeichen tes Nervenfiebers ſind: ſchlaffer, blei⸗ 
cher, eingeſunlener Ausdruck des Geſichts, maties, 
ſtaubiges u. glanzleſes Anſehn ter Augen mit einer 
bräunlichen ct. Schwarzen Kıufte überzogene Nafen- 
ẽffnungen, Lippen, Zahnſleiſchen. Zunge, ſchlaffe, 
zufammengejunfene Haliung tes Körpers, unrubhie 
ges Umherwerfen, häufiger Wechſel zwiichen Dar- 
nieberliegen u. Aufregung ber Kräfte, geringes od. 
falfches Geiühl ter Schwere ter Kraukbeit, Wider⸗ 
ſpruch in den einzelnen Zufällen, bald große 
Empfindlichleit, balt Abſtumpſung ter Zinne, Ein- 
genemmenbeit, Schwindel, Schwere tes Rupie, Ber 
täukung, Zelirien, unruhiger Schlaf er. Betäu⸗ 
bungeſchlummer, Gridlafiung u. Kraftleiigleit in 
allen Bewegungen, Zittern der Glieder, krampibafte 
Gricheinungen von verjchiedener Art, Schluchzen, 
Zchnenhüpien, Flockenleſen, fpäter Läbmungen ein« 
einer Zbeile, ſehr erſchwerte Sprache u. Suimme, 
frequenter, lleiner, weicher, aber jebr veränderlicher 
u. unerdentlicher Pule, treckene, brennend warme, 
bisweilen auch fühle Haut, klebrige, alte Schweiße, 
trodene, brauue ob. ſchwarze riſſige Junge, oft auch 
Meteoriomuse, Durchiall, Schwammchen, Decubio 
tus, Petechien, Frieſel. Die Dauer der Krankheit 


beträgt 2—3, ſieigt aber auch oft bis zu 6 Wo⸗ 





feurigem Urin, mit einer Epedbaut bung 
als eine ber gefährlichften (formen, bisweilen un⸗ 


Blute, Terjhlimmerungen am Abent, 


Nachläſſen am Diorgen, überhaupt re» . 


Rerlaufe. Das Entzuͤndungefieber ent- 
reift ſchen mit dem 7., felten erfl mit dem 
ich Schweiß u. kritifchen Harn, bisweilen 
ch Naſenbluten, u. tödtet für ſich nicht, 
tur Übergang in andere F. ot. Entzün« 
feiner milteflen Form verläuft es vor- 
Rintern ald Eintagsfieber (Epbe⸗ 
don in einem od. höchſtens 4—5 Tagen. 
vorzüglich bei jungen, wohlgenährten 
Berfonen, gejellt fih aber aud) oft 
En, vorzüglih im Anfange derſelben. 
t antiphlegiftifde Mittel, Aderlaß ıc. 
nochus (Synochus) od. tas Aſtbe⸗ 
fäßfieber, zwiſchen dem Entzün⸗ 
erven⸗ u. Fauifieber mitten inne ſie⸗ 
ichft ſich an das vorige auichließent, 
derminderte Energie des Tebensprecei- 
ere Störnug im Zuſtande ber flüjjigen 
Körpers zeigend, ohne daß jedoch das 
weſentlich, wie beim Nervenfieber, mit- 
me Ausartung ber Miſchung ter Zäfte, 
ınlfieber, fiatt findet, von mehreren Arz- 
ein gratmeife von ben andern Grund⸗ 
chiedenes, durch inbivituelle ed. öriliche 
nlage mobificirtes F̊. angeſehen. ©) Das 
eber (Febris nervosa), vorzüglich 
am eingeführte Benennung eines —* 
m Zufäßlen ein Unterliegen ter xebens- 
verhaupt u. ber bes Gehirns u. Nerven⸗ 


hen. Geueſung erfelgt feltener durch regelmäßige 
kritiſche Beſtrebungen. Zap Nervenfieber tödtet, 


erwartet. Am bäufigſten erfolgt ter Ted durch Er⸗ 
ſchepfung der Kräjte, vrähmung, Entmiichung der 
Säfte, Schlagfluß. Cs verläuft bald acut, bald 
chroniſch, bald mit vielfach wechſeluder Aufregung 
ter Nerventhätigleit (F. nervosa versatilis), 
od. mit anhaltentem aufjalentem Darniederliegen 
ber Kräfte (F. nervosa stupida), od. offenbart im 
ſchlimmſten Grate einen lähmumgsartigen Zuſtand 
F. nervosa paralytica). bb) Das chroniſche, 
langwierige, ſchleichende Nervenfieber 
(F. nervosa lenta) erſcheint immer nur ſporadiſch 
bald in Folge des acuten Nervenfiebers, bald ande⸗ 
rer das Nervenſyſtem zerrüttender Leiden. Die Cur 
des Nervenfiebere bietet große Schwierigkeiten bar, 
da die Natur heile jelbft weniger Dafür thut, ale 
bei vielen audern Fen, theils auch dem Arzte weni⸗ 
ger Anleitung dazu gibt. Ta daſſelbe jehr ojt mit 
einem entzündlichen, gaftrijchen, ſchleimigen, galli- 
gen, fatarrhaliichen, auch rheumatiichen Zuſtande 
als erfiem Haupiftatium beginnt, fo it dieſem ge⸗ 
mäß im Anfange zu verfahren. Schwaͤchende Ein- 
griffe geſtatten das Nervenfieber entwerer nicht, ob. 
nur im Anfange u. in vorfichtigen Maße, nament⸗ 
ih auch bei örtlihen Affectiouen, bei. Aderläſſe, 
Blutegel, Brechmittel, antiphlogiſtiſche Mittel. 
Haupianzeige bleibt aber, die Kıäjte zu ſchoneu u. 
u heben. Als bie wichtigften Mittel hierzu galten 
Inf bie fogenannten reizenden Nervenmittel, Bal⸗ 
brian, Serpentaria, Angelica, Aruica, das fläche 
tige Ammonium, bernfleindfhaltigee flüchtige® 


266 


Das fchleihenbe Nervenfieber erheiſcht aber Berüd- 
fihtigung der es veranlaſſenden Zuſtände, vorziig- 
lich eine ftärfenb nährente, leicht verbauliche Diät, 
Mein, China, Eifen ꝛc. b) Das Faulfieber 
(Febris putrida), felten primäs, meift fecundär, 
in Kolge anderer F. u. Krankheitszuſtände entfte- 
hende —** die ſich durch eine der Fäulniß 
analoge Zerſetzungen. Entartung des Blutes u. ber 
dadurch bedingten Affection des Nervenſyſtems an⸗ 
deutet. Eigentbümlich ſind ihm große Schwäche u. 
Entkräftung, Veränderlichkeit u. Widerſpruch ber 
Symptome, entſtelltes Angfehen bes Kranken, hef⸗ 
tige, beißende Hitze, die ſich unter der aufgelegten 
Sand vermehrt u. ein höchſt widerliches Gefühl 
hinterläßt, kleiner, weicher, veränderlicher Puls, 
große Schwäche, Petechien, Meteorismus, übelrie⸗ 
chende colliquative Ausleerungen, namentlich Blu⸗ 
tungen, Durchfälle, Neigung zu Brand, Schwämm⸗ 
chen ꝛc. Urſachen find: lebenoſchwächende u. zugleich 
die Blutbereitung ftörente Einflüſſe aller Art, heiße, 
feuchte, durch Tanlige Subſtanzen verumreinigte 
Luft, Genuß von fauler, verberbener Nahrung, 
Anftedungefteffe (anftedenbes %.), zurüdgehaltene 
Ansleerungsftoffe, brandige Geſchwüre u. a. m. 
Jınmer iftes eine Das Leben böchſt bedrohende Krank⸗ 
heit. Die Bebandlung ift tbeil® vorbeugen, theil® 
therapeutifch, indem ınan bie Urſachen u. Alles, was 
Das Fieber unterbalten u. verniehren kann, hebt, 
den eigentlichen nervösfauligen Charakter u. feine 
Complicationen berüdfichtigt, Die bringenbften u. 
gefährlichften Symptome beſeitigt. Sauptmittel 
find Die antifeptifchen, ala Mineralfäuren, Tchlen- 
jaures Gas, ftärtend zufammenziehente Subftan- 
zen, bei. Chinarinbe, Khtin reizende Mittel u. a. 
Die fammtlichen hier aufgeführten Grund⸗ u. Car⸗ 
Dinalfieber treten nım entweher rein u. ilolirt auf, 
ob. fie werbinten fi) mannigfaltig unter fich od. 
mit ben folgenden Sn u. felbft mit örtlichen u. an⸗ 
dern Leiten, 3. B. Entziintungen. 

B) Zufammengefepte $.: a) Das gaftri- 
ſche %. (Febris gastrica), ein mit franthaften 
Abſenderungen der Verbauungsfäfte, Anſammlung 
derſelben, fo wie ſchlecht od. nicht vertauter E peijen 
u. Getränke ꝛc. im Magen u. Darmlanale u. mit Yei- 
ben biefer Theile überhaupt verbuntenes, anhaltend 
nachlafiendes 5 mit folgenten Arten: aa) Sabur- 
talfieber (F. saburralis), vorzugemeije ven, 
im Magen u. Darmlanale angefammelten Unrei- 
nigteiten herrührend, cd. damit verkunten, äußert 
fih durch Mangel an Eßluſt, Witerwillen gegen 
Speijen, vorzüglich Fleiſchſpeiſen, üblen, faten, 
bittern, ſauren cd. fauligen Geihmad, ähnliches 
Aufſtoßen, fchleimige od. kleiſterige Beichaffenheit 
des Mundes, weißgelblich cd. bräunlich belegte 
Bunge, ftarten Durft, Verlangen nad) tüblen u. 
auren Getränfen, Efel, Neigung zum Erbrechen, 
wirfliches Erbrechen, Kollern im Leibe, Abgang 
ſtinlender Blähungen, Verſtopfung od. Durchfall, 
drückenden u. ſpannenden Schmerz in der Magen⸗ 
gegend u. im ganzen Unterleibe, mit Auftreibung 
——* ſchmutzig bleiche Geſichtsfarbe, mit da⸗ 
zwiſchen erſcheinender dunller Röthe, Kopfſchmerz, 
mit überlaufender Hitze abwechſelndes Fröſteln, 
weichen, frequenten, unordentlichen, bisweilen auch 
langiamen Puls, trüben, lebmlgen Urin. Dieſes 
F. enticheiber ſich vorzliglich durch Erbrechen u. 
Durchiall, u. die Hauptmittel dagegen ſind deshalb 


Fieber 


Anmionium, Ätherarten, Bein, Campber, Moſchus. | 


auch Bredimittel u. bie mildern, To 


| jigen, kühlenden u. auflöſenden Akjul 


by) Das Gallenfieber (F. bilio 
aus übermäßig vermehrter Abſonderu 
franfhaft veränderten Galle, nimmi 
entzündlichen Charakter an u. gibt fid 
durch eine bunffe, eimen ſchmutzig } 
gelblihen Grund deigenbe Rötbe tes 
vollen Buts, ftark brenuende Hitze, 
rube, Kopfſchmerzen, bisweilen Del 
baft jpannenden ob. brennenden Dru 
in ber Magengegenb u. auch im ganz 
u. Auftreibung deſſelben, Bittern ( 
feiches Aufftoßen, Erbrechen von gal 
eiten, Berftopfung, feltner gallige 
großen Durft nach fauren u. fühle 
gelblih od. gelblichbraun, auch ſchwã 
bisweilen auch reine Zunge, dunkelb 
trüben ob. gelblich gefärbten Urin, bit 
lihe Hautfarbe, tritt vorzüglich im 
u. Herbft bei großer Hitze nach Diätft 
kältungen auf n. enticheibet fich vor; 
—28 u. Durchfall. Brech⸗ u. ! 
mittel ähnlicher Art wie beim Sabur 
die Hauptſtützen der Eur. eo) Das 
fieber(F. pituitosa), erfcheint meift a 
(1. oben A) b) vorzüglich im Frühjahre 
durch eine bleich ſchmutzige Geſichtsfarbe 
ten, ſchwachen u. unregelmäßigen Puls 
breunende od. auch mäßig warme u. 
feuchte Haut, mit zähen Schleim be 
Mangel an Appetit, häufiges Aufft: 
fleifterigen Geſchmack, Spannung in 
gegend ıı. im ganzen Unterleibe, Übelle 
von Schleim, Berftopfung ob. Neigın 
fällen, katarrhaliſche Affection ber Brı 
zu Schwämndhen; dauert gegen 3 
dariiber. Schleimige Ausleerungen bu 
u. Stuhl, reihlihe Scheiße, oft auc 
ſcheiden die Krantbeit gewöhnlich u. ge 
tung für die Behandlung an. Leid 
Nervenfieber über u. bildet baber of 
Hälfte ) Atrabiläres F. (F. atr. 
eine achte Meläna u. mit Ausichwik 
galliger Stoffe im Verdauungékanal 
cd Gekrösfieber (F. mesenteri« 
Yocalleiten ter Gefröstrüfen verbu 
üglich bei Kindern vorlommendes F. 
eber (F. verminosa), f. u. Wi 
er, Schwämmchenfieber (F. aj 
Schwämmchen. N Abbominalne 
(F. nervosa, Typhus abdomiı 
Schleimfieber (Gaſtriſches F 
fieber, Sporadiſcher Typbus, 
ſches Nervenfieber), eine eigenthi 
züglich in der neuern Zeit nüber u. o 
beobachtete Form des Nervenfiebers, 
in Verbindung mit einem Leiden der 
des Magens u. Darmlanals vorkon 
meiſtens mit den Symptomen eine 
insbeſondere eines ſchleimigen F⸗s, iſt 
sen int Unterleibe in den untern Seit 
eiben, entzlindlicher Reizung ed. wi 
zündung ter Schlemhaut Des Unterlei 
mit Entzünbung u. Verſchwärung beri 
bauttrüfen, vorzüglich in untern Thei 
barms (Tleitis pustulosa), mit Dur: 
biutig ift, ac. verbunden; bb) jedes mi 


Fieber 


Urt verbundene Nervenfieber. g) | verbanlen ihre Entflebung dem Sumpfmiatma u. 


er (Kalte F., Frieren, F. in- 


beftebt aus einzeinen Fieberanfällen 


. mit einer jebesinal mitten inne 


rfreien Zeit (Apyregie), ift autge- 
in ber Regel ſtärleren u. länger 
R, ale er bei anteren Fen vorkommt, 
efrige Hitze folgt, die in einen allge- 
re Stunden anbaltenten, fauer rie- 
eG übergebt u. werauf auch ein 
L Hegehmehlartigen Betenfag bilten- 
jejesibert wird, womit ter Arante 
de eines erträglichen Wehlbefiudene, 
: felbft bisweilen feine Geſchäfte ver- 
rüdkehrt. Das Wechielfieber iſt bald 
8. F. intermittens quetiliane ı, 
unben, bald Preitägigee F. (F. i. 
nuurtens. Tag, balbviertägigee 
rmana). mem nur den 4. Tag ein 


find daher auch an feuchte w. ſumpfige Gegenden 
gebunden. Eie find bei firenger biätetifcher Hal⸗ 
tung fein fo gefährliches, bisweilen auf anbere 
Kranfbeirszukänte fogar webltbãtig wirfentes, aber 
obne Trazwifchentreten der Kunſt jebr leicht lang- 


. wierig werdende u. ſehr zu Rückällen u. zu 


. Zu ten Abweichungen gebören bie _ 
Becdielfieber, 1.2. bat Doppelte . 
Das fiherfie Fiebermittet (Febrifugum) bleibt die 
fälle, u. bad Doppelte treitägige (F. ı. 


jelfieber (F. quotidiana dnplex). wo 


lex). ro alle Tage ein Kieberanfall 
wi ſich die um den anderen Tag er- 
den, ct. mo um ken anteren Lay 
lle auftreien ıF. i. t. duplicata', 
'piertägige Mechieljieber (F. ı. quar- 
‚wo amj., 2., 4. u. 5. 
von denen der I. u. 4. u. der 2. n. 8. 
d. alle 4 Tage 2 Anfälle erfcheinen 
licata). Eine von ben fchlinmiften 


ıa s. Jlemitritueur) tar, welches 
ınımentrefien cines anbaltenten 15-6 
ettägigen Wechicifieber zu Etaute 
4 man mit kiejem Namen auch ein 
ägigen Wechſfeilfieber zujanımentref- 
ges od. ein doppeltes dreitägiges be⸗ 
uf eine ähnliche Weiſe kann auch ein 
bieifieber mut einem anbaltenten zu⸗ 
(F. amj-hemerinn), od. ein vier⸗ 
tartaeophya). Grbalten Dabei tie 
. Bas UÜdergewicht (F. ı. subcon- 
iden dieſe F. leicht geiübrlich. Das 


ſcheint vermüge ſeines typiſchen Rer⸗ 


zunächſt in Dem Nervenſyſteme wur 
ſche Krankheit, die jedoch ſebr innig 
Verdauungewege zuiammenbängt u. 
r Dauer immer zu einem kacheltiſchen 
ft zu Krankheiten ter Unterleibsein⸗ 
»ntlich Auſchwellungen ter Milz u. 
en) führt. Die Auiälle erſcheinen 
g, balt unregelmäßig (F. i. erra- 
nal rüber (Ispus anteponens‘. 


Zage An- | 
| zünkliches, Bald fatarrhaliiches ob. auch nervöſes F. 


| 
| 


er (T. postponen»), u. debnen ficb ' 


fo aus, Laß das Ente res einen mit 
Bea anteren zuſammentrifft (F. ı 


Sie haben zwar in der Regel einen 


meilen aber auch einen entzündlichen 
Ibarufter, bisweilen treten einzeine 
tepfihmerz, Schlaifucht, Apeplexie, 
binzu F. ı. enınitata), bie jchr ge: 
n können ıE. i. perniciosu). Auch 
eb. Kranlkbeiten, tie dem Typus ber 
olgend auch gleiche Heuart mie fie 
tebalb verftedie Wechſeliieber 
genannt werden. Die Wechſelfieber 


Nachkrankheiten geneigtes Yeiten. Schutz Dagegen 
gewährt hauptſächlich das Vermeiden des Sumpf⸗ 
miaenia, n. Die Entfernung aus dem Bereich deſ⸗ 
ſelben trägt nicht nur weſentlich zur Heilung bei, 
fontern nacht fie bieweilen auch allein möglid. 
Mer daſſelbe nicht meiten faun, muß fich vorzüglich 
tur firenge a. fräftige Diät, Vermeidung ber 
Ertältung, Des Aufenthalte im Freien anı Morgen, 
Abend u. bei Nacht u. den Gebrauch bitterer aroma- 
tiiher Magenmittel bagegen zu ſchützen ſuchen. 
Tie eigentliche Cur erheifcht ſowobl während der- 
ielben, als auch längere Zeit nachber ein ſtreng 
geregeites diãtetiſches Verbalten. Sie wird ge 
meisiglich mit Brech⸗ u. Abilihrmitteln begennen. 


Kbina, bei. in Der Korın bes ichmefeliauren od. 
ſalzſauren Chinins. ) Rbeumatiſches F., 1. 
Rheumatismus. ) Katarrhalfieber, ſ. Ka- 
tarrb. A) Erautbematiſches F., ſ. u. Haut⸗ 


ausjchläge. 1) Schlafiieber (F. soporosa se- 
num), dem Greiſenalter eigentbümliches, bisweilen 


aber auch kei Kindern vorkemmendes, bald ent⸗ 


mit anhaltenter Echlafiuche ale tem Haupilenn⸗ 


te x zeichen, gebt leicht in Schlagflug über. m) Kind» 
bas balbtreiiigige Wechleifieher (F. . 


bettfieber, f. u. Kindbetierin. wm Ruhr, f. P. 
eo) TZupbus, ſ. d. pp Petecbialfieber, f. Pe— 
techien. q) yeft,f.d. r)Engliſches Schweiß- 
fieber, J. u. Engliſcher Schweiß. > Gelbes F. 
ſ. d. Sumpffieber (F. paludora, Marſch⸗ 
jieber, Malariaı; dies aus dem Sumpimiabma 
eutſtebende, vorzüglich junge u. kräftige Perſonen 
u. ſolche, Die in Der Gegend, wo es berricht, fremd 
fine, beimmjuchente u. ihnen mebr ala Andern Ge⸗ 
fahr bringende F. beruht auf einer eigentbümlichen, 
zum jauligen Zuſtande binneigeuden Beſchafienbeit 
tes Blutes, Anbäufung deſſelben int Unterleibe, 
iſt ſelten entzündlich, meiſt aſtheniſch, im ichlimm⸗ 
ſten Grabe ſelbſt faulig, neigt ſich immer ſehr 
zum Wechſelfieber u. tritt entweder als ſolches 
auf, ot. auch als anhaltendes, od. als aus beiten 
gemiſchtes F., 1. oben). w) JZabnfieber, f. u. 
Zabnen. v) Wildfieber (F. lactes), am 2. 
bis 4. Tag nach der Entbindung öfter eintreten. 
tes, leichtes u. ſchnell vorübergebendes F., meift 
an ten ftärlferen Eintritt ber Milch in Die Vrüſte 
efnüpit. w Hektiſchet 5. (F. hectica, Jebr- 
ieber, Auszebrendes od. Schleichendes 
5), %. mit tangfamen Verlauf, in einzelnen An⸗ 
fällen auftretend, mit auffallendem Schwinden Der 
srüfte u. großer Abmagerung, ſich bald an eine 
tredene, nicbt weſentlich mit Ausleerungen ver⸗ 


bundene Abzehrung knüpfend, bald aus allgemeiner 


er. ertliher Schwache, Mangel an Nabrungaftofien, 
Säiteverderbniſſen, Kacherien, übermäßigen Ver⸗ 


brauch der Nervenkraft, cd. Unbrauchbarkeit, ine» 


teiontere Wereiterung u. Zerſtörung einzelner Or⸗ 
aane berrübrend. Zeichen befielten finb: nad 


leichtem Fröfteln in ter Haut auftreteuies, ver⸗ 


mebries, mach n. nach zu brennender Dige, Aufaugs 
verzügli in den lebhaft gerötheten Wangen, bem 


Wärmegefühl nah dem Mittagseflen u. in ben 
Abenbflunden, mit befchleunigtem, härtlichem u. 
ungleihem Pulfe, worauf gegen Morgen ein kleb⸗ 
riger, nach u. nach profus mwerbender Schweiß; 
folgt, u. der Krante ih im Ganzen leidlich befindet, 
auch guten, felbft verflärkten Appetit bat. Dazu 
geſellt ſich auffallenbe Abmagerung; das F. wird 
mehr u. mehr anhaltend, bis enblich colliquätive 
Schmeiße u. Durchfälle den Tod herbeiführen, ohne 
daß der Kranke bis zuletzt Gefahr ahndet. Die 
Behandlung befteht in Mäßigung bes F-6, Be⸗ 
ſchränkung der übermäßigen Ausleerungen, Stär- 
fung der Verdauung, Träftiger, nährenber, aber 
leicht verbaulicher 9 ebrung, dem Gebraudh ber 
Mil, des Molkens, ber China, des Islänbifchen 
Mofes x. x) Entlräftungsfieber alter 
Leute, bei Alten bald in Folge von entzündlichen 
Zuftande der Schleimhaut des Magens u. Darm- 
canals, ot. von Marasmns der Verbauungsorgane 
entftehenbes F. mit großer Hinfälligleit, Schmerzen 
im Unterleibe, Üblichfeit, Würgen ob. Erbrechen, 
trodener Haut, rother Zunge, meift natürlichem 
Pulſe, Berftopfung, endet Ei burdy töbtliche 
Schlafſucht. yy Wundfieber, |. u. Wunden. ») 
Eiterungsfieber, ſ. m. Eiterung. aa) Spei- 

elfieber, Begleiter eines heftigen Speichelfluſſes. 
bb) Mercurialfieber, entfteht durch ftarke, län- 
get fortgefetgte Einwirkung des Queckſilbergebrauchs. 

ER. Morton, nn tolgain, Lond. 1629, 2 Bbe.; 
Th. Sydenham, Methodus curandi febres, Am- 
fterb. 1666 ; Th. Glaß, De febribus, Wien 1786; 
I. €. Keil, Erkenniniß u. Eur ber $., 3. Aufl. 
Halle 1826, 3 Bde.; 5 G. Boiffeau, Pyrstologie, 
4. Ausg. Par. 1831; 4. F. Chomel, Die F. u. Peft- 
Trankheiten, aus dem Yranzdfiihen von Becker, 
%pz. 1822; Baumgärtner, Über bie Natur u. Be 
banblung ber NA Franff. 1827, 2 Bde.; Knolz, 
Syftematifhe Eintbeilung der F., Salzb. 1827; 
Brown, Med. essays on fever, Lonb. 1828; 
J. R. Biſchoff, Gruntfäge zur Erfenntniß u. Be⸗ 
bantlung ber F., 2. Aufl. Wien 1830; Blau⸗ 
fin, Nouvelle Eure raphie, Bar. 1838; ©. 
Mugna, Della fe bre, Babıra 1844; Heidenhayn, 
Das F. an fih u. das typhöſe F., Verl. 1845; 
Deipeh, De In fievre, Par. 1847; Stäger, Das 
F. u. bie neueften Fiebertheorien, Mitan 1957. 

eber, allegoriiche Gottheit, f. Febris. 
ieberklee, ift Menyanthes trifoliata. 
teberfraut, it 1) Scutellaria galericulata; 
%) Erythraea Centaurium (Taufenbgülten- 
nn 8) Pyrethrum Parthenium. 
gi erfuchen, ſ. u. Sieber 2) g). 

ebermoo8, ift Cladonia coccifera Floerk. 
n. Cladonia pyxidata Sprgl. 

Fiebernuß, Samen von Strichnos Ignatii, 
f. Ignatiusbohne. Siebernuß von Undalufien, iſt 
Conohoria Cuspa. 

Fieberrinden, bie Rinben ber die Gattung 
Cinchona bifbenden fübamerilanifchen Bäume, 
weil fie megen ber in ihnen enthaltenen tonijch- 
bitteren Allaloibe gegen das Fieber angemwenbet 
werden (vergl. Chinarinbe). 

eberweide, fo v. ro. Bruchweide, ſ. u. Weide. 

eberiwurzel, ift Gentiana lutea. 

et (gem hnlich Viecht), Benebietinerfiofter 
im Kreife Unterimm- u. Wippthal in Tyrol, hieß 
früher St. Georgenberg n. lag 14 Stunde höher 


Bieber bis - Fielding 
Handfläen u. Fußſohlen fleigenbes, vermehrtes — 


im Gebirge. Auf dem Georgenber 
992 eine Wallfahrtslirche, Die von 
Edelmann aus Aiblinger in Baiern, ı 
fol; um ihn, Der bier ale Einfiebler Iı 
* eine Genoſſenſchaft, welcher 112 

egimbert von Brixen bie Regel 
gab; 1284, 1450, 1637 u. 1705 bra 
ſter ab; nad dem letzten großen B 
verlegte Abt Coleſtin das Klofter na 
Bau wurde 1744 vollendet. 

Fiedel, 1) fo v. w. Bogeninſtr 
Fiedeſbogen, fo v. w. Biolinbogen, f. 
2) fo v. w. Bioline, mit dem Rebe 
ichlechten Inftrumente®; daher Fiedler 
fer), ein in Schentwirtbichaften, n 
Dörfern, zum Tanz auffpielender Ge 
minalr.), ein einer Geige ähnliches 
welches im Mittelalter dazu biente, S 
Hände zu ſchließen; 4) Marterwertzeug 

Fiedelbohrer, fo v. w. Drillbohr 
rer B). 

Fiederblättchen Gieberchen), find 
Blaͤttchen eines gefieberten Blattes, |. 

Fiebern, 1) (Glaf.), fo v. mw. $ 
2) (Inftrumentnt.), fo b. w. VBefiebern 
jo v. m. Ausfiedern. 

Fiedler, 1) Ferd. Ambr., fo 
2) Johann Gottfried, geb. 170 
ſtubirte Jurisprudenz, wurbe 1733 
1770 Landſyndikus m. fl. 17765 er ſch 
lection derer den Statum bee Maı 
Oberlaufitz betreffenten Saden, Baı 
4 Bde. 8) Ouftan, geb. in Bautze 
Göttingen u. $reiberg, bereifte bergmäı 
Norwegen, Rußland u. Sibirien u. in 
griechiihen Regierung Griechenland 
Seine Neifebefhreibung, Lpz. 1840, 
entdedte die Blitzröhren, ſ. d. 

5 „Hafenſtadt auf Nipon (Ja 

ek, ſo v. w. Riemenwurm. 

iek, 1) Lei Pferden ſo v. w. Horn 
Rindvieh ein Eilergeſchwür an der Spi 
vgl. Klauenſeuche. 

Fieke Giekchen), weiblicher Born: 
melt aus Sophie. 

Field, John, geb. 1782 in Dubli 
tuos, Schiller von Elementi, weldye 
feine Kunftreifen durch Frankreich, 2 
Rußland nahm. Als Elementi in P 
reifte, blieb F. dort u. machte mit fein 
ungewöhnliches Gluck. Seit 1822 leb 
kau, fpäter in london, von wo er Al 
u. die Schweiz nach Neapel ging. H 
in Folge unmäßigen Lebensgenuffes i 
Krankheit, kehrte 1636 nah Most: 
flarb dort 18375 er fchr.: Exercices: 
auf engliſche u. ruffiiche Volkslieder 
Air du bon roi Henri IV., 16 ! 
7 Eoncerte, 4 Sonaten u. einige Mei 
Pianoforte. 

Fieldia (F. Gunningh.), Pflanze: 
der Familie ber (Gresneraceae - Euc 
Art in Neubelland. 

Wielding, 1) Henry, geb. 22.9 
Sharpham-Park in Somerfetibire, Sı 
neral®; ftudirte Die Rechte, verließ a 
Mangel an Unterfiütung bie Univerfi 
ging nach London, wor, bef. 1727 — 30 


Fielfraß bis Blesii 


Jübre arbeitete. Durch eine reiche | Fieranten (v. itel.), Kaufleute, welche Meſſen 


rbefierten fi &-6 Derangirte Ber- 
ein Haug zur Verſchwendung ver- 
wieder in eine troftlofe age. Srä- 


fein Glück ats SC chaufpieltirecter, 


rat u. Tageäsſchriftſteller. Anbei 


e Lebensweiſe brachte ibn ſtets in B 


ten, bis er endlich 1750 Friedent⸗ 
slejeg murbe u. nun als Reman⸗ 
trat. Der Roman mar das Gebiet, 
ſeine peetiſche Kraft volldantig ent⸗ 
u. wenn von ſeinen Luſtſpielen u. 
ite Anzahl faſt ganz vergeſſen if, ſo 
ine Romane in immer neuen Auf- 
Rüchermarfte u. find fiterarbifteriich 
lelung dee bumorifiiihen Remans 
cutung. Zur Wieberberftellung ſei⸗ 
Beinndbeir reife F. 1754 nach Yilr 
am s. Ct. deſſelben Jahres flarb. 
fien: Tom Thuml u. The Mock- 
temane: Joseph Andrews, Vend. 
(tentich Yp;. 1794, von F. v. Ortel, 
2®tre.,;: Tom Jones, Yend. 1750, 


| 


hrm Bote, Lpy. 1756—55): Ame- - 
2 identich v3. 179715 Journey forın : 
3the next. beutih ven H. Döring, 


2.; Eiinmilihe Werke, Yond. 1767, 
12 Abe, Erine. 1767, 5 Bre. Vgl. 
ebensbeichreibung britiicder Dichter 
arbeitet ven H. Döring, Ypy. 1926. 
ab, Schweſter des Tor., geb. 1714: 


(Biere) beziehen. 

Bieter (Opbidium imberbe), f. u. Schlau- 
genfiſch. 

Fierding, Gewicht auf Joland — 40 däniſche 
Pfund; zuweilen aber auch nur zu 10 däniſchen 
funden. 

Fieren (Abfieren, Eeem.), das Nachlaſſen 
eines geipannten ob. firaff ſtebeuden Taues. 
ierfen, Diünze, fo v. m. friert. 

Fieschi (fpr. Fieeki), genuefiiche Familie, welche 
ibren Urſprung im 11. Jabrh. nabm u. tie Graf⸗ 
ſchaft Lavagna befaß. Beſonders bekannt: 1) Bio» 
vanniYuigibe'f., Grafvon Lavagua, ge 
wöõbnlich Ztedcu, geb. 1524 (15251. Kiferrüichtig auf 
tie Dorias, bei. auf Giovanni Doria, Neiien von 
Andrea Doria, fliftete er, nach mebreren miñßlun⸗ 
genen Berjuchen zum Zturz des Staates, eine Ver⸗ 
ſchwörung, um fi zum Oberherrn zu machen. Aut 
1. Januar 1547 bemächtigten fi die Verſchwore⸗ 
neu ter Darfena; F. eilte auf das (Meichrei Der 
Beotsleute berbei u. wollte eine Galeere befleigen, 
alleın er fiel ine Meer u. ertrant. Sein Icd ent» 
mutbigte die Verichworenen; bie Kantilie %. wurde 
verbannt u. ihre Palaſt niekergerilien. F. war ver» 
beirarhet mit Eleonore, Tochter des Lorenzo Cybo 
1. ter Ricciarda Malufpina, Erbin von Maſſa⸗ 


Carara. Schiller benubte bie Nerihirdrung %-3 zu 


jeinem Irauerfpiel: Fiesco. Val. Genua Geſch.). 


- Nicht won diefer Familie war 2) Jofepb or. Jo⸗ 


ath u. ihr: Adventures of David . 


Ie., 1752: The Cry, Lond. 1750, 
legte Fenophons Memorabilien dee 


ſe v. w. Rictfraf, 

riebx. Gottl. Heinrich, geb. 1749 in 
e Medicin in Dresten u. Witlenberg 
afriicher Arzt in Luckau, wo er 1520 
br.: Erinnerungen, Vorichläge u. 
Etaate keifere Wundärzte zu bilden, 


erfuch einer Sekammenverbeiierung, ' 


ker Lie Hanptauche unierer unaliid» 
d. 1798: Die Hauptauelle Der Fehler 


rerziebung, ebt. 17:0; Veriud enter 
Belebrung für das gebildete weiblichhe 


r tie Mutterpflichten ꝛc., ebd. 1799 
gZee.; Archiv ber gerichtlichen Arznei⸗ 
sp, 1522. 
euch, ſonſt Bruch in tem 1. u. 2. Je⸗ 
eije des prenßiſchen Regierungetesirtg 
CE | 
Ecfoniftentorf u. Demäne, im Kreite 
200 Ew. 
enflußj ver Rhone; entipringt in Sa⸗ 
erge Chervin bei Tbönee, nimmt ben 
anccniere u. ben Cheran auf u. mün- 


baun Baptifl, geb. 1469 in Mantuag, 
Tichter n. fi. 1539 in feiner Vater⸗ 
: Commentaria ın artem definiti- 
ete., Want. 1515; Coena, de her- 
ibus et «le ea meclicae artis parte. 
ıs ratione consistit, ebb. 1515, 0. 0. 
‚, eine prefaifbe Erzählung aus Dem 
⁊ ſeit 15% ın Deutichland befanıt ıc. 
m Kerlingiichen Sagenkreiſe: fie fin⸗ 
. Hagen Buch ter riebe, 1839. 


jepb Girard, et. auh of. Maria (der Name 
F. ıft wahrſcheinlich ein angenommener), geb. 1790 
in Murato anf Corſica, im Bezirk Vaſtia. Aufangs 
Schäfer, nabm er 1808 Dienſte in einem toecani⸗ 
ſchen Bataillon, kam in die corſiſche Legien in Nea⸗ 
pel, machte mit dieſer den Feldzug 4872 in Rufe 
land mit, trat im April 1813 in neapolitaniſche 
Dienfte, erbielt dort 1514 den Abichieb, kebrte dar⸗ 
auf nach Corfica zurüd, engagirte fich beim Regie 
ment Provincial Corso u. erbielt nach ten 100 
Tagen 1915 feinen Abſchied. Bald darauf trat er 
in Bas Korps tes Generals Franceschetti ein, wel 

ches Durat wieder zum Throne von Neapel verbel« 
fen jellite. Teswegen gefangen u. zum Tode ner» 
urtbeilt, aber ala iranzofiicher Untertban begnadigt, 
lebrte er nach Corſica zurück, wo er Ente 1315 
wegen Tictftable ins Geiängnift kam; 1826 ent» 
laſien, arbeitete er bis IS U in den Tuch⸗ u. Decken⸗ 


‚ faorılen zn vedeve, Vierne, Yyon u. Clermont, ging 


danu nach Paris u. wurde auf fein Anſuchen ber 


‚3. Vereranen-Intereffizier-Eompagnie einverleibt. 


Bis 1754 troden aelegt. Au ibın _ 


Später erhielt er eine untergeorenete Staatdauſtel⸗ 
hung u. leble in wilder Ehe mit einer rau, Laſſave, 


die er im Suchtbaus fennen gelernt butte, ſeit Cude 


1334 aber mit deren 15jäbriger Tochter. Seit 
1534 verlor er feine Auftelung, wurde gcbeimer 
Peltzeiagent u. bekleidete zuicht eine Stelle in einer 


: Mapierfabril. Zein abenteuerliher Sinn lien ihn 


auf die Idee verfallen, fich Dur Ermordung des 
Königs einen Namen zu verſchaffen. Gr verband 
ſich zu bein Ente mit Pierre Morev, einen Zattler, 
u. Theodor Florentin Pepin, einem Krämer; viele 
mictbeten für ( ein Zimmer auf ben Boulevard 
du Temple, wo F. eine Höllenmaſchine aus 22 
Gewebrlanuien beftebend, anfertigte. Ten 28. Juli 
1835, wo vouis Philipp, um Die Nationalgarde zu 
muftern, auf dem Boulevard du Temple vorbeis 


| riet, wurde das Nitentat ausgeführt. Mehrere Per» 


270 
fonen (Nationalgarden, Offiziere, Weiber u. Kinder 
ber Zufchauer) murben rend getroffen, Darunter 
ver Marihall Mortier, der König felbft aber nur 
an ber Stirn faſt unnterflich geftreiit. F., felbft 
durch 5—6 ſpringende Gewehre ber Höllenmaſchine 
verletzt, wurde jogleich verhaftet u. am 16. Febr. 
1536 mit feinen Mitverſchworenen hingerichtet. 

ießeo, ſ. Fieschi 1). 

ieföle, Stadt im toscanifhen Compartimento 
Florenz; bat Bifchof, Seminar, Kathebrale, Kapu⸗ 
inertiofter; 2800 Em. — %. war das Fälnlä der 

Iten; von bier holten bie Römer gewöhnlich ihre 
Augurn; Catilina hatte bier feinen Hauptwaffen⸗ 
platz; von Attilia zerfiört, wurbe es wieder aufge- 
baut, aber wieder zerfiört 1010 von den Floren- 
tinern; noch weitläuftige Ruinen ber alten Stabt. 

Fieſole, 1) Giovanni Angelico da %., |. 
Angelico. 2) Andrea dba $., fo v. w. Ferrucci. 
3) Mino di Giovanni da %., geb. 1400 in 
— Bildhauer; erlernte die Kunſt bei Des. ba 

ettignano in Klorenz u. war abwechlelnd bier u. 
in Rom tiluftferifch thätig; er fl. 1486 in Florenz. 
Seine Arbeiten zeichnen fich durch Sauberkeit u. 
Weichheit in ber Ausfilbrung ans, doch hat er auch 
manches banbmwerfemäßig gefertigt u. war zu ma⸗ 
nierirten Überladungen geneigt. Werke ın ber 
Kirche ter Badia in Florenz das Monument Hır- 
908 von Andenburg, bie Madonna zwiſchen zwei 
Heiligen (Altarfculptur), im Dome zu Fiefole 
Grabmal bes Biſchofe Leonarto Salutati. 4) Sil⸗ 
vio Coſini da F., geb. 1502, Schüler bes Fer⸗ 
rırcci in ber Bildhauerkunſt, unterftütste Michel 
Angelo bei ber Ausführung mehrerer Arbeiten in 
Florenz, namentlich Der Grabmäler von Lorenzo u. 
Giulio ti Metici. 1528 fertigte er den Altar bes 
Domes in Pifa u. war fräter in Genua flr bie 
Prinzen Doria befhäftigt. Zuletzt lebte er in Mai- 
land, two feine Arbeiten namentlih im Ornamen⸗ 
tenfache große Anerkennung fanden; er ſtarb da⸗ 
felbft 1547. 

Fieſtel, Dorf im Kreife Lübbecke bes preußifchen 
Regierungebezirte Minden; Schwefel» u. Eijen- 
ſchlackenbader. 

eudo, ſo v. w. Feudo. 

oͤvoe (ſpr. Fiehweh), Joſephe, geb. 1767 in Pa⸗ 
ris; urſprünglich Buchdrucker, widmete fich ſchrift⸗ 
ſtelleriſchen Arbeiten u. war ſchon als junger Mann 
eifrig bemüht, für ein Original zu gelten. Anfangs 
der Revolution ergeben, war er einer der erſten, 
welche am 9. Thermidor die Sectionen zum Schutze 
bes Convents gegen Robeepierre aufboten. Seit- 
dem fpielte er ben Ropaliften, wurde als folcher 
verbannt, kehrte aber 1800, wo er ein Schriftchen 
zu Gunften ber Napoleoniichen Beftrebungen ver- 
öffentlichte, nach Paris zurüd, wurde vom erften 
Conſul 1502 mit einer biplomatifchen Sentung 
nach London betraut u. trat in ben Staatsdienſt ein. 
Er murte bann Director bes Journal d’Empire 
u. kaiſerlicher Ceuſor u. erhielt 1810 eine geheime 
Viiften nah Hamburg. Nach ter Neflauratien 
ging er mit Oftentation zu den Royaliften über u. 
ſchloß ſich der äußerftien Rechten an. Als er inte 
einfab, daß man fich feiner nur als Parteimerlzeug 
betiente, trat er 1823 ohne Weiteres zur Oppofi- 
tion über, wurde Mitarbeiter bes Journal des 
debats u. bes National u. ft. 1539. Als Jour⸗ 
naliſt zeichnete er fih burd feinen Sarkasmus u. 
feine Bonmots au. Er ſchr. bie Romane: La dor 


‚Sieben bis Fifen 


de Suzette, Bar. 1791; Frederic 
Le divorce, ebd. 1805; Six nourvell 
u. a.; ferner Lettres sur l’Angle! 
flexions sur la philosophie du X 
ebd. 1802; Des opinions et des ii 
Jant la revolution, eb 18155 Corı 
politique et administrative, ebd 
15 Thle.; Nouvelle corresp. polit. 
ebd. 1828; Causes et consdquence 
ments du moi de Juillet 1830, eb. 
resp. et relations de J. Fi@vde aı 
parte de 1802 a 1813, ebd. 1837. 

Fife —J — Grafichaft im für‘ 
land, 22,35 OM.; grenzt an bie Rı 
Grafichafter Perth, Clackmannan n. 
NW. gebirgig (bie Lomoub- Hille m 
Lomond 1721 Fuß u. Cafl-Tomond 13 
im SO. flad u. fruchtbar; Flüſſe: € 
res Thal, Howſof Fife genannt), 
ſämmtlich in Die Nordfee mündend; 
Boten im Allgemeinen fehr fruchtbar 
baut; Producte: Weizen, Gerfte, H 
Kartoffeln, Bohnen; beträchtliche Rint 
Sifeſhire⸗Nace ift berühmt), Schafe, Pfr 
Kaninchen; ſtarle Fiſcherei; Steinle 
Blei, Kupfer, Zink, Marmor, einige E 
mentlih Karneole u. Achate am Zap 
Duftrie in Leiten (Damaſt), Tuch, G 
fiebereien, Qierbrauereien, Schiffebau 
Kohlen u, Leinwand; 1851: 153,01 
Graffchaft enthält 61 Kirchfpiele, 13107 

een, 1 Univerſität (St. Andreme' 

titglieber ins Parlament; Haupiſta 

ife am Eben; bie wichtigfte u. voll 
ift Dunfernline. 

Fife (ipr. Feif), Grafen von 8 
Familie, gegründet von Mackuff, 
neth II. von Schottland zum Lohr | 
gegen die Pilten zum Than von Fifi 
bob. Dierfmürbig: 1) Machbuff, & 
von Shalfpeare verherrlicht, wurde v 
mäßigen König Lonmore, den er geg 
pator Dacherb vertheidigte, zum Gi 
(um 1061). Diefen Titel, melcher 
Jahrh. nicht getragen wurde, nahm 
auf 2) William Duff de Broc 
mit Eifer der Nebellion von 1745 ent 
1763. Sen Sohn 3) James m 
Aderbau u. opponirte dem Miniſter 
mes, Grafvon., Bicomte Ma 
des Bor., geb. 1776, wohnte dem Co 
ea wiewohl ohne officiellen Auftra 
einem Water 1811 in Titel u. Würkt 
Intereffe Englands in Berlin u. I 
Spanien gegen bie Franzoſen tbätig, 
bet Ocaña, Talavera u. dem Anori 
garda aus, wurde dafür von ben Co 
neralmajor u. Lorblieutenant von X 
nannt u. erbieft 1527 Die Beersmürbe 
Titel ift fein Netje 5) James Duff 
jeit 1846 vermählt mit Agnes Georgi 


Hay. 

Fifen, Provinz auf der zum Japaı 
gebörigen Inſel Kiu-ſiu; gebirgig, mel 
(Unfen cd. Unga, in befien Krater 
Ehriften geftürzt wurden, tie ihren ( 
abſchwören wellten), Campher⸗ u. | 
Seidenzucht; Hauptſtadt: Sanga. 


Tife Need bie Figur 


Gap ber Iftipige ber fchottifchen 
bat gefährliche Klippen. 
rt te, Hafen an ter fürmeftichen 
ca, im ED. von Sartene. 
tifche Perſon, weiche Beaumarkhais 
übne bradte u. in Le barbier de 
nariage (de Figaro, vielleicht nach 
Novelle, wahrſcheinlicher aber nach 
ig, dramatiſch behandelte. Sie er- 
- großen Beifall u. wurde in vielen 
m Barkier ven Sevilla von Reffini, 
es 5. von Mozart bebantelt. Eeit- 
: fpanifche Varbier, als Topus ber 
der Inmigue u. Gemanbtbeit. 
wgebirg ter MAKuüſte Sardiniene, 
ꝛe Golie von Terranova. 
‚a, fe v. w. à la pyramide, f u. 


.Fiſchach, 1) Arrondiſſement im 
Ppartement Let; 331 OM., 90,000 
men: 2) Hauptflabt Darin, fonft feft, 
# 2 riedensgerichte, Aaummollen- 
Handel mıt Vieb, Wein ıı. Getreide; 
. verdankt ihre Entſtehung einer 
m: 1301 tauſchte König Philipp ber 
m Abt tie Gerichtöbarfeit über tie 
seem tie Abtei um bie Mitte tes 
arifirt werten war, wurde F. 156 
stten belagert u. 1576 von denſelben 
1622 durch ten Gouverneur Eully 
en; damals wurden bie Feſtunge⸗ 
F. iſt Die Vaterſtadt Champolliens. 
tengeſch.), fo v. w. Kindeln. 
lat.), befeftigen. 
Latreille Schlupfweſpengattung der 
od. Pteromalına, Fühlbẽrner lör⸗ 
ſich verdickend, beim Weibchen 13-, 
14glieterig, Ginterleib gujammen- 
g eldımiz Art: F. scutellaris, 
artıfleden am Arno in der todcani⸗ 
‚orenz, Lateiniſche Schule, Türierei, 
Gerreite-, Wein⸗ u. Xibau; 


Iat.), Erdichtetes. 
Bat an ber Nortfüfte von Jamaica ; 
Iſtküſte ber Inſel Zt. Chrifteph. 
;x. Figeira), Yuiz, geb. zu Ente bes 
lmobovar in Portugal, trat in den 
r ging 1606 ale Milficnär nad 
: in Bernambuco Torficher des Ie- 
I wurte u. an ber Spitze ber portu⸗ 
nen am Marañon ftant. Er febrte 
igal zuräd, um neue Miffienäre zu 
er auf ter Rüdreife nach Braſilien 
es Marañon 1613 von ten Wilken 
Srieb: Arte de grammatica da 
8%, Liſſab. 1687. 

Foj (fpr. Figeira d. F.), Stadt 
g Les Mendego im Bezirk Coimbra 
m Prorinz Beira; hat einen fichern, 
iglichen Hafen, Handel mit Baumẽöl, 
c.; 6500 Em. 

Quillem, ein Zroubateur, geb. in 
zur Zeit des Kreuzzugs gegen bie 


8 Binhos, Martıfleten am Aifo, 
ır ter portugieſiſchen Brevinz Eftre- 
au; 2500 Ew. 


— — — 


ließ König Ferdinand IV. hei F. in ter 
18. Jahrb. eben; biefelbe wurte 27. Ror. 1194 


273 


Biqutras, Stabt In ber ſpaniſchen Provin Ge» 
rona, fabricirt Papier u. Leder; in ter Nähe wird 
ſchwarzer Marmer u. Gifen gegraben; 7400 Ew. 
Dabei tie flarfe Feſtung Caſtelle te S. Fer⸗ 
nande. — Die Feſtung Caſtello de S. Bernante 

itte bes 


von den Aranzofen genommen; 14. Juli 1795 Nie⸗ 
terlage ter Franzoſen durch Die Spimier bei %., 
1509 erhielten die Franzeſen bie Feſtung durch 
Bertrag u. behaupteten fie bie zum Frieden. Am 
11. Jan. 1644 capitulirte fie an tie Truppen ter 
Regierung. Weftlih von F. liegt bie kleine Feſte 
la Muga. 

Figuerda, 1) Francieco te F. geb. um 
15409 zu Alcala De Senaree in Epanıen, ftnbirte 
daſelbſt, murbe aber dann Soldat u. machte Die Kriege 


j in Italien mit, ging 1579 mit dem Herzog Den 





— — — 


Carlos te Aragon ale Geſellſchafter nach Flandern, 
kehrte fpäter in feine Vaterftadt zurüd n. ft. daſelbſt 
um 1620. Seine Gebichte, in denen er zuerft ita- 
lieniſchen Geichmad in bie ipaniiche Poefte brachte, 
gab heraus Ton Luis Tribaldos de Tolete, Yif- 
taben 1625, wieder abgedruckt in Ramon Fernan⸗ 
te Sammlung, Madr. 1755 u. 1804. 2) Cri⸗ 
ſtoval Suarez be F., geb. zu Ente des 16. 
Zahrb., jchrieb ten Zchäterroman La constante 
Amarılis, al. 1644, 3. Aufl., Matr. 1791; fer- 
ner Hechos del marques D. (sarcia Hurtado 
de Mendoza 1613, überießte auch Guarinis 
Pastor fido, 1602, 2. Auft. 1609. 

EAN Goldfalz, ſ. u. Gold. 

igulus, Publius Nigidius, war 64 v. Chr. 

unter Ciceros Conſulate zur Entdeckung ber Cati- 
linarifben Verſchwörung bebitttlich, wurde 58 v. 
Chr. Präter n. nahm im Bürgerkriege Die Partei 
des Pompejus, mweehalb ihm nachher Cäſar bie 
Rückkebr aus dem Exil verweigerte, er ſtarb 45. 
Seine Gelebrſamkeit eritredte ſich ſaſt auf alle Ge⸗ 
biete dee Wiſſens; bei. batte er eine große Vorliebe 
zum Myſtiſchen u. Spitzfindigen; Cicero nennt ihn 
ten Rieterberfteller ber Putbagereiihen Bhitejephie. 
Er ſchr.: Commmentarii grammatici, de extis, 
de augurio privato, de diis, de sphaera et 
barbarıco, de anımalibus, de hominum na- 
turalibus. Fragmente feiner Schriften in Rutger- 
fing Variae lectt. Ngl. M. Herb De P. Nig. 
Figuli studiis atque operibus, Xerl. 1845. 

gülus (T öpfern ogel), Gattung ber Zing- 
tägel aus ber Familie ber Myotheridae, mit fur» 
zer knorpeliger Zunge, 10 Schwungfedern in ben 
abgerundeten Ztilgeln, die vierte bis fünfte die längſte; 
Weißlehliger Töpfervogel (Schwarze 
bäcker, F. albogularia, iſt zimmtbraun mit weiß⸗ 
licher Keble, 5 Zoll lang, in Braſilien; bant auf 
Alumen in ber Räbe der Därier ein bebedtes, bad- 
efenartiges Neſt vor Erde. 

Figur (v. at. Figura), 1) (Matb.), jeber fslä- 
chenraum, der zwiſchen graben cd. krummen Linien 
enthalten u. durch dieſelbe begrenzt iſt; je nachdem 
bie Grenzen gerade ed. drumme Linien ſind, unter⸗ 
ſcheidet man geradlinige u. krummlinige 
Fen; beſtehen bie Grenzen aus beiden Arten von 
Yinien, fo heißt die F. gemiſcht. Die geraden Li 
nien heißen, inſefern fie die Greuzen einer F. bilden, 
Seiten. Es ſind wenigſtens 3 Seiten nöthig, um 
eine geradlinige F. zu dilden, eine ſolche heißt ein 
Dreied. Dan unterjcheibet nun meiter sach ber 


7 * 


Anzahl ber Seiten vierſeitige Sen od. Vierecke, 
fünffeitige od. Fünfecke 20.; Vielede (Polygone) 
od. vieljeitige ren find folche, melche mebr als 
4 Seiten haben. Nah dem Verhältniß der Seiten 
unterſcheidet man ingrablinigen Fen gleichfeitige 
u. ungleichfeitige, nach ber Gleichheit od. Un⸗ 
gleichheit ber Winkel regelmäßige od. unregel- 
mäßige; im einer regelmäßigen od. regulären F. 
müffen alle Seiten u. Wintel gleich fein. Jede gerad 
linige F. kann durch Diagonalen in fo viel Theile 
zerlegt werben, als die F. Seiten hat, weniger zwei. 
Dies gibt ein leichtes Mittel ab, Ten zu meſſen. 
Schon eine frumme Linie reiht hin, eine krumm⸗ 
Iinige F. zu bilden, wie man dies beim Kreife u. 
ter Ellipje ſieht. In der analytiſchen Geometrie 
kommen noch andere Arten rummliniger $-en vor, 
bie beiben genannten find jeboch bie wichtigften; 
2) jede Zeichnung, welche zum Berfiändniß eines 
mathematischen Beweiſes od. einer Auflöfung beige- 
fügt wird; 8) Darftellung ber menfchlichen Ge⸗ 
Bu 4) (Kartenfp.), fo v. w. Bild 6); 5) (Schachſp.), 
o v. w. Stein ob. aud Offizier; 6) (Her.), was 
fih inn Wappen findet, außer der Tinctur in ben 
Sectionen. Die Fen find entweder Ehrenftüde od. 
gemeine Figuren (f. b.); 7) Zeichnung, wie in ei- 
nem vorgejchriebenen gefedigen Zanze fih Tanz⸗ 
paare um andere bewegen follen. 

Figur (lat. Figura, gr. Schema), 1) (2og.), 
bie verjchietenen Geſtalten, welche ein Schluß durch 
die verihiebene Stellung Les Mittelbegrifjs an⸗ 
nimmt, ſ. Schluß; 2) (Gramm. u. Rhet.), Die 
verſchiedene Geftaltung der Ausbrudsform ter 
Nete durch Veränderung des Gewöhnlichen. Man 
unterjeitet: A) Grammatiſche Figuren, u. 
zwar a) wenn einzelne Wörter entweber ungewöhn⸗ 
lich gebrancht werben, mie bei ter Antimeria, Enale 
lage, Sypallage, Syneſis, Antiptefis; od. ungewöhn⸗ 
lich geſtellt werden, wie bei ter Auaſtrophe, Tmeſis, 
Hyſteron Proteron, Pareutheſis, Synchyſis u. dem 
Anakoluihen; b) wenn ganze Gedanken wegen grö⸗ 
Berer Anſchaulichkeit verändert od. beſonders ange⸗ 
ordnet werden, wie bei dem Pleonasmus, der Ellipſe, 
Syllepſis, Figura azu xonoc, dem Synezeug⸗ 
menon, Zeugma, Hendiadys, Hyphen. In uneigent- 
lichem Sinne reden Die alten Grammatiker auch von 
etymologiſchen Figurenu. verjichen Darunter 
bie einzelnen Abweichungen, welche in einem Worte 


Figur bis Figurirt 


ändert wirb, doch fo, baß ber Sr 


ven ter gemöbnlichen Form vorkemmen, wie went | 


Buchſtaben u. Svlden am Anfang, in Der Mitte, 
am Eude binzutreten, wie bei ter Prosiheſis, Epen⸗ 
theſid, Paragoge, Ziplaflasmua; cd. wegfallen, wie 
bei der Apbaͤreſio, Syukoepe, Apokope, Synäreſis; 
ed. verändert werden, wie bei der Diäreſis, Anti: 


tbejid, Metatbeſie i. d. a); B) Rbeterifche F., 


im algemeimen Sinne künſtliche Wendung u. 


nderung Bea natürlichen Ausdrudet, um der 


Mere nicht nur Die erforderlihe Deutlichkeit für 


den Verſtand, jendern auch Anſchaulichkeit für Die - 


Vbantafic a. Lebbaitigleit für dad Gejübl zu ver⸗ 


leihen (val. Bildlicher Ausdruck). Solche een 


find: a» wenn Wörter u. Redensarten mie ! 


anderen vertauicht werden, welbe zu dieſen in 


einer natürlichen u. Leicht zu enideckenden Ver⸗ 


wandtichaft Neben; cin ſeiches umtergefteltes Wert 
beißt ein Tropus. Davon nuterichtidet ſich die 


F. im engeren Sinne jo, Daß bei dieier entweder 
dem Subiectebegriffe ein verſiunlichendes Prädicat 
beta: od. tie ganze Rylifiiche Umgebung ver⸗ 


| 


in der eigentlichen Bedeutung fleben 
gegen bein Tropus ber eigentlide Si 
in einen uneigentlichen verändert wi 
onymia, Hypallage, Syneldoche, Hu) 
fion, Metapher, Prosopopöie, Antith 
Eupbemismus, Frage, Ausruf, Ironit 
derung ter Sätze: aa) durch Ermeii 
Rebetition, Barapbrafis, Pleonasmus 
Erpofition, Dejcription, Diftribution, 
fation, Amplificätien, Epitbeton, Bei 
niß, Gegenſatz; bb) burhd Verkürz: 
lipfis, Krafis, Apofiopefis, cc) bur 
tigung, bei Antitbefe, Wortipiel, 9 
Paraboron, Sentenz; Od Beränderu 
li) der Orbuung, bei Inverfion, Grat. 
pfis, Präterition, Suſpenſion, Correct 
fion; od. bes Zufammenbanges ot. 
Tolge, bei Aſyndeton u. Bolyiyubeten 
verbältniffes der Glieder, 3. B. bei Paı 

Figur (Muf.), 1) überhaupt irgend 
von Tönen, bie ſich um einen Ton beri 
einem Tone zum andern geitaltet; ! 
a) bie feftgeftellten, vhythbmifchen$ 
Sertole, Septimole, Synlcpe, stacca 
b) die melodiſchen $>en: ber Bor 
pelſchlag, Zriller ıc.; ©) bie har 

⸗en: Die Arpeggien; d) bie rh 

sen: crescendo, decrescendo, &ı 
Parentheſe. Da bie Fran an ihrer Er 
Gere Mannigfaltigleit u. Beweglichl 
Aufihwung u. Hervorhebung ber — 
bewirken u. ausdrücken können u. folle 
3) F. (figurirt) auch fo v. w. Au 
funftvolle Verzierungen (Läufer, Ro 
laten), u. wird dem Einfachen, Ungeli 
gegeugeſetzt. 

Figurabel (v. lat), geſtaltbar, bil 
Figurabilität, Bildſamkeit, Die Eigenſo 
per, eine Geſtalt anzunehmen. 

Figuralgeſang (Figurirte uf 
figuratus, Canto figurato 
mehrſtimmige Geſang überhaupt, gle 
Stimmen gegen einander Noten ver 
ungleicher Geltung baben, od. ob fie cı 
gearbeitet find, im Gegenfate zu be 
planus, welder blos Melodie cbni 
Kinleitung war; 2) fo v. mw. Eunfte 
Geſang, entgegengeſetzt Dem eiufad 
j. Figur 3; Figuraimuftt, Siguralgef; 
Inbegriff Der Inſtrumente. 

Figuranten, 1) im Ballet Perfer 
Soles, ſondern nur truppreeiie ta 
Ausfülung ter Zwiichenräume befle 
2) überbaupt auf der Bühne Rumme ' 

Figuration ıv. fat), Belebung ei 
ner Piuitftiite Durch Figuren. 

Figurativ (ve. lat.), bildlich, vorbi 

igurband, Bend mit bunten Bil 

wigurine v. lat’, 1) Meine gefchn 

ch. gegofene Figur; 2) Heine Nebenfi 
ſchaften. 

Figuriren (v. lat.). 1) geſtalten, 
Auijeren mechen, eine Relle ſvielen. 

Figurirt, verſchönt, verziert, ſ. Fi, 
Aigurirte Varmenit, Mufit mit mel 
gebenten ed. Nebenftguren. 


Figurkete Zahlen bis Filangieri 


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3 Buriiche 
aan fie her act Hafen * 
wie Schrift, Zahlen.ıc., 
— aus Bilbiichem 
Bere 5. Biguirte ve 
Bi 





der 
Lyxceum zu Cul ‚, 1803 ⸗ 
3 —* u. ne 
aa var argument 












ber 


u. 5* 
— Riem 
Be Ge En er 
vm be er 


. 18075 Bei- 
baierifchen 
Orieni Name tes 





| erra en), Er wi 
Yesoinz Himeris; werbintet bie Us 
—— — 


Ew. 
), in Frankreich 


patiem u. Segeln, hinten 
Wire feie in 2lc.66 ale “ 
efei= Besilen. 4 Bull. 


l ‚ber p Zwirn⸗ 
mũhl a —— Salbe wel 
nachher, mit einem a nigt, doppelt 


—— (. Town, & traut), M 


ilzk 
* aus ber y der Compositae- 
cionideae-Gnap — "Helichrinene, 19. A. 
2. Ordu. L.; Arten: F.germanica, ſparnen⸗ 
land , weißfilsi g, Blüthen in achſel⸗ u. enbftänbigen 
Knäueln, auf trodenen —* n. Adern, fenft ge⸗ 
gen Durchfall gebraucht; F. arvensis, mit 
rechtem, rifpenförmigem Stängel, ee 
Blättern, Bluthen gedrängt am Ende, ſchuhhöch, 
ganz wei mein — — F. montans, 
fandigen 
la gramm (> lat. * 2); Dfe». w. Si 
Zeichen im Papier 
Felt, * —* am des im Suftenat 
Marolko (Arie) wohnenben Berbervolles ber Inm⸗ 
jraben; nach ihn hat ber Diftrict Tafllelt feinen 


Filamentum (Tfat.), 1) ——— 
Stanbbentelträger, Bot.), der untere, faben- 
förmi ie ob. verbreiterte Theil, welcher ben Staub⸗ 
beutel trägt; baber Pilamentenne ( larls), Rau» 
fadenförmtg, fabenförmig o b. fähig, d. 5. einen Fa⸗ 
ben barfiellend ob. aus freien Fären beſtehend; 2) 
(Anat.), Fibern, fo Filamenium nervorum, ine 


File jweige 
— * (ſpr. Filandſcheri), 1) Saectane, 
— be et Fälar Araniello, geb. 1752 in 
Neapel, war Antanye Soldat, bann Furiſt u. Ber⸗ 
theidiger zeitgemäßer Reformen; er wurde 1787 
zum neapolitaniichen Finanzrath ernannt ı. war im 
biefem Poften offener Gegner Actons; er ſt. 1788 
u. f(hr.: La scıonza della — * 
1781—1808, 8 Bde. (faft in alle Spr 
deutſch von Lint, Aneb. 1784—93, 8 — 
wieder von B. EConſiant, Baris 1822, % Be. 
Bol. 3. Tommaſl's Gedächtnißſchrift auf F., aus 
bem Italieniſchen von F. Münter, Ansb. 1790. 2) 
Carlo F, Oexrzog von Taormina, geb. 1784 
Cava (im Königreich Neapel, kam ge 
tanfreich, trat 1803 ale Souslieutenant im bie 
anzöfliche Armee ein, focht unter Dortier im 
Hannsverſchen, 1804 in den Niederlanden, wurde 
1605 Lieutenant u. zeichnete fi namentlich bei 
Aufterlig aus. 1806 ging er nach Reapel z u. 
wurde 1809 Ordonnanzoffizier des —— Sof 
bon Epanien. Wegen eines Duelle wieder 
Neapel zurüdgefchidt, wurbe er 1811 Oberft, 181 
Generalmajor, erbielt 1914 als Adjutant Murats 
Verwendung in biplomatifhen Sendun gr r 
Wien, Barie u. Mailand u. zeichnete ſich 1915 bur 
die Erflärmung, der Brüde Über den Banafo ame, 
tweranf er Senerallieutenant wurde. Nach ber Rüde 
fehr bes Könige Ferdinand wurde %. zum Mitglieb bes 
oberflen Kriegerathes ernannt, bei ber Reorganifa- 
tionder Armee 1922 aber außer Aetivität gelebt. Erſt 
1831 fand er wieder Anſtellung u. ſeitdem mehrfache 
Berwendung bei der Organiſation ber Armee. 1848 
erhielt er das Commando der gegen bie Auffländi- 


ſchen der Infel Sicilien beftimmten Truppen, er 


nahm Meſſina, lieferte im Frübjabr 1949 Ken Hırfe 
ſtändiſchen eine Reibe Gejechte, gewann Katanla n. 
Palermo u. ftellte tie Rube wieder ber. 
König verlieh ihm den Titel eines Dt von 
Taormina. 


18 


—AA Filareti bis Filieaja 


Filareti, Alabemie der F., Alademie in 
Ferrari. | 
Filargnomon, bie neuefle u. befle Art. von 
Gnomonen, bei ber man das Sonnenbitd auf einer 
ſenkrecht ſtehenden Wand auffängt 1, bie burdh bie 
Mitte ber Kleinen, freisjörmigrir Dffnung gehende 
Mittagsfläche mittels eines Veraßbängenben Fabend 
bezeichnet. Die Einrichtung bes F, ift: Mau befe- 
—* oberhalb eines nach Mittag zu gelegenen Fen⸗ 
v3, ſenkrecht auf bie Meribianebene, eine Def 
fingplatte nahe parallel mit der Weltachſe, bohrt in 
diete Pfatte ein Loch von „5; Zoll Weite u. iäpneibet 
an dem obern Theile dieſes Lochs eine Kerbe ein, 
durch welche ein, oben auf der Platte — 


Metallfaden alsdann durchgelafſen wird. Dieſen Fa⸗ 


ben zieht man im Zimmer, ber Richtung ber Mit⸗ 


tagslinie parallel, nach der gegenüberftebenden Wand 
bin, an welcher eine gegen ben Meribian ſenkrechte 
Schraube angebracht wird, die in einer Kerbe ben 
Metallfaden aufnimmt. Hierauf Iyanıt man ge 
dachten ſenkrecht hängenden Metallfaden durch ein 
verhältuigmäßig ſchweres Gewicht u. bringt ihn 
in bie Mittagslinie. Endlich ftellt man hinter bem 
Faden eine weiße Tafel auf, um das Vorübergehen 
bes Sonnenbildes vor bem ſenkrecht aufgefpannten 
hr beobachten zu lönnen. Die bei jedem F. er- 
orberliche Mittagslinie muß bereits genau beftimint 
u. egogen fein. 
Sliarie, f. Sadenwürmer. , 
larmoniet, Alademie ber %., Alabemie in 
Berona. 
Filati (Buntes, Philati), Stabt im Lima 
Delvino des türkiſchen Ejalets Rumili, nahe bem 
Kanal von Korfu; Citronen-, Ml⸗ u. Tabakbau; 
4000 Ew. = 
Filatorium (v. lat.), Mafchine zum Abwinden 
n. Zwirnen ber Seibe. 
latrien, Zeug aus Floret u. Seide. 
Ider, Gefilbe, welche auf der Höhenfläche, 
oberhalb der Weinfteig bei Stuttgart, von Baihin⸗ 
n bie Neuhauſen hinüber liegen, fich alfo von dem 
KONHfall bes Schönbuche gegen das Nedarthal 


abjenten u. bei. durch den trefflichen Kopflohl (au- ⸗ 


derkraut) berühmt find, den fie hervorbringen. 

Filefield, Gebirg in Norwegen auf ber Grenze 
der beiden Stifte Aggerhung u. Bergen, Theil bes 
Langfielbgebirges. 

Filehne (polnisch Wulen), Stadt an ber Nee 
im Kreiſe Czarnikow bes preußiſchen Regierungs- 
bezirts Bromberg; Tuchmeberein. Spitenfiöppelei, 
Schloß, iſche u. katholiſche Kirche, Syna⸗ 
goge; 3500 Ew., darunter 1200 Juden. 

Filek (Fület, Fil a kova), 1) Bezirk des Krei⸗ 
ſes Neograd im Bermwaltungsgebiete Presburg 
Ungarn); 8) Marktflecken darin, hat Poſtamt, 

rancistanertloſter, Mineralquellen, in der Nähe 
eine Tropffteinhöhle u. baut gutes Obſt, beſ. Apfel; 
1570 Ew. — $. hatte ein ſeſtes Schloß, welches 
die Türlen nad der Dlitte bes 16. Jahrh. eine 
nahmen u. von ba aus bas Laub verwüſteten; 
27. Rovember 1593 wurden hier bie Türken von 
ben Ungarn unter Tiefenbach gefchlagen u. %. 
von Letzieren wieber erobert; 1605 wurbe F. von 
Stephan Bocslai, Fürſten von Siebenbürgen, 1610 
von See A or, — von 8 F ge⸗ 
nommen, von Ragoczy beichoflen, 1682 an 
bie Iufurgenten n. Türten Kbrrgehen; 1683 echielt 


| König Johann Sobiesfi von Polen 
dem Kaijer geleiftete Dienfle, 

Filet (fr., for. Fileb), 1) Gemebe 
wie Die Gage gewirkt, aber mit größe 
2) Gewebe aus Zwirn (Filetgmien), wi 
od. Seide; man knüpft den Faben fo zu 
zwiſchen ben Knoten Mafchen übrig 
Größe ber Maichen hängt von einem rı 
ben Stüd Hol; ab, um welches ber F 
Untnüpfen geihlungen wird. Man br 
letſtricken noch eine Filetnabel, b. b. ein 
Ina: ed, Silberftäbdhen, Ran ka; 

eipalten ift, um den Faden bar 
— * Verzierungen auf den —2 
‚ger; daher Blletenftempel, fo v. w. 
ein ſtreifenförmig ausgeſchnittenes € 
bei. bei ben Nieren bes Hirſches al 
Städ Fleiſch; oberhalb der Nieren fir 
unterhalb Derjelben bie Heinen 5-®, bı 
liches aus ber Lenbe losgelöfes Stil 
(Filet de beeuf), welches, weil es frei 
ift, gern als Braten (Xenbenbraten) o 
Filetto, Narkfleden imDiftrict Ep 

etto,Ma 

litaniſchen er Abruzzo citeriore; 
Filie (lat.), Tochter, wie Filxes, 
her Zilial, 1) im Verhältniß der Kind 
tern; 2) von einem Andern — 


untergeorbnet u. von ihm abhängig; 
(Tochtertirche, Filla ecclesia), 
feinen eigenen Pfarrer hat, ſondern de 
einer andern Kirche (Mutterkirch 
gung übertragen Bi Atale, ein vos 
mãnniſchen Geſchäft abgezmweigtes, au 
Orte befindliche Ctabliſſement (Biltal 
Jaublung, Filialbauf), welchem ein 
führer od. ein Theilhaber des Gef 

Klar Fluß, f. Filijas. 

liation (v. lat.), 1) die rechtm 
mung; daher Siliationdprobe, bie 
Aufftellung jo vieler Ahnen ale 
werben; Biliationstert, die Auffä 
würbige Nachmweifung der elterlichen 
u. ftandesmäßigen Verehelichung jebe 
nentafel aufgeführten n, vgl. 
pflichtung der Kinder gegen ihre 
Gehorſam der Intergebenen gegen die} 
4) (Biliolttas), re weichen 
cilien den latholiſchen Kürften beilege 

Filiba, türtiihes Dorf im Lira € 
fiichen Ejalets Numili, mit den Rui 
Statt Philippi. 

Filiba Bilajeti, jo u. m. Macek 

Filibe, 1) Lima im weſtlichen Th 
ſchen Ejalets Epreneb, zmii de 
Deipotogebirge, von ber oberen Ma 
Nebenflüfien durchflofſen, zen 
(Neid, Obſt, Getreide, Tabat, 

2) eins ber 4 Müdirate, in weiche bai 
if; 2) fo v. w. Philippopel. 

Fi teäja, Vincenzo da F. geb. 
renz, lebte nach beenteten Studien i 
Berhältmifien auf einem Lanbgute, 
auf Sobieslis — Wiens erwe 
Unterftügung von ber Königin Chrifti 
ben u. tem Großherzog von Flore 

Senator u. Gonvermemertefer 
Bolterra, dann in Piſa m..R. 176 


: Mis bie Mille 


0 —— 2 Bbe.; Ben. 1720, 
PH bes Enblicherfchen Syßems, 


n Hã (Sori) infammengefellt 
Me — Indusium) — 
ne, 

‚ fehr bobe Pflanzen; Keim mit 
Wreitung, Borleime (Proembrya). 
eilt Endlicher in folgende Familien: 
a, Hymenophyliese, Gleichenia- 
aceae, Osmundaceae, Marattia- 
»glosseae; dieſe Kamilien 
es ganzen Syflems au. 

IX fo v. w. — — 
Micttes), verfleinerte Farrenkr 
Eheil riefenmäßige) — 
ı, Poly * Adiantum u. a. 
Brongniart getheilt in bie Gattun- 
pteris (Anngenfarrn, Blatt 
u), Neuopteris (Wedel gefie- 
mblich, — ee in Odon- 
np geftebert, then ohne Mit⸗ 
aben Adern), Peeopteris 

h lattabern fächerförmig > 
sris 
Findſch, FusderN), Dorf bei 

bes —— Ka * 
Eanerbrunnen, welche wit Erfolg 
braucht werten; 210 a 
fe, fo v. w. Felicub 

e ſtlaſſe — Barden (f. d.). 

er. 
Ipr. AN 1) Sieben für Drabt- 
et für Orgeln. 

—*8 u bänn wie ein 


Bett (Btiigrem, Siligran), Bold» 

aus feinem Drabt, un in 

Bsp gtterartigen rzierun⸗ 

Kuöpfen, Futteralen, Na⸗ 

ſchloͤſſern n. dgl. gebraucht werben. 

Fluß im Lima Bolt des an 
stabija (Mleinaflen), eutipringt 

N Dagh, fließt erſt nord 9— 

egen orben m. mandet in bas 

; font Billäos; 8) Stadt an ber 


. * Dorf des Landes el Taka 
Oſtſeite des Atbara (Afrika); 


F gg von der Stadi 
iafım am Rothen Meere. 


Dt ein Zeug aus Kammmolle. 
t.), jo v. w. Filiation 4). 
Akademie der %., Mabemie in 


‚näml 
er nee au! Dem 
I 580 30 ben rien D 


* in das —— * 
gt wurde Are darnach 
— ausging. Die griedifche 


Er [.u. Heiliger * 


870 
Hliyendeilgwärmme , Urt ber ibberiäwär- 


mer ([. b.). 
Ule, Urt von F. 
„nt en — 

Filipendülus hei 8 perlſchnur⸗ 
— rzein ob. Wurzel⸗ 
Stellen mu ji Ruollen od. 

Zwiebeln land, ſo daß dieſe wie ander ereihet 
am. 


liyept, Aler., fo v. w. Botticei. 
Iipewöte * Loſadenlecen im zweiten Be⸗ 
n Koſadenlandes, am Den, mit 
760 em. ‚me V 20. Juli ein Sahrmartt Rattfinbet. 
l 1) Baßlano, geb. — u Ferrara 
(eng Site, d. 4. Bitter, genannt, weil er große 
fe mit dem Duabratnebe bed Berliemern 
Mi bildete fi in Rom inter Michel Angelo 
Haupwerk: Das jüngfte Gerit im 
Dom zu errare 8) Domin. Ant., war Lehrer 
ber Italieniſchen Sprache zu Nürnberg u. Wien u. ſt. 
daſelbſt 1817; er fhr.: Italieniſche Sprachlehre, 
Nürnb. 1796, 11. Aufl 1823; Italieniſches Leſe⸗ 
bu ‚er Sallen 1801 1,5. Aufl. 1525; Museo 
Italiano di scelta lettera, Wien 1818, 3 Bbe.; 
Italieniſch⸗ beutfches “ ea  italienifches Wör- 
terbud, ebb. 1817 f., 2 
{lipyine, ſo $. w. Aa (ber Füngere). 
lippo, 1. Fra Filippo Pippi. 
ilippo, alte miatfändifhe Siibermilnge unter 
ber S:pamilchen Herrihaft geprägt, circa Thlx. 
©, Filippo d’Argiro, 1) (Itliher Waprium), 
Bergfleclen am Dittarmo ht ber fieilifhen Provinz 
Catania, auf hohem per. 33 tz bat eegiekige 
Schieefe {gruben ; 7150 &w 1) At en im Diftrict 
@erace ber neapolitanifchen revinz Calabria ulte- 
Dat: II; —— — agn — F.), 
orf im loecan n Siena, mit fchwefeligen 
Duellen von 39° R. Bärme i 
lipponen !ippowaner), ein ans ber 
m durch die Tataren vertrichener, unter Jo⸗ 
feph TI. nach der Untowina eingewanderter Bolts- 
fiamm, dort die Därfer Dragomirna, Yontinaalbe 
1. Rıimsut bemopnenb yon 10 ‚000 Röpfe ſtark; 
ven 


Fil a: "rate im reife Seyny bes 
— Gouvernemente Angnftowo; 800 Ew. 

Filipſtad, Heine Stabt in viftabelän Schwe⸗ 
den), von Karl IX. im Jahre 1611 erbaut an 
1800 Ew., bie mit Stangeneifen handeln; Te 
Jahrmartt im September. In ber Rüde 5 
Hütten u. Eiſenwerke. 

Filiren (v. fr.), 1) ſpinnen; 8) das Einfleden 
eine® Kartenblattes unter Die andern, | neiben; 
baber 8) betrügen; 4) (Muf. I ER Ton fo lange 
halten, als es der Athem erlau 


liſtäta, Gattung der Ta 
Fe (lat. ), Sohn |. d. — *— Petri, Titel, 


vom Bapft einem Yürften ertheilt, ber bem apoſto⸗ 
liſchen Stuhl a brungen wibmet. 
Filius ante  patrem, Pflanze, iſt Colchi- 
cum ——— 
a (F. Geil et Perot), Pflenyengattung 
ante * Gamitie Mimoseae- Acaciese; Urt: F. 
suaveolens. 


Fille (fr., fpr. A Be. F. de — 


a Serra 


276 

ler cute, Tlaw. led; Dorf im Kreife 
Gömdr des — —— Kaſchau (Ungarn), 
Eifenhimmer, Arbeiten in Helz; 580 Ew. 

Filles (fr., Mehrzahl von Fille), Nomen; 
baber F. dienx, f. Gottestöchter; F. ( ) de Ja 
mistricerde, fo v. w. Regulirte Klofterfranen bes 
3. Orbens bes St. Sram, ſ. u. Bußorden 6). 
F. de St. Aure (Orbentw.), }. n. Sta. Aurea. F. 
de la erolx, f. Krenzestöchter. 


Fillmore, Millarb, Sohn eines Karmers im 
Staate New⸗York, geb. 1801, lernte das Tuch⸗ 
macherhandwerk in —— County, wurde 1820 
Schreiber des bortigen Richters Wood u. nach 2 


Jahren Attorney u. etablirte fich zu Buffalo in ber | 


Graffchaft Erie. 1529 zum Abgeorbueten ber Graf- 
ſchaft in das Nepräfentantenbaus von nn 
gewählt, zeichnete er ſich bald jo aus, daß ſeine 


timme tonangebenb war, 1832 fan er zuerft in | 


den Agel u, trat auch bier bald einflußreich auf, 
namentlich in ber Finungeommilfion; 1841 ſchied 
er aus bem Congreß; 1849 wurde er zum Biceprä- 
fidenten der Vereinigten Staaten Norbamerilas ge» 
wählt. Als ber Präfident Taylor im Juli 1850 
ſtarb, trat F. im bie Präfidentichaft ber Vereinigten 
Staaten ein u. führte bas Regiment bis zum März 
1853, f. u. Norbamerilaniiche Freiftaaten. 


Fillmore, Sraffchaft im Gebiete (Territory) 


DMinnefota Korbamerita), an ben Staat Jowagren- 


end, ungefähr 75 OM.; e: Mii iver 
(Genf gegen NO. de — * 
iola⸗River (Grenzfluß NW.), Root-River; 
Boden bügelig u. fruchibar Frobncte: Mais, Hafer, 
Rartoffeln. Nach rd Sullmore (f. b.) genannt; 
Einwo ergeht noch nicht im Cenſus von 1850; 
Hauptort: Minnelota-Eity. | 

Fillmore Eity, Hauptort ber Millarb u. des 
gefammten Gebiete® (Territory) Utah (Nordame⸗ 
rila) am Nuquin, einem Zweig bes Nicollet-River. 

Filoche de ſpr. Filoſch), Gewebe aus Seide 
ob. Leinen; daher Silochirt t. 

Filoli, eine aus 8 Inſeln beſtehende Gruppe 
des Santa⸗Cruz⸗Archipels (ſübweſtliches Polyne⸗ 
ſien) von Malayen bewohnt. 

ta. Filonẽna (Philomena), Jungfrau u. 
Märtyrin unter Diocletian, wurde 1831 heilig ge⸗ 
{pr u. ihre Reliquien im Dorfe Mugnand bei 

ino auf Sicilien verehrt, Vgl. Kurze Nachricht 
von St. F. Freib. 1834, 

ilojelle, Flocſeibe. 

iloti, Stabt, jo v. w, Filati. 

ilottt (itaf.), geoße Korallen Nr. 1—6. 

Filon (ir, Ipr. Filub), Spigbube, Schelm; 
baber #ttouterie, Spitbüberei. 

ilpyen (Orgelb.), von Pfeifen, ſich überblafen. 

ld, Fuß in Württemberg, entfpringt bei 
Wielenfteig im Donanfreije, bilbet das angenehme 
Fusthai u. MHllt bei Plodhingen in den Neckar; 2) 
jonft Janbooigtei, mit ber Hauptſtadt Göppingen. 
ils, Münze, jo v. w. Fels. 

Filfand Injel ber Oftjee weſlich bei Oſel, zu 
Tivlanb gehörig; vom Fiſchern beisohnt u. angeb- 
lich nie von einer auſtedenden Krankheit heimgejucht. 

filtriren (Filtratie), Durdgieen einer, un⸗ 
aufgelöfte Theile in — ob. gröberer Geſialt in 


* ——— —X* — — ec 
Slüifigteit zu tzenmen. m. die ðluſſtateit vaſlig ar 


“el 





Filler bit Filttiren 


darzußellen. Um dies auszuführen, Er 
a) das Siltrirbret, eine Platte vom Hol; 
gut, mit einer runden Offnung im’ ber 
Einfetsen des Filtrums, welches auf | 
efäh gelegt wirb; b) das Fürtrum jelbft, 
tüffigfeit gegoffen wirb, meift aus « 
trihterförmig zufammengebrochenen, 
Papier (Kilteirpapier), auch aus Leinwe 
Tuch (Filteirtach) gefertigten Epibbeute 
Filtrirbüite, Filtrirhut) beflebend. # 
Zwede bedient man fih zum F. ausſi 
ungeleimten Papiers; bei analvtijchen 
das Schwedbiſche eg rege 


u. 
Schweden gemacht wirb u. beim Berl 


wafler, wel RR irten WVafler 


faft gleichlommt. Bortheilhaft ift es, 
papier — laſſen, weil es dab 
u. von den Flüffigleiten leichter durchor 
Starte Säuren, welche biefe Filtra 

filtriet man durch geſtoßenes sine, 
fein; es wirb durch einen tridhterför 
(Sutrirkorb) ob. Stitrirtriihter (von Gla 


fiern wi 
ben. Auch zur Rei bes Waflers ı 
ger das Seewaſſer) trinkbar zu mache 
ei. unter Benutzung von Kohlenpulve 
maffe, von großem Nuten; hierzu bier 
trirmaſchinen nach verſchiedenen Au 
Engliſche Filtrirmaſchine iſt ei 
oben von nur roth gebranntem, m 
gefertigt ift, wodurch das MWafler | 
gereinigt in einem anbern barımtı 
Gefäße jammelt. Eine ſolche Filtri 
auch ber fogenannte Ylltrichrumnen. 
— um Durchſeihen trüben, ü 
den afers zu häuslichem Gebr: 
tpeilt ein Faß burch parallele Sche 
brei Abtheilungen; in bie oberfte git 
zu filtrirende Waſſer, bie zweite en 
Thierlohle zwiſchen 2 Saubfchichten, 
Wollenzeug eingelöhlagen. ie unterfl 
nunmt das filtrirte Waſſer auf u. 
obern Theile mit Offnungen verjehen, 
Luft einziebt, während das Waſſer a 
lern Astelung aufeine am untern Be 
Scheibe auffällt, damit das Waſſer bie 
Quft wieder aufnimmt. Gin an ber Sei 
Abtheilung — Hahn dient 
bes Waſſers. Sollen Flüſſigkeiten hei 
ben, 3. B. alloholiſche Loſungen, au 
ihon bei gelinder Abkühlung bie bi 
Subftanzen ausſcheiden, fo bebient n 
une “ — Plantamour vorgefd 
parates, w aus einem boppelran! 
nen Trichter beſteht; er kann mit Waſſ 


BEE 


Filtrirftein 
parat wird ber Gfastrichter mit 
t. 


eh 
Itrtzfandftein), Sanbflein neuerer 
mer jo loder = ufammenbängen, 
f geichüttete Wafier mehr ob. 
durchlafſen. Yundort: an ben 
», anf ben Sanariihen Inſeln, 
wird an einigen Orten zu Ge⸗ 
ur Reinigung des fchlechten 
t. 
Gaben. 
ren in eimanber gefchlungene 
bünme Körper; 2) folder Stoff 
ſ. Rolle durch Filzen, woraus 
en, Stiefeln, Schuhe, Strümpfe, 
um (inlegen in die ledernen 
Kleider gemacht werben, welche 
ymügen ıc. beißen. Einen ve⸗ 
. verfertigt Albert aus bisher 
m Zwecke angemwenbeten Pflan« 
tbaaren, Flaum⸗ u. Blüthen⸗ 
1, Kätzchen u. Abren von Arundo, 
Griopberum. Die einen lönnen 
thieriſchen Stoffen, die anderen 
j. vermentet werben. 4) (Hüt⸗ 
Hamm; baber der Herb, auf 
mn wird, Suzberd; 5) (Bot.), fo 


id auf tem Böhmerwalbgebirge. 
Haare einer Fache jo in einan- 

8 fie jet zufammenhalten. Dies 
Ipfernen Platte (Bilzplatte), un⸗ 
enfeuer unterbalten wird. Zuerſt 
latte ein angefeuchtetes, leinenes 
dieſes Die Sache, widelt u. legt 
enen Richtungen zufammen u. 
zit ber Hand darauf. Hierdurch, 
Austünftung bes Filztuches m. 
er Platte jchlingen fih die Haare 
men, melde Berbintung ipäter 
im warmen Waſſer tes Wall- 
cd. Weil nah tem Zuſammen⸗ 
von 2 Baden dieſelben umge 
legt man ein Eriid Papier, ven 
n; tiefer verbintert, baß Die 
leben, u. wird hernach wieder 
2) auch von anderen Haaren, 
1enmwirren; 3) vom Tuche, wenn 
ljãäden fich bein Walten gehörig 
mideln; 4) einen Bewurf mit 
iben. 

mit feinen, bicht in einander 
en Haaren Überzogen. 
‘ 0. 
Art Laus (f. d.) mit fehr Meinem 
furzem breiten Hinterleibe. 
Malz, welches ven ber Zeit an 
n wird, wo ter auegetretene 
m Kömern bemerkbar ift u. ſich 
Kerhum vorbereitet, ſ. Bier⸗ 


inb Raupen (f. d.) mit lurzer, 
yaarıng, aus ter Abtheilung ber 


ngelmurm, Aphrodite), See⸗ 

beilung ber Borſtenwilrmer. 

J. 3) Franſe; daher Fimbriae 
Oippecampusfuß n. Gehirn; 


Fr 


bis Bin 277 


lIoviſchen Trompeten, ſ. u. Senitalien ; 
2) Fire Korsmald bel. 


ria, römiiche Familie ber Flavia pons. 
— JG ajusFlaviusß, ſchwang 
fi) von niederem Stande empor n. wurde 101 v. 
Chr. Conſul; in der Provinz, welche er nachher 
verwaltete, erlaubte er fih harte Grpreflungen, 
weshalb er von den Provinzialen angellagt, aber 
in Rom freigefprechen wurbe; er war auch ein 
guter Rebner. 2) Coins Flaviue F., Anbän- 
er bes Cinna, dann 86 v. Chr. Legat des Val. 
laceus im Mith van Kriege; 15. betste bie 
Eolbaten gegen den Feldherrn auf, 12 denſelben 
55 v. Chr in Nikomedia ermorden n. wurde ſelb 
Feldherr; er ſetzte den Krieg glücklich gegen Mi⸗ 
thridates fort, trieb denſelben aus Pergamum u. 
belagerte ihn in Pitane, wo er dann durch die That⸗ 
lofigteit des Lucullus entlam. Daranf mütbete er 
gegen die Anhänger bes Sulla, aber ale 84 Mitbri» 
dates mit Sa Grin geſchloſſen batte, 309 Sulla 
gegen F.; feine Truppen gerließen ihn, er floh nad 
y Bergamum n. ließ fih im Aſeulaptempel von einem 
Sklaven erſtechen. 8) Flavius %., Bruber bes 
Vorigen, nahm unter Norbanus 52 v. Chr. Theil 
im ae gegen Sulla u. flarb Durch Meuchelmord. 
riaria 1) F.Juss., St. Hilair.. Schwan- 
nia en Pflanze engattung aus ter Kamilic ber 
Malpigbiacene- eiostemones; Arten: F. cu- 
jabensis u. elegans, in Brafilien; 2) F. Nec⸗ 
net Marchantisceae. 
ftölts (F. Verl), Pflanzengattung aus 
ber — ber Cyperaceae- Fuireneae-Fici- 
nieas, 1. Ordn. 3. KL. L.; Arten: größtentheils 
auslänbifche. 
„nme Stabt, fo v. w. Fiemes. 
immel, 1) ein 8—10 cl langer u. 1—2 
ol breiter" eijerner Keil zum Lorftufen (hiefriger 
ände; er wird mit einem ſchweren Hammer, dem 
20 — 30 Pfund ſchweren Stmmelfäuftel od. gimmei. 
pauſcheil, in das Geſtein getrieben, 2) ein ſchwerer 
Dammer; 8) ber meiblide Hanf; daher Fimmeln, 
ben mweiblihen Hanf ausgäten, daun überhaupt fo 
v. m. Auvlichten. 
Binäl (v. lat), 1) endlich, ſchließlich; baber 
Btnalcadenz, der Schlußfall ber legten Periche eines 
Mufitüds;, 2) die Abficht, ben Zmwed betreffend; 
baber &tnalfag, Satz, welcher tie Abficht ausdrüdt, 
u. Binalpartiteln, 3. B. um zu, Damit. 
Winäle (ital.), 1) letzte Sanlung, Schluß; 
2) der legte Satz von einer Zimfonie, Oper m. 
bgl.; 8) mer Oper bie am Ende eines Acta zu⸗ 
jammengereibten Sätze von verſchiedenem Eharafter 
u. von verihiedener Ton⸗ u. Taltart, während 
welder tie Handlung forträdt. In dem F. des 
legten Acts gebt gewöhnlidy tie Entwickelung des 
bramatijchen Knotens vor fih. Die Einfübrung 
des F. in bie Heroifche Oper ſchreibt fi von Piccint 
ber, nachdem jchon früher Ligroſscino (1750) in ker 
Kemijchen Oper ten Schluß eines Actes burd) ein 
vielſtimmiges Mufitlüd wirffamer gemacht batte; 
4) bei ben Franzoſen ber Grunbteon eines Stüds. 
Finäle, 1)(-Marina), Stadt am Meerkuien 
von Genua in ber ſardiniſchen Provinz Albenga; 
bat ein altes, feſtes Schloß, Kathedrale, fihere 
Rhbete, Schiffewerite, Bau von Dliven, Yen, 
Hüufenfrüchten zc. u. wichtigen Handel bamit; 5000 
— $%. war fonft Hauptort eines Marauiiats 


u bem Haufe Cacrede; 1571 warte vr 


280 
Finanzpaͤchter, in Frankreich bis du Ener 


Grafe 


utenant des Prinzen Georg von Dänemark in. 
bem Gouvernement von Doper-Kaftle, 1711 Mit 
lieb bes Geheimenrathscollegiums, Darauf Ge⸗ 
anbter in Hanuover, First Lord Commissioner 
of Trade and Plantations u. 
Gencage, geb. 1621, befuchte jeit 1635 bie Uni⸗ 
verfität Oxford, wurde 1660 Sollicitor General 
u. Baronet von Raunſton, 1661 zum Treafurer 
von Inner⸗Temple u. zum Autumn⸗ u. Summer- 
reaber daſelbſt ernannt u. faß in demſelben Jahre 
ale Vertreter der Univerfität Orforb im Parla⸗ 
ment; 1670 wurbe er Attornengeneral, 1673 Groß⸗ 
fiegelbewahrer, 1674 Lord 5. von Daventry, -1675 
Großkanzler u. fl. 18. Dechr. 1682 in London. 
nchley, Ort in der englifchen Grafichaft Midd⸗ 
Iefeg, gehört zur Divifion Finsbury von london; 
1500 Ew. 


Find v. Findenftein, gräflihes Geſchlecht, 
ammt aus der Stadt Züri, wo es regiments⸗ 
Kamen Erbbürgerreht beſaß. Konrad Kind 
tommt ſchon 1111 als bortiger Ratheherr vor. Zu 
Ende bes 15. Jahrh. erloſch das Geſchlecht zu Zürich, 
doch hatte ſich eine Linie nach Tyrol u. Kärnten ge⸗ 
wendet, u. von biefer ftammte Konrad F., welcher 
1300 ben: Dentichen Orden nach Preußen zu Hüffe 
309, u. Heibenreich 5. v. 5. wurbe 1442 Heermei- 
er bes Orbens in Livland. Ihren in Kärnten n. 
ufen erbauten Stammburgen gaben fie ben Na⸗ 
men Iindenftein u. Sindenberg, u. nannten fich feit- 
dem bald Find v. Sinckenſtein od. Wind v. Binden 
berg, obſchon auch Find v. Katzungen u. Sinck v. 
Auereberg in Oſterreich vorlommen. F. 2) ei- 
hielt 1710 die Reichsgrafenwürde, u. — 
ſchreiben ſich alle F. v. F. Bemerlenswerth ſiud: 
1) Georg Chriſtoph, geb. 1632, war erſt kö⸗ 
niglich preußiſcher Landrath, wurde dann Tribu⸗ 
nalrath, 1690 Oberburggraf in Königsberg, Gene⸗ 
rallientenant u. Geheimrath u. fl. 1697; 2) Graf 
Albert Konrad Reinhold, Enkel bes Bor, 
geb. 1660 in Saberan bei Neidenburg, trat in hol» 
änbifche Dienfte u. gerieth 1677 in franzöſiſche Ge⸗ 
fangenihaft, nahm hier Dienfle u. avancirte bis 
zum Compagniechef; er ging dann nach Kurbran⸗ 
denburg, mo er 1689 Major, kurz baranf General» 
major n. 1706 Generallieutenant wurbe; ben Feld⸗ 
aua in ben Niederlanden 1709 machte er als Be» 
Brmupriugen Greiehridg ZBilheien 





| Tagerung von Stralfund 


u. 1728 Öouperneur von 


1712; 3) Graf | 





Finanzpächter bis. Zindelhänfer 


figen Könige Friedrich Wiſhelm L., mit ı 
ſich Durch jeine igfeit u. Umficht rũhn 
bafb er u. * ſeine Bettern fig 

d erhoben wnrben; 1715 wohnte 
würbe 171 

fmeiſter 
xiedrich 
an; als € 
te er 1731 bie: 


fen 


neur von Memel, 1718 
prinzen, nachmaligen ni: 
i 


Johanniterordens erl 
at wurbe 1733 teralfeldmarfı 
16. Dec. 1735 in Berlin; er war feit 170 
mit Sujanna Magdalena geb. v. —— 
8) Graf Friedrich Ludwig, So — 


I geb. 1709, machte bie Schtefifchen 


wurde 1747 Oberft 1. Eommanbeur, 


haber bes, Möllendorf’jhen Dragoner 
11760 @enerallieutenant u. fi. 1785; 4) € 


Bilbelm, aeb. 1714, ging 1735 als | 
Sefandter nad Stodbolm ur. 1740 nad 
gen, zulegt nach Petersburg, wurbe 174 
u. feit 1760 birigirenber ifter bes | 

en; 1798 wegen Alters entlafien, far 

ermalen theilt fi bas Haus in bie A 
benburgifche timie, u. dieſe in ben a 
Zweig (Haus, Maplis); befien € 
Öraf Nleranber, Sohn . bes .. 
Grafen Friebrich Yubwig Karl, geb. 19. 
ift preußiicher Nittmeifter a. D. u. fei 
zweiter Ehe vermäblt mit Angelica geb 
linsfa, ſein älteiter Sohn Albrecht ift 182 


u. br) den Süngern Zwei au 
now), beffen Chef ift: 3 
des verſtorbenen Grafen Wilhelm Frau 
geb. 6. Aug. 1792, tft besußifcher Ger 
a. D. u. unvermählt; auch ſein älterer B 
Adolf, geb. 1793, iſt nicht vermählt, b 
jüngere, 1845 verftorbene Bruber Leo! 
Söhne binterlaffen, Karl, geb. 1827, 
geb. 1831. BPreußiſche Linie, 
7) Graf Karl, Sohn bes 1799 verfio 
fen Georg Konrab a 13. Mai 179 ı 
vermählt mit Wilde mine geb. v. Tippel 
ältefter Sohn Konrad ift 1820 geboren. 
ndelhaufer, öffentliche Anftalten, ı 
Tinge (Findelkinder), d. h. Kinber, w 
Eltern verlafien ob. ausgefettt u. von 9 
funden worben find, Aufnahme, 
bung erhalten. Das exfte folder F. Ton 
Mailand vor, welches ber Archipresbyt 
ftiftete, 1070 wurde eins in Monty 
1200 in Eimbed, 1317 in fylorem, 
Nürnberg, 1362 in Paris, 1380 m 
1687 in London, geftiftet, u. jetzt habe 
gro e Städte der romaniſchen Länder 
and u. Ofterreich bergleidgen Anal 
rend fie in ben germanijchen Ländern me 
wieber aufgegeben u. bagegen das U 
Kleinkinderbewahranftalten gepflegt wird 
gebreitetften ift das Fewefen in Baris, 
nicht allein Kinber aus ber Stadt u. | 
fonbern, feit der Einführung ber Eifenbe 
ziemlich weiter Entfernung gebracht wer 
biefe Kinder nicht blos uneheliche, ſonder 
her Eltern, welde in Strafanfalten el 
lern find, danu von ihren Eltern verkaflı 
lich Wailenkinder find. Während feit It 


Jahren etwa 550,000 Kinder, alſo jäht 
use | | 


Wh .2750, angenommen werchen 


Finder bie Fine. 
| tet. Wer ein Ber 


on 1816—35 auf 103,000, dar- 
‚ alfo jährlich etwa durchſchnitt⸗ 
853 war bie Zahl ber in ganz 
m Sintellinder 93,314, barunter 
u. 25,542 Berlaflene, 82,174 
ms ben ‚früheren Jahren, allo 
3 einen Zuwachs von 16,140, 
if 53 Geburten. Bei ber Auf⸗ 
tes Kind ein möglich genaner 
über Zeit u. Ort ber Auffin⸗ 
berworftechenten Merkmale, tie 
r bie Eltern Erlennungszeichen 
newohl der Fall der Zurüdfor- 
&ßig nur ſelten vorlommt). Die 
eſchieht unter Aufficht von Vor⸗ 
Ammen u. Wärterinnen; nad 
man bie Kinder mit ihren Am⸗ 
gewöhnlich in ben Heimathsort 
eſuchen fie bie Schule u. geben 
neiwerfer, Dienftboten, Haud⸗ 
Rerufeleben über. In dem Fin» 
en nur biejenigen, welche ber 
ürfen cr. fonft zu ſchwach find, 
fie mit ter —3— verbundene 
otz aller Fürſorge für den Kör⸗ 
keit unter ben Findlingen ſehr 
nabm man an, Laß 50, ja ſelbſt 
Jahre ftarben, bei der ſorg⸗ 
Behandlung u. bei ber eifrigen 
ichnet man jet 1 auf Il u in 
e Hälfte. Ter Aufwand für tie 
urch bie Privatmohlthätigleit u. 
Yemeinten, wie in England, ob. 
je, wie in Frankreich, aufge» 
sich wird das Budget mit 12 
ih dadurch belaftet, man rech⸗ 
St. für ken Kopf. Uber den 
idlichkeit ter F. find Die Anſich⸗ 
ı gemejen. Man bat zwar Las 
ben anerlannt, wie namentlich 
ıng dem Kindermord eutgegen⸗ 





a — — — 


xte Friede in manchen Familien 
ben ift; allein durch Diefe Serge | 


» auch die Unfittlichkeit geförbert 
vächliches u. geiftig vermabrloftes 
n ken Fen beran. Erwägungen 

auch noch finanzielle Rüdfichten 
anfreich bereits 1833 verſchiedene 
olge, an manden Orten ſchleß 


gaut zuerfl ſchürft, erhäu ein 
diabderrecht au demſelben, f. ı. Bergreht 2) b). 
8) (Beller), Hund von ber Race der Schäfer 
u. Hofhunbe, gewöhnlich braun u. rauchhaarig, 
zum Auffinden einer einzelnen Wildart abgerichtet; 
darnach Wolfs-, Dachs⸗, Elenne⸗ Aner⸗ 
babnsfinberx. Der Sanfinder iſt eine Ab» 
art von Metzgerhund. Beim Dreſſiren macht mazt 
ben %. erſt führig, gewöhnt ihm Appell au, macht 
ihn rein, fo daß er nur das Thier anbellt n. an« 
greift, für welches er befimmt ift, läßt ihm im Herbft 
nach diefem f u. leitet ihn an das Wild zu been 
u. zu verbellen, fo bag man einen guten Schuß 
anbringen kann. I 
Findborn, 1) Mluf in Schottland, entfpri 
in der Grafſchaft Anwerneh, burdilieht die Grafr 
(daft Maren u. Elain u. mündet bei Forres in das 
Ainbborn Bob beö MurrayEnſent (Morbfee); 2) 
Dorf in ber ſchottiſchen Grafſchaft Elgin, am Fint- 
horn⸗Loch Heiner Daleıı, Häringefiſcherei; 800 Ew. 
inbich, türkiihe Diilnae, fo u, w. Fonduct. 
#inblater (pr. Findlehter James Earl ofF. 
anb BSeafielb, geb 1749 auf Eullen in ⸗ 
ſchottland, ſſammte aus ber anugeſebhenen a ber 
Ogilvies u. war jehr reich ; er machte bie Tour durch 
Guropa, bielt ih dann in England u. Schottland 
auf u. lebte von 1790 auf dem Kontinent zu Frank⸗ 
furt, Hamburg, Alteuburg, Karlsbad, Dresten u. 
farb 1811 in Dresten. Als Liebbaber der Bau⸗ 
u. Gartenlunft that er an den meiften tiefer Orıe 
viel zur Verfhänerung der Gegend. In Teplitz 
gründete er mit tem Grafen Slam bas Armen⸗ 
baus u. in Dresten legte er Yindiaterd Weinberg 
an, welcher fpäter in Beſitz des Prinzen Albrecht ven 
Preußen fam u. dann Albrechtöberg genannt wurde. 
Die Stabt Karlsbad, melde er durch Bauten ver- 
ſchönerte, wibmete feinem Anbenfen einen C:eeliof. 
Findlay (ipr. Feindleh), 1) Städtischer Bezirk 
(Township) in der Grafſchaft Allegbany in Staute 
Peuuſylvanien Norbamerifa); 14UuU Ew.; 2) Hanpi⸗ 
erı der Srafihaft Hanced im Staate Ohio ain Blan⸗ 
hart Kerl; reihe wohlbebaute Umgegend, inter 
Nähe 2 Schwefelquellen; eine Zweigbahn ber Lale⸗ 
Grie-Gijendahn führt hierher; Jooo Ew.; 8) (Find« 
ten), Städtiſcher Bezirk ber Grafſchaft Mercer im 


Staate Benniylvauien,; 1200 Ew. 
| Yindling, 1) for. w. Sintelfind; 2) (Gecl.), 


ven juchte man, aber meifterfolg- 


v einzuführen, u. das Jh 1845 
ve Aufhebung herbeigeführt ha⸗ 
martine fich ut ihr —** 
chriſtlichen Stantpunfte ausge⸗ 
ı Staaten, wo eine lange Mi⸗ 
lich if, mie in Rußland, werten 
e Anaben Soldaten; in Spanien 


n Staatsgefen, tie Findellinder 


jefeben, indem es ein Meinercs 
hürgerliche fir adelig zu halten, 
feine® Rechts zu beranben. 
chteiw.), ber eine verlorene, ihm 
sche an I 2) (Bergb.), 
ı neuen Gang enttedt «findig 
ı Ländern wirb bem F., wenn er 
enigſtens 4 Klafter niederbringt, 
Binbergeid (Binberfoßn), gegeben, 
er 


t der Ganges vi. | Glüßgen Glen Bine 


f u. Aufzeſchwemmtes Gebirg. 

Yindse, Infelan ter Weftlüfte von Norwegen, 
im Amt Stavanger tes Stiftes Chriſtianſand; 
z OM. mit 1500 Ew.; bildet ein Kirchſpiel von 
zmei Gemeinben mit eier alten Kirche, worin ein 
Dentnial ber Eieger über bie Zcoten u. ein Stein 
über dem Grabe bes Helten Thorfinn fich befindet. 
j en (altnord. Sagengeſch.), Aid Bruſi⸗ 

arniſch. 

Findung des Urteld, die durch Aneinauder⸗ 
halten ber zu entſcheidenden Tbatjacyen u. der eiu⸗ 
ſchlagenden Geſetze bewirkte richterliche Schlußfolge 
auf die zu fällende Entſcheidung. 

Findung Moſe, in der Kunſtgeſchichte die Dar⸗ 
ſtellung der Scene, wo die Tochter Pharao's das 
Moſeskind aus ten Waſſer rettet, 2. Moſ. 2.3—9. 

Fine (Loch %., Ipr. Lech Fein), 1) tiefe Meeres⸗ 
ſchlucht an ver Weſtküſte ber ſchottiſchen Grafſchaft 
Argyle, von hohem a umgeben, mit beteu« 
| tenden Häringsfang ; nördlich mündet Darin 2) das 


red ital I) Enbe, Schluß eines Ruſikſtüds. 
nie, Dorf im füböfliden Schoa in 
j — *— (Afrika); dabei ſehr waſſerreiche Thermal⸗ 
quelle = hoher Temperatur, Glauberſalzquelle. 

, Carlo, geb. 1800 in Carrara, Bild» 
ver; — 1853 in.Rom. Er war einer der ge⸗ 
icteſten neneren Künftler Italiens, folgte ber na» 

ne ei tung, wobei ihm aber ein feines 
Schoͤn heits ger von ben Vertrrungen be 
bewahrte. Seine ——— — ſind: Die Gruppe 
der tanzenden Horen; — den ei 
benben Amor ae X ; Benus dem 
gen: u. bie meergeborene Venus; ei mit 
— — bie Zeitalter (Relief); 
ee Ai Trajans (Seitenſtück zu ae 
eranderzug im Ouirinal) ; die Statuen m 
attbäus in ©. Krancesco bi Baula in R 
ber Erzengel Michael mit dem Satan in Tu 
Fines lat. ), U) Serge; daher 8) Gremort | 


Gelin I. Fiomes. 

derb), feines Zwi⸗ 

em od, Dat ii —— Ehen, gerie- 
e Zwiebel ob orten mit etw , 
— Bafilieum, Citronenſchale 1 er 

ir ein gehadt u. in einem Kafferol mit 6 Roth 

Butter eine kurze a aufs Br —5 — n. gerührt; 

letztere barf nicht braun werben. Darauf wirb bie 

Maſſe in em bedenes Geſchirr A aus u. hält ts 
um Gebrauch etiva 8 Be 16 Zuſatz bien 


—— od. —— ei ct, Berfämmikt- 


heit, feine — in der R 
ette (Stine), weiblicher Borheme, edentet 
die Feine, — od. iſt wahrſcheinlich u. öfter Ab» 
kürzung von Joſephine 
al (Bin Mac Couh, Hürft bon Morven in 
Galebonten um 150 n. Ehr.; fol feinen Sit in 
Selma gehabt haben u. war groß als Krieger u. 
en teiehte lüdlich gegen Ir Römer, fo wie zur 
Sahne — die Bewohner der Orkney⸗ 
—* u. ren. U ya ed find die Nachrichten über 
ihn u. feinen Tod (283 n. Chr.) — Er wird 
von der Sage als ber Vater Oſſians genaunt. 
Fingalshoͤhle, berühmte Srotte an ber Süb- 
weitieite der Hebrideninſel allen * Seiten⸗ 
wände, bie am Eingange 53 m Hintergrunde 
20 5. von einander abfteben, fi ind gebifbet von drei⸗ 
pe fünfedigen, ſenkrecht ftehenden Bafaltfäulen; 
Seitenmänben bin Täuft noch eine Reihe ab- 
aba: Säulen, auf welchen man bis in den 
Sintergrmb engen en Tann. Den Gewölbe, am 
Eingange 117 8., Ende 70% über dem Bo⸗ 
eht ebenfalls aus ab an enen, vielfeiti- 
= m 80 altfäulen, ſowie auch ber Boden, welcher 
eftänbig von dem Meere beipillt wird. Die Tiefe 
ber Orotte beträgt 370 Fuß. Durch die im Innern 
von der Dede herabſallenden Wa en werben 
eigenthümliche u. überaus melodiſche Töne hervor⸗ 
gebracht, daher man bie Grotte auch die Melodie⸗ 
od. Harmoniſche Höhle nennt. 
ger, 1) (Digiti, Anat.), die Enpglieber ber 
Hand, fliehen, ungeachtet ihrer unſymmetriſch er- 
w — *— Zuſamm̃enſtellung, doch genau in einem 
mung ba Or — daß dieſelben ihrer Be⸗ 
aſſens u. Taſtens am an⸗ 
Bee r ee a 
aumen (Poller) bin 2 


Be 


Fine bis Pingerfutteral 


gliebern n. feinem beweglichen Mittel 
zu ben anderen 4 Fen eine Segenfel 
biefe im Einbiegen ihm entgegentreten. ' 
en eines zugefehten 3. Kingergfieh 
r beweglichfte u. deutet f 
Beigefinger igitus demonstratc 
salutarıs), feinen befonderen Geh 
Mittelfinger (D. medius, D. s 
infamis, D.impudicus), iſt ber fängft 
ber Ringfinger(D. annularis), iſt 
u. beiden vorigen an Stärke gleich; bei 
— — 
— rfinger 
ben Daumen be 


ris), 
hat re ene —— Die 3 
— — aumen, Beige» u. 


liche ar Mitisildungen ver 
verjchiebener Art vor: ala fehlende 
ein, auch im einzelnen Öliebern; ad 
lige &, bei. ein zugefligter fester fie 
Slfinger), zumerlen als erbliche 
zuſammengewachſene F. laſſen 
nen; 2) jo v. ww. Beben; 3) (Zägeripr. 
bes Kalten; 4) (Ubrm.), ein Hebel in 
ber Kepetirubr (f. b.). 

Winger, Gottfried, geb, in Mähren 
Eompomift, ging 1655 nad) England, I 
meifter Jatobs IL. wurde. Um 1700: 
land zurücdgefebrt, war er eine 
pfälziicher Kammermufitus angeftellt 
in Breslau, feit 1706 aber ın Bei 
ge L.; 1717 wurbe er Capellme 

en von Anhalt u. fl. um 1725. Er ſe 
Das Urtheil des Paris u.Rorane, meh 
ten für Streihin arg? Biolin- u. 
Sonaten für Klavier, für Flöte u. Bi 

Fingerabhauen Gingerabſchneide 
nur ber Spiten ber Finger, namen 
nannten Schwörfinger (ſ. u. Finger 1 
ale Strafe des Dieineibe. 

Singerafe ſo v. — Fin —— 

ngerart . 
der, ſ. u. —— 
muskeln. Singereinbrüde ve 8 
kno — Fingern 
ſch (Polynemus pr 
gel Bau ns er (bei C 
mit Bauchfloffen), Leib breit, Ken 
pig, Schnauze gewölbt, Über ben 
unter den Bru floffen mehrere ie 
von Körperlänge, in den Kinnlaben, 
u. Pflugſchaar —— ne; in 
mer Oegenben, jehr Ihmadpaft. Art 
min (P. plebejus), mit 5 freien Stra 
em Kopf, afhgrauem Rüden; ſch 
irre im Bengaltiihen Meerbufen; Fr 


wird getrodnet u. eingefalzen; 
(hmadhaft; b Parabie- Done 
aradiseus, P . quinquarius), 1 
rn ön citrongelb, vor ben Drufifloffen 
— — ſehr A 
| 
rn hir, me 






Fingergeſchwür bis Fingu 


Fin t, um aben 
men. ohne Daß —⏑—— 


ie, fo d. w. Fingerwurm. 
t Digitaria 
ine, an bie Fingerſpitzen paſſende 
tedenen Stoffen mie Geld, Sil⸗ 
a, Elfenbein, Berimutter ıc. beim 
ntweder bloß ringförmig, an beie 
täbhringe), od. mit einem Mac 
loffen (eigentlige%-e); n. 
bon Metall find, von den Singer: 
Sütern), in manchen Gegenden 
fern, od. in Fabrilen (Bingerbut- 
;; bie elfenbeinernen werten von 
ie filbernen von den Goldſchmie⸗ 


: Bflangengattung Digitalis. 
arat, |. u. Galvaniſcher Apparat. 
er, fo v. w. Digitalin. 

(F. Nees.), Graegattung, be⸗ 
dentſchen Botaniler Karl Anton 
ı mit Bluff Compendium flo- 
end. 1822—33, 4 Bde.) au der 
nineae-Phalarideae; Arten: 


rin), Untergattung der Gat- 


t, ſ. u. Handknochen. 
9. w. Diebshand. 
bie Pflanzengattung Potentilla. 
(3001.), fo v. m. ——— — 
Zeew.), die Angeln am Himter⸗ 
8 Steuerruder hängt. 
. Spiel, f. u. Gerade m. Ungerabe. 
DactylomysJs.Geoffr.),Rager 
Battung Echimys veriwantt, aber 
ie Badenzähne mit Querfurche, 
entſtehen, tie nochmals getheilt 
ng, nadt, ſchuppig, nur an ber 
Borberfüße kurz, vierzehig, Mit- 
De mit furzen, converen Rägeln ; 
big, bie beiden äußeren Sehen 
ım-f%. (D. typus Js. Geofr.), 
nus Desmar.), in Sütamerila. 
[, fo v. w. Bohrmuſchel. 
In, j. u. Santmusfeln. 
‚|. u. Armnerven. 

arterwerkzeug, f. . Zortur. 
R, fo v. w. Fingerfntteral. 

ſ. n. Ring; 2) (Drabtz,), fo v. 


reterie, f. u. Armarterien. 
an Repetiruhren ein Schieber- 
man bewirlet, Fi bie Hämmer 
a ſchlagen, aber beijerem Schlage 
r eine fuͤhlbare Erſchütterung her⸗ 


im (Achilleum OR.), Gattung 


‚fo v. w. Applicatur. 

.u. Gerate u. Ungerate. 

: (Dattylologie), tie Kunfl, 
welche durch Be Stellung ter 

acht werben, verftänttidh zu ma⸗ 

namentlich Taubſtummen zu ge⸗ 

lung; auch Dee u. 


235 
Gauner bie F. zu benuhen, um fich unbemerkt zu 
verfländigen, n. die romiſchen Braun ur Zeit be 
Auguſtus u. jeht noch bie tärti des vem® 
hinter dem Rüden des Gemahle u. Herren, um ſich 
wahrfheinti allerhand wenig erbauliche Mitthei⸗ 
Inngen zu machen. Nach ber (aberwitzigen) Schrift: 
Dactylologie et Langage primitif restitues 
d’apres les monuments, Par. 1850, ſoll Gott 
ſelbſt der Erfinder der F. fein u. in berfelden mit 
ben Menfchen geiprochen haben. Eine beſondere Art 
ber 5. iſt das nen, eine bef. anf ben orien⸗ 
talifchen Märkten übliche Metbobe, wie ſich Hände 
ler unter einander bie Waarenpreiſe befannt machen. 
Durch die verichiedenen Biegungen ber Finger u. 
ben ne F inger hide Sohlen bereinene 
zugleich Können fie alle erdenkliche Zahlen bezeichnen. 
ng n (Betref.), fo v. w. Belenmit. 
ing ‚|. u. Handmuskeln. 
ngertbier (Aye-Aye, Cheiromys Cur., 
Psilodactylus), Gattung ber eichhornartigen Na⸗ 
gethiere, doch dadurch von den übrigen unterſchie⸗ 
gen daß ber en * ben en Ki 
eigen entgegengefeht if, die Hin 
eigentfich Säme find; Borterzähne The zuſammen⸗ 
gedrückt, oben 4 Badenzähne, Ohren groß, rund, 
behaart, Schwanz lang, —— — mit 5 Pe 
ı4 am Borberfuße fehr lang), Daumen ber Hinter» 
I mit flahem Ragel. Art: Mabagascarie 
ſchee %. (Ch. madagascariensis, Lemur psilo- 
dactylus), oben traum, Schwanz ſchwarj, Licht be⸗ 
paartı fang mie ber Körper; nächtliches Thier, träg, 
olt mit dem langen Mittelfinger Würmer u. In⸗ 
feeten aus Baumritzen; von Madagascar, felten. 
ngervenen, |. u. Armvenen. 
gerwurm (Bingergeiiwär, Panaritiam, 
Aleley, Ageley), ſchmerzhafte Entzündung eines 
Fingergliebeẽ, bald unter dem Nagel, Ragelgeſchwür, 
od. unter der Haut, im ſchlimmeren Grade tiefer⸗ 
gehend bis zu ben Sehnen u. ber Knochenhaut, in Tetye 
teren Fällen leicht auf hie Hand n. den Arm fich er⸗ 
ſtrecend, nn. wohl felbft Fieber u. Krämpfe cd. Branb 
erzeugend. Behantlung: die allgemeine einer Ent» 
zänbung ; ber Giterung muß wo möglich durch Blut⸗ 
egel vorgebeugt werten; iſt Giterung eingetreten, 
farm warme Bäder u. Breiumſchläge, u. bei bem 
tiefer fitzenden baltiger Einfchnitt zur Entleerung 
des Eiters u. Verluft bes Gliedes zu verhintern. 
Fingiren (v. lat.), ertichten, vorgeben; daher 
Aingirt, fo v. w. ertichtet ; fo fingirte Rechnung, fine 
girtes Geſchäft, fingirte Budfü rung, welche man 
um Behuf des Unterrichte in den Comptoirwiſſen⸗ 
—*8* aufftellt. Fingirte Munzen, fo v. w. ⸗ 
nungsmilnzen. Fdingirte Wechſel, Ai u. Wechſel. 
nglaß, Dorf in ter Graſſchaft Dublin ber 
iriſchen Provinz Yeinfter ; Dineralquellen, Geburts» 
ort bes Dichter Barnel; 2000 Ew. 
Fingo (Atem), Fürftentfum auf ber zum Jar 
panifchen Reiche gehörigen Infel Kin-fin; ſchöne 


Fin chwediſche Skäreninſel im Bottniſchen 
Meerbuͤſen, zum Linköpinge⸗Län gebörig. 

Fingu ıd. h.in der Kaffernfprache Ausgeſtoßene) 
ein Stamm bes Kaffernvolkes, welcher ehemals in 
Natalien an ber Oſiküſte Südafrikas wohnte, dann 
von ten Zulus unterjocht, 1837 von ben Briten 
wieber aus der Zflaverei befreit wurde u. feitbem in 
den öftlichen Theile bes britiſchen Gebiete fi nieder⸗ 
gelafſen hat. Sie find von ganz Sauttarhe 


| Babungen Aderbau. 
' 


284 


u. fräftigem Körperbau, nlchtern u. arbeitfam, u. | 


waren 1851 in bein Kriege gegen die Amalofa treue, 
u. tapfere Freunde der Engländer. 
Finiguerra, Tommaſo u. abgekürzt Mafo di %., 
geb. 1426 in Florenz, Goldarbeiter baf., gelchid- 
ter Zeichner u. Arbeiter in Niello; wird als Erfin- 
ver der Kupferfiecherei genannt, indem er zuerft 
von hohlgravirten Metallplatten Abdrücke machte. 
Die niellirte Platte, eine Krönung ber Maria, bie 
man als bie erfte abgebrudte auffübrt, befindet fich 
in den Ufficien zu Florenz; ein Abdrud Davon im 
Kupferfiichcabinet in Paris. Todesjahr unbelannt. 
gi ren (v. lat.), endigen. 
inis (lat.), das Eude, der Schluß. Finls coro- 
nat opun (das Ende krönt das Werk), Sprüchwort, 
Ende gut, Alles gut! 
Kind der Anrerhufen, ſ. Finniſcher Meerbuſen. 
inissage (lr., ſpr. Fiuiſahſch, Finiſirung), Die 
us Wearbeitung einer zuſammengeſetzten Uhr. 
inisseur (fr., ſpr. Finiſſöhr), ein Arbeiter, 
welcher nach einer ihm vorgelegten Skizze ein Deifin 
im Detail ausführt einifirt) ; vorzugösweiſe werben 
die Wiodelleure u. Diufterzeichner h genannt, welche 
unter ber veitung eines Compoſiteurs deſſen Eut⸗ 
wilrfe audführen. 
intäterre, 1) cainiſtorey, Departement im nord⸗ 
weſtlichen anzei, 128,11 OM., grenzt an ben 
Kanal In Mauche, an die Departements Cötes du 
Nord u. Morbiban u. anden Atlautiſchen Cream, aus 
einem Theil der ehemaligen Nicder ˖Vretagne gebil⸗ 
der; Kiſten boch, ſieil u. jelfig, ven vielen Juſeln 
umgeben, veih an Raien (VBreſt, Douarnenez, Fo⸗ 
ret, Bennoden u. Vorgebirgen (St. Maitbieun, 
Peumarch, Primol: gebirgig durch Die Men— 
tanned d'rirree u. die Wontagned noired Schwarze 
Verged, zweir nmedrige Vergzüge bid zu 900 Sur), 
welde Bas Derariemen: ven Oſten nab Weſten 


durwiieben; vegan maleriſchen Landſchaten: 
Alitter Morleir. Auine ‚Dach einen Kaual mi 
den Shape vabandar, Laudernzu, Ude, Soc: 


len a: gabe Beine Zen: Klima BIEd: 


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Ku 


Ziniguerra bie Fink 


Finition (v. lat.), fo v. w. Definiti 

Finito (ital.), Rehnungsabichluß. 

Fink, 1) (Fringilla), Gattung der 
tigen Bögel, mit mehr cd. weniger tı 
Schnabel, ber kürzer als der Kopf, ſel 
fanımengedrildt, nie abgeſtumpft, ſtets 
mit ſchneidenden, gewoͤhnlich etwas 
Kanten; Oberliefer nicht ſchmäler als 
fer; 3. u. 4. Schwungfeder bie längfte 
lige, lebhafte u. fehr artenreiche Gat 
Zug⸗ od. Standvogel von Iniecten u 
Man bat fie auf verjhiedene Weiſe in 
gen getbeilt; Bechſtein theilte fie 3. : 
Stieglige, Hänflinge, Zeifige u. © 
vier ın Weber, Sperling, Eigentlicher 
ling, Diftelfint, Zeifig, Wittwe (Vida 
fer (Coccothraustes Cur. u. Pityl: 
(ſ. d. a.). Die Gattungen Kreuzichnab 
kernbeißer bilden bei Cuvier eine bei 
tung. 2) Eigentlicher F. (Fringii 
bei mit gerader Firſte, weit länger alt 
böher als breit, Dabei ftärfer u. länge 
Hänflingen n. nicht fo gebogen als &x 
lungen, auch lebbafter u. mit jchönen 
als vie leeren. Arten: a) Gemeine 
lang, Kopf blänlichgrau, Rüden kaf 
olivengrün überlaufen, Steißfedern beü 
gen, Kehle, Bruft u. Bauch röthlicher 
ihwarz, mit 2 meißen Ztreiien, Sch 
Weibchen, Hals u. Rüden graubraun, 
überlaufen, Unterleib ſchmutzigweiß, 
rötblichbraun. Wohnort in Europ. 
Alten, in Wäldern u. Gärten. Zugvöſ 
October fort, fommen im März wiede 
u. Weibchen zieben appart: doch El 
mar Männchen, den Winter über ba: 
ten u. Zimereten, gesungen am liebſt 
neh Bucweizen u. Canerieniamen. 
mar ibm cin Närichen mit Zenmel 
Quart bin, ed. in Wañer Jerzuchte u 
gedrickie Semmel. In der Mauſer u 
Mechdipuͤrnrer u. Ameentie: jebr web 


Grunem dert ea ibren sub nidt tebl 


Jim Taw 


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—RB m Prak. Vink, u. Bü 
ſinten: Si: T.A ter Seriihiee zur 
LITE MSN SIT u Dies beif 


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non 7· = 2. 0.» ei -n.n.m 
.un- non: ya ne nun 0 


as le guszier L jeder! 


int bie Pine 28 
‚ eines Gurte® von Leber, eine Fiuke, Leonh. Lubw., geb. 1747 in ae 
= Bogelleim beftri e Gabel ein; ; mar Bhyfikus u. Pro or n. M 
* dann a indem ingen u. fl. um 1928; ver Ifhr.:. De morbis Be bi 
hähne diefen 2 el * liosis anomalis, Mänf 1780 (beutfch, Närub 
ißen) wollen, bleiben fie an der Ba- | 1787, frli. 1791); Berfuch einer allgemeinen mebi- 
an brandt zum Finfenfl einen eintfchen Geographie, Pps. 1792— 95, 3 Bbe.; Der 


ma Länfer u. einen Dranpfinten, 
en, ber, weil er iu aufaegogen iR 
fchlägt, zum alten 

zgfint (F. — 3 
me Flüge gas m ‚Bufn 


en, fin ag Ritter» 
def, fa dick, .Jı niert 8 
r bunkelgraubraun, heller gewä 
elted- u. Schwun — —— 
in Felſen der Bes 
N — im 
riedrich Auguftv. F., — 1718 
kan 1735 kaiſerliche, daum ruffiſche u. 
‚Kriegebienfte; wurde 1756 General» 
Generallieutenant; zeichnete ſich im 
1. Giebenjährigen Kriege an, hi 
— ch — 1759, 3 — 

mit feinem Co 

— n. nn in ic dr be 


At, ein 
—— — 


‚ging er ale — der 

u.f. 1766. 8) Gott⸗ 

Im —A— ware Ebin- 
30m 800 kenn l * $ 
m Theolog dien “ 
ar u. bie Dichtkunſt; 

Eur, HA erbint aber, ba er ben 
we ie er ben 
—ãe— cher wicht ablegen 

e, fonbern fand 1814—29 


= a 


tät daſeibn iee 77. Ang 






en in furzen 
id Yahr ber Erbe u. ber Drenich (alle 
ht), ebb. 1835, Mufſilaliſche 
336, 2. Aufl. 1939; Weſen u. Ge- 
: Dern nenwinfllalifche 
. ebb. 1842; "Eyftem ber mufltali- 
b. v1 134 ee 





Mocrrand in Weftphalen, Bingen 1825. 
infe, 1) ber unterſte Chorſchlller in man 
Kiöftern, ber zugleich eine Art Diener vo 
muß; 2) in ber Stubenteniprade beiben Finfen 
welche fich zu feiner Berbinbung halten; ya 
Orönlanbefabrern bie Hein gerhadten Stilde 
— die von den Farlentreibern durch Scläude 
n ben unteren Raum bes Schiffes getrieben m. 
dort in Tonnen gelegt werben, 
infenaugen, ſo v. w. Bracteatent. 
infenbeißer (Lanius rufus), fo v. w. Roth⸗ 
töpfiger —AA 
Finkenhabicht caintenster, Sperber, Astur 
nisus), f. Habicht. 
finfenbeimer, fo v. to. Finlenwein. 
a ba j, u. Vogelberb. 
Hintenkönig, fo d. w. Gemeiner Kernbeißer. 
infenmeife, jo v. w. Kohlmeife, 
—5— ehemals ber September. 
neenroreoli (Bogelf.), ſ. Roccoli. 
neenfanen, Leinbotter. 
infenfteln, Dorf im Kreife Reſenberg bes 
preußiſchen Re he Darienwerber; 
it Dobnai ü Satof, Dart; 425 Ew. 
Finkenwein (Vin de — ein elſafſer 


Far 
lich von 


n re Nee aus fire Bl 
bie über bie Regelingen fomnten, um .die Hänge» 
matten, bie dort —— — werden, zu ſchũtzen. 
Binland nd u. Finmarken, |. Finnland u. Finn» 


nie ante (F. Wall.), nyengattung, 
benannt 7 Geor — m nem engliſchen 
Botanifer, der für Wallicht Herbarium in Siam 
u. Cochinchina Pflanzen fammelte), aus der Fa⸗ 
milie ber — Periploceae; Art: F. 
obovata in 
Sinne, 1) fo v. — Floßfedern, beſ. 8) fo v. w. 
feige ofjen mit ee Sräten; 8) Sloflen 
Ball fee, Hinterfü Bhofen. 
Binne, 1) die —— Beite e eine® eifernen 
er6 (Binnfammer), welche ber Bahn 
ber iR; Grob⸗ u. — ſchlagen — 
das Eiſen bünmer (Abfinnen), hrend die 
Klempner Ecken damit ins Blech treiben; 8) ein 
rundes, ſpitzzulaufendes Eiſen, welches an der Bor» 
—— einer Drehbank bef N if: e Heiner 


— Nagel; 4) (Landw.), ſo 
236 Icercus cellulosa bean, Hy- 
* N ‚ Hydatis finna L., Taenia 


| —— Fisch. ) fonft als felbRänbige Art aus 


ber Gattung ber Blajenfchwänze (f. b. 2) betrachtet, 
jetzt ale Amme ob. Borbifbungsglieb eines Band⸗ 
g, Rüffel mit dop⸗ 


ber ® 
| —— —J wallg, "Bi ai eniptife, 





be - 
die, Side a wine win © 
seyn, 


) 


R 


doch auch bei Menfchen u. einigen Affen; 2) über⸗ 
Gm io v. m. Binkulämam (d. AN m. 
e, 3* eZertgtette im preußiſchen Re 
en be ht V een fle beginnt Öflih an 
bie fie bon er Heinleite ſcheidet, bei 
adfenburg, bier den Pr ber Sanfenburger 
one bilbend, fireiht erft ale Shmüde, dann 
m zwei parallelen nungen als 5.0. Schmilde, zu⸗ 
ap unter dem Namen F. allein A ſüddſticher 
Hg bis as Sdarbteber erae u. tritt dann über 
— * mans oſtwarts bis nahe an bie Saale 
a, wo Ne ben Werfiü re der Köfener - 
et. Rach Norden zur Unftrut u. nach 
ur ale u. Il fällt Die F. bie ſich nur. bie 1099 
ebt, in ah fgeln ab. 
nn u. MR 
en, 1)(Vari, 35 ), bei. an Stirn u. Kafe, 


ne. auch im ganzen Geſſcht eifteheribe, Heine, | 


e, an ſich unſchmerzhafte Knoten, bie ohne Eite- 
tung verſchwinden, nur bisweilen fih entzlinben, 
aufbrechen u. eiterartige, wäfferige Feuchtigkeit bon 
fih geben. “Die Dispofition bazır ift entweder unge 
boren, ob. buch Völlerei ob. font unorbeutliche 
Xebensart erworbei; wft erjcheinen fie auch ohne 
* Urſachen zur Ede ber ſich entwicleluden Pu⸗ 
bertät. 2)6 — Sterne), 
Böurinleiden > Schoeine, bildet ſich vorzugb⸗ 
weife im Zellgewele bes hie u, läßt fh ſehr 
wer vor dein Tode fiher beflimmen. Die 


b eime Art von Blafenmwürmerin; mar AR | 


x bei friſch geichlachteten finnigen Schweinen noch 
beud, oft werben fie jedoch auch erſt während 
bes Kocens bes ee auf ber Fleiſch⸗ 
5 — Ar Außer in Zellgewebe u. ben Mus⸗ 
delfchiänten findet man bie F. bei. in ber Rüden- 
gegend, an Schultern u. Scheuleln, in ber Weichen- 
a. Schamgegenb, unter ber Zunge, im Herzen u. 
fing bei Hirnlappen. 
ig, fo tritt ein — Zuſtand ein, der fau⸗ 
hen brt ; am meiſten leiden von 
. Sch 5 rd Alterd, bie in bem 
sa werben; häufig ſiud fie ug 
Keen oft erbfichen Rraufgeit; der Genuß 


e einer 
tigen 


—5— ſchadet nicht, doch eignet fich ſolches Fleiſch 


nicht zur Aufbewahrung; 3) beim Rindvieh Knot⸗ 

auf der Zunge u. am Zahnfleiſch, die ſpäter zu 
[hwarzen Blaſen u. von fauligem erudh werben; 
Mittel Dagegen: Salz in bem Futter. Die Kranf- 
heit luun tübtlich werden; auch Icheint fie anftedenb 
Fi ie — Der Genuß bes Tieifches folder Thiere ift 

v 

„en (Scän. u. Klemp.), 

nen, 1) in weiterer 


fo v. m. Abfinnen. 
ebeutung einer ber 
rm ge bes großen Altailchen od. Tura⸗ 

— 3 Ifer- u. Sprachenſtammes, welcher noch 
gegenwärtig bie Grundlage ber Bevöfterung bes 
‚aörblichtten Theiles von Slanbinavien u. ber wei- 
ten Streden bes nörblichen Rußland von ber Oftfee 
bis zur Oftfeite bes Uralgebirges bildet, während 
eine andere Abtheilung ſich in Ungarıı, mitten 
ya cal) en, Slawenu. Rumänen augeflebelt 
Neuere Ethnographen unterjheiben in ber 

en Böllerfamilie wieberum vier Gruppen: 

J die garil e Öruppe, welche von ben for 
unten Dbiiden Dftialen, den Wogulen (in ben 
uoernements at Zobolef u. Tomsh) u. den 


M ;B 
Bulgarifäe ab. Wolgelige Bruker mit | Cine 


| Ki fein e 


in ben uörblicften T 


Iſt Nr Schwein ſehr 


| tragen alle Finniſchen Böller unter 9 


perbau, mittlerer Statur, en 
= äbelbilbum 





. Binne. bis Fingen 


a) ben Tſcherenuſſen in beu Gouvernemenſt 
Koftroma, Niſchny⸗Nowgorod, Sa 
(nach Köppens Ethnographiſcher Karte 
land), 165,076 Köpfe flart; by den 9 
(in ben brei Abtbeilungen: Erfa ob. 








































u. Karatajen), im ben zuffiichen Sort 7 


Riſchny · Newgered, Or 
Penſa, Sſamara, —* Sf 20 icht, 2 
it. Taurien 450, 241 Köpfe; © bie Tide 
in ben Soubernentents Ki * DOrenbut 
inara, Sfaratoiv u, Sſunbi mit 129,9 42 
bie Biarntier ob. Permiſches 
bildet bitch bie Syrjanen in ben @ 
Archangelſt a. Wologta, mit 70 03,3 } 
in ben Öoudernemients Pern u. 
52,204 u. ben Wotjaken in deu Com 
Kajet * N 52 dließlich ber 4 
janen), m pi 
iſche Wet audth 


are Kaſan, 


enthalten ——— * 
atlicher Volleſtamm; 
—56 ob. Balktif eOrny per 
ehören außer ben eigentlichen F. 
—3 8) wohnen noch 
633,496. —9 — in Eſthlaud, vom uf 
ken Yiolaub, jewie bie Kölfen 
b.) in Kurland.u. Livlaud mit 2072 
(Beitalaifer im Gouvernement F 
5148, bie Tſchuden (im engeien @ 
Goitwernements Nowgoreh ıı. Dong ii 
ir. bie ben eigentlihen F. nahe berwat 
od. Sihoren im Gouvernement $ 
17,500 Köpfen; enbli bie Sappei ch 
len bon Nor 
A ee Fe: tupl 
u öyfe far er. zahlrei uni 
ii her Magyariiche, auf benfeiben folgen! 
u. iu dritter Orbnung bie& * 
a bie brei- öfllihen Gruppen im i 
fität durch ſlawiſche (ruffifche, Ein ie ven 
ob. minder beeinträchtigt Morbem fund, 
Baltiſchen F. in Süben (Efiben, $ u) 
Herrſchaft hauptſächlich bes —— * 
(F. u. Lappen) bes ſlandinaviſchen 
Reſte ber Tſchuden, Ingrier n. Bet 
völligen Auflöfung in bie ruſſiſ 
mer ‚mehr Be In eibnolog 
Berne bas Geprüge ber foge, 
hen Race; fie find gewöhnfi ! 


—* platte Gefiht m 
a Badentnoden, das Haar iſt in 
hell u. weißlich, aber fpäter * 
Braun über, bie Augen ſind ra 
Gefichtsfarbe ſahl, oft gelblich, bet 
Am meiteften vom niongeliſchen 
ih bie Mugyaren, bob Icon * 
ben Übrigen Finniſchen — Kr 
F. u. Eitben, fönuen.bie an 

nicht verleugnen. Bgl en u 
Kenninif bes —5 von Rußland, Ma 
1822—236, 2 Bde; Müller, Der 
famun, Bel. 153739, 2 Boe.; 
erinnerungen aus ben Jahren 1835— 
1853; Derfelbe, — te u. & 

J ven 1845—49, ie as 

philche Borlefungen En — J = 
von den 


t Suomalainen (b. i. Sumpfbe⸗ 


ınt, find Die Bewohner ber NorbweR- 


, namentlich bes Großberzogtbums 
ber — Theile bes ruſſiſchen 
t6 Archangel, Olonez u. Peteröburg. 
340 in Finnland 1,166,928 %., wozu 
Rarelier, ſowie 29,375 Aürämdifet 
ernemente Petersburg u. Momgorob) 
awalot (im Gouvernement Petere- 
land fommen. Bon Charalter iſt ber 
gaffreunbiich, treu, dienſtfertig, 
Be ah Hana 
rrig, wi 14 jernig, 
brütenbe Kahfucht mad 
Thaten Luft. Obgleich fall burbr 
br untertrüdter Stellung, zeigen ſie 


ifſen gewichtigen Gruft, jomie eine 
Hide Rreifenhe Ehrherkeit — Bedacht⸗ 
Neligiofität der F. iR flark, neigt fich 
pa Überglauben bin; die Eitten find 
rein u. unverborben; an hoben Gei- 
chit es ihnen fleineswegs. Das Voll 
we Neigung zur Boche, * mit 
der Farbung; ungemein reich u. 
Ellodichtung ber eigentlichen F., 
u. Literatur. 
„Blaſenwurm, fo v. w. Finne. 
‚1) das Geſchlecht Balaenopters, 
ser F., beide zu den Wallfiſchen gehs⸗ 


Jen unterichieben, |. 
4 J. n. Finnland. = 
zM uſen, Theil ber Oflfee, zwi⸗ 
Gouvernemente Finnland im 
rg u. Efihland im S,, bat eine Yänge 
m m. bie Wreite wechſet 24 
t, fo Daß ber Flächennebalt 840 DM, 
nörblihe Geile beffeiben bat länge 
Hands einen umunterbrochenen Gürtel 
Infeln u. Oranitllippen, ber Bitliche 
ı, bei. zwiſchen Beteröburg u. Aron⸗ 
zjenbın en — ıt, dazu foms 
e gewaltigen Remaſen, welche im 
———— Nuüfſe, bei, 
zn Meerbuſen zuführen, wodurch bie 
aur erihwert, jonbern Ioger en 
wird. Inbeß ift auf demſe aft 
fter Verlehr, tbeile durch bie 
ote, welche die Verbindung 
Provinzen Rußlande mit der Haupt⸗ 
übrigen Offeeländern unterhalten, 


ne zahlreichen Hanbelsichifie, welche 
bei urge u. nicht weniger ber 
m. Hanbelsftäbte an bem Meerbufen, 
brilshomn, Hel- 

ben berbeige- 


Wiborg, 


t ſich fen 





te man fich ihn als den Traã⸗ 


irmaments. Sein Bogen, von welchem 

er feine Fupferuen Pfeile (Blipe) Ihieht, ift der Re» 
3035 er daher Uxon kaarı, b. i. Uttko's Bogen, 
eihk,. Ge Batte eine Gemahlin, Alla od. Ammaäͤ 
(db, 4 Altmutter;, bie auch unter bem beftimmten 
Namen Rauni von ben Kareliern als Donner 
göltin verehrt worben fein fol. Kinder fcheint mar 
dem Ufo nicht beigelegt zu haben. Gr wirb in den 
Runen unzählige angerufen, nicht blos um 
Regen zu ſpenden ob. Wind u. Wogen zu beruhigen, 
ondern auch in anderen, feiner natlirlichen Thätige 
eit fremben Fällen, wo ber Beiſtaud des mächtig⸗ 
„ ber @ötter nöthig wurbe. Bei den Eſthen wurte 
o unter ben Ramen Vanna iffa, Bauna taat, 
Zara od. Uflo, bei beu Lappen unter den Namen 
Aija, Aije (d. i. Großvater u. Donner) verehrt, 
Neben Ufo wurden ven ten heidniſchen Finnen 
uch Sonne, Mond u. Sterne, als jelbfländige, 
wenn auch minder mächtige Gottheiten angebetet. 
Der Mond u. der Montgott heißt Kun (im Dimi« 
nutio Ruubut), bie Sonne u. ber Sonnengott 
Päins ( Diminutiv —— eſthniſch Pããw), ber 
Bro ru. deſſen Gottbeit Otava, ber Stern 
u. Sterugott Tähti (eftbnifch Täht). Diefe Gott- 
seiten Pellte man fih als ın&unlihe Weſen vor, 
welde Grauen u. Kinder hatten. Die Somme galt 
3* als eine eingch te Fenermaſſe; deshalb auch 
anı, ber Gott 4 Geuere, für einen Sohn der 
Sonne angefehen wurte. Töchter biefer vier Bott» 
beiten, bie Übrigens in prächtigen Höfen u. Ge- 
mäcdern wohnen, find Patvätär, Kuutar, Ota⸗ 
vatar u. Tähetär, bie als junge u. fchöne, im 
Beben ausnehmend gefchidte Sungfrauen geſchildert 
werben. Sonne, Mond u. Sterne find milde, wohl⸗ 
uenbe Welen u. werben oft angerufen, um ben 
terblichen ihren Beiftand zu leiſten; auch wurbe 
bei ihnen um verborgene Dinge angefcagt. Wuch 
Päinätar, Kuutar u. Dtavatar, namentlich bie bei⸗ 
ben Erfien, wurben öfter angerufen. Wenn fi 
Sonne u. Mond verfinfterten, wurben biefe Sim- 
melslörper durch eine böfe Macht vom Himmels 
Ibe entführt u. irgendwo eingeſperrt ob. ver⸗ 

+ t. — — ee * * — — 
röthe, r nen efibn e von 
—— (Morgenröthe u. Abenbröthe) 
bie letztere Gottheit zur Geite fleht. Die Luon⸗ 
notarett waren brei Jungfrauen, bie won Ufto 
eihaffen wurden, indem er feine Hände am ben 
Kulm eb, u. aus beren träu Milch 


. ab 
— ae Kir 


288 


Finniſche Mythologie 


drei Töchter UMo’S od. wenigſtens eine Dienerin | Tapio’s, welcher ben Jägern bie Walbı 


beflelben war IImatar, eine andere Luftgottheit. 
über alle Dünfte u. Nebel ber Luft berrfchte Uutar 
ob. Terbenetär; Dinbgöttinnen find Tuulen 
tytär u. bef. Etelätär (Göttin des Südwindes), 
welche u. a. auch ale Wächterin ber Heerden angeru⸗ 
fen u. in dieſem Falle auh Suvetar genannt wird. 

Der Beherrſcher der Waflerwelt war Ahto ob. 
Ahti; gleich den meiften antern mädtigen Göt- 
tern dachte man ſich ihn als einen alten, ehrwürdi⸗ 
gen Mann mit einem Grasbart u. Schaumgemanb,. 

eine Schätze find unermeßlich; nur felten gab er 
wieber, was er einmal in feine Gewalt befommen 
batte. An der Herrfchaft über das Waffer u. beffen 
zahlreiche Bevölkerung nahm feine Gemahlin Wel⸗ 
lamo Theil; ihre Wohnung hieß Ahtola. Die übri⸗ 
gen Waflergottheiten werben in ven Runen unter 
ben Namen Abtolaifet (b. i. Bewohner von Ahtola), 
Reen väli (Waffervolt), Wellamon väli (Wellamo- 
volf), Ahon lapſet (Ahto's Kinder) zufammengefaßt. 
Zu legtern gehören Pikku mies, ber Heine Mann, 
Aallotar, die Wogengöttin, Kosten neiti, bie 
Wafferfalljungfrau, Melatar, die Steuergdttin, 
Sotkotar, die Entengdttin 2c. Alle dieſe Gott⸗ 
beiten waren ebler, guter, menjchenfreundlicher Na- 
tur u. wurden beim Fiſchfang, bei Wafferreifen n. 
andern Gelegenheiten angerufen. Sehr mächtige, 
babei aber böfe u. verberbliche Wefen find Weit- 
Hiift, Turfo od. Turſas u. Wetehinen, eine 
Art von Wafferkobolden. 

An der Spike ber a et Maan 
emo, bie Erbenmutter, eine fehr mächtige Göttin, 
bie angerufen wird, um ben Schwachen u. Hülfs- 
bebürftigen Stärke u. Kraft zu verleihen. Schutz⸗ 
gott der Ader, wie überhaupt Herr über bie Bäume 
u. Gewächſe, war Pellerpoinen, auch Sampfa 

enannt. Andere verwandte Gottheiten waren 
teltid, ein Walpgeift, ber Über Gras, Wur- 
ein u. Bäume herrſchte, wie es fcheint nur in 
amwaftland verehrt, Köndös, ber Beſchützer ber 
Brennäder; ran welcher bie Dtoggen- 
ernte begünſtigte; Egres, Schußgottheit fir Erb- 
fen, Bohnen, Rüben, Kohl, Hanf u. Lein; Wi- 
ronlannas, der Beichiiker tes Haferfeltes. 

An der Spitze der zahlreichen u. mächtigen Götter» 
ſchaar des Waldes ſteht Tapio, auch Kuippana 
(d. i. Langhale) u. Hippa (db. i. Bilhofsmiüte) ge- 
nannt, der als ein alter Mann mit bunfelbraunem 
Barte, mit einem hoben Hut aus Föhrennabeln u. 
einem Pelz aus Baummoos gefiltert wird. Seine 
außerorbentliche große Verehrung theilte er mit fei- 
ner Öattin, die am häufigften Miellikki genannt 
wird, aber auch unter dem Namen Mimerkki, 
Müritär, Simanter, Hiilitär vorlommt. Beide 
wohnen in dem Hofe cd. ber Burg Tapicla, ob. 
Metiola rad auch Honkela (Tannenheim), 
wo vorzugsweiſe von Mielliffi ihre reichen Echätze 
u. Borrätde, zumalan Honig, fomwie an ben Thieren 
des Maldes n. Feldes Tagen. Auch bie zahmen Heer- 
ben fanden unter tem Schutze bes Waltgotteg, 
wenn auch Kekri insbelontere für das Wachsthum 
ber Heerden forgte. Tapio hat Söhne, Töchter, Dies 
ner u. Dienerinnen, die zufammen das Tapion- 
Tanja (Tapionolt) bilden. Die Dienerinnen ob. 
Luennottaret (Zungfranen) find zahllos; nie über» 
haupt tie dem Tapto u. feiner Gattin untergebenen 

Waldweſen meift weiblicher Natur waren. Männ⸗ 
lich if nur Nypritti od. Biuneys, ber Sohn 


lehrt u. das Bieh vor ben Sümpfen be 
den weiblichen Untergebenen bes Walbg 
Tellervo ob. Hillervo, gewöhnl 
Jungfrau (Tapion neiti) od. die Waldt 
ſän tytt) benannt, welche bie Heerde 
hütet; ferner Tuulikki, die Tocht 
welche deſſen Heerden beſchützt u. dem: 
zuführt; Metſän piika, d. i. des Wa 
magd, ein Meines, von Honig lebendet 
bem Beinamen Simafuu (Honigmund) 
Hirtin mit einer Flöte (Sima-pilli, 
2 gebacht wird. Weiblich maren a 

apio untergebenen Schußgottheiten 
Bäume, wie Tuometar für die Tr 
Hongatar für bie Tanne, Kataja 
Wacholder, Pihlajatar für die € 
wurben angerufen um Shut für biı 
Viehheerben u. Laub zum Kutter. An 
gottbeiten waren noch: Kättds für 
Viehheerden im Walbe; Nyrkkes, bi 
Eichhörnchen verleiht, Hittavainer 
bie Hafen waltet; Kärettär, bie Sp 
Füchſe. Über das Wefen anderer We 
it wenig befannt. Jeder Gegenftand ü 
batte eine Schußgottheit, Haltia, bie a 
u. Erhalter deſſelben gedacht wurde; fi 
an das einzelne, endliche Individum 
ſondern En aut als jelbflänbiges, 
ſönliches Weſen das ganze Gefchlecht ı 
tung. Doch wurden auch gewiſſe ein 
u. Haine wie Stäfle u. Berge für heilig 
verehrt. Ein böſes, argliftiges, verde 
bes, zugleih aber auch ftartes, mädhti 
liches Waldweſen ift Htifi, eine Art 
feinem Namen wird gefludt. Der eij 
präfentant des Böfen in jeiner umfaffen 
tung ift Lempo; andere böſe Weſen m 
Paholainen (d. i. der Böfe) u. Junta 
das) find dem Chriſtenthum, Piru 
der Mythologie der Lituflariichen Völ 
Die Ajatar pflegte bie Jäger in bie‘ 
ren; über bie Natur der Horna ob. 
nichts bekannt. Daffelbe gilt von $ 
Kanımo, der über die Steine, fowie vo 
nen, ber liber die Klippen berrfchte. 
Geſetz, Tugend u. Gerechtigkeit haben 
nen feinen Beſchützer unter ben Götter 
biefe befümmeru fi nur um bie zeitlie 
niffe des Menfchen. Göttin ber Liebe 
mieli; vielleicht gab e8 früher auch « 
gett Namens Tempo. Gott bes Schla 
der Träume Untamo. Munnu be 
frantheiten, Die Gcttin femmas Wu 
derte Schmerzen; die Suonetar ſpan 
Adern u. wurde bei Berfeßungen biefer 
angerufen. Die Sinettäret waren 
die Kanka batteret beim Weben be 
ber Reife murde Matla-Teppo (kt 
Stephan) angerufen; verborgene Sch 
Aarni in Obhut gegeben. 

Die meiften Finniſchen Völler Haben | 
an ein Fortleben jenjeit des Grabes be 
beehrten bie alten Sinnen ihre Tubten ı 
u. Feſten u. riefen fie um Hüffe n. um 
Die Geifter der Berfiorbenen wer 
jhiebenen Namen benannt, ale Manalai! 
gäifet, Ködpelit, Keijuifet, Beijet: n 


anifche Wipthelogie bis Finnifche Sprache u; Sitenalueı:; 200 


n6 verichiebenen Urſachen oft auf 
ı u. den Menichen Schaden zufüg⸗ 
iger Wohnſitz war jeboch unter ber 
abe; nach der einen in den Runen 
tenden Anfıcht lebten fie ein Schat⸗ 
be fort, nach ber anderen wurben 
Rimmten Orte unter ber Erbe, im 
Rana:a verfammelt. Die Geiſter 
mn waren vor. gewifien Gottheiten 
herrſchten verzugemweife über bie 
Bewohner Kalma; ale Beherr- 
B tritt Zuoni od. Mana auf. 
die Unterwelt faR eben fo beſchaffen, 
„ch Allee, was fie in ihrem Schoße 
iner böſen, büfteren u. gefübriichen 
egenftände ebenjomohl, wie bie per- 
. Zuoni iſt eine firenge, unbeng- 
an achte ſich benfelben als einen 
it drei Fingern u. einem auf bie 
bhängenden Hute; feine Gattin 
ed. Tuonelan emäntä iſt eine alte 
® Fingern u. vergerrtem Kinn, bie 
Schlangen u. Fröſchen bewirthete. 
henungowerthen Götterſchaar Tuo- 
me der blutdürſtige, raubgierige 
zit feinen eiſenſpitzigen Hacken⸗ 
me Anzahl von Töchtern, bie den 
kamen Tuonen tpttäret, Mamutta- 
et führen. Unter denjelben wirb bie 
etar am bäufigften genannt; Lo⸗ 
ſcheußlichfte derſelben. Eine britte 
⸗tytts (Kraukheitotochter) iſt die 
er Krankheiten u. theilt dieſe Func⸗ 
kidatar od. Wammatar, ber 
mf£beiten u. merzen (die durch 
Reben). Obgleich man bie Unter⸗ 
ntlich fürchtete, wurben boch von 
fen dahin angeftellt, wie von Wäi⸗ 


tchen Voller überhaupt, fo machen 
& die Finnen einen Unterfchieb zwi⸗ 
rwähnten Göttern n. ben Geiftern 
Die Haltia, Tonttu, Maahiſet, Ka⸗ 
ätfet u. Bara fügten ben Menfichen 
es gu. Die Tonttu, wie bie Bara 
Urfprungs, waren Hausgeifter, bie 
en Angelegenheiten Hülfe u. Bei⸗ 
n; ber Para liefert feinem Beſitzer 
au ri * an, bie 
ingular Maahinen eine eigene 
r, bie fih in ber Erbe, unter Bäu⸗ 
nu. Schwellen aufhalten, unſichtbar, 
fein u. von menfchlicher GeRalt find 
nifchen Zwergen n. Erbmännden 
Fee find die Schußgeifter für 

Raturgegenflänve, ale Haine, 
, Berge. Manche Krankheiten wur⸗ 
innen für Dämonen böjer Art ge- 
: berfelben hatten Thiergeftalt, wie 
wurm), Hammas mato (ber Zahn 
: werben ala menfchliche Weſen ge- 
res gile ausbrüdiich vom ven neu 
e die som Winde geſchwängerte Le⸗ 
:achte , nämlich Seitenſtechen, Gicht, 
Geſchwũre, Ausichlag, Peſt x. 
unbene gofbene Zeit, — Got⸗ 
ttenseinheit berrichte, Reichthum u. 
breitet, Rrantheiten 


Alen. & Nu. Vi 


Menſchen von außergewöhnlicher Stärke u. hoher 
Weisheit begabt waren, lanuıten auch bie Finke, 
deren große Heiden in berfelben lebten u. wirften. Die 
Heroen der innen bilden eine Art Mittelfiufe zwi⸗ 
chen Göttern u. Menſchen; Witmämbinen u. Iimes 
rinen ffammen von eier bimmlifchen Jungfran, ber 
Ilmatar; bie gefeiertfien Localitäten ber finniſchen 
Heldenfage, wie fie in ben Runen vorliegt, find Ka⸗ 
jevala, Die Heimath Wäinämdinens (f. d.), u. Babe 
lola, der nörblidge, fappiiche Theil (ſ. Kalevala). 
Allgemein bei ben Finnen, wie bei ben verwandten 
Bollern, if Die Verehrung von®ergenu.Felfen, 
fowie von Flüſſen, Seen u. Quellen. Auch gab es 
heilige Bäume; noch Heutzutage wirb die Eber⸗ 
eiche mit einer gewiflen heiligen Schen betrachtet. 
Dies galt auch von gewiſſen Steinen, die ſie als Auf⸗ 
enthalt von Göttern u. Dämonen betrachteten. Von 
ZT hieren genofien außer ben Bären auch nerfchie- 
bene Vögel (der Adler, Die Ente, der Kududı ſowie 
andy bie Biene (Mehiläinen) ein gewiſſes Anfeben. 
Den Hausgeiftern wurde von allem Bier u. Brod 
bie erſte Gabe geopfert; neue Hausbemobner brach⸗ 
ten ihnen Salz, Brod u. Vier; bei jebem Schmale 
legte man für fie etwas zurüd. Gemeinteopfer 
wurben bei den vier großen Feſten gebracht, zur 
Eaatzeit, zur Ernte, wo ein feit dem Friljahre nicht 
geichorenes Lamm geopfert wurde, im Herbſte m. 
zum Bärenfeſt; viele Gebräude, bie bei anteren 
Feten üblich waren, haben ſich auch nach Einfüh⸗ 
rung tes Chriſtenthums erhalten. Auch Menſchen⸗ 
opfer wurten gebradt. Tempelu. Götterbil⸗ 
ber batten tie Binnen nicht: in den flantinaviichen 
Sagen wird ein Bild des Inmala in einer tempel- 
artigen Umzäunung ermwäbnt, weiches tie Biarmier 
an den Ufern ber Derina befaßen. Vgl. vencquiſt, De 
superstitione veterum Fennorum theoretica 
et practica. Abo 1752; Ganander, Mythologia 
Fennion., Abo 1789 (deutſch von Peterion in den 
Beiträgen zur Kemntniß ter eftniichen Sprache, 
Heft 14, Neval 1521); Caftren, Berlefungen über 
die &. M., berausgeg. von Schiefner, Beterab. 1853. 
Finniſche Sprache n. Kiteratur. Die F. S, 
u der Baltiſchen Gruppe der Finniſchen Sprach⸗ 
—* u. mit dieſer zu Dem großen Altaiſchen 
Sprachſtamme gehörig, ift nächſt ber Diagvariichen 
bie ausgebildetſie u. Itterarifch-cultivirtefte Der gan⸗ 
en Gruppe. Sie wird von erma 11 DAL. Finnen 
im eigehtliden Finnland u. Zbeilen der angrenzen⸗ 
den ruifiihen Gouvernements Petersburg, Olonez 
u. Twer, jedoch nur von dem Volle geiprechen, ba 
im eigentlichen Finnland Das Schwehifche, in ben 
ruffiihen Gouvernements das Ruſſiſche bie Sprache 
ber Regierung, ſowie der Gebilteten if. Arber 
war das Finniſche weniger berüdfichtigt; erſt feit 
etwa zwei Jahrzehnten gibt fi das patriotiſche 
Streben kund, das Finniſche nicht blos zu einer 
Literaturfprache, ſondern womöglich auch zur allge» 
meinen Landesſprache zu erheben. Centralpunkt 
biefer national-finnifchen Propaganda, ferwie übere 
baupt des geiftigen Yebens in Rinnlant, ift vie Kine 
niſche Fiteraturgefellichaft, welche Die bedeutendſten 
Seifter des Landes umfaßt u. bie Meinungen lenkt. 


| Man ift nicht ohne Erſolg bemüht, bie Sprö⸗ 


bigleit ter Sprache zu überminden u. biefelbe 
ſelbſt für bie wifienfchaftlicge Proſa u. moderne 
Borfie fähig zu machen. Die Dialekte des Finni- 
ſchen find noch wenig erforicht; im Allgemeinen un« 


unbelaunt, bie | teriheibet man den öſtlichen ob. Rareliiäen, ben 


 Finnife Eprache u. Literatur bis Finnland (Gevge.:u; Cktift) 


alterthämlichften, aber and ungebilbetfien von allen; | 


ferher den fübfinnifchen (um Abo u. Helfingfors), 
aus welchen fich vorgugemeife die Schriftiprache ger 
bildet hat, u. ben Öfterbottnifchen. Das Finniſche 
wird mit beutichen ob. lateinischen Buchftaben ge- 
fchrieben, boch fehlt von ben Conſonanten c, fu. q, 
— en die Sprache reich an Diphthongen iſt. Als 


nanten b, d, g werben gewöhnlich hart ausgeipro- 
ig u. 


von ish Bater, isanı mein Vater, isäs dein Vater, 
isänsä fein Vater, isaämme unſer Vater, isänne 
euer Vater, isänsänsä ihr Bater. Das Berbum 
bat 2 Numeri, 3 Perſonen, 2 einfadhe Tempora 
(Bräfens n. Präteritum), 5 Modi (Anbicativ, Im- 
perativ, Conjunctiv, Infinitiv u. Participium), 
auch neben Dem Activum ein Paſſivum, u. abgelei- 
tete Formen für Factitiva, Iterativa u. dgl. Inder 
negativen Conjugation wird die Negation flectirt, 
u. das Verbum bleibt unverändert; 3. B. von ra- 
kastaa lieben, en rakasta ich liche nicht, et ra- 
kasta bu liebft nicht, ei rakasta er liebt nicht, 
emme rakasta mir lieben nicht, ette rnkasta ihr 
liebt nicht, ei rakasta fie lieben nicht. Es gibt 
PBoftpofitionen flatt der Präpofitionen. Sie 
nehmen theils den Nominativ, theil® den Genitiv 
zu ih, u. die Bronomina werben ihnen fuffigirt, 
3. ®. kansansa mit ihm (von kansa). Für bie 
Bildung abgeleiteter Wörter befitt die %. ©. einen 
großen Reichthum an Formen. Die Conftruc- 
tion ift der deutſchen u. lateinischen ziemlich gleich; 
bie Negation fteht ftets zu Anfange des Gates. Der 
Unfang bee Bater-Unfers lautet: isä mei- 
dän, joka olet taiwaisa, pyhitetty olkon sinun 
nimes, d. h. Mater unfer, weicher bift Himmeln-in, 
gebeitigt fei bein Namıe- bein. Grammatiken liefer- 
ten Vhael, Abo 1733; Etrablmanı, Petersb. 1816; 
Inden, Witerg 1818; Beder, Abo 1824; Euren, 
ebd. 1849, u. Renvall, ebt. 1540; die beften Wör- 
terbliher Renvall, ebd. 1826, 2 Bde., u. Lönnrot, 
Helfingf. 1553; ein großes Mörterbuch mirb von 
ber Finniſchen Literaturgefellfchaft bearbeitet. 

‚Bon bohem Wertbe in bie nationale Fin niſche 
Literatur; die Finnen befigen eine ungemein reiche 
u. ihoneBoltspnefie, welche in neuerer Zeit nicht 


blos in der Heimath, fonberm auch im Antlact 
Deutichland, die verdiente 

Die zahlreichen. Lieber ob. Runen 

eiche unter bem Volle leben, kann mus 
thiſche u. lyriſche eintheilen; le werben sen 
Sängern (Runolainen) nach ber Kantele 
fünf Metallfaiten beſpannten, nach ber &% 
Herus MWäinämdinen erfundbenen Nati 
ment gelungen. Auch Frauen tratenals 
auf. Außer biefen gibt es noch Zanbers 
wut), bie aber nicht gelungen, Tonbern ir 
Zone langfam über dem Gegenftanbe, 
wirken follen, ausgeiprocyen werben. 
ber Aunen beſtehen aus zwei trochälfden 
— ⸗»— vl— vo u Ye Rem f ! 
die Alliteration; in jedem WBerfe müffen 
zmei Wörter alliteriren, jowie in ben F 
men nicht blos bie Anfangsbuchftaben eu 
fondern auch bie nachfolgenden Vecale # 
men. Dian kannte bie finnifche- Boll 
fragmentarifch au® den einzelnen Lieden 
von Schröter, Abo 1819, Topelins, chb. 
3 Bbe., R. v. Beder, Lönnrot belennt gem 
den waren, bis Letzterer fich das —* 
erwarb, bie aufgeſammelten Bruchttis 
Ganzen zu vereinigen u. 1835 dat z= 
Kalevala (f. b.) zu veröffentlichen. Sch 
ließ es fich die Finniſche Literaturgeſel 
Litteratur-Sälskap), welche ſeit 1844 
buch Suomi berausgieht, angel * 
fafſendere Sammlung ber epiſ 
verſchiedenſten Gegenden Finnlands zut 
als Ergebniß erſchien 1849 die zweite F 
Epos, welche von 12,000 auf 2% 
wachſen war. Gleichzeitig war man bel 
bie übrigen Reſte voltsthiimticher Dia 
Iommein. So gab zunächſt Rönuret wei 

anteletar, Helfingf. 1840, 3 Bbe,, 39 
Lieber u. 60 alte Balladen enthaltend; Sur 
san sanalaskuja, 1842, 7077 Sprüdwlk 
men kansan arwoituksia, 1834, 2. 
2188 Rätbjel; von Rubbälwirb eine Sa 
Bolksfagen (Suomen kansan ; 
1854 2c.) rebigirt. Unter ben Volle 
neuerer Zeit ift ber Bauer Paul Korke 
rühmteſten geworden, feine Lieber hat um 
fingf. 1548 herausgegeben. Mebrere i 
beimifhe Schweben haben fich auch m 
Dichter verfucht, mie Denn auch verſch 
diſche Dichtungen, 3. B. von Rumeberg,) 
klaſſiſche (Homer) u. neuere abenbiäubuig 
ius Finnische Übertragen worden find. 2 
literatur befteht faft nur im religiäfen 
für das Volk beſtimmten Schriften. | 
Zeftament wurbe bereits von Mich. 
jet, Stodh. 1548; von bemielben & 
ein heil des Alten Teflamentes 18 
vollſtändige Finniſche Bibel erfi 1642 
Nändiges Berzeihuig aller in Finnlach 
finniihen Bücher murbe unter VBenut 
bliotbet des finnischen Sammlers Bohte 
geftellt, Helſingf. 1854; eine Bibliog 
dierna Fenine gab Lillja berant, 
Fortſetzung 1549. 

Finnland, ein Großfürſtenthum, bed 
zum Ruſſiſchen Reiche gehört, aber 
Verwaltung, eigene Gejete u. Privilegi 
felben getreunt if. Grenzen: im 
































10. 
) 


vo 


Finnland (Geogr. u. Statiſt) 


orwegiſche Lappland, im NW. das 
ıppland m. die ſchwediſche Provim 
tm 8. der Botmiſche , 
inniſche Meerbufen. Areal: 0883,85 
agelhardt); ein Drittel befiefben wird 
. Sümpfe eingenommen, welche das 
m ber am reichfien bereäfferten ber 
Eigentliche Gebirge findet man im 
im nörblicden Lappland einzelne grö- 
jen, wie ter Peldoivi von 2000 Fuß, 
ıtur ven 1931 ⁊.; das game 
bt Maanfellä (d. 1. Lanbesrüden), 
Fuß auffeigenbe fanbige Hähenreibe, 
sen normegiichen Selfenriiden unter 
zpintunterit burch Kemi-Pappmarfen 
ftichen Grenze bei dem Talkunabivi 
dann an biefer Grenze fildlih bie 
binzieht u. von bier zwiſchen Ofter- 
38 u. Karelien, Savolals, Tawaſt⸗ 
kunta andererfeito als Waſſerſcheide 
riſchen Meerbuſen ſtreicht. Im 
eines Zugs ſendet Maanſelkä meh- 
kewärts, jo daß F. In fünf Waſſer⸗ 
KR wirt: das nördliche od. arktiſche, 
ke, der Enara, tur ben Barsjotifluß 
mänter; Las norbmefliche ob. oſter⸗ 
: Ben Uledfee (Oulujärvi) u. ken 
Beif, Dem Grenzfluffe gegen Schwe⸗ 
xioli, Iijoti, Wiei ( eu bes llleä- 
Ni; das ſüdweſtliche mit dem Central⸗ 
mit welchem zablreiche größere Seen 

fteben u. durch ten Kumo in ben 
eerbufen abfließt; das mittlere mit 
Bäjäne, melcher durch den Kymmene⸗ 
Finniſchen Meerbuſen in Verbindung 
ẽgedehnte öſtliche Waſſerſyſtem mit 
eEnonveſi, ber viele andere größere 
ı Rerkoften u. Oſten aufnimmt ır. fich 
berübmten Zaimafee ergieht. Der 
urch ten berühmten Imatrafall mit 
u. dur tiefen wiederum mit dem 
afee in Perkintung, ven welchem 
5. gebören. Durch ben Saimakanal ift 
cd Waſſerſyſtem direct mit tem Fin⸗ 
ufen (von Rilmanftrand bis Wiborg) 
g gelebt. Der Anbau tes Yan- 
Ber wachlen; die Ader u. Wiefen 
3,335,000 TZormmen Lantee, dennoch 
Jahren aus ben fruchtharften Yand- 
innland n. dem ſüdlichen Ofterbotten, 
brt werten. Am meiſten angebaut 
ur die Küften. Man berechnet den 
ihrlich auf 2, Mill. Tonnen Acggen, 
Re, 800,000 Hafer, 1% Mill. Kar- 
en, Buchmeizen n. Erhfen ewinnt 
jeringen Ongntitäten. Der Gewinn 
‚zu &t beträgt jährlich etma 50 Mill. 

ie Theil nach Rußland geht, u. 
Belle. Die Wälder (Birken u. Rabel- 
Brobducten ber Jagb u. Fiſcherei, 
nrptreichthuum bes Landes: Theer u. 
ı Bef. nah England ausgeführt. Ren 
ı finden fi nur Bleierz, Schwefel, 
veridjiebene Eifenerze, bei. Sumpf⸗ 
miſch gewonnen wirt Kupfer u. Giien. 
ben Baummollegmwaaren, fir 


'eberma Lichte n. Seife, l- 
a —— 


9 


anb bie finni⸗ 


Schifffahrt u. Handel; 1852 
ſche Hanbeloflone aus 470 Gaiffen mit 53,103 8 
Die Ausfuhr nach Rußland betrug 566,282 R 


Silber, nah Schweden n. Rormegem 307,249, ne 
anderen auslänbifchen Orten 1,662,4 
2,535,940 Rubel Silber; die Einfuhr: 


562,599, aus anderen Ländern 3,097,843, zuſam⸗ 
men alfo 6,705,275 Rubel Silber. In Serlehung 
auf ten Waarenumſatz folgen die 22 ſinniſchen Häfen 
in folgender Ordnung: Abe, Helfingfore, Wibor 
Chriftineſtad, Uteiborg, Bidrnekorg, Borgd, Waſa 
(jetzt Nikolaiſtad), Lowiſa, Kreberifehamn, Nyſtab, 
Gamla Karleby, Brahefiad, Ekenäs, Haurmä, 
Jakobſtad, Ny⸗Karlebv, Degerby, Kabls, Torneä, 
Nädendal u. Ederd. Die Furth ift am größten 
von Wiborg, dann von Abo u. Uleäborg. Der 
Binnenbandel benutzt im Winter Die Schlittenbahn, 
im Sommer tie Wafferzüge (bef. bes Uled- u. bes 
Saimafees) u. Die Kiiftenichifffabrt. 1850 hatte F. 
7 Beuerbafen. Bevölkerung: 1,660,762 Seelen 
(nah Koppen im Jahre 1851), darunter etwa 
1000 Lappen, 125,000 Schweden (Kinnländer), 
8000 Nuffen, 400 Deutiche u. 1000 Zigeuner; das 
übrige der Natienalität nach reine Finnen. Mit Aus» 
nahme ber &000 Ruſſen u. von 39,144 Sinnen (in 
ben Länen Wiborg u. Kuopio), bie der Ruffiſch⸗ 
Griechiſchen Kirche angebören, find alle Lutheraner. 
Die Bermaltung A-4 it begründet durch Die 
Manifefe vom 15. März 1809 u. 9. Bebr. 1916, 
weiche Kaifer Nikolaus I. am 12. Dectr. 1825 m. 
Aleranter IT. am 3. März 1855 beflätigten. Seit 
dem 6. Decbr. 1934 werden bie Angelegenbeiten 
8 durch einen Minifterfiaatefecretär bes Groß⸗ 
MentHume vor ten Monarchen gebradht; bas 
Banze vermaltet ein Generalgouverneur, unter ihm 
fungtren die Gouverneure Der acht Läne oh. Gon- 
vernements. Iſt Der Generalgouvernenr abweſend 
ob. bebindert, fo wird er durch feinen Adjuneten 
vertreten. Regiernngeſitz iſt Selfingfore; daſelbſt 
tagt auch ber ſinnländiſche Senat, Der aus 16 Mit⸗ 
gliedern beſtebt, von denen je 7 mit einem Bice- 
präfibenten das Juſtiz⸗ u. das Ofoncmiebeparte- 
ment kilten. Die Provinzialvermaltung ber acht 
äne beſchränkt fih vornebmlich auf tie oberſte 
tonemie « u. PRolizeiverwaltung u. bie Auellbung 
ter Executivgewalt. Die acht Yäne find: Wibo 
(771,7 OM. mit 275,953 Em.), Abe (452,3 O 
mit 295,603 Ew.), Kuopio (815,3 DM. mit 
200,201 Ew.), Noland (209,2 DM. mit 160,978 
Em.), St. Michel (130,7 CM. mit 149,550 Em.), 
Tawaſtehus (35%, CM. mit 154,121 Ew), Utel. 
berg (3040 OM. mit 160,172 Em.) u. Wafa 
(175,8 DOM. n. 263,885 Ew.). In kirchlicher We 
jiebung zerfällt F. in Lie brei Bierhilmer bo, 
Borgi u. Kuopio, denen 39 Propfteien, 487 luthe⸗ 
riſche Kirchen, 219 Paftorate, 515 Capellanſtellen n. 
223 Schulſtellen untergeordnet ft. Die Juſtiz⸗ 
pflege üben drei Hefgerichte zn Abo, Waſa u. Wi⸗ 
borg, benen ſämmtliche Untergerichte in ben Städten 
u. auf bem Lande untergeortnet find. Die unterfte 
Inſtanz auf dem Lante kilben die Häradegerichte; 
in zweiter entſcheidet das Lagmansgericht, beren 
fich in jedem Lagſaga ob. Gerichtsiprengel eins be⸗ 
findet. Bon Unterrichtsanftalten beſtehen in 
F.: eine Univerfität in Helfingfere mit 45 Lehrern m. 
etwa 350 etubenten (bie 1020 in Tan Gym 
nafien (Borgd, ko u. W 4 13 gegtp 


202 Finnland (Geſch) 
eh. höhere Elementarſchulen, eine Cadettenſchule 
ar 21.2ehrern u. 140 Schülern. Unter ben 
kehrten Eee find die Societät der Wi m 
ſchaften (geftiftet 14. IR April 1838) u. bie 
de eſellſchaft (jeit 16. März 1831), 
n Be 
befteht auch et 1947 ein Kunfiverein. Bat feine 
beſondere Militärverfaffung; das Militär ve» 
erutirt ih aus % — u. beſteht aus dem 
Scharfihütenbatatllon der Leibgarde von vier n. der 
finnifchen Seeequipage non acht Compagnien. 


gior®, hervorzuheben. Ebendaſelbſt 


erſten 
Das ruſſiſche Militär, welches im Lande Liegt, ſteht 
U ar, De als Lehn erhalten hatte, du —* 


unter den allgemeinen ruſſiſchen Autoritäten, jeboch 
0, baß der Generalgouverneur zugleih Comman⸗ 
irender ber ruffifchen Truppen in %. ifl. Die wich⸗ 
tigften Feſtungen bes Landes find: Sweaborg (das 
nordifche Gibraltar), Hangdud u. das 1854 zer⸗ 
Rörte Bomarſund. Die Einkünfte bes Landes, 
etwa 24 Mill. Rubel Silber, überfteigen bie Ausd« 
eben: r jährliche Überfchuß von etwa 80,000 Ru- 
{m wird zu gemeinnützigen Unternehmun en ver⸗ 
wendet. Das Wappen zeigt einen mit Rufen um⸗ 
gebenen 9 goldenen Löwen, in ber vorberen Tatze ein 
loßes Schwert haltend, mit ber linfen auf einen 
Sübel tretend, Alles in "rotem Felde. Vgl. Rübe, 
.n. feine ewohner, g 13 Knorring, Gamla 
inland, Abo 1833; u, 5. u. bie Finn⸗ 
der, Lpz. 1843; —— Kuſſhche Denkmäler, 
Samb. 1837, 2 Se; Galiyin, La Finlande, 
Par. 1852, 2 Bbe.; Rein, Statiftifche Darftellun 
des ——— F., Helſingf. 1853, 3. Aufl 
Finnland (Geld). Der Name ber Finnen 
war ſchon dem Tacitus u. Btolemäus belannt, fie 
biegen Fenni u. Bhinni u. waren ein armes, 
nur von Ja ir u. Kräutern lebendes Boll, bad ſich 
mit Fellen beffeibete u. auf der bloßen Erbe ichlief. 
Doch find das nicht jene, im jetigen f5. wohnen» 
ben Stämme, fonbern mehr bie Urali en Finnen, 
bie mit i un tamm ar das europällhe u. 
aſiatiſche dt am Ura lich bis nad Preußen 
herein bewohnten. Den Namen Finnen haben in- 
deß erft bie ec wieder ur gebracht, fie 
ſelbſt nennen fd Souomen u. i 
— —— 
den befannt gewordenen Fi 
BIT. u. machten 
am durch Seeräuberei 
Saro Grammaticus erz 


„u. biefe, durch die Schwe⸗ 
innen find —5— 
die — ren Nach⸗ 
efürchtet. Di fie, wie 
ft, ſchon früher unter 


— gelebt haben, iſt groeifefhaft wenigſtens 


ie von ihm angeführten Königsnamen nicht 
— Zuerſt verſuchten die Schweden, welche — 
ven Raubzügen am meiſten zu leiden hatten, 
zu unterwerfen. 1156 (1157) landete König ri 
Der Heilige von Schweden mit bem Bifhof von 
Upfala auf der Südweſtlüſte, befchrte bie Einw. 
aiht zum Chriſtenthum, baute bie Kirche in 
Räbamäli n. gründete babei bie Gtabt Abo. Ob- 
— der Biſchof bald von den Finnen ermordet, 
ie Finnen auch ge dr Schweden von Nowgorod 
unterflüht u. Abo berbrammt wurde, ließen bie 


Soeben von ber ——— F⸗s doch nicht ab. 
ar 


Doch gelang es erfi Birger Jatl 1249, bie Er- 
oberung bern; er gründete bas Sälo Ta⸗ 
waſtborg u. führte bas hriſtenthum mit t 
ein. Torkel Knutfon, Vormund Köni Be N 
eroberte 1293 Karelien u. erbaute dis iborg. 
fien non Romgorob wurden eiferfüchtig, auf di 
den, zogen 1318 mit einer 


verlie 
der ſchwediſchen Herrſchaft zufrieden 


trachtete nach dem 
Tilfiter Frieden in einem g 


r Land Souo⸗ 
| vum Waffenſtillſtand zu 





sis Flunmarken 
Kur gegen fie aus, gefäcten 4 Abe 


o, bes Bi — 

——— : N ie 
a ben Schweden, n. fie traten 
Bertrage zu ——e . ab, bat 


ale Herzogthum erbie t feit 136. 
— u. gemöhni an Aw 
ben wurde. Doch waren bie Fi 


men 1357 von Schweben 08. or 
ee Könige Magnus, welcher 


Throne geflogen wurde, wurden abeı 
worfen. 1528 wurde in F. bie He 
Schweden aus durch Martin Sky 
Bon Guſtav Walıs Söhnen a 
ältefle aus ber zweiten 

vergebens, fih unabhän q J 
Erich zu machen. So $ blieb a 
bifche Provinz, bis im Nordiſchen Kri 
ben ſildoſtlichſten Theil mit_Wibor, 
eroberten, ber ihnen im Frieden 
30. Aug. 1721 abgetreten wur 
oberten es die ARuffen ſaſt : ganı, g 


| opt garı verwüßtet, im 


EN urdd u. Sehielten n 
* Pe Stüd bes Landes mit 
Nyflott, Frederikehanm u. Savolaz, 
mit bem 1721 riworbenen zufanım 
vernement — ebildet wurde. 
tz von ganz f 


leons Connivenz dazu. AL daher 
Bündniß mit England treu blieb, 

20. Febr. 1808 ein ruſſiſches Heer umi 
in F. ein, befiegte Die Schweben uni 
nahm am 23. März Abo u. bereits 1.9 


| Einverieibnng F⸗s in das Rx 


erflärt. Vollendet wurde ber Sieg de 
die Auslieferung Sweaborgo u. ki 
Scherenflotte. Zwar fiegten bie Sch 
au See bei Baltiihport, aber bie ' 
rwais am 14. Sept.nöthigte ben Rd 
ochto am. 
ußland u. zum Vertrag zu Ollioli 
1808, wonach Rußland im SAN, | 
bem Brichen von an 
welchen Guſtavs olger, &ı 
Rußland ſchloß, ac any m 


ſchen Provinzen Kymenegärb, 


hue, Abo, Biörneburg mit ben 

volake, Rarelien, Uleäborg u. ein 
Weiterbotten bis zum Xorneä (54 
898,000 — formlich an Rußland 
1811 alle biefe Provinzen zu einem 
dem Titel Großfürftentbum 5 
kamen alle Völker finnif 


agyaren au —— d u 
—— ung u. erg 
Ä and, Ge , 
w Ser rſchau —RAX einer 


in un ‚1601809, Riga 184 
ufen, |. . Magnufen 
‚ı)im Mittelalter bi 


—E Bene Fi in bem 


kin; 2) jetzt 


Siupwol „bie Finthen 
F Ablich — 
applaub 


wegene n. en 
and n. das Sh 
das Fismeer, im ED an das Ruf- 
wirb ven Zweigen bee Kiölen- 
hzogen, tt benen Her be Fare⸗ 
Storvanbef.eib 3300 F. bo u. a. 
ie Küften find durch viele Buchten 
elubring — Meerrarme — 
die —* der in 
en haben; fo der Alten» u. Tana⸗ 
n Ülten no. Tana⸗Elf benannt; 
aranger-, Parfanger- Fiord; viele 


en in das Meer hiuans, wie Die 
pas, das Norbcap auf ber Juſel 


Kyn, Alten⸗Näß, Kors⸗Näß u. a. 
ehört — Auzahl von Juſeln 
uiſderes Rtima haben, 
—* herrſcht; im Ganzen iſt es 
ini Hocionmer bleibt die Sonne 
Tag u. Nacht fihtbar, im Winter 
eborgen; bie Birke fonumt fort bis 
von Hanmerfef (70° 25° nörhl. 
te bis Talvig, 70° ; Gerfte di ebeiht 
mf, wie auch Kartoffeln u. 
—— De 
aßt Ziegen, Rindvieh, 

letteren, al® Zugth A 
254 O M., mit 54,000 Ew. F 
enden Finfappen, in den ' 
ıarfen u. Tromsoe⸗Senjen 
and aumfaffen; *— 

AUMlichſte u. nordliche 
Blanb durch das — 
eingetheilt in die 3 Bart 
R-Fimnmarlen; 13 ‚000 & 
tan), |. u. Balaanoptera B). 
torf im Diftrict Como der Tom- 
im Como; fhöne Lanbhäufer u. 
mathematifger u. muflle- 
nte ; 


Figur bes Italieniſchen Theaters, 


Fuß im Kreiſe Oberbarnim des 
a irfes — 9 ringt 
mundet bei Liepe links in ber; 
berswalbe an iſt er —X beißt 


fie 
ag Alton, 


we u. führt in die Oder mittelfi bes 


n Werbelliner Kanals; 8) 8.-Raual, 
ft: beginnt bei Liebenwalte in ber 
D. gerichtet u. münbet bei Neu⸗ 
e in bie fanalifirte F., wodurch 
erbunden werden. Gr wurde fon 
aber erft unter Sriebri IL von 
DT a. 1767 noch ermeitert, if 
. breit u. bat 17 Säleufen. 

R — anal gegen 6000 Kähne, u. 
fine Menge von Yläßhoh auf dem⸗ 


b. Basen, Beſchreibung des F.⸗Ka⸗ | 
Gut mit Kanonengleßerei u. | 


ich piele Nifinge in Einfäpinge-Fän 
; Miteralquelle. 
br. mein), Dieiflon von Lon- 


N In Eradfoims-Län Sqhweden); 


ſchwediſchen en Sta. 
ee 
Be. —— 


iſt theilweiſe mit Mondmil 


| fabrifen, einen et 





208 


= Grenze bes Cantons Malie, 13,159 Fuß hoch, 
ein fleiler Granitlegel, wet einge von weit aus⸗ 
gebehnten Gletſchern umgeben ifl; gegen Norden 
ka von ihm ame bie Srindehwalbalenieher 2. bie 
feticher,, getrennt durch einen vom F. 
ih — Seb rgeftod, beffen höher 
Bu or ; gegen Süden liegen bie 
—2 tel des F. iſt nicht mit 
ee bebedt, da dieſer an ben Ihroffen Wänden 
nicht haften kann. Zweimal If die hoͤchſte Spike 
(tie Nadel) erftiegen; das erfie Mal 1829, das 
— en ud. "Eulzer aus Bajel 1542 von 
el aus 
nfterberg, Spite bes Thllringer Waldes, 
an ber Slorkaren bes — Henneberg, 
nordöfllich von Suhl; 2941 hoch. 
Finſtere Kammer, 1)( —* io v. w. Ca- 
mera obscura; 8) ($reim.), ‚Vorbereitungsort, 
in welchen ber Aufzunehmende rimalmäßig vor ber 


Aufnahme A 
nftere® Zeug dw.), fo v. w. Jagdtücher. 
loch, fe eu fange . im Oberamte 
Gmünd bes mäürtten: raifıhen arttreliee am 
eg; ht ne Annere 


ae Abhang des Rofen) 
nflermadgen (Bogelf.), fo v. w. > fen 4 
nflermüng, Ba ar n — m Leis 
bündten im Berl Inn, 28 ber tem Meere; 
Berge ice — — — einen maſ⸗ 
hurm gebed ch wurte im März 1799 
von ben — —— 

Finſterniß, 1) (Aftron., "Eltipfen), Berfin- 
flerungen ber Himmel Slörper heißen tiejenigen 
rl am Himmel, bei benen a) ber Boll- 

in ben Schatten ber Erde eintritt u. da⸗ 
buch fein Licht verliert, |. chaubfaßernß: b) ber 
Neumond gerade vor bie Eonne zu fliehen kommt 
. dadurch diefe verbedt, ſ. Sonnen van c) 
ber erfle u. zweite Fall bei ben andern von 
= a Seen — ſtattfindet, ſ. —*8 
abanten-Verfiniterungen. Von dieſen Sen unter- 
(ein ſich gif —— t durch Planeten 
die Eternbededungen, fowie bie Plauetenbe⸗ 
bedungen durch Planeten. Die Fee haben nicht nur 
einen aftronomifchen Ruben, indem ihre Beobach- 
tungen bangen jur SU LRUNG ber — Länge 


onbern fie werben au — für den 
— — ihres Zufammentreffens mit wichtigen hiſtori⸗ 
eu Sreigniffen, beren Datum zu alien Re 


bann bienen, intem ſich bie — R 
— ber hronslogiichen in Übereinfimmung * 
9 Havptiige®), Lu Zehn Biagen 
0 Tanne fie eklig bt n — 
udau ee eg erun irles Fra 
jurt; hat Schloß, : * Leinwand⸗ 
üt u. 6000 Ew. 
Finte, 1) (v. ital. Finte, erdichtet), in ber Fecht⸗ 
kunſt eine Bewegung mit ber blaufen Waffe, weiche 
t wird, um ben Gegner über ben beabftchtig- 
Hieb od. Stoß zu täuſchen, f. u. Fechtlunſt I. ») 
du II. a) b); 2) bildlich für Kunfigriff, Lüge u. 


Fintelmannta (F. Kunth J gehört zu Trile- 

pie Nees., Pfla BGE aus ber Familie der 

Crperacene- Iyneae; Wrt: F,restioides, bei 
Rio Janeiro. 

Finthen (Fontheim, Ad — Dorf, 


| 1% Epmupbe non IRainz, ira Rrrtfe Mahn der genß- 


Finto (ital.), erbichtet, fingirt, f. Conto finto. 
Finr, Srasmus, genannt Francisci von ſei⸗ 
nem Bater Kraneiscus, welcher ee rg 
Kath war, geb. 1627 in Lübeck, Mubirte Kechte- 
gelehrfamteit u. Lebte dann in Nürnberg als Privat 


mann, wo er fih mit fhriftflelleriigen Arbeiten 


beſchãftigte; 1688 befam er ben Titel ale Hoben- 
loheſcher Rath u. fl. 1694; er ſchr.: Geiſtliche Gold» 
Tammer der buffertigen, gottverlangenben u. Jeſus 
verliebten Seelen, Nürmb. 1675; Geelenlabende 
Nubeftunden, ebd. 1676; Geifllicher Er ie 
ebd. 1675; Letzte Recheuſchaft jeglicher Menfchen, 


ebd. 1681; Brennende Lampen ber Klugen, ebd. 1684. 


Fiocchi (ital., fpr. Fiodi), 1) Klode, Büfchel, | 


Quaſte; in F., ſo v. w. gepußt, in Pracht; bei. 
2) große, Marke, feidene Duaften mit goltenen u. 
filbernen Erepinen, Kopfputz für Wagenpferbe, in 
mehreren Staaten Vorrecht für Prinzen von Ge- 
Vüt, Kammerxherxen, in Rom für Karbinäle. 

fi ital., Muf.), heiſer, leiſe, ſchwach. 

Fliolblock Wiolinblock, Seew.), zweiſcheibi⸗ 
ger Block, deſſen beide Scheiben ſenkrecht über ein⸗ 
ander flehen ; das Gehäuſe erhält hierdurch die Form 
der Ziffer 8 (daher fein Name). 

Fidna, weiblicher Vorname, bei Oſſian: bas 
reizenbe Mädchen. 

Fiöra (ſonſt Armine od. Armenta), Fluß in Ita⸗ 
lien, entipringt im iſchen Diftriet Siena bei 
Arcidoſſo u. mänbet in ber römifcgen Delegation 
Biterbo in das Tyrrheniſche Meer. 

Fioravanti, 1) Leonarbo, von Bologna, 


Charletan bes 16. Jahrh.; hielt fih an mehreren. 


Drten in Italien auf, nahm ben Doctor», Grafen- 


n. Rittertitel an u. R. 1588; er fhr.: Lo mo | 


di scienza universale, Beneb. 1564; Il com- 
pendio dei secreti ete., ebb.1571; La chirurgia, 
ebd. 1581 n. 8., auch oft Äberfeht ; von ihm ſtammt 
ein Balfam (Balsamum Fioravanti). 2) Ba- 
lentino, geb. 1768 in Rom, ftubirte t nnter 
Jamnaconi, beſuchte dann das Konfervatortum in 
Neapel u. trat 1791 als Componiſt auf. Als foldher 
lam er jeboch erft 1797 im Aufnahme, alser in Turin 
feine komiſche Oper: TI furbo contro il furbo, 
Kr Aufführung brachte. Bald darauf wurbe er 
tenbant ber Italieniſchen Oper in Lifſabon, ging 
son bort 1807 nah Paris ı. kehrte nach Neapel 
zurüd, wo er aud ferner für die Bihne arbeitete. 
1816 ernannte ihre ber Bapft zum Capellmeiſter an 
Gt. Peter, worauf er ih mit großem Eifer u. Er⸗ 
folg der Kirchenmuſik wibmete. Er fl. 1837 in 
Capua u, fette bie Opern: Il fabro Parigino, 
Virtuosi ambulanti, Raoul de Crequi, Gli 
amori di Domingio e d’Adelaide, Il Ciabat- 
tino u. Cantatrice villane, melde Iebtere fiber 
faſt alle — europäifchen Bühnen ging u. and) 
in Deutſchland nuter dem Namen bie Dorffängerin. 
nen fehr beliebt war. 
Fioraventi, Ridolfo, au Alberti Ari— 
penis, Diechaniker, Baumeifter u. Ingenieur 
e6 15. Jahrb., ans Bologna, vo er einen Thurm 
fammt ben Gloden auf einen 35 Schritte entfernten 
Plat verſetzte, richtete in Konto einen ſchiefen Thurm 
wieder auf, erbaute in Ungarn eine Enufireiche 
Brfide n..e 


in Ungart mitt feinen Bildn 


t bafür bie Srlaubirig vom Köuig, 
an ſchlagen. etwas Radyelig; untere Spelze fo lang 


Finte bie Fübringrae 
er 


„Worb (Kiorb, norweg. u. bäx 
Meerbuſen, meift in amımenfehum 
beren Worten gewöhnlich. 

Fire, 1) Eolantenio bel F. 
Neapel, blühte gegen Eude bes 14. : 
einer ber Erfien, welche ber flanb 
meile anichloflen, . Keine der ihm zu 
Werte läßt Me mit Sicherheit als bat 
Rellen. Cr foll erft 1444 geſtorben fe 
cobello del F., Maler aus Venebi 
Anfang des 15. Jahrh.; die Gemälde 
freuten fi eines großen Beifalle, bı 
wenige erhalten, darunter ein Erzenge 
ber Berliner Gallerie. Er war ber 
Carlo a 

Fiorentino, Dorf im Bezirk San 
neapolitanifchen —— Capitanata: 
1250 Kaiſer Friedrich 

S. Fiorenzo (St. Florent), 1) 
Norvküfte der franzoͤſiſchen Infel Cor 
feftigte Stabt daran im Arconbiffemen! 
Hafen, Schifffahrt u. Handel, Sifbermin 

Fiorenzudlo, Stabt am Arba im 
ſchen Diftrict Borgo S. Doniuo; Latein 
Bibliothek, verfallenes Schloß, Kanfbas 
dig 17. Februar 1814 Gefecht zwiſche 
u. 


fRerreichern. 


Fiorgyn (Lebengeber, nord. Rylh. 
aötin 


rigg. 

Fio Fan Jgnapio, geb. 171 
widmete fich ber Mufll unterXeo u. Du: 
nachdem er fih als Componiſt einen Ra 
hatte, 1752 Gapellmeifter in Braun! 
1762 in gleicher Sigenichaft nach Kaflel 


Fritzlar. Er ſetzte eine Anzahl Opern, | 


mofonte, Mandane, Il vincitore ı 
Artacerse, Andromeda. 2) Io 
Bruber bes Bor., geb. 1748 in Ham 
fih zum Maler auf ber Alabemie | 
ging 1767 nah Rom u. lebte von 1 
ologna. Rah Deutſchland zuridge 
fih in Braunfchweig nieder. 1781 
Gottingen als Aufleher ber Kupferſtich 
der Un tatebibliothet, wurde 17 
ber Philoſophie u. fl. 1821. Er ſchr 
meinte Grabmal Homers, Tp;. 179 
der zeichnenden Külnfte (von ihrer Wied 
Goti. 1798—1808, 5 Bhe. ; Kleine Sı 
ſtiſchen Inhalts, ebd. 1803— 6, 2 Bt 
ber zeichnenden Fünfte in Deutſchland u 


landen, Hann. 1815 — 20, 4 Be. 8) 


Sohn von F. 1), geb. 1753 in Braun! 
liniſt u. Componift, wurte 1783 Mu 
Riga, ging 1785 nad) Paris u. von br 
London; er fi. un 1824. Bon feinen €: 
für Streichmuſik, fir Klavier x. if f 
erhalten, außer feinen Etuden für ' 
berausgeg. von Ferd. David). 
Fioringrad, zuerft in England 
ſehr ergiebiges, dert ganzen Minter him 
faftige®, futtergebentes, bef. zur Mafl 
tes Futtergras: Agrostisstolonifers 
Schrad., häufig auch in Deutſchlaud 
Pligen. Es it dem Gemeinen Wiuthal 
garıs With.) Abnlih, aber bie Kiſpe U 
chtblüthig u. gelblichweiß, mit abſteh 
fen; Klappen gleich lang, oben au 


Norine bis Firley 
halb fo lung n. zweilpigig. Diele | 
England in 


Ranten reihenweiſe, 
aus einander, anf einem vorberei- 
epternber nat a. mit Compoſt 
5 Wachtthum fördernten Stoffen 
e Jahr mn das Feld von Unkraut 
rden, fpäter läßt das F. feine mehr 
& kann man es aus Gemen ziehen. 
ı wird von Thau u. Regen weniger 
bätigt Das Bieh friſt es gern, u. 
Kübe geben mebr u. beſſere Milch. 
mere, feit 1626 geprägte Silber⸗ 
ma zu 300 Quattrini od. 13 Lire — 
e 3u 50 Quattr., vgl. Florin. 

.), fo ©. w. Kiefeltuff. 
(Muf.), fo v. w. Eoloraturen. 
mfel mit gleichnamiger Hauptſtadt 
Inſel Kiu⸗ſiu, gehört zum Japa⸗ 
yafen. Hier 1609 erſte Niederlaſſung 
pen Dielen feit 1640 verlaflen. 
.w. Fierant. 
alte kurläudiſche Familie, von ber 
krigen Kriege ein Zweig nach Sachſen 
deburgiſchen anfälfig machte, wo 
rrnftand vom König von Preu- 
ne, jetiger Chef if: 1) Freiherr 
in des 1516 verflorbenen Freiberrn 
r 1794, ift prenßifcher General- 
it 1540 in zweiter Ehe vermählt 
on Rate. 2) Clotar, Grafvon 
bi: jüngerer Sohn des Bor. aus 
ringeffin Orbalie von Schönaich⸗ 
18. Mai 1624; er wırcde 1857 für 
den Grafenftand erhoben u. if feit 
mit Marie geb. Gräfin von Blan- 
6) vermäßlt. 
. ber Barapiefilhe, auch Firdaufi u. 
Zürten dirdew geiprechen), iR ber 
ößten Part Dichters ber Perier, 
1Ibu'1l Kaſim Mauſſur genannt 
entlich Haſan ben Iſhal ben 
heißt, u. um 932 n. Chr. im 
(nad Ant. Riſan) im Diftricte der 
@balb er au ten Beinamen Tuſi 
:ovinz Ahoraſan geboren war. Über 
ben ıft nicht® ficher ermittelt, bie er 
:ultans Mahmud von Ghasna er- 
w Brobe von 1000 Berſen jeiner 
Dichtung, tes Schahnameh (d. i. 
zit eben jo vielen Goldſtücken be⸗ 
Dichter für jeten felgenden Bere 
irftüd verſprach. Später fanl je- 
dunft des Fürften, fo daß er für die 
Berſe nur eben fo viele Silber⸗ 
. rächte fich dafür Durch eine Bittere 
hmud, welche ihn vollents in Un- 
Er reifte bochbetagt umher, war 
auch am Hofe ber Khalifen zu Bay- 
en Ente feines Lebens in Zus, mo 
ſtarb. Seine große Dichtung wurde 
anen, ber etwa 1000 Verſe (die Ge⸗ 
ſtaip) lieferte u. nach 30 Jahren  JUUY 
et Die Grundlage Eiltesen alte, mit 
en angefülllte Chronilen. Wenn Dar 
ich im ber Geſchichte ter Pocfie ein. 
ıg einnimmt, fo ifi ee jeboch ala Ge 
ır mit größter Borficht zu beuuten. 
Beidgichte Perfien® von den Alcjteu 


eiten bis zur Sroberung durch die Araber, vom 
ajumes, dem erfien König aus der Dynaftie der 
iſchdadier, bis auf Jesdidſchird III., dem letzten 
flaniden. Bon vorzũglicher Schönheit find meh⸗ 
zere einzelne Cpiſoden, mie die von bem Rational» 
beiden Außem. Die Handſchriften find febr ungleich; 
die reihhaltigfien haben ungefähr 56,000 Doppele 
verfe. Die ide vollfändige Ausgabe beforgte 
Zurner Dacan (Calc. 1829, 4 Vde. welche auch bie 
erwähnte Satyre enthält), unvollſtändig blieben bie 
von Lumsden (ebd. 1811, Bd. 1), ſowie 648 jetst Die 
trurifche Ausgabe von Mohl (Bar. 1828—46, Kol, 
1.—3. Br.). Eine engliſche Überfegung bes Ganzen 
begann Ebampion (Calc. 1785, 1.8b., Pond. 1790); 
eine freiedeutfche Bearbeitung Görres im Heldenbuch 
von Iran (Berl. 1520, 2 Vbe.); einzelne Stüde von 
Schad (Heldenſagen bes Firduſi, ebd. 1851, Epiſche 
Dichtungen aus bem Perfiichen des Firbuf,ehd.1853, 
2 Vde.). Die große Popularität, welde Kirbufiß 
Epos bei ten Perfern genicht, veranlaßte verſchie⸗ 
dene Auszüge, jo einen arabiſchen von Abul⸗Feteh⸗ 
Ica aus ben Fahre 127677 n. Ebr. u. einen per- 
Hihen von Schemſchir ⸗· Khan vom Jahre 1652 n. Chr. 
Letter wurde in Indien in Urduſprache (Hindo⸗ 
ſtani), fowie von Atlinſon ins Engliſche (Pont. 1632) 
übertragen. Außer feinem Epos hinterließ F. noch 
einen Divan u. ein romantiſches Gericht über bie 
Lieben des Juſuf u Der Zuleicha. 

Firenki, bei den Türfen ber Name ber Enro- 
päer, Aranlen; ihr Yand Mirenfilten. N. Vegb 
(Fürſt der Kranfen), bei ben Türken ber Papſt. 

renza, Statt, fo v. w. Florenz. 

irenzudle, Marlıfleden am Santerno in ber 
toecaniſcheu Provinz Florenz ; geiittiches Semiuar; 
1000 Em. Hier 921 Sieg Berengars über König 
Rudoli von Burgund. 

Birenzuole, Angelo, eigentlih Nanuini,geb. 
1493 in Florenz, war Advocat, trat in den geiſt⸗ 
lichen Stant u. ft. 1551 al Biſchof in Rein; YuR- 
ſpieldichter. Opere, Flor. 1763 — 66, 3 Vte. 

Birk (Förken, Fyrl), 1) frühere bänifche 
Kupferiheitemünge — 4 Skilling ob. 1,7 Pf., 
192 5. — 1 Reihsthlr., 2) frühere Kupfermüngze 
in Schweden — 1,9 Bi, 

Firkatan (türt.), Galeeren von 10—17 Ruber- 
käuten, 

Firkin (ſpr. Förliu) engliſches Biermaß — 
40,881 Litres. 

a Pofien. 

rley, polniiche® Geſchlecht, ſtammt aus dem 
gleihnamigen Marttfleden unweit Yubartow iu Ga⸗ 
lizien; 1) Nicolaus, Woiwode von Yublin; er 


ſchlug ben Großfürſten von Moskan, Bafllius, u. 


ten Aufrübrer Glinski am Dueper zurid u. vers 
filgie fie bis vor Vioslau; er ging dann mit dem 
Aöuige zu dem Monarchencongreſſe nah Wien, 
wurde 1515 Krongroßfelbherr ı. nach Preußen ine 
Feld gegen ten Deutfchen Orten geichidt; bier er- 
f bt er 1519 glänzende Siege, brachte Deutiche 
G lau, Schönberg, Eoltau, Gilgenburg, Hobenftein, 
Irebrungen, Raflenburg, Liebmühl, Oſterede u. 
Aulenſiein in feine Gewalt u. eroberte 1520 au 

Liarieuwerbder u. Preußiſch⸗Holland; den 26. Mus 
ver auch Brandenburg; vom Juli an begann ſich 
das Kriegoglück auf die Seite der Deutfchen Ritter 
zu neigen, dech errang auch F bedeutende Bortheile, 
ais durqh kaijerliche u. königlich ungariſche Vermit⸗ 
sclungum gebt. 1021 ein Waſjenſtillſiand auf Zahre 


en Reken 1826 
BE 


Sie nad 
= Eye 
545 ati — am ben'Mei tag zu Worms 
‚Bemühungen — 

mit Polen —— 


*5 ofen u. J —— Cm 
ee Bori k4 geb. 1574, wurde Camerarius, Hat 
m a 


elerenbar u. Brotonstar des 
IN.; m .. wurde er — König * 
ind IL zum 


j ba 60 
Ben yum Cab vom dee * 


u. Salj) = 36,00593 Fitres. 
1) 1) feftz' @) durd Übung ſicher; 


2 1) (lat) ſchriftlicher, mit Beobachtung 
berfümmlirben eher, — 
eo; 3. we über einen Kauf, Pacht; 2) (ital. Ra- 
ione, Ditta, fram. Raison) der gende lename 
er: Perfon ob.‘ der Taufttännifche Gefammt- 
ame 'einer Santa geſellſchaft, unter weichen 
dieſelbe gemerbe eſchüfte b 
u. welcher ale Unerlrit kei Yen 
betrieße dient: In Teßteren 
—* Sefelichaft als fo 
. N nſatz zu den € — a m 
ik Hr od. auch zuſammen, 
nur nicht nnd den el h — 
angenen a eim IE 
en ſt nach ———— beutfchen Hanbels⸗ 
ne bem Belieben ber Einzelnen überlaffen; 
EM is h —* rn * F 
fi er, wenigſtens nad Gemeinem te, 
— * Bei ber fene Hanbelsgefell- 
Ant =; ber — —I wirb bie F. in 
ber —* aus * a ber Geſellſchafter, ent 


ih er ob. der am Meiflen betheiligten, mit, 
in -Zufage & Compagnie gebilbet. och Täı 
& auf ben letzteren Zufaby etwas Beſtimmtes nicht 
J ba derſelbe auch ohne alle ——— vor» 
Tommt, ſowie auch die Namen län —* 
a den Mitglieber oft in 
tebit ber Sefell aft Br ‚4 


Bit, Bei ber Actienge 


ellſchaft wirb ber 
—S— en ben 


Behebung be bes —— 





Bee Bi. Fan 


E — 


er | u. ba 


| ber wo 


ame ! 





ten, ee 
tes Geſchaͤftsver⸗ 


—— * 


lehres in tragen, in —* 7 
wieſen. Zu Helen 
lich bie m den Yan 


erinnung 3€. 
ach. Brise werten mi; 
—— — annt ger 


su = bes 
fat „u. Compagnie“ unbe 

* rt aber ben —— al Per nit 

darf, wenn entweder Überhaupt fein 

ob. nur ftille Geſellſcha fter borbanbeı 

Code de commerce, Art. 21, ebenisi 

baber, wenn werm ber Maine bes bes: | 


8.651, 652). 
bes Inhabers ob. —— besd 
bie F. an Anbere abgetreten In 
ift dabei bem rreichif 

* —— welche ui had wer 

n feine Ham 

von Bon ob. —— een fein dei 
2 MWaarenborräthe” 


offenen Ha 
ewöhnlich auch amf einer Tafel überd 
fo mög Hänge wird, fo nennt ma 


u Zalel bie 


. ment (v. fat.),; ber PR 
ber Bor lellung der Alten, da ſolche 


dinm 
icınamentftein, im Handel 
rinan (tirk.), —* w. Sera 


Rat, Mal: 

ea in Köln, Fee in Bonn 
dann 2 4 en Ah“ ging or 
elgien Ant * . 

ſeit 1939 ehe! 5 ä Aa 
in lölniſcher Mundart, 1832; die = 
— —— en, * 

ti N) elımit ben 

Bert 1840; int Bälterfim 
lun berbeg —— 
Aa Höhe ic., ebb. 


= 





Ziselann bie Firriß 


ruder bes Vor., geb. 1711, war 


Ah 
Dich mit dem Chriſam bes Heil, im Namen bes 


'ant u. fl. 1778. 4) Graf Karl , Baters u. des Sohnes ı1. des heiligen Geiftes! ge- 


1718 zu Deutihme im Trientini- 
in Wien, lebte dann in Rom, wurde 
urüdhberufen, von Maria Therefia 
Sendungen gebraucht u. mar zulegt 
neur ber Lombardei, wo er viel Gu⸗ 
ſt. 1782 in Mailand. Zeiger Chef 
ent, Sohn bes verftorbenen Grafen 
. 3an. 1514; er if unvermäßlt; fein 
‚geb. 11. Octbr. 1815, iſt feit 1851 
. Sturmann verebelicht. 

F. Marsigli), gebört zu Stercu- 
ngattung aus der Faniilie Der Ster- 
rculieae, 

Zulius F. Maternus, aus Eicilien, 
ter Conftantin dem Großen‘; er ſchr. 
ıesis (Überten Einfluß ter Geftirne); 
des erfi im 13. Jahrh. ermähnt wire, 
br verborbenen u. lückenhaften Zu⸗ 
ben u. wurde Bened. 1497, Fol., 
dner, Bafel 1533, Fol., u. zuletzt 
geben (Tefjing verjuchte es zu er- 
I, Ehrift geworden, fchrieb er noch: 
vfanarum religionum, berausgey. 
Ipricus, Straeb. 1562 u. B., zulekt 


"8, Biſchof von Cãſarea in Kappa⸗ 
e Mitte tes 3. Jahrh., erflärte ſich 
% Biihofs Stephan von Rom mit 
‚arthago Über die Kebertaufe tabelnd 
feine hierarchiſche Anmaßung. 

Ferminy), Stadt im Arrondiſſe⸗ 
ıne des franzöfiſchen Departements 
. Stahlhammer, Steinlohlengruben, 
n Qußftahl, Rägeln, Band u. Glas; 


Henri Eſſer Edgeworth de F., 1. 


. Geogr.), Stadt in Picenum (Ita- 
als römifche Eolonie zu Anfang bes 
n Krieges gegründet (j. Fermo, |. d.) 

Dafenorte Castellum Fir- 
‘irmanorum,f.®orto di Fermo). 
Confirmatio), ba® zweite Eacra- 
oliſchenKirche, in welchem ber Ge⸗ 
Deu un Chrifam, dae Gebet 
ıflegung bes Bilchofs im ter Onate 
werten fol, bamit er ſtandhaft 
ıben u. nach bemfelben lebe. Sie ift 
n Anfichten eine feierliche Einweihung 
en u. Bollendeten, zwar zur ein 
tgänglich nöthig, aber bed ſehr beil« 
ck — n. * —— 
(4 et auf Apoftelgeſch. 
9,1 er Die Trabition u. Behre 
ie Befchtäffe mehrerer Eoncilien. In 
en Kirche Tann, gemäß ber Schrift 
), 17—21) m. der alten Praxis ter 
Regel Bios der Biſchof firmen, u. ein 


ter nur mit Erlaubniß bes Papftes, 


ionãre. Der im römiſchen Bontificale 
> Ritus beſteht darin, daß tem Birm- 
beten yon Bilhof die Hände auf 
t, bie Stirn mit heiligem Chrifam 
zeuge6 m. mit ben Worten: Ich be» 
nit dem Zeichen bes Kreuzes u. flärle 


falbt u. ihm mit den Worten: Gehe bin in Frieden! 
ein faniter Schlag auf Die Wange gegeben wird, um 
ihn an Jeſum u. baran, baf er um des Glaubens 
willen leiten jolle, au erinnern. Bei ber F. wirb 
auch, wie bei der Taufe, ein eigener Pathe (Airm- 
yathe) als Zenge gerrählt, der dadurch mit Dem Ge⸗ 
firmten in eine geiftlihe Verwandtſchaft tritt, welche 
ein Ehehinderniß begründet. Die %. lann, wie die 
Taufe, nur einmal gültig empfangen werten u. 
murbe fonft blos am Foalooraben ertheilt, jet 
aber zu jeter Zeit, meift bei den biichöflichen Biſi⸗ 
tationen der Diöcefe. Inder Griechiſchen Kirche 
ift Die 75. ein Sacrament, welches ſogleich nach dem 
Taufacte an bem Getauften vollzogen wird; es be- 
ſteht in der Salbung ne Glieder bes Kör- 
pers (Stiin, Augen, Naſe, Ohren u. Füße) mit 
dem vom Biſchof geweibten Salböl unter Aus- 
Iprehung ber Formel: Zyonyls dwpräg nvto- 
uarog aylor, auny Das Siegel ber Gabe bes 
beiligen Geiftes, Amen)! Die Ginfegung Chrifli 
für dieſes Sacrament ift auf Luc. 24, 49. negrüntet ; 
feine Wirkungen find Mittheilung bes heiligen Gei- 
ftee, Stärlung des Glaubens u. Mehrung ber gött- 
lihen Gnade; es iſt zum Seile nothwentig, kann 
von jetem Priefter vollzogen werben, barf aber nur 
einmal ertheilt werden, außer bei Denen, welche von 
Chrifto abtriinnig geworden find w fich wierer zu 
2 befebren wollen. Luther ſprach ber F. bie 

igenjchaft u. Wirkung eines Sacramente ab, doch 
wurte fie von den Brotefanten, als löblicher 
Gebrauch, iu anderer gormin ber Confirmation (ſ. d.) 
beibehalten. 

Firmuß, 1) F., empörte fih 273 n. Chr. unter 
Kailer Aurelian in Agypten, |. Agypten (Weich). 
2) F., vornehmer —*2* emperte ſich 366 unter 
Kaiſer Balentinian, ſ. Rom (Geſch.). 

Firn, die körnige Schneemaſſe; daher Firne, die 
Spitzen der Alpen, welche mit ewigem Schnee be⸗ 
deckt find. 


Firne Girnſe), der angenehme Geruch u. Ge⸗ 
ſchmack des Weines, beſ. des Rbeinweines; daher 
Firnewein (Sirner Wein, Firufiger Wein), der alte 
abgelagerte Wein von bunfler Karbe (Dagegen ber 
junge Bein Grüner Wein); aud ber vorjährige 
Ren, fo auh Drei-, Bierfirniger Wein. 

Firniß (v. lat. Vernix), 1) (Chem.), jete in 
ber Luft austrodnende Klüffigleit, die einen auderen 
damit übergogenen Körper nach Lem Trodnien einen 
Glanz ertheilt u. ihm gegen Luft, Näſſe u. Staub 
beihligt. Dan unterfeibet: a) Kette Firniſſe, 
beſ. aus Leinöl u. a. trodnenden Olen bereitet; b) 
Lackfirniſſe u. gwar: aa) Weingeiftfirniffe, 
Auftöfungen vor Haryen, beſ. Schellad, Terpentin, 
Maftiz, Sandarac in Alkohel; bb) Terpentin- 
ölfteniffe, Löfungen von Copal, Dammarharz 
u. a. in Zerpentin unter Zuſatz von Campher; 
ce) Kette YZadfirnifje, a oh. Copal in 
Leinsl gelöft, meiſt mit einem Zuſatz von Terpen⸗ 
tindl. Das gewöhnliche Leinöl trocknet zwar au der 
Luft zu einer zäben, feRen Maſſe, aber nur langſam 
u. unvellfländig; in weit höheren Grade erbält eu 
dieſe — *3 wenn man es längere Seit einer 
höheren Temperatur ausſetzt, Daver an bei ber 
Herfiellung ber re dieſe Operation ſtere vorneb- 
wer muß. Die Trhitzung gejchieht in ojjenen Kei- 


rend des Kochen u. Zurüdfallenlaflen durch bie 
Un das Trocknen des Veindlfieniffes noch mehr zu 
beichleunigen, fett mar etwas Mennige, Bleiglätte 
ob. Bleiweißyu. Man rechnet in dev Regel auf 1 Pfb. 
vLeinðl 3 Loth Glätte od. Mennige u. 4 Loth Blei⸗ 
weiß. Gebr vortheilbaft ift e6, alles DI zu verar- 
beiten, weil ſich aus dieſem bie ſchleimigen u. neh 
artigen Theile abgejegt haben; iſt ein ſolches nicht 
zu erhalten, jo ift es zwedmäßig, die angeführten 
Unreinigfeiten durch Schütteln mit Waffer u. dann 
mit einer Kochſalzlöſung zu entfernen. Zur Berei- 
tung der Weingeififirnifje nimmt man ftarleu (etwa 
goprocentigen) Altohol; bie Harze werden fein ge- 
pulvert, mit 4 ihres Gewichte grob geftoßenen Gla- 
ſes vermengt u. mit dem 3—5fachen Gemicht Al- 
tohol im Waſſerbad erhigt, bie bie Löfung vollftän- 
big erfolgt if. F. aus Sandarac verjegt man 
wöhnlich mit einer Auflöfung von Anime, Elemi, 
ampher ob. Terpentin. Zu %. von Schel- 
lad nintmt man 4—5 Theile ftärkften Alkohol auf 
1 Theil Schellack; vortheilhaft ift e&, den aus un- 
gebleichtem Schellad bereiteten F. durch Kochen mit 
bierfoble zu entfärben, anftatt gebleichten Schel- 
Ied anzuwenden. Der Sopalmeingeiftfirniß 
iſt weit bauerhafter al® der Schelladfirnig, aber 
ſchwieriger zu bereiten; ber Copal muß vorher bei 
gelinbem Feuer geihmolsen werben; dann wird er 
pulverifirt, mit Glaspulver gemengt u. mit ſtärk⸗ 
ſtem Alkohol längere Zeit gekocht, dann filtrirt u. 
etwas Terpentin ob. eine Auflöfung von Elemi zu⸗ 
gemiſcht. Gefärbten Weingeiſtfirniß ſtellt 
man at von Gummigutti, Orleans, &r- 
tract von Drachenblut, Cochenille od, Sandelholz 
ber. Terpentinslfirniß wirb durch Auflöſen 
von Galipot, Fichtenharz, Maſtix, Copal, Dam⸗ 
marharz ꝛc. in Terpentindl erhalten. Einen gu⸗ 
ten F. erhält man, wenn man das Terpentinöl 
erwärmt u. das Harz in ein Säckchen gebunden, 
Iber daſſelbe aufhängt, jo baß die Dämpie 


Fr 
les das Harz auflöfen u. biefee in das heiße Ol 


berabtropft; man fett dann noch etwas Leinöl zu, 
odurch ber F. dauerhafter wird. Die fetten od. 
l⸗Lackfirniſſe find am ſchwerſten zu bereiten. 
Man ſchmilzt Bernflein, Bernfteincolophon ob. Co⸗ 
pal in einem Keflel, während man in einem anderen 
Gefäß guten Leinölfirniß erhitzt; dann ſchüttet man 
nad) u. nach ben beißen F. unter Umrühren anf 
Das geſchmolzene Harz u. läßt etwa 10 Mimuten 
lang kochen; dann hebt man ben Keflel vom euer 
u. gieft langfam eine Aufldfung von Terpentindl 
zu, während man beflig umrührt. Nachdem bie 
Maſſe einigermaßen abgekühlt if, wirb fie filtrirt 
u. in puflenden Gefäßen aufbewahrt. Zur Her⸗ 
Rellung eine® guten ſchwarzen F⸗⸗es ſchmilzt 
man Aſphalt in einem Keſſel, ſeyt dann ſiedenden 
bleihaltigen Leinslfirniß zu, kocht einige Zeit u. 
verdüunt bie Maſſe nach dem Erkalten mit Ter⸗ 
pentindl. Der Japaneſiſche F. wird aus tem 
Milchſaft von Rhus vernix, der ächte Ehineji- 
ſche (Siamiſche) F. aus bem von Stagmaria 
verniciflua bereitet; der Engliſche F. (Eng- 
liſche — erhöht den Glanz u. bie 
arbe von Meifing, Kupfer, Zinn, Bronze, Sil- 
er 2c. Dan löft 4 Loth reinen Ladgummi bei mä- 
— Wärme in 24 Loth rertificiriem Weingeifte 
auf, löft feruer 1 Loth Dracheublut in einer gleichen 
Menge Weingeift auf, gieft beibe Hufiöjungen zu- 


Firniß bie Firſtziegel 


fein unter Umrüßren der Maſſe, Aneſchbpfen Fe | 


fammen, miſcht 3 Gran Gelbwurz hin 
Miſchung noch 12 Stunden anf eine 
Drte ſtehen, feihet den F. durch Löſchpa 
ihn in einer verſtopften Flaſche anf, c 
3 Unzen klein zerſtückten Gummilack, 
pulvertem Glaſe vermengt ift, in 4 Fi 
geift, in mäßiger Wärme auf, filtrirt bei 
ihn mit Orlean u. Gummigutti, won 
eine eitronengelbe Farbe befommt. Di 
ten eren ob. Waſſerfirniſſe 
Auflöfungen von Gummi, Tragantb, ; 
Waſſer, oft mit einem Zuſatz von Eiweiß 
galle; ſolche Fre find nicht waſſerdicht. 
von Schießbaunmolle in Ather ob. von 
concentrirter Eſſigſäure koͤnnen ebenf, 
dienen; fie geben einen glänzenden Überz 
von heißem Waffer nicht angegriffen wird 
Fre zu bereiten, follen die Chineſen zuerft 
ben, nach Plinius bat es ſchon Apelles wer 
Gemälde mit einem F. (Atramentun 
ziehen u. dadurch ſowohl die Lebhaftigh 
ben zu erhöhen, als au das Gemälde 
Feuchtigkeit sc. zu ſchützen. 2) Die glä 
fläche einer Sache; 8) bie harzigen 2 
toben Seide; 4) (Trodener 8) 6: 
He aus bem Machhelberbaume ſchwi 
nig), fo v. w. Sernit. 
Firnißbaum, ift 1) Rhus verniz; 
indica. 
Ma ‚fo v. w. Lackiren. 
eni kein (Eirrifttein), fo v. w. 
irnfe, fo v. w. Firne, ſ. d.; 
Bein, ſ. ebd. 
rozabad, fo v. w. Ferozababd. 
rozbur, fo v. w. Ferojpore. 
ha jo v. w. Firfte. 
irſtbalken (Firftfette), bei niebrüj 
das Holy, worauf Die Sparren am ı 
ruhen, welches durch die ganze Länge 
reicht u. zum Längenverband ber Spar 
Firſte, 1) der Gipfel eines Berges; 
der obere Theil aller bergmänniſch aı 
Räume; daher Sirftenerz, welches ſich im 
u. Lagen nuch oben zu befindet; Sirtte⸗ 
arbeit), ber Abbau eines Ganges, 
einem Süahte aus Durhihmittsf 
ben das Ergmittel Lurdörterten Stre 
winnung beijelben ungelegt wird; Fizkı 
unter einem Firftenbau zur Auffahrun; 
vorgerichtet find ı. Förderung bes 
Erzes nach bem Schachte dienen, u. & 
bie runden Hölzer, mit welchen ba@ « 
unterftügt wird, wenn es einzuſtürze 
bie Dede ber Minengänge; 4) (Bank 
icharfe Kante ber Dachflä wo bieli 
Roßen; fie wirb bei Siegefbäcgern mail 
legten Dopziegen (Bir tegein) ob. aut 
ferplatten u. Me ei ieferbã 
Metallplatten von Auf, Sin iſe 
decke) ſo eingedeckt, daß das Metall über 
flächen 5—6 Zoll reicht, an ber oberfle 
nen Spitze mit Nägeln an eine ſtarke 
latte) bejeftigt wird. 
Firftfteine, beim Schieferdache bre 
aus denen bie oberfle Schichte beſteht 
Firſtziegel, Hohlziegel in Form 
Rumpften, ansgehöhlten Regel6, die, in 


——— 


a: 
® 


Ai — — 
r oe VI. 
—8 — am ar 
: —— —— 


Lihtesimerig im 


Die Say 
Zeugenartitel zu - er Blußabier; 2) fo v. v. 
m Beinprafen | aeirdhabrihete (Berrel.), 1. u. Filce, 
b Rei mu | Mi 
* Br 


LIE 


1) (bei Brehm Beradin, Halis- 
| —— 


Br Sen Bud dr 
Eulihen, — — Schr r 45913. 1582 war Bu kant 


; 156 





‚find fie jeboch durchaus freie. Schöpfungen. Dahin 
A Aller Prateit Srößmutter (Auer 1573, 
dem 1574, 1593, 1598, 1607, 1623), gearbeitet 
nach Rabelais Prognostication Pantagrueline; 
Affenteurliche und Öngebeunliche Gefchichtichtift vom 
Leben, rhaten vnd halen ıc. von Barganten vnd 
Pantagruel, ebenfalld nach Rabelais (zuerft 1575, 
dann unter dem veränberten Titel: Afjentheurlich 
Naupengeheurliche Geſchichtklitterntig, 1582, 1500, 
1594, 1600, 1605, 1608, 1617, 1631); Podagram- 
miſch Troftbüchlein (1577, 18691, 1604); Binentorb 
des Heyl. Römischen Imenſchwarms (1579, 1580, 
1581, 1586, 1588, 1630, 1651, 1730, nen berau®- 
eg. von Eiſelein, St. Gallen 1847), F. belannteftes 
er! nach dem Byenkorf der H. Roomſche Kerle 
tes Philipp Marnix, Herrn von Aldegonde; Der 
Heilig Brotlorb, nach Calvins Traite des reliques 
earbeitet (1580 u. d.). Eins ber bebentenbften 
omiſchen Werte %-8 ift Flöhatz Weibertrag (wahr⸗ 
ſcheinlich zuerſt 1574, dann fiber 1577, 1578, 1594, 
1601, 1610); einen anderen Charalter trägt Das 
lückhafft Schiff von Züri (1576, neue Ausg. von 
Haling. Tüb. 1828, in Gbbeles if Bücher deut- 
ſcher Dichtung, 1. Bd., Epz. 1849), eins ber beften 
beichreibenden n. ſchildernden Gebichte der gefamm- 
tert deutſchen Literatur. Ernft u. wilrbig find Die 
Dfalmen u. geifllichen Lieder in einem Strasburger 
Geſangbuch von 1576 (nene Ausg., Berl. 1849). 
Unter den vielen anderen, nah Ton n. Juhait 
äußerſt mannichfaltigen proſaiſchen u. poetiſchen 
Schriften F⸗s find zu nennen: Nachtrab ober Nebel⸗ 
tr&b (1570); Bon St. Dominict, des Brebigermünde 
ond St. Francisci Barfüßers ar Leben ıc. 
(1571); Eulenſpiegel reimeneweis (1572); Neue 
fünftfice Figuren Biblijcher Hiforten (1576, 1588, 
1590, 1599, 1625, abgebrudt in Scheibfes Kfofter, 
10. Bb.); Anmanung zur hriftlichen Kinberzucht, 
in einem Katechismus, ber zwiſchen 1576 u. 1578 
bei Bernbarb Sobin, fpäter beit 1609 bei Joh. Ca⸗ 
xolus erjchien (nen herausgeg. von Vilmar: Zur 
Tireratur Joh. Fiſcharts, Marb. 1846); Das phi- 
loſophiſch Thzuchtbuchlein (1578, 1591, 1597, 1607, 
1614, 1623, 1683); Das fogenannte Jeſuiterhüt⸗ 
Tein (1580, 1591, 1593, 1603, neuer Abdrud in 
Scheibles Kiofter, 10. Bd.); Catalogus catalo- 
gorum perpetuo durabilis (1590), nach Rabelais, 
wahrfcheinlich F⸗s letzte Schrift. Alle Schriften 
5-8 find äu er felten; bie voll änbigfe Samm⸗ 
euſebachſchen Bibliot 


lung aus der beſitzt jetzt 
die königliche Bibliothek zu Berlin. BeRe Arbeiten 
über $. von Vilmar in Erſch u. Grubers Allgemei⸗ 


ner Encyflopädie (Bd. 51, Lpz. 1850), u. Böbele, 
Titerarifcher Grundriß zur eigicte der beutichen 
Dichtung (Hann. 1857—58). Vgl. Weller, Neue 
Driginalpoefien Joh. Fiſcharts, Halle 1854. 
Fiſchau, 1) Flug im Kreife Dlarienburg bes 
preußischen Regierungsbezirts Danzig, mündet un- 
weit ber Stabt Elbing in ben Yluß Elbing; 2) 
—— Pfarrborf daran, mit Poſterpedition; 
iv. 


Fiſchauge, Stein, fo v. w. Abular. 

Fiſchaugenſtein, fo v. w. Apophyllit. 
— 43 Dorf im Bren en im — 

aarbr e P) 
bergmwert; 375 a ie, im Sreiie air 


berg bes Regierungsbejirts Liegnik; & ber 
Panıfie dep nerßorbenen Bringen Möilhehn son 


Fiſchan His Fiſche 


Preußen gehörig, mil Park; 1800 6 
Felſengruppe Marianenfele mite 
u. bie Falkenberge, Granitfellen 
bairischen Kreiſe Mittelfranben, fließ 
berg u. fällt daſelbſt in bie Pegnig 
naffauichen Amte Königftein, in bei 
wäflerten u. benannten ſchönen Tha 
5) Dorf im Amte Willihau des Ed 
Luzern; 800 Ew. 

Fiſchbai, Meerbuſen in Südafri 
Süptüfte bes Caplantes; 2) (Gro 
bai) u. 8) (Kleine F.), an ber 
guela (Weſtküſte von Sudafrila). 

Fiſchbaͤnder, fo v. w. Angelbänber 


Fiſchbeck, Dorf im Amte Oldend 
Schaumburg in ber kurheſſiſchen Bı 
befien, mit ränleinftift; 860 Em. 

Fiſchbein, das ans den Barten b 

ewonnene Material, aus elaftijche 
—* welche zu Stöden, zu Schi 
anberen elaftifchen Fabrikaten benußt 
Operation, durch welche bie Barte 
gewandelt werden, nennt man Bikäh 
Subftanz des %-8 befteht in einer I 
neben einanber liegender grober F 
zur Seite weniger feft mit einanter v 
als der Dide nah. Wenn man dat F. 
od. in einem Sandbade erhikt, fo ' 
genug, um fi in Formen prefien ı 
nerhalb der Foem abgekühlt, behält e 
unverändert bei ır. bient auf dieſe A 
u verichiebenen Luxusartikeln, als 

abaksdoſen u. dgl. Zum Boliren & 
man fich des Bimsſteinpulvers, we 
Waſſer auf ein Stil Filz trägt. Eine! 
ahmung tes 5-6 iſt das ſogenannte? 

Fiſchbeize, |. u. Fiſcherei. 

gif ae 1) ſo v. w. Shwimmbl 
2) (Kunftgeich.), eine Maßwerksfor 
Gothit, einer F. ähnlich, baher Ei 
Fenſter, bei denen biefe Form anger 

Fiſchbrut, 1) junge Fiſche; 2) 
rogen. 


1 | (Lepi ‚fov. mw. 
53 
i 


dregg (Schiffsw.), eine Art 
e (Pısces), 1) niebrigfte 
belthiere, ausgezeichnet daburch, t 
rotbes Blut haben, nur durch Kier 
att der Vorberbeiue mit Floffen 
hre Geſtalt if meift elptiſch, 
od. —— doch im Ganzen 
nigfaltiger als bei an Thieren 
bedung find Schuppen. Dieſe 
bornartigen Blättchen von ber m 
Bildung u. Zeichnung, andy bei vielen 
Gold⸗ u. Siiberglanze. Meiſt werber 
von aufen noch mit einen befonber 
Schleim überzogen u. liegen dachzie 
einander, ob. flogen auch genau an e 
find fle zauh (Dradjenbarich), yumeil 
(beim Barzerfiich, Seehahn), 
fie nicht u. ſehen jährlich neue Lage 
den Weichfiſchen fallen fie leicht ab. 
iiden (P. elepitodi) %ertritt if 
loße [hlüpfrige Hast (Inte heim 





Fire 


Rande Bilde, 3. ©. der Kofferfilh, 
d Ratt der Schuppen mit Schildern 
ohl gar Fudchern find. Bei manchen 
Stadheln u. heißen Nägel (wie beim 
od. fie find wohl auch mit Etacheln 
elfiſchen). Die Karben ber F. find 
(tig, gewöhnlich metalliſch g nzend. 
läuft vom Kopfe bis zum Schwanze 
Ainie von Schleimbläsdhen (Seiten. 
lateralis). Ihre Bewegungs⸗ 
Ioffen (Pinnae), befleden meift 
(che durch ftrablenfärmige, zwiſchen 
fende Gräten unterſtützt u. gehalten 
nen buch Muskeln bewegt werben u. 
em Stande Rüden (P. dorsales). 
wmales, mit jenen zur Erhaltung des 
beflimmt), Schmwanz-(P.caudales, 
u. Fortbewegung, wie jene jenfrecht 
ıf- (P. pectorales, gun Erbeben 
icht, eigentlich die Vorberbeine, 
geln ausgetehnt), Baudfloffen 
ales, vor ter Aiteröffnung, zur Be⸗ 
mich Die Dinterbeine, zumeilen auch 
Bierhaupt nicht immer alle Floſſen 
b. Die Strahlen (Radii) Eeftehen 
Einer (meift harten u. fpitigen, oft 
äte u. heißen tann Stacheiftrah- 
mehreren Gliedern u. zertheilen fi 
(weiche, cr. ee ae 
e Strahlen u. befteben fie nur aus 
rfüllter Haut, jo beißen bie ya 
Ihre Sinnesmwerlzeuge find 
denen anderer Thiere verkhieben. 
baben eine fladhe Hornhaut, einen 
körper, eine Nidbaut, find jehr groß, 
iberfeits des Kopfes, jo daß fie 2 Ge⸗ 
ı Lönnen; bei wenigen ſtehen fie oben 
tel. Die Nafenlöcer find einfache, 
n 2 Löchern durchbohrt, aber innen 
Heimbaut verſchloſſen, daher wohl 
in nicht ſehr ausgebildet fein lann. 
t feine äufere Offnung, wird faſt 
’abyrinthe gebildet, das häutig iſt u. 
ige Körperchen enthält; doch hören 
- Die Zunge ift furz, breit, mit 
ſt bedeckt u. fcheint ten Geſchmacks⸗ 
unterftügen. Der Bau des Kopfes 
eben; berielbe hat verſchiedene, den 
zuberer eierlegenden Thiere entipre- 
n; er bat einen Ober⸗ u. Unter- 
e oft verfümmer. Die Zähne 
ı ben Zwiſchenliefern, doch auch auf 
a Gaumen, am Kiemenbogen, find 
ft etwas aurüdgebogen, felten Did u. 
. lanzettförmig, nicht eingefeilt; ber 
bildet gewöhnlich den ganzen Rand 
“m. t fi durch Borſchieben 
9, der auf beiden Geiten wie ein 
fh außbreitet, woburd bie Yippen 
gert werben. Ihre Athmenwerk⸗ 
ıemen (Branchiae), melde im 
nei 5) inbchernen Bogen ſitzen u. 
sigen, aus neben einander liegenden, 
then Faſern zufammengefehten Blät- 
Jedes biefer Blätter wırb von einem 
zahreicher Blutgefäßchen Überzogen; 
ppe, welche ber Kiemendedel heißt, 
n meiften Fiſchen das Organ; nad 


hinten zu Kann biefe Klappe eine mehr ob. weniger 
große Spalte öfinen, um bas Waſſer herautzulaſſen, 
a8 bereits zum Athmen gebient bat. Um bie dem 
Waſſer beigemengne Luft gu athmen, wirb das 
Daffer mit dem Maule aufgenommen u. durch Die 
Kehlmuskeln durch jene Kiemenöffnung hindurch⸗ 
getrieben. Bei den Fiſchen, denen ber Kiemen- 
bedel fehlt, wie bei ben Neunaugen, Hals um. 
Rochenfiſchen, geht das Wafler durch Löcher an 
der Seite des Halfes, die durch Muskeln ge» 
Ihlofien werben Lönnen u. in ebenfo viele‘ 
mentafchen führen. Die mit dem Wafler ver» 
ſchludte Luft wirkt auf das vom Herzen in bie 
Kiemen firdömenbe Blut. Diefe Einrichtung bewirkt, 
daß die F. ohne Stimme find, ba ihnen bie 
Lunge fehlt. Das Knurren, bas man von einigen 
Hilden (3.3. dem Knurrhahn) hört, wird durch 
beftiges Aufftoßen ber Luft aus ber Schwimmblaſe 
verurfadt. Die Schwimmblaſe Giſchblaſe, fie 
iſt oft — enthält meiſt atmofphärifche Luft m. 
fann au@gebehnt u. verengert werten, wodurch das 
Auf- u. Nieberfteigen des Fiſches im Wafſer mög⸗ 
lich wird; fie fe t mit tem Magen (Speile- 
röhre) in Verbindung. Die %. haben rothes 
Blut, von ein wenig höherer Temperatur als das 
Waſſer; es circulirt in einem aus Arterien u. Venen 
befiebenden Gefäßſyſtem; flatt ber rechten Herz. 
fammer bienen die Kiemen, flatt ber linfen ein 
Arterienfamm am Rüden. Die Nerveu ber $. 
find ungemein bild. Das Gerüfte, welches den 
Körper bes Fiſchet püst, befteht entmweter aus 
telMaltigen ochen in einer großen Anzahl; bie 
Wirbelfüule bat viel einzelne Wirbel, faſt jeter mit 
ein Baar Hip (®räten, Spinae, daher 
Grätenfiſche), od. auch mit einem ftacheligen 
ortfa nad tem Rüden, od. aus leicht zu zer- 
chneidendem Knorpel, veflen einzelne Theile mit 
einanber verwachſen find (Rnorpelfiiche). Ihr 
Fraß if mei aus bem Thierreihe genommen; 
wenige nähren fi) von weichen Pflanzen, bie mei» 
fien von Tieinen Waſſerthieren, Laich, Fiſchbrut; 
mande find gefährliche Raubtbiere; man kann fie 
in Fiſchhältern mit Brod, Erbien ꝛc., auch mit 
Blut füttern. An geiftigen Fähigkeiten ſchei⸗ 
nen die $. nicht bet ausgezeichnet zu fein, inbefien 
bat man an vielen ein gutes Gedächtniß, auch Liſt 
genug, um ihren Feinden zu entgehen, bemerft; 
brigens leben fie meift einfam, nur bie junge 
Brut hält fih zufammen u. einige Arten ver- 
ſammeln ſich zu gewiflen Zeiten zu ungebeuren 
Schaaren (Häringe, Stodfiide); in ſolchen Schaa- 
ren, oft zu vielen taufenb Mil. Stüd, wanbern 
einige (3. 8. die Häringe), um ihre Gier an ben 
Rand der Ufer abzulegen. Aufenthalt: das 
Waſſer, deſſen Gewicht faſt dem Gewicht bes Fifche® 
gleich if; wenige (3. B. bie Aale) find vermögend 
eine Zeitlang außerhalb des Waſſere zuzubringen; 
bas Sußwaſſer beherbergt weniger Arten u. Ge⸗ 
ſchlechter als das Dieermaffer, jo wie bie wärmern 
Sewäffer auch reicher an Fiſchen find, als die kältern. 
Selbſt mande heiße Quellen beherbergen gewiſſe 
Arten Fiſche, wie die Sranzofen auf bem Wege 
nad Conftantine bergleihen fanden. Die Forte 
pflanzung geichieht durch die vom Weibchen ge- 
legten, vom Männden befructeten Gier. Das 
eibchen trägt eine Menge Eier (Laich, beim 
Haufen auf 6, beim Stodli auf 9 Mill. beim 
Häring 40,000 ıc:) bei ſich, bie fle an ben Uferm 


abjegen, wobei ba® Männchen nebenan ſchwimmt 
n. die Mit auf den Laich fließen Täßt. Die Rilch 
ift ein didlicher, weißer, weicher Körper, ber bie 
Hoben bei andern Thieren vertritt. Gin männlicher 
ifch heit daher Milchner. Die Laichzeit iſt im 
— — doch halten einige Gattungen auch an⸗ 
dere Zeiten ein, ſie kommen dann an bie ſeichten 
Stellen der Ufer, mehrere Seefifhe wandern (bis⸗ 
meilen in regelmäßigen Zigen) die Ströme hinauf, 
u. gehn hernach wieber zurück. In ber neueren 
zei hat ınan zur Vermehrung der F. in Flüfſen u. 
eichen auch eine künſtliche Befruchtung angewendet 
u. in Frankreich u. Deutichland Damit recht glückliche 
Verſuche gemacht (f. u. Fiſcherei II. n). Das Alter, 
welches die 5. erreichen können, kann nicht beſtimmt 
angegeben werben; man will Beifpiele haben, daß 
einige (fo Karpfen) mehrere 100 Jahre alt geworben 
wären. Ihr Wachsthum ift im frühern Alter 
ſchneller, langfamer aber im fpätern. Ihrer 
einde find viel; u den Menjchen verfolgen 

e ſich unter einanber ſelbſt, Wallfiſche u. Hate u. 
andere große See- u. Säugethiere vergehren fie in 
Menge; ber Laich dient vielen andern Thieren zur 
Nahrung; daher ſich auch die Zahl ver 5. nach Ver⸗ 
— der abgelegten Eier nicht vermehrt. Sie be⸗ 
erbergen auch viele Eingeweidewürmer n. nähren 
Schmarotzerthiere (Fiſchläuſe, |. d.). Gegen dieſe 
Feinde vertheidigen ſie ſich theils durch die Flucht, 
theils durch Stacheln, Dornen u. Sägen, bie einige 
an verichiedenen Theilen bes Leibes tragen, theils 
durch Cfektricität od. Leibesftärke. Der Nuten 
für die Haushaltung der Natur iſt wegen he 
arken ehe ungemein groß, für Die Dien- 
hen zwar einfach, meift zur Spetfe, aber gleich" 
alls von hoher Bedeutung, da ganze Nationen in 
ihnen faft ihren einzigen Lebensunterhalt finden u. 
aus ihnen ihre Geräthichaften bereiten.. Die meiften 


8. find eßbar ; ihr Fleiſch ift um fo verbauficher, je we⸗ 


niger Fett fie haben; fo find die Aale ſchwer, Gründ⸗ 
linge leicht verdaulich. Dieaus ſchlammigem, trübem 
Waſſer ſind minder ſchmackhaft, als aus hellem. 
Am verdaulichſten u. kräftigſten find die Seefiſche; 
in Salzwaſſer gelegt (mie bie Häringe, Sar- 
bellen 2c.) werben fie ſelbſt Verbauungsmittel; 
[wer verbaulich find bie geräucherten u. bie ge⸗ 
trodneten, wie die Stodfliche. Die befte Art ihrer 
Zubereitung ift das einfache Sieben; alle übri- 
gen Künſteleien machen fie [hwerer verbaufich ob. 

berreizend durg zugeſetztes Gewürz. Die Zuberei⸗ 
tungsarten der einzelnen Fiſcharten ſ. u. Aal, Kar⸗ 
pie xc. Auch in Butter od. DI gelömort (Brat- 

iſche) werden fie verfpeift. Der Thran wirb 
als DI, die Schuppen, Floffen u. Blafe zu 
Schmud u, Leim gebraucht u. die Haut mehr- 
fach in der Technik angewendet (f. Fiſchhaut). Als 
Dünger find fie ein —* gutes Surrogat, wenn 
fie in ſolcher Menge vorhanden find, daß fie zur 
menſchlichen Nahrung nicht benutst werben können. 
An ben nörblihen Seetüftenlänbern düngt man 
oft mit Stichlingen u. Häringen u. ſchätzt 1 Fuder 
"Davon = 6 Fuder Stallmif. Man bereitet daher 
auch aus ihnen einen Fünftlichen Guano (f. d.). 
Der Schaden beſteht in ihrer Gefräßigleit; we⸗ 
nige find giftig. Die ſyſtematiſche Einthei- 
lung ber F. ift wegen ber Hr bes 
Körperbaus schwierig; regelmäßige F. heißen bie 
von elliptiicher, feitlich gebrüdter Form; unregel- 
mäßig bie andern. Linnẽ theilte fie in Knorpel- 


Fiſche 


fiſche (Pisces cartilaginei, mit, bra 
ohne Kiemendeckel, chondropterygi 
tenfifde (P. spinosi, nad bem 
Bruffloffen in Kahlbfauche, Kehl 
Baudfloffer, f. d); Cuvier im ( 
terygii u. in @igentlide $. 
Fiße ‚ bieje wieber in Blectognai 
p ier, dann noch in W 
— — 
pterygii), alle in mehrere Abtheilm: 
fteinerungen (Ichth yolithen) trete 
wohl im geringer Menge, in ber Gran! 
finden fih hier ſowohl Placoiben (4 
eren Bebedung aus Meinen harten Kör 
als auch Ganoiten (Ganiolepidoti + 
des Ag., Glanz⸗ od. Eckſchupper), wı 
in den obern Schichten ber Grauma 
zuerft erfcheinen. Sehr zahlreich finden 
coiden u. Ganoiben in der Iuraforma 
von letzteren nur Homocercen (Bild 
metrifher Schwanzflofle), während ir 
Bormationen nur Heterocercen (File 
metrifher Schwanzfloffe) vorkommer 
Kreideformation an erſcheinen zahfreid 
u. Arten ber in ber gegenwärtigen ©d 
malterden Ctenoiden (Utenoides 4 
ee) u. Cycloiden (Cycloides . 
jdupper), von denen jedoch nad) Age 
einzige Art (Mallotus villosus) vo 
tiſch mit den unfere Gemäffer bewohnt 
Die foſſilen F. finden fich entweber fo, 
nere bes 5-8 verſchwunden ift u. bie 
u. Schuppen fi, nachdem fie zufamme 
leichſam wie ein Abdruck (Siſchabbr 
—* od. es find die äußeren Theil 
gangen u. blos das Gerippe mit den 
geblieben; dieſes am häufigften in Ka 
arten. Die merkwürdigſten }. unter be 
men. Theile von Fen finden fich gle 
Fiſchdaͤrme (Cololithen), früher unter 
Lumbricaria zu den Würmern ge 
ffofen (Ichthyolithi branchiarum. 
gewöhnlich Schwänze, oft einzelne S 
Enochen u. Fiſchwirbel (Ichth. ossiun 
pen, an einigen Orten, bef. im Kupf 
Metallglanz; Fiſchzaͤhne, flach, zungen 
ebogen, od. breifeitig In onlopet 
onvolut Heinerer Zähne (Rochen 
halbkugel⸗ cd. ftumpffegelförmig (Bu 
Berfteinerte Siſchexeremente (Ichthy« 
prolithen von %-n), zeichnen fich vum: 
förmig blätterige, Gehurchte u. gefalt 
aus, fo daß fie einem Lärchenzapfen feb 
Sie kommen in der Steinkohle, im ! 
in ber Kreide vor; am bäufigften iſt 
Mantellii Ag., welder von Macro 
tellii abftammt. Sie find reich an ph. 
Kalk u. enthalten noch Spuren eines 
Die Naturgeſchichte der F. haben 
teles, Xenokrates, Oppianos u. Plinin 
gezogen, — aber lange Zeit u 
blieben. 16. Jahrh. fehrieb t 
Jovius (De romanis piscibus, 1524 
aquntilibus, 1553), Ronbelet, Safı 
Gesner (Historia animalıum, 15 
vand (De piscibus, 1624), Jot 
natur. de piscibus, 1649), Bill 
piscium, 1696) u. %.; im 18. 


bobran 


— 


Fiſche bis Fifcher 


Leyb. 1738, deſſen Philosophia 
— von Walbaum, 
-1792, 3 Bde.; deſſen Synonymia 
18gegeben von Schneider, Lpz. 1789, 
Linné annahm u. ausbildete; Klein 
iscium naturalis promovendae 
anzig 1740— 49); Catesby (Pis- 
s, Rümb. 1749, Fol.); 2. Th. Oro» 
ichthyologicum, Leyd. 1754—56, 
9 (Lfonemifche Naturgefchichte ber 
36 u. Der ausläntiihen F., Perl. 
2 Bre); Monro (Structure and 
f fishus ete., Edinb. 1755, Fel., 
Schneider, Lpz. 1797); Schneider, 
u anatemilchen Auffäten u. Bemer- 
Märumg der Fiſchkunde, Lpz. 1795; 
ie der Ichthyologie, |. Raj, synop- 
& pircium, Lond. 1713); de Lace 
t. des poissone, Par. 1790, deutſch 
008, Berl. 1799—1803, 2 Bke.); 
enciennes (Ilist. nat. des poissons, 
las, Par. u. Strasburg 1828 - 10); 
(Pieces Brasiline, in itinere 
tu, 1929); Scdel u. Knrer, Die Sß⸗ 
Sferreichiichen Nonarchie, p. 1658. 
fine tie F. Segenftänte der Unter⸗ 
zer Reiſenden gemelen, 3. B. von 
üppels, Cbreuberge, Tilefius u. v. A. 
ben bei den Syrern, Aſſyrern, Phö⸗ 
upt ten Weſtaſiaten, cinige auch bei 
(. Agoptiſche Mpthrlegie) göttlich 
beten, Ichthyolartrie), ſolche 
tbeiten waren Lannes, Dagen, 
gatis (ſ. d. a.), daher war einigen 
Böller u. ten Prieftern der Genuß 
n. Daſſelbe Verbot fand fich auch 
ereern, angeblich weil 5. ein Natur⸗ 
stillihmeigens waren. In Lylien 
Htbyonıanteis, Priefter, Die aus 
ı gemwijjer 5, 3. B. des Orphod, ber 
is u. a. Crafel gaben, wahrſchemlich 
ben auf Infeln, Küflenläntern u. 
higen Beobachtungen ber F., z. B. 
ale Berfünbers des Sturms. Wie 
ezeichniete ber 5 Vermehrung, Zus 
sthum, Reichthum. In ter indie 
slehre erſcheint Wiſchnu in ber 1. 
Auf alten chriſtlichen Grabfteinen 
n en F. find eine Namen⸗ 
ven Anſangsbuchſtaben der Worte 
os Osou Yilos Zurno (Jeſne Chri- 
Sohn Heilant). ei den Alten, 
Römern, waren F. u. bie Haltung 
de (Piscinae) ein großer Luxus. 
nbete gegen 400,000 Thlr. jährlich 
de; am verſchwenderiſchften zeigten 
u. Lucullus (ber fogar feine Diu- 
Taven gefüttert haben fell, weil er 
Daß tie F. durch Menſchenfleiſch 
ser wurden); dieſer ließ Berge durch⸗ 
as Meer in feine Teiche zu leiten. 
erſcheiuen %. gekrümmt u. aufrecht, 
eife zc. u. find oft beſchuppt, bebartet 
gl. Deiphin). Sie follen Unſchuld, 
as Vaterland, Wachſamlkeit, Ver⸗ 
u. wenn be gegen den Strom ſchwim⸗ 
Ingtüdlidyen anbeuten, zuverläffiger 
= oft ben Namen bes Beſitzers aus. 


— nn —ñ——— — — — — 
——————— ——— ——— — — — — — — — — 


— — 


303 
Fiſche (Afren.), letztes Zeichen des Thierkreifes 
(%), von dem man aber bas Sternbild nnterfcheiten 


muß, das in der Ekliptik von 159 bis 28 ' "V reicht, 
n. in das jet ber 1. Punkt bes Widders fällt, ge⸗ 
bildet durch 2 Fiſche, tem nördlichen u. füb- 
lien (P. boreas u. austrinus), bie burd ein 
Band vereint find. Jener if unter Mirach am 
Gürtel ter Anbromaba, im Zeichen des Widders, 
diefer unter dem Viered im Pegafus, zunächft 
nörbli am Aquator. Das Sternbild nimmt einen 
großen Raum am Himmel ein, bat aber nur 
terne bis zur 4. Größe; nur 1 Stern im Bande 
kann als 3. Größe gelten. Der Stern T' murte 
1555 entbedt. Im Sternbild ber F. enttedte 
Harding in Göttingen am 1. Eept. 1804 den 
Planeten Juno u. Chacornac in Marjeille ten 
20. Sept. 1652 bie Maffalia, Luther in Yilk ten 
5. Oct. 1555 bie Fides u. am 15. Eept. 1857 Die 
Aglaia (f. d. a). Der Mythus erzählt: Bei Hiera- 
polis war ein großer Fiſch, Der die ine Waſſer 
gefallne Derketo rettete, von ihm ſtammten 2 an« 
dere F., welche, wie er, verehrt u. unter bie Ge⸗ 
flirne verſetzt wurden. Der große iſt der, welcher 
bie Urne tes Waſſermauns austrinkt (der ſüdliche 
Fiſch), die beiden andern F. aber ſind die Geſtirne, 
welche dem Zediakalzeichen ven Namen gaben. 

Fiſche, 1) (Scloſſ.), ſo v. m. Fiſchband, beſ. bie 
beiten Lappen deſſelben, welche in das Holz ein- 
gelaſſen werden; 2) fo v. w. Spielmarken; 8) 
(Schiffe), Effnungen im Cherlaufe des Verdecks, 
durch welche Die Maften geben; $) die Hölzer, mit 
weichen Die Moften an ten Zeiten beieftigt werben. 

iſchegel, Gatrung ter Blutegel, ſ. d. d). 

iſcheidechſe, fo v. w. Ichtbyeſaurus. 

iſcheklik (türt.), der Kartuſchtorniſter der Ar⸗ 
tillerie. 

Fiſchen, 1) ſ. Fiſcherei; 2) (Seew.), vom 
Steuerruder, wenn es den Grund berührt u. Das 
Waſſer dadurch trübe macht. 

Ken (türk.), je v. w. Petarte. 

iſchenthal, von ter Teß durchfleſſenes Thal 
im Bezirk Dinmweil des S chweigercantens Zürich 
mit weit zerfireuter Gemeinde: Viebzucht, Bauın- 
wollenweberet u. Spinnerei; Poftburcan: 24u0 Em. 
Der Grund zu ber Kirche der Gemeinde wurde ſchon 
im 9. Jahrb. von Salomon, Biſchof ven Conſtanz, 
gelegt, welcher fih ver den Verfolgungen ber jchwä⸗ 
bifchen Herzöge hierher flüchtete. 
iſcher, ſon. Fiſcherei. 
er, 1) Joh. Bernh. Fiſcher v. Erlach, geb. 
1650 in Prag, bildete ſich in Rom zum Architekten, 
ſchloß fi der barodeu Richtung des Borromini 
an, wurde, nach Öſterreich zurückgekehrt, kaiſerlicher 
Oberlandbaumeiſter u. entjaltete als ſolcher eine 
außerordentliche Thätigkeit Er wurde geadelt u. ſt. 
1724 in Wien. Von ihm rühren ber: die Südſeite ber 
kaiſerlichen Burg in Wien, Das kaiſerliche Luſtſchloß 
in Schönbrunn, ber kaiſerliche Marftall, tie Neiche- 
fanzlei, Plan zu ter Kirde St. Karl Borromeo, 
die Kirche St. Peter in Wien, Palaft des Prinzen 
Eugen, bie f. k. Hofbibliethel, der Batthyauyiſche 
Palaſt, tie Univerfitätsfirche in Ealzbura u. a. ı.; 
er ſchr.: Entwurf einer biftwrifchen Architektur in 
Abbiltung berühmter Gebäude des Alterthums, 
1712 — 21, Fol.; Gebäude der Statt Wien. 2) 
Joſ. Eman., Freiherr Fer vun Erlach, Schn 
bes Vorigen, geb. um 1680, bildete fich zum Archie 
tetten unter Leitung feines Vaters u. auf Reifen in 


304 


Stalien u. England, unterſtützte, nach Wien zurück⸗ 
gelehrt, feinen Bater bei verfchiebenen Bauten u. 
vollendete mehrere von jenem begonstene Baumerfe. 
Er war ber erfte, welcher in Deutſchland den Ge⸗ 
brauch der Dampfmaſchinen einführte, indem er 
dieſelben im fürſtlich Schwarzenbergſchen Gartenzum 
Getriebe ber Waſſerkünſte anwendete. Schon früher 
war er zum Hofarchitekten ernannt worden, ſpäter 
wurde er noch kaiſerlicher Rath u ſtarb nach 1740. 8 
Erdmann Rudolf, geb. 1637 in Haſen⸗Preppach 
bei Koburg, ftudirte in Wittenberg Theologie; 
wurde 1721 Diafonus in Koburg, 1741 Ardidia- 
tonus daſ., 1758 Generalfuperintenbent u. Confl- 
ftorialratb n. zugleich Opmnaflalprofefler u.fl. 17765 
er fchr.: Vita Joannis Gerhardi, £pz3. 1723; Die 
umgeänberte augsburgiſche Confeſſion mit theolo- 
giſcher u. hiftorifcher Einleitung, Kob. 1730, n. A. 
eb6b. 1755; Vollſtändiges Kirchenbuch ꝛc., ebb. 1743; 
Richtige Anweiſung zum rechten Gebrauch des Hei- 
nen Katehismus —32* ebd. 1747.4) Eberhard 
Ludwig, geb. 1695 in ðroßheppach im Württem⸗ 
bergiſchen, wurde 1727 Pfarrer in Zavelſtein im 
Schwarzwalde, 1732 Profeſſor der Poeſie am Gym⸗ 
naſium zu Stuttgart, 1742 Stadtpfarrer zu St. Leon⸗ 
hard —9 1744 Oberhofprediger u. Conſiſtorial⸗ 
rath; er betrieb als Mitglied des engeren Ausſchuſſes 
des Landtages 1764 die Klage, welche die Württem⸗ 
berger gegen das verfaſſungswidrige Benehmen ihres 
Herzogs Karl beim Reichshofrathe erhoben, worauf 
der Erbvergleich des Herzogs mit der Landſchaft 
kom 2. März 1770 erfolgte; er fl. 1773 u. ſchr.: 
Geiſtliche Betrachtungen, Stuttg. 1747, u. gab 
mit Tafinger, Hammer u. Bilhuber das Würt- 
tembergifhe Geſangbuch, Stuttg. 1741, heraus. 
5) Johann Eberhard, geb. 1697 in Eflin- 
en, wurde 1730 Prorector an dem Gymnafium 
u Petersburg, ſpäter Profeflor ber Gedichte u. 
Alterthumetunde, machte 1739 — 47 die befannte 
Erpebition nah Kamtſchatka mit u. fl. 1771 in 
Petersburg; er ſchr.: Eibiriihe Gedichte, Pe- 
tersb. 1768, 2 Thle.; Quaestiones Petropoli- 
tanae, Öötting. 1770. 6) Johann Wilhelm, 
eb. 1711 in Hanau, ftudirte feit 1732 in Jena 
beologie u. Philologie, wurde 1736 Prorector 
an der Schule in Hanau, 1745 Pfarrer in Rod⸗ 
beim vor der Höhe u. zuletzt 1761 in Dubenhofen, 
wo er 1775 fl.; er fir. u. a.: De Reuchliana et 
Erasmica graece legendi atque pronunciandi 
ratione, Hannov. 1741. 7) Johann Ehri- 
ſtian, geb. 1712 in Schlöben im Altenburg'ſchen, 
fludirte ın Jena, babilitirte fi) daſelbſt als Privat- 
bocent der Philoſophie, faufte dann jeine Buch⸗ 
pant ung u. fl. 1793; er ſchr.: Selecta et rarıora 
atii purioris monumenta, Jena 1737; und gab 
heraus: Ars semper gaudendi tes Alfons An- 
tonius v. Sarofa, Frankf. 1740 f., 2 Bde.; eine 
Überfegung biefes Werkes, Altenb. 1748; Jani 
Nicii Erythraei epistolae ($ena 1740, 2 Bde., 
3. X. 1749) u. Orationes (Altenb. 1741); Stru- 
ve's Einleitung in bie (heraturgeißiche, mit Sort» 
ſetzung, Fr. 1754; R. Steele’s Bibliotheque des 
dames, Jena 1766, u.a. m. 8) Joh. Kriebr., 
get. 1726 in Koburg u. gefl. 1799 als Hector an 
er Thomasihule u. Profefſor zu einig; er ſchr.: 
Prolusiones de vitiis lexicorum N. T., y}. 
1791; gab Weller (f. d.) Griechiſche Grammatit, 
ben —** Anakreon, Paläphatus, Platonis 
dialogi u. Artftophanes (f. d. a.) %. 9) Joh. 


Bifiher 


Martin, geb. 1741 in ee tan 
Wien, wo er bie Akademie befuchte, be 
nen Ruf ale Bildhauer Durch die Ve 
Façade des Palaftes ber Prinjeſſu 
welche er gemeinſam mit Meſſerſchmit 
Neben feiner künſtleriſchen Tbätigfeit 
DR des Stubinms ber Anatomie u. er 
onbers einen Ruf burch bie Ausfi 
Statue der Anatomie, welche zum U 
Künſtler dienend in zahlreichen Gypt 
an anderen Alademien Aufnahme far 
Wien 1820. 10) Ludwig, geb. 17: 
trat fehr jung als Sänger in bie bortig 
Capelle, bildete fi Dann in Manhein 
ftubium, betrat bie bortige Bühne u 
derjelben 1778 nach München über, vo 
fein Ruf als Baffift ſchnell verbreitet 
inger bald darauf nach Wien, bereifte : 
ttalieniiche Städte u. wurde 1788 Hı 
in Berlin; er farb, feit 1815 penſio 
Berlin. Er war einer ber vorzüglichf 
feiner Zeit u. befaß zugleich ein beveute 
ipielertalent. Er war vermählt mil 
Straffer, geb. 1758 in Manheim, 
bie Bühne in Mainz, wo fie mit gr 
fang u. fpielte, verließ aber 1789 n 
krankheit das Theater. 11) Reinhı 
nand Heinrich, geb. 1746 in Sh 
mete fih dem Baufach auf ber Alı 
Baterftabt, trat in Die Dienfte bes $ 
fir welchen er viele Plane zu Parlar 
ſchlöſſern u. fonftigen Bauten entwarf 
Er wurde Oberbanbirector u. Majoı 
Bon ihm rühren vorzugsmweife bie 
nebft Gebäuden zu Hohenheim nm. ( 
ber. 12) Gottlob Natbanael, | 
Graba bei Saalfeld, ſtudirte feit 17 
wurde 1775 Schulrector in Halberft: 
1800; er fchr.: Dlavibes u. Rochow, 
müthige Briefe Über das Religiont: 
weien, Defian 1782; 2. Aufl., 
Florilegium latinum anni aerae 
1786 , 8pz. 1785; u. rebigirte feit 17€ 
räbtifhen gemeinnütigen Blätter. : 
Chriftoph Ionath., geb. 1750 : 
war Proſeſſor des Staats⸗ n. Pehrme 
u. fl. 17975 er ſchr.: Verfuche über bie 
beutihen Erbfolge, Memmingen 17 
Über bie Gefchichte des Defpotismut 
land, Halle 1780; Kleinere Schriften 
ſchichte, dem Staats- u. Lehnrechte 
2 Bbe.; Geſchichte des beutihen £ 
Schifffahrt 2c., Hannov. 1785 — 9 
Friedrichs IL, Königs von Preußen, 
2Bde. u. m. 14) Job. Karl, geb. : 
ſtädt im Weimarifchen, wurbe 1793 
Mathematik in Jena, 1807 in Deorl 
in Greifswald u. ft. Dajelbft 1833. € 
mehreren Elementarbüchern ber math 
Naturwiſſenſchaften noch: Phyfikalifi 
buch, Gött. 1798— 1827, 10 Thle; ' 
Phyſik feit der Wiederherſtellung ber 
1801 — 1808, 8 Bde.; Abhanbiung v 
gung, ebd. 1803; Grundriß ber geſam 
matit, Lp}. 1807— 1809, 3 Bhe.: | 
ber Differenzial-, Integral» u. 
nung, Eiberf. 1811. 15) Bottheift 
1763 in Olrylla bei Meißen, werke ' 


=. Yifden | 006 

a Gabettencorps u. dehrer an der bie 1810, 4 Bde.; Alex. Laborbes ·nencſtes Gemätbe 
ifchen Säule inDresbenn ft er von Spanien, Lpa. 1809 f., 2 Bbe.; Harriots 
— der vorzůglichſten im Forſt —— — in 4 Welttbeifen, eb. 1818; Ge⸗ 
— a — mälde von Brafllien, Peſth 1919; Striegs - m. Reife 

1a; Kopfrehnen auf phy- | fahrten, 2py. 1820 f,, 2 Bbe.; Die merfiwürbige 
Segenfänd: angewandt, | Sellungaaeichihte ber rlirflin Matbilbe dv. Schwar⸗ 

uf. ehr Anleitung zur prale | zenberg, Berl. 1821, 2 Defte 19) Karoline 
gu u Projection ber vorzüglihfien | HMunmite, neh, Benturini, acb. 1772 in Braun⸗ 
tete, ebd. 1809; Lehrbuch zum | jchmeig, erfi Gattin bes Hofprebigers Chriſtiani 


in der bien u B en⸗ 
115, 2 Bbe., 2. Aufl. 1823—26; 
Rem Unterridt in ber Geometrie, 


md der ebenen u. ſphäriſchen Tri⸗ 


1819; Anfangegrände der Gtatil 
r Körper, Dreeb. 1822; Anfangs- 
rofatit u. Hydraulik, "ebd. 1824 
h, geb. 1769 in Wien, kam 1783 
tabemie u. ſtudirte unter er die 
r Schmuzer tie Kupferftecher 
nes Gemäldes von —— 
pel lehrend, erhielt er 1793 den 
ei Fe Softupf 
En Frankrei 
ner Zurädtunft 1804 Director ber 
emälde- u. e bildenden Känfe 
r Alademie ber bildenden Kün 
Dichaftegeihnung u. flarb in 
&. Zm Belvedere zu Wien — * 
ere landſchaftliche Gemälde, u. «.: 
nnerin am Kreuze, — ein hie 
gar in der Wüfle. Bon feinen 
b bie bemerkent — Die 
fe bei Orſtrow in Mähren, Chri⸗ 
techerin nach Füger, Pyramus m. 
vun, Yuferwedung Deo ann 
e Srablegung nach Schibone. 17) 
bine, geb. 1769 zu Soljen in 
wurde 1798 Dialonus zu Zſchaitz, 
‚ 1801 Archidiakon bafelbfi, 1810 
1819 Superinbentent in San 


veritirt, 1847 bafeibft Er fr. —— | 


Prebigerfchnle, 1809; Die Offen» 
Be. Riräfihe &e Raterhife 

iflliche Betſtunden, 1834, 
lee: meines Lebene, 1834; 
igtbuch, 1836; Predigteutiürfe, 

Anguf, geb. 1771 im Leipzi 

x 1788— 1792, bereifte in lauf⸗ 
* di 


erhiel 1817 ſeine Ent⸗ 

Ki Er een von 

£p. 1821), die er imter 

ieh, nieht heraus 

1— H - eine Feſtung ger 

rte er zu 

San n. Banupis 1829 in en 

erdam 

—* —— oe) Pa 

St; Komtiche Romane ber Spa- 

—F 2 Bte,; Reifeabentener, Dreed. 

, 1806; Neue Reifeabentener, 

4 de; Gemälde von Balencia, 

9,3 Be ; Derareifen, edv. 1804 

meine Meiiebibironbet, Berl, 1806 
ka. 4. Ruf. VL 


m artnochens £pı. 1800: 
She Seltenheiten, 2 





in 15 bee Bang nad) ber Erennung von d 

1508 bee Borigen Gattin, lebte aber auch von diefem 

er in Heibelberg u, ſchr. unter dem Namen 
uguſte: Onftane ! ——— Ip}. 1801 ; Bier» 
ehn Tage in Parie, eb. et Die Hon — *5 

1502, 2 Eble.; Der @inftling, e 
Margareike, The. 1812; Kleine Grjöftungen 

u. romantifche en 1818 u. a. m 

at * 171 in aldheim, wurbe 1 

ſeſſor u. Bibliothelar an ber Gentraficurfe in 


| Di ‚ dann Mitglied des Gemeinberatbe u. ſeit 


scofeffer der Ratnrgeichichte n. — a 
Du ae in Modlan, wo er ben 18. October 
f Er war ber erſte, welcher in — eo⸗ 
Ihe Forſchungen in grefiem Maffta I ge 
ndete ni riesen — in —2** 
er die verſchiedene Form tes Inter⸗ 


er, Berti 1806, 


6  Essai sur les monumens phi- 
gnes Er Jean —— 1802: Eat Re 


ttonalmmfeum ber Na a Bari, Sr 


1803, 2 ®be.; Anatom 
verwandten ‚ebd. 1804; Description de 


| museum d’hist. natur. d’universit6 de Moscau, 


Motten 1806; Mussum Demidoff, ebd. 1805 f, 
2 Dbe.; Onomasticon du systäme.d’ oryctogno- 
sie, eb. el; Entomographie de la Russie 
et genres des Insectes, ebb., 2 ei 21) Fer⸗ 
binand, ‚gen. 1780 in 9 —— in 
Halle, wurde 1812 Abjunct an in verfltät zu 
Mostau u. 1823 Director * von ihm begrunde⸗ 
ten ee Gartens in Petereburg; felt 1850 
Rarb er 17. Iumt 1854 in Betereb * 

(er. X ein geberfi: Plantes recuellies pen 
—* des Russes autour de monde * 
Krafenftern), Tub. 1810, I Pat 107 ophyl- 
Betersb. 1839; ice Samen, 
Pataloge des Botanilden — *8 Jo⸗ 
ſeph, Sohn von %. 10), geb. 1780 in 1 Bien, betrat 
ae die Bühne In m, wo er als erßer Vaſſiſt 
agirt wurde, —— 1804 an ber Oper in tut» 


gi 
= ck anf Reifen dur Deurldland, bean * 


en u. ließ ſich in Flor 


einr.Rariv.%.,geb.1782in Manheim, wib 
der Bauknnſt, Ir mei e er iin 
tallen ausbildete, ließ m in Munchen nie» 
Oberbaurath u. Brofeflor der r 


der, wurde 
in 


Be 1,2 


17% in —— er in In ic: Ba 


ef feine 
| Raben 1611 Zuaakl ———— 


⸗ 


us. A 


306 Fiſcher Bis 


gierungsafiefior u. fpäter Landrath; er trat 1825 
in fürftlih Leiningenſche Dienfte, wurde 1831 im 
Großherzogthum Oldenburg Reaierungep äibent 
des Fürſtenthums Birkenfeld, 1847&eheimerStaats- 
rath, jedoh im April 1848 mit Wartegeld außer 
Activität gejegt, woraufer als Privatmann in Jena 
lebte. 1852 verfaßte er die DBefchmerbeichrift der 
Sachſen⸗Gothaiſchen Ritterfchaft an den Bundestag 
in Betreff der von berjelben durch das Jahr 1848 
verlorenen Rechte. ALS bie Auflöſung der deutſchen 
Flotte bejchlofjen worden war, erhielt %. 1852, nun 
förmlid aus dem oldenburgiſchen Staatsbienfle ent- 
lafien, vom Buntestage den Auftrag, die in Bre- 
merbaven liegenbe beutfche Marine zu verfteigern. 
Im Sommer 1853 nad dem Fürftenthum tippe 
berufen, trat er an bie Spite des bortigen neu⸗ 
gegrimbeten Cabinets u. gab Veranlafſung zu den 
ald Daraufeintretenben Berfaffungsmwirren in biefem 
Lande (f.u. Lippe). Am 3. Juli 1855 wurde er zu Ko⸗ 
burg verhaftet u. wegen Majeftätsbeleibigung in 
Vetreff der erwähnten ritterfchaftlihen Beſchwerde 
ur Unterfuhung gezogen, doch nad Cautionsſtel⸗ 
ung jeiner Haft endichen. Noch in diefem Mo⸗ 
nate wurde er auch aus dem Tippifchen Staatsbienfte 
entlafjen u. lebt num als Privatmanı. Er ſchr.: 
Der bentjihe Abel, jeine Vergangenheit u. Zukunft, 
1851; Aburtheilung in der Sejuitenfrage, 1853; 
u. zur Redtfertigung feines Kantsmännithen Wir⸗ 
kens: Politiſches Martyrthum, Lpz. 1855. 25) 
Ferd. v. F. Sohn von x 7), geb. 1784 in Stutt- 
art, widmete fi) ber Baufunft, in welcher er in 
ien u. Baris, fowie auf Reiien in Stalten feine 
Studien madte. Seit 1812 in Stuttgart anfällig, 
wurbe er 1816 — 1834 Vorſtand u. Haupt⸗ 
lehrer an der Polytechniſchen Schule, 1844 Oberbau⸗ 
rath u. trat 1852 in ben Ruheſtand. Unter ſeiner Lei⸗ 
tung entftanten eine Menge ner Banten in 
Württemberg, namentlid Schulhäujer u. Kirchen. 
26) Alois, geb. zu Laudek im tyrofer Sherinnthale 
zu Enbe tes vorigen Jahrhunderts, ftubirte bie 
Nechte, wurde Advocat in Salzburg, ging nad) 
Ausbruch der Märzrevolution 1848 mit 3 anderen 
Deputirten von Der Stadt Salzburg nah Wie, 
um bei dem Minifterinm bie parlamentariihe u. 
abminiftrative Selbſtändigkeit des Landes anzubah⸗ 
nen, arbeitete Dann die Grundzüge ber Landesver⸗ 
aſſung aus u. bewirkte einen Zuſammentritt der Yan» 
esvertreter, bamit bie Verſafſung berathen u. dem 
Miniſterium zur Genehmigung vorgelegt würbe. Im 
Juni wurte 5 von dem Tante Salzburg zum Ver⸗ 
treter in ben Reichstag gewählt, bald nachher von 
dem Miniſter Dobblhof ın das Bureau des Innern 
berufen u. im Auguft nach Tyrol geſchickt, um fich 
von dem Zuftande bes Landes zu überzeugen, im 
December als Lanbeschef nach Oberäfterreich gefen- 
bet u. Anfang 1850 zum Statthalter dieſes Landes 
ernannt. 27) Friedrich, geb. um 1800 im 
MWürttembergifchen, habilitirte fich als Nepetent in 
Tübingen u. wurde 1632 Profeſſor der Philoſophie 
in Bajel. Er ft. 1853, feit einiger Zeit geiftestrant, 
in der Heilanftalt zu Winnenten. Sein philofophi- 
ſches Syſtem nannte er den intellectuellen Empi- 
rismus; derjelbe beruhte im Wejentlichen auf bent 
Satze, daß ber Inhalt ſowohl ter äußeren, wie ber 
inneren Wahrnehmung die von dem Wifien unab⸗ 
ar Wirklichkeit ſei. Er jchr.: Über ben Begriff 
er Philoſophie, Tüb. 18305 Bon der Natur u. 
bem Leben ber Körperwelt, ebb. 1832; Über ben 


Bücherei L 


en ber Seele, Lpz. 1833; Naturlehr 
Bajel 1835, 3 Bde.; Lehrbuch ber 
ebd. 1838; Der Somnambuliemus, el 
1839, 3 Bde. Außerdem: Die Baſele 
ceffe, 1840; Über Lie Entſtehungszei 
bafeler Todtentanzes, 1849; Johaur 
en. a Lapide, 1852; Der antolegi 
fir Das Dafein Gottes, Baſel 1852 u 
Lungen. 28) Beatrir, 8. - Scwarzbö 
in Temesvär; ihre Mutter heiratbete, 
früh den erften Gatten Macher verlor 
Regiffeur u. Chordirector Schwarzks 
bildete feine Stieftochter tbeatraliih aı 
1821 im Theater an der Wien zuerft als 
rinaufu.ging 1824 3ur Cperüber. Siel 
Schaufpieler F. u. machte mit biejem gr 
reifen durch Deutichland, nach Paris 
Seit 1831 ift fie am Theater in Karları 
29) Karoline 9. Achten, geb. 18( 
betrat 1827 das Hofoperntbeater bafelt 
1830 den Schaufpieler Fr. Fiſcher, mil 
an ber beutfchen Oper in Paris fpielte 
in Frankfurt a. M. u. feit 1836 in 
angeftellt. Der Eindrud ihres Geh 
durch ihr vorzügliches Spiel weint! 
30) Kuno, geb. 1824 zu Sondewalde 
ftubirte feit 1844 in Leipzig u. Halle I 
Philofophie. Der junghegelichen Richm 
blieb er jeboch ben extremen Außerun 
fern. Nachdem er feit 1847 eine Hauele 
Heidet hatte, hielt er 1850 kurze Zeit 
becent philoſophiſche Borlefungen in 
worauf er als Privatmann mit fchriftfle 
beiten beſchäftigt dafeltit lebte. 1655 
Berlin, um fid) dort zu habilitiren, be 
feine Borlefungen beginnen konnte, er 
einen Ruf als Brofeflor der Philofophi 
verjität Jena. Er jchr.: Dietima, ' 
Schönen, Biorzb. 13495 Geſchichte. 
Bhilojophie, Manh. 1552—55, 2 Wk 
meiner Yebre, ebd. 1854; Logik u. 
Stuttg. 1552; Baco von Berulam, % 
Seibfibelennmifle Schillers, Frankf. 
Bilherbont, ſ. n. Fiſcherei 1). 
Fiſcherei, Die Zudt u. ber Fan 
Der Bifchfang od. das Siſchen wird gei 
eigens ſich dieſem Geichäfte widmende 
trieben, die in manchen Gegenden eine 
od. Brüderſchaft (Bifchergitde, Fiſchen 
Da ſie am Meere, Seen, Flüſſen oft 
zur Entfiehung einer Stadt gaben, fı 
an manden Orten oft noch befond 
Giſcherrechte) u. bewohnen ein eigen 
(Siſcherſtadt, SFiſcherkiets, Kiets). 
nur mit großen Netzen fiſchen, wer 
meifter genannt. In anderen Geg 
F. frei. Die 5. theilt fi in wilde u. ;; 
wilde %. finder im Dieere, in Landſee 
Bächen Statt, u. es gehören zu ihr al 
bie Krabben, Hummern, Krebfe xc. 
Mecre filht man gemöhnlich in, mit 
verjebenen, 5—6 Perſonen faffenten 
u. rüftet blos, wenn bie F. an enti 
betrieben wird u. befontere Zwecke bi 
Fang des Kabeljaus od. Häring) ei 
Giſcherſchiffe) aus; vgl. Häring u. Ka 
werben am Ujer bes Meeres Pfähle u 
gen in Geftalt eines Hufeifene eingeid 


Fiſcherei I. (Wilde Fifcherel) 307 


) u. runb um biefelden Rege befeftigt | Offnung ber großen gfeich iR, ber dann aber gleich 
‚ fo daß bei der Fluth Die Fiſche Über | enger zuläuft u. fo meit am binteren Ende offen 
n umyäunten Raum kommen lännen. . bleibt, daß tie friiche bequem bineinlönnen (Eine 
Etangen find Rollen, über welche bie | fehlen). Die Flügel laufen nad der Breite des 
en in die Höhe gezogen werben, fotaß ı Fluſſes aus u. müſſen noch etwas über das Mafler 
Aufziehbung der Nee nicht zuriid u. | binausragen; Reifen werben eingebunten, um ben 
:tenen Ebbe gefammelt werben kennen. | Sad offen zu balten, u. an fie wird vorn u. zu beiden 
zen» u. fließenten Waſſer find |, Eeiten ein Pfahl angebracht, um das Ganze zu be⸗ 
m Arten zu fiſchen: a) F. mit ber feftigen; auch die Seitenwände u. das Ende ber 
Angel. b) Mit dem Siſchbamen, einem : Schnur werten durch ſolche Pfäble befeftigt; durch 
Ret, das mittelft eines Bügels (da | bie Flügel wird den Fiſchen der Weg zum Bad ge 
amen) an einer weiten bölzernen | zeigt. cc) Die Wände; fie haben jo weite Ma⸗ 
Niſt. Man bat große m. kleine; nad | fchen, daß ter Fiſch blos mit dein Kopfe durchkann, 
en Gebrauche babe diefelben ver- | der Übrige Körper aber zurüdbleibt; wenn num 
ım: Borjeg-, Hand-, Zug, | Derfelbe die Kiemen öffnet, bleibt er in ven Wänden 
fs, Rrap- Scheren-sc.Hamen. | hängen. dd) Die Sente, cin vierediges Net, Das 
ufen, aus zähen Weiten geflochtenen, | an 2 freuzmeis gebundene Reiten mit ven Eden bes 
1, fe eingerichteten Körben, daß tie | fefligt wirt; bebt man es an tem Kreuzbunde ber 
ie große Mündung derfeiben nah tem | Reifen, fo belommt es eine Vertiefung; das Ganze 
den Köter hinein⸗, aber nicht wieder | hängt an einer Stange, inben an das Kreuzbund 
fonnen. Eie merken entmeber an | eine Schnur befeftigt wird, bie man an tie Spibe 
eſeſtigt ıı. mit einer Beihmerung von | terjelben bindet. ee) Das Wurigarn, ein ge 
x tem Waſſer gehalten, od. in bie | ßes trichterförmiges Net, das an bem weiten Ende 
Be u. Scen verſenlt, wie fie Bou- | mit Bleikugeln befchiwert wird, u. deſſen cheres 
am Ende von Bifchzäunen (Bifhiweh- | Ente man mit einer Schnur jchließt; e3 ſinkt, auf 
ch die Flüfſe gelegten trichterförmigen | bie Oberfläche des Waſſers geworfen, fchnell unter 
ten Mitte eine Offnung Rx vor welde | u.umjchließt alle Darunter befinblichen Fiſche, welche, 
enſo mie bie Garnſäcke n. Netze [[.unt.], | ba man das Garn mit einem anı weiten Ende an» 
ı) gelegt, wie Die Bunge (Trom⸗ gebraten Zuge zufchließt, Darin bleiben müſſen. 
Nergens u. Abends werten bie Reu- | FH) Die Schlauchgarne (Garnjäde, Garn- 
nes eiiernen, an einer langen Stange | ſchläuche), dem Treibezeuge (f. oben bb) ähnlich, 
ens (Fiſchbaken) aufgehoben u. die ge nur beftehen fie aus einem bloßen langen Sacke ohne 
e durch ein im Bauche bes Korbes be» | Eintehlen ob. Flügel; man befeftigt fie gleichfalls 
irhen herausgenommen. Gin fo im | durch Brähle u. ſtellt fie dem Flu entgegen. 173) 
äunter Ort heißt Fach, u. bie im | Die Künfpforte (Künfporte), ein Wet, Das 
ten Reufen Fachreußen; if eine | 6 Seiten mie ein Würfel bat; 5 Seiten (ber Boten 
18 Garn geftridt, fo heißt fie Garn- | ausgenommen) haben in der Mitte eine Öffnung; 
Rit Zifchnegen, d. h. von Binbfaben | tas Neu wird an 4 Pfählen in tem Fluſſe od. See 
ruen (Bifcdergarnen) von verichiebe- | befeftigt. kb) Das Haubennetz, ein großmaſchi⸗ 
e größten heißen Zuggarne (Zug- | geb, weite Neg, wird vor ben Eingang eines engen 
e werben entweber von einem od. | Netes geftcllt. Ein Fiſchnetz mit einem Beutel wird 
sten cd. in Meinen Gewäſſern mit | im Allgemeinen auh Beutelgarn (Beutelneh) 
u. ſchmalen Nachen, Fiſcherkabn (ter | genannt; eine Wand von Netzen, welche an Pfähle ge- 
zen Arten ber F. gebraudt wird), | radbeaufgeftelltwird, heißt EugliſcherFiſchzaun. 
auf ber Stelle ausgemorfen, ob. | Ein ſchwimmendes Fiſchernez nennt man Floß⸗ 
iſchzäune, wie bie Fiſchreußen ange⸗ garn. lim die Fiſche in Die Pete zu jagen, bedient 
sorzüglichfien Fiſchnetze find: aa) bie | nıan ſich mandherlei Vorrichtungen, fo Der Bifchweibe, 
langes Neg, gewöhnlid um & ob. 4 | welche aus Faſchinen von Weiden befteht, die kreuz⸗ 
ang, mit einer Ober⸗ u. Unterleine; | weisaufeinanbergeichichtet, oben mit allerlei Strauch⸗ 
ten Stüde Holz od. Kork angemadt | wert, Gras u. dgl. betedt u. hinlänglich mir Pfählen 
„Bekorken), bamit biefeiben auf befugt werben, bamit ſich Die Fiſche Darunter verbere 
hwimmen, an lettere aber Blei be» | gen. Wenn ſich dieſe bahin gewöhnt haben, fo umſtellt 
n), um biejelbe auf dem Boben zu | man bie Fiſchweide mit einer Wathe, zieht Die Fa⸗ 
Netz wird an dem einen Ende eine® | fehinen empor, ſcheucht Lie Fiſche mit ber Siſchtrampe 
‚eiches ausgebreitet u. von einer cd. | (einer 6—7 Ellen langen Stange, welche am unteren 
onen (Sarnle — auf beiden Sei⸗Theile mit einigen über einander gelegten Scheiben 
er- u. Unterleinen gefaßt; man durch⸗ | von Filz od. Leder verſehen if), aus ihrem Lager 
fer mit ihnen an dem Rande n. be» | auf u. in tie ausgefpannten Netze u. zieht ſolche 
darin enthaltenen Fiſche. bb) Das | ſammt den Fiſchen beraus. At dieſe Zurihtung 
15 es beflebt in einem von Netz ge- | von Bretern u. Steinen gemacht, jo wird fie ein 
bon 1 od. mehreren Ellen im Durch» | Stfäport geuaunt. e) Mit Siſchleuchten; ın einem 
-15 Ellen Länge; vorn am weiteflen, | von Draht od. Eifen geflochtenen u. mit einem Ztiele 
ve an Weite ab u. entigt hinten in | werfehenen Korte (Leuchtlorbe) werben Hein ge- 
ı nach Berhälmiß feiner Größe, bie | ſpaitene Kienftüde angezüntet; einer ber Fiſcher 
ine burchgegogene Schnur zuziehen | hält dieſes Feuer über ber Oberfläche bes Fluſſes 
e beiten Seiten des Sackt werben | od. Baches, wodurch bie Fiſche geblendet werben, 
(Flügel) u. in benfelden ein vicl | jo daß man fie bequem mit den Händen, mit Ga- 
ıgerer Flügel geſtrickt, deſſen voxbere | bein od. Netzen fangen lann. Do6 muß Dies ſtets 


308 


dem EStrome entgegen geichehen. An vielen Orten | 


iſt jedoch dieſe, use überhaupt bie F. bei Nacht, 
verboten. Etwas Abnliches ift das in China übliche 
Fiſchen mit dem Spiegel, wobeiman Fiſche da⸗ 
durch anlockt, daß man das Mondlicht mit einem Spie⸗ 
gel auffängt. ſ) Mit Ziſchgabeiln (Stechgabeln), mit 


2—6 mit Widerhaken verſehenen Zinken an einem 


langen Stiel; das Siſchſtechen ift nur bei großen 
Fiſchen (Lachſen, Stören zc.) in Flußmündungen 
od. im Meere anmenbbar. Treibt man bie Fiſche 
gegen die Nee u. in biefelben, fo heißt dies Fiſch⸗ 
jagd. E) Fifchichießen ; dieß wirb bewerffielligt, in- 
dem man bie Fiſche mit Schießgewehren erleat, wo⸗ 
bei man megen ber —— im Waffer 
etwa eine Hand breit vorhalten muß. 5) Mit Fifch- 
beigen, betäubenden Mitteln, bei. Kolkelskörnern ꝛc.; 
fie find aber gefetzlich verboten u. werben wie Fiſch⸗ 
diebftahl beftraft. 

II. Die zahme $. (Teich⸗F.) u. Fiſchzucht. 
A) Die gahme %. wird in befonbers eingerichteten 
Zeichen ( Btfchteichen ) betrieben, welche in gewiſſen 
Zeiträumen ausgefiſcht u. dann mieder beſetzt wer⸗ 
den. a) Der vom Einlauf zum Damme mitten 
burh den Teih an ber tiefften Stelle gezogene 
2—3 Fuß breite u. verhältnigmäßig tiefe ra⸗ 
ben heißt Waſſergang, das neben demſelben 
1 Fuß tiefer im Quadrat ausgegrabene Waſſer⸗ 
beden, ber Fifchplag (Fiſchlager); er dient dazu, 
beim Ablaſſen des Teiches alle Fiſche in einen 
Raum zufammenzubringen. Der Waflergang mün⸗ 
bet in einen Kanal behufs bes Ablaſſens bes Tei- 
ches; Über dieſem Kanal befindet ſich ber Wall- 
danım. Das Gewölbe über bem Kanal muß mit 
dem Bette des Waſſerganges in gleicher Höhe lie 
gen, damit Teich u. Wafjergang ganz ablaufen ıdır- 
nen; bie Höhe des Dammes iſt durch den Wafler- 
fpiegel bedingt. Zum Schuß des Teiches ſoll der 
Damm in der Nähe tes Wafjerganges böher fein. 
Hinter dem Damme befindet fi noch ein rundes 
Beden (Zırber), um zu berbilten, daß beim Ab- 
laſſen Des Teiches Fische mit abgehen ; aus dem Beden 
läuft das Waſſer in den eigentlichen Abzugegraben. 
Zun Ab» u. Anlafien bes Teiches dienen Steüfallen, 

apienbäufer od. Ständer. Die Stellfallen wer- 
den von Steinen aufgeführt; um fie anbringen zu 
Tönnen, muß unter dem Damme durch in der Ric» 
tung gegen den Wafjergang ein Abzugskanal gefilbrt 
werden; Da, mo er in den Teich ausmündet, wird 
er mit einer Steinplatte bededt, bie in ber Mitte 
ein Loch hat, in melches ein Zapfen genau eingezapit 
if, der gezogen werden kann. Zapfenhäufer 
od. Ständer werben auf ben Kopf der in ibrer 
Mitte befindlichen Steine aufgefet, ftehen mit ben 
Nuten nabe am Damme n. find mit Falzen ver- 
jehen, in die beim Zuſetzen Bretchen gelegt werben 

-Tönnen. Am beften find die Stänter mit dem 
Rechen verbunten, welcher verhindert, daß Die 
iihe durch ben Atzugslanal aus tem Teiche ent⸗ 
chlüpfen können; fie beftehen aus Holz⸗ od. Eiſen⸗ 
Räben. Auf die Güte eines Teiches hat deſſen Lage 
großen Einfluß; je freier der Teich gelegen ift, fo daß 
er viel Sonne bat, u. je fruchtbarer feine lImigebuns 
gen find, defto beffer ift er. Großen Einfluß auf bie 
üte eines Teiches hat aber auch Das Wafler; das 
befte Waſſer ift Fluß⸗ u. Bach- in Verbindung mit 

Ihmafler. Was den Boben anlangt, jo behauptet 

fette Thon» u. Lehmboden ben Borzug. Die 
Oberflãche eines Teiches fol chen fein u. allındlig 


Fiſcherei IL. (A. Zahme Fiſcherei 1. Fiſchzucht) 


nach dem Ständer zu — die W 
ſell fo wenig ale möglich mit Waſſerpflau 
fein. b) Die Amede, welche bei jeber voll 
Teichfiicherei erreicht werben jollen, beſte 
Erzeugung von Brut, rnq von Sat 
nung verlkäuflicher Fiſche u. Durchwint 
Fiſche. Zu dieſem Behufe theilt man die 
in Streich⸗, Streck⸗, er u. Wir 
gen. Inden Streigteichen wird Br 
fie follen feicht fein, warme, freie Lage 
Boden haben, frei von ſolchen Thiere 
werben, tie den Fiſchlaich frefien, u. 
gleichen Waſſerſtand haben. In den 
hen ſoll die Brut wachſen u. zu Satz er 
ben; folche Teiche müſſen ſehr nahrhaft ſei 
thiere u. zahmes Geflügel von ihnen 
werten; man wählt fie gern von mittl 
u. Tiefe. In die Haupt» od. Veſatzt 
der Sat eingefeßt, um aus benfelben ı 
Fiſche zu erziehen; man wählt dazu bie 
tiefften Teiche. Die Winterhbaltun 
welchen bie Fiſche überwintert werben, n 
weder Quellen baben od. burch fliefgenbes 
jpeift werden. In ken Teichen werben he 
Karpfen gezogen; neben ihnen kann maı 
größere Anzadt von Schleien, Hechten ı. 
aber nur in geringer Dienge ziehen, we 
Karpfen nachitellen. Das gute Gebeibent 
fiicherei beruht hauptſächlich auf ber Zı 
bantiung edler Samentarpfen. Auf 1 Dil 
net man 2—3 Rogener u. 1 gelten. Aust 
teichen mirb die Brutin bie Stredteiche ve 
ihr ein» bis zmeifömmeriger Sa gezege 
nicht über 1 Fahr alten Karpfen beißen L 
2 Sabre alt, einföınmeriger, u. 3 Iabre a 
meriger Sat Aufl Quadratruthe rechn 
Stück Brut od. 2—4 Std einſömmerig 
Beſetzung der Streichteiche geichiebt in t 
Frühjahr aus den Winterbaltungen 
Stredteichen fonımt ber Sat ın die 
Sollen in diefen die Fiſche 2 Zabre fleb 
ben fie mit einſömmerigem, ſollen fie 
Lahr ftehen, mit zmeifömmerigem Cat 
Belegung gefchiebt, wenn es nicht an ! 
im Herbfte, außertem im Frübjahr; auf 
ruthen rechnet man I Stück Sag. ©) Ui 
auszufiſchen, wird der Zapfen fo gezog 
bie Fiſche nad) u. nach in Das Fiſchlager 
ziehen. Zum Einſetzen der geiangene 
dient man ſich entweder mit Waſſer ge 
ten ob. hinter dem Damme angelegter 
fing, wo fie fortirt u. dabei zugleich ge: 
wogen werben. Das Ausfiichen geſchieb 
gen, Bilgelhamen od. Wathen ; bie gefan 
werben in Körbe gelegt ob. in die Butt 
Die Ausfiſchung Der Zucht⸗ ob. Hauptt 
dan C:ctober, mo es weder friert noch au 
ift, die Ausfiihung der Winterhaltu 
März od. Anfang April. 

B) Um tie F. ergiebiger zu machen, 
Einwirkung künſtlicher Vorrichtungen if 
vier Wege einſchlagen, indem man a) 
Fiſche vor den zerſtörenden Einflilſſen 
thiere u. Waſſerpflanzen (Algen) ſchützt 
Ernährung der jungen Brut Sorge träg 
od. Klüffe mit Fiſchſamen, d. h. befrud 
eiernd, bie fih in angefeuchteten fein 
den, auch zwilchen Kiſſen von feuchter 


Fifcherei IL. (B. Künftliche Fiſchzucht) 


ansrortiren faffen, befäct, u. beſ. 
Iinftlibe Fiſczucht, indem man 
g ter Gier Durch Die Milch des Ränn- 
solftändigeren Weife bewirkt, ale e® 
lien Berlaufe des Kortpflanzungs- 
stiicbe der Fall ift. Die Anlage künft- 
ve tür Fiſche, welche zu ben Quellen 
ſteigen, ift ben Chineſen fchen von 
nnt: es dienen dazu bie zur Bewäſſe⸗ 
welter gezogenen MWaflergräben, in 
yarı Hürben u. Klechten, mit Denen 
tüßchen Turchzegen werden, bängen 
in in Zeichen cd. Kiichbehältern zur 
ebracht zu werten. Abnlich verfuhren 
em fie ihre Teiche Durch Gräben mit 
Verbindung ſetzten u. Laturd bie 
Lißten, Dort zu laihen. Auch die Er» 
Iche durch Fleiiſchabfälle u. Das Fleiſch 
‚ weiches feine menicliche Nabrung 
sen Remern befannt geweſen zu fein. 
it iſt Diele künſtliche Ernährung na- 
e Aalzucht in frankreich angemenbet 
junge iiche bildet Froſchlaich Das 
mäbrungemittel. Die Aufbewabrung 
entwickelungefähigem Zuſtande bes 
lterung fiichleerer Gewäſſer, u. die 
r Gier iſt eine Erfindung der neueren 
sernbt Darauf, daß man Die Tier Des 
inem Heinen Bebälter mit der Wriich 
5 in ınnigere Berübrung bringt, als 
amentlich in fliegenden (Remäiler ge- 
2 Lie Gier ſewobl wie Lie Mitch Nab⸗ 
ıte Meiner Wafiertbiere ſind u Strö⸗ 
zaſſers u. jenſtige Zufälligkeiten bie 
er Gier vertiimmert. Anfangs be» 
wefe tegen. künſtliche Fiſchzucht Darauf, 
"aichzeit ein Weibchen u. ein Männ⸗ 
Art in ein Meines Seräh mit Waſſer 
r, nachdem ca aclaicht batte, daran 
e durch mäßiges Bewegen bes Waflers 
e Milch auf womöglich alle Eier Ein- 

Sodann gef man das Wafier in ein 
3 mit Sandgrund u. ſetzte daſſelbe in 
ndes Majier, wobei man bie Strö— 
ne cbere, mit einem ganz feinen Sieb 
finung eintreten u. durch eine untere 
m ließ. Maren die Biiche fo weit ent⸗ 
26 Nabelbläschen verſchwunden mar, 
frei cd. ernäbrte fie noch eine Zeit: 
uuten Abtbeilungen eines Teiches od. 
fiers mit Froſchlaich, Dolluelen :c. 
1e Zerfabren ift in neuefter Seit in 
Reife veräntert u. zum Tbeil febr ver- 
Das neuefte Verfabren ift feinenbee: 
o Regen u. Milch in den Fiſchen zur 
a find, füllt man eine reine irbene 
n Oberflähe tem flachen Beben it 
leich ift, mit reinem Waſſer, u. zwar 
im inter laichen, von 3—4y, für 
ang Frühjahr laichen, von 6—8, für 
Sante laidhen, von 16—20° R. Den 
man an Kopf u. Bruftflefien in ber 
nlredt über das Gefäß, jtreicht vor— 
ımen u. Zeigefinger ter rechten Hand 
re Ende tes Gierjadeo n. behandelt 


Gier mit einem feinen Daferpinfel in fanfte Vewe⸗ 
gung, obne aber Die ſchleimartige Hülle derſelben zu 
jerreißen. Das gemaltfame Auatrüiden von Rogen 
u. Milch wird jedoch von vielen Fiſchzilchtern ver» 
worfen u. Dagegen Das von Millet worgefchlagene 
angenommen. Zu tiefem betient man fidy eine® 
Bebälters, deſſen Boten, ein feines, bewegliches 
Sieb, dem Waſſer, in melches man denſelben fett, 
Zugang zum Innern deffelben veritattet. Über dem 
Boten befindet fich ein zweiter Roden, aus dün⸗ 
nen, weit auseinanderſtehenden Stäben gebildet. 
An dieſen Stäben reiben ſich die Fiſche, um ſich 
ter Eier, resp. Milch, zu entictigen; ſobald die 
Eier beiruchtet find, werten fie mit dem Waſſer, 
worin fie ſich befinden, in das Brütegeräth ger 
bracht, welches felgente Einrichtung bat: auf dem 
Voten eines glafirten irdenen Gefäßes befinden fich 
anfeinanter folgend einige Yagen Nicielfteindgen, 
Zand un. Roblenpilver zur Reinigung Des Waflers, 
womit das Geiäß angefüllt ift; das filtrirte Waſſer 
läuft durch einen Hahn aus Dem Geſchirr in ein höl⸗ 
zernes Meiän, welches inwendig mit Zinn belleidet ifl, 
u. ergießt ficb durch einen an ter Seite angebrachten 
Hahn in einen Zammeltrog. Die befruchteten Eier 
werten auf flache Körbchen won Pferbebuar gelegt 
u. je nach Der Fiſchart ein od. mebrere Zoll unter 
tie Oberfläche Des Waſſers in Den Geſchirren ges 
ſetzt; dieſelbe haben umgebogene Ränter, find 1 300 
tief, I Elle lang u. 3—4 Zoll breit. Die Ausbrilte⸗ 
gerätbe werben in einen Schuppen aeftellt, der an 
jeter Seite mit nach außen ficb Bffnenben väden 
zum Eintritt von Yuft, Licht u. Wärme verjchen ifl. 
Pie Eier erfordern wäbrenb ihrer Cntmidelungs- 
zeit genauen. unauſbörliche Aufſicht: fie Ditrten nicht 
aufgebänft liegen, millien von Inſectenlarven bes 
freit u. die Temperatur muß ſieto anf gleichen Arab 
erbalten werten. Das Anebrüten der Gier kann 
auch in jreieım Waſſer auf ſolchen Zichen geicheben, 
indem man bieielben, um fie ver Schlamm u. Un» 
reinigfeiten zu ſchüben, mit Hütte von Schwimmern 
dicht nuter ter Oberfläche tes Waſſers erhält, fo 
daß ibre Entfernung von derielben auch bei Niveau⸗ 
veränderungen ſteté ſich aleich bleibt. Zobald Pie 
Fiſche auegekrochen find, werden fie entweder ſofort 
in das Waſſer gebracht, welches man mit ibnen de⸗ 
völtern will, od. man jene fir in ſogenannte Kiſch⸗ 
pflegen, wo fie eine Zeitlang geriittert werden. Eine 
jeiche Fiſchpflege beſtelet aud einem vieredigen Geffß, 
welches mit Steinen gefüllt u. mit einem Deckel ger 
ſchloſſen iſt; in Bieten &efün leiter man See⸗ od. 
Flußwaſier, je nach Der Fiſchart, um ca Darin zu rei⸗ 
nigen, u. leitet es dann in audere Geiäne, in welchen 
tie Fiſche bis zu einer gewiſien (Arche aufacgegen 
werden. Die Kütterung der jungen Fiiche muß mög⸗ 
lichſt mit der Nabrung übereinftiunmen, die fie in 
der Freibeit ſuchen. Jedoch nicht alle Fiſcharten laſſen 
ſich künſtlich züchten, z. B. der Karpfen nicht. 

Die erſten Verſuche der künſtlichen Befruchtung 
ter Fiſche ſtellte I. V. Jacobi in Detmold mit 
Forelien n. Lachien in Der Mitte des 18. Jabrh. an. 
Allgemeiner bekannt wurde ſeine Metbede aber erſt 
um 1840, als bie Foripſlanzung ber Fiſche Gegen⸗ 
ſiaud Der eifrigſten Forichung wurde u. namentlich 
Brevoft, Dumas, Karl Vegt, Rusconi u. andere 
Naturforſcher über Den Fiichlaich genane Unterſu⸗ 


lugenblick ebenſe ten Milchener, Da= | dungen anſtellien. Die Entdeckung der ungebenren 


n u. Miilch vereinigen u. befruchten 
zieſes zu befördern, briugt man bie 


Verluͤſte an Fortpflanzungeſteff, welche bei Fiſchen 
in natürlichen Verhältniſſen ſtattſindet, legte ven 


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210 Fifcherei ILL (Fiſchhandel) IV. (Wifchereigerechtigteit) bis Fiſcher 


Gedanken nahe, bielen Verluften burch künſtliche 
Mittel vorzubengen. In England u. Schottland 
murbe indeß ſchon vorher das Verfahren Yalobi’e, 
ebenfo wie in Deutſchland, von Privaten vereinzelt 
mit Erfolg angewandt u. bie fünftliche Fiſchzucht in 
ntreich feit 1841 in ben Vogejen von zwei Fi⸗ 
ern, Genin u. Remy, in größerem Maßſtabe be- 
trieben. Allgemeine Aufmerljamleit erregte bie 
Sache aber erft, als Quatrefagues 1848 durch 
eine zoologiſche Abhandlung zunähft die Parifer 
Akademie, dann die franzöfliche Regierung für biefen 
eig ber Landescultur zu intereffiren wußte. In 
olge beffen wurde auf Negierungstoften 1852 in 
üningen eine große Fifcherzeugungsanftalt gegrän- 
bet, deren Refultate die Erwartungen volllommen 
rechtferti ten. 

III. Die Sicher betreiben gewöhnlich auch den 
Siſchhandel. Dazu bringen fie die gefangenen Fiſche 
wittelft eigener Wannen, Fäſſer, Zuber (Zifchgefäße) 
in aus Brettern od. Wohlen verfertigte Behältniffe, 
die an den Seiten mit Löchern zu Einbringung bes 
Waſſers u. oben mit einem Dedel u. Schloß ver- 
ſehen find. Diefe Siſchkaſten werben in einem Flufſe 
mit einer Kette an einen Pfahl befeftigt, od. man be⸗ 
wahrt fie in einem Heinen, bef. dazu gegrabenen Teech 
(Siſchbaͤlter) auf, aus dem man einige Fiſche, fo oft 
man fie braucht, mit leichter Mühe herausneh nen 
kann. Solche Fiſchhälter müſſen friſches fließendes 
Waſſer haben, abgelaſſen werten können u. ſo tief ſein, 
daß ſie den Winter hindurch nicht ausfrieren. Ge⸗ 
wöhnlich find in denſelben für die verſchiedenen Fiſch⸗ 
arten einzelne Abtheilungen. Das Füttern der Fiſche 
(Ziſchfũtterung) in ſolchen Fiſchhältern od. in Meine- 
ren Zeichen, wo fie nicht genug Nahrung haben, 
geſchieht bei Karpfen u. anderen frieblichen Fiſchen 
nt Trebern, todtgefchlagenen Fröſchen, Brod; bei 
Raubfiſchen, als Hechten, Forellen n. dgl., mit Mei- 
neren ſchlechten Fiſchen, dem Eingemeide u. — 
ronnenem Blute geſchlachteten Viehes, beſ. Rindé⸗ 
herz u. Leber 2c. Zu derſelben Abſicht hat man auch 
Bifchgraben, welche 4U—60 Ellen lang find. Zu⸗ 
weilen verwahrt man bie Fiſche auch gegen Dieb- 
ftahl durch ein Fiſchbaus, d. i. ein Haus, mit wel- 
chem nıan bie — iiberbant. 

IV. Die Befugniß, in einem Fiſchwaſſer Fiſche zu 
faugen heißt Fiſchereigerechtigkeit. Nach Römiſchem 
Rechte waren nur die Fiſche, welche in beſonderen 
Teichen ob. Fiſchbehältern aufbewahrt wurden, 
Eigenthum desjenigen, welcher das Fiſchbehältniß 
—* die Fiſche in Flüſſen u. Meeren aber herren⸗ 
loſe Sachen u. nur dann erſt Eigenthum, wenn ſie 
gefangen waren. Dieſe Anfichten veränderten ſich 
jedoch im Mittelalter, u. man nahm u. nimmt ein 
Eigenthum der Flüſſe, Seen u. Meere, wenigſtens 
in Auſehung gewiſſer Gegenden der letzteren, an; 
in letzter Beziehung find zwifchen verjchiedenen Na- 
tionen, fo zwilchen Engländern u. Franzoſen, zwi⸗ 
ſchen Engländern u. Norbamerilanern, in verfchie- 
tenen Friedensſchlüſſen u. Verträgen Berabrebuns 
gen Über bie %. an ten Küften von Neufound» 
land getroffen worben. Die Wilde F. iſt an man⸗ 
hen Orten nach Analogie der Jagd Regal u. wird 
dann gewöhnlich verpacdhtet od. von eigenen Be⸗ 
amten verwaltet; an anderen Drten ift fie Eigen« 
thum ber Grunbftüdsbefiger, ſoweit die Gewäjler 
tie Grundftücke jeves Ginzelnen berühren, ob. fie 
1 Benugung aller Staatsbürger preiögegeben. 

ie F. ift auf jo mannigfache Weile, wie bie Topp, 


mobificirt; find Mehrere in einem 

zu fifchen berechtigt, fo darf Keiner ſei 
um Nachtbeil bes Anberen üben, ob. 
egung des Suufiee ben freien Gang bei 
bern. Die Ausübung der F. ift vern 
mwöhnlich obwaltenden Verhältmiife an ! 
orbnungen gebunden, welche insbeſonde 
daß bie F. nicht ungeſetzlich betrieben 
biefen Fijchereiorbnungen werben auch 
frevel beftraft; vgl. auch Flußrecht. 

3. Ehler, Der erfahrene Fiſcher ꝛc 
Derſelbe, — —— u. Fiſcher 
1824, 2 Hefte; Vollſtändiges Fiſchbuchee 
1824; 3. E. v. Reiber, Das Ganze ber 
1824;E.M. Schilling, Die wilde 7. x. 
Hartig, Lehrbuch ver Teichwirthſchaftun 
Kafjel 1831 5 Teihmann, Die Teichfiſch 
Lpz. 18305 C. 2. Moranb, gr u. 8 
beimnifie ıc., Weim. 1835; S. M. Alva 
buch, Norbb, 1837; S. M. Henning, 
baltene Fiſchlünſte ac., Quebl 1837, 2. 
Hempel, Der fibere Fiſchſchütz, M 
Wirth, Die Teichfiſcherei in ihrem höch 
Lpz. 1840; Das Ganze ber Karpfenzu 
1843; Leupold, Handbuch der wilden 
1845; Herrmann, Die Karpfen- u. 
wirtbfchaft, Kolberg 1847; Fraas, D 

ischerzeugung, 2. Aufl. München 1855 
ünftliche Fiſcherzeugung, 2. Aufl. Lpz. 1! 
Deus: Das Ganze der Angelfiicherei, L 


6. Aufl. 

Sifigererbe, 1) erblies Gut et 
familie; 2) ein Gut, von einem Teid 
wohnt. 
ifherhude, Marktfleden im Amtı 
der hannöverjchen Lanbbroftei Stade (! 
Bremen), auf Injeln, Die von ber Wil 
werden; 550 Ew., welde von Fiſcher 
fang leben. 

Fiferia (F. De C.), nach Fü 
nannte Pflanzengattung aus der Famili 
piadeae - Stapelieae - Ceropegieae 
scandens De C. (Holostemma car 
Spr.), in Sübamerila. 
ſcheridyllen, |. u. Idyll. 
ifherin, Abart des Titanit. 

1 erit, Mineral, Heine fechsfeitig 
vereinigte Säulden von grad» bis 
Farbe, fie find glasglänzgend u. durch 
Gew.: 2,4, Härte 5; befteht aus pbı 
Thouerde u. Wafjer; Fundort: Niſchn 
Eibirien. 

gi Kern ‚fo v. mw. Fiſchland. 

i erring (Annulus piscatorie 
Siegel des Papſtes, ten Apoflel Petru 
barftellend, nit dem Namen bes regie 
fte8 als Umſchrift; in Verwahrung de 
camerae papalis; wird päpftlichen Pr 
u. Breven aufgebrüdt u. Dann wieber d 
übergeben. Nah dem Tode jetes T 
deſſen F. von tem Cardinalkämmerlin 
u. der neue Papſt bekommt von der 
einen neuen. Der F. war vor Clemer 
in Gebrauch. Diefes Siegel unterſche 
dem bleiernen Siegel, womit nur Di 
rotbem Wachs Yefiegelt werben. 

Fiſcherſtechen, eine in manchen 6 
Fiſchern geflsttete Feſtlichleit, bei w 


Fiſcherſtich bie Fiſchhof sit 


n einem Orte vereinigen u. eine Art | Inden Gegenten, wo Häringetbran gewonnen wird, 
übhren, indem fie einanter mit langen | bereitet men aus ben Rüdflänben einen ſehr wirk⸗ 
ben Kühnen zu floßen fuchen; vgl. | fanıen %., der unter dem Namen Tangrum in den 
atew. u. Sittengefch ). Dantel fommt u. billiger, aber eben fo wirlſam al® 
j (Seew.), ein eigenthümlicher Knoten | Guano ifl. 
6 Taues, zum Befeſtigen eines Rin- Fiſchhaber, Kettlch Ehrift. Yriebr., ged. 1779 
‚gl. Stich. in Göppingen, war frilber Repetent am theologifchen 
ionen, Ausmürfe von Bifchen bei | EC eminar in Tübingen n. fl. 1829 al6 Profeſier 
krupuienen; fo warf am 19. Zur | ber Philefepbie u. alten Literatur am oberen Gy 
guairazo u. die Vulkane Sınbaburu naſium in Stuttgart. Gr fhr.: Über bie Epochen 
etepayi nicht nur Ibon u. Wafier« | des Genius in der Geſchichte; Benrtbeilung ter 
m auch eine Menge Kifcye aus. Die | in bie Idee ber an über Die Form 
ıtillas, Pimelodes Cyclopum) ge» | Fer Etaattconftitutien aufgeftellten vhite epbiſchen 
milie der Welſe, fie ſollen zuweiſen Grunbjäge, Stuttg. 1817; Lehrbuch der Yogik, ett. 
hen gegeben baten, während fie am 1615; Naturredt, ebd. 1820; gab auch Zeitſchriit 
Berges derabrollten. Solche Erjcher | ir tie Pbiloſophie, ebb 1815 -20, 4 Hefte, herans. 
n aber nicht als Beweis gelten, Laß Bil habicht, fo v. w. Fluntdler. — 
von organiſchen Weſen bewohnt ſei; Fiſchhalter u. Fiſchhamen, i. u. Fiſcherei 
alten wabricheinlich die genannten | I. u. III. 
greße Wafjerbehälter, weiche durch Fiſchhauſen, 1) Kreis des preußifchen Regie⸗ 
Möglich mit ihrem Inbalte ausgeleert rungstezirls Königeberg, 32, OM., wovon 19,9 
il da dieſelben Fiſche ven Leu India» on. Fand, das übrige Teile des Frifchen Haffe 
a ſolchen Etellen gefangen merten, | umfaßt; 37,600 Em.; eben, fanbig u. ftarl bewal⸗ 
Aüften Bäche bervortreten, nit deren | det, Die Hauptnabrungezweige ſind Yanbbaı, Schiij⸗ 
zahlreich am bie Oberfläche ber Erte | fahrt, Holzhandel, Fiſcherei u. Lie tärkite Bernitiiu- 
1. fifcherer in Preußen; 2) Statt Luleltii, as der 
de, f. u. Fiſcherei I. B). Scheuen Wiek ı Bucht Des Friſchen Haffs), Sig des 
ſ. Fiſcherei. Bernſteingerichts, Hafen, @etreitebantel, 1950 
t, iſt Piseidia. Ew. In ter Kaporuſchen Hatte, einem Nadelhbolz⸗ 
1) (Großer y.), Fluß im ©. ter | malt: öſilich Davon, halten fich nech einzelne Elenn⸗ 
scolenie (Südafrika), entipringt auf | tbiere auf. — Bei 15. murte 497 Zt. Adalbert, wel⸗ 
gen, mündet nad einem Laufe von | cher Bas Chriſtenthum predigte, von Den heiduiſchen 
ı ber Nähe ber Algoabai in ben In | Brenßen erichlagen. Nah der Einfübrung Tee 
; 2) (Aut), Nebenfluß des Dranic- | Ehriftenthbums reſidirte bier genöhnlich ter Biſchof 
lien Südafrila; 8) (Tbluiticha), | ven Samland, u. Der Deutjche Orden erbaute 1230 
amterila, entjpringt ans Dem Grogen | das Schloß. Yu Anfang des 16. Jabrb. überließ 
mündet nach einem Yaufe von 130 | e8 ber Viſchof Georg an Albrecht, erften Herzog 
tein er noch mehrere Seen turd- | von Preußen, worauf 5. eine Propſtei wurte. 
törtlihe Eismeer; 3) Fluß in ber 


Fiſchbaut (franz. Penn de roussette), als 
enie Reu-Züb-Wales (Auftralien). — kommt nur von einigen größeren 
u. Fiſchgarn, ſ. u. Sücherei J. B). Seefifchen, namentlich Sraifticharten, vor, von deuen 
‚ 1) (Pandion llalisctus), fo. 10. | Lie des Meerengels bie vorzliglichite iſt. Sie dient 
(Circus aeruginosus et rufus /.. megen ibrer fcbarfen, fetlenartigen Zpigen zum 
ceus Bechst.), jo x. w. Eunipfe | Apreiben, Buben u. Priiren von Holz, Stnocen, 
be, 3) Weißliher.(Neuphron | Som sc. Früher veriertigte mau daraus das echte 
‚euopterus J..), |. Aasvogel. Siſchbautchagrin, welches jetst küußlich nachgeabmt 
3, ſ. u. Fiſcherei III. wird. Die Fabrikatien u. Xerjendung vun Fiſch⸗ 
b, ei aus Fiſchen bargeftelltes Dünge- | bauten findet vorzugsweiſe an ben italienilchen u. 
aus einer ziemlich feinen, ſägeſpän⸗ 


porngiefiichen Küften Statt. 
u, graulichweißen Fleiſchmaſſe, die in Fiſchbof, 1) Jeſeph, geb. 1504 zu Butſchowitz 
egen 15 Proc. Stiaſteff enthält. Der in Mähren: ſtudirte in Wien Meticin u. widmete 
centrirtes Düngemittel, welches mit ſich ſeit 1827 ganz der Muſik, wurde 1533 Profeſſor 
Heu Guauo vollkommen concurrireu am Conſervatorium zu Wien, fpäter Director die⸗ 
ırftellung des F. wird entweder durch ſes Zuftitute, ging IS51 als Regierungecommiflär 
bewirkt, uit meicber Die in einem | zur vondoner Intuftrieanaftellung u. ft. 1957 in 
uften Fiſche u. Fiſchabiälle beſeuchtet Waren bei Wien. Er componirte viele feine Stüde 
fie zu zeriegen u. in eine breiartige | filr Pianoforte, ein Ztreichguartett u. mehrere Lie⸗ 
sandeli, Lie jpäter gedörrt u. pulce- | rer u. Geſänge mit Pianefortebegleitung, n. ſchr.: 
. auf einfachere Art durch Dämpfang Verſuch einer Geſchichte des Glavierbaues, Wien 
jeiſe wie das Dämpfen der Kartoffeln | 1853. 2) Adolph, geb. 106 in Ofen, Secundär⸗ 
n. Dur das Dümpien wird nidt | aryt am allgememen Krankenhauſe in Wien, 309 
Düngen unnüte, aber auf andere | am 13. Wärz 1845 zum erfien Male bie Aufmert- 
sbare Fett zum großen Tbeile ausge- ſamkeit der potitiichen Welt anf ſich, wo er unter dem 
ı auch tie zäbe, ichr ichlecht trodnente | Rufe: der Freibeit eine Gaſſe! ten Ständehof durch» 
zerjaiert u. zertbeilt, daß fie an der | jehritt, um ten eben verfammelten Ständen die 
rden leicht austrockuet u. Lucy Stam- | Wünche der Univerſität vorzutragen ; er murte zum 
u, Mahlen pulverifict werden kaun. Bräfidenten des Ausichufies jür Sicherheit, Ruhe, 


— — — 





312 


Fiſchkaſten bis Fiſchotter 


Ordnung u. Wahrung der Vollsrechte u. nachmals en 2 lichte Flecken. 9) Dinemur 


von einem Bezirk der Hauptftabt zum Vollsvertre⸗ 
ter für den Reichstag gewählt. Als Minifterialrath 
ging er im Auftrage der Regierung nach Galizien, 
in Folge der Dort ausgebrochenen Cholera, u. wurde 
kurz nad jeiner Rückkehr nach Wien am 6. Oct. 
verhaftet, indeß bald darauf wieber entlaffen. 

gi Baften, ſ. u. Sijcherei III. 

Belle, Heine Schaufel von durchbrochenem, 
verzinntem Eiſenblech od. von Silber, um ben bei 
Tiſche aufgelragenen Fiſch damit ans der Schiiffel 
zu nehmen. — 

on 1) fo v. w. Fiſchbeize; 2) fo v. 
wig chköder. 

iſchkoder, Locſſpeiſe um Fiſche zu fangen; dient 
entweder, um an ben Angelhaken peienigt zu wer» 
ben, od. um Fiſche an einen gemwifien Ort hinzu- 
lucken u. fie da in Reußen, mit Netzen 2c. ob. mit 
ter Auyel zu fangen; in erftere kommt der Köder 
dbanı ſelbſt. Da * jede Fiſchart ihr beſonderes 
Lieblingsfrefien bat, fo gibt es ſehr verſchiedene F.; 
Regeuwürmier, Fröſche, Heuſchrecken, Grillen, große 
Fliegen, Mehlwürmer, Ochſenhirn, Aas, Rinde⸗ 
leber ꝛc. In Humen, Reußen u. Sarnen gebrancht 
men Bocksblut, Backofenlehmen. Honig zu einer 
Kugel gemacht, ob. in gleicher Korm Honig, Wei⸗ 
zenkleie, Serfte u. Waffer, od. Windsleber, Gerften- 
mebl, Bockoblut u. Weinhefen, od. geftoßene Boh⸗ 
neu, Lnjchlitt von einen Siegenbed u. Baldrian, 
auch Reiherſchmalz u. Honig mit etwas Saffran ıc. 
an geben Malz vd. gelochtes Getreide, 3.2. 
erfte, Biertrebern, faulende Kürbiſſe u. Fiſche 
u. dgl. einen brauchbaren F. ab. 

Fiſchkorb, 1) Binfenforb, in dem man Fiſche 
in fließendes Waſſer fett, um fie einige Tage auf- 
zubewabren; 2) ein Korb von Drabt, an einem 
langen Ztiele, um damit aus ber Zreibfurbe die 
olenauf ſchwimmeunde Lohe, welche keine Kraft mehr 
hat, heranszuſiſchen. 

Fiſchkörner, jo v. w. Kockelslörner. 
iſchkörnerkerze, iſt Verbaseum phlomoides. 
ne: jo v. w. Ichthyologie, |. Fiſche. 

) 





Ribnitzer Binnenfee, im meckllenburg⸗ſchweriner 
Anmte Ribnitz; der nördliche Theil iſt preußiſch, ber 
ſüdliche enthalt fünf Dörfer, darunter Wuſtrow, 
das größte Dorf Meckllenburgs, mit 3 Schulen, 
Sıhifffahrts- u. Juduſtrieſchule u. 1700 Ew. ; Schiff» 
fahrt u. jifcherei find Nuhrungszweige, auch wer⸗ 
zen viele Böcklinge verjendet. 
chlaus (Caligus Afüller), Gattung ber 
iſchläuſe; Brufiftüd flach, länglich herzſörmig; 
ühler klein, borſtenartig; Mund ſchnabelförmig; 
am Schwanze 2 lange De Dazu bie a 
tungen: a) Eigentlihe %. (Caligus AMüll., Ri- 
sculus Leach), alle Füße find frei, nur vie zwei 
letzten nicht, einige Hinterfüße find gefiebert. b) 
Pterygupus Lautr., alle Füße frei, Schnabel 
deutlih. cd) Bomolochus Aurdmunn, eiför- 
mig, Bauch fechsrinyelig; Art: B. Bellones, auf 
Den Hornhedht. dd Ergasilus Nordm., eilör- 
ug, Bauch breiringlig;, Art: E. parvulus. e) 
Lamproglene Nordm., Körper laug, vier- 
gingis Kopf fuft vieredig, Art: L. puſchella. 
f Pandarus Lceach, nıit 2 Fäden am Hinter- 
leibe, ber Eipho undeutlich; Art: P. Carchariae, 
auf dem Rieſenhai, am großen Bruftſchild 9 fteife 


ſehr kurz, Augen Hein, 


ebenfalls mit 2 Rüben hinten, ber Eipho 
Art: Yahelaus (D. pen), Vo 
rund, erhaben, 2 golbfarbige Augeupuulte 
thosoma Leach., jeuem ähnlich, doqh 
fheerenarligen, häutigen,, unten verbunbt 
lern, bie um ben Hinterleid gehen. N] 
phtheirus, am Borberrande bes K 
ein einfaches ruıbe® Auge; Art: Gen 
(Flunderlaus, L. curtus, Monocal 
nus L.), 4—5 Xinien lang, mit Anban 
den Schwanzfäben; auf ir 

Fifehläufe (Caligida Ouv.), Mthe 
Sirhunoftomen (Kieinenfüße) aus ter ! 
Cruftaceen; Schale ift ein grußes ei« ob. | 
förniges Schild, mit 2 nugeſtielten Au— 
Fußpaare, die Borderfüße nıit Klauen 
Hanımern), die hinteren gefiebert ob. bi 
anftatt der Kiemen; ſchmarotzen auf Fiſch 
bie Gattungen: Flußfiſchlaus (. 
Meerfiſchlaus (Calıgus), u. Cecro 

Si leim, fu v. w. Haufenbfafe. 

n leimfüß (Fifleimgunmt), fo v. 
collin. 


5 feine, fo v. w. Walſfiſchleine. 
iſchleuchten, ſ. u. Fiicherei I. 
Fiſchleute (Zifhmen), Stanın bes Aſh 
in Guinea (Afrilu), auf der Körnerküſt 
Willianmis Tomn, Setta Krun.Nannafrı 

Sl maul, der Stern Somahant. 

Fiſchmeiſter, Auffeher über große : 
reien. 


meve, ſo v. w. Kleine Seeſchwa 
iſchminze, iſt Mentha aquatica. 
iſchmolche Giſchlinge), Familie ber 
ten Froͤſche; 2 vd. 4 Beine u. neben 
auch ud) üußere Kiemen ob. Kiemenſpal 
das ganze Leben hindurch bleiben; bie € 
Aulinolch (Aanphiuma), Fiſchſal 
(Salamaudrops), Furchen molch (M 
chus), Kolbeumoſlch (Arolotl, Ste 
Dim (Proteus) nu. Arınmold (Sirer 

Fiſchmonat, ehemals der Januar. 

Fl hnetz, jo v. w. Fifchernek. 
Fiſchohr, fo v. w. Knochen ber Sepi 

ifchöl, jo v. w. Thruu. 

Fiſchotter (Lutra vulgaris et ca 
Art aus ber Guttung Otter (f. d.) w. 
ber nıarberartigen ‘Thiere; ohne ben 1 
langen Schwanz 2 Fuß 1 Zoll laug, ka 
hoch, 20—30 Pfund ſchwer, Weibchen Hi 
dunkelbraun, unten graulich; Kopf platt, 
breit, an der Seite mit ftarlen Bartborfl 
als kurz u. did, 
furz, mit unbehaarter Schwinunbaut, 
an ter Bafis tid, am Ende abgeftm 
ber Jägerſprache heit ver Schwan R 
pfeifen, fifhen, fteigen aus bem 
Waſſer, gehen über Laud. Der F. fi 
faſt ganz Europa, durch Sibirien bisn 
ſchatka, durch den Kaulafus, Perſien u 
Tatarei, bis Judien u. Japau, ſowie in 
rita, un fiſchreichen Flüſſen u. Teichen, t 
digen Gebirgsgegenden u. gräbt ſich Höhl 
Burgen) im Ufer, bie unter ten: Waſſt 

ewöhnlich aber noch einen anberen Aus 
Zuweilen lebt er auch von: Waſſer 
Daher od. Fuchsbauen. Ranzt im 


men 


T 
if 
A 


a SEERFRT 
HL + 
Sie] 
Hulk 
* Ir 5 
gelsstr 


Stangeneiſen, Sch 
de ba, wo bie Fen aus dem Bafler 
k werben, od. mit einer Aichotter⸗ 


t| nem, 


s18 
füfee (Großes Meerange, — —— 
598 iin de een ob. ne Idfee), ber = 


Karpateng 
ar u, Ungarns u. iſt von 
Ber One umgeben; er nimmt eisen 
von 56 Joh u. 411 Duabratffaftern ein u. - 
einen Umfang von ungefähr 4200 Schritt; 
größte Tiefe beträgt 192 Ruß; er iR reich A 
ſchen, bei, Se gen 





chſuppe, beite eht, aud im innen 

aetorhien Wilchen; bielelben werden im Butter 
geihmtert, in ischbrübe mit Zwiebel u. Peterfilie 
mieber aufgelodht, jobann durch ein Gich geſtrichen 
u. mit Diuslate u. Krebehntter angerichtet. 

tau , jo v. mw. Sm; 

chteich , I. u. Fiſche 

teu el zu Erefäfife), Ger 
tung ber Armfloffer. 

Hi fchtbor, ein Thor auf ber nerböflichen Seite 

Jeruſalemo. 


„welcher wwifchen den Falzen von Fiſchthran, flilifiges, dliges Fett, weldes vor⸗ 
Döhe gezogen werben faun u. umten | zliglich zur Bereitung bes Vebers, zum Sieben ber 
if; wenn der Klo | Ichivarıen Seile, Hallatern ver ehe 


mit einem Draht in Verbindu 
&. beim Durhitsimmen * 


> 
an, 
ei? 
ur 
Kr 


\ 


gi 
Zaun 
u 

A 


® ben 
otter, ber ameril 
einer a 8 


Er 
28* 


as 
— 


— L2)d) hb). 


vv. w. Raffle 
‚, Raupen er Wicdlerarten, 
l zulanfenden ſo ge 
v. w. Fiſcherei IV. 

9. w. 

u —— 
o v. w. Vogenfchn 

L =. Sin. Fiſche. 
ee drops Wagl. 

mandro A 

| , nar —— ———— | 
der — vorn 


ere, fo v. —— ————— 
‚ fo». m. Bitumindier Mergel⸗ 


—— ER 





fi u. 


a A — 


| He Ayo 
t —— 





raffiniren, auch zum Brennen in Lampen verbrau 

u. vom ‚mehreren Seethieren, beſonders den 

obbenarten, gewonnen wird. Es wixb 

unterfchieben: a) Weißer u. Brauner Ball- 

fiſch⸗ ob. Speckthran, der bee if ber Oam⸗ 

——— ae ber Orſsnländiſche, welcher 

aus gen kommt, dann ber 

—— Engliſche; der Ruſ⸗ 
— — —— von 

u. Belugenfett u. meiſtens nicht 

—— der Bortugiefifce e von ben 

ift den: Ruſſiſchen ziemlich 

geig: b) She zauner Seehnnds od. 

beuthren; er eis ber Wall Keen did 

erig, dem Gefrieren nicht jo leicht 

t; e) Stod — m. ie, ans 


beſte Sorte iſt der a ob. en Beclhes 
aloe et real meiger Gerd u. Manc, 
elochte Fin ggg a 
— — — 
in bereitet, indem 

bie Häringe mit 2" *55 


dem fen ben Tran 
. 0) Kun 


anti 


va; * 


jer sn 5 — ee 


wird nur ju 





314 


friſchen Spede bereitet wirb u. von freien Stilden 
aus demſelben fließt, ift milder u. befier al® ber, 
weicher nach ber Rücklehr des Schiffes in der Hei- 
math bereitet ift, mo ber Sped in den Tonnen ran⸗ 
2 und faulig geworden ift; jedoch wird Im letztern 
alle mehr F. gewonnen. In den dviſchtbranbren⸗ 
nereten bat man große kupferne Pfannen 10—12%. 
weit, in welche nian ungefähr 5 Fäfler Speck ſchüt⸗ 
tet u. etwas Waſſer hinzuthut, damit der Speck 
nicht verbrenne, weshalb er auch während bes Ko⸗ 
chens beftändig umgerührt wird. Nach 2— 3 Stun- 
ben, wenn ber Sped gehörig geihmolzen wird, 
wird der F. mit großen fupfernen Löffel in bie 
Tröge gefchlittet, auf mel ein eiſernes Gitter 
liegt, damit die fleifhigen Theile u. häutigen Sub» 
Ranzen GSiſchtbrangrieben) darauf liegen bleiben, 
welche dann an die Reimfleder verlauft werden. Aus 
biefem Troge Täuft der F. in einen 2. u. bann in 
einen 3. Trog, melde zum Theil mit Waſſer ge- 
füllt find, damit fi der Prutt darin zu Boden 
ſetze. Die Fäſſer, auf welde dann ver F. zum 
Berlaufe gefüllt wird, müſſen eine beſondere Oröße 
haben u. werben baber von ben Fiichtbranaidhern 
gemeſſen u. geftempelt. 
de (Siſchſtange), | u. Fiſcherei I. 
B . 
Fiſchung (Eifer, Seew.), alle runden Offnun⸗ 
en im Ded eines Schiffes, durch welche bie 
aften A Spille u. Bumpen nah ihren Spuren 


(f. d.) gehen. 

verzaͤunung, fo dv. w. Fiſchzann. 

vogel, Chineſiſcher, eine Art Cormoran 
od. Seerabe (f. d.), der in China zum Fiſchfange 
abgerichtet wirb. 

Eifhwathe, fo v. w. Wathe, f. u. Fiſcherei L. 

B) d) aa). 

webr, ſ. u. Fiſcherei I.) e). 

weide (Weiße F., Salıx viminalis), Art 
Beide, |. d 


Sl weiber, fo v. w. Fiſchteich. 
iſchwerk (Bergb.), mit Ausllauben u. Seen 
aufbereitete® Erz. 

gl wurm, fo v. w. Bauchkieme. 

iſchwurz, ift Scrophularia nodosia u. S. 
aquatica. 
ifchzaun, f. u. Fiſcherei I. 2) c). 
iſchzitzenthiere, fo v. w. Wallfiſche. 
ucht, |. u. Fiſcherei IL. 
t8ctela, Stabt, jo v. w. Ehe. 

Fiſtus (lat.), 1) Korb, bei. Geldkorb; 2) (röm. 
Unt.), Privatlafie des römifchen Kaifers, feit Au- 
guſtus, welche von kaiſerlichen Präfecten verwaltet 
tourbe, anfangs im Gegenfat von Ärarinm (Staats⸗ 
ſchatz), verſchmolz aber fpäter mit vemfelben; 8) ber 
Inbegriff gewifler Arten von Staatseinküniten, val. 
gilca gerechtigleit; mißbräuchlich 4) das ſämmtliche 

taatseintommen u. Staatsvermögen; 5) Kafle, aus 
welcher Unterftügungen, Penfionen n. dgl. gegeben 
werben, jo Wittwen-, Leihen. (Sterbee) 2... 

Fisdur, harte Tonart, welche den Ton Fis zum 
Grundton u. eine Borzeihnung von 6 Kreuzen bat. 

Fifelliren , bei ver Tabatsjabrilation das Um⸗ 
ſchlingen der Carotten mit Binbfaden. 

Fiſetholz (Siſetbolz, Fuftikbolz, Buftet), das 
Holy von Rhus Cotinus, eines in Ungarn, Dal⸗ 
matien n. Illyrien wachſenden Baumes, welches 
jom Gelbfärben bient, es kommt in dicken Scheiten 

den welche von Außen braun, un Iu- 


Fiſchtrampe bis Fiſhing Creek 


nern —— find. Es enthält 

kryſtalliniſchen Farbſtoff, das Fufin ( 
dift Exeek (ipr. Bild Krieh), m 
in Nordamerika, bie bedentendſten 

der Grafſchaft Lewis (Staat New⸗ 
Ipringt daſelbſt u. fällt in ber Grafl 
in den Oneidafee; 2) in ber Graffı 
fällt in den Wood Creek; 8) in der & 
ratoga (Staat New-Mork), fällt in 
River; r- in ver Grafſchaft Montcaln 
chigan), fällt in den Magle-River; 5) 
haft Steuben (Staat Smbiana), fäll 
Joſephs⸗River (Maumee). 

Fiſher (ſpr. Fiſcher), 13 John, 
1455 od. 1459) zu Beverley in —* 
Theologie in Cambridge, wurde Be 
Königin Margarethe, tter Heinri 
1504 Biſchof von Rocheſter. Wie bei H 
jo ftand er auch bei Heinrich VIII. in gro 
u. hatte wejentlichen Antheil au bes 
De septem sacramentis, gegen Luthe 
in bie — **— der Eliſabeth Barton, 
prophetin, wurde er 1534 verhaftet u. 
Sterling Strafe verurtheilt. Als er x 
güftigleit der erften Ehe Heinrichs V] 
ertennen mwollte, wurbe er abermals 
den Tower gejett u. ihm bie Einkänft 
thums aufimmer entzogen. Als der Ba 
ihm bie Cardinalswürde verlieh, wurb 
nige noch verdächtiger; dieſer ließ ihn 
richt ftellen u. beſchuldigen, bie geiftlic 
ſchaft des Könige geläugnet zu haben. 
erflärte ihn als Hochverräther u. ve 
zum Tode; ex wurbe am 22. Juni 1! 
Beil hingerichtet. Seine Schriften 
1597, Sol. 8) Samuel, bradte bi 
ber Duäfer zuerſt in eine wiſſenſchaft 
fl. 1663; Hauptwerf: Rusticus ad 
ın exercitationibus expostulatorii: 
cis IV. 8) Joh. Abraham, geb. | 
bon, machte in den achtziger Jahren grı 
als Violinvirtuos, Ko wohl in Englanb 
dem Eontinent. Er flarb gu Anfang b 
u. componirte die Opern Monstre of 
Sylph, mehrere Solo's für Violine, € 

Fifhermannscap, Vorgebirg ant 
Neu⸗Guinea. 

Fiſher's Island (ke. Fiſchers Gi 
an ber Oftfpige von "Long » Islanb; 
Staate De Jert (Nordamerika). 

Fifherfund, Kanal zwifchen Br 
u. ber Raliflette im Mulgravesarchip 
liches Rolynefien). 

Fiſhersville (ſpr. Fiſcherswilſ), M 
in der Grafſchaft Merrimack des S 
Hampfſhire (Nordamerika), an der Nor 
mont-Cifenbabhn u. am Eontoocoof-Ri 

Fiſhguard GSiſbgard, fpr. Fiſchg 
an der Mündung des Ewaine in db 
Bat des St. Georg8- Kanals (Atlanti 
in ber engliſchen Grafſchaft Pembrofe ( 
Wales), Hafen, Schiffbau, Fiſcher 
2000 Em. 1797 wurden bier 1200 & 
gelantet waren, gefangen. 

ifbing Ereef (fpr. Fiſching Kri 
Fliſſe in Rordamerika, Die beteutent 
in der Grafſchaft Columbia (Staat Ber 
fällt in ben Susquehaums- River; 8; 


BE bie A 


Bepel u. füllt | re mil 


ie &r 
sKoille im den —— 


Dun Graffchaft Ray bes 
, fält in ben Diffouri-River; 3) 
t 


£ (Township) in der © 
a — 


tifcher mit 
in ber Graff it Dut 
rt am Hubfon- River, Newb * 
ech len burcicnite 
8 m BHBRR- 


rt barin a 
Pr ur Banl; 1200 io 3) 
kei ebenbafeläfl an ber  Dün 
reek in den Hubfon-Rwer u. der 
— 3 Kirchen, Eiſenwerl, Maſchi⸗ 


Farm 


‚ amerila 
Be ehe | 


auf Island, ge» 


* 


ER, erfall im norwegi 
Kahl. 2 286 Buß bed, et 


Biermaß — 26414 Pariſer 
Bin), Subı — am — ee 


artement ee — ne 
mit Wolle, Hanf u. Wein; 2400 
I Bine J — A Birkelalter 

oft von Rheime n. 
Fon — v. — 
[4 | 


Se Tonart, welcher ber : Eon Fis 
Ihre Boralleltonart ift ae 


mit 3 Kreuzen vor 
—— Ar Sa n. 


od. “ if 
dg.),? attung aus her 


8. 
‚Ppaltbar ; daher Biffittät, Gpalt- 
Spaltzängier), Abtbellung 
in minen: tief itoeilpi iger, 
— ſUnfzehlgen 

u irbelihuppen. 

b:nme land eseitedlen | 
in⸗Tidehſen (Amcivae); 
kidechſen —— 






rear ase 


fie her 


| Schwimmblaje einiger 


Ar 


m, breiedi gem, flachem, au ber 

ige haligem nabel, febr meiter Diunbipalte n. 
langen, (pitigen | ein. Dierber gebören: a) bie 
Tagſchwalben — u.b)bieNadt» 
Ihmwalben —— idae). 

Fiffüla (F. phistoma Rud.), Gat⸗ 
tung ber Sabre ber Gattung Cucullanus 
Kappenwurm j. b.) vermanbt, aber mit querge⸗ 
ſpaltenent, alſo zweilip Munbe; lebt in 

Bise 


ten: F. s. 0. cy- 
atidicola bei Forellen. 

Fiffür (v. lat. Fissura), 9 Kuochen palte, als 
Folge einer äußeren Gewalt; s nur it jo weit ge⸗ 
ſährlich, ala Zerreißu von Gefaßen u. Ausflah 
von Feuchtigleiten bamit berbunben finb, bef. bei 
Schäbelverlegungen. 3) (Anat.), Stellen, 100 Knn- 
hen ob. auch anbere Ebeile einen längliden Zwi⸗ 
ſchenraum od. Spalt zwilhen ſich Iaffen; Fissurae 
orbitales, Augenbohlenſpalten; 3) aufgelprungene 
Lan er a PpER 2. Gaulkhrund; 8, bed Mftere, 

ter 
ifurella, ſo v. w. Spaltfchnede. 

(Bot.), aelpalten, von Blättern gebrauch, 
wel tiefe ſpitzige Buchten wiſchen Lappen haben, 
alſo jo viel mie -Aulus in ber Zuſammenſehzung, > B. 
— ob. multılldus 

‚ nennt Ofen feine 8. Zumft ber Balg- od. 
pilge (Gasteromycetes); e# find anfangs 
* nn —2 "Blafen mit artigen Keim⸗ 


Zu ihnen zählt er bie Gattun⸗ 
gen: — — —*5 temonitis, Arcy- 
Tin Trichia, Licea, Craterium, Leocarpus, 

er Diderma Fb ie la. 
4 — Di (lea Ana, 
w sm wär (Ulcus fistu- 
em —— unter ber Haut ob. zwiſchen 
Mn Tre Elle tentheis bedeckt 


2 Din ae en 
‚ein 

—— te 

- Bcper® geht, 5 een u. fi du 


ſelben entleert, mit einem er 
Sfeimbantähnlichen, fpäter en en Iberzuge, meh 
— von chi angen, welche tie Wände ven 
pr u. Organe zerflören, od. Ber- 
fi mer von —* — Nicht 
immer tal ni beide Zufände genau trennen. 
Theile nach den leibenben Theilen, theile nad} ben 


—— —— ee —A 


bes Afters, entweder u. b ur ae dee 

end u. außen äffnenb, N 2 auch zit- 
rg d ‚od. unern defe 
elben eine J de n. einen 
Kanal — Bea — a bilbban), ent⸗ 
et: 


ven elta od. aus 


316 


Eiterung ob. mit F⸗n der Thränenfanäle u. ihrer 
Nachbarſchaft od. Knochenfraß des Thränenbeins 
compficirt, meift auf dyskrafiſchem Zuftanbe, vor- 
züglich ſtrophulöſem od. venerifhem wurzelnd; NM 
Speichelfiftel (F. salivalis), betrifft vorzliglich 
tie Obripeichelbräfe u. ihren Kanal u. entleert 
Speichel durch die Wange; g) Harnfiftel (FE. 
urinaria), fiihrt aus den Harnmegen, vorzüglich 
der Harnröhre u. der Blaſe (BIafjenfiftel) nad 
äußeren ob. inneren Theilen u. Höblungen, od. bil» 
bet von benjelben ausgehende Hohlgeſchwüre ohne 
anbertveitige Offrungen, ob. ſich nach außen öffnenve 
u. nur bis in bie Nähe der Harnmege gelangenbe 
Hohlgeſchwüre; b) Kotbfiftel (F. stercorea), in 
die Höble des Darmlanals führende, widernatür⸗ 
liche, veraltete Offnung in ber Bauchwand, durch 
welche, liegt die Öffnung des Darms näher nach dem 
Magen hin, mehr Chymus, liegt fie mehr abwärts, 
mehr Korh ausgeleert wird, mit Verwachſung ber 
Darmöffnung u. der Bauchwand, theilweiſe od. 
gänzliche Zerftörung eines Darmringes u. entweber 
noch offenem od. geihloffenem (Widernatürlicher 
After, Anus praeternaturalis) Wege durch ben 
Maſtdarm; entfteht in Folge von, tie Baudıwand 
u. den Darm burchbohrenden Wunden od. Abſceſſen 
u. in Brand übergegangenen Brüchen u. ftört die 
Ernährung um fo mehr, je böher bie Offnung des 
Dermaliegt. Durch anhaltente Rückenlage, Sorge 
für gebörigen Abfluß des Koths, nührente Diät, 
öftere Klyfiiere u. Abführungsmittel, fo wie paſſende 
Bebandlung ber Wunde gelingt e8 bisweilen, Die 
Koth⸗F. zu beilen, indem fich die äußere Offnung 
Ihließt, ver Darm fi zurüdziebt u. das nachge⸗ 
zonene Darmfell eine trichterförmige Öffnung für 
den Durchgang des Koths bildet. Bilden dagegen 
bei völliger Zerftörung eines Darmrings tie beiden 
Darmftilde ın ihrer Verbindung nach hinten einen 
ſpitzigen Winkel u. Die Communication des Darm 
ftörenden Vorſprung, fo muß diefer durch Die Du⸗ 
puytrenſche Scheere entfernt werben. Die eigentl. 
5. heilt felten durch die Naturkraft u. innerliche 
Mittel. Die Heilung berfelben bezwedt eine orga- 
niſche Verſchließuug der 5. u. die Ableitung ber fie 
unterhaltenden Flüjfigkeit nach einen anderen Wege. 
Jenes gefchiebt, inden bie Ränder berfeiben nach 
vorbergegangener Ausfchneibung ober Kauterifation 
vereinigt werden, ob. indem man die %. unterbin- 
det, od. mit dem Meſſer od. der Scheere aufipaltet, 
od. wohl auch den ganzen Kanal ſchneidet; dieſes, 
indem man den natürlichen Ausführungegang eines 
Theiles wieder Öffnet od. einen neuen biltet, od. 
das abjonternde Organ durch Eompreifion ot. 
Kauterifation zu feiner Function untauglic macht. 
3) (Fifteiftimme, Mufit), fo v. w. Falſet. 
iftelbiftouri (Ztiteimeflen), ſ. u. Biftouri. 
iftriß, Fluß u. Stadt, ſ. Biſtritz. 

Fistüla (lat.), 1) Rehr, Röhre, 2) CF. eurha- 
ristiea, Canna, gr. Sipho), in der abendlän—⸗ 
diſchen Kirche, vom 8. Jahrh. bis zur Kelcheutzie u 13 
im 12. u.13. Jahrh., ein Röhrchen, womit die Com 
municanten beim Abendmahl den Wein aus dem 
Kelche ſaugten; es ſollte damit das Verſchütten des 
Weins verhütet werden. Vogt, Historia fistular 
eucharisticae, Bremen 1740. 8) (Chir.), ſ. Fiſtel. 

istuläna, 1) (Bifteltbier), verwandt mit Der 

Gattung Bohrwurm (f. d.); 8) (F. Zrug. Lam.), 
Mujchelgattung, fo v. w. Gastrochnenit. 

Fiularie, 1) Gattung der Röhrenmäufer (Au- 


Fiſtelbiſtouri bie Fitne 


lostoni) in ber Orbnung ber Pfeifenm 
lati); 2) (Holothuria tubulosa), Ri 
rie, |. u. Solothurie. 

Fistulati (Pfeifenmäntler), 3. 
Stachelfloſſer; Kopf vorn in eine meh 
lange, dünne Röhre, vorn mit Meinem 
längert; beftebt aus ber Familie be 
fiemer (Lophobranchi) u. Rh 
(Aulostomi). 

Fiftulina (F. Bull), Pilzgatt 
Samilie ber Hymenompcetes pil 
Art: F. hepatica (Leberfhwan 
ſchwamm), mit faft fliellofem, zun 
oft fpannenlangem, jung blutrothem 
braunem Hut mit- mweißlihen Röhren 
von Eichen, Buchen, Kaftanien, meift 
fenartig zuſammen; jung hat er reichli 
roth u. weiß geflecktes Fleiſch, riecht anı 
artig, ſchmeckt ſänerlich u. ift eßbar, f} 
grünlichgelven Keimkörnerftaub aus, 
weich, läßt Tropfen fallen u. wird ent 

iftuliren (Mui.), Falſet fingen. 
iftulöß (v. lat.), röhricht, fiitelart 
Geſchwür, ſ. Fiftel 1). 

Fiszer, Stanislaus, geb. um 175 
Adjutant Kosciuſzkos n. im folgenden 
tän unter Brofzomwfli; 1794 ging er 
um bie polnifchen Legionen unter taı 
Dombromflis u. Kniaziewiczs zu bri 
1806 als Brigabe eneral nach Belen | 
1809 gegen bie Ofterreicher fucht; 18 
unter Poniatowſli bei Smolensk, an 
u. Moskwa u. fiel in der Schlacht v 
bei Rojeftro. 

Fitats GAitaqui), Fürftenthun mit 
Stadt auf der japanefifchen Infel Ni 

Fitchburg, Poftort in der Graffd 
des Staates Maffachuferts (Norbame 
punkt der Bofton-Dioutreal», Vermo 
chufettöbabnen, 2 Banken, große Ger 
Handel: 6000 Em. 

Fitchville, Städtiſcher Bezirk 
(Post tiown-hip) in ber Graffchel 
Staate Obio (Nordamerika); 1200 @ 

Fite, Maria Elijaberh de ia F. geb. 
burg, war Vorleſerin der Königin vo 
ft. 1794 in London. Sie ſchrieb: Le 
vers sujets de literature et de ı 
1775, u. mehrere Jugenbichriften, a 
fie Schriften vun S. la Rode, Münt 
Yavater in Das Frunzöſiſche u. nahr 
ber Heruusgabe ber Bibliotheque < 
et benux arts von ihrem Gatten, D 
reiormirten Prebigers Jean Dan. De 

Fitero, Stutt am Albama, in 
Provinz Saragoſſa (Navarra), wett 
Abtei mit Biblierbet, Lutiweberei, & 
u. Diineralquelle von 36% R. Wärı 
einrichtungen; Z000 Ew. 

Fitful: Head, Vorgebirg auf ber 
Shetlandsinſel Mainland. 

Fith, Stadt im ruſſiſchen Kan 
Schirwan; eine unbezmwingliche Berg: 

Fiti8 (Großer Weidenzerſi 
Ficedula trochilus), Yaubrorilart 
tung Der Sänger. 

ine, 1) Liwa im türliichen Gjalel 
ten), umfaßt den größten Theil Oft 


Futen bis 


ats, nämfich von den Kataralten bis | lebte in Kran : 


1,8 . 

sr bie Tiefe ber Bohrlöcher meflen, 
igel ſchlagen fol. 

d. w. ei, befonbers in der poeti⸗ 


L, 1) platte Dachziegel, an beiten 
babenen Rändern u. wo fie zufam- 
einem Krummziegel überbedt; Diele 
fhon bei ten Römern üblid; 2) 
niegel 
ames, engliſcher Kupferſtecher, geb. 
on, arbeitete fomebl mit der Nadel 
‚abflichel namentlich See - u. Schlacht- 
sorzüglichiten Blätter find: Schlacht 
m 1. Aug. 1795 nach Loutherburg, 
mg von Gibraltar nah R. Paton; 
z von S. Urſula nah Claude Lerrain. 
kei), greßer fiſchreicher Eee im Reiche 
menland Nerbafritae, liegt 6 Tage» 
m Tiadſee, ſell von W. nach DO. eine 
von 3— 1 Tazereilen baten, in ber 
noch weit größer fein, Ba ibın ſedann 
bähhe Flüſſe ibr Waſſer zuführen. 
rormanniſches Wort, weiches Baſtard 
ticheinlich aus dem lateiniſchen filius 
ven fils entſtanden); man N es ge- 
Namen ter natürliben Eöhue ver 
land bei, wie Fitz⸗Roi, Fitz⸗James. 
e nermänntiche Familien in England, 
ice, Fig⸗Gerald, Fitz⸗Gibbon, führen 


e, Lord Frederik, natürlicher Sohn 
ihelm IV. u. der Schaufpielerin Jor- 
', trat 1516 in engliiche ariegebienfie, 
Benerallientenant, wurde Obercom⸗ 
Bombay n. fl. 1854. 

Bigbend, Ftgfaden, Affe, Band cd. 
; ein Stück Garn auf dem Haipel in 
e gehmiten wirt: 2) (Gebind), 
sengebuntenen Fäden ‚ zugleid ein 
ı 40 Fäden a 33 —4 Glen lang; 20 
trãhn od. Städ. 

ine Feile, mit welcher bie Nabelöhre 


en. 

(fpr. Fitzdſcher 1d), 1) Lord Ed⸗ 
des Salen v. Kiltare, geb. 1763 
wten bei Dublin, nahm ale Major 
nterieregimente Theil an dem Ameri- 
eu. ginginber Recolntion nach Frant- 
e Folgende heirathete. BZurüdgefehrt 
ahm er bald Partei gegen tie Regie- 
das Haupt einer politifchen Bartei, 
eißung Irlands von Großbritannien 
rathen u. verfolgt lebte er verborgen 
m Murphy in Dublin; dort entdedt, 
et werden, er wehrte ſich aber gegen 
kmajore ı. ſtieß fie nieder, wurde 
nem Dritten durch ein Piſtol ver- 
rb im Geſaãngniß von Rewgate 179%. 
natiirfiche Tochter tes Herz. v. Or⸗ 
N m. ber öffentlichen Meinung nad) 
benlis (bie fich jedech viele Mühe gab, 
bftammung ter TYady F. zu beweiſen), 
ametan.xeon ber Genlis mit ihren 
»p erzogen, verheirathete ſich mit tem 
biefer 3798 Rarb, im Hambnrg mit 
er Bitlatrn, ſchieb ſich von ihn ıı. 


Bibcount Milton n. 


Fiuwiliam 817 
na ben Yalltagen kam fie 

Paris, fand aber von Ludwig Philipp m. 
feiner Familie feine Anertenmung u. flarb Ende 
1831 daſelbſt arm. 3) ©. end Belay, Lord, geb. 
1786, war 1826 Generalzahlmeifter des Heeres, 
bie 1830 Präſident des Handelsbureaus, trat 1342 
ale Präfident des Indiſchen Eontrolamtes wieder 
ine Miniflerium u. fl. 1843. 

Fitzherbert, Lady, geb. 1744 in Irland, Katho⸗ 
fifin, war in 1. Ehe mit einem Bruber Des Cardi⸗ 
nale Wold vermählt; zum 2. Mal an F. verbeirathet, 
sine fie eine Derbinbung mit dem Prinzen v. Wales, 
nahmaligem Georg IV., ein, mit bem fie ver Sage 
nach in Rom beimiich getraut wurde, was in Eng- 
land um fo mehr Aufſehn machte, Da dort jeder Bring 
durch bie Heirath mit einer Katholitin den Thron 
verwirlt. Durch die Permäblung des Könige wit 
Karoline von Braunfchmeig 1793 wurde dieſe Ber- 
bindung getrennt. Sie fl. 1537 au Brighton. 

Fishorn, ein Kubborn an einen bölzernen 
Stiele, mit welchem beim Llichlagen in Die Stoß- 
blodlöcher Das etwa nöthige Waſſer gegoflen wird. 

Fibinger, 1) Kranz, geb. 1900 in Wien, trat 
daſelbſt 1%16 hei ten nieberöfterreichiichen Yantfläne 
den in Dienfle ; er fchr. Gedichte, Yp3. 1534.82) Feop. 
Joſ., geb. 18U2 ın Wien, widmete ſich ter Phar⸗ 
macie, ftudirte feit 1616 Naturwiſſenſchaften im 
Wien n. wurde Cuſtotadjunct anı E. f. Hofnatura⸗ 
liencakinet; er fhr.: Neue Claſſification ter Repe 
tilien, 1926 ; Systema vweptilium, 1843. 

Fitz ſames (fpr. Fitzdſchebms), 1) Herzog v. 
Berwick, |. Berwick. 2) Ednard, Herzog v. F., 
Urenkel des Herrege von Berwick, natürlicher Sohn 
Jakobs II., Königs von England, n. Anna's Chur⸗ 
chill, geb. 1776 in Berfailles, wanderte ale Roya- 
iR 1789 ans, wurde nach der Reſtauration Pair 
von Frankreich u. Adjutant des Grafen von Artois 
(Karls X.), leiftete, obgleich eifriger Anbängcr der 
älteren Bourbons, dennoch vudwig Philipp den Gib 
ber Treue, wurde 1830 — 1533 Depu:irkr von 
Tonlouſe u. war nächſt Berryer ber beite Nedner 
unter ben Yegitimiflen in ber Deputirtenkammer; 
er nahm Theil an dem Aufitante in der Bend:e für 
bie Bourbons u. unterſtützte die Herzogin von 
Berry; er ſt. 1838. 

Fitzruthe, am Weberſtuhl ein biinner Stab, mit 
weichem beim Aufbäumen bie Kette in einer Kerbe 
dee Garnbaumes feRgeffemmt wird. 

Fitzwill iam, engliihe Familie, deren Ahn, 1) 
Milliam Fihgoderick, ein Verwandter Cdu⸗ 
ards des Bekenners, iſt. 2) William, Sohn des 
Vorigen, nahm 1066 ımter Wilhelm dem Eroberer 
Theil an ter Schlacht bei Haftinge. Seine Nach» 
kommen farben 1543 in Mannelinie ans, nachdem 
fie kurz vorber, 1537, zu Grafen von Southampton 
erboben worben waren. 8) William, aus einer 
jüngeren Linie fammend, war mehrmals Lorbdepu⸗ 
tirter von Irland u.f.1599. 4) William, Enkel 
des Vorigen, wurde 1620 zum Baron %. von Lifford 
erbeben. 5) William, Biscount Milton, 
intel des Borigen, geb. 1643, wurde 1716 zum 
raf F. in Irland erhoten u. 
fl. 1719. 6) William, Lord Milton, Entel 
Des Borigen, wurde 1742 engliſcher Peer u. ver⸗ 
mählte fig 1744 mit Unna — der Schwe⸗ 
ſter des letzten Marquis von X ‚wong 
jpäter die Bemilie 


u. ft. 1756. tiem — ü 





des Borigen, geb. 1748, erbte 1956 bie väterlichen 
Güter u. 1792 das große Bermd feine® Dheint/ 
= Marquis v. Rodingbam; A— 1769 Fl 
deo Parlaments, gehörte er erſt zur Oppofition, 
[eloß fich jedoch —————— Ludwigs XVI. 
Regierung an, wurde 1794 Brüfibent bes Ge⸗ 
erh u. 1795 Bicelönig von Irland; doch 
verlor er, wegen Beförderung ber Gmaneipation 
der nn Bi a bald wieber; 1806 wurbe 


er abermale G fident, trat aber 1807 
wieder in ben — zurück m. ee 8) 
Charles William Wentworth⸗ 


Vorigen, geb..1786, nahm 1607 ber Aeara Men 
worth (f. oben 6) an — trat ins — wve er 
ebenfalls bie Ratholilen ste; 
1833 trat er ins ahead, m ne er 1846 bie 
Aufhebung ber Rormeiehe 


onikiem mit —— 
Post-t hip) in ber © 
En —— oe 


a ume (ital.), Fluß, baber mehrere Aufammen- 
ungen. 
Fume, 1) Kreis im Könt nigeei — 25 
—* be ae — er —— 
aßt den aligen od. Da8 
Zitorale u. grenzt an Krain, Kroatien u. an ben 
Quarnerobuſen; iſt gebir Durch Zweige ber Ju⸗ 
liſchen Alpen, hat warmes, von Seewinben ger 
Zühltes Klima ; bie Bewohner, ber Katholiſchen Birke 
angehörig, ‚find u — Abſtammung u. 
ee en mg an 
* mmerei n. 
Del; 2) (enifd dr Beitem Klaum, ag 
Rela od. Rika), adt befi 
Siumera u. dem HE Das, : 
Altftabt (auf einer Anhöhe) u. der Neuſtadt Ss 
Dieere), ift der Sitz ber Kreisbehörben, eine® 
ſchofs, eines Mercantil- u. Wechielgerichtes, eines 
Leihamtes, einer Affecuzanzgefellichaft, hat Cafin⸗ 
mit Theater, Marmeihule, Oymnaftum, — 
ſchule, Benebictiner-Nonnenliofter mit Mäbchen- 
Khufe, Muſilſchule, Holpital, Contumazhaus u. fer- 
äigt Leinwand, Zuch, Leber, Roioglio, Papier, Ta⸗ 
dal, Zuder, Wachslichter, Faue, UAnlerz außerdem 
hat e8 eine Glodengießerei, Bierbrauereien, Wache⸗ 
bleichen, Schifffahrt u. Handel; 14,000 Ew. %- hat 
eh Frei as es dem 5. m 
e macht. anum 
St. Km ad Flumen) od. r in. bem 
— Capızi r zz. 1618 =. a wi. 


* 9 Dorf daran, — ige 
er ‚vs man Silber, Kupfer, Blei u. — 


mefreddo Stadt am Tyrrheniſchen Meere, 
—— — der — litaniſchen Provinz Ca⸗ 
labria citeriore; 400 
— (pr, —2 Marktflecken an 
ber MUndung bes nörblichen Tiberarmes in ber Co⸗ 
marca bi Homa; Hanbel, Bi 600 Ew. Hier 
"Sie yäpflihe FAN 
dit Ihe Her t wieber 
Fiunga, Kürftenthum auf ber zum — 
Reiche gehörigen Inſel Kin-fiu en 
| iba, bei ben Türlen jo, w. 
-  Fivam, dinefifche Dlünge, fo 0, ps Cent: 


Li 


| Lehrer ber Deutſchen S 


Fiewillseitis FiraMinne 


Fivel (Biver-Ua), Fluß ber mieberl! 
ping Gröningen, bis et Hi 1 Bie 
auf bieler Gtrede Dam er Die) 
Mittelalter Fivelgau ein Gau im Lan 
an u um ber Tivel; jet begreift bi 
Marktfleden — bie def 


34 Ortſchaf ling 
— 
——e von ne en zu 5 
Biaftern gepr 
titan ; Martiieden s Kol 


en et. a bat 

Nonnenflofter , Literariſche Alademie 

wurbe nebſt anberem Gebiet 1847 vo 

se lat.), —F fo Ye He 
x, 1) (v.Ia o 

as Gem ben Willen be 


ah her 9 anb erwehren 
beferen Dune her 


buch Bernunfl 
bebenb, ſchnell; 
— — ſo v. w m 


Eiren er Herabgehen ber 

eine Sorte Wertbpapiere, bie man 

bis zum Lieferungstermin w 
tönnen, @iger, Bör — 
anna auf bie Curabewegn 


x, ſo v. w. Heiner Spi 
£, 1) Théodore, 1800 
war Kata — — Blois, 
ſailles u. and, giug 1 
wo er 31. Zuli 1846 ; Nord, In 
1833 die Revue mensuelle d’ 
tique heraus u. ſchr. für bas Bulle 


. — den 3325 geogza 


* eil Is ort sur les progr 
—* sociales Hoouis 1789 un. für | 
tionnel ben —— den 
eine Abbanblun ben 

1840 —e— © 2) Theobel 
Bor., geb. 1802 in Solothurn, Ant 
Philologie, tam 1835 al® Lehrer b 
Sprache an Die Parifer —** 
am 

u. —— an der ee 
mehreren UÜbe 

alten —2— ee > er 150 u. I. 


use graecae von d. S 
Guripinee n. —— 
ation, 1) eb Beſtimn 
Einto te; 8) | 
wandlung eines Stoffes i 

feuecheftänbigen. 

Fixa vinota (lat.), 1) banb«, wei 

niet», nagel⸗, erd⸗ m. wurzelfeR; 


ob. — befe we s) Ken. 


des if, v 
ze gan fo v. w. —— 
3 —X 


ber Mitte, 


‚Iberfaufenden Goung:..- - 


Biriren bis Wirfterne 


rem (v. Lat.), 1) befeſtigen; 2) fich wo häue- | rigont fich gefenkt hat, ſind eigentlih 17, 4 im 
erlajien: 8) Ginen unvermantt anſehen; ı Tbierfreis: Aldebaran, Regulue, Spica, Anta⸗ 
ı Magnetifiren, |. Thieriſcher Nagnetiemus. ı red; 4 in der nörbliden Semiiphäre: Arltur, Ca⸗ 


ang (v. lat.), fo v. mw. Fixation 1) u. 2). 
Hliner ,_Placitus, geb. 1721 im Echlofle 
ben in Ofterreich, Benebictiner, Profefler 
jenrechtes an ter ateligen Schule im Stifte 
ünfter, baute, zum Aſtronom tes Stiftes 
‚ bie bertige Sternwarte u. machte mehrere 
obachtuugen. &o gab er Lalaute tie Ele⸗ 
u feinen Mercurstafelu, berichtigte zuerſt 
möbahn in Tabellen, erwies, daß ein von 
& 1690 geſeheuer Eteru der Uranus gewe⸗ 
„er ft. 1791 u. jhr.: Decennium artron., 
L 1776; Acta astron., ebt. 1776— 91. 
ernbebedung, |. u. Betedung 3). 
erne, die mit eigenem Lichte funkelnd leuch⸗ 
Berne, weiche gegen einander ihre Stelle 
nmel in gewöhnlicher Beobachtung unver» 
behaupten u. jelbit durch bie beften Fern⸗ 
mwergrößert, ja (meil danu Bas Funkeln 
nar als Lichtpunkte ericheinen. Mau bat 
ter 15. von Per Erte durch tie Ver⸗ 
er Richtungen Rarallare) zu beflim- 
Bi, nach welchen fie von zwei entgegen. 
B-Sanlten ter Erdbahn, alio in entgegen. 
BSahreszeiten, ericheinen. Obwohl aber bie 
vor zwei jolden Beobachtungsorten 
841 Millionen Dil. beträgt, ift es doch erſt 
efreugteften Bemübungen ber Aſtronomen 
er Zeit gelungen, bei einigen K-n eine ganz 
ige, ſchwerlich auf 1 Zecunte fich belau⸗ 
zweichung ihres Standes (Parallare) zu 
m Deraut gebt tie ımgeheuere Entfer⸗ 
er F. von ter Sonne u. aljo auch von ter 
vor. Ben nämlich tie Parallage Des näch⸗ 
wirBlich 1 Secunde betrüge, io würde ein 
umer noch 206,264 Dial weiter von uns, 
zbe von ber Sonne entierni fein; bei einem 
mm, wo bie Sonne einen Zoll im Durch⸗ 
It würte, müßte daber bie Entiere 
nãchſten Fes gleih 86 Meilen genemmen 
Nach ten vielfältigen Bemühungen ber 
sen Tycho te Brahe, Riccioli, Wallis, 
b, Bradley, Piazzi ift es erfi in der neueften 
el gelungen, an dem Stern 61 des Schwa⸗ 
lch eine jährliche Barallaye von 0,548 Se⸗ 
m entbeden, woraus eine Entfernung von 
. Halbmefjern der Erdbahn folgt. Dem⸗ 
ws Senterion für a im Centaur u',93, 
Mr a in ter Leier 0,26, Henderſon für 
Ws Barallare. Unter ten mit bloßen, 
ale beſendere Eterne (nicht Nebel) 
wm Eternen untericheibet man nach ber 
Glanzes, welche man hierbei auch ihre 
are ®röfße nennt, F. erfter bis ſechſter 
bereit gibt es nad) Argelanters Zählung 
88. Außer ihnen findet man durch Fern⸗ 
ed eine ungebeuere Zahl telejlopiiher 
je man nach gewiſſen photometriſchen, frei« 
febr unfiheren Meflungen in Klaſſen 7. 
. 10. Größe gebracht hat. Ihre Gejammt- 
ãgt nach Argelauter 2U0,000, fo daß bet 
chmãßigen Bertbeilung derſelben auf jeden 
ı HOmimels von ber fcheinbaren Größe bes 
bes 1 Etern läme. F. erfier Größe, 
et in ber Dämmerung fihtbar werben, 
une bis zum 12. Grad unter ben Ho⸗ 








pella, Wega, Atair: 9 in ber ſüdlichen: Veteie 
geuze, Nigel, Acharnar, Sirius, Prolyon, Fo—⸗ 
malhaut, « u. Ades Centaur, Kauopus: letzter (bei 
une nie ſichtbar) u. Sirius übertretien alle an Lichte 
glanz. Gewöhnlich werten aber auch ven ten Fen 
zweiter Größe Alpbard u. Denebola, auch wohl 
Kaflor u. Deneb bierber gerechnet. Überhaupt gehören 
(nach Deppelmaier) nur 65 zu Feu 2. Grüße, 299 
zu Fen 3. Größe, 453 zu Fen 4. Größe, ferner uach 
Argelander 1100 zu %-n 5. u. 3200 zu been 
6. Größe. Die letztgenaunten find tie, welche im 
ganz dunkel wollenleſen Nächten bem bloßen Auge 
eben noch ſichtbar werten. Die genannten Abſtu⸗ 
fungen ber ſcheinbaren Größe find aber nicht alletw 
ihrer verſchiedeuen Eutfernung ed. ibrer verichiebe- 
nen wirklichen Größe zuzufchreiben, Denn von ben 
Entfernungen ber F. ift uus wenig belannt. Nech 
geringer ift unfere Kenutniß von ber abfoluten 
Öröhe derſelben; um dieſelbe zu berechnen, muß 
man bie Entfernung u. Den ſcheinbaren Durchmeſſer 
ter F. lennen. Nun erichienenaber bisher alle F. ſelbſt 
durch die beſten Fernröhre ale Lichtpunlie ven numeß⸗ 
barem Durchmeſſer. Erſt der ältere Herſchel glaubte 
mit ſeinen Rieſeninſtrumenten an der Wega einen 
Durchmeſſer von JSecunde zu bemerken, jetzt if 
man aber durch vollkommnere Juſtrumente dahin ges 
langt, mebrere größere F. als Scheibchen von 1 
3 Secunden Durchmeſſer zu erbliden. Setzt man 
nun 3. B. tie Entfernung ber Wega gleich 600,000 
Erdweiten, alfo gleich Der Eutferunmg von 61 im 
Zdwan, fo würde ter Durchmefier der Wega 0,9 
einer Erdweite fein; Tiefer F. würde alſo in Durch 
niefler fahr ten ganzen Raun ber Ertbahn au 
füllen. Und ned viel beträchtlicder würde biefe 
Größe für einen größeren icheinbaren Durchmefler 
u. bei ter Annabme einer bedeutenderen Entfer⸗ 
nung ausfallen. Alic 5. find jeit den älteflen Zei 
tem in gewiſſe Gruppen (Zternbilter, f. d.) einge⸗ 
tbeilt. 

Die Bertheilung fer. anı Himmel er 
ſcheint ſehr ungleichartig u. regelles; an vielen 
Stellen erſcheinen fie febr geträngt; andere Stellen 
bleiben, auch durch tie größten Getelfope befchaut, 
fternenleer. Gleichwohl finden fih Anteutungen, 
baß auch ter Anordnung ber %. eine gewifle Ein» 
heit zu Grunde liege. Beſonders leitet bie Betrach⸗ 
tung, daß ein breiter Kreis von dicht zuſammenge⸗ 
drängten Fen von 6. u. noch geringerer Größe, bie 
nur durch das Fernrohr unterjchieden werben, u. 
gegen deren ungebeuere, zu 75 Millionen ſchwerlich 
zu hoch geihägten Zahl, alle übrigen nur als ſeit⸗ 
wärt® vereinzelte Sterne ericheinen, fih um Dem 
ganzen Himmel als ein Yichtnchel Milchſtraße, ſ. d.) 
berumieht, zu ber febr wabricheinlichen Voraus⸗ 
jeßung, Laß alle eigenen unterjcheitbaren F., u. unjere 
Soenne unter ihnen, zu Cinem Syſtem achören 
u. nach eigenen Gejegen fi) bewegen. Tai nicht 
nur mehrere F. in langen Zeitpericden ibre Stelle 
um mehrere Minuten verändern, ja, daß unſere 
Sonne in einem Vormwärtsrüden begriffen u. nad 
der Gegend des Sternbildes Hercules fi zu bes 
wege, baben beſondere, durch Herſchel u. Struve 
angeftellte Bergleihungen neuerer aſtronomiſcher 
Beobachtungen mit älteren wahrſcheinlich gemacht. 
Kit beiden Mimmt ſehr nahe das Refultat ſehr ſorg⸗ 


320 


fältiger Unterfudäungen Argelanders überein, wel⸗ 
ches den Punkt, nad) melden die Bewegung unſe⸗ 
res Sonnenſyſtems folgt, in 2609 50° Rectafcen- 
fion u. + 31° 17° Declination verweiſt u. als Ge- 
ſchwindigleit Diefer Bewegung ungefähr 1 Meile in 
ser Secunde findet. Das Mittel, diefen Punkt zu 
erkennen, beflebt darin, daß nothwendig Diejenigen 
F. melden fich bie Sonne nähert, weiter auseinan⸗ 
der rliden; diejenigen, won denen fie fich entfernt, 
näher zufammentreten u. die ftärfften Ortsverän- 
derungen bei denjenigen Fen vorlommen müſſen, 
bie von ber Richtung der Sonnenbewegung um 
einen rechten Winkel abfteben. Doc fllhrte bie 
Bergleihung ber zu biefem Zwecke gemeffenen Po⸗ 
fitionen lange Zeit, n. fo fange man nicht eine fehr 
große Zahl von 7 3. B. gegen 400 in Betracht 
zog, zu feinem Reſultat, weil Die eigenen Bewegun⸗ 
gen der F. jene fcheinbaren verbedten. Diele eige- 
sen Vemwegungen ber %. werben jebenfalle 
durch das Nemtoniche Gravitationsgefet beherrſcht, 
da die Beobachtungen Der Bewegungen ber Dop⸗ 
pelfterne um einander, die GOültigkeit deſſelben auch 
anßerbalb unſeres Sonnenſyſtems unleugbar bes 
weifen. Damit ift jedoch durchaus noch nicht bes 
bauptet, Daß es and fir das gefammte Kirftern- 
ſyſtem einen folchen, nach feiner Maſſe bei weitem 
überwiegenden Centrallörper gebe, wie dies bie 
Sonne für unfer Sonnenfoftem ift; höchſtens kann 
man, wenn man nicht die gefammte Firfternenwelt 
als in viele Partialſyſteme, mit mehr ob. weniger 
von einander unabhängigen Bewegungen zerfallend, 
benfen will, einen gemeiniamen Schnerpunft an⸗ 
nehmen, um weldyen bie Bewegungen erfolgen ı. 
in defien Nähe bie Ortsveränderungen am gering» 
ſten fein merken, u. in dieſem Sinne ift von Mäd- 
ler als Centralſonne ein Punkt in der Plejaden⸗ 
gruppe, in&befonbere Alcyone, als optifher Mit- 
telpuntt derſelben bingeftellt morben. Neuere Un⸗ 
terfuchungen tiber mehrere Durch Fernröhre unter» 
ſcheidbare, durchſichtige Yichtnebel, tie zum Theil 
durch fehr gute Teleſkope fich als einzelne Sterne 
darftellen (f. Nebelfterne n. Nebelflede), haben fer- 
ner ter Annahme großes Gewicht gegeben, daß 
ſolche nichts anderes, als nur in ungebeueren Ent» 
fernungen ſich befindenbe Firſternſpfleme, abgeſon⸗ 
dert von unſerem Fixſternſyſtem, aber in gleicher Art 
wie die Milchſtraße unferes Himmels, feien, welche 
—— bie von Abnahme der Lichtſtärlke 
u. Dentlichkeit hergenommen ſind, die Entfernung 
des Sirius von der Sonne 160,000 Mal, ja wohl 
gegen 320,000 (bie Entfernung des Mondes von 
ber Erde von 51,000 MI. über 40 Billionen Dat) 
übertreffen möge. Wird dies aber, fo wie die Be- 
wegung ber %. zur Gewißheit, fo geminnt auch Die 
Annahme, daß bie ſämmtlichen F. Sonnen find, 
am bie jich pᷣlaneten m. Monde, wie um unfere 
Sonne, diehen, hohe Wabı if nsthleit. 
Der Clan; einzelner F. fan eben fo von ihrer 
Grüße, als ibrer Näbe, od. auch von ihrer Yirhtftärfe 
berrübren. Einige F. zeigen ſich inab wechſeln hem 
Lichte, ſo zeigt ſich der Stern Ahol am Kopfe des 
Meduſenhauptes 62 Stunden lang als Stern 2.1. 7 


Stunten lang ale Stern 4. Größe, was wahrſchein- 


lich von auf einer Eeite deſſelben befintlichen Son⸗ 
nenfleden berrübrt; anbere ſcheinen ietz in minde⸗ 
rem ob. mehrerem Glanz, als früher. Die F. wech⸗ 
ſeln aber auch in der Größe, einige verſchwinden 
oft ganz; ſo führen die Alten den Eern Caſtor klei⸗ 


Fixſterne 


ner als den Pollux an, während jer 
ger: tft; fo bezeichneten frühere Be 
tern « in der Wafferfchlange ale 1. € 
rend er jetzt 2. iſt; ber Stern d im gr 
welcher zu Tychos de Brahe Zeiten 2. 
ift jet 4. Ordße. Noch mehr iſt dies 
den veränderlidden Sternen, beren 8 
ſtimmten periobifchen Abwechſelungen 
iſt; ſo finkt der von Hevel ſo genannte 
ceti (o im Wallfiſch), innerhalb einer 
331 Tagen bis zu einem Stern 11. ol 
herab od. verſchwindet auch ganz u. erh 
wieder zum Glanze 4. od. ſelbſt 1. ol 
‚© bat der Stern Algol, im Haupt 
24 Tage feinen gemöhnlidhen Glanz, : 
3! Tage merflih an Licht ab u. in eh 
Zeit wieder zu u. verbarrt nur 195 
ſchwächſten Licht. Als Grund viefes v 
Lichtwechſels nimmt man enweder an, 
gleich unſerer Sonne, eine Rotation m 
haben u. dabei an einer ibrer Seiten 
mit bunfelen Flecken bebedt find, od. « 
von großen dunkelen Planeten um 
welche uns periodiſch das Licht derſelb 
od. auch, daß fie von linfenfärmiger &ı 
uns bei ihrer Rotation abmechjelnd 
Kante u. breite Seite zuwenden. Die 
von verjhiebener Farbe, bie me 
nen zwar weiß od. gelblich, andere ab 
blau u. grünlih, ja einzelne wechſel 
Farbe, wie Sirins ten Alten rotb, j 
weiß ericheint. Vgl. Doppeifterne. Xı 
Beiipiele von neuen Feu, die aber ı 
Verweilen wieber verſchwanden; bierk 
bald erſcheinende, bald verfchmwintente € 
Kaſſiopeia. Alle dieſe u. ähnliche Erſche 
noch Probleme für die Aftrononıen. Yu 
find Berzeichniffe, in denen Die einzelnen 
ihrer Stellung am Himmel eingetrage 


Thycho de Brabe geichah dies nach Län; 


erft Brahe führte in feinen Kataloge 
Beftimmung nad gerader Aufſteigun 
Hung ein. Die Firfternfataloge fim 
nah den Stunten ter Rectafcenfion ! 
georbnet. Außerdem enthalten fie Die jäb 
rungen ber Rectafcenfion u, Declinati 
der Präcelfion, ſowie bie Anderunge 
eigenen Bewegung der Sterne un. bir 
Größen berfelben. Der älteſte Firfterr 
wir noch befigen, findet fih im Aima 
lemäus; ferner Ulugh⸗Brighs, Tabul 
dinum et latitudinum stellarım 

Tycho de Brahe, Catalogus fixarum 
1600 (den Keppfer tur F. um den | 
mebrte), fo wie bie Firfternlataloge von 
caille, Hevel, Flamfteed, Bradleys As 
observations made at Greenwich !' 
Praecipuarum stellarum inerrantiv 
nes medine etc.; Veflel, Beobadhtm 
Königsberger Sternwarte 1813 — 18; 
theilungen, M. Weiße, Nebuction be 
ger Zonenbeobachtungen; Riümter, P 
Cutalogue of Fixed Stars etc., 193: 
632 zn ber ſüblichen Halbfugel) ; Ri 
lere Orter von 12,000 &-ıt fir 1836, £ 
Catalogue of the British Assoriati 
Beſonders find mehrere wichtige Werke 
erfienen, fo Mädlere Unterſuchung 


Flınm bi6 Flaccus 


ne; W. von Struves Astronomie 
t.), ewas Befimmtes, ein jährlicher 


Iogebab N Seifabed, 9 a ngla) N Statt 
legten Rabob von Aude) in ber Pro- 
ıbe) ber inbobritiihen Präfidentichaft 
terindien), am Gograh, hat Feſtunge⸗ 
el, fonft mehrere 100,000 Em. 

eb., noriveg. Feld), in Tkandinavien 
flächen, melche die Sauptmafle ber 
‚ge bilden, u. auf bene fich einzelne 
) erheben. ‘Der größte Theil der Skan⸗ 
birge bat feinen Namen von Liefer Ei⸗ 
des Baues, auch einzelne Bergnamen 
ı Worte zufammengeleßt, jo 3. ®. ber 
nemfjelb, Vorrefjeld in ten Kjuien u. a. 
dehlmaß in Schmeben — 18,51 Litres. 
.), jo v. m. Meerbufen. 

ung, 1) (Deb.), filr Flores; 2) (Nu- 
dulden (Florenus, Florin); 8) che 
ı für Fluor. 

elle Aktürzung des Staates Florida 


.), Ablürzung für: Fiat lege 
x kunftgemäß bereitet. 
ferrbort im Bezirk Anbelfingen bes 
n8 Zürich am Fuße ber Irfchel, un- 
1, 1100 Ew.; mitten barin liegt ein 


unterfte Boden eines Schiffes, wor⸗ 
hide liegen. 

Yeichim.), fo v. m. Fläcken. 

malige hollänbifche Silbermünze von 


gr. 2 Pf. 
2 (Blabefites), fo v. w. Fächer» u. 


m (v. lat.), bie Lüftung eine® Behro- 
durch Unterjchieben trodener n. kühs 


, 1) F. Cuv., Gattung ber Nadt- 
mit 4 Fühlern; die ftrablen » u. fa- 
Hemen fteben feitlich auf mehreren 

F. affinis, fonft bet Doris; 2) F. 
lengattung aus ber Orbnung Poly- 
yäufe gleichieitig, oval u. „lammen- 
t: F.rugosa d’Ord. u. F. cordata 
icularıa uvata Gein.), beibe faum 
zroß, in ter Kreide. 
ı (Tat.), 1) fo v. w. Fächer; daher 
v. w. fächerförmig, |. d.; 2) Webel, 

ergament, Pfauenfebern ob. Lein- 
ich die Römer Kühlung zuwehten u. 
eriheuchten u. womit man noch jetzt 
: die Fliegen von dem Kelche u. dem 
de ſchencht. 

(Petref.), Korallen zur Ordnung 
Zhierlorallen), der Turbinalia ganz 
sfanımengebrüdt; im Xertiärgebirge 

u. Italien. 
nt (v. lat.), erfchlaffen, wellen; daher 
it, Sclaffbeit. 

ia, Tchter des Antonius, Statt- 
allien, erfte Gemahlin des Kaifers 
Gr, Mutter ber Arcadius u. Ho⸗ 


’ 

t., d. i. welcher lange, herabhängende 
milienname mehrerer xömijcher Ge⸗ 
riton. & Nufl. VL 


321 


ſchlechter A) Ausder Fulvia gens: ) Cue— 
jus Fulvius F. 212v. Chr. Prätor; erhielt Apn⸗ 
lien zur Provinz u. eroberte die an Hannibal abgefalle⸗ 
nen Städte wieder, ließ aber die Diſciplin ſo aus⸗ 
arten, daß Hannibal fein 18,000 Mann ſtarkes Heer 
bis auf 2000 vernichtete u. fein ganzes Yager erbeu⸗ 
tete. Deshalb, u. als zuerft Fliehender angeklagt, 
ing er nad Tarquinii ins Exil. 2) Quintus 
uld. F., Bruder des Vor., kriegte als Conſul 
237 v. Chr. ohne Glück gegen bie Gallier u. Yigurer 
in Oberitalien, eroberte aber, zum britten Mal Con⸗ 
ful, 213 im zweiten PBunifchen Kriege Hanuos Ya 
ger, bedte Rom gegen Hannibal u. belagerte u. er⸗ 
oberte Capua (ſ. u. Bunifche Kriege); 209 wurde er 
Dictator zu Ermählung eines Confuls u. beffeibete 
noch mehrmals Das Gonfulat, mo er Die Lucaner u. 
andere umteritalifhe Völker beſiegte. 8) Quin⸗ 
tus Fulv. F., Sohn bes Bor., erhielt als Prätor 
192 v. Chr. Das tieffeitige Spanien, ſchlug Die Cel⸗ 
tiberer in zwei blutigen Schlachten, murbe 150 Con⸗ 
ſul, beflegte bie Ligurer u. triumpbirte. Er wurbe 
fpäter Cenſor u. Pontifer u. ermorkete fich entlich 
ſelbſt. 4) Cnejus Fulv. F., 13410. Chr. Conful; 
befam das Commando gegen bie ſich empirenben 
Sflaven in Sicilien, 1. Sflavenfrieg. 5) Marcıs 
ule. F., einer der Triumeirn, welche zur Vell⸗ 
ziehung der Gracchiſchen Ackergeſehes ernannt wor⸗ 
den waren, des jüngeren Scipio Pe u. als deſſen 
Mörder bezüchtigt. F. wurde deſſenungeachtet 125 
v. Chr. Conſul u. ſchlug bie Gallier u. Ligurer; 
er ald bie Patricier fih gegen bie Gracchiſche 
artei bewaffneten ı. das Capitol befetten, lei⸗ 
fiete er von ben Aventinus berab tem Cunful 
kräftigen Witerftand. Jedoch geächtet u. von Bielen 
aus dem Volke verlaffen, wurde er in eines Freundes 
Haufe getöttet. B) Aus Der Horatia gens: 
6) Duintus Horatins %., ber Dichter, f. u. 
Horatius. 6) Anus der Pomponia gens: 
7) Lucius Pomponius F. Vertrauter des Kai⸗ 
fers Tiberius, 17 n. Chr. Conſul u. Statthalter 
von Möſien u. 19 Statthalter in Syrien, wo er 33 
bare. D) AusterValeria gens: ) vucius 
alerius %., 195 v. Chr. Conſul; beſiegte in ſei⸗ 
ner Provinz Italien die Vofer u. Infubrer u. baute 
bie im Kriege untergegangenen Städte Placentia 
u. Cremona wieber auf, focht als conſulariſcher Le⸗ 
at unter dem Conſul M' Acilius Glabrio 191 in 
——*8 gegen König Antiochus von Syrien 
u. ſt. 1800. 9) Yucius Val. F, 100 v. Chr. mit 
Marius u. 86 mit Cinna Conſul, Freund des Volles, 
zu deſſen Gunften er bie Valeria lex burchiette; 
wirkte mit Cinna u. dem jüngeren Marius fchr ge 
gen Sullas Rüdkehr. Auf einem Zuge gegen Mir 
thribates entzweite fih F. mit Fimbria, feinem Un⸗ 
terfeldherrn, u. wurbe in Nikomedia hingerichtet, 
ſ. u. Fimbria. Nach And. waren Dies zmei verjchie» 
bene Perfonen. 10) Cajus Val. F., war 9 v. 
Chr. Conſnul u. beſiegte die Celtiberer. 11) vucius 
Val. F., Kriegstribun unter P. Sewilius in Cili⸗ 
cien, Suäfter des M. Piſo in Hiſpanien, Legat des 
O. Metellus Creticus, 64 v. Chr., Prätor unter 
Ciceres Konfulat, bein er bei Entbedung ter Cati⸗ 
linariſchen Verſchwörung biente, indem er bie Ges 
ſandten der Allobroger auffing. Ubrig ift von Cie 
cero eine Rede pro % lacco, worin diefer ibn, den 
ven Yalius de repetundis Angellagten, vertbeitigt. 
182) vVucius Val. F., Sullas Anhänger u. kei deſſen 
Aufenthalt auf dem Laude Interteg; ale ſolcher 


3272 Flach bis 


verſchaffte er durch die Valeria lex dem Sulla bie 
immerwährende Dictatur, worauf er 82 felbfi Ma- 
gister equitum bes neuen Dictators wurde. 18) 


Cajus Bal.%., römiſcher Epiler, |. Valerius. EB): 


Andere Römer: 14) Apillus %., römiſcher 
Ritter u. Statthalter von Agypten unter Tiberius 
u. Caligula, unter welchem Letzteren, um deſſen 
Gunſt zu erlangen, er die Juden dem Pöbel Aleran- 
drias Preis gab; allein von Caligulas Freund, bem 
König Agrippa von Judäa, deshalb bei dem Kai- 
jer verffagt, wurde er ins Exil gejchidt u. fpäter 
hingerichtet. 15) Verrius F. römiſcher Gram⸗ 
matiker, ſ. Verrius. 16) Horde onius %., wurde 
in feinem Alter von Galba zum Kelbherru in Ger⸗ 
nianien ernannt, vom Heere verlafien u. als Veſpa⸗ 
fian als Gegentaifer auftrat, verdächtig den Ci- 
vilis zugethan zu fein, erinorbet. 17) 5. Albinus, 
alademiſcher Name Alcuine. 

Flach (Seew.), das mittlere Stüd des Schiffs⸗ 
botens, selches beinahe horizontal ift; Flach vor 
dem Binde fegeln, mit Wind im Rüden, 16 Striche; 
Flache See, glatte See; Bader Wind od. halber 
Wind, 8 Strihe, Wind, welcher fentrecht auf Die 
Kielrichtung bläſt. 

lad, jo v. w. Flaach. 

lahau, Dorf im Bezirk Werfen bes üfterrei- 
chiſchen Kronlandes Salzburg, am Fuße des 6132 
Fuß hohen Lakenkogel; Eijenbergwerl, Berg- u. 
Dültenamt; 400 Em. 

Flachbohrer, ein mit einem Schraubengemwinbe 
verjebener flählerner Stempel, mit welchem bie 
Schraubenmuttern worgebohrt werben. 
lachdeichfel, ſ. u. Deichſel 3). 
lachdrabt, fo dv. w. platter Draht (Lahn). 
lache, 1) (Matb.), eine Raumgröße von zwei 
Ansdehnungen, alfo von Länge u. Breite, ohne 
Dide. Dan kann ſie entſtanden denken durch die 
Bewegung von Linien nach befiimmten Geſetzen: 
a) ebene en (Ebenen), find folche, in denen 
tie gerade Berbindungslinie je zweier Punkte ber 
F. mit derjelben zufanımenfällt; fie entftehen, wenn 
eine Gerabe an zwei fich ſchneidenden feften Geraten 
Lingleitet; b) Krumme Fen, find ſolche, auf wel⸗ 
chen fi) aa) entweber nur nach beftimmten Rich- 
ıungen ©erabe ziehen laffen, 3.8. beim Cyliuder 
u. Kegel, u. dieſe beißen einfach gefrünmte 
vd. geradlinige Fn; bb) od. ſelche nicht ziehen 
laffen, wie bei ben Kugel» u. ſphäroidiſchen Ben, 
weile man Doppelt gekrümmte Fen nennt; 
co) Windſchiefe Fen, in denen durch zwei um» 
mittelbar auf einander folgenbe Lagen ber bildenden 
Geraden keine Ebene gelegt werben kann, weil fie 
ſich weder ſchneiden noch parallel find; dd) Auf- 
widelbare od. Developpable %-n, bie ſich 
ohne Zerfiärung ihres Zujammenhangs in einer 
Ebene ausbreiten laffen; ee) Umdrehungs- od. 
Rotationsflähen, entfichen, wenn fich eine 
jerabe od. frumme Linie um eine fette Gerate als 
Achſe dreht, von welcher fie immer in gleichen Ab- 
ſtänden bleibt; fo entfteht durch die Umdrehung 
einer Geraden um eine dieſelbe ſchneidende andere 
Gerade tie Kegelflähe; um eine ihr parallelen ver 
Eplinver, durch Umtrehung einer halben Ellipſe 
um eine ihrer Achien das Notarieneellipfeid, einer 
Parabel cd. Hyperbel um ihre Adyfen das Rotations» 
paraboloid u. Rotationshyperbeleid. Bei der No» 
tation einer Geraden um eine auf ihr Senkrechte 

Rebt Die Ebene; 2) ein cijerner Hammer mit 


Rlachtäfer 


breiter Schneide u. kurzem Stiel, zm 
des Sandſteins; 8) (Bergb.), f. u. D 
Flacher Bogen, |. Bogen (Baut.) 
laches Das, ſ. u. Dach LA) ce) 
laches Fahrzeug, Boot, das | 
Boden dat u. nicht auf ven Kiel gebaı 

Blade Band, 1) die offene, dem 
das Junere zeigende Hand; 2) (Jägerſ 
unftaltung des Hirſchgeweihes, bur 
Sproſſen jo neben einander fiten, n 
einer Hand. 

Flacheiſen, Meißel, deſſen Scheibe 
Zirkel gleicht; etwas mehr ausgehoöhlt 
bohleifen. 

Flache Infel, Injel im Cbineſi 
zwiſchen der Weftfüfte der großen Su: 
neo u. den Natunainjeln (Güdafien). 
ade Infeln, fo v. w. Niedrige 
. Kladeln, mit flachen, krauſen Zi 
auf das Blech od. Zinn graben; geid 
Blächelmeiget ( Fldcheĩeiſen), einer Art ® 
eine jchräge Fläche hat. 

ladeninhalt, jo v. w. Flächenra 
lächenmaß, das Maß, nach wel 
chenraum gemefjen wird. Man bebiü 
des Quadrates über ber Längeneinhe 
des Duabratzolles, des Duabratfußes,' 


ruthe, der Duabratmeile. Da der Zuf 


ift, fo if ber Quadratfuß gleich 144 8 
Flächenraum (Blächenarea) eine 
zwijchen den fie begrenzenden Linien Iü 
Der 5. eines Parallelogramme ift gl 
bucte aus der Grunbitmie u. Hoͤhe, 
Dreiedes glei dem halben Propuctt 
linie u. Höhe; ber‘. irgend einer gerat 
wird gelunben, wenn man biefe durch 
Parallele in Dreiede ob. Barallelogrı 
u. die Flächenräume ber letzteren berer 
Der F. einer Irumnilinigen ebenen Fi 
nad) den Regeln der Infinitefimalred 
man das Integral aus dem Produ 
nate u. des Differenzials ver Abfcifie 
Grenzen ber Abfcifje nimmt; ber F. 
gen räumlichen Curve, indem man 
dz\? dz\? 
dy V:'+(&) + (5) nach: 
das Product dieſes Integrals mit 
nad x integrirt. Der $. eines Krı 
dem Duadrat feines Halbburchmefler 
mit der Ludolphſchen Zahl 3,14159 .. 
Kugel ift gleich dem vierfachen Fläche: 
ihrer größten Kreiſe. 

Flächenwinkel, ein von zwei Flät 
Bintel, |. d. 

Flächenzahl, fo v. w. Quabratjal 

Flach fallender Gang (Bergb.), 

Flachfiſch, eine Art Stocfiſch, 
fleinen Dorſch bereitet wird, intem m. 
durchſchueidet. Er kommt vorzüglich 
gen u. Dünemarf. 

Blachflöte, Irgelftimme, bei meld 
unten merklich weiter als oben find, 
Aufſchnitt u. ein breites Labſtück ba 
deren zu 8, de u. 2Fußton. 

Flachgarn (Jagtw.), ein zum & 
gemöhmiches Garn, 1—2 Ellen bed 

Flachkäfer, jo v. w. Leuchtkäfer. 


Flachkoͤpfe bis Flache 


fo v. w. Flatheads. 

ıde, fo v. w. Flachſchnale. 

‚, Maler, welche Lie Bilder auf ladir- 
1 fertigen. 

rt, fo v. mw. Lachſe. 

[, Meißel mit flader Schneide. 
Bertzeug ber Steinfchneiter für flache 


for. mw. Basrelief, |. u. Relief. 
ein Draht, über welchem ter Flor 
ı Eammet® gebildet wird. 
Pflanze, welche den %. liefert, ifl ber 
1). I. k beißt fie erfi vom Augenblid 
A) Tie Ernte bes Fees begiunt 
fen; baffelbe geſchieht, wenn es 
fdie Baſtgewinnung ankommt, bald 
wenn es aber auf Samengewinn 
der Reife der Samen in ber Art, 
Lig ausgetrodneten Stängel ziem- 
ınfaßt, damit das Unkraut zurück⸗ 
id ver Brüchen bewahrt n. alle 
& einer Richtung, regelmäßig auf 
reitet. Sat ber F. nun zwei Tage 
d er bei günſtiger Witterung ın 
h. handvollweiſe fo aufftellt, daß 
enden über einander kreuzen, die 
er 1 Fuß weit von einander fie 
bie Echrägen von Mittag nach Mit⸗ 
tt fie gegen Umwerfen tur ten 
an auf beiden Enbfeiten Pfähle ein- 
ie Feflängel in den Schrägen gehö⸗ 
et, jo können fle zwar glei nad 
werben, nach der Belgiichen Flachs⸗ 
te fett man fle aber noch 2—3 
‚ellen. Der %. wird nämlich fo in 
1, daß alle Wurzelenben auf Eine 
fonımen. Ge 4 u. 4 Bündel wer⸗ 
irzelenten nach unten, fchräg gegen 
t, im Viered aufgeftellt. IN das 
ses u. Das Nachreifen ver Samen 
n vollſtändig erfolgt, fo wirb er 
u. tes Eamens beraubt. Entmeber 
etrofhen od. man wendet Lie 
intem ter Arbeiter fo viel Klache, 
n Händen faflen fann, mit ber Dlitte 
ſchlägt, ſo daß Lie Samentapieln 
zu liegen kommen, dann ſie rück⸗ 
u. biefes Berfahren fo lange wieber- 
ımenfapfeln abgerifien find ; cd. Das 
betient man fich eines platten, 1 Fuß 
reiten u. 3—4 Zoll dicken Holzes, an 
iß langer Etiel befeftigt iſt, u. Ihlägt 
en ab; endlich kann man auch bie Sa⸗ 
einer Häffelbanf abſchneiden. Nach 
ser Samen mirtber Flachs ſor tirt, 
kurzen, ſchwarzen, fauligen Stängel 
in beſondere Bündel bindet u. nach 
röſtet. B) Die Alacheroͤſte bat zum 
die Baſtfaſern leicht von den bolgi- 
men laffen. Es geinicht ſolches ent⸗ 
Thauröſte, Luftröſte), wo der 
yünn u. reihenweiſe auf Wieſen od. 
ausgebreitet (auf bie Breite gelegt) 
d, bie man an ber gelben Farbe u. 
mit ten Fingern erfennt, daß ſich 
vom Solze trennen (wozu oft 8—9 
ind) ; od. auftem Schnee (Schnee 


j.auf dem Schnee anegebreitet wird; 


od. im kalten Waffer (Kaltwafferräfte), woder F. 
in Bundeln fo lange in einem Fiuß, Bach, Teich, od. 
in eigens dazu gefertigte Käften ob. Gruben (Diacht⸗ 
reſten, Rottegruben) gelegt u. mit Steinen be- 
ſchwert wird, bis er Die erforderliche Beſchaffenheit 
bat, d. h. bis Die Holzkörper in Fäulniß Übergegan- 
gen find. 6 Fuß tiefe, waflerbichte, fonnig gelegene 
ottegruben find bie beſten; man legt fie gern in 
ber Nähe eines Flufſes an, um ihnen Zu- u. Ab⸗ 
fluß geben zu Löımen. Im bie erft mafjerleere u. an 
ben Seiten mit Etrob verlegte Grube ftellt man 
die 8 Zoll im Durchmeſſer baltenden Flachsbündel 
Ihräg, daß das Wurzelende anf ten Boden zu ſte⸗ 
ben kommt. Wenn bie Grube angefüllt iſt, wird fie 
mit Bretern n. diefe mit Steinen belegt, maß ſpä⸗ 
ter, wenn bie Gährung eintritt, wiederbolt werben 
muß. Bet einer Tennperatur von 16 — 180 R. rei» 
hen 6—$ Tage bin, um ben troden ins Waſſer ge- 
legten F. zur Zerfeung zu bringen, mogegen ber 
grün ins Waffer gelegte ſchon nah 4—5 Tagen gut 
if. Yein, ber auf verſchiedenen Bobenarten gewach⸗ 
fen ift, darf nit in einer Grube geröftet werden. 
Das Nöften in fließentem Waſſer meicht von dem 
Röſten in Gruben nicht ab, Die fertig geröfteten 
achsbunde werden durch reines Wafler gezogen. 
ie Thau- u. Schneeröfte verurſacht zwar tie me» 
nigfte Arbeit, aber babei werten bie Klachefafern 
rauh, wollig, ſchwarz, flodig u. verlieren an Halt» 
barkeit. Das Maffer zum Röften muß weich fein, 
barf keine Gifentbeile, keinen Kalt, keine gerbſtoff⸗ 
baltigen Baumblätter enthalten. In neuefter Zeit ift 
bie Warmmafferröfte anempfohlen worden: am 
ebräuchlichſten if die Schenkſche: Der F. wird in 72 
i8 96 Stunden fertig geröftet. Der Proceß iſt der⸗ 
felbe, wie bei ber Kaltwaſſerröſte, nur daß er in Folge 
einer künſtlich erzeugten höheren u. fich gleichbleiben⸗ 
ten Märme von 22—25"” R. weit ſchneller u. regel- 
mäßiger verläuft. Der F. wird in Rufen in etwas 
ſchräger — gebracht; die Kufen haben durch⸗ 
locherte falſche Böden, unter denen Dampfrohre an⸗ 
—5 find. In die mit F. angefüllten Kufen wird 
altes Waſſer gebracht u. in dieſes durch die Dampf⸗ 
rohre Dampf aus einem Dampfkeſſel bineingeleitet. 
Nach 18—20 Stunden wird ber Dampf abgeleloffen, 
worauf tie Gährung beginnt. Die beim Dämpfen 
u. Gähren entſtehenden Dünfle müſſen aus dem 
Aöfteraum entfernt werben. Noch ein anderes ei- 
entbiimliche® Röfteverfahren iſt das Wattfhe: ber 

. wird ohne alle Gührung geröflet, wozu eine 
Malzenmafchine gehört. Nach dem ARöften wirb ber 
F. wagerecht bingeftellt, n. nachbem das Wafler 
abgelaufen if, zum Zrodnen in Stauden gebradt. 
Nah ven Trodnen in ben Staucheu wirb ber %. 
auf kurzem reinem Raſen ausgebreitet u. gebleicht, 
babei von 3 zu 3 Tagen gewendet. So behanbelter 
F. braucht vor feiner weiteren Verarbeitung nur in 
der Eonne aufgeflellt zu merben. Das übliche 
Dörren im Badofen ift nicht nur überflüfflg, fon- 
bern ſchädlich, indem ber %. mürbe u. brüchig wirb 
u. viel ine Werg „get C) Die meifte Arbeit macht 
das Pochen od. Brechen, um bie äußere Hülfe dev 
5-68 an zerquetſchen u. bie Faſern aus dem Zufam- 
menbange zu bringen. a) Das Pochen verdient in 
Bezug auf Arbeitsaufwand u. ber beffern Leiſtung 
ben Vorzug vor tem Vreden; es wermindert alle 
Nachtheile eines fchlechten Brechens, mobei ber F. 
zerknüllt, in feiner Faſerlänge verkürzt u. krafilos 
wird, ohne von den Schaben Defzeit zu werben. 


€ 









Dlachßa ts ni 


öfter gefammelt 








Mau bedient fi u be Pochh * PR * in echel ar 
as AR : | Sage barten, | ben Flachsthei Bine 8) lo oft als 
Kalte — | beil ferbt ift, u. at aus — ich, bearbeite 
0 lange. auf, a Theile des age b Sch — ben, J 
Be a er pol ändig — Man hat woh wendet man auch m aſchinen a 
hei erg u 3ER Kon Yo an | P Mad Ben * Bed t JEDE intgen 
F unter mebrer: empeln, e burch bie ü der F. noch 
— —— Bil buch 535 werden, um au ea ta artigen tt 
tung einer Waſſer⸗ ob. —— lein Berveg entfernen ı, ibm mn zu mag 
ht werben; eine Perfon kann 3 empelbebien ar Im Btuf wird der 5. im einen an &i 
viel ‚verrichten, wie 10 Berfonen init Schlägel rete beieftigten bölge ne R d gewu 
———6 nem warmem ſteifen B —— den, Nach dem B 
——— — ber F. auf Bilde (Kauß eht u. 
Süßern —* abe Bing uge beſtehend bas — ‚ beifit Kauten⸗ 
untere. kr Ki auf einem Geftell u 1. ie Aufbew ne ELSE t 
2 Dur —— euben Kerben berjehen filfeit, weber Ieenen zu feucht 
welchen ein. bünner Au iR; das obere en | m F Be sin, An 
bat num eine file € efe Kerbe, in, welche „Die erwähnte thoden. 
Steg paßt, u. iftanı ber einen Seite m Knut Grifie I ihn hr ei Br von — ae 
perjeben, an ber anderu durch einen en beweglich gicht u. wi Auer Verfahren fo 
an das u — — Br en Be an —3 —— od. mar 
€ nen (Brechma ) teiſſeinwand, umwinde 
iſt eſche; fie wird von ? —— > ine Täßt ihn u in einem mh 


Eh leiftet viermal fo viel als bie Handbrede, u. 
findet bei ihr eine weit [homenbere nik | 5 


bes »e8 ſtatt, inb en 
“ se —— — 


gi 
— — in ‚ber Be bes Yrbeiters 


denbe 
——— 


Me: u.8 " breiten — en ‚obern 
= weil — — en. Das 


Bm 


—— BER Dat mit 3* iemen um die Ar 
gehängt wird, geihabt. Das Nibben erjorbert zwar 
mebr, Zeit als Das — liefert aber gleich⸗ 
mäßigen, feinen $., E) Nach dem Ribben wirb ber 
8; aujammengelegt ob. geflodhten, auf einen platten 
Bann Holzflog geleat u. mit einem runden 
Schrägetsenartem Del geſchlagen (gebläut). 
Rad dem Bläuen wird ber F. geb ** indem er 
Juerſt durch grobe, dann durch feine Hecheln (Slachs⸗ 
hecheln) gezogen wird. Zu dieſem ufe ſchlingt 
man ben F. um 2 bis 3 Finger, hält ihn in ber 
Mitte feft, giebt ihn mit der Spige in die Hechel ein 
u. wieber zuriid u, ſchüttelt bie Schäben aus, ‚Das 
hinter das ſchief ſtehend 






am 





| wird bur: 


- | ben D ieh br 
es 


113; det — Ir, ei bar 


Bi, — u, = 


{ 


teifheit 
beſeitigt. 

III. Dos Spinnen bed F⸗es (Bat 
deſſen Abfall, des Werges, „gelnieht a 
Weife, mit Hand od. auf — 

Handſpinnerei, bedient man fi 
(ei nur noch ineinigen Gegenben 

pinnrabee, jonft überall da, wo Flach 
wird. B) Bei ber Mafhinenjpinz 
eine Reihefolge von verjchiebenen 
— t, die mehrfach verſchieben im 

aßgabe ber Art bes Garns, 
poanen werben foll, im Wefentlihen \ 
ae beruben, wie fie —— 


—— 


das Drucken bie 


Meinen udn bat im 


MNlacht 


rt aus be Ioderten 
ben, Tonkern fe Origt Den Beer 


ın Saferbänder, dann in Yaferlumen ı des Feinſpinnens, deſſen man fich jetzt ant meiſten 
mn in lodere Yäden n. endlich zu ſei⸗ | bedient, ift das Naßipinnen mit heißem Sale 


Ran bezeichnet dieſe 4 Stufenbiltun- 
bildung, Dupliren u. Streden, Vor⸗ 
ılpinnen. a) Bandbildung. Um 
iten Flachebũſchel in Bänber zu brin⸗ 
ın fie m Rinnen u. läßt fie bon 
Hechelzähnen in Reihen ergreifen u. 


der tur Walzenpaare herausziehen. 


jieben bewirkt nicht allein Die Gradle⸗ 
ın u. den nötbigen Widerſtand der⸗ 
te Walzen rafcher ziehen, ale die He⸗ 
onbern bie einzelnen Faſern werden 
te Richtung der Yänge zeripalten, ver- 
Unreinigfeiten u. zu kurzen Fäſerchen 
an den Hecheln zurückbleiben, wäb⸗ 


ve Flachefaſerband aus den Walzen 


fommt. Dan nennt diefe Mafchinen 
ung Band⸗, Zieh- or. Streckmaſchi⸗ 

od. Streden. b) Das Bermwan- 
Tebänberin Luntenod.Dodte. 


erhalten ber %. nicht, wie bei Bauın- 


ſelinden Draht, u. tiefe Quntenbildung 
mehr eine Verfehmälerung u. Aus⸗ 
Boraangig erzeugten Bandes durch 

rs Dupliren u. Wiederfireden ber 
Drabtgebung. Auf die Ausgeglichen- 
bt» u. verbindungsloſen Flacheban⸗ 
el an. Sie befördert die Herſtellung 
, gleichmäßigen Morgelpinnftiabene. 
nen. Während das Dupliven u. 
ganz ähnlihen, wenn aud etwas 
ten‘, mit feineren Hedelzähnen ver» 
inen, als das Banbbilden, vor ſich 
ie Vorſpinnmaſchine barin von biefer 
[lung ven umlaufenden Hecheln u. 
.ab, Laß das entſtehende noch feinere 
acheband auf Spindeln, bie von ber 
egt, an berfelben ſich befinden, einen 
bt empfängt, vie Maſchine iſt ber 
ter Baummollipinnerei Sehr ähnlich. 
nliches Berfpinnverfahren geichieht, 
bung des Dee dadurch, daß das 
band durch einen Trog mit heißem 
n Folge befien ber Baſtieim der Faſer 
n. bie Faſern leicht ausgezogen wer- 
iſt Dies ausreichend geicheben,, fo geht 
Nüber eine bampfgebeizte Trommel, 
wieder zuſammen getrodnet werden. 
iſpinnen od. bie anblung des 
genen Fajerbandes in Garn, wird 
Ichienene Arten bemerkftelligt. Die 
tebt barin, daß man bie langen 
zorgeſpinnſtes mittel Stredwalzen 
ziebt, ohne Einwirkung auf die Hafer 
bleibt in ihrer natürlichen Beſchaffen⸗ 
Die Entfernung zwiſchen den Zu⸗ 

ugftredwalzen (eugliſch Rateh) muß 
e —*— tes Flachehaares fein, denn 
zerreißen. Man ſpinut nun entwe⸗ 
od. naß, in der Regel mit laltem Waſ⸗ 
d läuft durch Trẽge unter Glasftäben 
in Naßſpinnen ſind die Riffelwalzen 
tie Druckwolzen von Buchsbaum. 

igen Maihinen (Long raıch) fan 
. 50 engliffe No. |plumen. Tro⸗ 


38 


den geſponnene Garne find wollig, raub u. ſchlaff, 
naßgeſponnene glatt, rund u. ſteif. Die zweite Art 


er, 
in welchem Fall die Stredwalzenpaare nur einige 
Zoll ven einander entfernt liegen, kurzſtändig find 
(engt. Short ratsch spinning). Das heiße Waſſer 
löſt Die aus vielen kurzen Kafern beftehbende lange 
Flachbfaſer auf. Erſtere lönnen nun aus einander 
geben, obne zu zerreißen, um ben feinen Faden zu 
bilden. Tas noch feuchte Garn maß nun raſch ge» 
trodnet werten. Mach der zweiten Methode läßt ſich 
febr feines Garn fpinnen. Weil die Faſer turd 
tie Einwirfung Des beien Waſſers zerlegt wird, 
jo ſchadet e8 auch nichts, wenn man die Flachs⸗ 
riften in 2 bis 4 Yängetheile zerreißt, was nament⸗ 
lich bei Herftellung feiner u. feinfter Garne auf 
eigenen Maſchinen gefchieht u. zwar vor dem 
Hecheln. Man fpimt aus ben mittleren Theilen 
(Coeur delin) tes Flachsbiſchels befieres Garn als 
ans den Kopfenden (Tetes, Tops) u.ten Stockenden 
(Pieds). Ungeriſſenen Flachs nennen tie Engländer 
Long line, einmal geriſſenen Half-cut, mebhrmals 
geriffenen Fine cut. Aus 100 Bund Hechel⸗ 
flachs ſpinnt man turdichnittiih 90 Pfund GOarn. 
Die Flachsmaſchinenſpinnerei kann nur Ertrag ge⸗ 
ben, wenn man das Abwerg gut zu verwerthen 
vermag, was anı beften durch das Verſpinnen deſſel⸗ 
ben auf Maſchinen zu erzielen iſt, welche im We⸗ 
ſentlichen den Baumwollſpinnmaſchinen bie zur 
Borbereining des Wergs zu Bändern ſehr ähnlich 

ebaut find. Von bier an gleichen fie ſehr den Dar 
nen der Klacheipinnerei; das Werg wird zuerfl 
gereinigt, gelrämpeit od. aufgekratzt in eine Watte, 
Vließ od. Sab vereint, ber banı auf bekannte 
Weiſe gebandelt, gefiredt u. trocken, naßlalt od. 
naßheiß vor⸗ u. fein geſponnen wird. Das Werg 
verliert 20 Proc. zu Garn. Die Maſchinenſpin⸗ 
nerei des Flachſes u. Werges iſt erſt etwa 50 Jahr 
alt, u. der Franzos Girard kam in Paris, Wien, 
Sachſen in den erſten Decennien dieſes Jahrh. zu 
gelungenen Ergebniſſen. Die Engländer baben ſpä⸗ 
ter viele praltiſche Verbeſſerungen eingeführt. Zur 
Beurtbeilung bes bezichendlihen Verhältniſſes bes 
mit ter Hand u. auf Der Maſchine geiponnenen 
Yeingarns bient, Laß grobe Sorten nicht wohl» 
feiler u. auch nicht koffer auf Maſchinen herzu⸗ 
ſtellen ſind, als auf dem Spinnrade bei nicht zu 
theuren Handlöhnen; je feiner aber Die Garne wer⸗ 
den, mit deſto größerem Vortheil arbeitet bie Ma⸗ 
ſchinenſpinnerei. Aber die Hand vermag aus ſchlech⸗ 
terem F. bejjere Garne zu fpinnen als die Ma⸗ 
ſchine. Aus gutem $. ſpinnt die Mafchine ein glei⸗ 
chere®, reineres u. anſehnlicheres Garn, ale es bie 
Hand zu hun vermag. Das feinfte Spitengarı, 
wenn u. wo folches u. nicht ber Baunmvellenzmirn 
nod gebraucht wird, Tann mit Bortheil nur mit ber 
Hand geiponnen werden. Das Maſchinengarn reißt 
in ber Richtung der Länge nicht fo leicht wie Hand⸗ 
garn, aber es ſchleißt fich, weil es rauher, bauurwoll⸗ 
artiger ift, etwas leichter ab u. bat auch nicht den 
Glanz im Gewebe, namentlich nicht bas mit heißem 
Waſſer yeiponnene Garn. Für glänzende Stoffe, 
3. B. Damaſt, iſt gutes Handgarn faum zu entbeh⸗ 
ten, aber ba dieſes fchmer zu erhalten u. theuer ill, 
jo fommen bie alter glänzenden Seinenzeuge mehr 
u. mehr in Abgang, u. es treten Leinwand von 
mehr baummwollartiger Oberfläche au ihre Gtedle, 


Danerbafrigleit beſitzen, als die Ahnlichen 
— ——— dieſe aus amerilaniiher 
— gefertigt ſind; die ſchlechteſte Sorte mach 
der oftinbifchen. er Deinen Thebretikihen. praf- 
tifche Clemente ber. Maſchinenflache ſpinnerei, den 
ar; Ch. Coquelin, Nouv. traitement de: 
— mer. da.lin et du. chauvre, Bar. 1846; 
ppe, Die Flachobereitung in ihrem gamen Um⸗ 
u —ã 1838 ; — * ae 
Da — Metho obe, Reutl. 3; Gaultier de 
i — — 1846; anf. 
ne ung, &pj. 1851; Derjelbe, Der 
achsoban, Bra 1651; Einsle, Di —— 
nen Beimar 1852; Byan, Die Flachb⸗ 
„Braunſchw. .185 
— Eier en, ſ. — 
Siegmuub Andreas, geb. 1692; in Barg- 
* — in ig ige These u. babilitirte 
; 1731 wurde er 
= in oh bei Une u. 1742 — — 
— in eg ein Todedjahr iſt unbelannt; er 
nleitang zur Augeburgiſchen Eon 
ker en, ** 1730, u. m. a. 
deinver, Iehann ge ® 
x an, 1485.iu De 
(daher auch Joh. Beats, biente — 
n Heere, bereifte dann ben Orient u. wurde 
ehr Hoflecretär des Könige Sieg⸗ 
mund I. von Bolen, der ihn zu — diploma⸗ 


Send gebrauchte. urde 
5 * —8 zuletzt von — nd 6 | 


Kai L geabelt, nahm er ben Ram 
Bee (a Curie) ann. fl. ver Seine * 
an Gedichte, herausgeg. von Böhm, Vresl. 


b 
—— 


B..magnirostris,, aus Neuho 
bier unter Regenpfeifer 
lachſchnake (Plati ura), ! u. == H. 
lachsdarre, ſau. Flachs I. n). 
lachsdotter, ift dee erum sativum., 
Lachöfin® (F nei la linarie), Art aus ber 
ah Fint (Abtheilung ber Zeifige), eben braun, 
t 


baum, Art ber Blengengettung Anti 
bb . | fei GSlacianiſcher Eontroners), weshalb | 


| mit jeinen 


| Disputatio, od. Srli 


ı a en, Berl, 


Flacht — 
bie aber unter allen Umſtänden eine. nel: größere 


el, Grabſtichel mit breite 
Le ne an * Salix ** 
erk, bie Tindeckung bes 
den cn dia (Baweriegein, Be 
er R Zungenthi 
achwurm, ſo b. im. enthier 
zeiger —*— or S 
zum Aueyien Hader Be rtiefungen. 
Flachzirpe, eine Cicade aus der 


Fulgorellen (. d.). 


lacius (en iad, eigentlich BI 
1520 zu Albona in Illprien (baber and 
Kepeten. ſtudirte in Baſel logit, 
epetent in Zübingenu,1544 Lehrer de 


in Wittenberg, ging aber wegen ber b 


terim bort erregten Adiaphoriſtiſchen € 
mo er. als Melanhtbons Gegner an b 


Antabiaphoriſten ftand, von dort nad 


u; wurde 1557 in Jena Profefior be 
Hier gerierh er bald mit B. Strigel in} 
tigleit über die ſündliche Natur des Mei 
er behauptete, daß ber Menſch ganz unſ 
ſtigen Guten ſei u zu un: Bis 
‚gar nichts thun lönne (Sy 

u; daß bie Erbfünbe bie Fa Fu bi 


er, Blacianer, unter ihnen 

uber, auch Subftantialiften biel 
—55— Strigel m. Hügel! 
eine beeigehnt gige Dieputation, worir 

——— ei ſeiner Stelle entfet: « 
Burg, ER, Mrs m —ã— *X 
rn contra Interim et adiap 
Magbeb. 1550; Catalogus testius 
‚Bafel 166, — 1562, 32 Sol, FH 
scripturae sacrae, Baf. 1567, Iena 1 
u 8.; Glossa Novi‘ Testamenti, Dal 
Glossa Veteris Testamenti (bis Hit 
De voce et re fidei; > &de et ıuı 


Driefe an 
logia ad scholam Vite ensem, 
B. 3.4.: Er war Mitherausgeber ber! 
Senturien. ‚Über ihm jehrieb: Ritter, { 
1544. 
(Schiffe. ), To w. m. Flaal. 

— 1) Glackeneis), jo v. w. C 
(Hut- u. Zudm.), ſo v. w. Fachen 2), 
Fladen (GSlaaken), aus Weidenruth 


oſtindiſchen Compagnie u. Statthalter 


chwarzbtaun gefleckt, Bruſtſebern roſenroth, Schei⸗ Bierede, 14 Fuß lang u. 4 Fuß breit 
tel koth, auf ben Flügeln zwei weiße Querbinden; ea (Flärenpfäblen) am. beihäbig 
briltet im nördlichen Europe, in Zugpvogel, ‚fing ichftellen (Btädenbeichen) — 
ngenebm. Flackenfeuer, mit großer, bins u 
iR Ceriophorun augustifolium. Flaͤnme brennenbes. Feuer, im. L 
u, tft Linaria vulgaris. eo aD 4 
9 Ionen, zeug im: Landgericht ckfiſch, i. Btatfig 
Ansbach bes bnterifchen. Kreifes Mittelfraulenz Zlaͤck nn, de t Bücting, f 
025 Ew. Reſte einer Romerſchan acon (fr., ‚mr Flackong), Fuſch 
Flachsbraufe ————— F n. biten Glas ob. un n. jierſi⸗ 
Blade 1. A) u. 2)... zur Aufbewahrung wohlriechen 
eide, iſt rein enropaes, ‚Hae ourt (Ipr. Flakuhr), Etienne 
1. Blade. 1607 in Orleans, Generaldirector ber 
5 — tr röger Sueibe.. 


— Ambo 
* 


; auf weichem bie 


et 1 — 








ascar; er fl. 1660 u. ſchr. u. a.: Hi 
—— 1658 u. 1601 L 
—RX angueıde Madagasnez, Ab, 


Flacourtia bi6 Flagge 


1a (F. Commers.), Pflanzengattung 
tlie der Bixacene-Flacnurtianeae, 
merie L., benannt nad dem Vorigen. 
kamontchi, auf Matagascar;, F. 

F. sepiaria, Fruchtfitäucher in 


kandae, Tribus ber Familie ber 
ur mehrfache Griffel cd. Narben u. 
gig aufipringende Frucht ausgezeich⸗ 
: gehören die Gattungen Flacourtia 
vit. Xylosma u. Melıcytus Forst. 


alipp Wilbelm Ludwig, geb. 1712 in 
mbirte bie Hehtsmifienihe ten u. wurbe 
:Cberappellatione- u. Regierungeratb, 
yenrathetirector u. fl. 1756; er iſt bei. 
atiler bekannt u. ſchr.: Specimen iuris 
tutarıi de successione ab intestato, 
enitatesnovae J’alatinne historico- 
744; Probe u. Muſter pfätzifcher Alter» 
4; Berſuch einer verbeflerten pfätzifch- 
nMerie, 1746; Lebnherrliches Recht des 
ven ter Pfalz über Die Comeciam in 
w, Kr. 1747; Ben berühmten Die 
Bün;gravenrs, Seitelb. 1751; Hiſto⸗ 
whmg won ter pfälziihen Münzgeredh- 
1759, Anleitung zur Regiftraturmifien- 
1764, rn. Aufl. ebd. 1765, u. m. a. 

Infel ber Hebridengruppe (Weftfüfte 
me), nörblih von Stye; anf ihr Ort 
tens 


ic., ſ. Flader ır. Flatter. 

sine, eine Mine (]. d.), deren Trichter⸗ 
er kürzeſien Widerſtandslinie gleich iſt 
10 Fuß beträgt. 

dũnnes, flaches, rundes Gebäck, mit 
ig von Eiern od. Honig. Da die un⸗ 
rede ter Juden biefer Art waren, fo 
och bie Kuchen, welche zu ben Ofter- 
den werten, Ofterflaben, im Ge- 
eden (Stellen). 

im, mabrideinlich das Dorf Flarch⸗ 
bihaufen, n. And. eine Wüſtung Blet- 
ingen (f. u. Geergenzell). Hier den 27. 
Niererlage Des Kaiſers Heinrich IV. 
äringer u. Sachen unter Otto von 


ieg, bie Rüftung bes Kurfürften Io- 
h von Sachſen u. des Herzogs Moritz 
42 gegen einander, weil Erjier Die vom 
te Türtenftener auch im Amte Wurzen, 
Biſchef ven Meißen unter dem Schut 
en u. Herzegs gehörte, einführen 
x u. ber Landgraf Ludwig von Heſſen 
daß ten 10. Aprii 1542 ein Vergleich 
m. Der &rieg beißt jo, weil Lie Sol⸗ 

ürften nichts gerban hatten, ale daß 
* Bauern bie Ofterſladen wegaßen; 
entlaſſenen Krieger ſchon zu Oflern 
nr waren u. die Oſterfladen miteſſen 


Habderbaum), ber gemöhnliche Ahorn. 
sine Aber im Scelje; daher Sladeriges 
eig), mit vielen Adern durchwachſen. 
h, das Flugloch bes Bienenſiecio; da⸗ 
ter, Gitter vor demſelben, weiches 
nen heraus, aber nichts Fremdartiges 


327 


Fladrig (Kergb.), mürke, loder; daher Nad- 
riges Geftein, leicht lobzuarbeitendes Geſtein 
ladſtrand, Stadi, ſe v. w. Frreberifehanı. 
ladungen, Stadt im Landgericht Melrichſtabt 
des baieriſchen Kreiſes Unterfranten; fertigt Leine⸗ 
wand, Holzwaaren u. bat Spital, Vanniſchulen, 
Viebzucht; 750 Ew. 
aga, Berg des Orävegebirges in Jeland. 
lage (Seew.), ein Windſteß mit Regen ed. 
Hagel u. Donner; daher Regen⸗F., Hagel⸗F., 
Donuer⸗F. 
Flagellanten (Alagellatoren), fo v. m. Geißel⸗ 


brüder. F 

lagellaria (F. L., Peitſchenſtrauch), 
Pflanzengattung der Familie Juncaceen verwandt 
u. bei Endlicher tie Anbhangsfamilie der Flapella- 
rieae bildend, perennirende Kräuter tes beißen 
Afien u. Neubollants, mit 3 gefonterten Griffeln 
in ben corollenartigen, fecherheiligen Nlürbenbiillen, 
Staubgefäßen am Blüthenboden, fteiniruchtartiger 


einſamiger Beere u. ranlentem ct. Mletterntem, 


mit ganz geichloffenen Blattſcheiden beredtem Stän⸗ 
el; 6.81. 3. Oren. /.; Art: F. indiea (Wilder 
ottang), in Oſtindien, mit feilartigem, fingers⸗ 
dickem, tnotenloſem, kriechendem u. hochkletterndem 
Stängel, der ſich fein ſpalten läßt u. zu allerband 
Flecht⸗ u. Bindwerk benugt wird. 

Flagellation iv. lat.), fo v. w. Geißelung, baber 

Dlagelliren, geißeln. 

ellum (Ilat.), 1) (röm. Ant., lederner Rie⸗ 
men, in deſſen Ende Blei⸗ od. Eiſenftücke einge⸗ 
bunden waren; damit wurden Verbrecher gezüch⸗ 
tigt; 2) (Bet., Ausläufer), ein langer fadenför⸗ 
miger Trieb, ter oben aus der Wurzel entipringt 
u. unter ter Erbe hinkriecht; 8) (Sarmentum, 
Wurzelrante), ein äbnlider Trieb, ter aber 
über ber Erde hinkriecht u. ſtellenweiſe nee Rflan⸗ 
zen treibt. Daher Flagellaceus (Flagellifermis), 
ausläuferartig, wenn ein Stängel ch. Zweig ſich 
niederlegt, wie ein Aueläufer, u. ſtellenweiſe Wur⸗ 
zel treibt. 

Flageðlet (fr., ſpr. Flaſcholäh), 1) Meine à bec 
Flöte von Elienbein; dient, die Canarienvẽgel ein 
Lied pfeiien zu lehren, auch wohl ftatt des Geſangs 
zur Begleitung ber Guitarre; 2) (MHafchenet), eine 
eigentbümlihe Hebantlungsart ter Bogeninſtru⸗ 
mente, wedurch Töne hervorgebracht werben, melde 
benjenigen Des F. ähnlich find. Es werben tabei 
fie Finger der linlen Band nur lofe auf Pie Gaite 
gelegt, 10 daß dieſe nicht bie auf das Griffbret ber- 
abgetrüdt wirt. Es gibt natürliche u. künſiliche 
Blageciettöne, erfiere erklingen an gewiſſen Punkten 
jeter lofen Saite, letztere werben dadurch berverie- 
bracht, Daß ber Zeigefinger einen Punkt ber Zaite 
niederdrüctt u. ein anderer Finger eine böber lie 


> Stelle pur letie berübrt. Die größte Kunſt 


ertigfeit im Spiel der Fetöne entwidelte Paganini. 
sy eine Orgelſtimme, welche ten Ton des 5. nach 
ahmt, jelten über 2 Fuß lang. 

Flagge (frag. Pavillion, engl. Colours ct. 
Flag). rechtedige Fahne von leichtem WeAfteit bis 
zu 18 Ellen lang u. 12 Ellen breit, cd. (mie man 
jeemänmifch fage) tief, an ter Beſahn-Gafiel ber 
Schiffe gebißt, um Lie Nationalität bes Schiffer zu 
bezeichnen. Wird Bielelbe wieredig, mit lleinen Ab- 
änderungen am Topp der Maſten gebißt, ſo beißt 
fie Commandeflagge u. bezeichnet ten Raui 
der Commandanten auf Kriegsichifien. If fie nicht 


v65 Franke Ste 
* 9 ree ei Ian t 5 


unge). Eine 

miral führen. * 
Des, Pelasumafles 

pb bes Rodmaftes, ber 8 


Hi Ki) 
525 —— m 





Beſahn · Gaffel | 
MB jur 2 ea; 
Anita * A u 


Kirmaitölke 







Gro Nationalſſaggen N m fo 
So ah ee —— 
Ein * be Sa fe A 
PR NCH era ger ee a  Aineran, 1) 
Ei Be 4, ga iM lie Bin Bars en ir ei be 


Bei hie a * 
as it 

im Hero, De 
e 





egeihifies gilt allen Schi 





Recht u. in der Carolina 
art des — Bahia", ar 
Strafe bebroht 


— 5*— Ram: en), — 









fehl, ihre Fen zit. zeigen, 

Wil alfapae, IneHänehiren —* 

— Keen | at re 

Hirfiag 5 | —— inß a ee 
fm icher Hape nähere, ——— — — — | 

oe ir reiten Kt heflagge, Wimpeh, jdn wi BER: 

eine gelbe A ‘em a als Signal a F — as 

‚aemmen, baß eg Blur. i (din ERBE 

‚Senieine * ar * = — 58 Pa N 

‚Abjutant I Kr ek Gar 





wenn es under na⸗ 


iſt das — —— kriege 
— =: vielmehr find Schiff n. La- 
N in ie t 

y are Ki ichen — fe aub⸗ 


febt.. 81 ‚ob, — die & * 
ve eines ‚ mit allen Fon u, Sau einer 
Fe — im Schau, wenn ihr 

55* in. einen ebumden iſt, mas 


süen ehren hun Ode od. — um Hulſe 


5— — Bu (8. 4 Be Bei), das hen 
von Lrauer bei 


mandofla J — nur dann auf halbem Maſt, 
flatt am wenn ber Commandant, 
— fie zu führen en, iſt —— wäre. 


are Mena hen Kerns e,werben allt 
— gehißt. Blaggenihuß; die, — J— tie 
mit Trommeln. * peten begleitet, be 
Nationen bee Di Finbolen der J. bezeichnen. 
Flaggenfall, bie Yeine, Pi welcher tie F. auf» · u nie⸗ 
we wird. Flaggenihiff, vasjeni 
ie F. bes Slotten- ob. Escadre- 
webt. Slaggentapitän, 
Schiff commanbixt, auf welchem cine Commando⸗ 
flagge A Biaggenjunfer, fo viel = — 
{her 
ne enger a hen. on 


sinuanbanıen 


N | 4805 in 


Een: 
6 | 1812, J bei Mobile, Br 
Allan Are — 


Tobesſallen am Bord. Com⸗ 
viplomatiſchen 
allen 


‚auf welchem 


er —— welcher dae 





; 1806. u. 1807 
1809 
—— 


felb von RR al, 3 


t — 

ee Te EN ah er a 
mit Depef en fie arie Louiſe gejen 
Stuttgart aufgehalten u, zuridae) chi 
tete herauf Napoleon nach Materle 
Bourbons verbannt, begab er Ach ü 






| I Na) England, mo er Mik Merck 


Tochter des Lord Keith, heirathel 
Pairie erbte. 1836 murbe er ale 
wieder angeftellt u. —55 von Franftel 
—* eit Geſandter in Berlin, beglet 
(Ü Gerard zur — vo 


von Orleans beſſimmt, wel 

der niederlegte. 1841 * er 8 
Wien, jedoch im März 1848 von der 
Regierung zwrildgerufen. Nach dem 


u, een 1837 um DO 


‚achte ihn Yonis leon 51 it 
achte ihn Yoni en 


ſultativen Commiſſton u. beauftr 


on in Fonbett. ' 


ri trat er in ben Senat. 
"Fan ae Diw.), jo v. m. * 
—— 
man, e [4 b 
Schottland). * u fi ei | 


„ug lamänder (a. fr. FRnaadı, fe 


lamanville laman — 
Er BEE des 
gemente Wlan; BuO Ei. an 


Flambean bio Flamininus 


a (fr., ſpr. Flangboh), 1) Fackel; 2) 

r mit vielen Lichtern. 

5, im Mittelalter Schwert mit wellen⸗ 

ener Klinge. 

t von Verona, fiftete 924 eine Ber- 

T Beronejer gegen Berengar I., König 
an, in welcher biefer getöbtet wurde; 
jeinen Gencflen wurde einige Tage 


gt. 
dugb (ipr Flämmborro), Fiſcherdorf 
ıbt) an ber Norbfee im Norch-Riding 
n Grafichaft Yorkſbire; Ruinen eines 
rts, Kirche mit einigen denkwürdigen 
1200 &m.; 1 Stunde öſtlich davon ®. 
j. Hedd), fleiles Felfencap, 450 Fuß 
ere auffteigend; Leuchtthurm. 
a8 &berlakeifen für Pierbe. 
(rẽm. Ant), Priefter eines einzelnen 
z auch eines apetheofirten Kaiſers. Sie 
a ber Zabl, wurden in ben Euriat- 
Abhlt u. von Dem Pontifex maximus 
: Amt war lebenslänglih,; auf dem 
u. fie eine in eine kegelfürmige Spitze 
Mitze or. einen Faden um ten Kopf. 
getheilt in: a) Flamines majeres, bie 
den vom König Numa eingefeßt, wa⸗ 
I em Patricierftante gewählt; fie wa⸗ 
alis, F. ınartialls u. F. quirinalis, Prie- 
iter, Led Mars u. des Duirinus (Ro- 
Lettere beiorgte auch bie Opfer ber 
er vornehmſte unter ihnen war 
s ertrug eine weiße Prätegtz, auf dem 
libopalerus (Galerus albus, eimen 
sem Felle eines, dem Jupiter geopferten 
tigten, obentarauf mit einem mit Wolle 
Elivenfläßgen [Apex] verjehenen 
Sand einen Stab (Commentaculum) 
n bes Volles beim Cpfern; er hatte 
rulis u. murbe von einem Tictor bes 
: Heiligleit wegen burfte er nicht ſchwö⸗ 
eb befleigen,, feinen Ring mit Crelftei- 
ı. bei feiner bemaffneten Macht fich be- 
it er bie täglichen Opfer des Jupiter 
te, durfte er früher feine Nacht, fpäter 
icht 2 Nächte außerhalb ber Stabt fein 
ch tem Tode ber Flaminica fein Amt 
b) Flamines mineres, waren 12 an ber 
B Plebejern gewählt; fie ftanten dem 
rer Götter vor u. waren 3. B. F. vul- 
Bulcan), F. pomenalis (ber Pomona), 
lis (ter Carmenta), F. feralis (ber 
Nie Gemahlin eines %. hieß Flaminica, 
falls prieſterliche Yunction, trug als 
j tie Rica, ein vietediges, mit Qua⸗ 
Stüd Purpur auf dem Kopfe u. beim 
Arculum (f. b.); Wittwe geworben, 
t mieber heirathen. 
eim (Btammersheim), Plarrdorf im 
bach bes preußiſchen Regierungsbezirks 
gtes Schioß, Papiermühle; 825 Em. 
au (m. Geogr.), Gau anf dem rechten 
e, ter einen Theil Anbalte u. Magde⸗ 
f, urſprünglich von Wenden bemobnt. 
Greße vertrieb dieſe u. verſette flan⸗ 
riſten dahin, die ein eigenes Recht (FId- 
> hatten; ihre @ilter zuweilen ned) jetzt 
ter, u. noch jeht heißt eine Laudhöhe 
tenberg u. Jüterbod Ftäming ; dieſelbe 


ee SEE; 


329 


wird eingetbeilt in ben nieberen n. in ten heben 
.; erfler erfiredt fih von Wittenberg bis an bie 
renze von Anhalt⸗Jerbſt; letzter hat eine Aus⸗ 
dehnung von N. nah S. von Interbogk his Schwei⸗ 
nitz u. von RW. nach SD. von den Städten Seyda 
u. Alam bis an die Grenze der Niererlaufig. 
lamings (Phoenicopterus), Gattung ber 
reiberartigerr Sumpfoßgel mit dickerem, höherem alg 
breitem Schnabel, in Der Mitte fniefärmig abwärts 
penogen, innen mit Querlamellen, Beine n. Hals 
ebr fang, Zeben kurz, mit ganzer Schwimmbaut; 
leben —* an Meeresküſten u. ſüßen Gewäſſern, 
nähren ſich von Schnecken, Inſecten, Fiſchlaich u. 
Fiſchen u. niſten an ver Erde auf kleinen Erdhü⸗ 
geln, oben mit einer Meinen Vertiefung. Arten: 
a) %. der neuen Welt (Phoen. ruber L. 
Ph. americanus Temm.). 3—4 Fuß body, im 1. 
Jabre afchgrau, kann fleiichfarben, enbtid ganz 
ſcharlachroth mit ſchwarzen Schwingen; nur in 
Südamerika. by F. ber alten Welt (Ph. anti- 
quorum Temm.), eben fo grofj, aber fpäter weiß, 
dann mit rofenrotbem Anfluge, u. mebr karmin⸗ 
rothen Flügeln mit ſchwarzen Schwungfedern; in 
ber ganzen alten Welt, in Europa bis gegen ben 
Rhein bmanf. e) Kleiner %. (Phoen. minor 
Temm.), Heiner, eben fo gefärbt, bie Flügel jedoch 
ſchwächer roth gefärbt, der Schnabel am ſehr gro» 
Ben Unterkiefer rotb ınit ſchwarzer Spike ; in Afcitı. 
Flaminia lex, Adergefet von C. Flaminiusd, 
f. u. Agrariae leges. F. porta, Thor in ter norb« 
eftlichen Ede der Aurelianifchen Mauer in Rom, 
[. d. (a. Geogr.). F. via, tie 220 v. Chr. vom Cen⸗ 
for C. Rlaminius angelegte Etraße, welche von 
Rem durch Etrurien nah Ariminum filhrte, mo’ 
fie von den beiten Aemiliae viae nach Aquileja 
11. Pigurien fortgejegt murbe. 
aminica (röm. Ant.), ſ. n. Flamen. 
Ylamininus, 1) Titus Duinctius %., geb. 
um 225 v. Chr., diente zuerfi 20% unter Darcele 
lus, wurde 198 Conful, befiegte Philippus ben 
Yüngeren von Macedonien in mehreren Schlachten 
in Theflalien u. entzog als Proconſul tem Könige 
die Spurtaner, unterwarf Böotien u. fchlug ben 
Philippe 147 bei Kynoslephalä. Er erflärte nun 
196 auf ben Iſthmiſchen Spielen tie Griechen für 
frei u. zwang ben Nabis, Tyrannen von Sparta, 
zu einem ruchtheifigen Frieden. Nachdem er in 
Griechenland Allee wohl georbnet hatte, Lehrte er 
194 nah Rom yuräd u. feierte einen treitägigen 
Triumph; 191 ging er wieder nach Griedhenlant, 
um bie noch ſchwebenden Berbanblungen mit dem 
König von Macebenien u. den Oriedden zu leiten 
u. bemie® fich dabei als großer Griechenfreunt ; 189 
war er mit M. Claud. Marcellus Cenſor; 183 
unternahm er eine Mifften an König Pruflas von 
Bithynien, um bdenfelben zur Auslielerung Hanni⸗ 
bals (f. d.) zu vermögen. Seine Lebensbeſchrei⸗ 
bung von Plutarchos, der ihn mit Philopẽmen zu⸗ 
fammenftelt. 8) Lucius Duinct. F., des Vo⸗ 
rigen Bruder, war 199 v. Chr. Präter u. befehligte 
199 nnter feinem Bruder als Legat vie flotte ge- 
gen Philippus von Macebonien, berebete die Achaͤer 
zu einem Bündniſſe mit den Römern gegen Philip- 
pus, wurde 192 Conſul, befümpfte 191 in Ober 
italien bie Lignrer glücklich u. wurde endlich, weil 
er einen edlen Bojer, der mit feiner Familie zu ihm 
geflitchtet war, hatte graufam ermorden laſſen, 184 
aus dem Seuate gefloßen. 


330 


Slaminius, 1) Cajus, fette fein Adergefeh, 
das er 232 v. Chr. beantragt hatte, ale Bollstribun 
troß dem Wiberftreben des Senat durch u. wurde 
227 Prätor in der Provinz Sicilien; 223 brachte er 
als Conſul ven Inſubriſchen Galliern an ber Addua 
eine Niederlage bei u. legte ale Kenfor 220 in Rom 
die Flaminiſche Strafe u. beu Circus Maximus 
on; als Senator unterftühte er allein das gegen ben 
Handel ber Senatoren gerichtete Geſetz bes Tribu⸗ 
nen Elandius u. flieg dadurch in der Gunft bes 
Volles bedeutend; 217 kämpfte er als Eonful, mit 
bem Oberbefehl über bas römiſche Heer betraut, ge» 
gen Hannibal, murbe aber von biefem am Traſime⸗ 
nifhen See geſchlagen u. fiel ſelbſt in der Schlacht. 
2) Cajus, Sohn des Vorigen, fampfte 210v. Chr. 
in Spanien unter Scipio, wurde Adil u. Prätor u. 
focht 193 mit Glück in Spanien; auch ug er als 
Conſul 187 die Ligurer u. gründete 181 die Co⸗ 
lonie Aquileja. 

Flamin Lewiſton, Schottin, begleitete Maria 
Stuart nach Frankreich; wurde dort Geliebte Hein⸗ 
richs II. u. Mutter Heinrichs von Angouleme 


duch ihn. 
laͤmiſch, |. Vlämiſch. 
lamländer GSlamander), 1) im Allgemeinen 
die Bewohner von Flandern u. Brabant; 2) beſ. 
ber belgiſche Volksſtamm deutſchen Geblüts, im Ge⸗ 
enſatz zu dem der Wallonen keltiſch⸗ romanifcher 
ertunft; 8) flandriſche Coloniſten, welche, 


durch Überſchwemmung vertrieben, vom Marlgra- 


fen Albrecht I. von Brandenburg in den Ylämingau 
(ſ. 2) gezogen wurben. 

Slamlandifge Malerſchule, fo v. w. Nieber- 
landiſche Schule. 

Flamländifche Ziegel, fo v. w. Doppelte Hohl⸗ 


ziegel. 

lamına, 1) M. Calpurnins %., 258 v. Chr. 
Legionstribun unter Atilius Calatinus in Sicilien, 
rettete mit 300 Tapferen die von ben Carthagern 
eingeichloffene Armee bes Eonfule. 2) Öualvaneo 
de la F., gebürtig aus Mailand, trat 1297 in ben 
Prebigerorben, lehrte feit 1315 Moralphiloſophie 
in Mailand u. fl. nach 1341; als Gefchichtsfchreiber 
bat er fi ausgezeichnet burch Chroniken über die 
Sefchichte Dailands: Chronicon majus bis 1216; 
Manipulus florum bis 1336, heraußgegeben von 
Muratori im 9. ®b. ber Rerum Italicarum 
acriptores etc. 

mma sylvarım, ift Ixora coccinea. 

Flamme, 1) bie erhittte Gasmaſſe, welche bei 
ver Verbrennung entftebt; fie enthält oft noch glü⸗ 
hende fefte Theilchen beigemengt, welche das Leuch⸗ 
ten ber %. verurlachen. Die am geröbntichtten an⸗ 
gemwenteten Fen find bie beider Berbrennung orga⸗ 
nifcher Körper, fie dienen zur Erzeugung von Licht 
u. Wärme, vgl. Verbrennung ;.2) die rothe Haut am 
Kopfe ber hühnerartigen Bögel; 3) (Bergb.), ſo v. w. 
Flämmchen; 4) figiirlich fo v. w. leidenfchaftliche 
Liebe, Geliebte; 5) (Thierargneif.), jo v. w. Flame. 

lamme, fo v. w. Bandfiſch. 
lammen, 1) in einem Slammenfeuer trodnen; 

2) fo v. im. Sengen; 8) Fiquren von Geftalt einer 
Flamme auf verfhiebene Gegenftände anbringen; 
vgl. Wäffern; 4) (Zifchler), den Rand einer Feifte 
(Slammenrutbe) mit Ausbogungen verzieren; man 
gebraucht Dazu ben Kebihobel ob. das Blammeifen, 
in deſſen Echneite Bogen gefeut find u. welches in 
den Flammſtock gefchraubt wirb.., „ 


Tlaminind bis Flamſteed 


lammenblume, f. Phlor. 
lammend ed find Sonnen u 
wenn alle Strahlen berjelben gebogen fü 
lammeneule, fo v. w. Schleierlau 
lammenloch (Hüttenw.), im Brobt 
das Loch zum Einbringen ber Kohlen. 
Slammenofen , Ofen, welcher fo co 
daß der zus erhitzende Körper nicht mit di 
material in unmittelbare Berührung ı 
bei den Schachtöfen, fonbern nur der Ylaı 
ben ausgejetst ifl. Der Feuerraum liegi 
ber ſchmalen Seiten bes Herbes, auf n 
n erhitzende Körper gebracht wird, u. i 
rbeitsraum durch eine verticale Mauer 
etrennt. Die %. finden nicht nur im Si 
Fondern auch außerdem, eine ſehr weite Ve 
I. Ofen. 
— fo d. w. edler. Opal. 


55 fo v. w. Ansbrennen 6). 


lammenzuß, ber Ruß von Ollam 
lammenfpige (Her.), f. u. Ehrenſti 
Flammen (Gothique flamboyı 
Styl der verborbenen Gothil, in Frauh 
nannt von dem flammenartigen verwort 
jeben bes Fenſterrippenwerks ber gebrüd 
gen. 


Flammersbach, Pleden, jo v. 

mersbach. 

lammette (fr.), Schröpfichnepper. 

ammöum (röm. UAnt), gelber ob. 
licher Schleier, womit fi am Hodj; 
Braut verbüllte. 

lammicht (@femmirt), fo v. w. Ge 

lammiren, fo v. w. Flammen 4). 

lammod, Thomas, war englifcher ' 
n. erregte 1496 den Aufrubr gegen K 
rich VII. megen einer Geldauflage, weld 
dem Namen nach für den ſchottiſchen Kr 
That aber fir Die Kafle res Königs entrid 
eine große Mafle Volle aus Cornwall | 
um %. u. bie Aufrührer zogen bis in bie 
dons, wo fie aber 22. Juni 1497 vom 
gegriffen u. gefchlagen wurben. F. wur 


u. hingerichtet. 
lammofen, fo v. w. nee 
ammüla (rdöm. Ant.), Sahne, f. | 
Flammüla, 1) Gattung ber Blätte 
(f. d.), u. zwar Untergattung ber Gattı 
cus L. 8. Derminus Fries.; 2) Unte 
Art von Clematis, au 3) von Ranu: 
Joris, ift Clematis erecta, 


Flamonta (a. Geogt.), Stadt im 
Carner in Oberitalien, am Tilaventus 
gogna. 

Flamſteed (ſpr. Flämmſtihd), John 
zu Derby in England; Aſtronom, ı 
vator fett 1668 erſt in Derby, dann | 
London, wurde 1676 königlicher Aſtron 
neu errichteten u. nad ihm Blamfle 
nannten Sternwarte in Greenwich u. T 
aſtronomiſchen Arbeiten; er ft. 1720; fei 
verzeichniß übertraf an Bollftänbiglei u 
feit alle vorherigen; es erſchien al®: His 
lestis, Pond. 1712, Fol.; nach feinem 
vellftäntiger als Hist, coelestis britanı 
1725, 3 Bde., Fol. (worin 2948 Fi 
zeichnet waren). Auf dieſe Grunblage 


Flancounade bis Ylanbern (Geſch.) 


eoelestis, Lond. 1729, gr. Kol., mit 
t. 1753 mit 28 Sarten; eine Heinere 
t von Fortia, Bad. 1776. 
abe (fr.), Geitenhieb, Seitenſtoß. 
‚‚ ehemalige Grafſchaft in ven Rieber- 
hen Zeeland, Brabant, Hennegau u. 
1, fpater zn Franlreich, jetst zu Belgien 
ber Bereinigung mit Frankreich war F. 
Beftflanudern (Hauptftadt Brügge), 
n (Dauptfabt Gent) u. faiferlihes 
aus der Grafſchaft Aloft u. dem foge- 
ıb ber Quatre mitiers: Axel, 
18 zu Holland gehörig, Holläudiſch 
‚nten.Afjenede; Franzöſiſchß. 
e von Yubwig XIV. tem alten flan- 
ercompler abgeriffenen u. zu Frank⸗ 
nen Stüde (Gegend um ville, flämifch 
ter Der franzöſiſchen Herrichaft bildete 
F. Die beiden Departements ter Lys 
es aus erficerem wurde 1514 tie jetzige 
Hlandern (58 EM. mit 524,912 Ew., 
Brügge), aus letzterem Die Provinz 
54! DOM. mit 776,960 Gw., Haupt: 
kmacht. 
Geſch.). In ber alten Zeit wohnten 
Nervier, Abuaticer u. Menapier in 
gen 5 u. es gehörte zum Belgiſchen 
. &äalar Belgien ercberte, kam biefer 
bie Herrfchaft ber Römer, dann unter 
ten. Der Name %. kommt feit bem 
eu. befaßte Damals nur Das Gebiet 
(Municipium Flandrense). Tie 
Geſchichtoſchreiber erzählen, daß unter 
coßen u. ſchon lange vorher F. ven 
n unter tem Zitel Forentarii ber» 
ı fei, u. fie nennen als folche Liderich, 
Dbacer. Der erfie Graf von F. war 
ber Eiſerne. Dieſer, ein franzöfiicher 
brte Judiih, tie Tochter Karls bes 
König verzieh ihm u. belehnte ihn 863 
Gebiet von Brügge), zu dem er noch 
n Gent, Courtrat, Tournai, Arras x. 
haft Artois ſchlug. Balduin I. ftarb 
Sohn Balduın II. der Kable be⸗ 
e gegen bie Einfälle der Normannen 
15; befien Sohn Arnulf I. nahm ſei⸗ 
slduin 11. ale Mitregenten an, der 
ften Webereien in F. einführte, durch 
48 3. o berühmt wurde. Balduin III. 
ıch vor jeinem Vater, ter nun feinen 
FI. ale Mitregenten annahm ıı. 966 
(rnuifs II. Zote 9859, folgte ihm jein 
sin IV. ber Bärtige, weicher ſich 1066 
Deinrich II. empörte u. Valencieunes 
; er wurbe aber befiegt u. mußte Va⸗ 
Lehn annehmen; er ft. 1046; Bal⸗ 
Aromme, fein Sohn, bemächtigte fich 
zeiten des Vaters eines Theile der 
ſwang bie Frieſen u. führte mit Herzog 
‚ von Lothringen Krieg gegen Kaiſer 
; bennoch belehnte ihn Kaiſer Hein⸗ 
Lalenciennes, Gent x. Nach dem Tode 
deinrich I. von Frankreich wurde er 
ꝛx Pbilipp T. u. fi. 1007. Bon ſeinen 
gte Bald uin VI. ter Gute in F., 


dobert ber Frieſe, beſaß eine Zeitlang 


friesland. Balduin erheiralbete unt 


31 


Bruder Robert. Bon feinen Söhnen regierte Ar⸗ 
nulf IIE ver Unglüdlihe unter Vormundſchaft 
feiner Mutter Richilde, aber ſchon 1071 raubte ihm 
fein Obetm, Robert ber Frieſe, Graſſchaft u. Leben 
in der Schlacht bei St. Omer (Mont Caſſel) u. be- 
banptete F gegen die Anſprüche von deſſen Bruder 
Balduin II. von Hennegau. Dieſem Robert folgte 
nun 1093 deſſen Sohn, Robert II. Hieroſoiy⸗ 
mitanus, welcher ben erften Kreuzzug mitmachte, 
Douai von Hennegan erwarb m. 1111 fiarb Sein 
Sohn, Balduin VII. der Strenge, ftarb 1119 
finderlos u. ſetzte ven Prinzen Kari I. den Guten 
von Dänemark, feinen Better, zum Erben ein. 
Diefer wurde 1127 in Brügge meuclinge er» 
mordet, u. nun beriefen die Stände Wilhelm 
von Eliten, Sohn Roberts von ber Normandie, als 
Grafen, verjagten ihn aber, ba er fi ibnen verhaßt 
machte, bald wieter u. wählten 1129 Dietrich vom 
Elſaß, Enkel Roberts bes Frieſen, zum Grafen; 
bieier fübrte Krieg mit Hennegau u. fl. 1169. Sein 
Sohn Philipp folgte ihm u. ermarb zwar Aelſt 
als Reichelehn wieder, überließ aber 1150 Artois 
dem Könige Pbilipp Auguft von Frankreich ale 
Mitgift für vefien Gemahlin Iſabelle von Hennegau. 
Philipp farb linderlos 1191 (1192), u. ihm folgte 
feine Schweiter Margarethe, die Gemablin bes 
Grafen Balduin von Hennegau; dieſer nahm den 
Namen Balbuin VIII. an, farb aber ſchon 1194; 
fein Sohn war Balduin LX., berieibe, ber fi 
als lateinischer Kaifer 1204 Conſtantinopels bemäch⸗ 
tigte u. 1205 in Griechenland ftarb. Bon feinen 
2 Töchtern erbte die ältere, Johanna, %. u. hei⸗ 
ratbete Yerdinand von Portugal. Sie bejtand, mit 
England verbindet, harte Kriege wegen ibres väter⸗ 
lichen Erbes, verband fi 1214 mit Kailer Otto IV. 
egen Frankreich, jedoch wurde ibr Gemabl in ber 
chlacht bei Bovines 1214 gefangen m. erſt 1226 
wieber freigegeben. Währenddem batte fie gegen 
einen gewiſſen Bertrand, ber lange ale Gremit in 
ten Niederlanden lebte u. fich fr ihren Bater Bal⸗ 
buin ausgab, zu fämpfen u. mußte vor demſelben 
nach ſyrankreich flieben. Da diefer aber, vom König 
von Frankreich nach Balenciennes berufen, fich 
nicht legitimiren konnte, wurde er an Jobanna aus⸗ 
eliefert, die ihn im Lille hängen lie. 1233 ftarb 
Jobanuas Gemapl, u. fie vermählte ſich 1237 zum 
2. Mai mit dem Grafen Thomas ven Saveyen. 
Nach ihrem Tode feigte ihre Schwefter, Marga⸗ 
retbe II., in F. u. Hennegau. Dieje hatte Burkard 
von Avesnes, ihren Vormund, 1215 mit Bewilli⸗ 
gung ber Stände geheirathet u. ven ibın 2 Söhne, 
Johann u. Balduin, geboren; fpäter aber, ala fich 
zeigte, daß Burlard die geiftlichen Weiben gebabt 
batte, ale er bie Ehe mit ihr ſchloß, u. ihre Ehe daher 
ungültig war, heirathete fie Wilbeln von Bourbon⸗ 
Dumpierre u. erhielt 3 Söhne von ibm, Wilheim, 
Quito u. Johann, weiche fie mehr tiebte ala Die aus 
erjter Ehe u. denen fie daher bie Erbichaft zuzuwenden 
firebte. Dierliber entftanten, nachtem Wübelm bon 
Dampierre, ter Vater, 1243 geftorben mar, Un⸗ 
ruhen u. Krieg, bis enblich König Ludwig IN. von 
Frankreich u. der Papft entſchieden, daß Hennegau 
ten Söhnen erſter ehe u. F. denen zweiter bleiben 
jelle. Aber Wilhelm, Der Schn, wurde 1251, auf 
Anſtiiten jeiner Stiefbrüder, im Turnier zu Aucd- 
nes getöttet, u. nun brach der Krieg von Neuen 
aus. Mardaretbe rıeh bie Franzoſen zu Hüife, Die 


Heunezau m fiel 1070 gegen jenen ı älter Vrüder aber deu Kaiſer Wilhelm von Holland, 


nahm. Erſt nach des Kaiſere Tode (1256) wurden 
dieſe wieber fragegeten u. bie Unruhen u. Fehden 
Deuerten bie zu —— Tode 1279 fort, 
wo ihr Sohn Johann in Hennegatı u. Guido in 
g folgte. Diejer verband ſich 1291 mit dem Kailer 

bolf von Naffau u. mit England gegen Philipp 
den Schönen von Frankreich, bie ber Krieg 1295 
durch Bermittelung tes Papſtes Bonifacius VIII. 

eendigt wurbe. Bhilipp IV. von Frankreich fiel 
indeß 1297 wieder ın . ein, eroberte den größten 
Theil des Landes u. nahm Guibo a. deſſen Sohn 
Robert gefangen. Erſter ſtarb 1305 als Gefangener 
in Compiegne. Robert, gegen Abtretung von 
Lille, Orchier n. Douay freigelaſſen, beſtrafte num 


einzelne Stänbe, die fich gegen ihn empört hatten, 


befriegte den Grafen Wilhelm von Holland, weil 
er bie Lehnopflicht wegen Seeland verweigert hatte, 


n. entzweite ſich mit feinem Sobne, dem ®rafen Lud⸗ 


elbft 1322 ftarb. Bald darauf ftarb auch Robert, 
n. fein Enkel Ludwig I. folgte ihm. Gegen biefen 


wig von Nevers, welcher nach Frankreich floh u. 
bat 
aber empörten ſich die Flandrer u. vertrieben ihn; 


Doc gelang es ihm mit Hülfe des Königs Philipps VI. 


von Frankreich, welcher die Flandrer 1328 bei Caſſel 
Klug, fi) wieber in Beſitz des Landes zu feken. 
ach Ludwigs Tode 1346 folgte fein Sohn Lud⸗ 
wig Il. 1377 empörte fid Gent; Ludwig II. Befa- 
erte e8 vergebens, dann ſchlug er die Genter mit 
unöftfcher Hilfe 1382 bei Rojebele, two Bhilipp von 
tevelbe, ber genter Führer, fiel; bie Genter nah⸗ 
men darauf bie ihren Dargebotene engliiche Hülfe in 
Anſpruch, ſchlugen Ludwig bei Dünkirchen, u. erſt 
1384 kam durch — Frankreichs ein Friede 
zu Stande. 1384 ſtarb der Graf an den Folgen einer 
Dolchwunde, bie er vom Herzog von Berry bei Ge⸗ 
legenheit eines Streites erhalten hatte. Ihn beerbte 
feine Tochter Margaretha, bie fih an Philipp 
von Burgumb vermählte, wodurch %. an Burgund 
fiel u. mit dieſem Reich vereinigt blieb, bis es nad) 
dem Tode Marias von Burgund 1482 an Ofter- 
reich fam u. bie 1648 den Niederlanden (f.d.) 
einverleibt wurbe. Nachtem Frankreich jeit 1668 
5 vorübergehend erſt ga, dann zum Theil beſeſſen 
atte, wurde e8 ihm durch bie Frieden von Campo 
Formio 1797 u. Luneville 1802 förmlich zugefprochen 
u. machte (das alte) einen Theil des Departements 
Nord, (das neue) das Departement Lys (Hauptftabt 
Brügge) u. das Departement Schelte (Hauptftabt 
Gent) aus. 1814 wurde F., mit Ausnahme der fril- 
heren Befigungen Frankreichs, an die Niederlande 
übergeben u. es bildete bie nieberlänbifchen Brovin- 
zen Oſt⸗ u. Weftflandern, welche beibe durch 
die Belgiſche Revolution dem neugebilbeten Staate 
Belgien zugeſprochen wurden. Seeflandern 
blieb indeß mit ben Nieberlanden vereinigt. Eine 
Sammlung flandriſcher Chroniken gibt Die hiftorifche 
Geſellſchaft in Brüffel heraus, 1837 ff. 
landern, Graf von %., nah Berorbnung 
bes Königs Leopold von Belgien vom 16. Dec. 1810 
erhält der zweitgeborne Sohn des Königs ob. ber 
nächſte Succeffor nad dem Kronpringen den Titel 
Graf von F. Derfelbe ift gegenwärtig Philipp, 
geb. 24. März 1837, Generalmajor u. Ehren» 
commandant des Ouitenregiments. 
einige Inſeln, ſenſt fo v. w. Azoren. 
landrin (jpr. Flangdräng), 1) Jean Hip⸗ 
polyte, geb. 1815 in Lyon, widmete ſich der Maler⸗ 


Flandern bie: Ftimke7 
welcher die Grafen Guldo u. Johann gefangen | 


kunft unter Ingres in Baris, erhielt far 

alt den großen “Preis ber Mabenrie u 

ne au die — Le h 
rt de er ſich voran 

iR je —— hear ſein 


filr 
gebildet, wählte als fpecielle® Fach bie ! 
malerei. Seine Bilder find ſehr geld 
ideale Eompofitionen, benen baber a 
natürliche Friſche der wirflichen Natur | 
sa es Blau, eine aus bem 
des armenifchen Steins bereitete blane 

nur zur Landſchaftsmalerei bienlich if, 

| — — Huhn (Brabante 
von Mittelgröße, hat röthliches Gefiede 
Körper, legt ziemlich viel u. große Eier, 
ern, füttert ſich jehr gut u. liefert za 
Sei Das F. H. wird in Selen nö 

g zu den Hahnenlämpfen gemäplt. 
Tlandrifhe Keinen, nah ben 9 

en 7 — — 
an er Pflug, ſ. u. Pflug 4 

—Ak — ** umrichtige 

für Vlämiſche Sprache. 

Flanell, ein leinwandartig gewebte! 
ar nicht gewalltes Zeug aus Strei 
empelter Schafwolle); wirb zu Zac 

reden, Futter u. dgl. gebraudt. H 
gen: Geköperter (Geſundheits 
einem Köper wie Kerſey, wird zur { 
ber Auspänftung auf dem bleßen Leit 
Glatter F. von 2,%, 7 u. $ Breite; f 
nell, etwas geringer, 2 Ellen breit, Di 
futter; Srifirter F. der ſchlechteſte; 
Türkiſcher, Engliſcher od. Golge 
mit niancherlei eingedruckten Blumen 
bef. zu Frauenkleidern uw. Röcken. Bei 
Sorten wird zur Kette drall geſpom 
aus zweiſchüriger Waſchwolle, zum Gi 
kurze Sommerwolle, Streichwolle, of 
Sorten zugleich, bei groben F. auch 
genommen. Man fertigt auch geringere; 
ans Baum⸗ u. bald aus fmolle; 
geftreiftert befommen eine Kette von %ı 
einen Einſchlag von Schafmolle. Der 
Frankreich, England, den Nieberfanten 
land (der befte in Berlin) gewebt. 2 
bruder heißen auch Golgasbruder. 
Flaniren (v. fr.), geh häftlos gafler 
berumfchlendern u. die Straßen durch 
Blaneur, Müffiggänger, Yungerer. 
Flanke, 1) die Seite eines Ding 
Linie eines Feſtungswerkes, beren ner 
Das unmittelbare Terrain einer ande 
ftreicht ; bei. 3) bei Baftionirten Keftung 
ber Batrion, ber zwiſchen ber Face m. Cı 


Blantenangriffe bie Plafche 


k, dort au die Zuſammenſetzungen | 


aft.), bei Zruppen die Endpunkte ber 
nienanfftelung if bie F. fehr ſchwach, 
m bier nur 3 Mann boch fieben; bei 
M fie ichon flärker. Immer ift aber 
r Aniftellung der fchmächfie Theil, da 
fich Zruppen rechtwinkelig von ber 
ufflelungstinie aufftelen (eine F. 
ber Feind den Vortheil bes concentri- 
wegen bie Ede hat u. alfo jede der Li- 
Hantenfeuer gibt), wodurd er, went 
icht über 1000 Schritt entfernt flebt, 
einen Schuß trefien, fie Daher leicht 
ollen kann. Hantenmensvres, d. b. 
Feinde in die F. zu fommen, find 
ewẽhnlichſten Manövres, um Schlache 
g, u. enticheiten, wenn bies einem 
‚ meift zu deſſen Guuſten. 5) Bei 
Bei Wild u. Pierben, bie nicht von 
tte Gegend bes Unterleibes; Daber 
ng, widernatirlihe Auftreibung der 
‚bei Thieren, gewöhnlich bei Pierden 
men Fen ( Zlantenengen Ylerden); 
de Seiten tes Antreaslreuzes. 

iffe, find Angriffe auf die Flanke 
Truppen; in Verbindung mit einem 
felgenten zyrontalangrifie u. über» 
führt, find fie meiſt ven großer Wir- 


tterien, Batterien, die fo angelegt 
jener ten Feind, welcher die zu ver⸗ 
nie angreift, in der Flanle trifit. 
wegung, 1) for. w. Flankenmarſch; 
antenmancore, f. u. Flanke. 

uch, beſteht in einer Austretung bes 
&erärme durch eine in ten Flanken 
er Gewaltthätigkeit entſtandene Tren- 
ruchwandung unter ber Haut bes 
ch au einen Bruchjad erweitert. 
Kung, die zur Verhütung eines Ans 
ıdes auf tie Flanke getroffenen Maß⸗ 
pird erreicht, wenn bie Flanken ente 
e Terraingegenſtände angelebnt wer⸗ 
feindliches Feuer od. gegen feindliche 
ſchützen: cd. auch wenn veionbere 
tungen eine ſolche Stellung erhalten, 
ind verbintern fünnen, tie Flaulen 


ner, 1) das gegen bie Flanlen der 
ıppei gerichtete Feuer; 8) das euer 
welche auf ben Flanken einer Befeſti⸗ 
t find. 

Derien ı. Flankenkaſematten, Ka- 
en Flanken ber Beieltigungelimien. 
men u. Ylantenfchneden, j. u. 


1. 
arſch, Mari mit Rechts od. Linke 
Richtung einer Kante hin. 
ngebung, eine Bewigung ter Trup⸗ 
* man dem Feinde in bie Flaule od. 
täden zu kommen ſucht. 
wtheidigung, bie Vertbeitdigung, 
ser einer Flanke ber beſtrichenen Linie 
ing rt. 

intel (Sourtinenwintel), ift ber 
intel, welchen bei baftionirten Feſtun⸗ 
mmenſtoß von einer Flanle u. der 
t. 


335 


lankeurs (Kriegsw.), fo v. w. Blänker. 
lankiren, 1) von Truppen, dem Feind in die 
Flanke fommen; 2) blänkern. 

Flannan, Gruppe von 7 Heinen Inſeln, zu ken 
Hebriden (Weſtküſte von Schottland) gehörig, weſt⸗ 
lich von der Hauptinſel Lewis gelegen. 

Flandna (a. Geogr.), Stadt in Liburnien; jetzt 
Fianona. Davon Flanatleua (Flanonicus) sinus, 
Meerbuſen an der nordweſtlichen Küſte Liburniens, 
jetzt Golfo di Quarnero. 

Flappen (q̃ des Rappertes, Seew.), bie 
platten Gifenbügel, welche halbmondförmig auf⸗ 
gebogen Über tie Schildzapfen (f. d.) ter Kanone 
gelegt werden, wenn biefe in ben runden Aus- 
i&nitteu des Rappertes rubt. 

Flarchheim, Dorf im Kreife Pangenfalza tes 
preußischen Regierungsbeziris Grfurt; 650 Ew. 
Vgl. Fladenheim. 

Flarde, Eisiholle vonbeiläufig 1 Dieile Umfang. 

Fläſch, 1) Nageliluegebirge im Schtweizercanton 
Appenzell; an ter ſüdlichen Seite deſſelben befindet 
fi) bie Fläfcherböbte, cine Grotte von 144 Fuß Tiefe, 
100 Fuß Breite u. an 9 Fuß Höhe; 2) Dorf im 
Schweizercanton Graubündten, Bezirk Unterland- 
quart, am Rhein u. am Fuße Der Fläfcherfluß 
3512 Fuß hoch); dabei eine Tropfiteinhöhle, Plä- 
ſcherloch, 108 Ku lang u. an einigen Stellen 50 Buß 
body; 450 Ew.; feit 1922, mo es abbrannte, iſt das 
Dort ganz neu gebaut. 

Flaſche, 1) Gefäß von länglicher Form zur Auf- 
bewahrung von Flüſſigkeiten, namentlich Bier, Wein, 
Waſſer, O1. Die $-n ſind ven Glas, Thon, Ba— 
jalt, Yava, Zum, Vieh, Blei, Kupfer ıc. verfertigt 
u.mit Stäpfeluverfehen. Die ‚Blälernen ⸗ (Glasð⸗ 
flaſchen) werten faſt in allen Glaspiltten verfer⸗ 
tigt; Die befferen find gefchliffen ed. gewalzt ( Kry⸗ 
ftaliflafhen); irdene Fen (Kruken, Krüge) 
werden am beſten in Böhmen, namentlich für den 
Bedarf der Brunnenorte zum Verſenden des Mine⸗ 
ralwaſſers gefertigt. Man unterſcheidet an der F. den 
Hals, den Bauch u. den Voten, welcher letztere in 
Glasflaſchen gemähnlich einen Hohllegel bildet. Meift 
wird grünes Glas zu Weinflafchen verwentet; zu 
weißen Wein pflegt mar Fen zu nebmen, bei Denen 
der Bauch ſich ohne Abſatz zum Hals verdünnt, zu 
rotbem folche, bei Denen ter Hals fich in einem Winkel 
abfeyt. eine ausläntifhe Weine, Piqueure u. Biere 
werten oft in Originalflafchen von eigenthümlicher 
ſehr verfchiedener Geftalt eingefübrt n. find bei vor» 
zũglich feinern Zorten mit Baſt od. Strob befponnen. 
Zum Zlefhenfpüten bedient man fich außer reinem 
Duellwafler Der Flaſchenbürſte u. einer Quantität 
Kieſelſteinchen, weiche in ber $umaeätten merken. 
Um eine vllige u. ſchnelle Reinigung Der Ken zu 
erzielen, wie fie namentlid in Shampagneriabrifen 
erferbertich ift, betient man ſich auch neuerdings 
einer Flaſchenreinigungsmaſchine, wie fle zuerft von 
Jacqueſen u. Fils in Chalons angewandt wurde, 
Die Bürſten werden dabei von ter Miaſchine be» 
mwegt u. das Spülen durch kieine Springbrunnen 
bewirkt, deren Strabi in das Innere der Fen dringt. 
2) Als Geträntinaß kommt die F. bein Dein vor, 
baltin Deutſchland Durchichnitttich ? preußtich Quart 
u. wird in 2 halbe Feu (Schoppen) od. in 4 Viertel 
(Römer) gerbeilt. Bon gewöhnlichen Weingläjern 
sechner mau 8 auf die %. In Fraukreich u ter 
Schweiz hat man Fen zu 1 u. zu 1} Vie, 
3) fo v. w. Flaſchenzug; 4) jo v. w. Gießflaſche; 


334 


5) PD) 1. Bolognefer Flache u. Leydner Flaſche; 
6) jo 9. w. Daumen 4); 7) (Thierarzneit.), jo v. w. 
äfchel. 

Flaͤſchel (Slaͤſchchen), Krankheit der Schafe, in 
Folge ungeſunden Fütters, nach welchem die Driifen 
anihmwellen. a: 

laſchenapparat (Phyſ.), f. u. Galvanismus. 
laſchenbaum, fo v. w. Anona- 

Flaſchenbüchſe, eine —— bei welcher 
die als treibende Kraft concentrirte Luft in ein fla⸗ 
ſchenförmiges Gefäß von Metall, welches in ben 
Gewehrkolben eingelaffen if, eingeichloffen wird. 

la — ſ. u. Bürfte 1). 

laſcheneiſen (Steinſchn.), ein eiſerner Bolzen, 
anf weichem der Quadrant mit dem Edelſteine be⸗ 
feſtigt wird. 

laſchenelektrometer, ſ. u. Eleltrometer. 

laſchenett, jo v. w. Flageolet. 

la ——— (Med.), ſ. Aufcultation A) d). 

lafchenteller, 1) (Biefchenfutter), Kaften mit 
mehreren Fächern, um Weinflaſchen hineinfegen u. 
dieſelben auf Reifen bequem bei fich führen zu fönnen; 
die Fächer find mit Tuch od. Leber gefüttert. Da- 
gegen Slaſchenkorb, ein Korb ans Baft ob. Binien, 
mit mehrern Abtheilungen für Flaſchen u. Gläſer, 
um fie an nahe Orte zu tragen; 2) GSiaſchenkübler, 
Slaſchenſack), blechernes Gefäß mit laltem, auch 
wohl mit Eis gefühltem Waffer, in welchem Wein- 
flaſchen im Sommer in das Epeifegimmer gebracht 
u. dort kühl gehalten werben. 

Flaſchenkürbis (Hertulesteufe, Eale- 
baffe, Lagenaria vulgaris), ift eine eigenthüm⸗ 
liche Kürbisart (f. u. Cucurbita u. Lagenaria), 
Die fih tur Die gemöhnlich flafehen- od. Teulen- 
fürmigen Früchte mit länglich vierfeitigen Samen 
auszeichnet. Diefe Früchte haben eine helzartige, 
ſchmutzig rothgelbe Schale, ein gelbes wäſſeriges 
Fleifh u. kommen vorzüglih in 3 Formen vor, 
nämlich fehr lang u. cylindrifh, mit eßbarem 

leiſche, od. fehr groß, runblich od. oval u. flajchen- 
ermig, beite leßtere mit nicht eßbarem Fleiſche. 
Die ausgehbblten Früchte hängt man in die Eſſe, 
Damit ibre Rinde geihmeib:g wird, u. dann ge- 
braudt man fie als Reiſeflaſchen (Talebafien), über- 
Haupt zur Aufbewahrung von Flüffigleiten. Sie 
zeichnen ſich Durch Leichtigkeit u. Teftigfeit aus. 
Um Berengungen, namentlich einen Hals, an ber 
Frucht bervorzubringen, ummwidelt man fie an den 
betreffenten Stellen mit einem Bande, Damit das 
Wahsıhun daſelbſt gehemmt werde. Die Pflanze ift 
übrigens kletternd, weichhaarig, etwas Tlebrig u. 
riecht wie Moſchus, ihre fpannengroßen Blätter find 
herzförmig u. an ter Spite ſiumpf u. die Blüthen 
groß u. weiß. Ihr Vaterland ift Südaſien; fie wird 
aber in allen wärmeren Gegenten cultivirt. 


Flaſchenlampen, Lampen, bei tenen das &1 
in eine, neben ber Lampe angebrachte blecherne 
Flaſche gegoffen, biefe bann umgelehrt u. fo in 
den Olbehälter geftellt wird, baß in denſelben 
Das DI aus der $. fließt, f. u. Lampe. 

Flaſchentragen, eine darin beftehente Strafe, 
Daß der Verbrecher 2 große Steine, in Korm von 
Flaſchen, am Halfe tragen muß u. damit zur Schau 
Öffentlich auageftellt wird. 

Flaſchenzug, 1) (Polvſpaſt), eine Verbin⸗ 
dung ven jeſten n. beweglichen Rollen u. Seilen, 
mittelſt deren mau mit verhältnißmäßig geringer 


Flaͤſchel bis Flat 


Kraft große Laſten heben kann. Die 
Flaſchenzüge beſtehen aus mehreren Rı 
weder neben- ob. übereinander zu 2— 
nen od. hölzernen Kloben (Flaſchen) dri 
find. Zwei ſolcher Ktoben bilden einen 
tau wird an einem Halen bes obern 
od. untern Klobens befeftigt u. dann j 
über eine Rolle bes unteren u. oberer 
zogen, bis es von ber leiten zur 2 
wird. Die Laft wird an dem untere 
feftigt, der fich mit ihr hebt, wenn dx 
zogen wirb, bis er zu dem oberen feſtl 
ben fommt. Das anſtrebende Seil ma 
einen meiteren Weg, als bie beiden f 
Rollen, bei einem Baar Rollen nod ei 
bei zwei Paar Rollen wie 1:3 ac. 
Weg od. die Geichwindigfeit wird aber 
gelebt, mithin zieht man mit dem get 
eile Doppelt, dreimal sc. mehr, ale. mı 
obne b Bei vem Potenz⸗F. if: 
Rolle jet; jete bewegliche Rolle bat ihr 
das mit einem Ende an einen feften Ha 
ift, während das andere an ber nächſte 
Nolle befeftigt wird. Das Zugfeil if 
legten beweglichen Rolle, melches üb 
gende geht. Richt felten find alle & 
Genteinihafttichen Puntte befeftigt. : 
liche Kraft findet man bier, wenn m 
oft durch 2 dividirt, ale — R 
ben find; 2) jo v. w. Rollenzůge; 8) 
Gewichtuhren eine dem %. ähnliche 
wodurch das Gewicht Über mehrere 3 
wird, damit es nicht jo bald abläuft. 


Flaſchner, fo v. w. Klempner. 

Slafer, Aber im Holze od. Oi 
Flaſerig, 1) fo v. w. Fladerig; 2) x 
jo v. w. Feſtverwachſen. 


Flaffän (fpr. Flaſſang), Gaetan 
geb. 1770 in der Grafſchaft Benaiffi 
nad Rom, kehrte 1757 nach Paris zur 
vor der Schredendregierung 1791 aı 
Condeſchen Corps, kehrte nach Defien 9 
Frankreich zurüd u. wurde nach Dem 
Chef der 1. Abtbeilung im Minifterin 
wärtigen, dankte aber bald ab; er war 
Lehrer ter Geihichte an der Milisän 
Germain u. begleitete dann bie franzaf 
ſchaft als Hiftoriograph auf den Wie 
dafür, daß er von ber Herausgabe ei 
ber franzöſiſchen Diplomatik von 1791 
Pariſer Frieden Abftand nahm, erbielte 
von 12,000 Francs. Er ſchr.: Histoi 
la diplomatie frang., Par. 1808, 6: 
ebd. 1911, 7 Be. ; De la colonisatio 
mingue, Par. 1504; Des Bourbons 
ebd. 1511; Delarestauration politic 
rope et de la France, ebd. 1514 
Senttner, Mind. 1814); Histoire 
de Vienne, Bar. 1929, 3 Bde. (deu 
Hermann, Lpz. 1830, 2 Bbe.); Del 
de la Belgique, ebd. 1$31: Soh 
question d’Orient, Bar. 1340. 
Slat, 1) Cap ter Südküſie ber grı 
inſei Sumatra (Sütafien); 2) zwei 
norbweitlih von Sumatra; 3) Inſe 
Landenge Krah im Merguiarchipel 
Dieerbujen, Weſtküſte von Hinterinl 


Flata bis Platt 


im Briftoffanaf an der Südoffpise 
euchtthurm. 

it, ſo v. m. Fellata. 

(ſpr. Flättbau, Kootanie, Mac 
6 River), Buß in Nortamerifa, 
I den Rody- Mountains im Terii- 
idſonebai⸗Compagnie (Britiſch Nord⸗ 
Ut auf der Grenze zwiſchen dem Bri⸗ 
Bereinigten Staaten⸗Gebiete in den 


ver. 
pr. Flaubnſch), ſtaͤdtiſcher Bezirk mit 
t-town»hip) in ter Grafſchaft Kings 
tem Merk; 3200 Em. Bier 26. Aug. 
e Druten unter Home über Die Ame⸗ 
Eulliean. 
Pipe. Klätt Krief), mebrere Flüuſſe in 
die bedeutenpfien find: 1) in der 
elta des Staates Virginia, füllt in 
ex⸗River; 2) inder Grafſchaft Twiggs 
ſeorgia, füllt in den Ocmulgee-River; 
fichaft Menroe des Staates Alabama, 
abama:River. 
ger « Aletfäringer). in ber altnordiſchen 
erjenige, welcher fich mit feinem Beſitz 
tin bie Dienfte u. Die Gewalt eines 
1. tafür ven dieſem feinen Unterhalt 


bifipp Jalob, geb. 1735 in Annaberg, 
in Leipzig, wo er erft als Lehrer ter 
chen lebte, an der Univerfität Yecter 
en Sprache u. fi. 1810 bafelbfi; er 

Dizionario Italiano - Tederco e 
liano, £p3.17%2; Itafienifches Hand⸗ 
ed. 1755; Diciionnaire francais- 

allemand- francais, ebb. 1798, 
beriette u. a. aus tem Italienifchen 
re von Terbrechen u. Strafen, Berl. 


River (ſpr. Flättbetd - Riivwer, 
rt), Fluß im Weiten von Nert- 
'pringt anf den Rody- Mountains 
n. 47" nördl. Br., fällt Durch einen 
n Columbiafluß, 20 Meilen oberhalb 
ıng dehnt er je zu tem 8 Meilen 
eilen breiten Kullespelm-Zee aus; 
fruchtbar, tbeilweis mit Dichten Na⸗ 
gen bertedt. 

(pr. Flätthedes, d. i. Flachleöpfe, 
5 genannt), Indianerſtamm im WM. 
puntaind, an den llfern ter Quellen⸗ 
senfliifle tes Columbia» Rivers, na» 
ebiete Cregen (Nordamerika) ſchlank 
t, fupferfarbig, gutmütbig, offen, 
i, tapfer, mit ten Bladfeot- snbin- 
väbrender Feindſchaft lebent. Die 
nein leterneeSenib u. eine Art Vei- 
den Hüften zuſammengebunden; bie 
ie Rüde, mit Muſcheln u. Korallen 
sohnen in fegelförmigen, mit Fellen 
ten, bie fie ehr reiniich Falten, u. 
n Wurzeln, Qeeren u. dem Ertrage 
Ihe ihre Haupibeſchäftigung if. Die 
ifebäuptlinge iſt erblich; Die Kriege- 
adſcheme) werten jäbrlich neu ce 
Sprache tft nch wenig befannt; fie 
ch bildungsfähig zu fein; Das Chriſten⸗ 
iifienären ter Wesleyaner verbreitet, 
tchritte unter ihnen gemacht. Ihre 


335 

Geſammtzabl mirb auf 60,000 Seelen geichägt: fie 

haben ben Namen von ber Gewohnheit, ben neu— 

ee Kindern den Kopf zreifchen zwei Bretern 
ach zu drücken. 

Flathinnis (celt. Mytb.), Aufenthaltsort ber 
Edlen u. Tapfern ad dem Tore, ähnlich dem 
Elyſium ber Griechen befchrieben. 

lattill » Ereet (pr. Flatttill⸗Kriek), Fluß im 
Staate New⸗Jerſey (Morbamerila), entipringt in 
air Grafſchaft Suffer n. müntet in ten Delaware» 

iver. ' 

Wlatow, 1) Kreis bes preufjiichen Regierungs- 
bezirts Marienwerder, faſt 23 OM., 50,000 Ew.; 
if betedt von Seen, Bruch u. Waldung; die Ein- 
wohner treiben Viehzucht, Aderbau, Fiſcherei, 
Holzhandel; 2) (polniſch Eylotemo), Kreisſtadt 
darin zwiſchen 3 Seen; hat 1 erangelifche, 1 katho⸗ 
che Kirde u. Synagoge, Förſierei; 2300 Em., 
welche viel Tuchmeberei u. Spitenftöppelei treiben. 

Flat: River (ſpr Flärt-Rivvwer), 1) Fluß im 
Staate Nord - Carolina (Nerdimerila), entfpringt 
in Der Graficbaft Perfen u. fällt in der Graffchaft 
Wale in ben cuje: River: 2) Fluß in ter Graf 
haft Kent tes Staates Michigan, füllt in ben 
Grand - River. 

Flat⸗Nock⸗Creek ſpr. Flätt⸗Rock⸗Kriel, indian. 
Bud op-tka), Fluß im Staate Indiana (Nord⸗ 
amerika,, entipringt in Ber Arafichaft Henry u. fällt 
kei Columbus in der Grafſchaft BRartholomew in 
den Drifitwood⸗Fert des Ysbire- River. 

Trlatichen, 1) cin breiter diluner Körper von 
Beträchtliher Größe; 2) (Yantın.), ein Heiner Saufen 
Heu; 3) ( Zeitenb.), Die Abtbeilungen des Futter⸗ 
gerüftes, worauf die Seidenwürmer zum Häuten 
ausgebreitet werden. 

Flatt, 1) Ichann Jakob, geb. 1724 in Ba⸗ 
lingen, ftudirte in Zilbingen Theologie, murte 1749 
daſelbſt Repetent, 1753 Dialonus in Yeonberg, 1757 
Diakenus in Tübingen, 1759 Diakonus an ber St. 
Yeonharbliche in Stuttgart, 1751 Ctadtpfarrer 
daſelbſt, 1783 Hofprediger, 1794 Konfiftorialrath, 
1791 Abt zu Herrenalb u. ft. 16. Sept. 1792. Er 
ſchr.: Meletemata philosophico-theologica ad 
materian gravissimas (de imputatione peccati 
Adamitiei; De vicaria Christi satinfactione; 
De huinanae Christi naturae nmnipraesentia), 
Tüb. 1759, Unterluhung von der Sünde wider 
den Heiligen Geift, Lpz. 1770. 2) Job. Kriedr. 
v. %., Schn tes Vorigen, geb. 1759 in Tübingen, 
war Profeflor der Theologie u. Philoſophie daſeilbſt 
u. fl. 1821. Er ſchr. u a.: Verſuche, theologiſch⸗ 
kritiſch⸗philoſophiſchen Inhalts, Lpz. 1785; Beiträge 
zur Beſtimmung x. der Caufalität, Lpz. 1788; 
Briefe über die moraliſchen Erklenntnißgründe ber 
Religion, Tüb. 1789; Vorleſungen über chriſtliche 
Moral, berausgeg. von Steudel, ebd. 1823; Opus- 
culaacademica, heransgeg.ven Süßlind, ebd.1926; 
Hoffmann u. Kling gaben jeine Borlejungen über den 
Yrief an die Römer (ebd. 1525), an die Korinther 
(1327), an Die Galater u. Ephefer (1525), an Die Phi⸗ 
Iipper, Kolofſer, Thefjalenicher u. Pbilemun (1829) 
an ten Zimotbeus u. Titus (1531) beraus; F. gab 
auch heraus: Magazin für chriftlibe Dogmatik u. 
Moral, Tüb. 1796 — 1510, 17 Seite, vom 13. 
Hefte fortgefegt von F. G. v. Süßlind. 3) Karl 
Chriftian, Uruder des Ter., geb. 1772 in Stutt⸗ 
gart, wurte 1812 Überconfifterialratb u. Stifts⸗ 
prediger in Stuttgart, 1513 Studienrath, 1322 


% Flattertidechſe 


—95 u. 1828, mit Beibehal:ung ſeiner Hunter, | 


enerafjuberintertdent in Alm; Tegte 1842 feine 
Stelle nieber u, fl. 1843; er ſchr. mehrere Pro- 
—— Aberſetzte — ——— ber chriſtlichen 

ogmatif, 2, X. 1813, 2 Bbe., u. gab mit 
1815—1819 bie, eitjchrift zur Näprung chriſtüchen 
Sins, 3 Bbe., heraus. 

Blattereidecfe, ſo v. iv, Gemeiner Drache, f. 


. Drade 3). 

(at ‚ 1) fo b. w. $leberinäufe üb t; 
„olaterfüge, 5 v. nen MR 
v. m. — —— 1). 

d, fo 5, m. Flitterg olb. 


attergo 
— er b, alte Benennung des fleinen C 


latterie 9 Schmeichelei. * 

latterkatze (Galeopithecus Pall), Gattung 
— ‚ jo v. w. Pelzflatterer ob. Fliegen⸗ 
er ! 


Flattertuß, der lodere, flodige, glanzlofe Ruß, 
on Gegen Ren zu SHanzruß, eine Dichte, glängenve 
ſchwarſe 
— .n. Ulme 
Latterfchweber, 1) die Gattung Trauerſchwe⸗ 
ber (Anthrax) aus ber Familie ber Schmwebfliegen 
(Syrphici), f. d.; 2) (Mulio Meig., Cytherea 
Latr.), Untergattung ber Trauerfchweber, f. ebd. 
"‚Blatterthier, 1) (Eliegenber Hunt, Ruf 
fette, Pteropus), |. u. flevermaus A); 2) (Chi- 
roptera). Orbnung ber ven Mauıf zwiſchen ben 
Affen. od. Bterhänbern u. ben Raubthieren fiehend, 
mit Kaubthiergebiß u, einer zwiſchen Beinen u, 
gehen ansgefpannten Flughaut, bie bei ber erſten 
nterordnung, den elsflatterern ob. Fliegenden 
Matis (f. d.), nnr als Fallſchirm, bei den eigent- 
* — (Gap . b. wirklich zum Fliegen dient. 
p 5), „Bergebirg an ber Oftfüfte 
fra — 
— ſpr. —*5 Schmeichler. Blet- 


Fan ty, das Entmeichen angefammelttr 
Soft: im Körper, entweber nach oben (Aufftoßen) od. 
nach ımten ——— Daher Flatulent, hlähend, 
eitel; Statulenz, B 

—59 — kraftlos, insel in Formen, Karben 

. ım Ausdrud, olge einer übertriebenen Vor⸗ 
Hebe für bad Weide u. Sanfte, in Marltberichten 
Bezeichnung dafür, daß das Angebot Die Nachfrage 
überwiegt; Hau werden (Blauen), iu ber See 
manndipracdhe vom Winde fhwäcder werben. 


"rin Trompete. 


ber 


Plauen, 1) im Waſſer abipülen; 2) (Süttenw.), | 


ſo v. w. Abflauen; 3) (Seew. * ſo v. w. Flauwerden. 
Flaugergues (ipr. Floſcherk), 1) Honor?, geb. 
a (dreh mehrere —** ten über bie Theorie 
einfachen Maſchinen, bie Brechung ber Licht⸗ 
Arafien, bie Waſſerhoſen 2c., entbedte ven Kömeten 
Son 1811 un. lebte ſtete in Verviers, wo er ſich mit 
Aftconomie —* u. 1836 Rärb. 2) Pierre 
rang., geb. in 
uloufe, wurde 1792 Abminiftrationspräftbent 
des Departements Aveyron; wegen feines 
De gegen bie Bergpartei verhaftet u. nur mit 


e gerettet, verlor er feine Güter durch Con- 


fißcation u. wurbe ‚auf die Emigrantenlifte geſetzt. 
1796 age er zurück, wurbe 1799 Unterpräfect 
von Bille-Krande, 1812 Mitglieb bed Corps 
l&gislatif u. 1813 der Sriedenscommilfion zwiſchen 


Napoleon u. ben Miixten (mo er ſich für ben Stier | 


uß lange 
| Ar hei zu 16 Buß. 


t. Eyprian, advocirte erft in 


ider⸗ 
welche ber mit Alaun gebeizten 





bik,, N Slaveria 


ben ausfprach) u. 1815 nad) ber Rüdkebr 
Bicepräfident der Kammer; wach der 2 
tion wurde er mieber Mitglieh der @ 
Aveyron, 1820 unse 183 
des —— u ſt. 183 

Flaum, 1) (Staumfedern), | u. 
Tori race bie Borften auf dem 


med, . 
aumtaudher (Parchyptila), U 
A turmoögel, An geitem 
löchern, breitem ins eildtem, am ® 
neltem & Schnabel, g jun 
Spornfralle ; J— N 
niflend ; At: Breitfgnäbeli 17 
tata), {ebt um rar u, iſt Pläufit 
tem. * wie eine | ar 
Flanfh Giaus) ein Büchel 
Haare; 2) Shurwele, — wie ein 
menhängt; baber Flauſchreck (Flausrec 
von ns mn fe: x langmolligen auge, up 
tando (ital.), 48 te nachal 
—* in Stimmen für Bogeninſtru 
Ze wirb ang weit vom Stege, nabı 
rete, 
Flontt Ing * eine kleine Flöte; be. 
Si h bed; N bie Flageolettöne ber 4 
Flauto, 1) od. wm. Flöte, 2 * 
Fabialftimmen ber — 234 fo 
Flöte A bec; F, dolee (Flute —— 
flöte, F. major, offene Manualſtimme 
langen Holzpfeifen, als Pebalftimme I 
F. minor, biejelbe Stimme, nur um bie 


zer. F. traverse (Flute allemande, aut 
u. Pleina), o **9 Manualflöteuſtimme, 


abialpfeife von bau 

fit fie Flaull 

verſenbaß. F. plechlo, Octapflöte. 
lautone, große Flöte, jo vn. m. 

nu ä (öbkm 
aufrog, ein Trog, in we 

durch —** — Waſſer * 

den MR Theilen gereinigt wird. 

„1 Ablürzung für Slavius; 


Far fibrösa — b. m. Chi 


Skcenten Hi Flavedo 


adeanmwafferftofffaure, bie € 
waſſerſtofſſäure, welche fich bildet, w 
Cyhangas u. feuchtes Schroefefinafferf 
Duedfilber aufgefangen werben (Gab 
Bere beide Safe in Allohol geleitet m 
id an den Wänden bes Stat 
Bei tigen Nadeln nieder, welche fie 
afjer leicht Idfen, auf Latımıs ab 
giren. ® ns eht diefe gelbe Ber 
als eine Waſſerſtoffſure bes Kadicals ( 
welches er Slavean nennt. 
Flavödo cortlois aurantiörı 
citri (Bharm.), bie gelbe — ven 
u. von Citronen. 
— — en De 
setum) gefundene ge 


u Bärbung 2 en, ee u 
altenen an S eit nit n 
Flaveria ( Y Ye) flanzengatt 


Familie der Compostiag-Senesionid 
rieae, 3. Orbn. 19.1. L.; Arten: F.e 
u. F. augustifolia u, a., 'in E’äbameı 


Flaveſciren Bis 
ren (». lat.), fig werben; Slave 
— ſpielen > 

), — glatte®, orbinäres 
& aus Rammimolle, eine Art 


törnifcher weiblicher Borname, z. B. 
dora, |. FF 2) 5. Domitilla, fo 
ia 3); ode in elle die 
her der Couſula 

mat la Gh re em Ban 


ua — —*5 — u. ver⸗ 
Gedenktag if 

Geogr.), R Gtäbte, 
a ji — ſo v. 
BStratonis. F. ( 


Provinzen, i 

% Britannien — war, ſ. 

wastans, ſo v. w. Hiſpellum. F. Iria, 

— in Hispania tarraconen. ; jet 
pölls, fo v. w. Siem. F. Belva, 

— benannt nach dem Kaiſer Flav. 

* vielleicht i im jetzigen Solſeld. 


; ver⸗ 
edes C —— Concilsu. 
6 vom Keiſer * Benin verbaunt; 
) St —— von Fonſtantinopel 

für deſſen Verbannung er 
de gu —— — lſprach; er wurde 
08 — — tm. 

Ei — —* 


a be 
Exil ſtarb; Tag ber 18. rk 
(a. Geogr.), Stabt im Öftlichen Theile 


‚ (fpr. ———— Stadt am Operain 
rg 


anzöfiihen De- 
te b’Dr; baut Pe u. —— 
on damit u. Zucht von Merino- 


* Hs Ns Os, aus bem Probucte 
ee re ren Kalles 

u eueren linter- 
ilid * De Oernfoff. Hlavin- 
gsproduet ber Indigichwefel- 


(e. Geogr.), Stabt ter Autrigoner 
rm Spanien, am Meere; roömiſche 
er bes alten Amanus portus; 
lete eb. ©. —2* de la Barquera od. 


je. 
wis (a. Geogr.), Sat ber Bäflci 
arracon.; jest Avil 

6, lateini Ramet für Compoftella. 
118 (a. Geogr.), 1) römif 


5 iu Bitäymien, fo v. w. Kratia. 


Stadt in 


Bleche 


337 
[avins. Die Flavia geus war ein a 

plebejiſches Geſchlecht, mit ben amitien Aber, 
Clemens, Qutropius, —— „Vriſcus, Puſio, 
Scärinus, Beſpaſianus (f. d.) u. v. a. Hier zur: 
1) Enejus, wahrfcheinlich ein Sabiner, war ein 
Juriſt u. Schreiber des Appius — er 
wurde 304 9. Chr. Aediliĩs curulis n. ſchr.: is 
actiones u. Formula fasti pontifici, er 
Bert als Flavlanum jus befannt iſt. 2) Lucins, 
war 60 v.C e Bolletribun, unterflügte die For 


derung bes jus, be bie Aderverthei- 
lung unter bie oldaten. wurde das nähfte 
Jahr Brätor u. ſcheint |päter ser — Seite un 
geftanden zu — . 83) F. Longinus, 
567 — 594, |. u. Exarchat. lavius 
ſe „J. Joſephos. 
— Pfarrdorf u. —— im — 


——— des Schweizercantons St. 
len; Banmwolleninduſtrie, Fof- n. Telegraphen⸗ 
bnrean; bat mit ee wo bie reformirten 
Einw. pfarrgendffiih find, 2670 Em. 
„„Wiermen ( (fpr. —* John, geb. 1755 
ort, bildete ber Londoner Alademie 
Mr e —* ie er jedoch wegen eimer 
urädfeumg verließ, um durch eigene Thätigfeit 
ch zu vervolllommnen. Schon durch mehrere 
ie zn einem achtungsvollen Rufe gelangt, 
—— 1787 nach Stalien, hielt ſich hauptſächlich 
om auf, wurde Mitglied der Alademien zu 
— u. Ferrara u. kehrte 1794 nach London 
zurüd, wo er 1810 zum Brofefior der Alabemie 
ernannt wurde m. 1826 flarb. Unftreitig der beden⸗ 
tenbfte der englifchen Bildhauer gehörte F. zu den 
Küuftlern, weiche fi de Gube des 18. Jahrh. um 
* Regeneration bes Geihmade verdient machten 
bie antife Blafik zum Vorbild nahmen. Auf 
als Zeichner befunbete er einen geläuterten Ge⸗ 
— nu. feinen Sinn für ſchöne Linien, nament⸗ 
in feinen en mon Homer (The Odyssee 
Homer ed Pain Parker and 


Neagle. Rom 1 1793, ee von Nie - 
nukn. Gött. 1803, von uorr u. U; 
liade, 1794, auch n eſtochen), zum EN Pic 
(geftochen von Piroli) ob (gefl. von Blale) 
Dante (gefl. von Biroli). Werte: Monument 
bes Lorb Mausfielbin DES UN een Michael 
u. Satan, eine Gruppe (geft. von Thomfon); Statue 
Sohn Kemble's in — Statue der Komddie 
im Coventgarden⸗Theater u. viele andere Statnen 
großer Männer u. allegoriſcher — ferner 
= Schild des Achilles ( —* le Sairen). 
Fläs, ein grober ar m beftig pole- 


mifirenben Flacius (.b 
Flehad, Vorgeb ade Bhilippinen- Iufel 
Maninbanao (Südoftaften 


leche (la $., ſpr. la elle), 2 — 
ment im franz fifchen rtement Sartbe; 3 
7 Santone mit 100,398 Ew.; ; 2) — 
dafeibft an ter Loire; Milttärfchule (mit Bibliothet, 
1603 von Heinrich IV. gegründet), Outabriten, 
Gerberei, Handel mit Wein u. Getreide, Waſſer⸗ 
leitung von 3054 Fuß; 6500 Ew. Geburtdort von 
ebcarted. — war im 12. Jahrh. nur ein 
Schloß; es hatte über ei eigene Herren, wege — 
Vaſallen der Grafen von Anjou wurden. 
e Konig Heinrich IV., deſſen —ã— —*— 
eh. wear, that viel für bie Bergrößerung n. Ber» 
Ihönerung. 


Fleche: Huhn, eine franzbfiſche Huhnertace, 
hat ganz ſchwarzes Gefieder, mit Ausnahme einiger 
weißer Haubenferern, u. if berlibint wegen ihrer 
Mifungeiähigkeitu. Rh hl leiſches. 

Flechier (er. Fleſchirh), Esprit, geb. 1632 gu 
Bernes in Voiſſen; prebigte in Paris vor ud» 
wig XIV. u. murbe dur beffen Einfluß 1685 
Biſchof zu Lavaur, fpäter zu Niemes u. fl. 1710 zu 
Montpellier; er ſchr.: Predigten, beutich, Liegt. 
1757 — 1759, 6 Be; Hist. de Tiheodose le 

and, Bar. 1679 (deutſch, Bresl. 1765) u. Hist. 

u Cardinal Ximenes, Amft. 1692 (deutſch, von 
BP. Kris, Wurzb. 1828). 

Flechſen (Tendines, Sehne, Selen, Nero, 
Anat.), bie gewöhnlichen Enbtheile ber Muskeln, 
glänzend weh, aus gebrängten Faſern gebildet; 
dienen zur Bewegung der Theile, au welche fie, fich 
befeftigen; breit auslaufend heihen jie Alechfenbaut 
ob. Aponeurofe. Blechfenbänber (Ligumenta ten- 
dinum), ſlechſige X heile, wodurch Muslelflechten, 
im Ringſorm (Ringbänder), in Scheiden Scher⸗ 
denbaänder od. Vlechſenſcheiden) renzrmig 
(Kreuzbänder) od. auch ala einfache Fibern 
(Tenacula) is ihrer Luge erbalten werben, bei. an 
—— u. Zehen. Daher Siechſenſpringen, ſo v. w. 

enhüpfen. 

Flechte, 1) (Bot), |. Flechten; 2) (Gartn.), fo 
v. w. Ausſatz 4). 

Flechte (Herpes, Med), 1) chroniſche Hant⸗ 
— aller Alter, Geſchlechter, Geſunder wie 
Lränklicher, auf längere od. kürzere Zeit wohl 
Zahre, ja lebenslang dauernd, oft wieberleßrend, 
meift truppmeife, Dfäschen od. Knötchen, jelten 
Puſteln auf einer rothen Grundfläche bildend, eine 
Iymphatifıhe Flüſſigleit ansfondernd, Schuppen od. 
Kruften bilbend, mit Juden u. Brennen verbunden, 
Bald an einer Sielle bleibend, bald weiter ſchreitend 
(Serpigo), vd. die Stellen wechſelnd. Nach dem 
Anfehen unterjcheibet man Kleien-, Mehl⸗, 
Gries-, Blafjen-, Glao⸗ Friefel-, Rofen- 
artige %., Blatterflechten. Die frejfende 
F. (Saſzfluß) bilbet ſchorfähnliche Schuppen, 
welche abfallen u. immer wieder neu entſtehen. 
Die Krankheit, welche in ben mildeſten Graben 
(Schwinden) oft faum beachtet wird, verbient 
immer Berlldfihtigung. Die Dispofition zu dieſer 
Krankheit n. ihr Bezug auf andere Übel nennt man 
Biechtenichärte, obgleich eine folche eine hypothetiſche 
Amahme if. Diät ift das befte Drittel, fich von 
Fen zu befreien. Nur die ſchlimmeren Arten erfor- 
bern eine wirtfihe Eur, in welcher Hinficht foge- 
nannte biutreinigenbe Mittel, Holzthee, Mercnrial- 
mittel, Schwefel- u. Spießglanzmittel, der Gra⸗ 
phit, Schwefelbäter, Sool⸗, See⸗, Seifenbäber 
n. m., nach Umftänten ſich hülfreich erwiefen haben. 
In Sannftabt bei Stuttgart ift eine Euranftalt für 
Ben. Die F. ron Aleppo ift fo v. w. Aleppo- 

anfheit, |. d. Vgl. Iof. Bolya, Observationes 
de herpete etc. et remedio novoanthrakokali. 

h 1837 (beutih von und: ebd. 1837); 
intel, Die Flechten u. ihre Behantlung, 2. Aufl., 
berfeld 1840. 8) Diefelbe Krankheit tommt auch 
bei mehreren Hauẽthieren, beſ. älteren, vor; vyl. 
Gerlach, Die Flechten tes Kindes, Berl. 1857 

Flechten (Lichenes), 2. Kl. des Reichenbach⸗ 
Then u. bes Endlicherſchen Pflanzenſyſtems; Bege⸗ 
tubilien, auf eines noch ſehr niedrigen Stufe Rechen, 


Fleche Huhn 516’ Flechten 


bie kelnen eigentlichen Stängel biſden 
rinden⸗, laub⸗ od. ſtrauchfbrmige An 
nur aus Zellen beſteht u. in — 
Stellen Fruchthalter (Apotheci 
eingejenkt find, in denen ſich bie Kein 
rıdia), mit Saftfäben (Paraphyses 
frei ob, in Schläuchen (Asei, Thec 
I pflanzen fih durch Feimföruer u. 
penbilbung (Bruthäufchen, Soredia‘ 
ſen meiſt ercentriib. Die Sorebie 
pflanzengrünbaltigen Bellen hervor, 
bien (Gonidia) beißen u. bie zwei 
Gewebes biſben, bie im friſchen 3 
bie farbloſe Oberhaut hindurchſchinin 
webe zeigt bald deutlich getrennte Schi 
nes heteromallae) od. ift ganz glı 
homomallae). Endlicher teilt he in 
milien: ) Staubflechten (Coniotl 
a)‘ Pulverarieag, by) Calyciese; 
Jechten (Idiothalami, ſ. db): 9 
n passe; c) Limboriese, i 
0) Balgflehten(Gasterothalami, 
rucarieae, b) Thrypetheliaceae, 
pese, d) Sphaero once: D)9H 
(Hi menothalanıl, }. b.): a) Collems 
eidineae, €) Parmeliaceae, 4) Usı 
Gewebe beſtehen entweder aus Holyfa 
(gewöhnliche, eb. nicht Dusch Jod bla 
mit Inulin jtentifch) ,. od. ed tritt an 
Stürfe Oummii u. leimartige Subſta 
jen weit, wo nirgends fonft eine a 
fortlomınt, a. überziehen mit ihrer, a 
fih erhaltenden Subſtanz Table Fell 
inäner u. Holzwert, Baumftänme, dů 
Ihre Nahrung ziehen fie aus ber dur 
bel u. jonfl jenen Gegenſtänden mitge 
tigkeit, od. auch aus ber Luft. Hau 
bloße’ braune, gelbe, graue, weiß 
jein, doch ähneln autere %. Pflanz 
Blättern. Meiſt ift ihr eigentlichee & 
ter, wogegen fie im Sommer vert 
gleich für andere Gewächſe, bei. M 
den bilden, indem fie auch deu fa 
wenn fie akgeftorben ſind u. faulen, ı 
erde geben. Jungen Wald⸗n. Fruch 
ben fie als parafitiihe Gemächfe 
jedoh meift mehr ein duct & 
ber Pflanze, als ihre Urfache. In 
erhalten and einzelne Arten (wie Paı 
tina) den Namen Baumfräße. € 
fie auch ihrer Form cd. Conſiſtenz na 
bere Beuennungen, ale: Staub- 
Schild», Shuppen-, Blätter- 
Leder», nabelförmige, Beer: 
Saurfledten, od. nad dem ! 
ort: Stein, Wand⸗, Bank 
Zinige, wie die Renntbhierflecdte 
rangiferina), bienen Xhiereu (i 
Hirſchen, in Schweren Schafen) 
mande, wie bie Itländiſchen F 
ſches Moos), aud -Meufchen zu 
Arznei. Aus mehreren Klechtenarten 
Farbſtoffe (f. d.), aus I.ecanora 
tarea, Variolaria dealbata, 
tagnei, R. tinctoria u. Gyropho 
ferier ben Yadmus, bei. aus Lecan 
Dance Flechtenarten euthalten 
Säuren, Slechtenſärren; bie j 


Flethtenbitter bis: Fledienöämachen 


in der Roocella tinetorla, 
re (l. ». an ber Soon a oolegneı, 1 
x in Gyrophora pu 
‚bie (j. 6) in 
re’{j. d.) in Uanea 
sarmentoss u. Uladonia 
h —— d.) m Parmelia 
ert vor, doch 
re worden. 
uter ſo v. w. Cetrari 
ranne. u. Bränne N. 
eſchwür, |. n. Geichmwär 
erh, (Me. ), * — Anfprumg 2). 
‚io v. w. 
tärkemehl, jo v. w. Lichenin. 
‚ift Rhinacanthus communis. 
" eero.), ber um ben Topp ber 
idliche Theil eines Taues, in Form 
d. Echlingen. 
rR, 1) bei Feldoerſchanzungen od. Baf 
e von Ruthen tene Belleidung 
un; a aus ſchwachen Weiben- eb. 
he um 1 Fuß von einander 
fäsle (Rippen) geflochten werben. 
immer mit dem flärleren Ende 
in. ſchlingt bie ſchwachen Spitzen der 
# um ben Pfahl herum, hinter dem 
en AR in das F. einftedt. Iſt He 2 
he, fo wird um ben zweiten HR: 


ee 


Imten 
er — 
30 Duabra 

en theil, te — 
2 werfich u. langſam —— 

wird oft auch ſo hergeſtellt, daß 
Weiſe Tafeln ans F. von beftimm- 
men, fogenamnte Hurben, anferti 
en Böldungen befefligt; 2) roman. 
ent, welches bein 8 ech 


SJoh. De Safe Meinl ‚ geb. 1752 in 
in Hall ologte, wurde aber 

—— — in Leipzig, ging dann 

vöber nad) Hamburg 1. hierauf 1783 
nad) Berlin, wurde u riebriche II. 
eb u. 17% Regi e6 Berliner 
efben- u. Eharalter- 


ters on. fl. 1801. 
: Ochaufpiel waren feine 

gen. 2) Sophie Louife, 
1777 in Berlin, betrat 1792 a6 
als Liebhaberin, vermählte fich erſt 
m. um 1808 an ben Kammermuftlus 
gerbinanb Florenz, geb. 1600 in 
ıbirte in se n. Halle — 
* 


Bro ben benrien ie 
amover 18 ri ſchaftliche Rei 
— Erin u — 
rtheidignng 
ame go —— * 
—— (eo 
—5 — et en A 


eine | 


te äbn- | holen, 
 flede du 





EEE 


(5% 
—* — u. ber 3 Frlebt, deraudgegeben ·ven 


I A Ip}. 

* *8 Bertil gen der Flecke aus 

gen —— I3 ıc. bp mit AG- 
ht 4 bie gemifen igenteiähte n bed Pigmente, 

welches durch Einwirkung anderer gig rd 2 
urfprängfiche Farbung verloren hat. Hän 
bie Flede an, ohme a bas Pigment zu wi 
Fette, —55 u. ãhnliche io r nb Ah am Are 
—* | Alher ob, reine Dfe, wie rec» 


um bie Bun wenn ber Kled | 
twichen ift, beſtreicht den ringe herum 


| mit aufgelötem Gummi arabicum, ber das Weiter 


Eunttung F Birne 


= 


— bes Get ans 


niger empf 


| — * — Da * handeln, 


od. Terpentindl be 
trocknet, fo muß 

man mehrere 
werben, ebe 


eerfl mit un — —* 


e Ei täßt, erreicht 


man Rn 


arauf ſchabt, — mit 
einen beißen Eiſen, unter mehrmaligem W ne 
gebrarht. Aue Bapter — Oo 
weißen — od. Cimolit; aus 
durch gewöhnlichen Thon, — — noß * 
ſtreicht und trocknen läßt, 
Aſchen⸗ ob. ——— 
Berfahren entſtehende ge 
erdänn 


Fugeln, weiche am b aus, 
Seife, Eigelb, ewrae Terpentindl ı. 
Ifererbe, mit weißem Bolus, fo viel dado 
zur Confifteng nöthig, bereitet werben. Die * 
et mit et Aber Waſſer gewaſchen, dann 


Bit, wi le en u. rem en — 


derung der 
> Bel, Tinten» u. toftflede, I 
wie alle * Pflanzenpigmente bewirkte Flede 
find aus ungefärdten weißen Zengen leicht Ju ver» 


til wenn fie in.mäßig verbiinnte Sulgfäure ges 
| acht werben; Tinten — u. Roſtflecke au in Kap 
löſungen bes  Gauertieefatges ter Beinfleufäure, 


sun Citronenfaft bezeigt fehr wirffam. 
zweckmäßigſten bebient man Air — tes Bleich⸗ 
waſſers u. Bleichen). een dienen auch 
ur Entfernung ber —E Bebrudte u. ge 
* un nie ge merben aber durch bie Säuren, 
Ag Mittel befteben, in ben 5 
rbt, wo dann bie BIER: mg: 


...Bladhtume. bis Bichermmmbır, 


* len weh unit, * enge es 


Beet, mi Fe —* —— di * 
ſtes, in — 

Farbe a ya —* — 

wiolette od. rothe 

waſſer, Kalte, Urin — 

ben, dieſe durch verdünnte Säu 

Bere, san — Stoffe ehe rt Ban, 
m beften ‚mit warmem W 


Ede et * 


dt find, iR das Vertilgen b uR 
fe — Berhbrung bes — nie mist | 


iſch — Bon manchen 
Deinen bezeigen fie ſich hartuädiger u. verſchwinden 
nur nad mehrmaligem Waſchen, bisweilen mit Uri 
od. verbünnten Salmiakgeift. 
leckblume, iſt Spilantbes. 
lede, 1) (Meb.), f. Hautflede; 8. ber Hern- 
Bm... Sornbautflede; 2) (Saur Flecke), fo 
uttelflede; 8) (Aftron.), jo v. w. Flecken. 

Flecke, Kornrab, ein aftbeuticher Dichter, welcher 
um 1230 bie oetifche Erzäblung Flos u. Blanke⸗ 
flos Y b.) nad dem Franzöſiſchen bearbeitete. 

Flecken, Mittelort zwiſchen Stabt u. Dorf, 
befien Gemeinheit zwar ben einen Zweig der bür⸗ 
gerlihen Nahrung ee aber feine, ob. * 
nur einige Stadtrechte hat. Die Gemeindevo 
verwalten bie — — beſorgen die 
meindeangelegenheiten, auch on einen Theil ve 
nieberen u + haben aber weber Gericht6barfeit 
noch ſonſtige Gerechtſame eines orbentlihen Stabt- 
magiftrats. Hat ein F. das Marktrecht, fo heißt er 
Marttfleden. 

Flecken (Mehrzahl, Akten. ), 1) die punteleren 
Stellen auf den durch Rarf vergrößernde penröee 
betrachteten Planeten Mercur, Benus, Mars, I 


piter u. Saturn (f. d. a; 2) bie mehr ob. minder | 


unkelen sun von verſchiedener Geftalt auf dem 
Monbe (ſ. d.); 8) die ſchwarzen u. grauen, in un« 
beftimmten Zeiten auf ber Sonaenjaei ericheinen- 


den, veränberlichen von verichiedener Ge⸗ 


& den; 4) welt b. 
— ea |? 
am Br ten Himmel zeigen, aber meift nur mit 
etem Auge erlannt werben, |. Rebelflede. 
Grhfe gen; a en re 
I . ’ . ! 
to , 
ber Did (bei Ich — — A 
Fand jet 19gtie ze — given) 
dose: röthlichgelb, ſchwarzſtrei — 


— —————— Coluber 
Idolam), ſ. u. N 
ecken ub latt ã 
——— 8 en — 
bel 
landen u (ob je 
ber Eite ſchwach ehe ger 
Flũgel Schwanz Fugen flece haben; Arten: Bb. 


variegata u. Rh, hilarea, —* 
——— von Gmelins Seolopa 
eckſieber, ſo v. w. Betechienfieher, 


Fledhäringe, Sorte Bücking, ſ. b, 
edel (Hetihbely), jo v. w. Pfli 
ein, |. u. Fledausmachen. 
le er, |. u. Fleiſcher. 
leckſucht (Spilosis) , Langiwierige 
minder verbreitete, nei 2 ned I 
einzelnen Stellen, ohue 
tende Beichwerben. Nach Geftalt, 
fie Blutmahl, Honig», Yaubs, Narker 
— — .D. a.) 36.5 öfter m 
— — fo v. w. Bleihkäff 
— 


mus — hr ia pi id gr 7 


um Ri 
eben. befonders ein Wert in feiner t 
Flexion. 


ledde, niedriger Grund — 
— * 


[eb * fo v. m. gli 5 
dermaus A). 


ledermaus, rtili 
— 


—— der 
aloe Raubthiere (f : 


— 
thier) ae u. in viele 
en getheilt worden, u. 1 
: 4) Aufetten (Flettert ier, 
* Hund, Pieropus Briss.), be 
—— Due ähne, 5 u. 6 0b. 4 


te —— in Oſti 
eine u. Bögel; Bee 
zähmbar — a) oben 5 unten 6 
He Ska u uch — 
— oki lich u. ro 
ol, in 


Uuftert 3 8 h i 
— ele be ge u. Sn 
gaslar u. Afrika u. fie Kt, 
mit ben Bampyr v 


Es unten 5 Bad 
Shmanze; über u Er 
brachyotis Müll.) 
—* Kehle u. > * 
(Gwen, Ohren u fen 
s aim: auf — 


inien, Fl 
jan ge — 
P. minimus, nur 3} Zu 


— in Dfindien m. den, 


arpye, oben 4, unten 5 Bademzäße 
Daumen mit Kralle, 
Rıale; a) Ha yia: Sch 


——— z3ſeme ine 


Rr 


" Fieber 


son), A Zolllang, Bfngiaeite 1730, 
ns * — — den 
shne Kralle; 

pye(Hyp oderma Peronii, H.mo- 


Burn 2—3 By che 


Breit fe e⸗ 
———— 
te, neh den; Zei 
u. zwar —— Mittel J, Die 
I n OMelseır G * 
er (Molossus F 
— 
ng od. länger 
——— 

—A Br WW 
binten 2 —3—5— a 
ıpven[änen (D. albus Neum, ), 
lang, Flugwee 13—14 Boll, 
4 5 Linien breit u. r Linien hoch, meif- 
Rage! u. Ohren fhmwärzlidbraun; A) 
ic — ** Naſe auf⸗ 
—— Schilbträger (Thy- 
nn concaben Schilpp- 
=: Ant: Th. trieolor; 4) Ylie- 
e(Myopterus @eoffr.), Nafe einfach, 
getrennt, oben 4, unten 5 Badenzähne, 
efrei; Art: ‚senegalensis, u.a34 
wa 







N ®e 
bılo- 


$lagen, 
„. groß, 


Zoll 2 Pinien 

9 — 
Unterüppe brei 

En wie am wie um Bine, 


— ———— 11 — | 


tnmmeifämang), mit 


* —— Baden ne, bie oberen 
einer Seitenzade; Naſe mit fpigi 

. monticola, auf den une ein, 

23 Linien, ite 9 Zoll 3 Li⸗ 

: E. sazatilis, E. canina ı. E. cal- 

saflien; Mb) Rantenfefger(Noctilio 

fıry, — — 

n a⸗ 

her Kenteniehjer (adtthien. N. 


roſtbrauu, ans gr ee) Blatt» 
ostoma Geofr.), ar an afe ein 

u att, ein 

ut Die Eiche res Oprhedela, Bunge 

; hg irn oben n. unten, 

5—6 unten; laufen befier 

Gem. En Blut bei ‚Menfcen u. 

Schwanz; dd) Bam- 

aa) Eigent⸗ 

I Tun dintjeng er, en 

trichterarti F fa» 

*6 * Linien, 

10 Size, Naſenblatt a 5 Binden, Bier 

wird dadurch wohl — aber 

; im Siddamerila; von einer 

—— —7— 

rillennaſe 





sur 
2 weiße Streifen polſchen Mafe ır. 

0 
ige Yaben ben 5858 ber 5— 
haut verbunten, alt: Pangenna e (V. hastatus 
s. perspicillatus) in Brafilien, wo fie @uanbira 
vl; no andere den Schwan rel, ale: V. cre- 
nulatus; ee) Zungenfrei er (Glossophage. 
J, die Blattualen lt Ichmaler, ausbehn- 
barer Ange; Urt: Speernaſt (G, soricina), 
aus Surinam, n. a.; b) wo ber Beigfinger 1, bie 
anberen Ringer 2 verfnöcherte Glieder haben ; bayır: - 


| aa) Klappnafe (Grofpäutler, Megaderma. 


Geofr.), das Rafenblatt ift zuſemmengeſetzt, bie 
Obemulcheln find über dem Kopie ur in 
wachen, bie Obrbedel oft geipalten; Arten nad ber 
Geſtalt bes Nafenblattes: Reier-, Klecblatt-, 
Sergnaje(M. lyra, M. trifolium, M. spasma), 
n. a., aus Afri * Aflen; bb) Hufeiſennaſe 


— — Rhinolophus Geofr., Noetilio 


die Blätter n. me auf der Ref fe bilden’ 
| bie eines Hufeiſens die Naſenldcher liegen im 
einer trichterartigen Bertiefung; Urt: Gemeine 
— ——— 
0 N 
Linien, Wlägelweite 12 Zoll 6 Linien, —2 


do Kleine R.bhi 
Seren) Sag 1 m lila nen * y 1 Bel 


ce) oe 
1 | Bla urche äber ber — I 


vyptens; En 


amibenfö über vr N t, 
beiden peite pr ber Bed Blatt; u —2* 
villii, aus Jamaica; Gemeine Kleber» 
mau$ (Vespertilie), eh ätter, a 


Drei, „aa Gem u kr — 
* ren von e bes ‚ 
— chen > einen 
— ho — ——— 16 Bet, 
nat e ‚”Qintere an 

Hin zum * fa ; eihere — 
edigen —— Art: V. serotinus, f anien- 
— haarig; noch andere einen halbmond⸗ 
ped⸗F. (V. noctula, V, pro- 


— —— ), braunreih, Beine u. Flughaut 
ſchwarz, Ohren aig, im boblen Baumen, alten 
Gebäuden, frifit leinen Sped, ſondern, wie Die an⸗ 


| beren, Infecten; Zwerg Br (V, pipistrellun), 


(wargbranm, nr 1 Zoll 4 Vinien groß; ki) 
Großopr (incatur 2 Greöffr.), Da als 
ber Kop oben verwadhlen, \brdedel lar ig, 


Urt: Yanadhrige (Ves lio 
—— etc Uhren Ih Rkıper 17 Bet 


ob je) N ne Barbafelle 
——— Cänage maptarig; Ih 


Mr 
Nycticejus Bade 


| Schnauze einfach, Ohren mit- 
telgroß,, 2 Schnei 


—* she, aus Amerita; 


Schmalbäntitr (Stenoderma Geofr.), Flug⸗ 
baut ift zwiſchen ben Schenkeln ausgeſchweift; Art: 


S.rufum. No andere nit allgemein anetfannte 
Gattungen find Zmeiblätt — Arti- 
baeus), Einblatt —— lus), Rädtling 
(N yetophilus, Madataeus, Matadus), Rüfjel» 
5. (Proboscidea, Celaeno, Scotophilus) u. a., 
meiftion Leah, Spir u. Dedmareft aufgeftellt. Ein- 
elne Theile.der Flebermäufe finden ſich foifil; 3) 
to d. m. Kleine Becaffine, eine a a 
eine Art Warlzenfchnecte (f. d.), nämlich Voluta 
Vespertilio; 4) (Caris vespertilionis), Milbe, 
auf Flebermäirien, |. Carie. 

Bledermaus, Mastenamug, eine Art Domino 
nut Kapuze, 

Wledermänfe, 1) (Blatterfäße, Klatter- 
thiere, Chiroptera), Ordnung ber "Gäugethiere 
(bei Cuvier Familie der Raubtbiere),. durch eine 
Flughaut find Border» u. Hinterfüße verbunden; 
ber hintere Daumen if frei, bie Zitzen find an der 
Brut, die Flughaut brauchen ſte zum Flug ob. als 
Fallſchirm; find Nachtthiere, leben von animalifcher 
u. vegetahiltiher Nahrung, finb bei Linné meiſt 
unter benı Geſchlecht Vespertilio begriffen; Euvier 
theilt fie in 5. u. — —— od. — Mafis; 
2) (Bi ‚, Noctiliones, Vespertilionea), 
Abtheilung oben beſchriebener Ordunng; Nafe ohne 
Anhänge ob. Blättihen, fliegen geſchickt u. oft hoch, 
frefien Infecten u. andere antmalifhe Nahrung, 


—* — * Win af, Be 
mi n 
die nackten Ohren he Ye Dei N 


' 
fihtöfinn zum Theil dadurch en chnurren auf 
ebenem Boden bin, ohne orbentli gehen zu können. 
Dazu rechnet man bie Gattungen: Pteropus, Ce- 
phalotes, Molossus, Noctilio, Phyliostome, 


Glossophaga, Megaderms, Rhinolophus, 
Nycteris, Rhinopoma, Taphozous, Vesperti- 


lio, Plecotus, Nycticejus n. a., viele derſelben 
wieber in mehrere Untergattungen getheilt. 

——7 er, |. u. Fenfier. 

federma / (Malthe), Untergattuug ber 
Gattung Seeteufel, ſ. d.; Axt: Malche s. Lophius 
Vespertilio, M. nasuts, M. notata ze. 
Flebermausfliege (Nycteribia), Gattung ber 
Familie ber ea — d. ie 
Ibermaußf el (Anat.), ſ. u. Gebärmutter. 
Fledermaus „Juſel in ber großen Anton⸗ 
gubai an der Oſtküſte von Madagascar (Afrika). 
lederwifch, ans bem erften Hauptgelent ab- 
gelte (am 6 ift ber rechte) er A Gans, 
te, eines Truthahns n. bgl. 

Fleet, 1) ber zumeilen fchiffbare Hauptabzu 
Tanal der Binnenwaffer, ſ. u. Ubi 2) a 
jo 9. w. Doverfluß. 

Fleeth (Seew.), fo v. w. Fleth. 

— — ſo v. w. Winkelehe. 

eetwood (ſpr. Flithwubd), Charles, Crom⸗ 
—* Schwiegerſohn, Mitglied des Langen Parlas 
ments n. Oberfter der Reiterei; dann Vicelönig von 


Irland, widerjettte ſich aber Cromwell, als dieſer den 


Königstitel annchmen wollte. Deshalb zurlidhe- 


fen, fpielte er en i ; 
Tai: 





Blederpank. Bis: Fleiſch 


dereinſetzung befiefben von ber Amnei 
tälelfen, ft. jedoch bald barauf. 
egel, jo v. w. Dreſchflegel, ſ. u. Dre 
legel, Johann Gottfried, geb. 1815 
bildete ſich größtentbeila durch ‚elbätjtu 
Beichnenden Rünften aus u. wibmete fid 


| beionberer Borliebe ber Selina tun 


ihm in Leipzig begründete Atelier für 3 
mwurbe bald eins ber bebeutenbiten De 
Bon ben zahlreihen Werfen, welche aut 
hervorgegangen find, find ala bie vorzll 
nennen: Die Slluftrationen zu Gebels 
ſchen Gebichten nach Yubm.-Richter , zu 
Herzogs Ernft bes Frommen nad D. 3. 
zu Overbeds Pompeji, zu ber Bilbe 
Schuorr von Carolefeld; ferner bie! 
berühmter Dleifter in, treuen Copien, 
bon. MR. Meigel. Einzelne, Blätter von 
ihöner Nusfübrung find ein Thierſtüd, 
ſtellend, nah Wegner; Die trauernbe | 
Leutemann, eine ber größten ruloaraphı 
ten. Auf ber Pariſer Weltauaftellung mı 
erfte Preis für Zylograpbie zuerkannt. 

legeljabre, ſ. u. Kind. 

legelwiicher ae ſ. u. Milde 

legler (Geſell ſchaft vom Flege 
| in weiche 1411 od, 1412 geil 
Hi rten ald Symbol einen Flegel u. m 
legt in Deutichlund entſtehende Gejel] 
Urt. Daher Fleglerkrieg, wurde von 
leuten. ber F, bein. ®rufen Günther von E 
u. Grafen Briebri von Helbrungen, 
beiden Markgrafen von Meißen, Friedt 
teren u. Wilhelm, 1412 geführt m | 
Streites über bie Thüringer Lande u. 
der Einnahme von Helprungen in bemfi 
ij. u. Ehüringen (Geſch.); nah And. y 
Krieg Hlegelfrieg genannt, weil die 
Markurafen blos mit Biegen bewaffı 
polf hätten eutgegenfe en fönnen. 

Fleimsthal, fruchtbares u. holzreid 
Kreile Trient, j. u. Avis 2). 

Wleifch (Caro), 1) überhaupt bie um 
tbeile des tbierifchen Körpers, nut Au, 
Gefühe, Nerven, Bänder u. Häute. 3 
jiebung unterſcheidet man DMustel«, Di 
geweite-, Zahnfleiſch u. a.; 2) bei. bie 
ihrer je Sun; 2) F. als 
mittel befaßt alle Weichtheile bes thieriſe 
bef. aber das Mustelfleiich, mugeben ı 
weniger Feit u. —— enthaltend. Z 
5. iſt im Mittel zuſammengeſetzt ans 
Wustelfleifch, 5 Theilen Fett ver Zellgen 
len Knochen u. 71 Theilen Mafler. Di 
ſiandiheil des Mustelftoffs ift Fißri. 
weit mehr Nabrungsftofi, ala irgend ei 
product u. bient einer großeu Meuge © 
ſreſſenden) zur unsichliehlichen Nabruma, 
ſcheidet weifie# (das J. ber Kauben, £ 
ber, Rilie, Auftern, Mufcheln) u. rot 
von Wildpret, Mind, Schöps). Das roth 
an Blutroth, Eijen u. Kreatin u. baber li 
Menſch ift zur Fleiſch u. Plamgennaht 
beftimmt. Eigentlich ift alles Thierflei 
aber nur von wenigen Ehieren wohl) 
auf die Dauer zuträgli, Rehes F. 
tigfte, aber ſchwer verbaulich u, nur i 
Zubereitungen (wie in rohen Schiten 


ee |(: | TORBE Er 


ıcch mehr gebämpftes F. iſt nahrhafter 
daulich, als gelochtes; geräuchertes u. 
weniger nahrhaft, ale Ries: (wer 
$ insbefonbere geräucherte Bilde. F 
Thieren taugt nur zu Beuillon. Bon 
gewẽhulich gegeſſen werden, u. vom 
ler iſt das Riudfleiſch das kräftigſte 
rdaulichſte; Das Kalbfleiſch iſt wegen 
it bef. Perſonen mit ſchwachen Magen 
ich ihm folgt das Schöpefleiſch in Der 
8 Schweinefleifch erfordert ftärfere Ber⸗ 
Hinfichtlich der Nahrhaftigkeit nehmen 
nen Fleijcharten folgenten Rang ein: 
er», Echwein-, Schöps⸗, Kalbfleiſch. 
‚Sen im Alterthum uncuftivirte älter, 
it wurden auch in Deutſchland mehr- 
geniacht Pferbefleifch zu effen, 1. Hip- 
om Wildpret geben Hirſche, Rebe u. 
u. kräftige Iefföhipeifen, weniger das 
n. Von Beflügeln liefern Hühner das 
uch Feldbhühner, Wachteln u. Faſane; 
ber minder nährend, iſt Taubenfleifch. 
ne geben Gänſe, auch wilte; doch 
wie Truthũhner, Auerhähne, Ber . 
e Berdauuugskraft. Entenfleiſch ſteht 
ESchweineſleiſch gleich. Kleines Ge⸗ 
hen, Epießoögel, Ortolane, Becaſ⸗ 
ehr Leckerei, als erhebliche Nahrungs⸗ 
5. ber Fiſche gehört im Ganzen zu den 
Igemitteln ; boch fteht es dem ber Land⸗ 
whaftigleit nach 7 —** F. von 
eren der übrigen Klaſſen, von Kreb⸗ 
n, Aufteru zc., komnit ale Nahrungs 
in Anfchlag. Biel fomnıt übrigens bei 
ter Zuträglichleit vom Fleiſchgenuß 
; ber Fleiſchtheile, ter mehreren od. 
Higleit, das Alter des geichlachteten 
Subereitung ter Speilen u. bie Zuthat 
mug). Im diätiſcher Hinficht ift es 
‚ dag der Menih in dem rauben ı. 
klima, unanientlich aber im Winter, 
Renge Fleiſchſpeiſen betarf, um geſund 
bleiben; fi vom F. allein zu nähren, 
nicht ratbfam. Soll aber das %. den 
n, fo muſſen die Schlachthiere gejund, 
nittelbar 5 dem S laden nicht Fi 
jung noch zu alt fein. Am beften 
hit Butor enoffen. Will man friſches 
tk anfbewahren, fo barf man es nicht 
a muß es frei hängen, Wildpret hält 
länger, als das zahmer Thiere; 
langerer Aufbewahrung f. u. Aufbe⸗ 
ern u. Pokeln. Über die aubereitung 
enfchlichen Rabrung |. Kochen, Däm⸗ 
cen, Braten 


raten. 
liten durften u. bürfen nur &. von 
nm, d. h. ſolchen, bie zugleich wieter- 
altene Klauen haben, efien. Kameel, 
Iafe, Schweine, Wiefel, Maus, Igel, 
aren baber unrein, ebenjo bie Raub- 
ihen, der Wiedehopf, Schwan ıc. 
ischen u. Römern war das %. ter 
theil eines guten Mahles, verboten 
16 8. keines Thieres. Mit den Krift- 
fam bas Enthalten von dem Fleiſch⸗ 
pifien Seiten auf u. hat fi tm ber 
i is auf unſere Zeit erhalten. 


| aften Afiens, bie Offder, 


*⸗ 


eigyelne chriſtliche Secten u. a., gar kein F. aße 
ee eine aus ber Deinung, € viele 
Fleiſcheſſen ben Geiſt träge, das Gemuͤth gum Zorn 
geneigt made ıL. überhaupt ein verfehrtes Weien her⸗ 
vorbringe. Die Hiubu geuießen wegen ihres Glau⸗ 
ben® an eine Seelenwanberuug gar fein 8. 1851 
hatte ſich in London ein Fleiſcheſſervereiu (Ihe Ve- 
getarian Society) unter tem Parlamentönritglieb 
Bretherton gebifbet, beflen Mitglieder mit Berfhmä- 
bung aller Fleiſchſpeiſen blos egetaßilien genofien. 

a das Fleiſch neben dem Brode der beben⸗ 
tendſte Conjumticnsartifel ber menſchlichen Geſell⸗ 
ſchaft if, jo iſt die Preisbewegung deſſelben für bie 
wirthſchaftlichen Zuſtãände eines Volkes von weſent⸗ 
licher Bedeutung, u. wie bei dem Brode ſeit dem 
Aufhören ber Naturalwirthſchaft bis in Die neueſte 
Zeit einer wirthichaftspolizeificden Controfe unter⸗ 
worfen, um wucherifche Preisſteigerungen zu ver» 
büten. Indeß bat man mit ber dieiſchtaxe ähn- 
liche Erfahrungen wie mit ber Brobtage (f. u. Brob 
II.) gemacht, ja ber Auiftellung berfelben fanden 
noch größere Betenfen in Wege als bei dieſer, da 
die Güte des Fleiſches ſervohl nach her Beſchaffen⸗ 
beit des Stüdes Vieh, als auch nach ben ei 
Körpertheilen billiger Weife bei ber Preisnornirung 
in Betracht zu ziehen if. Min bat nun zwar ver» 
fucht, das F. in verfchiebene Sorten einzucheilen u. 
für jebe derſelben eine befoudere Taxe auszumerfen, 
fo namentlich in Paris, aber auch taturch wurde 
der beabfidhtigte Zweck unvolllommen erreicht, bit 
man endlich bie Fleiſchtaxe ganz fallen ließ u. bie 
frete Concurrenz auswärtiger, | . Yandichlächter 
mit den ſtädtiſchen Fleiſchern zuließ, wodurch au 
am beſten einer künfilichen Theuerung vorgebeugt 
wird. Die Preisbewegung des Be folgt bis⸗ 
weilen ber ber Brodfrucht, jebody nicht immer, fo 
daß namentlich im futterarmen Jabren ſelbſt bei 
Getreibetheuerung bie Fleiſchpreiſe finten, weil bie 
Erhaltung des Biehs den Koften, weiche biefelbe ver- 
urſacht, nicht angemeſſen i bnliche Verhaͤltniſſe 
treten ein, wenn Viehſeuchen zu maſſenhaften A 
ſchlachten des Biches nöthigen. Die Vermindern 
des Viehflandes in einem Jahre bat naturgemä 
eine Preisfteigerung bes Fleiſches in ben folgenben, 
nanıentlich futterreichen Jahren zur Folge. Die Ber 
fleuerung bes Schlachtviehs (GSleiſchtener) bildet im 
vielen Städten od. ſtädtiſchen Cemeinden eine wich. 
tige Ginmahmequelle, f. u. Schlachtſteuer. 

F. zum DUnger wird am beſten mitungelöfchten 
Kalt beſtreut, ſeicht vergraben, nad 14 Tagen aus⸗ 
geworien, von ben Krocen — ut ehe 
zu Eompoft vermengt; vgl. Flei e. 
muß —E vor od. bei dem Sien bes Ge» 
treibe® außgeftreut werden. Als Sutter für Rinde 
vieh u. Schweine wird es von ben Knochen , 
bis zu einem gewiflen Grade mürbe gekocht, Bein 
gehadı u. mit Strohhädfel od. Grünfutter vermiſcht. 

ei Futtermangel ift es ein nicht unwichtiges Sur⸗ 
togat, da es aus Cadavern beftehen farm. AB 
Heilmittel iſt frifches, rohe, no warme®, blu⸗ 
tiges Rind⸗ od. Kalbfleifh ein gutes Hausmittel 
gegen entzlindete Augen, auch bei ſympathetiſchen 

uren fpielt das %. eine Rolle. 

Fleiſch (griech. Zaps), bedeutet im bibliſchen 
Sinne, zundchſt im ei Ye AA 
ben Körper des Menſchen nach ſeinem groben Stoff, 

edoch ſehr oft mit dem Nebenbegriff ver Schwäche, 
olltouımenheit u. Sinfälligfeit (2. Cor. 4, 11), 


aber auch ohne biefen Nebenbegriff (Col. 
,5); dann bezeichnet es auch ben genen, en⸗ 
chen (Col. 2, 17), wie denn auch von Chriſto ge⸗ 
agt wird, er wäre Fleiſch geworben (Joh. 1, 14), 
u. wird zuweilen anf das game Leben angewen⸗ 
det (2. Kor. 10,3). Biel Sie wird ed im fitt- 
lihen Sinne gebraudt, u. zwar im Allgemel- 
nen als jener Zuſtand, wo ſich der Menid von 
Sn abwenbet u. nur für bie äußeren irdifchen 
inge Sinn bat, fo daß e8 bamit im wollen Gegen- 
aß zu bem böberen geiftigen leben (/Treuue) fteht, 
ob. 3,6). Auch bie Folgen, bie daraus entfteben, 
u. namentlich die Infterbaften Begierben, werben mit 
dem Morte F. bezeichnet (Gal. 5,24). Bei. im Pau⸗ 
liniſchen Lehrbegriff nimmt biefes Wort eine wichtige 
Stelle ein, u. ber Aboftel gebraucht es oft, um auf 
die Me Richtung der menschlichen Natur, welche 
der Bo ziehung des Geſetzes wiberftrebt, damit hin⸗ 
udeuten, weshalb er den Menſchen, welcher dieſer 
chtung folgt u. welcher durch das Chriſſenthum 
noch nicht wiedergeboren iſt, einen Fleiſchlich Ge⸗ 
finnten neunt u. nicht ſelten überhaupt Alles, was 
dem Chriftentfum entgegen ift, jebes Übergewicht 
ber finnlichen Triebe über bie Bernunft, jebe Bes 
ftreitung bes hriftlichen Elements, jebe eben 
vom göttlichen Leben, jedes Zeichen der Selb ud 
"" ZleildanemudB (Med), 1). iefägenäce 
auswu ed.), 1) 1. Fleiſchgewchs; 
) fo v. w. ———— fo v. w. Wildes 


Fleiſch. 

Fleiſchbank, 1) öffentliches Gebäube mit Stän- 
den uben, h —— verfauft wird; 
2) bie einzelne Bank eines Fleiſchermeiſters au 
bem Fleiſchmarkte, zugleich mit dem Rechte Schlacht. 
vieh zu fchlachten u. deſſen Fleiſch zu verlaufen. 

Fleiſchblume, ift Cardamine pratensis u. 
Lychnis tlos cuculi, 

Sei brüße, fo v. w. Bonillon. 

leiſchbündel, biündelartige Abtheilungen in 
Muskeln od. muslelartigen Theilen, wie 8. des 


Berzens. 
darre, ſo v. w. Räucherlammer. 
leiſcheingeweidewürmer (Entozoa paren- 
chymatosa), bei Cuvier Eingeweidewürmer mit 
jeligem Körper; ftatt des Darmlanals mit äftigen 
Gefäßen ; die Nahrung nehmen fie von außen durch 
Sauglöcer ein. Familien: Kraßer- (Acanthoce- 
phalı), Saug⸗ (Irematoda), Band» (Taenioi- 
es) u. Riemenwirmer (Cestoiden). 


Fleiſchen (Kürſchner u. Gerber), bie an ben 
rohen Fellen hängenden fleifhigen Theile von ben- 
felben abjchaben; geichieht auf dem feftftehenden 
Sleiſcheiſen. 

Fleiſcher, Handwerler, welche das eßbare zahme 
vierfüßige Vieh (Rinder, Kälber, Schweine, Schafe, 

tegen) kaufen, ſchlachten u. das in Stücken zerlegte 
eiſch verlaufen; auch verſtehen die F. die verſchiede⸗ 
nen Arten Wurft zu machen, Fleiſch zu bökeln u. zu 
zäudern. In Oberdeutſchland heißen die F. Met - 
ger, in Niederſachſen Schlädter ob. Sleiſchbauer; 

Breslau heißen bie F., welche nur Meines Bich 
ſchlachten, Geßler; in Wien bie, melde ſich mit 
Wurſtbereitung beichäftigen, Wurftler, u. welche 
def. das Fleck⸗ (Kaltaunen-) fieden treiben, Fleck⸗ 
fieder. Wer nur Vieh anderer Hauswirthe ſchlach⸗ 
tet, heißt ein Hausoſchlachter (Küter); die Land- 
ob. Dorffleifcher aber, im Gegenfat zu den zünf- 


Fleiſchanswucht is Fileiſcher 


tigen Stadtfleiſchern, kLAßerer. M 
heißen dietſersurfes ob. dixuae ucnũ⸗ 
drei Jahre wandern nm. erhalten fern Ee 
Lehrlinge lernen drei bis vier Jahr. D 
ſtück — ereqh 


ten eines 


ren des Gewichts eines ſolchen Thier 
Schlachten. Dies Schatzen gefdjiebt I 
Thieren burch Aufheben, bei einem Rin 


Augenſchein n. mit Hülffe einiger Grif 
geiffe), d. 5. dem Angreifen, um bie F 
Fettigfeit deſſelben zu unterfuchen ; im 
darf die Angabe nur nım 1 Pb. im lebt 
10 Pſd. von der Wirklichkeit abweichen. 2 
allen Orten, wo Zünfte beſtehen, zünfti 
ſcher haben Erfaubniß, an Marlttagen f 
Städten zu verlaufen, jeboch bürfen fie 
burſchen annehmen. Das Schlachte 
richtet der $., indem er das Rindvieh mit 
eines ftarten Beils (Schlagbeil) auf die € 
daß es nieberffürzt; dann fticht er es mit 
gen, ſcharfen Meſſer el i 
u. ſchneidet bie Gurgel m. bie 8a 
damit das Blut gehörig auslaufe. Seli 
er fih ber Fanges, wobei er ınit bem 
ter beim erſten Halswirbel einfticht u. fo 
mark durchſchneidet. Iſt durch Bewegen 
das Blut abgelaufen, fo legt derF. a6? 
Rüden, ſchneidet die Haut auf u. TOR | 
arbeiten); dann hängt er es mittelft « 
Durch Die Sehnen ber Hinterbeine 
(Sperrbog), wodurch es ge leich 
geſperrt wird, auf, nimmt alle Eingen 
reinigt n. wächt lebe u. zerhaut 
Thier. Kleinerem Vieh wirb gewöhnli 
Kehle aufgeſchnitten (Abkehlen). Sqh 
— au — * > — 
ehenen Krippe achtbank) geſchla 
geſchlachteten a ein be Aa Kin 
werten fie nach dem Auffchneiben 1 
Stückchen Holz (Nierenipreifer) aut 
Ipreizt. Das Schlachten Abſſt echen) d 
geſchieht ebenfalls durch Aufſchneiden dx 
delſt des Schlachtmeſſers; um bie © 
ausrupfen u.abichaben zu fönnen, bient! 
der 5. thut Dabei geſtoßenes De in 
damit die Borften glatt u. fteif ; 
das Abfchaben der Grundhaare (Na 
einem ſcharfen Meffer od. einer gefrit 
zwei Griffen verfehenen — (Schabe 
bölligen Erkalten beginnt das Aus| 
d. h. das ſchon geſchlachtete Thier wird 
vollends zubereitet. Zum Zerhar 
bi. des Fleiſches dient das Sell 
ehr breites, dünnes, dem — 
der Zimmerleute ähnliches Beil 
jebod von beiben Geiten gleichfärnig 
if. Als Zulage gibt ber %. von Neben 
gefchlachteten EL eres. Der Tag in be 
welchem er Vieh zum Berkanf ſchla 
Schlachttag; das Gebäube ob. de 
einem Gebäude, wo gefchlachtet wirb, 
haus. Das in größeren Stäbten 

ber Thiere eingerichtete Haus nebft £ 
mehreren ob. allen %-n gemeinfchaftlich 
en a. Ey. Shen, D 
andwerk, Ilm. 1825; Fleiſcher 
—ã Weim. 1846. 


"Wieifiger sis  Bieiffeeffende Tptebe " 


1) Johann Lorenz, geb. 1699 
feit 1707 in Halle pru⸗ 
irte ſich an der dortigen Univerfität; 
Brofeffor der Rechte; kam 1733 ale 
Banbelten nad Frankfurt a. d. O. n. 
). Er ſchr.: Institutiones juris na- 
iam, Halle 1722, 3. A. ebd. 1743; 
ı geifflichen Recht, ebd. 1724, 2 Bde., 
d; De juribus et judice compe- 
um, ebd. 1724, 2.%. ebd. 1745; 
juris feudalis, ebt. 1736, u. m. a. 
geb. 1769 in Frankfurt a. M., Sohn 
3uchhänblere, widmete fi) ebenfalls 
1, errichtete in Leipzig eine Buchband⸗ 
» neben dem Sortiments « — den 
Sein Berlag wucht bald zu einem 
nfange u. beftand zum großen Theile 
rm, Klaffiferausgaben von Hermann, 
er Ehönenfiteratur n. der Aſcetik 
erfen. Er trat denfelben 1829 feinem 
J. ab, verkaufte fein Sortimentsge⸗ 
sehberger u. zog fih nach Dresben auf 
mwäd, wo er 1849 fi. 8) Ernfl, 
L,geb. 1800, Iernte bei feinem Bater 
d, erweiterte feine Gefhäftetenntniß 
u. etablirte 1822 unter feinem 
wg eine eigene Bud» u. Kunfthand- 
de feine Thätigkeit vornehmlich bem 
hen Werten ber Englifchen, Fran⸗ 
iſchen Sprade u. modernen 
haft au u. farb, nachdem er 1829 
186 Baters übernommen hatte, 1832. 
a Birma ging in den te 
ranz Mainoni über, welcher früher 
Nerreichiſchen Dienſten mehrere Feld⸗ 
t hatte n. dann eine Seidenhandlung 
———— in Leipzig etablirte. 
ufte Geſchaft u. Firma 1953 Ferdi⸗ 
‚ welcher indeß ſchon 1854 beides 
überließ. 64) GeorgFriedrich, 
eipzig, Vetter von $. 2), Sohn des 
Bob. Benjamin ns $., der 
Buchhandlung in Leipzig begriünbet 
ven Buchhandel in ber Hanblung feie 
ıchte mehrere Reifen, übernahm 1818 
Selhäft u. ſetzte es unter ber Firma 
leiſcher fort. Seit 1831 Mitglieb 
in einzig u. feit 1832 Mitglied, 
ıber ber Leipziger Buchhändlerdepu⸗ 
‚er fh um die Organifation des 
dels u. bie Forderung der Inter» 
geringes Bertienfl. So war er 
wünbung des Vörfenvereins (1835) 
Buchhändler thätig, in deſſen Bor- 
ılls ein Amt befleidete, u. die haupt⸗ 
Veber zur Grundung ber Buchhänd- 
ı Leipzi (1853), beren une er 
e gefhäftliche Thätigleit war in fo- 
1 Bebentung, als fie einen ge- 
hr des bentfchen mit bem englif 
Buchhandel anbahnte. Seinen Ber- 
u einem ber bebentendfien Deutſch⸗ 
e werbreitete ſich vorzugtweiſe über 
iſchen n. modernen — ‚ber 
Zelletriſtik ze. Sein Sortimentege- 
r 1856 feinem Sohne Karl Friedrich 


Leberecht, geb. 21. Febr. 1801 in 
— E Eavacm in Seife 


gügt 


u. Paris, wurde 1833 Oberlehrer am ber Mrenz- 
faule in Dresden u. 1836 Profeflor der Morgen- 
ländifen Sprachen an ber Univerfität in Leipzig; 
er fhr.: De glossis Habichtianis in IV priores 
tomos MI noctium, ?p}. 1836; ge® eraus: 
Abnlfedas Historia anteislamies, ebd. 1831; u. 
überfehte Samachſcharis Goldene Halsbänter, ebd. 
1835; Alis 100 Eprüde, ebd. 1837; Baidhawis 
Sommentar zum Koran, ebd. 1844— 48, 2 Bbe.; 
—— ——— Grammatik der Berflihen Sprache, 
ebd. i 

Bleifdjerbeil, 1) fo v. w. Hadbeil; 2) f. u. 
Fleiſcher. 

Wleifhergriffe, I, u. Fleiſcher. 

leiiherbund, |. u. Ound. 
letiiherfäharren,, fo v. w. Fleiſchbaul. 
tin erfalg, roher Talg, ber noch nicht aub⸗ 
gelaſſen iſt. 

Flelſchervogel (Vanga destructor T'emk.), 
ein wlirgerartiger Vogel aus Amerika, mit ſchwärz⸗ 
lichem, unten mweißlihem Gefieder, Länge 6 Zoll. 

Fleifhfarbe, 1) (Mat.), f. u. Earnation; 2) 
— die röthliche Farbe ded durch die Haut 

mernden Fleiſches. Auf Seide färbt man ſie 
mit Saflor durch Beimiſchung von GSeifenwaffer, 
auf Wolle mit Bau, Cochenille n. Zinfaufiöfung ; 
8) (Herald.), mit ihr werden Glieder des men 
lichen Körpers tingirt, weshalb fie auch beim Bla⸗ 
fonniren nicht angegeben u. durch Schraffirung nicht 
ichnet wird. 
leifhfliege, mehrere Arten von liegen, bie 
dem Fleiſche ſchädlich werten, als: a) @igentliche 
raue %. (Musca carnaria L., Sarcophaga c. 
eiq.), Art aus ber —— etwas größer 
ale Schmeißfliege; Fühlerborſte gefiedert, Körper 
gran, Augen roth, Örufiftld ſtreifig, Leib vieredig 
gefledt; das Weibchen bringt lebendige Maben, 
Hetigmaden (foll deren 20,000 um Leibe beherbergen), 
fegt dieſelben auf Fleiſch, Aas, Wunden; Verpup⸗ 
pen geſchieht na 3 Tagen in der Erbe; b) Klei⸗ 
nere %. (M. vivipara minor), bald fo groß, hat 
boppelte Gierbündel, nur 60 Larven; e) Blaue 
B: (Scähmeißfliege, M. vomitoria Z.), Bruft 
‚ Leib glänzend blau, mit [hmarzen Binden, 
hlerborſte gefledert, if ol lang, fliegt mit 
arkem Geſums, legt ihre Zier auf Fleiſch In dem 
Speiſekammern u. Fleiſchbanken, auch in faulende 
Wunden; die Larven kriechen bald aus, geben ſtinken⸗ 
den Geruch, wachſen außerordentlich ſchnell (werden in 
24 Stunden gegen 200mal ſchwerer), fallen auf die 
Erde, mo fie ſich verpuppen u. bald zur Fliege wer⸗ 
ben. Die Fliege läßt fich bisweilen durch den Ge⸗ 
ruch der Stapelia hirsuta u. de8 Arum dracun- 
culus tänfdgen, Gier darauf zu legen; d) YAas- 
fliege (M. cadaverina), goldgrün, Meiner als bie 
folgende, legt Gier auf Aa n. Miſt; e) Leichen⸗ 
fliege (M. mortuorum Z. ), ift der Schmeiß iege 
ähnlich, Kopf golbgelb; Lie Larven (Leichen⸗ 
würmer) an Leichen, auf die fie nur dadurch kom⸗ 
men, daß bie Fliege ihre Gier auf biefelben legt; 
fie wachſen alfo nicht von felbft in dem — 
vote ſonſt wohl bie Leute glaubten; f) Goldfliege 
(M. Caesar L.), wie vorige gefärbt, doch größer; 
legt die Eier in Aas. 
Bleifäfreflende Thiere, 1) Cieiſchfreſſer, Car- 
i 


nivora), bei Cuvier Unterordnung der Raubthiere; 


fie haben Klauen u. drei Arten von Zähnen (vier 
Schneide⸗, ſtarkle u. lange Et« u. od. 


80: 


fumpfhöderige, zadige Badenzäbne) u. find um fo 
mehr auf bie Fleiſchnahruug eingejhränft, je ſchnei⸗ 
bender bieBadenzäbne find ; die Unterfintlabe bewegt 
fich nicht feitwärts, ber Schäbelbau gibt flir ftärtere 
Kaumusleln Raum; ber Geruch ift vorberribend 
ftarf, wie bas Geſicht; bie Bewegung ift. ſchnell u. 
jtart; Körperbilbung ſehr verfchteden, Sie find ge» 
theilt: in Sobleugänger (Plantigrada), Ze⸗ 
bengänger (Digitigrada), |. b., u. 2) F. Am— 
Hbibieniäugthiere (Carnivora), greifen Heir 
nere Thiere an, baben vier ftarfe, freiftcheube, 
jpitige Edzäbne, ſechs ſcharfe Schneibezähne sen 
u, unten, meift ſchneidende Badenzäbne; val. Raub- 
tbiere. VBon ihnen, bei. ben eigentlichen F. gibt es 
foffile Überrefte, mehrere in Höhlen, 

dene (Kochk.), jo v. w. Alpic. 
leiihgewädhs (Sarcoma), fleifhyartiger u. 


ichmerzbafter Auswuchs, entweber äußerlich od. m 


Körperböblen, bei. ber Nafe u. der @ebärmutter, 
von Polypen durch feine breite Bafis verſchieden. 
leifhgülle, flilifiger Dünger, In eine im 
Spfe befindliche, 12 Fuß tiefe, mwaflerbichte, mit 
Boblen dicht verſchloſſene Grube wird Jauche, Urin 
u. blingendes Mafjer geleitet u alle Abgänge beim 
Schlachten, ſowie das Fleiſch der gefallenen Tbiere 


in Meine Stüden gejhnitten, bineingeworfen. Das 


Fleifh wird unter einen großen, ſchwimmenden, 
mit Steinen beſchwerten Kaften gebracht, damit es 
nicht in Faulniß übergeht, ſondern fih allmälig bie 
anf die Knochen auflöft; dann wird bie 5 bei eu. 
ter Witterung auf Wielen u. Felder gefahren. Sie 
wirft weit ftärfer al& die Jauche. 

let — jo v. w. Sarlkokolla. 
leiſchhauer, ſo v. w. Fleiſcher. 
leiſchhauer, Joh. Chriſtian, geb. 1772 in 
Weißenſee, ſtudirte feit 1792 in Leipzig Jurispru⸗ 
benz, heiratete 1800 die Befigerin eines Ritter⸗ 
gutes, widmete ſich der Lantwirtbichaft, zog 1804 
mit feiner Familie nad) Dresden un. 1805 nad) Wei- 
mar, fetste Dort feine Rechtsftubien fort u. fl. 1841; 
er fohr.: Die deutiche privilegirte Lehn- u. Erb- 
ariftofratie 2c., Neuſt. 18315 Das gutsherrlich⸗ 
bäuerlihe Verhaltniß in Deutichland, ebd. 1835. 

Fleiſchhaut, 1) (Anat.), fo v. w. Mustelhaut; 
2) die bei mehreren Thieren, welche dadurch eine 
„ eigeue Beweglichkeit ber Hautdeden erlangen, fi 

Au dem Fette finbende u. bafielbe theilmeife mit 
bildende mustuldfe Schicht. 

Sleiſchhoͤrner (Cornua carnea), walzenför- 
mige on: fleifchige VBerlängerungen ber Haube 

ei Bögeln. 

Felfgige Beiden (Aftrol.), die Jungfrau, 
Wange u. der Waſſermann. 

Fleiſchkegel (Caruncula pyramidalis), eine 
Tegelförmtge, fleifchige, ausbebnbare Verlängerung 
ber warzigen Kopfhaut, 3. ®. beim Truthahn. 

Fleildeißte, aus gebratenem ob, gekochtem 
Sammel», Rind⸗ ob. Kalbfleifhe, welches mit 
einem Wiegemeffer fein gefchnitten u. wozu geriebene 
Semmel, Eier, Salz, Hein gehadte Echalotten 
getban werden; bieß mwirb zu einem Teige 'ge- 
rührt, Klöße Daraus gebilbet u. in Butter gebraten, 
Als Bufatı lönnen fein gefchnittene Sardellen n. 
Gitronenichale, Muscatenblüthe zc. dienen. Man 
kann auch verjchiedene Fleifchlorten dazu verwen⸗ 
ben. B* 8. von rohem Kalbfleith wirb das Fleiſch 
geihabt, ftatt mit bem Eee zerichnitten. 
Biei[Gfnogengefäw 


jo v. w. Oſteoſarlom. 


Fleiſhaallerte Kia. Dleiſchliche Berhgechen 


Fleiſchlappen (Faleariae), an br 
ſchnahel mit der ſchmalen Seite befeſtig 
baͤngende, fleiſchige, zarfhäutige Theil 
VBogel (Hübner); Anh abgerundet, auege 

Fleifchlice Verbreden Gieiſchet 
zuchtöverbrechen, Delicta Carnis), bie 9 
welche durch eine firafbare Befriedigun 
ichledhtötriebes begangen werben. Im 
läßt fich annehmen, daß dergleichen Um 
fefern fie wicht mit Berlegung einer fra 
fönlichkeit (Gemalt) od. unter Verſchun 
Pflichten (wie beim Ehebruch) verbunden 
Natur nach nicht bem Gebiete bed Stra 
gehören, fonbern nur als kace 
lichleit zu betrachten finb nn. als folche 
vor dem Richterftuhle bes ——— X 
lichen Moral finden müffen. Allein wich 
polizeiliche Nüdfichten haben bie Veraul 
boten, diefe Verbrechen doch auch mit | 
Strafen z  bebroben. Auf dem ger 
ſchlechtotriebe beruht die ganze Yortpfla 
Menfchengefhlechts; bie Ausartung beel 
nicht blos dazu führen, alle Bande der bi 
Sittlichkeit zu iöſen, fontern auch ein 
Verlommen ter Staatsblirger zur 
welches von bem nachtheiligften 
ganze Stanteleben fein müßte. Bor 
dadurch Die Erhaltung eine® georbneten 
lebens — fein, auf deſſen Heiligh 
Staat als eine der Hauptgrundlagen 
ſtehens vorzugsweiſe zu halten hat. Im 
inftemen aller Voller haben baber bi 
wenn aud) in fehr verichiebener Weife, i 
gefunden. Allgemein ift babei wah 
bie frübere Zeit biefelben mit weit haben 
belegt hat, als Dies in ben neueren I 

ejcheben iſt, welche im Gegenſat zu be 
echte fogar ‚bezüglich dieſer Verbrecht 
umberbältnißmäßige Milde vormalten I 
einzelne Arten ber fyn B. find ausjugeid 
Stupration od, einfache außerebeliche Un 
Eoncubinat, c) ber Ebebrudh, d) Die Big⸗ 
Anceft, ſ) bie wibernatürliche Umzudt | 
g) bie Pothzucht, hr die Auppeler u Ip} 
rung. Über die unter b—i genannten 


. einzelnen Artikel. Unter ber einfachen 


Unzucht od. Shwädung (Stuprum 
tio, Corruptio viduae vel virginis ha 
jede wiffentfiche außereheliche, nicht nai 
auch nicht mit Gewalt verübte fleifchliche B 
einer ledigen Mannsperſon mit einem 
nicht mit dem Manne in verbotenem 6 
wandten Weibe zu verfiehen. Ausgeſchl 
daber neben allen, unter nahen Bermai 
gefallenen inceſtuoſen ob. ben mit Gewel 
nen Unzuchtsfällen namentlich die Stupr 
privilegirten Lohnhure (Meretrix). MW 
mern war bie Strafe tes einfachen Stu 
ber Lex Julia de adulteriis für be 
Conftscation bes häfftigen Vermögens, | 
Perſonen Leibesftrafe, verbunden mit 9 
doch fiel diefe Strafe weg, menu ber: 
bie Geſchändete (Stuprata) als Koncu! 
Concubitus) od. zur Frau erhielt. Im 
wurben alle Unzuchtswerbrechen u. dam 
einfache Stuprum von ber Geiflichkeit 
brechen gegen die kirchliche Ordnung vo 
lichen Gerichte gezogen. Bon biefen v 


Fleiſchliche Verbrechen his Fleiſchzehnt 
| 


Aufang® mit willlürlichen Strafen, 
öffentlichen Kirchenbuße, belegt, welche 


im &eltftrafenıHurenbrüde, Hurens | 


nbeit werden find u. als foldhe ſich 
oteftantiichen Kirche (3 B. unter bem 
be Cenfurgebübren) bie in bie neueren 
ı baben. Gewöhnlich befland die mit- 
chenbuße (ſ. d.) darin, daß die Ge⸗ 
end des öffentlichen Gottesdienſtes im 
de (Sünderhemde) vor der Gemeinde 
en eigenen Platz in der Kirche ein⸗ 
dem Geiſtlichen eine beſondere Buß⸗ 
ı mußte, woran fi jedoch auch von 
neinglieber neh manche anbere Be- 
näpfen pflegten. Au biefe Kirchen- 
ch auch bie Praxis ber weltlichen Ge⸗ 
liche Ausftellung, Verweiſung aus 
iſchneiden ter Kopfhaare einer Ger 
b den Büttel find die gemöhnlichften 


e in ben mittelafterliben Etatuten | I 


347 


abgeſehen davon, daß bie frage, ab eine Immissio 
seminis Statt gefjunten babe, fich meift gar nicht 
beantworten läßt u. ihre Unterfuchung in ber Regel 
nur zu ſchmutzigen Details führt. Dagegen nimmt 
bie neuere Doctrin ale Augenblid ber Vollendung 
überhaupt bie lörperliche Vereinigung ber beider⸗ 
feitigen Geſchlechtstbeile an, u. bieler Anficht folgen 
auch tie neueren ne ebungen. 
—— nbe, jo v. w. Vereinigende 
Binde, J. Binden (Chir.). 8. kittei (Incarnantia), 
balfamifche u. a. Mittel, Die bei Wunden das Nach⸗ 


| wachen neuen Fleiſches beförkern. 


Fleiſchmaden, find bie ſich von Fleiſch nähren- 
den Larven mehrerer — J. u. Fleiſchfliege. 
u. 


—I agen. 
leiſchmaun, 9* artin, geb. 1747 zu 
Schwarza in der Grafſchaft Stollberg- Wernigerode, 


erlernte bie Gartenkunft in Meiningen, wurte 1775 
Hofgärtner in dem Balais-Garten zu Dresten . 
792 Hauslellner, 1793 Lanbmeinmeifter u. 1798 


wobt finden. Bon ben Reichſsgeſetzen Oberlantweinmeifter, gründete 1799 die Meiner 


bie Reichspolizeiordnungen, melche 
bie leichtfertige u. unziemliche 
* ter von Gott eingeſehten Ehe 
tee bilder auch noch jetzt, ba Lie Ca⸗ 
gprum nicht erwähnt, die Gruntlage 
ung ter einfachen Unzucht nach Ges 
. Das Strafmaß ilt biernach ein 
yer Regel eine kurze Gefängnißfirafe 
u. nur in ben fchmereren Häfen 
Nie ein Grihmerungsgruub bat es 
bienen, wenn durch bie Verübung 
gerniß gegeben wurbe, wenn eine 
tatt fand ob. ber eine ‘Theil dabei 
Keicht gar vorjäglich ob. doch wiſſent⸗ 
peneriihen Kranfheit anfledte. Nach 
zt6lationen wird bie einfache Unzucht 
gängig nicht mehr criminell beſtraft; 
neift aus ben Polizeiordnungen ver- 
ur bie yewerbsmäßige Betreibung 
rei, Fornicatio) wird in einzelnen, 
Eihfiihen, Württembergiſchen u. 
Strafgeſetzbuch, noch ale ftrafbares 
zeführt. Antere Staaten flellen bie 
Onrerei unter polizeiliche Controle, 
boperſonen, wenn fie zu biefem Ge⸗ 
eben wollen, einer polizeilihen Er⸗ 
ürfen (vgl. Bortell), weun dieſe aber 
yrden war, bie Hurerei nur polizei⸗ 
t zur Folge hat, die in Gefängniß, 
Arbeitehäufern, Fortweiſuug bom 
xc. beftehen. Die Unzucht mit nod 
Zerfonen, ſowie mit Berfonen in be» 
ande, wird von ben neueren Straf 
ewðhnlich ber Rotbzucht gleichgeftellt 
eihartig behaudelt. ine michtige, 
Fen B., als dem einfahen Stuprum 
namentlich in früherer Zeit vielfach 
e bildet die Frage nad) bem Augen- 
bung des Verbrechens. Die ältere 
te hierfür nicht allein Samenahgang 
nis), ſondern auch Einbringen deſſel⸗ 
blichen Geſchlechtstbeile (Immis-10 


aß alle anderen Fälle nur als Ver- | 


brechen betrachtet wurben. Allein 
Römiiden, neh aus Dem Canoni⸗ 


ch 8 tem Staudpunkte ber 
it — ——— | 


Weinbaugeſellſchaft u. fl. 1831 in Dresven; er 
Igr.: Blumenverzeihnif, Dresd. 1783, 2. Aufl. 
ebb. 1734; Über bie Erziehung der Maulbeerbäume 
u. die Beförderung des Seidenbaues, ebd. 1754; 
Aufmunterung zum Seidenbau, ebd. 1759 ; u. über⸗ 
fette Yandrianie Abhandlung über den Seitenban 
aus den Italienifchen, ebd. 1793. 2) Gottfrieh, 
geb. 1777 in Erlangen, war Profeſſor der Debiciu 
u. Anatomie daſelbſt u. fl. 1850; er ſchr.: Anlei⸗ 
tung m forenſiſchen u. polizeilichen Unterſuchung 
ber Dieniden- n. Tbierleihname, Erl. 1611; An- 
weilung zur Serglieberung ber Musleln, ebd. 1811; 
Leichenöffnungen, ebd. 1515. 8) Friedrich, geb. 
1791 in Nüruberg, Kupferftecher, ein Schüler von 
Ambr. Gabler, arbeitete vornehmlich in punltirter 
Manier, bie Anzahl feiner Blätter beläuft fih auf 
1900, Davon er febr viele im Auftrag des Buch⸗ 
händlers Fr. Campe verfertigte. Er verließ Nürn- 
berg 1831 u. ging nah Münden, wo er 1534 ftarb. 
Zu feinen vorzüglichften Blättern gehören: Ecce 
homo nad Feon. ba Vinci u. Die vıer Apoftel na 
Dürer. 4) — Ludwig, geb. 1806 in 
Nürnberg, Profector u. Brofefler der Mebicin 
in Erlangen; er ſchr.: Bildungshemmungen bes 
Menſchen u. ber Thiere, Nürnb. 1533; Sceno- 
graphia arteriarun, Erl. 19832; Scenographia 
nervorum, ebd. 1837; Der Fötus im Fötus, 
Rürnb. 1845. 

Fleifhnabelbruch, Fleiſchgewächs in ber Nabel⸗ 
gegend, faliher Nabelbrucd, ſ. Bruch (Chir.) B) a). 

leifhpolyp, f. u. Polgp (Med.). 

leilhrotb, |. u. Roth. 
leiſchſchaärren, lo v. m. Fleiſchbanlk. 
leijchfeite (@erb.), fo.v. w. Aasfeite. 
Fleifhfoble, am Pierbebuf der dünne, weiche 
Theil, welcher bie intere Kläche bes Hufbeine über⸗ 


zieht. 
Leifchfteuer , fo ». w. Schlachtſteuer. 

Fleiſchſtrabl, anı Bierbehuf ein elaftifcher Kör⸗ 
per unter dem Dornftrahl, 

Fleifchthiere (Wirbeltbiere), Tbiere mit 
eigentlichen Nnechen u. Daran befindlichen Fleiſch 
alio: Säugibiere, Vögel, Fiſche, Anıphibien ; Sleiſch ⸗ 
loſe dagegen die übrien Tbicre. 

Fleiſchzabn, ſ. u. Zäbue. 

Fleiſchjange, Marierwerlzeug, ſ. u. Tortur. 

—* zehut, ſen. Zehnt. 


48 Fleiſchzwieback 


Fleiſchzwieback (Galleta carne), erfunben 
von Sail Borbon aus Galvefton in Norbamerifa, 
u aus Weizenmehl u. dem eingelochten Fleiſch⸗ 
faft aus fett⸗ u. knochenfreiem Rindfleiſch u. bil⸗ 
det ein RM Nahrungsmittel, welches na- 
mentlich zu der fogenannten eifernen Portion ber 
Soldaten im Felbe geeignet erfcheint, ba es feicht 
von Gewicht ift, ſich fange in gutem Zuſtande er⸗ 
hält u. in wenigen Minuten ein gutes u. nahrhaftes 
Gericht liefert. Zwei Zwiebacke von je 8 Loth follen 
zur täglichen Ernährung eines Träftigen Menſchen 
volltommen ausreichend fein u. foften, in Maſſen 
rat, nur ungefähr 2 Silbergrofchen. 

Fleiß, das anhaltende Streben, feine Kräfte für 
einen rühmlichen Zweck zu benuben, ohne durch 
Beſchwerden od. Entbehrungen davon fich abhalten 
zu laſſen. Er ift, mie h6erBaupt nützliche Thätig- 
feit Arbeitſamkeit), Pflicht; fein ihm entgegen 
ftehenber Fehler ift bie Faulheit. 

leißen, evangeliſches Pfarrdorf bet Klinkhart 
im Berirt Wiloftein des Kreiſes Eger (Böhmen); 
Baummollenfpinnerei, Papiermüble; 1600 Ew. 

Flekkefjord, Ort int Amte Manbal im nor« 
wegiſchen Stifte Chriftianfand; Stapelplak von 
Saltiord, Armenhaus mit Irrenanflalt, Tabaks⸗ 
fpinnereien, Branntmweinbrennereien, Ausfuhr von 
Hof, giegenfellen u. Olkuchen; 2800 Em. 

Flekkerde, Infel vor dem Ehriftianfanbfund an 
der Sütküfte von Normegen; gehört zum Amte 
Mandal res Stiftes Ehriftianfand; Hafen. 

Flemael (Flamael, Siemalle), Bertholet, geb. 
1614 in Lüttich, wurde Maler, ging, 24 Jahre alt, 
nach Stalien, wo er namentlich in Rom die alten 
Meifter findirte. Seine erften Gemälde verjchafften 
ihm einen Ruf an ben Hof zu Florenz, wo er im 

roßberzoglihen Palafte mehrere Gemälde aus- 
Abrte. on dort begab er ſich nach Paris, wo er 
unter anderen filr Die Auguftinerfiche eine An⸗ 
betung der beil. drei Könige malte, die Kuppel der 
Carmelitertirche mit einer Himmelfahrt tes Elias 
ſchmückte u. in ben Tuilerien ein großes Plafond⸗ 
gemälde ausführte. Seit 1647 war er in Brüffel 
thätig, ging 1670 zum zweiten Dale nad Paris, 
wo er grofeffor an ber Alademie wurde, u. wurde 
zuletzt Canonicus am Collegialftifte in Lüttich, wo 
er 1675 ftarb. Außer den genannten Gemälben 
ſchuf er. noch viele ſowohl durch correcte Zeichnung, 
als auch burch edle Auffuffung u. Träftiges Colorit 
ausgezeichnete Bilter, von denen bie meiften fich 
in Belgien befinden. Die Dominilanerlirche in 
Lüttich wurde nach feinen Plänen erbaut. 

Flemhude (fonft Blemminghube, Vle— 
vinghufen), Kirhborf in Holftein, im Gut 
Duarnbed, am Blembuder See, welcher durch bie 
Eider mit dem Weftenfee u. bem jchleswig-holftein- 
{hen Kanal verbunden ift. 

Fleming, 1) Landhöhe, fo v. w. Flämming; 
2) Srafihaft im Staate Kentudy (Nordamerika), 
13 OM.; Flüffe: Liding- River, Fleming, For u. 
Triplett⸗Creels. Im ften gebirgig, im Weſten 
nur von nichrigen Hügelfetten durchzogen; frucht⸗ 
bar; Protucte: Mate, Meizen, Hafer, Hanf, Rind- 
vieh, Schafe, Scheine ; Eifenlager; tie Maysville- 
Lerington-Eifenbahn durchſchneidet die Grafſchaft; 
organifirt 1798; genannt nah Obrift John Br 
wing, einen der erſten Anfiedler im Staate Ken⸗ 
tudy; 1850: 13,916 Ew., mworunter 2139 Skla⸗ 
ven; Haupıftabt: Stemingeburg, 5 Kirchen, Bank, 


bis Flemming 


Alabemie; 1000 Ew.; 8) Stäbtifcher 1 
Graffchaft Cayuga im Gtaate New 
—— 1 m Fe, p 
emingia (F. , Pfla 

der —* der —— 
Rhynehosieae, Diadelphie, Dekand 
indiſche Sträucher. 

lemington (ſpr. Flemingt'n),* 
Grafſchaft Hunterdon im Staate 
(Nordamerika), 4 Kirchen, Bank; 
Zweigbahn von hier nach Lamberwil 
ſchluß an die Beloibere-Eijenbabn; 

ferminen. 

lemming, eine alte, wahrſcheinlich 
fachjen ſtammende, jett in ber Provin 
Pomntern begilterte, der Lutberifchen 
folgende, 1700 u. 1721 in den Grafenſt 

amilie, Deren Altefter befannter Ahnher 
Thammo) if; er lebte zu Ende bei 
in ee König Bogiflaro IE 8 
u. feinen Nachkommen die erblidde 8 
Landmarſchalls; feine zwei Söhne fl 
Linien, von denen bie jüngere Martenti 
geitiiet von 2) Erdmann, jün 
bams, berühmt geworben ift; feine 

waren Hans u. Klaus. 3) Hans, A 
des Bor., wurde Durch feine zwei 
Stammvater der zwei Linien in 9 
I. Gräflihe Linie zu Budow, 
4) Joachim, jüngerer Urenkel des 
ließ einen Sohn Jakob (geb. 1588, 
welcher zwei Söhne hatte, Georg Kalk 
Heinrih. 5) Georg Kafpar, geb. 
turbranbenburgifcher Geheimrath u. P 
Hinterpommerſchen Hofgerichts, wur 
den Reichsgrafenſtand erhoben u. flaı 
Jdachim Friedrich, älteſter Ech 
geb. 1665, war Königlich polniicher u. 
General en chef u. Gouverneur vo 
ft. 1728. 7) Jakob Heinrich, Brul 
geb. 31. März 1667, trat 1689 in braı 
Dienfte, foht 1690 in der Schlacht 
mit u. wurde darauf Adjutant; nach fei 
von tem Feldzug nah Italien, mo e 
der Schlacht von Darjagfia (1693) beige 
ging er in kurfächltiche Dienfte u. wur 
Generaladjutant; der Kurfürft ie 
nutzte ihn zu einer Sendung au ben Ke 
in ben Angelegenheiten ber polnifchen 
u. bef. Durch feine Vermittlung wurb 
Kurfürft zum König von Polen ermwähl 
deshalb von Dem neuen Könige zum Ga 
geheinien Kriegsrath u. Grögeneralpe 
Sachen ernannt, Dann auch zumGroßftal 
Lithauen. Am Schwedilchen Kriege gr 
zeichnete er fich ehr aus, Daher Karl R 
ranftäbter Frieden Die Auslieferung $- 
Doc entfam berfelbe, davon unterrichtet, 
denburg. Nah Sachſen zurüdgelehrt, wı 
General ber Eavallerie u. Gouverneur: 
Königftein u. Sonnenflein; 1710 poln 
ralfeldzeugmeifter 1. Generalcommandı 
ſiſchen Garden; dann, als der Krieg ımi 
von Neuen: ausbrach, Generalfeltmarfd 
rathepräjitent u. dirigirender Staattı 
kämpfte fo glüchlich, daß fih ein Theil 
{hen Armee unter Geueral Steinbod ec 
andere unter König Karl XIL fi 1 


Tiemming 


I: e ſt. 30. April 1728 in Wien, wo 

dambter an Kaifer Karie VI. Hofe auf 
iflaw Bobo, Bruder bes Ber., 154 

ich polnifcher u. kurſächſiſcher 

mt u. vermäblt mit Louiſe Joachime von 

L1732 ; mit ihm ſtarb Georg Rafpars Li⸗ 

mehamme aus. 9) ven 8433 

b. 8. Mai 163 


er wieber nad) Kurbranden- 

rfien Friedrich Wilhelm babin 

** 1672 Oberß der brandenburg⸗ 

‚ welche unter Konig Michael 

en die Türken fochten; 6 einem 

alte in ben Niederlanden bei dem 

—— — 
ilhelm hr 

teber nn. begab ſich ala Generalfelbmar- 

fachien ; er 30g als ſolcher mit dem Kur⸗ 

un Georg 1683 zur Entiegung Wiens, 

— 
wieder zu 

—E n. wurde Geh. Staate⸗ 

h u. Gonverneur von Berlin, fpäter 

des Herzogthume Hinterpommern m. 

Hums Kamin; er ſt. 28. Februar 1706 


; ex war vermäßlt feit 
schara Boktliche, von Klitzing (f 1664), 
Iiignes Dorothea von a. d. H. 
—* ir Sen A 
„hie Cohn 0a Be, des 


Muh —* n. mn. 
Johan Georg, Bruber bes Ber., 


—— 1747. | oe 
— —— ehe 
im Mannesſtamme aus. 
iſche Linie, I 1721 in den Grafen- 
durch 1 2) Sana Deinzig, 


uuptmann zu Wolgaſt, . u. 
| * ———— 


un das Licht A Bern 6 genannt. 


Heinrid, 


840 

bee © 
ei 59 Sk Bye A Lan 
——— —— — u. * 


rich — von eier auf ke a 

wurde Löniglich preußifcher Geh. Rath u. 34 
bes Conſiſtoriums; er galt ale einer der geiehrteßen 
Männer feiner zei n. fl. unvermählt 1708. 
EuRahius, jüngerer Bruber Bor. 1 . 
1634, wohnte bem polniſchen gelbiuge von 1 

bei, trat dann im ſchwediſche Dienfte, wurbe 1662 
Rammerjunker des Grafen won Baireuth m. zeg 
1663 mit in ben Ungarifcgen Krieg; nad feiner 
Rüdkehr wurde er Amtshauptmann u. Eomman- 
baut der Garbe, trat fpäter in bie Dien 
fürſten vou Baiern u. wurde Oberflientenaut m. 
Commandaut von Münden; 1677 wurbe er Com⸗ 
Imaubant ber Trnuppen bes Marfgrafen von Ausbach 


1681 nah Kurfachlen, wo er ale O 
1687 —*2 von Wien ‚Deitmohnte; 


von —* u. 2. Decbr. 1771 in ame rien. 
18) Graf Karl Georg Friedrich, Bruder bes 
Ber., Ber. , geb 17. Novbr. 1705, war lurſächſiſcher 
der Infanterie, Generalfieutenant der ole 

niſchen Kronarmee u. Gtarof u Meve in Breu 
Kin! Auguſt ſchidte ihn ale —* an die Pr 
urin, Bien u. ernannte ihn darauf 

* Cabinetominiſter, wirklichen Geb. Rathe u. 
aatsfecretär ber auseärtigen Angelegenheiten; 
7— ex feit 1745 vermählt mit Henriette Charlotte 
2 —3*8 von Lubomirsti u. fl. 19. Aug. 1767. 


£onden u. 


raf Johann Heinrich, Sohn bes Beor., 
rz 1752, wer vormals koniglich polni⸗ 
Kron roßichwertträge er, vermählte fi 1782 


mit ehr ane Marie Eharlotte geb. Gräfin vom 
n. fl. 7. Zuni 1830 in Wien. 29) zur 

—— n des Vor., 

183, war Kr —* Seh. * u. * 
außero —* —— 
Niniſter en Kailer von Bra n Rio be 
Janeiro, zulegt in gleicher Eigenſ 


fitanifen $ — 25 — ae 
o 
u: n) Sof Rarl —8 Bru je 
Bor., geb. 1 18 echt. 1783, Ion r& — 
—38 in Erfurt n. trat u aus GStaats⸗ 
A iR feit 1812 vermählt mit Wilhelmine 


gi, bite von Hardenberg; fein Ältefter Sohn, 
813 geboren. 
—* 23) C ans, Pe von %. 2), welcher 


um 1393 mit Erih von Pommern, 
— König 4 XIII. von a lockt 
mein 3 


der $. na 

Ar befien Batıe Schloßhauptmann in 

war, lämpfte als Admiral der ſchwediſchen Flotte 

glädtih gegen die Dänen, Guſtav Waſa 

Im 1523 zum Reicherath u. dann zum Lagmann 
im fübfiden Finnland; 1526 wurbe er ber Er⸗ 

nenerung be6 von 1510 halber 


Flemming ts, Fleſche 


nach Rußland gefanbt, worauf ber Vertrag vom | durch feine Compofitieu der Horauiſchen 


2. Septbr. geichloffen wurbe; bei ber Krönung zu 
Upfala 12. Ian. 1528 wurde er nebft 12 Edlen 
vom König zum Ritter geichlagen u. wurde 1561, 
nachdem Eſthland unterworfen war, Gouverneur 
in Reval; er flarb im Auguft befielben Jahres. 
24) Lars, Neffe bes Bor., Sohn des Iwar 
war ſchwediſcher Neicheratb, ging 1555 ale Ge⸗ 
—5 nach Kopenhagen, wurde 1561 von Erik XIV, 
den Freiberrenftanb erhoben u. in demſelben 
Sahre Etattbalter in Reval; ein Verwandter von 
&m, 25) Clas, wurde von Erik XIV. zum Ri 
ter geflogen n. erhielt vom König Johann III, 
1568 bie Freiherrnwürde, wurde dann Reichs⸗ 
Yath u. Reichsadmiral, beflegte 1570 die Dänen 
ir einer Seeſchlacht an der Küfle von Schonen 
®. führte auch 1581 ben Fall von Narwa herbei; 
fpäter wurde er Reichsmarſchall u. unter König 
Sigismund Statthalter von Finnland; er hatte viel 


egen den Haß, welchen Herzog Karl auf ihn gewor« | 


en hatte, zu Tämpfen; Letter ftiftete einen Aufruhr 
an gegen bas Leben %-8, welchen biefer aber mit 
Battengemwalt nieberbrüdte; er fi. 13. Mai 1597. 
26) Axrel, wurde von König Karl XI. in den Gra⸗ 
Tenftand erhoben. 27) Freiherr Guftan Adolf, 
geb. 31. Juli 1781 auf dem Gute Arfta in Stod« 
Yotme«Rin, begann feine militärifche Kaufbahn 1798 
ale Unterlieutenant im Spen - Ürtillerieregiment, 
wöhnte den Yeldziigen in Pommern, Siunland -u. 
Deutſchland bei, trat 1840 als Chef des Götha⸗ 
Artillerieregimentd aus dem Dienfte u. fl. den 17. 
Yantıar 1848. ' N 
(Flemming, 1) Paul, geb. 5. Octbr. 1609 zu 
Sartenflein im Schönburgiichen, wo fein Vater 
Prediger war; ftudirte auf der Fürftenfchule - im 
eigen, bierauf in Leipzig Mebicin, ging aber, 
Son den Kriegsunruhen verſcheucht, 1633 nad 
Holſtein; bier ſchloß er fih der Geſandtſchaft an, 
welche der Herzog Friedrich von Gottorp an ſeinen 
Schwager, ben Zaren Michael General: nach 
AMostan ſchidte u., 1635 zurüdgelehrt, einer noch 
Hlänzenteren Geſandtſchaft nach Perfien, von welcher 
tr 1639 fiber Moskau wieber in ber Heimath an⸗ 
Tangte. Er fl. 2. April 1640 in Hamburg, wo er 
ſich als Arzt nieberlaflen wollte. Obgleich nicht 
ganz frei von den Einfläffen ber Zeit, fteht F. doch 
unter den Pyrifern des 17. Jahrh. obenan. In feiner 
Telitihe Podmata, Füb. 1642 (unter dem Titel: 
Geiftige u. Weltliche Pormata, Jena 1651, Naumb. 
1651, 1652, 1660, 1666, 1685), find 485 Gebichte 
erhalten, darunter find bef. bie ſchönen erotiſchen 
Lieber, die kräftigen, dırchans originellen Sonette, 


mehrere vorzũgliche geiftliche Geſänge (wie In allen | 


meinen Thaten) beachtenswerth. In feinen Rach⸗ 
laß haben 19 auch eine Argenis u. eine Schäferei 


Bu uswahl feiner Getichte von G. Schwab 


Stuttg. 1820) u. in Müllers Bibliothel beutfcher 


"Dichter bes 17, Jahrh. (Lpz. 1822, 3b. 3). Lebens⸗ 
"Beichreibungen in Varnhagen von Enfes Biographi- 
ſchem Dentmale, Bo. 4; von Schmitt, Marb. 1851. 
ne Geſammtausgabe jeiner Schriften hat Lappen⸗ 
berg angelüntigt. 2) Friedrich Ferdinand, 
‚geb. 1778 im Sächfifhen Erzgebirge, ſtudirte felt 
27% in Mittenberg u. Jena Medicin, ging dann 
zu feiner weiteren Ausbildung nach Wien u. Trieft 
‚2. habilitirte fi 1803-an der Univerfitit in Berlin, 
100 er auch bei. als Augenarzt wirkte; er ft. 1813. 
Anch als Mufifer zeichnete A F. aus u. iſi bekannt 





teger vitae. 

Flemung (Bleming), Malcolm, ſtodi 
ben umter Boerhaave m. lebte ale i 
bei Hull im 18. Jahrh.; er fdhr.: Ne 
(Gebicht), Mork 1740 (italien. om 17 
posal for improving the praetice of 
Hull 1742; The nature ofthe nerı 
ebb, 1752; Syllabus of the contents 
of a course of lectures on the ami 
nomy, ebb, 1752, n. Aufl 1759; De 
Solani inventis circa arleriarum j 
praesagia inde haurienda, ebb. 17: 
duetion to physiology, ebd. 1759, u. 
diciniſche Shui ten, 

Blend Keys (for. Flentſch Kihe), : 
führlihe Sanbinleln bei ber Inſel Mar 


| ber Zune ber Bahamas. 


Flensburg, 1) Amt im Herzogthum 
17 OM., 27,000 Em; degrenft deu gri 
von Angeln, zerfällt in Die Wies⸗, 

Nie- u. Diunfbrarupbarbe; 8) gr 

Herzogthums Schleswig, an einem Ra 
Oſtſee (Mlendburger Dafen): Sit ,des M 
aerichts für Schleswig u. bes Amts 5 
öffentliche Schule, zualeich Gelehrte n.3 
8. bat den beften Hafen u. ben bebentenl 
del in Schleswig (130 Schiffe); Bram 
nereien, Brmercien, Zabal» u. X 
Anderfiebereien; 14,000 Em. In den 
F. bie Ruinen bes Schloſſes Duabut 


| Königin Margarethe ftarb. — F. wurde 


jroiichen Erich bem Heiligen u. feinem 8 
im 13. Jahrh. von Erfterem erobert n. 
in dem Kriege bes Grafen Niklas ve 
gegen feinen Bruder Heinrich befefligt 
Mitte bes 13. Jahrh. von bem Grafen ! 
Erich VIL ale Unterpfand gegeben u. nat 
Zahlung nicht werlaffen, bis bie Däner 
bed geſchlagen waren. Dann nahmen e6 
mwieber; 1427 wurbe es von Seinrich von 
erobert; 1431 von ben Holfteinern wieb 
1627 u. 1629 von den Kaijerlicden 
1643 öfter von ben Schweden erobert; 
1849 wurbe bie Stadt von preußiichehen 
Truppen genommen, 1849 aber geräu 
Schmeben befeht, bis 1850 bie. 

von Befig nahmen. O. 9. Möller, Hiſ 
richt von F., Fleusb. 1767. 

Flenſen (#temer, Flensſtücke, ent 
von einem Wallfiſche abgefchnittenen Stu 
melche in dem Schiffe in Neinere Stüde 
u. durch bad Plendgat (Glenstoch) in b 
Raum geworfen werben, Damit man fie 
paden fan. Wlensbafen, bie Heinen ® 


deren man fich bei dieſer Arbeit bebiemt. 


Flentes (lat., die Weinenden), im 
Kirche bie 1. ber 4 Hlafjen yon Büßern 
1. Bußſtation vor der Kirchthüre, wo bie 
jeben Eintretenden weinend um Yürbittı 

Flers (ipr. Fläbr), Stabt im Arte 
Domfront des franzdfiihen Departeme 
Leinwand · u.. Damaftmweberei; 6150 Er 

Wlerzbeim, Bfarrborf im Kreife Ayı 
preußiſchen Regierungẽbezirls Kdin; fe 
feſtigtes Schloß; 980 Em. 

wlejche, Feldſchanze deren Grunbrif 
fach ausſpringenden Winlel bildet, von 


Fefenſee bis Fleury 
genannt; bie beiben geraden Linien, 


361 
Fleurette (ſpr. Flohrett), Mineralquelle in ber 


buren, heißen Facen, deren Endpunkte Näbe von Nerae im franzöflihden Departement Lot 


terpunfte; werden an ten Schnlter⸗ 
yärte Flanken angebängt, fo heißt das 
:, gewähren dieſe Flanken aber ben 
envertheidigung, fo wirb das Wert 
e F. genamt. . 
‚, Ste im Klofleramt Malchow im 
SEE DSH ge 
Ipr. Fletſcher), 1) Giles, engli 
geb. um die Mitte des 16. —5 — ⸗ 
n. Cambridge, wurde 1588 ale Ge⸗ 
Rußland geſchickt, nach feiner Rückkehr 
der Eity in London m. 1597 zum 
von St. Panl ernannt; er fi. 1610 u. 
se of Russia, Lond. 1590, n. Anfl. 
) Iohn, geb. 1576 in Rorthampton, 


chofs von London, Richard F. entfagte 


&t Cambridge ber ZJurieprudenz, 
tiſcher Dichter u. fehrieb mit feinem 
amont 50 Erlide fürs Theater, wovon 
ung, Beaumont aber die Ausführung 
wird, |. u. Beaumont. 8) Bhinens, 
E 1842 ale Biarrer zu Pa in Nor» 
er, ausgezeichnet durch feine Fiſcher⸗ 
6.1772, u. Das moraliſche t: 
(Island. 
lattroche, — ie aus der 

äuligen Knorpelfiſche. 
(ee). auf den Gränfanbefahrern 
m Gerätbichaften zum Wallfiſchfang: 
n, Zaue, Harpune, Hafen, Sped- 
‚ denen man in der neueren Zeit bie 
beizäßfen muß, die von ben fäne 
gutem Erfolg gebraudt worden find, 
zu töhten, 2) auch das Geräthe bei 


ſcherei 

Geogr.), Ort ber Bataver in Gallien; 

‚d. Hfelftein od. Vianen. 

Betränt; das Gelbe von 3 Kitronen 
rieben, 2 Kannen WBaffer u. eben 

Rothwein barüber gegoffen, durch 

filtrirt u. mit in Waffer aufgelöſtem 


t. 

eine Art Zahninſtrument (f. d.). 

‚ breit fchlagen, bei. von Metallen; 
e Meta abgängt beim Hämmern. 
&fe, eine Art Schweizerfäfe aus rei- 


e bänifcde Silbermünze, ımgefähr 26 


1 

Fiffchen zum Überſetzen von Berfonen 
Iport leichter Waaren. 

Geogr.), fo dv. w. Flevum. 

‚fer. hr) 1) Blume; 2) das Feinſte 
‚3 ©. F. de farine, Kraftmehl. 
Gieurence, ſpr. Flörauge, Bleurange, 
h), Stadt im Arrondifſement Lectoure 
en Departements Gers; ſiarler Han⸗ 

federn; 3700 Em. 

: (ip. &iöhrbäh), Dorf Im Krrontif- 
ıne des moniſqhen Departements 
5; 3000 Ew. 


€ (fpr. renfer), f. u. Fleury. 
pr. Klöhreb), 1) — o v. w. 
j) eine Secundaſorte Robzuder von 


7; 8) fo v. w. Aures; 4) (Fechtk.), jo 
ppier. 


et Garonne. 

Fleuretten (v. fr.), 1) Schmeicheleien; ®) eft 
wiederholte Lieblingegedanken eine® Komponiften, 
Ve au er an Ton« n. Tactart. 

eurier (fpr. Flöhrieh), Biarrborfim Schwei 
Canton Nenenburg, Bezirk Bal de Travers, einer 
der mwohlhabentften Orte des Cantons; Uhrenſa⸗ 
brilation, Klingenſchmiede, Draptftiftfabrit, Poſt⸗ 
u, Telegraphenburean; 1770 Em. 

Fleurien (fpr. Floͤhribh), 1) (Barren I8- 
fand), die größte der Hımter-Infeln am weftlichen 
Gingange der Baßſtraße (zwiſchen bem Auftralifchen 
Eontinent u. Tadmania); 2) (Great Swan⸗ 
port), Bai an der Ofttüfte der Infel Tasmania. 

Fleurien (fpr. Flöhriẽh), Eharl. Pierre Claret 
Comte de F., geb. 1738 in Lyon, nahm früh See⸗ 
dienſte, machte unter den Landtruppen den Sieben⸗ 
jährigen Krieg mit, wurde 1776 Director ber 

ten u. Arfenale u. 1790 Diarineminifter, zog 

& aber in Folge ter Nevolution zurid; unter 
dem Kaiferreich trat er in ben Senat, mar zuletzt 
Gouverneur der Tuilerien u. fl. 1810. Gr erfand 
mit Berthoub eine Seeuhr, machte bie Infirnction 
[ir tie Reifen Lapeyroufes u. Entrecafleang m. 
&r.: Voyage fait en 1769 et 1769 pour @prou- 
ver les horologes mur., Bar. 1773, 2 Bde.; 
Decouvertes des Francais dans le Sud- Est 
de la nouvelle Guinde, 1790; mit Marchand 
Voyage autour du monde 1798— 1800, 4 Bde. 

Sieuriot: Bebeot. geb. 1761 in Brilſſel, ent- 
fioh in Bolge feiner Theilnahme an ben Unruhen, 
welche die Reformen tes Kailer Joſeph II. in den 
Nieberlanten herporriefen, nach Frankreich, mo er 
fich ter Revolution auſchloß. Obgleich Heberts, 
Chanmettes ıc. Seuh. wurde er nicht nur nicht 
profcribirt, fonbern ſogar zum Maire von Paris 
gemählt. Als er aber am 6. Thermiter für Robes⸗ 
Pierre zu einem Aufftand aufforderte, ließ ihı der 
Sonvent verbaften n. mit Robespierre binrichten. 


Fleurift (v. fr.), 1) Blumenlenner, Blumen» 
freund; 8) Blumenmoaler. 


Fleuron (fr., ſpr. Flörong), 1) Verzierung ven 


‚Blumen u. Laubwerk; 2) fo v. w. Buchdruderftod; 


8) leichte® Zeug von Seide, Leinen od. Welle. 
euruß (ipr. Blöri), Marltflecken im beigifchen 
Bezirk Eharleroi, Provinz Hennegau, 3600 Ew. 
In der Näbe finden fi ſchöne Onanzfteine, Dia- 
manten von %. genannt. Hier im Dreihigjäh- 
rigen Kriege am 29. Auguft 1622 Sclacht zwi⸗ 
chen tem og von Braunſchweig Chriftian ı. 
dem Grafen Ernſt von Mansfeld einer⸗, u. dem 
General Cordova mit ten Spaniern anbererfeite; 
Erſtere ſchlugen ſich zu Ben Holländern durch; am 
1. Zuli 1680 Sieg te Marſchalls von Luxemburg 
über die Deutſchen u. ging unter dem Fürften 
von Waldeck; am 26. Juni 1794 Schlgcht zwiſchen 
den Franzoſen unter Jourdan u. ben Ofterreichern 
unter Prinz Joſias von Koburg, der, obſchon Sie⸗ 
ger, das Schlachtfeld u. die Niederlande räumte; 
am 16. Zum 1515 Schlacht zwiſchen Preußen u. 
Sranzofen, welche Letstere auf ihrem Rüdzuge F. 
verbrannten. 
Fleury GSloriacum), Stadt mit Benebictiner- 
abtei (St. Benebict an der Loire, Congre«- 
gationberfleurenfer, Congregation ber 


Benebictiner von %.), an ber Loire, unweit 
Sulli in der Didces. von Orleans. Das Klofter 
wurte um 640 gegründet u. am 4. Dec. 653 wur⸗ 
den bie Gebeine tes Gt. Benebict durch den Mönch 
Aigulf vom Klofter auf Monte Saifino hierher ger 
bracht. Seit 865 wurde das Klofter wieberbolt von 
den Rormannen geplüntert u. zerflört. Das An- 
fehen der Benedictiner von F. verbreitete fich bald 
über ganz Frankreich bis England, wohin Mönche 
aus ihrer abi oft zu Abten berufen wurben; bei. 
berühmt waren auch die Klofterfchulen ber Fleuren⸗ 
fer; 30 Propfteien n. Brioreien ſtauden unter ber 
Abtei %. Im Iahre 1562 wurde F. mit einigen 
Kiöfern von ben a erobert, geplündert 
u. die reiche Bibliothet zerftört; der alte Glanz des 
Klofterd war dahin u. die Fleurenſer fchloffen ſich 
fpäter an bie Congregation bes St. Maurus an. 
Bat. Johann «Bosco, Floriacensis vetus biblio- 
theca Benedictina, yon 1605. 
Fleury (Ipr. Floͤri), ein Maconwein, ſ. u. Bur⸗ 
gunder Weine. 
Fleury (jpr. Floöri), 1) Claude, geb. 6. Dechr. 
1640 in Paris, erhielt ſeine Erziehung im Colle⸗ 
ium ber Jeſuiten in Clermont, widmete ſich An⸗ 
angs den rechtswiſſenſchaftlichen Studien u. wurde 
1658 Parlamentsadvocat; trat aber ſpäter in ben 
geiſtlichen Stand; 1672 wurde er Hofmeifter ber 
Bringen Conti, bann bes Grafen von Bermanbois, 
feit 1683 Abt in Focdieu u. 1689 Erzieher der Prin⸗ 
zen von Bourgogne, Aujou u. Berry. Später er- 


theilte ihm Ludwig XIV. das Briorat von Argen- | 


teil; er war auch Beichtvater Lubwigs XV.; 1722 
legte er fein Amt nieber u. fl. 14. Juli 1723. Er 
fr.: Catöchisme Bistorigue, Bar. 1679 (dentſch 
Wien 1759); Moeurs des Israglites, Bar. 1681; 
Moeurs des Chretiens, ebd. 1682, n. X. 1802, 
3 Bde. u. 3. (deutſch von Enkhuſen, Hannov. 
1718); Trait& du choix et de la methode des 
études, ebb. 1686, n. Aufl. Nismes 1784; Insti- 
tution au droit ecclesiastique, Par. 1687, 2 
Bde. (lateinifh mit Anmerkungen von Gruber u. 
Böhmer, Lpz. 1724); Histoire ecclesiastique 
(bis 1414), ebd. 1691—1720, 20 Bde., fortgeſetzt 
zuerfi von I. Claude Fabre, Brüff. 1726—1740, 
26 Bde., dann (bie 1778) von Aler. Lacroir (Tatei- 
niſch Augsb. 1757—93, 85 Bbe. deutich Frkf. 1752, 
14 ®be.); Discours sur les libertes de l'église 
gallicane, Par. 1724 u. d.; Lebret, De Fleu- 


ryo catholicone an acatholico, Tũb. 1801. 
2) Audré Hercule be F., geb. 1653 zu Lobive 


in Langneboc; Almofenier bei der Königin n. dann 
auch bei Lubwig XIV., wurbe 1698 Bifchof von 
*— u. dann Erzieher Lubwigs XV., dem er 
unentbebrlih machte. 1723 wurbe er Minifter 

ber geiftlichen — — 1726 Cardinal u. 
ngleih von Ludwig XV. an bie Stelle bes von 
hm — Herzogs von Bourbon⸗Condé an 
die Spitze bes Minifteriums gun. Ordnungs⸗ 
liebe, Sparſamkeit, beſonnene Ruhe u. Friedensliebe 
bezeichneten daſſelbe; 1733 wurde er indeß die Ver⸗ 
anlafſung, daß Frankreich wegen der polniſchen Kö⸗ 
nigswahl in einen Krieg mit Oſterreich u. Rußland 
verwidelt wurbe; 5. erwarb in dem Frieden von 
1735 Lothringen für Stanislaus Lesczinsli, Schwie⸗ 
ervater Ludwigs XV., u. nad befien Tode für 

frankreich m. fuhr nun fort, einen Vermittler in 

vielen Striegefällen zu machen. Kurz vor feinem Ende 
erregte er, bie Pragmatiſche Sanctiou brechend, 





Bleury bie Flibot 


1741 einen Krieg mit Ofterzeih. Er | 
1743 inZffy bei Paris. 8) Gnillani 
c0oi8 I3oly de %., geb. 1675 in Ya 


; 1695 Abdvocat, 1700 Generaladvotat an 


fammer u. erhielt 1704 dieſelbe S 
Parlament in Paris, 1717 wurde er 
eurator am Parlament, Iegte aber 1746 
nieber u. ſt. 1756 in Paris, er fr. 
de plaidoyers u. v. a., welches nu 
blieben if. 4) Edouard, Baron | 
boulon, geb. 1779, wurde 1794 Un 
Bataillons der Nationalgarde, nahın au 


miaire Theil an bem Anſchlage d 
convent, wurde gefangen, eher Beh 


weien angeftellt, bann Unterpräfeet 
Bois im Meurtbebepartement, ging = 
fauration nad) Italien ıı. nach 
nah Frankreich zurfüd u. wurde von 
geheimen Secretär ernannt. Nach beffes 
sing er ald be —— m 
rüdgefehrt, ftarb er daſelbſt 1835; ex 
our servir A l’bistoire du retour a 
e Napoldon en 1815, Lond. 1820; | 
deutſch Xpz. 1820. 
leute (Seew.), ehebem in Hollach 
gebräuchliche ſchwere Dreimafter nıit Ra 
Flevo (a. Geogr.), vom Rhennt 
ber auch Flevam eostium bes 
öflihen Arm des Rhein burchftrömter 
: orblüfte von Sallien, mit einer ’ 
eriee. 
levum (Btenm), Kaftell im 
in Nordweſtgermanien, nahe ber BE 
Enp dent vielleicht Flie ob. ge 1 
Flexibel (0. fat.), 1) biegfam; bafeı 
Biegfamleit; 8) leicht — 1 
tern, welche verſchiedene ungen «m 


Flexion 2). 

Plextlis (®ot.), biegfam, was ſu 
biegen läßt, ohne zu brechen. 

eridn (v. lat.), 1) Beugung; be 

derung der Form eine® Wortes, um b 
er ee dir — der 
eichnete Begri ig iſt, anzuzeigen. 
* theils * Ablaut ob. miles | 
den Vocale bes Stammes (3. B. fchafl 
ben, gab), theild dur Anfllgung ve 
(3, B. Burg, Burgen; liebe, liebte), 
iE Den mein Grraden Das Sublan 
men, Abjectio (mit Inbegriff eines 
Zahlwörter u. bes Particips) u. ba® 1 
ber fie Flexibllia od. Herbie Rebetgeite | 
Stectiren des Ietsteren Rebetheiles ber 
das ber erfteren Decliniren (f. 6.) D 
n Be late je * Den 

eriblien rter, t 
bene Weife verändert werben können, ! 
Een Cardinalzahlwöärter, Adverbia, Ca 

räpofitionen, Interjectionen. 

lerßt (Anat.), Beugemustel 


ö Bot), hin⸗ n. 
— na —— — 
Winkeln gebogen od. andy in Bogenſu 
"EHE. ), Bm; Fi 
erär (v. lat), . 
ee 
ö iebont), 
jeug der Holläuber (nie über 100 Tom 


FJiibuſtier bis Fliege 
T, tm Anfang bes 17. Jahrh. Hat- | 
vertriebene 


on ber Infel Gt. Chriſtoph 
l. — ſich auf der Schilbfräten- 
i S. Domingo, niebergelaffen, um Ta⸗ 
od. auf &. Domingo Büffel zu jagen, 
» fie nach Art der Indianer an ber 
neten (daher auh Bulanier), u. 
zu treiben, u. fubren bazu in leichten 
ſch Fiy-boats, doher ihr Name), ja in 
t6, in bie See. Zwar örten bie 
Riederlafjung ber F. anf ber Schilb- 
snuten aber das Wiebererfiehen berfel- 
bern. Nach ber Ausrottung der Büffel 
yanier auf &. Domingo trieben bie F. 
Crerünberei, u. nad) n. nach trat ber 
er feefahrenben Nationen den Fon bei, 
ı der englifchen u. franzöftichen Regie 
igt, fich eft gu foörmlichen Ranbzügen 
so sourden bald die Namen ihrer Haupt» 
terre le Grand, Levis Scott, Ebuarb 
ber ber Gifenarın, l'Olonoie, Gram⸗ 
suff, van Horn, Mansfield, Morgan, 
m von Domingo allgemein gefürchtet. 
mg ber Stadt S. Aranzieco de Cam⸗ 
ws efte wichtige Unternehmen ber %., 
ufeere Ähnliche folgten; l'Olonois er» 
wit 660 Mann Maracaibo u. Sort de 
1668 Puerto bei Principe auf Cuba, 
u ameritaniſch Gibraltar. Ein anderer 
mahbın 1680 einen zweiten Zug nach 
aufgebauten Panama, ber jedoch miß- 
ſie erſt nach ter Infel Juan an⸗ 
9 um das Cap Horn zurüdiegelten. 
Bera Cruz von 1200 F. unter var 
smont Aberrumpelt u. 1685 Campeche 
wo fie am Lubmigstage zu Ehren des 
arkreichs flir 200,000 Biafter Cam⸗ 
aunten. 1685 fegelten mehrere Hau- 
a man jet von franzöfiicher u. engli- 
Schutz zu verweigern anfing, 1100 
von Domingo u. Jamaica nach bem 
rch bie re um bie Häfen 
Beru zu plündern. Sie fließen jedoch 
Inanifche Flotte von 7 großen Schiffen, 
Fahrzeng, wurden gänzlich jerfireut m. 
—** durch die Magellaniſche Mecr- 
ne Uhl 285 Mann aa 
iffe fehlten, zog quer a6 
Ricar n. bi Ent Neu-Segovia, 


7 teriatei 
5 ſchifften Be 


wo fie in Ganote nad ber Berlen- 
‚ von ba aber einzeln auf Handels: 
en weſtindiſchen Infeln fuhren. Geit 
verfgwinbet ber Name ber F., in⸗ 
lentheils ſich auf bem, zu einer fran- 
wie getworbenen Domingo anflebelten. 

feiteten 650 derſelben den franzöfi- 
H de Pointis bei ber Unternehmung 
ſna, trennten ſich aber nachher von 
ben Flotte, weil ihnen ber Admiral 
. au ber Beute verweigerte, kehrten 
ca zurüd u. erpreßten noch ein befon- 
b. Sie löoſten fi enblih zu Anfang 
‚. auf. In neuefter Zeit hat man F. 


Abenteurer genannt, meldye 
Bei 


Zeiten. & Un. VL 


Seeraub u. Küftenplün- 


388. 


ausgeben, fo namentlich bie Wallerſchen 
Freiſchaaren, welche ſich 1856 in Befik von Rica 
ragua fehten. Bgl. von Archenholz Geſchichte ber 
#: im 2. Theil feiner Heinen biftorifchen Schriften, 


' Züb. 1808. 


_ #libuftier, Infeln an der Weftlühe bes Auſtra⸗ 


liſchen Eontinents (De Wittsland). 


lidgans, eine halbe geräucherte Gans. 
lid'gebicht (Boet.), fo v. w. Cento 3). 
li@wort, ſ. Expletiva particula. 

Fliede, 1) bei fo u. Banınmelle jo viel 
Wolle, alt auf eiumal gelrämpelt wird; ®) fertig 
gelrämpelte Wolle, wie fie zum Epinnen gefchidt iſt; 
8) Wiliedenisde, ein abgeriſſenes Stüd ſolcher Welle, 
welches über ein rundes Stüd Hölzchen zufanımen- 
gewidelt wird, um es zu |pinnen. 

lieder, 1) Beeren-Laubpflanzen), Olens 
15. Zunft ber 9. Kaffe; Abtbeilungen: A) Ia6«- 
mineen, nt aufrechten Samen, auf kein Voden 
der er; B) Dleinen, mit hängerden Samen; 
2) Oemeiner %., Samıbucus nigra; 8) Spa» 
niſcher FF., Syringa vulgaris; 4) Be rſiſcher 
%., Syringa persica; vgl. Hollunder. 
g ederſchwanz, it Ptychozoon, ſ. u. Gedo. 
farrer in Kaiſerswerth 
am Rhein, gründete daſelbſt 1636 bie erſte Diafo- 
nifienanftalt (f. u. Dialoniffinnen), beſuchte im 
Jahre 1851 Jeruſalem; er gibt feit 1836 Jabres⸗ 
berichte feiner Anftalt u. monatlich, ale fortlaufen⸗ 
des Organ, ben Armen- u. Krankenfreund beraus. 
Fliegbeutler, Beuteltbiere (f. b.), welche mit 
einer, jedoch nur al® Fallſchirm bienenten Flug⸗ 
baut verſehen find. 
liege, 1) bei Neueren, 3.8. Ofen, oft fo v. mw. 
ein volllommenes, fliegendes Inſect; 2) bef. bie 
Zweiflügler, bie beshalb auch in Laus⸗, Schwirr⸗, 
chweb⸗, Lippeu-, Raub», Echnepienfliegen ıc. 
getheilt werben; 3) (Munca), nach time Gattung 
ber Zweiflügler, unterſchieden durch fleiſchigen Rüſ⸗ 
ſel, 2 Eeitenlippeu u. Mangel ber Tafter; neuer⸗ 
bings in viele Gattungen zerfällt u. bilden größten» 
tbeil® die Familie der Pippenfliegen ; Yatreille theilt 
fie in Creophilae (Fleiſchfliegen), An- 
thomyzida (mit ben Gattungen Anthomyia, 
Drymeia, Coenosia), Hydromyzida, Sca- 
tomyzida, Dolichocera, Leptopo- 
dita, Carpomyzae (Fruchtfliegen), Gym- 
nomyzıda,lHypocera; 4) (#tiege, Musca), 
Gattung der Yippenfliegen; Tafter: fadenförmig od. 
an beim Ende Dider in der Mundgrube; Schwin⸗ 
gerſchuppen groß; Flügel meift ausgebreitet; ſau⸗ 
gen Fluſſigleiten; Larven im Has, Miſt u. dal. ale 
weiße Würmer; einige gebären lebendige Diaten; 
als Untergattungen bierson find aufgeflellt: a) 
Löffelfliege (Lipse Aleigen), Fühlerborfien 
ſchwach gefiedert; Zafter löffelförmig; Augen ge⸗ 
trennt; Hinterleib Aringelig; Art: Yangbalf ige 
vöffelfliege (L. longicollis), u. e. a.; b 
Schwarzfliege (Melanophora Afeigen). die 
Fühler erreihen nur bie Hälfte bes Borbergefichte 
u. ftoßen an ber Wurzel zuſammen, das Endglied 
faft linſenförmig; ift mit Metopia unter Tachina 
bei Dieigen vereinigt; Art: Tbaufliege (M. ro- 
ralis, Jachina r.), ſchwarz, mit weißen Klügel- 
fpiten, im Gebüſch; Gewitterfliegen (M. me- 
tcorica). ſchwarz, Augen rotbbraun, Hinterleib 
ſehr haarig; Dienichen u. Bich, zumal bei Gewitters⸗ 
zeiten, wo fie bein Bieh in bie an hiechen u. 


ya an bie * — ſehr Iaki ee — 


wrädgedrfidt als 
he ri ‚ofen an der Wurzel —— 
dglied u ‚ waljenfürmig, mit nadter Borfe; 


i nn ter von Meigen mit Tachına (f. Schnellfliege) 
—5 — worden; Art: M. labiata; d) nl: 
benfliege (Ocy ap -Latr.), Ylügel — 
—— 2. Fuhlerg lieb fang, 3. am 
in Bflangenfängeln u. rzeln; rt: * 
—— (O. brassicaria), ſchwary, mit 
2 braunrotben Xeibringen; O. lateralis, Kmanı, 
mit 2 rothbraunen Seitenfleden am Baudhe, le Eger 
gen 20,000 lebendige Larven; e) Breitfliege( 
si Lair., Thereva Fabr.), Fühler an ber —* 
zel g erennt u. parallellaufend, Körper kurz, Hinter» 
leib na, faft balbrımb, —3 groß; Art: Halb» 
edeckte Breitiliege (Ph. subcoleoptrata, 
usca s.L.); N Shlinafliege (Sepsis Fal- 
ien.), Kopf ift fugelig, Augen getrennt it. rund, 
Unter dh n. Leib nadt, ſchwingen ſaſt immer 
ge 
2 les, . d.); )Echinomya,2 . Fühfer- 
glied ſehr fang; Art: Riefenfliege, ſ. u. Senell- 
flie ee a. 3) Eigent⸗ 
tie e%. (Musca Lair.), Xeib breiedig, Augen 
tehen nahe beifammen od. berühren fi; Arten: 


— Golb⸗, Schmeiß⸗ Stubenfliege | 


d. a.) u.a.; 6)&p panifhe®., for. mw. Gemeiner 
Bilafterkäfer {L tta vesicatoria); 7) Blinde 
jo v. w. Blindbremfe (Crysope), |. u. Brem e. 
Einige Arten en kommen in Bernitein eingefchloffen 
vor. Gine foſſile fliege, Musca lithophila Germ., 
hat man im Schiefer von Solenhofen gefunben. 
liege, 1) Meines Sternbild ans 4 Sternen, 
bas Hevel zwiſchen dem Mebufenhaupt, dem Stier, 
dem Widder u. den beiden Triangeln eingefligt hat; 
2) Sternbild, A v. w. Biene; 3) (Büuchſenm.), fo 
v. w. Korn; ffb.), fo v. w. Anterfhaufel. 


Slicgefifär. ER welche se mittelft ihrer lan⸗ 


gen Bruftflofien über das Waſſer erheben u. eine 
eitlang ſchwebend erhalten können, 3. 8. Dacty- 
) Hlieneichh 1. Te —— 
eg ent omys ughörnchen. 
—5*— en, ſelbſt Her Bewegung der Thiere in 
der —* auf g oße Streden. Beſonders ift 
das Vermögen bazu Vögeln u. dem größeren Theile 
der Inſecten durch eigene Slugorgane (Flügel) 
verlieben. Das %. der Bögel wird durch ihren 
ganzen Körperbau 1 beotinfigt, welcher fo typiſch if, 
daß Niemand einen Vogel mit irgend A andern 
Wirbelthiere verwechfeln wird. Nächft der allgemei⸗ 
nen Geftalt, am weicher der Heine Kopf, Lange be- 
wegliche Hals, bie zu beſonderer Breite entwickelte 
Bruſt u. der von hier aus nach hinten fich rafch ver- 
füngenbe Leib, ſowie ber Umftand charaktteriſtiſch iſt, 
daß bie borberen Gliedmaßen, bie Flügel, mit Aus- 
‚ nahme ber nur laufenden Laufoögel n. Der nur 
ſchwimmenden Fettgänfe, größer le er⸗ 
einen, als bie hinteren, bedarf insbeſendere zu⸗ 
nächſt das Knochengerüft einer näheren Betrachtung, 
um bie igfeit ber Bügel zu f. zu beurtbeilen 
n. zu eriären. Da die Bervegung durch bie wenig 
en feiftende Luft eine weit kräftigere An⸗ 
firengung der nn beftimmten na mithin 
dreitere u. größere Musteln an benfelben erfortert, 
fo müffen auch diejenigen Knochen breiter fein, welche 
dieſen Diusteln ale Anheftumgspunkt bienen; daher 
ber große Umfang bes Bruftbeins, befien ‚Ober: 


icje bis uegua⸗ 


N 


emein auf Gras u. Deden: Art: 





vor, währe: 


bier bildet ber ee eine Ansnah 
bie Säule bes Rädenwirbeis feitläd 


furzen men u. einem 
an Stelle des kleinen Fi 


knochen mit einem en Us 
An biefem fit bie Reihe ber 
rien Immer in ber ch ur 

Dat Berpllmik Der 8 


bie * 


5* es = Een 
Dabinfchiegen, wie bei 
grobe abgerunbete läge yum —— 
m Condor; bleinere erımbeie 
feichten Umlenken, wie den S 
no‘ mehr verhältnigmäßig Heine 
Slügel erweiſen fich zum anhaltenben 
wie bei ben meiften Hühnerarten, um 
bie Wachtel in folge ihrer —* 
Schwingfedern weite Reiſen —2— Bu 
erner verurfachen harte vroag 
chendes Geräuſch beim F., vote bei 
mährenb bie Eulen ver — we 
fange, fein gebarteten 
bie Anderung ber Ri 
Größe u. alt ber Steueefebern 
dentung zu fein, obwohl mitunter a 
verhältnißmäßig jehr Lleinem Schw 
Reiher, aufgezeichnet f. Endlich . 
bie beionbere — 


— 
Säcke des Unterleibes, ſowie in ale i 


des Körpers, fogar' in die gelligen | 

bringen u. baburch ben den ganjen R3 

leichter machen kann. Nur beim — 

Armknochen micht lufthaltig, 

ben Oberſchenkelknochen 5 —X Luftzel 

Aus den genannten Einrichtungen g 

san eine ungemeine Flugferuͤ 
Schwalben erreigen von ın® ame: im 

ben Senegal, Brieftauben legen im 

bis zu 10 geographifche Meilen zurüd: 

Jagdfalke entfloh in 24 Stunden — 

bis Malta (210 Mi.), u. F 

ber Eee 250 MI. von je — D 


genim Fluge Te Enge 


Fliegenbaum bie liegender Sommer 


es Flügelihlage n. Beränbermg ber 
Kopfes u. des Echmwanzes. Der ho⸗ 
:Img ifl nie ein gerader, fondern im⸗ 
. weniger ein wellenförniger, inbem 
, unter Senkung, durch neue Flügel⸗ 
einen Aufſchwung gibt. Viele Bögel, 
f. nit andere al6 rudmeife. Das 
ch weben ber Rauboägel auf einer 
urch kreioförmiges Drehen bewirlt, in 
ohl fluntenlang ausharren, während 
aegebreitetem Füge! u. Schwanz eine 
ht unter fih haben. Beim Nieder- 
läßt fich ein Bogel meiſt feiner Schwere, 
nur die Seitenrichtung gibt; doch be- 
toßvögel auch ihr Fallen, welches fonft 
reitete Ylügel gemäßigt wird, durch 
gen ter Flügel u. Niederſenken bes 
F. der Infecten iſt faſt noch verſchie⸗ 
Das der Bögel. Häufig überſchlagen 
tern in fietem Umtehren. Durch die 
er erhalten ſie ihren 
latıo ſehr ſchwerfälligen Körper (mie 
niſſen) ſchwebend; um deswillen iſt 
amit dem F. immer ein fummentes 
snben. Das 8. der Wierfäffter, welche 
ber Rlebermäufe), geſchieht durch eigne 
dte Flughãute ifthen ben Zeben ter 
zwiſchen ten leßteren u. ben Hinter- 
en Gattungen, welche wohl auch als 
ichnet werden, dient ihre Flughaut 
ten Sprung, indem fie ausgeſpannt 
täßigt. Sliegende Fiſche bewegen fich 
flügeln ausgebilteten Floſſen, |. Flieg⸗ 
von Menſchen iſt ber Verſuch, fih 
licher Flügel (Alugmaſchinen) in bie 
en, oft gemadıt werden. Eden tie 
ibalos u. Ilarce bezeugt, nie alt Die 
. Epäter veriuchten Mebrere das %., 
lich chne glüdiihen Erfolg. Meift 
ch eine fire Ibee befangene Leute, die 
mit tem Leben cd. mit zerbrochenen 
en, wie Siambatt. Danteim 15. Yabrb. 
et waren tie Kliegeerfuche Meermeins 
e 1762 ın Gießen u. tes Schneiders 
ı Ulm; auch ter Recter Wilhelm in 


ete tem F. immer das Wort u, fchrieb 


Am weiteſten fam ber Uhrmacher 
m, welcher mittelft Flügel von 10 Zuß 
uf Breite fein Gewicht um 79 Pfund 
» baf er fih unter Anmenbung eines 
elle geführten — durch 
itd ge 50 Fuß erhob. 
sftballon Bis zu 105 Klaftern erbeben, 
sun 108 u. ieh anz allmälig wieber 
ser mirb es jeher jchmwierig, wenn 
unsglich fen, eine genügente Vor⸗ 
F. zu erfinden, weil, außer ber 
ere, auch noch bie ter großen Flügel 
nift, weil bem Menſchen bie großen 
der Bruſt m. den Armen u. bie vor- 
ıfäße dafür ganz fehlen, u. ber ganze 
niden, mie man aus dem oben be» 
aue tes Vogels einfieht, ihm das 
n ber Luft erfchmert. 
um, fo v. w. Ulme. 


'Ser.), it ein Vogel mit ausgebreite⸗ | 


aus ter Richtung bes Körpers wirb 
er rechte od. Tinte fliegt. 


r ließ ſich auch 











855 
‚ Bliegende Artillerie, fo v. w. Reitende Ar⸗ 
tillerie 


Fliegende Batterien, Batterien, welche ber 
Bertheitiger einer belagerten Yeftung am Ende ber 
Contreapprocden anlegt. 
liegendes Blatt, fo v. w. Eitronenvogel. 
liegende Blätter, jo v w. Flugblätier ob. 
Klngichriften (|. d.). 

a He Brand (Bliegendes Beuer, Bich- 
arın.), jo v. w. Karfunkel. 


Fliegende Brücke, zwei mit einander verbun⸗ 
ene u. mit einem Belag verſehene Fahrzeuge, die 
durch ein Ankertau im Fahrſtrich feftgehalten, bur 
die Etrömung bes Waffers von einem Ufer zum 
anderen bewegt werten u. fo als Dlittel bienen, 
Ströme zu überſchreiten; fie gleichen alfo einer Fähre. 


Fliegender Buchhaͤndler, ein aus dem Jahre 
1648 ſtammender Auetrud, womit man Die mit 
politifden Flugſchriften, Zeitungeblättern u. dal. 
an öffentliden Orten Handeltreibenden bezeichnete. 
Fliegendes Corps, ein auß leichten Truppen, 
meift Savallerie mit Artillerie, beſtebendes, von 
dem Gros ter Armee detachirtes Corps, mit Der 
Beftimmung, ſich im Rüden des Feindes zu be 
wegen, um deſſen Sommunicationen u. Traneport- 
weſen zu flören. 
liegender Drade 
liegendes Eichbẽ 
rnden. 
Fliegende de fo v. m. Drade. 
Sichenbe Feldlehn, fo v. w. Arleagnt. 
gender Fiſch, 1) (9. Bäring), je v. wm. 
Fliegfiſch; 2) (Aftren.), ein nur aus & Meinen Sier⸗ 
nen zuſammengeſetztes Sternbild, in der Nähe bes 
Eiltpel® von Hevel eingefügt. 
Fliegended Geruft (Bauk.), fo v. m. Häuge⸗ 
gerüft, I. n. Gerüſt. 
Fliegende Hitze, fchnell entfiebentes u. bald 
vorübergehendes Gefübl von Site, wie Fieberbitze, 
bei reizbaren, vollblütigen Perfonen, auf leichte, 
eft nicht unteriheitbare Beranlafjungen, meift auch 
mit Gefichtsrätbe. 

Fliegender Hollander, ter Gegenfland einer 
weit verbreiteten Sage, welche erzäblt, daß ein 
Schiffer zur Strafe für feine Sünden rubelos und 
irre auf Dem Deere umberfleuere, obne je Das Ufer 
erreichen zız können. Auf den Schiffe befindet ſich 
Niemand als tiefe geipenftige Perion, melde in 
bolländifcher Tracht tes 17. Jabrb. an dem Maſte 
lehnt. Den Schiffen, denen dies geipenftige Schiff 
begegnet, bebeutet es Nothen. Verberben. 

liegender Yund, eine Art Klevermaus, ſ. d. 
—5 Katze, ſo v. w. Flatterkatze. 
liegendes Lazareth, ein Lazareth, deſſen Ein⸗ 
richtungen jo getroffen ſind, daß es transpertabel 
iſt u. den Truppen ins Feld u. ſelbſt auf den Kampf⸗ 
plas ins Feuer zu folgen vermag. 

Fliegende Poſt, der den Perſonen⸗ u. Eile 
zügen ter Eiſenbabnen angehängte Wagen, auf 
weichem ſich ein Poft-Bureau zur Annabme 1. 
Erpebition der Poſtſendungen an ben Eiſenbabnſta⸗ 
tionen befindet. 
liegende Ratte, Art Fledermaus, |. d. 
liegender Sand, fo v. w. Triebſand. 
Liegended Siegel, fo v. w. Cachet volant. 
liegender Sommer, fo v. w. Alterweiber⸗ 


3% 


eine Art Kanone, f. d. 
F rnchen, fo v. w. Flug⸗ 


ſommer. 


356 


Fliegendreck, Art Kegelſchnede, |. d. 
Fliegenente, 1) jo v. w. Sammeteunte; 2) fo v. 
w. Loffelente. 
FSliegenfalle, ein mit Branntwein halbgefülltes 
Trintglas, mit einen Stüd Brod auch Bappen ob. 
dgl. überdeckt, in deſſen Mitte fich ein koch befindet, 
jo daß bie liegen auf die unten mit Syrup beftri« 
hene Seite gelangen können u. hier von dem Brannt⸗ 
weinbunft betäubt in das Glas fallen. 
liegenfänger (Muscicapa L.), 1) nad Cu- 
vier Gattung aus ber Familie ber Zahnſchnäbler 
(Sinonögel); Schnabel von oben herab zufanımene 
gebrildt, an ber Wurzel fteifhaarig, an der Spike 
efrümmt od. ausgejchmweift, mit Seitenterben; 
kur: fleine Bögel u. Infecten; Aufenthalt: in 
älbern. Cuvier theilt fie in folgende Untergat- 
tungen: A) Eigentlihe %.(Muscicapa), Schna⸗ 
bei —* ohne Zahn u. Halen, am Grunde breiter als 
hoch, mit Bartborſten von halber Schnabellänge; 
Arten: Gefleckter F. (M. grisola), oben grau, 
unten weißlich, mit roͤthlich grauen Fängeftreifen, 
Scheitel mit dunklerem Streife, Flügel ohne weißen 
Spiegel, trauriger Vogel; frißt Injecten, auch Bee⸗ 
ren, ift Yugvogel; in Europa u. Afrila; kommt in 
die Stäbte u. wirb häufig zum liegenfangen im 
Zimmer gehalten; Halsband». (M. collaris), 
oben ſchwarz, mit weißem Halsband; Schwarz. 
rüdiger F. (M. atricapilla, M. luctuosa), 
ſchwarz, Unterleib u. Stirn, fo wie ber Spiegel auf 
den Flügel weiß; fehr dumm, niftet in Baum- 
Söhern: Kleiner %. (M. parva), 5 Zoll lang, in 
Deutichland; Lärmender F. (AM. vociferans, M. 
plumben), aſchgrau, in Brafiliens Wältern, ſchreit 
in Gejellichaft jehr. B) Tyrann (Tyrannus 
Cur.), Schnabel gerad, lang, ftark, ınit geradem 
Rüden u. jchnell gebogener Spitze; vertheibigt jelbft 
gegen ftarfe Raubvögel Neit u. unge, lebt von 
Heinen Vögeln, auch vom Raube; in Amerila. Ar- 
ten: Bentaver Pitangua (T. Pitanga, La- 
nius P. Gmel.), ſchwarz, unten gelb, auf bem 
Scheitel ein gelber Streif; aus Brafilien; Pipiri 
(T. intrepidus; MuscicapaT. £. ), oben ſchwarz⸗ 
ranbraun, mit orangefarbenem Federbuſch, befien 
Febern ſchwarze Spitzen haben; joll ſelbſt Adler 
durch Haden zum Rückzug gezwungen haben, in 
Nordamerika, Fleiſch fett u. wohlichmedenn; KRö- 
wigswirger (T. audax), oben bunleljchiejerfar- 
big, Kopf u. Schwanz ſchwarz, auf dem Kopfe eine 
dunkle, beim Aufgerichtetfein ſchön ar HS 
Federhaube; aus Norbamerila; u. m.a. Flie⸗ 
genihnäpper (Muscipeta Cur.), Schnabel 
doppelt fo breit als hoch, mit ſtumpfer Rildentante, 
ſchwach ausgefhweifter Spitze u. ſtarken Wurzel⸗ 
haaren; gewöhnlich ſchön gefärbt, mit Federbuſch 
od. langen Schwanzfedern; meiſt in Afrika u. In⸗ 
bien. Art: Brauner F. (M. regia, Todus re- 
ius). ſchwarzbraun, diademartiger Querfederbuſch 
raunroth, mit ſchwarzgefleckter Spitze, in Cayenne. 
8) D) BPlattjhnabel (Platyrhynchus Z’emm.), 
der Schnabel iſt noch breiter u. niebergebrüdter, 
Spike gelrümmt, aus Südamerika, Infectenfrefier. 
Art: Olivenfarbiger Plattſchnabel (P. oli- 
vaceus), oben hunfelgrün, unten beilgrünlich u. 
graugelblich, Flügel braunfhwarz, in Brafüien. 
> Conopophaga, mit hohen Füßen, kurzem 
Schwanz, amerilanifch, Art: C. leucotis. Den F. 
nahe ſtehen: F) Nadtlopf (Gymnocephalus 


Geof.), der Kopf ift ganz lahl, Füße lang n. dünn. 


Fliegendreck bis Fliegenkäfer 


Art: Kahler Nacktk opf (G. calnı 
calva, Corvus calvus), groß wie die 
roftbram, unten röthlich; in Cayenne. | 
vogel (Rabliug, Cephalopterus 
der Schnabelwurzel ſtehen aufgerichtet 
nad oben ausbreitenbe, eine Art von € 
bildende fJedern. Art: Geſchmückt« 
fopf(C.ornatus, Coracina cephalo 
denweis in Sumpfwälbern Braftliene 
mophila, Schnabel ftarf, Oberkinn 
edig, Füße kurz, bünn. Art: D. velı 
Sundainfeln. Mehrerer diefer F. bei. 
tung A) bilden die wohlichmedenden 
bie eingemacht von Cypern, Stalien 
reich kommen. 

Fliegenfaͤnger, Pflanze, ift 1) fo 
cynum androsaemifolium; 2) fo v. 
muscipula. 

Sliegenfittige, dünne, ſchwärzliche 
Flecke, welche ſich auf mehreren Steine 

Fliegengift, zur Vertilgung ber € 
bienen verſchiedene Zubereitungen, alt 
Dualfia, von Pfeffer, Aufguß von li 
Meerziwiebeljaft. 

Bliegenglaß, Glascylinder, oben: 
brüdt u. mit einer Heinen Öffnung, ı 
Gebrauch zur Hälfte mit Honigwaffe 
Fliegen barin zu fangen. 

Fliegenholz, jo v. w. Quaffia. 

Fliegeninfel (Rairoa, Nairfa 
Paumotu-Ardipel od. der Gruppe d 
Inſeln (Jübsöftliches Polynefien) gebe: 

#liegenjäger (Myiothera Jllig 
ber Zabnicnäabler; Schnabel mäßig 
Wurzel böber, an der Spike ausgeraı 
bogen. Füße meift hoch, Schwanz fun 
ber Erbe, ob. Hlettern, frefjen Infecten 
getheilt in die Untergattungen: A) P 
mit lebhaften Gefieder; in der alten 5 
P. Gigas, Kopf u. Untertheile afchbr 
Ohrftreif u. Kragen ſchwarz, alles Üt 
jurblau, Größe der Eifter, Schwanz 
richtet, auf Sumatra. B) Eigentli 
in Amerila, brauner u. weniger ſchi 
bid, gebogen. Arten: Königs-%. (} 
dus rex G/mel.), größter $., oben rı 
ten beller, auf dem Hinterfopf blaug 
Stirn weiß u. braun; aus Sübamen 
(M. colma, Turdus c.), rothhraun 
grau, mit weißer Kehle; aus Cape 
(Turdus cantans L., Myiothera c.. 
braun mit ſchwarzen Querftreifen, gi 
weigen u. jhwarzen Pleden, in Cayen 
durch eine ganze Octave; pfeift auch wi 

Fliegenkaͤfer, 1) (Heterolythra 
Käfer, Fußglieder vorn 5, hinten 4; N 
berig, von verfchiedener Form ohn 
Kanıyzähne am Ende; Oberlicfer 1- 
bornig; Unterlippe leberartig, rauh; 
lürger u. verwachſen, od. weich m. 
Pflanzenftoffe od. Aas, meift an bu 
Eintheilung in bie Zünfte: Pilztäfer (I 
Schattenkäfer (Pimeliarise), Stade 
dellanae), Teuerläfer (Pyrochroid 
täfer (Helopi:), Reizläjer (Canthari 
jentäfer (Cisteleniae). Stehen bei 2 
den Familien Taxicornia u. Trache| 
2) So v. w. Molorchus, |. Halbded 


Fliegenklappe bis Ylimmeropal 


357 


ppe, 1) (Scew.), ein Meines Gegel | lich als Streupulver in bösartigen Geihmwüren, in- 


welches dieſe noch über dem Zopiegel 
an) ‚ fo v. m. Dionaea muscipula. 
alt, jo v. w. Arjenit. 

»f, 1) (Mvocephalon, Ehir.), ein 
u ber Größe u. form eines Fliegen. 
ekehrter Buchftabe, |. Buchtruden. 
z, ein aus Bintfaden geftridtes Netz, 


m Eommer bie Bferbe bededt, um | 


e ber liegen u. Bremſen zu ſchützen. 
pier, mit einer Auflöfung von arſen⸗ 
enigfaurem Kali, Gummi u. Juder 
Bpapier, zur Tödtung der Stuben⸗ 
Sliegenpuiver zu gleichen med bes 
Iuflöfung von Zuder in tem Loppel- 
tarfen Allohols; wenn tie Fliegen 
erben fie betäubt ur. fallen zu Boten. 
Fliegenſchwamm. 
(Tachina grossa), ſo v. w. Ries; 
ſJ. u. —— 
immel (Foreltenſchimmeh, ein 
mit ganz Heinen braunen ob. rörh- 


nepper, |. u. liegenfänger C). 

| e (Hilara), fo v.m. T ; 
apfel), 02. af 
Gaze fint, zur Aufbewahrung von 
= Iuftig Reben follen, ohne ben Flie⸗ 
ja fein. 


wamm (Agarıcus muscarius Z, 
‚caria Pers.), Blätterihwamm, in 

u. Nordafien häufig in Wäldern 
troth, lederfarben, gelb ob. gelblich, 
iR fein gefurcht, meift mit weißen 
t, Strunl Inollig, gefüllt ober hohl, 
3, Hut glänzend u. zuweilen über 
ewölbt, fpäter flach ober gar vertieft. 
en Gremplaren erſcheint ber Hut wie 
niet u. iſt dann noch Meiner als ber 
trunle6 u. mic tiefer von ber gelblich⸗ 
einen Hülle überzogen. Hat er bie 
hen u. iſt er eiwa I—2| Zoll groß, 
a ber Hille Erhöhungen von Vertie⸗ 
en, endlich zerreißt die Hille, jene 
Iren die meißen Plättchen ; der Ztrunt 
236 Fleiſch ift derb, bei älteren fiellen- 
Yeihmad wenig ausgezeichnet, ebenſo 
ch. Nicht nur Rliegen ein Gift, wenn 
ene Milch ihnen vorgeſetzt wird, fon- 

vorzügliches Wanzenmittel; u. auch 
ein narlotiſches Gift. Er erregt bald 
fpäter Elel, Zuſammenziehung der 
Srftidungszufälle, Durft, Kolil, Er⸗ 
‚ Ohnmadten, Zittern, Auftreibung 
rrereden, Conpulficnen u. bisweilen 
jenmittel: Brechmittel, in deren Er⸗ 
inten vielen lauen Waſſers u. Kiteln 
I mit einer Feder ob. dem finger; 
ſchleimige Getränke, Milch, warme 
[ven Leib, kalte Umſchläge auf ben 
nen Gaben wirkt er nur berauſchend 
u in nördlichen Gegenden, beſ. ven 
alen, Oftialen u. a. ruffifhen Völker⸗ 
lich in Getränke getban. Die Armen 
den Urin der barin beraufäten Rei- 
Urin behält biefe beraufcgenben Wir- 
ıf den 4. Mann. Man hat ihn auch 
ohlen als Fungus muscarius, äußere 





gleihen gegen Epilepfie zu 10—30 Br. ; vgl Ama- 


nıtın. 
| IeBenReit; gediegener Arfenif, f. u. Arje- 


nit I. A). 
Sliegenvogel, 1) Brauner F. (Saxicola), 


| Singvogel_ aus der Familie ber Sänger, fo v. w. 


Steinſchmätzer; 2) fo v. w. Kolibri. 

a (Reduvius), fo v. w. Koth⸗ 
manze, ſ. u. Bltitwanje C) e). 

Fliegenwaſſer, Auflöfung von Arſenik u. Zuder 
zum ZTöbten ber pliegen. 

Fliegenwedel ber Venus, ſ. u. Horntorall. 

Bien ch (Exocoetus L.). Gattung der hecht⸗ 
arfıgen Baukhhfloffer; Schuppen auf Leib u. (dem 
abgeplatteten) Kopf, an jeder Seite eine vorſprin⸗ 
genbe Reibe gefielter Schuppen, taneben tie Sei⸗ 
tenlinie, Bruffioffen bon ber Fänge des Leibes, ver- 
mittelft welcher er fih auf 2—3 
erheben u. fi einige Hundert 


. a8 dem Dieere 
chritte weit über 


demſelben erbalten fann. Sie werben im Wafler 


von vielen Fiſchen, bef. Doraden, Über demſelben 
von Seevögeln verfolgt u. verzehrt, fallen oft auf 
tie Vertede ber Schiffe, dienen auch den Men⸗ 


ſchen zur Epeife. Arten: Epringfifh (Flie- 


a er Häring, E. exsiliens), 1 Fuß lang, bie 
chfloſſen find lang und fiten weit hinten, 


| Rüden u. (bie 17— 18 Zoll langen) Floſſen blau, 


Seiten filberig; ſchaarenweiſe auf Der Cherflüche 
bes Meers; wohlſchmeckend. Hochfliegler (E. 
evolans, E. volitans), mit Meinen rothen Bauch⸗ 
kein, Seiten filberig, Rücken graulich; fliegen zu 
anfenten auf, im Atlantifchen Deere. 
ließbette, fo v. m. Gerinne. 
lieffe, 1) (in Sollant Blamuten), tbönerne, 
gebrannte Platten, jn verjhiebenen Formen, auf 
ter einen Seite glafirt w. oft bemalt; man befegt 
damit ten Fußboden unter ten Stnbendfen, vor 
Kaminen, oft auch ben ganzen Fußboden eines Zim⸗ 
mere, eine Flur, Wände sc; 2) Schwediſche 
F., graue u. braune Platten, von einem groben 
Marmor (Blieffenftein) gemacht; 3) fo v. w. Pfla- 
fterziegel. 
Fließend, 1) von äftbetifchen Probucten bie Art 
ber Darftellung, bei welcher Alles in umınterbroche- 
nem Zufammenbange fteht u. leicht u. unbemerkt 


, Eins auf das Andere Übergebt, fo: Fließende Nebe, 


Flieſender Styl; 2) in der Malerei Fließende For⸗ 
men u. Umriffe, ben feften, beftimmten entgegenge⸗ 
fest, kommen beſ. beim weiblichen Körper vor; 8) 
(Muf.), mit fanfter, gleichförmiger, leichter Fort⸗ 
f&hreitung in Melodie u. Harmonie. 

‚ liegende Hige (Ciſenarb.), fo v. w. Schweiß⸗ 


bite. 
Se fo v. m. Waſchgold. 
ließloch, im Schmelzofen das Lech, durch wel⸗ 
ches Zinn u. Schlacken in ben Herd fließen. 
Fließpapier, zartes, weiches Papier, mit mel» 
chem man Kupfer» od. Stahlſtiche bebedt, um bie» 
feiten vor Beſchmutzung zu fichern. : 
Fliete, 1) Inftrument zum Aberfaffen bei Thie⸗ 
ren, eine Yanzettenfpitse an einem darze wird 
anf die Aber mit ber Spitze aufgefetzt u. öffnet ſie 
durch einen Schlag auf dieſelbe; 2) fe v. w. Lanzette. 
Flimmer, 1) das Glänzende, das Strahlende 
einer Sache; 2) (Bergb.), glänzendes tanbes Foſſil. 
ende vor den Augen, |. u. Schwinde 
limmeropal, fo v. w. Edler Opal. 


338 Flimmerthierchen 

Flimmerthlerchen (Leucophrys), Gattung ber 
polypenartigen Infuſorien. —— 

— „ Blarrdorf im Schweizereanton Grau⸗ 
— en — ar über dem 

eere, Boflburean; reform w. 

Govaert, fo v. w. Flink 

VFlinder 1) (ttater), fo v. w. Flitter; 8) (Bitte 
berfe), Minze, |. Flindrich. | 

linder Glunder), Art Scholle, [. d. 
linders, Mattbewe, geb. zu Donington in Lin⸗ 

colmfbire; begleitete 1795 den Kapitän Sunber, 
Statthalter ber Berbrechercolonie zu Nem-Siüb » 
Males, nah Port Jackſon, unternahm von bort 
mit dem Schiffechirurgus Georg vah füngs ber 
Küfte mehrere Entbedungsreifen, lehrte 1800 nach 
England zurlid, sing Miebet nad Neubolland, un⸗ 
terjuchte bie bortigen Süb«- u. Oftfüften, wurde aber, 
weil inbefjen ber Krieg zwiſchen England u. Frank⸗ 
reich ausgebrochen war, bei ber Rüdlehr auf Sale 
be France gefangen u, bis 1810 zurüdbehalten; er 
ft. 1810 u. Tar.: Bemerkungen über bie Küfte Ban 
Diemens Yanb, Lond. 1801; Tagebuch der Reife 
na een, Lond. 1814, 3 Bde. 


lin .R. Br.), ttung aus 
ber Familie en orale en rt: 
F. amboinensis, großer Baum mit — An⸗ 


bigen, ; gurten 
—— ; auf den Moluklen. 
nach ber Reife erhärteten Fruchtſchalen dienen ben 


Eingebornen ale Raſpeln. 
linderslaud, ein Theil ber Süpküfe bes 
Auftralifchen Eontinents, vom Borgebirg bes Abieur 
ai zur men dung bes en — 
upts-, im ph an Napoleonsland grenzend. 
1802 von M. t8 erforfcht u. nad Sermfeiben 
benannt, bildet bie heutige engliſche Colonie Sud⸗ 
Auftralien, . D.- 
lindrich, 1) alte bremiſche Scheibemünze, von 
4 Örste, 18 — 1 Reichethaler; 2) GSlinder, Slin 
berke), en de Silberſcheidemünze von ziemlich 
gleichem Werth. 

Flink, Govaert, geb. 1615 in Cleve, Anfangs 
für den Kaufmannsflanb beftimmt, folgte feiner 
Neigung zur Dlalerei, welche er in Leeuwarden er- 
lernte, wo er an Jakob Bader eirien Freund u. 
Mitſtrebenden fand. Beide gingen nach Amſter⸗ 
dam, wo ß Rembrandts Schüler wurde u. ſich 
bald eines ſo großen Rufes erfreute, daß er von 
auswärtigen ei ‚ namentlich von dem Großen 
Kurfürken von Brandenburg u. von bem Prinzen 
Morit von Naffau vielfach beſchäftigt wurde. Se 
Gemälde find ganz in ber Weile Rembrandts gehal- 
ten, aber milder in ben Gegenfäten von Licht u. 
Schatten. Er ft. 1660 in Amfterdam. Werfe; Die 
Amfterbamer Bürgergarbe, im Muſeum y Amfter- 
dam; Abraham, bie gar verfioßend; Die heilige 
Auna, der Heinen Maria das Lefen lehrend, im Ber- 
lines Mufeum ; Iſaal, ben Jalob fegnend, in ber 
Mindener Binalotbet; Ein Engel, tie Geburt 

iſti verfünbigend, im Louvre; ferner finden ſich 
trefflihe Bildniſſe von ihm im Belvebere, im Stä- 
beiihen Iufitute, im Dresbener u. Kölnifchen 
Mufeum. 
. $linlläfer (Bembidion Latr.), Gattung ber 
‚Zaufläfer; vorletztes Glied ber äußeren Tafter ift 

ößer , aufgeblajeg, — 
**— erz ei : 
i a 


avipes, 


1951: 61,521 Em. 2) d 
| gafen, befuchtes Seebad, ehemals h 


worin König Ki 





Nartesta), Flub im 


8 le la en ; 
ee z ); hier | 


| Husiä, Die fo v. w. Flud 


9. w. Eifenfpai 
Vlinsberg, gräftic 
Dueis — A dwenber en 
rungs ig; 1750 Ew 
lkohlenſaure — — zum Tri 
—* auch In Berfenben. 
Flint, i) A im engliſche 
Wales; 11,43 AM., aus zwei bın 
etrennten Theilen beftebenb, wovo 
— an bie Iriſche See, die bi 
bes Dee, an au u. Denbigfbir 
(Hiblice) am Cheſhire, Shropihire 
ſhire grenzt. An ben Küften felfig 
gebirge Air Boint), im Inneren von 
gelfetten durchzogen (bödhfte Spitze: 
tan 780 Buß); Flüfe: Dee mit 
DOften), Clwyd (im Weften) ; Hlima ı 
pen rege u. En - Fin 
ager (bis zu.15 Fuß ım — 
Eile, —— — ——— ‚hc 
mollen», Wolfen: n.Seibentwaaren, Bi 
fupferne Gejdirre ; zerfällt in 5 91 
Kirchſpiele, ſendet 2 Mitglieber in! 
Dauptftabf! 


w.; in ber Nähe bie Ruinen eines fi 
harb IT. gefangen 
ben Thron an Heinrich IV. abtrat. 


Bezirk mit Poftamt (Post-townshir 
| nt Geneſee des Staates Michig 
I tıta), 


3400 Em. ; 4) Poftort darin u 
Graffchafi Geneſer am Flint⸗ River; 
rn 1200 Em. 
Flintberg, Jalob Albrecht, geb. 
I im Commerzcollegium zu St 
rovingtalrichter, wurde fpüter Com 
ftarb 1804 in Stodhelm; er jchr.: I 
Bibliothek, Stodh. 1796— 1803, 5 
a Seerecht (deutſch von Hagem 


F ie), 
Grafſchaft Ontario des Staates Ra 
amerika), fließt in ben Cananbaigus: 

ber Groffchaft Fountein bes Et, 
fällt in ben Wabaſh⸗River; 3 
Ihaft Des Moines im Stagte Iılıne 
Milfiffippi-River. 
inte (angeblich) von Ste od. Si 
od. Feuerfteitt, genannt, zum Unten 
alter ee an welche mittelſt Lun 
wurden), Gewehr mit glattem Lauf 
Eng ch. Schtote geſchoſſen werd 
zu Kugeln ift von größerer Eiſenſtürl 
Laufe, wie bie bisher in ben mei 
ber Infanterie eingeführte Meustet 
Jagd ift leichter u. Urzer, |. Schrot 
pelflinte, Überhaupt f. u. Gewehr 
linten, Gerblle, meift von 
Iintenfchloß, |. Schloß. 
lintenitein, j. u. Seuerflein. 

Wlintenftrumpf, fo v. w. Büch 

lintern, fo v. w. Flitter. 

Flintglas, bieidaltiges Glas, ı 
optiichen weden gebraucht wirt, f. 

Slim Niver (pr. Slint-Rimm’ 


rifk), entipringe in der 


Flintſchen bie -- ‚Bloan 


Chattahoochee, ben Appaladhieola- 
Daempiſchifffahrt bie nach Albany 
Stromlänge; 2) Fluß in der Graf. 
ee Staates Habama, fäßt bei De- 
nnefjee-River; 2) — im — 

in ber Gr 

der Grafſchaft Saginam rat mit dem 
er, den Saginaw⸗River bilbenb. 
'om Erz, auf den entbiößen Bunl- 

r Erkennung ge fein. 
* .), fo v. w. Flynis. 
leip), Gerränt von Pimonien- 


—— ne ud 

4), Dorf bei Rafferent im Bezirk 

sier Kreiſes Iunsbrud; Marmor⸗ 
Silberbergwerk, Genfenfchmiebe; 


9), Deren en am Iſomo im 
chiſchen Küftenlandes; 2100 
Herei, Gänſezucht, Danfrhanbet 
ptort tes fogen. Blitidher 
Kammergutes; babei Schloß u 
laufe (I,a chiusa di Plez). 
ne Kömer od. Blättchen gebiege- 
hes auf dem Gefteine ob. zwiſchen 


wird. 
bel mit einem vorflehenben 
terem Seite, ber an ber ſchon glatt 
e eines Bretes läuft, wenn bie an- 
den joll. 


leine Verzierung von verfchiedener 
b» u. Silberblech eb. aus Flitter⸗ 
eu. unechte Fon); bie un 
5 in Nürnberg ee wo bie 
nftig find. Die en Blät- 
ef. Rofen), Sterne n. at, dar u. 
Nitterkempein aus bem Bleche aus⸗ 
e Fon heißen Folie⸗F⸗n. Eine 
Draht⸗F. ) beſteht aus platt ge⸗ 
ringelchen u. fie t Heine kreisrunde 
nem Loch in der Mitte, bar; auf 
e werten fie flach geichlagen. Das 
tterfliber ift Blech, weiches jo dünn 
3. wirb zn Sn, unechtem ute u. 
raudt; 2) (Jagdw. ), ein —5 
kleine Holzſpäne, weiche bie Lappen 
) vor dem Dreißigjährigen Kriege 
deutſchland = 1 Heller, lommen 
jährigen Kriege nicht mehr vor. _ 
e, ſ. Fluttermühle. 
mit Glimmertheildhen vermifchter 


He (Bot.), fo v. w. Silberbodbart. 
n, bei Reuvermählten bie nächften 
er Hochzeit. 

yann, geb. 1618 in Suhla im Sen- 
trte fett 1637 in Wittenberg, Iena, 
2 Theologie, wurte 1644 Sauter 
Greifswalde, 1646 Dialonus da⸗ 
in Stralſund. Gr verfafjte meh⸗ 
ver, bie er auch in Muſik ſetzte u. 
& Fufgärtlein, Greifew. 1661. 
jam &bro, auf einem hoben Fel⸗ 
en Provinz Tarragona; 1550 Ew. 
arktfleden bei Ath ın ter belgiſchen 
us; Leinmweberei; 1300 Em. 

fe), 1) «Fiecellw), —— 


); 0) (8et.), eine fäbige Zelle. 


BD 
befieht, wie 


Wole, von de — abfall 
länmt wirb; zu aiertei Wolleng uchbar ; 
s)( m), bie Beim Rauhen in den Karben 
ae v idel aus einer liebe, woraus 
nnen wich; Do fo v. * —— 
* bei der —E Knoten; 
buxh das Ballen —— us eibeiten im 
8) je v. w. laden; 9) je v. w. Floccus 2); 
10) 10) (de b.), ſo dv. w. — u „amat.), 
das U Läppchen ar fte bes 
en, es berührt Das Fel —— 
ode 12) fo v. w. Zotte, fo G-n bes üho- 
rion, ber Darmichleimbaut 2c.; 18) ber Heine weiße 
Fleck au ee "Shen eines Bferbes. 
Pi ein Bett, Ratt der Federn mit 
0 


ala, ik Contaurea Javea, 
Iodener;, fo v. w. Flocliges Bleierz, |. u. Blei- 


lefen (gr., Carphologie), bas Herum⸗- 
gr Kranler auf dem Bett, fam ale woll⸗ 
ten fle Bloden wegnehmen; Zeichen bes herannahen⸗ 


ben Todes. 
maſchine, fo v. w. Rrimpemofiine. 
—* das leichte Geftübe, wei 
—— die —5— in die GR getri em —* 
——, 5, 1) vie kürzeſten Sorten ber rothge⸗ 
färbten Ziegenhaare; 2) aus ben Sherfioden des 
arla m gesogene rothe Farbe. 
de, fo v. w. Wloretieibe. 
een Tapeten, auf weldde bie Figu⸗ 
en mi — ob. gefiebter Flockwolle aufgetra⸗ 


eringes Tuch aus Flocken. 
Fett sang ber A beim Schee⸗ 


“lochn In br r. Blolong), Ferdinand, geb. 1502, 
nabm als —53 — lebhaft 18* für 
bie liberalen Beſtrebungen, wurde 1523 Carbo⸗ 
naro u. Mitglied der Loge ber Amis de la ve- 
rite; 1525 wurde er Berichterflatter der parlamen- 
iariſchen Berhandlungen für ben Conſtitutionnel. 
Er trat in ben Berein Socidt6 des amis du pouplo 
u. fam darauf mit gleichgefinnten Männern, wie 
Marraft, Orandmenil, Germain u. U, in Berüh- 
rung, welche bie Ereigniffe bes Jahres 1830 in 
Srankreich zum Ausbruc bringen halfen. 1834 nahın 
er Theil an ben Confpirationen, welche den Apri 

tagen voramsgingen, u. 1845 an ber Gründung ber 
Reforme,. In den Februartagen 1643 winer ber 
Thaãtigſten, welde zur Begrünbung be der Republik 
beitrugen, wurde er Unterftaatöfecretär im Miniſte⸗ 
rium des Innern u. Redactenr ber von Ledru⸗ 
Rollin herausgegebenen Reform. Gr organifirte 
mit Blanc u. Albert Die Nationalwertſtãtten u. beX- 


360 


Yoaltete vom 11. Mai bis 28. Juni 1848 das Ader- | 


bau⸗ u. Handeldminifterium. 1849 nicht wieder in 
die Nationalverfammlung gewählt, ging er 1850 
nach Strasburg, um bier die Reduction des DE- 
mocrate Ju Bas-Rhin zu übernehmen. Rad 
dem Stuatsftreiche im December 1851 flilchtete er 
aus Strasburg nach Bafel u. Tebte feit 1556 in FH . 
rich, wo er fich mit ſchriftſtelleriſchen Arbeiten beſchüf⸗ 
cite: 1858 ger er eine franzöftfehe Uberfegung von 

oleſchotts Schrift über Die Nahrungsmittel heraus. 

Flodden (Bioddenfleld), Dorf in der euglifchen 
Srafihaft Northbumberland. In der Nähe ſchlugen 
1513 vie Engländer unter dem Grafen von Surry 
bie Schotten unter König Jakob IV. 

lodoarbus, fo v. w. Frodoardus. 

lögel, Karl Friedrich, geb. 1729 zu Jauer, 
u. ft. 1788 als Profeſſor der Philoſophie an der 
Ritteralademie in Liegnitz; er ſchr.: Geſchichte des 
menſchlichen Verſtandes, Brest. 1765, 3. Aufl. 1776; 
Geſchichte der komiſchen Literatur, Liegn. n. Lpz. 
1784—87, 4 Bde.; Geſchichte des Groteslkomi⸗ 
ſchen, ebd. 1788; Geſchichte ber Hofnarren, ebd. 
1789; Geſchichte des Burlesken, ebd. 1794. 

dogge, Quarzausſcheidungen bes Geſteins. 

(Pulex L.), einzige Gattung der Familie 
Flöhe (f. d.); Leib mit gewimperten Schildern be- 
deckt, eiförmig, Kopf zulammengebrüdt, abgerundet 
u. abgeftutt, behaart, Fühlhörner ganz kurz, Hin⸗ 
terleib groß, Hinterfüße ftart, ſtachelig, zum Sprin- 
gen. ie Eier (Nüſſe) Heberig, aus ihnen krie⸗ 
Ken lange Larven, welche nad) etwa 12 Tagen fich 
verpuppen u. nach abermal® 12 Tagen volllom- 
mene Infecten werben. Burmeifter zählt ihn we⸗ 
gen der Saugwerkzenge u. der Verwandlung zu 
den Zweiflüglern; Arten: Gemeiner F. (P. ir- 
ritans), braunroth; anf Dienfchen, Hunden, Katzen, 
ſaugt Blut, legt feine Eier in Spalten von Dielen, 
felbft unter die Nägel unreiner Menſchen ıc., iſt 
vorzüglich für junge Thiere große Plage u. nur 
durch fortgejetste Reinlichleit zu vertreiben. Der F. 
kann 100 Mal meiter fpringen, als er groß, u. eine 
Laft ziehen, die SO Dal ſchwer if. Man bat Flöhe 
mit goldenen Kettchen an Heine Kanonen od. Wa⸗ 
gen geipannt, nachdem man ihnen zuvor bie Hin» 
terbeine zerdrüdt, Damit fie nicht ſpringen können. 
An eine eigentliche Abrichtung der Flöhe ift dabei 
nicht zu denken. Seine Eriftenz ift an Wärme ge- 
bunten, weshalb er auch in falten Ländern nicht 
vorfommt; in gemäßigten Gegenden bringt er die 
kalte Jahreszeit meift als Ei od. Puppe zu; in der 
beißen Zone zeigt er fich mehr im Winter als int 
Sommer. Sand-%.,1.d.;Hunds-%.(P.canıs), 
faft ſchwarz, Augen groß, auf Hunten, Katen ac., 
plagt auch ten Dienfchen, wo er runde, rothe Fleden 
mit einem Punkt verurjaht; Maus-%. (P. mus- 
culi), röthlich, braun, u. a. 

Flohatz, ein komiſches Gedicht von Fiſchart 
(. d.) u. Slobiade, ſcherzhaftes Gedicht in maccaroni⸗ 
ſcher Manier, welches unter dem Titel Floia, cor- 
tum versicale de flois swartibus illisque dei- 
riculis, quae minschos fere omnes, mannos, 
weibras, jungfras etc. behuppere et spitzi- 
bus suis schnablis steckere et bitere solent, 
auetore Gripholdo Knickkackio ex Floilan- 
dia, 1593 herauskam u. öfter gedruckt wurde, zu⸗ 
letzt von. Troß, Hamm 1822, ſateiniſch u. deutſch, 
Amberg 1827, 2. Aufl., Sulzb. 1832, auch von 
Marbik, Kolb. 1830. 


ee — — — ——— — 


Flodden bis Floquet 


Flöhau, Stadt im Bezirk Poder 
miſchen Kreiſes Eger; Porzellanerde 
Obſtbau; 1000 Ew. 

löhe (Suctoria), Familie ber 
Inſeeten; beſteht mır aus ber eimi 
Stop, unterfcheidet fi) vor anberen | 
fecten durch einen zweitheiligen, von 
Blättchen eingefchloffenen, twalzen- & 
gen Sau üfef, an beffen Wurzel 
\inb, wird non Burmeifter zu ben 
Zweiflüglern gezählt. 

Flöhe, Biarrborf im Gerichtsamt ' 
bes königlich ſächſiſchen Kreiſes Zwidar 
welche dich bier mit ber Zſchopaun ver 
Spimfabrif, Dampfbrauerer, Steinte 
Schieferbrüche; 980 Ew. Hier 7. Oct 
zwiſchen Ofierreihern u. Sranzofen. 

Flohfalle (Biohfang), ein mit ı 
verjebenes Röhrchen, in welches ein 
ſchraubt wird, ben man mit Honig 
berigen , ſüßen Saft beftreiht, woran 
trochenen Flöhe hängen bleiben. 

Flohkäfer, fo v. w. Drehläfer. 

Fiohendterig, ift Polygonum p 

löhkraut, die Pflanzengattung 1 
2) Palicaria vulgaris; 8) Polygo 
bium, persicaria, „yaropıper; 
Psyllium L. u. P. arenaria W. et] 
bavon Flohſamen, ſ. d.; 5) Großer 
Conyza squarrosa L.; 6) Immei 
ift Plantago Cynops Z. 

Flohkrebſe (Amphipoda), Kam 
ſchwanzkrebſe, Waflertdiere, mir ı 
nicht geftielten Augen, bäutig = blafen 
men an der Wurzel ber Füße od. ur 
terleibe, Körper meift zuſammengedri 
Bruſtſlück gejondert, tiefes meift 7gl 
bis 7 Fußpaaren, Hinterleib Gglieter‘ 
migen Afterfüßen zum Springen, 4 n 
glieberte Fübler; die Gattungen gie 
marus), Talitrus, Orchestia, Cor 
ranus, P’hronima ix. 

Slohrmeifter, Diejenigen Arbeit 
einer Nanıme ten Rammklotz mit 
an ben Läufer befeftigen. 

Flohſamen Semen psyllii), der 
dunkelrothe (daher der Name), gläı 
fleine Samen von Plantago (Payllir 
ebebem wie Quittenfamen als kühlen! 
de8 Mittel gegen Rubren ob. fonf 
jett meift nur von Wäſcherinnen zun 
Spigen u. Dal. benußt. 

Floke Bi) fo v. w. Flate. 

Flonheim, Martıfleden am Wied! 
Alzei der großberzoglich beffifchen P 
befien, Brud von feinen weißlichen 
1750 Ew.; friiher Condominat der fü 
fer Salm u. der Rbeingrafen. 

Floodbai (Coots⸗Vuſen, Cool 
nay⸗Bai), eine tief in die Südweſtki 
ſchen Nordamerilas einſchneidende 8 
lichen Stillen Oceans 58 Y!— 61° nd 
— 135° meftl. 2. (v. Ferro). 

loops, Xoft, jo v. w. Yelupes. 

loquet (ſpr. Floleb), Etienne 
1750 zu Air in ber Provenge, wit 
Mufit u. ging 1769 zu feiner weitere 
nach Paris u. 1774 nad Italien; ı 


2. Wise bie Ferm . 


he Veameinennt; 2010 er 5 
— 6. m. Gulden, — — 


ris ze w ſt. 177 ee fee: 

Fe Baden, 1773; 
Ran, 1: 47 1719; 
Maisant, 1780; Nouvelle Om- 


— Samnıt, 

elbel u. dal. bie —— gs 
ber u. 

one 


iben, L. 

erporragen; 3) bie 

rs; Ylıam —* 8) ſo v. w. 
licher Zu 


mmwoll 


ie zu —— Be in Bläthe 
2) die in einem Lanbe od. iu 
ae Pflanzen; vgl. Fauna ) 


griech Chloris), Ofttin ber Bfln- 
e, wurde von Zephyrus geliebt u. 
w das Blumenreih zum Brautge- 
h fam ihr Eultus von den Sabinern 
6 nach Rom. nr ellt jugendlich, 
nn efhmüdt. Der F. zu 
san feit 241 v.Chr. die Sloralien vom 
mm 1. Mai, mit laſciven Tänzen u. 
man ſich mit Biumen befränzte. 
mben Diigmahs wurde das En * 
x waren die Ädilen, weiche Erbſen 


Pas Boit austheilten. Unter den pe | 


Bungen derſelben ift bie berühm 

A — "er it 
a er F. zum — 

jen, namentlich De ke 

Statue in ken heran 2 des 3 

i) Afteroib, zwiſchen Rare u. Jupiter, 

ad in London am 18. October 1847 


y ob. das — 80. 
97 Lo 2 12 Stim 
Sonne über 


) von Fe —— 
ang von ber Sonne uns am nädften 


—— 


ber 
den; 1000 €; 4) Gtäbtikher 





rieston-@ifenbahn; 3 

irk mit offamt 
—F 8* Fa 
te u. bänne Art 


in ber Srafkäaft Erie im Staate 


1 
— 


den 
tur init — n. % — theilẽ durch die d 
es be lade Es gibt 
— —A — 
lagenen, —— u. egal tie N fonanıen 


enweberei. | 
& de F. fo v. w. Ruggiere bei Fiore. ale Marcreline vor. 


reneourt (Ipr. Blorengtubr), € Franz ne sad 
‚ geb. 1803 in Braunfchweig, 
enge ber per habe —— in Marburg 


m... verfitäten, wo er 

fi an —E en Bern ungen Bun 

— ini er — reinigen 
prochen. Bei fei 


N uf — 
von 1837 bis 1839 tgl er bie Literarifchen n. 
kritiſchen Blätter der Börfenhalle, begab na 1840 
ra Raumburg a. d. Saale, erwarb hier 
A u. trat im —* tortige Stabtverorbnetenenlle- 
gium. Als —— er anfänglich bie libe⸗ 
Ken Ideen u. bie eftrebungen ber Alarko- 
liken n. aber fpäter zu der ent- 
— une — er die 
ction des in Grimma e 
Berfafſungefreundes, im März 1848 die 348 bie bes Wellen 
Blattes für Stadt u. Land u. im Jahr 1649 bie * 
in Roſtock Norddeutſchen C 
denten. — trat er in — zur Kathol 
Kirche über, hielt ſich 1850 in Frankfurt a. DM. 
—— bu ort u. ift für den reacti- 
virten Bundestag, u 5 hier nach Wien u. cor⸗ 
reiponbirte Prag: bie in Toln ericgeinenbe tathelifche 


ng 
artei ber. 


 Boltsballe u. übernahm bie Medaction dieſes Wlat- 
tes jbäter jelbft, trat jeboch im April 1854 davon 


zurſid. Gr wurde 1855 Amtmann is Dringenberg 
um Kreile Warburg u. 1855 Procurator bes Stu⸗ 
bienfonbs in Paberboru. Gr ſchr.; Politiſche, ird- 
liche u. Merariſche Auftänbe in Deutkeland, ty. 
1840; Pliegende Blätter über en ber — 
wart, Raumb, 1845 —46; Grimma 
15417, 28de.; —— — 1631. 


Stadt, im —————— *5* der een er 
vinz Ramaz an ber Po 
— Ciſenbergwerbe 


— Graſen von Hd dm NY 

bes Grafen Dietrich III.; er war er 
Weſtfrieslaud {and u. wurde naı n mir ei Ontom 
ders, bes Grafen Dietrich IV., 1049, Graf von 
any er ſt. 1061 m. war vermäßlt wit 
T des Herzogs Berubarb II. von 
Sachſen; op L, de Orc Ar die 
Dietri V "Dielen 109 in der Regierung 


u. fl. 1122; er war vermählt mit Betronella, Toch⸗ 
ter Dietrichs IL. von Lothringen, 8) F. III. älte- 
ſter Sohn des Grafen Dietrich VL, dem er 1157 
jolgte, er wohnte bem Kreuzzug unter Friedrich I. 
1189 bei u. ft. 1190 in Antiochien an ber Beh; er 
war vermählt mit Ada, Tochter bes Könige Davib 
von Schottland. 4) 5. IV., Gntel des Vorigen, 
Sohn des Grafen Wilhelm I., geb. 1210, folgte 
feinem Vater 1223 in ter Regierung u. fiel 1234 
in einem Turniere; feine Gemahlin war Mathilde, 
Tochter des Herzogs Heinrich I. von Brabant. 5) 
5: V., Enlel des DVorigen, geb. 1254 in Leyben, 
olgte feinem Bater, dem Grafen u. römiſchen Kö⸗ 
nige Wilhelm II., 1256 in ber Grafſchaft Holland 
unter der Bormunbjchaft feines Oheims F.; er 
war ber erfte ber Grafen von Holland, bie fih auch 
Grafen von Seeland nannten, u. war vermäblt mit 
Beatrir, Tochter des Grafen Guido von Flan⸗ 
Pi { ne ſ. u. Holland. 6) Pfeubonym für Ei- 
endorff. 

Florenſac (fpr. Florangfaf), Marltfleden im 
Arrondiffament Beziers bes franzöfifchen Departe- 
ments Herault; 1000 Ew. 

lorenſer, |. Floriacenſer. 

lorentia, 1) alter Name für Florenz (ſ. d. 
Geſch.); 2) Stadt in Gallia cisalpina am Pabus; 
jetzt Fiorenzuolo. 

Florentla von Berguigneul (pr. 5. 0. Wer⸗ 
ginjöhl), geb. 1559 in Artois, trat in das Klofter 
zu Mouſtier an der Sambre, 1583 in das zu Fli⸗ 


nes u. grünbete, durch eine Erſcheinung ber Heiligen- 


Jungfrau bewogen, 1604 die Benedictinerinnen- 
congregation Unterer lieben Frauen zu Douai; fie 
wurbe bie erfle Superiorin, legte aber 1630 Ihr 
Anıt nieder u. fl. 1638, 


Et. Florentin (fpr. Säng Florangtäng, fonft 
Eburcbriga), Stadt an der Armance u. dem 
Armancon im Arrondiffement Aurerre bes franzö- 
jiihen Departements Yonne; 2600 Ew. Hier be 
ginnt der Kanal von Burgund. 

lorentine, weiblicher Vorname, ſ. u. Florian. 

lorenfine, 1) (fr., Ipr. Slorangtin), ein dem 
florentinifhen in Frankreich nachgemachter Atlas; 
2) glattes u. gelöpertes GSeibenzeug zu Beinklei- 
bern; 3) ftarler — von Yorlkjhire. 

lorentiner Arbeit, |. u. Moſait. 

Iorenfiner Eoneil u. Florentiner Friebe, 
f. u. Florenz. 

Blorentiner Flaſche, ein zuerft in Florenz in 
Gebrauch gelommenes Slasgefäß, zum Echeiden 
der ätheriichern Ole von dem bei ihrer Deftillation 
mit übergehendeu Waſſer. Cie befteht aus einer 
gemätutihen Glaseflaſche, in deren Seitenwand nahe 

ber dent Boten eine Sjörmig gebogene Glasröhre 
eingeſchmolzen ift, deren böchfter Theil jevech um 1 
od. 2 Zoll tiefer liegt, als die Mündung der Flaſche 
ſelbſt. Bei der Deftillation füllt man bie Flaſche 
mit Waſſer an u. ftellt fie unter das Kühlrohr; 
alles Ol ſammelt ſich Dagegen auf dem Waffer in 
dem Halfe ber Flaſche an u. wird mit einem Heber 
abgehcben. 


| 
! 
| 


Florenſae bis Florenville 


filtrirte ausgeſüßte Niederſchlag, ein ı 
wird nun in Kugeln u. auf andere Au 
dient ven Malern u. Anftreichern al gut 
Man ſtellt auch F. L. bar, indem man bi 
Rothhölzern etwas eifenfreie Salyjäur 
der Abſud gelb if. Durch Fällen mit 
hält man ben ſchönſten 5.2. Das Ar 
darf nicht kalkhaltig fein u. wird aı 
etwas Salzfäure angefäuert. Er kam 
Florenz aus in den Handel, wirb abeı 
Iin, Wien, Nürnberg u. an anberen | 
tigt. Echter F. L. muß fehr leicht, zarı 
reiblich fein. Unter Colombinlad 
ſolchen %. 2., welcher in kleinen viered 
über Benebig in den Hanbel kommt. 
Ben ines Säule, ſ. u. Maler 
Iorentine® (Hdlgew.), jo v. w. 
Wlorentinifche ufgebe, von 
tinishen Mathematiler Binc. Bivia: 
Geometern geftellte Aufgabe, welche 
Conftruction eine® Kugelgewölbes bet 
quabriren läßt, fobalb mau bie darin 
Fenſter Davon abzieht. 
Slorentinifher Bauftyl, bie a 
Namen $rührenaifiance bejeichn 
welche zu Anfang des 15. Jahrh. zuer 
unter bem Vorgange bes Filippo Vrin 
auflam. Bol. Renaiflance. 
Florenfiuß, 1) St. F. Biſchof v 
Südfrankreich, fl. 258 den Märtyrer 
Jan.; 2) St. $., fl. 259 ale Märtyı 
bien; Tag: 30. April; 8) St. F., 
Chriftenverfolgung unter Kaiſer Decin 
u. in Perugia als Heiliger verehrt; T 
4) St. F., fl. 485 den Märtyrertol 
wo er verehrt wirb; fein Tag: 23. | 
afrilaniſcher Bifhof, Gegner der Ari 
um 500 vom König Hunnerich verbai 
nach Corfica, dann nach Trevigo, ' 
6) F., 663—675 Biſchof in Strat 
Bavonius, Mönch in Worcefter, 
jupplirte bie Chronil des Marianu 
führte fie bi8 1118 fort; andere Mönd 
fter8 fetten fie bi8 1141 fort; tiefe 
gewöhnlih als Chronicon Maria: 
beranegeg. Lont. 1592, Frkf. 1601 : 
von Perg Monumenta Germaniae 
Nadewin (Kadwyn), f. Rabewin. 
Florent⸗le⸗-Vieil (ſpr. Florar 
Stadt an ber Loire im Arronbiffemer 
des franzeftichen Depart. Diaine - Leir 
Florẽnus (ital. Fiorino, franz. ] 
tem 13. Jahrh. in Florenz geprägte 
einer Yilte, von feinem Gold, ungelät 
werth, in Deutſchland bald nachgeabır 
gülden genannt, woraus ſpäter ber 
ſtand, aber für dieſen noch bie A 
Auch in Frankreich wurde nach demſel 
rin d’or, Goldmünze von Ducaten: 
George, von Doppelducatenwertb ger 
Namen Fiorino führte audy eine 18 


Slorentiner Lad, aus Codenille (ber un. | Cana geprägte Zilbermünge == 13 Lir 
a, eine ſeit 1842 in England gepr 


Theile mit 12 Theilen Aaun in binlänglichem , Münze == 18. Sgr. 


echte F.X. aus Fernambukholz), wovon man 4 


Waſſer focht, bereitet, intem man zu der durchge» 


Florenville üpr. Florangwibl), M 


jeibten heißen Lauge eine Auflöſung von Kali fo ; Arrentifiement Arlender belgiichen Pr. 
lange fegt, als ſich noch etwas niederſchlägt; der bury; 1950 Ei. 


Biegen; Geogr. u. Giatiſt) 


Je 
—— — en: Sieve, Bi- 


Fiorentino, u. linfs Chiana Zos- 


fa, Elia, Era; in der norbmefllichen 
een von Dientina u. Fucecchio; bae 
y IE gehund; Probucte: Kupfer, 
Mabafter, Weisen, Mais, Hüllen- 
Irungen, Oliven, Eitronen, eigen, 
s OM. 691,600 Em. ; eingeibeiks ift 
bie Diftricte Piftoja, ©. Dinioto, 
iano =. F.; 8) (ital. Firenzi), 
ro me u. Refibenz bes 
tegt an 


—— rer Gebäube u. ber 
|.) LaBella, bie Schöne, ge 
aus ben 4 Quartieren Ste. Ma⸗ 
B. Croce, Sta. Spiritou ©. 
:in Sirfelform erbaut u. von einer 
x umgeben, durch biefefben 

jenen jedoch bie Porta a S. Mi- 


chloſſen if. Zwei Eitabellen ver- | 


abt: die Heinere, Korte Belve⸗ 
dem hoͤchſten Bunlte ber Gühfeite; 
rtezza da Beſſo (Korte be San 
ka), ihr gegenüber auf ber Rorb- 
ln ie Ans — Fuß 
nis aßt iſt, führen inerne 
Carraja, Ponte a Sta. —— 
zen der ſehr 
nz, mit Häuſern u. ben Werk⸗ 
jehmiebe befeßt), u. B. alle Grazie; 
nterbalb ter Stadt find außerdem 
den zur Erleichterung bes Berichts 
orfätten errichtet worden. Die 
:tabt find zum Theil fehr eng, durch 
en Dächer der Häufer dunkel; ber 
Quai am Arno, dient als Abend⸗ 
pie ſchͤne Welt, auf dem Corſo 
rennen flatt, u. die Via Salzajoli 
ikt bes florentinifchen Lebens. Bon 
m Blägen ift ter belebteſte u. an 
chſte die Piazza die Gran - Dur 
30 vechio u. Die Loggia dei Lanz 
n bie Statuen Davids von M. An- 
les u. Sacus von Banbinelli, der 
mit Neptun u. Tritonen ꝛc. don 
3, bie bronzene Reiterfiatue Cot⸗ 
v. da Bologna u. a. Werte mehr. 
Annunziate, mit Arcaden u. * 
ſtitte mit ber Reiterftatue Ferdi⸗ 
er P. dei Dnomo flieht ber Saflo ti 
in, worauf biefer Dichter zu figen 
Statmen ber Erbauer bes Domes, 
nelekhi; P. di S. Maria novella 
u. einem Arteſiſchen Brunnen ; auf 
inita ſteht die antile Granitfäule aus 
Antonin in Rom; bie P. bei Grano 
5 für Getreite u. a. Feldfrüchte, 
ı Antonia in tem neu angelegten 
t Barkano tft der größte u. regel⸗ 
fentlichen Pläte. 


te die Kathedrale Sauta Maria bei 


Kirgig durch bie Apenninen bie 
ah weite Thäler bilden; 


thu 
iden Seiten des Arno in 
schtbaren Bergkeſſel u. wird wegen 





Unter ben 170 | 
doch nicht alle auegebaut find, iſt Zeichnen, Malerei, Arditeltur, | 
‚ten, Mepanik, ühenie; von dre 1438 gefifteten. 


iore, fie iR 1208 vi 
Ye Re ri va a Dre 
i, ben Meiſter der Kuppel, vollendet, 436 


—S 
ae 


wargem u. weißem IR bamıenbretarti 
dr ber Rathebrale gegenüber Acht bas ** 


uralte Battiſterio (San Giovanni), worin 


8. geborenen Kinder getauft werben, mit ben bron⸗ 
en Thüren bes Lorenzo Ghiberti u. Andres Pi⸗ 
ano; bie größte nach ber Kathebrale ifl bie Kirche 
bi Sta. Eroce mit ben Brabbenkmälern Dantes, Mir 
chel Angelos, Alfteris, Macchiavellis, Balileis u. a. 
Künftler u. Gelehrten. In Gau Lo ‚im Ba- 
ar von Brunelleschi, find 2 en, berem 
eine (U. dei depositi) die Grabbenfmäler der äl« 
teren Mebici von Michel Angele bie andere Mo⸗ 
numente ber Grofiberzöge enthält; in bem auſto⸗ 
nden a befindet fi bie Bibliotheca 
‚aurentiana. Yud eine broteflantiice Kapelle iſt 
ier. Daneben beflchen od) viele Klöfter, deren F. 
be bes vorigen Jabrb, 80 zählte, Die Baläfe, 
andenen %. reich if, find in ernflem u. ſtrengem 
erbaut, äußerlich meift einfach ı obıme Schmud; 
darunter vor Allen ausgezeichnet ber Valazzo Bitti, 
ba8 großherzogliche Nejineuzichloh, 1440 von ⸗ 
nelleschi jür Luca Pitti erbaut, im ven Sritenflügeln 
erſt 1837 vollendet; er enthält 900 Zimmer u. birgt 
darin einen großen Reichthum an Kunßwerfen, 
namentlich bie dem Staate gehörige Gemälbe- 
gallerie er durch eine 15 uß lange 
allerie zufammen mis bem alten Pala (Palazzo 
vechhio), dem alten Sitz ber Signoria, jetzt der 
Minifterien ; Darin ber Saal der Fünfhundert. An 
tiefen ſtößt auch ber Staatspalatt, o degli 
uffizii, von Vaſari erbaut; er enthält die Biblio- 


| theca Magliabecchians . die Archive, Tribunale 


n. im oberften Stock die Gallerie der Uifizien in 
2 über 100 Schritt langen Corriboren u. 22 Sälen, 
worin allerlei Kunftwerle reich vertreten find; 
außerdem finb bir Kımfilbäbe u. Bauart ause 
gezeichnet die Palüfie Altowiti, Borgbeie, Brumace 
cini, Yuonarotli, Cabboni, Kerini, Korfini, Giac⸗ 
comi, Orlanbini, Daubolfint, Beruszi, Buoct, Rice 
cardi (jetzt Eil inchrerer Negierungsbehörben, ee 
ber Refibenzpalafi ber Mebiceer), Sabiati, Ealstati, 
Streszi, Unguccioni, ber Bargello ('Balall nes Po» 


deſta), Gerihiähaud in. ein gib, bie Douauen u. 


a. m. In F. find die oberſten Landesbehörden, 
darunter das Oberappellationsgericht (Ruota), auch 
das erzbiſchöfliche Ordinariat iſt hier. Bon wiſ⸗ 


ſenſchaftlichen, Unterrichts⸗u. Kunſt⸗ 


anftalten ninmt ben erſten ein ba® nature 
bifterifche Diufeum, welches neben ben zoologiſchen 
Sanmilungen viele Wachspräparate für Anatomie 
u. Zootontie, fowie Wachsbilder von Pflanzen, ein 
phyſitaliſches Kabinet, VBotaniihen Gurten u. Ob» 
ſervatorium enthält; dann die Accademia delle 
belle arti mit —— Schulen für 

ufil, Declama⸗ 


864 
Univerfität ift noch bie juriftiiche Kacuftät übrig 

eblieben; an der mit dem Hoipital von Santa 
Maria Nuova verbundenen Klinik müffen alle Die 
dieiner,, nachdem fie in Piſa promovirt haben, noch 
einen zweijährigen Curſus durchmachen; auferbem 
find zu erwähnen bie Accademia della Crusca für 
Erhaltung ber Reinheit ber Italienifhen Sprache 
n. Xiteratur, bie Accademia de’ Giorgofili für 
Landwirthſchaft, das Eonferpatorium ber Muſilk u. 
v. a. Bon ben Bibliotheken find 5 öffentliche, 
nämlich die Laurentiana (Miediceifche) im Klofler S. 
Lorenzo, 9000 an 80 Pulte fefigefchloffene Manu⸗ 
fcripte, worunter bie Ältefte Handſchrift bes Virgil 
aus dem 4. ob. 5. Jahrh., außerdem nur eine 
Sammlung erfter Ausgabe enthaltend; dann bie 
Marucelliang, jener ganz nabe u. Groänpung ber» 


eben, von 45,000 Bänden; Die Magliabechiana, | 


m Palazzo degli Uffizit, 100,000 Bände mit 8000 
Hanbfehten: bie Riccardiana im Palaft Riccarbi, 
23,000 Bänbe u. unter den 3500, bei. für bie Litera⸗ 
tur des Mittelalters wichtigen Manuſcripten auch bie 
ältefte vorhandene Handſchrift ber Naturgefchichte 
bes Plinius ans dem 9. od. 10. Fahrb.; u. bie Pa— 
latina im Palaſt Pitti, Privateigentbum bes Grof- 
berzont. Das Archivio diplomatico im Palaſt 
der Uffizien, das geheime Staatsardhiv ı. das Ar- 
chivio delle reformazioni, das eigentliche Stabt- 
archiv iiber der Kirche Dr San Michele, find höchſt 
wichtig für neuere Geſchichtsforſchung. Außerdem 
uoch die Bibliothelen von Sta. Eroce, ter Jeſuiten, 
der Badia, von Sta. Maria Novella, ©. Dtarco, 
©. Spirito, bie alle mehr od. meniger wichtige 
Schätze enthalten. Bon den erwähnten Gemälbe- 
ſammilungen ift die mwichtigfte Sanuınlung in bem 
Palazzo Pitti, die Mediceiſche Galierie im Pa- 
laſt degli Uffizii, deren ein Cabinet den Namen 
Tribune führt, mit Kunftwerlen bes Alterthums u. 
der neueren Zeit (bier Die Mediceiſche Venus, ber 
tanzende Faun, Rafaels heilige Familie, der Herm- 
aphrodit, die Gruppe der Niobe); in einem anteren 


die eigenen Porträts von mehr als 406 Dlalern, | 


in den anberen, je nah den Schulen georbuete 


trefflichfte Gemälte, das Gemmen⸗, Cameen⸗ Dies 


daillencabinet 2c. ; außerdem Die Gallerie in ber Ac- 
cademia delle belle arti, tie Statuenſammlung 
in dem Klofter Badia u. v. a. Bon Wohlthätig— 
feitsanflalten zeichnen ſich das Hofpital ter Sta. 
Maria Nuova, Das Findelhaus, Holpital von ©. 
Bonifacio, das Hofpital S. Giovanni (im Haus bes 
Amerigo Bespucci), das neue Arbeitehaus, Con⸗ 
fraternita bella Diifericordia, Caſa d'Induſtria, 
mo gegen 1000 Perjonen Unterricht in gemein- 
nüßigen Kenntniffen n. in Hantarbeiten erhalten, 
u.a. Überhaupt zeichnet fih F. dadurch aus, daß 
die Armuth bier auf leichte Weife u. auch reichliche 
Unterflügung findet. Anftaltenzun Bergnü- 
gen: Bon den 8 Theatern finb außer ten Carne- 
val nur einige geöfinet; la Pergolaift für bie Oper 
u. Cocomero für das Schauſpiel das bedeutendſte; 
zwei find zugleich Tagestheater. Es gibt zahlreiche 
Raffechäufer, bei. amı Domplage, an der Piazza Di 
Grau Duca u. am Arno; der Adel kommt in fei- 
nen Caſinos, die Bürgerlichen in ihren Stunzen 
zuſammen; glänzend in F. ift das Carneval (f. d.); 
von Spaziergängen iſt beſ. die Promenade il Prato 
an den mit — 2* gepflaſterten Ufern bee 
Arno zwiſchen dem Ponte alla Caraja u. P. Vecchio 
beſucht; der Garten Boboli beim Palaſt Pitti, voll 


Imperiale, Po C 
das weiter entfernt liegende grygben 
3 





Florenz (Geogr. u. Statift.) 


ſchöner Anlagen, ift dem Publicum jedt 
ſtag u. jeben Feſttag Nachmittage ge 
Bärten Goldoni, Tatcine, eine ar 
vor ber Porta di Prato auf einer ve 
Mugnone gebildeten Infel, mit Bart, 
lichem Palaſt u. weiten Alleen, wo f 
nehme Welt von F. verfammelt. An 
in ber Umgegend herrliche Landhä 
bere Erwähnung verbienen bie Bille 
von bem ruffifchen Grafen dieſes Ran 
mit einer von befien Sohne erridte 
fpinnerei; dann bie großherzoglichen B 
ggio a Kajano m. 


ſchloß Prabolino mit Park. F. 
Einwohner, bie ein heiteres, friedl 
Vergnügen liebendes Volk find. Die 
hende Inbuftrie ber Statt iſt zwar je 
indeſſen immer noch wichtig genug; bei 
fie fich ınit Seidenfpinnerei, Seidenweb 
hutflechterei, Fabrikation von fünftlic 
Glas, mathematifchen u. phyſikaliſchen 
ten, Eſſenzen, Parfümerien, Rofoglio, 

rüchten, Goldwaaren, Arbeiten in RM 

after, Moſaik ꝛc. F. iſt Die Vaterſtad 
chiuvelli, Dante Allighieri, Guicciardi 
rotti, Galilei, Lulli, Luig. Alaman 
Anıer. Bespucci, Cherubini. 

., bei den Römern Flerentila, tag 
(daher Florentia Tuscorum) , if 
Etruffern gegründet, noch Überhaupt ſi 
Ein. legten ed bie Romer nach bem zu 
[hen Kriege an, um von ba aus bie! 


der liguriſchen Völler zu beobachten, ! 


ſtand e8 erft im 1. Jahrh. v. Chr. bur 
nie von Fäſulä, welche zu Cãſars Zeit 
fung erhielt, u. der Ort, zu einem Mu 
hoben, blühte vafch auf, da er an ta 
Arnus lag u. der Knotenpunkt mehrerer 
war. F. hatte fhon im Anfang des 4 
Bisthum. Bei F. Ichlug 405 Stilicht 
des Radagais. Von Totila zerftört, ı 
Stadt nur allmälig wieder aus ibre 
ftanb nach einanter unter den Get 
barden u. Franken, welche Letztere ki 
Grafen hatten. Erſt Karl d. Gr. forg 
MWieberaufbau ber alten Stadt. 107 
zweite Mauerkreis (Secondo cerchio' 
weiterte 5. gezogen. %. ſtaud nun un 
ſchen Kaiſern, welche Pfalzgrafen bier 
Aufang des 12. Jahrh. machte ſich F. 
los n. wurde ſelbſtändiger Freiſtaat, 
(Geſch. des Stautes). Obgleich beit 
burch bie Parteiungen der Guelfen u. 
wuchs es dennoch an Macht u. Reid 
wurde der dritte Mauerlreis (Primo : 
gonnen, aber erft 1327 vollendet u. 

mebrfad, verändert, noch jet vorha 
Anfaug tes 15. Zahrh., unter Bapfi 
wurte bas Bisthun zu einer Erzbist 
u. 1438 wurde die Univerfüut gegri 
wurbe bier das Florentiniſche Genct (h 
der Beft von Ferrara xerlegt) gebalten 
Juni mit der Griechiſchen Kirche eine (j 
1443 dauernde) Bereinigung zu Stan 
nach Die Griechen Das Ausgehen des be 
vom Sohne anerkennen jellten. Seit 1 
Kaiſerlichen belagert, wurde bie Stabt 1 


Florenz (Geſch.) I. (bis 1301) 


seu ; 1590 wurde ber letzte Zufak zur 
it ben Bafionen Cosmos 1. u. dem 
Georg, durch Ferdinand I. gemacht. 
1731 bier ilienvertrag zwiſchen 
oscana, wohurh Don Carlos, In⸗ 
nien, vom —— Johaun Ga⸗ 
& ‚ ber Rurfürfin von ber 
‚ben u. Nachfolger in Toscana befig- 
25. März 1799 u. 15. October 1800 
ben Franzofen beſetzt. 28. März 1801 
tier Briede zwiſchen Neapel Et 
B. D:ct. 1647 brachen in F. Unruhen 
© Bolizeigebäube bemolirt wurde; bie 
erbolten ih am 20. März 1848. Am 
' wurde bie Stadt von ben eis 
peldhe bielelke im October 1854 wie» 
Bgl. Narbi, Storia della eittà di 


Beichichte bes Staates). LY.wäh- 


'ampfes der Buelfen u. Ghi⸗ 
n bie Cherberrihaft bis zum 
Erfieren, 1304. Schon feit ber 
.Yahrb. ging F., von ben beutfchen 
ielen Privilegien u. Freiheiten begabt 
wsden,, bei. durch Beben wollener 
uw. Bollenden rober Tuche, Seiben- 
Bechelergeihäfte, unter ben anderen 
stäbten allmälig feiner Unabhängig. 
Seit dem Tode ber Gräfin Rath 
en Die Kämpfe zwiſchen ben Kaifern, 
afen bier hatten, u. den Marfgrafen, 
8 Italien erſchütternden 8 zwi⸗ 
Ghibellinen (ſ. d.) ergriffen ſeit 1185 
ch auf guelfiſche Seite neigte. In dem 
u bie toccaniſchen Städte 1196 gegen 
wich VI. Bruder, gemacht hatten, 
als Republit an der Spike. Die Bar- 
m eine Zeitlang nachgelaffen. 1215 
eimonte de Buonbelmonti, ein ebler 
veil er einer Edeln ans dem Haufe 
heveriprechen nicht gehalten hatte, von 
tefem Haufe ermorbet, u. feitben 
eteimngen zwiſchen Guelfen u. Ghi⸗ 
re ale se hervor. Auf der guelfiſchen 
ie große Maſſe bes niederen Volles, 
: gbibelliniiche Partei öfter fiegte, fo 
p micht feften up faffen. GErft nade 
ntiner 4. Sept. 1260 bei Miontaperti 
enfern geichlagen worden waren, zog 
ımte Abel aus ber Stadt, u. bie 
Bhibellinen kehrten zurüd; 1266 er- 
ie Guelfen in Folge bes Gieges, wel⸗ 
YAnjou über König Manfred errang, 
erbanb n. zogen das Befigthum ber 
Biyibellinen ein, welches fie in brei 
ı: ben einen Theil erhielt ber Staat, 
eine eigene Berwaltungsbehörbe be- 
neite wurde guelfilhes Familiengut 
fa) un. ein vorzügliches Bintemittel 
ber; ber britte war zur Dedung ber 
en bie Gbhibellinen beflimmt u. 
Bürger (PBopolaren) verkauft, 
uch ein Interefie daran hatten, jete 
Bbibellinen zu hindern. An bie Spite 
rat ein Geheimrath von 14 guelfilchen 
in Großer Rath von 60 Beifigern, 
pitani u. bie 6 Priori (aus jeber ber 
em Zufte Wechtler, Ärzte u. Spe⸗ 


cereibänbler, Kürſchuer, Tuchmacher, Tuchhände 
ler, Seivenhändler) einen) wählten. Jenen lag bie 
utioe, bielen bie Berwaltung ob. Neue Kämpfe 
erihätterten ben Staat bis 1279, wo ein Friebe ge» 
ſchlefſen wurde. Unzufrieben mit bem bisherigen 
Regiment des Adels, traten bie Priori an bie 
Spige einer revolutionären Bewegung u. rifjen bie 
höchfte — — an ſich; je zwei Monate 
um Amte bleibend, führten fie eine Art demokra⸗ 
tiſcher Regierung. Anfangs waren nur drei Zünfte, 
Behsler, Tuchmacher m. Tuchhändler, bei der Re» 
gierung, zugelaflen, daun erhielten auch bie Kürſch⸗ 
ner u. Ärzte, fpäter bie Rechtegelehrten u. Seiden⸗ 
bänbier u. endlich auch noch Lie fünf anderen Zünfte, 
die der Baldigrari, welche mit leineu, Strumpfe 
maaren u. gehridien Zeugen banbelten, ber Flei⸗ 
ſcher, uhmacher, Steinmetzen u. Zimunere 
leute, u. der Schmiede Theil am Regiment. Dieſe 
zwölf Zünfte, aus welchen nun zwölf Prioren 
wäblen waren, biegen Arti maggiorı, tie —* 
heren Zünfte, u. bildeten ben Popolo grasso, 
gegenüber bem aus ben nieberen Alinften u. ber 
Heie des Volles gebildeten Popolo minuto. Die 
hl jelbft wurde won den vornehmften Beamter 
bes Staates u. ben Vorſtänden ber einzelnen Sünfte 
vollgogen. Bald baruuf geriethen indeß bie reichen. 
Bürger unter einander in Fehden, welchen Um⸗ 
and der von feinem Einfluß verbrängte Abel 
ußste, um wieder zur höchſten Staategewalt zu 
gelangen. Indeſſen behaupteten bie Bürger die er» 
rungene Macht, u. zur Rieberhaltung von Aufftands=- 
verſuchen wurde auf ven Rath eines Brior, Giano 
della Bella, 1292 ein Gonfaloniere di giustizie 
(Gerichtobannerherr) eingefeßt, ber mit einem Auf- 
ebot von 20 Compagnien Bürgermilitär ben öf⸗ 
entlihen Frieden zu fihern batte. Um bas An⸗ 
ſehen des Adels völlig zu vernichten, wurben bie 
Jufigverorbnungen (Ordinamenti di giustizia) 
geneben, nad welchen u. a. ein Adliger, ber einem 
rger zu nahe trat, bie Doppelte Strafe des Bür- 
gers zu leiden hatte. Auf Betrieb ber Adelspartei 
ging Giano 1294, beihulbigt einen Volltaufſtand 
veranlaßt zu haben, freiwillig in das Exil. 

Zu Folge deflen begann der Kampf der bürger- 
fihen Cerchi u. abligen Donati; an ber Spitze 
jener fand ber durch Handel emporgeloumene 
Bieri. Heftiger als je entbrannte der Zwiſt, als 
die Parteihäupter der Weißen u. Schwarzen von 
Piftoja 1300 in die Parteiftreitigleiten der Floren- 
tiner verwidelt wurden, die Cerchi, mit ben ghi⸗ 
bellinifgen Weißen verbunden, biegen nun ſelbſt 
bie Weißen (Bihanci), fowie die Denati, mit 
den guelfiichen Schwarzen vereinigt al Schwarze 
(Neri) bezeichnet wurden. Zwiſchen beiten Parteien 
behauptete die Signoria, d. i. tie Regierun 
äußerlich eine unparteiiiche Stellung, obwohl fe 
ihrer Natur nad) mehr ben Cerchi ald ten Donati 

eneigt war. Verſchiedene Male verurtheilte fie bie 
nftifter ber blutigen Stragenlämpfe zu Gelb- 
u. Gefängnißftrafen, um ben fortdaueruben Feind⸗ 
feligleiten ein Ende zu machen, bis fie eudlich 
bie Häupter beiter Parteien aus ter Stabt ver⸗ 
bannte. Nun ſchlug fi der Papſt ins Mittel m. 
berief Karl von Balciß zur definitiven Beileguug 
bes Parteizmiftes. Dieler 4. Noveuiber 1301 in 
F. enaeläflen. beglinftigte indeß die Echwarzen u. 
hinderte nicht, daß biejelben F überfielen u. ſich 
ber Siguoria bemädhtigten. Die hauptſächlichſten 


Gührer ber Beinen (Gbibellinen) flohen aus F. 
nach Pifteja, u. die Signoria ſprach (1302) das Ver⸗ 
bannungsurtheil über dieſelben aus. An bie Spitze 
ber Regierung trat Corſo degli Donati. Dieler, 
nad größerer Herrſchermacht verlangend, überwarf 
fid mit den Prioren. Es fam 1304 zum blutigen 
Zujammeitreffen zwiſchen Adel u. Voll, bis die 
von ben Prioren zu Hülfe gerufenen Luccheſer eine 
Berniittelung zu Stande brachten. Um ben Frieben 
zu fihern, fanbte ber Papſt einen Legaten, der jedoch 
ben Schwarzen umbequem war, fo baf er unver» 
richteter Sache abziehen mußte, aber bie Stadt mit 
tem Interdiet belegte. Inzwiſchen war in ber 
Volkspartei ſelbſt eine Spaltung immer ſchärfer 
bervorgetreten. Der Popolo grasso, an politifcher 
Bebeutung fteigend, — 8 die Partei der Wei⸗ 
fen (Cerchi), während das gemeine Boll ben 
Schwarzen ergeben war. Im Juni brad) abermals 
ber Straßenlampf aus; als die Schwarzen weichen 
mußten, legten fie euer an, wodurd ein großer 
Theil der Stabt (1700 Häufer) eingeäfchert wurde, 
u. die Schmarzen gelangten wieder zur Herrichaft. 
Diefe fuchten nun ihre Gegner auch außerhalb der 
Stabt zu vernichten u. rüdten 1305 gegen Piftoja, 
den Hauptfi der gbibellinifchen Partet. Piſtoja ca- 
pitulirte 1306, u. ein Theil ihres Gebiets kam an F., 
der andere an das verbiintete Lucca; die Signoria 
der Stabt felbft wurde von beiden Städten gemein- 
fam beſetzt. Seitdem trat der Papft inımer offener 
für bie Partei Der Weißen auf u. belegte F. 1307 
von Neuem mit bem Interbict. 1308 gerieth Corfo 
degli Donati mit feinen Parteigenoffen in Zwiſt, in 
Folge feiner Heirath mit einem Mädchen aus an⸗ 
gefebener ghibellinifcher Familie, u. mußten aus ber 
Statt fliehen. 

II. Bis zum Stiege des Popolo grasso 
über den Adel, 1343. Snbelten gewann F. 
immer mehr Übergewicht Über die übrigen toscani⸗ 
ſchen Städte, unterftüßt von König Robert von Nea⸗ 
pel. Die Heineren Buelfenftäbte fnchten ihren Schutz 
gegen mächtigere Ghibellinenſtädte, unter Denen bei. 

rezzo fich hervorthat. Gegen dieſe unternahmen 
die Slorentiner 1310 einen Kriegszug, gerade als 
der Deutiche Kaifer Heinrich VII. nach Oberitalien 
fam. Als ber Kaifer näher rüdte, werbanden fie 
fih gegen denfelben mit ben iibrigen Guelfenftäbtent. 
Bei feiner Riidtehr von Rom 1312 dachte der Kaie 
fer tie Stabt für ihren Abfall zu züchtigen, ver⸗ 
mochte aber nicht8 gegen dieſelbe auszurichten, u. 
ber Tod des Kaifers 1313 ficherte der Stadt ibre 
Unathängigfeit unter ber Protection des Könige 
Robert von Neapel, welcher Anfangs auf 5, dann 
noh auf 3 Jahre zum Signore erwählt wurde ı. 
die Signoria durch einen Vicar verwalten ließ. 
Einer dieſer Bicare war Pietro, Herzog von Gra- 
vina, Bruber des Königs, melden Der Letztere mt 
Truppenmadht ven jslorentinern gegen Uguirrone, 
den Podeſta von Fila u. Yucca, einen Ghibellinen, 
zu Hilfe jandte. Dennoch wurden die Slerentiner 
u. ibre Verbündeten 29. Aug. 1315 vor Monteca- 
tini geichlagen, Pietro ſelbſt fiel in ber Schlacht. 
Unzufrieden mit beffen Nachfolger Beltramo über- 
trugen die lerentiner 1316 bie höchſte Gemalt 
an Yanto als Polizeihauptmann (Burgello), ber mie 
ein Tictator fchaltete. Mit Caftruccio, welder bie 
höchſte Gewalt in Yucca u. Pifa au fich geriſſen 
hatte, ſchleß 5.1317 einen Frieden. 1320 entbrannte 
ber Kampf der Gueljen n. Ghibellinen in Tescaua 


Florenz (Gefch.) I. (1302—1308) IL (1810-1343) 
| von Neuem; Caftruecto verwüſtete has 


Stabt, in welder bie neapolitaniſche Bı 
mehr Boden verlor u. bie 6 Briern 
wieder die Signoria Übernahmen. Di 
Macht Eaftruccios veranlaßte 1324 ben 
Befeftigungen ım bie Stadt herum; y 
man ein Auskunftsmittel, um Die Bart 
ben Priorenwahlen weniger erjchütter 
Staat zu machen. Es wurben nämlid 
Prioren für längere Zeit (42—52 $ 
Voraus gewählt u. jevesmal 6 Namı 
Beutel gezogen, welcher bie Namen 
Gemäblten enthielt, fo Daß alſo der Wal 
ftattfand u. die Signoria nicht in den 
nämlichen Perfonen bleiben Tonnte. 13: 
lorentiner unter Raimonbo bu Eorten 
truccio, nahmen Altopoccio ein, erlit 
cben dieſer Feſte am 22. Sept. eine gẽ 
derlage. Neue Berlufte brachten fie 132: 
Herzog Karl von Kalabrien von Ne 
Signore zu wählen. Diefer kam auch n 
fi) Souveränetätsrechte ertheilen, bob 
das republilanifche Staatsweſen auf, ı 
vor Eaftruccio zuriidmweichen, fo ba I 
tinen, um ihre Freiheiten gebracht, u 
mit ſchweren Steuern belaftet, völlig in 
nungen betrogen waren. Nach bem, za 
Jahren erfolgenvden Tode bes Berzogs | 
Slorentiner die Signoria ab u. nahmen 
bemolratifches Staatsweſen an. Kür 
wahl wurde ein neuer Körper gefchaffen 
aus den 12 alten Prioren, den Hauptla 
Waffenabtbeilungen des Volles, dem Q 
ber Juftiz, 12 Bürgern, je zwei aus jet 
der Stadt erwählt, den 24 Vorflände 
der 12 höheren Zünfte u. noch 36 von! 
aus ten 6 Seftieren der Stabt gewählte 
An die Stelle der Heineren Rathecolle: 
Bollsrath von 300 Mitgliedern u. eu 
Commune von 250 Mitgliedern, halb a 
halb aus Bürgerlichen zufammengefekt. 
Diefe Berfafjung ſchaffte dem — 
Ruhe, ſo daß er ſeine Kräfte völlig nat 
entfalten klonnte. Mit Lucca von Neu 
verwidelt, eroberten bie Slorentiner 1 
Catini. 1332 kam Biftoja in ihre Ger 
Colonie Firenzuola wurde von ihnen ı 
Sicherung ihrer nenen Gebietserwerbu 
fam %. in Befit der Signoria von U: 
warb 1339 durch Friedensfhluß mehren 
Ortſchaften, Darunter auh Maſſa. 8 
Innern die demokratiſche Richtung bes k 
mer mehr Oberhand gewann u. ber Are 
freiung ber Hörigen, die fich in ben 
Schutz begaben, geſchwächt wurde, erwei 
Macht u. das Anſehen der Republiher 
toscaniſchen Städten gegenüber, von 
Piſa noch von größerer Aedeutung war. 
begann F. einen Kampf um Yucca, ! 
1342 bei Yucca von den Pijanern geichl 
ernannten Die Ylorentiner den Herzog 
Waltber von Brienne, zum Feldhaupu 
cher, begiinftigt durch Den Adel u. ben P 
nuto, 1343 auf Yebenszeit zum Oberbei 
wurde. Die Inſtizverordnungen wurtı 
ben, ter (ronfaloniere dı piustizia ı 
das Priorencolleginm ans ben niebert 
beſetzt. Mit Hülfe bes niederen Nolfch ı 


‚Silorenz (Gefch.) IL. (13431978) ° -- 7 
| Zeugwiß Jemand er amtefähig wurbe. Dielen 


ſowohl über ten Abel, wie ben Bärgerfiand 
umfchräufte Serrichaft behaupten zu fönnen, 
anbelte feinen Palaſt in eine Art feiner 
. Ya Gelderprefiungen metteiferten mit 
zgoge die franzöflichen Söldner u. riefen 
‚ wie durch tie Befeitigung ber firengen 
mugen ber GSittenpolizei große Unzufrie⸗ 
m F. bervor. Unter ſolchen Umfänben nah⸗ 
el 12. Bürger an Berihmwörungen ihre Zu- 
mn 26. ‘3uli 1343 brachen fie gemeinichaftlich 
ı franzöflfche Reiter wurden auf ber Strafe 
macht u. ter Herzog in feinen Palafı bela- 
ch & Tagen capitulirte er, eutfagte ber Re⸗ 
w. wurde äber die Grenze gebracht. 
5. unter bemofratifher Berfaffung 
sr Begründung bes politiſchen 
ewicht® ber Mediei, 1426. Der Staat 
darauf von Neuem organifirt u. der Adel 
Beſetznug ber höheren Staatsämter dem 
> grasso gleichgeftellt. Statt in 6 Seſtiere 
nen bie Stadt in 4 Biertel, von denen jedes 
vom Abel u 2 vom höheren Bürger- 
dab Briorat wählte. Dem Priorat zur 
net cm Nach von 5 Mitgliedern, «us jebem 
ein er u. einer vom höheren Bürger- 
Die 14 niederen Züufte erhielten außerbem 
Den nieberen Gtaatsämtern. Indeſſen 
Einigfeit zwiſchen Abel n. Popolaren 
Die Lebsteren trachteten ben Adel wieber 
u. anderten am 22. Eeptbr. eigen- 
Die Berfufiung. Alsbald begann der Bür- 
yon Neuem. Auf ber einen Eeite flanb 
[uw ber Popolu minuto, auf ber anderen 
olo grasso. Der Gtraßenlampf am 24. 
43 entichieb für bie Bopolaren, weiche ſich 
ngefänbniifie bie niederen Zünfte geneigt 
gs wußten. &8 wurde ein neues Squitti⸗ 
. ein Ausſchuß, welcher über bie Wählbar- 
inzelnen Bürger zu Staatöbeamten zu ent⸗ 
batte, aus beiten Klaffen des Volles nie- 
» Um indeß ten Popolo minute in 
m zum halten, tourbe fpäter eine Verord⸗ 
zehgeführt, wonach fein Freinder u. feit 
in Ghibelline ein Staatsaut befieiben 
m großer Theil bes mieveren Volles beſtand 
)ı Eingemanterten u. gehörte zu ben Ghi- 
Nur vie Milderung ber Schuldgeſetze, 
ermochte tie unzufrietenen Maſſen nieder⸗ 
In ben folgenden Jahren ſuchte F. feine 
ach außer zu vergrößern, unterivarf 1350 
ner Signoria u. verband ih 351 mit Siena, 
a Perugia gegen ten aufftändiichen Laudadel, 
deu Der Ghibellinenpartei in Wailanp unter- 
pebe. Als 1355 Karl IV. in Cberitalien ein⸗ 
nahen fich tie Florentiuer genötbigt, tie Ober- 
8 Raijers anzuerlennen u, einen jährlichen 
son 4000 Fl. zu bewilligen. Nachdem ber 
Toscana wieder verlafien hatte, begannen 
en Bürger von Neuen mit Einſchrän⸗ 
bes Popolo minuto, indem das Wejet von 
Betreff des Ausichlufies ver Gbibellinen von 
tasteäıntern verichärjt wurde, jo tal; co faſt 
Belieben ber PBrioren fand, Jemanden, ber 
iBliebig war, von den politifchen Rechten aus⸗ 
sen. Niemand erhielt daher ein Anıt, den Die 
ute ter Quelienverbintung (teren Häupier 
izzi waren) nicht wollten, deun dieſe batten 
mung der 6 Männer vorzunehmen, nach deren 


307 


en, weiche man nicht gern ſah, erbielten eine Wel⸗ 
ung (Ammonition), daß ihre Bewerbung nicht 
wänft werde, u. bießen deshalb Amımoniti (der 
warnte). Diefe Ammoniti bildeten bald eine gruße 
Zahl Mißvergnügter, zu denen noch Diejenigen 
kamen, melde, als teo Ghibellinismus verbädtig, 
von den Prioren aus den von ihuen innegebabten 
mtern entfernt wurben, indem man bem Geſetze 
auch rüdwirkende Kraft beilegte. Obwohl in Kolge 
biefer Borgänge die inneren Berfaffungeverhälte 
nifje ber nunmehr oligarchifd, 1. plutokratiſch or» 
ganifirten Republil eine bedenkliche Geſtalt ange- 
nomnıen hatten, vermechte F. dennoch feine Plane 
zur Unterdrückung ber reich6freien Grafen u. Hit 
ter, Der Haupivertreter Des Ghibellinisnus, weiter 
zu verfolgen. Um an Leib nm. Yeben fiher zu fein, 
traten manche Adelige ihre Beſitztbümer den Flo⸗ 
rentinern ab u. liefen fich unter ben P’opolo gramo 
aufnebinen. 1361 erwarb 7%. die Signoria über 
bie Stadt Volterra u. wurde 1362 von Neuen mit 
Piſa in Krieg verwidelt, welchen fie Anfangs mit 
Glüd, feit 1363 aber, mo fie im oberen Arnotbal 
an 30. Octbr. yänzlich geichlagen wurden, unglilds 
lich führten. 1364 gelang e8 den Floreutinern, ben 
Anführer der Piſaniſchen Söldlinge, Baunıgarbten, 
u beſtechen, fo daß er zur ibnen überging. Nach einer 
für die Bifaner ungünftigen Schlucht hei Cascina, 
19. Juli, kam es eudlich zum Frieden von Rocca, 
30. Auguſt 1364, itı welchen ten Florentinern bie 
Stadt Pietrabuona zugeflanden seurte. 1370 ver⸗ 
band ſich F. mit dein Bapfte u. mebreren toscante 
ſchen Stätten geyen Bernabo de Viscontt u. er» 
oberte &. Mittiatv. 

Inzwiſchen hatte die Sittenverderbniß in F. 
immer vweeiter um fich gegriffen, intem tie durch 
Geldwucher reich gewordenen Bürger ſich den 
größten Ausfchweifungen überließen u. vermit⸗ 
telft te Ammonirens einen faſt unerträglichen 
Drud auf die ärmere Volloklaſſe ausübten, fo DaB 
felten das Redt Schuß vor Gewalt u. Willkür 
fand. Die mit Hälfe Les Ammouirens ihrer poli⸗ 
siichen Nechte Beraubten erhielten jett ken Bartei- 
namen Ciompi (die Niederträdtigen). Trotzbem 
blieb F. in feiner Außeren Politik glüdiih; Caſtel⸗ 
lione, vie letzte Burg ter Übalbini, fiel 1373 im bie 
Hände ber Republik u. Piſtoja wurde förmlich im 
ihr Gebiet einverleibt. 1376 gelung es %., einen 
toscanifchen Städtebuud gegen ten Papſt in Ver⸗ 
bintung mit Bernabo be Vieconti zu Staube zu 
bringen. Trotz des päpſilichen Interbicts hatte ber 
Stärtelrieg einen glüdlichen Fortgang, bis ter Zub 
Öregors AL 1378 zu einem Friedeusſchluß führte. 
Schlimmer als je flanten aber bie Dinge im In⸗ 
neren bes Florentiniſchen Stuuted. An der Srige 
der Ariflofratie, melde fi aus ken Popolo 
grasso u. Lem alten Adel gebildet hatte, ſtaud Piero 
begli Albizzi; bie Häupter ter Kiompi, benen fi 
drei angejebene, mit ben Albizzi verfeintete Fami⸗ 
lien (Alberti, Ricci u. Mebich augeſchloſſen hat 
ten, waren Mitglieder des Kriegsaueſchuſſes, der 
fogen. Otto della guerra. Dem Einfluß ber Letz⸗ 
teren gelang es, daß Las Amt des Gunfaloniere 
di giustizia auf Salveflro von Mebici übertragen 
wurde, u. tiefer drang 13. Juni tm Rathacollegium 
auf ein Geje gegen den Mißbrauch des Ammo⸗ 
nirens. Als er dort kein Gebör fand, erflärte er 
in den Vollerath, daß er jein Amt nieberlegen 


müffe, wenn er bem Rechte keine Geltung verichaf- 
fen lönne. Darüber entftand ein allgemeiner Tu- 
mult. Das niebere Bolt Nrämte in bewaffneten 
Saufen zufammen, begann die Paläfte der Reichen 
zu bemoliren u. zu pfünberu u. fuhr auch am fol- 

enden Tage damit fort, als fchon die guelftiche 
Bari bie Hand zu einer Verfaflungsänderung ge- 
boten hatte. Aber die Zugeftändnifje waren nicht ber 
Art, um die Ruhe für die Dauer zu befefligen, nach⸗ 
dem biefelbe am 28. Juni wieberbergeftellt war. Am 
11. Zuli gab die neueingetretene Signoria zwar aber- 
mals den Damen der Zunftoberen noch weiter 
nach u. befreite einen großen Theil von Ammonir- 
ten von der Ammonition ; aber bie große Menge ber 
noch Übrigen Ammonirten benutte bie revolutio- 
näre Stimmung des nieteren Voltes, welches nicht 
in bie Zünfte aufgenommen war, um bie völlige 
Abschaffung des Ammonitionsunmelend durchzu⸗ 
ſetzen. Es kam eine Verſchwörung zu Stande, 
weiche am Abend bes 19. Juli ausbrady, der Prio- 
zenpalaft wurde von ben bewafineten Banden um⸗ 
felt u. belagert. Am folgenden Tage zwangen bie 

ufrührer die Zunftobern mit ihren Fahnen, ſich 
der Revolution anzufchließen u. die Prioren fahen 
fi genäthigt, bie Forderungen bes Volles zu be⸗ 
willigen. Die wichtigfte barunter war bie Bildung 
von zwei neuen Zünften, die der Wolllämmer, zu 
welchen noch einige andere Gewerbe famen, u. bie 
der Färber, Barbiere, Schneider ıc. Aber das Bolt 
berubigte ſich dabei nicht, ſondern verlangte Die Ab- 
danlung ber Signoria. Die Prioren verließen den 
Balaft, u. ber Pöbel unter Anführung eines Woll- 
tämmers, Michele Lando, brang in den Sitzungs⸗ 
faaf ein, rief feinen Flihrer zum Signore von %. aus 
u. theilte ihm neun neue Prioren, drei aus den obe- 
ren, drei aus ben niederen Zünften u. brei aus bein 
unzünftigen Volke, zu. Doch ſchon am folgenben 
Tage entzweite fi ber Signore mit feinen Wäh⸗ 
Jern, »L 68 gelang ben alten Zünften, Die Abſchaffung 
der neuen Zünfte u. ber Prioren aus dem ge= 
meinen Bolte durchzuſetzen. An die Spige des 
Staates traten nun die Gegner der Albizzi, unter 
denen tie Medici bald die hervorragendſte Stel 
lung einnahmen. Eie bewirtten 1379 die Verban⸗ 
nung ber Albizzi u. deren Anhänger u. führten ein 
oligarchifches Regiment ein, an deſſen Spite Gior⸗ 
gio Ecali u. Tommafo Strozzi traten. Als die 
Willtiir u. Die Ungerechtigkeiten viefer beiden Dent- 
agogen endlich zu ihrem Sturz führte, ja den Er- 
teren auf das Schaffot brachte, verlor die berr- 
ſchende Partei 1392 einen großen Theil ihres An⸗ 
ſehens, jo daß tie Albizzi e8 wagen konnten, mwieter 
in $. zu erfbeinen. Nicht fange darauf hatten fie 
wieder das Ruder tes Staats in Händen u. ſchick⸗ 
ten nun ihre Gegner in bie Verbannung. 

1396 ſchloß F. abermals eine gegen ben Herzog 
Galeazzo von Mailand gerichtete Yiga mit mehreren 
toscaniihen Städten; doch nahın ber Krieg für 
diefe ein ſchlimmes Ende, u. %. wurde 1399 zu einem 

ehnjährigen Waffenftillftand gendtbigt, in befien 
Beige ber Herzog don Mailand jeine Herrſchaft 

ber einen großen Tbeil kon Toscana, ja Über 
Bologna ansrehnte. Ein Verjuch der Alberti, Me⸗ 
dici u. ihrer Anhänger fi 1400 der Gewalt in 

. twieber zu bemächtigen, mißlang ı. hatte zur 

elge, daß alle Barteigenofien verjelben auf zebn 
Sabre ammenirt, die Theiluehmer an den gewalt« 
famen Anjchlage aber für Rebellen erllärt u. für 


Florenz (Geſch.) III. (13781426) IV. (14261438) 


immer verbannt wurden. Diefe Berbannte 
diti) bildeten nach u. nach eine immer Häür 
dende Genoffenfchaft, welche ein abenteuer 
ben führend, jeden Anlaß zu Kriegsunten 
F mit Freuden ergriff. Neuen Zun 
ielt dieſelbe, als 1405 F., welches ſeine 
valin Piſa Durch Kauf ven dem natürlich 
bes Herzoge Galeazzo von Mailant, 
unter feine Botmäßigkeit brachte, um ti 
bung zu fihern, viele angeſehene Pifaner ı 
od. nöthigte, nach $5. Überzuftedeln. Dam 
5, bie Herrichaft Über Toscana nur nod 
publif Siena. Mit diefer verband es 
gegen Labislaus, König von Neapel, w 
obernd bie an bie Grenzen von Toten 
drungen war. In dem Frieden, mit wel 
unter dem Beiftanbe Louis von Anjen 
Krieg ſchloß, erhielt F. die Stadt Cortem 
laus ernente 1413 ben Krieg, ber beftmitie 
den zu Aſſiſi 22. Juli 1414 fein Enke 
Der Barteibaf ſchien inzreifchen in F. meh 
zu erkalten; denn bie Albizzi u. ihre Anhka 
men keinen Anſtand, den Giovanni bei Me 
cher ſich als päpftlicher Bankier unermeßil 
thümer erworben u. feine Geſchäfteverbi 
iiber ben größten Theil von Guropa am 
hatte, zu ven höchſten Stanteämtern znzuiafl 
brach ein neuer Krieg mit Dem Herzog von] 
wegen der Stabt Forli aus, u. bie jrieremi 
ten unter Malateita mehrere ſchwere Ada 
. F. unterden Mediceern Ü 
Gründung Bea Derzogthume 5,18 
Frieden zu Ferrara 30. December 1428 
nicht8 an dem Beſitzſtande ter Nepuktil 
befien hatte fih die Schuldentaft des Su 
deutend vermehrt, u. ein unerträglider | 
druck laftete auf tem nieteren Xofte, fe 
wiederholt zu unruhigen Auftritten n. Stea! 
ten fan. Als Gioranni Die Mebici rietb, 
durch eine gerechtere Vertheilung ber A 
auf die Reichen abzuftellen, ſtieg das Ar 
Mepdiceifhen Familie od höher, 
vanni war durch Popularität u. Reichth 
mächtigfte Dann in. Als er 1429 ſtarb, te 
beiden Söhne, Cosmou.Lo renzo, in di 
behauptete politiſche u. fociale Stellung (b 
ragte Cosmo feinen Bruber an Geift u &t 
—— Dit ihm be cn fogen. Mer 
eitalter, in welchem F. eine Pflanzichmie. 
u. Wiffenfchaft wurde u. zu —— 
gelangte, welcher es zum Theil noch hen 
übrigen Städten Italiens auszeichnet. Ce 
terftüttte 1429 bie Kriegspartei, welche 
Groberung Lucca's trachtete; doch erlitten 
rentiner, da Lucca von Siena n. Matlar 
W wurde, im December 1430 am Se 
hmere Nieterlage. Durch Vermittel 
jers Sigismund Tamen fie indeß im 
Ferrara 1433 obne Verluſte daven. Da 
Rinalto degli Albizzi Der Führer feine 
Diejer, eiferfüchtig auf Las Anfeben ber! 
brachte ea durch Beſtechung dahin, daß Ct 
Medici verrätheriſcher Verbindung mit de 
fen angeklagt u. 1433 auf 10 Jabre verban 
Aber bereits im folgenten Jahre wurde 
Tretz der unbeliebten Albizzi, zurücdberuie 
won nun Die Seele ver Regierung in sy. Ey 
den gefilcchteten Parteiganger Kranz Slerz 


Flerenz (Gefch.) IV. (14381480) — 
| Söhne Yorenzo ber Prächtige od. ber Erlauchte, u. 


r Repubfif n.biefeit 1438 gegen Mai⸗ 
verbundenen Stauten Venedig u. Ge⸗ 
ra, beuen fidh auch ber Papft anſchloß. 
igte 1441 glüdtich mit den: Frieden 
forza im Kriege gegen ten Bapft 

ı. durch diploigatiſche Klugheit für 
bes Friedens ſorgend, erbielt Cosmo 
re zu gebäfligen, ja blutigen Gewalt⸗ 
en ferne perföntichen Feiude zu grei⸗ 
un Innern. Größere Yeftigleit er- 
Iung nod, als Sforza 1450 ale Gie- 
4 einzog, doch gerietb F. in Folge 
aft ınit dieſen in Krieg mit Vene⸗ 
welchein 1454 der Friede von Lodi, 
den Ort Caftellina an Neapel abtrer 
Ende madte. Mit dem Eintritt eines 
ens erhob fih nun Coemos Macht zu 
ſehen, ſo daß er das früher zu Partei⸗ 
utzte Mittel der Berufung einer Ba⸗ 
bi ber zu Staateämtern zuzulaſſen⸗ 
nicht mebr beturfte, fonbern wieder 
8 Yocs entſcheiden laflen konnte. Sein 
ebenbubler, Neri Capponi, fl. 1455. 
der Balia bezeichnet ben Übergang 
—* Verfaſſung zur Monarchie. 
i. ein von Der Bolfsverfanmlung od. 
kerfammilung aller Genoſſen ver mäch⸗ 
un Staate ermäblter Ausſchuß mit 
Ber Gewalt, wurde 1456 als nur 
erfiärt, wenn fie von den Prioren 
uftiınmig beichloffen wurde. Yuca 
upt ter midiceiſchen Partei, erreichte 
ze 1458 tie Einſetzung einer Balia, 
s u. die Wahlbeutel abfchaffte u. bie 
ten birect ernannte. Diefe Ernen- 
en ganz in dem Sinne ber Mediceer. 
64, nachdem er 30 Jahre lang als 
ch ohne ten Nanıen, in F. geberricht, 
ich prachtvolle Bauten verfchänert u. 
e ber Kunft u. gelehrten Bildu::g Ita» 
u. tem Staate einen gebeiblichen 


rt batte. 
‚ Pietro der Gichtbrüchige, kränk⸗ 
fl dem Bater unähnlich, verlor viel 
ang feines Baters, bef. ba er tie 
ıter audgelichenen Gelter mit Härte 
ldnern zurüdforterte u. feinen Sohn 
riſchen Yürftin verbeirathete. Seine 
acht untergrabende Meinlide Hand⸗ 
eben bie hervorragendſten Freunde 
zu einer republikaniſchen Berbin- 
10 , ber Berg), welcher gegenüber 
ietros ben Parteinamen ıl L iano, 
eltern. An tie Spike der Erfleren trat 
ech wußte Pietro Dielen beftech'ichen 
s gerwinnen, ſo daß eine Berihmörung 
bt zu Stande fommen fonnte. Gine 
erwarf abermals tie Auslojung ter 
bte biefelben im mediceiſchen Sinne. 
efuuchte tie Gegenpartei Venedig ge⸗ 
i aufzumwiegeln, vergebens waren ihıe 
; andern italieniichen Staaten; Bie.re, 
3. Reapel unterftütgt, hielt ſich unange⸗ 
x Stellung, u. als 1466 ber Fried mit 
tanbe kam, rächte er ſich durch harte 
r Familien feiner @egner. Er fi. 1469, 
i0 Gebiet der Republik Durch Kauf der 
sa erweitert hatte. Ihm folgten feine 
esifen. 4 Aufl. VL 


Giuliano, beide in einer von bem Gonfaloniere 
Sederini bernfenen Berfammlung der vornebmften 
Bürger als Erineip! dellostato anerkannt. 
Ihre Stellung lam ber wirklicher Kürften fon 
näher; fie entfalteten gräßeren Luxus u. verichafften 
tem Bolle durch großartige eftlichfeiten Geuuß u. 
Zerftreuung, forgten gleichfalis Laflir, ba Gelebrte 
u. Künftler nach F. zogen, eröffneten bef. ben aus 
Conſtantinopel fliebenben u.in Italien verfolgten Ge⸗ 
lehrten ein Aſyl u. bereicherten die Stabt mit Kunſt⸗ 
u. literariſchen Werlen. Die Beſetzung ber Amter 
wurde allmäblig ganz in die Hand der Mediceer 
gelegt, indem ſie zur Ernentung von 5 Wäblern (Ac- 
coppiatori) ermächtigt murben, welche wiederum 
bie Magiftrateperfonen ernannten. Zwar eriflirte 
die Balta auch noch, aber nur al® ber engere An⸗ 
bang ber Dieticeer, welcher nur dazu biente, das 
vurchzuſetzen, mas auf dem Wege ber Geſeblichkeit 
nit zu erreichen war. Su fleſſen durch Beſchluß 
ber Balia greße Zummen aus der Staatékaſſe in 
bie Taſchen der Vleticeer. Dieſer Umſtand war es 
hanptſächlich, welcher die Menge ber Unzufriet enen 
mehrte, an deren Spitze die Pazzi traten, welche ro⸗ 
reuzo mit Hulfe eines neu erlaſſenen Erbgeſetzes um 
ein reiches Erbe brachte. Mit Hülfe des Papſtes Six⸗ 
tus IV., deſien Streben, feine Macht im Kirchen⸗ 
ſtaate auszubreiten, Lorenzo entgegen getreten war, 
machten Kranz Pazzi ır. fein Oheim Jakob Pazzi, der 
Erzbiſchof Franz Salviati von F. u. deſſen Bruder 
Jakob Salviati u. A. eine Berſchwörung. Dieſe ſollte 
ten 26. April 1478 ausbrechen u. Yoreuzo mit ſeinem 
Bruder Eiuliano in der Kirche ber Reparta ermor⸗ 
ber werten. Doch nur Giuliano fiel, Yorenzc wurde 
gerettet, u. Die Signoria, an ber Spige ber Gon⸗ 
fuloniere Cäſar Petruzzi, ergriffen Lie eintreteuben 
Berſchwörer, häugten den Erzbiſchof zum Fenſter 
binaus auf u. nach ihm Frauz Pazzi, den Mörder 
Giulianos. Das Boll müthete gegen bie Verſchwo⸗ 
renen u. gegen bie Feinde der Mediccer, Jakob Pazzi 
wurde erſchlagen u. in ben Arno geworfen, Baron⸗ 
celli, ber antere Mörder Giulianos, der nach Con 
ftantinopel gefleben war, wurbe von dort ausgelie⸗ 
fert u. 1479 hingerichtet. Wegen des an ben Erz⸗ 
biſchof vefifiredtten Urtheils ſprach ter Papſt Sir- 
tus IV. über FJ. den Bann ans, u. mit erbinant I. 
von Neapel u. ber Republif Siena verbunden, be» 
gann er gegen %. den Krieg. Zwar fiegten bie Flo⸗ 
rentiner am Yago bi Perugia über tie Päpftlichen, 
allein Diefe gewannen einen großen Sieg am 7. Sept. 
1479 bei Poggibonizzi, fielen in das Florentiuiſche 
Gebiet u. näberten ſchon ber Statt. Lorenzo, 
ber in Geige bes anhaltenden Kriegaunglüds bie 
Bartei feiner Gegner fich täglich mebren ſah, ging 
heimlich nach Neapel, bewog ben König 6. März 
1490 zum Frieden, u. ber Bapfl, welcher fi 
nun verlaffen ſab, ſöhnte fih mit F. aut. In 
Folge dieſes Werkes diplomatiſcher Klugheit ftieg 
vorenzo fehr in ber öffentlichen Meinung. Auf feinen 
Vorſchlag wurte eine permanente Ratheverſamm⸗ 
lung von 70 Bürgern, in welcherjeber von Anıte aus⸗ 
ſcheldende Gonfaloniere eintrat, mit einer äbnlichen 
Autorität befleibet, wie fie ehedem die Balia beſaß. 
Dieje Verſammlung war Yorenzo gang zu Willen; 
aber jein Luxus u. tie Bernachlätiigung feiner Geld⸗ 
gefchäfte brachten fein Haus einem Banlerott nabe, 
u. nur dadurch, daß der Staat jeine Schulden ale 
die jeinigen erflärte, wurden bie Periceer gerettet 


26 Florenz (Geſch) TIL (13781426) IV. nei 


müfle, wenn er dem Btechte feine Geltung werichaf- | immer verbannt wr — 7— 
fen fönne. Darüber entftand ein allgemeiner Tu> | diti) bilbeten nach u. — u 
mult. Des niebere Bolt ſtrömte in bewaffneten * 
Haufen zuſammen, begann die Palüfte der Reichen | ben führend, jeden“ 
















— 
— 


AN, IN 





zu bemoliren u. zu plündern u. fuhr auch am fol« | gen mit Freuden — F 
enden Tage damit fort, als ſchon bie guelftiche | hielt bieielbe, a = — — 
arizi bie Hand zu einer Verfaflungsänberung ge» | valin Piſa bung © dur — 
oten hatte. Aber die Zugeftänbnifje waren nicht ber | des Herzezg Fi 

Art, um bie Rube für die Dauer zu befeftigen, nache | unter feine & 8 37 — F 


11. Juli gab bie neueingetretene Signoria zwar aber» | od, nd 
mals ben Korberungen ber Zunftoberen noch weiter 
nach u. ite einen großen Theil von Ammonir- 


dem biefelbe am 28. Juni wiedergergeftellt war. Am | bung zu — * % ur 
ge 
... — au" «. at xt * 
ten von der Ammonition; aber die große Menge ber | gegr fit 5% 


noch Übrigen Ammonirten benutste bie revolutio» ARRULAL +-% 
näre Stimmung des nieberen — welches nicht P an \ 4 4 F wo. 
in die Zünfte — war, um bie vblieggee 1448* YA 
Abſchaffung des Ammonitionsunweſens durchn A DI U 
fegen. Es kam eine Verſchwörung zu Stamber “nr \ Daran % 
welche am Abend bes 19. Juli ausbrach, er NAEH OAEF GN 
— wurde von ben bewaffneten Banb⸗ x Er! Kr: 5% 418 
t u. belagert, Am folgenden Tagezwa mi" N CI Ya aan" v 

ufrührer bie Zunftobern mit ihren Kt m R Ar mu —F AUG. ? 
ber Revolution anzufchliegen u. bie Pr „iR \ LT: II 
fi pendthigt, bie Forderungen bes ? \ —3 ar A AS . 
willigen. wichtigſte Darunter nu % TANTE 
von zwei neuen die der @ A EN 
welchen no er andere 2 — 
ber Farber, Barbiere, Ä Art 


berubigte ſich babes sicht, a 





D | 

aal ein, rief feinen führer a, elem 
theilte neun ambtf | ‘ ut er bie Be 
ren, drei aus ben michi | — 3 44 i tte.® 
unzünftigen Belle. - 4% ua von Cortona, Pafjerino 
Tage entzweite- fi 1" eiben Yka , wie bie papnuche I 
lern, . 60 geSami I” eine fi a, geftiftet 1526, gegen bew! 
ber nenen ‚„eBerles | größere — fam, wach 
meinen — ſjavonarola⸗ republilaniſchen rdei in F., eu 
Staates v agvietros auſ bie | Familie Strozzi (f. b.) fand, fe: 
benen bie . bildete fich eine neue | von Karl V. geſchlagen u. Rom v 
lung ein „ye es vahin brachte, bag | Zruppen.erobert wurde iu %- 
nung b* ‚„piften bes Papſtes 1498 ale | ner Aufruhr gegen bie Mebiceer aı 
® wurbe. Bon nım an Ienkte Pietro | u. Aleſſandro vertrieben 


—— jesenstänglicher Gonfaloniere au bie 
‚pie ee in %. Unter m 
agege ublik F. in gr ng; ihre 
Aburd ben — ben Fortſchritten ber 
„aronr giüicklicher geführten Krieg gegen Pija 
Morß daß fie nicht im Stande war, ben 
‚ngepiänen des Herzogs-von ber Romayna, 
Borgia, Wiverſtand entgegen zu ſetzen. Die⸗ 
‚Band fich 1501 mit Bieteo dei Mtebict, um deſ⸗ 
‚Biedereinjeigung zu erzwingen, gab jedoch bier 
Yan fpäter auf, um gegen Reapel zu ziehen. 
eiro ft. 1504, nachdem ferne auf Franlreicht Un⸗ 
finhung gebaute Hoffnung, wieder zur Herrſchaft 
„Pr. zu gelangen, ſehigeſchlagen war. Neuen An⸗ 
palt neroanmen bie Mebiceer 1503 nach tem Tode 
teo Papftes Alerauder VL an befien Nachfolger 
Stine IR. Diefer verlangte bie Abjetzung Soderi⸗ 
nis, Dem: ritt ber ublit zur Liga gegen | ergeben u. dem Kaifer das Medi 
Frantreich Wie Herfiellung ber Mebici. Als F., | eine neue Megierungeform vo 
weiches 1509 ber Abfindung ber Könige won | mäß ließ ber Kaiſer am 29. 1 
Neapei Ar. Krantreih mit Geldfummen glüdti | bei Medici zum erbliden 
wieder in Well von Pia gekommen war, tieje for» | mit dem Grbfolgerecht feiner mm 


dam wieber einzuſetzen, >. 

ne 

ferlihe 18,000 Daun karte, ı 

—— — 
an an 

libert® Tode diefem im Se 






“ 


. 
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ʒeor 


Dabei wurde der Zinsſaß der Staatspapiere auf 
die Hälfte berabgejett, u. ale auch dieſes Deittet fich 
noch unzulänglich erwies, wurden die Capitale ber 
milden Stiftungen mit den Verfprechen ber Wie 
derzahlung nach 20 Jahren angegriffen. Lorenzo ft. 
1492. Um biefe Zeit deganu ber Dorninicanermönd 
Savonarola als Brediger einer wahrhaft hriftli 
Sittenlebre aufzutreten, um den moraliichen all 
ber Geſellſchaft entgegen zu treten, welchen ein halt⸗ 
loſes Genußleben zugleich mit der Theilnahinlofig- 
keit der- Bürger an ben Öffentlichen Angelegenheiten 
herbeigeführt hatte. Hoch größeren Einfuf gewann 
dieſer außerordentliche Deann ımter Yorenzos Sohne 
Pietro IT, welchem des Vaters Ginficht u. Ge⸗ 
wanbtheit fehlte. Dieſer verfeindete fich nit Yabıwig 
Doro, Herzog von Mailand, u. ſchloß Dagegen ein 
Bündniß mit Alfens von Neapel. Als nun König 
Karl VIII. von Frankreich mit einen Heer erfchien, 
un Neapel zu erobern, verfagte Pietro ihm ben 
Durchzug durch das Florentiniiche Gebiet, aber ba 
Karl Gewalt brauchte u. Fivizzando weguahm, ſchloß 
Pietro einen jebr ungänftigen Frieden mit Frankreich, 
wedurch er bie in Folge feiner ſchlechten Verwal⸗ 
"rung des Staates ausgebrochene Mißſtimmung fo 
ſehr fleigerte, Daß Savonarolas republilanifche Agi⸗ 
tatien völlig durchgriff u. Pietro am 9. Nov. 1494 


zerbannt wurde (Erfie Berbannung ber Die«- 


diceer). 


Eine nene Verfaſſung, deren weſentlichſtes Ele⸗ 


ment ein aus 800 Bilrgerm gebildeter großer Rath 
war, gab dem Staate wieber Halt, der einen großen 
Theil feines Gebietes, n. and. Piſa, eingebüßt hatte. 
Mehrere Verſchwörungen der mebiceiihen “Wartet, 
1496, 1497 u. 1498 mit geroaffneter Hand ihre 
Zurüdberufung zu bewirken, mißlaugen. Unterdeſ⸗ 
jen batte fich Die neue Regierung, deren Seele Sa⸗ 
vonarola war, eng an Frankreich angefchloffen u. 
hielt das Bündniß auch da noch anfrecht, ale faft 
ganz Italien gegen biefe Diacht zu einer Yiga zuſam⸗ 
mengetreten war. Dadurch gerieih F. in große Verle⸗ 
genbeit, u. ald bie Berfolgungsjucht der ſavonarola⸗ 
ſchen Partei nach tem dritten Anfchlag Pietros auf bie 
Stadt viele Unſchuldige traf, bildete fich eine neue 
Partei im Staate, welche es dahin brachte, daß 
Eavonarola auf Anfriiten des Papſtes 1498 als 
Ketzer verbrannt wurde. Bon nun an lenkte Pietro 
Screrini, als lebenstänglicher Gonfaloniere an bie 
Epite geftellt, die Staatsgefchäfte in F. Unter ihm 
gerierh bie Republik F. in große Zerrüttung; ihre 
Kräfte wurden durch den mit den ortichritten der 
Be zwar glüdlicher gefübrten Krieg gegen Piſa 
o ſehr erfchöpft, daß fie nicht im Stanbe war, ben 
Eroberungsplänen des Herzogs von ber Romagna, 
Sejare Borgia, Widerſtand entgegen zu jeßen. Die- 
fer verband fich 1501 mit Pietro dei Diebicı, um deſ⸗ 
fen Wiedereinſetzung zu erzwingen, gab jebody die⸗ 
fen Plan fpäter auf, um gegen Neapel zu ziehen. 
Pietro ft. 1504, nachdem ferne auf Frankreichs Un⸗ 
terſtützung gebaute Hoffnung, wieder zur Herrichaft 
in F. zu gelangen, feblgeichlagen war. Neuen An- 
halt gewanuen bie Mediceer 1503 nad tem Zobe 
bes papfiee Alerander VI. an deſſen Nachfolger 
Julius II. Dieſer verlangte die Abjegung Soreri- 
nis, ben: itt ber Republik zur Liga gegen 
Frankreich Die Herftellung der Medici. Als F., 
welches 1509 durch Abfintung ber Könige von 
Neapel u. Frantreih mit Geldſummen glüdlich 
wieder in Beſitz von Pija geloumen war, tieje For⸗ 


Florenz (Gefſch) IV. (1492-1527) V; (1828-1591) 


berungen zurückwies, ridte ‘ber papflı 
Raimund von Cordova auf Betrieb 
das Klorentinifche Gebiet ein, ſchlug bi 
u. nahın Prato 30. Hug. 1512. Unte 
die Anhänger ber Mebiceer bas Bolt | 
rädberufung gefiumt. Soderini mu 
u. bie Diediceer, bie fih zur Vermi 
Friedens mit Dem Bapfteerboten, touı 
niit Sreuben wieber aufgenommen 
der Mediceer). 

Die Mebiceer änberten nad) ihrer 9 
Mejentliches in der Form der Republ 
ben alle Gejetge, welche ſeit ihrer Ve 
geben waren, aufgehoben u. ein X 
von 200 entichiebenen Anhängern 
conftituirt. Der Cardinal Giovanı 
Sohn Pietro’s, trat an bie Spike b 
Gewalt, die er-aber, als er 1513 ale 
wurde, jeinem Bruder Siulianei 
durch, Daß ein Mediceer ven päpftlich 
hatte, wurde es ber Familie berjelber 
bie Regierung zu behaupten, weun g 
gegen fie von der demokratiſchen Pari 
geuährt wurde. F. nuhm nuu Theil ar 
der papſilich⸗kaiſerlichen Liga gegen 
Nach Gintianvs Abdunlung 1513 (er ſt. 
folgte Lorenzo, ein natilrlicher Eu 
der ſchou won Anfang Biuliunus I 
wejen wur. Yuch dieſer mußte In 
auf Die päüpftliche Protection als anf! 
Boltes ftilgen. Nach deſſen Tode, 
Giulio, ein natürlicher Sohn Ginl 
nal u. Erzbiſchof von F., die Zügel d 
Nachdem Ginlio 1523 als Klenien 

eworben war, überließ er bie Berm 
tter, ben Kardinal Ippolito teil 
Kardinal von Cortena, Paſſerino Si 
jelben Diaße, wie die päpflliche joge 
!iga, geftiitet 1526, gegen beu Kai 
größere Bedrängniß kam, wuchs ı 
republifanifchen Partei in F., an be 
Familie Strozzi (ſ. d.) ſtand, fo daß. 
von Karl V. geſchlagen u. Rom von! 
Truppen erobert wurde, in F. 1527 
ner Aufruhr gegen die Webiceer ausb 
u. Aleſſandro wurden vertrieben n. 
niſche Berfaflung wieder hergeftellt (3 
treibung der Mediceer). 

V. 5. als Herzogthum bisyı 
des Großherzogthums To%ı 
Indeß dauerte bie Wieberberftellu 
blik nicht lange. Der. Bapft ſehl 
bem Kaifer ven Frieden zu Barcelor 
Rückkehr ber Mediceer bebung 
Kaifer vermählte feine natürliche X 
retbe niit Aleſſandro bei Mebici. 1 
dam wieber einzufegen, lief Karf ' 
Heer gegen %. aufbrechen. Die Flore 
Digten ihre Stadt 11 Donate lang ı 
jerliche 1 en —A ſtarke, von 

ranien befehligte Belagerungeheer, 
fie ih) an Ferdinand von Gonzuge | 
libertö Tode biefem im Commande 
ergeben u. dem Kaiſer Das Recht eim 
eine neue Regierungsform worzufczre 
mäß ließ ber Kaifer am 29. Inli 1531 
bei Mebici gum erblichen He: 
mit dem Grbfolgerecht feiner meinntn 


+ 


Florenz (Gefch.) V. (15341569) bis Floreſeenz 


uch ber —— u. bei dem Erldſchen auf die 
ichen Nachleommen non Cosmo u. Lorenzo 
den. Das Oberhoheitsrecht des Kaiſers über 
ade erneuert u. bie republilaniiche Verfaſſung 
heben. Teer Herzog Aleſſandro vernichtete man 
km Iehten Schein ber Freiheit, welchen bie kai⸗ 
e Kerfafiung ben Florentinern noch gelafien 
Er ließ fich mir Hülfe der Balia für den un⸗ 
zänlten Herrn von F. erflären, baute eine 
ide, entwaffnete tie Bürger u. errichtete fich 
kibwache von 1000 Mann. Ale aber Papft 
m VII. 1534 ftarb, gemann bie republilo- 
Ippofition, unterflügt von dem Cardinal 
Die dei Medici nenen Boten, u. viele ter 
sten Familien wagten es nad) F. zurüdzu⸗ 
L AI8 inzwiſchen tie Willkürherrſchaft Aleſ⸗ 
n ſich in dem Maße verſchlimmerte. daß der⸗ 
jde Schranle der Eitte u. des Geſetzes nie⸗ 
Kam feinen niedern Lüſſen zu fröhnen, erboben 
igpter der großen Familien Salviati, Strozzi 
delſi gegen ihn bei dem Kaiſer eine Anliage; 
aber bei der Erwiderung bee Herzegs 
ja denſelben fogar zum Lberbefeblehaber 
2 Heere in Italien ernannte, ver⸗ 
⁊ die merken: vornehmen Familien ihr Bater⸗ 
Arjſentro wurde von einem Veiter, Yorenze 
i 1537 ermordet, nachdem er ſelbſt fu 
e Bergiitung bes Cardinals Ippolito dei 
E veranlaßt batte. Jetzt war nur ein legiti⸗ 
Brößlinz ter DMetici, ter 1Sjäbrige Cosme 
ber burch Lie Bermittelung des Cardinals 
wm O:berbaupte des Staates, Anfangs ehne 
Btirel, ernannt u. dem ein Staaterath von 
gliebern beigegeben wurde. 
no I., ebwohl noch ſehr jung, ergriff mit un⸗ 
ex Tbatkraft die Herrſcherwürde, von ten Ge⸗ 
beſeelt, den Glanz u. Ruhm der Mediceer, ber 
rſten Vertreibung derſelben faft ganz erleſchen 
ieber herzuſtellen. Er ſuchte die Freundſchaft 
ſers, weicher ibm ben Herzogstitel ertheilte. 
m wagten bie vertriebenen Republilaner un- 
ro degli Strozzi einen Angriff auf F., wur⸗ 
exon Tosmo üterliftet, zum großen Theil ge⸗ 
zenommen, doch entlaın Pietro degli Strozzi. 
in an begann der Herzog, welcher, als der 
Rampf ter Banditi ein ſchlebtes Ende ge- 
nu batte, Gift u. Dolch feiner Feinde zu fürch- 
ve, fein Regiment in eine Schreckendherr⸗ 
a verwandeln. Gr fübrte cine politiſche u. 
e Inquiſition in F. ein, machte den Handel 
pol der Regierung u. zeg alle Wechſel⸗ 
wieter an fich. Die dadurch gewonnenen 
— er zu Bauten von Feſtungen 
Sammlungen von Kunſiſchäten, Grün 
ge Rklabemie der bildenden Künfte 1562). Co 


‘06 ihm Durch Reichthum u. Herrſcherwürde 


icht feines Haufes von Neuem zu begrünten 
m bem, in geiftiger wie in politiſcher Bezie 
ebentungerclfien Staate Italiens zu machen. 
Sauptaugenmert in ber äußeren Pelitilk rear 
Erwerbung Sienasyerichtet. Es borfich dazu 
idiiche Gelegenheit, als Pietro degli Strozzi 
nõſiſche Dieuſte getreten war u. 1553 ale 
din To&ana den Krieg gegen bie Kaiſerli— 
brie. Ccsmo, bisher neutral, war, um nicht 
incın geläbrlihken Feinde überrunmelt zu 
„nun genöthigt, eifen ante dem Kaiſer in cn 
üß zu treten. Um aber zu verbindern, daß 


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371 


Siena von Pietro befegt werde, ba baflefbe mit 
den Franzoſen im Einverſtändniß ſchien, überflel 
er 1554 bie Nachbarrepublil, nahm eine Statt 

ber andern u. zwang 17. April 1555 bie Stabt ſelbſt 
fi zır übergeben. Einſtweilen blieb tie Etabt u. 
ihr Gebiet unter der Oberhoheit tes Neichsvicars 
Bhilipp II., u. wurte dann von dieſem mit allen 
Souveränetätsredhten an Ecsmo 3. Juli 1557 
überlafien, mwegegen tiefer Piombino, Elba (bi 
auf Porto Ferrajo) u. einige Ortichaften an ber 
mailänter Grenze abtrat. So groß mar jett wie- 
der bie politilche Bebeutung der Mediceer gewer- 
den, daß 1559 Cosmo bie Wahl eines Anver⸗ 
wantten, Giovanni Angelo bei Metici, zum Bapfte 
(Pius IV.) leicht durchzuſeyen vermochte. 1562 
ftiftete er den Stephansorden zum Schuß bes Les 
vantehandels u. trat 1564 die Regierung ſeinem 
Sohnegrancesco Maria ab, griffaber auch fpäl« 
ter noch immer tbätig in bie Negierungein u. nahme 
1569 den Zitel Großberzogvon Toscaltu * 
welcher Titel indeß erft 1574 von Kaiſer anerlanm 
wurde. So ſounrde aueè F. u. Dem nach u. nach exe 
oberten u. erfauften Stätten u. ihren Gebieten ein 
neuer ‘Staat geſchaffen, ilber die Geſchichte beflel- 
ben f. Toscana. Vgl. N. Macchiavelli, Florenti⸗ 
niſche Geichichten, aus dent Italieniichen von W. 
Neumann, Berl. 1509, 2 Yte., u. von J. Zieg⸗ 
ler, Karler. 1931; 9. Neumont, Tavole cro- 
nnlog. e sincron. della storia Fiorentina, 
Flor. 1541. 

Flores (lat.), 1) Blumen; 2) (Tbarm.), jum 
Arzneigebrauch getredhtete, ch. ſonſt yubereitete 
Blüthen; fo F. macis. Muskatblüthen; 8) verfchie- 
dene, auch mineraliſche Präparate, 3. B. F. astl- 
menli argentöl, fon. w. Antimonblumen, ſ. u. An⸗ 
timon «Chbem.): F. benzees, fc v. im. Benzoeſäure; 
F. plambi, Bleiblütbe, |. u. Blei: F. ralls ammeo- 
idei, jo x. m. Gereinigter Salmial; F. salis 
ammonlaci marllales, jo v. mw. Cijeniahnial; F. 
sulpharis, fo v. w. Schwefelblumen. 

lored, 1) Fie meitlichfte Inſel in ter Gruppe 
ter Azoren (Meitairilar, bergig, ſchön bewaldet 
u. fruchtbar, bat viele Ditneralguellen, führt bef. 
Crfeille u. Sieb aus, 2 OM,, etwa 13,000 Ew.; 
Dauptort Sta. Cruz; 2) (Ende), eine ber Klei⸗ 
sen Zuntainfeln ı Südajien), zwiſchen Sunibawa 
u. Zimer, duxch Die Aloreöflrage von Solor 
fhieten, 422 EM; im ZU. mebrere Qulcane 
der bedeutendſte ter Lovotivo), Nüften eben u. 
fruchtbar, im Innern gebirgiy, Licht bewaldet =. 
noch menig befaunt; won Malaien bewohnt, bie 
unter mehreren Hänptlingen ftchen, auf ter öftlichen 
zürlüfte einige holländiſche Niederlaſſungen; Pro⸗ 
ducte: Reis, Sandelholz, Ambra, Schweine, Zie⸗ 
gen, Heuig, Wachs. Der Theil des Indiſchen Mee⸗ 
res, zwiſchen Celebes, Flores u. Timos beißt See 
von Flores in demſelben zablreiche Inſeln; bie 
bereutentften: Zolen-Belleys Tulkaug Baſi). Sa⸗ 
brao (Adinar), Pantar, Ombaien. a.; 3) engliſche 
Intel im nörblichen Stillen Occau an Der Weſtküſte 
ven Vritiſch Nordamerila: 4) Fleden in der braſi⸗ 
lianiſchen Previnz Pernambuco, am Francisco, 
Baumnolleuplantagen, Viehzucht; 5) Inſel an der 
SCORüfte der füramerilaniihen Republik Uruguay, 
Leuchtiburm. 

Floreſcenz (v. lat.), das in ber Blüthe Steben, 
Blütbezeit, B. 1. der Zeitraum, während welchem 
eine Pflanze in Blüthe ficht, 94° 


31%. 


Floreſchtok bis Floriacenſer 


Florefchtok, Fleden im Kreiſe Soryi ber Pro« | ernannt wurde, in welcher Provinz er 


vinz Befſarabien; 525 Em. 

loreſtan I, Fürſt von Monaco, Sohn bes 
1819 verftorbenen Fuͤrſten Honorius IV., geb. 
10. Oct. 1785, folgte 1841 feinem Bruder Hono- 
rins V. in ber Regierung u. fi. ben 20. Juni 1856 
in Baris, f. u. Monaco; er war feit 1816 vermählt 
mit Fürſtin Caroline u. hatte zum Nachfolger ſei⸗ 
nen einzigen Sohn Kari III. 

Florceſtĩna (F. Cass.), Pflanzengattung aus 
der Familie ber Compositae - Senecionidene- 
Heliantheae; Arten: F. callosa, in Nordame⸗ 
rila, F. pedata, F. tripteris, in Mexico. 

[oret (fr.), 1) das rohe Geipinnft, ob. der 

ang von ber Verpuppung des Seibenwurms, 
welcher fich abhaſpeln läßt, auch ®) der Abfall von 
anberer guten Seide. Der ſchlechteſte F. (Spinn- 
webe, Watt- vd. Werkfeide) wirb nidt kar⸗ 
dätſcht, fondern nur getrodnet; bie beffere, mit ben 
Karben zugerichtete, bient zu ben gröbften feidenen 
Geweben. Daraus werben bie Floretſeide u. Floret- 
feidenen Sachen gewonnen. Daher Bloretband, eine 
Art ſeidenes Band, f. u. Band 1) e) bb); 8) fo 
v. w. Wollner Damaft, f. u. Damafl; 4) fo v. w. 
Stoßrappier, |. u. Fechtkunſt La) — 

[oreteäda8 (ipan.), fo v. w. Papeline. 

Floretleinwand, ſehr loderes baummollenes 
Gewebe, kommt aus Schwaben. 

Florets, ein glängenber, figurirter, den Satin 
ähnlicher englifcher Stoff. 

Florettas, 1) Sorte franzöfifcher Leinwand; 
2) englifche Droguets, ſ. d. 

Florette, alte franzöſiſche Silbermünze um 
1390, von Zweigroſchenſtückgröße, nach den Linien 
darauf genannt. 

Florez (ſpr. Flores), ) Henriquez, geb. 1701 
in Valladolid, war Auguſtiner u. ſt. 1773 in 
Madrid; er fchr.: Espana sagrada ete., Madr. 
17514— 1819, 43 Bbe. (vom 30. Bde. an von Man. 
Risco fortgejegt) ; Medallas de las colonias, mu- 
nicipios y pueblos antiguos de Espaßia, ebb. 
1757—73, 3 Bbe.; Clave historical, ebd. 1743, 
neuefte Auff., ebb. 1798; Hist. geneal. de la casa 
real de Castilla y de Leon, ebb. 1761, 2 Bde, 
3. Aufl. 1790; La Uantabria, 1768; 2) Don 
Alvaro 8. Eftrada, geb. 1769 zu Pola de Somiebo 
in Afturien, widmete ih in Oviedo u. Valladolid 
ben Rechtswiſſenſchaften u. wurbe 1808 General- 
procurator von Afturien, als welcher er ſehr freifin- 
ni gegen Napoleon I. auftrat; mit gleicher —* 
muthigkeit vertheidigte er bie Vollsrechte gegen Fer⸗ 
dinanð VII. u. redigirte feit 1820 den Tribuno 
del pueblo in Cadir; 1829 wanderte er nad 
Sranfreih aus. Er fchr.: Introduccion & la 
historia de la guerra de la independencia; 
Paralelo del clero protestante y del clero 
catölico, 8 Bbe.; Representacion & Fer- 
nando VII. en el ano de 1818 haciendole ver 
totos sus estravios; Curso de economia poli- 
tica, 5. Aufl. 1843 (franz. von Leon Galibert, Par. 
1833, 3 Bde); Auszug baraus: Elementos de 
economia politica, abr. 1841. 8) Glored), 
Don Yuan Joſe, geb. 1601 zu Puerto Caballo 
in Benezuela, trat früh ing Militär u. zeichnete ſich 
im Sübanerilanifchen Freiheitötriege jo aus, daß er 
1821 zum Generalabjutant u. 1823 Civil u. Mi⸗ 
Ütärcommanbant in dem Löniglich gefinnten Pafto 


Aufftand bämpfte. In Folge davon wur! 
befehlshaber von Ecuador u. bald dara 
general. 1827 dämpfte er bie Militä 

ima, commanbirte 1828 im Kriege gege 
Columbiſche Heer u. beenbigte dieſen 
ben Sieg bei Tarqui. Dafür erheb i 
zum Generallieutenant u. Oberbefehl: 
Siüd-Eolumbia. Als fih 1830 ana C 
3 Republilen Neu⸗Granada, Venezuela 
bildeten, spurde %. zum erflen Bräfi 
Ecuador gewählt. 1835 trat er ins 
zurüd u. beſchäftigte ſich wiffenfchef 
wurde er wieber auf 4 Jahre zum 
ewählt u. ebenfo 1843 lebenslänglich 
Folge ber Revolution von Ouayaquil I 
der u. ging, mit dem Titel eines Gener 
u. mit 20,000 Dollars Gehalt, anf zme 
per Land, worauf er in Europa, beſ. 
u. Spanien, dann in Jamaica wieberho 
machte, mit bewaffneter Sand nach Een 
zufehren. Nachdem ihm ein letzter B 
Hülfe Berus in Befitz der Gewalt 
1851 fehlichlug, er fih nah N 
Florflie emerobini, Hemer 

Hemerobiodea auct.), Unterfamilie 
üügler (Planipennia) aus der Orbnm 
ügler, Fühlhoͤrner fabenförmig, wielgfi 

den Augen eingefügt, Tafter 4 nad de 

did, Oberkiefer hornig, breiedig, Leib I 

bogen, Kopf breiedig, Berabgebogen, 5 

fein gesitert, Beine dünn; leben vom 

bie Eier (an langen Stielchen) auf DI 

tungen: a) eigentliche F. (Hemer 

vorderes Bruſtſtück flein, Flügel dadyfi 

Augen groß (oft metalliſch glänzend), 

borftenförmig; ftinft ſehr, fliegt langſam 

(Blattlauslöwen), frefien Blattlãu 

Schwanze em Werkzeug zum Einfpinn: 

bat zu Untergattungen Osmylus (mit 

gem), Art: Gefledte$.(Osm. macula 

Kopf ıı. Beine ziegelrotb; u. Hemer: 

Nebenaugen), Art: Stinken deF. (H 

ſchön grün, goldäugig, mit gelbgruͤnlich 

Flügeln, häutig; b) Netgfliege (Sem 

erfter Abichnitt der Bruſt groß, bie F 

borigontal, Taſter fabenförmig, das 

berjelben Tegel- od. walzenförmig. If 
bie Gattungen: Chauliodes, Fi 
förmig, viel länger als der Kopf; Ob 
eig, kurz, inwenbig gezähbnt, age! 
vorderes Brufifiüd groß; Art: Ney 
tammförmigen Fühlern (Chaul. pei 

Latr., Semblis pect. Fadr.), er t 

braunen Adern, ın Norbamerila; Ce 

Fühler einfach, kurz, walig, Ob 

Männchen wie Hörner geftaltet; 4 

dalis cornuta; Sialis, Kinnlaten 

Siihöuner einfah, Flügel badför 
hlammmnepfliege (Semblis lutr 

niger), ſchwarz, mit bellbraunen, ſchn 

Flügeln; gemein; Weibchen legt bie Cie 

(oft zu 1000 Stüch ſenkrecht neben eina 

im Wafler, jehr beweglich. 

Sloriacenfer (Zlorenfer, Slorienſe 
von Flore), geftiftet 1183 von Joachi 

Ciftercienferfiofters Corazzo in Calabr 

Ginöbe Store, für ſtrenges Leben, 119€ 


Floriacum bis Florida 


nmtlichen Klößern ven Eiftercienfern 
fielbe erlitten bie 1187 von Joachim 
—5 
1, ‚»b eurh. 
. lat., ber — männlicher 
m fo Forentine, weiblicher. Belannt 
ſoll um 190 au Zeifelmaner in Rie- 
boren fein, war Hauptmann im römi- 
ter tem Statthalter Agnilinus, durch 
brenb einer Ehrißenverfelgung feines 
efenninifies halber den Dlärtyrertob 
ee in ter Enns unweit Torch ertränft 
Leichnam wurde zuerſt an ber Stelle 
jetzt Das Augufiiner Ehorberrnftift 
jfleht, ſpäter brachte man jeine Oe⸗ 
1, 2.1183 ſchickte fie Papſt Lucius ILL, 
ir von Bolen u. dem Biſchof Ge⸗ 
au anf ihre Bitte um Reliquien, n. 
Ehusheilige Polens; fein Gebädht- 
Kirche ift der 4. Aug. Abbildungen 
ar als Krieger, in ber Hand ein Ge⸗ 
men, bie er anegießt; deehalb ruft 
gegen Feuersgefahr an. 2) Jean 
ris de F. geb. 1755 im Schloſſe 
sauve (n. And. ın Nismes), murde 
g von Penthievre, zu bem er 1765 als 
n war, begünftigt, Capitain in feinem 
nent; doch lebte er größtentbeila in 
iffenfchafien. Während ber Kevolu- 
:, entging er ber Verfelgung ter 
ch Sceauy, bis bie Schredeneberr- 
eöpierres Sturz zu Ente ging: er fl. 
Voltaire et le serf du mont Jura 
2; Galatde, Bar. 1784 (deutfch von 
1787); Estelle 1788 (dentſch Sera 
slles (deutſch von Meißner, Tpy. 1756, 
Bel. 1793); Numa Pompilius 
ı 1787); Guillaume Tell (deutſch 
beide oft, bei. zum Schulgebrauch 
ıbles, 1792; Gonsalve de Cordoue 
‚ 1791 (deutfh von S. Baur, Berl. 
ug b. Nibta, ꝰpʒ. 1817); Le deux 
9 von A. Wall, Lpz. 1759, n. Aufl. 
); Oeuvres, Bar. 1754, 24 Bde.; 
Bte.; 2pz. 1799—1501, 13 Ute, 
., 1826, 8 Bte.; Oeuvres indlits, 
Bir@reconrt, Bar. 1625; Sämmtliche 
kt 0.2. G. Förſter, Quedl. 1527 f., 
toollentet); Lebenabeichreitung ven 
uffret u. in ben Bicgrapbien ber 3 
Br. 3, St. 1, 6.701. 
mw, 1) Marktfleden im äfterreichifchen 
i Enns; bier befteht ein angeblich von 
155 gegränbetes, 1070 erneutes, nach 
. genannte, reiches Auguftinerkicfter 
zibliothek, Gemälbefammiung, Natur 
nzlabinet, Baumſchulen, verzüglicher 
ft; 1000 Ew. Vgl. Stütz, Geſchichte 
Chorherrenſtiftes St. F., Linz 1535; 
n an ber Laßnitz, im Bezirk Lands⸗ 
ſchen Kreiſes Gratz; 500 Ew. 
‚ 1) (a. Geogr.), Ort in Vannonien, 
Deonanflotte u. Sitz eines Präfecten; 
ei Den ob. Stuhlweißenburg; 2) 





873 


——— la F.), Fort ber Citta nuova von la 
etta (H t der engliiden Infel Malta); 
8) bewohnte Infel bes Galapagosarchipels (Rord- 
weftlüfle von Südamerika); vullaniſch, Klima ge- 
fund, Boden fruchtbar; fehr viele Tauben; gehört 
zur ſildamerikaniſchen lit Ecnador. 
Sloriansdorf, Dorf im Bezirk Warnsdorf 
bes bohmiſchen Kreiſes Leippa, mit Woll⸗ u. Lein- 
weberei, Spinnerei ee, Bleichen; 800 Ew. 
Florianus, 1) M. Annins, Bruber des rö⸗ 
miſchen Kaiſers Tacitus, wurde 276 Gegenkaiſer 
bes Probus, aber bald ermordet, |. Rom (Geſch.). 
2) © 15, f. Florian. 
ceyB, Suttung 


l der Banbwürmer, ſ. b. 
lorid (v. lat.), bl 


hend, 


oſtlichſte u. der Reihen⸗ 


Meilen längs der Nordluſte bes Diericaniichen Keer⸗ 
buſens hinziehenden Lanbftriche beſtehend; Fläche n⸗ 
raum: 2793 OM.; Grenzen: im R. die Staa⸗ 
ten Alabama u. Georgia, im DO. ber Atlantiſche 
Ocean, im ©. ie Floritaftraße u. ber Mericanifche 
Dieerbufen, im W. ter Mexicaniſche Meerbufen ; 
Borgebirge: Kanaveral u. Klorita (beide auf 
ber I fitüfte der Halbinfel), Sable (SWLüfte der 
Halbinſel), Roman (WHKüfte der Halbinfel), St. 
George u. St. Blafius (SKüſie des- Landftriche 
am Diericaniihen Meerbuſen). Die OKüſte ber 
Halbiniel am Atlantiſchen Oceau hat nur unbebeu- 
tende, für kleinere Fahrzeuge zugängliche Häfen, bie 
BWxüfte am Mexicaniſchen Neerbuien Dagegen meh» 
tere tief in das Land einbringenbe Buchten u. Baien 
mit guten Häfen: Qullican’sbai, Charlotte'8-.Bare 
kor, Zamba-, Tagabona- u. Wacaſſacbai; auf dem 
Landſtrich an ber Nküſte bes Mericanifchen Meer» 
bufens bie Appalachee-, Appaladicola-, Chocta⸗ 
mwatchee- u. Benficelabai. Die Sküfte ter Halbe 
infel umgeben bie Florida⸗Reefs (f. d.). Die Oben 
fläche Des Landes ift einförmig u. eben, ſich nirgende 
höher ale 300 Fuß Über bie Meeresfläche erhebenb; 
im Innern ber Halbinfel einige Hügelletten bie 

170 Fuß; einige noch höher (6i8 zu 300 F.), zwiſ 

ben Flüſſen Sumanee u. Chattahochee (im NW.). 
Im SD. der Halbinfel der See Okeechobee u. ein 
20 Meil. langer, 6—11 Meil. breiter, viele Kleine 
Inſeln entbaltender Sumpf (Everglader ob. P’ay- 
hay-o-kee genannt). Die bedeutendſten Flüſſe 
find:_Pertivo, Escambia, Bladwater, Yellowwa⸗ 
ter, Cboctawatchee, Oclodonee, Dscilo u. Suwanee 
münden in.ben Mericanifhen Meerbufen, Appala- 
chicola (der größte Strom des Staates) mit bem 
Chipefa, St. Mary's⸗River u. St. Jobs od. Ine 
bian-River (beide in ben Atlantiſchen Ocean mine 
dent). Klima faſt tropiſch, durch Seewinte ge 
mäßigt; ba6 Thermometer jelten itter + 27°-R. 
fteigend, felten unter 0° BR, finlent, Lie Souimer⸗ 
monate regen ber vielen Sämpfe uugelunb.:. Eine 
Ausnabme davon macht ein Küftenftrich am Atlan⸗ 
tiſchen Ocean in ber Nähe von &t. Auguftiue, ber 
als beſ. gejund gilt u. namentlich als Aufent⸗ 
halt für Brulfraufe empfohlen wird. Der Bo⸗ 
den iſt faſt durchgehende ſandig, mit Ausnahme 
ber ſogenannten od6 (d. h. Hängematten), 


374 


onfenartiger fruchtbarer Streden, mo Sand mit 
Thon gemifcht ift; dieſelben zeichnen ſich durch ihre 
ſchönen Eichen», Magnoliene u. Lorbeerwalbungen 
aus. Savannen (Wiejengrünbe) finden fich na- 
mentlich an ben Flußufern u. Lönnen durch Ent- 
wäſſerung in fruchtbare Landftriche verwanteli mer- 
den. In ben Bine-Barrens (Fichtenlänbereien) 
bauen fih bie Heinern, feine Sfiaven befitzenden 
Pflanzer an. Im Allgemeinen läßt fih ber Boden, 
begünftigt durch das milbe gleichmäßige Klima, als 
ſehr fruchtbar bezeichnen. Producte: Mais, Reis, 
Baunmolle, Zuder, Tabak, Palme⸗Chriſti (Kaftor- 
81), Arromroot, Bohnen, Linſen, Erbſen, Bataten, 
Cacao, Ananas, Indigo, Wein, Bananen, Tama⸗ 
rinden, Oliven, Orangen u. eine große Anzahl 
anderer Südfrüchte; herrliche Waldungen von 
Eichen (gutes Schiffsbauholz liefernd), Fichten, 
Cyprefſen, Magnolien, Hickory (weiße Belnup) 
u. Yorbeer; Bären, Euguare, Alligatoren, Rind» 
vieh, Pferde, Schweine. Mineralreichthum noch 
wenig bekannt; bie Florida⸗Reefs liefern Seejalz. 
Su ter Grafſchaft Benton find Eifen- u. Schwe⸗ 
felgquellen. 1850: 87,444 Einmw. (47,211 Weiße, 
924 freie Farbige [namentlid Seminolen u. Ereele] 
u. 39,309 Sklaven), 1856 liber 110,000. Ein» 
theilung in30 Grafſchaften (Counties): Alabama, 
Benton, Calhoun, Columbia, Dabe, Dallas, Duval, 
Escambia, Franklin, Oadsden, Hamilton, Hille- 
borougb, Holmes, Jackſon, Sefferfon, Leon, Levy, 
Madilon, Marion, Monroe, Raflan, Orange, But- 
nam, St. John, St. Rucie, Santa Rofa, Sumter, 
Wakulla, Walten, Walhington ; Hauptftabt: Talla⸗ 
bafiee. Die Berfaffung tft bie ſchon mehrfach 
abgeänberte vom 11. Ian. 1839, mit welcher F. durch 
Congreßacte vom 3. März 1845 ale Staat im bie 
Union aufgenommen wurde. Die Executivgewalt hat 
ein vom Boll auf 4 Jahr gewählter Gouverneur 
11858 Mabifon S. Perry), dem ein von ber Gene⸗ 
ral⸗Afſembly gewählter Schatsfecretär (Treasurer) 
zur Seite ftebt; ber Gouverneur muß minbeftens 
30 Jahr alt, feit 10 Jahren Bürger der Vereinigten 
Staaten fein u. in den letten 5 Jahren in F. ger 
wohnt haben; er bat ein Suspenfivveto, u. kann 
für die nächften 4 Jahre nicht wieber gemählt 
werben. Die Gejegebende Gewalt ruht in ber 
General- Affembly, welche aus einem Senat u. 
einem Haufe der NRepräfentanten befteht. Die Se- 
natoren werben vom Volle diſtrietweiſe anf 2 Sabre 
gebt; ihre Anzahl beträgt gegenwärtig 19; bie 
epräjentanten dagegen nach Counties (ebenfalls 
vom Bolt tirect), ibre Anzahl (gegenwärtig 40) 
barf nicht über 60 betragen. Stimnirecht bat jeber 
freie, Weiße, männlice Bürger der Bereinig- 
ten Staaten, ber 21 Jahr alt gemefen, in & 
2 Zahre, in der County 6 Monate mohnbaft ge- 
weſen u. in bie Miliz eingefchrieben cd. kraft der 
Geſetze von biefem Dienft frei u. erimirt iſt. Se- 
natoren wie Repräfentanten müſſen im Staate 
2 Zahr u. im betreffenden Diftrict (resp. County) 
1 Jahr unmittelbar nor dem Wahltage wohn⸗ 
baft geweſen fein. Duellanten u. Secundanten find 
von allen Staatsämtern ansgeichloffen. Die Aſ⸗ 
ſembly tritt alle 2 Jahre in Tallahaflee zuſammen. 
Die Legislative darf kein Gefe zur Emancipa- 
tion ber Stiaven u. lein Berbot für Einmande- 
rer, Sklaven mitzubringen, erlafien; dagegen bat 
fie das Recht, freien Berbigen ben Eintritt in ben 
au verbieten. Auch in Bezug auf Ertheilung 


> 


Florida 
| von Kreibricfen für Banten if bie Le⸗ 


bie Berfaffung beſchräukt. Jum ( 
Wahhington ſendet F. 2 Mitglieder 

u. 1 ins Repräſentantenhaus n. hal 
bei ber Präſidentenwahl. Kür Rec 
fteht 1 Obergerihtshof (Supreme 
nur Appellationsgerichtöbarfeit bat, ı 
Justice u. 2 Associate- Justice I 
jährlich viermal in ben größeren Stäb 
balten, ferner 4 Circuit- Courts, t 
County 1 Richter für Teſtamentsa 
(Judge of Probate). Die Finanz: 
ordnet; Staatseinnahmen 1856— 57: 
Stantsausgaben: 85,365 Dollars. 2 
werth des immobilen u. mobilen Berm 
wohner von F. wurbe 1850 auf 22, 
abgeihätt. Banken befitt F. nicht. 
vorzugsmweile Methobiften, Baptift 
rianer u. Epillopale, im Ganzen 
wovon 75 Methodiften-, 45 Baptifı 
boterianer-, 10 Epillopal-, 5 Römi 
u. 3 Kirchen von Heinern Secten. Für 
ift noch wenig gelorgt; höhere Bilt 
ibt e& noch nicht, 1850 nur erſt 
Cungefähr unjern Bürger» ob. Re 
fprechend) u. 69 öffentlihe Vollsſch 
fehlt es noch an Wohlthätigkeitsanſt 
nur das Marinebofpital in Benfacola 
wäre. Bibliothelen: bie State-Libr 
baffee (2000 Bde.), bie Judical-Li 
Auguftine u. die Naval Hospital 
Penſacola. Hauptbeihäftigun 
Plantagenbau, doch ift bei ber duͤnne 
nur erft ein Heiner Theil bes Landes 

ben 37,931,520 Acres, welche 5. 

erft 319,423 Acres); ferner Bichzn 
Savannen begünftigt), Induftrie 
ftehen, jetzt noch auf Baumwolle bef 
del zur Zeit ebenfall® noch unbebeut 
artikel find: Bauholz, Baumwolle, A 
u. a. Harze; Ausfuhr im Jahre 18: 
Doll.; Einfuhr: 45,998 Doll. An G 
befitst F. erft 2 fleine Babnen (vı 
nad St. Marks u. von Jola nad 
zufammen 12 Meilen. 

Sebaftian Cabot entbedite 1497 
1512 nahm fie Ponce de Leon ı 
aus für Sparien in Befitz u 
da er gerade am Palmfonntage (I 
rida) babin kam, $ Bergeben: 
u. 1526 Pamfilo de Narvaez an bi 
nien zu griluben. 1538 eroberten zw 
die ganze Halbinjel, aber fie konnten 
bie Übermacht der Eingebornen ni 
Endlich gelang e8 1562 einigen Franz 
berlafjung zu gründen; biefe wurd 
von den Spaniern vertrieben, mu 
Sand colonifirten u. nach ihrer Wei! 
bis fie es 1763 an bie Englän 
mußten. England tbat für Die Lanl 
fo wenig, mie bie Spanier, welche 17 
wieber eroberten u. im Frieden 1' 
Dazu befanıen. Nach alter Sitte fh! 
das dort herrſchende Colonialweſen i 
nien die Halbinſel nach langen Ur 
1819 an die Nordamerikaniſch 
auf daſſelbe feit 1803 Anſprüche mı 
mußte. Seit 1822 bildete darauf ? 


ur . 2 
Florida bie Floͤtke 273 
'orbamerifen Union. Ein Auf Blüuthen ob. außer beit Blättern doch auch frucht- 
bornen len gegen bie Ein⸗ bare Blüthen trägt. 
urde 1842 unterbrüdt. 1845 wurde Klorif: 


m bei Mexico verbliebene Antheil 
orbamerilanifche Union aufgenom- 
SHöf, Reife dur die Norbameri- 
ten nach Offlorida 2c., Erl. 1798, 
ram, Reifen nah Nord⸗ u. Eüd- 


fidyen %. xc., Berl. 1800 f., 3 Tble.; 


ertum (rdm. Rel.), eh, wo man ber 
Ceres Kornähren in ihrem Tempel weibte. 
Florile (Bloriius Mont.), Gattung ber Schne- 


den, den Schiffebooten verwandt; eben, genabelt, 
- Mundöffnung dreiedig, buch ein Duerblätchen 


te ber amerilanifchen Inbianer, bei, 


orida, Bresl. 1782; I. Ver Mil» 
erritory of Florida, Nem-Worf 


nte, The history and untiqui- 


rity of St. Augustine, Florida, 
ome of the most interesting por- 
ırly history of Florida, ebd. 1858. 
> Tönigliche® Luftichloß in der Nähe 

2) (Cap %.), Borgebirg an ber 
Florida⸗Halbinſel; 8) Stadt in ber 
en Republif Urugna 
Hanca, Don Zofe 
128 in Elche in Murcia; wurde Ge⸗ 
u. 1778, nach bem Falle Grimaldis, 
II. Tode 1788, erſter Staatsminifter, 

um Künfte u. Wiſſenſchaften ſehr 
. 29. Febr. 1792 murbe er plötzlich 
feiner Freilafſung nah Murcia ver- 
08 in Sevilla. 

amilie aus ber Klaffe ber Algen: 
ederige Gebilde, von Nerven durch» 
ebert, aus Meinen, gleichförmigen 

mit eigentbäämlich geftalteter Baſis 
ien wei wie das Laub, in Behältern 
im Meere, Hein, jährig; fie lommen 
er gemäßigten Zone vor u. Gattun- 
bäften find: Polyides, Degenia, 
domela, Chondria, Halimenia, 
* Gelidium, Gigartina, Bonne- 
'elesserin. Mehrere find offlciuell, 
dere gallertreiche dienen als Epeife. 
‚eden, ſ. Sreiforben von Florida. 
eefs (pr. F.⸗Riefs, 8. Keve), eine 
einer Infeln u. Sandbänke, welche 
Korida an (SOKuſte der Halbinfel 
veſtlicher Richtung ungefähr 50 Mei- 
zform austehnen; bie bebeutenbften 
Cayo) Fargo u. Key- Wet (Cayo⸗ 
zr Die Stadt Key - Welt. 
ie, ber Meeresarın, welcher zwiſchen 
florida (Norbamerila) u. Euba ben 
sean mit dem Merisanifchen Meer- 


Marktfleden in ber ficilifchen Pro⸗ 
son Siracuſa; 4000 Ew. 
yermittiwete Herzogin von Partana, 
5, „m Novbr. 1814 Gemahlin bes 
ind IV. von Neapel in morgana- 
leitete ihn bio zu feinem Tode 1825 
s u. fi. 1826. 
io $.), Nebenfluß bes Rio Conchas 
ingt im Staate Durango u. 
r Santa Eulalia u. ©. Rita. 
Fleriger), bilitbentragend, 3. B. 
era, eine Blüthen- od. Tragknoſpe 
bie unter ihren Dedihuppen nur 


3 


Ion OR. u ee Berl Plerileriam (ı 
ern, ⸗ u. ori a °C, ® 
13— nach dem Innern von Loni⸗ 


.atellatum, mitroſtopiſch. 
um (lat), Anthologie, Blumenleſe. 

Florimont (pr. Slorimong), Flecken, fo v. w. 
Blumenberg. 

Florin (fr., ſpr. Floräng), fo v. w. Florenus; 
Bterind’er u. Slerin: George (fpr. Florãũgdohr u. 
Bloräng-Schorich), f. u. Florenus. 

Blorine (Bhilurina), u türfifchen 
Gjalet Monaſtir, mit einigen 1000 Ew., bie großen⸗ 
theils chrifiliche Yulgaren find, bat eine Straße 
mit Buben. 

Ylorinus, Schüler bes Polylarp u. Freund 
bes Irenäus; fell ben Menardhianiemus (ſ. d.) fo 
auf die Spite getrieben haben, daß er Gott aud) 


% zum Urheber bes Böſen machte. 
onino, Graf F 8. 1710 in 
Upine, fi. baf. 1789; Freund Metaflahoe: er ſchr.? 


(orfo, Daniel, Graf von $., 


Poerie varie , Udine 1777, 2 Bde. 
Floriren (v. Iat.), 1) blüben; 2) in Aufnahme 

fein; 8) in guten Umftänben fein. 

loris, Inſel, fo v. w. Flores 2). 

lorid, 1) Kranz, Künfllername bes Krane 
be Brienbt (f. d.) 2) Peter Williamfon, _ 
NReifender des 17. Jahrh., gebürtig aus Danzig, 
machte von Hollanb aus, wo er fich als Kaufmann 
niebergelaffen hatte, mehrere Reifen nad Oftinbien 
u. wurde dabei mit den Verhältniſſen dieſes Laudes 

enau bekannt; deshalb nahm ihn die Oſtindi 

Tompagnie ale Factor in Lonton in ihre Dienfle; 
ex fegelte 1610 von England ab um Afrika herum 
u. trieb an den indiſchen Küften einen einträgliden 
Handel, kehrte 1615 mit reihem Gewinn nad 
England zurüd u. flach in demſelben Jahre; fein 
—28 findet fich in S. Purchas Pilgrimes, 
Lond. 1623; N. M. te Thevenot, Rolation de 
divers voyages curieux, Par. 1664; U. F. Pre⸗ 
voſt, Histoire general de voyages, ebd. 1746; 
Allgemeine Hiftorie der Reiſen, Lpz. 1748. 

loriſsdorf (d.am Spid), —X an der 
Donan in Ofterreich unter der Euns, ! Meile uörd» 
lih von Wien; Stationsort u. Depot ber öſter⸗ 
reichiſchen Nordbahn, 2 Denaubriden; hat große 
Gewerbthätigkeit, lebhaften Verkehr; 1200 Ew. 

[oriffent (Diad.), fo v. w. Elifaberh Billington. 

loriſt, jo v. w. Fleuriſt. 

lorkappe, Damenichleier, um das Geſicht vor 
Luft u. Sonnenhitze zu [hüten. 

Lörke, 1) —— Ernſt von F. geb. 1695 
in Jena, ſtudirte daſelbſt Jurisprudenz u. ging 1716 
nach Magdeburg, wo er bei ſeinem Vater pralti⸗ 
cirte; 1720 habilitirte er ſich in Jena u. wurde 
1726 Advocatus ordinarius bei dem fürſtlich 
ſächſiſchen Hofgericht, 1727 Univerfltätsignticus n. 
1730 Profeffor der Rechte; 1733 vom Herzog uach 
Gotha berufen wurde er 1743 Geheimer Regie» 
rungerath u. 1750 Oberconfiftorialvicepräfident; 
1755 folgte er einem Rufe nach Halle als Director 
der Univerfität u. erfter Preſeſſor ber echte, 
wurbe aber 1759 von ter Reichsarmee als Geißel 
nad Nürnberg, dann nach Prag u. 1760 wieder 
nach Nurnberg gebracht, wo er 1762 fach. 2) 


876 


(Alorken), Sriebrich Jakob, gch. 1758 in Alten- 
falten im Medlenburg - Schwerinihen; ft. 1799 
als Privatgelebrter in Berlin; ſetzte Die Encyklopädie 
von Krünitz vom 72. bi8 74. Bande fort u. fehrieb 
Die letzte Scene einer glüdlichen Familie (ein mu⸗ 
ſikaliſches Drama), Bitzow 1780; Ruth, Stendal 
1795, u. a. m. 3) Heinrich Guſtav, Bruder 
Des Norigen, von 1790—97 Pfarrer in Kittenborf, 
wurde 1916 Profeſſor der Naturgeſchichte u. Botanik 
u. Director des Botanischen Gartens in Roftod u. 
ſt. daſ. 1835 ; er redigirteeine Zeitlang die Krünigiche 
Encyklepädie u. fchr.: Nepertorium des Neueften 
u. Milfensmürtigften aus der Naturkunde, Berl. 
1811, 2Bde.; Deutfche Lichenen, Roftod 1809—15, 
10 Yieferungen; De eladoniis, ebd. 1828. 

Flörkea (F. Willd), Pilanzengattung, nad 
Flörke 3) benannt, aus ter Familie ber Limnan- 
thene; Art: F. proserpinacoides, in Pennſyl⸗ 
danien in Sümpfen. 

Bde, f. u. Haarmücke. 

lorſchütz, Eucharius, geb. 1775 in Lauter bei 
Koburg, bildete fi fiir Muſik, def. für Anftrit 
mentalcompofition u. ft. 1820; er fette Fugen u. 
vierbändige Sonaten für Klavier; on einen Yicdern 
ift das belanntefle; Zu Steffen fpradh im Traumezc. 

[orfeide,, Toder gezwirnte Seide (f. d.). 

lörsheim, Marttfleden am Main, im naf 
ſauiſchen Amte Hochheim; Weinbau; 2200 Em. 

Florftadt, Dorf im Kreiſe Friedberg der groß- 
berzoglich heſſiſchen Provinz Oberbeffen, Durch bie 
Nidta in Chber- u. lInterflorftadt getheilt; 
gebört tem Freiherrn von Löw (f. n. Stade). 

Florſtuhl, ein dem Gazeſtuhl ähnlicher Meber- 

uhl. 
Tiortücher, florartig geweble Halstücher; es 
gibt einfache, doppelte, glatte, geſtreifte, geblümte, 
marlyartige mit ſeidnen, od. mit Gold» u. Eilber- 
blumen, od. Streifen auf Seide; kommen bef. aus 
Frankreich, ver Schweiz, Deutfchland. 

Florus, 1) Julius, ein Freund des Horating, 
an welchen tiefer Dichter zwei feiner Epifteln rich» 
tete. F. befand fich in ber Umgebung des Tiberius, 
als Liefer 20 v. Chr. nach Armenien ging, um ben 
König Tigranes einzujegen, dann 11 vo. Chr. mit 
Erfterem auf ben Feldzuge in Pannonien u. Dal- 
matien; über feine meitern Lebensverhältniſſe ift 
nichts Genaues befannt. 2) Lucius AnnäusF. 
(od. auch Juliu s8), römischer Gefchichtsichreiber, 
lebte im 2. Jabrh. unter Kaifer Habrian; fein Wert 
führt ben Titel Epitome rerum Romanorum 
od. Epitome de gestis Romanorum od. Epi- 
tome de T. Livio bellorum omnium annorum 
DCC, beſchreibt Die Kriege, welche Nom von Der 
Königszeit bis auf Auguſtus geführt hat, in einer 
höchſt ſchwülſtigen u. geichnadiejen Tarftellung u. 
ift voller Verſtöße gegen die geſchichtliche Wahrheit 
u. gegen chronologiſche Richtigkeit, 1. Ausgabe 
Bar. 1470, von Phil. Bercaldi, Mail. 1510, Fol.; 
von Freinsbeim, Strasb. 1632 u. 8.5 Hauptaus⸗ 
gabe non Grüne, Utrecht 1650 (neue Yuagabe ben 
Bilder, Lpz 1700) u. Duter, Leyden 1744, 2 Bde. 
neue Ausgabe Lpz. 1832, 2 Ve); von Tike, 
ran 1819; von Seebode, Lpz. 18215 deutſch von 

retſchmann (Lpz. 1755), von Bertrand (Frift. 
1789) u. Schallgruber (Wien 1505): vgl. Zike, 
De cpitomes quae sub nomine Flori fertur 
aetate, Linz 1804. Man fehreibt ten F. auch 
fie Summarien ber Gedichte bes Livius zur, be⸗ 


Flrkea bis Floſtel 


ſonders herausgegeben von O. Jahn, 
3) Florus, wahrſcheinlich Puklius 
eheißen, ein Dichter, Zeitgenoſſe u. 
und des Kaifers Hadrian, ein Aft 
Geburt, welcher Nom wegen einer Kri 
Domitian verließ, nad Spanien ging u. 
Knaben unterrichtete, von hier aus at 
drian correfponbirte. 4) Geſſius F., 
-flörus, als Anhängeſylbe, iochi 
tri-, qninque-, multiſſorus, zwei, 
fünf» bis vielblüüthig, nach der Zabhed 
die ein Stängel, Aft cd. Blüthenſtiel tr 
Flos (2et.), bie Blůthe, Die Befrud 
zeuge u. bie fie umgebenten Hüllen, f. 
Flos u. Blankflos (Floreu. Bla 
Fleure et Blanchefleur [Role u. Lili 
ſches Gedicht des 13. Jahrh. ven Kecı 
nad tem franz. Original Rupredt t 
Inhalt: F., Sohn des heidniſchen Li 
(Feinig) von Spanien, u. B., Tocht 


. raubten Chriftin u. Sklavin ber König 


mit einander erzogen u. faffen eine inn 
einander. Um das Verhältniß zu zerftär 
F. an ben mantuanijhen Hof geienbet 
an babyloniſche Kaufleute verkauft, d 
ber Vater, B. fei geſtorben, Die Mutter: 
ihm ihre Entfernung. F. jucht fie num 
fie endlich am Hofe Des Eultans in Baht 
von dem Närter in einem Korke mit 9 
gebracht. Der Eultan erführt ihre Liel 
verbreimmen lafjen, aber gerührt durch 
ftreit, da feine von beiten bes rettent 
rings fich bedienen wid, verzeiht er ihnen 
nad Spanien zurüd, wo Benig inzwiſch 
ift, u. nachdem F. Chrift geworden, | 
DB. ; ibre einzige Tochter Bertha mit dei 
ipäter Pipins Gemahlin u. fo Mutte 
Großen. Haudſchriften des Gedichte i 
Heidelberg; herausgegeben im 2. Thei 
lers Sammlung deutſcher Gedichte aus 
Jahrh., Verl. 1784, u. von E. Som 
1546. Im 15. Jahrh. wurde dieſe Ga 
ſaiſch behandelt u. in Feierabends Br 
1557, aufgenemmen. Denſelben Et: 
eine Dichtung Rückerts. 

Flos africänus, ift Tagetes pa! 

Floscopa (F. Zour.), Pflanzen 
ber Familie Der Zaulenlilien, Smila 
chenbachſchen Syſteme, bei Enblicher u 
nicht genug Bekannten, zweifelhaften P 
Poppelter Blüthenhülle u. freien Blu 
1.8.1. Ordn. L.; Art: F. scanden: 
Strauch in Cochinchina. 

Slofeularia, Biumenrädchen, Blu 
Gattung der gepanzerten Korbräderthie 
bis fehslappigem Räderorgane; Art: 
glasheller Panzer, Lappen viel länger al 
3 — } Linie. 

Floscülus (lat), 1) ein Bluͤthche 
Scheibentopfod. Häufchen (Agpregatu 
haupt jede fleine Blütbe, 3.8. inte 
Gräſer. Flosculosus, röhrenblütbig, we 
benkopf (Rörbchen, Compositum) nur 
blüthchen beftcht. 

.Floſkkel iv. lat. Floseulus), 1) B 
zierlicher, ausgeſuchter Ausdruck in bei 
cher bezwedt, die wahre Dieinung zu ı 
Jemanden binzubalten. Daher diloſen! 


Floß bis Flöfe 


„1) ſ. 3Giſch.), m. 
—— 


B, 1) Marktfleden an ter Walbnab im Land⸗ 
Neunſtadt bes bairiſchen Kreiſes Oberpfalz, 
„Simultankirche, Synagoge; 1700 Ew., 
—8 Juden; 2) Flüßchen bier, fällt in 


ach , Rebenfluß ber Mindel im baterifchen 
waben. 
t, Sloßbeanter, |. x. Biöße 1). 
„ 1) Sifenmafle von 4—5 Etr., 5 Fuß 
Brei; 2) |. Floſſen; 8) jo v. w. Fiſcherei. 
‚ 3) Anflalt, wodurch Holz (BToßbeiz) aus 
ofgreichen Gegend auf fließendem Wafler in 
zarme Gegend gebracht wird; meift Landes⸗ 
Das treiben beffelben auf einem 
heißt tönen (Abflößen, Abfluthen). 
wiwafler eignet fih nur dann zur F., wenn 
utbalben 5S—6mal tiefer ift, ale das zu 
e Helz im Durchmeffer bat, u. nicht zu viele 
zisımnngen macht. Dan flößt A) in Scheite 
Builher Länge (Biöffcheite) zertheiltes Brenn- 
Bieitildße) u. nennt dies in manchen Ge⸗ 


5 wemmer; geipaltne Scheite (Kloben- 









en befier als nur in Stüden ge 
Oimme (Knüppelholz). Meiſt — 
Anbeſholz, da das Laubholz, beſ. Eiche u. 
tief im Waſſer geht u. ſehr leicht fintt, 
fabet mau das zerfchnittne Holz auf ein 
Rabelbolzftämmen u. flößt es fo. Die 
u (Bößgeit) ift im Frilhjahre, wo 
Bafler in ven Flüfſen ift u. noch keine 


ng 
BE 
ße ; 
wWenummgen durch Gemwitterregen zu be- 
‚Ab. Dem ganzen Höfwelen, ben bei ber 
umsenber Arbeiten, Beranftaltungen, Rech⸗ 
eſen sr. bgl. flieht ein bei. Collegium, Fıöf 
5, ba@ zuweilen auch entſtandne Streitigleiten 
et, bie lanpenberrligien Rechte bewahrt, bei 
e 


en befiraft u. bie Ober- 

ie Stöptefle bat, in welche das aus 
Mauften Floͤßholze geläfte Gelb fließt, u. 
ſcher tie beim Ki weſen vorkommenden 
em beſtritten werden. Unter dem Flößamte 
de Stögbeamten u. Flöfbedienten, als: ber 
Ber, welchen ter Floͤſſchreiber, bei. zu Schrei⸗ 
Is Rechnungsſachen, beigegeben iſt; ber BIöß- 
w; ber ‚ welcher das zum Y-n 
Holz anweift; die Höfhäter, welche an 
wachen mäflen, tamit fein Holz 
wirb (über ben Slopboldiebſtabi ſ.u. Dieb- 
s bie Btößer mit ihren Stößknechten, welche 
, das Kortichaffen u. Herausnehmen 
beforgen haben. Der Ort, mo bas 
Fand gezogen (außgemwafchen, aus⸗ 
wird, heißt Aufſchwemme, biefe Ver- 
Aufſchwemmen, u. die Arbeiter 
sffhwemmer (Auswäfcher). Sie be- 
Hafen, Söfbaten, mit welchen fie 

Seichte gerathne Holy fortftoßen n. 
nehmen anſpießen. Das Holz wird, 

m es in dem Thalweg bes Zlufies bis zum 
er Behimmung geflößt ıft, durch ten 
Ben, einen Ballen, an dem andere rechenartig 
t find, aufgehalten n. durch Hafen, cd. bie 
Ntanübebemafchine herausgenommen. Dice 
aus eimer quer Über ben Fluß gelegten 
mit 6 ob. mehr burchgebenben Kreuzarınen, 









y. 


377 


anf welche ſtarke Ratten genagelt werben; bie Welle 
wird mit Hebeln umgedreht, u. S ver⸗ 
hindern pas Zurückdrehen derſelben; das Latten⸗ 
getter fiht Die vorliegenden Scheite aus dem 
afler, welche alsdann die Arbeiter von demſelben 
wegnehmen. Auf breiten Flüffen muß zu Anwen⸗ 
Dung biejer Maſchine Das Flößholz erſt burch Rechen 
in einen engen Raum gebracht werben. Die i 
werben dann in Klaftern aufgeſetzt u. kommen zum 
Höfpander. If die Strede, auf ber man flößt, zu 
fang. fo muß man das Holy mehrere Male heraub⸗ 
nehmen u. auffegen, Damit nicht durch unterfintenbes 
Holz (Sentholz) zu viel verloren geht. Die Ber 
fuguiß, eine %. anzulegen, lommt dem Landesherrn 
zu (Blößgeredhtigkeit, Floßrecht, Slößregal, lat. Jus 
grutiae); feine Brivatperjon kann ihn daran hin⸗ 
dern, Doch wird Privaten, wenn diefelben durch bie 
F. an ben in das Waffer gebauten Werten Schaben 
leiden, eine Entfhätigung zu Theil, welche —* 
als Slosoll entrichtet wirt. Flößzoll muß aber a 
ba entrichtet werben, wo bie F. ber bie Landesgrenze 
hinausgeht, wenn hierüber nicht befonbere Verträge 
eriftiren. Um bas auf ben Plößgebaum (WISE 
bieben, wenn es Berge find, Slößıwände) gewach⸗ 
fene, von ben Flüſſen entferntere Holz dahin zu 
bringen, bedient man fi auch Meiner Bäche (WISE 
bäche), welche vertieft werten, ob. bei. angelegter 
MHöfgraben, tie man Durch nahe Teiche (Wiößteiche, 
Stauungen, Wafferftuben) auf kurze Seit 
ſpeiſt. Diefe täßgräben werten auch zur ⸗ 
bindung von 2 Fluſſen angelegt, cd. um einen 
großen Bogen eines Fluſſes abzufchneiden, bei. 
wenn an demſelben ſich mehrere ber F. hinderliche 
Mühlenwerke befinden. Zur Schonung der Wehre 
find auch oft an denfelben Floͤßgaſſen (Blökfiraffen) 
angebradt. Sie beflehn aus 2 Wänden von Bal- 
tenbolge, bie auf bem Wehre errichtet werben, m. 
wifchen welchen ber Boten des Wehres mit P 
chräg ausgelegt wirb, auf welcher fchrägen 
das Sol, allmählig herabfällt. B) F. von Bau⸗ 
u. Nutzholz. Das meift von Privatperfonen anf 
Privatfoften betriebene Fen von ganzen ob. in 
Bohlen zerfhnittenen Stämmen findet nur auf 
größern Strömen flatt, welche geeignet find ein 
Mo zu tragen, ohne daß ber Schifffahrt dadurch 
Hinderniſſe bereitet werten. Zum Bau eines Be 
werben Ballen ber Länge nach neben einanter ge 
u. mit zähen Ruthen (Fiögwieden) an einen 
balken (Btöhband) feftgebunten. Das an bem 1. m. 
2. Verbande eines Floſſes befeftigte Stitd Ho 
heißt Beichlahe; Der Yaumflamm, welcher au 
einem Ständer am Hinter-, auch am Vorberthei 
deſſelben ruht u. zum Steuerruber bient, Bartſche, 
er ift vorn fpitig zum Angreifen u. hinten breit 
gehauen; der Blodnagel iſt ein großer hölzerner 
Nagel, womit die Bänder des Floſſes an bie ein⸗ 
zelnen Baumftämme befeftigt werten. Der Beſitzer 
eines folchen Floſſes heist Biößherr ; hat er mehrere, 
fo läßt er fie Durch BlöWknechte (Alöfmanner, Flößer) 
auf dem Waffer führen. Um Breter durch die F. 
fortzufchaffen (Breter-, Vrerflöße), du 
ichneibet man fie an ben einen Ende nicht ganz =. 
binbet fie jo zu Fen zufammen. Auch transportirt 
man $. aus einer Unterlage von Stammholz. Auf 
Flüfſen, welche ein breites Fahrwaſſer u. tiefes 
Bett haben, werten uichrere Lagen von Baum⸗ 
flämmen iiber einander angebracht, fe vorzugsweile 
bei ben Rheinflößen, welde oft 6 u. mehr Buß 


378 


Floͤße Bis Floffenthiere 


Tielgang m. eine Ausbehnung bie zu 1000 Fuß | bei. an Brennkraft; man rechnet bielen 


Länge u. 100 Fuß Breite haben. Dergleichen große 
F. werben durch lange Schlagruber regiert, ven 
denen eine Reihe bie zu zwanzig auf den unterm, 
eine andre auf bem obern Ende des Floſſes ange- 
bradt find. Da biefe %., melde namentlih Schiffs⸗ 
bauholz aus dem Schwarzwalte nah Holland 
führen, tagelang unterwegs find, fo find auf den⸗ 
feiben Hütten errichtet, in welchen ber Theil der 
Mannfcaft, welcher von ben Rudern abgetreten ift, 
fowie die VBorräthe an Bictualien zum Unterhalt 
der Floßmannſchaft untergebracht werben. Der 
Floßführer ertheilt ta8 Commando nah Art ber 
Schiffscapitaine. Der Werth eines einzigen ſolchen 
Brofiee beläuft ſich oft auf mehrere 100,000 Thaler. 
erden mebrere Holzſtämme zufammen verbunden 
geflößt, fo nennt nıan Lies gebundenes Floß; 
dab man hingegen einzelne Stämme auf ſchmalen 
aldbächen, fo find dies lofe Langholzflöße. 
Die einzelnen Stämme, bef. Sägeblode, läßt man 
durch den Bach in einen Teich od. dgl. führen, bier 
werben mehrere mit ſtarken Wieden neben einander 
ebunden u. dann mehrere ſolcher Tafeln (Ge⸗ 
* e) hinter einander befeftigt. So läßt man fie 
ortſchwimmen u. fährt damit bei zunehmender 
Breite u. Waſſermaſſe fort; der Floößer befindet 
fich auf dem Vorfloß u. leitet mit langen Floß- 
ftangen das Ganze jo, daß das Borfloß (Boripik) 
nicht ans Ufer ſtößt. Um Das Floß ftill ftehen zu 
machen, od. ben zu fchnellen Lauf befielben zu 
bintern, dient die etwa gegen die Mitte befindliche 
Sperre. Dies ift ein ftarler, zugefpitter Ballen 
(Sperrbalten), ber burd eine Heine Offnung 
im Geftöre ſchräg nach vorn in den Boben geftedt 
wird. Eichenholz kommt entweder zwijchen bie 
Nabelbohftämme, od. oben auf das Floß. Ein 
ähnliches Verfahren findet bei der Iofen Kurz- 
holzflöße Statt. Auf Landſeen u. größern 
Slüffen, wo man Klafterholz nicht in lofen Schei⸗ 
ten flößen kann, wird die Karinen- (Kiepen-) 
flö BE angewendet; e8 werben dazu 2 ftarfe Stau⸗ 
gen, geringe Baubolaftüde 2c. jo weit neben einander 
gelegt, daß quer übergelegte Klafterjpalten nur 
menig überftoßen, letre werten 3—4 Fuß hoch 
aufgepadt u. mittelft bieglamer Stangen u. Wieben 
barauf befeftigt; durch Flößer werben fie an ben 
beftimmten Ort gerutert. Kleine Karinenflöße läßt 
man zuweilen auch ohne Führer forttreiben u. fängt 
fie Durch quer über den Fluß gelegte, ſchwimmende 
u. loje an einander befeitigte Balken wieder auf. 
In Oberjchlefien findet auch tie Matatichen- 
flöße Anwendung, d. 5. das Klafterhelz wird in 
eine Art Rahmen kreuz = u. ſchichtweiſe gelegt, ber 
aus einem länglichen Viereck von etwa 40 Fuß Länge 
u. 20 Fuß Breite befteht u. aus ftarlen Ballen von 
Nadelholz zufammengefegt ift. Die Holzmaſſe muß 
etwa 13 Fuß über die Ballen, welche das Hol; 
einjchließen, emporragen; durch 2 Ruder an jeber 
langen Seite wirb bie Matatjche fortbemegt. Um 
bie F. beſſer überjeben zu können, bat man Fiöf- 
Garten, die Alles enthalten, mas au Flüſſen plani- 
metriſch ausdrücbbar ift u. auf das Flößweſen 
Bezug hat; bei. alle Werke, Einrichtungen u. Ver⸗ 
hältniſſe am Flößwaſſer ſelbſt, als Uferbauten, 
Brücken, Stege, Wehre, Reden, Edjleußen. Die 
ganzen Verbältnifje der F. ordnet gewöhülich eine 
eigne Flößordnung an. Durch Das lange Liegen. 
bleiben Des Holzes verliert daſſelbe viel an Hitz⸗ u. 


15 Proc. u. den durch Abſtoßen, Split 
holz n. dgl. auf 5—6 Proc. Bol. © 
Handbuch für Holztraneport⸗ u. Ylogır: 
1827 f., 2 Bbe; 2) (Bergb.), ein lange 
Kaften, welcher in die Dammerte ge 
um dem einfallenden Waſſer mehr Kr. 
welches man zum Verwaſchen Der Seife 
braucht, damit Lie unbaltigen Maffen 
Kraftanfirengung Der Arbeiter entfei 
3) (Hüttenw.), fteinernes Gerinne, in ı 
Das geichmolgne Zinn fließen läßt, bs 
Dornichte abſcheidet. 

Floßeis, fo v. w. Eisfloß. 

Flößelhecht, fo v. m. Pidir. 

Floſſen, Pu. Fiſche 1). 

Flbhen, 1) ſ.u Flöße 1); 2) mit te 
fiſchen. 

Floſſenbett (Hllittenmw.), fo v. w. 2 

Floffenfioh (Lhrllopoda), Yami 
menfüße aus der Kaffe der Eruftaceen 
terfüße 3) c). 

Wlofienflügler. (Impennes), kei 
milte der Schwimmvögel, jo v. m. et 

Floffenfuß (Borftenfhmwanz, 4 
Blätterfüße A). 

Zloffenfüßler (Floffentrafen, Pteror 
nung ter Weichthiere; Thier ohne & 
u. Tüße, bewegen fi durch floſſenarti 
am Munde, melche zugleich Kiemen | 
haben beutlichen Kopf, andere nicht; 
Zwitter; Gattungen: a) mit Kopf: | 
dora, Limacina, Cymbulia, Haufi 
modermon), ®afteropteron (Gast.), 
(Phyllirrhoe); b) ohne Kopf: Hyı 
bei Euvier zum Theil unter ber Schw 
Heteropoda. 


Flofſſenqualle (Callianira Peron 
ter Rippenguallen; walzig, röhrenftı 
ftumpft, bat ftarf vorſtehende Rippen, 
3 jeberzeit zufammen laufen x. eine 
($loffe) bilten; Dreiblätterigef 
loptera, Beroe hexagona, Drug.) 
blättrig, gewimpert, im Inbifchen Me 
blätterige F. (C. diploptera) u. 4 

Floſſentaucher (Spheniscus), fo 
gang, ſ. d. 

Floſſenthierchen Polyarthra), 
der Familie der Vielräderthierchen, m 
auge, 3 Paar Räderorganen u. 2 J 
breiborfligen Näberflofien, übrigens | 
mengebrüdt u. ohne Schwanz. 

loffentbiere (Pinnipedia). Famil 
fängtbiere, mit Fleſſenfüßen, indem ein 
baut die Zehen u. zwar noch über dal 
binaus verbindet; Hinterbeine nach hin 
alle 3 Arten von Zähnen, aber verfchid 
gefellige Meertbiere, mit deutlichem H 
Bariborften, langgeftredtem, oft aber 
turzbebaurteın Körper; fchmimmen 
auf dem Lande fib nur —— — 
nähren ſich wen Thieren u. Pflanzen 
u. werden ihres Thranes, der Haut m. 
wegen oft gelangen; bie @attungen 
(Trichechus). Robbe (P’hoca), Ecem 
gius). Kappenrobbe (Stemmatopus) ı 
(Otaria). 


Floßfedern bis Flote 


9 


t, 1) ſo v. w. Floſſen; 2) bie Heinen | Oetavin o), eine Cetave hoher als gemöhnfich, e) die 


Anfäge an den Eden des Gieß⸗ 

Schriftgießen. 

ı (Bfertem.), fo v. w. Steingallen. 
ein ſchwimmendes Fifcherne, in 

e Fiſche felhft fangen; an tem obern 

n (Boffenreif) befinden fih Stüden 

‚ welche denſelben über dem Wafler 


n, Graben, welcher zum Flößen dient. 
n, 1) Graben im Kreife Finſterwalde 
‚ des preufflihen Regierungsbezirte 
n dem Amte Großenbain bes ſächfi⸗ 
reöden, zum Flößen bes Holzes aus 
dſchen Haite ın die Elbe beftimmt; 
eichen 1 Stunbe ſüdlich von Finfter- 
die Schwarze Eifter oberhalb Elſter⸗ 
Dieje wieder bei Elſterwerda, durch⸗ 
zulenitz u. Röder u. fällt oberhalb 
be; gegen 8 Meilen lang; 2) aus 
Ifier bei Kroflen abgeleiteter, zum 
Irennbolzes beftimmter, 1579—87 
Auguft von Eachfen gebauter Kanal 
Regierungsbezirk Merfeburg u. im 
hſen; tbeilt fich bei Begau in 2 Arme, 
arch Sachſen u. fällt bei Leipzig in 
andere jallt auf prengifchem Gebiete 
r *6 in die Luppe. 

ine Offnung, beſ. am Hohofen, durch 
olzenes Metall abfließt. 

⁊, 1) J. u. Flöße 1); 2) Aufſeher über 


9 v. w. Floßgarn. 

ſo v. w. Hohofen. 

Hota), Inſel zur Orkney⸗Gruppe 
on Schottland) gehdrig. 

gr. Auios, lat. Tibia, franz. Flüte, 
ein bölzernes Blasinſtrument, befteht 
bien, bölgernen, nach jetzigem Ge⸗ 
ne 4 Stüden (dem Kopfftüd, den 
fen u. bem Fuße) verfertigten n. 
senden Cylinder. Das Material if 
uchsbaum, bie Loftbareren Stücken 
Kotosholz. Sie wird micht mittelft 
Munbftüdes intenirt, fondern quer 
ınte traserse) an den Mund gebalten 
bes Mundloches gelvient Außer die⸗ 
ide befindlichen Mundloche bat jebes 
Zonlöder u. ber Fuß eine Klappe, 
zugleich das eingeftrichene es u. dis 
fann. Um bie F. verfchieden ftimmen 
id meift mehrere Mittelflüde vorban- 
Mundloche ift ein Pfropf angebracht, 
Biropfihraube bewegt wird, woturd 
Bechfel der Mittelftiidde rein geftimmt 
Died u.die 2 Klappen am Fuße findeine 
 DOuanz. Tromlig u. anbere Flöten- 
eit 1790 mehrere (7—15) Klappen an 
:cht, theils um eine größere Reinheit u. 
ne zu erzielen, theils um alle Töne der 
Zonleiter erzeugen zu fönnen. Die. 
jeftrichenen d (Daher auch D-%.) durch 
er diatoniſch⸗chromatiſchen Zonleiter 
geftrichenen b. Andere %-n find a) 
sur (Liebesflöte), eine Heine Terz 
Kerzflöte, eine Meine Terz böber, 
tflöte, eine Quarte böber, dy bie 
te (Biccolfiöte, Flaute piccele, 


Esfläte, eine Heine None höher, f) die Octav⸗ 
Zerzfldte, eine Decime höher, find in Orcheftern 
eben jo wenig eingeführt, ale g) bie C-%. b) Eine 
F. mit vielen Klappen, wodurch der Unifang ſehr 
vermehrt wird u. eine Oninte tiefer, heißt Panau⸗ 
leon. Bei ter F. entfteben bie tonerregendben 
Schwingungen, indem man durch das Mundloch 
einen ſchmalen Luftſtrom an ber innerlihen Luft 
ſäule vorbeiftreichen läßt, Da tiefe mit mehreren 
Schwingungsknoten ſchwingen kann, wenn die Länge 
einer ſtehenden Welle ein Vielfaches od. ein Theil 
ber ganzen Luftſäule iſt, ſo köͤnnen auch Töne von 
verjchiebener Höhe entfteben. Die Seitenlöcher än- 
dern bie Tonhöhe durch Verkürzung ber Luftfäufe. 
Die 5. ift das am meilten ausgebilbete Robrblas- 
inftrument u. eignet fich wegen der Beweglichkeit n. 
dem fanften Ausbrud ihrer Töne ebenloroohl zu 
einem Soloinftrument, wie fie im Orchefter wegen 
ihrer eigentbilmlichen Klangfarbe u. der bamit er- 
reichbaren Wirkungen namentlich in weichen elegi- 
fen Partien unentbehrlich if. Bgl. Ouanz, Ber- 
ſuch einer Anweifung bie %. zu fpielen, Berl. 1752; 
Tremlig, Ausführlicher Unterricht die F. zu ſpie⸗ 
len, Lpz. 1791; A. E. Miller, Elementarbuch für 
Flötenſpieler, pz. 1815, Fol. — Die Fen der Alten 
wurden meiſt mit einem Mundſtück intonirt u. 
glichen unſerer Oboe ob. der F. à bec. Das Va⸗ 
terland dieſes Inſtruments iſt der Orient; angeblich 
Phrygien, wenigfiens erhielten fie tie Griechen 
von daher. Nach der Mythe hatte fie Athene er- 
funden, aber da fle wegen ber bei ter Intonirung 
aufgeblafenen Baden von Here u. Aphrodite ver- 
lacht wurbe, warf fle dieſelbe weg u. belegte ben 
—* u. ferneren Spieler auf derſelben mit einem 
chweren Fluche. Dieſer Finder, der Phrygier Mar⸗ 
ſyas (ſ. d.), welcher fie zur Doppelflöte vervoll⸗ 
kommnete, hielt mit Apollo einen Wettkampf, wurde 
aber überwunden. Andere ſchreiben die Vervoll⸗ 
kommnung ſeinem Vater Hyagnis zu; in Trözen 
galt Ardalos, Sohn des den Pink als der Erfin- 
der ber F. Der ägyptiſche Mythus läßt ben Ofiris 
zweierlei Fen erfinden, bie einröhrige mit Munb- 
—* (Monanlos) u. die Querflöte (Bhotinr, 

lagiaulos). In ten Mofterien u. Weihungen 
diente Die F. megen ihres bewegenden Elements zur 
Erwedung ber Gedanken an das Göttliche. In 
Griechenland ift ber Gebrauch ber F. nicht alt. 
Homer kennt fie nur bei ben Troern, u. no im 
7. Jahrh. v. Chr. kamen die Flötenſpieler meift aus 
Kleinafien, u. das Flötenſpiel wurde nur bei hei- 
teren Feſtzügen angementet, bei. bei ven Feſten des 
Dionyſos u. des Pan, u. zwar von Knechten u. 
Miethiingen, daher bei. auch von Vöotern geit, 
die den Dionyſos hoch verehrten. In Boͤotien 
wuchs am See von Orchomenos das Flötenrohr 
Bombykias u., wenn es zu Doppelflöten brauch⸗ 
bar war, Zeugites); die Böoter Antigenides, 
Iſmenias, ſelbſt Pindar, waren als Flötenſpieler 
berühmt, u. thebaniſche Flötenſpieler durchzogen 
Griechenland u. ſpielten ſelbſt an Fürſtenhöfen. Die 
Griechen unterfchieben zwiſchen einfacher u. 
Doppelflöte; jene beſtand Anfangs aus einen 
bloßen Horn, Rohr, hohlen Knochen u. dgl., ver⸗ 
nderte u. verſchönerte aber bald bie Form n. belam 
Löcher; Die Doppelflöte aus 2 zuſammengeſetzten 
In mit Einem Mundſtück. Die beiten Srüden 
ber letzteren hatten entweber eine gleiche Länge u. 


30 


Dide u. fanden in Einffang (gleihe Doppel- | 


Flöten), od. niht (ungleihe Doppelflöten). 
Bon biefen tönte bie eine (männlihe%., Tibia 
dextra) tiefer u. wurde mit ber Rechten, bie an⸗ 
bere (meiblihe%., Tibia sinistra) heller u. 
mwurbe mit der Linken gefpielt. Dit biefen Tibien 
gaben bie Bläſer (Auletä, TibicYnes) ben 
Hiftrionen in ber Komödie den Ton au; gewöhnlich 
bliefen fie auf zweien zugleich u. zwar entmeber mit 
einer rechten u. linken (Tibiis imparibus), 
od. mit 2 von gleicher Art (Tibiis paribus). 
Auch die Rebner Tießen von Tibienfpielern ſich un- 
terftügen, ıım immer ben rechten Ton zu haben. 
Auch unterfhieb man doriſche, lydiſche, phry— 
giſche 2c.%-n. Bei den Juden mar bie %. ſchon 
von alten Zeiten in Gebrauch; früh auch in Etrurien, 
Flötenſpieler (Sabulones) jpielten bier bei Feſt— 
Ihmäufen, Opferzügen, beim Tanz, auf ber Jagd, 
beim Fauſtkampf, ja beim Klang der 5. jollen bie 
Herren ihre Knechte gepeitfcht haben. In Rom, 
wohin die F. von Etrurien gelommen mar, fpielte 
man dies Inſtrument an den Heinen Ouinguatrus. 
Das Material ber Etrufler war für Opferflöten 
Buhsbaum, für antere Lotusholz, Eſelsknochen 
u. Silber. Sie fannten auch die Doppelfldte. Vgl. 
Böttiger, Über Die Erfindung der F., in Wielands 
Attiihem Muſeum, Bd. 1. Heft 2; Bartholinusg, 
De tibiis veterum, Anfterd. 1679. Die Inju- 
Ianer ver Südſee blafen ihre $-n mit der Nafe; 
bei ihnen haben dieſe Inſtrumente nur 2 Lücher, 
weshalb fie nur d Töne mit benfelben hervorbrin- 
gen fünnen. 2) Orgelftimnie, f. Flauto; 3) (We- 
er), ſo v. w. Spule; 4) (Spinner), fo v. m. Sliebe ; 
5) jo v. w. Fliete; 6) ein Trinkglas mit langem, 
zugeſpitztem Kelche; 7) (Schifib.), fo v. w. lite. 
löfe & bec, I) fonfl hölzernes Blasinſtrument 
mit 7 Zonlöchern, wovon 6 auf Der oberen u. 1 auf 
der unteren Seite für den Daumen; wurbe wie jeßt 
tie Klarinette gehalten u. mittelft eines eigenen 
Muntfliides, das in feiner Höblung einen Kern n. 
einen Ausjchnitt batte, gefpielt. Sie reichte vom 
eingeftrichenen f burch alle Töne bis zum 3geftriche- 
nen g, jedoch hatte man außerbem eine Baßflöte 
(Biötenbag), die vom großen F bi8 zum einge- 
ftrihenen d reichte; eine Tenorflöte, bie vom 
roßen B 5i8 zum eingeftrihenen b ging (beide 
Entten eine Klappe u. wurden wegen ber Applicatur 
mit einem S wie beim Fagott intonirt), u. eine 
Altflöte, bie vom lleinen f bis zum 2geftrichenen 
d reichte u. feine Klappe hatte; 2) Orgelftimme, jo 
v. w. Baßflöte. 

Flötenbohrer, 1) Glstenmacher), Inſtrumen⸗ 
tenmacher, der bei. Flöten u. ähnliche fertigt, 2) 
Löffelbohrer, zur Verfertigung der Zlöten. 

Iotengeben, ſ. Valet. 

Flötenmaul (Aulostoma), Fiſchgattung aus 
der Familie der Röhrenmäuler, wie Pfeifeufiſch 
(ſ. d), aber der Körper beſchuppt, keine Borſte am 
Schwanze u. freie Stacheln vor der Rückenfloſſe; 
Art: A. chinensis, weißlich mit roitben Längs— 


Floͤte a bee bis Flotte 


Floͤtenſtimmen. eine Reihe Orgel 
in chromatiſcher Folge auf einer Wine 
einen flötenartigen Klang haben. 

Flötenubr, Spieluhr mit Flöten 

Flötenwerf, 1) ein Bofitio mit I 
flimmen; 2) fämmtlidhe zu einer DO 
od. in ihr befindliche Flötenſtimmen. 

Flötenwurger (Slöter, Barita ti 
der Kräbenmürger, beliebt megen ihre 
feit, die Stimmen anderer Vögel nadı: 
Neubolland, f. Würger, 

Flotow, 1) Iuliıfe 0. F., geb. 


mark, machte im preußifchen Heere 


re u. ſchwärzlichen Puntten; 2 Fuß lang; um | 


nbijchen Deere. 
Intenmund, fo v. w. Trempetenfiid. 
Iötenpfeije, ein Kinterinftrument, ans einem 
hölzernen Rohr mit Löchern beftebent, Defien Mund— 
fiüd einen Kern mit einem Ausſchnitt bat. 
Blötenpolypen „ſo v. w. Auloporina Ehr. 
Blötenropr, die Pflauzengattung Syringa. 


jeit 1806 mit, nahm 1832 ſeinen Abſe 
jor u. lebte mit dent Stubtum ber Be 
Lichenen, beſchäftigt in Dirfchherg, wo ı 
Er ſchr.: Lichenen, Hirfchb. 1829. 2) F 
geb. 1811 in Teutendorf (Mecklenbur 
war anfangs für bie Diplomatie beftim: 
nach Paris, um bei Reicha Mufif zu 
Folge ber Zulirevoflution nahm er fein 
in Deutfchlanb, wo er ſich mit Opernc 
beichäftigte, u. lehrte dann nach Paris 
feine Erfilingsmwerle zur Aufführung 
Es gelang ihm dies nur mit Mühe ı 
ohne großen Erfolg, bis der Director | 
la renaissance mit feinen Compoſiti 
murbe. Für biefen ſchr. er Darauf bi 
Der Schiffbruch ber Mebufa, u. der! 
chen dieſelbe fand, fpornte feine Thu 
erft 1844 erreichte er mit ber Oper Si 
durchgreifenden Erfolg, indem tiefe 
ibr 1846 nachfolgende Martha od. & 
Richmond, ſchnell auf allen größeren 
ropas heimiſch wurden. Später lebt 
ſelnd in Mecklenburg mit Componir 
u. wurde 1855 Intendant des Hoftheat 
rin. Außer ben genannten componiri 
Opern: Pierre et Colombine, Re 
Duchesse de Guise, 1838, Le for 
I’esclave de Camoens, 1543, Int 
Nübezahl, 1854, zu welchem letztern 


die Texte fohrieb, Die Großfürftin, 


von Charlotte Birchpfeiffer, Albin, 1: 

Blotowia (F. Spr.), Pflanzengat 
nah F. 1), aus der Familie Comp« 
siacae-Eumutusieae; Arten: F. exı 
in Chile, andere in Brafilien. 

Flott, 1) auftem Waſſer ſchwimt 
Slott werben, von einem Schiffe, mwı 
Ebbe auf den Grund geratben ift, tu 
gehoben werben; Jlott machen, ein an 
geratbenes Schiff zum Schmimmen bı 
v. w Schmeer, Sahne, bei. von ker 

‚Blottbed, Dorf in der däniſche 
Pinneberg in Holftein, nahe bei Alte 
ökonomie, Baumichule, Pauchänfer; 4 

Flotte, 1) tie geſammte Dlarine ı 
u. man unterjcheidet je nach ihrer 
Kriegs- u. Handelsflotten, n. je : 
wegenten Kraft Segel- u. Damn 
mwehnlih 2) jede größere Anzahl 
Den Kern einer jelchen biltet imm 
ſprechende Anzabl von Pinieniciifen 
(gegenwärtig faft durchgehends Schrau 
denen ſodann kleinere Schiffe, wi 
Brigge, Schooner x. beigegeben fir 
weile den Sicherheit!» u. Srachricheen! 


Flotte bis Flottwell 
erſehen, ob. um in beu Gefechten als | 


6 u. KRepetiteure zu bienen. Gewöhnlich 
n zu befonderen Sweden auch noch Ka⸗ 
ppeu, Dörfer u. Raletenboote, ſchwim⸗ 
erien, Brander u. bergl. beigegeben u. 
Dofpital-, Munition, ſowie Werk⸗ 
bilden den Convoi od. ‘Train berfelben. 
„vwelche aus einer beträchtlichen Anzahl 
nz beſteht, wirb in brei Diviſionen ge- 
Moantgarde, das Korps de Bataille u. 
arbe, von benen bie erflere meift von 
dmiral, bie zweite vom hochſteouiman⸗ 
adral u. bie letere von einem Contre⸗ 
ariral befehligt wird. Siud bie Divi⸗ 
febr ſtark, fo wird eine jebe wieber in 
en eingetheilt, Über toelche bann jüngere 
rale od. bie Älteften Capitãus al® Konı- 
ı Befehl überuchmen. Leber Befehle 
ſolchen Abtheilung hißt auf Deu Schifie, 
ı feinem Aufenthalt gewählt hat, eine vier- 
e.(f. d.) am Top —* anf, m 
zum aygenoffizier u. Flaggenſchiff; 
1 u tes Befehlshabere —* dieſe 
eines anderen Maſte aufgehißt, n. zwar 
were a großen Muft, bie bes Vice⸗ 
um Fockmaſt, bie tes Eontreatmirals 
m Die Leitung ber einzelnen Schiffe 
Befehlehaber erfolgt mittel Signalen, 
Infuchme u. Weitergabe meift noch ber 
biffe, bie oben erwähnten Repetiteurs, 
ud. Die Fechtweiſe der Fen richtet ſich 
er Bauart, den Bemwegungsvorridtun- 
Ninsrüftung ber Scife, Doch find bas 
b m. das Entern bie beiden Arten, auf 
Schiff tas andere übermwältigen Tann. 
san ſich bef. ber Galeeren (Ruberſchiffe) 
folgte tie Schlachtſtellung meiſt in einem 
‚ Lie Scifjeihnäbel ſämmilich bem 
ehrt; ale die Segelichiffe aber die Ga⸗ 
ängten, forwirten Die Schiffe zur Schlacht 
ı einer geraben Yinie, bie Breitjeiten nach 
? zu. Hier wie bort bildete eine See⸗ 
mtlich wur eine Menge von Eiuzeluge⸗ 
hen ben einzelnen Schiffen, mar uuter- 
Seetaktik weiter auszudehnen u. aus ber 
Evolutionsfähigkeit Nutzen zu ziehen. 
iſſeruiaßen conventionellen Fornien ftieß 
roße Seeheld Nelfon unt, inbeni er feine 
einer Linie, fondern je nah Umflänben 
a Linien u. Colonnen formirte, um auf 
das Durchbrechen der feinbiichen Linie 
machen yualeich auch den Vortheil zu 
baß die Marſchordnuug ber & auch die 
mng berjelben fein konnte. Sleichwohl 
sie alte Schlachtorbnung ber F. in einer 
hend, ſelbſt bie Erfindung u. Einführung 
mpfer änberte in der Eeetaktil nichts 
8, u. erft bie Erfindung ber Schraube 
chtweiſe ber Fen an bie Echwelle einer 
nformung geführt. Unabhängig vom 
ben bie raubenbampfer ihre Stärle 
iten m. ermöglichen fo bie unbefchräntte 
g tes Nelſon'ſchen Colonnenangriffo. 
‚m eier geringen Anzahl Schiffe nennt 
mich Escabdre, u. wenn bie Fahrzeuge 
eringer Größe find, Hotile, 3. B. eine 
ig von Kanonenböten zum Echuge ber 
ter Kriegeichiffe auf einem Fluſſe. 


881 


Flotte (in and. Bebent.), 1) fo v. w. Floßgarn; 
2) die Brühe ob. Karbe der Indigokllpe. ’ 
Ylotte, 1a, Marlifieden auf der Juſel RE im 
Biscapfchen Meerbufen (Atlantifcher Ocean), an ber 
Wefttüfte von Frankreich, Arronviffenıent La Ro⸗ 
helle, Departenent Charente⸗ inferieure; guter 
Hafen, Handel nıit Wein u. Salz; 2600 (Eiv. 
‚ Blotte, 1) Pierre, Kanzler des Könige Phi⸗ 
lipp IV. von Fraukreich, der burch feine Rebe an 
die Reichtverſanmlung in ber Kirche Notre Dame 
1302 jene zur Billigung der Schritte des Kö⸗ 
nigs gegen ben Papſt bradte. 2) Louis Kran» 
0is René de F., geb. 1817 zu Landernan im 
purtenient }Finisterre, widmete ſich dem See⸗ 
bienft, trat in bie Marineichule in Breſt, nahm 
1835 an ter wiſſenſchaftlichen Erpebition bes Ad» 
niirals Dupetit - Thouars u. nachnals au der Keiſe 
Dunmmont d'Urville's nach ben Eisregionen des Süd« 
pols, fo wie an 2 Fahrten nach ben Antillen l, 
wurde 1846 Schiffslieutenant, beſchäftigte ſich ſeit⸗ 
dem mit wiſſenſchaftlichen Arbeiten, namentlich init 
einem Project zur Bervollkommnung ber A es 
diſchen Schraube, u. wurde mit ber Leitung ber 
Verſuche mit Schraubendampfichiffen im Hafen von 
Breſt beauftragt. Mit-focialiftiiden Ideen erfüllt, 
nahm er an ber Yebruarrevolution ben thätigſten 
Antheil, führte deu Vorfig in dem Club des Con 
fervatoriums u. in dem Volkoklub, wurbe ben 
19. Diai 1848 gefangen gefetzt, weil er an ben Un⸗ 
ruhen vom 15. Theil genonmen habeu follte, jedoch 
am 5. uni wieder entlaflen. Als Retner des Tube 
Blauqui denuncirt, wurte er am 28. Juni gbers 
mals verhaftet, im Staatsproceß in Bourges pu 
ſjähriger Deportation verurtbeilt u. auf bie Bons 
tons von P’Ortent u. von da nach Belle Ile trane⸗ 
portirt. Er erhielt im Januar 1850 feine freiheit 
wieder u. wurde vom focialiftifhen Comité filr 
Baris in bie Eonfituonte gemählt. 
lottemanville, Samuel, fo v. m. Basnage 1). 
lotten (Seew.), eine Art Floß mit Bretern 
überbedt, auf welchem bie Schiffszimmerleute fi 
bem Rumpfe des Schiffes im Wafler nähern. 
Flottille, eine Meine Flotte od. F. aus klei⸗ 
nen edrꝛergen beſtehend, 3. B. bie Lagunen⸗ 


flottille in Venedig. Im Ofterreich ein eigenes 
uilitärifches Corps, das bie Befahruug auf Seen, 
forat; baber 


Flüffen u. in den Lagunen Venebigs be 
Stottillenofficter , Flottiſlencorpo. 
Blottiren (v. fr.), Schwaulen, in: Kriegemefen 
das Hin» u. Herſchioauken einer Truppenlinie beinz 
Marich od. Bas Wanken im Feuer ftehenber Trup⸗ 
pen, durch den Tod mehrerer Leute eines Truppene 
theils veranlaßt; auch das Abweichen der Kugeln 
von der Schuflinie, |. u. Schießen. 
Wlottirende Schuld (Dette flottante), fo 
v. w. Schwebende Schuld. 
—28 ſo v. w. Schafmilch. 
lottſeide, die Seidenftränge, welche bei dem 
Haſpeln od. Winden der Seide eutſtehen. 
nen Eduard Heinrich, geb. 23. Juli 1786 
in Infterburg, ftubirte in Königeberg bie Bee, 
wurbe 1805 Aufcultator beim Hofgericht feiner Ba» 
terftabt, 1808 Oberlantsgerichtsaffeltur in Könige» 
berg u. 1809 in Infterburg, 1512 Oberlandsge⸗ 
richtsrath u. dann Regierungsratb in Gumbinnen. 
1813 nahm er Theil au der Organifirung ber all« 
emeinen Vollserhebung in Burtiger Gegenb u. 
Üsernapm bei dem Belagerungscorps ver Danzig 


bie Militärverpflegung. 1816 wurde er Oberprä- | 


fivialrath in Danzig, wo durch ihn unter anderen 
das Schullehrerjeminar zu Jenlau ins Yeben ge- 
rufen wurde; 1825 Regierungspräſident in Marien⸗ 
werber, wo er ebenfo nachtrüdlich für die durch 
die Weichſelüberſchwemmung 1829 hart betroffene 
Gegend ale für das Volksſchulweſen mirkte; 1830 
DOberpräfident ber Provinz Poſen, ivo er fich bie 
Heranbiltung eines tüchtigen Bauern» u. intelli 
genten Mittelftandes, bie Aufhebung brüdender 

wang⸗ u. Bannrechte u. Ablöfung der damit ver- 
unbenen perjönlichen n. gewerblichen Abgaben, bie 
Einführung der Städteordnung, tie Verbefferung 
des Schulweſens, tie Belebung des Verkehrs ꝛc. 
mit Erfolg angelegen fein ließ; 1841 Oberpräfident 
der Provinz Sachſen u. Magdeburg, im April 
1844 Finanzminiſter iin prenßiichen Cabinet, trat 
aber bald wieder aus u. wurde 1846 Cherpräfibent 
in Weftfalen. 1848 mar er Abgeortneter bei ber 
Nationalverfammlung in Fraukfurt, wo er auf der 
Rechten faß, a. wurde 1849 auf furze Zeit Ober⸗ 
präfident in der Provinz Preußen u. im Auguft 
1550 in Branvenburg. Als Der Prinz von Preu⸗ 
Ben aut 7. Det. 1858 die Negentichaft libernahm, 
berief er F., an bie Stelle des abgetretenen Mini⸗ 
fterd des Innern, v. Weftphalen, an bie Spike 
dieſes Diinifteriums. 

Blöß (Lager), eine zwiſchen parallelen Stein 
ſchichten inneliegente Schicht eines bei. praltiſch nutz⸗ 
baren Geſteins, fa: Kehleuflötz, Kallſteinflötz ꝛc. 
Die F⸗e find, mie bie darunter u. darüber liegen- 
den Gebirgsmaſſen, aus Wafjer abgejetst ır. haben 
uriprünglich eine horizontale age gebabt, find aber 
oft durch fpätere Erbehungen Des Bodens u. andere 
Greignifje theils aufgerichtet, tbeils gebogen, theils 
fogur gebrochen. Bei ſolchen nicht mehr borizontalen 
Fen unterſcheidet man das Streichen, bie hori- 
gontale Erſtreckung, u. das allen, die Richtung u. 
ben Brad ihrer Neigung gegen ben Horizont. Die 
Mächtigteit eines %-5, d. h. Die Dicke deſſelben, 
jenkrecht gegen Die parallelen Begrenzungsflächen 
gemefien, ift verjchieten, doch in der Regel nicht 

ebeutenber als etma 12 Fuß. Bon den Gängen 
unterjcheiben füch die %-e dadurch, daß fie mit nem 
angrenzenten Geftein parallel laufen, während jene 
daſſelbe in verfchiebenen Richtungen durchſchneiden. 

Sıeannlomit, Varietät bes Bitterlalks, ſ. d. 

Flötzformation GSltötzgebirge), Geſteinsbildun⸗ 
gen, welche aus über einander geſchichteten Gebirgs⸗ 
mafjen befteben (Shihtgefteine, normale 
Geſteine), u. welche noch deutlich ertennen Tafien, 
Daß fie durch Waſſer abgelagert wurden (daher Se- 
dDimentärgebilde, Neptunifche Gebirgs- 
arten); fie beftehen aus lauter meift parallel itber 
einander gejchichteten, in der Regel nicht kryſtalli⸗ 
niſchen Gefteinen, welche Berfteinerungen von Thies 
zen u. Pflanzen enthalten; es berrichen bei. Sand⸗ 
fteine, Kalljteine, Schiefertben, Thonfchiefer, Do- 
lomit, Dergel u. Gyps vor, auch entbalten fie 
Kohleu⸗ u. Steinjalzlager; Erze finten fi nanıent- 
lich in ten älteren Schichten der F., bei. Eiſen-, 
Kupfer-, Blei u. Zinkerze, tbeild in Yagern 
(Flögen), tbeils auf Bängen. Dean tbeilt Die Schich— 
ten ter F. in mebrere Formationen ein, welche 
jede Durch eigenthümliche geognoftifche Verbältniſſe 
u. bei. auch durch Die vorzugemeile in ihnen auf 
tretenden Verſteinerungen charalterifirt find nn. von 
beren jeter man annimmt, daß die zu ihr gerech⸗ 


Flötz bis Floyd 


neten Schichten zu faft derſelben Zeit n. 
jelben Umftänden gebildet worben fint. 
Sinne unterfcheitet man, von Den älte| 
jüngften Gebilden aufwärts gebenb: a)® 
formation, b) Steinlohlenforntation, e 
formation, d) Dujchellaltgekirge, e) : 
birge, ſ) Kreibeformation, 8) Molafleı 
tiärformation, b) Diluvium, I Allur 
auch Neptunifche Bebirgsarten unter ©: 
Merner verftand unter 75. Die Reibe der 
Gebirgsmaſſen zwifchen tem Schichte 
tem Xerttärgebirge, alfo von ter Ste 
nation bis zu Kreide. Vgl. Eotta, Bü 
den Sn, Freiberg 1556. 
Flößgrunftein, grüner, Tugeliger 
Flögriffel, tauber Gang cr. Flötz, mi 
erzführenden Gang abichneitet op. 3 
Blögfchwarte, fo dv. w. Dad. 
gi Pal, alter, fo v. mw. Zechſteiu. 
t. Flour (fpr. Fluhr), 1) Arrond 
franzöfiihen Departement Cantal; 31 
62,000 Ew.; 2) Hauptftabi deſſelben 
bat 2 Friedensgerichte, Bilchof, Kathet 
ceſanſeminar; Kupfermwaarenjabrifen, 
Handel mit Getreide u. Mauleſeln; 550 
Flourens, Marie Iean Pierre, ge 
Maureilbon, findirte Mebicin, wur 
ber Abtheilung ber Naturwifjenfchaften, 
feflor am naturbifloriihen Mufeum u. 
fefior ber Naturgeſchichte ber organifd 
am College de France. Er fdhr.: ( 
la generation, l’ovologie et lem 
Paris 1841; Analyse raisonnde de 
de (ieorges Cuvier, 1841; Exan 
pbrenologie, refutation des doct 
terialistes de Gall, Spurzheim 
sais, 1342, 2. Ausg. 1845; Rechere 
rimentales sur les propridtes et leı 
du systeme nerveux dans les anı 
tebres, 1642; IKecherches sur le < 
ment des os et des dents, 1842; 
d’anatomie et de physiolozie compa 
Anatomie gendrale de la peau et 
branes muqueuses, 1343; Buffon, 
l’instinct et del'intelligence desanin 
Blourenfia, 1) F. De C., Pfla 
and ber Familie Compositae - Sene 
Heliantheae - Coreopsideae; Arten 
Merico; 2) fo v. w. Thylacorpermu! 
Flowden (fpr. Flohd'n), Dorf, fo v. 
Flower of mustard, engliicher £ 
tet aus Senf mit Cayennepfeffer. 
Floyd (ipr. Floid), 1) Graffchaft 
Pirginia (Norbamerila), 13 OM., 
River durchfloſſen; gebirgig (Weſtabban 
Ridge), Boden rauh u. wenig frue 
Heine Streden Weideland; Rrotucte: ı 
Weizen, Hafer; Kupfer, Gijen u.a. 
1831 organiſirt n. nah John Bley 
gem Gouverneur von Virginia, gena 
6459 Ew., worunter 443 Stlaven; 
Sadionville; 2) Grafihaft im rau 
25 QM.; Slüffe: Etowah n. often. 
(welde ſich bier zum Cooſa-River verei 
dar⸗Creek; Boden: theilweis gebirgig 
Ridge), in den Thälern u. an Den Ru! 
fruchtbar; Probucte: Bamımeolle, M: 
Bataten; Cijen, Blei, Schiefer. Ein 


Floyen bis Flüchtige Sappe 


c Eiſenbahn durchſchneidet bie Graf⸗ 
er in Defit Der Cherolee⸗Indianer, 
janifirt u. nach General Stop, ebe- 
eBmitglieh für Georgia, genannt; 
., werunter 2999 Ellaven; Haupt» 


— | — 


>) Grafſchaft im Staate Kentudy, : 


Big Santy- River u. Liding-River 
deilweis gebirgig mit Weideland; 
8, Schweine; reiche Steintoblen- 
anifirt u. nad Johen Boyd, Obrift 
Ken Revolutionslriege, genannt; 
)., wernnter 149 Ellaven; Haupt⸗ 
9; 4) Grafſchaft in Staate Indiang, 
e: Ohio⸗River, Zubian- u. Silver» 
18 von Hügelfetten (Knob®) durch⸗ 
bmäßig fruchtbar; Brobucte: Dlais, 
Schweine; Eijen, Schiefer, Sant» 
Schiffsbaubolz; Die Nem - Albany 
hn durchſchneidet Die Grafſchaft; 
1850: 143,875 Ew.; Haupiſtadt: 
) Eraiſfchaft im Staate Jowa, 25 
River, Yinen. Sbellroch⸗Creels, 
e zum Engliſch River vereinigen; 
Yezirt ınit Reftamt (Post-township) 
KR Uneita tes Staates Nem-Mort, 
Stãdtiſcher Bezirk in der Graffchaft 
sate Indiana, 1500 Em. 

Flneu, das Schwellen bes Waſſers 


Fleuer), Achn, geb. 1649 zu Hin- 
fbire, war Arzt in Lichtfield u. fi. bier 
Pharmacnbasanos, Lendon 1657, 
ıternat. state of animal humors, 
598; An inquiry into the right 
Pond. 1697, 1722 (deutſch Breslau 
‚ Stung. 1530; A treatise on 
. 1698, 1726 (teutich Ppy. 1782); 
ı’a pulsewatch. Vond. 1707, 1710. 
ißſaure Zalze, ſ. n. Fluor. 

ı Gegenĩasb zu Segen, die Drohnng 
je Übertretung eines Gebotes; daber 
"lud Gottes, die Anfündigung ti 
Sitrafe Gottes für die, welche feine 
en; u. ber Fluch des Geſetzes, die in 
Geöetz angedrobten Strafen für Die 
göttlichen Sebete: vgl. Anatbema 
wWirruch, wodurch Einer dem Ande⸗ 
I u. libel anwünſcht. 

haft, jo v. w. Chriſtophelegeſell⸗ 


a8 Terlafien eines Ortes, um einer, 
Leben betrchenten Gefabr zu entge- 
scht nach Ägppten, tie Entierung der 
dieſem aus Paläftina nach Agvpten, 
n). Auf Abbildungen diefer F. wird 
1Cbhriſtuskinde auf einem Giel dar⸗ 
ven Joſeph angetrieben wird; 2) 9. 
rs, tie eigenmächtige Entfernung 
ıten von tem Orte des Berbrecdhens 
wo er fich zeitber aufbielt, um fich 
rechtlichen Berfolgung zu entzieben. 
einesıheild als ein wichtiges Indi— 
Kult, anterntbeils iniefern in De» 
e Möglichkeit beninimt, an dein De- 
sermwirfte Strafe zu vellzichen. Um 
; einer etwa beabfichtigten F. zu ver- 
wenn tie Unterſuchung noch nicht 
ber bes Verbrechene Verdächtige ger 


| 
| 


383 


nau beobachtet werde; bat bie Unterſuchung bereits 
begonnen, fo hat bei genuglamer Anzeigung ber F. 
die Inhaftirung zu erfolgen. If bie F. bereite er- 
felgt, fo tritt Die Nacheile mittelft ber Amts» m. 
Gerichtsiolge ein, m. wenn auf biefe Weife ber 
Flüchtige nicht erlangt merken lann, die Grlaffung 
von Steckbrieſen. Gleichzeitig pflegt dann auch daẽ 
etwaige Vermögen des Angeſchuldigten mit Arre 
belegt zu werben. Die Beherbergung eines flüchti- 
gen Verbrechers, wenn fie freimillig u. miflentlich, 
u. nicht etwa blos ala Yiebespflicht von ben näch⸗ 
ſten Verwandten geihab, ift als Begünftigung bes 
Verbrechens anzuiehen, ebenſo Die Gewährung von 
Kleidung, Yebensmitteln u. dergl. Bei Sapitulver- 
brechen hat terzenige, welcher von den Aufenthalt 
eines flüchtigen Kenntniß erlangt, fogar tie Pflicht, 
bies ter Obrigkeit anzuzeigen. Über die Begün- 
fligung ter F. eines Gefaugenen turch einen 
Gelangennärter f. u. Anitsverbrechen. Der Ent. 
fliehende ſelbſt kaun teehulb, weil er flch, nicht här« 
ter beftraft werben, aud wenn Lie F. aus cinem 
Gefänynißlocal erjolgte. Nur nenn die %. im Com⸗ 
plett mit Anderen od. mittelft Gewaltanwent ung 
erfolgte, bilder fie nach ten neueren Strafgefegge- 
bungen ein Verbrechen, welches in ber Regel mit 
Serlängerung ber Saft beitraft wird. Kehrt ber 
Flüchtige ſpäler zurüd, fo erfelgt, wenn nicht ine 
zwifhen ter auf ihm rubende Verdacht bejeitigt 
werten ift, in ter Regel feine Verhaftung, es 
müßte Denn die Riidlchr unter eiıtem ansgewirkten 
ſicheren Geleit erfolgt jein; ſ. Salvus conductus; 
3) das Davenlaufen eines Soldaten od. einer gan⸗ 
zen Truppe während eines mit dem Feinde ent⸗ 
ſponnenen Kampfes. Tie F. gilt als der ſchwerſte 
Grad militäriiher Feigheit u. bildet als jelcher ein 
eigenes Diititärverbrechen. ach vergeblicher Aufe 
ferberung zum Feſibalten ſteht dem militäriſchen 
Vorge'ebten Das Recht zu, Den nicht Felge Leiſten⸗ 
den Jefort niederzuſteßen: 4) (Jagdw.), ber Ort, 
webin ſich Las angeſcheßene Thier begeben bat; 
5) fo v. w. Baulinie. 
—R (Ziudtröbre, Jagtw.), ſ. u. Bau. 

luchtig, 1) (Jagtw., vem Silbe, in ſchnellem 
Lauf ankommen; Dagegen im Trabe lommen, trol⸗ 
fen, im Schritge, ziehen; 2) Cheni.), Stoffe, 
weun fie obne Anderung ibrer chemiſchen Beſchaf⸗ 
fenbeit in Dampfform verwandelt werben können, 
3. B. Alücktige Die (ätheriſche Ste), in Gegenſatz 
zu nicht flüchtigen (fetten) Dlen; 8) von Zeugen, 
melche dünner u leichter find, als fie fein follten, 
u. Denen man durch Appreuur, Gummi 2c. nachge⸗ 


beifen bat. 

Flüchtiges Bernfteinharz, fo v. w. Bernſtein⸗ 
campber. 

Flüchtige Ländereien (Landw.), jo v. w. Wal⸗ 
zende Gruntjiüde. 

Flüchtiges Liniment (Linimentum volatile), 
durch Zuſanmienſchütteln von Baum⸗ ch. Mandelöl 
mit Atammenium bereitete dünne Eaibe, häufig 
mit etwas Kampber (ala Lin. vol. camphora- 
tum) zum Ginreiben in Branıpfbaften ed. rheuma⸗ 
tiichen Abeln, bei Steifigkeiten u. Berbärunmgen n. 
äbnlichen Fällen. A. Satmiafiatz, fo v. w. Engliſches 
Riechſalz. 8. Balz, ülterer Name des Anımontals, 

Flüchtige Mittel, feidbe außerordentliche Heil⸗ 
mitiel, welche beim Einreiben ſich verflüchtigen, wie 
Spiritueſen, flüchtiges riniment, Ather ac. 

Flüchtige Sappe, tie Sappe (j. d.), bei welcher 


354 


Flüchtige Stöße bis Flugbahn 


mit kem Beginn bes Ausgrabens ber Trancheen nach | hoch, ferner zwei 9 Monate bes Fahre 


dem Feinte zu Schanzförbe ale Bruftmebr anfge- 
ftellt u. nit Der gewonnenen Erbe zunächft ausge: 
füllt werben. 

uͤgtige oe, ſ. n. Fechtkunſt I. G) a). 

luht Muhammeds, |. Hegira. 

luchtſtäbe (Meßk.), fo v. w. Bake 3). 

luchtſtrebe, ſo v. w. Strebebogen. 

Iuchwaffer, ſ. Bitteres Fluchwaſſer. 

luctuiren (v. lat.), wogen, wallen, ſchwanken; 
daher Fluctnirende Schuld, fo v. w. Schwebende 
Schuld. Fluctnation, 1) Schwanken; 2) Schwappen 
von Waſſer ob. Eiter in einer Körperhöhle od. Ab⸗ 
fceß; 3) Unbeſtändigkeit, Wankelmuth. Sluctuss, 
wallend, wogend. 

Fludd (de Fluctibus), Rob., geb. 1574 
zu Milgate in Kent; Myſtiker, machte durch feine 
tbeofophifhen Schriften Auffehen u. fl. 1637 in 
London. Merle, Oppenheim 1617—31, 6 Bbe., 
find jedoch nicht vollftäntig, fo fehlen 3. B. Patho- 
lopia dnemonica, Gouda 1640, Fol., u. a. m. 

Fluder (Waflerb.), Ablauf des Waffers; daher 
Fluderbrücke, über einen Ablauf gebaute Britde. 

Flüdern u. Flüdernholz, fo v. w. Flößen u. 
Fiößben. 

Flüe, Nilolaus von der F., eigentlih Nil. v. 
Löwenbrugger (gewöhniih Bruder Klaus 

enannt), geb. den 21. März 1417 in Flüeli im 
anton Untermalben, zeigte ſchon früh eine Neigung 
zur Einſamkeit u. zum beſchaulichen Leben, Diente 
jeinem Canton erft als Soldat, dann als Lanbrath 
u. Richter. Tief verlett durch einen ungerechten 
Richterſpruch über ihn, zog er ſich 1467 aus ber 
Welt zurid u. lebte als Eremit anfeiner Alp, dann 
in ber Felſenſchlucht Ranft in der Näbe feines Ge⸗ 
burtsortes, wo ibm eine Kapelle nebft Klaufe ge- 
baut wurbe, u. wo er mit der Zeit, von ben vielen 
Gaben, melde ihn gebracht wurden, 1477 durch 
einen Kaplan Meſſe lefe ließ u. ſpäter eine Plar⸗ 
rei errichtete. Hier durch ſein enthaltſames Leben 
(er ſoll 20 Jahre nur das H. Abendmahl genoſſen 
haben) in den Ruf gekommen, daß ſeine Fürbitte 
bei Gott mächtig wirke, u. als weiſer Rathgeber auch 
in weltlichen Dingen berühmt, wurde er von Leuten 
aller Stände aus Nah u. Fern berathen u. feinen 
Sprüchen eine prophetifche Wahrheit beigelegt u. fein 
Rath befolgt. Am berüihmteften in diejer Hinficht 
wurde er in den Streitigfeiten u. Zermürfniffen ber 
Eidgenoffenfchaft, wo auf der Tagjatung in Stanz 
nach feinen Anfichten u. Wünſchen, melde er durch 
feinen Kaplan fiberbringen ließ, am 22. Dec. 1481 
das in der Schweizergeichichte berühmte Verkomm⸗ 
niß zu Stanz abgeihlofien u. dadurch die Strei- 
tigletten beigelegt u. bie Freiheiten feiner Lands⸗ 
leute befeftigt wurben (ſ. Schweiz, Geſch.). Er ft. 
1458 an ſeinem Geburtstage u. wurbe 1669 von 
Clemens IX. unter bie Heiligen erhoben, welche 
verehrt werden bürfen. Wibmer, Das Göttliche in 
irdiſcher Entwidelung nachgemiefen im Leben Nit. 
v.d. Fl., Luzern 1819; Büfinger, Bruber Klaus 
u. En zjeitalter, ebd. 1827. 
luela, Berg im Schweizercanton Bündten, 
Bezirk Oberlanbquart, am Ausgang des 2 Meilen 
langen dluͤelathales, durch welches längs dem Ufer 
eines Heinen Flüßchens eine Straße über die Kette 
des Selvrette in das Engadin führt. Der höchfte 
Funtt bes Paſſes ift iiber 7400 Fuß hoch. Su der 
itte des Thales liegt ein Dörichen, 5500 Fuß 


Se. 

Flüelen, Dorf im Bezirk Uri bes € 
ton® Uri, Landungtplatz am Bien 
unweit der Mündung ber Reuß, mi 
(Waarennieberlage); 600 Ew.; Tranf 
Dberitalien, Boftbureau; in ber Nähe 
apelle. 

Fluͤelerche, fo v. w. Flüevogel. 

Fluellit, Mineral, itryſtalliſirt in 
Prismen, iſt weiß u. durchfichtig, beſtel 
aluminium u. findet ſich in Cornwall 

Flüevogel (Accentor Bechst.), 
der Ordnung ber Singvögel, Yamil 
ſchnäbler; Schnabel mittelftart, geradı 
ſpitzt, vor nen Nafenlödhern breiter al 
jelbft niedergebrüdt u. mit etwas einge: 
dern zum Aphülfen harter Sämereien, 
im Winter leben, wenn ihnen Infecten 
fenlöcher in einer großen Haut, Yüße | 
Nagel ander Hinterzehe; Standvegel, | 
u. Sämereien; Arten: Alpen-F.(Alı 
A.alpinus, Motacilla alpına L.), «| 
tel gefleckt, an ber weißen Keble Heim 
Flecken, auf ben Alpen, baut in Feljenföd 
ift wohlſchmeckend u. der vorzitglichfte 
den Alpen; Schieferbrüftiger. (2 
A. modularis, Sylvia mod. LatA.,. 
oben hellroſtfarben, braungefledt, 
weißfpigig, Unterhals u. Bruftifchiel 
Gekilihen in Europa, frißt Injecte 
reien, niftet ine Gebüſch, legt 5— 6 
bleibt oft den Winter ba, lodt Titu 
wohlſchmeckend; Berg⸗F. (A. mont« 

Flug, 1) (Herald.), ein Baar Adler 
fie fo geftellt find, daß die Sachſen (ta; 
ben großen Federn Entgegengejetste) fi 
ander kehren, fo ift e8 ein offener, 
teter; menn bie Slügel aber über ein 
Daß vom hinteren Flügel nur wenig b 
ift es ein geſchloſſener F. Einzeln 
Ben Flügel od. halber, gebroden 
ber Richtung der Sachſen wird ibre 
ſtimmt. Sie find zwar auch Schilde 
doch weit öfter Helnıihmud. Dan | 
mit Federn u. bergl. beftedt u. bu 
(ie), der vordere Theil ter 2 
ber Dörfer u. Haubiten, der biuten 
mer jo; 8) (DMed.), jo v. w. Hautm 

Flugbahn (Kriegsm.), Die Linie, m 
ſchoß vom Beginne feiner Bahn bie z 
fchreibt. Wenn lediglich Die treibende 
janı wäre, fo müßte die Bahn jenes & 
gerade Linie fein; Doch es treten ander 
hinzu. Zunädft die eigne Schwert 
ſchofſes, welche es beſtändig ber Gri 
ſucht, u. zwar in jedem folgenden 
mehr als in dem vorhergehenden; au 
würde bie F. bie Geſtalt einer Parab 
wenn nicht ter Luftwiderſtandene 
u. die Parabel in eine andere Curve 
welche man bie Balliftiiche Linie 
Natur aber neh nicht vellftänbig 6 
werden künnen. Der Yuftwiterfland m 
Ihiedenen Seiten: einmal ven vorn 
bie Geſchwindigkeit des Geſchoſſes 
dann aud von oben, nenn Das Geſch 
vou unten, wenn das Geſchoß ſich feı 


Flugbette bis Flügel 


ee Geſchofſes wãchſt auch der Luit⸗ funden hat; dieſe Gattung bewohnte in mehr als 15 


Ibe vermindert fich, je größer bei 
fläche bie Schwere bes Geſchoſſes 
er abhängig von ber Geftalt Tee 
n ein Tegelförmiges Geſchoß tie 
zem Berluft an Geſchwindigleit 
ein tugelförmiges. Hieraus nun 
ößte Schußmeite nicht unberint 
angsgeſchwindigleit erzielt werten 
re Geicbofle in Bezug auf Schuß⸗ 
neren einen Bortbeil baben u. Daß 
e vortbeübafter find ale kugelför- 
es Geſchoſſes, welches mit einem 
abgeſchoſſen wird, erhebt ſich zu⸗ 
ender Aft) bis zu einem gewiflen 
‚ dann fentt fie ſich wieber (ab- 
‚u. zwar ftere fteiler, ale fie ge- 
eringer bie Höbe ber F. über ber 
rajtrenderiftbie Bahn. Wenn 

Boden erreicht, macht es einen 
ser Winkel, unter welchem es auf- 
wintel) ein geringer, fo prallt es 
t eine neue Babn. Der Abprall- 
zrößer ale der Ginfallwintel. Eine 
m des Geichofles wird z. B. beim 
ettihuß erzeugt. “Die Seiten- 
eines Geſchoſſes von ber F. wer⸗ 
eder durch den Spielraum u. bie 
brten Anichläge des Geſchofſes an 
ohrs cd. Durch Die Bewegung ber 
ch Lie Drehung tes Gefchoffes um 
nkt cd. um feine Achie. Dan kann 
t befeitigen, aber wobl regeln u. 
den großen Hoblgeſchoſſen erreicht 
das Polen od. Centriren, bei den 
mbfeuertwaffen Durch das Antrin- 
n letzteren. Indem biefe Züge ge- 
werden, erbält das Geſchoß eine 
weihung (Derivation) nah ber 
mitgerbeilten Notation um feine 
e F. ter Raleten, wenn auch ben 
gen untertban, unterſcheidet fich 
‚ou ber ber andern Geſchofſe, weil 
eit durch das Abbrennen des Treib- 
fen Erlöſchen fortwährend wächſt, 
6 Verdremen dieſes Satzes Der 
Ralete noch während der F. eine 


nden Mahlmühlen ein beſonderer 
e Dede, wo ſich der beim Mahlen 
:tebene Mehlſtaub (Fiugmehl) an- 
ammelt u. zu Viehfutter gebrandht 


roße, bei ber ſchlimmſten Form von 
:ilen auftretende Hautbudeln. 

fo v. w. Arbeitebienen. 

v. w. Fliegendes Blatt, ſ. u. Ylug- 


Krankheit des Getreibes, |. u. Brand 


y.), fo v. w. Flode 10). 
(Prerodactylus Cuwe., Ornitho- 
ser. Collinoiſche Thier, weil 
ector des Muſenms in Manheiui 
ausgeftorbene Thiergattung, von 
e fofflle Knochen u. ganze Stelete 
in Bsiern bei Solenhofen in litho- 
efern, fpäter auch in England ge⸗ 
fon. 4. Aufl. VL 


Arten das mittlere Europa zur Zeit ter Inuraperiode 
u. gebört zu den Dinofanriern, die mit der Form ber 
Eidechien, dech auch auffallende Figentbürmtichteiten 
mit ben Sängethieren vereinigten; Kopf n. Hals 
jebr lang, Oberkiefer ſchnabelförmig verlingert u. 
gezabnt, Kiefern mit ſpitzigen Zähnen, Leib wie 
Froſchleib, Füße lang, daran die 4. Zehe ber Vor⸗ 
terfilge mentaften® fo lang, als ter ganze Körper 
(vieleicht zum Ausfpannen ber Flughaut), Schwan 
turz; Arten: Pteroglossus Lavateri, mit 
zmeigliederigem lügelfinger, ferner mit viergliebe- 
rigem Ylügelfinger: Pt. longirostris (Or- 
nıth.antiquus), bie am längſten befannte Art, 
nur 10 308 fang, wovon Kopf u. Salz 2 einnehmen ; 
Pt.crassirostris,obneden (feblenten) Schwanz 
12 Zoll lang; Pt. grandis, mit 4 Zoll 3 Yinien 
langem Oberſchenkel, 7 300 7 Linien langem Schien⸗ 
beine u. 7 Sol 2 Linien langem Flugfinger; Pr. 
brevirostris, Pt. Kochii, Pt.medius, Pt. Meyeri, 
Pt. macronyx, Pt. Muensteri u. a. m. 

Flügel (Alae), 1) Slugwerkzeuge ber Vögel: 
entipredden tem vorderen Kußpaare ter Säuge: 
tbiere, be. den Armen ber Menichen. Dean Anter- 
jcheidet die inneren, mit meichen, meift ftets beileren 
Federn beſetzten Seiten (Sachfen) n. den äußeren, 
mit den Schulter-, Ded- u. Schwungfedern beſetz 
ten (Dach⸗, Ded-%.). Ihre Grundlage find tie 
Alugelknochen, nämlich das Schlüffelbein, ein Röh⸗ 
rentnocben won verzüüglicher Stärke, Das Schnlter⸗ 
blatt, ſchmal u. fäbelförmig, das 1blos den Vögeln 
eigene) unpaarige Gabelbein vorn über dem Yrufi- 
bein u. vor den Schlüffelkeinen. Au das Schulter: 
bein ſetzt fich, als Der erfie eigentliche Flügellnochen, 
das Öberarmbein, an dieſes zwei Rorderarmbeine u. 
an biefe Lie Der Hand entiprechenben vorderen Flü⸗ 
geltnochen, namentlich zwei Die Handwurzel, zwei, 
meift zufunmengemachiene, bie Mittelhand, einer 
ten Danmen, zwei den nächſten Finger in zwei or. 
auch drei Gliedern ır. einer Den lekten Finger bil- 
tenden Knochen. Sie alle find durch Bänder ımter 
fi) verbunten. An fie ſetzen fich Die Alügelmusteln, 
namentlich Der große Bruftmustel, ber ſtärkſte Mud— 
tel der Nägel, für ven Das Bruftbein einen eigenen 
Kamm (Bruflanım, Hüpfauf) hat, der mittlere u. 
fieinere Brnfininstel, der breite Rückenmuskel, ter 
grobe u. der klleine Deltamuskel, der Pebemuelel tea 

berarınbeine, ber Oberſchulterblattmuekel, ver 
Heine Schulterarmmuslel; alle dieſe bewegen Das 
Oberarmbein; auch bie Vorberarme u. Handbeine 
haben eigene Muskeln zur Beugung u. Streckung, 
die mehr ob. weniger benen bes Dienfchen ähneln. 
Wie die Anochen u. Muskeln ver Bügel, fo ift anch 
das fie überziehende Gefieder (vgl. Federn) böchſt 
manmigfaltig gebildet. Beſonders unterſcheidet man 
als gejiederte F., vornehmlich bei Raubvögeln, 
zwei Arten: Ruder⸗F., ſpitzig auslaufend, iang, 
ſchmal (bei Falken, Schwalben u. a.), u. Segel— 
F breit, lang, vorn abgerundet (bei Habichten, 

törchen, Schwänen, Gänſen u. a.); zwiſchen kei- 
ben gibt es Abſtufungen. Die Vögel mit jenen flie⸗ 
gen —* u. bewegen ihre F. oft; die mit Dielen 
erhalten fich länger fchmwebend in der Luft u. baben 
einen langfameren Klug. Naturhiſtoriſch unterſchei⸗ 
bet man ned äußert lange (A. longissinne), 
wenn fie weit, fehr lange (A. perlongar), wenn 
fie etwas über die Schmanzfpitse gehen, Lange (X. 
longae), wenn fie bis zur Schwanzſpitze, faſt 

25 


lange (A. sublongae), wenn fte nicht ganz bie 
dahin reihen, Turze (A. breves), wenn fie nur 
den vierten Theil bes Schwanzes, äuferfi kurze 
(A. perquam brevissimae), wenn fle den Schwanz 
ar nicht erreichen. Die F. ber Infecten find 
— trocken, elaſtiſch, meiſt durchſichtig, ſitzen an 
den Seiten bes zweiten u. dritten Bruftlaftenringes, 
haben feftere, zum Theil ſchöne Netze bildende Adern 
(Luftorgane). Bei einigen find fie mit zarten, feber- 
artigen, oft ſchön gefärbten Schuppen beſetzt, 3. B. 
"bei den Schmetterlingen, bei anderen nadt;, bei 
einigen liegen fie ausgebreitet u. gerabe, bei anbe- 
zen zufammengejchlagen u. gefaltet. Einige haben 
nur zwei, anbere vier; jene find meiſt mit Schwing- 
tolben (Halteres) verjeben. Dft weichen tie vor- 
deren dadurch ab, baf fie ganz horn⸗ u. pergament- 
artig find, u. biefe nennt man dann Flügelbeden 
(f.d.) Bei manden Inſecten, namentlich wanzen- 
artigen, ift nur ber Grund ber Deckſchilde horn⸗ ob. 
lederartig, bie Spitze bagegen häutig; bie Flügel 
find durch die Adern in Rand⸗, Mittel⸗ u. Hinter⸗ 
feld getheilt, u. im Ruhezuſtande ſchlägt ſich das 
interfeld unter das Mittelfeld zurück, oft auch die 
pitze gegen die Baſis, nach Verſchiedenheit der 
Flügel. In Bezug auf die F. hat man die Inſecten 
eingetheilt in ungeflügelte, Hart-, Halbdeck⸗, Netz⸗, 
Haut⸗, Staub⸗, Gerad⸗, —— F. der 
Säugethiere find entweder zwiſchen ben verlän⸗ 
gerten Fingern der Hände u. den Vorder⸗ u. Hin⸗ 
terbeinen ausgeſpannte Häute, die wirklich zum 
Fliegen dienen, wie bei den Fledermäuſen; od. ſie 
find Häute, nur zwiſchen ben Vorder⸗ u. Hinter⸗ 
beinen ausgeſpannt, bei nicht verlängerten Fingern 
dienen ſie dann nur als Fallſchirm, wie bei den 
he fliegenden Phalangers u. Malis. 
lugwerkzeuge der lugeidechſen ſind eine Haut, 
die durch die beweglichen u. verlängerten Rippen 
ausgeſpannt wird u. auch nur als Fallſchirm dient; 
der vorweltliche Pterodactylus (ſ. d.) war eine 
Eidechſe, mit Fen faft wie bei ben Fledermäuſen. 
Die Flugwerklzeuge mander Fiſche enblich find 
bie verlängerten Bruftfloffen. F. verliehen tie Al⸗ 
ten ben Genien, Seelen, dem Hermes, ber Jrig, 
ber Nile, deu Eroten u. bakchiſchen Dämonen (da⸗ 
ber beflügelte Götter, Dii alati) ꝛc., theils 
un ee ihre Leichtigkeit u. Schnelligkeit, theils, 
wie bei. bei ben Seelen u. Dämonen, Erbebung ı. 
Aufflug zum höheren Sein anzubeuten. Die Engel 
nit F. fich vorzuftellen, war jüdiſche Idee, ſ. u. 
Engel. 2) Die breite äußere Tippe bes Gebäufes 
ber Blügelichneden (j. d.); 3) (Bot.), jeve bäutige 
ob. blattartige Einfaſſung an Stängeln, ftielartigen 
Theilen, Früchten u. Samen; daun gewiſſe Theile 
ber Blüthenhülle, 5. B. bie beiden größeren Kelch— 
blätter bei Polygala 
ter Schnietterlingsblumen; auch wohl fo v. w. Aſt⸗ 
adjel, d. i. der Winkel, den ein Aft mit feinem 
Stamme, ob. ein Zweig mit feinem Alte bildet. Da 
ber fügelförmig, flügelartig (alaeformis), wie ein 
Flügel geformt; auch jo v. w. achſelſtänbig (alaris). 
4) der aͤußerſte Theil eines langen u. ſchmalen Ge⸗ 
enftanbes, bef. wenn er in zwei Hälften getbeilt iſt od. 
r gebacht wird, 5) bie beiden Enden einer TZruppen- 
linte (ogl. Centrum u. beſ Flanke); 6) (Jagbw.), die 
rechte od. linke Seite eines Fagene u. bie daſelbſt be- 
finblihen Yeute, über melche ter Flügelmeiſter die 
Aufſicht hat; 7) die an den Seiten eines Saduetes be» 
findlihen Berläugerungen; 8) unter einem Winkel 


‚u. die zwei feitlichen Blätter 


Blügel 


mit ben: Hauptgebäude verLimibene € 
gewöhnlich von geringerer Tiefe als 
biefem einen Hof einfchließeub; 9) | 
Thüren bie beweglichen Theile; 10) 
Sielen u. Briden die Belleitung 
Stein läugs ber Ufer; 11) bei Horn 
ten, bie lungen Gchenfel, weiche 
dent dahinter liegenden verbinden; 
Bretftüde, } Elle fang, Die an dem 
teift zwei eiſerner Ringe befefligt tr 
berſelbe in dem unterften Theil te 
eingeirieben werben famı; 18) fo v. 
Genttügel: 14) (Seew.), Heine Fahn 
Maſten, theils ale Signal, theils zı 
der Windrichtung, auf hollänbifchen 
ihen Schiffen utterflügel gei 
— Ph Arnıe 7— Hante; 
o 9. w. Richtweg; 16) fo v. wm. 8 
an einer Drehbank angebrachte Ar 
(Spinn.), beim Spinnrabe zwei kru 
der Spule, welche ınit Hälchen verfe 
die ber Faden auf bie Spule läuft. 
Flügel, Slavierinftrument von“ 
zulaufenver, flügelähnlicder Korın. 
lichen Fen werben die Seiten duri 
hen von in die Zungen ber Doden 
Nabenfedern geriffen u. ſo zum T 
das Anbringen Liefer Kiele beiht & 
. haben gewöhnlich einen Umfang 
ctaven, von Contra-% Li® zum 
u. enthalten 3— 4 Chöre Saiten, 
verſchiedenen Züge einzeln vb. 
jpielt werben fünnen, u. meift 2 
geloppelt werben Lönuen. Jetzt ft 
noch felten zur Dirigirung großer Or 
lich u. durch die einen viel milbere 
ftarlen Ton babenten Slügelpiansfe 
nos, tie in ein, bem tes F⸗s ähm 
eingepaßt find, erſetzt. Gin Dopt 
flügelartiges, verſchieben eingerichtet 
ınit 2 Clavieren, je emem an ben 
Vis à Vis, ift ein von Stein erfus 
flügel, der an beiten Enden Taften 
PBerjonen einander une ſitzend 
FJuͤgel 1) Joh. Gottfr., geb. 
in Barby an ter Elbe, wurde Ka 
nuchden er in verſchiedenen Stäbte 
conbitionirt hatte, 1810 nad) Yeorkau 
ſich bier bef. den Studium ber Engl 
febrte 1819 nad) Deutſchland zurück, 
zig ſeinen Aufenthalt u. murbe 18 
Engliihen Sprache an ver bafigı 
legte dieſe Stelle aber 1838 nieber, 
julat für bie Vereinigten Staaten vo 
zu übernehmen. Seit 1848 übertrı 
gierung ber Bereinigten Staaten au 
dee Smithſonſchen Inſtitute in F 
Deutihland, Rußland, Belgien, . 
Schweiz. Seine Thätigkeit in biefcı 
von großem Einfluß auf ben wifjenf 
kehr Nordamerifas mit Dem eurepäif 
Er ft. 24. Juni 1955 u. ſchr.: Em 
lehre, Lpz. 1324—26, 2 Thle.; Coın 
and (serman phraseology, ebb. 
plete Dictionary of tbe Engli 
man, and German and English | 
1838, 2 Bbe., 3.9. 1843; außerdem 


Chreſtomathien (The selector, dp 


 Vihgeladiniant bie Biägelkäpfe 


eb. a: 2 Bde.; Te (Coleoptera), jebe einzelne aber 





y, eb. 1835) ——* fie.: | Wlügelbede (Elytrum),. 

dawärterbäcdher: in I geldeich, io * f. u. Deich 

3 Be. 1. ak 1854; lügelfarren (Preroides), Harrenfränter, top» 

Deutfää-eng! — von die Kapſeln eine Tranbe od. Riſpe bülbent. 

2 Die.; VPrattiiches Wlügelfeber, Schmetterling, jo v. w. Feber⸗ 

Icertefpeisbeng (engl n. * mette (Prerophorus) 

838, 6. U. 1853; A | fen Pierygium), Meines, brei 

"1603 in Denker; 35* —— 
alte in ut gebildet von 

itiſchen in Sei a neren, felten den a “* winlel aus, ſich 

e 1832 Profeſſor an der Pandes- | mit er Spihhe bis in die eg ar) 

VE ee | Peak 

r au a ⸗ i eiden 

nlibi unter dem Titel: Der ver⸗ 8 ſeſter, ji 

beo Einfamen in fchlagfertigen Ge⸗ (P, 52 erforbert 

ode fie der Änaber, Drem, 5 — —* I: 

' N er Js 

de.; beiorgte eine Gterestypant- —— — inter una 


# Definitiones bes 

mßerdem heraus Concordantiae 

ne, ebd. 1842. RR 
— ii 


ib u. hanbtfächlich en Ausfälle 
ng wien Barden Inerben [ol 


. Bei Käfern (Co- 
en Hinterleib 


| Außer 








Eule au 


ben 
enber — —— ee 
nä er (Pt. ER bie Strablen 
eid, Fonft wie 


An 


—— ind länger als ber 


‚ bie Faſern fiber ben — en gegliebert, ben 
Sika er Anfecten ü 

Flügel rmi e Fortfı coasus piery- 
goiden), Ehre! 


knochen. 
—— 1) fo v. w. Samara, |, u Frucht; 
9) Ka enge tung, ift Pterocarpus, .b, 
Flügelfübrer, 1) nad einigen —— us 
teroffiziere ob, alte Soldaten, bie ihren ‘ an — —— 
en Rotte rechte 1. linie jedes Zuges haben, 
um die ——— beffelben deſſe pltmcher aus- 
ufübren; 9) bei einer reibjagb biejemigen Jagd- 
unbi —* welche die Flügel ber veibee leitem, 
Ifüßler, fo v. mw, Floſſenfüßler 
„u tiheigeumengrube ulcus * 58 


Rinne am —R— bes Ke 

— welche mit ichen, A Bee 
menbein einen Kanal, ben Fährt Ph bil» 
bet, in welchem der Mlügelgaumennern (f. Gehirn · 

nerven, Nervas ee inus) verläuft. 

— eigebläfe, ſo v. wW. —— 
lugelgrube (F obsa oiden), eine Ber- 
tiefung * n ben — Reilbein®, u. 
Fiägen amulus U el ‚ein baten 
ib =: Berta bes Ir des Reilbein®, |. 


jen, je v. in Fiugbornchen 
w. Flůgelgaumen anal, 
ee Kleid flir Meine MEd- 
den jivei Streifen (Flügen 
5 





Seren 
tl” ob. — ortlä 
* a Heiner old bei en 


ERIANEILTE 


388 Klügelleder bis 


eben micht 
u onlich, am 
Sopk find zwei Heine Lurelartig Floſſen, Schnauze 


ng 

Tlugelleder, bie beiden Stüden Leber, welche 
auf den ſchmalen Seiten an dem Dedel eines Reiie- 
Toffers berabhängen u. das Eindringen des Regens 

verhiudern. 
lügelmann, 1) Soldat, ber den Flügel eines 
Regiments, Bataillons, einer Compagnie od. über- 
haupt einer Abtbeilung bildet; 2) jo v. m. rechter 
8. des 1. Gliedes, ber größte Mann einer Abtheilung. 
Slugelmeifter (Jagdw.), jo v. mw. Flügel⸗ 


rer 2). 

Flügelmufgeln (Perlmuttermuſcheln, 
Aviculacea uuct,), Samilie ber zmeimusfeligen 
Muſcheln; Mantel ofjen, ohne Spalten u, Röhren, 
Schalen gleich, blätterig, Budel vorwärts gemeigt, 
Schloß meift zahnlos, Band faft äußerlich, längs 
bes Schloßrandes, Vordermuskeleindruck jehr Hein, 

uß feitlich zufammengebrüdt, klein, mit einem 

vffus; nur Meerbewohner; Gattungen: Schwal- 
benmuſchel (Avicula). Bertenmufcel (Melea- 
grina), Stedmufcel (Pinna) u. die foffile Gattung 
Gervillia. 

———— zwei Kaumuskeln (f. d.), ein 
äußerer (Musculus pterygoideus externus) u. 
ein innerer (M. pteryg. internus). vom Flügel u. 
J— des Keilbeins am Schädelknochen ent⸗ 
peingenb u. fih am Unterkiefer anbeftenb. 

g ügelmutter, fo v. w. Flügelſchraube. 

lügeln, einen Vogel mit einem Schuß am 
Flügel treffen. 

Flügelnerven (Nervi pterygoidei), Nerven, 
welche zu den Ylügelmusleln, ſ. b., gehen. 

Flügelort (Bergb.), eine Strede, die von einem 
Hauptftollen aus ſeitwärts getrieben wird. 

Lugelpflug, Pilug mit beweglihem Stricbret. 
[ugelgualle, fo v. w. Floſſenqualle. 

Flügelrahmen (Bergb.), Schadhtgeviere, deren 
Enten über den Punkt, wo fie zufammenftoßen, 
hinausragen. 

Flugelredoute, eine geſchloſſene Feldſchanze, die 
auf dem Flügel der erſten Parallele bei der Bela⸗ 
gerung einer Feſtung zum Schutz gegen Ausfälle 
augelegt wird. 

Flügelröhre, bie fürzere Röhre bes Fagotts. 

Tlügelrotte, tie erfie u. letzte Rotie einer 
Truppenabtbeilung. 

Flügeld von &t. Michael, Orden bes, ge- 
fliftet von Alfons I., König von Portugal, 1167 
nach. der Beftegung bes Königs Albarech von Ser 
villa bei Santarem. Die Mitglieder des Ordens, 
Edle anı Hofe des Könige, mußten dem Eiftercien- 
jerabt von Alcobaga ſchwören, Gott, bem Bapfte 
u. dem Könige treu zu jein u. ſich zur Sanftmuth, 
Demuth, Frauendienſt, Glaubensvertheibigung u. 
Schorfam gegen bie Oberen verpflichten. Ordens⸗ 
zeichen: ein rother Flügel auf einen weißen Mantel 

ebeftet; auch auf dem Schilde führten fie einen 
olchen Flügel. Ihre Gebete mußten fie wie Laien⸗ 


brüder ber Ciſtercienſer täglich verrichten, an ben. 


Flügelfchranbe 


- heiligen Feſtabenden ber Veſper u. D 


tei beimohnen u. baranf das Abendm 
Jugeh eide, jo v. w. Flügelde 
lũgelſchnecken (Stromboidea 
auct.), Familie aus ber Ordnung 
menjchneden, Gehäuſe fpindel- op. I 
bedelt, Kanal kürzer ob. länger, } 
gebogen, bie äußere Lippe wird im: 
gelartig u. heißt dann Flügel) u. bei 
gen finger - ob. lappenartige Auswi 
Kanale ift eine Ausbiegung zum Hei 
Kopfes; dazu bie Gattung: Fl— 
(Strombus Z. ): a) Wahre. (Str« 
Gehäuſe bauchig, mit Flügeln ohne 
lurz, Ausſchnitt tief, vom Kanale 
auf einem Stielchen an der Seite 
viele Arten in ven Tropiſchen Meeren 
telländiſchen; Arten: aa) Bewaffı 
ter, St. pugilis), auf jeber Winbı 
Stacheln; aus dem Mittelmeere; 
flügel (St. auris Dianae), län; 
gran, böderig, querftreifig, Schwanz 
tippe Did, mit einem Angerförmige 
Oſtindien; ec) Riefenflügel (* 
der Größe eines Kinderkopfes, kreiſe 
lich bis röthlich, Mündung fehr weit 
roth, Gewinde mit legelförmigen Höd 
lang u. ſehr ſchwer; häufig an ben ! 
jet zur Berzierung ber Blumenbeete 
beitbeile werben zu Muſchelcameen v 
nennt fie au Streitmufchel; 4 
gallus), kreifelförmig, böderig, que 
u. rothbraun ſcheckig, letzte Windw 
dreiedigen, Ipigigen Hödern; ee) & 
lentiginosus), Lippe breilappig, v 
warzig, Schwanz ftumpf; aus is 
u. einigen anderen Schneden Tom 
Haue od. Blatta byzantina;, M 
(St. epidromis), länglich oval, glat 
weilen gejchedt, Lippenrand rückgebog 
—— mul). groß, bamı 
u. wei edt, innen roth, Flüge 
Wirbel; = Oſtindien, jelten. Sr ) 
von %. gelten ferner: by) Kinger-! 
Lam.), Mindungsrand zu langen 
gern ausgewachſen; Arten: Krai 
(Pt. Lambis Z.), mit 7 geraden, ! 
teten lürzeren, balb längeren auffteig 
weiß u. braun; Leufelsllaue ( 
Pt. Chiragra), eiförmig, handgroß. 
gern nod größer, nabel krum 
rojenroth, jung ohne Finger; S 
Scorpio), Zaufenbbein (Pr. mil 
od Scähnabel-%. (Rostellaria), 
förmig, glatt u. enbigt fih in eine g 
förmige Rinne; Urten: Belelan 
pelecani), vier fingerfürmige Anfät 
Sternjpinbel(R. fusus), glatt, 
sähnter Lippe, — biefe 1 
aud wieder geſchieden in Hippoc 
Fort), voo der Mundrand ungezäh 
Fissurella) u. H. Rostellar 
Munböffnung gezähnt ift. Ginige $ 
verfteinert vor, 3.8. St. papilionatı 
pes pelecani u. costata, Pteroc« 
heißen Alatiten, bie mit Finger 


Strombiten. 


Slügelfgranbe tägeimutter); 


Flagelſpill bis Flühe | os 
ien (lügeln), an denen fie ohne | Flughuhn (Ganga, Prerocies Temm.), 


I berumgebrebt werben kann. —— der Sandhühner, bie feine od. nur ſehr 
Seew.), Binne am Gangſpill. Neine Hinterzeben, kurzen, gewälbten Schnabel, be⸗ 
ven, f. u. Räderthierchen. flederte Nafenteden u. lange, flache n. fpigige Flü⸗ 
J. u. Thür gel wie die Tauben haben. Die Klug - ob. Sieppen⸗ 


1) allgemeine Benennung der eß- : bübner baben eine Meine Hinterzebe u. vorn flaumig 
ber eem Ufer ab in einen rechten ı befiederte Läufe; Art: Pr. aichata, 12 Zoll lang, 


trem tretende Vorban. | in den Läntern am Mittellänbifchen Deere. 
eo 2. mw. Role (Med.). Flugloch, die Offnung in einem Bienenflode, 
o. w. Fliegfiſch Exocoetus). durch welche die Bienen ein⸗ n. ausgeben. 


Rian Wilhelm, geb. 1772 in Wie- Same fnine f. u. Fliegen. 
hen, wurde 1794 Repetent bei ber Ingmebl, f. Flugbelie. 
ıltät u. 1798 Univerfitätsprebiger Flugfand, ter feine Sanb, ber aufier Quarz 
1501 Prediger m Sharnebed ; fr. oft Kalf- u. Tbontheile enthält, Teiht vom Wind 
des Glaubens an Unfterblichfeit, über Ader u. Wieſen geführt wird u. tiefe oft hoch 
',3 Thle.; Darfiellumg des biebe⸗ überfhlittet u. unfruchtbar macht. Gntbält er 90 
ber fantiichen Philefophie auf Die Procent Sand, fo iſt er zum Pflanzenbau untaug⸗ 
op. 1796--998, 2 Bde.; Der Him- ich, mit Hütfe bes Waſſers läßt er fich aber verkeflern 
Altena 1504 u. m. a. u. Durch allerlei angefäete u. angepflanzte Pflanzen, 
F. Wild., Pflanzengattimg aus bei. Sanbbafer, Riedgräſer, Rohr, Dueden, Schwin- 
wuphorbiacese-Buxeae, Diöcie, gel2c. befeftigen. Letzieres geſchiebt auch durch Cou⸗ 
ten: F.leucopyros,borniger, pirzäune, d. h. 2— 4%. bohe, locker geflochtene 
ich mit weißen Beeren; F.java- Pd bie rechtwinkelig mit den gemähnfichen 
ecarpaauf9ara; 2) F. Rich, Santfluge aufgerichtet werben; bierdurch wird Das 
pogon Ait. aus ber Familie ber Weitertreiben Des 75-8 von ben mit Sand über 
body dieſen nabe verwandt. dedten Grundſtücken (Sandſchollen, Zant- 
ie Art Bienenzins, ſ. n. Zins, fcheflen) verbintert. Auf fchiefen Flächen werden 
jbert, geb. in Köln, bildete fih auf Diele Zäune, 20 — 30 Schritte, auf ber Ebene 70 
dann anf ter Münchener Alate- bis 80 von cinanter entfernt, Die Santfchelfen aber 
Ser n. ließ fich fpäter in Münden runtum mit einen Zaune nmgeben. Solche Stel⸗ 
feinen durch technische Bellentung, Ten baut mar nun, mit Kiefern, auch mit Gras an. 
rung u. wirkſamen Austrud aus Bgl. T. Hartig, Über Bildung u. Befeſtigung Ber 
älten großen Grfolg hatte. In Dünen :c. u. iiber ven Anbau der Sandſchollen mit 
offe zeigt er größe Verwandtſchaft Holz, ebt. 1931: 3. 0. Pannewitz, Anfeitung zum 
ziſtie. Seine Gemälte ſtellen mei- Anbau der Sanbichollen ıc., Marienmert. 1832. 
n tem bürgerlichen Gejellichafre- Flugſchießen (Lauffhieken), dae Schießer 
ıen indeß alle pſychelogiſche Wabr⸗ einea im Fluge cher Laufe begriffenen Wildes. 
nm Mangel einer wahrhaft fchänen nel iff, fo v. mw. Brigantine. 
ee zu entichähigen vermag. Zu ſei⸗ lugſchrift (Samphlet), eine Dradicrift 
n gehören: Der unglüdliche Spiee von germmgem Umfange, welche über Tagesiragen m. 
ißbeirath (194491; Die Proceß⸗ Zagesereigniffe bantelt, zn benen man auch bie fog. 
17); Wucherer n. Künftler (1555). altegen den Ylätter, welche nur einen balben od. 
(Hättenmw.), fo v. m. Flockgeftübe. viertel Bogen einnehmen, rechnet. Sie vertraten in 
baferähnliche® Unkraut zur Gat⸗ den erſten Jabrhunderten nach Erfintung ter Vuch⸗ 
echnet, ſ. u. Hafer. druckerkunſt bie Stelle, melde ‚Jhäter bie periobifdh 
v. w. Dactylopterus. erſcheinenden Zeitungen u. Zeitichriften einnahmen, 
ũgel der Fledermäuſe u. ähnlicher u. bilten besbalb für tie Seiten ter politiſchen ır. 
religiöfen Kämpfe bes 16. u. 17. Jahrh. eine wich⸗ 
s (Pteronys Cwr., Geofr.), tige Geſchichtsquelle. Aus tiefem Grunde hat mar 
gethiere, mie Eihhörnden, doch große Sanınlungen berfelben angelegt, unter de⸗ 
: verlängert, daß fie zıır Flughaut nen bie des Brikiſchen Mufeums eine ver velljtän- 
: u. Hinterbeine verbindet; kann digſten ift. Auch in fpäteren Jabrbunkerten, wo 
‚Slide ſchwebend erhalten u. weit das Zeitungsmefen bereits erganifirt war, ſuchten 
das Alpenflugbörnden (Pt. Parteifübrer ibren Ibeen u. Anftchten in den unte- 
elbbraun, ohne rẽthlichen Echein, ren Bolleſchichten durch $-rn Eingang zu verjchat- 
8, Länge 8 Zoll, Schwanz 6 Zoll fen, während bie Erzählung ber Tagesereignilte 
Yabelrwältern, an ten Felsgebirgen faft ganz in bie Zeitungen vertiefen wurde. Zeiten 
Ruffifhes %. (Gemeines%., heftiger politiſcher Agitation erzeugen ſtets einte 
ırus vol Z.), oben ajhgrau, un» große Maffe von gm welche aber auch ebenjofbnctt 
e eine Ratte, Schwanz ven balber untergehen wie fie entſtanden fint. Die gregte 
tſam im nörblicgen Gurcpa u. in Maffenbaftigleit erreichte bie Flugſchriftenliteratin 
rienblätter m. Birkenſamen; Vir⸗ in Deutichland mährenb ber Zeit ven 1936-1549. 


fapanit, Pt. Voluvella), grau- Ingfommer, fo v. m. Alter BWeiberfommer. 

n Band, gelellſchafilih in Virgi⸗ lugtaube, jo v. w. Welbtaute. 

Meiner, Taguan (Pt. Petau- Iugwerf, Vorrichtung ar ber Bühne, nın (He 
19, Schwanz 15 Zoll, oben braun, genftände fliegendb cd. ſchwebend erſcheinen zu a e.r_ 
Keibchen weiß); auf ben indiſchen Lüße, 1) Steinnafle, die fih m berigie ber 


_ Beriten. Hößeerftredt, vgl. Ragelflüh; 2) Sem a rrk> 





euchter. ei L 
| nd jerftörende Btäffigtei, i 


get aß ale —— 


de, [Sich weicht ob. Werbinbet fi} mi bem 

u. Flunderf €, = ie. 

—— * v. m ei .m|bi K Fine Mit Sue 
eicht dur 


an tunten (& (@eifem) —— ob. 


u | inerh —X (onſt Kieleiti 
; —— 
bas —— i 


nalen Riefelerbeu. 
em, Heint in Platten ob. u elcoth | 2 Si Fls (Bieieltinßfänre eu 
ob. — —* Ey Ad —* * sd — das Glas nicht 

5. pecifi o 
— indung von Anberthalb - {nor cerium mit — Metalloxyden ¶ Auorſuiciur 





— * Funbort: Brobbbo n. Fiubo faure Btuorfaize) bildet, n. als N 
bei Ban bildet, bie ‚fe aus ihren Be 
oltib, Diineral, vom Obfibiam nicht fehr | Löslihe Yluorfiliciummetelle 
ve — ronfluorid ob. Siuocber, BFle, 

r GSGluorium, Fuorine, abbr. F.), ee | Stühen von wafferfreier Borfänre 
r * — eb pre in — 
von enfar- | £uftr Dan 
ben mi tau.n, t das tenbes Gas 
chon bei — ee en — bung von Bor t eöhaft verfeet. 


aber mit allen Metallen, a mit 
old u. Biatin,-im Statu nascendi aber mitallen. 
Louyet fiellt e8 bar, inbem er —— luor⸗ 
nt Klußipathgefäßen mit tro hlor⸗ 
as zerſetzte. Mac Louhet darf das F. nicht zu ber 
uppe bed Chlors, Broms u. Jobs gezählt, fon 
bern muß ber Reihe bes —— — 
Schweftlo ıc. ar werben. Es findet ſich in 
ber Natur häufig im —— ſelten im Glimmer, 
—* as, Hornblende, auch in ben Knochen u. dem 
amen ber Thiere u. in manden natürlichen 
heßphaten, bef. im Apatit, —— Ber 
bieier;, 3 er — Menge Photographie, even fo aus auch bad fi 
wafier, ba —353 Kö pen ne (norcalcium. th In Lifwerib 
ben me an MWafjerftofj, Doron, Silie | kther) bilbet 


Schwefelſãure wirb es ve 
ichieben u. Borfluormwa tere] 
FIH Gluorberon, $lußborazf 
bie mit Bajen Sluszhormetalle Kein 
ſalze ei Fey a 
monial), bi 
mit Fluornatrium Er 
tral ald weißer, das Glas flarf 
—— —— leicht iR na 
en en ber wäfjerigen 

n umbeutliden, leicht am ber X 
Finden an,, Dan ne es im ne 





cium, ‚eine höch weniger | mit — füd 


* 








Fluor albus 


medenbe, Glas angreifenbe, fich fchnell 
Inßfänre zerſetzende Ylüffigleit. Stner- 

I (Blußlaure Kallerde) lommt 

e häufig als Flußſpath (f. d.) ver, fanın 
5 dargeſtellt werden, bildet mit ſchwe⸗ 
foblenfauren, Doppelfalze, gebt auch 
kiefel⸗ Titan«, Tantal-Fluor Verbin⸗ 
Kupferfinorürn. Kiefellupfer- 
nd Tupferroth, andere einfache u. zu⸗ 
ste Kupferfiuorverbintungen hellblau 
i. Die Molybdänfluorfalze find 
Heile ſchwarz; die Nidelfiuorfalze 
‚baltfinorfalgeblaßroth. Die zabl- 
ſen, bei. von Berzelius genauer unter- 
rverbindungen bieten fein allgemeineres 


r. 
\bus (Weißer Fluß), f. Lenlorrhöe. 
leium (Min.), jo v. w. Flußſaurer Kalt. 
Tan, |. u. Saliniſche Cerererze. 
Pfarrdorf im Oberamte Obernborf bes 


iſchen Schwarzwaldkreiſes; Erzgruben ; 
arfen, fo v. w. Arſenfluorur, |. u. Ar- 


Bel, fo v. w. Felupes. 
) chene6 flaches Land, es fei Wiefe ob. 
's einer Stabt ob. einem Dorfe gehör⸗ 
de, beren Grenze Slurgrenze (Biur- 
At u. mit einem Steine (Biurkein, 
) bezeichnet wirt ; der Beftanb einer Flur 
Hurduch (Blurregifter, Katafter) ver- 
Richtigkeit ber Flurgrenze wird durch 
iſſen Zeiten beſtimmten Alurzug unter- 
elemart; bie Polizeiperſou, welche bie 
einer F. zu ſchützen bat, beißt Sturfpäg 
5 8) (Laudw.), fo v. w. Art 3); baber 
Inr, ®iuterflur, Bradflur; 4) 
». w. Lausflur; 5) (Seem.), fo v. mw. 
. Bfahlgerüft, worauf das Gerinne 
er t 


en (Baul.), fo v. w. Fließe 1). 
er (Schiffb.), fo v. w. Bauchſtücke. 
el (Baum.), 1) fo v. w. Fließe 1); 
Bflafterziegel. 
Int), Rehnungsmünze in Baſſora, 
Mamubi, |. d. 
(pr. Flöſching), 1) Städtiſcher Be⸗ 
—*— (Post-township) in ber Graf⸗ 
im Etaate New. Nert (Nordamerika) 
Island⸗Sund u. bie Blufbingbei gren- 
Ein ; 2) Poftort darin, an ber Fluſhing 
n, mehrere Schulen, große ſchöne Gär⸗ 
tifcher Bezirk mit Boflamt in ber Graf: 
rt, im Etaate Chic; 1590 Ew.: 4) 
Bezirk mit PBeftaust in der Grafſchaft 
Ztaate Michigan; 800 Em. 
. Geogr.), Küftenfluß in Picenum; j. 


es bedentende, nach einer beſtimmten 
a im Bertieiungen (Alußbett) von 
ungen (Ufern) begrenzte, feiner uatür- 
mg nah abflichente Waſſer. Menu 
Uchprung in weichem ſumpiigemn Boden 
man, er entipinnt fib, aus Quellen 
, aus einem Zee entitebt er, aus einem 
ht er hervor. Bisweilen ift ſchon dieſer 
deutend, daß dae Waſſer ſogleich den 
hält, meiſt aber wird ber F. erßn durch 


bis Fluß 391 


ba6 Zufemmenfließen Pleinerer Gewäſſer gebildet, 
melde mit der allgemeinen Benermung Bad ke- 
jeichnet werben, bei geringem falle aber and) bie 
Benennung ließe führen. Mähren bes weiteren 
Berlaufe® erhält jeder F., m. oft fehr anſehnlich, 
durch feitwärts eingebenbes Gewäſſer Zugang. 
Ein %., welcher burdy Verein mehrerer Klüfle au⸗ 
fehnlih geworben n. eine fehr bebentende Wafſſer⸗ 
menge enthält, beißt ein Strom; in Bezug auf bie 
ihm zugebenben Flüfſe ven minberer Wafſermenge, 
od. die von einer Den! anderen Richtung ber im ii 
DEE be (Reben tüffe), Hauptiinß. heilt 
ih ein F. in mebrere Abſlũſſe, fo heißen biefe dann 
Arme; vereinen fie fidy wieder, fo bilden fie Infeln, 
Werber od. Auen. Jeder F. führt zulett zur Mün- 
bung, u. zwar entiweter ıu einen anderen, wmeift 
Ößeren Fluß (biefer nimınt ihn auf), cd. er ergießt 
& od. mündet in einen See od. in das Meer, ed. 
er verſchwindet allmälig ob. plößlich in tredenem 
Boden (Steppenfluß). Ergießt fi ein King in 
mehreren Armen, fo entſteht ein Pogenanntes elta; 
bat ein Fluß feichte Stellen, an denen er durchwatet 
werben kann, fo nennt nan tiefe Fuhrten. Kleine 
Flüſſe, welche fih ins Meer ergießen, meift ohne 
einen Nebenfluß aufgenemmen zu baben, nennt 
man Küftenfiüffe. Wenn Flüfſe nur zu gewiſſen 
Zeiten, wie es in beißen Klimaten vorlommt, 
fließen, Übrigens ein trodenes Bett haben, nennt 
man fie periobifhe F. Die Flüſſe entſprechen 
in ihrem Lauf tem Ing ber Berge u. Yanthöben 
n. geben, eben jo wie die Landhoͤhen, indem biefe 
nach entgegengefeßten Eeiten fich ſenlen, natürliche 
Grenzſcheiden von Yänkern u. Gebieten, indem fie 
in biefen immer bie tiefften Stellen einnehmen. 
Hierauf beruht Lie natürliche Gintheilung einer 
großen Laudſtrecke nad Blußgebisten, indem 
Land, von wo aus das Waller nach ber natürlichen 
Genluug einen gemeinfchaftlichen F. zuftrömt, zu 
temifelben gehört. Die ımebrften Flußgebiete find 
—5 ſcharf durch Berge u. Yanbbehen abgegrenzt. 
teje Grenzen bezeichnet ınan als Mailericheipen, 
n. fie ſind in der Zerrainlehre ven boher Wichtigfeit. 
Nur auf Hochebenen, jo wie auch in nietrem, weit 
ausgebebntem flachen Lande, vermifchen fich mehrere 
Flußgebicte, u. es bilden ſich durch Zuſammenfluß 
von Gewäſſern mehrerer Flußgebiete, Außnete. 
Die künſtlichen Berbindungen der Flußgebiete bil⸗ 
den die Kanäle. Im Ganzen genommen aber bil⸗ 
den Flußgebiete lange, in vielfache Krümmungen 
verzogene Ellipſen; die Größe dieſer Flußgebiete 
hängt zum Theil von ber Länge bes Fluſſes u. der 
Zabı u. Ausdehnung feiner Neben- u. Zuflüffe ab, 
bedingt antrerfeits auch meift den Waſſerreichthum 
des Fluſſes, doch finden ſich hierin auch Unregel- 
mäßigfeiten, indem z. 8. ein F., welcher Die längere 
Etromentmidelung befittt, gleichwohl ein kleineres 
Flußgebiet u. eine geringere Waſſermenge haben 
kann, als ein anderer %., deſſen Yauf kürzer ift. 
Für jeren F. find feine Senkung od. fein Fall, bie 
Echnelligteit ſeines Yaufes, Die Höhe u. Beſchaffen⸗ 
beit jeiner Ufer, fo mie teren Krümmung, endlich 
bie Ebentzeit ob. Unebenheit feines Bettes charalte⸗ 
riſtiſch. Meiſt bat der F. feine größte Ziele u. Strö⸗ 
mung sur nad einen Ufer zu, u. Dann iſt gewöhn⸗ 
lich dieſes fleiler u. Das entgegengeſetzte flacher; 
durch Dad Zuiammenrücken ber Ufer wird Die 
Strömung verftäile nn. durch Hinderniſſe, welche das 
Wajjer in ſeinen Abfluß erjährt, mannigfaltig ge⸗ 


392 Fluß bie 


änbert, e8 bilben ſich Wirbel u. Strudel ıc. Durch 
die Strömung wirb ferner unaufhörlich von höhern 
Gegenden nachgiebige® Erdreich als Gerölle, Fiuf- 
fand, od. auch Lehm abgeführt, ber fich dann theil- 
weife auf ebenerem Boden, u. wo die Strömung ge- 
ringer ift, ablegt. Indem vieler ſich erhöht, wird 
der fernere Wafferabfluß gebemmt, n. es verfanden 
daher Flütffe meift inihrem Ausfluß mehr u. mehr, od. 
es ſetzt fich auch weggeſchwemmtes Erdreich an tiefern 
Stellen ber Ufer an, od. es bilden fih Infeln u. Sand⸗ 
bänle 20. Das von Zeit zu Zeit erfolgende An- 
ſchwellen ber Flüſſe beruht theils auf periobifchen 
Bugängen von Regen- u. Schneewafjer, theil® von 
zu unbeftimmten Seiten eintretenben Regengüfien, 
od. au von flärferer Ergiebigkeit der Duelle. 
Die Strömung wird dann vermehrt, u. bei flachen 
Ufern tritt das Waſſer in das Land aus u, bildet 
Überfhwennnungen. Oft ergießt auch ein Neben- 
om mehr Wafler in den Hauptftrom, als dieſer 
elbſt führt, das Waſſer ftaut dann in biefem u. er- 
bält wohl felbft auf eine Strede einen Rüdfluß. Auch 
Der Eisbruch in der Wintersgeit u. im Frühjahr ver- 
anlaft häufig durch ſolche Stauungen Überſchwem⸗ 
mungen. Die Geſchwindigkeit, mit welcher das 
Waſſer abfließt, hängt von dem hydroſtatiſchen 
Druck ab, welchen es erfährt, u. von der Beſeitigung 
der Hindernifſe, welche es in ſeinem Lauf aufhalten, 
daher fließt es am ſchnellſten auf ber Oberfläche n. 
in jeder tiefern Schicht Iangfamer. Bei ebenem 
Boden fließt ein breiter Strom nicht nur in ber 
Mitte am ftärkfien, fonbern ber Strom bekommt 
dadurch auch bier einen etma® höheren Waſſer⸗ 
fand. Als eine ſchon anjehnliche mittlere Geſchwin⸗ 
digkeit wird 3—4 Fuß Fortbewegung in I Secunte 
angejeben; ift aber das Gefälle (der Höhenunter- 
ſchied zweier PBunlte in der Längenrichtung bes 
Inffes) beträchtlich, jo wirb ber F. reißend, 
ilbet eine Stromſchnelle, u., wenn bas Bett 
duch einen Felsabhang unterbrochen wird, einen 
Wafferfall. Der Hauptnuten, welchen bie Flüſſe 
gewähren, ift die Flußſchifffahrt (ſ. d.), bei. feit- 
dem bie Anmwenbung der Dampfkraft mit Leicht'g- 
keit auch die Fahrt ſtromaufwärts, ſelbſt bei ftarter 
Strömung, ermöglicht hat. Alle civiliſirten Staaten 
haben daher oft große Anftrengungen gemacht, ob. 
machen fie noch, um durch Flußregulirungen Die 
Schiffbarkeit ver Flüſſe zur erhöhen op. auch erft zu 
eröffnen. Bon großer Bebentung find bie Flüſſe in 
ber Strategit, j. Flußübergang u. Flußvertheidi⸗ 
gung. Über die Mechtöverbältniffe in Bezug auf 
die Benubkung ber Flilſſe eriftiren in den verſchie⸗ 
denen Staaten heionbere Geſetze. Vgl. Flußrecht. 
Fluß (in and: Beb.), 1) ber flüſſige Zuftand von 
Natur fefter Körper, vorzüglich geſchmolzenes Me- 
tall, be. Eijen, welches man auch nach tem Wieber- 
erlalten %. nennt. Daher Hugmitter, ein Mittel, 
welche Das leichtere Schmelzen ftrengflüffiger Detalle 
‚befördern, folche find: Weiner %., die nach Ver⸗ 
puffung gleicher Theile Weinitein u. Salpeter zu: 
rüdbleibende meiße Salzmafle; Schwarzer $., 
Das durch gleiches Berfabren von 1 Theil Salpeter 
u. 2 Theilen Weinftein erhaltene ſchwarze unreine 
Kali (die no unverbrannten Miſchungen von Sal⸗ 
peter u. MWeinftein beigen Roher %.), ferner Na⸗ 
ton, Borar, Flußipatb 2c.; 2) gefärbte, ſowohl 
undurchſichtige, als Turchfichtine, glaßartige Spath- 
arten; nach der Ahnlichleit mit mehreren Edelſtei⸗ 
ven, Rubin», Ametbyiifluß ac; 3) bie aus 


Flußgebiet 


Lauge hart geſottene Pottaſche; 4) gel 
afce; 5) fo. w. Stuffpath, 1. b.; 6 
in die Harzbäume gemachten Wunden fi 
7) (Her), f. u. Ehrenſtücke A) e) 
fo v. w. Rheumatismus. 

Balz — Gatt 

lußadler (Pandion .. Unt 
Gattung Adler, mit einer Wendezeh 
Hoſen, Zehen ohne Spannhaut, umt 
Krallen unten abgerundet, unterſche 
allen anderen Raubvögeln dadurch, 
taucher ſind. Art: Flußfiſchadle 
tus Sar., Aquila h., Falco h. 
braun, Kopf, Naden, Bruf meiß, mit ı 
fleden, am Naden fpitsige u. lange 
(oft auch gelbe) Wachshaut ı. Füße, 
gamen Erbe, nur nicht im den Trop 
eutſchland, häufig als Zugoogel; fr 
er tanchenb beranßbolt, muß feine Be 
Seeadler ablafien, kann zur Jagd al 
ben, niſtet auf hohe Bäume, legt 2— 
ſarben aewellte Eier. 

Flußarbeit, bie Reinigung ber Fı 
Fleiſch, Blut, um die Narbenfeite ı 
jchmeidiger zu machen, damit dieſel 
Lohe durchdrungen werben. 

Flußarche, ſo v. w. Geſchnäbelte 
ſ. u. Archen D). 

lußather (Chem.), ſ. u. Fluor. 

lußbarbe, Fiſch, jo v. w. Barbe 

lußbarſch Gemeiner Barſch 
viatilis Z.), Art ber Gattung Ba 
braun, mit dunkeln Bändern über 
Bauchfloſſen n. Afterflojie roth, Rüde 
heißt im 1. Jahre Heuerling, im 2. 
Egli Egling), im 3. Schaubfiſch, Raul 
ling, Reechling, Egli; wirb bis 2, ge 
lang, 2—4 Bd. ſchwer, laicht im Apr 
Yaich ift 2—3 Ellen lang, bat gegen 
270,000) Eier u. fiebt netzförmig aus 
Fiſche u. Wafferküfer, junge Froͤſche 
wenn ber Blitz in ben Teich fährt, 
lebt; Fleiſch ſchmackhhaft u. geſund, 
Fett; Bereitung ber anderer Fiſche 
dient zum Fiſchlein. 

Flußbaryt, ein inniges Gemen 
Schwerſpath; findet ſich in Derbyſhi 
Flußbau, jo v. w. Strombau. 

Flußbett, ij. u. Fluß. 

Wlußborfaure, |. u. Fluor. 

— ſo v. w. Braffe. 

Flußdeich, ſ. u. Deich. 

Flußerde, jo v. w. Erdiger Fluß 

Flußfieher, jo v. w. Rheumatiſch 

Flußſiſchadler, ſ. u. Fiſchadler. 

Flußfiſchlaus (Argutus Müli 
Geoffr,), Gattung der Kiemeniüß 
läu'e), Leib ſchmal, oval, Ridenidii 
gerantet, greß, oval, bäutig, 12% 
zum Anfaugen, 2 zum Anbalten), € 
pig, Schmarotzerthiere; Art: Karpi 
foliacens), platt, gelblich⸗ grün, ofı 
auf Froichlarven, jungen Fiſchen; d 
Waſſer wie Drebfüfer. 

Fluß orelle, jo v. w. Bachforekfe, | 

wiußgallen, \. u. Gallen. 

lußgarneele, eine Art Flohkreb 

Flußgebiet, j. u. Fluß. 


Flußgoͤtter bie Flußreriten 


in ber Motbologie die Schutzgott⸗ 


eftellt, mit ſchilfbekränztem Haupt, 
ierföpfig, ımter der Sinten eine lie- 
aus Waſſer fließt, mit verſchiede⸗ 
meiſt von Producten ihrer Flüfſe 


eln, Fiſche, jo v. w. Schmerlen. 
o v. m. Animeharz. 
ifer (Hygrobia), Untergattung ber 


jnecke (Potamida), Untergattung 
senfchnede, ſ. d. 
‚ ein Körper, deſſen Heinfte Tbeile 
eo unter einander verbunden fint, 
b die mintefte Kraft gegen einander 
n. Die ren zerfallen aintropf- 
ı zwar bie Öeftalt ven nmbegrenzter 
if, bie aber doch dabei ein con⸗ 
a befigen; menn many. B. Waſſer 
& in das antere gießt, fo änbert es 
Ralt, bebält aber unveränderten 
‚sin luftförmige od. elaftifche 
Venen nicht allein bie Geftalt, fon» 
keaminbalt von unbeichräntter Ber- 
‚fo Daß fie fi immer auf ben jedes- 
Raum auddebnen, aber auch auf 
men Raum zuſammendrüũcken laſſen 
met man fefte, tropfbar flüffige u. 
per als Körper von verfchiebenen 
13 fie hängen von dem Verhältniß 
Anziebungsfräfte zu der ber Ab⸗ 
wiſchen ten Molecüiten ab. Unter 
flegt man tropfbare F. zu verſteben. 
tw gegenjeitige Anziebungsfraft der 
noch fe groß, daß fle, wenn fie in 
: anf borizontaler Unterlage ſich be- 
pfen zufammentreten, bie aber bei 
e Schicht wegen des damit verbun⸗ 
leich zerfließen. Sie bevürfen alio 
andes eines feften Körpers, wenn 
geren Höhe, ald tem Betrag eines 
erbinbung find, u. fie verbreiten ſich 
eigene® Gewicht (ſowie durch jeten 
»8 feitwärts, fondern in communi- 
ı allfeitig (f. Drud 1). Die ruhende 
tropfbaren F. nennt man Spiegel 
au, Libelle). Sie muß im Zu- 
ewichte immer jo beichaffen fein, 
iefelbe wirkenden Kräfte auf dieſer 
echt ſtehen, weil jede ſchief wirkende 
hiebung der Theilchen, alſo Störum 
hts, erzeugen würde. Daher * 
es Meeres bie kugelförmige Geſtalt 
men. Hierauf berubt zum Tbeil die 
Waſſerwagen. Werben ber Beweg⸗ 
baren %. durch genau verichleflene 
: gefest, ſo zeigen fie etwas Glafticität 
nem geringeren Betrag durch beitige 
engebrüdt werben. Daher müflen bie 
en eines tiefen Waſſers, mie des Mee⸗ 
ter ſein, als die oberen, wie Perkins 
ziezometers (Druckmeſſers) u. neuer⸗ 
Sof durch eine einfachere Vorrich⸗ 
Aunalen 72, 161) dargethan haben. 
ıchen Letzterer ſiebt die Zuſammen⸗ 
F. in geradem Berhältniſſe zu beit 
wichten; bie Zuſammendrückung bes 


ft» | WBaflere beträgt für 1 Atmoſphäre 0,000085 "feines 
Berfonificationen der Flüſſe; meift | Volumens, bie des Que 


dfifbers 0,0000001, vie bes 
Schmeteläthers iſt dreimal fo groß, al® bie des 
Altobols, zweimal als Die des Koblenfulfurins, 
1% mal ale die des Waſſers ꝛc. Durch aufgelöfte 
Sale, Altalien u. Säuren wirb die Zuſammen⸗ 
drüdbarkeit des Waflers vermindert. Dur Wärme 
bebnen fie ſich aus u. geben auch ſchon bei minterem 
Bärmegrade (f. Ansdilnſtung), noch mebr bei flär- 
ferem, in Dampf ilber, mo fie dann die Glafticität 
eine® Gaſes erhalten (vgl. Dämpfe). Derjenige 
Bärmegrad, bei welchem die Elaſticität ſolchen 
Dampfes dem Drude ber Atmoſphäre gleis ft, m. 
bei weldem in Folge deſſen bie F. in Wallung ge- 
räth, beißt ver Siedepunkt ter F. So mie aber 
aus den Dämpfen unter ‚Derminberung ber Wärme 
fih tropfbare K-en bilden, fo gehen bieſe aud in 
minberen Wärmegraben, cd. auch unter Einwirkung 
chemifcher Anziehung, in fefte Körper über, eben fo 
wie auch dieſe in mehreren ob. minberen Hitzgraden 
wohl burdgängig, menn fie nicht früher verbrennen 
u. in Gasform übergeben (durch Schmelzen), flitifig 
werten. Unter ſich unterfcheiden fich tropfbare F-en 
auf das Mannigfaltigfte, bei. durch Stärke ihrer 
CSobäften u. ihrer Eigenfchmere. Nach ben verfchie- 
denen Affinitäteverbäftniiien verbinden fie ſich mit 
feften Teilen, indem fie ſolche auflöſen, ob. auch 
mit ihnen in einen Mittelzuftand treten, in welchem 
fie zäh ob. flebend werten, in welchem Zuftante 
außer bem Eigengewichte noch eine andere äußere 
Kraft bayı gehört, ihre Theilchen zu verfchieken. 
Dur VBerbunften ter flüffigeren Theile werden 
diefe dann zu feften. Es gibt jebr viele Grade ter 
F. (Fluidität) trepfbarer Körper, u. fo wie es 
feine abfolut ſtarren Körper gibt, fo gibt es keine 
abſolut tropfbar⸗flüſfigen. Am flitffigften ıft flüf- 
Niger Schmefelmafierfteff, flüſſige Kchlenfäure u. 
flüffiger Koblenmwaflerftoff. Zur Beſtimmung des 
Grades der F. läßt man dieſelbe aus einem eigens 
bazu vorgerichteten Gefäße mit febr enger Offnung 
austropfen; der Grab der F. verbält ſich umgekehrt 
wie das Probuct aus den Zeiten in bas fpecififche 
Gewicht. Nach Coulomb findet man ten Grab ber 
Fluidität durch Beobachtung ber Oſcillationen, 
welche eine in ihrem Mittelpunkte aufgebängte, 
volllommen äquilibrirte, freisrunde Metaliplatte in 
ben verfchietenen Ken ausführt, indem fich näm⸗ 
ih Dabei die Schwingungobogen um fo fchnelfer 
vermindern, je größere Cobäſion zwiſchen ten an 
der Platte baftenden un. ben übrigen Flüſſigkeits⸗ 
tbeilchen ftattfindbet. Demnach findet man den sn ⸗ 
keitograd bes Waſſers — 1000 geſetzt, den tes le 
vendle — 45, ben des Alkohole — 1093 ıc. Won 
zwei (en verſchiedenen Gerichts, welche fich nicht 
verbinden, fhwimmt bie leichtere auf der jchmereren. 

Flußkrabbe (Potamophilus, Thelphura La- 
treill.), Gattung der Spinnenfrebie (ver vierfeitigen 
Krabben bei Cuvier), Schild berzfürmig, äußere 
Kinnladenfüße bebeden ben ganzen Mund, äußere 
Fühlhörner kurz; Süßmaffertbiere , Art: Gemeine 
F. (P. Auviatilis) , mit geibem Schild u. gezähnel- 
tem Rande, in Bächen u. Seen Griechenlands, 
Agyptens, Kleinaſiens; wird roh gegeſſen. 

Blußfrehe (Astacus fluviatilis), f u. Krebs. 

lußmuſchel (Malermuſchel, Unio), f. x. 

Klaffınuichel. 

Flußneriten, Neriten od. Schwimmſchneden 
aus dem Sußwaſſer; häufiger find bie Seeneriten- 


Flußotter (Fiſchotter), bekanntes marber- 
artiges Säugthier mit Schwimmbäuten. 
lußpatelle (Ancylus Geofr.), Gattung ber 
Rammiliemenihneden, ift ben Batellen verwandt; 
eine Schale, die einen fchiefen, oben etwas ge- 
krümmten Kegel bildet, bebedt das eiförmige Thier 
ganz; in füßen Gewäflern Europas; fteht ımter Pa- 


tella L.; Arten: A. lacustris, A. fluviatilis u.a. | 


Slußperlenmufchel(Unio margaritifer.Brug., 
Mya margaritifera L.), Art ans der Gattung 
Klaffmuſchel; Schalen did, außen rauh u. ſchwarz, 


inwenbig fchön perimuttern, Wirbel abgerieben; 


finden ſich in einigen Flüfſen u. Bächen (ber Eifter) 
m Sachſen, Schottland, Böhmen, Schlefien, in 
Sranfen u. der Moldau, u. enthält Perlen (Fluf- 
perien), welche occibentalijche genannt werben u. 
zuweilen faft fo ſchön, mie Die orientaliſchen find. In 
achien find fie ſeit 1621 Regal, u. bie Eifter bie 
lenitz besbalb in 10 Diftricte getheilt, von denen 
in jebem Jahre einer burchfucht wird. Nachdem bie 
Muſchel geöffnet ift, wirb fie, wenn fie feine Perlen 
enthält, wieber ins Wafler geworfen. (Eigene Auf- 
feber find beftellt; 1835 fand man 172, 1836 163 
n; 1835 wurde aus ben voigtlänbifchen Perlen 
ein Collier, 3000 Thlr. an Wertb, für das Grüne 
Gewölbe in Dresden zufammengejeht. Der Fang 
Dauert 16— 18 Wochen. Manche der gefundenen 
Di find auf 20 u. mehr Thaler geihäßt worben. 
Rußland gilt das Loth große Perlen 60 Rubel. 
&lußpferd (Hippopotamus L.), Gattung ber 
a er ta bat an allen Füßen 4 faft 
gleihe Zehen mit Hornfcheiben, auf jeber Seite 
oben 7, unten 6 Baden- u. in jeder Kinnfabe 
4 Schneibegähne, bie mittlern bes Unterkiefer ge- 
rade u. faft wagrecht nach vorn gerichtet, bie oberen 
turz u. zurückgebogen; bie oberen geraben Echzähne 
fchleifen fo an ben unteren fehr großen, biden u. 
zurüdgebogenen ab u. das ganze Gebiß ift von dem 
breiten Sclappinaule bebedt; das ganze Thier ift 
plump u. did, haarlos, furzbeinig (baß der Bauch 
I bie Erbe erreicht), bidköpfig, breitſchnauzig, kurz⸗ 
ſchwänzig, ſcheu, lebt in Flüffen, ſchwinmt gut, fri 
Begetabilien. Art: Afrikaniſches $. m. am- 
phibius, H. africanus), wird gegen 17 Ellen lang, 
34 Ellen body; ſchwärzlich grau od. — mit 
einzelnen Borſten, in Afrikas Flüffen, bei. im 
Drangefluffe, auch noch im oberen Nil in Donbola, 
in großen Truppen im Niger; brüllt wie ein Ochs, 
dumm, geht auf dem Grunde bes Wafſers fort, 
thut auf dem Lande ben Reisfeldern Schaben; bie 
a geben am Stahl Feuer; wirb gegefien (kei. 
unge u. Füße Ihmadhaft), tie Zähne als (micht 
ev werbenbes) Elfenbein gebraucht; die Haut zu 
ilbern verarbeitet; e8 wurde früher für ben 
Behemot gehalten. Findet fich foffil in Italien u. 
a. D., eine kleinere Art in Frankreich. 
[ußpferdinfel, Inſel in Gambia⸗Strome an 
ber Weſtküſte Nordafrika's. 
Flußrecht, bie Rechtsgrundſätze, welche ſich auf 
das Eigenthum n. bie Benutzung der fließenden 
Gewãfſer beziehen. Die zmedmäßige geſetzliche Re⸗ 
Pen ber betreffenden Verhältnifſe bilbet eine ber 
chwierigſten Aufgaben ber Geſetzgebung, theils we⸗ 
gen ber vielfachen Privat⸗ u. öffentlichen Intereſſen, 
welche dabei zufammentrefien, theils auch wegen 
ber Natur bes Gegenftantes, um ben es fich dabei 
handelt, befonber® weil berjelbe bei zwecmäßiger 
Benutzung ebenſoviel Bortheil zu Ichoffe 


Flußotter bis Flußrecht 


Mangel an Achtſamkeit bie größten 
anzurichten im Stande if. Das 
darüber ift meift fehr mangelhaft. 
af — —— — 

8 viel zu unvo ig, theils ge 
Anſchauungen aus, weile zu ben 
landwirthſchaftlichen wie inbuftriell 
in leiner Weife mehr paflen wollen. 
ber DOnellen u. Bäche, weldhe aller! 
Aubehörungen von Liegenfchaften, ſt 
Privatbeſitze befinblich nt wer 

ießenden Gewäfler, insbejonder 

lüffe, im früberen Mittelalter all 
unbefchränttes Gemeingut’ber umli 
ner. Bald machten inbefien Die Dyı 
geltend, daß ihnen über bie Flüſſe, 
die Straßen, ein Schubrecht zulomn 


bie die Waflerftraße Benutzenden v 
u. Schuß bebürften. Es anl 


bierauf Zölle mannigfachfter Art; 
wurde bie Auslibung der Fiſcherei u. 
Ionftiger Bnußungen, wie 3.8. 
von Müblen, unter jenes Schutzrech 
aus entwidelte ſich allmälig bie Ani 
beftens bie größeren Flüfſe zu be 
ürften gehörten, eine Anficht, wel 
genben fogar auf alle @eiväfler au 
Dennod drang biefe Regalitätethe 


| überall durch, ſondern wirkte mır fi 


ber rg age unbezweifelt zuftel 
beitsrecht, d. h. das polizeiliche DI 
über bie Flußnutzungen, überall | 
wurde u. insbejonbere bei Errichtum 
auf ben Waſſergebrauch fich bezich 
bie Einwilligung ber oberften Gem 
lich betrachtet wurde. Diele polizeili 
ift auch in den neueren Geſetzen ül 
recht durchgängig feftgebalten. Dage 
der Regalitätstheorte ale herrſchend 
ber auch ſchon im Römiſchen Recht 
getreten, daß bie größeren Flüfſe ale 
melde für den allgemeinen Nutzen 
al8 Res communes omnium zu 
u. daher der Staat, als Bewahret 
Intereffen, nur über die möglichſt ei 
manb zum ungeredhten Nachtheil 
nugung zu wachen babe. Gewähr 
Freiheit ım Gebraud der Wafler 
Einzelnen, fei es num zur Schifffah 
rung ber anliegenden Gruntflüde, 
u. dgl. ift neben der Sorge für ung 
haltung des Wafſerſchatzes der Ziel, 
hen alle neueren Geſetzgebungen, n 
bie vielfachen internationalen Veren 
das F. bei Flüſſen, welche verſchied 
rühren, wenn auch mit mehr od. n 
Erfolg hinfteuern. Uuter biefen & 
ſonders auszuzeichnen: für Preuße 
geiet vom 15. Nov. 1811 u. das 
enutung ber Privatflüffe vom 2 
für Baiern tie 3 Geſetze vom 28. 
bie Benutzung des Waffers, Be- u. ( 
unternehmungen u. ben Ufer- u. Üben 
(huß; für Hannover das Geſetz 
Bewäfſerungen vom 22. Auguft 184 
das Gejet über Be» u. Entwäfierm 
28. ehr. 1851; für Sadhfen bie 


n, als bei | Dammorbnung vom 7. Aug. 1819 


Flußrecht 


g von Waflerläufen vom 15. Aug. 
—— um Heffen Se Fi. 
ee 


om 1. März 1807 u. bie 
ig, Unterhaltung u. Regelung ber 
ı. 19. Kebr. 1854; für Sachſen⸗ 


Befeh ber den Schntz gegen flie» 
u. über die Benutung derfelben 
1854. Anßerdem befleben für bie 
e beionbere Stasteverträge (meifl 
ı genannt), worüber bie Artilel 
n Ströme zu vergleichen find. 
mbjäge des %-® gelten folgende: 
entlihen Flüffe find dem Pri- 
tboben. Als Merkmal ber te 
te das Röomiſche Recht bie ſtete 
atlichen Waflerfiräömung (Flumen 
Deutfhe Recht hat baflelbe von 
bt, daß nur biejenigen Ylüffe ale 
ben feien, welche ſchiff⸗ u. floßbar 
men entweder Schiffe ob. boch wer 
e Flöße (nicht blos einzelne Hölzer, 
engefügte Holgballen) ale Zrane- 
terfonen ob. Sachen gebraudt wer- 
(fe u. Bäche dagegen, welche dieſe 
baben, fteben infomweit im Privat- 
ben Ufereigenthümern je für bie 
aliegenten Xanbes die Hälfte tes 
ar Mitte bes Flußbettes zur aus⸗ 
mtzung gebührt. Die Rebenarme 
e aber folgen, auch wenn fie nicht 
ar zur Floß⸗ u. Schifffahrt dienen, 
yauptfluffes, u. ebenjo üudert bas 
Iufhören ver Floß⸗ ıı_ Schifffahrt 
Enbeten Charatter ver Offentlichleit 
yagegen bisher nicht ſchiſſbare Ge⸗ 
zemacht u. jo in einen öffentlichen 
yon, ſo famı dies von ben Anliegern 
bt gehindert werben ır. biefefben Kind 
ihnen bisher zuftändig geweienen 
zu entihäbigen. b) Sowohl bei ben 
In. ale bei den nicht Öffentlichen 
nde Waſſer, die Waſſerwelle, außer 
. Reht Ieberinaun zur Benutung 
u es bei nicht öffentlichen Fluſſen 
nmen, baß tie wirkliche Diöglichkeit 
nur für beftinimte Berfonen vor⸗ 
am die Anlieger nicht geftatten, in 
rigen ‘Theile des Flußbettes die Be⸗ 
ngen vorzunehmen. Bei Brivat- 
Ber der unmittelbare Uniieger in 
nzige fein, welcher von der Waſſer⸗ 
machen faun, infofern er nicht Bach 
rag ob. anberes Rechtsgefchäft einem 
gang gu ter Benugung eröffnet. 
n Beidrberung ker landwirthſchaft⸗ 
aber ten bahinterliegenden Grund» 
articularrechtlich oft das Recht ein- 
Jeſtattung eines ſolchen Zufluffes 
unen, tcenn dies ohne Beläſtigung 
enden Grundſtücks geſchehen kann. 
e Waſſergebrauch zur Tränke, zum 
zur Wieſenbewäſſerung iſt den An⸗ 
igt geſtattet. Insbeſondere iſt der 
mer daher gegenüber ken: tiefer lie⸗ 
g aufdas Maß ter Wafierbeuugung 
me een ſolchen Gebrauch, wo⸗ 
fer dauernd verunreinigt, od. gältze 
od. tem untern Grunpfiüd in einer 


vom feiner natärfihen Strömung abweichenden 
Richtung zugeführt würbe, darf er nicht vornehmen. 
Dem jenleitigen Uferanlieger gegenüber hat fih ber 
Abjacent, fo weit bie® geſchehen Tan, innerhalb 
feines hälftigen Antheile am Flußbett zu balten. 
Wo aber eine Benutzung in Frage ift, bei welder 
eine ſolche örtliche Scheidung nicht möglich if, hat 
fich ber Anlieger mit dem gegenüberliegenden Nach⸗ 
bar zu vergleichen, n. nötbigenfalie iR die Gemein- 
ſchaft ber beiberfeitigen Aniprüde durch einen obrig- 
teitliden Kusfprud auseimanberzufegen. Außer- 
gersöhniche Benutungsarten, weiche größere An- 
agen erfordern, wie z. ®. die Anlegung von Müh- 
len u. andern Zriebwerfen, bebürfen in ber Regel 
auch bei Privatfläffen, felhft wenn im Lande gerade 
fein Muhlenregal befteht, der poligeilihen Erlaub⸗ 
mg. Ber ben öffentlichen Flüſſen ift tie gemeine 
Benutzung ber Wafjermelle wegen bes megfallenben 
Berbietungereht6 ber Anlieger noch freier.” Es 
darf bier Jedermann Waſſer fhöpfen u. baffelbe 
vorübergehend zum Baben, Tränfen, Waſchen u. 
dgl. benugen, ohne daß er dazu die Bewilligung 
einer Privatperfon einzuholen hat. Dagegen tritt 
bezüglich umfänglicyerer, namentlich gewerblicher 
Benugungsarten ale beiäräntend Das Verbietungt⸗ 
recht des Staates ein. Diefes ſelbſt if aber ein 
verfchiedenes, je nachdem das Landesgeſetz dabei 
mehr ber Regalitätetbeorie anbäugt, od. das dfe 
fentliche Semi ffer als eine gemeine Sache auffaßt. 
Gemeinrechtlich lann nur der lettere Gefichtopunkt 
als berechtigt angeſehen werden, ſo daß der Staat 
fein Verbietungsrecht nur in der Weiſe ansguüben 
bat, baß er die Benukung im gemeinen Intereffe 
gegenüber einem willfürlihen Zugreifen der Indi⸗ 
viduen in eine gewiffe Ortnung, zumeilen auch ge- 
gen genifte, doch immer nicht ale wirklicher Kauf 
preis aufzufafiende Gebühren bringt. Particitlar- 
rechtlich tritt aber doch bie frühere Regafitätstheorte, 
welche das Verbietungsrecht mehr aus dem Gigen- 
thum bes Staates am öffentlichen Flufſe ableitet, 
wenigften® da Überwiegend hervor, wo es fih um 
die Fiſcherei, Benntzung bes Flufſſes zum Flößen 
u. um Anlegung von Yähreinricgtungen, fo wie 
Mühlen u. anderer Triebwerte handelt. Die Fi- 
ſcherei in öffentlihen Flüſſen kann daher regel- 
mäßig nur durch Privilegien auf Private über- 
tragen werten. Ebenſo wirb bie Befugniß zum 

lößen (Jus grutiae), insbefonbere unverbuntener 

olzftüde (Scheitflöße) Der Regel nah nur durch 
befoubere Verleihung erworben; meift übt es aber 
ber Staat felbft als fein ausſchließliches Recht aus. 
Bei Anlegung von Mühlen ıc. rechtfertigt fich das 
Verbietungsredht des Staates, went nicht ein 
eigentliches Mühlenregal nachweiſen läßt, doch ſchon 
daraus, daß durch die Erbauung ter dabei noth⸗ 
wendigen Schleußen, Wehre, Abzuysgräben u. ſon⸗ 
ſtigen Borrichtungen in ber Regel der ganze Waſ⸗ 
ſerlauf u. damit die gunie Nuyuny zu Sunften 
eines Einzigen bejchränft wirt. Die Beftimmungen 
über tie Benutzung des Fluſſes zur Schifffahrt ba» 
gegen find nach neueren Recht nur polizeilicher 
datur, fo taß tie Erlaubniß dazu unter Erfüllung 
ber geſetzlichen Vorbediugungen (zu welchen zuwei⸗ 
len bie Aufnabınc in eine Schiffergunit gehört) ven 
Jedermann erlangt u. unter Beobachtung ber poli- 
zeilihen Vorſchriften, fo wie gegen Erlegung be» 
ftimmter Steuern u. Zöle, weiche als Beiträge zu 
ben Koften ter Erhaltung des Stromes u. der ſonſt 


306 


zur Schifffahrt nöthigen gemeinſchaftlichen Anſtal⸗ 
ten zu betrachten ſind, ausgeübt werden darf. Die 


Ufereigenthümer an öffentlichen Flüſſen haben bie | 


Verpflichtung, den Sciffern nicht allein den Lein⸗ 
pfab offen zu laflen, ſondern auch die Vefeftigung 
der Schiffe am Ufer u. im Nothfalle die zeitweilige 
Ausfegung ber geladenen Waaren zu geflatten. 
co) Wird ein Flußbett troden, fo beftimmt ſchon das 
Römifhe Recht, daß dann Das trodene Flußbett 
(Alveus derelictus) den angrenzenden Ufereigen- 
thümern nad) ber Länge ihrer — je bis 
zur Mitte des Flußbettes in das freie Eigenthum 
zuwächſt. Ebenjo fallen Flußinſeln (Insulae in 
flumine natae) ben Ufereigenthümern in der Weile 
au, daß eine in ber Mitte des Fluſſes gezogene Tinie 
die Grenze für bie beiberfeitigen Anleger bilbet u. 
je nachdem die Infel auf bie rechte od. linke Seite 
diefer Grenzlinie fällt, viefelbe dann dem Anlieger 
des rechten od. Linken Ufers zugetbeilt wird. Ab⸗ 
weichend davon befliimmen aber manche Particular- 
rechte (3. B. Code civil Art. 363, Öfterrei- 
ae Criminalgeſetzbuch 8. 409, Allgemeines 

reußiſches Landrecht Ch. I. Tit. 9 8.271), daß die 
auf die Dauer verlafjenen Flußbetten vor Allem 
auf bie Entihädigung derjenigen Grunbftüdsbe- 
fiter verwendet merben follen, welche Durch ben 
neuen Lauf, welchen ber Fluß in folge ber ftattgehab- 
ten Veränderungen nehmen mußte, beſ. beichäbigt 
worden find. Allmälig angeſchwemmtes Land (Al- 
luvion) wächſt ven Beſitzern ber Uier zu, an mel- 
hem die Anſchwemmung flattfindet; gemaltfam 
losgeriſſenes u. angetriebenes Land geht crft da⸗ 
durch in das Eigenthum bes Anliegers über, daß 


Bäume u. Pflanzen, tie darin Wurzel baben, ibre 


Wurzeln auf das Hauptlanb ausdehnen od. um⸗ 
gelehrt Pflanzen, welche in dieſem wurzeln, audy in 
das Angejchwenimte Land binüberreichen. Da durch 
jolde Veränderungen am Flußbette den Uferanlie- 
gern oft der größte Schaten gefchieht, fo haben 
tiefelben unbezweifelt vie Befugnig, zum Schute 
ibrer Ländereien ſowohl ſolche Anjtalten zu treffen, 
welche lünftigen Abſpülungen u. Veränderungen 


vorbeugen, als auch folhe Vorrichtungen zu maden, 


melde aufeine Wiederberftellung des vorigen Zuftan- 
des berechnet find. Nur darf tabei ber Gebraud 
ter Waffermelle in ber hergebrachten Weije nicht 
beihräntt werben. Bei ber frage aber: in mie 
weit den Uferanliegern eine Berpflichtung zu ſolchen 
Schußarbeiten angefonnen werben bürke? ift ein 
Unterjchied zwiſchen Wafferbau u. Uferbau zu ma- 
den. Die ug zum Waſſerbau, welcher alle 
die Vorrichtungen u. Arbeiten umfaßt, die zur Her⸗ 
ftellung ter Strombahn, Erhaltung des Fluffes in 
feiner gewöhnlichen Benutzung, Beförberung der 
Schifffahrt ꝛc. fich bezieben, beſtimmt fich nach der 
stage, wer als Eigenthümer bes Fluſſes zu be= 
trachten iſt. Bei Privatflüſſen baben daber vie 
Ufereigenthümer je nach dem Verhältniß der ihnen 
am Fluſſe zuſtehenden Berechtigungen dazu beizu— 
tragen; bei öffentlichen Flüſſen, tie ter Geſammi⸗ 
beit gehören, dann nur biefe, unter Auificht u. nach 
Anordnung ber Staatsgemwalt, ale dazu verpfliktet 
betrachtet werten. Bei dem Ufer ban dagegen greiit 
tie Nüdficht ein, Daß es hierbei ſich nur um Ziche 
zung eines od. mehrerer Privatgrundſiücke h.udelt, 
meldye bei Unterlafjung bes Ujerbaues «lcin od. 
tod zunächft benadibeiligt werten würden. Die 
Laſt des Uferbaues kann daher auch nur tie Gi,cıe 











Flußrecht bio Flußſchifffahrt 


thümer treffen, zit deren Gunſten der 


ſchieht. Die Ausmittelung der Frage, 

enthümer hierzu zu rechnen ſind, ble 
—* immer im einzelnen Fall eine febr 
zuweilen bieten Gewohnheitérechte u. 
nen ber Grundbefitzer bierzu einen näbı 
Regelmäßig lönnen nur diejenigen & 
weiche durch den Uferbau unmittelbar g 
den, zur Tragung ber Uferbaulaft b 


werben. Landesgeſetze erliären inbeflen 


figer der hinter den unmittelbar an &ı 
angrenzenden befindlichen Grunbftüde f 
pflichtig, wenn ihnen erweislich durch! 
Nuten geichaffen wird. Ob u. in mie ı 
vieleiht auch von dem Staate ein Bei 
wird, ang meift nicht ſowohl von red 
billigen Nüdfichten ab, die fich intefle 
für die Kräfte ber Einzelnen ganz ı 
lihen Koften mancher lijerbauten, Bei 
tenubaren Bortbeilen, welche aus ter 
eines Flußbettes in ber Regel für em 
gend erwachſen, fo wie beitem innigen, 
bang, welcher bei Ufer» u. Wafierbau | 
die Arbeiten für den einen u. anderen. 
nau fcheiden läßt, felten zurlidweifen I 
bie betreffenden Verhältniſſe feftzuftell 
um ben betbeiligten anberen Grundbe 
genheit zur Geltendmachung ihrer Gin 
Darzubieten u. das allgemeine Interefh 
tönnen, wird in ben Landesgeſetzen jd 


u. Uferbau an die Genehmigung ber 1 


bunden, welcher die polizeiliche Auffi 
fließenden Waffer anvertraut ift. Über 
gen, ſ. u. Deich. 2 Nor Maurer, : 
Frankf. 1570; .v. Cancrin, Abhandl 
Waflerreht, Halle 1759—1800, 3 % 
Überfiht der Wafjerbaufunft, Hamb. 
ten, Bemerkungen über bie beim Aa 
tommenden Rechtsfragen, Eiien 18. 
Traite des cours d’eau, Bar. 16: 
Romagnofi, Bom Wafjerleitungsrecht, 
Eivers, das Recht des Waſſerlaufes 
mis, Bd. J.; Schwab, Die Eonflicte 
fahrt auf den Flüſſen mit ber Benupı 
teren zum Mafchinenbetriebe, Heidelb. 
lagebeft zum Archiv für civiliftiiche Pr 
Die waſſerrechtliche Geſetzgebung auf 
punfte ber Gegenwart, Altenb. 1856. 
laute: ſ. u. Fluor. 
Flußſaurer Kalk, jo v. w. Flußſp 
Flußſchifffahrt, die Schifffahrt 
Flüſſen ob. ſolchen Strömen, welche 
Fahrwaſſer haben; wird mit einmafli 
Fahrzeugen betrieben, welche am Dinter! 
Bube(bölgernen Häuschen) zur Bergun⸗ 
mannichaft (Bunenlente) verjeben fin 
Flüſſe mit günftigerem Fabrwaſſer 
Boote, beren Schiffsraum die Einri 
Kajüte u. jonftiger Räumlichkeiten zu 
ter Mannſchaft geftattet. Sie fübren ı 
ſchiedenen Flüſſen verjchiebene Namen. 
auf der Eibe, Böde auf der Weſer, & 
Oder xc. Außer biefen thalwärts ven Di 
des Fluſſes u. mit Hülje von Segeln 
fortbewegten, bei ter Bergiahrt entmer 
ſchen od. Thieren an Seilen länge ti 
dem fegenannten Leinpſade cd. von Si 
ſchijſen fortgezogenen Yanıfchigien, wirt 


Flußſchildkroͤte bis Flußübergang 


7 


burd) Dampfboote, welche Überdies | gutem Brenn u. Speifedl gefotten. Auf ber Miſfion 
zenverfehr eingerichtet find, bewerl- . Urana foll man jährlich auf 5000 Krüge ſolches £1 


aßiehifte, namentlich bie Flußdampfer, 


fertigen, zu jedem Kruge aber 5000 Gier gebraucht 


gebaut, als bie Seeichiffe m. haben | werden, was eine Summe von 25,000,000 Gier 


ngeren Ziefgang, weil fie von Stür- 
eiten haben. Schraubendampfer fin- 
enigen Strömen Anwenbung, beren 
131 geeignet if, find aber in fofern 
{6 fie das Ufer nicht befchäbigen, wie 
er durch ihren Wellenichlag, welcher 
n Fiſchfang nachtbeilig ıft. Um Ge⸗ 
ſchaͤdigungen abzuwenden, find bie 
in Reglement gebunten. Kür das 
ilberen bie Klüfie feit dem Aufblühen 
ı Mittelalter die belebteften Verlehre⸗ 
aßen, ba der Transport ungleich bil- 
n fiherer ala zu Lande auf ſchlechten 
exern bedrohten Heerſtraßen bewirkt 
e. Doch blieben die Schiffe den auf 
lichen Berfchrsbeläftigungen mit Zöl⸗ 
a nicht fern, ja für Die die Ufer müch- 
innebabenten Fürften u Herten wa⸗ 
Wifabriszölle eine ſehr ergiebige Ein⸗ 
Wu. Flußrecht). Erft Lie mit ber Stei⸗ 
erebro im 19. Jahrh. gewonnene befiere 
8 Beſen ter Nationalwirchidmit beiei- 
jſchififahrtszelle auf den mieifleu eure» 
men, melde, Soweit fie fchifjbar, nur 
biet Lurchftrömen, u. bei dem größten 
wen burchfliegenten Sırome Europas, 
wurde im Intereſſe des europätichen 
hr ſowie aus pelitiichen Grüuben bie 
uch Beichlug ter Großmächte 1856 
t. Bei ſoichen Flüſſen, deren Sciif- 
t heben Abgaben belaftet iſt, droht ie 
er Eiſenbahnen tiefen Erwerbszweig 
‚ fo namentlih auf der Eibe u. dem 
Die meiften Transportverfiherunge- 
nehmen auch Berfiherung een Waſ⸗ 
lũſſen an, |. Aſſecuranz II. A) b). 

beröte (Emys Brongn.), Gattung 
ten; Süße fünfzebig, mit Schwimm⸗ 
rg Räpeln, Kopf nadt od. beplattet, 
er al® bei ten Landſchildkröten; leben 
er, freſſen Infecten ob. Heine Wür⸗ 
Europäiſche F. Emys europaea 
'estudo Em. Schneid.), Schild ei⸗ 
Hatt, ſchwärzlich, gelbpunktiirt, ftrablig, 
beweglich; lebt im ganzen wärmeren 
n Europa, in Griechenland, Italien, 
ortugal, Sütfranfreih, Ungarn u. 
»is nach Preußen; Länge 6—10 Zoll; 
it Sewürm: Gemalte F. (E. picta), 
‚ jetes Schild mit gelbem Bante, in 
‚an Kellen u. Bäumen kletternd; 
ıfhildlirödte (E. scripta), Schale 
braunen Schlangenlinien, arabifcher 
6; E. expansa (Arrau, Zortuga), 
Ancco u. beflen Rebenflüffen in Siit- 
; ihre Gier im März an wenige, ten 
Dortiger Gegend belannte Orte, in 
» 2 Fuß tiefe Löcher, kei welchen Ge⸗ 
eigen bazu beftellten indianischen War 
wird. Nach se Werts 
1, u. man fammelt die Gier, wirft fie 
Baflertröge, zerbricht fie, felt dieſe 
onne aus u. rührt fie fleifig um. Das 
immenbe Dotter wird abgejchöpft u. zu 


zz — —— Te —— — — — — — — — — — 


gäbe. Im Durchſchnitt werben 115—120 Eier anf 
eine 5 gerechnet. Die F. findet ſich auch verfleinert. 
Flußſchnecken, Schneden im Suüßwaſſer, meift 
aus ter Gattung Helix. Ebenſo Yuupiärauben, 
Slußtrompeten, aus ber Gattung Kinfhorn. 
But — jo v. w. Regenpfeifer. 
lußſchwamm (Sumpffabenfhwamm, 
Tupha lacustris), |. Seeſchwãmme. 
lußſchwein, |. Capybara. 
lußſchwerſpath, jo v. m. Flußbaryt. 
lußſchwimmſchnecke (Neritina), Untergat- 
tung der Schwimmſchnecken (f. d.). 
Lußfpath (Biußfaurer Kalt, Dctarbriihes 
Flußhaloid, Hup, Mineral, kryſtalliſirt vor⸗ 
ugsweiſe in Würfeln, auch in Octaëdern, 
—— u. a. tefſeralen Formen; bie 
Kryftalle find einzeln aufgewachſen od. zu Drufen 
vereinigt; auch derb, in flängliden u. lörnigen 
Mafien, zuweilen dicht u. erdig ; volllommien ſpalt⸗ 
bar nach den Flächen des DOctatders, glasglänzend, 
febr verfchieten gefärbt, farblo6 n. mafierbell, wein⸗ 
gelb, violblau, honiggelb, ſmaragd⸗ bie lauchgrün, 
zuwtilen dichrditiſch Manche Arten pbospbore- 
ſciren in der Hitze (Chlorophan), einige ſchon, wenn 
ſie in der Haud erwärmt werden. Man unterſcheidet: 
a) Gemeiner F. (ſpäthiger Fluß, geformter 5F.). 
Kryſtalle deutlich ausgebildet, glaſsglänzend, auch 
fänglich abgeſondert (ſtänglicher F.) ob. ſchalig u. kör⸗ 
nig (ſchaliger, körniger F.); ») Dichter F. (Dich⸗ 
ter Fluß, AMHußftein) ‚ift derb, mit flachmuſcheligem 
Bruch, durchſcheinend, niatt licht gefärbt, zuweilen 
gefledt u. geflammt, ähnlich bem Hornftein; e) Auf» 
de (Erdiger Fluß, Erbiger F.), erdig, ale 
berzug ob. auf eigenen Gängen. Ein Gemeng von 
blauem erdigem F. mit Mergel iſt der Ratoflit 
vom Bache Ratowla im Gouvernement Moskau. 
Der F. kommt fehr häufig vor, in Begleitung 
mander Erze auf Gängen, als Gemengtbeil man- 
cher Gebirgsarten, bei. einiger Granite u. Vorphyre, 
zuweilen bildet er felbfländige Gänge im Gebirg, fo 
bei Freiberg, Stollberg am Harz u. Steinbach in 
Meiningen. Borzugemeile wendet man ben F. al® 
Flußmittel bei merallurgiihen Proceſſen an, fer- 
ner zur Darfielung der Ylußiäure (Biußfvarbfäure, 
Fluorwaſſerſtoffſäure), zum Yen bes Glaſes, zur 
Bereitung mancher Glaſuren u. Email. In Eng⸗ 
land werben die ſchön gefärbten Varietäten zu Va⸗ 
fen u. allerbanb Ornamenten (Spar-ornaments) 
geſchliſſen. Die Vasa murrhina ber Alten waren 
wahrſcheinlich auch aus F. gefertigt. 
Flußſpath Pferdew.), |. Spatb. 
lußtaucher (KleinerSteißfng, Podiceps 
minor), Art ber —— od. Taucher, |.b. 
Flußũbergang u. Klußvertbeidigung. Wäh⸗ 
rend die Kıüfie den friedlichen Berkehr ın einem 
Lande ungemein zu förbern verindgen u. ala bequenie, 
natürliche Verbindungswege getrennter Orte bie- 
nen werben, bilben fie im Kriege zwiſchen ben feind- 
ligen Parteien erhebliche Trennungen u. wichtige 
Abſchnitte des Kriegsichauplages. Die Schwierig. 
keit, fie zu überfchreiten, beſtimmt ſehr oft den Ber⸗ 
theibiger, fich gerabe bier dem Feinde mit Nachbrud 
entgegenzuftellen. Au meiften in Frage werden 
babei fliehen: bie allgemeine Richtung bes Flußlau⸗ 


398 Ziußübergang 


fes, ſowie befien Abweichungen, die Breite, bie 
Tiefe, das Gefälle bes Stufien, die Schiffbarfeit u. 
deren Binbernifle, die Größe, Einrichtung u. Zahl 
der vorhandenen Kahrzeuge, bie Befchaffenheit der 
Ufer u. Thalmwände, die vorhandenen Übergänge, 
ob Furthen, Sandbänke, Infeln vorhanden find 
a. dgl. mehr, u. diefe befonberen Umflänbe find bald 
dem Ungreifenden, bald dem Bertheidiger ⸗ 
ſtig. Ein Flußübergang im Angeſichte des Fein⸗ 
des würde eine —A— unter Banner 
den Berbältniffen herbeiführen ; weil aber ber Über- 
gang meift nur an einer ob. an einigen Stellen ı. 
allurälig wird erfolgen lönnen, fo vermag ter Ber- 
theibiger bie lbergegangenen Truppen mit Über- 
macht anzugreifen. Daraus geht hervor, daß in ber 
Negel ber Bertheibiger entweder durch Demon- 
ftrationen über den wirklichen Punkt bes Übergangs 


etäufcht od. Durch geſchickte Bewegungen außer 


tand gelegt werben muß, ben übergehenben Trup- 
pen mit zahlreichen Kräften entgegenzutreten. Die 
Erfahrung hat gelehrt, daß das Eine od. das An⸗ 
dere immer möglich, wenn auch bisweilen nnr mit 
roßen Opfern zu erreichen fein wird. Sobald nach 
afjgabe der taktifchen od. techniichen Verhältniſſe 
der Punkt des Übergangs beſtimmt ift (meiftene an 
«inem nach dem Vertheidiger hin concaven Flußbo⸗ 
den, weilin biefem Yalle vom biefjeitigen Ufer aus 
die feindliche Stellung umfaßt werben kann), fo 
wirb die Avantgarde auf Kähnen an das jenfeitige 
Ufer gefett, um fich dafelbft feftzufegen ı. den Bau 
einer Brüde u. den ferneren Übergang ber Trup⸗ 
pen zu beden. Faſt inner wird man die Herftellung 
einer Brüde dem Überſetzen auf Kähnen, Fähren u. 
fonftigen Fabrzeugen vorziehen. Die Avantgarde 


errichtet fofort einen Brüdentopf am jenſeitigen 


Ufer. Iſt dies gefchehen u. Die Brüde vollendet, fo 
wird der Übergang möglichſt ſchnell ausgeführt u. 
die Truppen werden am jenfeitigen Ufer jofort in 
die Geſechtsſtellungen gebracht. Natürlich werben 
fih hierbei die Schwierigfeiten fleigern, je Breiter 
der Fluß ift, je größer Die Truppenzahl ift, welche 
übergeben ſoll u. je näber ter Feind ftebt. Die 
Vertheidigung einer langen Flußftrede gegen einen 
Augen Feind iſt ſchwer u. obne Hilfe von Feftun- 
gen faft nicht auszuführen. Der günftigfte Fall tritt 
Tann ein, wenn der Fluß einen Bogen um bie n 
vertheibigenbe Stellung herum macht. Dan ftellt 
ſich dann, nachdem man bie nicht durch Feftungen 
od. Brüdenlöpfe in dieſſeitigen Hänten befintlichen 
u. aljo nicht geficherten Brüden abgetragen od. ge- 
fprengt bat, im Mittelpunft des Bogens anf u. 
läßt Den F. durch Meine Detadhements beobachten; 
diefe enden zahlreiche Patrouillen aus, welche Das, 
was am anderen Ufer vorgeht, beobachten u. bei 
Naht an Punkten, mo e8 der Feind nicht vermu⸗ 
thet, auf Nahen übergehen u. Nachrichten einzie- 
ben ꝛc. Be. müſſen fie die jenfeitigen Müntungen 
von Flüſſen in den zu vertheitigenden Flüſſen u. 
Stellen, wo ber Feind Fobrzeuge verbergen kann, 
beobachten. Sobald fie bemerken, daß der Feind 
Diiene macht, überzugehen, melten fie c6 bem 
Sanptcorps. Dieſes gebt, Sobald es fich Überzeugt 
bat, daß ter Übergang nicht ein Scheinangriff it 

uf ben Feind los, um ihn wo möglich noch im 

bergeben zu treffen n. fo getheilt zu hlcgen. Hält 
man durch eine Feſtung od. einen Doppelten Briden- 
topf beite Flußufer 
der Feind Üibergegangen if, felbft den Fluß über 


, fo kam man, auch mwäbrend | 


bie Pluvanna - 


fögreiten u. in feinem Rüden bie Brüı 
wodurd er in große Berlegenbeit Te 
Die ganze Armee am Ufer zu verthe 
medmäßig, inbem ter Feind baum b 

unft den Übergang erzwingen u. bi 
den Corps einzeln aufreiben wirb. ( 
trirte Stellung dagegen kann beu Feint 
er den Übergang fhon vollenbet hat, n 
am weiteren Vorbringen binbern u 
von ſelbſt wieber auf das jenfeitige U 


gehen. 

Flußwanze (Galgulus Zafr.), 
Waſſerwanzen, |. d. 

. Flustra (Seerinde), Polypenga 
Adtbeilung der Moosthiere u. ber 

Cellariaea , mit blattartigem, biegfan 
mit Meinen in Quincunx geftellten, | 
Zellen, mit aufgerworfenem Rante, 

mit 14— 22 Fühlen: Art: Blätte 
foliacea), lappig zertheilt, bie Lappen 
4—8 Boll fang, um ganz Europa ger 

Fluftroriten (Betref.), rinden- 
ähnliche liberglige, fleddten-, moo®® ı 
artige — ſer. Fiahh J 

ute {fr., Ipr. t), Flote, 1. 

Blüte (@rütbrrtm), 1) ſo v. w. Fleuth 
ſchiff mit nur bald fo viel Kanonen, a 
nt 1 

Fluth, 1) das Austreten eines 8 
über feine normalen Grenzen; 2) bat 
des Meeres im Gegenſatz zur Ebbe; 
ber Anfang der $., mo das Wafler ı 
ſteigt; Halbe $., bie Mitte der Flu— 
terflutb (Ahterfluth, Leute $ 
fintb), bie legte Zeit ber F., wo ba6 
feinen höchſten Punkt beinabe ganz e 
ſehr langſam fteigt; Springfiuth(& 
die drei nächſten Tage vor u. nad d 
Neumonde, wo bie %. am bödhften fleic 
am ftärkiten ſtrömt; Nippfluth(Sch 
andertbalb Tage nach tem erfien n. I 
des Montes, |. u. Ebbe. Daber FRA 
Unter, der das Schiff während der FI 
es ng nicht in den Strom lege (ſchwe 
Zweck hat der Ebbeanker; 8) (Hü 
von dem Pochwerke abgefallene W 
Flutbner, ein Arbeiter, ber das davor 
Erz GSiutbwert) wieder ſammielt; 4) 
des Brunnen® od. ber Salzquelle t 
werte, wenn berjelbe ganz angefüllt ij 

Fluthbette, ter Abzugagraben « 
zum Ausfluß des überfliffigen Waffe: 

Blutbprähle, Pfähle, welche Ich 
Grundbaum eingeihlagen werten, u 
berellnreinigfeiten von ben Rafferräte 

Flutbtbor, ſ. u. Schleuße. 

— fo v. w. Aufſchlagn 

luthwerk, 1) fo v. w. Wäld 
(Berne). fo v. w. Seifenmerf. 

Flüttig, 1) an dem gefchlachtete 
Stück Fleiſch zunächft nah dem Bra 
v. m. Flügel, Flederwiſch; 3) fo v.r 
od. grober Menſch. 

Fluva, Fluß im öfterreichifchen $ 
burg (Halbiniel Aftrien); entflebt be 
u. mündet in einen See auf der Oil 

Fluvanna, Grafſchaft im Sta: 
(Nordamertla), SOD., Ylüffe: Far 


Fluvia bis dockea 


2; Boden tbeilweis hügelig n. mr 
Bar; Hauptprebucte: Tabal, etwas | 
ne in der Räbe von Balmyra); 1777 
0: 9487 Ew., worunter 4737 Skla⸗ 
: Balmyra. 

ſpaniſchen Provinz Gerona 
entipringt unmeit Olot, fließt nad 
olf de Roſas. 

‚. Iat.), 1) ben Fluß betreffend; 2) 
fſer wachient. ber Fiuriales, 20. 
licherſchen Pflanzeniyfteme ; Pflanzen 
mur angebeuteter ob., jedoch felten, 
Bl ülle, einem od. mehreren 
sten, mit einem aufrechten od. hän⸗ 
amen ohne Eiweiß, Würzelchen des 
6 unten gelehrt; nur eine Familie, 
lese mit ben Lemnäcese als An- 


fo v. m. Fluevogel. 

„Tat.), 1) Strömung, das Fließen; 
uß; Daher Plurtondr,, ber mit Flüfſen 
GGatb.), nach Newton find Yen Die 
wen, womit fluente Größen, d.b. 
hBewegung eines Bunttes, einer Linie 
wentfieben, Durch die erzengende Be⸗ 
men. Wenn ein Bunt fich mit ge» 
idigleit auf ber Abfciffenachfe bewegt 
in Bunte auf der zugehörigen Ordi⸗ 
alfo Lie Geſchwindigkeit, mit welcher 
mnimmt, die 5. der Abfciffe, von 
x bezeichnet, u. bie zugebörige Ge⸗ 
mit welder die Ordinate y wächſt, bie 
aatey, endlich die Geſchwindigkeit, 
er Bogen a der Curve zunimmt, bie 
mit beſchrieben wird, weldher immer 
puntt ber Orbinate zufammentrifft, 


rves. Für einen Kreis, z. B. vom 
iſt bei rechtwinkeligen Coorbinaten, 
⸗unkt in einem Entpunfteines Durch⸗ 
: —y: r — x, ferner x: 2 — 
—x:r. Man ſieht, daß das Ver⸗ 
daflelbe if, was Yeibnig Verbältniß 
de nennt. Da tie Sen der Flächen 
Der Geſchwindigkeit ber erzeugenten 
auch von ihrer Größe abhängen, fo 
uf %. ven Linien zurückführen; daſ⸗ 
örperlihden Räumen. Dadurch wirt 
rauch ter %. unbequem u. ift Daher 
iffe u. Bezeichnungen der Leibnitzſchen 
hnung überall verdrängt worden. 
yeliäcus (lat.), Milchruhr, f. d. F. 
erfluß, |. d. 
idemlinze m Marollo, gegen 4 Pfen- 


Yobann Magnus, geb. 1412 auf bem 
Harörum in Der ſchwediichen Provinz 


Lebrer ber Artilleriemwifienicaft in : 


egründer ber allgemeinen ſchwediichen 


r.: Tilläg till Isander» Förelas- 
» Artilleriet, Etedb. 1940. 

Sarlön, Smilie, geb. den 8. Auguft 
imftab, vwerlebte ibre Jugend unter 
buslän, baber ibre genaue Kenntnif; 


ten Echeeren; fie war erft ieit 1927 | 


Elpgare u. nach defien Tode an ten 


—— — Joh. Gabr. Carlen, ebenfalls Di 
ter u. Romanſchriftſieller, in Stodholm verheirathet. 
Sie ſchr. feit 1839 folgende von Eichel, Friſch u. U. 
überfete Romane u. Novellen: Waldemar Mein, 
1838, Emmas Herz; Der Stellvertreter, 1838; Gu⸗ 
ſtav Lindorm, 1839, 3 Thle.; Der Reichsverweſer; 
Professoren och hans skyddslingar, 1840, 
2 Thle.; Fosterbröderna, 1540, 3 Thle.; Kyrko- 
Invigningen i Hammarby, 1340 f., 3 Thte.; 
Skutsgossen, 1841, 2 Thle.; Rosen p& Tistelön, 
1842, 2 Thle.; Kamrer Lassman,, 1842; Fidei- 
kommisset, 1844, 4 Thle.; Pal Värning, 1844; 
Vindskuporna, 1845; Brudon pä Omberg, 
1945; Enslingen pa Johannes-S öret, 1846, 
3 Thle.; Ett Ar, 1546; En Natt vid Bullar- 
Sjön, 19847, 3 Thle.; Jungfrutornet, 1848, 
2 Thle.; En nykfull Quinne, 1849, 2 Bbe.; 
Romanbheldinnen, 1549; Familier i Dalen, 1950; 
Et Rykte, 1850; Formyndaren, 1951, 2 ®®e. 

Flynis (Btynp), Gott ber Sorben; dargeſtellt 
ale Greis auf einem Kieſelfelſen, anf ber linken 
Schulter Hand ein Löwe u. in ber Rechten hielt er 
einen Stab mit einer anfgeblafenen Schweinsblaſe. 

Flyſch, Abtheilung bee Kreibegebirge, enthält 
grauen Diergel- u. Kaltichiefer, feintörnigen, dunklen 
Mergel- u. Kallfanpflein, mit Breccien, Conglo⸗ 
meraten, Berfteinerung von Yucusarten (daher 
Fneoiden⸗Sandſtein) u. a. Bildet einen 
Theil Der Karpaten, Der Apenninen n. ber Kallalpen. 

Flyſtedt, Peter, mit Adolf Clarenbad 
Haupwerbreiter ber Reforntation in Veftfalen n. am 
Rhein: fie wurden beite 1529 in Köln verbrannt. 

F-Moll, weide Tonart mit bbbb vorgegeichnet ; 
ihr entipricht die Dur Zonart Asdur. 

Fne, ein japanefiſches Küftenfahrzeng. 

o., chemiſches Zeichen für Formol. 
o, bei ten Chineſen Name des Buddba, ſ. d. 
a, 1) Inſel in ber Hawai⸗Gruppe der Freund⸗ 
ſchaftsinſeln (Sütfee), beivohnt u. gut bebaut; 
2) See in ber hinefifhen Provinz Kanton. 

Foagium (mittellat.), 1) (Bocagium), Herbzius, 
vormals in Bretague u. Normandie der Zins, wel⸗ 
her ven Häuſern an ben Grundherrn entrichtet 
murbe; 2) Das Holzungerecht in einem Walde. 

gen ‚Münze, fo v. m. Fouang. 

veal... (v. lat.), ten Focus, ſ. d. 3), ber 
treffend, 3. B. Bocaldiſtanz, die Entfernung vom 
Brennpuntte. 

Focaria (lat), Ködin, Epitsname der Concu⸗ 
binen bei Geiſtlichen; Daher hieß ein ſolcher Geiſt⸗ 
licher Fecarista (Focarlas), d. h. Küchentnecht. 

Focäro, Getiegefpite in der neapolitanifchen 
Provinz Terra di Otranto, 1610 Fuß. 

Fochabers, Stadt am rechten Ufer bes Spey in 
ber fehottifchen Graſſchaft Bauff. 

Fochan, Flecken in ter chineſiſchen Provinz 
Canton, in ber Näbe ter Stadt Canton; Gewert- 
tbärigteit, Handel, Fiſcherei, 2 Meilen lang; fol 


gegen 200,000 Ex. haben. 
u. fi. 1648 in Konradeberg bei Etod- gen b 


oder (Mafchinenm.), fo v. m. Windrad. 
ode, 1) Das untere Segel am Yodmaft; 2) 
dreieckiges Vorderſegel eines kleineren Schiffes; 
3) fo v. w. Bordertbeil des Schiffes; 4) (Tuchm.), 
ein Std Raben, melches zu menig gebrebt ifl. 
ode, Rogel, fo v. m. Nachtreiber. 
Aka (F. Endl.), Pflanzengattung, genannt 
nach Guſt. Moltem, vocke (alademiſchen Lehrer 


400 Foͤckelberg 


in Heidelberg; er ſchr: De respiratione vegeta- 
bilium, Heidelb. 1832), aus der Familie per Ascle- 
iadeae verae - Pergularieae - Tylophoreae; 
rt: F. capensis, 
ödelberg, Dorf im Canton Wolfftein bes 
Baierifchen Kreifes Pialz; 430 Ew.; dabei auf dem 
Potzberge ein Duedfilberbergmerl (Elijabeth- 


tube). 
e Escmaft, ber vorbere Maft bei zwei⸗ u. breir 


maftigen Schiffen; feine Dimenfion richtet fih nad) | 
jener bes Großmaftes, von deflen Länge, Dide x. 
man 4 abaieht, um ben F. zu conſtruiren. Gr wird | 


durch den Bugfpriet, mit dem er unmittelbar ver- 
bunden ift, in feiner Lage nad) vorn erhalten, wäh⸗ 
venb die dockmaſtwanten feine ſenkrechte Tage zur 
Breitenebene bes Schiffes bezwecken. Am Fee hat 
das laufende Takelwerk bes Schiffes fein Feft (1. d.). 
Auf Duerjegelfchifien führt ber F. die Jockmars 
enge u. Jockbramfieuge u. beftest feiner Länge nach 
aus drei Stüden. Yodraa ift bie Unterraa am Fock⸗ 
mafte. Sodfeget ift das untere ob. große Ranlegel 
am Fodmaſte. Es eines der Hauptſegel u. wird 
an die Fockraa angeſchlagen, hat auf großen Quer⸗ 
ſegelſchiffen ein Reef u. 5—7 Geitaue (ſ. d.). Bree⸗ 
fock, ein Fockſegel auf leichten Fahrzeugen, wie 
Kutter, Schuner ꝛc., welches nicht feſt an der Raa 
angeſchlagen iſt, ſondern nur bei günſtigem Wind 
aehißt wird. Zum F. gehören: Jockbraſſen, Fockbu⸗ 
leinen, Bodichote, Fockhalſe, Fockgeitaue. 

Foculus (cöm. Ant.), Gefäß aus Erz, zur Er- 
wärmung der Zimmer; ftanb auf dem Fußboden 
ob. auf einem Heinen Herbe. 


Focunãtes (a. Geogr.), Bolt in Rhätien, wahr- 
ſcheinlich um bie Klaufe zwijchen dem Inn u. ben 
Duellen bes Lech. 

Föcundation (v. lat.), Befruchtung. Söcundttät, 
Fruchtbarleit. 

Focus (rdm. Ant.), 1) der Herb; 2) Vrenn⸗ 
puntt; 3) Brennraum; 4) freier Gang auf dem 
Verdeck der Schiffe, 5) für einzelne Stände abge- 
fonderter Sit im Schaujpiel. 

Föderal... (v. lat.), zu einem Bunde gehörig, 
buntesmäßig. Pöderatifiren, verbinden. Bödern. 
lismus, politiſche Richtung auf Verbindung meh- 
rerer Staaten zu einem Bundesſtaat (ſ. d.); daher 
Föberatiften, Anhänger dieſer Richtung. Insbeſon⸗ 
dere führten tiefe Forteibereiönung in Nordame⸗ 
rifa tiejenigen, welche nach dem Unabhängigteits- 
Triege für das Zmeilammerfyflem auftraten u. ge= 
gen bie unbedingte Herrichaft der Maffen, welche 
die Republifaner befilrworteten, anfämpften. Ob⸗ 
wohl anfänglich der Zahl nach Meiner, gab ihnen 
doch ihr moralifches u. geiftige® Anſeben das Überge⸗ 
wicht bei der befinitiven fseftitellung ber Verfaſſung. 
Auch während der Barteilämpfe in der erſten fran⸗ 
zöftfchen Republik hatte ber Föderalismus eine ähn- 
lihe Bedeutung, injofern er gegen den PBrincipat 
der Hauptftabt auftrat u. den einzelnen Provinzen 
größeren Antheil an dem Staatsweſen verſchaffen 
wollte. Die Vertreter biefer Richtung waren bie 
Sironbiften n. ihre Anhänger u. als Gegenfatz ihres 
Strebens wurbe von den Terroriften der Grundſatz 
ber untbeifbaren Republik aufgeftellt. Das Cen⸗ 
— — behauptete zum ung 
Staat das Übergewicht ſowohl in ber Kepublif, wie 
auch unter ben ſpäteren Verfaflungen Frankreichs. 
In beiden Fällen alſo war ber Föderalismus auf 


lüd für den | 





bis Fodor 


größere provincielle Selkflänpigfeit | 
gelehrt erfchien er währenb u. nad) ! 
von 1848 in Ofterreich als pas Beftrı 
Berbinbung ber einzenen Beftanbihe 
hie —— = Knete au erfeen, ı 
zu centralifiren. Die Regi 

nahm in biefer Beziehung bie 88 
deralismus an u. führle fie bis zu 
Grade durch. 


Foderal⸗Methode GSoberal · Ae 
von Joh. Cocceijins, Burmann, © 
in den Niederlanden aufgebrachte Be 
Anorbnungsweife der chriſtlichen Th 
an die, in ber heiligen Schrift enth 
fung von einem alten u. neuen & 
©ott u. den Menſchen gelnüpft u 
wurbe bie Dogmatik in einen bopp 
tbeilt, in einen Bund ber Werte ü 
Unſchuld u. in einen Bund ber Gr 
Sünbenfell. Diele Eintheilung fa 
ber lutheriſchen Theologie nur wen 
man tabelte namentlich die bilbliche 4 
welcher die wiflenichaftliche Darſtel 
Bgl. Eoccejus, Summa doctrinse d 
Leyden 1648. 

Foederätae civitätes, 1) & 
mit den Römern Verträge gemacht ba 
aus Furcht vor den Römern felöft, w 
Titel fiber vor Bekriegung durch dij 
od. vor ihren Nachbarn u. Feinden, ! 
von Rom geihütt zu werben. Obg 
im Beſitz ihrer Verfafſungen biiebem, 
nur römifche Bafallen, 2) in fpäter 
vilegirten Provinzialftäbte. Die Ein 
Städte hießen Foederati. Nach ber 
rung nannte man Foederati bie Ge 
im Römerlande aufgenommen u. 
Reichsheer gefchlagen wurden. 

Föderation (v. lat.), Berbünbun 
berativ, zu einem Bunt gehörig. Wi 
vd. mw. Bunbesitaat. 


Fodoͤre, François Emanuel, ge 
te Maurienne, war früher in Ao 
Nizza, auch Leibarzt Ferdinands VII 
in Balencia, jeit 1514 Profeſſor d 
Mebicin u. ber Epitemien in Strasbı 
er jchr.: Essai sur le goitre et 
Turin, 3. Ausg. 1802 (Deutfch vı 
Berl. 1796); Traité de me&deci 
d’hygiene publique, Bar. 1812 f., 
6 Bbe.; Essai de —— posit 
3 Bde.; Voyage aux Alpes mi 
Strasb. 1821, 28be.; Lecons sur | 
ebd. 1822—24, 4 Bde.; Pneumat. | 
1829 (deutſch Ilmen. 1932); Sur 
esp&ces de folie vraie, Strasb. 1 

öderirfe (v. lat.), 1) Berbunben 
ſ. Foederati; 2) in der Sranzöfifd 
bie Horben, bie von anderen großen 
von Marjeille, auch wohl von be 
Paris famen, nm bafelbft zu rauben 
8) 1815 eine von Napoleon aus be 
rijer Volles gebildete Miliz. 

Foderty, Markiflecken in ber ſch 
haft Roß, am Fuße des Ben-Br 
quellen; 2000 Ew. 

Fodor, Mad., |. Mainville- Got 


Fedrum bio 


im Mistellateiniichen bie Yeittangen, ' 


u Bauern zum Iinterbalte Der Sol⸗ 


Fobr 401 


Foglietto ital., ſpr Foljietio), die 1 Vielin⸗ 
ſtimme, in welche alle obligaten Stellen der übrigen 


ndere zum Unterhalte ver Pferde ge⸗ Inſtrumente mir bineingeichrieben ſind, un jelbige 


mußten. Daber Federarli, jo v. w. 

. auch plünternte Soldaten. 

t.), 1) Büntniß; 2) Teftament. 

dorf im Härad Helfingberg, im ſchwe⸗ 
almd. Hier 1134 Zieg Yes Königs 
den Gegenlönig Magnus mit ben 


{the %., ſ. Defoe. 

Ipr. Fogaraſch), 1) Bezirk int fieben- 

je Karloͤburg, 3094 O M.; 2) Hanptert 
griechiſcher Biſchof, evangeliſche u. 

rre, Schloß; 5500 Ew. F. war ſonſt 

‚u. die ſiebenbürgiſchen Woiwoden 





x eft auf; 1541 wurde ed von den 
ımen; 1661 von ben Siebenbürgen 


‚ aber nad einem Siege ter Türken 
mint Janos bei F. mieber von ben 
‚1721 wurde Bas Bisthum gegründet. 
(pr. Hegarafhiı, Johann, geb. 1901 
Rutirıe in Saros⸗-Patal die Rechte, 

ecat u. vermaltete mehrere öffent⸗ 
rwurte 1545 Rath im Finanzmini⸗ 


Ster Revolutien tet er ober: : 


taſel in Pefib. Cr ſchr. ungariſch: 
& ungarischen Privatrechts, Peſih 
achtrag 1541; Ungariſches Handels» 
t, 1940; Ungariiche Bank, 1945; 
ariſchee Lexilon für ungariiche Rechte» 
enfchaft, 2. Aufl. 1835; Ungariſch⸗ 
rerbuch, 1936, 2 Bde.; Haudels⸗ 
515, 2 Bde.; zur phileſophiſchen Be⸗ 
er Mutterſprache: Geiſt ber ungari⸗ 
1845. 


rca lucioperca), ſehr weblichmeden- 
Plattenſee in Ungarn eigenthümlich; 
Zanker. 

„Benedict, geb. 1757 ın Gotbenburg, 

Rem zu einem der bedeutendſien 
Neuzeit u. ft. 1954 in Irieft auf der 
Stedhelu nach Rem begriffen; audge⸗ 
eine Statuen der alinerd ijchen Mötter; 
Veuſeum zu Zreitbelms, Des Baldur, 
t fen Sammer; ebenſo aber auch 
riebiichen Gättergeltsiten: Apello, 
"u. Hymen. Au ın der monumen— 
uf er Rortrefiliches, So Die Keloſſal⸗ 
Adelis in Gothenburg u. Die Reiter⸗ 
IV. Jobanns in Ztedbeim. 

ebirgige Yantichaft in Abeifinien 

. oftlih rem Tſana⸗See. 
r. getida;, Stadt u. Hauptort ber 
n Provinz Capitanata; Civiltribu⸗ 
dof, Handeisgericht, 4Rirchen, ð Klö⸗ 
bäuier, Collegium für adelige Där- 
ethicbaftliches Inſtitut, Tkonomiſche 
Srnithelegiihes Ruſeum, Zollhaus, 
eſiſcher Brunnen. F. iſt der nrößte 
die öſtlichen Previnzen Reapeld u. 
n Mai ce große Meie; Haupthau— 
ı gapern, Ul, Wein, Welle, Getreide; 


r. Foliia), Fluß in Italien: eniſpringt 
reſilich kei Seſtino, tritt bald in die 
zation Urbino-Peſaro u. mündet bei 
Adriatifche Meer. 
esifen. 4. Nu. VL. 


ſo ungleich iſt jeine Dauer, 





— 


netbigen als mit et. allein zu fpielen. 

Fogliotti vipr. Foljioiti, Flüſſigkeitsmaß in 
Rom, bält 163 Pariſer Kubilzoll. 

Fogo, 1) Inſel mit Hafen an der Nordküſte von 
New-Foundland; 2) Vergebirg ebendaſelbft, der 
Inſel gegenüber: 3) Inſel in der Gruppe Grünen 
a v. w. Aeuerinfel. 

‚ Sogftuen, Hoipiz auibem Dovre- Field⸗Gebirg; 
einer ter höchſien menjchlichen Webnorte in Europa. 

Fohi, chineſiſcher Heres, ſoll 341659 — 2952 v. 
Chr., nach And. ſpäter, u. zwar blos 200 Jahre, 
gelebt, Wiſſeuſchaiten u. Künſſe erfunden u. zuerſt 
Geſetze gegeben baben; er gilt überbaupt für den 
Begründer der Cultur in China, ſ. d. Geſch.) I. m). 

3 — junges Pferd, ſ. d. 

ohman, Vincenz, geb. 1794 in Asınannflabt, 
wurde 1527 Profeſſor der Anatomie in Lüttich u. 
ſtarb 1847. Er ſchr.; Über die Verbindungen ber 
Säugabern mit den Venen, Heidelb. 1321 (franzö⸗ 
ſiſch Lüttich 1932); Das Saugaberfuitein der Wir⸗ 
beithiere, 1. Heit, Fiſche, Heitelb. 1527; Mdın. sur 
les vaisseaux Iymph. de la peau, vütt. 1833. 

Föhn (Aobnwind), ein in ber mittleren Gebirgsge⸗ 
gend der Schweiz, bei. im Thale von Altorf im Lane 
ton Uri wehender Wine. Meiſt geht ihm ein Dunft 
voraus, weicher Die Gegend mic in einen Fler büllt; 
Die Luft tft rubig, od. nur in Meineren Ztreden ber 
wegt u. warın. Nun erbebt fid) mabrnebmbar, we 
nigftens ın ber oberen Gegend, ein Nordwind, der 
aber bald tem ven Süden fommenten F. weicht. 
Die Ihiere find während deſſelben, namentlich in 
ten ven Süden nah Werden gebenden Ibälern, 
unrubig, die Dienjchen ſind abgeſpaunt ıeal. Alpen» 
Midi, vie Pilanzen werten weit; in Frübling aber 
brinai Die Den Wind begleitende Wärme jchnell bie 
Pilauzen sum Müben u. Grünen u. bringt ben 
Secence auf Din Gebirgen mebr, ala die Sonne im 
beben Semmer zum Schmelzen. An einzelnen 
Stellen tebt ter Wind mit der äußerten Heilige 
keit, wäbrend er an anderen nur leiie webt. (ben 
_ Meift regnet es erſt, 
wenn ter F. ſich gelegt bat: tritt er aber gleich mit 
Regen ei, ſo nennt man ihn in Der Gegend von 
Altorf Dimmer. 

obr, Laud, je v. m. Darfur. 

obr, 1) Karl Pbilipp, geb. 1795 in Heibel« 
berg, bildete ſich Anfangs Durch Selbſiſtudium zum 
Dialer aus u. ging dann nad Rom, mo er fich ben 
Dort lebenden deutichen Künſilern anfchleh , weiche 
zu Aufang des 19. Jahrh. an Der Wiederbelebung der 
Künſite arbeiteten. Er leiftete Tüchtiges im Fache 
ter Landſchaft u. ft. ſchon 1818 in Rom. 2) Da⸗ 
niel, geb. 1501 in Heidelberg, Bruder bes Ve⸗ 
rigen, ebenfalls vandſchaftemaler, vollendete feine 
durch Selbſtſiudium erworbene künftleriiche Wil» 


. tung in Muünchen u. wurde ſpäter großherzoglich 


badiſcher Hefmaler. Werle: Waldpartie mit der 
Staitage Mazeppa auf dem ſflüchtigen Roſſe, ver⸗ 
ſchiedene Auſichten ans Dem baierıfden Hochge⸗ 
birze, ven Berceegaden u. Tem Chiemſee. 

wobr, njelın ter Rerdiee, weſilich vom Ders 
zegtbum Schleswig, 1 C. Vd., 4000 Ew.: ber cit- 
liche Zbeill, S fterlantföhr, 1 OM., 2700 Ew., 
gehört zu Schleswig (Amt Zondermn, Der weitliche, 
Weſterlaudjöhr, zumgönigreich Dänenark (Anit 

20 


Niren). Die Bewohner (Asbringer), welche frie- 
fiſcher Abtunft find w. manches Eigenihümliche 
ben, betreiben hauptſächlich Seefahrt u. Vogel» 
ang; beſuchtes Seebad. 
ibr 1) jo v. w. Fichte; 2) ſo v. w. Kiefer. 
Böhren...., |. u. Fichte u. Kiefer. 
Föhreneule (Trucher piniperda), Schnietter- 
ling aus ter Familie der Eulen. 
ina, jo v. w. Hanentarter. 
dismus, Name des Buddhaismus in China. 
vir (jpr. Foa), I) Arrondiſſement im franzd- 
fiihen Departement Arriige, 364 OM., 8 Can⸗ 
tone mit 92,300 Ew. 2) Haupifiadt darin u. Dee 
Departements an der Arriege, am Fuße Der Pyre⸗ 
näen gelegen ; hat Die Departementöbehörben, Ader- 
baugeſellſchaft, Stahliahriten, Eiſenwerle, altes 
Scholoß; 4800 Em. Sonſt Haupiſtadt der Graf⸗ 
ſchaft gleiches Namens (lateiniſch Fuxum), welche 
in Ober- u. Nieder⸗F. eingetheilt wurde. 

Foir (Ipr. Sea), franzoͤſiſches Grafengeſchlecht, 
feitet feinen Urjprung vom Grafen Roger von Car⸗ 
cafjonne her; dieſer erbte einen Theil der Grafichaft 
Sarcafjonne unter dem Titel einer Grafſchaft u. bie 
Grafſchaft F. Sein 2. Sohn Bernard erbte von ihm 
1012 diefe Grafſchaft u. ft. 1038 ; nach feinem Tode 
zerflel fein Beſitz unter 3 Söhne; 1) Roger J., 
ber zweite ber Söhne Bernards, erhielt F. Diefer 
nahm erfi den Titel Graf wen F. an. Ihm folgte 
1064 2) Pierre, fein Bruter, dann 1070 8) 
Roger II., deſſen Sohn, dann 4) Roger III, 
befien Sohn, mit feinem Bruder gemeinjchaftlich ; 
5) Roger Bernard J., Sohn bes Vorigen, er- 
Tannte 1152 den Grafen von Barcelona als Lehns⸗ 
beren an, obſchon dies eigentlih Dem Grafen von 
Tonloufe zuftaund; 6) Raimond Bernart, 
Sohn des Borigen, folgte ihm 1188; er machte 
1190 mit König Philipp Auguft ben Kreug, ver⸗ 
lor aber, weil er fich den Albigenſern angeſchloſſen 
hatte, feine Güter u. ft. 1223; fein Sohn 7) Ro⸗ 

er Bernard II. folgte u. fette den Kampf um 
eine väterlichen Güter mit der Kirche, fih bald un- 
teriveriend, bald abfallend, fort u. ft. 1240 ın 
Mönchskleidern; ibm folgte: 8) Roger IV., fein 
Sohn (ft. 1265), u. 9) Roger Bernard III, 
Sohn des Borigen; dieſer empörte ſich gegen This 
Iipp den Kühnen, unterwarf fih, wurde gefangen 
geſetzt, 1273 befreit, aber von Neuem nom König 
von Aragonien gefangen gejegt. 10) Gaſton J., 
Sohn tes Vorigen, folgte 1302 feinem Vater; die⸗ 
fem 1329 fein Sohn 11) Gaſton IL; dieſer ftritt 
mit den Franzoſen gegen bie Engländer, wofür er 
einen Theil der Orafichaft Rautrec erbielt, dann für 
Alfons IX. gegen die Mauren u. blieb 1343 vor Al⸗ 
gelivad. 12) Gaſton III., gen. Phöbus, wegen 
feiner Schönheit, geb. 1331, wurde, nactem er 
an den Kriegen gegen tie Engländer Theil genom⸗ 
men batte, Gouverneur von Languedoc, wohnte 
1356 einem Kreuzzuge gegen bie heidnijchen Preu- 
fen bei, balf 1358 die Jacquerie (f. d.) befiegen u. 
behauptete fich gegen Karl VI. in Languedoc; er ft. 
1391 ohne Erben, da fein Sohn, welchen er aus 
Argwohn eingeſperrt hatte, ver ihm, 1362, geftor- 
ben war. Gr ſchrieb: Phoebus de d&duitz de 
la chasse, des bestes sauvaiges et des oyseaux 
de proye, 0.D. u. 3., Fol., Par. 1620, ein Gc⸗ 
dicht in, fo ſchwülſtigem Styl, daß in der franzd- 
fiihen Afthetit die Schwulft nach feinen Beilpiel 
P’hebus genannt wird König Karl VI gab nun 


Büpre bie Fokſchani 


bie Grafſchaft F. einem Urenkel vor 
Matthieu, GSraf v. Caſtella, als i 
ſen Tote fiel fie 1398 an jene € 
befle, teren Gemahl 14) Ard 
©railly den Titel Graf von F. a 
1412; 15) Jean, Sohn bes Borigı 
König Karl VI. u. den Dauphin zu 
verneur von Tangueboc, Auvergne ı 
nannt, benahm fich ziemlich zwei 
Kämpfen zwiſchen Frankreich, Eng 
gund, ſöhnte ſich aber endlich 1423 
aus, der ihm das Commando ſeiner Aı 

ab u. mit Bigorre belehnte; er fi. 1 
on IV., Sohn bes Vorigen, zeichn 
Kriege gegen bie Engländer aus, fa 
Ihaft Narbonne, vermäblte fich mit 
Navarra u. wurde 1455 von feinem 
ter Johann II. zum König von Nav 
von Sarl VII. zum Pair von ran 
Als er 1472 ftarb, folgte ihm feine @ 
nore, bie Tochter von ihrem Sohn | 
Katharina, heirathete aber Karl 
durch das königliche Geſchlecht in Rı 
den Namen Albret führte; beren Er 
d'Albret, heirathete Anton von Bon 
von Bendome, u. war Mutter beü 
ri IV. von Frankreich. Bon bem 
flons IV. ftamnıte Gafton Grafe 
v.Nemours, diefer lette männl 

. blieb 1512 in der ES hlacht von I 

enebig. Archambaud de Grailly h 
einen zweiten Sobn, Gaſton Cap 
binterlaffen, die Nachlonınıen von | 
zugleich Grafen v. Candelle u. Her 
waren, nahmen num ten Titel Orı 
ſtarben jedoch 1714 mit Henri Char 
den Haufe F. gemmie auh Auna, | 
belle, ziweite Gemahlin tes Künige 
von Ungarn, u. Germaine, Nichte 
von Frankreich, 1505 zweite Gemab 
des Katholifchen von Spanien. 

Yojäno, Martıfleden am Chian 
toecanischen Provinz Florenz; Ger 
handel; 2000 Em. 

Fol (Sio-F.), Dorf im Kreih 
ungariſchen Berwaltungsgebiete Ur 
amt; 1225 Em. 

Fofära (türf.), in Dber-Agypte 
febrter, d. i. der ben Koran lejen ı 
jchreiben kann. 

Fokien (Fu-kian), Provinz im ( 
Küfte, 2500 OM. u. etwa 16 Mill. 
terrafjenförmig angebaut, fchäne 5 

lüſſen (Sihe, Tſchan u.a), and 

ufen u. Injeln. Die Einwohner tı 
(tunftreiche Bewäſſerung), bauen aud 
müſe, Thee, Zuder, fertigen Has, 
Papier, Seide, gelten 4. die be 
China's, reden eine etwas abweich 
auch Kupfer, Zinn u. Moſchus bi 
reihlid. Hauptftatt Futſcheufn,! 
1844 tem Verkehr ber Europier gei 

Fokſchani Gokſchan), Stadt an‘ 
Diftrict Rimnik in Der Walachei; | 
en reiches Kiofter, Handel mit Get 
bat 20,000 Ew. u. wirb durch bie‘ 
Theile geſchieden; ber Meinere gehe 
u. ıft befannt burch den Wein ber 


Wei. bie Felle 
währt, fo wie burdh ben Kongreß von 


er die ruffifchen u. türkiichen Diploma- 
inigte. Der andere größere ‘Theil ge- 
lachei. Hier am 1. Juni 1821 biutige® 
hen den Türken u. Griechen, morin 
e NRieberlage erlitten. Im Ruffiſch⸗ 
riege beſetzten bie Ruſſen die Stadt 
n bie Schanzen u. Korte, welche aber 
Abzug u. der Wieterbefegung durch 
Anfang September 1854 wieber berge- 


L 
sürzung für 1) Folio; 2) (Med.), auf 
v. w. Folis, Blätter. 
„Volk, fo v. w. Foulahs. 
fpr. Folahr), Iear Eharle® be F. geb. 
gnon; diente im Feldzuge von 1688 in 
srps u. focht 1701—14 ale Generalad- 
yerzog® von Vendome in allen Kriegen 
‚ wurde 1705 bei Caffano, 1709 bei 
vermuntet n. gerieth in öſterreichiſche 
aft; 1714 wohnte er einem Zuge gegen 
die Zürlen belagerten, bei, ging dann 
w Dienfle, aber nad Karla RII. Tode 
freich zuriid u. fl. 1752 in Avignon. 
re Myſtiker u. Wunbergläubiger. Er 
velles d&couvertes sur la guerre, 
Fonctions et devoirs d'un officier 
lerie, ebd. 1733, u. m.; Commentare 
\, bet Thuillier's Überfepung bes Po» 
.1727—30, 6 Bbe., Amſterd. 1729 |. 
3, 7 Bde. (deutſch von 2, v. Olßuitz, 
5— 1769, 7 Bde., von Bion, Prag 
—8 Auszug von Chabot, Par. 1757 
‚3 Bde.). 
te (fr., ſpr. Folatreri), Leichtfertigkeit, 


Pfarrdorf im Kreiſe Beles⸗Cſanad bes 
egebiets Großwardein (Ungarn), bei 
n« u. Tabalbau, Stuterei, einträglicher 
2350 Em. 
ord, große, tiefeingefchnittene Meeres⸗ 
r Küfte Des Stiftes Norbland in Nor- 
t fih in Nord» u. Süd⸗F. 
‚) (Marienburg), Martlifleden 
b im Kreife Kronftatt (Siebenbürgen); 
br durch einen groben Brand; 2200 
Die Burgruine Marienburg, vom 
rben erkaut, der um 1210 dieſe Ge⸗ 
irte. Hier 1729 Sieg bes Woimoten 
ser Moldau über bie Siebenbürgen; 
‚ Bezirk nes Kreiſes Tolna im Verwal» 
Evenburg (Ungarn), 27, OM.; 8) 
barin an der Donau, iſt Stutionsort 
impfer u. Eigenthum ber Peſther Uni⸗ 
irtsbehörde, Gofamt, katholiſche Haupt: 
nfang; 11,700 Ew. 
„Teofilo, geb. 1484 in Mantua, ſtu⸗ 
HE nahm fpäter Kriegstienfte, murbe 
mherſchwarmen Benedictinermöndh ı. 
sinem Kloſter bei Baflano; er war ein 
nagar’® u. wird gewöhnlich ald Erfinder 
oniſchen Poefie genannt, vielmehr gab 
erfi poetifche Bebeutung ; er Schr. in die⸗ 
ıf6 Derlino &occago: Maccaro- 
u. 3., n. Aufl. Amflerd. 1768—71, 2 
ches (Der Miüden- n. Ameiſenkrieg, 
Fuchs, 1580) u. a. Gebichte, 


‚ Welembray (fpr. Folangbrah), Dorf im Arron⸗ 
diffement Laon dee frany. Departements Hiöne, mit 
einer großen Glasfabrik, in der bei. Bonteillen u. 
Glasglocken verfertigt werben; 1200 Em. 

Folgaria, Thal bei Roveredo im tyrsler Kreife 

Trient, an einem Ende tyroliidh, am anderen vin⸗ 
centiniſch, bat mitten im italienifchen Elemente eine 
größtentheile beutiche Bevollerung von etwa 5000 
Seelen, die ein Gemiſch von Deutfch en. Italieniſch 
ſprechen. Hauptort darin iſt Das gleichnamige Dorf 
mit 1430 Ew. 
Folge, 1) (Log.), Beſtimmung ber Gultigleit 
eines Gedankens, Urtheils od. Satzes durch einen 
vorbergehenden Grund). In der Form eines Satzes 
aufgeſtellt, heißt er Folgeſatz, im Gegenſatz zu 
Grundſatz, welcher den Grund enthält. Die Art der 
Gedankenverknüpfung von Grund u. F. beißt Ye 
serung; daher Aofgerichtig, was aus dem, ale Brunb 
Geſetzten auch wirfli u. angemeffen ale Yolge here 
vorgeht; 2) (Aftren.), F. ber Seien, die ın ber 
Efliptit genommene Richtung vom Wibder aus 
durch den Stier, die Zmillinge ꝛe. bis zum lebten 
Zeichen Fiſche, alfo von Abend nad Morgen. Es 
geichieht tie Zählung der 360 Grade in der Eklip⸗ 
tit von 0° bie 60% ot. in Bezug auf jebes einzelne 
Zeichen von 0° bis 309, ebenfalld nach der F. ber 
Zeichen. Anch tie Bewegung eines rechtlänfigen 
Planeten geichieht nad ber %. ber Zeichen, bie 
eines rüdläufigen aber gegen biefelbe. 3) Bere 
bintlichleit zu gewiſſen Dienftleiftungen des Be⸗ 
rechtigten, 3 B. ſonſt zum Kriegsbienfte, zur Ber⸗ 
folgung von Berbrechern (Amte- od. Gerichtefolge), 
vgl. Gefolge; 4) Recht, dieſe zu fordern; 85) Ber- 
bindlichkeit für alle Bauern, ba, wo fidh ein gro⸗ 
Bed Raubtbier zeigt, zu Eriegung teffelben be» 
bülflich zu fein; 6) das Recht, Wild nach dem An⸗ 
ſchuß in ein fremdes Revier zu verfolgen (Wilde 
ob. Jagdfolge). Das Recht ſelbſt rubt auf urale 
tenı Gewobnheitsrecht; der Umfang deſſelben iſt 
nach ben einzelnen Particularrechten jehr verfchie- 
den beſtimmt. Manchmal ifl eine Abgabe für bie 
F. (GAolgekenle) beftimmt. Bor ber %. mit bem 
Schweißhunde u. vor dem Abholen des erlegten 
Wildes muß jedoch Meldung bei dem Nachbar ger 
fheben, u. auf Verlangen Ausriß u. Schweiß ger 
zeigt werten. Nach anteren Rechten mußte, um 
auf das Recht ber F. Anſpruch zu haben, das Wilb 
verendet fein, bevor man es findet; nach noch Ans 
beren bilıfen Die Hunde dazu nicht angebett werben 
od. es muß ſchweißen u. ber Jäger muß bie Flinte 
auf feinem Revier zurücklaſſen od. die Schlöfler ab⸗ 
fcorauten. Neuere Jagdgeſetze haben das Recht ber 
Wildfolge, welches früher zu vielen Streitigkeiten 
Anlaß bot, ganz aufgehoben. 

Folger (Rölger), 1) (Maſchinenw.), jo v. w. Afe 
terrammıe; 2) (Ubrm.), an englijchen Uhren ein 
runder Schieber, auf welchem ber Zapfen bes Steig» 
rads ftebt. . 

Folia (fat), Blätter, als Arzneimittel. Felle 
Bucce (Buccoblätter), von Diosma (Bar- 
osma) crenata, zolllang, eilanzett- ob. verkehrt 
ciförmig, drüfig gelägt, blaßgrün, unten mit brau⸗ 
nen erhabenen Drüfen befetst, ftarf gewürzhaft lüm⸗ 
melartig richend, von gewürzhafiem Geſchmach 
enthalten ätherifches II, Diosınin x., werben in 
Aufguß gegen Magenkrämpfe, Rheumatismen, 
Krankheiten der Harnwerkzeuge, Gonorrhöe ange⸗ 
wenbet; find Beſſandtheil ber gegen Cholera em⸗ 


pfoblenen Captinetur. Folla Fabam, Fahamblat⸗ 
ter, ſ. u. Angräcum. 
Foliacöus, blattartig, was das Anſehen u. bie 
Conſiſtenz eines Blattes hat. 
Foliant, ein Buch in Folio. 
oliantinen, |. Fenillants. 
oliation (v. lat.), die Belaubung, der Act, wo⸗ 
Durch eine Pflanze Blätter erhält, od. auch Die Ge⸗ 
fammtbeit der Blätter. Follaius, beblättert. 
— (fr., ſpr. Foliſchong), Schälrer, 
n 


rrchen. 
Solte, 1) dünnes Metallblatt; man bat Sta⸗ 
niol⸗ od. Zinn⸗F. für Spiegel, weiß u. hellglän⸗ 
d zur Einfhlagung von Seifen, Wohlgerüchen, 
reßgemüfen, Schaumweinen; Bleifolie, unver» 
innt u. verzinnt u. fegirt zu Abhaltung von Feuchtig⸗ 
eit (Ohle's Erben in Breslau); Gold», Silber» 
n. Kupfer-$., fir Iumeliere u. Goldarbeiter, 
gefärbt u. migefärbt, zum Uuterlegen unter bie 
Epelfteine u. Blasflüffe. Die F. tomuıt von Nürn- 
berg, Fürth, Augsburg, Wien. Die F. wird aus 


Melallblechen zwiſchen blanuken Walzen ausgebiinnt | 


(geftredt) ob. mit Stahlhänunern auf Stahlambo⸗ 
Ben geichlagen; bunte F. wird mit einen gefärbten 
Jafirenden —* überzogen. 2) Blattwerk, Laub⸗ 
wert; daher der Ausdruck zur Folie dienen, 
d. h. die Wirkung einer Sache od. einer Idee burch 
einen dunkeln Hintergrund erhöhen, ähnlich wie bie 
Blüthe Durch den Gegenſatz des Laubes wirkung» 
voller hervortritt. ’ 

Folie (fr., fpr. Folih), Narrheit, Thorheit. 

Folie d’Espagne (fr., ſpr. Soli dEspanj), 
Tanz, Dem jpantihen Fandango nachgebildet, ern 
u. voll Grandezza, fonft in Ballets u. zu Divertiſ⸗ 
ſements gewöhnlich, e nur von einer Perſon ge⸗ 
tanzt. Muſik meift Moll u. im J Tact. 

Folieta (GSoglieta), Oberto, geb. 1518 in Rom, 
wurde Priefter in Genua, wurbe aber politiicher 
Unntriebe halber aus diefer Stadt verbannt u. 
waubte fih nah Rom, wo er einen Dienft bei 
dent Cardinal Hippolyt von Eſte erhielt u.11551 
ſtarb. Er fchr.: Delle cose della repubblica di 
Genova, Rom 1559, Mail. 1575; De ratione 
scribendae historiae, Rom 1574; Conjuratio 
Joannis Ludovici Flisci (Fiesco), ebd. 1577; 
Historia Genuensium (di8 1528), ebd. 1581 (ita- 
fienifch Genua 1616 $oL); Variae expeditiones 
in Africam cum expeditione Melitensi, Gen. 
1587 (itafienifch ebd. 1598); De causis magni- 
tudinis imperii Tureigi, %p3. 1594 u. ın. a. 

Foligno (pr. Folinjo), 1) Stadt am Zopino 
in ber päpſtlichen Delegation Berugia; Biſchof, 
Wachsbleichen, Tuch⸗, — Confiturenberei⸗ 
tung; 10,500 Ew. In der Nähe eine Stalaltiten- 
böhle. Die Mabonna von F., ein Gemälte 
Rafaels, ift jest im Vatican zu Rom. %. bie 
in alter Zeit Fulginta (Fulgintum), lag 
in Umbrien u. wurde fpäter Municipium; das 
Ehriftentbum wurbe früh von St. Criſpold bier 

eprebigt, ber auch ber erfte Vilchof von F. war; 
m 8. Jahrh. wurbe F. Durch tie Auswanderung 
der Einmuhner von Forum Flaminii bierber jehr 
gergrößert; 1281 von ben Perugianern zerftört. 
Nah ten Wiederaufbau bemächtigte ſich bie Fa⸗ 
milte der Trinzi der Herrichaft u. herrſchte ſehr 
tyranniſch, bis ber Cardinal Vitellesci 1439 ben 
letzten Trinzi binrichten ließ u. F. dem Papſte wie⸗ 
der unterwarf; 1833 litt F. ſehr durch Erdbeben. 


| (Processus 





Foliaceus bie Follwangr 


olitren (v. lat.), 1) bie Blätter e 
riften mit fortlaufenden Zahlen 
hierbei werden jedoch nicht die Seiten 
dies wen beißt es Faglalzen), 
bie Blätter u. zuweilen Die beiden t 
Blattes durch Hinzufegung der Buch 
u. b zur Nummer des Blattes unterf 
Acten. Beim 5. von Rechnungst 
eichnet man jedoch nicht bie beiben 
lattes, ſondern bie fich gegenüberft: 
ten von 2 verfchiebenen Blättern mi 
2) Das Belegen der Rückwand bes | 
init Folie, |. u. Spiegel. 

Folio (ital.). Blatt in einen: Buch 
in einem Rechnungsbuche; fo F. recte 
ften Blattfeite; F. verse, auf ber Rüdj 
bei doppelter Buchhaltung, anf be 


geh no, Nicolo di &;, ſ. Alumo. 
S 


| Seite; vgl. Pagina; 8) Bucherformat, 


ftebt, wenn man einen Bogen nur ei 
f. u. Format. 


Folio (Kuoli), Cecilio, geb. 1615 
ftubirte Mebicin in Padna u. wurde 
der Anatomie in Venedig. Er foll zue 
lactea im menfchlicden Leichnante F 
beſchrieb ben langen Fortſah 

olii) vollftãndig. Er ſch 
nis e dextro in sinistrum cordis v 


 defluentis facilis repertu via, ® 
| Auris internae nova delineatio, eb 


Foliolellun (8ot.), Blättchen, f. ı 

Folium (I«t.), 1) ſ. Blatt; 2) ſo v 

Folium ji (Foliata curra 
von Descartes en angegebene frum 
Blattfornt, deren Gleichung it x? + 
Sie bat 2 Zweige mit einer gerablin 
ptote, an ber dieſe auf derſelben Seite f 
Unter Newtons Linien der 3. Orb 
bie 41. 

Fölir, Joh. Jak. Kafp., geb. 1791 zu 
Trierſchen, ftudirte auf der Rechteſchul 
nahut ar den Feldzuge von 1513 The 
dann zuuächſt als Anwalt in Cobleuz 
aber 1829 nach Paris, um bort be 
ſchäfte zu leben; bei. vertrat er bier b 
von Ausläutern u. ft. 26. Mai 1853 
nahın feit 1845 mit Duvergier u. Pal 
ausgabe ter Revue &trangere de le 
d’&conomie politique, u. jhr.: Com 
bas Geſetz De la contrainte par 
Devaur: Code forestier annote; u 
Traite des rentes foncieres; Trai 
international prive, Var. 1543 (2. 9 

Folk, Stadt, fo v. w. Fella. 

Folkfeld, Gau in Branten, ber ein 
Pflege Koburg u. Henneberg unmfaßte. 

Folksſtone (ipr. Fohlſtohn, Soikeſt 
flecken (Stadt) am Kaual la Manche 
liſchen Grafſchaft Keut unweit ber Ei 
London nach Vover; befeſtigter Hafer 
regelmäßige tägliche Dampfichifiiahrt 
logne; 6700 Ew. Geburtsort von Wi 

Solfunger, Herrichergefchleiht iu 
begann mit Waldemar 1250 u. ende 
nus IT. 1374; f. u. Schweden (Gefch.) 
Folkwangr (norb. Myth.), Palaſi g 
in Walhalla der Sitz tugendhafter We 


Folla tie Folty 
Le), NRebenfluß des Tagfiamento; ent- : 


ntner Bezirk! Billa u. mündet in der 
n Provinz Friaul bei Venzone. 
Buſen an ber Rorblüfte ber Hebriden- 


AdolfLudwig, geb. 1794 in Gie⸗ 
Bater Juftizamtmann mar, ſtudirte hier 
. machte in dem heſſen⸗ darmſtädtiſchen 
Jãgercorps ten —— gegen Frank⸗ 
ch ſeiner Rücklehr ſtudirte er noch 2 Jahre 
3 bie Rechte u. wendete ſich 1917 nach 


co er tie dort erſcheinende Allgemeine | 


igirte; 1919 megen Betheiligung an 
sn Umtrieben verbaftet, fat er in Ber⸗ 
; 1921 freigelaflen, ging er nad ber 
ı er erſt Lehrer Der Deutichen Sprache u. 
. der Cantonefchule in Aarau wurde; 
tifirte er in Zürich, mo er aud eine 
regen Ratbe faß; 1847 kaufte er Las 
zenfels im Thurgau u. mitmete fich 
tonemie; 1554 verlaufte er Las Gut 
g nach Bern, we er am 26. December 
Er überlegte: Die homerifchen Hym⸗ 
.Echwenck), Gießen 1814; Alte chrift- 
m Ricchengelänge, aus dem Lateiniſchen, 
9: bearkeitete T 
Kibelungenlietes, ten Zauberreman 
Bioian (1529); er ſchr.: FFreie Stim⸗ 
Jugend, Jena 1819; Harfengrüße aus 
a. ter Schweiz, Zür. 1823; Bilder- 
er Dichtung, Wintertb. 1827—29, 2 
.,„ Brandenb. 1547; An bie 
ige (Sonette, gegen bie von 
Ge Richtung in Deutichland) ; Triftang 
tantiiches Epos in 20 Gefängen), Gie- 
2) Karl, Bruder des Vorigen, geb. 
Men, ftubirte Die Rechte, wurde 1915 
t in Gießen u. Jena, verlieh, wegen 
er Umtriebe verfelgt, Deutſchland, wurde 
er Cantonsſchule in Chur, Tann Pro- 
7 Univxerfität in Bafel, ging, ans der 
DS permiefen, 1529 nach Nord⸗ 
ebte dann, Unitarier geworden, als 
n ber Harwards⸗Univerſität in Maſſa— 
kam 1841 bei tem Brand eines Dampf— 
ben Nem-Nork u. Boſton um. Er ift 
hrerer beliebten Kreibeitelicter: Schalle 
Sfang; Unterm Klang ber Siriegeöhlr- 
n., u. fchr.: Practical grammar of 
n language. 
is, Emanuel Friedrich Wilbelm Ernft, 
1 Ballenſtedt, ſt. 1509 als Hefgerichts⸗ 
erburg in Oſtpreußen; er ſetzte Schil⸗ 
eher, 2. u. 3. Zbl., Lpz. 1796 f., fort u, 
fon ob. ter edle Zafigenipieler. {p3. 
Thle.; Die Milchbrüder Ferdinand u. 
. 1798 f., 3 Thle., u. a. m. 
Brafichaft im meftlihen Theile ter eng⸗ 
mie Bictorig (Auftralien). 
lina, fo v. w. Flaſchentbierchen. 
lus (lat.), 1) tie Balgfrucht, eine Kapſel, 
ner Naht, ber Bauchnabt, aufiprinat, an 
1en im einer od. mehreren Reihen ſitzen, 
Ileborus. Aconitum, Aquilegia ; im 
aue eine folche Kapfel, die in ber Mitte 


enträger bat, ber beim Aufipringen als | 


zcheidewand zurüdbleibt, fo 3. B. bei 
ı, Apocyneen u. Proteen. Folllcali sen- 


riftan u. Ifolbe, den 1. | 


405 


nae, Senneebälglein, |. u. Sennesblätter. 2) (B01- 
et, Anat.), Meines Sädchen in ber äußeren Saut, 
fowie in der Schleimhaut (Felliculi muresi, |. 
Darm) eingebettet, von einem feinen n. Dichten 
Halegefäßnet umgeben, befiimmt zur Abfonberung 
ber Hautfchmiere u. bes Schleimes, welches Pro⸗ 
buct durch eine Meine Offnung auf die Oberfiäche 
ter Haut u. ter Schleimhaut abgefegt wirt. Taher 
Joll itulargeſchwulſt, Anihmellung eines Bis 
durch Anfammlung der ihm eigenthümlichen Ab⸗ 
fonterungsmafie cd. Ablagerung eines Entzün⸗ 
Pungepreductes. 


Folliot von Erenneville (ſpr. Follioh von 
Krennmil). Die F. find ein altes Rittergeichlecht 


‚ ter Normandie; ein Zweig wanderte mit Wilhelm 


dem Eroberer nah Eugland, u. nachdem bie %. in 


‚ ter Normandie ausgeflorben waren, wurden jie von 


einem in der Mitte Les 15. Jabrb. aus England 
zurüdtebrenden F. wieder in ber Normandie fortge= 
pflanzt u. blühten in den Zweigen ber 3. de Fierville 
u. 8. d'urville. Don Letzteren — bie F. v. C., 
deren Glieder das Bürgermeiſteramt in Dich ver⸗ 
walteten: fie wanderten zu Anfang ber Franzeſiſchen 
Revolution aus u. wendeten ſich nah Literreich. 


Jetziger Chef ift: Graf Karl, Sohn tes 1540 ver» 


| fterbenen Grafen Ludwig, geb. 25. Dläry 1811; er 


ottlofen | 
uge ver- | 


it Major in der Arıee u. in zweiter Ehe jeit 1553 
mit Anna geb. Gräfin vezanzky (geb. 1321) vermäblt; 
er hat zur Zeit feine Nachlommen; ſein Vruder 
Ludwig, geb. 1513, ift Generalmajor u. Briga- 
Lier in Mailand. 


Follis, 1) Beutel: 8) Münze unter ben römi⸗ 
fhen Kaiſern a) con Kupfer, 255 == 1 Solidus, 
nah Gronov, jeit Conſtantin anftatt ter Sefter« 
tien, nach Suidas — 1 Obol; by) von Silber, fo 
v. m. irgend eine Summe; nad Gronov beftimnite 


| Znmme, fo v. w. Eeftertium; vgl. Beutel. 


Follmar, mar Archidialonus im Demcapitel zu 
Trier. Nach dem Tote des Erzbiſchofe Arnold von 
Zrier 1153 wählte eine Bartei den Donipropft Rus 
Leif, Die andere 5. zu deſſen Nachfolger. Rudolf 
wurde von Kaifer Friedrich I. inveſtirt: Papſt Ur⸗ 
ban meibte %. zum Wr L u. berjelbe ichlug 
feinen Sitz zu Mont St. Pierre, im Yante des 
Grafen Brie, auf. Bon Philipp Auguft aus Franke 
reich vertrieben, manbte fi %. an den König von 
England, der ihm einen Wobnfit in Zt. Coamas 
in ter Tonraine anmies. Clemens III. entiette 
F. von ter Verwaltung ber Trierer Kirche, dieſer 
aber blieb unter engliſchem Schutze in Zeurs ı. 
ftarb Dajeltit. 

Folo, Giovanni, itulienifcher Kupferfiecher, geb. 
1764 in Baſſano, bildete fi in ter <chule Des 
Volpato, fpäter nah Raf. Morghen aus n. farb 
1336; ſein berühmteftes Wert ift die Geißelung des 
St. Andreas nah Dominichino; er ſchr. auf: 
Studio del disegna ricavato dall’ estrematä 
dalle figure del quadro della transtigura- 
zione dı Raphaello, del Cav. V. Cammuceint. 

olter, j. Zertur. J 

olticzeni, Hauptſtadt des Kreiſes Zuczuma 
Der obern Moldau, am Samoſch unweit der Grenze 
ber Bukewina: Sitz Der Kreisbehörde, des Crimi⸗ 


nal⸗ u. Landgerichte; Normalſchule; im Juni bedeu⸗ 


tender Jabrinarkt u. ſtarker Viehhaudel; 3000 Ew. 
Folty, Inſel an der Küſte des Staates South⸗ 


| Garelinz (Nerkamerila). 


406 


Foltz, Philipp, geb. 1805 in Bingen, wibmete fich 
der Malerei u. fam 1825 nah München, wo er in 
Gornelius’ Schule trat. Schon nach kurzer get batte 

ich fein Talent fo weit entwidelt, daß ihn Cornelius 
ei ben Freslen in der Glyptothek verwenden konnte. 
Fi ſelbſtändigen Compofitionen übergehend, be- 
tbeiligte er fi barauf an den Arcabenbilbern u. 
übernahm danach im Neuen Königsbau einen 
Theil ver Gemälde zu Schillere Sebichten u. ben 
Saal mit Bürgers Balladen. Von 1835—38 hielt 
er fih in Italien auf, um bie alten Meifter zu ſtu⸗ 
diren, u. wurbe, nah Münden zurüdgelehrt, Pro- 
fefjor u. Mitglied der dortigen Afabemie. Außer 
ben genannten Fresfen malte er noch für den Gra⸗ 
fen Schönborn in Münden mothologifche Compo- 
fitionen. Seine Genrebilder find großentgeil® der 
See» u. Gebirgsmwelt des baieriihen Hochlandes 
entnommen ı. anſprechend burch bie naive Auffaf- 
fung bes Naturiebens. Seine bedeutendſten Olge⸗ 
mälbe im Fache ter Hiftorie find: Des Sängers 
Fluch (im Kölner Mufeum) u. Friedrichs I. Demit- 
thigımg bor Heinrich dem Löwen (flir den König 
ar gemalt); für den Römer in Frankfurt Tieferte 
er das Bild bes Kaifere Sigismund. 

Foly, Infel an der Miindung bes Lee in ber 
Grafſchaft Cork der iriichen Provinz Munfter. 

Folz, Hans, geb. 1479 in Worms (nad Eini- 
gen dichtete er fhon 1447), Barbier u. Meifterfän- 
ger in Nürnberg; erfand mehrere neue Geſangs⸗ 
weiſen (f. u. Deifterfänger) u. ift Dichter mehrerer 
—— (. d.); er ſchr.: Ein teutſch wohr⸗ 
aftig poetiſch yſtori, von wannen das beyii rö⸗ 
miſch reiche feinen vrſprung erfilih hab, Nitrnb. 
1480; Die pehemifch irrımg , ebd. 1483; Bon ey⸗ 
nem puler, ebb. 1488; Ein hübſch faßnacht ſpil von 
einer gar pewriſchen pawrn heyrat, ebd. 1521; 
Bon dem künig Salamon u. Mardolffo ꝛc., ebr. 
1521; Der Kargenfpiegel, ebd. 1543, u.m.a. Die 
Faſtnachtsſpiele find neu herausgegeben von Adelb. 
v. Keller in den Publicationen des fiterarifchen 
Dereins in Stuttgart, 1853, 

Fomahand (Bomaltaud), Stern 1. Größe, am 
Hals des jünlihen Fiſches; wird auch zum Ente 
bes Waſſerguſſes vom Waflermann gerechnet. 

Foment (v. lat.), warmer Umſchlag; Daher 80» 
mentiren, warıne Umfchläge machen; Fomentation, 
fo v. w. Bähung; Somentativ, Bähung erzeugend. 

Fonacza, Pfarrdorf im Kreife Südbihar bes 
ungarifhen Berwaltungegebietee Großmarbein, 
420 Ew., bat eine Stalaftitenhöhle mit mehreren 
Seitengrotten, worin viele Thierknochen gefunden 
worden find. 

Fonc6 (fr., fpr. Fongſeh), tief, von Farben 
gebräuchlich, fo bleu F., tiefblau ac. 

Foncemagne (fpr. Zongsmanje), Etienne Lau⸗ 
zeault de B: geb. 1694 in Orleans, ftubirte in Bour- 
ges u. in feiner Vaterftabt, gab ben Priefterftand, zu 
dem er fich eutſchieden hatte, mieber auf, wurbe 1722 
Beifiter der Akademie der Wiſſenſchaften in Paris, 
dann Aufſeher des Antilenjaals im Louvre u. 1752 
Sofmeifter Des Herzogs von Chartres, Sohns tes 
Herzogs von Orleans, übernahm aber 1763 ſeine frü⸗ 
gere Stelle am Louvre wieder, gab fie indefjen ſchon 

nächſten Sabre wieder auf, um feine Zeit unge— 
ſtört der Alademie widmen zu Lönnen, u. ft. 26. Sep⸗ 
tember 1779 in Paris. Er it berühmt geworben 
durch den Streit mit Voltaire Über bad Testament 
politique du cardinal de Richelieu, deſſen 


Folk bis Fondi 


Echtheit er bewiefen bat. Geine hiſte 
banblungen ftehen in der Histoire de 


royale 

Bond (fr. fpr. Kong), 1) Grund; ® 
Sig in dem —— s) (Fonds), fo v 
capital, auch gleichbedeutenb mit Cap 
gemeinen gebraudt; 4) (Funds), in 

fientlichen Abgaben, die zur Bezahlun 

der Staatsſchuld beſtimmt find. 
der Geſammtfond (Aggregate 
1715, der Sübfeefond, ber 1711 
wurde, bie Allgemeinen F., bie von 
teten Amortijationfond® (Sinkir 
die namentlih zur allmäligen Abbe: 
Staatsſchuld beftimmt waren, aber and 
dringenden Staatsbebürfnifien verwen! 
bis man überhaupt davon zurückkam, 
ſchuld durch Amortifation zu verringern 
den mit ben 1786 Confolibirten } 
aus denen man bie Zinfen der Staat 
fälligen Capitale, die Penfionen, die | 
einige andere regelmäßige Staatsberih 
Da die Zinfen der Staatsichuld urfpr 
einen gewiſſen F. namentlich angewieſt 
d. h. fundist werben, bis bei Zunahme pe 
ber Staatscredit im Allgemeinen bafür 
haben die Schulbverjchreibungen bes St 
ten Namen F. erhalten; baber 5) fo v. 
papiere (Öffentliche Fonds), u. im weit 
fo v. w. Erebitpapiere Überhaupt von f 
wohl, wie von Privatgefellichaften, ı 
Piandbriefe ꝛc. Daher Fomdebörfe u. | 
als — zur Waarenbörſe u. Waaı 

Fonda, Hauptort der Grafſchaft 9 
im Staate New⸗NYork, am Mohawk⸗9 
Utica » Schenectaby -Eifenbabn. 

Fondamento (ttal., Srund), Gruntt 
fimme. 

Fond d’or ({pr. $ong d'ohr), Art 9 

Fond du Lac (pr. Kong bi La), 1 
im Staate Wisconfin (Norbamerifa) 
bago-See, 35 OM.; Flüffe: Fond du 
waukee⸗ u. Rod-Rivers; im Süpoften 
dungen, im Bu ſchöne Prairien, ir 
nen fruchtbar; Producte: Mais, Wei 
Rindvieh, Schweine; bie Fond bu Pac»! 
Eijenbahn durchſchneidet pie Grafſchaft; 
1835 angebaut, bat ſich aber rafch zu 
Blüuthe entwidelt; 1850: 14,510 Em. 
ftabt darin, am Winnebago-Ser, Dam} 
Eifenbahnverbindung mit Chicago; : 
4000 Em.; erfi 1845 angelegt. 

Fondi, Stadt am Lago Di F. in ber 
nifhen Provinz Terra Di Lavoro; M 
Appia führt durch die Stadt u. ift bi 
erhalten; Sit eines Biſchof; Wein, b 
Cäcuber von den Alten gerühmt wirt; 
Der Lago di $. (font Lacus Fo 
fließt durch 2 Arme ins Meer u. bat 
Infel. — F. bieß ſonſt Fundi u. war 
Satiner; fie erhielt früh das römiſche X 
dann ſchickte Auguftus eine Eulonie Vete 
ber. Im Mittelalter war e8 Sit eir 
Grafihaft. Haireddin Barbaroſſa mad 
einen nächtlichen Angriff, um Julia G 
Sultan Solimau zur entfübren; ba fie al 
ftedgen Die Türken bie Stadt an. 3* 
Jahrh. wurde F. von Karl IL, g 


Fondo bie 
rafen Heinrich Franz von Mansfelb 


arktflecken im Bezirk Cles bes Tyroler 
t, im Thale der Novella; Handel mit 
Helz; 1550 Em. italienischer Ablunft. 
) frühere türkiiche Goldmunze, 1769 
on den Stalienern türlifhe Zecchinen 
m Etelle dann tie Zermabub® ver» 
rk. Etaatsm.),, fo v. w. Boendol. 
‚ |. Fyudoklu. 
 (fat.), 1) Giner, ber Gelb gegen 
bt; bef. 2) jo v. m. Wucherer. 
(fpr. Fengiräbhd), 1) Jean Bap- 
5, geb. 1766 in Bordeaux, Sohn 
une, Anfangs Geiftlicher, dann Kauf: 
nach Holland, kehrte aber nad Bor» 
er war einer Der eifrigfien Girondiſten, 
Rarat an, ſtimmte juͤr ben Ted Lud⸗ 
. ft. felbft 1793 auf dem Blutgerüſte. 
zobn des Vorigen, geb. 1755 in Vor⸗ 
RR Arvccat, dann Kaufmann in Bor- 
ndete das Haus 9. u. Lucas. Erſt 
rm publiciftiicher Schrififteller, gab in 
Tribune beraus, litt aber wegen eines 
mten Herzeg ven Angouleme arge 
11. warb vor Gericht gezogen u. ſein 
zbrüdt. 1530 unterftüßte er Die Juli» 
purte aber Darauf conjervatio u. gab 
Courrier de Bordeaux heraus, das 
ge Brevinzialblatt. Er fi. 1541 in 
{UV cuvres gab Chapınan, Par. 1544, 
aus. 
m, Pflanzengattung aus ter Familie 
ferae-Seselinvne, 5. Kl. 2. Iron. 
ebunfenem, verwiſchtem Kelchrande, 
Iten rundlichen Blumenblättern, faft 
rüdten, bie Früchtchen mit 5 vor⸗ 
flumpfgelielten Riefen, ein, feltener 
‚ Thälern, Fruchthalter 2theilig; Art: 
Fenchel (F. oflicinale s. vulgure 
tum Foeniculum Z.), ſ. u. Fenchel. 
pr. Foniiſcha), Marktflecken ım tür- 
ı Gjalet Boena; har ein Minoriten⸗ 
brfabrifen, Hanmerihimieten, Puls 
in ber Näbe reiche, aber wenig aus- 
ngruben; 00 Ew. 
ter Anton, geb. un 1781 zu Goch bei 
haber eines Spirituoſengeſchäfts in 
t durch den nach ihin benannten Kris 
welcher 1517 wegen Verdachts, den 
jten feines in Erefelt wehnenden Aſſo⸗ 
em gebracht Ju haben, gegen ihn ans 
bt wurte. Nachdem x. in Zrier 1515 
‚ Lan auf neue Verrachtegründe bin 
n gefangen geſetzt, aber vom Lertigen 
der Saft entlaſſen werden war, 
22 vochmals ver die A'ſiten zu Trier 
von dieſen ausgeiprochenen Terbam: 
,„ deſſen Reviſien der Caſſauonehei 
warf, wurde vom König, Ta alle Be— 
er That jebtten, tie Beſtätigung ver« 
receß niedergeſchlagen. Dieier Proceß 
Zeit ungemeinee Aufieken u. wurde 
nern der Geſchworuengerichte auege⸗ 
in Wertb tiejer Juſtiture herabzuſetzen. 
ung des Proceſſes fiudet ſich im Reueu 
2, xp3. 1842. 
Diarliileden u. Hauptort tes gleich⸗ 


Fontaineblean 


467 


namigen Amts in ber Präfectur Nuovo auf Sar⸗ 
dinien; Walliehrtsliche, Fabrikation von Teppis 
hen, Leinwand, guten Kälen; 3200 Ew. 

Fond (ar), Duell, Brunnen. 

Bonfange (irr. Fonſangſch), Ort im Arronbiffe- 
ment Nismes Des franzöfifchen Departements Gard; 
Dabei eine intermittirende Duelle, bie 7 Stunden 
fließt, 5 Stunten ausbleibt u. nur bei regneriſchem 
Weiter beſtändig läuft. 

Fonſeca (Conchagua. Jiquilino), Bai an ber 
Südküſte (Stiller Ocean) von Centralamerika; 
ſchneidet in die Staaten San Salvador, Honduras 
u. Nicaragua ein. Won bier aus iſt eine Eiſenbahn 
nach der Honduras» Bai projectirt. 

Fonſeca, 1) Pedro da F. geb. 1525 in Cor⸗ 
tizada in Portugal, trat 1548 in Coimbra in das 
Jeſuitencollegium, ſtudirte feit 1551 in Evora ıt. 
wurde bald Profeſſor daſelbſt; jeiner ichelaitiichen 
Virtuoſität wegen erhielt er den Namen des Por« 
tugiefifchen Arifteteled. Nach 1580 wurde er Aſſi⸗ 
ftent des Trdensgenerals, Viſitator ter Provinz u. 
Oberer des Profeßbauſes Er war auch Mitglied 
der vom König Philipp IT. zur Referu Portugals 
nietergelegten Commiſſion u. fl. 1599. Gr jchr.: 
Institutiones «dialectiene, Yiflab. 1564 u. ö.: 
Kommentar über die Metaphyſila Des Ariftote- 
lee x. 2) PHenr. Franc. da F., geb. in Miran⸗ 
bella in ber legten Hätte tes 17. Zabrb., war Leib⸗ 
arzt bed Königs Jobann V. von Portugal; er jr. : 
Pleurolugia, Yifiab. 1701; Aptarium medicum, 
ebt. 1791 u. 10; Arrora meileınal, ebd. 1701; 
Medicina Insitanien, Auſterd. 1710, u. eine Be⸗ 
ſchreibung der Heilquellen ‘Portugals, Yiljab. 1726. 

Fons grörum (a. Geegr.), Mineralquelle 
in Gallia belpica, jetzt Spaa. 

—8X ne, Vicomte de la F, ſ. Harnoncour. 

ontaine «ir., ſpr. Fenatäbn), 1) Quelle, 
Brunnen, 2) Viineralquelle; 3) Springbruunen. 

Fontaine (jer. Fongtäbn), I) Alexis 3. des 
Bertind, geb. in Clavaiſon zu Anfang bes IS. Jahrh., 
wurde 1733 Mitglied Der Bartier Alademie, löſte das 
Problem über Die Tautechrona, legte den Grund 
zur Bartationerehmung, entdeckte ein neues Prin⸗ 
cip der Dynamil u. förderte tie Integration der 
höheren Diiferenuiaigleihungen; Merle, Bar. 1764, 
41 Be 2) Pierre krancois Louis, geb. um 
1780 in Paris, Architelt Des Königs, der Livile u. 
königlichen Bauunternebmungen. Inter Napoleon 
ftand er den Reſſauratienen des Youvre, der Tuile⸗ 
rien, ven Palmat'ien ac. ver u. entwarf 1810 Den 
Surenliel« Besen. Gr arbeitete faft immer mit 
Percier gemeinſchaitlich. 3) 1. Lafentaiue. 

Sontainebleau (jpr. Fongtähn' bleh), 1) Ar⸗ 
rondiſſenient im jrauzöſiſchen Departement Seine 
u. Marue, 16 De, 7 Cantene, 75,800 Em.; 2) 
Hauptſtadt deſſelben an ter Eiſeubahn von Paris 
nah Dijien, 7. Dil. firdöſtlich ven “Parts geles 
gen; Perzellan» u. Favencejaorik, öffentliche Bi— 
blietbel von 28,000 Birken, Ztuttbaus, Juſtiz⸗- 
palaft, 2 Spitäler, bdaiterliches Schloß aus 4, nach 
dem verſchiedenartigſtenn Schbinad ar Styl erbauten 
Gebäuden, mil vielen Hefen, Galerien, Gfäugen, 
YV00 Zimmern, Gun; Handel mi Dein u. 
Vieh; regelmäßige Tauipiſchifffäahrt nach Purte, 
2500 Em; bier u. in der Rabe If» u. Weinbau 
(bei. guie Gutcdelrauben, Chasselas de F.). Die 
Statt wird wen Ban 3 DD. großen Wald von 
8. umgeben, weicher von Alleen durchſchnitten u. 


Fontaine brulaute bis Fontana 


reich an fchönen Punkten u. Ausfichten if; auß | Gefängniß zn Boiffy, ans welchem 


den Steinbrüchen in bemfelben wird das Pariſer 
Straßenpflafler gewonnen. — Man hält %. fiir das 
alte Aquae Segeste (f. d.); König Robert der 
Fromme baute 998 ein Jagdhaus an der Stelle, 
wo jetst 5. liegt; dieſes verfiel aber, u. Ludwig VII. 
erneuerte es 1169 u. baute dazu eine Kapelle, wes⸗ 
bald er für den Grilnter von. (lat. Fons Bleaudi) 
gehalten wird. Franz I. erneuerte das Schloß ı. 
umgab es mit Parkanlagen, gründete auch 1530 Pie 
an griechifchen u. erientaliihen Manuſcripten reiche 
Bibliothek (1595 nach Paris geſchafft); Die berühmte 
ebenfalls von dieſem Könige angelegte Yontaine 
ließ Heinrich IV. verändern u. um 5 vermehren. 
1550 wurde unter Franz II. in F. eine Berfamm- 
lung von Notablen gehalten, wo fi bie Ver⸗ 
fhwörung ven Amboife vorbereitete. Lubwig XIII. 
wurde 1606 bier geboren u. 1725 die Bermählung 
Ludwigs XV. mit Maria Leszinsfa vollzogen. In 
dem Schloſſe ließ 1657 Ehriftina von Schweden ben 
Monalteschi ermorden; 1762 wurbe hier Friedens⸗ 
präliminarien zwiſchen England, Frankreich u. Por⸗ 
tugal (f. Frankreich [Gefch.]) u. 1784 ber Tractat 
zwiſchen Kaifer Joſeph II. u. ben Helläntern zur 
Beilegung des Streites Über ten Barrieretractat 
geſchloſſen. Napoleon, der das Schloß 1804—13 
durch Hertault verſchönern lie, refibirte gern in 
bemfelben,, hatte hier am 25. November 1804 feine 
Zuſammenkunft mit Papft Pins VII. u. unterzeich⸗ 
nete daſelbſt am 11. April 1514 feine Thronentfagung. 
Nach der Reſtauration blieb F. unbewohnt, aber 
Louis Philipp wendete ſeit 1833 wieder viel auf 
Lie Erneuerung u. Verſchönerung befielben. 1837 
wurde hier ter Herzog von Orleans mit ber Prin- 
zeifin Helene een Mecklenburg vermählt. 21. Nov. 
1840 Zuſammenkunft Louis Philipps mit ber Kö⸗ 
nigin Cbriftina von Spanien. 

ontaine brulante (Ipr. Fongtähn brüblangt), 
eine durch einen Erdbrand rauchend unterbaltene 
Duelle in ber Näbe von Grenoble (Eranzöſiſches 
Departement Iſere); wurde jrüber zu den uns» 
bern der Dauphine gerechnet. 

Fontaine carröe ſpr. Fougtähn karreb), Mine⸗ 
ralquelle bei dem Flecken Archingeay, im Arrentij- 
femen: Et. Jean d'Angely des franzöſiſchen Depar⸗ 
teınent Charente injerieure. 

Fontaine frangnije (ipr. Fongtähn frangſäe), 
Sieden im Arrontiffement Dijen bes franzöftichen 

epartements Göte d'Or, an ber Bingenne, Schloß, 
Eijenwerle, Zöpferei, Denkmal zum Antenfen an 
den 1595 bier erjechtenen Sieg Heinrichs IV. über 
die Spanier; 1200 Em. , 

Tontaine [’Evöque (jpr. Fongtähn l'Ewäh), 
Stadt der belgiſchen Provinz Sennegaff, weſtlich 
von Charlerei; 3270 Em.; viele Nagelſchmiede. 

Fontaines pr. Fongtähn), Berg in ver Nähe des 
Ortes Cranſac (Arrondiſſement Villefranche im 
franz. Depart. Aveyron), 400 Fuß bech; 18 rau⸗ 
chende Krater mit warmen Tunftbeblen von 35 9 bis 
40° R., melde ala Schwitzſtuben benugt merken. 

gontained ‚|. Desfontaiues. 

ontan (lpr. Fongtang), Leuis Marie, geb. 1507 
u Yorient, Dichter u. Tagesſchriftſteller, griff Die 

egierung Karla X. mit beißenter Sutore an u. 
wurde vorzüglich reegen jeines Pamphlets Le mou- 
tön enrage pelizenichen Berfolgungen ausgeiekt, 
been cr fih Durch bie Flucht entzog. Später ftellte 

och ſelbſt ten Sufligbehörten u. fam in das 





revolution befreite. Für Die Bühne aı 
er mit feinen Städen, unter bener 
Narbonne das bekanntefte iſt, ve 
Srielg. Er ft. 10. Oct. 1839 zu Thie 
e⸗Roy. 

Fontäna, 1) Marktflecken im Dif 
neapolitaniſchen Provinz Terra Pi‘ 
Ew.; Mineralquellen; 2) (J. Role), 
in der neapolitaniſchen Provinz Prin 
3600 Cm. 

Foi.tãna, 1) Prospero, geb. 
aus Bologua, Schüler des Francucı 
Michel Angelo's Veranlaffung ver 


ind III. nach Rom berufen, von wo e 


wieder nach Bologna zurückkehrte. E 
war ber erite lehrer bes Lodovico 
großen Talent aber geringen Flei 
malte er eine große Anzabl von Bil) 
pie Mittel zu ſeinem verſchwenderiſt 
verſchaffen; die meiſten tragen die 
Schnellfertigkeit an ſich Werte: im! 
ſeum Die heiligen drei Könige, im D 
ſeum eine heilige Familie. 2) Don 
1543 in Mili am Comerfee, widmet 
wo fein älterer Bruder Giovanni fi 
ler einen Namen erworben batte, be 
fübrte mit dieſem gemeinfam mebrer 
u. wurde Architelt des Papſtes Sixtu 
er bie Capella del Presepio in S. 
giore, tie Billa Negroni, ben Ba 
raus ꝛc. baute, u. auf beffen Befehl ı 
vom Circus des Nero auf Dem Peter 
bie Kolofje vor tem Quirinal auffel 
Papſtes Tode trat er in bie Dienft 
von Neapel 1592, baute das königl 
ſchloß, fübrte mehrere großartige 

ans u. fl. 1607 in Neapel, wo ihm 
ter St. Annenlirhe ein prachtvolle 
jegte. Er ſchr.: Del modo tenuto 
tare l’obelisco Vaticano e delle 
Sisto V., Rom 1559, Fol. 8) ? 
1552 ın Bologna, Malerin, Tochte 
F. 1); ft. 1614. Werke vorzüglich i 
Bologna's, im Berliner Mujeum Bı 
in der Dreedener Gallerie eine beili 

Franc. geb. in Neapel, ft. daſ. 1656 
ihm bie Erfintung des Mikroſkops 
Novae coelestium terrestriumqu 
servationes, Neapel 1647. 5) Caı 
in Bruciato; Baumeifter, Schüler 
teffen Manier er baute, führte unter: 
u. Clemens XI. veriiedene große 
Darunter Die Kirche S. Michele a I 
das Pertal Sta. Maria in Traftevere, 
Minerva in Rem, Kuthetrale zu Mı 
Palaſt u. Villa Bisconti ꝛc., u. fl. i 
Er ihr. u.a.: Trattato delle ac 

Rem 1696, Fol.; L’Amfiteatro 

1728, j5el.; Il tempio vaticano, Rı 
lat. von Bonnerue te St. Romain, e 
6) Felice, geb. 1730 zu Pomarole in 
fejier der Pbilefepbie in Piſa; Dire 
ſeums in Florenz, lieferte eine Sc 
Nachkiltungen anatomiſcher Pränpar 
(über 3000), wovon Kaifer Zofepb II 
zum Riuter ernannte, Duplicate für d 


chirurgiſche Militärakademie anferti. 


Bontana Fredda bis Fontane 


nit der Anweubung ber Gaßarten n. 
Koblenfäure u. mit ber Lehre von 
:; er fl. 1805 u. ſchr.: Ricerche 
pra la fisica animale, %lor. 1781 
1751); Trait€ sur le venin de la 


les poissons americains, sur le | 


: et quelques autres poissons ved- 
enz 1751,2 Bde. (deutſch Berl. 1757); 
trägt ter Sentanaifdge Kanal, der im 
im Auge (ſ. d.) verläuft. 7) Gre⸗ 
r des Der., war früber Profeffor der 
. Bhilefopbie in Mailand, Dann in 
Mitglied des Geſetzgebenden Ratbes 
fl. 1503; er ſchrieb mebrere wich» 
ifhe u. pbyſilaliſche Abhandlungen; 
‚ geb. 1746, ebenfalld Mathematiker u. 
tenner belannt; fl. 150% in Mailand 
ı de dynamique, Par. 1792, 3 Be. ; 
0, geb. 1750 in Eafalmaggiore; Bar- 
Beneralprocurator, dann Provinzial 
im Mailand u. leitete faft alle Unter- 
chen Frankreich u. Rom, begleitete 
MR nach Paris, reifte 1609 bei ber 
welecn® ven Joſephinen abermals 
jedech furz Darauf, weil er das Breve 
om 5. November 1510, wodurch ker 
ni zum Erzbiſchof ron Paris ernannt 
chrieben batte, in Vincennes einge. 
bis zu Napoleons Sturz blieb. Gr 
mf den Bapfı im Frühling 1915 nad) 
Carbinal, 1516 Mitglied einer Com- 
en neuen Inquifitionscoter verfaflen 
räfibent ber Propaganda u. fl. 1835. 
Fredda, Dorf in ter Öfterreichiich- 
Provinz Friaul, zwiſchen Eacile u. 
er am 16. April 1509 Nieberlage 
unter dem Bicekänig burch die Ener 
irzherzog Jebann. 
‚fe (Bontana Roffa), Marktfieden, fo 
2 


). 

Theodor, geb. 1519 in Nen-NRuppin, 
iſcher Thätigkeit in Berlin; er fchr.: 
eiten (Preußenlicter), Berl. 1950; 
m Rolamunde, Tefiau 1950, 2. Aufl. 
&, Berl. 1551; Ein Sonmer in Yon« 
854; u. gab heraus Dichter⸗Album, 
. Aufl. 155%. 

(Fonticulus), fünftliches Geſchwür 
r einer ſchicklichen Stelle, am gemähn- 
erarme unter dem Deltamuskel, auch 
am Cherichentel ac., durch Atgmittel, 
niſches Fliegenpflaſter cd. auch einen 
ynitt bewirkt, morein man ein Kügel⸗ 
uholz od. Violenwurz (Fontanellkügel- 
einfacher, eine Erbſe ed. feine unreife 
d. auch mehrere, darüber ein feines 
eine Meine Comprefie u. Bann eine 
d. eigene u. mit Agraffen ꝛc. veriehene 
ıtanellapparate) legt u. dann bei täg⸗ 
ung ber Einlagen Lie Wunde eine Zeit 
hält. Sie wurden vorziiglich in frü⸗ 
t ganz vorzüglichem Nuten geglaubt, 
jenannte Ableitung eined Krankheits« 
ußen od. einen Gegenreiz bei einer 
ffection zu bewirlen, u. ebenfo bielt 
lich, alte Fee, am melche fich bie Na⸗ 
em, gewöhnt hatte, zubeilen zu lafien. 
e (pr. Bongtanell), Jean Gasparb 


409 


Dubois, geb. 1737 in Grenoble u. fl. 1812; er 
fr. außer mehreren Trauerfpielen u. Romanen 
(Effets des passions, Par. 1767, 2 Bhe.; Contes 
philosph. et moraux, Bouillon 1779, 2 Bbe,, 
u. a. m.): Cours de belles lettres, herausgegeben 
von Renauldon, Par. 1813, 4 Vre., u. m. a. 
Sontanellen (Foutanellae), bie nur mit hautig- 
Inorpeliger Subſtanz erfüllten Zwiſchenräume an 
ben no unverbuntenen Scheitelfiochen neugebor- 
ner Kinder, eine vordere größere, vieredige, 
zwiſchen ben Scheitelbeinen u. dem Dinterbaupts- 
beine, zwei vortereu. zwei bintere Seiten» 
fontanelle, erftere an ker unteren vorderen Ede 
jedes Scheitelbeing, letztere (A. des Gafferius) zwiſchen 
den Schläfebeinen u. tem Hinterhauptsbeine. Mit 
ber binteren F. ſtellt fi meift ter Kindeskopf zur 
Geburt; bie bemeglihen Kopfknochen geben nun 
bem Drud leicht nad), ter Kopf erbält eine leilför⸗ 
mige jpigige Form u. wirb zum Durchgang durch 
das Beden geihicdt. Durch Die F. ift ein neugebor- 
nes Kind leicht zu verlegen; bei Verdacht eines 
Kindermords ift Daher eine Ilnteriuchung derſelben 
wichtig. Mei verwachſen fie bis zu Ende Des 
jmweiten od. britten Jahres. 
Bontanellfügeldden (Aoutanelerbfen), 1) ber 
Samen von Iris florentina; 2) ſo v. w. lleine 
Pomeranzen u. Erbien, f. u. entanell. 
Fontanes (fpr. Fongtahn), Youis Marquio de F., 
eb. 6. März 1757 in Niort, aus einer alten berabge⸗ 
emmenen Familie, ſchloß fih 1777 in Paris den 
Encyllopädifien an u. widniete fich ter literariichen 
Thätigkeit. Er veröffentlichte zuerſt 1778 im Mu⸗ 
ſenalmanach einige Gerichte, benen bald größere 
Dichtungen folgten, melde ibm einen geachteten 
Namen erwarben. Bein Ausbruch der Revolution 
wandte er fih von den Ideen ab, welche Derielten zu 
Grunde lagen, u. gab 1790 in Flins den Moderatenr 
beraus. Nach Yyon übergefietelt, wagte er cs 1792 in 
einer Bittichrift an ben Konvent gegen Den Zanacıt 
lottismus aufzutreten. Nach den Sturz Robespierres 
murte er 1794 Profeſſor ter Schöͤnen Wiſſenſchaften 
an der Centralſchule, wericcht in ter Gazette fran- 

aise ben Monarchismus u. wurde, obwohl ber klaſ⸗ 
hen Richtung ergeben, mit Chateaubriand her 
freunbet, mit dem er feit bem 1. Fructidor 1798 
in London lebte. Bon dort ging er nach Frankfurt, 
fehrte aber kurz vor kein 1%. Brumaire 1799 nach 
Paris zurild, wo er unter tem Confulat eine rege 
literariſch⸗kritiſche Thätigleit enfaltete. Seit 1504 
Präſident des Corps legislatif wußte er biefe 
Stellung vermöge feiner geichmeidigen Natur bis 
1510 zu behaupten u. erhielt 150% als Großmeifter 
ter Univerſität Die Leitung des Ajfentlichen Unter 
richte in Die Hänte. Iro feiner hervorragenden 
Etellung gelang es ibm tem ‘Parteigetriebe fern zu 
bleiben, fo Daß er werer während der erften Reſtau⸗ 
ration, noch mährend der 100 Tage Lie @unft des 
nachfolgenden Regiments verfcherzte u. bei der zwei⸗ 
ten Reftauration Marquis u. Pair von Frankreich 
wurde. Er ft. 17. März 1521. Ale Dichter u. Rebner 
zeichnete er fich Durch eine genantte Handhabung ber 
Sprache aus, als Kritiler fuchte er Dem Cynismus 
u. ten fipliftifchen Geſchmaclloſigkeiten des Revolu⸗ 
tionszeitalters entgegenzumirten. Er fhr.: Le ver- 
ger, Par. 1798; Pocme sur l'édit en faveur des 
non-catholiques, ebd. 17899; La journde des 
morts, cbt. 1790; Eloge de Warhington, ebt. 
1800; Le rewur d'un exild, ebd. 1817. Gin 


440 


Bontanche bie Fontenoy 


größeres Gedicht: I,a Gr&ce sauvee, blieb unvoll- | Aljuflrel in ber portugieflichen Prevt 


entet. Er überſetzte auch Pope's Essay on man. | 


Seine Werle erſchienen gefammelt von &t. Beuve, 
Paris 1837. 


Fontanefta (F. Labill.). Pflangengattung aus 
en ter Oleaceae-Fraxineae, 2. Klafie 
1. Orbn. Z. Urt: F. phillyraeoides, fchön 
blübender Straud in Syrien. 

— — lateiniſcher Name von Fontenay. 

ontange (fr. ſpr. Fongtangſch), ein von Spitzen, 
Bändern u. dgl. verfertigter Kopfputz für Frauen⸗ 
zimmer. Als auf der Jagd ber Wind einmal den 
Kopfputz ber Marquiſe v. Fontanges in Unortnung 
gebracht hatte, Tief biefe benfelben durch ein Band 
wieder befefligen u. fligte Zierrathen von Blättern 
Binzu, wa® dann Mode wurde. 


Fontanges (Ipr. Fongtangſch), Marie Angelique 
Scoraillede Rouſille, Herzogin von b- geb. 
1661 , Ehrendame der Königin Mutter u. Dlaitrefle 
Ludwigs XIV., ver fie 1681 zur Herzogin erhob. 
Sie fl. im Wochenbett 1681 zu Partie. 


Fontantni, Giuſto, geb. 1666 zu St. Daniel 
in Srtaul, ftudirte in Padua, widmete fich bem geift- 
Iihen Stande u. trat unter bie Jeſuiten, ſpäter 
wurde er Profeffor der Eloquenz in Rom; Papfl 
Elemens XI. war fein Gönner, u. $. — ſogar 
mit im päpftlihen Palaſte. Benedict XIII. machte 
ihn 1724 zum Erzbiſchof von Ancyra (in partibus) 
u. Kanonikus ber Kirche Sta. Maria Maggiore, dann 
zum Secretär ber Bifa u. wies ihm einen Palaft auf 

m Duirinal zur Wohnung an; er fl. 1736. Er 
N L’Aminta di Torqusto Tasso difeso e 
ıllustrato, Rom 1700; Vindiciaeantiquorum di- 

lomatum etc., ebd. 1705; Della eloquenza Ita- 
iana etc., ebd. 1706, u.m. Anm. von sh. Forcellini, 
Beneb. 1753; De antiquitatibus Hortae, colo- 
niae Etruscorum, Rom 1708, 3. A. 1723; Il do- 
minio temporale della sede apostolica sopra 
la cittä di Comachio, ebd. 1708: nebſt zwei Ver⸗ 
theibigungen diefer Schrift, ebd. 1711; De corona 
ferrea Longobardorum, ebd. 1717; Istoria del 
dominio temporale della sede apostolica del 
ducato di Parma e Piacenza, ebd. 1720; Di 
S. Columba, vergine sacra della cittA d’Aqui- 
leja, ebd. 1726; gab bie Decreta Gratiani, ebb. 
1726; Codex constitutionum, quassummi Pon- 
tifices ediderunt in solemnı canonisatione 
Sanctorum ab anno 993 ad 1729, ebd. 1729, 
heraus; fein Neffe, Dominico F., gab von ihm 
nach feinem Tode noch heraus: Historia literaria 
Aquilejensis, Rom 1742; Discorsi accademici 
intorno a varii punti di storis ecclesiastica, 
Beneb. 1758, u. m. a. 


Fontanka, einer ber Arme bes Newafluſſes, 
mit welchen berfelbe Et. Petersburg burchftrömt. 
Fontänus, 1) aus Duellen entnommen; fo 
Aqua fontana, QDuellwafler; 2) (Bot.), an 
Duellen wachſend. 
aan Ta, Stabt, fo v. w. Suente Rabbia. 
onte avelläna, Einöde bei Faenza; darnach 


benannt ber Orden von Fonte avellana, ge 


ftiftet 1001 von Lubolf, nachherigem Biſchof von 
Engubio, bald mit Peter Damian u. deffen Ein- 
fieblern vereinigt, fireng lebend, über viele Klöfter 
verbreitet, aber 1570 aufgehoben u. bem ber Ca⸗ 
maldulenfer einverleibte. 

Fonte azeda, Mineralguelle bei dem Flecken 


errest ken 
Wonte : Korte (Ipr. Kongt-Wort), 1 
in der Nähe von St. mier im A 


Montbrifon bes franzöfifchen Departı 
hot weinähnliche Farbe u. Geſchmack. 

Fontejus, Marcus, war erſt O 
Legat in Spanien u. 77—75 v. Chr. 
Narbonenfiichen Gallien; bier Hatte e 
Erpreflungen fchuldig gemacht u. wu 
Rom verklagt, aber von Cicero in di 
menten) noch vorhandenen Rebe (pre 
v. Chr. vertbeibigt. 

Fontemaggi (fpr. Fontemadſchi), 
wurde 1806 Kapellmeiſter an Sta. Mi: 
in Rom, er fhr. Vieles für die Kirk 
8) Dominico, Sohn u. Schüler b 
fett 1823 Kapellmeifter daſelbſt, be 
Kirhenconipofitionen bei ben meiſten 
dort aufgeführt werben. 

Fontenay (pr. Fongtnäh), 1) ( 
Dorf im Arrontiflement Noallon bei 
Departements Nonne, am Serin; 700 
25. Juni 841 Niederlage Lothars dur 
Dentihen u. Karl ven Kablen, in Fr 
Theilungsvertrag von Berbun 813 zu 
2) 8. Te Eomte (Ipr. F. le Komt; 
Revolution 8. le veuple ſſpr. 5. le 
Arrondiſſement füdöflicher Theile da 
Departements Bendbee, 504 OM., 9 
130,000 Em.; 8) Hauptflabt bavom, 
fluß, mo berjelbe ſchiffbar wird, m 
Thale aelegen; alte Kathebrafe (Reh 
gotbiichen Style mit einem 295 Fuß 
brodenen Thurme, Civiltribunal; 
Gerberei, Tuch» u. Hutfabriken; jähr 
Weinniederlagen; Holy, Vieh- u. © 
Mineralquelle; 7500 Em. F. war 
erften Revolution eine Zeit lang £ 
Departements Benbie. Dier am 16.8 
der Republilaner unter Chabot über 
am 25. Mai 1793 Niederlage der R 

——— Thereſe, |. Chimay 2) 
ontenelle (ſpr. Fongtenelſ), Ber 
be F., geb. 1657 in Rouen; ſtudi 
in Paris, war 1699—1741 Secreti 
mie ber Wiffenfchaften n. fl. 1757 ba 
Entretien sur la pluralit6 des m 
1656 (dentſch von Gottſched, Lpz. 1’ 
glins, mit Anmerkungen von Bode, 
17689); Hist. des oracles, 1687; p 
rales etc., 1688; Hist. da thé⸗ 
jusqu’a Corneile, n. a.m.; auße 
du chevalier d’Iler ***, Dialo 
KEloges (auf verftorbene Gelehrte): 
längere Zeit Die Herausgabe ber D 
l’Academie des sciences; Oeur 
1728, 3 Thle., Par. 1742, 6 Tb 
posthumes, Par. 1759, 6 Thle.; 
pletes, Par. 16818, 3 Bde. 
Fontenelles (pr. Fongtenell), D 
diſſement Bourbon⸗Vendee des fra 
partements Vendee; 1300 Ew.; Müı 

—— ſ. Mouton⸗Fontenil 

fontenoy (ſpr. Fongtenoa), 1) A 
Bezirk Touruay ber beigiſchen Prov 
812 Em. Hier 11. Diat 1745 Sieg 
unter ben Marſchall von Sachſen üb 


Eontes bie doot 
‚ Engländer n. Öflerreicher unter | 


an Sumberland; 2) 8. le Chateau 
36), Stadt, rechts am Coney im 
Epinal des franzöfigen Departe- 
Eiſenwerle; 2100 Em. 

‚ Mebryabl von Fons), Quellen, 
Matıfsel, P. Tamarkel x., |. Mat- 
Tamarıci Fontes etc. 


Be (fpr. Fong⸗ eſterb), periodiſche 


t (fr., ſpr. Fongtewroh; Fons 
tflecken im Arrondiſſement Sau⸗ 
ſchen Departements Maine u. Loire, 
n waldigen Thale; 3630 &. Die 
Abtei (f. d. folg.) ift jett in ein Ge⸗ 
Departements umgewantelt; nur 
Birche mit den Gräbern Heinricht II. 
befien Sohnes Richard Lowenherz, 
Eleonore von Poiton, u. der Eli⸗ 
n von Johann ohne Land, iſt noch 


t, Orden von (Orben vom 
nen, Arme Jeſu Ehrifi), 
wftiftet 1096 zu La Roc im Wald 
a Robert v. Arbrifiel; 1099 in bie 
mteorault verlegt n. für I 
ifches Leben beider Geſchlechter be- 
umkeit, Orbnung u. Andacht unter 
Regel waren Hauptzwecke bes Ber- 
ter übertrug den Klofterfrsuen bie 
Adens, ven Männern den Dienft 
ne, gab dem Orden St. Benedicts 
Hanptabtheilungen, eine für 300 
ine für 120 Kranke, eine für reuige 
egen bie weibliche Ehre m. eine für 
eine Allen gemeinfchaftlihe Kirche. 
reitete ſich raſch, bei. Über Spanien 
urbe 1106 u. 1113 beflätigt u. eri- 
altfamleit, Schweigen, Armutb xc. 
nmenen erhielten von dem Etifter 
ıperes Christi. Die erfte Abtiffin 
’. Eraon-Chemille. Aber das Ver⸗ 
Hechter führte zu manchen Unorb- 
töndhe machten Berfuche der Eman⸗ 
milberung u. Schärfung n. mollten 
borherren werben. Als bie Äbtiſſin 
agne 1459 auch mit päpfllicher Hülfe 
a konnte, zog fie fih mit allen re» 
hweſtern in das Magbalenenflofter 
‚rüd, führte daſelbſt Die alte ſtrenge 
n, erhiellt 1475 Orfägung ihrer 
te bafb dafür 28 Klofter, während 
in mebrere Congregationen gerfallen 
itigkeiten mit Mönchen des Stamm- 
Pen 1520 der König, die Ab⸗ 
r Lebenszeit im Amt bleiben, aber 
Her Klöfer des Ordens bem Reli⸗ 
nes andern vom Papſt ernannten 
gen werten. Die englifchen Klöfter 
eformation verloren, den franzöfi- 

: Revolution ein Ende Die letzte 
Sophie Charlotte v. Pardaillan, ft. 
Tracht ber Frauen: langes weißes 
ber em weißes Rochetto bis an 
jehr weiten Ärmeln, Gürtel von 
m, vorn Sehr tief herabhängend, 
H u. Stirnband, barüber ſchwarzer 
ber ein ſchwarzer Mantel. Tracht 


411 


ber Mönde: Rod, Kappe u. Kapuze ſchwarz, 2 

vieredige, ſchwarze Lappchen (Roberte) eins 

vorn anf der Bruſt biß hinab zu dem wollnen Gür⸗ 

ch das andere auf dem Rüden, im Chor ſchwarze 
utten. 

Fontinalien (dm. Ant.), Feſt, den Quellen⸗ 
nymphen am 13. Oct. gefeiert, wobei bie Brunnen 
befränzt u. Blumen in biefelben geworfen wurden. 

Fontinälis (F. L., Duelimooe), Pflanzen⸗ 

attung aus ber Yamilie der Bryaceae; Kapfel 
eitenftänbig, 16 Zähne bes äußeren Miüntungs- 
randes aufrecht, ber innere eine negaberige, kegel⸗ 
förmige Haube; Dedet kegel-, Haube mütenfermig. 
Arten: F. antipyretica u. F. squamosa, in Waſ⸗ 
fer, erflere® gegen Keuchhuften empfohlen, u. bis⸗ 
weilen zum VBerftopfen der Wände gebraucht, meil 
es angeblich fein Feuer fängt. 

Bing (Baut.), jo ». w. Pfuhl. 

ontiud (Eonflantinus de Ta Kuente), 
Beichtvater Karla V. u. Canonicus zu Sevilla, 
wollte die Lutherifche Lehre in Spanien verbreiten, 
wurde aber nach Karls Tode 1558 durch die Inqui- 
fition ine Gefängniß geſetzt, ft. bajelbfi u. wurde 
in effigie verbrannt. 

Fontiveros, Stabt am Zaparbiel, in ber fpani- 
ſchen Provinz Avila (Sapilken) ,‚ mit Schafmärtten 
im Mai u. Inni; 1250 
ur „Stadt in ber hinefifhen Provim 

enfl, liegt am Pinho u. ift berühmt wegen ſei⸗ 
ner Falfen u. Fallenbeize. 

Foenum (Iat.), Heu. F. graecum, Pflanzenart, 
f. u. Trigonella. 

Foenus (lat.), Zinfen, f. d. 

Foenus, Schlupfweipengattung aus ber Kamilie 
ter Alysioıdea, Sinterlei geRielt, ſehr lang, feit- 
lich zufammengebrüdt; Art: F. jaculator. ſchwarz, 
Hinterleibsſmitte roth, Schienen u. Hintertarſen mit 
weißer Bafis; Länge 12—13 Linien. 

Fonyangfu „Stadt in der hinefifhen Provinz 
Ngan⸗Hoei, anf einem Berge nahe am See Hongtie, 
war einſt zur Hauptflabt beſtimmt, litt jedoch Man⸗ 
gel an Zrinkwaffer. 


Fooki, Fürſtenthum auf ber japaniſchen Iniet 


Nipon. 

—X u. Fooſjo, Provinzen auf der japaniſchen 
Juſel Kiufju. 

Foot (ipr. Fuht), engl. Fuß, in ber Mehrzabl 
feet (fpr. fiyt) = 135,115 Parıfer Pinien, vgl. Ruß. 

Foot (Ieffe), engliiher Chirurg, der zu Ende 
bes 18. u. zu Anfang des 19. Jahrb. in London 
lebte u. fich bef. durch Fine Schriften über geſchlecht⸗ 
liche Krankheiten belannt gemacht Hat. Er ſchr. u. a.: 
A critical inquiry into the ancient and mo- 
dern manner of treating diseasen of the ure- 
thra, Lond. 1774, 81 n. 85 (beutfeh Altenburg 
1777); An essay on the bite of a mad dog etc., 
ebd. 1788; A new discovered fact of a relative 
nature in the venereal poison, ebd. 1790; 
Treatise on the origin, theory and cure of 
ıhe lues venerea and obstructions in the ure- 
thra. ebd. 1792 u. 1820 (deutſch von Reich, Cp3. 
1793 f., 2 Ihle.); Researches upon the existenve 
of veneral infection in pregnant women, Lond. 
1808; Review of Iome's observations on the 
disenses of the prostate gland, ebd. 1812, er 
ichrieb auch Life of John Hunter, Lond. 1714 
u. 1797, Life of A. R. Bowes, ebd. 181C, ı. 
Life of A. Murphy, ebd. 1811. 


412 


Boote bis Forbes 


Foote (pr. Fuht), Samuel, geb. 1719 zu Truro | Em.; 2) Marfifieden tm Arronbifier 


in Cornwallis; ftnbirte Anfangs Theologie, dann 
bie Rechte, gerieih aber burch jeine ausſchweifende 
Lebensart in Dürftigleit u. wurde 1744 Schaufpieler 
un. Schauſpieldichter. Er verlor 1746 durch einen 
Sturz vom Pferde ein Bein, worauf er vom Herzog 
von York die Direction des Haymarlettheaters er- 
hielt, bis daſſelbe wegen ber bort aufgeführten täu- 
ſchenden Eopieen bekannter lebenber Perſonlichkeiten 
von Polizeiwegen geſchloſſen wurde. Er ſpielte ſeit 
1752 an verſchiedenen Büͤhnen. Auf dem Theater 
vom Schlage getroffen, fl. er 1777 in Dovre. Gr 
ſchr. die Ruftfpiele: The young hypocrite, The 
author, The Nabob, The orator u. a. m.; Dra⸗ 
matiſche Werke, Lond. 1758, 4 Bbe., 1797, 2 Bde. 
(deniſch Berl. 1796— 98, 4 Thle.); W. Coole gab 
feine Diemoiven heraus, Lond. 1805, 3 Bde. 

Fop (engl., Mehrzahl Fops), Geck, Zierbengel. 

Foppa, i) Vincenzio, geb.in Brescia um1420, 
SHiftortenmaler, gilt für ben Gründer ber dortigen 
älteren Malerfchule, ft. 1492; er malte mehrere 
Temperabilder u. Fresken; von ben legteren befin- 
bet fih ein St. Eebaftian in ber Brera zu Mailand; 
2) Vincenzio der Jüngere, wahrfcheintich 
Sohn u. Schüler des Borigen, Geburts⸗ u. Todes⸗ 
jahr unbelannt; Werke: Der freuztragende Chriftus 
u. bie Sta. Veronica im Stabtbaufe zu Brescia; 
©. Nazario u. S. Celfo auf ber Orgeldecke in ber 
dieſen Heiligen geweihten Kirche zu Brescia. 

For, Dorf am Loch Naves in ber ſchottiſchen 
Srafihaft Sutherland; 2500 Em. In der Nähe 
15 Höhlen. 

Foradäde, Heine Infel in der Nähe der Balea⸗ 
rifhen Infel Cabrera (Mittelländiſches Meer). 

Forämen (lat.), och, bei. in der Anatomie; fo: 
F. Mearol, im Gehirn, ſ. d. A); F. eentrale retinae, 
Netzhautloch, F. infraerbitale, Unteraugenhöhlen⸗ 
fanal, F. supraorbitale, Oberaugenhöhlenloch, F. 
opticum , Sehnervenloch, F. ethmoldale. Riechbein⸗ 
loch, f.d. a. unt. Auge 1) A) h) u. B) h)—I); F. 
magnum ossis oceiprlis, |. u. Schädellnochen; F. 
coecum u. F. Meibomii, f. u. Zunge; F. ovale, im 
Herz, ſ. d.; F. Winslewil, im Neß, f. d.; F. ellipfrcum 
E. oesophag&um), f. u. Zwerchfell; F. mastoideum, 
f. Zitzenloch; Foranına alveolarya, im Oberliefer, 
F. maxillaria, im Unterkiefer; F. zsygematica, in 
ben Wangenknochen, S. u. Gefichtsfnochen, u. v. a. 

Foraminiföra (Rhizopoda Dujard.), mi- 
Troftopifch Heine Thiere, mit einem in Kammern 
getbeilten Gehäuſe, mie bei Nautilus. Bicle kom⸗ 
men fojfil vor, fo Die Gattungen Nodosaria, Fron- 
diculina, Textularia, Numulina u. a. m.; neuer⸗ 
Dings zählt man fie zu ben Polypen; früher rech— 
nete man fie zu ben Cephalopoden; ihr Gehäuje ift 
bald fcheiben ⸗ bald kegelförmig ꝛc. 

Forat, 1) in ber norbiihen Mythologie eine 
Rieſin; fie brachte bef. die um, welche an der nor» 
wegiſchen Küfte zum Fiſchfang gingen. Ketill Hängr 
erlegte fie in Efrofar, als fie den Iarl zwingen 
wollte, fie zu heirathen; 2) fo v. w. Riejenmeib. 

Forath (a. Geogr.), Hanbeleftabt in Babylonien, 
am Tigris, wo bie Kaufleute aus Eyrien u. Pal- 
myra fi fammelten u. von wo fie Die Waaren ben 
Fluß binauf nach Charar ſchafften; jettt Basra, 
welches die Syrer noch Ferath Maiſan nennen. 

Forbach, 1) Dorf an der Murg, im Amte 
Gernsbach res badenſchen Mittelrheintreifes, Hänge⸗ 
brücke über die Murg; Waldarbeit, Flößen; 1350 


gueminee bes franzöfiichen Departeme 
ouane, Fabrilation von Glasflaſé 
u. Leder, Steintoblengruben, Meri 
4300 Em. — As Johann IV., Be 
1602 ohne Nachlommen g en! 
bie Grafen Ludwig I. von Leiningen 
Jakob von Eberſtein feine Serrfchaft, 
einen Leiningiſchen u. einen Eherftiemi 
zerficl, erfter fam ein Jahrh. fpäter 
v. Strablenheim u. wurde 1718 vom 
Lothringen zu einer Grafſchaft erhoben 
fteiniiche Antheil kam 1750 durch Kaı 
Den v. Spon u. 1756 an bie mit! 
ian IV. von Zweibrücken in morga 
lebende Madame te \f welche 1757 
Stanislaus den gräf ichen Titel FR 
ihren Söhnen wurde 1792 von Sei 
baierſchen Geſammthauſes geftattet, fi 
bon Zmeibrüden zu nennen. 
Torben, die Salzpfannen, fie vom 
reinigen, welcher fih nach bern Sieben 
Forbes, Marttfleden im Bezirk & 
bohmiſchen Kreifes Budweis; 800 Emm. 
der Hof Trocznow, mo ber Führer: 
Ziska, geboren ift; eine Kapelle bezei 
Forbes, ein altes fchottifches 
nen Namen von feinem Gute Sorke 
Aberveenfhirehat. Bemerlenswerth 
can, an® dem Haufe Eulloben, gef. 1 
Ioden, ſtudirte m Edinburg, Utrecht 
Rechte, wurde 1717 Sollicitor general, 
ney, beſchwichtigte in demfelben Jahre 
in Glasgow u. wurde 1742 erfter ‘ 
Seſſion; 1722—39 faß er ale Abg 
Grafſchaft Inverneß im Parlament u. 
er er Gedanken über die Religions 
2) Batricius, aus dem Haufe Eorf 
wurde 1618 Biſchof von Aberbeen u.f. 
einen Commentar über bie Offenkaru 
Lond. 1613 (lateinisch von dem Kolgen 
1646). 8) John, Sohn tes Borige 
in Überbeen, ftudirte daſelbſt u. in Hei 
logie, wurde in feiner Heimath Prefel 
Icgie, welches Amtes er aber 1640 e 
nah einem zweijährigen Aufenthalt: 
febrte er 1644 in feine Heimath zuri 
auf feinem Gute Corfe; er ſchr.: Inst 
storico-theologicae, Amfterb. 1641 
1699 (im Auszuge ven Arnold Mont 
sıus Contractus, Amfterb. 1663); de 
Moraltheologie; Kurzer Begriffdesim 
(lateiniſch von G. Garten) u. m. a. 
berausgegeben von Gutler, Amſtert 
4) Arthur, erhielt für wichtige Dien 
Könige Karl II. gefeiftet hatte, von di 
Würde eines Baron Clanehugh u. B 
nard, 1684 bie eines Grafen von Gr: 
als ſolcher Lord Juſtice u. fl. 1693. 
Entel des Borigen u. Sohn tes Graf 
1737), trat in faiferliche Dienfte u. ı 
Hlottille auf ber Donau, ging kann 
zurid u. wurbe 1729 Statthalter bei 
Injein, 1733 Geſandter in St. Peter 
Viceadmiral der Blauen Flagge, 173° 
von New-HYork, 1742 Admiralitäte 
Diitglied des Geheimen Raths u. fi. : 
als Altefter Admiral ber Rothen Flaͤgg 


Unehkina ... 


— begleitete et Injanter 
ber Bei von Duiberon, war 1795 
* Jnſel er — am Bor 
— woh 
ube bei, 1803 deu Dlapratirn- 
Fir —— ©turme der vn * 
311—13 mar er auf Jana bei 
n& ara 
ins u. ber Höhen von Geran- 
ta; er ft. am 29. März 1849 zu 
bwarbd, geb. 1815 in Eee 
® ‚Enbire In Goinburg oe 
ei orwegen 1841 
on nach Kleinaflen s as — 
anik am Kingt —— 


iturgeſchichte an ber 

ur — 
te in London u. tofeflor 

‚I Ebinburg 18. 5 v.1854. Er 


» natural history tour in Nor- 
ıd- and fresh - water mollusca 
ougia; Malacologis monense; 
sb starfishes, Lond. 1841; Re 
llusca and radiats of the Ae- 
; Travels in Lycis, or ya - 
ud. —5 206; Di 
n seas er| — 

3 ur De di um 1815, P 
Fr I: — nn m 
eiſen nad) Noxwegen 1. 
zeicber 1644, 1946 u. 1850 nad 

na Rormegen, um | am — 


—— er m — 


Be Edinb. ond. 1843; 
a, binb. 1847; ; Norway and © 
ed in 1554, Eins. 1853; The 
Blanc and of Monte Rosa db 
) 5. Borbes · Novie, ſ. Rohle 


aſect, fo v. w. 


ffor ber 


uch ber — 285 ümer, 
en, 1605. Bein Sohn 2) Adal⸗ 
‚an ber — in Leipzig, 


— alten en — | 


‚orhän alte provencalifche abe» 
l * ge mes 
bes Ifert Sanfen. Mert 


urn Ki: em: Woleul u. 
a6 vegan von Wigier wrter zu. 
mit, wurde Schiffelleutenani 
Cppebition, die den region von a. — 
dam befebren.ioflte, wurde ſlameßi Admiral, 
lebree 1688 zurild u. wurxbe, Ara aus bez Hang» 
lifte geftrichen, wieder angeſtellt. 1689 griff er mit 
Neon Boert 2 englifege atten an, .. war, 
—* Gonvon zu retten, gefangen, entlam aber 
der ft u. wurde — 1 1602 — 
er ein Schiff bei in Hogue, 1693 bei Yagos, 4696 
vor Darcelona, zu Sucoeſ⸗ 
—“ — im or Meere 
gegen g, 1 Flotuſſe von 8 Schiffen 
in Weſtindien, 


——— 1100 =. 1707 in ben ——— 
ven c. wurbe zum Ghef db —— Grafen 


exnaunt. Ungnabe 
feinem Wera bei —— 


2) Charles Solerh ern we Ru: 
quis de F. des Iſſarts, Be im Aug. 1775, 
diente zuerft in ber Marine. 1790 nad ien 
— — er 1791 ale Garde marine biefe® 
ein, nahm 1008 ——— * 
—— — na er R 

u. 1797 ben Gefechten von Dran, Toulon, 
Kohn, 1797 der Sqhlacht von Gr. .. = 


rpe des Lugemburg 
1815 folgte er —8* XVII. nad 
1823 major, erhielt 1830 ge —— u. fl. 
im Febr. 1851 zu Strignon. 8) Louis Nicolas 
is Augufe, Graf v. F. geb. 1777 in 2a 
ber ce, weilte fi, durch feines Ba- 
itteln enthlößt, ber Malerei wibmen, 
nn inbie Kationalgarde einzutres 
ten u. nahm Theil an ber Belagerung von Tonlon; 
— ss Maler Sranet belaunt, ber ihn n 

in Davids Schule unter» 

stubien wurbe er abermals 


uteeten, 1. — 
— wo ex bis 1803 
Zpeil an ben napolesnikhen Friege; 


9 gr ausichliehlich 
er Zunf widmen fomnte. Bon 1809 bis 1814 hielt 

e TH, Rom ab, 1816 wurbe er Generalbirector 
Muſeen u. lied ber Mlabemie, 


bereite 1817 u. 18 ben Orient u. land u.f.im 
Baris 1841. Er war i gt von Na⸗ 
poleon, Louis Zen - wis Philipp u. bat viel 

in Frankreich gethan. 


Aufmunterung ber 
2 — terne ou lo voyage 


na ben Charles Barimore, 
r. 1810, 4. Wntg. 1823, 2 Bde.; Voyage 
ans lo Levant, Par. 1819 (beutic) von Ramın- 
in, Prag 1823—25, 4 Lief.); Souvenirs de la 
icile, Bar. 1823 (beutich, Seua 1823) u. 0.; Un 
mois à Venise, 1824. Den Mufeen im Ar 
urg u. Verſailles gab er eine andere Geftalt. 
Gemälde von ihm find: Die Nonne wor dem In⸗ 
| — zu Ballabolid, Die a ber 
rent Grabe gehobenen Gües de Caſtro, Tod 
Ya liniu® x. 


Forbiſher (er. Forbiſcher, Martin), je v. w 


den Zrobiſher 


414 
Forbonnaid (ipr. Korbormäß), Yrancois Beron 
de %., geb. 1722 in Mons, war Generalinipector 


der Danufacturen in Frankreich un. Mitglied bes 
Rationalmftitutes u. fl. 1800 in Paris; er fchr.: 
Recherches et consid6rations sur les finances 
de France, Bafel 1758, 6 Bbe.; El&mens de 
commerce, ®ar. 1796. 

Forçudos, Rio dos, einer ber vielen Arnıe 
des Niger (Afrifa). 

Forcall, Stabt aın Bergantes, in ber fpanifchen 
Provinz Caſtellon de Ta Plana (Baleıcia), bei Mo⸗ 
rela: Seidenbau, Binfenflechterei; 1800 Ew. In 
der Kühe eine Gifenmine. 

Forcalquier (Ipr. Kortaltich), 1) Arrondiſſe⸗ 
ment in: franzöfifchen Departement Baſſes⸗Alpes; 
18: OM., 5 Eantone ınit 36,500 Ew.; 2) Haupt- 
ſtadt an der Laye; Seidenbau, Seibenweberei, Fa⸗ 
briken für Hüte u. Töpferwaaren; Handel mit 
Den, DI u. Seide; 3000 Ew. 

Forcas (Cabo de tres F,, Dreiſpitzencap), 
Borgebirg im Reiche Fez, eine meit in das Mittel- 
meer vorfpringenbe Landzunge. 

Force (fr. ſpr. Forß), Stärke, Gewalt, Zwang. 
F. majeare (ſpr. F. maſchöhr), höhere Gewalt, im 
Seeverſicherungsweſen, vorzüglich in Gamburg, ge- 
bräuchlicher Ausdrud für ein Hinderniß der Schifi- 
fahrt, dem auszuweichen nicht in dem Vermögen 
des Schiffere Tiegt. 

Force (Ipr. geh), 1) IacguesNomparde 
Chaumont, Duc de la $., geb. um 1559, Brote 
ftant; entlam ber Bartbolomäusnadht, diente Hein- 
tig IV. u. dann den Reformirten gegen tudwigX III; 
1622 unterwarf er fi bem Könige, wurde Mar- 
ſchall von Frantreih u. fein Marquiſat zu einem 
Hegzogthun erhoben. Hierauf nahm er Pignerof, 
ſchlug die Spanier 1630 bei Carignan, befehtigte 
1634 in Deutſchland, entſetzte Phrlippsburg, kam 
Heidelberg zu Hülfe u. nahm 1635 Speier; er fi. 
1652. 2) Churlotte Rofe de Chaumont, be 
la Ki geb. 1650 auf Schloß Caſenove u. ft. 1724 
in Paris; fle fehr. Die Rumune: Les Fees, con- 
tes des eontes, Par. 1692; Histoire secrette 
du Duc de Bourgogne, ebd. 1694, 2 Bbe.; 
Histoire de Marguerite de Valois, ebd. 1696, 
2 Bbe.; Gustave Vase, yon 1698, 2 Bde.; 
Histoire secrette de Catherine de Bourbon, 
Duchesse de Bar, Bar. 1703; Histoire de Ma- 
rie de Bourgogne, ebd. 1712, 2 Bde. 

Forces (pr. Forßeh), fo v. w. erzmungen, ein 
beim Solv- u. Boftonipiel gebräuchlicher Ausdruck 
für gewifle Arten dieſer Spiele, |. u. Boften u. Solo. 

orcellĩni (ipr. Fortfchellini), Egibio, geb. 1688 
in einem ‘Dorfe bei Felire; wurde im Seminarium 
zu Padua Facciolatis Schüler, Freund u. Theil» 
nehmer an mehreren umfaſſenden literarifchen Ar- 
beiten; fpäter Director des Seminars zu Ceneda, 
1731 aber nah Padna zurüdberufen, wo er 1768 
farb. Sein berühmteſtes Werk ift Der unter Faccio⸗ 
latis Leitung begonnene Totius latinitatis thesau- 
rus, Batua 1771, 4 Bde., Fol., neuefte3. Ausg. von 
Furlanetto, 1828, mit Anhang, 1841; von Hertel 
u. Boigtlänger, Schneeb. 1831—39, 4 Bde., Fol. 

Forceps (lat.), Zange. 

Forchhammer, Paul MWilbelm, geb. 1803 in 
Huſum, ſtudirte in Kiel Philologie n. habilitirte 
ſich hier 1828 als Privatdocent; lebte darauf ſeit 
1830 M Paris u. London n. machte banıı eine Reiſe 
nad Italien u. Griechenland. Nach feiner Rückkehr 


Horbonnaid bis N 


wurde er Brofefior in Kiel, machte 11 
Keile nah Griechenland, we er 1f 
Otto auf deſſen Befuch in ben nöordli 
feines Reicht begleitete, u. Lehrte 
Athen u. Rom nach Kiel zuriid. H 
mit Jahn nachher das Archäologiſche 
fhr.u.a.: Zur Topographie von Ath 
Hellenika, Berl. 1837; Die Athen 
ebd. 1837; Topo rapbie von Athı 
Die Cyklopiſchen Mauern, ebd. 1847 
ver Ebene von Troja, Frankf 18: 
Achill, Kiel 1853; Die Reinheit 
Hanib. 1856; Halfyonia, Berl. 185 

Forchheim, 1) Landgericht im 6: 
Dberfranlen; 3TOM., 16,100 & 
ſtadt darin, au ber Wifent u. Re 
dem Donau⸗Mainkanal u. der Eile 
Seftung; bat Glasſchleife, Eiſenhe 
ranereien, Salpeter- u. Seifenſiede 
del mit Vieh, Obft, Getreide; 3000 € 
davon Tiegt das eheinalige, von & 
bifchof Franz Lothar erbaute Schloß 
berg — gie 890 ae 
Karls tes Gr. Zeiten ein nanıhafte 
unter ben Bistbum Bamberg. 1077 
einem Reichstage Kaifer Heinrich IV. 
dolph von Schwaben gemäplt. Im & 
polutionsfrieg am 7. Aug. 1796 & 
fen über die Ofterreiher. Die Wer 
1791 ausgebeilert, aber feit 1838 
vom Militär verlaffen n. ohne Com 
fam 1802 mit Banıberg an Baiern 
Amte Kenzingen des badiſchen O 
Viehhanbel; 1800 Ew.; 4) (Ober 
Forchheim), Pfarrborf mit 29 
Gerichtsaumt Leugefeld des königlich 
ſes Zwickau, Sitz einer Amtshauptm 
halterei, Lein⸗ u. Barchentweberei; 

Forchtenau (Fraknd), Martifl 
u. Bermaltungsgebiete Obenburg (1 
dem feit 1622 ber Familie Eſten 
Schloß Forchtenſtein gelegen; Serv 
Erw. Das Schloß enthult ben %a 
Fumilie Efterbuzy, welche das Schlu/ 

Borätenberg, Stadt am Koche 
Obringen des mürttembergifchen Fa 
Steinſalz; 1200 Em. 

orchtkuͤfer, fo v. w. Sruchtläf: 

orciren (v. fr., ſpr. Forßiren) 
Anſtrenguug durchſetzen; e) im Ah 
ner nöthigen mit Trumpf zu ſte 
Marich, fo v. w. Eilmarfch. 

Bord, 1) John, dramatiſcher D 
in Devonibire, gehörte zu ber Geielli 
gelebrten in Middle⸗Temple, feine : 
umftände, ſowie fein Tobesjahr, 
er fchr. unter tem Anagramm Fi 
Stüde: Lovers melancholy, 16 
cken heart, 1633; Love’s sacri 
pity, Sh’s a Whore, 1633; Peı 
1634; Francie's chast and nob 
Ladies Tryal, 1639; außerbem fd 
gemeinfchaftlih mit Rowley u. De 
gabe feiner Werke von Weber, Pen. 
2 Bde. 2) Richard, geb. 1796, 
toriftiichen Ramilie Englande ſtam 
ſich Anfan 8 dem Studium ter Au 
daſſelbe jeboch auf, um friner Ne 


Zorderbich bis Poreland 


415 


(gen, ging 1830 nad Epanien, wo er | Regierungeberirt Bremberg, nnmeit Bromberg; 


re zubrachte, n. ließ ſich, von dort zu⸗ 
auf feinem Landſitze Heavirree bei Ere⸗ 
‚o er ein prachtvolles Haus im mauri⸗ 
uffübren ließ, in welchem er ſeine be- 
ammilungen an wertbocllen Gemälden, 
ajolics u. anderen Kunſtſachen aufftelite. 
: ex einige Zabre in Rom u. fl. 1858 
. Er fhr.: Handbook for Spain, 
ıtherings from Spain, Lond. 1848, 


le, ſo v m. Futterblech, f. u. Eifen- 


‚1) 10 0. m. Herausfordern, f. u. Duell; 
ht Beicbeiden. 
‚ 1) Erz durch einen Yörberfiollen,, ob. 
. Börberihadt (der, wenn tie Kör- 
5 eine Salpel geichieht, Ziehſchacht, 
irch Mafier od. Pferbegäbel geſchieht, 
cht beit), von einem Orte Bis 
rt eines Schachtes, d. h. dem Orte, 
rs im Wörderungstonnen gefilllt wird, 
Sen, Zbiere od. Maſchinen fertichaffen 
Vergwerk beransbringen bi zum Aus- 
‚ Bu dieſem F. werden Börberfireden 
Die Bergleute, welche bie Arbeit ver- 
hen Sörbernoit; tie dazu nötbigen Be⸗ 
Isdergefähe) find Kilbel, Hunde, Kar- 
Kübel (Bergtübei) find von Holz u. 
—* eiſerne Bügel, ſie wurden ſonſt 
hanfner Seile (Bergſeile), jest 
sh Drahtſeile Berglettend an bie 
ei beieftigt u. fo aufgezogen. Die Zeit, 
r Kübel aus dem Schachte gezogen wird, 
wit. Die Börderung wird eingetbeilt in: 
nförderung, fie wirb in der Grube 
er Richtung bewirkt, wobei Die Streden 
Ir. Neigung baben follten, bei Diago⸗ 
ht man bis auf 10 Gr. ; fie zerfällt in Das 
rortbewegen u. Entleeren; D Schacht⸗ 
3 wendet man an, um die Maſien aus 
efe im böbere u. umgekebrt zu brin- 
rim bem Falle, wo fie kürzer iſt, als 
retende Streckenförderung; in jeltneren 
ieht fie von oben nach unten, wie in 
ten, in Rollen; ce) Zageförderung 
Straßen od. Eiſenbabnen mittelſt Kör- 
‚ Hunten, engliiben Wagen, gereöhn: 
1, Käbnen, um bie gewonnenen Foſſilien 
e unbaltigen über bie Haide zu Ichaffen, 
se ärmeren Maflen zu ten Wäſchen, 
ie reichern Maſſen in tie Pechwerke u. 
e Hütten zu bringen. 2) einen Geſellen, 
zeben od. verichafien. 
i (pr. Fordhämmo, Poſtort in ber 
Jefichefter im Staate New⸗ Yort (Nord⸗ 
der Harlem⸗Eiſenbahn; romiſch⸗katho⸗ 


(a (töm. Rel.), von Numa eingeſetzte 
wobei ter Göttin ter Erte trächtige 
rt wurden. Das Feſt mar am 15. Aprıl 
ung geichah in ven Eurien, zugleich aber 
tegia von den Pontifices ır. Veftalinnen. 
bridge (ipr. Fabrdingbridſch, Markt⸗ 
Ivon ın ber englischen Grafſchaft Sout⸗ 
Bed» u. Baummellipinnerei, Zwillich⸗ 
icotdruderei; 2700 Em. 

Stabt au ber Weichſel, im Kreis ıı. 


— ——— ——— — — —— — — — — ———— — — — — — — — — —— — 


Handel, 2 Kirchen, Synagege; 1670 Ew. 

Fordoun fpr. Kortubn), Marttfleden der Braf- 
ſchaft Mearne (Kinlartine), in Mittelſchottland; 
3000 Ew. Dabei das Dorf Kintardine, 80 Ew., 
ſonſt Hauptort der Grafſchaft. 

Forbdoun, Iobn de %., lebte im 14. Jabrh. u iſt 
berũbmt wegen feiner Chronil von Schottland, her⸗ 
anageneben von Tb. Hearne, Orf. 1722, 5 Bpe.; 
von W. Goodall, Edinb. 1747, 2 Vbe. 

Fords Island ıfpr. Fordé Eilänt), Küflen- 
infel an ber Mündung bes Sautee in Sütcarolina 
(Nordamerika). 

Fordyce (ſpr. Fordeiſ's, Marktfleden u Kirch- 
ſpiel am Murray⸗Golf, in der ſchottiſchen Grafſchaft 
Banff; zuſammen 3500 Ew. 

Fordyee (ipr. Fordeiſ'), 1) David, geb. 1711, 
wurde Profeffor Der Philoicpbie in Aberdeen n. 
verlor fein Leben bei einem Schiffbruch an ber hol⸗ 
ländifhen Küfte; er fchr.: Elemente of moral- 
philosophy, Yond. 1754 (deutich Yp3. 1757), Die 
Kunft zu pretigen, 3. Aufl. 1755 (deutſch Hannov. 
1770). 2) James, Bruder bes Bor., geb. 1720 
in Aberdeen, ftutirte daſelbſt Theologie, wurde Pre- 
tiger bei einer Diſſentergemeinde in London m. fl. 
1796 in Batb; er fchr.: Sermons to young wo- 
men, Lond. 1765, 2 Bde. (deutich Ypz. 1767, 2Bde); 
The character an. conduct ofthe female sex, 
ebd. 1776 (beutfh Cp3 1776); Addressento young 
men, ebb. 1777, 2 Bde. (deutich Yp3. 1775); Ad- 
dresses to the deity, ebb. 1785; Poems,. ebd. 
1757 u.m.a. 3) William, geb. 1724 in Aber- 
Deen: war Arzt zu Yonton u. fl. bier 1791; er fr. : 
A review of the venereal disease, Lond. 1768, 
1785 (teutich Altene. 1769); New inquiries into 
the caunes etc. of putrid and inflammat. fevers 
ete., Yon. 1773 (deutfch Yp3. 1774). 4) Geor⸗ 
ges, Nefie des Vor., geb. 1736 in Aberdeen; war 
ebenfalls Arzt zu Lonten u. fl. daſ. 1802; er ſchr.: 
Elements ofthe practice of physie, vLend. 1768, 
n. Ausg. 1794 (Deutih Breslau 1796): Disser- 
tations on fever, Lond. 1796— 1803 (deutich 
Zittau 1797—99, 2 Bde.); On the digestion of 
tood, Yond. 1791 (deutſch von Ihr. Fr. Michaelis, 
Zittau 1793). 

Boreigner (engl., ſpr. orrener), fo v. w. Aus- 
länder. Forelgn ofßce (iyr. Korrin offiß), das 
Frembendurean in Yonten. Ferelgn-Departement, 
das Minifterium des Außern von Großbritannien. 

Foreiro, Franc., geb. in Liſſabon, trat in den 
Dominicanerorden, ſtudirte Theologie in Paris, 
wurde nach feiner Rückebr in die Vaterſtadt, um 
1540, Bilchercenfor u. Hofprebiger, ging zum Con» 
cil nach Trient, wo er Mitglied der zur Abfaflung 
eines Katechismus, ſowie zur Verbeſſerung bes 
Miſſale u. Breviers eingejetten Commiſſion u. Se⸗ 
cretär ter zur Vollendung bes Index librorum 


| prohibitorum beauftragten Cemmiſſion wurde; 


nach feiner Rückkehr nach Portugal murte er 1566 
Brior feines Ürbdens, 309 ſich 1571 in ten Convent 
zu Almaba zurüd u. fl. bier 1581. Er ihr. u. a.: 
Isaiac projhetae versio, Vened. 1563. 
Foreland (ſpr. Fobrländ), 1) zwei Borgebirge 
an der Oſtküſte Der engliichen Grafſchaft Keut; das 
eine (Nortb⸗-Foreland) 51" 22° nördl. Breite 
19° 7° fl. 8. (von Ferro), Bus antere (Soutb-» 
Koreland) 51° $' nördl. Br, 19" 3° öl. Y. 
beibe mit Leuchtihörmen. Gier am 11. Juni 1666 


416 


viertägige Seeſchlacht zwiſchen ben Nieberlänbern 
unter Ruyter u. den Engländern unter Mont; Er- 
tere Sieger, 2) (Charles Island), Inſel an 
ber Weftfüfle der Hauptinſel von Spigbergen ; mit 
Bergen bis zu 3000 Fuß, bie fchroff aus bem 
Dieere emporſteigen; 3) zwei Borgebirge im Criefee 
(Nordamerika), North» u. Long-Point, mit 
Leuchtthurm; 4) 2 Vorgebirge an der Weftlüfle bes 
Ruſſiſchen Nordamerila: O ſt⸗ u. Weſt⸗Foreland 
Forelle (Sorellen, Gefleckte Salnıe, Salmo), 
Gattung der Salme (Untergattung der Gattung 
Lachs); hat am Ober- u. Unterkiefer (1 Reihe), 
am Gaumen, auf der Zunge, am Pflugichaarbein 
(mehrere Reihen) Zähne (mehr als irgend ein an⸗ 
derer Fiſch), gefledten Körper, feine Schuppen, 
große Schwinmiblafe, gutes Fleiſch; die meiften 
können fi) hoch über das Waſſer berausichnel- 
len. Dazu die Arten: a) Lachs u. Kupferlache, 
j. n. Lachs; b) Anke (j. d.) od. Meerforelle 
(Meerförde, S. lacustris s, argenteus et 
Schieflermülleri), 6 Pfund ſchwer, Kopf wie mit 
Silberſchuppen belegt (dab. Sil berlach 6), braune 
Floſſen, au den ſilberigen Seiten ſchwarze ir 
flede;, in Landſeen, au in der Oſtſee; e) Hauch⸗ 
forellen (S. Hucho Z.), auf dem Rumpfe u. 
dem Rücken braune, runde Flecken, Brufifloſſen un⸗ 
gebedt; im Donaugebiet, in ben baieriſchen u. 
öfterreichiihen Seen; ſehr ſchmachhaft, gemöhnlich 
bis 1% Fuß lang, 4—5, doch auch bie 40 Pfund 
ſchwer. Folgende gelten ale wahre Fen: d) Lach s⸗ 
forellen (S. Trutta L. s. lemanus et albus,, 
weiß, mit runden, weißeingefaßten ſchwarzen od. 
rotben od. mit Xförmigen Fleden, auf den Rüden 
ſchwärzlich; in den größeren Flüſſen Deutſchlands, 
auch in Seen u. Zeichen, wird bie 10 Pid. ſchwer, 
mit 5 Pfund am fhmadhafteften, laicht im Novem⸗ 
ber, wird nm bes (rothen) Fleiſches willen häufig 
efangen u. verfchiedentlich (meiſt wie die gemeine 
4 friſch gekocht) zubereitet, unter and. auch wie 
Häringe; ber Hautjchleim leuchtet eine Zeitlang 
nad) dent Tode; e) Gemeine 5. Gachforel⸗ 
len, 8. farıo), Rücken dunkelgrün, ſchwarz⸗ od. 
braungefledt, Seiten grünlichgelb, Bauch weiß, viele 
rotbe Augenflede auf hellerem Grund; iſt in klaren 
u. falten Gewäſſern dunkler, auf ten Alpen fat 
ihwarz, beißt, wenn das Goldgelb vorberrichend 
iit, Goldforelle, bei viel weiß Silber- od. 
Weißforelle; Grundforellen nennt man bie 
F., welche ihr Futter in der Tiefe ſuchen, Schweb⸗ 
forellen hingegen, welche des Futters wegen bis 
zur Oberfläche aufſteigen. Die gemeine F. lebt gern 
in Icnelftießenben &ebirgsbächen mit kieſigem Bo⸗ 
ten, beren Waſſer jich rein erbält; vorzüglich wenn 
ſolche Forellenbaͤche hin u. wieder mit Gebüſchen be- 
fest find, wohin ſich tie Fen bei heigem Sonnen— 
jcbein ziehen, wird 3 (felten bis 8) Pfund fchwer; 
ſpringt 2—3 Fuß bed aus dem Waſſer nach In—⸗ 
jecten, od. über Wafjerfülle. Man fäugt fie mit 
Angeln od. Reußen, zieht od. bewahrt fie auch in 
ſchatiigen Sorellenteichen, mit Kiefigen Grund u. 
Durchzug von reinem Quellwaſſer u. hohem Ufer. 
Man bat neuerdings gelernt, fie künftlich zu befruch— 
ten. Zur Nabrung werden Gründlinge u. audere 
Heine Fiſche eingelegt; anger ben Bächen u. Tei—⸗ 
cben, bei. auf Zransperten, ftehen fie leicht ub, 
wer fie nicht immerfert iriſches u. ihnen zuſagen— 
bes, helle®, hartes Bachwaſſer erhalten. Für kurze 
Zeit legt mau auch filberne Löffel in das Gefäß, 


Forelle bis Forer 


wo man fie bewahrt. Meiſt werben t 
genofien. Beim Blaufieten müflen t 
dig fein u. Die Eingeweide ſchnell ber: 
u. biejelben in friſchem Waſſer ausg 
den, Dann läßt man fie im einer Schi 
fem Weineſſig übergoffen fliehen u. | 
nem großen Caſſerol. Zum Fifchiod | 
beir, einige Nelken, 4 Lorbeerblätter 
fer, i Loth Ingwer, Salz u. Waſſ 
felbe, jo thut man die F. 10 Minuten 
fie wieder heraus u. legt fie in eine & 
eine Kanne Waffer ıı. eben fo viel E 
fonmıen fie nochnals in Den beißen 
den vom feuer weggenenmicen u. 
Bapier zugetedt. Man gibt fie mit 
Zum Baden nimmt man Heine 5 v 
weidet fie aus u. läßt fie mit Sulz 
Stunde liegen, dann trodnet mau fie 
fie auf beiden Seiten mit zerrübrtei 
fie mit Mehl u. Uarer Seummel u. 
geib in beiger Butter. Außerdem hal 
alt mit Eſſig u. Of, ob. in Gelee ge 
zen, marinirt eb. geräuchert ac. Die; 
leiht verdaulich u. jehr mwohlfchinede 
ter verlieren die Fen aber viel von 
geſchuiack; ſy Alpenforelle (S. 4 
velinus et Unibla, Rothforel 
mit ſchwarzen, weißen, rothen Fleden 
Grund, wird bis 11 Po. ſchwer, if’ 
ſehr ſchmackhaft; in einigen Seen 
auch in Lappland, vielleicht nur bum 
Aufenthalt von ber gemeinen F. unıe 
Barietät Rotbforelle (F. salveli 
ringe fülberfarben, Rücken bräunlich, B 
zenfarbig, Floſſen roth, audere br 
Schweizerſeen, nicht häufig, Doch jebrn 
Die Barierät Ritter (S. Umibla). g 
weiß, zartihuppig, mit grauen Fleſſe 
nur Abart des Obigen. 
Forellenſalat, eine Art roth pı 
alat. 

Forellenſchimmel, rothpunltirte 

Forell enſtein, Alubafter, welche 
Lagen von bituminöſem Kalk ein gejt: 
te, wolkliges od. geflammtes Antebe: 

Forensis (iut.), 1) wus ſich auf 
tung beziebt; jo Medicina f., Geri 
kunde |. d.; 2) cGorenſer, Ausmuart 
her Grundſtücke in einer anteru F 
in welcher er wobnt. 

Forentum ia. Gergr.), Ort ü 
Berge Bultur; jet Sorenza, Sıab 
um Diftriet Melfi ber neapolitanijche: 
filicata; 5900 Em. 

Forer, I) Yuurentiuß, geb. 1: 
trat 1600 im ben Jeſuitenorden, wur 
Byilvjopbie, dann der Theulogie in? 
ter Rector Dev Jeſuitencollegiums in 
lebt Beichtvater beim Biſchof ven ' 
er 1659 ſtarb. Er war ein hejtig 
Proteftanten, gegen Die er auch die 
Schriften richtete; bie Titel vou St 
in Sotwels Sertietung der Bibliotl 
rum Societatis Jesu. 2) Beter 
1807 zu Bruned tm Puſterthal, flı 
Halle, wurde iu Salzburg Francis 
1829 — 30 in Sihwatz Bhilefophie, 15: 
zen u. Zrient Theologie, wurde Bri 


Derek bie Jorgacz 


47 


m Salzburg, begleitete fpäter ben In- | Ingenieur thätig u. wurde 1787 mit ber Herflel- 


arlos von Epanien auf feinen Reifen, 
rfter Aififtent beim Generalcommiſ⸗ 
gen Lande in Wien, machte 1$47 eine 
ıläflina u. fl. 1547 au Hariffa im Li⸗ 
„: Kotizie della missione in terra 
f.; 3) (&orerins), Kranz, |. Foreiro. 
) feit 1951 gebiltete Graffchaft im 
plvanien (Rordamerifa), 17 OM.; 
n= ob. Tobys-River, Teoniſta⸗Creel; 
theilweis mit Dichten Fichtenwaldun⸗ 
heilweis fruchtbar; Hauptprobucte: 
zeinloblen. 2) Städtifcher Bezirk mit 
t-townebip) in ber Sraffeaht Fond 
ate Wisconfin; 1300 Ew.; 3) Straße 
infelgruppe Mergui u. der SWaüſie 
von Hinterindien; 4) fo v. m. Forez. 
um (Iat.), ı Genuß der Nutzung 
d. ber ftatt dieſes bedungenen Zinfen; 
retlieferung, welche die Familie ber 
an bie kaiſerliche Küche zu leiften hatte, 
dem Forftamt über tie Nürnberger 
belieben mar. 

1) Infelgruppe an der NOKÜfE bes 
Esntinents (Dewitteland), vor ber 
Bai; befteht aus 6 größeren u. ei- 
s Injeln; waltig, viele Schlangen; 
L Borgebirg der englifchen Colcnie 
Bandiemensland (Auftralien); 3) 
chipel Neu-Britannien (weft. Poly⸗ 


Kr. Poir., Adelia Mchz., Borya 
agattung aus der Familie ber Anti- 
‚estiereae; Arten in Norbamerifa. 

oräb), 1) Dorf an ber Vesdre im 

teinbrliche, Gewehrfabriken; 2560 
es Atlantiſchen Oceans an ber Küfte 
ments Duimper im franzöfiichen De- 
isterre. 
r. Forãh), während bes erften franzd« 
eichs Departement Frankreichs; das 
Zogthum Luxemburg umfaſſend; 122 
Ew.; Hauptſtadt Luxemburg; wurde 
nkreich getrennt. 

oreh), ehemalige Grafſchaft Frank⸗ 

fteften Zeiten von ven Seguſianern 
: im Dlittelalter eigene Grafen, wech⸗ 
ter ihre Herren u. iſt feit 1523 mit 
einigt u. jetzt zum Departenıent Loire 
ptflabt war Montbrijen. 
Far im füräftliden Frankreich, auf 
e Departemens Aller, Buy be Dome 
vom Berge Gravenne be Montpezat 
aus von Delay u. Bivarais zmifchen 
Hier u. Loire nah N. bis zur Mün⸗ 
us in bie Loire mit einer nah) N. zu 
Höhe, beren Mittel 2—3000 F. be- 
a ber Mitte liegt ber bachfte Berg, 
te, 6409 F. hoch, meiter nah N. ter 
oucelle, 5404 F. bed, im EW. u. dic 
belaine, 4496 5. br, im W. von 
daupilette ift vorherrſchend bewalder, 
na im O. bebaut, im W. kahl. Eine 
erflacht fich nah N. Eie zum Zufant- 
Allier mit der Loire. 
r., fpr. Ferfäh), Untbat, Verbrechen. 
Bierre Alegantre Laurent, geb. 1753 
ar anfangs in Breſt u. 
exifon. & Wufl. VL 


lung einer regelmäßigen Berbiubung zwiſchen 
Granteeich mit Norbanıerila n. den franzöfifchen 

olonien beauftragt; 1791 wurbe er zum Us 
tirten in die Geſetzgebende Verfanmlung ernannt, 
ging aber bald darauf nach Havre, um ter Revo» 
Intion uuszumeidhen; er wurde von Napeleon we- 
gen feiner großen Berbienfte un bie franzöſiſche 
Schifffahrt zum Dearineminifter ernannt, legte 
1801 diefen Peften nieter, wurde Generalinfpictor 
der Flotte u. dann Darinepräfect zu Havre u. zuletzt 
u Genua u. ft. 8 Ron. 1507, nachtem er fib, von 
einen Feinden verfolgt, von ben Staategeſchäften 
zurüdgezogen hatte. Er ſchr. u. a.: Traité did 
mentaire delamäture de vaisseaux, Paris 1789, 

Forfanterie (v. fr., fpr. Forfangtrie), Prah⸗ 
lerei, Auffchneiterei. 

Forfar (ipr.Fahrfär), I) (Angnıe), Hrafichaftin 
Mittelfchottland, 43,37 QM.; greuzt an die Grafe 
ſchaften Perth, Aberdeen, Kinfarbine u. au tie Nord» 
fee. Im N. gebir r3 durch Zweige bes Grampiange⸗ 
birges (Braes Ki ngus genaunt; böchfte Zpitge: 
Bauned 3170 Fuß), größteniheil® mit Mor, 
Haitelraut u. Meinem Gebllih bededt; weiter ſüd⸗ 
ih erfireden fih parallel mit ten Grampianbergen 
bie Siblam- Hills mit kegelförmigen Spigen bis zu 
1300 Buß, theilmeis mit Haide betedt, tbeilweit 
gut angebaut; in ber Miite zwiſchen beiden Ge⸗ 

irgezligen der How of Angus (Theil bes Strath⸗ 

morethales), eine fruchtbare Gegend, mit blüben- 
den Yantfigen; ſüdlich von den Siblam-Hillx eine 
wohl angebaute Tiefebene Die Hüften ſind felfig 
u. voll Klippen, PVorgebirge: Med Head idabei Die 
zum Theil befchifibare Hähle Geylit Pet); Flüffe: 
North⸗ u. South⸗Esk, Jela u. Dean Mater; meh⸗ 
rere Meine Ecen; Klima im N. naßlalt, in S. u. 
SD. mild; Aderbau(Weizen, Kartoffeln u. Rüben), 
u. Viehzucht (Rindvieh u. Schafe) fint von großer 
Bedeutung; ferner Fiſcherei u. lekhafter Handel; 
Juduſtrie, namentlich in Leinwand u. Wolle, von 
Dundee an der Taybucht nach Arkreatb an ber 
Nordſee Eiſenbahn; 1551 174,731 Em. ; 2) Haupt- 
ftabt Darin, an einem Meinen See des Strathmore⸗ 
thales, alt u. unregelmäßig gebaut, Schloß, Yeine- 
weberei; 9600 Ew. 

Forficaria (F. Lincil.), Pflanzenfamilie aus 
ber Familie ber Orchideae-Ophrydeae Lindl.; 
Art: F. graminitolia, am Cap. 

Forficüla (Chrmurm), Gattung ber Grat» 
fügter aus der familie ber Chrlinge (Forficulina, 

ermatoptera). 

Borg, Etat von 4000 Ew. in ber perfifchen 
Previnz Farfiftan, ift befeftigt. 

Forgacz (Fergads, fpr. Forgatſch), eine alte Fa⸗ 
milie katbelifcher Confeffion in Ungarn, die daſelbſt 
im 13. Jabrh. unter tem Namen von Hunt vor- 
kommt; fie zerfällt in eine gräfliche u. eine freiberr- 
liche Linie, ven been fich Die erfte wieder in zwei 
Hauptlinien tbeilte, Deren älterer Zweig 1675, der 
jüugere 1640 in den @rafenftand erheben wurde, 
Der ültefte bekannte Ahnherr ber Familie ift: 1) 
Antreae, welder das Schleß Gbymes erbaute u. 
1250 unter König Bela IV. Reihshefrihter war. 
2) Blafius, war Oberſtmundſchenk der Königin 
Maria von Ungarn, fpaltete dem Kduiy Karl von 
Durazzo, Neapelu. Ungarn 1356 bei der Tafel ben 


: Kopf ir. wurde jpäter ſelbſt von deſſen Anbängern 
abiy als | getöttet. Auf erftere That bezog fich ter Gebrauch, 
27 


DaF ſonſt die Anige von Ungarn bei ber Aubierz 
eines E fiets ein blantes & auf dem Ti 
Bogen hatten. Die Söhne Zohanns V., Peter 
u. Gregor I., wurden die Stifter ber zwei grüflichen 
Hanptlinien; Gregor LIL, ein Eufel Betera III. iR 
der Stammwater ber Breiberen son F. in Mähren. 
:E &räflides Haus. A) Altere Hanpt⸗ 
linie su Ghymes, Stifter: 8) Peter ILL, 
welcher nm 1505 lebte; a) Alterer ne 
Ghymes, gegrlindet vom 4) Grafen Paul VL, 
Sohn bes 1683 verforbenen Grafen Andres V. 
. 1677, wurde 1705 Ritter bes Reiche ; trat 
Tode feiner Gemahlin Emerentia, geb; won 

Reva, in den geiftlichen Stanb, empfing 1712 Die 
zenunk u. fl. ala Biſchof zu Roſonz auch durch 

chriften bat er ſich befammt gemacht; 2 tiger Chef 
ift: 5) Oraf Karl, Sohn bes Grafen Yojepb IIT,, 

eb. 1783, ift feit 1509 vermählt mit Aofepbine 
Boitippine, ge. von Waltersfirchen: zu Wolfäthalz 
ſein Sohn Karl ift 1925 geboreu; bb Düngerer 
Zweig zu Gomba, gegründet vom Grafen os 
ſeph I., iingerem Bruder von F. 4); jebiner Chef 
iſt 6) Graf Xaver, Sohn bes verftorbenen Grafen 

babtäus, geb. 1783, vermähblt mit Subitha, geb. 
bon Deſes; Fein ältefter Sohn, Moritz, geb. 1813, iſt 
Oberfi u. Commanbant bes erften Gensbarmen- 
——— u. ſeit 1843 Witwer von Emilie geb. 
v. Biela. 


B) Jüngere Hauptlinie zu Gact, geſtiftet | 
b | bab), Baul, f. Desforges. 


von Gregor I., jüngerem Bruber von F. 3), Rar 
1515; 7) Sranz, Enkel Gregors IL, war Bi- 
{of von Großwardein u. fl. 1577; er ift bes 
Verfaſſer einer Ungariichen Ehronil; 8) Glen 
Simon I, Bruber bes Vor. Oberfimundicent 
des Königreichs Ungarn. 9) Kranz, ältefter Sohn 
des Vorigen, geb. 1566, jtarb 1615 als Cardinal 
a. Erzbilhof von Gran. 10) Sigmund, Bru- 
ber tes Vorigen, geb. um 1570, war Geheimer 
Rath u. Reihehofrichter ; als Feldherr führte er 
1611 Krieg gegen Siebenbürgen, fonnte aber nichte 
ausrichten, da bie Feinde von den Türken unter- 
küg! wurden (f. Ungarn Geſch.); er wurde 1618 

eihöpalatin u. flarb 1621; 11) Graf Adam, 
Sohn bes Bor., geb. 1609, war Geheimer Rath, 
DOberftmundfchent des Königreih8 u. Generalfeld- 
marjchall, als welcher er tapfer gegen bie Türken 
focht, aber 1663 bei Neubäufel ge —— u. zur 
Capitulation gezwungen wurde; deshal 

fangen geſetzt u. zur Unterſuchung gezogen, jedoch 
prochen; er wurde 1640 in den Grafenſtand 


erhoben u. ft. 1681. 12) Graf Simon, war far 


‚ferlicher Feldherr u. focht 1663 gegen die Türken, 
aber ohne Süd; 1704 4 er zu ber Bartet 
‚NRatoczys über u. wurbe cal 1711 verbannt; 
18) Graf Johann XU., Enkel von F. 11) u. 
Sohn des 1716 verftorbenen —— Abanı II. geb. 
1690, war Neograber Dbergelpan u. ft. 1735; 
feine beiben Söhne, Johann XIIL.u.&ignumb VL, 
rändeten bie zwei Mebenzweige biejer jüngeren 
Sauptfinie: a) Älterer Zweig zu Bacd, ge 
‚gründet von 14) Iohann xur, älterem Sohn 

es Bor., geb. 1724, war Rath u. Cfongraber 
Obergelpan u. vermählt mit Maria Anna Thereſia, 
"geb. Gräfin Graffallovicd von Gyarak; jetiger 
Ci it: 15) Sraf Julius, Sohn bes 1851 ver- 
Ir enen Grafen Anton, geb. 1823 u. vermäßlt 
ſeit 1844 mit. life geb. Sräfin Forgacz von Ghy⸗ 
‚mes u. Gact, fein Sohn Aleys if 1852 geboren. 


wurde er | 
| au ber Weftküfte ter 


 1790—1801, 3 Bte.; 
Muſik, ebd. 1792; über Joh. & 


Turn BE Arie, 


by 3üngerer Zweigau Szecien 
vom 16) Grafen Sigmund chin 
von F. 14), geb. 1728, war vermäbli 


geb. Gräfin Nabasd, u ſt. 1769; je 


17) Braf Stepban, Sobn bes 182 
Grafen Joſeph, geb. 1782, ift ume 
ülterer Bruder Sigmund iſt 1797 gt 

IL. Sreiberrlides Haus Re 
garz in Mäbren, geſtiftet von Gregor 
1651 in ben Freiberenfiaud erboben. 
faiferliger Rittmeiſter, wurde 165 
ländiſch böhmischen Freiberenftand er 
Chef iſt 19) Freiherr Rubelf, S 
verftorbenen Freiherrn Johann Bap 
ift mähriſcher Statthaltereiraih in 
1832 vermäblt mit Leopoldine, gel 
kuwty von Bukuwla; er-bat feine — 
tefler Bruber Yubwig ift 1795 geber 

Forgandenny, Marftfleden an 


ſcholt. Grafſchaft Perth, Mineralquel 


Borgefia (F. Juss., Spr.), # 
aus ber Familie Saxifragacese-] 
nach Desforges benannt; Art: Fb 

Forges led Eaur (ipr. Forſch le 
fleden. in Arrondiſſement Neuſchütel 
ſchen Departements Seine-inferieun 
Giienquellen (Royal, Reinette, Gartı 
cefabrif, Leinweberei; 1700 Em. 

Forged, Daillarb des pr. Fe 


orget (Ipr. Forſcheh), Pierre, her 


| war Staatsjeeretär von Fraulre 


rich, III. u. Heinrich IV.; unter der 
Letzteren verfaßte er Das berübinte Ebi 
ft. 1610 


— Gewicht, fo v. m. Fierd 
orio, Narlifleden auf ber Ei 
politanijchen Inſel Iſchia (am Ge 
bat Mineralquellen mit Babeeinrid 
Gärten, Weinbau, Hafen; 5400 Ei 

Forke, in Niedberbentichland jo. 
bei, ſo Heuforle, Miſtforle auch groß 
bie beim Brennen ber Seife gebra 
bie Flamme an Die Seiten bes Sch 

Borfed:-Deer-River (jpr. Hort 
Nebenfluß des Miſſiſſpſppi im © 


th Bi 5 * 
Tre garbour (pr. 8 
f njef 
—— Gap) & 

or Jagdw. N t, an w 
ob. Tücher —* werden ; fiel 
um in bie Erde geſchlagen werben zı 
bat fie einen Halen od. einen Ring, 


nen gebängt werben. 
Forkel, Joh. Rilol., geb.1749 zu‘ 


| Burg, war faft 40 Jahre lang Mu 
tingen u.ſt. 1818; erüberjeßte: Artes 


der italieniſchen Oper, Ip. 1789, 2 
— kritiſche Bibliothet, Go 
3 Bde.; Allgemeine Geſchichte kei 
Allgemein 


1802 u. a. m. 

Forkeln, 1) das Aufrichten ber 9 
ber Forkeln; 2) von Hirſche, nill 
verwunden. 

— Forkd, Stadtiſcher Bezʒitl (Ton 


. I 


Berlaſſe die rm‘. 
scihempto® im Era Yorfinenken | Eifer Borlı Et n. ch un 


ı) am Delaware⸗ ALiver; 2400 Ew 
venetianifeher Zauz, bei. der 
act geicht. 

v. w. 


——** im — ſtoßt im 


on Navenna, im 
tien Urbine var = Can Morino 
a0 Abriatliche Dieer; meiſt eben, am 


— * moraftig; Fiüſſer 

Erzeugniſſe ſind Getreide, 
Meike "dan, Flachs, Honig, Schiwe- 
t., 202,300 &m.;%2) Snuptfiabt barin, 
tiomsbehörbent, Biſchof, Rathhaus, 
it, ſchöne Paläfte, Solpis, Auderraf- 
etion von Wachttuch, Beidenzeugen, 


Sabie, 


x. Hantel bamit; 16,000 Em. — 
— Livii der Alten, eine nn im 
nen im Gi 


kemiliana. &s foll 238 v. Chr. * 
aſinator, nad 


— 
iger er 
dethiſche König Athantf mit 

ach dem Sturze bes Römi- 
* eine Republik u. erhielt Aut 


b, ba «ber * 
Staates auf, d 


— O 
en Familie ſich mit 
gen bie 1502 in ber en 
tete. Zwar — — —* 
päpflüde © thalter ein 3 — 
Die eine Gitabelle Rarald —X 
Sinibald Ordelaffi warf fich um — 
Derrm auf; dieſen entſetzte fein Neffe 
1405) n. Bine I. (R, 1401) nad fur- 
rauf beibe gemeinfchaftiich, Er vom 
nut, ten. Gecco II. folgte 
hu Antonie, die iche 
zvonia bauen ließ, aber 1410 von 
xde, worauf die republifanilche Batıl, 
e mwurbe. Nach George Zobe 


a I, —— 
— — 





5 
bez ——— 
von 
—* — —— IL u. ii 
ſeitdem päpfitich. Den 26. Deebr. 1813 wurde F. 
son ben erebert, 
es am 19. April 1815 bie wieber ab⸗ 
— Bergl. Bonoli, Is della eittä di F\, 
I, Belonioboß. fi 
55* 
— t —— 2100 En * 
alte Foram Fopilii (F. i), er sans 
Lingoner im 


son ben Longobarden u. 1360 wu —* 


von Burgund * Hier um 21. April 1815 
Worlo, Ayyptiihe Rupfermiünze, etwa ein halber 
Piennig pr 1. 


bucte, 
n.der ee: Ban 


eines Kumfobjecte im ) atz zn dem Inhalt, d. i 
bem 


ber Idee, zu Gruube liegt. 
Aufgabe der —— iſt es, — eine Idee — — 


am 
* 5 er rg 4 noch das Material 
d — rt 
Ser gem oermere zum Zeiger der Idee 
kn u. Weiſe ter Behandlung Des Rateriafs nennt 
man Sermgebung. Iſt dieſe eine vollommen 
Iungene, d. h. eine durch Gorrectheit, fchöne 
niſſe no. ungen der Linien dem Auge wohl⸗ 
— jo nenut * * —— ge 
womit t 
—e—— erreicht iſt, ba —— noch Die lebene⸗ 
volle Ber der Llinkieriichen Idee cu geht; 
8) (Bhilof. u. Dach) die Art. Beife, wie 
macht wirb od. geſchieht. jo: Borm ber — 
e Art n. Weiſe, wie Borfı zu Staude 
tommen. Klir die Siuntichleit iR Der Raum bie Gern 
der auſſeren u. bie Zeit bie Ser ber 
fkeunngı für ben nb 
begriffe m. Orunbfäge, fr 
find es bie been n. Bernunftgru 


—— — anz, ber Grund 
ſelben ob. überhaupt bes Des yefekliden Eriae. 7) 


(T 1, Geräth, worin ob. womit ein Körper 
feine Geſtalt erhält, ob, womit Figuren auf ber 
O beflelben ldet n. Sie erhält 
ber (wie Holz, Gyptform ic.) ob. ihrer Wie 
u] a) Drudiorm 
berichiebene Namen; 8) (Licht.), fo v. w. Ta 
108; 9) (8 ), m 0 halben Bo⸗ 
8, im einen Rahmen ge u. dann geb 
bilden einen Bogen; 10) 


RO 


der Winb in ben Ofen geführt wird; bie Däfen 
des ebläfen mänben barein; ob. ‚eine kouiſche 
Re ae Onkel, Zoohin ‚anitei der Duſe 


Grerben der 

Wind gebiafen —* 11) KR Bereini- 
ung einer beftimmten i [ oje anf einanber 
—* Blätter von 


* ob. Golbſchãger⸗ 
Haut, Er welche bie Metallbläthen gelegt u. 


‚asen ber Ge C "Yeincipien) 

‚wird. Das Bormale ber Matne if bie —E 
feit der Natur. Germele Lehrgegeuftäude, bie an 
enfänbe, welche bie Seelenträfte bes Schillers 

Erffeigen follen, Beni fie deuten, einfehen, beurtheie 
Ien u. anwenden lönnen. Gie jet en zum linter- 
richt befähigen, müſſen daher beſ. in ven unterften 
-Elementar affen en angewendet werben u. find vor- 
nehmilich: Anſchanungs⸗, Dent-, Spraqh⸗, Schreib⸗, 
Zahlen⸗ dv u. Grs 
— — ſo v. w. Bormpfogpbhpbrat- 

ethyloryd/ |. U. myl. 
Sormalt 


en ( tat.), Foruilichlei⸗ 
ten, Dinge, welche blos auf bie orm Bezug haben, 
alfo nicht wefentlich find, ſo 8. bei ber Appella- 


tion, [. b. IH. A) a) dd). Daher Gormalificen, 

1) bie —— beobachten, Umſtaãnde machen; 
fh f., ſich über etwas aufhalten, e & übel 
nehmen. Bermalik, ber an ber Form, am Außern 
hängt. Bermeiidmns, bloßes dfichtigen forma- 
ler —2 im Denten nn. Haudeln. Forma- 
ilter, ber Gorm nach, im Besen bon an 
liter, bem ——A 

im Hi ro Os, 


Dganilid. beim beiten von ee * bie 
—— große — — ‚0 


8 
Sormarbeit, 1) bie hung ber Sicher 
in 2) jo v. w. Gußar 


beſ. auch 
in zu De wenn eine Schwefter mit weltlichen 
erjouen fich unterrebete. 
t, 1) die Art, wie bie Bogen einer Drud- 
Schrift od. eines Manufcriptes ogen m find. Das 
ßte F. if Folio, wobei ber Bogen nur einmal ge- 
ochen wird, ſo daß er aus zwei Blättern (Kolien) mit 
cn befteht. uart entſteht, wenn ber gogen 
Übers Kreuz in 4 Blätter gebrochen ift u. B Seiten 
eurpäl. Sertoformat, wenn anfeinen Bogen 6 
tter. od. 12 Seitenlommen. Octav, wenn der in 
Duartgebrochene Bogen nochmals gebrochen wirb, fo 
be er 8 Blätter (16 Seiten) bildet; Duo dez, wenn 
Bogen fo gebrochen ift, daß 12 Blätter u. 24 
Seiten entſtehen; Sedez (Bediehneriormet), 
wern ein Bogen 32 Geiten o Blätter hat, 


ek jo gebrudt, Ai —* Bogen, Wa er 


Termäl bis Dormation 


Kleinsctau bilbet; bei Detsbez (I 
format) bildet bex 18 Edle 
Bierunbzwanzige Ormet, 4 
Seiten), bei Trigesimo secuı 
unbbreißigerforman: 32 Blätte 
Die Heineren Formate won 48, 64, | 
Blättern kommen uue Ich let ner 


lkatalogen wird Folio 


— bezeichnet. — 
bein Werke gesiomumen wird, groß od 
terſcheidet mnau mehrere Unterabth 
F⸗en; ſo Ro yalfolio, Ro yal qua 
vou Rohaigröße; Großfolio, 
Großactav, Großbuodez x. b 
Mediaugröße; Kleinfelio, 4 
Kleinoctav bei ibgröße; 2 
Mittelgquart x. bei dem 
größe, eben jo wird bei mehr ix bi 
bebnten F⸗en baffefbe Laugfolio,? 
Langoctav, Kangbuodez x., | 
fvlio, Querquart, Duerbust 
gefetst if. 2) ( x.) ſammitliche y 
gebörigen Stege. 

Formätas (F. epistälae, F. us 
welche nach ber vorgelchriebenen Ra 
lichen Behörben gemacht waren; fie I 
Veſchluß bes Eorciie von NRiche 32 
um Betrug zu veruteiben; auch bie fe 
cilien ftellten Decrete über bie 5. fe 


eile Art Reitepäfle e, welche von bem 

t Uutergebene 

—*88 mean bi e Reife in en 

(mei fung), ob. —* — te 
’ 8 

ben —— —æ* 


gehkien: a) Litorae commen 
Legitimation, daß die Reiſenden ui 
u. als ſolche von ber Theilnahme au 
nion ausgeſchloſſen ſeien; b) Litera 
riao, eine Art Entlaffungs- od. € 
feine, uhne welche fein Kleriker eim 
cefe betreten burfte; e) Litarae 
freunbfchuftliche Briefe an befaunte 
Kleriler. 


* * find nicht er r 


Formatſchlagen bio Formes 


ind nicht Überall dieſelben; man nemmt | 4) Hanptlinie: ©. in Zulmein m. Biglia, wurde 


exſchiedenen Gegenben ſich entſprechen⸗ 
eier F. Parallelſormation ob. 
quivalente. Primitive FJſ. neumt 
Berfleinerun 2 — 
as fryſtallini e irge, bie 
ı. vullaniſchen Gebirge). “ 
plagen (Buchb.), ein Buch zum legten 
t, wenn die Bogen ſchon gefalzt find. 
en, Ballen zur Unterftüung 
: (dermbanf). 
en, ein cylinbrifches Eiſen, beim Gie⸗ 
en in ber Form ob. bem Mantel be- 
hlung der Röhre bilden. 
) eine Schwiele oben am Horne bes 
e bie ganze Krone umgibt m. oft das 
nadt; 2) (Wafferb.), jo v. w. Gries⸗ 


8, Kolben, wonit bie Höhlung ber 
runb gebrehbt wird. 
d. lat.), 1) vorgejchriebene ob. allge- 
Nice Worte für einen beftimmten Fall, 
iſcher Sat, ber für alle Fälle, in denen 
a werben fol, zureicht; jo: Gebet⸗, 
;f. Formula), jo v. w. Recept. Ein 
Fen: Sormuler, 3. B. die ſonn⸗ 
gebete (Daher Formulargebete), bie 
norte beim Abenduiahl, vie Taufworte; 
emeinen Zeichen, Buchftaben, gegebene 
ans miehreren anderen zufammenge- 
9. Ye t+b-8(tco—o; 
olcher Ausdruck, weil er bie ‚die 
, auf weiche bie durch fie — 
hren Theilen entſtanden gedacht wird. 
wibet algebraiſche, analytiſche, trigo⸗ 
„bel. ou, je nachdem ſie in ber Al⸗ 
fs, Trigonometrie sc. begrünbet find; 
e %., die Angabe der Beftanttheile 
ben Verbindung durch Zuſammen⸗ 
iſcher Zeichen (f. d.), mit Beridfichti- 
tengenverbältniffe, in benen bie Ele⸗ 
ı Körper enthalten find. 
f. Formal. 
1) beſtimmt durch Flächen od. Linien, 
R. gene begründete Theile eine® 
B. Muskeln in Körpern, alten im 
2) Art u. Weiſe diefer beftimmten 
3 B. rund, edig, breit ꝛc. 
(Hüttenw.), bie Lage ber Form in 
ofen na Erforderniß abändern. 
re, 1) derjenige Theil der Gram⸗ 
x bie Wörter ihrer Form nach behau⸗ 
ex Slerion berfelben banbelt; 2) fo v. 
he Anſchauungolehre. 
sen, Juſel der Pithyuſen im Mittel- 
von Joa; erſtreckt fi von W. nad 
Stumben bei J Stunbe Breite, ift ohne 
yer viele Brunnen u. bringt Getreide, 
nöl, viel Sch; 2 OM., 2000 Ew.; 


L. 

It, ein altes, ſchon feit dem 14. Jahrh. 
Sr, begütertes Geſchlecht, welches 

fen Johann Porcachio abſtainmen foll. 

. fommt feit dem 14. Jahrh. vor m. 

er Kamilie erhielten 1350 beit Reiche- 

amilie biäht jent in mehreren Linien: 


 (f. oben) geführte Gr 
ber Chef: 8) Graf Weunzeslaus, Sohn tes 1853 





mit biefen: Prädicate 1623 in ben Reiche - u. Erb⸗ 
länbifch » öflerreichiichen Freiherrnſtand erhoben; 
jegiger Chef ii: 1) Freiherr Joſeph Floriar, 
Sohn bes 1841 verftorbenen iberen Michael 
Emil Paul, geb. 18323. B) Nebenlinie: a) bie 
gräfliche Linie zu Eivibale, erhielt 1718 vom 
dem Serzog von Benebig bie von dem Stammvater 

beftätigt; jetziger 


verfisrbenen Grafen Hieronymus Adam, if ge 
18. Septbr. 1818 u. unvermäßlt; fein Bruber 


eb. 
| wig, geb. 1822, flebt im öſterreichiſchen Militäre 
| tienften. b) Linie ın Gras; bermaliger Chef: 


3) Ritter Kranz, Sohn bes 1807 verftorbeuen 
ran, Joſeph, geb. 1790 u. vermählt mit Aune 
arie von Ranner. 

Formentor, Borgebirg ber Nordſpitze ber Ba⸗ 
leureu-Zufel Diajorcu, an einer ſchinulen Halbiniel. 
Formenwelle (Kattundr.), Welle einer Drude 


maſchine, unf welcher fich die Korınen befinden. 


ormer, fo v. 10. Formmacher. 
örmerei, Kunſt ber Anfertigung von Formen 
zur Gifengießerei. 

Formerz (Hüttenm.), Erz, welches über bie 
Hälfte Süber euthält. 

Formes, 1) Karl Jean, geb, 7. Aug. 1816 im 
Mühlheim am Rheim; von feinen: Bater zum geifte 
lihen Stande beſtiamt, verſah er während breier 
Jahre die Küfterfielle an feinem Geburtsorte u. er» 
regte bald allgemeine Aufmerkſamkeit durch feine 
Gefangevorträge in Concerten u. in ber Kirche: 
1841 machte er den erfien tbeatraliichen Verſuch ale 
Saraftro in Mozarts Zauberflöte auf dem Stadt⸗ 
theater zu Köln. Unter 8. Kreuzers u. Gun.berts 
Anleitung im dbramatifihen Geſange augebilbet, 
trat er bei ben: Kölner Theater in ein Engagement 
von 1541 bis 1943; nach Ablauf vefielben ging er 
nad Manheim u. von dort 1845 zum k. 8. Hofopern- 
theater nah Wien. Wegen ber in 93. 1849 dort 
autgebrochenen Revolution verließ er Wien u. ga- 
flirte bis 1850 auf einer Runbdreife durch Deu 
fand in fat allen Hauptftätten. 1850 wurde er 
als erſter Baſſiſt ter Italieniſchen Oper in London 
(Eoventgarben)engagirt; bie Winterlaifon von 1854 
bie 1852 verliebte erim Engagement bein Hoftheater 


in Madrid u. die Sommerfatfon 1852 wieder beim 


Soventgarbentheater. Während der Winterfaifor 
von 1852 bis 1853 war er in St. Petersburg bet 
ber Italieniſchen Oper engayirt u. von 1853 Eis 
1857 zu allen Saiſons wieber in London beim Co⸗ 
ventgarbeutbeater; 1857 unternahm er eine Kuufl- 
reife nach Amerile. Seine Hauptrollen finb: Ga« 
raftro in ber Zauberflöte, Figaro i1 Figaros Hochzeit, 
Darcel in ben Hugenotten, Zyfiurt in Guryanthe, 
Figaro im Barbier von Sevilla, Georg in ten Pu⸗ 
ritauern u.a. 82) Theodor, Bruber bes Borigen, 
eb. 24. Inni 1826 zu Mühlheim am Rhein, folgte 
item Bruder nad) Wieu, wurbe hier ınufilaliich 
ausgebildet u. trat 1946 im Sommertheater zu Ofen 
ale Ebyardo in der Lırcia mit allgemeinem Beifall 
auf. Bon bert ging er nad Wien in Engagement 
beim Dofoperntheater u. trut hier unter furtwährend 
ſich feigernten Veifall auf, Eis bas Jahr 1848 ihn 
zwang, megen ber ausgebrochenen Revolu:ion Wier 
zu verlafien. Valb tarauf trat er in Mauheim für 
bie nächfien zwei Jahre ein Engugement an u. — 
hierauf einem Rufe an bas t. oltbenter in Be 


21Fotmey bie ::Furmefarıh 


M 
bei welchen er feit 1651 eugägirt iR: Außerden 
eg den Yonbsuer Concertfaifons ge ben 
täbten Deutichlande init geoßem Beifall. 
Ton feiner Stmmme ift voll Metal u lang 
Ausbauer. . Seine Haupt» 


8 


zollen find: Pr in ber Stuummen von an | 


— A Eury a are ns ber Zau⸗ 
te, an in io own in ber 
er —— im Lu. eb 1u 
ı Sort 8 eiur. Sam 

in —— ware ef. 20 Ja ‚alt: Prebi es an 


g 
re —* 2.1239 Pro nun 
boſophie an dem n Gymnaſtum in 
1748 au der Alabtntie der en in Berlät 


de.clarit6; er fl. 1797.. Außer miehreren Über- 
ſetzungen gub er heraus mit Beaufobre u. Manclere 
die Bibliotheque germanique, 25 Bbe., u.Nouv. 
biblioth germanique, 25 Bde.; vedigirte 
mit Berard das Journal litteraire de PAlle- 
magus, 2 Bbe., n. Minerve ot Mercure, 'x. 


a. fr.: 
La belle Wolfienne, Haag 1741—53, 6 Bbe.; | 
losoph6 chretien, feyb, 1750—56, 4 ®be.; | ih 
Melanges philos., eb®..1744, 2 Bbe. 2) Lub- | 


ke 
wig, Sohn bes 

medicini 
im Berlin, 1796 koniglicher & 
1 a 


fin u. R. 1823; er ſche.: Verſuch einer — 
Topographie von Berlin, Bert. 1796; Redicixni 
Ephemeriden, ebd. 1790 f., 4 Hefte; Vermehrte 
Sihriften, ebd. 18215 Berſuch einer Würdigung 
bes Bulies, ebb. 1823, u... 
ormflufche (Metallarb.), fo v. w. Gteßflafche. 
ormaerwölbe (Hüttenm.), |. u. Urbeitsfeite. 
orm 


Borigen, geb. 1766 in Berlin, 
bi eginme 


Formica, 1) Inſect, Ameife; 2) F. leo, fo v. 


valpes, |. Wurmibwe. Formi- 


ech 
gruppe nordöſtlich der Inſe 
Elba im Tyrrheniſchen Meere; 2) (G. di Groſſeto), 
Be Inſeln ebenbajefor, gegenüber der Mündung 
Ombroue, wenig bebaut, nur-von Fifchern bes 
fuht; 8) (le F.), zwei Inſeln an Siciliens Weſt⸗ 
Füfle zwiſchen Levanzo u. dem Feſtlande. 
rmieiten, Verſteinerungen von Ameiſen. 
— ge — 
iſtriete Caſerta neapoli rovinz 
na bi Samen; 2300 Em A. -- :  . 


| vendent Alfohol, gef 





Formicön— C Hs O, ein bünnflüt 
der bei ber Deftillation eines Gemnenge 
jenfaurem Kalt mit Kalkerde erhalten ı 
Körper joll aus der Ameifenfäure auft 
entftehen, wie das Aceton aus ber Eifi 
 Formicum acidum;, bie Ameijen 
Formicrca salya, ameijenjanre Salze. 

orınibäbel (dv. Tat.), fürchterlich. 

orınigaß, 1) Klippen norböftlich vo 
Anfel Santa Diaria (Norbmwehtlüfte ı 
2) (Formigues), Kleine Juſel am ber I 
ber griechiichen Halbiuſel Morea. 

Hard (pr. Forminji), Dor 

biffemeut Bayenz des franzöfiigen 2 
Ealvados; 600 Ew. Hier 18. Mpril I 
Franzoſen über bie Engländer. 

Wormio- (a. Gevar.), Fluß in Sta 
bie Norbgrenye Iſtrieus; j. Formtone ı 

Formiren (v. fat), 1) Bilden, ter 
Solbaten, ſich —— 3) (Buchb 


Abformen der Dede 

Formlehre, ber Oranıkefl 
bie Wörter von ihrer erſten Biſdun 
Sprachorgane u. durch Schriftzeichen‘ 
vblligen Audbi pı Wei en =. 
tung. nach ber B ihrer = 
ihrer Komet So umfaßt fie. die 
Sormenlehre n. die Etymologie (f. d. « 

oͤrmlich, 1) was bie 


u 
ber Regel baben fol, fo licher S 
licher Beweis a u. Koun 3); 2). and 


: 
& 
* 
— 
ei 


Formen aus Gypa, Thon, Bade, & 
u: Holz macht ; welche zung Gießen m. 
nen; bei Eifeug 
Formobenz faure ( 
fenfaurer Beuzoylwa ‚ra 
tmomethyläl, fo v. w. Kor 
Methyloxyd, |. u. Formyl. 
Formonitril, das Ritril ber Ame 
ber Blanſäure iſomer. 
Formononetin, Oao Hao On, ı 
Einwirkung von verbünnter Schwefelſẽ 
jäure auf agein, — — 
m Waſſer u. Ather, leicht 180lich ic A 


389 
Braunftein färben es ſchöͤn roth; durt 
Barywoaſſer geht es in Ononetin Aßeı 
unter Bafferaufnahme in Ameiſenſnre 

Formortüra (Forsmerture , Som 
ture), im Mittelalter Güter eines 1 
welche durch das Erbrecht au einen 1 
wenn keine Erben vorhanden waren, an 
herrn ſielen. 

Formdſa, 1) (von ben en Th 
nannt), Juͤſel in Chineſiſchen Meere (I 
füdöſtlich von der chineſiſchen Provin 
von dieſer durch die Sormofatraffe gei 
DM. Klähenraum, 53 Meilen Yang, 
Breit; wird in ihrer Mitte von - einer 
©. gehenden Gebirgskette (Ta-Kan, 
ſcher Beſchaffenheit, bis zu 10,000 
ea mit Schnee bebedite Gi vd 

2 


[rei ie, Mi iß, 

Eu 

en e, I €,  ) 4 
Orangen n. gahlreiche andere 


Bormofanifche Syünche - bis. Weraifchneidefunft 


von China, hat aber noch eigne Ber- 
zrãuche n. Religion; bie Ureinwohner 

it nach von den Auſtral⸗ 
wae) enb, ihrer Sprache nad) 
Irfprumge, |. Formoſaniſche Sprache) 


Hiwei® don ben Ghinefen werdrängt, 


ben öftlichen 


halten. Die Gefammtzahl der Ein- 


fih auf 2 Millionen belaufen, worun- 
300 Chineſen; Hauptfiabt des dhi- 
6: Thai-wan-fu; außerdem 
che Sarnifonsorte — Huf F., ben 
m lange gehörig, hatten fich mit ber 
en niedergelaffen; von biefen erhielten 
r Land an der Kilfle zur Ausbeflerung 
eingeräumt. Diefe vertrieben um 1640 
a u. gründeten auf ber Gübfeite der 
N-mwan-fu das Fort Zelandia. Das 
wernement räumte ihnen ten Befit 
We einpörten fich bie chineſiſchen Ein- 
ı die Holländer, weil diefe dem See⸗ 
dei wollten, von ben Cinwohnern 
zu erheben. Der Kampf banerte 


o endlich Loyet, der Sommanbeur in | 


s auf ber 

sterinbien, Sübafien) ; 8) Fin 
Benin (Weſtküſte Afrika’s) minbet u. 
eine ber Münbungen des Niger if; 
Me un. benätlertfie Infet der Biſſago⸗ 
an ber Küfte von Eenegamı- 


imani; 7) Budt an ber Kü 

iſchen Previnz Rio⸗Grande, füdlich 

Rod; 8) Marttfleden in der ficilifchen 
bei Trapani; 4000 Ew. 

riſche Sprache, zerfällt in mehrere, 


iem Kiub, romaroman Blur. von | 
Never. Gigentlite Mojectinn gibt e6 





«636 


Bräteritum durch ein nach bem a der 


Formoſaniſches Teufelgen, ſo v. w. Schup⸗ 


r. 
ormofität (v. lat.), Schönhelt. 
ormdus, vorher BSiſchof von Porto, ging im 

Auftrag bes Papſtes nach Bulgarien, um bie Ar- 

ag der bortigen neuen Kirche zu ordnen; 

unter Papſt Johann VIII. beſchuldigt, an einer 

Berſchworung gegen Karl den Kahlen n. ten P 

theilgenommen zu haben, wurde er ercommunicirt 

u. in den Bann getban; 883 wurbe er aber vom 

Bapft Marinund für unkhufbig erflärt n. in fein 

Bidibum wieder eingefetit; 891 wurde er nad 

Stephan V. (VI.) Bapft n. fl. 896 nach einem fehr 

unrubigen RNegi .u. Bapfl. Sein Nachfolger 

feine Leiche haben ausgraben u. 


r Kattun⸗, Leinwand» u. Geibenbruder, auch 


wirb u. mit der wintelf 


424 


‚bleibt. Die in einen Muſter vorlomuenden Puulte 
werben durch eingeichlagene Drahtſtifte hervorge⸗ 
bracht. Man hat auch Formen (Stippelformen), 
deren Oberflächen ganz aus Drahtſtiſten u. Vlech⸗ 
ftüden befteben. um Berftüdeln ber Drabtftifte 
dient Die Sormfchneibemafchine, deren Haupttheil 
eine große, mit dem einen Schenkel in einem Klotze 
befeftigte Schere ifl. Bor ber Schere ift ein hölger- 
ner Kaften, welcher auf brei Seiten einen Durch⸗ 
ſchnitt bat, turch welchen bie Scherenblätter geben; 
wenn ınan num in ben Kaften ein Bündel Draht 
ftedt, fan man auf einmal eine Menge Stifte [08- 
ſchneiben, welche in dem Kaſten liegen bleiben; vgl. 
Holzſchneidelunſt. 

ormſeite (Hüũitenw.), ſ. u. Arbeitsfeite. 

orınflein, 1) ein von ber rechtecligen Form 
abweichender Ziegelſtein; 2) (Sormſtück, Hüttenm.), 
im hohen Ofen der Stein, in welchem bie Form u. 
auch bisweilen die Balglieſe liegt. 

ormtifch, fu v. w. Bleitiſch. 

ormtrog, ein Trog voll Wafler, in welchem 
vie Suderformen drei Tage eingeweicht u. dann 
gereinigt werben. 

Formüla (lat.), 1) fo v. w. Formel, 3. 2. 
F. juramentl, Eidesforuel; F. concordiae, Concor- 
bienformel, |. d. F. consensns (F. henstica), f. u. 
Consensus b) cc); 2) (rdm. Antig.), die ſchrift⸗ 
liche Sajleucten des Prätors an ben von ibm be- 
ftellten Judex , in welcher er deniſelben angibt, um 
weiche Thatjachen es fi bei dem vorliegenpen 
Rechtsſtreit handelt u. wie er entfcheiden foll. 


Forinuläre (lat.), 1) Die vorgeſchriebene Weiſe 
einer Handlung, Rede od. Schrift; 2) (Hdlgsw.), 
edrudte Schemata, bei welchen nur einzelne Yüden 
— ausgefüllt zu werden brauchen, um als 
ſchriftlicher Auſſatz, wie Avisbrief, Frachtbrief, 
Wechſel, Declaration ꝛc. für einen beſtimumten Fall 
zu dienen; 3) (Med.), jo v. w. Receptirlkuuſt. 


Formwage, Wage it Peudel u. Gradbogen, 
die hauptſächlich in Eiſenhütten gebraucht wird. 

Formwörter, im Gegenſatz zu Begriffswör⸗ 
tern, diejenigen Wörter, welche die Gegenſtände 
nur nad ihrem Verhältniß zu dem Redenden od. 
zu andern Gegenſtäuden, od. dieſe Verhältniſſe ſelbſt 
darſtellen. Aus den Wurzeln der F. entſtehen vie 
Pronenina u. Partikeln. 

&ormfl (Fo), noch uicht iſolirtes, zuerft von 
Kane aufgeftelltes Radical der Aneifenfäure bes 
Chloroforne u. a. Verbindungen; verhält ſich zum 
Methyl ganz fo, wie das Acetyl zum Athyl. Früher 
gab man ben 5. bie Formel Ca H, gegenwärtig 
nach Gerbarbt Ca IH O2. Seine Verbindungen 
entiteben re durch Orydation od. Entwafierftof- 
fung ter Methylverbindungen, aber auch aus Athyl- 
verbindungen durch ſehr euergiſch deshydrogeniſi⸗ 
rende Einflüſſe. Wenn Methyloxydhydrat mit Pla⸗ 
tinſchwarz in Berührung komint, fo erleidet es eine 

anz gleiche Veräuderung wie Allohol unter dem⸗ 
Felde Verhältniſſe. So wie bei dieſem Effigfäure, 
bildet fich bei jenem SormpIfäure od. Ameifenfäure 
(j. d.), auch ameijenjaure Salze (Ameijenäther). 
Außer diefer kennt man das, dem Aldehyd ent» 
[prechende Formyloxydbydrat od. Jormyſhydrũr (Zorm- 
aldebyb, Ameiſenſäurealdehyd), Ca H2 Os, 
aber nur in Verbindungen. Es eniſteht wahrſchein⸗ 
lich bei der Deftillation von Holzgeift mit Braun—⸗ 
flein u. Schwefeljäure, jowie bei der Behandlung 


| 


Formfeite bis Fornarina 
| von Hippurfäure mit Bleifuperoryb u 


Berbinduug mitMetbyloryd, dad Fern 
Metbylorgb ( Bormometholal nuch Dun 
nach Kane), durch Defillation von 
Brauuflen u. Schwefelſänre u. wieb 
ficution, erſt für ſich (mo Die zuerfi uı 
gebeube Silberfulge rebucirende Flü 
geftellt wirb) u. bumu liber Kali iR 
ätberartige Flüffigleit vom angenehu 
baftem Geruch, mit 3 Th. Waſſer u. 
biltniffen mit Metbolorybbybrat, 4 
miſchbar, Teicht entziinblich, wird bu 
Stoffe in NAmeileniäure, durch Chlor 
14 Chlorfobleuftoff verwandelt. So 
nach Derzelius das Hlartige flüchtige 
bei ber Deftillatisu einer. alloholiic 
Acetylſuperchloribs niit Kali überge 
bindung von gleicher Zuſammienſetz 
durch Einwirkung von Chlor auf ef 
bervorgebrucht worben. BormyIchleri 
fuperchlorid, Chlorätberib), fo ' 
forın, ſ. d. Formylbromid (Bronofe 
durch die Einwirkung von Brom o 
bromigfaurem Kalf auf Alkohol u. H 
ein Mares, jchweres Ol von 2,10 ſp 
wicht u. ift dem Chloroform ſehr ähr 
jodid (Jodoform), enifteht auf dieſe 
das Chloroform u. Brouioform; au 
es fih aus Zucker, Milchzucker, Gun 
enaunten Proteinſubſtanzen beim 8 
—* mit Jod u. Kali; es erſcheint 
gelhes, in Waſſer faſt unlöslichet 
u. Ather lösliches Pulver von ſüßlich 
Geſchmacke n. ftarlen, dem Eafran 
ruhe; aus Alkohol kryſtaulliſirt, bilder 
nende, leicht zerreibliche ſechsſeitige X 
molcyanid (Cyanoform), ſoll beit 
von eſſigſaurem Kalt mit Berlinerb 
quedfilber entftehen; furblofe, flüchti 
n. Cyanwaflerftofffüure riecheute 
ſich in Waffer, Alkohol u. Ather löſt 
chlorid (Oryhlorfornyl, or 
entſteht durch die Einwirkungen v 
Methyloxydgas im Sonnenlichte, öl 
keit von erftidlenveim Geruche. &orm 
fih bein Erhigen von Joboform ı 
gelbliched DI von füßem Geſchinack 
Geruche. Formplfäuren, vou bei Sa 
dungen Des 75-8 trennt mau num ft 
(Aneijeufaure); eite aubere S 
mplige @äure, foll fih bei den Gin 
Natrium auf ameifenfuures Athr 
Sormplorpb (Interfornylige © 
einen Bejtanttbeil des Vierbplals au 
Formylin, eine flüchtige organifd 
jich beim Bebandeln des Guffeine n 
u. mit den Methylamin Ca Hs N u 
Fornäri, Maria Bittoriu, geb. 1 
aus ebler Familie; verrieth im ihren 
Hinneigung zu religiöfer Schwärm! 
jede den Gennejen Giovanın Strui 
ben Tode deſſelben in bie vorigen € 
baute 1604, unter Wlinwirken des Jet 
ein Kiofter für Nonnen der Jung 
wurde Stifterin des Annunciaten os 
fie ft. 1617. 
vornarina (itul., Bäderin), Et 
weshalb mehrere fhöne Srunenbilm 


Fornũs bis Forfeti 


zaläſten fo benannt u. dem ger 
igeichrieben werben. 
be Spite von Yütland. 

Myth.), Böttin ter Ofen, in 
etreide dörrte, um bafjelbe hierauf 
oßen. Numa weihete ihr die Ser 
um Abwentung allee Schadens 
f Das Feſt fiel auf keinen be⸗ 
endern wurde von Dem Curio 
gemacht. Diejenigen, welche ben 
: batten, brachten ibr Opfer am 
lirinalien, daher dieier Tag Dies 


fligte Bucht mit Hafen an ber 
l Minerca. 

rtfleden im Diſtriet Iſernia der 
cevinz Melife, 1500 Em. 

t., geb. 1610 in Wettin, Orgel- 
en Orgeln die Wintprobe, d. b. 
Windwage ben Bälgen die erfor- 
ine zuzuführen, u. verbefierte die⸗ 
„bertaften auf Der Elaviatur; er 
ein in ter Ulrichsfirche zu Halle 
ssburg zu Weißenfels find von 


nftantin, geb. 1820 zu Avenches 
m Waadt, wirmete fi) in Lau⸗ 
‚bingen u. Heitelberg pbilefopbi- 
Etutien, ying darauf zu feiner 
ng nah “Paris u. ließ ſich als 
wiſſenſchaft in Lauſanne nieber. 
ter Jeſnitenfrage entftanbenen 
sr auf die liberale Seite u. wurde 
neuen Regierung. 1551 mwurbe 
-taatsratbe im Cauton Waadt u. 
ınten Mitglied Les Stünderatbs, 
Kräfitentenjtubl einnahm. 1957 
it des Bundesraths an die Spitze 
iften. machte ſeine Regierungszeit 
ech kluge Beilegung des Neuen⸗ 
8 


at.), Freudenmädchen, meil bieje 
e Arkaden (Fornix) aufbielten. 
„Befriedigung bes Gefchlechtd- 
Ebe, bef. mit freien Mädchen, 
urerei; daher Fornicationöftrefe, 
(Fornicanten). 

culõsi, ſ. u. Nieren. 

. Feigenbaum 1) a). 

er Rebenfluß ber Aller im preußi⸗ 
ezirt Magdeburg. 

1) Gewölbe, gebogener Theil. 
:birn; F. orbitae, ber obere Theil 
2) Schwibbogen, Arkade; 3) fo 
ogen; 4) (Bet.), Dedfiappe, 
huppe, ein verjchieden geftalteter, 
niger Theil, der im Schlunde 
jer (röhriger) Blumen, meift in 
ommt u. benjelben verfchließt od. 


ano), Marlifleden am Taro im 
a, bieß im Altertbun Forum 


— — — 


425 


—— eiteriore; münbet nach einem Lauf von 
18 Meilen in das Atriatifche Meer. 

Forres, Stadt in ber ſchottiſchen Grafſchaft 
Murray (Eigin), an ber Findhornbucht; Wollſpin⸗ 
nerei; 4000 Ew. Dabei ein mit feltfamen, noch 
ımerflärten Figuren bebedter Obelisk (Swenos 
Stone genannt), angebli Denlmal eines Sieges 
bes Könige Malcom Mac Kenneth Über bie Dänen 
unter Swen (1003); wenigflen® reflbirten tie 
ſchottiſchen Könige oft in dem nahen Schloffe, von 
welchem noch Ruinen übrig find. 

Forreſt, Etwin, geb. 1806 in Bhilabelpbia, 
trat zuerft 1820 in Bhilabelpbia auf bie Bühne. 
Bald darauf sing er mit einer Schaufpielergejell- 
ſchaft nad tem Welten, lehrte nad) einigen Jahren 


nach tem Norden zurüd n. murbe am Albany-Thea- 


ter in New⸗York engagirt; ging 1826 nady Bhila- 
delphia u. dann Über Havre nad) England, wo er 
mit großem Beifall die Bühne betrat; er unter- 
nahm zu wieterholten Malen Kunftreifen nach En⸗ 
ropa u. tritt noch gegenwärtig anf ben bedeutende⸗ 
ten Bühnen Nordamerilas mit großem Beifall auf. 

Forrefter: Infel, Infel im nörblichen Atlanti⸗ 
Shen Dcean, ſüdweſtlich von Prince of Wales⸗ 
ae (Weſtküſte von Ruſſiſch⸗Nordamerila). 

orreftia, 1) (F. A. Rich.), Pflanzengattung 
aus der Familie ber Commelynaceae; 2) (F. /luf., 
Cennothus L.). Pflangengattung aus ber Familie 
ter Rhamneae-Franguleae. 

Forro, 1) Martifleden am Hernad im Kreife 
Abauj- Zorna des ungarischen Verwaltungsgebietes 
Kaſchau; Peftamt, guter Mein; 1600 Em.; 2) 
(Brenndorf), Pfarrtorf bei Nagy⸗Egyed im 
fiebenbürgifchen Kreiſe Karleburg; 1050 Em. 

Fors (lat.), 1) Zufall; 2) Göttin bes Zufalls. 

Borfeliud, Lars, neulateinifcher Dichter, geb. 
1653 zu Fors in Sengothland, ftutirtein Abo Theo⸗ 
fegie, wurde 1650 Conrector in Götheborg, 1695 
Pfarrer in Rüngebala u. 1695 Pfarrer u. Propſt 
in Alingfäs, wo er 1729 fl. 

orſell, Karl von F., geb. 1783 auf dent Gute 
Skoͤttorp im Elaraborgslän, begann feine militä» 
riſche Dienftzeit im Seedienſt u. wurde 1800 Fähn⸗ 
rich der Admiralität. Bei dem Seekartenarchiv an⸗ 
geſtellt, wurde er von 1801 — 4 bei ber Aufnahme 
n. der Öravirung verſchiedener zum Seeatlas von 
Schweden gehörigen Blätter vermenbet. 1804— 7 
mar er mit ber Aufnahme u. Herausgabe ber Karten 
von Bohuslän, Weftgetbland, Smälant u. Biedinge, 
1808 mit den Rivellirungen u. Unterſuchungen für 
den Götafanal beſchäftigt. 18609 wurde er Haupt- 
mann u. 18510 Major. Ale Adjutant bes Krone 
prinzen Karl Johann machte er die Feldzüge 1513 
u. 1814 in Deutfhland u. Normegen mit. Nach 
dem Frieden vollendete er feine große Karte von 
Standinavien in 8 Blättern, bie 1925 erfchien. Er 
. 1848 in Stodholm u. fchr.: Statistiska tabel- 
er öfver Sverige och Nörige, 1827, 2. Aufl. 
1830; Statistik öfver Sverige, 1831, 4. Aufl. 
1844 (beutfch von Breeie 1835, 2. Bearbeitung 
1845); Statistik öfver alla socknar i Sverige, 
1834; Anteckningar under en resa till Eng- 


in Municipium der Bejer. Bier ! land, 1835. 


ieg bes Könige Karl VIII. von 
das verbüntete venetianijche u. 


„ſ. u. Altuordiſche Literatur f). 


Forfeti (nord. Myth.), ein Afe, Sohn Baldurs 
u. Naunas, fchlichtere bie Streitigfeiten. Geine 
Wohnung heißt Glit ner (Glituir), bie Wände 
darin waren mit Gold geſchmückt, das Dach mit 


n ber meapolitamijchen Provinz ; Silber bebedt. 


220 
Fors kal Peter eb. 1736 in Tegelömora in 
up (Schweben )’ Giller eg 17598 
ofeflor in “a en, begleitete. 1764 Carſten 


iebuhr anf heilen Kur Drient u.durch⸗ 
mit ihm Agypten u. en, we er 1763 im 
—*8 Aus feinem Nachlafſe gab Niebuhr: 
— — Kopenh. 1775; De- 
tiones animalium etc. orientaliam, ebd. 
1738; u. Icones rerum memorabilium, quas in 
itinere orient. depingi curavit, ebb. 1776, 
heraud; ben —X Theil gab ee bexans 

Seht kopen) — 3 Thle., Fol. j 
a anzeugattung ans ber 
gende ber lirticeen, 4. Ordu. 8. Kl. nach 
beianut; Arten: F. anguscifolie, anf "Tone 
riffg; F. candida, auf ben Cap; F. tenacissima, 

in Agypten, u. a. 

—— —— — — —8 = 
D g .n 

* nd» od, Nabelhen, bewachſen. Je 
Beſitzer heißen die Forſten — 
. Forſten, Schatullen⸗Forſten, 
Gemeinde⸗ (Sorporations-) orten, 
Privat⸗Forſten; befigen mehrere Private einen 
Forf gem (deftlic, foheißter & orporations- 


wald. Sorfigerechtigkeiten (Walb- 


— 


— ger —5 — ber Forſten find vorzuge⸗ 


e Holzuugung, Eichel⸗ u. Buchmaſt, Graſuug, 
— Sammeln der Nüfſe n. des wilden 
es — nng, Hutung u. Jagdgerechtigkeit. 
Das Hecht, den %. jeder freimden Benutzung burch 
Berbot bes Sofene u. Jagens zu — heißt 
Berfitaun, u. ift erſt nach ber nf en Zeit 
t des Landesherrn geworben, rend vorher 
die onen Öffentliche Sachen u. gemein zur Be⸗ 
nußung u. Jagd barin waren, bis die Idee bes 
Forftbanns almälig geltenb gemacht wurde. Bis⸗ 
weilen haben noch in bem 1 liegende u. baran 
grenzeude Dorfſchaftent gewiſſe Bortheile darin n. 
war enttweber als wahre Servituten, ob. bie auf 
* eu Wibderruf des Sorfiberrn (precario). 
orfibeamte, die unter einer — 
— find die Seele einer guten Sorftwirthſ— 
Die erfte Sorge berfelben bie Sorfibäume, * * 
der im Walde — *8 ob. leicht Durch Ent 
heimiſch zu machenben, weniger wegen ihrer 
als wegen ihres Holzes "ut made Bäume. 
theilt fie in aber ol t nabefähnlichen Blät- 
tern, welche theils meh Est alfo auch im 
inter bleiben, als Tarme, gicte: Kiefer, 
— ai nu & im Herbfle abfallen, 5. B. Lerchen⸗ 
u. tu Laubholz, mit breiteren im Herbit 
ebfelhuben Blättern. Die letzteren haben entwe⸗ 
der hartes Holz, ale Eiche, Buche, Ulme, Eiche, 
Ahorn, od. weiches Holz, ale Birke, Erle, Alpe, 
Linde ıc. Das Gebeihen der Forfibäume wirb durch 
eine vernünftige Sorſteultur ungemein beförbert. 
Diefe zerfällt in A) bie fogen. ueplie e, betrieben 
mit den Händen durch a) Säen u. by Pflanzen; 
ab is yogen. natürliche, wobei ber on 
olge ber Art der Benutzung if, 
Abfall dee Samens flehengela — 
äume —— b) durch Wieberaus- 
Ihlog :ög cbgehauener Stöde; u. c) burch Überhalten 
Pakmınden, daßreißer (. d. a.). Sorſt 
ortung deo Forſtes, die man ſo vor⸗ 
ich betreibt, indem man a) bie 
sg) bes Dclzes 


ra a)d 


Bordtel: Bis Jeorſtbeſchredßung 


mäßig eintheilt, 3) bas O ul N 


fort, ec) den Abſa Hotzes, 

egung von Son 

68 no 0 er Se git, burg burg U 

Hear 3 — 
6 Holz, u n. 

u. —A—— a Brennbo 

Auch e) bie nun Gert» u. 

es &fte der Walt 
eer, er 

u. Zuder (Ahorn), Brädte zur! 

Maft, zu OL, zu — — 


zum Gerben u. 

niger als die * ber 
Buſche, a ze — * 
Arzueien, bie Graͤſer zur Weide, Wi 


echättniffe bes Forſtes genau zu unter 
das daraus zu geivinnen, was unter 
— angedeutet if. Sehr we 


un rſte iſt ———— 
die — — 
wirkungen, welche dem —X d 


Thiere, —— Bee \ 


bene ob: et —— 
ke ER — — 
eines — 


berg), ber iin = 
zuſamm 
i im —— — 






hänge ba 
d 


commifſariats Neuſtadt im bairifchen 8 
900 Ew.; Weinbau Gorſter, 
zer Wein, bei. belannt der Forſter Tram 
von ber Traninertraube benannt). 
orſtakademie, Tehranftalt für Mir 
gbbeamte, im welcher alle Zineigt 
=; Jagdwifſenſchaft, nebft ben Hülfen 
vorgetragen ı. zum Theil praftiich ae 
Die erfte ftiftete ber gräflich Stollber 
forftmeifter v. Zantbier in STienbur: 
2 ni — in Zillbad -r Eifenad 
ke mehrere in mehreren 
bie 2 Fe in®altershanfen 
fpäter nah Dreißigader verlegte ' 
nicht mehr beftehende, in Tharand, 
Karlsruhe, Reuftadt-Ebersmali 
Forſtamt, 1) obere F 
bie u. da mit Einſchluß ber 
gen; 2) bie unter einem Former 
Fer mit biefem ald Ganzes betrach 
tftaffeffor, ſ. u. Forſſdirectien 
—23 — u. Forf bann, f. m. f 
oritbeamte, f. Forſt u. Zagbbes 
oritbegang (Forfbelauf), jo v. m. 
ob. Korftreviertheil. 
Borftbericht, Bericht, welchen ein 
über feinen, od. auf Erforberm über tı 
Forſt u. über das im einer gewiſſen 
gefallene ob. Wahrgenomntene an 
an Behörben ob. auch an Betheiligte m 
Forſtbeſchreibung, genaue Beſche 
geb, bie bei jebem gut organtfirten 
uplicateı, bei dem Förfter u. bei ber £ 
vorhanden fein alu Dabei finb x 
tigen: Luge, Größe, Art bes de wie: 
Grenzeihen, —— Eike Fiäffe 


Fedkbiene bis : Berker 
| 
Cintbelung es Forfce im 


te, Hawe, Treiben, Holzflanb 
Baar kit, Vewirthſebe 
rtrag, letzter mit Berũ tigung 
ine, — —— der 
yenen a ar Gtein- | des 
wer Lager, Steinbrüche, Lehm⸗, 


—* ach feiner * ‚ feinem Ter⸗ 
Ite ſowohl im — als i — 
iß eine Forſtkarte da 

laf letzter find nicht blos en Ter⸗ 
Grenzen u. Grenzzeichen, — 
enen Hol en an eben, Eiche 
mmen. t 
R —— unt wi Forſt⸗ 
gerburſche, od. d eigene Ser- 
aducteure) mittelſt Bouffole, od. 


„u. Blumenbienen. 
Tagebuch, in welchen: der weten 


r, * er ——— * Re | 
nen loflen, od. wa 
Buch, worin bie Gefehe Der * 


en And; 8) —8 Kugel 


Ra, [ u. Berta 


wird gewöhnlich von einem Ober 
vet Landjãgermeiſter präfibirt, bet 
Mecretäre, Berfierpedienten, Gerf- 
mgeorbnet. Sie haben vornehm⸗ 
! genau aufrecht zu erhalten, d. h. 
‚ daß bie etatsmäßige Material. 
« Ausgabe eingehalten, bie etate⸗ 
1e mindeflen® erreicht werbe. Die 
mete Borktaffe verwaltet ber Berk- 
Weffirer), ber, nach Befinben, wie 
ıtereinnehmer bat, bie das Gelb 
ber weit entfernten Vertanfsftelle 
ı in Empfang nehmen Gorflinſpee 
siter, Sorieommifläre), Jetzt find 
. bie Fen mit den Kammercolle⸗ 
un — — ben Finanzmi⸗ 


ich Br Tee Sun 


—ã—nſù́ 


Leinweberei, Tu 
4800 Ew. 


Firſte x. 


ten verließ er 


art in Salhburs: 1747 in fein Klofter wieber 





LGolzleſ 
eve, |. u. Forſt⸗ u. Beamte. 

neue, ac 1803 in en 

fen’u. geh. 1847 in als Profeffor 
bibtiotfetar am ber Liniverfität6ßlbtiotbel. r —* 

Geſchichte der Stabt N * 8 1250), Nordh. 
1840; Urchiv für die Ge r irdlichen Ne⸗ 
formation 1831: — zu der Geſchichte 


int 1530, 2 Bde, 
10 ds Denct —e— ae Geliche ber 
Kirchenreforniatio 


die Mittheifu Sde — 
et bie 7. 86, 


‚ großer Wald im bairi⸗ 
ſchen Lan — 
— u. — Wa 
v * eg een 


— 


rer der Hebr prache in Zwickau, 

überſetzung, wurde 

535 P — in urn; lee n. 1538 ee ber 

Geologie ogie im —— en utherauer 
wurde er 1541 bi 

— * eufingen einfüh« 


Reformation Inge 
Ci der Theologie dr Wit⸗ 


war 


t, halſ dann die 


8 Balentin, ge 
dirte daſelbſt, dann iu 


der Rechte in Marburg u. 1580 in Heibel 

aus VBerbruß Über die Bevorzugung ber Refo 
fberg, privatifirte in Worms 

s. wurbe 1595 ‘Brofeflor ber Rechte in Helm 
wo er 1808 ſtarb. Er ſchr. n. a. Historia juris 
civilis romani, Baſel 1565 u. 8.; De jurisdioe 
tione romana, n. &. Helmſt. 1610. 8) Grobe⸗ 
ann), ‚geb 17001 zn u, in iern, sing 

BE 8 Benebictinerflofter &t. Emmeran in 

——— ——— obenin®; 
hei e er PBrofefior der Philoſophie in bems 
St. Ammeran n.1744 Profeſſ —— 


gerufen, wurdeer 1750 Prior u. 1762 Fürſtabt 
* 11. —8* 1791. Er gab heraus: Flacei Alonini 
egensb. 1777, 4 Bbe., u. ſchrieb mehrere 
—8 Abhandlim umgen. en Reinhold, 
geb. 23. Oct. 1729 zu ſchau in — 
wurde 1753 Pfarrer Fin buben bei Danzi 
san: 1765 mit feinem S Georg, im A 
ber Kaiferin Katharina II. bie Eolonien in Gare» 
tow an ber Wolga, ging dann nach England, wo er 
von 176667 r ber Raturgefchichte un. ber 
uns u. Franzoſiſchen Sprache an der Akade⸗ 
mie in Barrington wer; 1772— 75 begleitete er 
im Auftrage ber Regierung ben Capitän Cool auf 
feiner zweiten Reife um bie Erbe. Da er von ber 
enalilchen Menierung ebenfo wenig eine feinen vor⸗ 
trefflihen Veikungen angemeflene Entf 


ih nach Deutſchland u. wurbe 1780 Ge 
fe u. A der Natu —— — in Halle m. 
Bien Gelehrten feiner 


u. todte Spraden; fein 
u. feine Buworlomusenbeit 


ern geſuchten Geſellſchafter, Dagegen ſſieß er wegen 
Finer derben Geradheit u Heftigleit oft-am m. ſehte 
dadurch, ſowie Durch feinen Hang zum Spiel n. 
eine gelebrte Sammelſucht wielen Berlegenheiten 
aus, jo daß er jogar in Schulbhaft gerieth, sans mel- 
isn aber ber Herzog Ferdinand von Braun: 
ſchweig befreite. Er jchr. außer vielen Überſetzun⸗ 
; Observ. made during a voyage round 
the world, Lond. 1778 (beutich berausgeg. von 
jeinem Sohne, Berl. 1779 f., 2 Bbe., 2. Ausg. 
1784, 3 Bde., auch franzöfiich u. holländiſch); Z00- 
logia indica, Halle 1781, 2. Aufl. 1795; Gefchichte 
ber Entdedungen u. Schifffahrten im Norben, Sch. 
a. d. O. 1784. Mit jeinem Sohne: Descriptio etc, 
characterum et generum plantarum, quas in 
itinere ad insulas maris australis 1772—1775 
coll., Lond. 1776, dentſch von Kerner, Gött. 1776, 
u. mit bemfelben ı M. ©. Sprengel, Beiträge 
zur Boller⸗ u. Länderkunde, Lpz. 1781-83, 3.Bbe.; 
auch gab er das Magazin nener Reifebefchreibun- 
gen, ebb. 1790—98, 10 Bde., heraus. 5) Joh. 
Georg Adam, Sohn bes Bor., geb. 26. Nov. 
1754 in Naßenhuben bei Danzig, begleitete feinen 
Bater auf beffen Heilen nach Saratow u. um bie 
Erbe, half, zurüdaelebrt, feinem Water bei ber 
ausgabe mehrerer nelchrier Werke u. erwarb 

wie dieſer, ‚feinen Lebensunterhalt größtentbeils 
Durch Überfegungen ; 1777 begab er ſich nach Paris 
n. von bort nad Holland u. erbielt, auf einer Reife 
nad Berlin begriffen, 1778 einen Ruf als Proſeſſor 
der Naturgefchichte am Karolinum in Kaffel, wurbe 
1784 Brofeffor in Wilna u. 1788 Oberbibliotbelar 
bes Kurfürften von Mainz. Wie fein Bater in blo⸗ 
nomiſchen Dingen forglos u. alle materiellen In⸗ 
texefieu vergefienb, wenn es die Durchführung einer 
von ihm leidenschaftlich erfaßten Idee galt, warf er 
ſich 1792, als die Franzoſen nach Mainz famen, 
der Revolution in die Arme, wurbe 1793 als Agent 
der Stadt Mainz nah Paris geichidt, um eine Ver⸗ 
einigung mit Frankreich zu bewirken, u. verlor bei 
der Einnahme von Mainz durch bie Preußen fein 
— u. feine Sammlungen. Ohne Aus⸗ 
fit, feine Familie erhalten zu können, trennte 
er fih von jeiner Gattin Thereſe, Tochter von 
Chr. Sottl. Heyne, u. mwilligte in beren Bernäb- 
dung nit feinem Freunde Huber. In der Abficht, 
nad) Indien zu geben, lam er nad) Paris, wo er 
11. Januar 1794 ftarb. Er bejaß eine umfaflende 
Selehrfantleit, u. Naturwiſſenſchaft u. Ethnogra⸗ 
Hhie verbanlen ihm viele werthuolle Entbedungen. 
Seine Sprachgewanbtheit u. Darfiellungsgabe läßt 
ihn als einen der vorzäglichfien Brofaiften bes 18. 
Jahrh. bervortreten. Er jchr.: Kleine Schriften, Lpz. 
1789—97, 6 Bde.; Anfihten vom Niederrhein, von 
Brabant, Flandern, Hollaud, England u. Frank⸗ 
zeih, im Jahr 1790, Berl. 1791—94, 3 Thle.; 
3.6. * Briefwechſel, herausgeg. von Thereſe 
Huber, 1820, 2Bde. Er überjebte feines Vaters 
Reife um die Welt u. außerdem viele andere Werte, 
darunter Kalidaſas Saluntala, wodurch dieſes Ge- 
dicht in Deutſchland zuerſt näher belannt wurde. 
Sämmtliche Schriften herausgeg. von ſeiner Toch⸗ 
ter mit einer Charalteriftit bes Verfaſſers von ©. 
G. Gervinus, Lpz. 1843, I Bde. 9. Koenig machte 
F. zu ber Hauptfigur feines Romanes, Die Club- 
* Mainz, Lpz. 1847, 2 Bde., u. ſchrieb 
ie befjelben, ebb. 1858, 2. Aufl. 


zäus, geb. 1759 zu Hirſchau, war 


gerfer mis Bee 


zuerſt MWallfagrteprieker im Atendtin 
aber bier als Belämpfer ber. römildeı 
priefterlichen Cdlibate u. anberer ſpeci 
liihen Lehren in viele Unannehmlichkei 
bis er 1803 als P ber 


u nach England, wo er 1784 anlam 
üdtehr nach Galcutta follte er eine 
Mahratten nıuchen, farb aber 1792 
Er ſchr.: A Journey from Bengal 
Cale. u. Lond. 1790-98, 2 Bhe. 
Meiners, Zür. 1796—1800, 2 Bbe.); 
Religion u. Sitten der Hindus, Lo 
Krangois, geb, 1790 in Locke, mi 
Kupferiteherfumfi in ber Schule son 9 
in Paris, gewann 1814 ben exfien B 
beinie u. begab fi nun nach 
nad) Paris zurüdgelehrt, Tieferte- « 
Dienge worgüglider Arbeiten, welche 
techniſchen Bollenduug zu bem 
was bie moderne Rupferftecherei 
jeit 1844 ift er Mitglieb des Inflitnte, 
züglichſten Blätter find: Die Jüugen 
nad) Payl Beronefe (1812); Dibe m 
Guerin (1821); Tiziaus Geliebte nad 
Darftellun eiligen Zungfrom 
bie heilige Käcilie nach Delarsche (18: 
lige Familie nach Rafael (1854). 
Foͤrſter, 1) Johan, |. Korfer 
Chriftian, geb. 1735 in Halle, iu 
wurbe 1761 Profeflor ber Philoſophu 
ßiſcher Kriegs⸗ u. Domänenrath u. 1' 
bes Botaniichen u. Olonomtifchen Gaı 
verfität u. fl. 1798; er ſchr. n. a.: Ein 
Bet Er ‚1765; one 
ral⸗, Polizei⸗ u. Finanzw chaften 
Entwurf ber Lund», Stadt⸗ u. Sta— 
ebd. 1782, 2. X. 1793. 8) Johe 
geb. 1754 in Huerftäbt; war Diakonn 
brebiger in Raunıburg, zulegt Sup 
eißenfels u. Ar 1800; er ſchr. m. 
ber chriftlichen — Weißenf. 17 
1823; Beicht⸗ u. Communibnbuch, 
5. Aufl. 2p3.1822. Orl Aug.E 
AR 1784 in Naumburg, flubirte 18 
Leipzig Theologie u. Philologie, win 
junct u. 1807 Brofeflor am Kabdettencı 
den u. ft. 1841 5 er überſetzte bie Gebid 
Lpz. 1818 f., 2 Thle. 3. 9. 1851; T 
jos, Zwidau 1821, 2. X. Epz. 1844: 
nuova, %py. 1841; vollendete 
beutfcher Dichter des 17. Jahrhunde 
bem 14. Vde. u. fehr.: Rafael, ein Kuufl 
leben (Gedichte), Lpz. 1827; Geſanm 
typ. 1842, 2 Bde.; Viographiſche 
Stiygen aus feinem Yeben gab Luiſe F. 
Dresd. 1846, heraus. 5) Lebreqh 
pſeudon. Alerie ber Wanderer 
in Gotha, trat früh in gothailche S 
machte zum Theil als Hauptmann 
in Pommern, Tyrol, Spanien, Aufl 
reich mit; wuche 1821 penfienizt u. 


doͤrſter | 


er 1846 Harb; er Ichr.: Blatter aus | 


be Uleris tes Wanderers, Altenb. 
r dieſem Namen Bote, die Lantenfpie- 
. 1823; überf. Offime Gebichte, ebd. 
(. 1830, 2 ®be.; den Cervantes, ebb. 
2? Bde.; Bottas Geſchichte von Italien, 
31, 8 Bbe.; Segurs Memolren zc., 

10 Bochn.; Michauds Geſchichte ber 
bd. 1827—32, 7 Bde. (vom 2. Bde. 
ons Briefe an Yofephine xc., ebd. 
2.5 Memoiren des Marſchall Rey ıc., 
36, 2 Bde. u. a. 6) Friedr., geb. 
192 in Mündengofferläbt an ber 
irte Theologie, wohnte tem Feld⸗ 
Frankreich im Lütomfchen Corps bei, 


er u. hatte Antbeil an ber Zurfdfüb- . 


ranbten Kunſtſachen aus Paris, war 
e Fahre Lehrer in ber Tönigfichen Ar- 
Kilitärfchule in Berlin, verlor jedoch 
817 auf Befehl des Könige wegen eines 
ver Remefis, wurde indeß fpäter zwei⸗ 
au ber Kunftlamımer u. ben: Ethnogra⸗ 
enm, bis ibn feine Veröffentlichungen 
natieben Friedrich Wilhelnie II. in ie 
ı Gefchichte des preußifchen Staates 
us um die Gunft bes Hofes brachten; 
e zur neueren Kriegsgefchichte, Berl. 

; Der König u. feine Rıtter (Gedicht), 
Örundzüge der Geſchichte des preußi⸗ 
), ebd. 1817— 1818, 2 Thle.; Einlei- 
gemeine Erdtunde, ebd. 1819, 2. U. 
much ber Geſchichte, Geographie u. Sta⸗ 
rußiſchen Reiches, ebd. 1820 — 1822, 
Feldmarſchall Bücher u. feine Um- 
pz. 1818, 2. Ausg. 1821; Friedrichs 
Iugenbjabre, Bildung u. Geift, Berl. 
a u. Neifeabenteuer, ebd. 1826; ano⸗ 
eines Lebenden, ebd. 1827, 2 Ode. (im 
e Briefe eines Berfiorbenen vom Kür- 
it beiten fie aie 5 * Bd. in einer 
ung als YKortießung gegeben 

uſtav en, biftorifches Drama, ebd. 
enflein, Herzog von Medienburg x., 
k (er erwies burch feine Yorfchungen 
Ballenfteins in Betreff der Anlage 
rath); Friedrich Wilhelm I., König 
„ebd. 1834 f., 3 Bde.; nebft Urkunden⸗ 
‚„ 3. Ausg. 1839; Die Höfe u. Cabi⸗ 
ı6 im 18. Jahrh., ebd. 1836— 1839, 
ichte, Berl. 1838, 2 Bde.; Statiſtiſch- 
‚bi fiht des preußifchen 
d. 1839; Leben u. Thaten Friedrichs 
Meiß. 1840 f.; Die Perle auf Linda⸗ 
relig 1841; Solumbus, Lp3. 1642; 
bis Heimkehr, £p3. 1843, 2. A. 1849; 
r 1844; Breußens Helden, 

.; Die Mittheilungen über König 

i IL. in der neuen u. neueſten 
venfens 1850. 7) Ernft Joachim, 
Ber., ge. 8. Aprif 1800 in Muünchen⸗ 
a ber Saale, ftudirte in Jena n. Ber» 
e, Philoſophie u. Philologie, wandte 
22 zur Malerkunſt, malte in Dresden 
ı m. Zigian, Ichloß fih 1823 in Mün- 
welius au, arbeitete 1824 u. 1525 an 
Bonn, fpäter an ber Ausihmüdung 
ı des Hofgartens in München u. des 


gebaues daſelbſt; fein erſes Wretco- 


emäfbe eigener Erfindung iſt bie Erſtürmung Der 
onefer Clauſe durch Otte von MWittelsbach. Er 
war feit 1826 mehrere Male in Italien, wo er in 
Piſa, Bolterra, Piftoja, Bologna ꝛc. manche, bie 
italieniſche Kunfſtgeſchichte bereichernde Studien 
machte (1533), alte nicht beachtete Gemäfbe großer 
Meifter auffand, namentlich in Padna (1837) bie 
Freslen im der Capella bi &. Giorgio entbedte u. 
berfiellte, u. eine reiche Sammlung von Handzeich⸗ 
nungen nach älteren Werken theil im Auftrag bes 
Könige Mar vou Baiern, der Könige Friedrich 
Auguft von Sachſen u. Friedrich Wilhelm won 
Prenfen, theile für fich ſelbſt anfertigte ; er mibmete 
fich fpäter ganz der Kunftichriftftelerei, Tebt je 
in Münden ıı. iſt Mitglied ber k. Alademie ber bil» 
benden Künſte zu Amflerban u. Münden. Gr 
Ihr. : Leitfaden zur Betrachtung ber Wand⸗ u, De- 
denkilber bes nenen Königbaues in Minden, 
Mind. 1834 ; Beiträge zur neueren Runftgefchichte, 
£py. 1935; Briefe Aber Malerei, in Bezug auf bie 
Gemältefaummdlungen in Berlin, Dresven, Mün- 
ben xc., Stutty. 1838; Münden, ein Handbuch 
für Frenide n. Einheimif ‚Münd. 1838, 8. u 
1955; Daffelbe franzäfi, ebd. 1838, 3. Aufl. 
1853; Handbuch für Reiſende in Stalien, ebd. 
1840, 6. Aufl. 1857, auch franzöfifch 4. Aufl. 1850; 
Die Wandgemäfde ber St. Georgenkapelle in Pa⸗ 
bua, Berl. 1841, ıc.; Haudbuch für Reiſende in 
Dentichland, Mind. 1847,2.9., 1953; Joh. Georg 
Müller, St. Gallen 1851; Die Geſchichte ber deut⸗ 
ſcheu Kunft, Lpz. 1851 —59, 5 Bde; Gebiähte, 
£p3. 1854; gab auch vom A. bis 8. Be. Wahrheit 
aus Jean Bauls leben, Bresl. 1826— 33; Politi⸗ 
(je Rachllänge von Jean Paul, Heibelb. 1932; 
ferner Iean Pauls, ſeines Schwiegervaters, liter 
rarifhen Nachlaß, Berl. 1836—33, 5 Bre.; Den 
Papierdrachen, Srauff. 1845, 2 Bbe.; Genellis Um⸗ 
riſſe yum Homer miterflärendenZert, Stuttg. 18445 
Dentniale der deutfchen Baukunſt, Bildnerei u. 
Malerei (Prachtwerk mit vielen Stahlſtichen), Lpz. 
1835 —59, Bb. 1—5 (wird fortgefet); Leben 
Merle bes Era Beate Angelico da Fieſole, Regeneb. 
1859; 1842, nach dem Tode L. von Schorne, über- 
nahm er einen Theil der Rebaction bes Kunfblatte® 
n. die deutiche Ausgabe des Bafari. 8) Wilh. 
a. F., geb. 1797 in Sagan, flarb als Artillerie» 
major a. D. am 10. Mai 1847 in Berlin. Er ſchr.: 
Erſter Unterrit in der eigentlichen &tatil ob. 
Geoſtatik für Mititärfchulen, 1825; Gedächtniß⸗ 
tafelıı ber allgemeinen Geſchichte, 1835; Eury⸗ 
nome, dramatiſches Taſchenbuch, 1837; Geſchichle 
bes koniglich preußiſchen 1. Küraffirregimente, 
1843. 9) Cmanuel Aloys, geb. 1747 zu Nie⸗ 
derfleine in Schleſien, arbeitete einige Jahre in 
einer Wirthichaftslanzlet, diente 2 % ve in ber 
preußiſchen Armee, ging 1776 nah Wien, um 
fih in der Tonkunſt zu vervolllommnen u. ſtarb 
1823 daſelbſt. Er fehr.: Unleitung zum General⸗ 
bag, 1608 (in mehrere Sprachen fl t); Anhang 
dazu: Praltiſche Veifpiele, 1823 n. componirte 
n. a. 48 Biolinguartetten, viele Elarierfonaten, 
Fugen u. Präludien für die Orgel u. das Clavier. 
10) Heinrich, geb. 24. Nov. 1799 zu Groß⸗ 
glogau in Schlefien, ſtudirte Theologie in Breb⸗ 
lau, wurde 1925 zum Priefter geweibt, 1837 Dom⸗ 
capıtular in Breslau, Infpector bes fürftbiichäfli- 
chen Clexitalſeminars u. Domprediger; trat mit 
großer Energie dem Treiben Monges entgegen; 


ra. 


—5 1848 in bie Rationalverfammlung zu. 

wohnte im * 1948 Br 

bu: u. mwurbe 
einer ber 


2 bem Tobe ir Baterd ine 


ut, 

Pflanzengattung auß ber — ber Stylideae, 
rten: F. sedifolia u. 

E, — Gehirgspflanzen i in Neujee- 


land u. Feuerland 
* Mat im vhombifchen 
BT em, 1a? Berl find fa Eos, durchſi 
> 
Somma. 


anı Monte. 
3 a (FE. Mey., Parsonia Mey.), 
Pflanzengattung aus ber ii ber Apocyna- 
— neae-Eehitga 

Bora le, Höhle bei bem Dorfe: Wei⸗ 
ſchenfeld ericht Hollfelb des bairiſchen 
Kreiſes Ober anlen, mit folfilen Knochen u. Grup⸗ 
pen von. weißen Tropfftembilbun en; in ber Nähe 
find_nod mehrere — ee bien, bei 


merkwärbig i —e ER — 
orſter Traminer, Wein, o 
orſtfrevel, im —— die —8 


en Forſt, als ſolchen, Au Ghegenftand haben, 
t barunter begriffen. 
Forſtverbrechen ob. re e 
lung nach den beſondern ——— in bie 
—— ber Bergehen od, Berhrechen (. u. Wer 
brechen u. Criminalgericht) gebört: Diefe beſteht 
in einer dorſtentwendung, Solzbiebftabl (f. u. Dieb» 
ſtahl) ob. ———— über deren Beſtrafen 
——— meine Geſetze nicht beſſehen, ſondern in 
ber R Die Yanbes geſetze entſcheiden. 
— 8 garten, Anlage zur Erjiebung von Pflan« 
re bie Sorten, F bes Gigentöf 4 
orſtgedinge, 1) Bertrag bes Eigenthümers e 
Bermaltens —* Waldes mit einem Andern, durch 
welchen ex dieſem gegen: ein Abſindungsquantum 
Nubungorechte in einem beflinugen Gore od, Be⸗ 
arte eftattete; 2) Bertrag mit Waldarbeitern über 
Lan e für geleiftete, Arbeiten. Vgl. Forſtrecht. 
gerdume, ein vom Holz befreiter u. zu 
* e — 58 im — 
orſtger 
orſtgere — ——— Hoheit über 
“2 orſt. 
—2 t untere Gerichtobehörde, amd einem 
ren 


a en u. Sagbverbrechen —— — 


ve beſtehend, welche an Forfibußtagen Ber» 

legungen ber Forfigerechtigfeiten, Holyr 1. Wild» 

biebereien unterjucht u. beſtraft, Waldbuße bietirt 

u. dgl, Schwerere Forſtvergehen, größerer Forft 
Wilddiebſtahl u. Dal. gebören meift nicht vor das 
jorum bes -8, fonbern vor das Civilgericht. 
Forſtgraf. ſo v. w. Holzgraf. 


N — Ruten bie Berpſüch 


Forſtera hic —— 





ihre Raupen u. Larven | ‚find. 
burg, Die Forſtinſecten, Berl. 1832 m { 
u. ber Auszug daraus: Die Waldverde 
Feinde, ebd. 

orftkal 


ender, & 
Ya reslauf vorfommenden Arbeiten in 


angegeben Baer 
— — J— uf 
Fertige —— ‚To 0.2, h 


od, mit ben dazu nöthigen Kenntmiffen a 
Mann. 


eestih iR: 2). (Walbeigenteum) 
es 34 aldeigenthum 
Eigenthum an Waldgrundſtücen 
von ber. Forſtherrlichleit ob. 
welche * dem er 
berubt. In bem Waldeigenthum finbi 
begriffen: das Necht, Holz zu Uen; 
das Recht der Maſtung u. Eichelleie, de 
melns u. Pechbrennens, bes Strem 
Waldbienenſtandes ıL, wo bie Jagb a 
al ift od. einem Dritten gehört, — 
eit; 8) das Recht Dritter im Yorke 1 
ten, Streu, Gras od. Holz, Lehm, Gkeii 
(en, überhaupt Nupımgen aus dem A 
ben; zuweilen wirb ba - ein Ber 
recht#gind) entrichtet. 
Forſtregal, ber Inbegui 6 
gewalt enthaltenen Befugniſſe — 4 
befinblichen Forſten, als das Hecht be 
tigung bes geſammten Korfiwefens, biı 
gebung- Forfipolizei, ichtsber 
te fi) iiber Staäts»,) Domanial», 
u. Privarforfte erſtreclen. Ganz serie 
find an ſich bie Rechte des Wald 
ie niedere Ssrftgerechtigkeit (Forſtvoli 
weiſung wit eigener Malbart) m. die 


barkeit (welche beim Standesherrn ver! 
nen als verleihbares Regal B, anf 
. übergeben, ... ber Aunfficht bei 


orfibeamten, einigen Förſtern u Civi 


Forſtrevier, bie einzelnen Abcheiin 


eine Oberforftmeifterei, od. ein Forſtam 


16 a — it. 
eftügeneriät, fo» ſo v w. ee 
uien, find ——— 
Männer. welche Ah bem Forſtban wäh 
— —— 
—— 
— die Fotſtwicchſchez 


' erfang bie Fork- u. Jugdbeaute 


wird, denn fie ſollen nur niebere Forfl- 
n 


rg, f. u. Korfl. 4 
ation. Ihr Zweck kann fein Taration: 
ſem Korfte vorhandenen Holzmaſſe im 
Tinzelnen, b) der Ertragsjähigfeit des 
es Geldwerihs für Holzmafſe od. Boten, 
jleich. Die Ermittelungen im Einzelnen 
im Ganzen vorauszugehen u. erftere 
8 an einzelnen od. einer Mehrzahl von 
Irobeflächen, vorgenommen. Die Tara⸗ 
; ferner entweder nach dem Yugenmaße 
der Meſſung. Diefe ift einfach bei ger 
wen Väumen, 3. 8. Nadelholzſiämmen, 
e Höbe der Räume u. ben Durchmefler 
endes, wie ten bes Zopfendes, fucht 
letzten Die mittlere Zahl u. berechnet 
Zanm als einen Cylinder, von dem bie 
1ge, obige mittlere Zahl aber Der Durch» 
den die Yänme noch anftem Stanıme, 
zu dieſem Bebnf die Höhe durch Me 
Binfel@ einer Seite u. eine einfache tri- 
e Rechnung, die Stärle des Zopfendes 
Eqãtzung nach tem Augenmaße od. 
auf Beriiiche geſtützte Tabelle des Ver⸗ 
u der Holzgattung finden. Diefe letz⸗ 
Meſſung ı. Dafienkeftimmnng tft na⸗ 
ſer zuverläſſig. Schwieriger tft aber 
ivon Bäumen, bie, fun u. Irüppfich 
mit vielen ftarfen Aften, wie z. ®. bie 
eben find. Hier wird bie Schützung 
yehbten Forſtmanns zu einem befjeren 
sen, als die vertwideltfte Rechnuug, die 
Aſt als einen eigenen Baum betrach⸗ 
rögere Waldungen tbeilt man nach der 
Bandes od. Bodens in mehrere Maflen, 
r eine gewiſſe Kläche von jeber Kaffe 
ach welcher bann das Übrige in Wege 
hung berechnet wird. Dabei miiffen 
ven bie F behuie tes Anſchlags eines 
icht zu Schätzung des abzutreibenden 
scht wird, bie Nebennutzungen von 
rei un. Hutung ꝛc. in Auſchlag kommen, 
rüdfichtigt werden, ob das Holz leicht 
kauft werten kann. 
le Jagdbeamte, bie beim Foerſt⸗ u. 
Ber ten. Forſt⸗ u. Jagdweſen wer- 
rall ven denſelben Beamten beforgt. 
en Hälfte bes 18. Jahrb. hat man zwar 
als vorgeichlagen, beide zu tremmen, 
venig Staaten if dieſer Boörſchlag ins 
, u. in der Tbat find beide Aber fo 
m 1. beide können fo Teicht zugleich be» 
m, daß bie Trennung nicht rärhlich ift. 
eiſt noch zu einander gehörig, mögen 
ter auch bier zuſammen erflärt werben. 
ı Yorfidienfte geeignet zu fein, tritt ber 
‚einen Forfibeamten (der jest meift in 
‚ Zanbes ſtehen muß) 1 bie 3 Jahre in 
rftiebriiaa, Jagerlehrling); er ſoll 
B 1. Jahr mur eine Hirſchfängerkuppel 
nger u. Jagdleine tragen, dann im 2. 
Drriöfänger chne Bügel, u. erfi nad 
. (in antern Staaten 6.) Zahres, nach⸗ 
irfchgerechter Jäger loegeſprochen n. 
t worten it, auch einen Lehrbrief 
‚ einen mit Bügel tragen. 
Forſteleven 


n bie nad Air dee 





Lehrzeit noch bie Berpfliätung,, eine Forſtakabemie 
zu befuchen, u. werten erfi nach einem ſchri 
u. mündlichen Sorfteramen als Verfigehälfen (IE« 
A angeſtellt. In ben meiflen Staaten 
fand früher aber auch bie Einrichtung, daß der 
Adel ausichlieglih tie höheren Forſtſtellen erbieft, 
beshalb wurden junge Abelige meiſt erfi zu Jagde 
pagen, bann zu Jagdjunkern ernamt. Wo 
biefe Einrichtung nicht mehr befteht, werden Cra⸗ 
mirirte u. die zur Anfteffung notirten jungen Leute 
Berficandidaten genaunt. Das Beinen der Forſt⸗ 
afabemien u. tie dadurch erlangte höhere Bilbung 
ter Yäger bringt die alte Eitte immer mehr in 
Dergefienbeit, Daß bie Sägerburfchen fonft bie Pferde 
n. Kleider der Körfter puren, ja bei Tiſche anfıvar» 
ten mußten. Sind bir Nägerburfchen bei fürfifichen 
Berjonen, um biefelben beider Jagd durch Ladung ber 
Gewebre u. bl. zu unterftügen, angeftellt, fo bei 
fie Büchſenſpanner, Leibſchützen, Leib⸗ 
jäger, leiten ſie beſ. die Treiben, Oberjäger. 
Ausübende Forſtbeamte find uun die Unterfär» 
ſter od. Färſter, welche bie Forſte u. deren Cul⸗ 


tur, das richtige Fällen des Holzes, die Holzhauer 


u. die Reviere beaufſichtigen; es ſtehen deren mehrere 
unter einen O berförfter (was auch zuweilen nur 
ein Titel für alte verdiente Förſter if), Forſt mei⸗ 
fter od. Oberforftineifter; an manchen Ortem 
beißen tie Förſter, wenn fie beritten find, York 
Bereiter (reitendbe Yörfter), u. wenn fie feinen 
Forſt, fondern blos ein Jagdrewier Br 
Hegereiterz; and haben fie, bef. wenn fie tie Reo 
viere bei Hofhaltungen baben od. fonft eine Aus⸗ 
zeichnung finden follen, öfters ven Titel Hofjäger 
od. Wildmeifter. Wird ber Förfter nicht im 
Dienfte Des Landesherrn, fontern blos eines Brio 
daten angeftellt, fo wirb er in manchen Ländern 
Revierjäger (herrſchaftlicher Jäger), m. 
bat er einen Korft ımter fih, Revierförſter ge 
nannt; vgl. Hehförfter. Zuweilen dienen folde, 
wen die Reviere Hein find, ben Serrichaften ale 
Diener, öfter find ſolche Jäger nur jäs ermäßig ge⸗ 
kleidete gewͤhnliche Diener. Höhere Forftbebiente 
find ber Forſtinſpector, ber zumeilen ben Titel Forft- 
meifter, in Schleften u. an andern Orten ande 
jäger, erbält, welcher mehrere Oberförfter, u. der 
Dberforftmeifter, welcher mehrere Korftmeifter 
unter fih bat. Dem Ganzen flebt ein Landjäger⸗ 
meifter, Oberjägermeifter od. Landober⸗ 
forftmeifter vor, doch find letztere oft nur Titel. 
Ingroßen Staaten exiſtiren auch wohl Erbreich 6 
jägermeifter ob. Erbämter unter ähnlichen Ti⸗ 
teln. Ganz untergeorbnete, nicht eigentliche Forſt⸗ 
Beamte find bie Grenzjhüken, melde a ente 
legene Reviere od. Heviertheile beauffichtigen follen 
ben Bu u. Jagdſchutz haben die Forſtlaͤufer (Ber 
knechte, Fußknechte), welche bie Forſt od. Jagb⸗ 
reviere begehen, n. bie Kreiſer, welche vorzüglich 
bie Jagden ın Ordnung halten, bei den Treiben bie 
Flügel führen, das eingelaufene wild beflätte 
gen ꝛc. Außerdem gibt es noch viele Yorflbeanıte, 
die zwar bie Forſten nicht eiyentlich beaufjichtigen, 
aber toch mitlelbar abıniniftrativ u. im Rechnnngee 
fache wirken, dieſe |. n. Forfidirection. Die Beſol⸗ 
bung ber eigentlichen Forſtbeamten beficht in baarem 
Gelde, freier Wohnung (Dienſtwohnung) m. in 
Borktaccidenzien, Deputaten an Holz, Benuhung von 
Feld⸗ u. Wiefen-Brundftüden (Dienfträumen), Au⸗ 
weile, Stamm⸗, Abzaͤhle⸗, Schießgeld, Aufbruch, 


a 
Jagerrecht, Bälge Heiner Thiere x. Die Forſtacci⸗ 
denzien u. — — jedoch Aa 
in vielen Rändern befeitigt worben. 
— u. Wildbann, ſ. u. Wildbann. 
brechen u. — u. Forſt⸗ 


ermeflung, orfibefegreibung. 


nie von Forſtwiſſenſchaft 
n. Gorfmeen, — 
rſtwirthſ * De —— 
weice bei triebe der Fo nude in An 
wendung kommen, find theile durch bie Stanbortt- 
verhältniſſe (Klima, — u. Boden), theils durch 
bie Zwede, welche die Befitser bei ber Berwerthung 
bes in Wald angelegten Gapitale im Auge haben, 
bebingt. Außerdem aber richtet fich bie Betriebe⸗ 
weife vorzugsmweije na — Art des Holzes in Be⸗ 
zug auf erjängung orſtes u, das Alter, 
welches man bie einze (den eg erreichen 
läßt. Man anterjceibet bemna ben Hoch⸗ 
a bei welchem bie Ongung gleich" 
tig auf einer — zuſammenhängenden 
e (Schlag) erfolgt, u. zwar durch Samen⸗ 
aut: b) bie Fehmelwirthſchaft, welche 
[8 von bem Hochwalbbetrieb nur baburdh unter- 
rt baß der Samennachwuchs über bie ganze 
aldfläche verteilt if. Bei biefen beiden, am 
meißen üblichen Betriebsarten läßt mau bie Be⸗ 
ein Alter von etwa 60 Jahren, bei ber Fer 
teren auch wohl ein noch höheres erreichen; e) Nie- 
berwalbbetrieb, bei welchem bie Vexiüngung 
mittels Stod- u. Wurzelausiclags erzielt * 
nur — eignet ſich zu dieſem en 
baffelbe nur bis ins 40. Jahr Stodausjchlä eier, 
fo \ bamit bas Alter der Beſtände au diefen 
zaum befchränft; dy Kopfholzbetrieb, we 


eibet, daß man bie neuen Ausſchläge am Kopie 
r in einer Höhe von 6— 10 Fuß entwipfelten 
Stämme erfolgen läßt; e) Mittelwalbbetrieh, 
eine Verbinbung ber Nieberwalb- u 
el: fo baß das Oberholz ſich * Samen⸗ 
nachwuchs vereinzelt zwi 
düngt u. nach Umſtänden ein fehr hohes Alter erreicht. 
ie Holzprobuction beruht auf weſentlich anbern 
Bedingungen, als bie Übrigen Zweige ber Urpro⸗ 
buction. Aundd findet fih Waldboden faft nur 
noch da, wo ber A feine einträglichere Nutzun 


[ri von dem Nieberwalbbetrieb nur badurhh untere | 


erfahren kann, aljo für bie übrige Laudwirth Ei t 


von jehr geringem od. gar feinem Werthe if. Das 
Grundeapital ift bei der F. ein fehr unbebeutenbes ; 
ungleich höher aber den fih das Betriebscapital 
raus benn bie F. bebingt namentlich bei großen 
riebszeiten einen verhältnigmäßig fehr ftarken 
gern, da ftufenmweile vom ältelten haubaren 
ie alle — Jahrgänge bes Holzes ver⸗ 
treten fein müflen. Se länger aber bie Umtriebszeit 
8 deſto geringer verzinſt ſich das Betriebscapital, 
indem . bei einem 100jährigen Umtriebe der 
Borratt den — Ertrag mehr als 30 Mal, 
bei ben 120jährigen mehr als 35 Mal übertrifft. 
— bie längere Umtriebegeit eine größere 
a. werthoollere Maſſe an Nuttzholz, aber bie Un- 
theit ber Speculation auf mehrere Generationen 
inaus wiegt biefen Vortheil wieber auf u. nöthigt 
a Privatmann, dem es um Capitalverwerthung 
an thun hi die Unmntriebsgeit o viel wie et ab⸗ 
a. bie vorhapbengw Vorräthe u; 


ochmwald- | 
hen dem Unterbolze ver» 





Fere a. Mllblann:.bis u 


Mg en — iſt der, 
kurzen un, en 


* 
trägt, daß 
eignen u. nur, wenn 
men, ſo daß lem Som 
ee 
xen, fih mit Be 
niger vortheilhaft fich bie 

aber für ben 
an er berausfellt 


IT. 





er abgeie * von dem Ru 
niffe des eg ben 
Hanen I obne — 

unen vgl. Wald). 


ben Einfluß, — 
die Lichtimg der 


Ian 


terefle de den 
Eu erde 
fitton bes 


| Anordnungen zum Sch — 
* a * ſondern 
Herſtellung — 
eig Mr Laudes, gegerliber rer 
en ob. boden, Die 
eili orge betrifft den abfolatı 
oben, b. 5. ben Boben, M 
anderen landwirthſchaftli Betriche 
vorzugsweiſe ſteile Ge WM 
Flußtöäfern. Hier mäflen 
Sr ——— re n. bie 
rationellen Bewirtbichaftung 
Relativer Walbboden —— 
ſtrenge Oberaufſicht des Staates 


| wenn ber abſolute Walbboden ni 


ſcheint, um ben Slonomilden u. = 
Anforberungen des Lanbes zu 

meinen können Robungen u. Kahlhiebe 
beu nur mit Bewilliguug bev Regierum 
F chef ef z 

. 090 enfchaft, bie 

wie bie en nach beſtimmten 

ren u. abranain an — m 


jebesmaligen Zweck am neun 
* zu erfüllen, Dan Se vd DR 
enſchaften, alda) .D 
Forftabfhägung ‚d) er 

ton; u: DB) Hilifswilfeniga Fe 
a) Matbematil, reine u. augewanbee, 


terer Aufnehmen il Gpesepumgtrie ze 


RR 


Zoritzeichen bis. Bertebraccie, - - 


Pr 


rlunde u. Naturwiſſenſchaften, bei. | Göttinger Gebiete auf ber Stelle, wo jet Hardeg⸗ 


Sorftzeologie, namentlich Forſiente⸗ 
nologie, bei. was bie Handwerler, 
3, Pech ıc. arbeiten cd. es gebrau- 
Staats⸗ u. Polizeiwiſſenſchaft; e) 
ft, nenigftene jo weit fich beide auf 
1; N Waſſer⸗ u. Wegebankunde, 
c. Gleichzeitig mit F. wird auch 
Haft vorgetragen. Vgl. Bedmann, 
., Chemn. 1755—63, 3 Thle.; 
uch der %., pz. 17698— 74, 4 Be; 
Berl. 1774, 2 Bde.; von Jung, 
Bde; von v. Burgstorf, Berl. 
1, Mainz 1790; Allgemeines ölo- 
magazin, Stuttg. 1763—69, 12 
Über F. Lpz. 1696; Boſe, Wörter- 
u. Zantmilfenfhaft, typ}. 18098, 2 
; Hartig, Forſtliches Eonverfations- 
1836 ; Feiftniantel, Darftellung des 
Staatéaufgabe, Wien 1937; Hun⸗ 
lopãdie ber F. 3. Aufl. Tüb. 1540; 
& ver F., 4. Aufl. Dresd. 1549; 
zforſtwirthſchaftslehre, Lpz. 1950; 
uch der F., ebd. 1856: u. andere 
Bechftein, Cotta, Hartig, Laurrop, 
ig, Pfeil, v. Berg, v. Wedekiud, 
ſard, Schulze, Grabe, Gwinner 
ber einzelne Gegenſtände der F. 
„ſ. u. Waldhammer. 
fo v. m. Firſtziegel. 
u. Forſtrecht 3). 
. Kerfeith), 1) Grafſchaft im Staate 
Rorbamerifa), 12 OD ; Fılffe: 
Muddy⸗Creek; Boten bügelig n. 
fruchtbar; Producte: Mais, Wei⸗ 
9 gebildet, 1550: 11,168 Ew., mo» 
en; Hauptort: Minfton; 2) Graf⸗ 
: ©eorgia, 12 OM.; Flüſſe: Chat⸗ 
„Etowah⸗River, Viderys- ı Sit. 
: Boten bügelig, an ben Flußufern 
a fehr fruchtbar; Producte: Mais, 
Kartoffeln, Gold, Silber, Kupier, 
nnt nah John dorſptb, Senator 
350: 8850 Em., wovon 1027 Skla⸗ 
Eumming; 8) Hauptort ber Graf» 
n Staate Georgia, an der Macon- 
ahn; 500 Ew.; 4) Hauptort ber 
yim StaateMiffouri, an ber Mün⸗ 
Creek in den White ˖ River. 
1) F. Vahl, Pflanzengattung aus 
: Oleaceae-Fraxineae; Art: F. 
ıpan u. China; 2) F. Walt, De- 
8 der Familie ber Philadelpheae. 
e Baummörtel, f. u. Bauniwachs. 
e. Fohr), 1) ein ſelbſtändiges Wert 
g, entweder cin detachirtes cd. ein 
achdem es och innerhalb od. außer⸗ 
bbereiches ber Feſtung liegt; 2) ein 
t, zu Hein, um den Namen Feſtung 
Bertheibigung eier Straße, eines 
orm der 5-8 u. ihre Einrichtung 
wed ı. Lage, am öfterften baten 
ner Lunette, Caponieren zur Gra- 
g u. im Innern ein gemauertes 


), f. Lefort. 

oo. m. Geara 4). 

maniſches Gotzenbild, welches im 
ion. & Ruf VL 


fen liegt, geftanden haben fol. Inter der Göttin 
F. murbe von den Rorbthüringern auf dem Eisfelbe, 
am Sarz u. in ter Gegend von Magteburg wahr» 
ſcheinlich Senne u. Mond ale Slüd u. Segen 
ſpendende Mächte verehrt. 

gortän: Maß, f. Yortin. 

ortandte, Mariflecken in ter fpanifchen Pro⸗ 
vinz Teruel (Aragonien); 1300 Em. 

Kort Ann, Stäbtiiher Bezirk (Post-township) 
in der Grafſchaft Wafhington tes Staates New⸗ 
gort (Nordamerika), am Champlainfanal u. ber 

aratoga⸗Waſhington⸗Eiſenbahu; 4000 Em. 

Fort Atkinfon, Poftert in ver Graffchaft Jef⸗ 
ferſon im Etaate Wisconſin (Nortamerita), an der 
Mündung tes Barl-River in ten Red- River; 
2 Kirchen, fruchtbare Umgegend; 1000 Ew. 

Fortaventüra (Yuerteventura), eine der 
7 größeren Inieln der Canarias (Nordweſtlüſte von 
Afrika), 35} OM.;, Waffermangel, bolzarm, doch 
fruchtbar an Getreide; Rindvieh⸗ u. Perbeiuct, 
SZ obabereitung; 14,000 Ew.; Hauptert: Sta. Ma⸗ 
ria de Betencuria, Sig bes Spanischen Vicegou⸗ 
verneute. 

Fortbaumen, Jägerausdruck von Marbern, 
wilden Haben, Eichhörnchen zc., von einem Baume 
zum andern jpringen. 

Fort Bend, Grafſchaft im Staate Teras (Nord⸗ 
ameriin, 40 OM.; Klüffe: Brazos⸗ u. Bernard» 
River; Voten eben u. bei. an ben Flüſſen fruchte 
bar, Eichenwaltungen ; Brobucte: Baumwolle, Zu» 
der, Mais; Dampfihifffahrt auf dem Brazos; 
1550: 2533 Ew., movon 1554 Sflaven; Haupt⸗ 
ort: Richmond. 

a eu ten ſ. Sonntagsſchulen. 

orteataract, einer der Cataracte des Niagara⸗ 
falles (f. &.), 1050 Fuß breit, 162 Fuß hoch. 

Fort Covington, Stättifcher Bet mit Poſt⸗ 
amt (Post-township) in ter Grafſchaft Franklin 
des Staates New⸗-York (Nordamerika), am Sale 
mon-River; 5 Kirchen; 3000 Em. nn 

Ba nad dem Tode, ſ. Unfterblichkeit. 

ort Dauphin (Hort Libertd), beſeſtigte See 
ſtadt auf der nörtlihen Kifte von San Domingo; 
Hanbel mit Kaffee u. Zuder; 4000 Em. 

Kork de France (ipr. Fohr d' Frange, beißt 
auch Sort Libre [ipr. F. Lib'r] cd. 8. Deſair ſſpr. 
F. Deſäh] u. [zur Zeit des Koͤnigthums in Frank⸗ 
reich] 3. Royal dpr- 5. Roajal]), befeſtigte Stabt 
am Eul-de-Sac-Royalauf Martinique (franzöſiſches 
Weftindien) ; fhäner Safer, Sitz der Verwaltungs» 
u. Gerichtöbehörben, Schiffsſtation; 12,000 Em. 

Fort bed Moines (fpr. Fohr de Moane), 
Hauptort der Grafſchaft Polk im Staate Iowa 
(Rordamerita), am Des Meines» u. Raccoon⸗Ri⸗ 
ver u. ber Davenpert» Council» Binff- Eiienbahın; 
Damipffchifffahrt auf dem Des Moines; in ber Um⸗ 

egend Steinlehlenlager; 500 Em. Das ehemalige 
—* gleiches Namens ift feit 1846 ohne Garniſon. 
gert Didgo, Titatelle von Acapulco, |. d. 2). 
orte (ital.), 1) flart; 2) bef. in ber Muſik; noch 
mehr gefteigert wird er Durch das piü f., u. möge 
int ſtark gehoben, wenn forlissimo daneben fleht. 
ortebraccio (ſpr. Fortebratſcho), Nicolo, Neffe 
des Braccio Di Montone; Condottiere, felgte ſeinem 
Oheim im Oberbeſebl, diente 1429 den Florenti⸗ 
neru, trat dann in Dieufte des Papſtes Eugen IV., 
dem er aber 1433 ben Krieg erflärie, u. hatte ſchon 


453 


Schlacht von Capo di Monte verwundet, flarb. 

Korte del Faledne, Titadelle von Porto-Fer- 
rajo auf Elba. 

Fort Edward, Städtiſcher Bezirk mit Poſtamt 
(Post-township) in der Grafſchaft Waſhington bes 
Staates Den Dort (Nordamerika), am Hudſon⸗ 
River u. der Saratoga - Wafbington- Eifenbahn; 
3000 Em. Das ehemalige gleichnamige ort hier 
iR 1776 verbrannt, Ruinen davon ſtehen no. 

Forteguerri (gräcifirtt Carteromaco), Ni⸗ 
colo, italieniſcher Dichter, geb. 1674 in Piſtoja, war 
Canonicus in Neapel u. fl. 1735 als Prälat am 
Hofe des Papftes Clemens XI. Er fr. ein fatyri- 
ſches Gedicht: Ricciardetto, Beneb. 1738, 2 Bbe., 
Bar. 1767, 3 Bde. (deutſch von Schmit, Liegn. 1783 
bis 1785, 2 Bde., von Heife, Berl. 1808, von Gries, 
Stuttg. 1831 f., 2 Be). Er überfete aud ben 
Terentius metriſch. 

Fortepiäno (ital.), 1) clavieräbnliches Taften- 
inftrument, befien Mechanismus darin befteht, daß 
die Taften nicht unmittelbar an die Saiten ſchlagen, 
fondern Hämmer in bie Höhe heben, Die einen ein⸗ 
zigen Schlag an 2 ob. 3 in benfelben Ton geftimmte 
Saiten (zwei⸗ u. dreichörig) geben u. dann wieber 
nieberfallen. Diefe Hämmermechanik ift jetst fehr 
hoch ausgebiltet zu Gunſten der Stärke des Tones, 
der Kraft des Anſchlages u. der Dauer. Man bat 
deutihen. SL Mechanik, auch befondere 
Mechaniken einzelner Erbauer. Der Hauptunterfchteb 
zwiſchen englifcher (melche im Grunde nichts anders 
al8 die verbefjerte Silbermannihe Mechanik ift) u. 
dentſcher Mechanit ra darin, daß bei ber erfteren 
der Hammer wirflih von einem Stößer gehoben 
wird, während bei ber deutfchen ter Hammer ver- 
mittelft Der Taften gleihfam unter einen Stößer 
gehoben wird, welcher ihn dann hinten am 

tiele zurückhält u. fo bewirkt, daß er in feiner 
eigenen Achfe (ber Dode or. Kapſel) fih vorn noch 
böher bis unter die Saiten hebt. Das äußere 
Kennzeichen ver engliſchen Mechanik ift, daß die Cla⸗ 
viatur unmittelbar auf dem Boben des Kaftens 
rubt, während fie bei der deutſchen gegen 2 Zoll 
höher auf Stüten od. Echiebern liegt, ber ganze 
Kaften alfo auch höher gebaut ift, als bei Anmen- 
dung ter englifhen Mechanik. Bei beiden erfolgt 
ber — von unten. Andere Mechaniken, 
bei denen der Hammerſchlag von oben erfolgt od. die 
Saiten unter dem Reſonanzboden liegen, haben ſich 
in der Praxis nicht bewährt, indem der dadurch er⸗ 
zeugte reinere Ton nur mit Erſchwerung des Spiels 
od. der Stimmnung erzielt werben konnte. Durch 
einen beſonderen Zug (Pian ozug) kommt zu dem 

ewöhnlichen Dämpfer (f. d. 2) noch ein anderer 
Kinn, od. die Reihe ter Hämmer wird fo ver 
hoben, daß biefelben ftatt ber brei gleichtönenden 
Saiten nur eine berjelben anfchlagen, u. das In» 
firument wirb dadurch fanfter u. leiſer in feinem 
Ton. Durch den Bortegug wird auch der gemöhn- 
the Dämpfer aufgehoben u. ber Ton wird flark 
u. raufhend. In älterer Zeit hat man zu die— 
fen Zügen noch andere geſetzt, ala Flötenzug, 
Outtarrezug, Kagottzug, bie burch eine Dän- 
pfung anderer Art hervorgebracht werben, auch 
Nachahmungen der Janitſcharenmuſik u. großen 
Trommel hat man im %. dadurch erlangt, daß Durch 
einen Zug ein Klöppel an ben Rejonanzboben ſchlägt 
n.? ' Mirgender Zug in Bewegung gefetst 


Korte dei Fafeone bis Fort Gaines 


einen Theil bes Kirchenſtaates erobert, als er, im ber | 


wirb. Doc find F. dieſer Art felten t 
man baut file daher jetst nicht mehr. 
umfang erfiredt fi gewöhnlich vom ( 
chromatiſch zum viermal geRtisenen 
5-6 find tafelförmig (Zafel-F.) 
nee (Klügel-F.); auch bat mu 
od. ſtehende %-9, Pianinoß m. ey 
binetflügel, im welchen bie Saiten fe 
jo taß der längere, bie Saiten enth 
des Inftrumentes bie Stube nicht ver 
an ter Wand fchranlartig fich erhebt. 
Fülle des Tons, welden bie Flügel ı 
förmigen Inftrumenten bei volllomm 
tigem Bau voraus haben, beruht u 
weiteren Raume im Innern bes | 
theil® auf dem Anfchlage des Hammer 
brei zufammengebörigen Eaiten gleich 
weil diefe in der Richtung ber en 
während bei ben tafelförmigen Inſt 
Richtung der Saiten eine bie der Ta 
ift u. ein enges Zufammenbrängen 
fordert, welches die Farbe bes Klangı 
tige. Borberfiimmige B haben 
nägel vorn, pargllel mit den Zaften, h 
mige binten nad ber Rüdwanb | 
Erfinder bes F., aber wegen Arınntf r 
Erbaner, war Chriftoph Gottlieb & 
ganift in Nordhauſen; 1717 erklärte ı 
durch ein nach Dresten geſchicktes u. 
Modell, nah welchem Gottfrieb 
erfte . baute. Lenler in Rudolſtadt 
bie Dämpfung; viele Inftrumtentmad 
brachten gerbelferungen u. Verändern 
neren ı. Außeren an. Um die Bes 
ber F. bat fi in neuefter Zeit namen 
Baris verdient gemacht (Erardſche Fli 
breviatur fp. bedeutet, eine Note flaı 
u. ſchwach fortgefetst. 

Fortescue (ipr. Forteskiu), Ich 
Adelsfamilie ftammend, geb. gegen : 
14. Jahrh. zu Norreis in Devonjdire 
Univerfität Orferd u. widmete ſich in 
tem Rechtsſtudium. Seit 1429 Sı 
prafticirte er als Advocat in Londen, 
als Vorfitgenber bei den Affifen u. wur 
fitent bes Kingsbend. In tem Kamp 
u. Weißen Roſe hielt er, treu zu Hein! 
mit demfelben nach Schottland u. mn 
jelben zum Kanzler ernannt. Der Sit 
Rofe u. bie Gefangennahme bes König 
ba er des Hochverrathes angellagt wi 
feine Befitgungen u. zwang ihn, nad 
fliehen, wo er fi der Erziehung bes 
widmete. 1471 nah England zurüd 
er in ber Schlacht bei Tewlesbury get 
men u. gab nun ben nutzloſen Wit 
das Haus York auf; er murbe unta 
Oberrichter. Sein Todesjahr ift unb 
Hauptwerk iſt das für den Prinzen v 
ſchriebene Buch: De laudibus leg 
(befte Ausg. mit engliſcher uͤberſetzung 
Noten dazu von Amos, Cambr. 1925 

Fort ier (Bort Henry), Fel 
nörblihen Theile von San Domingo 

Fort Gaines (pr. Fohr Gähns! 
ber — Staates Ei 
amerilu), am Chattabgochee-» River: 
platz für Baumwolle, ° 


Hort Gesnge bis Foutfaginfnforien 


1798 Gonreet u 
—— 


‚Det, fo u. m. — 
555 
omenD au 
Kin em 


z. bilbet bier beu Frith of Forth, 

Srafichaften Edinburg u. Haddin * 

—* im Norden. Um F. 1297 
glänter durch bie Schotten En 


w. Sort Se | 
Iyde: Kanal —— 


ottland, eröffnet 1790; 73 RI. lang, 
fenwerle Carrion am Forth bis zum 
asgomw u. verbindet ſomit bie Rere 
intiſchen Ocean; führt über 36 

10 große Wafferlein sbrüden u. 33 
zleitungen; aus ihm führt ber Union- 
inburg ab. 

imonbo Giovanni, geb. 1603 in Ber 
e Mebicin in Babıa u. lebte in Be⸗ 
m Wien n. wurde 1659 Profeſſor ber 
Babua, mo er 1678 ſtarb. Er ſchr.: 
febribus et morbis mulierum etc, 
%-Consultationes et responsiones 
„ &d. 1669 u. 1678, Genf 1677 u. 
&; beide Werle zufammen erſchienen 


Rıba —— 
Be. Be done Simon Hr 


B, eb. 1756 in Avignon, diente im 

Oberſt ber Miliz in Venailfin; 
5 Bei. mit Unterfuchungen über bas 
wurbe 1830 Mitglieb ber — 
ions u. fi. 1843 in Paris. Gr ſchr. 
ges de géographie, d’histoire et 
gie anc.,, Bar. 1795, 2. X. 1805; 
3)Our servir & Yhistoire anc. du 
stre, ebd. 1805— 1809, 10 Bde.; 
ir V'histoire des Celtes, ebb. 1807; 
'origine de l’ecriture, ebd. 1832; 
ses ecrits, chb. 1532; Description 
o, ebb. 1839 f., 3 Bbe.; Histoire 
ie la Chine, ebb. 1840, 2 Bre. Cr 
heil an ber Kortfegung von L’art 
los dates des etais etc. ber Bene» 


tiondachat, fo v. vo. Feflungsachat. 
= Su Il un ag daher Bertifl- 
eſtigunge funf, |. d. Vortiſica⸗ 
kei . we igungsmanier. 
Betreidemag in ber Türkei — 4 Kilo 


en. 
EL, Marftfieden am Lyon in bex ſchot⸗ 
haft un in einem Thale der Gram⸗ 


Bien. Baitl, genannt Alberto, geb. 
za, war Anfangs Auguftiner, trat 
ne Leben zurild u. befchäft tigte fich wiſ⸗ 
Während ber Revolution war er in 
e 1808 ——— juräd u, wurbe 
Rationalinftitmt u. 1801 Präfect ber 
se ‚wo ex 1803 flard. Gr fchr. 
so in Dalmazia, Ben. 1774. 
no (ital.), |. u. Forte. 
„BSohann Heinrih Benjamin, geb. 
sabräd, fin feit 1789 in Bättin- 





Helophie, war er — | 
baum 1706 Prebiger | berling (Amoebs, Eihrend. Protens); 


ort Leavenworth (Ipr. ar Siehe umorbb), 
Garniſonoplatz im Indien-Zerritorg ber Vereinig⸗ 
ten Staaten von Rorbamerila, am Miflouri; Lan⸗ 
bungeplat Der Dampfboote, Einfoiffung ber Yuse 
wanberer nad Californien. 
ort Danpbin. 


rt . Fort be France. 
ort Mabdifon, Hauptort der Grafſchaft Lee 
im Gtaate Iowa (Norbamerila), am Miffiifippt; 
Dampfidififehrt, Handel (namentlich mit Getreide 
u. Bieb), — 2 Zeitungen; 3000 Cw. 
Fortore, Fluß in Neapel, bildet die Grenze 
zwiſchen den Provinzen u. Capitanata m 
mũndet in das Adriatiſche M 
Fortoul (ſpr. Fortuhl), Sippofpt, geb. 1800 im 
eich, Gegner des Romanticismus.u. V 

ter bes äfthetifden Humanitarismus, zugleich 
derſacher der Dynaſtie Orleans ; er wurde, alß er fi 
mit dem beftebenben Königthume ann hatte, 
1845 Brofeffor ber Literaturgefchichte in Toulonfe 
u. 1848—49 Rector der Univerfität in Air; 1948 
wurde er für das Departement Rieberalpen Mit⸗ 
lied ber Eonflituirenden, Dann ber Geſetzgebenden 
Berfommlung; bier ſchloß er fich den Bonapartiſten 
an u. wurbe nach dem Staatöftreih am 3. Dechr. 
1851 Minifter des Cultus u. öffentlichen Unterridde 
teß, 1854 au Senator u. ftarb Anfang Juli 1896 


in Ems. Er ſchr.: Grandeur de la vive privee, 


Bar. 1838, 2 Bde. (enthãlt bie Romane: Sımiane 
u. Stevin); ; De l’art en Allemagne, 1841, 2 Bbe. 

Fortpflanzung, 1) Bermehrun derfeiben Art 
von Organismen, eigentlich von Pflanzen, . 
Keime, Zwiebeln, Knollen u. Samen, aber au 
von Thieren (vgl. Zeugung);,2) Verbreitung von 
Gigenheiten aller Art durch Übertragung verielben 
von einem Individnum auf andere, jr von Kranle 
beiten, Tugenben, Gewohnheiten ıc. 

Fort Plain (fpr. Hort Plehn), Poftort in ber 
Townſhip Minden der Graffchaft hen uns 
Staate New⸗HYork (Nordamerika), am Mohaml- 
River u. bem Eriekanal; 1500 Ew. 

Fortroſe (Ipr. Kortrohe), Stabt an ber fübe 
wefilichen Seite des re auf - d 
Dlad-Ieland, in ber fchottiichen Grafſcha 
— —— Heiner Hafen, a le 
ren 1200 

Fort Royal, f. Fort de france. 

Fortrückung (Ruf. ), fo v. w. Rüdung; 8. ber 
Singer, beim Blanoforteipiel Beibehaltung derſelben 
Singerorbnung bei einer eur gleichförmiger auf- 
od. abfleigender Klangfigure 

Kortfas, 1) 1. Fortfegung: 2) KFnochenfort⸗ 
aß, Apopbyie), basjenige ran — 
bei der Bildung eines Knochens ein beſonderes 
nur durch Knorpel mit dem Haupttheil verbunbeneß 
Stüd bildet, er Be — Bortfag dos 
Hammerd, ein en 

ortſatzinfuſorien (Peeudopodi Ehrend.} 
bei Dfen eine Sippfchaft ber eigentlichen Infufer 


rien, bei Ehrenberg eine Familie ber Polygastrica; 


bieje Thiere lönnen verſchieden geformte, fußartige 
Theile vorfireden u. ſich dedurch willtürlich ver⸗ 
ändern. o find getheitt 4) in Nackte F. (Pan- 
erloſe, Amoobaea), von ſehr veranderl 
‚ wobei ber Mund deutlich iſt; — ra 
rt: 


durch Fortfäte bald ‚bald zackig, wodurch er 
—A— ſelten, in hebenbem Semi er. B) 
Umbüllte F. (Gepanzerte, Bacillarıa), 
werben von Anderen zu ben Algen (Confervacese, 
Distomaceae) gezählt: Aa) mit boppelter 
Schale, aus welcher das Thier feinen Fortſatz 
firedt; einige ſchwimmen frei, andere finb angehef- 
tet: Gattung: a) Schiffthierchen (Narioula 
Ehrenb. ); * artig, der Panzer der —5 nach 
tbeilbar; Art: N. gracilis, gelb, in ber Mitte u. 
anı Enbe weiß, „y Linie, im Herdfte in Waflergrä- 
ben; N. fulva n.a.; b) Stabthierchen (Bacil- 
laria), frei, ftabförmig, meift lettenförmig an einan- 
der hängend, bewegen fih gemeinſchaftlich; Art: B. 
(Fragillaria Zhrenb.) paradoxa, Linie, 
dutzendweis zufammenhängend; B. (Fr.) pectina- 
lien. a; e) Exilaria Zhrend., ftiellos, ſtrah⸗ 
fig; Art: E. fabellum; unter den Yeftfigenven 
find dd Ellenthierchen (Synedra Zhrend.), 
ſtiellos; Art: S. ulna; e) Keilthierchen (Gom- 
honema EAhrend.), geftielt, oft gabelig; Art: 
ienförmiges Keiltbierhen (G. parado- 
xum, Vorticella pyraria), „A, Linie, ſeitlich aus- 
gecanbet, vorn mit zwei Kerben; D Cocconema 
Ehrend., geftielt, oft gabelig, oben nm. umten 
verkürzt; Art: C. cistula; g) Igelthierchen 
(Echinella Ehrend. d; geftielt, ftrablenformig, frü⸗ 
ber als Pflanze angejehen. Bb) Mit einfacher 
(walziger, quertbeilbarer) Schale: a) Spin. 
delthierchen (Closterium Ehrend.); Art: 
Mondfdrmiges Spindeltbierden(Cl. [Vi- 
brio] lunula), 4 fimie fang, grlin, bogig, gemein 
tn ſtehendem Waffer; gehört vielleicht zu ben eigent- 
lichen Sufuforien; bei den folgenden theilt fi bie 
Schale nicht; bb Schmelzthrerhen (Difflugia 
Ehrenb.), der Banzer ift frugförmig; Art: Ber- 
änderlihesSchmelzthierden(D.proteifor- 
mis), 31; Linie, faft fugelrund; c) Kapfeltbier- 
hen (Arcella Ehr pi der Panzer iſt ſchildför⸗ 
mig; Gemeines Kapfſelthierchen (A. vulga- 
Bi 15 Linie, gelblich-braun; A. dentata u. a. 
Förtſch, 1) Joh. Phil, geb. 1652 zu Werth⸗ 
Heim in Franken, ftubirte Mebicin u. widmete fich 
dann der Muſik n. wurde 1680 Kapellmeifter bei 
Herzog Ehriftian Albert von Schleswig, nach defien 
Bertreibung er in Schleswig als prabktiſcher Arzt 
lebte; 1689 ernannte ihn ber Herzog zu feinem Hot 
arzt, 1694 wurde er Leibarzt des Biſchofs von 
Cutin u. fl. 1705. Er componirte mehrere Opern. 
2) Paul Jacob, geb. 1722 in Großenhain, ſtu⸗ 
birte feit 1742 in Leipzig Theologie, wurbe 1751 
Profefjor der Philoſophie u. Univerfitätsprediger 
in Gbttingen, 1758 Brofeffor ber Theologie daſelbſt 
n. 1773 ©eneraljuperintenbent in Haarburg, wo er 
1801 ftarb; er ſchr. Predigten, Gött. 1754; An- 
mweilung zum erbaulichen Prebigen, ebb. 1757; 
Entwurf der fatechetiichen Theologie, ebd. 1758. 
Bortichreitung der Intervalle od. der Töne 
(Muf.), die Kortbewegung eines Tones zu einem 
anderen mit |pecieller Rüdficht anf bie grammati- 
kaliſche od. orthographiiche Richtigkeit, welche durch 
ewiſſe Yortichreitungen werlett wird. Bon den 
auptarten der Intervalle, Confonanzen u. Diflo- 
nanzen kommen babei nur die erfteren in Betracht, 
weil bie Fortſchreitung ber Diffonanzen veren Auf 
‚Wfuna bewirkt; bie Confonanzen aber find ent- 
Hommenob.unuolltlommen,u.bie 


· Bortſch bis Kortuue' ?--7 
aifäuens, #; Linie geh, farblos, runblidh; wird | 


Fortbewegung tft dreifacher Art, nän 
entgegengejettn.jeitwärte. Rı 
ſchreitung der Confonanzen vierfach m 
einer volllommenen Conſonanz zu 
vollftommenen; b) von einer volllom: 
unvollloımmenen; e) von einer unvel 
einer bergl.; d) von einer unvolllom: 
volllommenen. Die befontere Art | 
u. zugleich auch die Art ber Bewegt 
menden Fälen, worüber bie Cor 
weiter handelt, verbotene Fortſchreit 
fenbare u. verbedite Quinten u. Oct 
Fortfekung eined Netömitt: 
tio remedii), die Durchführnng ein 
ten Rechtsmittels bis zu deſſen Enbe. 
Fort Smith (ſpr. Fort Smibh), 
Grafſchaft Sehaftian im Staate Ar 
amerika), am Arlaufas-River; Garı 
Handel mit ven Judianern. 
Fortuito (fat.), gufällig- 
ortüna (lat.), 1) Süd; 2) (D 
Griechen Tyche, Gluͤcksgottin, Tod 
nos; in ber alten orphiſchen R 
eins mit Selate, fpäter wurbe fie befo 
Sie ift Spenberin guter u. böfer 
bef. Auffeherin ber Städte, u. hatte i 
rinth, Elis, Smyrna, Antium n. Prä 
tium batte fie zwei Bifpfänlen (Ant 
nae), melde auf Deiragen durch © 
Drakel ertheilten; in Bränefte hieß | 
nia, bie allen Werbenden Grund u. 
denen Begleiterin war. Am meife 
Nom verehrt, wo fie 26 Tempel hatt 
vis, wegen ihrer vorfibergebenben 
Gunft; F. virginälls, von ben Mid 
heiratbeten verehrt, welche ihr auch b 
fung ihren Iungfrauenihmud mei 
F. mull&bris, von ben Weibern ver 
ftand auf ber Via Latina; F. ylı 
Tempel, welcher von bem König & 
am Tiber gebaut war, die Weibe 
kamen u. Weihrauch opferten, bitten 
Reibesfehler ihren Männern verberg 
wurden von Selen, Die glüdlich v 
aus einem Feldzuge, aus dem Er 
waren, Steine gejeht u. Münzen g 
bute: doppeltes &teuerruber für d 
guten u. böfen Gluücks; in Meſſene 
ugel auf dem Kopf, in der Hand 
in Iheben den Plutos, Gott des R 
Kind anf den Armen; fpäter Rad, 
vor ben Augen, jene beiten bald nel 
ſelbſt ſtehend auf denfelten. In gri 
dungen erſcheint fie Häufig geflügelt,i 
mals, denn, nachdem fie Die ganze E 
hatte, legte fle endlich, auf dem Pale 
in Rom angelangt, ihre Flügel ab, 
bort zu verweilen; 3) eine ber Pens 
ftiiche Reli ion; 4) Afteroid, wurde 
1852 von Sind in London im Sternb 
mannes aufgefunben u. erhielt bas 
chen (19). Seine Bahn liegt zwiſchen d 
u. Barthenope u. feine mittlere (Entf 
Sonne beträgt 50,528,000 geograp! 
fiderifche Umlaufszeit 3 Jahre 298 Tr 
Fortäna, Marktflecken in der | 
vinz Murcia; Mineralquellen, Bi 
fieberei; 5000 Ew. 


Zortunafpiel bie Forum 


Spiel, Kinberfpiel, ein Käſtchen, 1 Elle | 


Zoll breit, in ber Mitte ift eine Rinne, 
ine Kugel mit einer Stahlfeder fortge- 
ird. Da dag Käſtchen hinten höher iſt, 
‚ läuft die Kugel wieder zurüd ; kommt 
ı die Rinne, fo gilt dies für ein Loch u. 
| Boint zurüd; läuft fie außerhalb ber 
k, fo muß fie in eins der mit verjchiebe- 
bezeichneten Fächer Tommen, u. man 
Points vorwärts, als Die Zahl angibt. 
‚tae insülae (a. Geogr.), Infelgruppe 
Afrilas vor der Müntung tes Maffa 
‚ fie waren rei an Obft u. heißen jetzt 
ie 6 größten hießen: Aprositos (j. 
db. Palma), Junonis Insula (i- 
ra), Bluitana ob. Pluvialia (j. 
[peria od. Capraria (j. Gomera), 
d. Planaria (j. Canaria) u. Pin- 
Nivaria (j. Teuxriffa). 
känu®, Chrius od. Curius, aus fpä- 
tlannter Zeit; er fchr.: Ars rhetorica 
‚in ragen u. Antworten; berausgeg., 
cupus, von Pithöus, Par. 1509, 1.8. 
Haß, 1) Freund des Apoſtels Paulus, 
ben Korinthiern den erften Brief über⸗ 
5, Biſchof, f. u. Feliciſſimus. 3) Ve⸗ 
enoriusklementianug, geb. 530 
i Treviſo, ftudirte in Ravenna Rhetorik 
cfieß Italien u. wendete ſich nach Gal- 
' am Hofe des Könige Sigbert von 
ufnahme fand u. 599 Bifhof von Pei- 
er ſt. 14. Tec. 609 u. ſchr. Lyrifche Ge⸗ 
ter Hymnen; Vita S. Martini (($p08); 
e8 Bater Unfer, Lebensbefchreibungen 
Ipera, berausgeg. ven Brower, Fulda 
, 1617; von vuſchi, Rom 1755, 2 De. 
tus, ber Name eines der beften deut⸗ 
ücher, welches die Gefchichte des For⸗ 
einer a erzäblt, bie im Veſitz eines 
hen Geldjädels u. tes Wunſchhütleins 
ben dadurch ihren Untergang finten. 
Tiegenbe Morat ift, daß weltliches Gut 
auerndes Slüäd kringen könne. Das 
k rein deutſchen Urjprungs, wenn auch 
e Mythen⸗ u. Sagenftoffe darin Auf- 
den haben. In ber vorliegenten Geftalt 
die Mitte Des 15. Jahrh. vielleicht zu 
bgefaßt fein. Der ältefte Drud Augsb. 
e von Öimrod in ben Deutfchen Volko⸗ 
intf. 1646, Bd. 3) wiederholt; andere 
ıben find: Augsb. 1530, Frankf. 1551, 
7, Bafel 1699, u. einigemal zu Rürn- 
ahrzahl. Aus tem Deuiſchen ging Lie 
Bearbeitung (von Alitray, Rouen 
oyes 1728, eine fpätere moralifirente 
Paris 1770), aus ter franzöflfchen 
ie italieniſche Überfekung (Neapel 1670), 
zöhihen ob. Deutichen bie holländiſche 
6) or. Dem beutigen Originale 
auch die englifche (öfter, 3. B. Yond. 
„ bänifche (Kopend. 1664, 1672, 1605, 
), bie ſchwediſche (1694), ſowie zwei 
ine poetilche (um 1690 verfaßt) u. eine 
earbeitung. Die älteſte Dramatifirung 
ı6 Sachs, deſſen ſehr flüchtig geam 
be: Tragodia, Der Fortunatus mit 
jedel (1553) fi fireng an das Volko⸗ 
le ein Dichter von nicht geringen Gaben 


437 
zeigt ſich etwas fpäter ber Englänber Thomas Decker, 


ı ein Zeitgenoffe Shakeſpeares, in feiner Pleasant 


Comedie of Fortunatur (tond. 1600, in Old 
Plays, ®t. 3, Lond. 1816; deutſch von Schmibt 
in Fortunatus u. feine Söhne, Berl. 1319), welcher 
jedoch ſchon eine englifche dramatiſche Bearkeitu 
vorausgegangen zu jeim fcheint. Nicht unerbebti 
in literarhiſtoriſcher Hinficht ift bie freie Bearbei⸗ 
tung tes Dederihen Stüde in ben Engliſchen Co- 
möbien u. Tragötien (0. D. 1620, 2. Aufl. 1623) 2. 
daraus in Tieds Deutſchem Theater (Br. 2). Cine 
echt bichteriiche Bearbeitung des Strofis lieferte 
Tied im Bhantafus (Bb. 3, Berl. 1816). 

ortune (fr., ſpr. Hortühn), Bas Glück. 

ortune, 1) Infel an ter ſüdweſtlichen Käfte 


von Sumatra; 2) Infel im Archipel der Bahama⸗ 


infeln; 3) (Bortunebet), Bai an ter Süttüfte von 
Neufundland (Britiſch Nordamerila); Stockfiſch⸗ 
fang; 4) Bai an der Weſtküſte von Patagonien. 

ort Valley (ſpr. Fort Walleh), Poftort in ber 
Grafſchaft Houſton des Staates Georgia (Nord⸗ 
amerika), an der Sübmeft- u. ter Muscogee⸗Eiſen⸗ 
bahn; Baunmmollenbantel; 1200 Ew. 

Fort RBapne ({pr. Fort Wehn), Hauptftabt der 
Grafſchaft Allen im Staate Indiana (Norbames 
rifa), am St. Jofephs- u. St. Marys-Kiver, Wa⸗ 
bafh-Erie-Kanal u. ber Ohio⸗Indiana⸗Eiſenbahn; 
8 Kirchen, eine Bank, Tanbamt der Vereinigten 
Staaten, meiblihe Alabemie (Methodist female 
College); 7000 Em. Inu ter Nähe befand fich 
früber Twightwece village, eine Nicberlaffung ber 
Miami Intisner (bie 1941 Über ten Dliffiifippi 
gebrängt wurden); 1794 wurde bier von General 
Wayne das gleichnamige Fort errichtet, welches bis 
1819 militäriſcher Poſten blieb. 

Forüli (a. Geogr.), Stadt ber Sabiner mit 
wichtigem Gebirgspaß; beim jetzigen Civita Tom⸗ 
maſa. 

Forum (fat.), 1) freier Platz, mo viel Voll zu⸗ 
fammenfträmt, fei e8 um Ba zu verlaufen ob. zu 
taufen od. um fich wegen öffentlicher Angelegenheiten 
zu verfummeln od. Gerichtsverhantlungen beizn- 
webnen, od. Spielen zuzuſchauen; Daher 2) in Lager 
ber Bla vor dem Feldherrnzelte, wo das Tribunal, 


"bie Arae u. das Auguratorium fich befanden; 3) tn 


Städten der Markt, mo namentlich Handel getrieben 
u. Gericht gehalten murte. In Rom gab es viele ſolche 
Platze, unter denen fich bej. das Forum Roımanuın (F. 
wagunn, jeht Campo vaccino) als der Hauptplatz 
Roms auszeichnete; über dieſes, mie Über bie andern 
Fora f. u. Rom (Topogr.). Auch 4) Ortſchaft, 
weiche an ‘Pläyen entftand, wo früber Gericht gehegt 
u. Märkte gehalten wurben ob. welche Gerichtäbar- 
teit u. Marktgerechtigkeit hatte, |. Forum (a. Geogr.); 
5) fo v. w. Gerichtäftelle, Gerichteſtand, wie F. com- 
pätens, bie Gerichtöftelle, vor weldye ein Rechtofall 
gehört; F. deprehenslönis, ber Gerichtsort, wo ein 
Berbrecher ergriffen wurde; F. dellctl, wo dae Ber- 
brechen begangen wurde; F. demicllil (F. hablia- 
tlonis), mo cin Verbrecher feinen Aufenthalt bat; 
P. origYnis, wo ein Berbrecher feine Seimab bat; 
F. eoniractus, das Bericht bes Ortes, wo el Con⸗ 
tract geichloffen worden iſt; F. rel sitae, wo bie 
ftreitige Sache liegt; F. privlleglatum, Gericht, 
unter welchem Jemand ſeines Amtes ch. feiner 
perjönlihen Qualitäten wegen ſteht xc., |. u. Ge⸗ 
richtsſtand. 

Forum (a. Geogr.), Name vieler Fleden m 


4 


— 
—— — —— 


Fa 


—— 


a 
= „ 





438 ; 


Forum bis Foscolo 


römiſche Nieberlaffung (vgl. Forum 4) u. 5); bie | 1) Oriſchaft im Cispabanijden Galli 


wichtigften find: F. Appli, Ortſchaft in Latium in 
ben Pontiniſchen Sümpfen au ber Via Appia, 
von Appius Claudius bei Anlegung der Via Appia 
gegründet; wegen bes ſchlechien Trinkwaſſers u. 
namentlich wegen des ausſchweifenden Lebens ber 
Matrojen daſelbſt beriichtigt; jetst Ruinen bei &. 
Donato;F. Aurelil, Orteaft auber Via Aurelıa in 
Etrurien; jetst Montalto od. das Dorf Eaflellacio; 
F. Bibalerum, Ortichaft im Gebiet ber Bibaler, in 
Gallkcia (Spanien); in ber Nähe bes heutigen Viana 
bi Bollo; F. Calvisil, Stadt der Cenomanen im 
Cisalpiniſchen Gallien; jetzt Calviſiano; F. Cassil, 
Drt in Etrurien, wahrſcheinlich auf dem jetzigen 
Monte Soriano bei Viterbo; F. Claudil, Stabt ber 
Centrones im Narbonenfiigen Gallien, wohl jet 
Gentron; P. Clodii, Hafenplatz auf ber etrurifchen 
Küſte; jetst Orivolo; F. Cornelli, Ortfchaft in Cis⸗ 
padaniſchen Gallien, am Butrenus, vom Dictator 
Sulla erbaut; die Citabelle hieß ſchon zur Zeit der 
en Imolo, baber jet die Stabt Imola; 
F. Decil, Ortſchaft im @ebiet der Sabiner; gebt 
das Dorf Santa Eroce bei Eivita Reale; F. Diu- 
hen (F. Jugunierum), Stadt ber Sufubrer 
im Sisalpinifchen Gallien; jetst Bertonico, nad 
Andern Crema; F. Demitii, Ortſchaft im Narbo- 
nenfifhen Gallien; jet nach Einigen Bouzique, 
nach Andern Srontignan; F. Flaminil, Ort in Um⸗ 
brien; entftand aus bem Ort, aus beim Slaminius 
bie Leitung zur Anlage feiner Straße führte; jetzt 
Dorf la Vescia; F. Fulvii, Stadt in Ligurien; 
jet Valenza im Mailand; F. Gallerum, 1) Stadt 
er Bascones od. Ilergeten im Tarraconenfiichen 
Spanien, jet Gurrea; 2) Ortichaft im Cispada⸗ 
niſchen Gallien, wo Antonius den Conſul Banfa 
flug, aber Darauf von Hirtius befiegt wurbe; jest 
Caftcl Branco; F. Glgurrerum, Stadt der Afturer 
im Tarraconenfiihen Spanien, jekt Cigarrofa, 
nah Andern S. Eſtevan de Val be Ortes; F. Ha- 
drlani, Ortſchaft der Bataver, bei bem jetzigen Orte 
Boorburg in Holland, u. zwar auf der Stelle, wo 
das Landgut Arentsborg bei dem Haag liegt, wo 
viele Alterthiimer aufgefunden worben find; vgl. 
Weſtreenen de Tielland, Rocherches sur l’ancien 
F.H. et ses vestiges, Amſt. 1827; P. Julli, 1) 
«F. Julium), Stabt ber ie im Narbonenfifchen 
Gallien, am Argenteus, römifche Eolonie, 54 v. Chr. 
von Julius Sahır angelegt, mit Hafen u. Station 
eines Theils ber römiichen Flotte; Geburtsort Des 
Zulius Agricola; get Frejus, |. d.; 2) römiſche Co⸗ 
lonie u. befeſtigte Handelsſtadt im Lande der Carner, 
nordweſtlich von Aquileja, begann beſ. unter der 
Longobardiſchen Herrſchaft zu blühen, wo fie Refi⸗ 
benz eines Herzogs u. — jetzt Civi⸗ 
dale od. Gugliano, ber Name F. J. bat ſich in 
dem bes Landſtrichs Friaul erhalten; vgl. Palladius, 
Res Forojulienses, Udine 1659; F. Jullum, fo v. 
w. Sliturgis; F. Lielsil, Stadt ber Orobier im 
Franspabaniihen Gallien; jest Berlafina od. In⸗ 
cino; F. Ligneum, Ortſchaft im Aquitanifchen Gal- 
lien, jetzt Urbos ob. Lescun; F. Limicorum, Stabt 
ber Lımici im Tarraconenſiſchen Spunien, unweit 
bes jetigen Ginzo; F. Lirll, Stabt der Eenones 
im Cispadaniſchen Gallien, jetst ch ſ. d.; F. Nar- 
basorum, Ortichaft ber Narbaſi im Innern bes 
Narbonenſiſchen Spanien; F. Neronis, Stubt ber 
Memini im Narbonenfiiden Gallien; —— Car⸗ 
ventoracte, nach Andern Forcalquier; F. Novum, 


novo; 2) Stadt ber Hirpiner in Se 
jeigen Monte Chiaro; F. Popilil, 1) 
Stadt im Cispadaniſchen Gallien, 
popofi, f. d.; 2) Stadt in Eucanien 
F. Seguslanoram, Stabt im Lugdunen 
am Tiger; jetzt Feurs; F. Semprenil 
Umbrien, ua rg Dunicipium 
brone; F. Tiberli, Ort ber Helvetier 
Gallien, am Rhein; jest Kaiſerſtuh 
F. Trajani (F. Ulpiom), Stabt im; 
niens, jet Forbingiann; F. Truentl 
cipium im Cispabanifhen Gallien, : 
den F. Popilü, jwilden Forlimpo; 
jetzt Bertinoro; F. Voconli, Drt imꝰ 
Gallien; jetst Bidauban. 
Forus (lat.), 1) (Mebrz. Forh, 
dem Verbed des Schiffs, we bie Paf 
ingen, ſ. u. Schiff (Ant.); 2) im« 
—2* Ort, wo die Zuſchauer ſaßen. 
Forynien (nord. Myth.), Weg wi 
geiſter der Menſchen. 
Forzando (rinforzando,ital 
abbrevirt fz., rfz., verfiärkenb, ftär 
Forzäto (rinforzato), flä 
verftärkt. iR 
o8carärt (Bofgerarius), Egibis, 
Bologna, wurde Dominicaner u., I 
mehreren Orten Stalien® Lehrer ı. 
weſen war, 1546 unter Paul III. M 
palatii u. 1550 unter Julius III. Bi 
dena; unter Baul IV. ber Heterobe 
faß er 1558 7 Monate lang in be 
1561 wurde er zum Concil nad Tri 
1563 in die Eommiffion zur Abfafle 
chismus gewählt n. fl. 1564 in Rom 
ofeäro (Bofcarint), angefehene | 
nedig, ausgezeichnet barunter als Dos 
ce8co F., geb. 1373, Doge ven 1 
Venedig (Geſch.); fl. 1459; u. 2) Mi 
von 1762—1763, |. ebb. 3) Miche 
geb. 1632 in Venebig, wurbe 165 
rdini, 1662 Avogabore ber Repn 
roveditore u. Capitanio Statthaft: 
tabt Corfu, 1669 Savio bella Terr 
favio im Eollegio, 1678 nach bem 
Nani's zum Sifortographen ber Repꝛ 
fl. 31. Mai 1692; er ſchr.: Storia 
blica di Venetia, herausgegeben von 
Sebaſtiano, Bened. 1696; gab aud 
Saramella’8 Sacra purpura et Mus: 
rum poetarum, ebd. 1653, 2 Be. 
Foscðlo, Niccolo Ugone, geb. 1’ 
biente als Offizier in ber Armee ber 
Republik, folgte berfelben 1805 mı 
wurde Abjutant des Generals Cı 
fpäter nach Mailand zurlid, wurde 
feſſor ber Italieniſchen Yiteratur ir 
feiner politiſchen Sreimäbigteit weg 
Monuten von ber Regierung Napolee 
verbannt, bielt ſich ſpäter abwechſel 
Mantua u. Mailand auf, bereiſte dar 
ging 1815 nach England u. — 1$; 
ausgezeichneter neuer Dichter Stalieı 
ber Manier des Werther vou Got 
lettere di Jacopo Ortis, Mail. 180 
von 9. Luden, Gött. 1807, von 
Züri 1817, von Er. Lautfch, Lpz 


Foͤſe bis Foſſe 


Gebicht: Gli sepoleri; bie Trauer⸗ 
„Tieste u. Ricciarda, Lond. 1820; 
ra Petrarca, £onb. 1624; nach feinem 
heraus Lezioni di eloquenza, Ben. 
ie inedite, Lugano 1831; Discorsi 
Rail. 1843; feine Scritti er ine- 
1844 herausgegeben; bie Lettere due 
durch den Selbſtmord feines Bruders 
Lebensbefchreibung von Pecchio, Lu- 


ana Luiſe, Gemahlin des Fürften Leo- 
Anhalt» Deflau, |. Anna 31). 
Becgr.), germaniiches Bolt, wahrſchein⸗ 
Ifern ber Fuſe, zu den Cheruſkern ge- 
eren Sturz fie verwidelt wurden. 
bei ben alten riefen tem nordiſchen 
wechenber Gott. Auf Helgoland (früher 
eötand) mar jein Heiligtbum mit Opfer- 
Ehiere darin maren unverletlich u. aus 
surfte nur fchmeigend Waſſer geichöpft 
ıbger verwüſtete biefes Heiligtum u. 
ichen Dienft bort ein. 
‚ Kirchipiel in ber Bogtei Namdal des 
Umtes Nordre » Trondhjem , größten 
fein beftehend, morunter L:tterde am 
sit; darin die 3 Gemeinten Gjeöö, 
de; Breterhandel; 2700 Em. 
mrich Hermann, geb. 1790 in Bergen 
I, wurbe 1510 in bänilhen Dienften 
reimiger Etranbbatterien auf ber Juſel 
jing 1813 nach Bergen zurüd, wurde 
in der Realſchule, 1627 Repräfentant 
dadt auf dem Storthing, danu Stabe⸗ 
em Amte Smaalehnen, ſpäter Batail⸗ 
Ihriftiania,, zu deſſen Vertreter er für 
19 ber Jahre 1833 u. 1636—37 er» 
„ 1845 in ben normegifhen Staate- 
verwaltete er das Marinedepartement 
R. 1853 in Chriſtianta. Er if Ver⸗ 


cher nordiſcher Poeſien, überjegte Teg- 


war Mitherausgeber des norwegiſchen 
L. gab mit Albert Sagen eine Beſchrei⸗ 
abt Bergen heraus. 

£.), 1) Sraben; 2) Kanal; 3) (Anat.), 
ırtige, bei. rinnenartige Vertiefung, 
when, doch auch in Weichgebilten, g 


ı bie F. anterior u. F. posterlor; F. 


immfchäbel, f. d.; am Oberliefer F. ma- 


‚ masalis; ferner F. ovalis u. P. semi- 


s. Ohr; F. lacrimalis, Thräuenrinne, 
1, lache Grube ꝛc, f. u. Auge; F. glan- 
riae, |. Zürtenfattel. 
eõnis (a. ®eogr.), ſchiffbarer Kanal 
ifchen Gallien, von Amilius Scaurus 
a nad Barma geführt. 
1, 1) Marktflecken am Abriatifchen 
iſtrict Lanciano ber neapelitaniichen 
30 citeriore, 2000 Ew.; 2) Martt- 
aſelbſt, im Diftrict Campobaſſo ter 
life; 2100 Em.; 3) Marfltfleden eben- 
Aiſtriet Biebimonte ber Provinz Terra 
w. 
lodie, ſchifſbarer Kanal im Trane⸗ 
Yallıen ; jetzt Chiozza. 
ftiglia, Kanal in der lombardiſchen 
ntua, welcher durch tie Foſſa bi Boz⸗ 
Imcio u. Po, durch ben Naviglio bi 
Mineio u. die Etſch verbindet. 





439 


Fossae (a. Geogr.), zwei Meime Eilande an 
Sardinias Küfte ; jetzt Ifola Caprera u. Sta. Ma- 
dalena; F. Cluilia, ſ. u. Cluilin foasa; F. Corbu- 
lönls, f. u. Corkulo; F. Drusiäuae. f. u. Drusiana 
fossa; F. Marlanae, von Darius mährend bes 
Eimbrifhen Kriegs gegrabener Kanal, um bas 
Einlaufen ber Schiffe in ben Rhodanus zu er- 
leichtern, mit gleichnamigem Hafen, nod jetzt Epu- 
ren in ben Marais de la Foz; F. Pbllistinae, Kanal 
in Oberitalien, welcher mittelit des Tartarus ben 
Padus u. Arbefid verband. 

Sofa Eugeniäng, jetst meift verfallner Kanal 
im Kreife Geldern bes preußiichen Regierungs⸗ 
bezirks Dilfielbert, welchen Iſabella Eugenia, Toch⸗ 
ter Pbilipps II. von Spanien, als Statthalterin 
der Niederlante, 1626 von Benloo aus der Maas 
bis Rheinterg in ben Rbein führte u. 1627 zum 
erftien Mat von Geltern bis in den Rhein befuhr. 

Foffalta, Dorf unmeit von Motena au ber 
Ecultenna; bier am 26. Mai 1249 Niederlage der 
Kailerlichen unter König Enzio durch Die Bologneſer. 

Foſſa Martinenga, Kanal in ter lombar⸗ 
diſchen Provinz Bergamo, verbindet den Serio u. 
Oglio u. damit bie Abba. 8. Gerisla, ebentajelbft, 
in der Provinz Breſcia, verbindet ben Chieje mit 
dem Gartafee. 

Joſ Art Genettlatze (ſ. d.) auf Mabagascar. 

ofſäno, Stadt an der Stura u. ber Coni⸗ 
Turiner EGiſenbahn in der Provinz Cuneo des ſar⸗ 
diniſchen Fürſtenthums Piemont; hat ein feſtes 
Schloß, Biſchof, Heilbäder, königl. Alademie ber 
Wiſſenſchaften u. Schönen Künfte mit Bibliothek, 
Bererinärichule, Muſikakademie, Theater, Seiden- 
fpinnerei, Serberei; 7000 Em. — F. wurte 1236 
mit Dlauern umgeben; von ben Franzoſen erobert, 
wurde es 1536 vom Herzog Karl von Savoven 
wieder genommen u. um 1550 von Gregor XIII. 
um Bilhofsfit erbeben; 1639 ergab eg ſich dem 
rinzen Thomas von Saroyen, murte Aber bald 
wieder von dem Marqueie von Pianezza für Pie- 
mont genommen ; bier im Franzöſiſchen Revolutions⸗ 
kriege 5. Rov. 1799 Niederlage ber Franzoſen unter 
Dioreau durch die Tfterreicher unter Melas. 

Foſſanudva, Dori in ver päpitlichen Delegation 
Froſinone; hier ftarb 1274 Thomas von Aquino. 

Fossarii (Fossores, Copiaten), in ber alten 
Kıcdye bie Tobtengrüber. 

Foffavegaia (ipr. Foſſawetſcha), Sorte Neapo⸗ 
litaniſcher Weine. 

Foſſe, Stabt im Bezirk Namur (Belgien), 3410 
Em.; Marmorbrüde. 

Woffe, Charles de la F., geb. 1636 in Paris, 
Hiſterienmaler, machte ſeine Studien zuerfi bei 
Chauvbeau, bamı bei Le Brun, ging 1658 nad 
Italien, um tie alten Meiſter tennen zu lernen, 
von denen er fih vorzugemeiie Die Venetianiſchen 
zum Muſter nabm. NMach Paris zurüdgelehrt 
murbe cr 1674 Profeſſor, 1699 Director u. 1715 
Kanzler der Akademie u. ft. 1716. F. war einer 
der fruchtbarfien Sgrestenmalcr feier Seit; feine 
Bilder zeichnen fich durch krafwolle Zeichnung u. 
blühendes Colerit aus; dagegen feblte ihm, ent⸗ 
ſprechend ber Geſchmacdsrichtung feiner Zeit, ber 
tiefere Sinn für fchöne Formen u. für Karben. 
barmonic. Die Armuth Feiner Ideen u. bie In⸗ 


cerrectheit feiner Zeichnung fuchte er unter bem 
bunten u. geipreisten Mefen feier Compofitionen 
au verbergen. Werle: Fresken im Chor⸗ u. 


a 


peigewölbe ber Kirche Mari Himmelfahrt in Paris, 
im Landhauſe des Lord Montaigu bei London; fein 
SHauftwert ift die Ausmalung ber Kuppel des In⸗ 
validendoms (vollendet 1705); Ulgemälde: Altar⸗ 
Blatt der Schloßlapelle zu Verfailles, die Findung 
Mofis u. der Raub der Profjerpina (g bon 
Empereur) im Louvre. 

Foſſe⸗ au⸗Mortier (Ipr. Foß⸗oh⸗Mortirh), Hei- 
ner See im franzöſiſchen Departement Ardennes, 
füpweftlich bei Mezieres; er ift ungründlich tief u. 
wird für einen erlofchnen Krater angefeben. 

Foſſekanal, Kanalim franzbſiſchen Departement 
Bouches du Rhone, ber das Wafler der Durance 
von la Roque d'Antherone in 2 Zweigen (deren 
einer bei Arles in die Rhone, der andere in ben 
Etang Berré enbigt), zur Bewällerung bes Kiejel- 
feldes, la Crau, 13 Stunden führt; wurbe von 
Adam de Erapone erbaut. 

Foſſes, Stabt an der Fuette, im belgiſchen 
Krrondifjement u. Provinz Namur; dabei Mar⸗ 
morbrüche, Steintohlengruben; 3350 Ew. 

Fofitl (v. lat.), aus der Erdrinde gegraben, zu 
ihr gehörig, ob. durch fie verändert; daher Soffl- 
Iten, fo v. w. Mineralien; in meitern Sinne bie 
mehr od. weniger veränderten lberrefte vorwelt⸗ 
licher organiſcher Weſen. 

ofſtixri, Santi, Maler, |. Augelico. 
Foßnaäs, |. Fosnäes. 
ofſſombrone, Stadt am Metauro in ber päpft- 
lichen Legation Urbino⸗Peſaro; Biſchof; befter Sei- 
denbau (Setta bella Marca) in Italien, Re 
eines alten Theaters u. einer Brlide; 5500 Ew. In 
der Nähe der Dionte d'Aſdrubale, wo Has⸗ 
drubal geichlagen worben fein joll. — F. hieß im 
Alterthum Forum Sempronii u. lag in Um- 
brien; als F. von den Gothen u. Longobarben 
zerftört worben mar, wurde c8 unmeit ber alten 
"Stätte an einem bequemern Drte wieber aufgebaut. 
Galeotto Dkalatefta, der es um bie Mitte des 
14. Jahrh. an fich gebracht hatte, verkaufte es an 
Herzog Friedrich von Urbino. 

Fofombröni ‚ Graf Vittorio, geb. 1754 in 
Arezzo, fiubirte Mathematif, wurde toscanijcher 
Staatsminiſter u. von Napoleon 1807 nad) Baris 
berufen u. zum Staaterath u. Chef der hydrau⸗ 
liſchen Commiſſion für Italien ernannt, wo er bei 
Austrodnung ter Bontinischen Siimpfe mitwirkte; 
ex kehrte 1814 nach Toscana zurlid u. libernahm 
als Diinifterftaatsfecretär bie Leitung bes Landes, 
das ex bald zu großer Blüthe brachte; namentlich 
machte er fich fehr verdient um bie Austrodnung 
der ſumpfigen Nieberungen des Chianathales u. 
der Maremnen; er ft. 1944 u. fchr.: Memorie 
idraulico-storiche sulla Val-di-Chiana 1789; 
Verhältniß der Ehiana zum Arno, 1838. 

Fossöres (lat.), J Gräber, ſowohl Schanz- 
als Todtengräber; 2) jo v. w. Grabweſpen. 

Foſſorier (ipr. Fofjorieh), Flächenmaß im Can⸗ 
ton Waadt — 4! Ares. 

Foffum, Ort im Amt Buskerud des norwegi⸗ 
ſchen Stiftes Ehriftiania, Eiſenwerle u. Kobalte 
gruben, Kanonengießerei. 

Fofta, Göttin ver riefen, bargeftellt mit be= 
bedtem Haupt, gegüctetem Kleid, in ber Linken 
4 Kornähren, in der Rechten 5 Pfeife. 

Foſtat (Boat Masr), Vorſtadt von Kairo, 

Ihe einfi unter ten Numen %. ber glänzende 

4 der Statthalter ber Khalifen war u. 1167 nie- 


Foffeau-Mörtier bis Toeter orl⸗ 
| Pergebrannt wurde. - Heute führt bie 


"Namen Alt- Kairo, bat 4000 Ew. 
Moſchee Aurron, ein koptiſches Kloſt 


Getreidemagazine. 
Foſter, Städtiſcher Bezirk mit P 
township) in der Grafſchaft Brevibe 


Rhode» Island (Norbamerila); 2000 
Foſter, 1) Jakob, geb. 1697 ım | 
1718 Prediger, erlangte ale Kanze 
Berühmtheit, erfuhr aber wegen Auf 
die Lehre ber Dreieinigfeit bald 
mußte feine Stelle verlaſſen u. fein 
oft wechjeln u. kam endlich nach Lo 
1728 Prediger an einer Diffentergen 
1745 ließ er fi), von ber Nothwendit 
gießens mit Wafler bei ber Taufe übe 
taufen u. fl. 17535 er fdr.: The 
truth and excellency of the chris! 
Lond. 1730; Verſuch über bie Gr 
Neligion, 17205 Geſpräche über bie ı 
ligion u. bie gefelligen Verhältniſſe 
bi8 1752, 2 Bde.; Predigten zc. 2) | 
linde %., geb. 1757 in Margat, bei 
den Willen ihres Vaters, wurde deth 
dadurch zu Schwermuth u. Schwän 
in ihren romantifchen Dichtungen auf 
gerogen; fie ftarb 1789; beſtes Geh 


maid. 
ofthat, ſ. Foſtat. 
dtation (v. lat.), Fruchtbildun 
otpergiil (ipr. Bopbberbigit) 
1712 in Karr- End bei Richmond 
Quãter, prafticirte in London als 
Befitter herrlicher naturhiftorifcher 
u. eines Botaniſchen Gartend in lipte 
Seine Beobadhtungen u. Erfahrums 
von Elliot, Lond. 1781, 2 Bde.; von 
1783 f., 3 Bde. (deutſch, Altenb. 1: 
allein erichien blo8: An account o! 
sore throat, Lond. 1748. 

Fothergilla, 1) F. L, nah Ber 
Pflanzengattung aus der Familie be 
deae, 13. Kl. 2. Ordn. L.; Art: 
Straub, in Carolina zur Berbreit 
Holzanlagen geeignet; 2) F. Aus 
Diplochiton Spreng., in ber Fam 

. stomaceae-Melastomeae. 

Fothergillſcher Gefichtöfcgmen 
fichtoſchmerz. 

Fotheringhay (ſpr. Fobbheringe 
Nen in der engliſchen Grafſchaft 
ſüdöſtlich bei Kingscliffe; 480 Ew.- 
Schloß gehörte den Grafen von $ 
wurde unter Heinrich III. vom Gr 
von Albemarle zerſtört; Eduard ILL 
jüngern Sohn Edmund von Laugler 
Yort, u. 8. Febr. 1557 wurde in de 

tuart hingerichtet. Jetzt noch Ruiz 

Fötidia (F. Commers.), Bllam 
ber Familie der Myrtaceae-Barrin; 
Kl. 1. Ordn. L.; Art: F. mauritiaı 
Isle de France, Holz röthlich, fehr 
friich ftintend. 

Fotöe, kleines Eiland in der Räh 
burg in Schmweben ; 1811 legten bie | 
Magazine auf peinleiben an. 

‚Eoetor oris (lat.), ftintenber Ath 
ſtinlender Zußichweiß.- 


Fotſcha bis Foucaultſcher Berſuch 


) Stadt im türkiſchen Ejalet Bobna, 
ing der Tſchiotma in die Driua; 12 
Minarets; Meſſerfabriken; 12,000 
ridje F.), Heine Stadt an der Weſt⸗ 
36, 6 Meilen nördlich von Smyrna; 
(Karadſcha F., das Pholkäa dee 
Stadt, 1 Meile ſüdweſtlich von vo⸗ 
m kleinen Hafen u. mehr al85000 Ew. 
ner ter 4 Hauptgötter der Sinto- 
pan: Oott des Reichthums, ber Ge⸗ 
Glückfeligkeit, wird bef. von Kauf⸗ 
u. vorgeſtellt mit einem biden Bauche. 
t.), Leibesfrucht, |. Embryo. 
pr. Sub), 1) Narr, 2) franzöſiſche 
$ Läufers im Schadhfpiel. 
ang), Minze in Siam — 335 
Sildergewicht daſelbſt — 38 hollaͤn⸗ 


ber Verſuch, ein Benbelerperiment 
der Achſendrehung der Erbe, von 
t, Phyfiter in Paris, zuerft angeftellt. 
den Wentelbeobadtungen, welche 
ne Richtung ber Schwingungsebene 
mn eine fichttare Anzeige von ber 
ng bes Erplörpers, indem fie er- 
Biene Schwingungsebene ſcheinbar 
Oſten nah Weſien dreht (ſcheinbar, 
ile dem abſoluten Raum angebörend 
erte Lage bewahrt u. nur die fie um⸗ 
ewelt in Bewegung if). Sieht man 
ee Umlaufsbemegung ber Erde ab, 
ohne Einfluß ift, u. nimmt man an, 
: befinde fih auf einem ter beiden 
daſelbſt ein Pendel von ber größten 
‚b. ein Benvel, beftebenb aus einer 
genen Kırgel, bie mittelft eines bieg⸗ 
an einem abjolut feſten Punkt hängt, 
x Berlängerung der Erdachſe liegt) 
a man ba® Pendel aus feiner Gleich⸗ 
bienkt n. e8 lediglich der Schwerkraft 
Bemsegung ber Erde fihtbar Durch ben 
er Unbemeglichleit der Schwingungs⸗ 
Brojection auf dem Boden eine Be- 
Oſten nad Weſten zn befigen fcheint 
t von 24 Stunden eine volle Drehung 
icalprojection des Aufbängepunftes 
ıben wird. Obgleih man nun ge- 
en Aufhängepuntt des Pentels auf 
egenden Boden zu nehmen, alfo nicht 
‚ ihn von ber täglichen Bewegung zu 
wifen doch Theorie u. Verſuche feine 
erigleiten nach, jo daß man den Faden, 
rund u. homogen ift, ziemlich rafch 
jenem Sinne um fi felbft drehen 
lich auf bie lage der Schwingungs- 
ten. Unter dem Bol muß daber 
ment in feiner ganzen Reinheit ge⸗ 
zen complicirt A bie Erſcheinung 
Breiten durch ein etwas ſchwer zu 
Element, inten, je mebr man fich 
e näbert, die Sorizontalebene eine 
e Lage gegen die Erdachſe einnimmt, 
erticale, ftart um fich jelbft zu drebeit, 
jenen Kegel beſchreibt. Daraus ent- 
ögerung in ber ſcheinbaren Be⸗ 
Schwingungsebene, einer Bewegung, 
dem Aquator annullirt u. in ber an⸗ 


äre ihre Richtung umlehrt. Beobachtet 


Platte im 


441 


man daher an, dem Aquator nicht zur nahe gelegenen 
Drten, fo wird zwar eine Verminderung in ber 
Geſchwindigleit ber fih drebenben Ebene merkbar 
werden, bie Erfheinung ſelbſt aber noch deutlich 
wahrzunehmen fein. Übrigens beweilen bie von 
Boncault angeflellten Berfuche, daß bei Vernach⸗ 
läffigung gewiffer fecunbärer Erſcheinungen bie 
Winlelbemegung der Echmwingungsebene gleich iſt 
der Wintelbewegung ber Erte in berfelben Seit, 
multiplicirt mit dem Einns ber geographiſchen 
Breite des Ortes. Die Vorrichtungen, beren fich 
Foucault bei Ausführung ſeines erſten Verſuchs 
bediente, beflanden aus einem 2 Meter langen ge- 
bärteten Stahldraht von 0,6—1,ı Millim. Stärke, 
deſſen eines Ende mit einem Heinen horizontalen 
Stahlſtück bervortrat, welches in einer gußeifernen 
cheitelpunkte eines Kellergemölbes eim- 
gelaffen war. Die Spannung tes Fadens bewirkt 
eine 5 Kilogramm fchwere Meſfingkugel mit einer 
fpigigen Verlängerung, welche genau bie Kort- 
ſetzung des Fadens zu bilden fchien. Um die Kugel 
aus ihrer Gleichgewichtslage abzulenken, wurde ein 
Pünner organiſcher Faden um fie gelölungen ‚ ber- 
felbe an einem feften Punkt an bie Mauer gebunten, 
u. nachdem bie Kugel in volllommener Ruhe war, 
burchgebrannt. Durch kiefe Einrichtung mar man 
in den Stand gefetst, ſowohl Lie Störung feitlich 
wirkender Kräfte zu entfernen, also auch tie Ab» 
fentung u. bie Größe der Schwingungen nach Be» 
lieben einzurichten. Der Schmingungebegen betrug 
ewöhnli 15—20 Grab. Das jo in Bang geſetzte 
entel veränderte bald merllih die Lage feiner 
Schmwingungsebene, fo daß tie Abweichung nach 
Berlauf einer halben Stunde ſchon deutlich wahr⸗ 
nehbmbar war. lim bie ungefäbre Größe Liefer 
Abweihung zu beftimmen, bediente man fich ber 
verticalen Spite eines auf einem Vretchen be⸗ 
feftigten Stiftes, welches man auf ben Boden ſtellte, 
fo daß bie fpitge Werlängerung des Pendels an ber 
Grenze feiner Ausjchreitung an tie feite Spitze 
ftreifte. In weniger ala 1 Minnte batte Die genaue 
Coineidenz ber beiten Spiten ibr Ente erreicht, 
die ofcilfirende Spike verſchob firh beſtäudig een 
die Linke des Beobachters ald Anzeige, Bah ie 
Ablenkung ter Schwingungsebene in gleicher Nich- 
tung erfeigte. Um bie Unabhängigkeit ber Schwin⸗ 
gungßebene vom Aufbangepunft fichtbar zu machen, 
ebient fih Foucault igenben Berſuchs: Gin 
Stahlftab wurde an feinen beiten ſpitzen Enben 
auf einer Drehbank eingeipannt u. Durch Ablenkung 
aus feiner Gleichgewichtslage in Transverſalſchwin⸗ 
gungen verjegt. Die dadurch Bebingte Schwingungs⸗ 
ebene zeichnete ſich vermöge des Verweilens ber 
Geſichtseindrücke ſcharf im Raume ab, u. wenn 
man die Achſe der Drehbank mit der Hand um⸗ 
drebte, ſo bemerlte man, daß jene Ebene ihre ur⸗ 
ſprüngliche Lage beibehält, obgleich die ſie ſtützenden 
Punkte ſich drehten. Nach einem ähnlichen Princip 
it ber von X. Krüger 1951 beſchriebene Apparat 
conftruirt, mittelſt deſſen mian durch bie rotirende 
Bewegung eines Siettromagneten die Achſendrehung 
der Erde veranfchaulichen kann. Weitere Verſuche 
ftellte Foucault im Meridianſaale ber Sternwarte 
zu Paris an, wobei er ein Pendel von 11 Meter 
Länge anwandte. In größeren Maßſtab u. zur 
Belehrung bes Publicumd wurden die Vorrich⸗ 
tungen im Pantheon in Paris aufgeftellt, man 
bediente fih hier eines Pendel vou 67 Meter 


442 


Foucaultſcher Berfuh bis Fougoͤres 


Länge mit einer angehängten Meſſingkugel von Kußerſte getriebenen Rebuctisn ber 5 


18 Centimeter Durchmefler u. 28 Kilogr. Gewicht. 
ur genauen Beftimmung ber feitlihen Auswei⸗ 
ungen war ſenkrecht unter dem Aufhängepunkt 

ein Theilfreis von 6 Meter Durchmefler angebracht, 

welcher erlaubte, mit Hülfe ber fpigen Berlängerun 
ber Kugel bie Bögen zu beftimmen, unt welche fi 
die Ebene in einer gewiſſen Zeit gedreht hatte. Der 

Theiltreis beftand aus einen hölzernen Ring, ber 

in Grabe u. Biertelgrabe getheilt war u. deſſen 

Mittelpunkt genau fentrecht unter dem Aufhänge- 
unlt bes Pendels lag; am 2 entgegengejeiten 
unften, welche das Pendel bei feinem erfien Gang 
affirte, waren 2 Heine prismatifche Hügel von 

fine Sand angebracht, welche von der Spike 
er Kugel fortfchreitend zerftört wurben u. fo bazu 

beitrugen, bie fletige Berriidung der Schwingungs- 
ebene anſchaulich zu machen. Dufour, welcher mit 
einem 20 Meter langen End erperimentirte, 
beobachtete, daß die Abweichungen beim Ausgang 
som Meridian u. vom Perpenbilel darauf nicht 

Kr find, daß aljo bie von Foucault aufgeftellte 
ormel für die Wintelbewegung ber Schwinguuge- 

ebene nicht fireng anmwenbar ſei. Er jchloß Dies 

aus einer Ablenkung bes Pendels im Perpendilel, 

u. es äußerte fich Die Urfache, welche er der Cen⸗ 

trifugaltraft zufchreibt, in der Bewegung bes Pen⸗ 

bels, indem biejelbe im Berpenbifel ftete ſchwach 
eiptiie war. Außer in Paris u. London ift ber 

5.3. auch an mehreren Orten Deutſchlands aus- 

gelahr worben, jo durch Garthe im Domchor in 
Bin, buch Helm in der Domkicche in Magbeburg, 

Bremen, Dresden, Leipzig, Breslau, Deffau, Alten- 

burg ıc. Vgl. Garthe Hercati Verſuch als di- 

recter Beweis ber Achſendrehung ber Erbe ꝛc. 

Köln 1852; Schrader, Foucaults Pendelverſuch 

als Beweis für sc., Halle 1853. Neben dem Be- 

weis für die Achjentrehbung ber Erbe durch bie 

Schwingungen bed Pendelo hat Foucault, unab- 

läſſig für die erbreitung u, populäre Darftellung 

feiner Lehre thätig, baflir einen andern Apparat 
conftruirt, welchen er Gyroſkop nennt u. zuerft 

1855 bei feinen Experimenten in London vorzeigte. 

Diefer Apporat befteht aus einem Kreijel in einer 

Compaßaufbängung, welcher wieder auf einer per- 

penbilulären drehbaren Achfe befeftigt if. Wirb 

nun ber Kreifel mittelft einer, um bie Achfe deſſelben 
gelegten Schnur in Rotation verſetzt, fo ift zunächſt 
ber große Kraftaufwand bemerlenswerth, welcher 
erforberlich ift, um den Kreifel aus feiner Schwin- 
gungsebene (möge dieſe nun perpenbilulär od. ge- 
neigt fein) zu verrüden u. in andere Lage zu bringen. 

Belaftungen am Umfange des Compaßringes, u. 

zwar unmittelbar an den Kreifellagern angebracht, 

vermögen nicht eine Veränderung in ber Tage bes 

Kreifeld zu Wege zu bringen, wenn fie au 

in Berhältnig der Schwere des Apparats Teines- 

wegs unbebeutenb find. Diefe Unverrücbarleit ber 

Schwingungsehene In Foncault benußt, um bie 

buch bie Achſendrehung der Erbe betingte Ver⸗ 

rüdung ber in unmittelbarer Nähe bes Kreifels 
beftublichen, aber von ber Bewegung befielben un- 
abhängigen Gegenflände mitteift einer angebrachten 

Ecale zu zeigen. Mit dem Erperimentiren biefes 

in verichiebener Weiſe mobificirten Apparate be- 

— man ſich in Frankreich u. England aufs 

eifrigſie, namentlich feitdem man die Entbeclung ge⸗ 

macht zu haben glaubte, baf bei einer auf das 


die Kreiſelachſe von felbft eine mit 
parallele Richtung annimmt. 
Foucho (ipr. Fuſcheh), Joſeph F. 
Otrauto, geb. 29. Mai 1763 beiꝰ 
die Congregation bes Dratoriume, u 
der Revolution Lehrer ber Philoſop 
machte dann ben Abpocaten, wurt 
glieb der Nationalverfammlung u. fl 
Tod bes-Königs, ging 1793 mit Eı 
nach Lyon u. hatte Theil an den bortig 
fcenen. Später angellagt, wurde eı 
volution vom 4. Brumaire (26. Oct. 
befreit. 1798 wurde er franzöfticher 
der Eisalpinifchen Republit u. 1799 
Holland u. Boligeiminifler, was er a 
poleon blieb. Nach bem Frieden vı 
Napoleon %-8 Stelle ein, ftellte fie a 
wieber ber u. übertrug fie F. von Re 
behielt fie, nachdem er 1809 Minift 
gemorden u. zum Herzog von Ok 
worden war, bi® 1810, wo er, 3 
einer Proclamation gebrauchten Yu 
weijen wir, Daß Napoleons Gegenwa 
iſt, um unfre Feinde zurüdzufchlagen 


uß anf 

kvıl 
Paris, wurde von Subwig X 

eranlafl 


Königemörber wurbe ihm bie Mücke 
reich gewehrt; er lebte nun in Ping f 
wo er 26. Dec. 1820 fl. Uber bi 
M&moires de Fouche, Bar. 182 
Dambmann, Darmft. 1825), find 5 
worden, u. biefe Sade iſt fogar v 
fommen, jedenfalls ftammen bie 
darin aus autbentiicher Duelle; v 
Leben 3. F., Herzogs von Otrant 
Denkwürdigkeiten aus bem öffentli 
J. F., Herzog von Otranto, Gotha 
spondance du Duc d’Otranto 
de * ** (Mellington), Lpz. 1816. 

Foudre (fr., ſpr. Zubr), Blitz! 
Fluch; daher Foubropiren (ſpr. Fudro 
nern; be. 2) (im gemeinen Leben & 

Fouesnant (ſpr. Fuãhnang), Mao 
lich der Bai von Foret, im Arronbif 
per bes franzöfilhen Departemen 
3200 Ew 


Foutte (fr., ſpr. Suäbhe), engliſo 
ougade (Fougaſiſe), fo v. w. Fle 
Fougeray (ipr. Fuſchräh), Stadt 
ment Redon des franzöſiſchen Depe 
Vilaine; 5300 Ew. 
Fougores Epr. Fuſchäbr), 1) ! 
nordöſilich im franzöſiſchen Departe 


Fongeria bis Fonqus 


e; 19 DER. mit 82,000 Ew.; 2) Haupiſtadt 
man Coesnon; fertigt Leinwand, Segeltuch, 
üte, Leber, Bapier, hält anſehnliche Märtte; 
) B, 1202 som König Johaun von Eng⸗ 
eu; 9000 Ew. Hier am 1. Nov. 1793 
Benbfer Über bie Republilaner. 
eria (F. Mönch. ), gehört zu Baltimore 
m ber Familie ber Compositae - Senecioni- 
— ed ı) ertified 
lsugerolles (ipr. Fuſchroll), 1) Diarkifleden 
Kauzöfiihen Arrondiſſement u. Departement 
ane; 2300 Ew.; 2) 8.1’@gtife (ſpr. F. l' Eglihß), 
a ebendaſelbſt im Arrondiſſement Lure 
Departements Haute⸗Saone, Fabrikation von 
waſfſer; 5600 Ew. 
ourie (F. Del.), gehört zu Baltimora 
ber Kamilie der Compositae- Senecioni- 
Melampodineae-Milleriene, 19. AL. 2. 
»L.; Arten: F. alba, in Rorbamerila; F. 


Merico. 
mianenz (fr., fpr. Sugd), aufbraufenb, wild, 


ie (Boa), die weitlichfte ber Shetlanbeinieln 
pi von 4 — babe, — —* 
Bien, Anterplatz an ber Oſtſeite; Fiſcherei, 
ing: 300 Cie. 
Bu ie: Kublas), Bolt im Innern Sene- 
JB u. Guineas, gleihen Stammes mit ben 
Bu Guban ausgeiwanberten Fellatah (f b.), 
= Urfprung aus ber Beinen amı oberen Sene⸗ 
Ber SandichaftBeufahber, d. h. Foulahland, 
enwärtig in dem zu ber großen Land⸗ 
| ta Dbiallon gehörenden Reiche Timbo, 
Erübere Bewohner bie F. unterworfen haben. 
AKub Hein von Wuchs, haben eine raube 
Re a. häßliche Igeeiguns zeigen jedoch 
Kraft u. Thätigleit, treiben lebhaften Han⸗ 
auch Ackerbau. Ihre Hautfarbe iR heller ale 
übrigen Bolleftämmen dieſer Regionen, fie 
langes, nicht wolliges Saupibaar; ihre Re⸗ 
R meift bie muhammedaniſche. 
(fr., ſpr. Bulahr), ſeidenes, aus un⸗ 
ohſeide mit einer Kette von Floretfeite 

























imbier btes Zeu ftüchern, 
Bra . beaL; jet 3 Gndlaud — u. 
Band, bei. in Id nachgemacht; von 


pieähern gehn 7 auf ein Gtäd. Das jehr 
Berte Roth auf ben F. wirb mit ber Rinte 
Almannis elliptica u. Morinda umbellata 


d, Achille, Iſraelit, geb. 1799 in Paris, 
des Bankierhauſes 8. n. Dupenbeimin Paris u. 
Ih bes Hanbelscollegiums. Unter ber Juli- 
Bi, wo ſich Ludwig Philipp bei feinen finan- 
Daerationen feines Rathe bebienie, wurde 
Departement Hautes-Pyr6endes in bie 
ztenlamımer gerählt, wo er für bie Finanzen, 
zbel u. Aderbau wirkte u. ſchon in bieler 
Ahr einen außgezeichneten Yinanzier galt. 1848 
Retisnalverfammlung gewählt, blieb er auch 
Auer Confernatioen en Ken Nach ber 
sabroig Napoleons zum Präfdenten wurde 
m Privatbanlier m. Vertranter inı Eliſte. 
cNeugeſtaltung bes Sabinete vom 31. Oct. 
ıhielt er das PBortefenille ber Finanzen. ALS 
s 0. Oct. 1951 ſamnitliche Gabiuetsmitglicber 
R Wutlaffung einreichten, behielt F. bie Ver⸗ 
Unng ber Zinanzen, welche ihus auch nach bem 









43 


Staatsſtreiche, Dee. 1651, von Lubwig Napoleon 
übertragen wurde. Bei ter Miniſterveränberung 
am 22. Yan. 18352 trat er dies Vortefeuille an 
Bineau ab, wurde 30. Juli d. I. zunt Stuatd- 
minifter u. 14. Deceuber zum Miniſier des Talfer- 
lichen Haufes ernamit u. ihm die Verwaltuug ber 
Cirilifte u. der Krondotationen Übertrugen. Im 
folgenten Jahre erhielt er die Abminiſtrativn ber 
Großen Oper in Paris u. wurde Mitglieb bes am 
1. Bebr. 1558 eingefegten Geheimen Rathe. Bun 
ibm ging hauptſächlich die Idee zut Gründuung bes 

redit mobilier aus. 

Foule (fr., ſpr. Fuhl), 1) Menge, Saufen; 
2) Gedränge. 


Foulepbint (ſpr. Fuhlpoeng), Ort in der Pro⸗ 
vinz Mahavelonu auf der Inſel Madagascaur; war 
eheinals wichtiger Handelsplatz ber — 
jetzt ein ſtarkes Fort, denn Stamme Hovasd gehörig, 
u. treibt beträchtliche Flußſchifffahrt in das Immere. 

Foulneß (ipr. Kaulneß), Infel an ber SOKüſte 
ber englifchen Grafſchaft Effer, umoeit der Themſe⸗ 
müutung; Aufternfildderei; 600 Ew. 

Foulon (fpr. Fuhloug), geb. 1715, widinete ſich 
früh ten ſranzöſiſchen Civildienſt, wurbe rlege- 
commiſſãr u. in dem Siebenjührigen Krieg Juten⸗ 
dunt ber Arniee u. einige Sabre jpäter Staatsrath. 
Als er 1789 von Lubroig XVI. au Neders Stelle 
zum Generalcontroleur der Yinunzen ernannt 
mwurbe, verbreitete fi das Gerücht, daß ex Bei 
droheuber Huugersnoth von Vol he hc 
Wenn biefe Eunaille nicht Brod hat, fo e Ar 
Heu! Da es außerdem bekannt war, ba er fi 
durch Erpreffungen in feiner Amteführung be- 
teichert hatte, jo nahm der allgeıneine Haß 
ihn einen gefahrdrohenden Charalter an; er entflob 
besbalb den 16. Juli aus Paris, ging nach Bitry 
zu Sartine® u. ließ Bas Gerücht vun feinem Kob 
verkreiten. Dort aufgelucht, wurde er nad dem 
Hötel de ville gefchleppt u. ſollte nach der Abtei 
gebracht werten. Vergebens firebte Lafayette bem 
Zug zu beden; F. wurde ber Nationalgarbe ent- 
riffen u., eins ber erften Opfer der Revolution, an 
einen Saternenpfabl aufgelnüpft.e Der Strid riß 
zwar zweimal, er wurbe aber boch aufgefnüpft. 

Foulmeather ({pr. Yaulmebdher), Borgebirg 
im Gebiet (Territory) Oregen (Rorbamterile), 
ums ven ber —— ——— 

oundybai (ſpr. Faundibai), fe v. w. Funbybai. 

Fountain (ſpr. Faunten), Grafſchaft im Siaate 
Indiana (Nordamerila), 18 OQM.; Flüfſe: Wabaſh⸗ 
River n. Coal⸗Creel; Boden eben, mit 
u. Prairien; fruchtbar, Probucte: Mais, Weizen, 
Hafer, Steinkohlen, Eiſen; der Wabafh - Erielanal 
burchichneitet Die Grafichaft; 1850: 13,253 Ew.; 
Hauptſtadt Copington. 

Fouqué (Ipr. Fukeh), 1) Henri Auguſte, 
Baron de la Motte F., geb. 1698 im Haag; war 
Page beim Fürſten Leopolb von Anhalt, banı 
preußficher Orfizier im Norbiſchen Kriege u. geben 
bie Freundſchaft Friedrichs II; Düißverfl ndnifſe 
mit dem Fürſten von Deſſau bewogen ihn, 1738 in 
däniſche Dienſte zu geben; doch trut er bei Fried⸗ 
richs IL. Ehronbefteigung wieter in preußische Dieufte, 
machte den Schleſiſchen u. ben Siebenjährigen 
Krieg mit, murbe General, erhielt ein Obercont » 
mando in Schlefien, ward 1760 in einer yon ih m 
nicht geiligten, von Friedrich II. aber trotz ſei⸗ 
nes Wideripruchs austrildiich befohlenen ung 


4 


hei Landshut von Laudon angegriffen, überwältigt, 
verwundet u. gefangen u. blieb in der Gefangen 
ſchaft bis zum Frieden, wo er Gouverneur von 
Glaz wurde. Er ftarb, zurüdgezogen, 1773 al® 
preußiſcher General ber Infanterie; vgl. Mémoi- 
res du Baron de laM. F., Berl. 1788, 2 be, 
(eutſch von G. X. Büttner, ebd. 1788, 2 Thle.); 
Lebensbeſchreibung f. u. 5.2). 2) Karligriebr,, 
Baron de la Motte $ Entel des Vorigen, geb. 
12. Februar 1777 in Brandenburg; ftanb 1794 in 
preußiſchen Dienften als Lieutenant im Cüraifier- 
regiment Herzog von Weimar, nahm 1603 ben Ab 
ſchied, trat 1813 von Neuem als Lieutenant ein, 
wurde Rittmeifter, mußte aber wegen ſchwacher Ge⸗ 
jumdheit den Dieuft bald wieber verlafien, erhielt 
den Charalter als Major u. privatifirte dann auf 
den Familiengute feiner Gattin Nennhaufen bei 
Rathenow; hielt 1531 Vorlefungen an ber Univer- 
fltät Halle u. ft. 23. Januar 1843 in Berlin. Er 
war Dichter ber Romantifden Schule, voll Phan- 
taſie, Tiefe u. Wärme bes Gefühls, vorzugsmeile 
gruücklich in mittelalterlihen Darftellungen u. ſchr. 
(früher unter dem Pfeubonym PBellegrin): Si⸗ 
gurd ber Schlangentöbter (ein Heldenſpiel), Berl. 
1808; Baterlänbiiche Schaufpiele, ebd. 1811 f., 2 
Bde.; Unbine, ebd. 1813, 3. Aufl. 1818; Die 
abrten Thiodolfs, Hamb. 1815, 2 Bde.; Der 
auberring, Nürnb. 1816, 3 Bde.; Sängers Liebe, 
üb. 1816; Mtjächfiicher Bilderſaal, Nitenb. 1818 f., 

4 Be; lieder, Stuttg. 1816—27, 5 Bbe.; Ber- 
tranb du Buesclin (ein Heldengedicht), Lpz. 1821, 3 
Dbe.; Der Berfolgte, Berl. 1821, 3 Bde.; Lebens⸗ 
beſchreibung des Generals Henri Aug. Baron be la 
Motte F., ebd. 1824; Geſchichte der Jungfrau von 
Orleans, ebb. 1826, 2 Thle.; General v. Rüchel 
(eine militärifche Biographie) ‚ebd. 1828, 2 Thle.; 
Erzählungen u. Novellen, Danzig 1833; Die Welt- 
reihe zu Anfang des Jahre 1835—1839, Halle 
1835 fl. ; Bon der Liebeslehre, Hamb. 1837; Goethe 
u. Einer feiner Bewunderer, Berl. 1840; Selbft- 
biographie, Halle 1840; Ausgewählte Werke, ebd. 
‚1841 ff., 12 Bbe.; Der pappenheimer Cüraſſier, 
Nordh. 1842; Abfall n. Buße, Berl. 1844; gab 
auch mit L. v. Alvensleben bie Zeitung fir den 
beutfchen Abel, Lpz. u. Nordh. 1840—42, 3. Jahrg., 
u. 1815—1821 das Frauentaſchenbuch heraus. 3) 
Karoline Augufte, geb. v. Brieft, geb. 1773 
in Nennhauſen, war in erfter Ehe an einen Herrn 
v. Roco mw vermählt, heirathete aber ben Vorigen, 
nachdem ihre Ehe mit Jenem 1800 getrennt wor⸗ 
den; fie fl. 1831 u. fhr.: Roterih, Berl. 1807; 
Briefe liber weiblihe Bildung, ebd. 1811; Magie 
der Natur, ebd. 1812; Feodore, Lpz. 1814, 3 Bde. ; 
Edmunds Wegen. Dermegt, ebd. 1815, 3Bde.; Das 
elbenmäbchen aus der Vendee, ebd. 1818, 2 Bbe.; 
inrich u. Marle, Sena 1821, 3 Bde.; Balerie, 
Berl. 1827; Der Schreibtifch, Köln 1833 u. a. m. 
Fouquet (ſpr. Futäh), 1) Sean, geb. um 1415 
in Tours, ber bebeutenpfie Diiniaturmaler Sranf- 
reichs im 15. Jahrh. n. Hofmaler bes Könige Lud⸗ 
wig XI. für 1483. Miniaturen von ihm befinden 
fi in einer franzöfifchen Überfegung der Geſchichte 
ber Juden von Joſephus, fowie in dem erſten Tbeil 
einer Handſchrift des Livius, beibe in der Laijerlichen 
Bibliothek in Paris. 2) F. Bicomte de Me- 
lunet Vaur, Oberintenbant der Finanzen wäb« 
zend ber Minderjährigkeit Ludwigs AIV. Der std 
ig haßte ihn cheils wegen feiner ſelbſtändigen 


Fouquet bis Fourches 


Stellung, die er unter Mazarin garo⸗ 
unter feiner Regierung bewahren zu u 
hauptſächlich aber weil er fein Rival be 
liere war. Er nahm ihn 16 mit 
Bretagne, wo bie Stänte bei ber St 
gung Schwierigleiten machten, ließ i 
tember 1661 in Nantes arrefiren, ne 
kann nah Bincennes führen, hochv 
Umtriebe anflagy u. vor ein meil 
Feinden zufammerrgefetstes Gericht fe 
zwar ein Verſchwender öffentlicher Ge 
zarin u. für feine eigenen Vergnügm 
aber Staatönerbrechen batte er nic 
Darum vertheibigte ihn ber Maitre d 
Leflore d'Ormiſſon ſtandhaft. F. w 
zur Verbannung u. Confiecation ſein 
urtheilt; erſtere Strafe verwandelte 
lebenslängliches Gefängniß in Pianers 
flarb. 8) Senri, geb. 1727 in Mou 
als Secretär nach Paris, in feine Bate 
gelehrt, begann er Mebicin zu ftubime 
dann in Marfeille u. Montpellier, 
am Militärbofpitale wurbe, 1792 w 
Paris bernfen, wo er Vorlefungen ü 

ie bielt, 1789 erhielt er die Brofefiur 

ald nah Montpellier zurüd u. ft 
Er ſchr. n. A.: Essai sur le puls, 
Monty. 1768; De fibrae natura, 
morbis in corpore animali, Mont] 
corpore cribroso Hippocratis, ei 
diabete, 1783; De nonnullis mor 
sivis sesophagii, Montp. 1778; [ 
la olinique, ebd. 1803. 4) ECharlee 
gufte, Graf. Belle Fule, f. Bel 

Souquier (fpr. Fukirh), Antein 
Tinville, geb. 1747 ın Herouelles bi 
tin, Procureur au chatelet, vertauf 
wegen Verſchwendung, mar mährent 
tion unter der Schredensregierung BI 
Uäger u. ſchrecklich durch Blutdurſt; er 
1795 guilotinirt. 

Fouquiera (F. H. et B.), Pf 
aus der natürlichen Familie ber Fra 
Fouquieraceae; Art: F. formoss, 

Fonquidres (ſpr. Fukiähr), 2 
1580 in Antwerken, bildete fich zum 
maler unter ber Leitung von Ian 
Rubens, dem er zu mehreren Bildt 
ſchaftlichen Sintergrünbe malte, wu 
des Kırfürften von ber Pfalz, hielt 
Rom u. Venedig auf ı. begab ſich dar 
mwo er fir Ludwig XIII. beichäfttgt 
farb. Eine feiner Landſchaften mit et: 
im Borbergrunde ift im Muſeum zu 

Your (Passage du F.), & 
bem Feſtlande von Frankreich (De 
nisterre) u. ber Inſel Queſſant; Lent 

goura, Fluß, fo v. w. Senegal. 

purage, f. Fourrage. 

Fourbe (fr., ſpr. Furb), Schurke 
berie, Schurkenſtreich, Betrüger. 

Fourche (pr. Furſch), 1) Kirchft 
Louiſiana, fo v. m. La Fourche Inter 
Save, fpr. 5. fa af), Fluß im St 
(Rorbamerila), entipringt in der GEi 
u. münder in Perry in ven Arlanfas 

Sources, les, böchſter Berg der 
franz. Departement Voeges, 1500 pa: 


Houreroy bis Fourier 


460 


ſpr. Fuhrkeoa), Borgebirg ber Ba⸗gegeben, welche bie Quartiere unterfuchen u. vom 
denen einer ber aumarſchirenden Compagnie ent⸗ 


ın ber Nordküſte bes Auftraliſchen 
ınbemslant). 
(fpr. Furfroa), 1) Bonaventura 
Noyon, Parlamentsabeocat in Pa⸗ 
L fchrieb Gedichte u. Yuftipiele. 2) 
ois de %., geb. 1755 in Paris; 
Br.»feflor ber &bemie im Jardin du 
er der Beobachter der neueren chemi⸗ 
tur u. vereinigte fich bei. mit Bauque- 
n chemiſchen Analyfen. 1793 Mit. 
ionalconvente, feste er das Gelch 
eit bes Maßes u. Gewichts durch; 
es Wohlfahrtsausſchufſes begründete 
zolytechniſche Schule u. bie 3 Spe⸗ 
Medicin in Paris, Montpellier u. 
1795 fam er in ben Rath der Alten, 
37 feine Lebrfielle der Chemie wieder 
be er Staateratb us. bearbeitete einen 
Sffentlichen Unterricht; er ſtarb 1809 
me de connaissances chimiques, 
Bbe., u. 11 Bde. (deutſch im Zuezus 
Königséb. 1801 ff., 4Bde.); Philo- 
que, Par. 1792, 3. Aufl. 1806 
hler,Yp3. 1796); Medecine eclairde 
bes phys., Bar. 1791, 4 Bde. u. m. 
:(F. Vent.), Pflanzengattung, nad 
mannt, aus der Familie Amarylli- 
@. 6.81. 1. Ordn. L.; Arten, rüber 
bit: F.gigantea, mit flechenben, 
s Fuß breiten, im Kreiie lebenden 
bt einen 32 Fuß hoben, armsdicken, 
. Zeige getbeilten Biflthenichaft mit 
end hängenden, grünlichweißen Blü⸗ 
ı Blättern bereitet man hanfartige 
ien; F. cubensis, lleiner ale die 
inbftachlichen Blättern; tie Wurzeln 
a Schrüren, ren Schaft ale Brenn- 
eln als Nägel, Die Blätter zum Dach⸗ 
Faſern mie Hanf; in der durch Aus» 
r Herzblätter entſtandenen Höhlung 
täglich ein füßer Salt (Pulque), 
t Snde durch Gährung ein beliebtes 
etränt giebt. Beide in Sübamerila. 
x (fpr. Furdinieb), Amandus Jacq. 
1758 zu Tuberjent im Departement 
8, widmete fich in Arrae der Theo» 
? 1915 Lehrer der Theologie im Prie- 
. Arras, 1817 im Seminar vom hei⸗ 
u Paris, 1532 Superior dajelbfi u. 
nz dem Wohle tiefer Anflalt u. ver 
Lolenien, welche er mit Milfionären 
1849. 
(fr., fpr. Fourgong), Vorraths⸗Ba⸗ 


a, Hauptort bes Volkeſtammes ber 
a Kiffiftrome, in Guinea (Meftafrita). 
v. fr., fpr. Furihr), ein Unteroffizier 
npagnie, der auf dem Marie das 
ven beforgt, in ben Santenirungen u. 
bensmittel berbeifchafft u. auetheilt. 
t Echreibereien vorkommen, fo muß 
chreibens kundig fein. Beim Quar⸗ 
über die %-e eines ganzen Bataillons 
6 meift ein Weurieroffigier gefel,t, Der 
für Bas Ganze, im Einverhänbniß 
bebörten, regelt; zugleich find beim F. 
eine Soldaten ale Beurierichägen bei» 


gegen gebt. 

ourier (ſpr. Kurieb), 1) Jean Baptiſte Io- 
fepb, Baron ve %., geb. 21. März 1768 in Aurerre, 
war Profeflor ber Matbematitbafelbfi, bierauf Direc⸗ 
tor ber Ecole normale in Paris, folgte Bona⸗ 
Parte nach Agypten, wurbe 1902 Präfect des Iſere⸗ 
departement® u. 18515 des Rbonebepartentents, 
legte letztere Stelle aber bald mwieber nieder u. lebte 
ſeitdem in Paris ganz feinen Studien; 1517 wurde 
er beſtändiger Secretär ber matbematifchen Klafſe 
des Natienalinftitute, 1827 Mitglied ber Alabemte, 
nad) dent Tote von Laplace Präfident des Conseil 
de parfectionnement ber Bolytehniihen Schule, 


Ipäter Mitglied Der von Martignac niedergeſetzten 


Cemmiffien, welche über die Erfindung ber Wiflen- 
ſchaften Vorſchläge einreichen follte u. fl. 16. Mai 
193. Er ſchr.: Dirncours preliminaire, servant 
de preface hist. à sa description de l’Egypte, 
Bar. 1610; Theorie analytique de la chaleur, 
ebd. 1522; Me&m. sur les temperatures du 
plobe terrestre et des erpaces plandtaires, 
ebd. 1527; Analyse des dquations determinden, 
berausgegeben von Navier, ebd. 1531, ı1.a. nt. 2) 
Charles, geb. 7. April 1772 in Befancen, 
arbeitete ale Comptoiriſt in Rouen, Marſeille 
n. Lyon, am zuletzt nach Paris, wo er fih in 
feinen Muſeſtunden mit der Aufftellung einer 
nenen ſocialen Tbeorie beichäftigte, welche Die ganze 
Menſchheit abfolut glücklich machen follte. Als ber 
St. Eimenismns 1832 unterging, ſchloſſen ſich 
einige Anhänger deſſelben an F. an, unter ihnen 
auch Conſiderant. Er lebte in der fortwähren⸗ 
ben Hoffnung, daß fich irgend ein reicher Capitaliſt 
finten werde, ber die Dlittel zum Beginn der focias 
lien Reform u. Gintbeilung der Menthbeit in Pha⸗ 
lanftere hergeben werte. Endlich fanden fich 1832 
binreichenne Mittel, um ein Crgan (Te phalan- 
stere) für feine Veftrebungen zu gründen, doch 
ging daſſelbe bald unter, lebte dann 1536 als La 
phalange vwieter auf u. verwanbelte fih 1843 
in ein Tageblatt I,a democratie pacifique. % 
mwurbe 10. Oct. 1937 in feiner Kammer tobt ge 
funten. Er fchr.: Mouvement aromal (er nannte 
alle imponderabelen Stoffe Aroma), Bar. 1808; 
Theorie der quatres mouvements, ebb. 1808 ; 
Trait€ de !’association domeastique -agricole, 
ebb. 1822, 2 Bte.; Le nouveau monde in.lustriel 
et socidtaire, ebd. 1529; Dangers de la situa- 
tion sociale actuelle de Ja France, e&b. 1832; 
Etudes sur la science sociale, eb. 1833; Théo- 
rie de Ch. Fourier, e&b. 1934; La fausse in- 
dustrie, ebb. 1835. Sein Syſtem (Bouriertömus) 
nennt er felbft Die Theorie soci6taire. Es griln- 
bet fich auf bei abfoluten Zweifel (Doute absolu) 
u. auf ben abfoluten Irrtbum (Kcart absolu); 
phyſiſcher u. meraliidder Schmerz iſt ba® Zeichen 
des Irrthums, Eelbfigenugtbuung u. Vergnügen 
Beichen der Wahrheit. Hierauf baſirt er feine Theo» 
rie ber Leibenfchaften, auf welche feine Theorie ber 
4 Bewegungen, ber focialen (paffienellen), der ante 
malen (inftinctiven), ber organiichen u. Der mate⸗ 
riellen binausfäuft. Zu dieſen 4 Bewegungen fügte 
er fpiter noch eine flinfte, hie arontale, d. b. die An⸗ 
ziehungefraft ber Imponberabilien, F. wollte bie 
menfchlichen Leidenfchoiten auf den Urzuftand zu⸗ 
rüführen u. fe beiligen, indem er fie nüttzlich 


466 Fonrier bie 


machte, im Widerſpruch mit allen religisſen Geſetz⸗ 
ebern, Moraliftien u. Philoſophen, welche bisher 
ie Leidenſchaften für bös hielten, bei. aber gegen 
die Abftraction der Aflefe u. gegen bie mittelalter- 
liche Kirche, welche nach im bie unbebingte Selbft- 
vernichtung auf Erben fordere u. das bieffeitige 
Stüd für die ungewiſſe Hoffnung des Jenſeits auf 
gebe. Der Menid fei, behauptete er, von Natur 
gut, u. es komme nur barauf an, bie Leidenſchaften 
zum Guten zu leiten, um einen Halbgott aus bem 
u machen, ber ſonſt ber verabiheuungemürbigfie 
dfewicht geworben wäre. Das Veftreben, feine 
Bebürfniffe zu befriedigen, fei es aber, was bie Lei- 
denſchaften erzeuge. Sie zur befriebigen, ohne bie 
allgemeine Wohlfahrt zu ftören, ſei bie Aufgabe 
Des Socialiemus; denn in ber pathetifhen Dien- 
ſchennatur jei bie Harmonie der Geſellſchaft unter- 
egangen u. der Krieg Aller gegen Alle entzündet. 
as Mittel, wodurch er die Menjchheit wieder 
herftellen wollte, mar eine Univerfalaffociation, bie 
alle Staaten, Kirchen, Religionen umfaffen u. von 
ber bie Menſchen von ihrer Geburt an Mitglieber 
fein follten. Die Welt galt ihm eine gemeinfchaftliche 
Werkftatt, worin er die Menſchen eintheilte u. Je⸗ 
dem feine Beichäftigung anwieß. Eine Phalanz fette 
aus 400 Familien (15—18,000 Menichen) beſte⸗ 
den, die in einem einzigen großen Phalanfterium 
(Phalanstere) een eine Quadrat⸗ 
ſtunde Landes cultiviren u. für fich bie fonftigen 
Bedürfniſſe, Häufer, Nabrungsbereitung, Kleider, 
Schuhe, Erziehung, Lehre 2c. beforgen follten; 
Gruppe ift die Vereinigung mehrerer Menſchen 
von einerlei Seihmaderichtungen; fie ſollte min- 
deſtens aus 7 Perfonen befteben u. 3 Unterabthei- 
Iungen, Männer, Srauen, Kinder, bilden; Reihe ift 
bie Bereinigung mehrerer Gruppen, aufgeftellt in 
auffteigender u. abfleigender Linie, mit gleicher 
Einrichtung wie bie Gruppe. Eine Gruppenreihe 
follte gleichartige Berrichtungen, Berrichtungen 
entgegengejeßter Art u. abwechſelnde, felbft zu wäh⸗ 
lende Arbeit einer u. berjelben Perjon haben. Die 
Beamten, Aufleber, Lehr⸗ u. Werlmeifter fiir Grup- 
pen, Reihen u. Phalanz follen aus ven gefchidteften 
don den Mitgliedern ſelbſt erwählt werben. Die 
Arbeit jollte angenehm, alle Inbuftrie, d. b. jede 
Gewerks⸗, Landwirthſchafts⸗, willenichaftliche u. 
fünftlerifche Arbeit, in dem Grabe anziehend jein, 
daß Männer u. Weiber, Erwachſene u. Kinder mit 
lebhafter Luft, ohne Mitwirkung des Zwangs od. des 
Hungers, an fie gefeſſelt werden. Die Berbindung von 
400 Familien zu den Verrichtungen, a) ber Stoff- 
arbeit, d. h. der Stoffgewinnung (Culture) ı. Stoff. 
vereblung (Fabrique), b) des Gütergebrauchs od. 
der hauswirthſcha gichn Arbeit n. ©) der Güter⸗ 
vertheilung od. des Handels bringe unermeßliche 
Vortheile zu Wege. Das Gebiet ber Phalanx 
würde wie das Beſitzthum eines einzelnen Men⸗ 
chen behandelt, indem nämlich vermoͤge der Ber- 
einigung ber Lanbbefig einzelner Perfonen ſich in 
das Eigenthum einer Actiengefelljchaft verwandelte, 
melcher bie Yünbereien, Gebäude, Geräthichaften u. 
Erzeugniffe zur Verbürgung dienten. Alles folle 
gemeinfehaftlich fein (Gütergemeinfchaft), wie es bie 
St.⸗Simoniſten lehrten, doch folle, um tem num 
einmal nicht wegzuleugnenden Zriebe nad) Privat» 
erwerb zu genügen, jeder an ben Reinertrag, nad) 
Abzug Der Steuer, nach dem Maßſtabe feines zuge» 
ſchoſſenen Capital, feiner Arbeit u. jeine® Talente, 


Fourmillement 


einen ihm nach Ablauf eines Jahres a 
den Antheil haben. In feinem Kampf 
Eivilifation, welche feiner Meinung nad 
in bie Welt gebracht habe, übte F. oft ei 
u. bittere Kritik ber gejellichaftlichen ; 
biefer verbantt er feine Erfolge bei | 
Haufen, welchem jebe Revolution ber i 
Zuftänbe ber Geſellſchaft milltommen if 
tive aber, was er an bie Stelle bei 
Weltordnung fegen wollte, bot bem € 
Ironie fo viele Blößen, baß an eine e 
fegung nur wenig gebacdht wurbe, ır 
mehr, als fein Syſtem auch eine myſte 
in ber Darſtellung ber lezten Wirkn 
welche aus der Umwandlung der Geſel 
großes Phalanſterium hervorgehen ſol 
nur das erſte Phalanſtere 1620 (vor 
ſtiſchen Zahl verpra⸗ er fi allein ( 
lieber zähle. F. gab nämlich dem 
Ichlecht eine Dauer von 8000 Sabre 
diefe in 7 Berioben: Ebenismus, 8 
triarchat, Barbarei, Eivilifatien, Gar 
Aſſoeiation; bie Periode der Civiliſati 
ber Herrichaft des Adels begonnen, 
fänte fih die Geſellſchaft in dem 
Garantismus. Nach der Beriobe des & 
werbe die Zeit ber Affociation eintsel 
nörbliche Hemifphäre mit Hülfe zu me 
Ber phyſikaliſcher, chemiſcher ı1. induſt 
bis zum 600 angebaut fein, eine Nord 
Horizont in Ringform umgeben, in Re 
deira, in Grönland Orangen wachen, 
ein Eldorado fein werde 2c. Alles mer 
wachſen, die Kartoffeln wie eine Mele 
Kürbiffe auf 6 Ellen Höhe, ber Menfı 
u. 144 Jahre alt, 400 Pſund ſchwer, u 
33 Pjund an Nahrungsmitteln zu 
Unter dieſen Rieſenmenſchen babe jeb 
Gemahl, von dem fie 2 Kinder, ein 
ven dem fie I Kind befitze, einen Gi 
aber den Anſpruch auf feine Stellung : 
u. mehrere andere Befitser, bie jebo 
lichen Anſpruch auf fie machen könnten 
derbarfle am Fonrierismus ift, Daß e 
ten Männern Anhang finden fonnte, 
ſiderant fogar in Condé fur Bigre ber 
praftiihen Ausführung eines Phalar 
welcher natürlich gänzlich fcheitern mu 
gericthen bie Fourieriſten felbft mit 
Streit u. machten bann einer neuer 
Weltordnern Pla, als beren Saupt 
betrachtet werden kann. Bgl. Pellar 
Sa vie et sa theorie, 2. Aufl. Bar. 
Four Lakes (ipr. Fohr Lebe), 4 
der zufammenbäugende, fih von No 
Sübdoften eliredene Seen in ber Gr 
im Staate Wisconfin (Nordamerika), 
jer in den Catfifh⸗River ergießen. D 
von (der nordweſtlichſte, Seurtb Lake ı 
14 DU. lang, 1 Dil. breit, 50 — 70 Fuj 
von Dumpfbooten befahren, an tem; 
menden (Third Lake, 12 DIL. lang, 
liegt Madiſon, die Hauptfladt bes 2 
confin; Die beiven anderen (Secon 
Lake) find von geringerer Ausbehnu: 
Gegend um dieſe Seen berum iſt fruch 
ourmillement (fr., jpr. Furmil 
w. Sormication. j 


Ponrmois bie Foren 


447 


(fpr. Furmoa), Theobore, geb. 1817 | lem Höhlen, welche ber Gruppe aud ben Namen 


Reigien, machte fi) Anfangs durch 
Lirhograpbien u. Aquarellen, ſpäter 
Ibe einen geachteten Künfllernamen. 
(fpr. Rurmong), Stierme, geb. 1683 
ar Profeſſor des Arabiſchen in Paris 
7 fchr.: Reflexions sur l’orıgine 
»s peuples, Par. 1735, 2 Bde.; 
sınica, ebd. 1742, Kol. u. m. a. 
e (fpr. Furnoh), 1) Infelgruppe am 
er Baßſtraße (zwiſchen Auftratien u. 
nd) mit ber größten Inſel gleiches 
kenfang; 2) Gruppe zum Paumotn- 
hedrige Injeln (öntichen Polyneſien) 
von Cook entdeckt. 
fpr. Furnich), 1) Fague®, früherer 
oſtes Benedict XII., ſ. d. 2) F. le 
tiich Peter Simon, geb. 1712 in 
tſchneider u. Gießer; farb daſelbſt 
te fich um die Verbeſſerung der No⸗ 
mt, obwohl er grundlos bie Breit⸗ 
druckerfindung in 2 Abhandlungen 
ausgab; er druckte nämlich erſt bie 
die Noten darauf, alfo Das Ganze 
François %. de Pefcay, geb. 
Yaur, mar erft Milttärarzt, dann 
Fin Brüfjel u. Profeffor an ber Er» 
aſelbſt, ſpäter Regimentechirurg der 
praltiſcher Arzt in Paris, Teibarzt 
[. in Balencay, feit 1813 Eecretär 
n de sante des armdes, dann zu 
ce auf S. Domingo Director bes 
ums u. Inspecteur génér. du ser- 
&, fpäter in Paris u. fl. um 1820. 
les scrofules, 2. Ausg. Strasb. 
‚anos traumatiqne, Par. 1805, u. 
\ctes de la societ€ de médec. de 
Bde.; mit Piren: Journal de med. 
pharm. milit., feit 1815 u. Recueil 
ıt de mal. chır. et pharm. milit., 
te allein 12 Ye. 4) Antoinette, 
Rainz; ging früh zum Theater, wurde 
en Gefenfhaften, 1925 in Dresten, 
n, dann am Hofburgtbeater in Alien 
führte fie nach ihrer Verheirathung 
räſer⸗F. 
ı (befegen), 1) Möbel, Thuͤren, 
von geringem Holze (Blindholz) 
ven Tlatten, Sesrnirplatten, cd. Your» 
) von feineren Holzarten (Foummir- 
d. in verfchiebenen Figuren belegen. 
man bartes Maſernbolz, bei. Maha⸗ 
mar, Roſen⸗, Nußbaum⸗, Buchs⸗ 
⸗, Cedern⸗, Eichenholz ꝛc.; fie wer⸗ 
mit Hantfügen (Pournirfägen) od. in 
ühlen (Bourairmüßlen) zu 1—11 Li⸗ 
atten eb. auch papierblinn nıit Meſ⸗ 
z gefchnitten u. kommen fo in den 
rund zu fourntrenben Formen an 
erben tiefe Platten auf ter rechten 
ner beffebt, im Waſſer anfgeweicht 1. 
rigen, nm das Blindbolz gebogen, 
richförmig gebogenes Holz darauf ge 
bis der Leim troden tft; 2) verſchaf⸗ 
ıber Sourniffeur (fr., ſpr. Furniſſöhr), 


türkiche Infelgruppe an ter Küſte 
„zwiſchen Samos u. Ikaria, mit vie- 


gegeben haben. 

ourniture (fpr. Furnitur), bei einigen Thea- 
teen Epielgelber der Tänzer, für melde fie fich 
Schnhe, Strümpfe, Handſchuh, auch wobl bei den 
Frauen Kopfpug, Schmud anſchaffen follen. 

Bourpence_ (ſpr. Fohrpens), Wierpenceniid, 
Münze in Großbritannien. 

Fourrage (ir., ſpr. Furraſch), Fütterung von 
Hafer, Heu u. Strob für die Pferte; vgl. Ration. 
Daber Fourragiven (ſpr. Furraſchiren), bie Kour- 
rage ſelbſt verfchaffen, wenn bie dieferungen aus 
ten Magazinen nicht ausreichen od. au6bleiben. 
Die Handlung felbft heißt Sourragirung, u. man 
unterfcheibet eine trodene od. grüne Fourragi⸗ 
rung, je nachdem das Futter aus ten Scheunen der 
Orte, od. von ten Wieſen u. eltern geholt mwirb. 
Fourragirieinen dienen Dazu, das erlangte Futter 
für den Transport zufanımerygubinten. Wenn bie 
Tonrragirungen in ber Nähe des Feindes ausgeführt 
werben, müſſen einzelne Zruppenabtbeilungen zum 
Schutze des ungeflörten Ben ber Arbeit anfe 
gefelt werten u. ten ſich nähernden Feind zurück⸗ 
weiſen. 

Fourrure ifr., ſpr. Furrür), 1) Kleiderfutter, 
beſ. Pelzfutter; 2) Pelz, Pelzwerk; 3) (Herald.), 
ſo v. w. Hermelin. 

Foufſeret (ſpr. Fuſſeräh), Stadt an ter Longe 
im Bezirk Muret des franz. Departements Sauter 
Garonne; 2000 Ew. Geburtsort bes Abbe Sicarb. 

Fouta Dhialla (3. Dbiallon), Landſchaft im 
Imnern Senegambiens (Weftafrila), von Fulahs m. 
Dſchallonke's bewohnt, iſt von bohen Gebirgen 
durchzogen, anf denen faft alle bedeutenden Ströme 
tiefer Zone von Afrila (Senegal, Gumbia u. Nie 
ger) ihren Duellenbezirt baben, reich bewaldet u. 
in den ebenen Gegenden auch febr fruchtbar; zu den 
Hauptproducten gebört Wachs, welches in großen 
Maſſen in ven Handel lommt. Einen großen Zheil 
ber ganzen Lanbfchaft, namentlich die Ebenen, nimmt 
das Reich Timbo ein, in welchem die Yulah6 herre 
ſchen u. Las feinen Namen nach ber Haupiftabt 
Zimbo erbalten bat. 

Foutanier (fpr. Futanieh), Victor, franzöſiſcher 
Reiſender, vorzüglich verdient durch ſeine Nachrichten 
über bie Gebirgszüge u. Waſſerſcheiden des nördlichen 
Theils von Kleinaſien, den Taurus u. Antitaurus; 
er fchr.: Voyages en Orient, entrepris par 
ordre du gouvernement francais des l’annee 
1821—29, Bar. 1529, 2 Thle. 

Fouta-Zoro, ein 600 DOM. großer Staat im 
Zenegambien (Beftafrila), deſſen weites Gebiet fich 
länge u. ſüdlich des vereinigten Senegal erfiredt u. 
weittich durch Wallo, anti durch Bondu begrenzt 
wird. Das Lanb ift bei. reih an Tamarinden⸗ 
wäldern, meift fruchtbar u. Tiefert viel Eiſen u. 
Gummi. Die Einmobner, 400,000 an Zahl, find 
muhammedaniſche Peuls. Wegen bes Fanatiomus 
ter Bevölkerung, die ſeit 1775 unter einer Art von 
riefterherrfchan, ftebt, für Europäer ſchwer zu⸗ 
gänglich; doch haben tie Franzojen 1857 mieber 
ein —* zu Podor am Senegal errichtet, was den 
bedeutenden Handel des Platzes beſchiltzen ſoll. 
Hauptort iſt Medinalla (d. i. Gottesſtadt). 

Fr he fo v. w. Futſcheufu. 

pur, Vorgebirg ber NWRijte von Haiti. 

Fovöa ılat.), 1) Grube, bei. 2) (Anat), im 

einen Kuochen; jo F. haemisphaertca, |. u. Obr. F. 


A648 
lacrsmalis, |. n. Auge; F. axillaris, Achſelgrube; 
3) (Bot., Grube), eine vertiefte Stelle, bef. an Blü- 
tbentbeilen, bie Honig ausicheiben, Daher F. necta- 
rifera, die Honiggrube, 8 auf den Blumenblät⸗ 
tern von Ranunculus, Trollius u. Fritillaria. 

Foveaurſtraße (ſpr. Fowohſtraße), trennt bie 
Inſel Stewart von der ſüdlichen Neuſeelandeinſfel 
Tawai; nach dem franzöſiſchen Reiſenden Zaveaur 
genannt. 

ee fo v. w. Grubenqualle. 

ovilla (Bot.), der Befruchtungsftoff, d. i. ber 

Inhalt der Bollenlörner u. Antheribien. 

Foviren (v. lat.), 1) bähen, f. Foment; 2) be⸗ 


nftigen. 

Ben (ſpr. Fo⸗ih), 1) Fluß u. ©) Borough 
daran, in der engliihen Grafichaft Cornwall, be= 
fefigter Hafen, Sarbellenfilcherei, Fiſchhandel, Zinn- 
gewinn; 2000 Ew. Dabei das — der Fa⸗ 


milie Raleigh Monabilly, mit großen Mineralien⸗ 
fenmlungen. 
gone, fo v. w. Foula. 
owler (ipr. Fauler), 1) Bai an ber Kiifte ber 


engliihen Colonie Eidauftralien; 2) Städtiſcher 
Bezirk mit Poftamt (Post-township) in ber Graf⸗ 
ſchaft St. Lawrence im Staate New⸗VYork (Nord⸗ 
amerila) am Obmwegatchie- River, 1900 Em. 3 
Stättifcher Bezirk mit Poſtamt in der Graffche 
Trumbull des Staates Ohio; 1100 Ew. 

. Fowler (jpr. Fauler), Thomas, geb. 1736 in 
York, war Anfangs Pharmaceut, ftubirte aber 1774 
ın Edinburg Medicin u. prafticirte in Stafforb, 
dann in dert; 1796 wurbe er Arzt der Quäler- 
irrenanflalt in ber Nähe von York u. ft. 1801. Er 
jr.: De methodo medendı variolam, praeci- 
pue auxilio mercurii, Ebinb. 1778; Medical 
reports on the effects of tobacco, Yonb. 1785; 
Med, rep. on the effects of arsenic in the cure 
of agues remittent fevers and periodic head- 
ach, ebd. 1766; Med. rep. on the effects of 
bloodletting, sudorifics anıl blistering in the 
cure of tlıe acute and chronic rheumatism, 
ebd. 1795 (deutſch Breslau 1795). Über Sowlers 
Mineralauflöfung, |. u. Arienit V. B) aa). 

Sowlerit, Mineral, bildet große Kryſtalle bes 

onoflinoebrifhen Syſtems mit einem matten 

berzug, ift röthlichbraun u. beftcht aus Kiejelfäure, 
Mangan u. Eifen; Sundort: Franklin in Nem- 
Jerſey. 

Fox, 1) Richard, geb. um 1465 zu Ropesley 
in Lincolnſhire; ſtudirte in Frankreich Theologie 
n. wurde dem Grafen Richmond (nachmaligem 
Heinrich VII.) als Unterhändler bekannt, durch die⸗ 
ſen Biſchof von Exeter u. Staatsſecretär. Er unter⸗ 
zeichnete 1497 ben ſiebenjährigen Waffenſtillſtaud 
mit den Schotten u. unterhandelte wegen der Heirath 
Jakobs IV., Königs von Schertland, mit Margare- 
the, Tochter Heinrichs VII. Er wurde dann Biſchof 
von Wincheſter, begleitete ben König nach Frankreich 
u. ſchloß mehrere Berträge Unter Heinrich VII. 
zog er fih 1515 in fein Bisthum zurück u. ft. 1523. 
2) John, geb. 1517 zu Befien in Yincolnfbire; 
ſtudirte Theologie, nahın die Lehren Luthers an u. 
mußte deshalb unter ber Königin Maria nad) Ba- 
fel fliehen, tehrte unter Eliſabeth zurüd u. erhielt 
eine Präbente an der Kirche zu Salisbury; er 
fl. 1567 u. fhr.: Martyrologium, Lond. 1563, 
9. Aufl., ebd. 1684, 3 Bde. 8) Luke, englijcher 
Gasbrtuer, lebte in der erfien Hälfte des 17. Sahrh.; | 


Foreaurſtraße bie For 


König Karl I. rüſtete ihm ein Schiff auı 
ber Sntbedung einer nordweſtlichen D 
Norden von Amerila; am 5. Mai 16 
von Deptiorb ab, nahm feinen Lauf m 
fonsbai u. brang bis Fox Fartheſt vor 
bier, von ber Bergeblichkeit feines U 
überzeugt, umfebren p. kam ben 21.€ 
den Dünen an. F. war ber erfte, welde 
hen Gegenden genau unterjucht hat, u. 
ibm entdedten Infeln, Eilanden u. $ 
gegebenen Namen find meift beibeba 
er beichrieb feine Keife in ben We 
West-Fox or Fox of tbe north-w. 
Lond. 1635. 4) Georg, geb. 1624 
in Leiceſterſhire; Sohn eines Leinn 
eifrigen Presbyterianere. Bei einem 
in der Lehre, hütete er beflen Schafe 
zu einem Scufter, grübelte bei beit 
‚gungen über Neligionsgegenftänte ız, 
eſchloß er dahin zu ſtreben, bie Dienj 
gend zurüdyuleiten. Hierin wurte er 
nen beftärtt. Er verließ nun feine 
ichlief auf Bäumen u. las nur in ker i 
ſchien ihm auch die Bibel entbehrlich, 
redete fih, daß im ihm biefelben Inſp 
wacht wären, wie bei ben Apofteln u 
Er prebigte 1648 in Maichefter, gewa 
ten u. unterbrach nun fogar in Kirchen 
dienft. Zu Nottingham wurbe er t 
eingelertert, belehrte jeboch feine Verfol 
frei gelaffen. Aus feinem Anhang 
Secte der Duäler (ſ. d.). Er prebig 
ben Trunk, Proceffe u. den Krieg, ve 
vor Jemand abzunehmen, bie Knie vor 
fhen zu beugen, einen Eid abzulegen ı 
verfolgt, in ein Narrenhaus gefperrt 
ertrug er dies Alles u. prebigte, er 
Neuen. Wieder verhaftet wurte er 
geihidt, wo ihn Cromwell auf fein 
feine Unruhen zu beginnen, frei lief 
jeiner Anhänger wuchs, ta er nun! 
fentlich lehren u. Durch den Drud verb 
nod) mehr. 1658 bielten feine Anhä 
ford die erfte allgemeine Verſamm 
neuen Berfolygung war er unter Karl! 
tie aber 1666 enbete. 1669 beirat 
Wittwe eines feiner Auhänger, begab | 
Amerika, um dert feine Lehre mehr 
fehrte 1673 nach England zurüd, w 
Worceſter cingelerlert, weil er eine 
ſammlung ber Duäfer berufen hatte, gi 
Holland u. fpäter, um 1654 nad H 
burg u. Danzig, um dort bie Mem 
Sectirer für feine Lehre zu gewinnen. 
Seine Schriften geſammelt, 3 re 
Leben beichrieb er —* Lond. 1691. 
Popular life of G. F.. Lond. 1847. | 
James, geb. 24. Jan. 1749; dritt 
Lord Holland u. von mütterlidher : 
Karls II., entwidelte, früb reif, ein un 
Rednertalent, machte zu Eton u. Orie 
bien, die fi) zum größten Theil auf 
Literatur beſchräuklen, u. bei dem loder 
ches F. führte, wenig erfolgreich waren 
er Das gejegliche Alter von 21 Zabren 
wurte er filr Midhurſt ins Parlamen 
ſchloß fih Lert, feinen Familientrabiti 
an bie Zoried an, Seine glängeifve 


Ges bie Zor-River 


458 


er Schärie der Auffaſſung u. einer | fanı aber nah Pitts Tode, 2. Jar. 1606, von Neum 


seldhe die Aidge tes Gegners chen 
: wie zum Gegenflante eines von 


an das Ruder, indem er bie Zeele bes fogenannten 
Miniſteriums aller Talente murbe. Aber ſchon im 


Berehnung getragenen Angriffe : Sommer deſſelben Jahres ftarb er 13. Septbr. in 


Id allgemeine Bewunderung. Die 
ie8 fuchten ibn auf jere Meile an 
murtde 1770 Cord der Atmiralität 
n er furze Zeit aus dem Cabinet 
rd ter Schatlammer. Inzwiſchen 
haft mit Burke (ſ. d.) u. entfrem⸗ 
ymanen u. liberalen Anſicht von 
it huldigend, immer mehr ber to» 
ſchied 1774 aus tem Minifterium 
Sröffnung des neuen Parlamente 
Gegner ter Regierung auf. Mit 
ıten, begann er unter Den ungün⸗ 
ffen ten Kampf gegen tas Dlini- 
deſſen friegeriiche Maßregeln zur 
es Aufftantes ter ameritanifchen 
ädig verfecht er tie Sache ter Co⸗ 
he der Freiheit, u. die Niederlagen 
ſchafften jeiner Anſicht endlich 1782 
'orıb trat ab, u. ir dem neuen Mi⸗ 
3bam übernahm 7%. das auswär⸗ 
ideß ter König ten Whigs nicht 
von einen Syſtemwechſel nichts 
mnte F. Leine fefte Stellung an- 
tem Tote Redingbams wurde er 
whiggiftiichen Diiniftern entlaflen, 
Mat zu machen. Nun verband ſich 
tion geträngt, mit feinem ehema⸗ 


Chiowick⸗Houſe. Im dieſe lebte Periode ſeines 
Wirkens fallen feine liberalen Beſtrebungen gegen 
bie Gintommentare, fiir Die Emancipation ter Ka- 
tboliten, für Lie Abſchaffung nes Stlavenbantels, 


| für bie parlamentarifche Reform u. gegen die Union 


d North gegen Shelburne u. Pitt, | 


sit dieſer Zeit fein glänzendes Ta- 
naun zu entfalten begann u. Die 
ung wurde. Es gelang F. bald, 
es mit Frankreich abgeſchloſſenen 
sdens zu ſtürzen, merauf er mit 
anntes Koalitiensminifterium bil: 
inneren Riterfprliche tiefes Cabi⸗ 
tt 1793 von Neuem and Ruder. 
anlaffung feines Sturzes war die 
velcher der Mißregierung der 
apagnie ein Ende machen wollte. 
eiſe Maßregel erhielt aber in ter 
genommen wurte, das Gepräge 
zoers, welches ven Wohigs die Lei⸗ 
ıng für längere Zeit ſichern follte; 
fih die Krone u. berief Pitt von 
un 
efäbrlichfte Gegner Pitts in bie 
Aien, wo er oft der Parteileiben- 
e al® der befleren Einficht, nur um 
ritt zu nöthigen. Bein Ausbruch 
ı Revolution überwarf er fib mit 
das revolutionäre Treiben mißbil- 
un eine Fraction der liberalen Par⸗ 
welche zwiſchen den Burliten u. 
Mitte ſtanden. Der Berſuch einer 
n Pitt u. F. ſcheiterte 1792. Pitt 
n ben Burliten unterſtützt, mäch⸗ 
16 F. einſah, daß er mit feinen ge⸗ 
völlig iſolirt war, zog er I ven 
33 aus dem Parlanıente zurüid. Gr 
Frieden zu Amiens eine Reiſe nach 
Bann ein Anerbieten, welches ibm 
Ik nad breijähriger Unterbredung 
: Spitze ber Regierung getreten war, 
au ber Bertwaltung machte, zurild, 
rifon. & Rufl. VI. 


eines Minifteriums. Wieder | 


Irlands, Ihm wurde 1816 eine Bildſäule auf 
Dloomdbury-Zquare u. 1518 ein Denkmal in ber 
Meftminfterabtei errichtet. Er fchr.: Ilist. ofthe 
early part ofthe reign of James the second, 
Pond. 1508 (beutfh von Soltau, Ham. 1510); 
feine Speeches kamen Lone. 1815, 6 Bde. her» 
aus, Lebensbeſchreibung, franzöfiih von I. Marti⸗ 
net, Bar. 1507; F. in feinem politifchen,, literari⸗ 
ſchen u. Privatleben bargeflellt, Yyz. 1505. Die 
Nebenbuhlerſchaft zmifchen Ein u. %. benutzte Gott⸗ 
ſchall in feinem Luftfpiele Pitt u. Kor. 6) Wil 
liam Jobnfen, geb. 1756 zu Uggleshall in Suf- 
folk, ſtudirte Theologie, betbeiligte fih durch Schrif⸗ 
ten an allen liberalen Beſtrebungen, nahm ſich beſ. 
ber untern Vollksklaſſen u. ber Verbeſſerung bes 
Bollgunterrichts an un. trat 1547 für Oldham in 
das Barlament, wo er zu ber äußerfien radicalen 
Bartei gehörte; er fchr.: Letters of a Norwich 
weaver-boy; Lectures to the working classes, 
Yond. 1845 — 49, 4 Bbe. 

Bor, 1) Grafſchaft im Staate Jowa (Nordame⸗ 
rita), SB EM.;, vom Lizard» River burchfloffen ; 
nach ben Foxindianern genannt, welche früher in 
tiefer Gegent wobuten; 2) Städtiſcher Bezirk 
(Township) in ter Grafſchaft Ell des Staates 
Pennſylvanien; 1000 Ew.; 3) Städtiſcher Bezirk 
in ber Grafſchaft Carroll des Staates Ohio; 1600 
Em.; 4) Städtiſcher Bezirk in der Grafſchaft Ken⸗ 
ball des Staates Illinois: 1000 Ew. 

Foxborough (ipr. Fokeborreh), Städtiſcher Be⸗ 
zirk mit Poltamt in der Graiſchaft Norfolk des 
Staates Maſſachuſetts (Nordamerikad, un Der Bo» 
ſten⸗Providence⸗Eiſenbahn; 2u00 Ew. 

Foxeroft ſpr. Felelreft), Städtiſcher Bezirk 
mit Poſtanit (Post-township) in der Graſſchaft 
Piscataquis im Staate Maine (Rordamerika), am 
Biscataquis-River; 1200 Em. 

Forindianer (Fored), Unterſtamm ber Sacd, 
zu dem Hauptſtamme ber meillihen Algonkins ge- 
börig, ebemals im Staate Jowa, im neuerer Zeit 
faſt gänzlich ins Indiau⸗ Territory zurückgedrängt, 
vielleicht noch 1600 Köpfe ſtark. 

For: Idlande (ipr. Fols-Eilänbs), Inſelaruppe 
an der Küftetesnortamerilanifhen Staates Maine, 
vor ber Penobſcotbai; fie bilden tie Townſhip 
Vinalhaven, zum Staate Maine gehörig. 

For: Kanal (Aor· Channel, pr. Fols⸗Cbannel, 
Meeresarın des nörblishen Atlantiſchen Occaus zwi⸗ 
ſchen Baffinsland u. ter Halbinfel Melville Griti⸗ 
ſches Nordamerika). 

Fox⸗Niver (ſpr. F. Riwwer), 1) (Aromatic- 
River), Fluß in Nordamerila, entſpringt in ber 
Grafihaft Davis im Staate Jowa u. füllt im Ztaate 
Miſſouri in den Miſſiſſippi⸗River; 2) (Pifbtala), 
Fluß, entipringe in ber Graſſchaft Wauleſha bes 
Staates Wisconſin u. füllt bei Ottawa im Staate 
Illinois in den Illinie-River, 50 Meilen Strom⸗ 
länge; 3) (Neenab), Fluß im Staate Wiscenſin, 
eutſpringt in der Grafſchaft Marquette, durchſtrömit 

29 


450 


Vov bie Fracht 


ten Winnebagoſee, fällt in bie Greenbai bes Mi⸗ſpital be TOureine; ex ſchr.: Man 


chiganſees u. ıft durch einen Kanal mit dem Wis⸗ 
ai sNiver verbunden, woburd eine für Dampf- 
ſchi * ger! nete Verbindung bes Michiganſees 
mit dem if ippi⸗River u. dem Merilanijchen 
Meerbufen bergeftellt iſt. 

Foy (ipr. Boa), 1) Marimilien Sebaflien, 
geb. 1775 in Ham; er wurde 1790 Artillerieoffizier u. 
machte feine erften Felbzüge 1792—93 in Belgien. 
Obgleich eifriger Republilaner wurde er doch während 
der Revolution wegen feiner Äußerungen zu Cam⸗ 
bray feſtgeſetzt. Breigelaffen, diente er unter Moreau 
u. Deſaix ale Kapitän im zweiten reitenten Artillerie- 
regiment, zeichnete ſich 1799 bei der Vertheibigung 
von Hliningen aus u. wurbe bei bem Rheinüber- 
gange bei Diersheim verwundet. Zum Chef d'Es⸗ 
cadron ernannt, wurte er an die Norblüfle entfen- 
bet, focht 1798 gegen bie Schweiz, 1799 ımter Oudi⸗ 
not in Maflena® Armee bei Feldkirch gegen Korfa- 
kow u. Souwarow, wurbe Generalabjutant u. Bri- 
gadechef, führte 1800 eine Abtheilung ber Rhein⸗ 
arme unter Lecourbe u. Moreau, ging mit Moncey 
über den St. Gotthard, nahm Theil an der Schlacht 
bei Marengo u. wurde 1801 Commandant von 
Mailand. Nach dem Frieden zu "Mailand Obrift 
des fünften reitenden Artillieregiments, erbielt er 
1803 unter Abmiral Bruix den Befehl über fünf 
ſchwimmende Batterien zu Boulogne. Zum Chef 
des Generalflabes ber Artillerie des Lagers von 
Utrecht ernannt, wurbe er in Moreaus Proceß 
compremittirt u. entging einem Berhaftsbefehl nur 
durch die Flucht. Napoleon ſchlug die Sache nieder 
u. ignorirte es, als er 1804 gegen bie Erhebung 
Des Conſuls zum Kaifer ſtimmte. Er machte darauf 
eine Reife nach Italien u. Ägypten u. wurde, nach⸗ 
dem er fich mit den neuen politiihen Verhältniſſen 
Frankreiche ausgeſöhnt hatte, 1805 Chef ber Ar- 
tillerie in Friaul. 1807 ſandte ihn Napoleon mit 
1200 Ranonieren den Türken zum Beiftanb gegen 
die Engländer nah Conftantinopel. Die Dlann- 
ſchaft kehrte um, als fie Selims Tod erfuhr, $. 
aber fetzte die Darbanellen in Vertheibigungsftand. 
1808 nach Portugal gefandt, wurde er bei Vimeiro 
germwunbet; dann Brigadegeneral, blieb er auf ber 
Pyrendiſchen Halbinfel, zeichnete fich unter Soult 
durch kühne Thaten aus u. fehrte 1810 nad) Frank⸗ 
reich zurlid. Zum Divifionsgeneral ernannt, befeb- 
ligte er 1811 u. 1812 in Spanien faft ſtets detachirte 
Corps u. rettete Die franz. Armee nad) ber Schlacht 
bei den Arapilen durch geſchickte Dedung des Rild- 
—5— Ebenſo tapfer benahm er ſich 1813 auf dem 

dzuge nach Südfrankreich. 1814 bei Orthez ver⸗ 
wundet u. geſchlagen, überraſchte ihn bie Abdankung 
des Kaiſers auf dem Krankenlager. Unter den 
Bourbons Generalinſpector der Infanterie gewor⸗ 
den, befehligte er bei Waterloo eine Diviſion In⸗ 
fanterie u. wurbe verwundet. 1819 war er Gene⸗ 
talinfpector in ber 2. u. 16. Militärbivifion u. De 
putirter des Departements ber Aisne. Hier ſetzte 
er fih mit Nachdruch u. Beretifamleit gegen bie an« 
tiliberafen Mafregeln der Miniſter u. erwarb fich 
dadurch bie Liebe des Volkes; er fi. 28. Novbr. 1825. 
Er ſchr.: Hist. d& la guerre de la Peninsule 
sous Napoleon, Bar. 1824, 4 Bde., Lebensbe- 
ſchreibung von Tiffot, Par. 1825; feine Discours, 
berausgeg. Par. 1526, 2 Bde. 2) Srancois, 
geb. in Fontsine-fous-Dkontai uillon; Brofeflor der 
Chemie u. Bharmakologie, Oberapotheler am Ho⸗ 


macie, 2. Ausg. Bar. 1828; Cour 
cologie, Par. 1830—31, 2 Bbe.: 
morbus de Pologne, ebb. 1832: 
morbus de Paris, ebb. 1832; No 
laire de praticiens, ebb. 1833. 
Foya, Ia, höchſter Berg in ber 
chique in ber portugieflichen Pr 
3594 Fuß hoch. 

Foyer (fr., fpr. Fojeh), PR 
w. Minenherd; 3) Brenn-, Mittely 
baltungszuimmer ob. Gang zum Pr 
einem Theater ob. Goncertiaale, ı 
lich ein Buffet befindet. In Frankt 
publics (fpr. 5 pũblik, gemöhnli 
artisies (|pr. %. dãs artift), Conve 
wo fih außer den Schaufpielern 
Dichter, u. wer fonft mit ben Schau 
bindung fteht, einfinden u. mit ihne 

Foyers (Ipr. — ‚we | 
gleihnamigen Fluſſes von 170 (212 
er in ber ſchottiſchen Grafſch⸗ 

t. Foy la grande (Ipr. Säng| 
Stadt an ber Dordogne im Ar 
bourne bes franzöfifchen Departem 
Wein⸗ u. Oetreidehandel; 2700 Ew 

Foyle (pr. Feul), 1) Fluß in te 
ſchaften Donegal u. Yondonderry, ni 
Fin u. a. aufu. mündet 2) in den Se 
welcher durch einen Kanal mit bem 
bindung ſieht. 

⸗æPulver, fo v. m. Jagdpulver. 

r., Abtürzung, 1) jo v. m. Fra; 
Corpus juris; 2) ſo v. w. Franc. 

Fra (ital., Bruter), in Spanien 
ber Mönche, bie, nicht Geiftlidhe fi 
Bettelmönche. 

Fra Bartoloınmeo Bi San 
Baccio della Porta. 

Frabdſa, 1) (8. Seprana), 2 
dagna u. Corſaglia in der fartt 
Mondevi, Hauptort Des gleichn: 
Maldung von Fichten, Tannen, A 
sucht, hwarzer Marmor; 2800 Er 
tana), Dorf ebb.; 1700 Em. 

Fa Fr Fraccazzani, ſ. 

racaſtoro, Geronimo, geb. 1: 
wurde 1502 Profeſſor Der Dialektik 
erfter Leibarzt bes Papſtes Paul II] 
Zurüdgezogenbeit auf einem Lam 
rona ı. N 1553. Er gab der Luftie 
Syphilis u. fehr.: Syphilidis s. < 
lico (ein Gedicht), Verona 1530, ı 
von Choulant; Poemataomnia, Pa 
omnia, Bened. 1555, 3. Aueg,, el 

Fradetta (ipr. Fraketta), Gercı 
in Rovigo, hielt fi) in Gejchäften 
Hofes eine Zeit lang in Ront auf, m 
feiner Satyren biete Stabt verlaf 
Neapel zu Anfang des 17. Jahrh.; 
jen: Il Seminario del governo 

uerra, Genf 1648 (beutfh Eıfn 
italienijche Paraphraſe Des Lucreriut 
Dialogo del furor poetico, $ı 
principe, Beneb. 1599, u. a. m. 

Fracht (fr. Fret, im Dirtelmer 
Freight), 1) die Ladung, welde e 
d. b. Jemand, ber aus tem Trans 


Fracht bis Frabes 


>» gu Laube u. auf Fluüfſen em Ge⸗ 
od. ein nn, er Jemand, 
Vergütung ttanspor- 
ea) die Bergätu 
Vrechtgeid), welcher für den Trans- 
wiſchen bem Fracht⸗ 
aaren wird in der 
vertrag abgeſchlofſen. Bei ber Land⸗ 
ußfchiffefracht dazu gerechnet, erhält 
miache Form ale SraWibrief. Dieſer 
Dem Ort u. Datum ber Ausftellung 
Wohnort bed Frachtfahrers, Zeichen, 
sicht, Anzahl u. Imbalt der Frachtſtücke 
der bebungenen Fracht od. falle bie- 
ender vorausbezahlt wurde, bie Be⸗ 
ıco, bie gleichfafle bedungene Liefer⸗ 
ye der Entihätigung, welche ber Em⸗ 
ichteinbalten berfelben vom Fracht⸗ 
‚ern hat, bie Bemerkung, baß bie 
zutem Zuſtande geladen find u. auch jo 
t werben miäflen, endlich bie Unter- 
nters u. die Adreſſe bes Bee ie 
uch auf Die äußere Seite bes zuſam⸗ 
n Frachtbriefes, welcher, außer in 
t verfiegelt fein Darf, geſchrieben, wo 
5 die Angabe etwaiger Nachnahmen 
eb. Spebiteure fowie ber Verfiche- 
Bla fintet, falle das But, wie es 
m üblich ift, gegen VBerluft ob. Be⸗ 


451 


| geht nicht fortiehhen Tan, alfo auch bie Ari 


| 


— — — — — — ——— — — 


cſichert werben ſoll. Frachtbriefen, 


Ugrenze paffiren, muß eine genane 
es Inhaltes der Frachtſtücke beige- 
dan bedient ſich zu Frachtbriefen ge⸗ 
ılare. Bei Eiſenbahnfrachtbriefen iſt 
ſben ſtreng vorgeſchrieben, u. manche 
nehmen nur Frachtbrieſe an, welche 
en ausgegebenen Formulare geſchrie⸗ 
elben enthalten in der Regel die ſpe⸗ 
mngen, unter welchen tie Pracht 
pird, namentlich in Betreff ber Höhe, 
3 für befhäbigte ob. verlorene aber 
» Güter. Die 5. auf gewöhnlichem 
ichnet der Kaufmann als F. per 
ird nad) dem Gewicht berechnet, wenn 
‚fe Ladung des Wagens eine Baufch- 
st wurbe. Bei Eiſenbahnfracht 
reiß je nach ber größeren ob. gerin» 
zkeit des Transportes. Gilgut, b. 5. 
se ınit Perſonenzügen geben, muß 
werben ale orbinäre® Gut, auch 
chen Fällen ber Raum in Betracht, 
ter einnehmen, fo wie auch bie Qua⸗ 
. Die $. iſt fällig bei Üblieferung 
yat der Krachtfahrer inı Ball ter Zah⸗ 

einen Regreß an ben Sute ſelbſt. 
R bei Seefracht heißen Connoſſa⸗ 
od. wenn der Abſender das game 
em Verfradhter für eine befontere 
ımt, Charte-partie (f. d.). Die F. 
ale zwar in der Kegel auch 
ter bezahlt, welche tabelfrei den Be⸗ 
erreichen, doch kann der Edhiffer auch 
ı benen dies nicht ber Fall war, bie 


men Theil berfelben beanfpruchen 


(ben wegen Belhätigung in einem 
Yanft werden mußten; in dieſem Kalle 
Hiffer nur einen Xheil der Kracht 
ht), wofern nämlich das Schiff feme 


üter ausladen nınf; b) für Güter, bie jur a 
meinen Rettung über Bord geworfen erden muf- 


od. ber Lohn , ten; e) für Guter, welche ber Befruchter sd. Em- 


pfänger in einem Rothhufen Abernimmt, wenn er 
die Ausbeſſerung bes Schiffes nicht abwarten will. 
Enblich gehört dazu auch bie Fantfracht(ſ. d.). In 
ben meiſien Yänbern iſt bie ng ber F. zu⸗ 
ie Mau gebt dabei won ber Anficht aus, daß 
ber Werth der Güter an ihrem Beflimmungsorte 
um ben Betrag ber Fracht höher fein muß, ale am 
Ausgangshafen; bie entgegenfiebenben Gelee in 
Frankreich, Spanien, ben meiften itafienifchen See⸗ 
finaten u. Dänenarf gründen ſich darauf, daß man 
das Interefje bes Schiffers n. Schiffsvolles an ber 
Erhaltuug der Yabung nicht verringern bärfe, wie 
es durch die Verfiherung der F. geſchieht. Wird 
ein Schiff mit allen feinen Räumlichkeiten von Leni 
Gigner für eine Fahrt vermietbet, fo heißt per Miether 
Befrachter (Charterer) n. ber Eigner Berfrad- 
ter, Dagegen nennt man den Dtiether eines beftimm- 
ten Enbifraunee Ablader, Berlader od. Yabunge- 
intereflent. Bet leichten Waaren wirb die F. flets 
nach Eubiffuß, bei ſchweren nach Tonnen ob. Yaßen 
berechnet, nanıentlich wenn biefelben oje (d. b. ohne 
Euıballage) verlaben werden. Über das Verhältniß 
der Tonnenzahl zum Eubilinhalt der einzelnen Waa⸗ 
ren bat nıau an großen Eeepläten Srachttarife auf⸗ 

eftellt, welche Die Rebuction des Gewichtes auf ben 

aum, den eine Waare einninmmt, fehr bequem 
nahen. Die F., welche ein Frachtfahrer od. ein 


Frachtſchiffer am Beflimmungsorte ber Ladung ein- 


heiligenbai, an ber 


ninunt, um fie an den Ort ber Abfahrt zu bringen, 
beißt Rückfracht. An bebeutenben Safenorten be⸗ 
dienen fich bie Verfrachter Häuftg ber Vermittelung 
von Agenten (Sciffemafler) zum Abſchluß von 
Fradteontracten; bie Frachtfahrer erhalten ihre $. 
meift burch —— ber Spediteure ob. Com⸗ 
millionäre, Seit dem Aufkommen der Eiſenbahnen 
haben dieſe ben bei weitem größten Theil ber Land⸗ 
fradht am fich gebracht, u. die Koften berfelben find 
bei. dadurch, daß bie Eifenbahngefellfchaften das 
Spebitionsgeichäft ſelbſt beforgen, um ein Bedeu⸗ 


tenbes berringert worden. Vgl. Münter, Fracht⸗ 


fabrerredht, Hannover 1810, 2 Bde 
ck, 1) (v. engl. Frock), urfprünglich ein 
Ubertleid von grobem od geringem Zeuge, um ben 
Rod zu fchonen, wie es Kindern übergezogen wird, 
od. wie es Stallknechte u. Kutfcher tragen; dann 
2) ein Inapper, kurzer Rod, Iagbfleib; bei. 3) Rod, 
welcher vorn in der Mitte des Leibes ansgefchnitten 
iſt n. hinten lange bi® in bie Knie reichende Schöße 
bat. Die F⸗e famen im Anfang des 18. Jahrh. 
burch das Ü reinanber[elagen ber, Schöße des da⸗ 
maligen Stanteffeides, eines kurzen Überrodes, zuerſt 
in Frankreich auf. 

etion (v. lat.), 1) Bruch; 2) das Brechen; 
9) in ben parlamentarifchen Barteien die Heineren 
Unterabtheilungen od. Gruppen, welche in einzelnen 
Principienfragen von der Hauptpartei abweichen. 

etür (vo. lat. Fractura), 1) Bruch; beſ. 2) 
(Med), Knochenbruch; eu: u. Schriftg.), bie 
gereöhnlichen beutfchen Brudichriften im Gegenſatz 
zur Iateinifchen (Antiqua); 4) jo v. w. Kanzleiſchrijt. 

ded, 1) Marktflecken iu ber fpanifchen Pro⸗ 
pin, Salamanca (Leon), warme Mineralgnellen u. 
Bäder; 600 Em.; 2) gebirgige Juſel in der Aller- 
der braſilian. Provinz Bahia 

ya 


“2 


aus; ber Werfftätte.eines ‚Strumpfmwirlers zu eier 

‚Näuberbanbe, welche ihn zu.ibrem Hauptmann er- 

‚wäblte, Wegen jeiner Unſhaten, bie er in ber Ge⸗ 
gend von Itri peribte, wurde er in contumacıam 
zum Tode verurtheilt. Nach Anderen weibete er 

ſrüher Ziegen , wurde dann Dlönd unter bent Na- 

: mer Bra Mngelo,-entfloh u, wurde num Räuber. 
Bei der Ankunft der Franzoſen erflärte er fich für 
ben König von.Meapel u; erhielt deshalb 1799 vom 
Cardinal Ruffs Verzeibung u. Oberftenrang, or- 
ganifirte feine Banbe u, machte den Feldzug im rö⸗ 
miſchen Gebiete mit. Als 1806 bie Franzoſen 
wieder in Neapel einrüdten, nahm er ſich Itri 
wieber zum Mittelpunkt feiner Raubzüge, that den 
Franzoſen viel Schaten, 308 ſich, von dieſen ange- 
griffen, nach Gaeta zurüd, wurde aber wegen ſchlech⸗ 
ter Aufführung vom Prinzen von Heflen-Philippe- 
thal fortgeihidt. Nun begab er ſich über Galabrien 

‚nad Palermo, injurgirte unter leitung bes Com⸗ 
modore Sidney Smith Calabrien u. begann von 
Neuem die Franzoſen zu beunruhigen u. zu berau- 
ben. Durch Berrätherei zu ©. Severino gefangen, 

‚wurde et, ungeachtet bie Engländer feinen milttärt- 
ſchen Charalter geltend machten, im November 1806 

in Neapel gebentt. Er hat zu vielen Sagen, Liedern 
u. zu ber Yuberfcen Oper 5. D. Anlaß gegeben, 
obſchon bort nichtẽ als der Name geblieben ifl. 

* Filippo, ſ. Lippi. 

.., Braga, Stadt am Cineca in ber ſpaniſchen Pro⸗ 
vinz Saragoſſa, weftlich bei Leriba ; 5000 Eiv. Hier 
1134 Ntieberlage Alfons T. von Mragonien Durch 
bie Mauren; ber ah: ſelbſt blieb. 

Fragarla (F. L. Erbbeere), Pflanzengattung 
aus der Famlie der Rosaceae - Dryadeae - Fra- 

‚ garieae, 13. Kl. 5. Ordn. L. |. u. Erbbeere. 

tage, 1) (Gramm.), ein Sa, welcher un- 
volftäntig od. unbeſtimmt ift u. zu beifen Vervoll⸗ 
fländigung ein Anberer aufgefordert wird. Die 
F. ift entweder eine d itecte wo man ſich gera- 
dezu an Einen wenbet, 3. B. Was ift bie Seele? 
ob. in dir eete F., wenn bie 5. abhängig von einem 
Wort od. einem auderen Gabe geftellt wird, 3.8. 
Die Seele meiß jelbft nicht, was die Seele jei. Es 
gibt dazu befoutere Fragwoͤrter, 3. B. mie? warum? 
etwa ? u. bei. das Aragpronomen, |. Interrogativum. 
Eine Doppel-%. (einander entgegengefehte Fen) 
% wenn man bisjunctioiich fragt, 3. B. ift bie 
ele etwas Einfaches od, etwas Zuſammengeſetz⸗ 
tes? Je nachdem auf die F. eine bejahende od. ver- 
neinende Antwort erwartet wird, heißt fie eine af⸗ 
firmative od. negative. Die F. fol kurz u. 
beutli fein; u. die Kunft richtig zu fragen wird 
bef. im Unterricht bei ber Katechifation bewieſen. 
2) (Afth.), rhetoriſche Figur, eine Trage, auf welche 
ber Rebuer feine Antwort erwartet, da bie Antmort 
als jelbftverftäntli nur in ber vor Dem Sprechen- 
den gewünjchten Weile ausfallen kann. Sie dient 
zur Belehung bes Vortrags u. zu [härferer Hervor- 
bebung ber Richtigkeit einer Behauptung, 3. B. 

- wozu Umwege, da wir leichter zum Ziele fommen 
Innen? 8) In der Politik fo v. w. unentjchiebene 
Angelegenheit, über welche ein diplomatiſcher Streit 
geführtwird, fo Orientalifche F.; 4) GGechtsw.), 
!. Brogfiide; 5) Beinlihe $., Harte F., lo 
x. w. Tortur; 6) (Kartenip.), ber Yall, wo man 
ein einfaches Spiel machen kann; vgl. Solo, Stat. 


Fra iamplo bis; Frazment 


.. Diavðlo fd. h. Bruder Tenfel, eigentlich 
Pike Peaza), geb: 1760 in Calabricu; floh | fetten 


rageſatz, in ber Regel be tri, ter 
® — wien äãl 
nungen alle die Zahlen mit 


den in eg ie =. ‚unter 


„Was loſten 5 Scheffel. wenn.3 Sch 
toften 7? Ey 5 — bie Fragezabl. 
geraden Verhältniß in bie zweite S 
daß man den Anſatz bat 3 {: 
11 Thaler :x Thaler; bei rt 
erfte, z. B. gewinnt man aus ber U 
viele Arbeiter finb erforberlich, wenn 
Wochen vollendet werben fol, zu wel 
ter 5 Wochen nöthig hätten ?” ben 
hen: 5 Wochen — 40 Arbeiter :x 
ter — Proportiono 
men bei jeder Aufgabe mehrere Fr 
weldye nad) ber verlen Kegel in bie 
Stelle zu vertheilen ſiud. 
ragejei , ). Fragzeichen. 
ragil (v.lat.), zerbrechlich, gebred 
davon Bragilität, Zerbrechlichleit, H 
ragilaria. (F. Ehrenb., Bıu 
Art ber Stabthierchen, f. u. Port] 
foſſil finden fie ſich um Polierfchiefer 
ben, im Bergmehl von Isle be Frau 
F. rbabdosoma Ehrenb. 
Sragilleria (F. Lyngb.), P 
aus ber Familie ber Diatomaceas: 
Frustulieae; Art: F. pectinalis, 
gliederte Bänder, breiter als lang, aı 
zen, Holz zc. in Bächen. 
ta iocondo (fpr. Dichofonbe, 
dus), angeblich geb. 1435 in Berona 
lolog u. Baumeifter; bis 1506 waı 
wo er die Brüde Notre Dame baute 
nah Verona u. nad Venedig, vegul 
fluß ber Brenta, ging aber, ba fein 
gebrannte Rialtobrüde auizubane 
wurde, nach Kon, wo er Rafael bein 
Peter als Gehülfe beigegeben wurbı 
Cr gab heraus den Bitruv u. eine i 
ter Snfchriften in Rom, 2 Thle. 
ragment (v. lat. Fragmentum), 
üd eines Ganzen überhaupt, bann 4 
ruchftüd eines Schriftwerfes. Bar 
Neht man aber unter F⸗en die mehr ob. 
tenden u. umfangreichen Bruchftüde 
bes Hajfifchen Alterthums, wie ſolche 
aften u. verftümmelten Handjchrifte 
los in Citaten bei anderen Schriftſi 
finden. Sie find oft, beſ. im literar-| 
ziehung, von Wichtigleit; viele zum 1 
tige griechiſche u. römische Schrijtſtel 
Kteſias, Granius Licianus, Pompen 
find nur noch aus F-en bekanut. Da 
lologie u. Kritif von jeher auf Zan 
Fee bedacht geweſen; gewöhnlich fint 
der einzelnen Schriftſteller den Ausg 
beigefügt. Das Vorzüglichſte in die 
ift jedoch exſt in den letzten eunien 
ben. Mit Übergehung der Fragment 
für einzelne Schriftſteller ſind unter d 
Yiteraturgattungen ale muflergültig b 
Dreinede'3 Fragmenta comicorum 
Berl. 1539— 11, 4 Bde.; 2. Ausg. 
Bde.; neue Recenfion von Bothe, 
Wagners Poetarum tragicorum 


Feagonard Bis Fraichtur 


nf. 1844—52, 3 Bbe.; Nauck, Tra- 
corum fragmenta, Yeipzig 1656; 
menta historicorum graecorum, 
‚4 Be; Meyer, Oratorum ro- 
gmenta, 2. Aufl. Zür. 1842; Rib- 
: Romanorum poesis fragmenta, 
‚2 Bre; Weicherte Sammlungen 
bener Dichter ber Augufteifchen Zeit, 
rimma 1936 ac. In nenerer Zeit 
rt 5 mehrfach als Titel gebraucht: 
n find tie Wolfenbütteler F⸗e (1. d.) 
Swig⸗Helſteiniſchen F⸗e, herausge⸗ 
ger, Kopenh. 1848 f. 

„I) (pr. Fragonar), Jean Honore, 
mwafle in ber Graſſchaft Nizza, bildete 
r unter der Leitung von Chardin u. 
ft in feinem zwanzigſten Jahre den 
er Alabemie, rooranf er fich zu jeiner 
tung nad Italien begab. Ciner 
m Künſtler ber Zopfzeit, teren füß- 
Weſen auch feinen Gemälden eigen 
r alle Sunft, als die Revolution 
mad eine nette Richtung gab, u. ſtarb 
Paris 1506. Gemälne im Louvre: 
be; eine Landſchaft; ver Bacchus⸗ 
B fich fir Kallirrhee opfern. Er 
. Kupfer einige treffliche Blätter. 2) 
Evarifte, geb. 1750 in Grafte, 
gen, Hiftorienmafer u. Bildhauer in 
r von Darib n. mie dieſer ein Yieb- 
itraliſchem Pathos. Später verließ 
Richtung u. ging zu ber romantiſchen 
‚am 15. Novemter 1850 in Paris. 
irger von Calais vor König Eduard; 
ı vor den ungariſchen Magnaten (im 
Der Einzug der Jungirau von Or⸗ 
de Zeichnungen: Henri IV. ale 
von Allais) u. bet feiner Gabriele 
Giraud); Sculpturen: das Giebel⸗ 
putirtenlammer, ter Brunnen am 
t, Die Koloſſalſtatne Pichegrus zc. 
!..R. et P.), gehört zu Azorella 
3 ans ber familie ber Umbellife- 
tvleae; Arten: in Peru u. Chiü. 
(Bot.), wohlriechend, von einem flar- 
n Gernche. 

(Interrogatoria), ſchriftliche Fra⸗ 
ch gemeinem Deutſchen Civilproceſſe 
ig eines Beweiſes durch Zeugen von 
es Beweisführers (dem Producten) 
ı tem Zwecke übergeben werten lön⸗ 
ı6 letztere bei der Bernehmung der 
en zugleich fiber tiefe fragen ver- 
. find na — — des ſchriftli⸗ 
en Verfahrens an Stelle der Fragen 
be ber fonft kei ber Vernehmung der 
lich gegenwärtige Probuct unmittel⸗ 
gen richten konnte. Da tie Stellung 
» im Intereſſe der Preobucten liegt, 
5 Material zu feiner Vertheidigung 
, fo kann ber Brobuct auch auf die 
sichten. Dan unterfcheibet: a) all. 
‘L generalie), welche nur Die pere 
würbigleit des Zeugen erforfchen fol« 
onbere (I. spectalia), welche fich 
st Bareitattifel (f. u. Beweis) un« 
4 entmeber anf ben Grund ber Wiſ⸗ 
engen über bie einzelnen barin auf 


0 5 


aeflellten Behauptungen begiehen eb. verfuchen fol- 
ien, eine beftimmtere Beantwortung zu allgemein 
od. zweifelhaft geftellter Artikel herbeizuführen. Die 
allgemeinen 7%. find jetst in ben meiſten deutſchen 
vändern ein fiir allemal geſetzlich worgelchrieben, fo 
daß Die Zeugen auch ohne befonteren Antrag des 
Probueten darüber vernommen merben. Unſnläſ⸗ 
fig u. verboten find ſolche F., welche auf Fübrnng 
tes Gegenbemeijes gerichtet find (I. praeliminaria, 
gemeine F. zur Sache); ferner F., welche blos bie 
Beweisartilel unter anderer Form wiederbolen, nur 
Erinnerungen an die Folgen des Meineides ent⸗ 
halten, verfäuglich (I. eaptiosa) ob. auf Etwas ge⸗ 
richtet find, wad zur Schande des Zeugen gereichen 
würde. Die Form der F. iſt gewöbnlich die indi⸗ 
reete Frageform. Auch im Criminalproceſſe kom⸗ 
men früber F. vor, Pas neuere Strafverfahren 
leunt jie nicht mebr. Vgl. Beſelin, Über Die Juter⸗ 
rogatorien beim Zeugenbeweiſe, Roſt. 1816. 
rag» un. Antwortsſpiel, Geſellſchafteſpiel, 
wobei jeder feinem Nachbar auf der einen Seite 
eine beliebige Trage, auf Der anderen eine beliebige 
Antmort zuflüftert nm. jeder Mitſpielende die erhal⸗ 
tenen ‚sragen n. Antworten laut Sagt, was dann zu 
manchen ergẽtzlichen Contraſten Anlaß gibt. 
a Guglielmo, ſ. Guglielmo. 
ſagei en, logiſches Unterſcheidungszeichen 

(?, im Griechiſchen 3) zur Bezeichnung einer Frage. 

Fragzeichen, Schmetterling, fo x. w. Noctus 
‘Plusia interrogationis, Jota), f. u. Enlchen 1). 

Frähn, Ehrift. Martin Joadh., geb 4. Juni 1782 
in Roſtock, ſtudirte daſelbſt m. in Tübingen u. Hei⸗ 
belberg Pbiloleate, verzuigsmeife Orientaliſche Spra⸗ 
chen, wurde 1504 Yebrer Der Yateiniihen Sprache 
am Peſtalozziſchen Anftitat in Burgdorf, 1806 Pri⸗ 
varbocent in Roftod, 1807 Prefeſſor ber Orientali⸗ 
ſchen Sprachen in Kaſanu. 1915 Alutemiler u. Ober⸗ 
bibliotbelar, auch Director des aſiatiſchen Muſeums 
in Petereburg. Erf. 16. Aug. 1851. Sein Haupt⸗ 
verdient un Die Altertbumesmijienfchaften n. Litera⸗ 
tur erwarb er ſich durch die Samnılumg u. Orknung 
alter erientaliicher Haudſchriſten u. Münzen, n. die 
Numiémaꝛit bat durch feine Tbätiglert eine beden⸗ 
tende Ermeiterung erfabren. Er ſche. u. a.: De qui- 
busdam Samanıdarum numis, and. bem Arab. 
Dee (Raf. 1808), Tatein. von Erbmann, Bött. 18165 

e arabic. auctorum Iıbris vulgatis eriki pos- 
centibus emaculari, exemplo posito historiae 
Sarac. Elınacini, Kaſ. 1815; Numophylaoianı 
orientale Pototianum, ebd. 1817; De aondemiae:‘ 
Imper. scient. Petropolitanae musen numario’ 
Muslemico, Beter&b. 1818, 1. ®b.; Veiträge ger 
mubammetaniichen Münzkunde, Berl. 1318; No- 
vae symbolae ad rem namariam Afuhameda- 
norum, Peteröb. 1919; Antiquitatis Muhame- 
danar monumenta varia, ebb 1520—22, 2 ®be.; 
Ibn⸗Foßlans nm. anderer Araber Verichte über bie 
Ruſſen älterer Zeit, ebd. 1823; Die ältelen Nach⸗ 
richten liber die Wolgabuigaren nach Ibn⸗Feßlaus 
Reiſebericht, ebb. 1322;3 Numi Muhamerlant, 
qni in Academ. imper. Petrop. cte. auservan- 
tur etc., ebt. 1826; Die Münzen der Khane vom 
Une Dſchutſchid ıc., ebd. 1832; Sammlung fleiner 
Abhandlungen, tie muhammebaniſche Ihumisma- 
tie betr., %py. 19395 Neue Sanmmilung kleiner 
—— ꝛc., Fereb⸗ 1. Dh ke, 0 

Fraicheur (fr., Ipr. Frühſchär), 1) Kühle, 
Kühlung; 2) Friſchheii, Sei. der Geſichtofarben. 


464 


Fraile (ſpr. Frãbſ), bie höchſte Spike bes Ne⸗ 
xado da Toluca auf ben Cordilleren in Mexico 
—— 14,000 Fuß hoch. 

Frain (Wranom), 1) Herrſchaft im Bezirxk 
‚ Bnaym bes Kreiſes Brünn (Mähren), von 4 Markt⸗ 
fleden u. 16 Dörfern; 2) Marlfledenan ber Thaya, 
Schloß des Grafen Muißel, Kabriten für Fayence 
u. ewood; 930 Ew. 

‚bie, Bezirk im Kreife Eger (Böhmen), 
1 , mit 13 Dörfern; bi6 1847 wechlelte bie 
———— über dieſes Gebiet zwiſchen Oſter⸗ 
reich u. Baiern, in dem genannten Jahre kamen 
aber nach einem Vertrag die Dörfer sing 
Querenbach, Hatenveuth, — Ern 
nebſt einigen bisher ber Stadt eh 
— ——— an Baiern, die übrigen If aften an 


Böhme 
F am (Meb.), fo v. w. Anſprung. 
e — iſt Viola tricolor. 

e (fr., ſpr. Frähe), 1) Greiſette), ein ge- 
indie re für Srauenzimmer; 2) jo v. 
w. Sturmpfahl. 

Fraifiren (v. fr.), einen Nagel ob. Bolzen fo 
abreiben, Daß er für fein Roch genau paßt. 
i#, 1) fo». w. Unterfugung, efahr, Uns 
tergang, — 2) e F., Fraidliche 
v fo v. w. Blusbann, Obergerihte, Cri⸗ 
minalgericht6barteit; baber Scaifbexr, ber Inhaber 
ber Criminalgerichtebarteit, u. Breißpfand (Braif- 
zeien), das Zeichen, welches berfelbe jonft — 
Symbol ſeiner Gerichtebarfeit an fich — 3. 
ein Span aus ber Thüre; Fraibuch, dab * 
laufende Protololl Aber bie vorlommenden pein⸗ 


li älle. 

* ¶( Fratze), Marktflecken an ber Meurthe 
im Arrondifſement St. Die bes franzöfiſchen Depar⸗ 
tements Vo = in ber Nähe wirb Kupfererz gegra- 
ben; 2500 

ißen, —* Name der Effampfie. 
kmont, ‚fo v. w. Pilatus. 
Bene hart ‚den, | jo v. w. Forſtenau. 

Ife (Ichroeb. ), Steuerfreibeit; daher Brdlfe 
— eſitzer eines abeligen Quteß, delmann; 
Tealſehemman, ein ſteuerfreier Hof, ber einem von 
Abel gehört, wovon berjelbe aber Reiter u. Pferd 
halten muß; Sralſeräͤnta, Zins, welchen ber Edel⸗ 
mann von feinen Bauern erhält; Srälſentlagor, 

abe ber ea an bie Krone, bie Prebiger zc. 
arfpedngtg wehrihentiß. au Afete Rammenbe 
wa ich aus a ſtammende, 

von ba auch Über bie Tropen⸗ u. —— Län⸗ 
der verbreitete, am meiſten unter den Negern vor⸗ 
kommende ———— früher irrig in 
— da el im früheren Zeiträumen u. in 
efaft, u. in Pians, die fchlimmere 

Form, 88 Lörnige od. ſchwammige Tuberleln 
ob. Blattern barftellend, welche nad) Reißen, ga- 
ſtriſchen ob. fteberhaften Zufianden meiſt in meh» 
reren Abſätzen, auf dunkelrothen, gruppenweiſen 
Fleden ausbrechen, | ſchwammige, erbbeerartige Aus⸗ 
müchle, die eine übelriechende, Schuppengrinbe Dile 
dende Jauche abfonbern, auch, wo fich mehrere zu⸗ 
ſammenhäufen ob. große Auswüchſe befinden, in 
GSeſchwulre übergehen (Mama Yaws), od. in ben 
Fußſohlen u. Handflähen warzeuförmige, ſchmerz⸗ 
hafte Erhabenheiten (Crabbe Dame) bilden, ihre 
Ansbehnung Überhaupt erſt in 89 Monaten er- 


seihen u. erſt im 2.0.3. Jahre heilen, indem ſie 


Fraile bis St. Fraucaih 


vertrodnen u. abjallen. in —* 1" 
kacheltiſchen Perfonen, im En 
in bösartige Rachen⸗ u. N ‚Ku 


auftreibungen, — — * — % 
heltiſches Fieber 186 

mal; wird geimpft mmilber. — * | 
Syphilis verwanbt. * Cur beſteht in kai 
wendung von Bädern, 


— — 
6 
"Sramia, 1) ) (de oe Mat Ant. 


ipite, ſ. Deutſchlaud (Unt) C); 2) im Mit 
Stockdegen, Dolch. 

Frameries, Dorf im Bezirk Mons ber, 
53 Hennegan, ung 


—— 
a mit 


Bam (fpr. Sränmi 


famt — 












ke 


Ihaft Middleſer des Staates Da 

amerila); Banl, Tuchfabriken; durch ein 
bahn mit der Boſton⸗Worceſter⸗Eiſenbahe 
den; 5000 


bad (Weamette), Meıt 

—— 

i „Ho 
4 Jahrh 


mann einer —— in Ite ie 
um Bunbesgenoflen ber [en er 
* ucht, fo 1354 von ben Benetianern ge 
Fe er 1354 nah Rom kam, lieh ik 
gefangen ſetzen, als Gtörer ber Kuh a 
enthaupten. 

Frane, jeit 1795 be& neuere 
chen, jeit 1833 ber Ir —* u. feit Tr 
Ihweizerijhen Münzfupes, nach bem f 
tiv bom 28. rz 1803 in Eike, 
sıH 4 = 1 feine Mart tötnif, eh! 

1,077 Pi. preußiih, nach ber — 
gung 525 — 1 feine Dart sb. 15-38 
r. thein, — 40 Neukreuzer 3 ; 
80 %-6 == 81 alte — 5 Gramm a ⸗ 
14 Loth 74 Grän fein; er in 100 & 
(20 Sous) getheilt; geprägt fi inb in &iie:| 
(Demifranc), 1,2 5 ee > 
ber nur 20 u. 40, feit 8. Nov. 1830 108 
un in Belgien hat man an 2 210° 
affelbe Syftem iſt u rer 
wo ber $. —* nuova beißt. In ber € 
ber %. ehemals in 100 R pen geiheilt 
Proceut beffer ale bie fr Me alfe 12 
feit neuerer Zeit aber benjelben vollfom 

Franga Ricardo Joſe Rodriguen 
1790 in Liſſabon, Seelieutenant, unter & 
guels Herrihaft Commandeur eines ns 
beftimmten Kriegsfchiff, befertirte aber & 
England u. Frautreich, wurde unter Dom} 
pitano Tenente bei ber Flotte, b 16% 
Werkzeug ber bemotrauſchen Clubs * 
der von Dom Pedro ben Lane a 
foffung u. die Proclamation ber harte w 
wurde dann erfter Intendant bes Arſe 
Oberſt des Arſenalbataillons; feine Fred 
———— veranlaßte 5 einen Sit 

St. Français (Ipr. Saängt 
Schreibart: —*88 V * ‚Rise 
Frendſch⸗Riwwr), Flug in Ober-Lanate (€ 
an en ben Nippingfe 
Huronfee; 2) ſo v. w. St. Erande 6); 9) 


ammerst 
Lohr im La 
Fe Mor 









Srancaid bie Franucestewn 


e Miffeuri (Rorbamerike), 16 OM.; 
ver u. St. Francis- River; Boden 
eis mit Nabelbolgwaldufgen bedeckt, 
n fruchtbar; PBroducte: Maie, Wei⸗ 
idvieh, Schweine; große Gifenlager, 
tin Gifen; 1850 4964 Ew., worunter 
Hauptſtadt Karmington; 4) (Bieur 
zebirg auf der öftlichen Noi dküſte der 
e San Domingo (Weftindien); 5) 
en), Borgebirg auf ber weftlichen 
eiben; 8) Stabı auf der den Fran⸗ 
3 Kleinen Antille Martinique; Sa⸗ 
D.; 7) (Ile od. Isle des F., Ipr. 
lippeninſel im Weflern Bort an ber 
engliichen Colonie Bictoria (Auflra- 
rt St. F.), franzöfifches Fort auf 
(Bafarguiche) an der Küſte des Rei- 
Senegambien (Nordweſiküſte Afrikas). 
Biogr.), |. Krancoie. 

la (fpr. Frangſaͤhß), Stadt im Ar- 
Nontauban bes franzöſiſchen Depar- 
Garonne, Töpfermaaren; 1000 Em. 
(fe., Ipr. Frangſähß), franzöfiſcher 
t, nad Art ber Quadrille, zu 4, 6, 
nat; er bat ſehr viele Touren (die 
l’et€, poule, Chaine, Change- 
‚ces etc.). Auf dieſe folgt bie Ga⸗ 
et, worin mehrere Touren getanzt 
zrankreich werden bie Touren von 
ifter,, der vom Orcheſter od. einer 
ıng herab commandirt, vor ihrer 
enannt. Die Bas ber %. werden 
als gefprungen; die F. jedoch mehr 
a tanzen, wie neuerdings bier u. ba 
n ift, miderfpricht bem Charalter des 
t ber Brobirftein der GOrazie u. bes 


ers (fpr. Frang⸗ arſchehr), 1448 er- 
iſche Miliz von 16,000 Dann, von 
fpiel einen Mann mit Bogen, Piei- 
w. Degen ftellte. Die F. waren frei 
ıben, baber ihr Name. 

‚ das Vorausbezablen bes Portos 
. Zur Bereinfahung der Gefchäfte 
ber Srancaturgwenz für Briefe ein- 
j. wirb von bem Abjenber durch das 
E Srencomarte (ſ. Briefmarlen) be- 
be Zwang findet in bem beutich- 
Boftgebiet für Kreuzbandſendungen 
b nicht franlirte Briefe, welche ins 
, einem Portozuſchlag von 1 Gar. 


a, 1) Stabt im Difrict Brinbift 
iſchen Provinz Otranto, zwiſchen 
‚liegend, Seiben- u. Baumwollwe⸗ 
‚ Bau von Tabad, Wein, Baumes 
11,200 Ew.; 2) Zleden ebendaſelbſt 
ıgo negro der Provinz Baſilicata; 
Trartifleden ebendaſelbſt am Adria⸗ 
Diſtriet Chieti ber Provinz ornzꝛ⸗ 
d Ew.; 4) Flecken im Diſtrict Ca⸗ 
irovinz Calabria citeriore; 20000w.; 
Diſtriet Nicaſtro der Provinz Cala⸗ 
.; 1000 Em.; 6) Stadt am Can⸗ 
liſchen Provinz Dieffina ; fertigt lei⸗ 
Aaaren; 4000 Em. In ber Umge⸗ 
supfer- u. Antimoniumgruben. Hier 


zwiſchen Oſterreichern u. Spaniern. 


Frane d'argent (ſpr. Frank d'arſchang), fran⸗ 
zoͤſiſche Sübermünge unter Heinrich III.; 1575 3u- 
erſt geprägt an bie Stelle der Teſtons — 20 Sols 
— 104 Sgr., ſank aber bis auf 7 Sgr. u. wurde 
1795 als Franc hergeſtellt. 

ranc d'or, fo v. m. Florin b’or. 

.Frances (ſpr. San Franſes), Hafenſtadt in 
der Nähe bes Cap Codera am Caraibiſchen Meere, 
Nordküſte ver ſüdamerikaniſchen Republik Venezuela. 

Keen (ital.), |. Francisca. 

tancedca (ſpr. Frantſcheska), Biero bahn & 
(PietroBorgbefe),geb. zu Anfang bes 15. Jahrh. 
in Borgo S. Sepolcro, einer ber thätigfien Hiſtorien⸗ 
maler feiner Zeit, war in Florenz, Rimint, Ferrara 
u. Rom befhältigt. Dann begann er bie jpäter von 
Signorelli vollendete Ausmalung ter Sakriſteiwöl⸗ 
bung von Sta. Maria zu Loretto u. fhuf noch eine 
Menge Werte in verichiedenen italieniſchen Städten. 
Gr fl. um 1500. Hauptwerke: Wandgemälbe in ©. 
Francesco zu Arezzo, in Borgo S. Sepolcro Tafel 
des Hauptaltars, eine Mabonna mit Heiligen barftel- 
lend, in der Kapelle des Doms zu Rimini das Vo⸗ 
tiobild des Fürſten Malateſta. Aus feiner Schule 
fammen Pietro Berugino u. Yuca Signorelli. 
Auch ale Mathematiker hatte er großen Ruf u. 
jr. Mebreres fiber Geometrie u. Perſpective. 

neeßcad, Stadt in Arrondiffement Nerac 
bes Iranzöfifejen Departements Lot⸗Garonne; 
1250 Ew. 


ancedchietto, |. Dura. 
ranceschini (ipr. Krantfchestini), 1) Baldaſ⸗ 
fare, genannt il Bolterrano, geb. 1611 in Bol⸗ 
terra, Sohn eines VBilbhauers, wurde Maler u. 
bildete fi in Florenz unter Giovanni da S. Gio⸗ 
vanni. Kür den dortigen Hof beichäftigt, malte er 
die Thaten der Mediceer in vier Bildern, führte 
auch in mehreren Kirchen u. in den Baläflen Bitti, 
Siraldi, Riccarti u. a. große Fresken aus. 
Er fl. 1689 in Florenz. 2) Marcantonio, geb. 
1648 in Bologna, Hiftorienmaler, bildete ſich vor- 
zugsweiſe unter Eignani, dem er bei ber AHusfüh- 
rung mehrerer Freslen behitifiih war. In Parma 
vollendete er bie unvollendet gebliebenen Gemälde 
Agoft. Saraccis im Palaft del Giardino. Bon ber 
Stadt Genua 1702 berufen, fhmildte er den bortigen 
Rathspallaſt mit Bildern aus ber Geſchichte der 
Republik. 1711 folgte er einem Rufe des Papftes 
nad Rom, von wo er 1714 abermals nad Genua 
ging, um bie Kirche der Padri Filippini auszumalen. 
e letzte Lebenszeit verbrachte er in Bologna, wo 
er 1729 ftarb. Werte: in der Dresdener Gallerie 
eine büßenbe Magdalena, bie Geburt des Adonis; 
im Belvebere zu Wien eine römifche Charitas, eine 
büßende Magbalena u. ein &t. Borromäns. 
neeschino (pr. Srantichesfino), Münze, ſ. 
u. Francescone. 
rancedeo (ital.), ber Franke, Franzoſe, fo v. 
w. Franz. 
. Wrancedeo, jo v. w. S. Francisco. 
Srancedeone (pr. Frantſcheökone), toscaniſche 
Silbernünge, unter Franz IIL u. Leopold (daher 
Leopoldino) geprägt, 9,626 ri — 1 feine Mark 
tölnifch od. 1 Thlr. 14,1, Sgr. prenß. Cour., der 
halbe (Brancesgino) im Werth nach Berhältuig. 
Francestown (ipr. —A ftübtifcher Be⸗ 
zirk (Township) in ber Grafſchaft Hilsborough 
des Sıaatet Nem- Hanıpfhire (Norbamerile) ; Bank; 
1200 Ew. 


. Yrane Flore, Maler, |. Floris. 
Stande Eomtö (ipr. Brangfh- Kongteh), 1) 
(Haute-Bonrgogne, Ober⸗ Hoc, Deutfch-, 
Klein, hen: Burgunb), fonft 
franzöfifche Provinz zwiſchen Burgund, Champagne, 
Sothringen, Mömpelgard, Schweiz, Breſſe u. Ser; 
jetst in Die Departements Doubs, Haute-Saöre u. 
Jura vertheilt, Sie beftand aus den Oberämtern 
Beſanqon, Dole, Amontod. Gray u. Aval; 2800 M., 
841,000 Ew. ; Hauptftabt Belancon. Franche ˖ Somtt ⸗ 
Weine, liebliche u. ſüße, dem Champagner ähnliche, 
rothe u. weiße Weine, beſ. ſind die weißen von Ar⸗ 
bois (ſ. d.) beliebt. 2) (Geſch), ſ. u. Burgund 
Geſch.) ILL. 
Franchement (fr., ſpr. Srangihmang), frei, of⸗ 
fen; gerade heraus. 
Francheserde (Branteserde), d. 5. Fränliſche 
Erbe, auf weicher bie Kaiſer⸗ u. Königswahlen ſtatt⸗ 
Ainden mußten. 
Srandetti (ſpr. Franketti), 1) Franchetti⸗ 


— 


Walzel, ſ. Walzel. 2) Loniſe, Schweſter der 


Vorigen, geb. um 1815 in Wien, ——— n. bei. 
Soubrette, 1831 am Theater an ber Wien, 1832 
am Königftäbter Theater in Berlin, 1834 in Bre- 
men, 1840 in en 

Francheville (Franqueville ob. Franca⸗ 
villa), 1) Pierre, geb. 1553 in Cauibray, ver⸗ 
ließ aus Neigung zur Bildhauerkunſt ſein elterliches 
Haus im 16. Jahre u. ging erſt nach Parib, nad 
zwei Jahren nach Deutſchland, wo er in Innsbruck 
am Erzherzog Ferdinand einen Gönner fand. Bon 
diefem unterſtuͤtzt, begab er ſich nach Florenz in 
bie Schule des Giovanni da Bologna. Anfangs 
half er feinen Lehrer bei befjen Arbeiten, trat bann 
jelbfiftändig auf u. erwarb fich durch jeine Arbeiten 
in Genua, wo er fir ben Dom die Statuen ber 
vier Evaugeliſten fertigte, in $Florenz, wo er einen 
Moſes u. einen Aaron, ſowie die allegorifchen Fi⸗ 
guren der Klugheit, Demuth u. Keufchheit für Die 
Kapelle Nicolint ausführte, u. in andern italieni- 
ſchen Städten einen hohen Künftlerruf. 1601 folgte 
er der Ginladung Heinrichs IV. nah Paris u. 
wurde erfter Bildhauer bes Könige. Zahlreiche 
Statuen, Büften u. Bafen in den königlichen Gär⸗ 
sen u. Paläften nahmen feine ganze Thätigkeit in 
Anſpruch. 1604 fertigte er das Neiterftanbbild 
Heinrichs IV. u. 1612 feinen David mit dem Haupte 
GSoliaths (im Louvre). Für das eherne Denkmal 
Heinriche IV. arbeitete er 1614 die vier Eckfiguren 
bes Fußgeſtells, Die befiegten Nationen barftellend. 
Gr fi. in Paris 1630. Außer den genannten Wer- 
ten ſchuf F. noch eine große Dienge Büften, Sta- 
tmen u. Reliefs, auch war er als Maler u. Bau- 
künſtler thätig. Abgefeben von ihrer Manierirtheit 
‚gehören feine Schöpfungen zu ben beſten ber mo- 


Frane Flore bie Fraucich 


dois, ebd. 1745, Die Gebiqhte La v 
Roy de Prusse à Friedberg, eb. 1 
bombyx ot Le ver à soyo, echt. : 
überfeßte er bie Schrift bes Bodthine, 
en J—— Haag, 1744,2 
rauchimont (ſpr. Frangſchimeng) 
lige Markgrafſchaft A ber Haupt 
(f. d.), fpäter dem Stifte Lilttich cum 
Trümmer eines alten Schloſſes, auf eim 
lint8 von der Eiſenbahn zwiſchen Then 
Franchini (fpr. Frantini), Yrancı 
Cojenza, Dichter; begleitete Karl V. 
Keldzuge nach Algier, wurde ſpäterhü 
Biſchof zu Maſſa, dann in Bopulonia 
er ſchr. Dialogen u. Gedichte, Rom 
in Öruter8 Deliciae poetarum Italo 
Franchiſe (fr., fpr. Brangiäie), ı) 
feit, Offenheit; ®) fo v. w. Quartierf 
Francia, da® von den Franken i 
Germanien bejette Land; es wurde 
F. occidenialis, F. erientalis, F. rke 
Franken (Geich.) u. Franlen (Herzogth 
Francia (ſpr. Frantſcha), 1) 5 
ſ. Raibolini. 82) Don Joſe Ge 
driguez da F. gewöhnlich Dr. F 
1759 in Paraguay, nah And. 1763 in 
wo fein Vater, ein geborner Franzot, 
Bades hatte, wurde Dr. ber 
boocat, bann in Afjomption Mitglied 
raths u. Alcade. As fih Paraguay 
bängig- machte, wurbe er Gtaatsfen 
1814 bie Regierung au fich, “weiche er 
fangs als Konful, |päter als Dictater 
bie Jeſuiten, welche das Land früher bei 
lirte er daſſelbe volllommen. Er hei 
Einrichtungen mit Graufamteit u. St 
derte von Berbächtigen ließ er, oft auf 
Aulaß, binrichten. —— war be 
Paraguay bei Todesftrafe verboten, 
Bonpland, den Schweizer Henngeri 
Frenide in Itapua längere Zeit gefam 
ft. 18410. win araguay ( 2: 
Frantiabigio (Ipr. Frantichabiti 
antonto, geb. 1483 in Klorem, Hi 


nahm fi vorzugsweiſe deu Antrea br 


dernen Sculptur. 2) Joſephe duFresne de F., 


‚geb. 1704 zu Dourlens in ver Picardie, wandte ſich 
and feinem Baterlante nad Preußen, mo er in 
Berlin ale Hofrath bei dem königlichen Generaldi- 
xectorium ınit ben Regiſtraturgeſchäften des Ban- 
dels u. Manufacturbepartements betraut wurde; 
er ft. 1781 u. ſchrieb: Histoire geudrale et par- 
ticuliere des finances, Par. 1738—40, 3 Bde, ; 
Les premiers expeditions de Charle-magne 
(unter den Pſeudonym Angilbert), ebd. 1741, Berl. 


1745; Recit du Martyre d’un jeune Armd- 


nien Catholique, Bar. 1741; Spectateur en 
Allemagne, Berl. 1743; Observateur Hollen- 


Diufter, wirkte hauptjächlich in Floren 
Vorhof der Kirche Sta. Annrunziata bie 
ver heiligen — malte u. die von 
im Hofe ber Brüberfchaft dello Ecalzı 
Fresken vollendete. Er ft. 1524. Wer 
Uria in ber Dresdener Gallerie, X 
jungen Mannes im Berliner Muſeun 
Tranciäde, wührenb ber franzäfll 
tion von der Rationalverfammiung ve 
beifeier, Die von ber Stiftung ber 
nach 4 Jahren gefeiert werten follte. 
ancien (Herzogtbum F. 9 
Jolede France), Herzogihum, eigent 
in Frankreich, umfaßte beſ. bie Graff 
(daber auch Herzogthum Baris) 
Gatinois, Chartram, Blaifvis, Perch 
Anjou, Maine, die Diſtriete von Sotei 
Loire, Beauvaiſis u. einen Theil von Aı 
erſte belannte Herzog iſt Robert ber © 
fel Childekrande. Bruders von Karl 
zeichnete fich gegen die Bretonen u. 
aus, erhielt von Karl dem Kahlen Ni 
Anjou, welder Entre-maine beikt, fi 


Fraucin bis Fraucisca 


8 


er Loire u. blieb gegen dieſelben 866 | Miſſiſſippi⸗River; er trift häufig aus, ‚bildet banır 
Sohn Eudo (Odo), gewöhnlich nicht | Lange Jeu Sümpfe u. entbält viele Forellen u. afıbere 


: nur Graf von Paris genannt, 
aris des Diden Stelle zum König 


fältigen, mit dem er enblich theilte, 
eſch.); er fi. 899. Ihm folgte fein 
II. der aud) 922 ale Gegenlodnig 
ältigen auftrat, aber 923 im ber 
fions das Leben verlor. Zwar ge⸗ 
lacht fen Sohn Hugo Fer Große 
: Zapierfeit, aber tiejer jchlug Die 
ene Krone aus, ja fünıpite, obwohl 
chwager Herzog Rudolf von Bur⸗ 
vergeichlagen hatte, gegen denſelben 
ıfältigen. Seit 936 Bormund Lud⸗ 
te Dugo bie Hälfte von Burgund. 
ich geworden, verbannte Ludwig 
go fing nun ſelbſt Krieg gegen ben 
Ibe endete 643 mit einem Frieden, 

noch tie andere Hälite von Bur- 
n erhielt. Als Ludwig fpäter in 
it Den Normannen — wor⸗ 
hn Suge gegen Abtrenug Laons 

er dies zurüdgeben, da ihn ber 


3 gegen Hugo zu Hülfe gerufen, | 


atte. Von Ludwigs Nachjolger 
: ibn 955 auch Bas Herzogthum 
edoch klam Hugo nie in ten Beſitz 
bon 956 flarb. Sein Sohn Hugo 
n Bruder Burgund ab u. ka 
gen erwarb er von Kothar II 
!ubwig V. wurde er 957 in Nyon 
lt u. wurde jo Griinder der Dy⸗ 
nger, |. Frankreich (Geſch.). 

ſpr. Frangſäng), jo v. w. Velin. 
Frauſis), 1) St. J., Fluß im Nord⸗ 


ben Colonie Neu⸗Caledonien (Bris | 


3), noch nicht unierjucht wegen ber 
er an feinen Ufern wohnenden In- 
ach ter Bermuthung der englifchen 
ere in Der Nühe bes Eliasbergs in 
n; 2) Nebenfluß bes unteren Laufes 
in Ober⸗ cd. Weſt⸗Canada (Bri⸗ 
1); 3) St. Francit · Dee, ein durch 
‚ des Lorenzftron® gebildeier See 


on Ober⸗n. Unter-Banabea, darin 


3) Diftrict in der Provinz Unter- 


wnfhips ber früheren Graffchaiten | 


mmend u. Sherbroole beftehenb; 
Inſel an ber Norblüfte der Inſel 
tisch Nortamıerila) , 6) Vorgebirg 


fie der Injel Neufundland, auf der 


, Kftlich von der Conceptionebai; 
Fluß, in Unter-Ganaba entſprin⸗ 
Strecke fang bie Norbgrenze des 
bie er fig mit tem Wallooſtool⸗ 
u. den St. Johns⸗River bildet; 


Staate Arkanſas (Nordamerika), 


White⸗, St. Francis⸗ u. Cache⸗ 
en u. fruchtbar; Producte: Mais, 
dvieh, Schweine; 16850 4479 Ew., 
aven; Hauptort: Mount-Bernon; 
sirt( Township) in der Graſſchaft 


taates Arlanſas; 150U Em.; 10) 


inigten Staaten von Rorbameriku, 
Graſſchaft St. Français des Staa⸗ 


fällt im Staate Arlanſas in den 


File; Stromlänge 100 Meilen, wevon 35 Meilen 


| m König | fehiftbar; 11% Infel, zum Nulgrave-Archipel gebörig 
gemäblt u. war feit 689% in Krieg | (Belnnefien); 12) Srancid -Infeln, Inſelgruppe au 





ber Gübfüfte der engliſchen Colonie Sübauftralien. 

Franeis (ſpr. Fränzis), 1) Bhilipp, war zur 
Zeit Daftingd Beiſitzer des heben Rathes von In» 
bien in Calcutta, fpater Mitglied des Parlaments, 
wo er zur Oppofition gehörte, aber Loch öfter vom 
ben Miniſtern au Ratb gezogen wurde; er fl. 1813 
u. wurte nach feinem Tode von Ginigen als Ver⸗ 
faſſer ber Brieſe des Junius (ſ. d.) bezeiche 
net. 2) John, geb. 1618, Sohn eine® Theater⸗ 
arbeiter® in London, erlernte das Jimmerbanbwerf 
u. betrieb feit 1642 einen Zabalshandel. Am 30. 
Mai db. 3. ſchoß er bei einer Spazierfahrt der KLö⸗ 
nigin Bictoria im Hydepark ein Piftol auf dieſelbe 
ab, ohne fie jedoch zu verlegen. Er wurde fogleidh 
verhaftet u. am 17. Juni vom Gerichtohof zum 
Tode verurtheilt, aber von der Königin zu lebend 
länglider Deportation begnabigt, nach der auſtra⸗ 
udn Strafcolonie Rerjoll-Ciland gebracht. 

—— Bildung uach franzöfiiher Art 
u. Sitte. 

Franeisca, eherne u. eiſerne Streitart, beſ. bei 
den Franken beliebt, daher der Name. 

Franeisca, weiblicher Vorname, weibliche Form 
kon Franz. 1) Sta. F. Romana, geb. 1384 in 
Rom, Tochter bes Paul Buxa, Ichte on in ber 
Jugend in frommen Ubuugen u. murbe wider ih⸗ 


. | ren Willen mit Yaurentiud de Bonziani vermäblt. 


Auch in ihrer Ehe widuieie fie fich Der Krankenpflege 
in ben Hoſpitälern. 1425 lieh .fie ſich als Oblata 
in den Llivetauerorden aufnehmen u. griindete 
1433 die Gongregation der Chlaten in ber Torre 
de Spechi am Fuße des Capitols nach ber Regel 
St Benedicte. Nach dem Tote ihres Gemahls, 1436, 
wurde fie Borfteherin der Geſellſchaft u. ft. 9. März 
1440. Am 29. Mai 1608 wurde F., bie auch viele 
Wunder verrichtet bat, Durch Baptı Baul V.tauoui⸗ 
ſirt; Tag: 9. März. Lebenebeſchreibungen von Jo⸗ 
hannes Matterotti u. von Zac. Fuligatti, 1641, beide 
im 2. Thl. der Acts Sauctorum. 2) F.da Rimini, 
Zodhter non Guido ba Polenta, Herru von Ravenna, 
gegen das Ende bes 13. Jahrh.; fie wurde an ben 
häßlichen Gianciotto (Gian Sciancedo) Malatefta 
da Rimini zur Beſiegelung eines Friedend zwi⸗ 
ſchen Polenta u. Rimini gegen ihren Willen ver⸗ 
mählt. Gianciottos Stiefbruder, Paolo von Rimini, 
war dagegen ſchön, u. F. liebte dieſen. Einſt über⸗ 
raſchte de der Gemahl im zärtliher Umarmung u. 
töbtete beibe mit einem Degenſtoß. Dante hat im 
ter Schilderung feiner Hülle bie Geſchichte ber 
F. da Rimini verewigt, außerdem bat biefelbe 
den Stoff zu mehreren neueru Dichtungen gelies 
jert, jo zu dem Drama F. dba Rimini von Silvio 
Bellico (deutſch von Mar Waldau), ferner zu dem 
gleichnamigen Trauerſpiel von Baul Heyfe. 3) F., 
Herzogin von Bretagne, geb. 1427, Tochter 
Yubwigd von Amboiſe, Gemahlin bed Herzogs 
Peter II. von Bretagne, wurbe, obſchon voll Tu⸗ 
genden u. en Kigenjchaiten, an ſchlecht, 
ſpäter aber beſſer behandelt; nach deſſen Tode 1457 
ging fie, mehrfach angefeindet, in eis Slofter zu 
Vanues u. ftarb hier 1474. Sie wurde 1435 felig 
geſprochen. Biographie von 9. v. Barrin, Brüjjel 
1704, 


f-u. Steuerfreibeitgenießt, if im beſten Gedeihen. 
——— (Fratron minores, Mi⸗ 
noriten, Seraphiſche Brfber), Möndsor- 
ben, 1208 vom 9 von Per ger 
Kirche U. L. F. zu ngeln auf dem or⸗ 
tiuncule, 4 a e von Affiifi, Et. St. Franz 

b ihnen, als fle bis auf 10 wuchſen, eigne Regeln: 

e Armuth u. Sntfagung alles weltlichen Be- 

fies, Sorgfalt für die Seelforge, an jebem Tage 
eine Meſſe gu hören u. in berfelben mehr den Be» 
trachtungen ale bem Gebet obyuliegen u. zu prebigen ; 
verboten wurbe: Gelb zu bewahren, Nonnenkloͤſter 
zu betreten, Gelebrfamfeit u. Geiftesbilbung zu 
cultiviren. Da die %. ſelbſt kein Gelb nehmen fol- 
Ien, fo find die Einnehmer u. Rechnungsführer meift 
Kertiarier. Innocenz III. beftätigte den Orben 
1210 u. 1215 münblid, Honorius 1223 Durch 
eine eigne Bulle al erſten ber 4 großen Bettelor- 
ben (f. b.), ertheilte ihnen auch das Hecht, Almoſen 
einzufammeln, allein unter ihren Obern u. bem 
Bapft zu ſtehen, reichlichen Ablaß u. manche andere 
Borrechte. Der Orden wuche fchnell u. grünbete 
in allen Theilen ber Welt durch Almoſen Kiöfter ; 
bald wurbe bie Regel minder fireng, namentlich 
das Gele der Armuth gegen das Teflament be6 
Stifters gedeutet u. mit Ausnahmen gelcpmmät, 
die F. nahmen Beichtvaterfiellen bei Fürflen an, 
erlangten hohe Kirchenwürden, lagen den Wiſſen⸗ 
chaften ob, erhielten Lehrämter auf Univerfitäten 
u. gerietben mit den Dominicanern über bie unbe- 
edte Empfängniß ber Jungfrau Maria u. anbere 
ebrpuntte in Streit. Über mehrere Neuerungen er» 
hoben fich heftigere Streitigkeiten, ale in anbern 
Orden, weil bier zugleich über Farbe u. Schnitt ber 
Kleidung, Form u. Größe ber Kapuze u. anderer 
Keibumgeftüde die Gemüther Y erhihten n. wah⸗ 
res Martyrerthum für bie Anfichten nicht felten er» 
duldet wurde. Biele Eongregationen für 
firenge, ae u. rengite Obfervanz 
bildeten fi in allen Ländern: Cäfariner (EC ä- 
[arianer), welche 1236 beider Wiebererwählung 
bes prachtliebenden Generale Elias fih unter bem 
Mind Cãſarius von Speyer, welcher jenen wegen 
bertretung ber Orbensregeln zurechtgewieſen hatte, 
vom Orden abfonberte u. in Einflebeleier zerftreute, 
aber 1256 durch eine Orbensreform zufrieden ge 
Felt wurden. Minoriten-E Bleftiner (Arme 
Einfiebler Edlefliner),geftiftet 1294 von Peter 
von Dacerata, 1307 ale Reber von ber Inquiſi⸗ 
tion verbammt u. aufgehoben. Minoriten von 
Narbonnen. bie Spiritualen, geftiftet 1308 
in ber Provence von ben vertriebenen Minoriten» 
Cdteftinern, Anhänger ber Anfichten bes Peter Jo⸗ 
hann Dlive, 1318 von ber Smguifition verbammt 
u. aufgehoben. Minoriten-Elareniner, gef. 
1392 von bem Diinoriten-Edleftiner Angelo bi 
Corbona im Anconitanifchen, auch mit einer weibe 
lihen Congregation der & lareninerinnen ver⸗ 
ehrt, 1506 den Obfernanten beigetreten. Mino⸗ 


Franeiten Bis Franelseaner 


Majorea, von dem 
jorea erſonnen, vom Papfi Johaun 
Minoritendes JohaunnvonBall 
tile di Spoleto, geftiftet 1337 u. 11 
firengen Srumblägen in Stalten, 1355 
Im Jahre 1363 fpaltete ſich be 
wei Sauptäfte: A) Eonventualen 
—2*— Orts genehmigten 
treu blieben u. fortan eigentlich ben 
noriten a. B) Obferven 
ch, nel die Okra ber ü * 
welche bie er al 
überboten u. den allgem einen Remen 
Seit 1517 lieferten bie Obfervanten d 
Dibene, den Generafminifter; du 
en aber hatten unter biefem einen 
magifter ale DO ie F. 
Welttheile mit ihren Genoſſen. Der ve 
geftiftete zweite Orden (f. Clariffi 
noch höherem Grabe ber britte Orb: 
ie ya —— elle * 
noch mädtiger durch bie vielen gei 
lichen Bruͤderſchaften u. bie 4 
nannten geiſili Freunde (Amici ı 


ritenvonder Con —— 
X 


spirituales), welche alle Fi eſchãfn 
beſorgten, weil va ft fein Ge 
burfte. Der Orben zählte in feinem h 


im 18. Jahrh., über 150,000 
ale 9000 Klöftern; er ift noch i 
aber in Europa auf Portugal, Spanien 
Stalien, Schweiz, Baiern, Ofterreich, 1 
ſchränkt. — Pi —— un 
eine enge braune Kutte mit ſpitzer Kapu 
Strick als Gürtel, Sanbalen, ( 
nen Bärte; ber Eonventualen 
Schnitt, etwas weiter, Farbe meiſtens ſch 
len noch grau, niemals Bärte; 
vanten find bie Bewahrer bes heiligen @ 
rufalen. Die Obſervanten zerfielen in 
Jahrh. wieder in regufirte, irenges 
fie hatten 147 Klöfter u. hießen in Bra 
beliers (Stridträger), in Stalten, 
Amerila Soccolanten (Sandalen 
ae I a0 he 3; Corwent 
1789 noch in 30 Provinzen gegen 
mit 15,000 Möndden, jet —*— I 
noch in dem füblichen Deutichlanb, in 
u. in Italien, wo fie längft u 
mönde find u. nicht felten bem 
fi wibmen. Hauptcongregatiomen bei 
Berbefjerte Eonventualen, gı 
von Anton Ealascibato in Stalien, 164 
ventualen wieber einverleißt; Mino 
Peter von Billacreges, von bie 
1390 auf bem Berge Celia für firen 
tung ber Regel, 1517 den Obfervanten 
Minoriten-Eolettaner, gefliftet ı 
riffin Colette von Corbie für Te 
in dem in ein Kloſter verwanbelten 
Beaume in Savoyen, für männlide 
Kiöfter (Eolettaner), ſehr verbreitet, 18 
ſervanten einverleibt; Minoriten An 
gertitet von bem Spanier Amabeo im 
lofter Marliano 1457, weit verkreite 
Obfervanten einverleibt; Minoriter 
lipp von Berbegal (Minoriten ber 
puge, della Capucciola), u. Minor 


Strancidenmerissnuen bie. 


geftiftet 1426 von Ph. von Berbegal 
1, 1434 vom Bap aufgehoben, Mi⸗ 
aperolaner, geftiftet 1475 in Italien 
‚aperole, 1491 aufgehoben ; Mins- 
Inton von Gaflel St. Jean, von. 
et 1475 in Toscana, balb wieder ge- 
terbrüdt; Minoriten bes Mat⸗ 
Zivelt, won biefem geſtiftet 1495, 
ben u. den Conventualen einverleibt; 
ı bes Juan de la Puebla, von die 
1489 in Spanien, 1566 den Obfervan- 
übt; Minoriten ber firengen 
sin Spanien (Minoriten-Barfüßer 
uze, vom heiligen Cyangelio), gefiftet 
ob. von Guabelup, 1517 den Obſer⸗ 
erleibt u. dann ale Berbeiferte 
tem über Spanien, Portugal, Italien, 
weitet. Minoriten der irengen 
in Italien (Riformati): gefil- 
bpaniern Stephan Molina u. Martin 
in Italien 1525, im fehr firenger 
och heute beſtehend; Minoriten ber 
‚in Kranfreidh (Recollecten, les 
.1592 gegründet burd ben Herzog 
wit Italieniſchen Riformati, bald über 
Bi werbreitet, Miffionen in Canada ıc. 
Brovinzen u. bie Euftobei Lothringen 
aufgehoben u. jest blühen wieder 
5 Minoriten ber Rrengfien 
ı des St. Peter von Alcantara 
iner), gefliftet 1540 in Placenzia, 
er Italien verbreitet, durch ben Bei⸗ 
iſcha ſiten vermehrt, befichen och heute 
auben; —A Minoriten 
aſchaſins (Paſchaſiten), geſtiftet 
517 in Aquila, durch die Anhänger ber 
Alfonfo de Mazanetz vermehrt, na 
v —5 mit ben Alcantarinern fi 
Berbeſſerte Minoriten bee 
‚a6 von Lanze, von dieſem geftiftet 
562 wieber aufgehoben. Minoriten- 
„f. Kapıyiner. 
nerinnen, fo v. w. Elariffinnen. 


:@ 
te (F. Pohl.), Pllangengattun aus 


der Scrophularıneae- glossi- 
rin Br 
a, bie Univerfität in Lemberg. 


eißeo (Ipr. San — Sranceteo, 
‚auzeßce), 1) Brafichaft im Staate Ca⸗ 
&ealifornien, Nordamerika), 12) OM.; 
). von der San Franciecobai, im W. 
ı Dcean, im ©. nu. SB. vom San 
⸗Creet begrenzt; theilwei® gebir- 
ie Sierra Morena od. Brown Moun- 
2000 Fuß hoch) ; Beben reich u. frucht- 
albungen; Brobucte: Weizen, Gerfie, 
Rinbvieh, Bferbe, Gold aber nur in ge- 
nge al® in deu weiter nöcblich gelegenen 
» bie projectirte San F.⸗San Joſe⸗ 
irt die Grafſchaft durchſchneiden; 1852 
; 2) Hauptſtadt barin, liegt auf einer 
mben Ebene einer zwilchen dem Stillen 
re Sau Frauciscobai gelegenen ſchmalen 
an einer von zwei hervoripringenten 
Clarks Point im R., Rincon Point in 
n balbfreisförmigen Buche; regelmäßig 
mtliche Straßen fich rechnvinkelig kreu⸗ 
Iffentliche Pläge (Squares ob. Flazas); 


©. Francitguito-Ereel 49 


bie Häufer mei vom Holz, einige von Eiſen; 20 Kir- 
den, 8 Banten, mehrere ater, Münze (doch 
jämustfiche Gebäude Hein); 12 Zeitungen; gelehrte 
Geſellſchaft: California Academy of Natural 
Sciences; Bibliothel: Mercantile Library. Der 
Haubel, von ber Lage der Stabt begünftigt, iſt von 
gebe Wichtigkeit u. Ausbehnung, namentlich al® 
auptausfuhrplag des geſammten Californiſchen 
Goldes; 1852 fiefen 990 Schiffe mit yulammen 
444,000 Tonnen ein u. 1527 Schiffe mit zuſammen 
494,000 Tonnen aus. Regelmäßige Dampfichiffe 
fabrt nach Banama, Marysville, Sacramente, Gar 
Joſé, Santa Clara u. Alvifo; Eiſenbahn projectirt 
nah San Joſte; 1849, 1850, 1851 große Feuere⸗ 
brünfte, bie beinahe bie ganze Stadt zerftörten. Be⸗ 
völferung u. Ausdehnung ungeheuer im Wachlen: 
1847 nur 454 Ew., 1852 34,776 Ew. (darunter 
nur 5245 weibliche), 1857 burfte fie auf mindeſtens 
50,000 angeichlagen werben. Die erfie Anfiebelung 
in F. fand 1776 durch die Spanier Ratt; fie nannten 
ben Pla Yerba buena (d. i. gutes Kraut), wegen 
eines dort häufig wachſenden Heillrautes, u. legten 
bafelbft eine Milfionsftatioen der Branciecaner u. 
einen ——— (Brefidio) an. Die Miſſion hatte 
1831, zur Zeit ihrer Blüthe, bereite 7000 Indianer 
getauft. Bald Darauf begannen bie Keindieligleiten 
der mertcaniihen Regierun egen die Hiffonen, 
u. Merba buena fam in Berla . 1847 wurben 
bie erſten Golblager in ber Nähe gefunden, von wo 
an fih die raſche Eutwidelung ber Stadt batirt. 
Als 1848 Kalifornien an die Vereinigten Staaten 
fiel, wurbe der Name Yerba buena in San Fran 
cißco umgewandelt; 3) (Cap 8. %.), Burgeirg 
am Panamagolf des Stillen Ocean ; 4) Zweig ber 
Eordilleren in ber ſüdamerikaniſchen Republik Bo⸗ 
livia ; 5) VBorgebirg an ber Weftlüfte ber fübameri- 
kaniſchen Republik Ecuador; 6) Fluß im Kaifer- 
thum Brafilien, entipringt in ber Provinz Minas 
Geraes, nimmt bie Flüfſe Velhas, Karaltu, Verde, 
Carynhanha u. Rio Grande auf u. fällt nach einem 
Laufe von 320 Meilen in ben Atlantiſchen Ocean; 
7) Hafenplatz in der braftlianifen Provinz Ala⸗ 
goas, an der Mündung des gleichnamigen Fluſſes. 
8) (8. 8. de Miacäma), Ort im Departamiento 
Potofi in der Republik Bolivia ; 2 (6. 8. de Tam⸗ 
veche), Fluß im mericaniihen Staate Yucatan, 
münbet an ber Werküfte dieſes Staates in bie Cam⸗ 
pechebai; 10) (@. #. de la Mar), Ort im merica- 
niſchen Staate Puebla, von Indianern bewohnt; 
11) (@. 8. de la Gelva), Stadt in der chileniſchen 
Provinz Atacama, fo v. w. Copiapo 3); 12) (@. 8. 
Bei Dtonte), Stadt in ber hilenifchen Provinz Sant⸗ 
iago; 18) (@. &. dei Dre), reiche Golbmine im 
mexicaniſchen Staate Chihuahua, unweit Sarı Joſé 
be Barral; 14) (8. 8. de Yanlo), Stadt in ber bra- 
filianifchen Provinz Rio Grande do Sul; 18) (@. 
8. de Ruito), fo v. m. Duito; 16) (@. 8. Dteuntain), 
Spite ber Anben in ber chileniſchen Provinz 
Santiago, 16,900 Fuß; 17) (@. 8. Zu), reihe 
Sold- u. GSilbermine im megicanifiden Staate 
Dueretaro. 
©. Sranciscobai, Bucht des Stillen Dceans 
an ber Weftlüfte des Staates Californien (Nord⸗ 
amerika). 
graneisene, männlicher Rame, fo dv. w. $ranz. 
. Srancidquito -Ereef (fpr. San Franſis⸗ 
fito-Kriel), Fluß int Staate Californien (Hoch⸗Ca⸗ 
lijornien, Nordamerila), entipringt auf ber Sierra 


Morena u. fällt in bie Son 
geringer Dienge Gold bet fi. 
.@t. Francisville (ipr. Sänt Franfiswil), 
Sauptfiadt bes Kirchipiels (Parish) Weſt⸗Feliciana 
im Staate Louiſiana (Nordamerika), am Bayou⸗ 
Sarah; Eiſenbahn nach Woodville im Staate Miſ⸗ 
ſiſſippi; lebhafter Handel, namentlich mit Banm⸗ 

wolle; 1200 Ew. 

Franck, 1) Sebaſtian, ſ. Frank. 2) Jean, 
geb. 1804 in Gent, Bilbhauer, machte feine Studien 
auf der Alatemie in Antiverpen, erhielt den erften 
Breis bei der Concurrenz für ein Stanbbilb bes Ad⸗ 
mirals de Ruyter u. ging 1831 nach Paris, um Da» 
vids von Angers Atelier zu befuchen. Hier erwarb er 
ſich 1834 Die große goldene Diebaille für Kunft, wurde 
dann Profeflor an der Akademie in Löwen, legte aber 
biefe Stelle ſchon 1837 nieber, um nach Gent zu⸗ 
rückzulehren. Er fertigte dort bie beiden Kanzeln 
in der Martins» u. in der Michaelistirche, in der 
erfteren außerbem die Statue der Religion. 8) Gu⸗ 
—F von F. geb. 1807 in Wien, ſtudirte dort bie 
echte, trat 1831 in öſterreichiſche Kriegedienſte, 
wurde Hauptmanu n. lebt in Wien; er ſchr.: Ge⸗ 
bichte, Wien 1828 ; König Eduards Söhne, Trauer» 
fpiel nach Delavigne, Lpz. 1835; Tafchenbuch dra⸗ 
matifcher Originalien, ebd. 1836—41, 5 Jahrg. ; 
Dramatiſche Zeitbilber (Darin Die Dramen: Der 
Emporlömmling u. die Batricier) u. a. m.; Mil 
fionsharfe (Gedichte), 2. A. 1845; Mittheilungen 
aus den Papieren eines Wiener Arztes, Lpz. 1846; 
jeit 1845 rebigirt er auch die Wiener Zeitfchrift für 
Kunft, Literatur ꝛe. Seine Yuftipiele: Autorsqua- 
Ien, Die Gefanbtfchaftsreife nach China u. Sylve⸗ 
ſternacht haben auf mehreren Bühnen Glück gemacht. 
nde, 1) Elias, geb. in der Neumark, ging, 
nachdem ex fich grünblich vorgebilbet hatte, nad 
Frankreich, wo er ſich bie Gunſt des Cardinals Ri⸗ 
chelien erwarb. Später wurde er Stückhauptmann 
u, Feuerwerler bei ber ſchwediſchen Arniee des Feld⸗ 
marſchalls won Falckenberg, kehrte dann in fein Va⸗ 
terlaud zurück, wo er Artillerienieifter wurde, aber 
in Sehen bei der Steinauer Schame in kaiſer⸗ 
liche Gefangenfchaft gerieth; 1646 wurbe ihm bie 
Aufficht über alle Zeughäufer u. Magazine in ber 
Kurmarl Brandenburg, wie über das allgemeine 
Salpetermefen im ganzen Lande übertragen; er ft. 
1660. 2) Johann, Arzt u. Pharmafolog, welcher 
zu Ende bes 17. u. Anfang-bes 18. Jahrh. in Ulm 
lebte u. 1727 daſelbſt ſtarb; er ſchr. Castorologia, 
Augsb. 1685; Bon ber Slachsfeide, Ulm 1718, u. 
‚ viele botanifche Abhandlungen. 3) Auguft Her- 
mann, geb. 23. Mär; 1663 in Lübeck, wo fein 
Vater Stiftsfynbicus war, fiebelte bereitd 1666 mit 
feinen Eltern nad) Gotha über, ftubizte feit 1679 in 
Erfurt u. Kiel Theologie u. Philologie, ging 1634 
als Mentor eines jungen Theologen nach Yeipzig, 
ws er feine Etubien fortfetste u. 1685 mit Paul 
Anton das Collegium philobiblicum ftiftete ; Tebte 
daun in Lüneburg bei Sandhagen, wo er zu feiner 
fpäteren theologiichen Richtung geführt wurde, ging 
1688 nad Hamburg, wo er eine Privatfchule er⸗ 
richtete, aber bereits 1689 wieber nach Leipzig, wo 
er egegetijch «praktifche Vorlefungen liber hie Pau⸗ 
liniſchen Briefe zu leſen beganır, aber, wegen feines 
— — Zubörerkreifeß beneidet u. als Saupt der 
ietiſten verſchrieen, bereits 1690 von ber theolo⸗ 
giſchen Facultät veraulaßt wurde, ſeine Vorleſungen 
wieder einzuftellen. Er verließ Leipzig u. wurde in 


"7 rare Bi: Year: nn 


anciscobai; führt is | 


en Jahre Diafonne an ber Ang 
tn Erfurt; aber bier verletzert ıı. foger 
Kifter im Sept. 1691 aus der Stadt de 
hielt e ai Por -1691 een Fl 6 
er griechiſchen u. ortentafifchen ai 
u. zugleich als Paller an der George 
wirkte er ſehr —— durch feine pra 
digten, dur Abhaltung ven Erbaum 
in feinem Haufe, dann in ber Kirche, 
fationen mit-ber Jugend, durch unerm; 
forge an feinen Sirchfinbern, nn I 
baulicher u. belehrender Schriften, bei. 
alabemifcher Lehrer; feit 1099 war er‘ 
Theologie u. feit 1715 Pfarrer zu St 
auch hier blieb er nicht ohne Anfechtm 
wegen feines Eifer® im Predigen in M 
mit den anberen Geiſtlichen der Stadt. | 
1727 u. fr.: Manuduetio ad lecti 
soripturae, Halle 1693, 1704; Ohı 
bibl., eb. 1695; Praeleetiones he 
1717; Methodus studii theolog., ebd. 
Predigten um. a,, |. d. Folg.; Yebent 
von ©nerile, Halle 1827, von Leo, A 
Roſ. Koch, Brebl. 18545 A. H. Riema 
von 5-6 Leben u. Berbieniten um Ei 
Schulweſen, Halle 1783. Das bleibenk 
erwarb ſich F. durch Die Rrauckeſchen Stiſu 
zu Oſtern 1695 als Arınenfchule eröfl 
meta fi Kr es ZBaljenhang, ein de 
eine Lateiniſche eu. ein Päbagegü 
Leute höheren Standes reiheten oc 
1701 in Einem Gebäube vereinigt w 
dieſen Infiituten verband F. Die Tante 
anftalt u. unter dem Schute ber ken 
Regierung ein Miffloneinfhitut für O 
letzt noch eine Apothele, Buchhandln 
druckerei. Die Direction der Franceeſ 
en, welche F. bis an ſeinen Tod ſelbſt 
bernahm nachher: fein Sohn Gotthelj 
u. fein Schwiegerfohn Joh Anafl. Er 
Die bis jetzt noch Beftehenben Imfiit 
eine Zahl von 800 Seelen u. bebitrfe 
lichen Unterbaft von 190,000 Thirn., 
Meine Staat ſelbſt aufbringt. Am 5. 
(am Tage wo er vor 134 Jahren biee 
fenlinder zu fih genommen hatte) m 
Bereiche der Waifenbausanftalt ein De 
Vgl. Schulze, Ken, u. Riemeyer, 
tungen, eine Zeitſchrift, Halle 1792 
Gotthelf Augnfl, Sohn des Bor, ı 
1686 in-Halle, findirte in Jena Theo 
1720 Pfarrer an dem Zucht» nm. Ar 
Halle, 1723 Adjunct der Wiebfrauer 
theologiſchen Facultat, 1726 Proiefie 
logie, 1727 nad} dem Tobe feines Satı 
ber erften Didces des Saalfreifes u. 
Waifenhaufes, 1767 erhielt er ben Tit 
ſiſtorialraths u. fl. 2. Sept. 1769; cı 
graınmatum in Academia Fride 
blice propositorum pentas, Halle 
terariihen Mittbeilungen aus dem R: 
Baters al$ Aug. Herm. Franckii re 
grammatum et aliorum opusculori 
lung exegetiicher u. lirchenhiſtoriſcher 
gen, ebd. 1764; beſorgte 1725 — 176% 
ber königlich däniſchen Dliffienaren in 
gab mehrere Schriften feines Baters | 
ones paraeneticae, ebb. 1721 


ze Aeancke bie Sranckenſiein 


in psalterium, ebb. 1734; Collegium 
ver Hartmanus Pastorale: Erange- 
741 ff., 2 Bbe. u... m. 8) Heinrich 
zeb. 1705 in Teichwitz bei Weita im 
ſudirte feit 1724 in Leipzig die Rechte, 
Advocat bafelbit, 1745 Brofeflor des 
aterechts an der Umiverfität, 1749 lai⸗ 
falzgraf, 1762 Brofeflor ber Moral u. 
Decemoir ber Univerfität u. ft. 1751; 
seilerte genealogiiche Fragen, Frlf. u. 
8., Tricamerarius 8. K, I. e diplo- 
titutus ete., Pp3. 1736; Kaifer Fran⸗ 
pitulation u. Reversales, ebd. 1745, 
Sammlung ber Reichbhofraths⸗Con- 
ı6 ben Jahren 1761 —62, Regeneb. 
8.5 Neue Beiträge zu der GBeichichte, 
m⸗ u. PBrivatrechte des kurfürſtlichen 
ſen, 1. Thl., Altenb. 1767: er gab 
u. 6. Bd. von Kreyfigs Beiträgen zur 
ſächſiſchen Laude u. den 3. Bd. von 
Kreyfigs Diplomata et scripitt. ete. 
Bam., geb. 1763 in Hörnerlirden, 
Becter in Huſum, 1506 Haupipredi⸗ 
burg, 1511 Brofellor der Theologie in 
daf. 1510 u. ſchr.: Kanzelreben, 1793; 
leinungen unſerer vornehmften neuen 
ber fie Unfterblichleit der Seele, Lpz. 
utiones psychol. emp. et log., Alt. 
yerationibus spiritus aancti, 1510; 
rmatum Arminianorum, 1513; liber 
hidiale bes Spinociomus, Kiel 1511; 
Encpliopäbie, 1819; Grumbriß der 
logie, 1524. 7) 3ob. Balent., Sobn 
. 1792 in Hufum, wurde 1815 Brivat- 
‚1819 Subrector in Flensburg u. 1921 
Haffiichen Philologie, Literatur u. Päda⸗ 
pat; er Ichr.: Examen crit. J. Juve- 
At. 1520; Über die Richterfchen In- 
3; u. gab den Kallinosheraus. 8) Karl 
1505 in Schleswig, ftubirte feit 1823 
„Heidelberg u. Kiel Die Rechte; nach⸗ 
1827 in der Kanzlei ber Herzogthümer 
u gearbeitet batte, kam er 1635 in bas 
uwmmer« u. Conimerzcollegium, wo er 
Danbelsungelegenheiten leitete. Nach 
rirung Schleewigs, 24. März 1845, 
inter nieder u. wurbe unter Ter pro⸗ 
egierung der Herzogthümer Präfident 
gecollegiume; von Schleswig in bas 
ach Frankjurt gewählt, gehörte er zur 
ı Partei; von der neuen, nach tem 
nd von Malmoe eingeſetzten gemein- 
rung ter Herzogthümer (Det. 1545) 
n Bevollmächtigten bei ber Centralge⸗ 
atfurt ernannt, ging nach Anflöiung 
verfammlung nah Schleswig zurüd, 
g. 1549 in Der Regierung der Herzog⸗ 
rtementschef der Finanzen, im Zuni 
terimiftifch bes Außeren wurte. Nach⸗ 
rmerfung ber Herzogthümer unter bie 
mmilung im Ian. 1551 von ber Lan⸗ 


468 


w. 17. Jahrh. 1) Srancois ber ltere, geb, 
1544 in Herensthal, erlernte bie Malerei bei Fr. 
Floris in Autiwerpen, gründete fpiter eine Schule, 
aus welcher G. Gortzius, Jan de Waal, H. van ber 
Maert u. a. Künftler bervergingen; er ft. 1616. 
Werle ſehr zahlreich im Dufeum in Antwerpen; 
ferner im Berliner Mufeum Chriſtus am Kreuz; 
in Louvre Eſther vor Ahasver ; in Bommiersfelden 
bie fieben Werke der Barmperzigleit; im Wiener 
Belvedere ein Kunftlabiuet, Krüius, den Solon in 
feine Schatzlammer führend; in ber Dresbener Gal⸗ 
lerie eine Flucht nad Aaypten; im Stuttgarter 
Diufeum die heiligen drei Könige u. die Anbetung 
der Weilen aus dem Morgenlande. 8) Iero- 
nimus, Zwillingobruder des Bor., geb. 1544 in 
Herenzthal, ebenfalls Schüler des Kr. Floris, ging 
ned Paris, wo er in ber Auguſtinerkirche eine 
Kreuzigung malte, arbeitete feit 1566 an den Freb⸗ 
fen im Schleife zu Kontainchleau, verlieh in Seine 
bed Ediets von Päilipp II. gegen tie Belgier 
Arankreich, kehrte jedoch unter Heinrich III. nach 
längerem Aufenthalt in Italien nach Paris zurück, 
wo er num eine Schule begründete, Hofbildnißmaler 
wurte u. für die Barfüßerkirche eine Geburt Chrifri 
malte. Auch unter Heinrih IV. u. Ludwig VIIL 
ftand er in hoher Gunſt bei Hofe; er ftarb uin 1620. 
In der Dresdener Gallerie befintet fi von ibm 
eine Euthauptung Johannis bes Täufers. 3) Am⸗ 
broſins, jüngerer Bruter bes Vor., ebenfalls 
Dialer, war ein Schiller von Marten de Dos u. fl. 
1619 in Antwerpen. Werte zablreih im Antwer⸗ 
pener Diufeum; tm Berliner Muſeum ein kreuz⸗ 
tragender Chriftus,; in ter Drestener Gallerie 
Chrijius u. Die Ehebrecherin. 13 Francois ber 
Züngere, Sohn u. Schüler von F. 1), geb. 1580 
in Antiverpen, bildete fich in Venedig aus, malte 
außer bibliihen u. mythologiſchen Darftellungen 
auch Scenen aus tem Voltsieben, Heine Landſchaf⸗ 
ten, Feuerobrünſte 2c. u. fl. 1612. Werke u. a. m 
Berliner Muſeum Zt. Antonius; in der Dresdener 
Gallerie Chriftus auf dem Wege nach Golgatha; in 
ber Münchener Pinakothek ein Reitergefecht ; im Wie⸗ 
ner Belvedere ein Hexenſabbath. 

Sranden, eine pfälziſche Familie, welche 1721 
in den Reichsfreiberrenftant erhoben wurde: jetziger 
Chef iſt: Freiherr IZobann, Sohu tes 1514 ver⸗ 
ftorbenen Freiherrn Karl Pbilipp, geb. 1836 m. 
vermäbit mit Maria Glijabeth geb. Grumes. 

Brandenberg , ein katholiſches, Schon feit dem 
11. Jahrh. in Schiefien verbreitetes u. noch in Pren⸗ 
teen begütertes Geſchlecht, welches fidh 
eit 1528 in 2 Hauptlinien theilt: A) Die freie 
berriiche Yinie: Srandenberg-profcplig, feit 1720 
in ben Freiherrenſtand erhoben; jegiger (Chef if: 
1) Freiherr Heinrich, Sohn bes verftorbenen 
Freiherrn Ernſt, war preußiicher Cherlieutenant 
a. D. u. fl. 15. Aug. 1857; er war mit Minna geb. 
von Schmwanenfeld vermählt. B) Die gräfliche 
Linie: Frankenberg · Ludwigsdorff, um 1700 in ben 
Reichsgrafenſtand erhoben; bermaliger Chef: 8) 
Graf Joſeph, Sohn Bes verfiorbenen Grafen Jo⸗ 


ſeph, geb. 12. April 1502, ift preußiicher Geheimer 


ung angenemmen morben war, verlieh | 1 Geh 
Regierungerath a. D. u. unvermählt; ſein älteſter 


rt, fein Baterland, wurde ım Detbr. g rat 
mt ber Landesregierung in Koburg u. ae vudwig ift 1819 geboren. _ 

elung ber Gotha⸗Koburgſchen Augele⸗ randen-Sierdtorpff, Orafen von F.,ſ. Sieree 
eheimer Staatsrath Vorſtand ter Ab⸗ | iorpff. 





Koburg. Franckenſtein, ein altes Rittergefchlecht, wel⸗ 
‚ nieberlänbifche Künſtlerfamilie im 16. | Yes aus der gleichnamigen Burg in der Grafichaft 


402 


Kapenelindogen ſtammt, den reichtritterſchaftlichen 
Gantonen am Rhein u. in Franken einverleibt war 
u. 1670 in den Reichsfreiberrenftand erboben wurde. 
Die F. find katholiſch u. in Franken, Heflen u. im 
Breitgau angefeflen; von ven beiden Linien gu 
Ulfadt u. DAfadt blüht nur noch die lehtere, 
deren jeiger Chef ift: 1) Freiherr Georg, Sohn 
des 1845 verſtorbenen Freiherrn Karl, geb. 2. Juli 
1825 in Würzburg; er ift erblicher Reichsrath der 
Krone Baierns m. feit 1857 vermählt mit Marie, 

eb. Prinzeffin «on Ottingen-Wallerflein. 2) Frei⸗ 
Bert Karl, Bruder des Bor., geb. 22. Jan. 1831 
in Frankfurt a. M., ift Attach€ bei ber öfterreichi« 
chen Geſandiſchaft in London. 

Frand won Frandenau, 1) Georg von F. 
geb. 1643, ftubirte in Leipzig u. Jena Humaniora, 
dann Mebicin, wurbe 1671 Profeſſor in Heibel« 
berg u. fpäter auch Leibarzt des Kurfürften. Durch 
Kriegsunruben 1688 aus Heidelberg vertrieben, 
flüchtete er nach Frankfurt a. M. u. folgte dann einem 
Aufe nach Wittenberg; König Chriſtian V. von 
Dänemart rief ihn nach Ropenbagen, wo er Waijen- 
hausarzt u. Böniglicher Leibarzt wurde; er ftarb da» 
ſelbſt 1704, nachdem er 1692 nobilitirt worden war. 
Er fchr.: Institutionum medicarum synopsis, 
Heibelb. 1672; Lexicon vegetebilium usualıum, 
Strasb. 1672 f., neue Aufl, al® Flora francica, 
Heibelb. 1685, Lpz. 1698, Strasb. 1705 (dentſch von 
Hellwig, 1714, Jena 1753 u. Züllichan 1766); De 
cornutis, Heibelb.1678; Bibliotheca parva zooto- 
mica, ebd. 1680; De palingenesin, Halle 1717; Sa- 
tyrae med,, %p3. 1722 20. 2) @eorg EHRE) 
von $- Sohn bes Vor., ſtudirte Mediein in Altorf, 
war eine Zeit lang Profeffor der Mebiein in Wit 
tenberg u. erhielt Dann eine Profeffur in Kopen- 
bagen, wo er 1732 ftarb. Er fchr.: Catalogus 
variorum tractatuum, Dresd. 1692; Onycholo- 
gina curiosa, Jena 1696; De sudore, Kopenb. 
1701; De strophe septimestri foetus eic., ebd. 
1730 ꝛe. 

Branemagon (fr., ſpr. Frangmaſſong), Frei⸗ 
maurer; daher Brancmagonerie, Freimaurerei, 

raneo (ital.), 1) frei; 2) portofrei, ſ. Francatur. 
anco, 1) %., aus einem edeln Gejchlecht im 
Hennegau, war Mönch u. Lehrer in der Klofterfchufe 
zu Löbben u. wurde 856 Bifchof von Lüttich; weil er 
862 feine Zuftimmung zu der Trennung König Lo⸗ 
tbars I. von feiner rechtmäßigen Gemahlin Theut- 
berge u. der Bermählung mit Waldradegegeben hatte, 
u er in die Ungnabe des Papſtes Nicolaus I.; mit 
dnig Arnulf zog er 891 gegen bie in fein Gebiet ein- 
ge enen Normannen u. erfocht mit den Sieg bei 
öbben; er fl. 903. 8) F, eigentliher Name des 
Bapftes Bonifacius VII., |.d. 3) %., genannt Pari- 
siensis Magister, geb. 1047 in Klin, Echolafticue 
an ter Katbebralfirche in Lüttich. Er erböbte bie 
Zahl der Noten auf 4 von verfchiebener Länge, er⸗ 
weiterte die Notenfchrift, begründete ten Tact zc. 
(f. Mufit [Sefh.)). Seine Lehre verbreiteten u. 
versolltommneten im 15. Jahrh. Johann von Mu⸗ 
ri® aus der Normandie u. Franchinus Gaſtor (geb. 
1451 in Tobi). F. fl. um 1093 u. ſchr.: Musica 
eive ars cantus mensurabilis (int 3. Bd. von 
Gerber's Scriptor. eccles. de musica sacra, 
4) Giov. Bati ſta genanut il Semolei, geb. 15!U 
in Udine, Hifterienmaler, bildete fih in Rom vor- 
ugsweije —— Angelo, malte 1536 die Fres⸗ 
en an dem 


r Karl V. errichteten Triumphbogen 


Frand von Fraudenan bis Wfiancois 


in Rom, ging banıı nech Floren, we: 
me I. — war, 7) 
rüd, ſchmücſtte eine im Yale 
nals Cornars mit Sresfen, welde Um 
men machten u. trat baranf im die 
Herzogs von Urbino. Gpäter war e 
Kom u. zuletzt in Benebig beichäftigt, w 
der Gala d'oro des Dogenpalaftes die 
Grotesten jhriiüdte n. 1580 Mark. Er 
tend in der becorativen Da ad 
mytbelogifchen Inhalte, namentlich N 
fanges; in feinem Style ſuchte er da 
florentinifchen u. venetianifchen Meifle 
gen feine Zeichnung war correct nm. f 
einer Bildniffe befindet fich im Berlin 
Von feiner Hand rühren auch eine betr. 
zahl radirter Blätter ber, worunter bi 
Des Lazarus wach Rafael, das Opfer Abı 
Tizian, Scipios Barmberzigkeit nach & 
zu ben beften gehören. 3) Niccolo, geb. 
nevent; fchr. Schifferfonette u. Eflogen ı 
ale Basquillant mit Beter Aretino, Ir, 
ben zerfallen, Rime contra Pietro Arı 
u. wurde wegen mebrerer hierin enthe 
riſcher Ausfälle auf Befehl des Papß 
verhaftet u. 1559 gebenft. Er ſchr. noch 
chista, Bened. 1539, 1541, 1543; 
volgari, ebd. 1538, 1541; La philen 
1547 u.a. m. 6) Srauco-Warrets, Jıaı 
in Liſſabon, mar 1646 mit bei ber 
Brafiliens; er fl. 1664 u. Überfehte Bü 
Liſſab. 1670; unter feinen Gedichten 
mythologiſche Cyparieso, ebb. 1631, Bi 
Franeba (F. Cavan.), Ban 
ber Familie ber Crassulacese - Fri 
Art: u. a. F. sonchifolie, in Chili, ı 
faftig, ber Saft ale kühlendes, ſchu 
Mittel bei Hämorrboiben, Die Wurzel zu 
färben gebraucht. - 
Francocaſtelſo, Caſtell auf Kankia, 
1828 Sieg der Türken unter Muſtapba 
die Sphafioten u. Griechen unter Dia 
Francoeuria (F. Cass.), Pflanze 
ber Familie Compnsitae- Asteroiden 
Art: F. crispe, in Agypten, Indien. 
Franqois (fr., ſpr. Frangſoa), fe: 
St. François (Geogr.), jo v. w. | 
Franqois (jpr. Krangfoa), 1) 8. de 
|. Neufcpatean. 2) Jean Charles, 
Kupferfteher, geb. 1717 in Nancy, 
Erfinder der Manier, die Kreiteg 
Kupferfiih nachzuahmen. Bolltemme 
Blätter dieſer Art lieferte er inbeß € 
wurbe nun Kupferſtecher des Königs; cı 
Seine befannteften Blätter find: eine T 
Bouder, Eraamus Portrait nach Hol 
Portrait nad Vivien. 3) Graf Autoi 
de Rantes, geb. 17. Jannar 1756 au: 
im Departement Yire, wurde Directe 
nen in Nantes, 1791 Deputirter in der 
Berfammlung nu. nad dem 19. Rrum 
der Nieber-Charente. Napoleon, als eı 
machte ihn zum Staaterath u. ertheil 
Orafentitel. Nachtem er jeit 1919 alt 
bes Departements Iſere in ter Ram 
batte, 309 er ſich 1822 von den Sur 
urüd. Von Ludwig Philipp wurde cı 
—* von Frankreich ernannt u. R. 7.‘ 


Frantolin bis Francerum auiales 
6 plenbenym ale Deformeauy u. Du | 


tier: Manuscrit de feu Jeröme, Bar. 
lscueil de fadaises de monsieur J6- 
bb. 1826, 2 Bde. 4) Karl von F., geb. 
at 1803 ale Fähnrich in die preußiſche 
n, nehm als Lieutenant Teil an dem un- 
z Felbzug 1806 u. verließ bei Auflöfung 
ꝛe 1808 als Bremierlieutenant den Dienſt; 
oB er rg dem Schillſchen Korps an, trat 
rzsffifche Dienfle, in denen er tie Feldzuge 
Der nädften Jahre mitmadte u. unter 
Schlachten u. Gefechten tie von Smo⸗ 
ter Berefina, von Dresden, Leipzig, Bar 
fur Anbe mitfocht, u. ging 1815 nad 
zurüd, wo er ale Major wieder angeftellt 
1829 zum Oberfllieutenant u. 1832 zum 
mfgerüdt, wurte er wenige Jahre fpäter 
tommanbdeur u. Generalmajor u. erbielt 
Generallientenant das Commando einer 
15 23851 trat er in den Rubeftand m. lebte 
Dam, wo er am 9. Februar 1855 farb. 
kre Ülerandre, geb. 1791 in Tour, trat 
ie Militärfchule von St. Cyr u. machte als 
Ve Feldzüge von 1810—15 in Spanien, 
‚x Belgien mit. Gr war 1823 bei ber 
von Satalonien unter General Tro- 
1828 in Folge feiner Tapferkeit auf 
illonechef, war 1831 u. 1832 bei ber 
a. ber Belagerung von Antwerpen; 
u. 1847 General geworden, wurde er 
1848 in Parıs ale Kommandeur 
gebe des rechten Seineufers verwundet u. 
wolte (Brancolinus), bei Cuvier Rebhuͤh⸗ 
tRäTTerem, längerem Schnabel, größerem 
I meiſt beipormten Flügeln; Art: Ge⸗ 
’%. (F. europaeus, Perdix f., Tetrao 
e rotb, Bauch u. Hals ſchwarz n. weiß 
rotbes Halobaud: Meitchen fchmwärzlich mit 
n Fleden; in Züteuropa, Aflen, Afrika; 
Ifchruedend; F. perlatus, in China u. viele 
Isslänber. 
eoftno, Dorf in der römiſchen Delegation 
wa; bier am 29. Auguft 1309 Nieberlage 
* durch die vereinten Italiener unter 
agrua. 
—* ſo v. w. Gallomanie. 
eomarken, |. Briejmarlen. 
eomont (ſpr. Frankomongt), Marktflecken 
ifſſement Berviers der belgiſchen Provinz 
fabrilen. 
a, 1) (m. Geogr.), ſ. u. Franken (Her⸗ 
3 2) (ipr. Frankoni'e), Städtiſcher Be⸗ 
9 Ramt (Post-township) in ber Oraf- 
Bmmtgomery tes Staates Pennſylvanien 
serie); 1300 Ew. 
convilie (fpr. Frangkongwibl), Dorf im 
ent Pontoife des feanzöfifchen Departe- 
e-Dife, mit Landhäujern der Pariſer; 
vſtbau; 1200 Ew. 
Jahrbücher ter Ge⸗ 


worum annäles 
€8 Kröntiichen Heiches, namentlich ter Xd- 
eſben, u. umfafien tie Zeit der Karolinger. 
islerr die Geſchichte bald ausführlicher wie 
m, ob. enthalten nur kurze chronclegiiche 
Ihre Namen haben fie theils von den 
m ob. Entbeckern, theils von dem Orte 
faffung der Aufpr*ng erhalten. Es 













find folgende: Annales Juvavonaes maja- 
res, gehen von 550— 975, find aber nur bie 83 
auf und gelommen ; fie enthalten kurze Angaben über 
das Fränfifcge Reich, bei. in Beziehung auf Baiern; 
ihren Ramen baben fie von der Statt Juvapınız 
burg). wo fie, nach Berk, gelchrieben worden 
nd ; berausgeg. von J. G. von Echart als: Annales 
breves el paschali in codice saeculi IX. ad- 
scripti. A.Juvavensesminores,742—B14, 
heransgeg. von I. G. von Echhart unter dem Titel: 
A, breves anno 816 conscriptietc. A. Salis- 
burgenses, 499— 1049, beziehen ſich meift anf 
bie Erzbifpdfe von Salzburg, herausgegeben von 
Berg. A.St. Emmerammi Ratisponen- 
ses maiores, 748—823, im Kloſter zu St. Em⸗ 
meram gefunden, enthalten Angaben über Die Ge⸗ 
ſchichte der ſcänkiſchen Könige mit befonderer Be- 
iehung anf Baiern; berausgeg. von Mabillon u. von 
Bert, Die A. St. Emmerammi minorses, 
1752 — 1052, berichten über bie DBifchäfe von Re⸗ 
genebnrg u. bie ÄAbte von St. Emmeram. A.an- 
tiquiFuldensen, 753—822, haben ihren Ra- 
men baber, weil die Äbte von Zulta barin mit anfe 
geführt werden; heransgeg. von Perg. A. bre- 
ves Fuldenses, 651— 838; auch in ihnen wer- 
ben neben ben fränkiichen Königen bie Äbte von 
Dein aufgezählt; herausgeg. von Jac. Grimm nm. 
erg. Annslium Xuntensium appen- 
dix, 816—835, fliehen nur infofern in Bar ung 
zu den A. Xantenses, als fie fi mit biefen in einem 
u. demſelben Codex befinden; herausgeg. von Berk. 
A. St. Maximıni Trevirenses, 709 bi: 
997, enthalten auch Angaben über das Kofler St. 
Maximin u. deſſen Abte; heraußgeg. von Wärbt- 
wein u. von Perg. A.Colonienses brevis- 
sımi, 8614 — 870, erfireden fi bef. mit anf 
die Bifchöfe von Köln; berausgegeten von Eck⸗ 
bart, dann von Berk. A. Colonienses, 776 
bis 1028, erwähnen auch Kölner Erzbifchäfe; eis 
Theil ift berausgeg. in Harzheim Ustalogus co- 
dicum manuscriptorum Coloniensis; Berk hat 
fie faft ganz etirt. Chronicon Ayuitani- 
eum, 830— 1025, heran@geg. von Labbe, Mare 
tene (unter dem Titel: Breve chronicon Nor- 
mannicum sive Britanricum). zuletzt von Berk. 
A. Limovicenses, 867 — 1060, zu Limeges 
verfaßt, beranägeg. von Berg. A. Laubacen- 
ses, 657—926, beren einer Theil wahrſcheinlich 
im Klofter Yobbes, der andere in Schwaben verfaßt 
ift; beraudgeg. von Berg. A. St. Amandi, 
637— 810, fo genannt von Bert, weil Heilige n. 
Abte aus dem Klofter des St. Amantus darin vor⸗ 
kommen; berausgeg. von du Chesne unter bem Ti⸗ 
tel: Chronicon breve etc., von Boucquet, zu⸗ 
let von Bert. A. St. Amandi breves, 742 
bie 555, berausgeg. von Perg, ber fie fo nannte, 
weil ter Cortex vorzüglich eine Lebensbeichreitung 
des St. Amandus enthält. A. brevissimi eo- 
dieisSangallensis Nr. 459 saeculiIX,, 
8614 — 961, beransgeg. von Perg, A. brevis- 
simi codici Sangallensi Nr. 250 ad- 
scripti, 768 — 889, berausgeg. von Perg. A. 
Sangallenses Baluzii, 691 — 814, ber- 
ausgegeb. von Balnzind unter bem Titel: Chro- 
nicon breviessimum monasterii St. Galli, 
dann von Boncquet, Manſi u. Bert. A. San- 
pallenacs breves ex codice saeculi 
X, Nr. 732 signato, 708—816, berausgeg. 


64 Irangaram anneles bis Jranucneei 


von J. von Arx u. Berg. A. Weingartenses, 
7092- 936, herausgeg. von Mabillon, Heß (als A. 
Augienses) u. Pert. A. Augienses, 709—954, 
herausgeg. von Baluzius, Maut Bert. A. Lug- 
dunenses, 769—841, erwähnen auch bie Erz- 
Kilihöfe von Lyon, herausgeg. von Mabillon u. 
erg. A. Weissemburgenses, 763—8186, 
eraudgeg. von Bert. A. Alamannici, 708— 
926, fo von Perk genannt, weit fie ALL in Codices 
dreier ſchwäbiſcher Klöfter, bes zu Murbach, Rei⸗ 
enau u. &t. Gallen, efnben; heraudgeg. von bu 
besne al8 Chronicon breve in Monasterio St. 
Galli scriptum etc., dann von Boucquet, Pater 
5. Zaccharia, Uffermanı (al8 Gesta Franco- 
rum Excerpta) u. Perg. A. Sangallenses 
maiores, genannt Hepidani, 709--1056, mehr 
ſ. u. Sepiban. A, Wirziburgenses, 687— 
1101, jo genannt, weil fie ſich beſ. auf Wiürz- 
— —*8* herausgegeb. von Pertz. A. St. 
ColumbaeSenonenses, 708—1218, fo ge 
nannt, weil fie ſich über die Geſchichte des Klofters 
ber Sta. Columba u. deſſen Abte verbreiten; her⸗ 
ausgeg. von Martene, Durand, Pertz. A, Ti- 
lianı, 708—807, aus einem alten Coder bes Jo⸗ 
bannes Tilius (Tillet), herausgeg. von bu Chesue 
(al A. Francorum auctioren). Boucquet, Perg. 
A. Petaviani, 607—799, ber Name von einem 
Sober bes Petavins, herausgeg. von Pithdus, du 
Chesne (unter. dem Titel: A. alũ Francorum etec.), 
Labbe u. Pertz. A. Guelferbytani, 74— 
623, herausgeg. von Perk. A. Nazarianı, 
108-790, vom Klofter. des St. Nazarius am Rhein 
jo genannt; beraußgeg. von Sagittarius, Schannat 
(unter dem Titel: Fragmentum veterum an- 
nalium de seditione Thuringorum), fsreber, 
du Chesne, Struwe, Boucquet u. Perk. A. Lau- 
reshamenses, 704—803, weil fie wahrſchein⸗ 
lich im Klofter Lorſch verfaßt find; herausg. von 
Uſſermanu u. Berg. Fragmentum anna- 
lium ab anno 769 uque ad annum 806, her⸗ 
ausgeg. von bu Chesne, Bouçquet u. zum Theil von 
Bert. A. Laurissenses minores, 7I4— 
817, herausgeg. von Lambecius, Kollarius, Mura- 
‚tori, Boucquet, Gerber, Durbeim u. Pertz; ber 
wichtigſte Theil ift im Kloſter Fulda gefchrieben. 
A. Laurissenses, 712—814, "biehen früher 
A.Loiselliani (von Loiſellius, Befitzer des Co- 
ber) od. A. plebeji, wegen ihrer fohlechten 
Screibmeile; Te ſtammen wahrjcheinlich aus dem 
‚Klofter Lori; heransgeg. bis 739 non Cauiſius u. 
‚Basnage, ganz von du Chesne (unter dem Titel: 
A.rerumFrancorun, quaea Pıppino et Carolo 
M. regibus gestae sunt ab anno 712— 514), zu- 
let von Bert. Einhardiannales, 741— 
829, die berühniteflen unter allen, haben ihren Was 
men von bem Berfaffer Einharb od. Eginhard (f.b.), 
zuerft herausgeg. als Vita et. gesta Caroli Magni, 
‚mit Eginhards Vita Caroli Imperatoris, Köln 
1521; von Reuber, Frkf. 1554, Fol.; im 2. Bd. 
bon Frehers Corpus Francorum historiae, Hanau 
1613; im 2. ®b. von bu Chesnes Historia Franc, 
‚script. coaet., Par. 1636; in Leudfelds Scripto- 
resrerum Germanicarum, fıff. 1707 ; von Joan⸗ 
nis, ebb. 1720 (in ber 3. Ausg. der Reuberjchen 
Sammlung); in Boucquets Recueil, Bar. 1744, 
Fol.; im T. Bd. von Bert Monumenta Germa- 
nicae historiae scriptorum. Podtae Saxo- 


‚ warme Einpfintung aus. 


N a ——— —* 
det der Sachſenkrieg; herausgegeh. v 
Reinecci, du Chesne, — Bert 
670 -812, genannt vom Kloſter Ark; 
doe, wo ein Codex geſchrieben worbe 
gegeben von Martene, Boucquete 
von Berg. A. Moissscenses, 
fprung ter Franken bis 818, vom 
fo genannt; berausgeg. von bu Ches 
Fitel: Excerpts chronici veter 
regni Francorum usque ad annu 
Boucquet u. Bert. A. Mettense 
berangeg, von bu Chesne, Boucqnel 
ertiniani, 741—882, genannt 
tinus, in beffen Klofter Sittin ſich ei 
herausgeg. von du Chesne, rateı 
et. A. Vedastini, 874 (877 
Iofter des St. Vedaſtus in Arrae 
geſchrieben, wichtig für bie Geſchid 
manncnreich® in Sranfreih u. den 
beraußgegeben von Boucquet ı Pe 
bienses, 900— 952, von einem 
Kloſters Lobbes geſchrieben; herausg 
ulebit als Annalium Lobentium 
hronicon de gestis Norn 
in Francia, 833 — 895, heran 
du Chesne, Boucquet u. Berk. ] 
chronicon, 1—967, f. u. Reg 
tenses, 640—873, deren 2 Ta 
ih ein Mönch aus dem Kloſter bei 
zu Zanten geichrieben hat; beraudge 
A.FrancorumFuldenses, 64 
Eginhards Annalen tie berühniteſte 
mehreren Verfaſſern gefchrieben u. w 
geſchieden in: a) Annalium Fulden 
650—838, auctore Enhardo, ans! 
lehnt; b) Pars II., 838— 863, auctoı 
Rudolf von Fulda, ftarb 865; e) Par 
852, von ungemiffen Verfaſſer, ber 
u. befte Theil; dy ParsIV., SS2—881 
einem Unbelannten; e) A. F. Pars \ 
deren Berfaffer ein Baier gemefen fei 
merlenswertheften Ausgaben find: won 
1588; in Frehers Rer. Germ. scrip! 
von du Chesne, Hist. Franc. ; von fei 
1707; von Struve, Strasb. 1717; r 
Mail. 1723, 1724; in Chrifts Noct 
spec. III., IV., Halle 1728 ; von Be 
Bert. Petri Bibliothecarı 
Francorum abbreviata, il 
Berfaffer ift wahrſcheinlich Petrus 7 
bliotbelar von Deontecaffino, der i 
lebte; herausgeg. von Du Chesne, Berl 
Vrancofpejen, bein Abſchluß ei 
ben ‘Preis ter Waaren od. Mechiel I 
alle Unkoſten, als Provifion, Kour! 
porte, mit einbegriffen find. 
Franc quartier (Her.), 1. u. Eh 
Franeucei (pr. Frankuiſchi), 3 
nanıt Da Imola, geb. un 1494 in 
rienmaler, bildete fih in ber Schule 
cia u. fpäter unter Mariotto Albertin: 
lebte größtentbeild in Boloana u 
lüchlichſten Nachahmer Rafacls: e 
eine Gemälde zeichnen fich durch ei 
würtevolle Schönheit Der Figuren 
Die meifte 


nis annales de gestis Caroli Magni | pfungen bewahrt bie Pinakothet in Be 


Franculin bie Frank 


rt, ein Mltargemäfbe, tie Jungfrau | 


außertem findet fi von ihm tm 
m eine Maris mit tem Kinbe, im 
tut eine Maria von Wollen getra- 
ihes Sujet in ber Münchener Pi⸗ 


itterer Extractioftoff aus ber Rinde 
frangula, iſt in Waſſer u. Allobol 
mmenfetung bes %. ift unbekannt. 
udum, fo v. w. Chrenichn. 
tabt im Bezirk Yeumarben ber nie- 
ovinz Friesland, an dent Kanale 
nad) Groͤningen; 5550 Em.; bie 
1585 geflifteten u. von Napoleon I. 
—* beſitzt ein künſtliches 
e, in ben Jahren 1774 bis 1781 
a ausgedacht; Schiffswerfte, Ge⸗ 
. fe 1191 erbaut worden ſein; 
bie Bürger die ſpaniſche Behörde 
» 1579 mit ben vereinigten Nieber- 


) (Iagbw.), fo v. w. Scherzen; 2) 
en fo v. w. Kniee. 
(fpr. Frandſchipani), römiſche Fa⸗ 
nt von einer Brodvertbeilung bei 
th; erregte mehrmals im 11. u. 
h Kampf mit den Leoni Unruben 
mächtig bis zur Erhebung der Cor 
ein Zweig davon kam nad Kroatien. 
) Srescentio, Kouful in Rem, 
die Souveränetät des römiſchen 
ie Anmaßungen des Papftes Jos 
Pietro, in ber Mitte des 13. 
r ber gbibellinifchen Partei in Rom. 
, verrietb Konratin 1268 nach fei- 
bei Tagliacozzo an Karl von Att- 
o, war Großinguifitor u. Cardi⸗ 
Dſtia u. Belletri, ex trug bef. zur 
Kämpfe ter politiihen Parteien u. 
‚en Ausföhnung derſelben bei u. fi. 
e Familie der $. in Kroatien, welche 
m König Bela II. ven Ungarn ge 
mit Fiume belehnt wurde, gehört: 
selder 1390 unter Sigismund zum 
tien, Dalmatien n. Slavonien be- 
Franz F. Graf v. Szlun, zeich⸗ 
fentriege ausu. fi. 1572. 7) Franz 
raf von F., empörte fi) mit feinem 
ı Grafen Zriny, gegen Kaiſer Leo⸗ 
upt der Rebellion von 1667, wurde 
71 in Neuftatt hingerichtet; feine 
eingezogen u. feine Familie des 


v. fr., fpr. Frangſchiren), mit Fran⸗ 


Sao, 54. Klaffe Les Endlicherſchen 
‚ mit freiem cd. mit Dem Fruchtkno⸗ 
m Kelche, Blumenblätteri von ber 
lãtter, frei od. unten mit einander 
ten febleub; Staubgeiäße von der 
enblätter, felten mehr, Fruchtluoten 
ier» bis vieliächerig od. durch Bere 
Heidemänte einfücherig, tie Fächer 
fekten vieleiig, Frucht eine Kap:el, 
inerucht; Der Keimliug im Eiweiß 
fe Klaſſe beſteht aus Der Familie Per 
Staplıylaceae, Celastrineae, 
ere, Ilicineae u. Rhainnene, 
ifon. 4. Aufl. VL 


— — — — — — — 


465 


rauf, 1) Sebafian, geb. um 1500 in Dos 
nanmörth (daher er ih 8.5. von Wärb od. von 
Wert nennt), verheirathete fi 1528 in Nürnberg 
mit Ottilie Behaim, war Anfangs ein Anhänger 
Luthers (welcher auch zu feiner Überfegung der Be⸗ 
Ihreibung ter Türkei aus der Hand eines Sieben. 
Efirgen, 1530, eine Vorrede ſchrieb), bald aber gab 
er fih pantheiſtiſchen u. ibealiftiihen Anfichten hin, 
verließ Nürnberg u. ging 1531 nach Strasburg, 
wo er zwar an Zell einen Gönner, aber au Butzer 
einen Gegner fand; 1532—33 Iebte er ala Seifen⸗ 
fieder in Eßlingen u. Geißlingen u. erbielt 1534 
das Bürgerrecht in Ulm; bier fhrififtellerte ex m. 
drudte auch feine Bücher ſelbſt; aber bald 30g er 
ſich durch feine freifinnigen Schriften, namentlich 
durch Die Paradoxa, Ungelegenheiten u. wegen feiner 
Hinneigung zn Schwentfelb 1539 bie Bertreibung 
aus Ulm zu; er zog nun unflät in Eübbeutfchland 
umber u. ſtarb 1543 (1545) in Baſel als Buch⸗ 
druder, nachdem er noch erlebt hatte, daß fenie Lehre 
auf Dem Convent zu Schmallalden, 1510, mit der 
Schwenkfelds verurteilt worven war. Er iſt einer 
ber beften deutſchen Broiaifer feiner Zeit; er fchr.: 
Von oem gremwlichen Lafter ter Trunfenheit, Nuͤrnb. 
1529, Pforb.1559;, Chronife, Zeitbuch u. Geſchicht⸗ 
bibel von aubegyn bis 1531, Strasb. 1531, Ulm 
1535, $ol., fortgefett von einem Ungenannten bis 
1551, 0.8. 1551, hollãndiſch Bolswart 1549 (viel⸗ 
leicht Die erfte Weltgefchichte in deutſcher Sprache) ; 
Weltbuch, Spiegel u. Bildnis des ganzen Erdboden, 
1534; Güldne Ar, n. Aufl. 1558; Germania, bon 
des ganzen Teutichlande, aller teutichen Völler Here 
formen 2c., 1539, Paraboya u. 280 Wunderreben, 
1535; Sprüchmwörter, Schöne, Weife, Herrliche eig. 
reten u. Hoffſprüch, Frif. 1541 u. ö. n. A. von B. 
Quttenftein, ebd. 1531; überſetzte Erasmus Enco- 
rium morine. Vgl. Wald, De vita etc. Franci, 
Ertl. 1793; Cb. K. am Ende, Nachleje zu 5-6 Yeben 
u. Schriften, Nürnd. 1796; Hermann Biſchof, Tüb. 
1556 (Preisichrift). 2) Ealomon, geb. 1559 in 
Weimar, ftarb daſelbſt 1725 al® Confiftorialiecretär ; 
ein ſebr fruchtbarer Kirchenliebertichter; von ihm u. a.: 
Ad Gott verlaß mich nicht ;.er ſchr.: Geiſtliche u. welt» 
lihe Borfien, Jena 1711 u. 1716, 2 Thle. 8) Mel- 
chior, geb. um 1560 in Zittau, flubirte in Rürn⸗ 
berg Muſik, wurte 1604 Kapellmeiſter bei Her⸗ 
309 Johann Cafimir von Sachſen⸗Koburg u. f. 
1639 in Koburg; berühmter Tonkünſtler; er fchr.: 
Geiſtliche Geſänge u. Dlelodien, Kob. 1608; Ikose- 
tulum musicum; von ibm bie Dielobie: Jeru⸗ 
falen, bu bochgebaute Stadt. 4) Michael, geb. 
1609 in Schleufingen in Sachlen, bejuchte erft 
Die Schule jeiner Vaterſtadt, ergriff aber nad) dem 
früiben Tode ſeines Vaters Das Bäckerhandwerk, 
beſchäftigie ſich jedoch noch fort mit ben Wiſſfen⸗ 


an der Stadtſchule in Koburg, 1659 als Dichter 
gekrönt u. von dem kaiſerlichen Pfalzgrafen Riſt in 
ten Elbſchranenorden auigenommen; er ft. 1667 
u. jchr.: Altes, ficheres u. in Sünden ſchlaſendes 
Deutibland, Kob. 1651; Geiſtliches Harjenipiel, 
ecd. 1657 ; Geiſtlicher Yieder ei ftea Zwölf, ebd. 1662. 
Auc feine beiden Brüder 3) Zebaftiun, geb. 1606 
in Schleuſingen, ft. 1665 ale Dialenus in Sıh weine 
furt, u. 6) ge ter, geb. 1616, gift. 167» als Plar⸗ 
zer is Sleufjen im Koburgiichen, haben geinide 
20 


466 


Lieber gebichtet. 7) Johann, geb. 1618 in Guben 
in der Nieberlaufig, ftudirte ſeit 1637 in Königs- 
berg die Rechte, wo Sim. Dach großen Einfluß auf 
ihn ausübte, wurde dann Rechtsanwalt in feiner 
Baterfiabt, 1648 Ratbeberr, 1661 Bilrgermeifter 
daſelbſt u. 1670 Landesälteſter der Markgrafichaft 
Niederlaufitz u. ft. 18. Juni 1677. F. ift nach Paul 
Gerhard ver ausgezeichnetfte Kirchenlieberbichter;won 
ihm iſt u.a.: Schmüde dich o liebe Seele ; Herr ich babe 
mißgebanbelt; er fhr.: Deutiche Gedichle, beftebend 
im geiftlihen Sion od. neuen geiftlichen Liedern u. 
Bfalmen, wie auch irbifcher Helikon ꝛc., Guben 
1674, 2 Bde. ; feine geiftlichen Lieber bef. herausgeg. 
von $. L. Pafig, Grimma 1816. 8) Joh. Georg, 
geb. 1705 zu Zennftäbt in Thüringen; ft. 1784 
als Superintentent zu Hobenftäbt im Hürftentyum 
Kalenberg; er fhr.: Novum systema chronolo- 
giae fundumentalis, ©ött. 1778, Fol. Praelu- 
sio chronologiae fund., ebb. 1774, u.a. m. 9) 
Jakob, Baron %., geb. 1712 in Polen, jüdiſcher 
Schmwärmer u. Kabbafıft, hielt fich für eine neue In⸗ 
Carnation bes Meſfias ır. verband äußerlich Die Rö⸗ 
miſch⸗katholiſche Religion mit dem Judenthum. Er 
kam 1750 aus dem Orient zurüd, ſiedelte fich in Po⸗ 
dolien an, ftiftete die Secte der Sohariten od. 
Eontra-Zalmupdiften, nahihm auch Brankiften 

enannt, wurde von den Rabbinern verfolgt u. al® 
Serfehrer verklagt; dann aus feiner mebrjährigen 
Haft auf ber Feftung Ezenftochau Durch die Ruſſen bei 
ihrem Einfall in Polen entlaffen, ging er nach Wien, 
wo er einen fürfilichen Aufwand machte, von da weg⸗ 
gewiefen, nah Brünn n. enblich 1788 nach Offenbach, 
wo er auf einem, dem Grafen von Ifenburg gehören- 
ben Schloß refidirte. Hier hatte er öfter gegen 1000 
Berfonen aus Bolen um fid, unter denen er bie 
ſtrengſte Sittenzucht bielt. Als aber fiir deren Er- 
nährung u. die Pracht feines Hofftaates bie Geld» 
quellen nicht mehr zureichten, wurbe das Vermögen 
vieler Juden ı1. Ehriften Durch feine n. ihre fühnen 
Hoffnungen auf feine Perſon verfchlungen, u. ob» 
gleich er für unflerblich gebaften wurte, ftarb er doch 
anı 10. Dec. 1791. Er wurde unter einem Geleite von 
mehr denn 800 der Seinigen, Die fein Wieberaufleben 
eriwarteten, begraben. Nach feinem Tore brach ber 
förmliche Concurs aus. Er hinterließ 2 Söhne u. 1 
Pflegetochter. Seine Eecte ift in Polen noch vorhan- 
den; i. B. Beer, Geſchichte der jüdiſchen Secten, ı. 
von Meyer, Blätter für höhere Wahrheit II, 381 ff., 
VII, 306. 10) 305. Peter, geb. 1745 zu Rotalben 
in der Herrſchaft Grävenftein; wurde 1769 Hof« n. 
Sarnifonsarzt in Raftabt, 1772 Peibarzt in Bruch- 
fal, 1784 Profefior ber Klinik in Göttingen u. 
1785 Profejjor ber Mebicin in Pavia, 1756 Pro⸗ 
tophyſikus u. Generalbirector des Sanitätsweſens 
der Lombardei u. 1788 Gubernialrath, 1795 nach 
Wien berufen, um das Militärſanitätsweſen zu re— 
guliren, zugleich kaiſerlicher Hofrath u. General⸗ 
Director bes Civilhoſpitals in Wien; 1804 Pro» 
feſſor Der Klinik in Wilna, Später Staatsrath, 309 
fih mit einer Penfion nach Freiburg im Breiegan 
zurück; 1811 ging er wieder nach Wien ır. ft. bier 
1321; er ſchr.: Syſtem einer medicinischen Polizei, 
Manh. 1779—1819, 6 Bre., u. Suppl. 1812—27, 
3 Bde. Epitome de enrandis hominum morbis, 
ebr. 1792— 1521, 6 Thle. (unvollendet), deutſch ebd. 
1799) — 1811, 3. Ausg. ebd. 1839, Berl. 1840 ff.; 
einen 7. Tbeil der Epitome bat Eyerel, Wien 1621 
beigefügt; feine Opurcula gab fein Schu %. 13), 


welches F. mit Hül 


Frank 


Wien 1824, heraus; Selbſibiograph 
11) Michael Sigismund, geb. 1 
berg, erlernte bie Porzellanmalerei 
terftabt u. war von Ingend auf eifı 
verlorene Kunft der Glasmalerei ı 
beden. Erſt 1804 gelang es ihn 
Glas in ähnlicher Weile, wie bie 
ftellen, u. von dem Kammerpräfiben! 
fenberg unterſtützt, führte er für bi 
von Wappen in Glas aus, weld 
des Schloffes Greifenflain zu ſchm 
waren. Durd das 1808 auf Glas 
wappen ber Witteldbacher erwarb € 
bes Könige Mar I., wodurch er 
gefett wurde, feine Erfindung ing 
ftabe auszubeuten u. zu vervollflomn 
er feit 1814 auf dem Schloffe bes 8 
ftein gearbeitet hatte, folgte er ei 
Minden, wo er an ber Königlid 
manufactur eine Anfellung erbieli 
größeren Fortichritte %-8 bemogen t 
wig 1827 eine eigene Anftalt tür € 
Münden, in melder F. tie technifch 
nahm, zu gründen." Von ber Gründ 
ftalt Datirt der Aufihwung, ben nı 
erfiantene Kunſt Ale 08 erfle 
e tuchtiger Ma 

brachte, waren bie nenen Fenſter im 
ensburg. Nachdem er ilingere Kll 

ibung feiner Kunft befähigt hatte, tı 
ber Anftalt zurüd u. fl. 1847 in! 
Dtbmar, geb. 1770 in Bamberg; 
nebictiner feit 1795 in Banz Bhilo 
Mathematit u. Theologie, wurde 
eines Neffen des Fürſtbiſchofs Ehrifl 
Bufed, 1802 Profefior ber Rhilo 
Univerfität u. 1803 am Lyceum in ! 
vatifirte 1805 bis 1817 ın Nürnhı 
Paris u. Londen, wurde 1817 Alade 
chen, 1821 Profeſſor Der Perſiſche 
Sprachen in Würzburg u. 1826 da 
chen u. ft. 1840 in Wien; er ſchr.: 
Drient, 1801, 1. Thl.; De Persi 
genio, 1810; Berfien u. Chili, als 
ihen Erdbreite 2c., 1813; QVemerh 
orientalifchen Handſchriften in ber 
München, Diituch. 1814; Fragmente 
dynamiſcher Spradergeugung, 1815 
thia sanser., Münch. 1820—24, 2 
phie ber Binbu, ebd. 1835; Über tus 
vakarman 2c., ebd. 1835; gab heru 
nam schostratshuk, ebd. 1823, u 
über Philoſophie, Motbelogie, Titera 
ber Hindu, ebd. 1326, 4 Hefte. 13) 2 
5. 10), geb. 1771 in Raſtadt: wurde 
u. Gebülfe in der mebicinijch-Rinif 
Pavia, 1796 Primärarzt Des allgem 
in Wien, 1804 Profeſſor Der Ratbe 
u. 1805 Profelfer der mediciniſchen 
nit; nabm 1824 jeinen Abfchied u 
Wien, am Comerfee n.in Dresten, & 
Shieftaat u. fl. 17. Dec. 1842 int 
jrilber ein tbädger Förderer Dee Are 
ichr.: Ratio instituti eliniei tie: 
1797 (deutſch von F. Schäſſer, er. 
terung der Brownijchen Arzneilebre 
gungstheorie, 2. Aufl. Rotbeubura 
1608; Grundriß der Pathologie ma 


Sr: 8 Franken (Geſch) L (bie Ah - 


ngstheerie, Wien 1903; Acta instituti 
ss. universitatis Vilnensis, £p}. 1808 
Praecepta praxeos med,, ebd. 1317— 
ud de Ar rear eb. in Lauter⸗ 
ee Arzt des Prinzen von Khenenhüller in 
1759 öffentlicher Arzt am großen Spital 
eim Ginrüden der fraugöfiichen Armee 
folgte,er dem Bringen nah Slorenz u. 
ach Ägypten, um die bartigen Kranl⸗ 
udiren. Nach der Einnahme von Kairo 
5 — ber Armee tes Orients u. blieb bei 
Militäripital in Kairo angeftellt. Nach 
Hiffung ber franzöfiihen Armee blieb er 
Zeit in Wieyandrien, kam dann nad) Par 
u. ging 1802 auf ein Jahr nach Tunis; 
e er Arzt des Militärfpitale in Alegane 
eber erfter Arzt von Ali Paſcha von Ja⸗ 
e 6 Zabre lang blieb. Run belam er von 
lichen Regierung die Stelle eines Ober- 
orfu, die er aber 1814 verlor, worauf er 

in von Barma ale Leibarzt eine An⸗ 

t; er fchr.: Mémoire sur le com- 
B negres au Caire et les maladies, 
w ils sont exposes en y arrivant, 
ts Collection d’opuscules de medec. 
‚ehe. 1800 (deutſch 1617); De peste, 
B et ophthalmia aegyptiaca, Wien 
ich ven Rincocini, Brünn 1817). 


fen, nenn .” 2) die heraltiiche 


[, Bogel, fo v. w. Fraucolin. 
„Zacharias, geb. 1801 in Prag, ſtu⸗ 
ve Theologie, wurde 1631 Rabbiner des 
 Kreifes in Böhmen u. Ortsrabbiner 
wo er fich bei beftrebte, ben Kultus fei- 
asgenoffen zu heben u. religids-mora- 
ı under Denfeisen ju verbreiten, u. vor 
es religidien Jugentunterrichte annahm. 
836 Oberrabbiner für Dresden u. Leip- 
jer erfiern Stabt durch ihn feit 1837 ter 
Yuagoge zu Stande lam, u. 1555 Ober» 
Director des jüdiſch⸗theologiſchen Se⸗ 
Breslau. In Folge feiner Schrift: Die 
ig Der Zuben in theologiſcher u. hiſtori⸗ 
ung (Berl. 1840, 2. Aufl. Dresp. 1547), 
bern Lanttage 1840 fir Sachſen ein 
8 für bie Gibesleijtung der Juden ein⸗ 
»ſchr. noch: Vorſtudien zu der Septua- 
1841; Der gerichtliche Beweis nach mo⸗ 
diſchei Rechte, ein Beitrag zur Kennt» 
faifch-tafınntifhen Eriminal- u. Civil⸗ 
r{. 1846; liber ven Einfluß ber paläfti- 
geje auf bie alegandriniiche Hermeneu⸗ 
51; gab auch 16544—46 bie Zeitſchrift 
giõſen Interefien des Judentbums u. 
52 Die Dionatsfchrift für Geſchichte u. 
des Judenthumd heraus. 
(d. ĩ. die Kräftigen, Nannhaften, Freien), 
ſame Name miehrerer deutſchen Vollo⸗ 
Niederrhein, von den Alemannen abwärts 
idung des Rheins, vorn denen die Sigani⸗ 
rächſt den Alemannen die Chatien Pie 
u. bominirenten Völlerſchafien waren. 
» Beriode der Fräaͤnkiſchen Se. 
o zur Stiftung der großen Frän— 
onarchie 511. Wach wren Sitzen un« 
n: Nieder⸗ u. Ober⸗ od. Öftfran» 


467 


ten. A) Niederfranken, an bem Oflsfer bes 
Rheins, von ber Lippe bis eine Strecke an ber 
Dfiel hinab, ald deren Hauptuöller bie Chamaven 
u. Galier genannt werben. Die letzteren (Sali⸗ 
ſchen F., nach Einigen Bewohner des übergebeuen, 
ertoorbenen Landes, nach Auderen Bewohner des 
Sallandes an ber niederländiſchen Yſſe) find bie 
alten Sigambrer. Ihre Sie waren üblich von bes 
nen der Chauaven, die int Norden an bie riefen, im 
Oſten an die Sachen fließen, m. ihr eigentlicher Name 
wird feit Anfang bes 5. Jahrh. nicht mehr erwähnt. 
Zur Zeit ale bie Römer ihr Reich bis an die Mün⸗ 
dungen bes Rheins ausgedehnt hatten, traten bie 
Salier als bartmädige Feinde derſelben auf. Gie 
thaten den Römern nicht nur Schaten durch Ein⸗ 
fälle zu Lande, ſondern auch zur See, u. nuter Kai⸗ 
fer Brobus (regierte 276 — 282) kamen fräntifche 
Seeräuber fogar bis ins Mittelmeer. Als die Me 
mer nun den Menapier Caraufius zum Schutz gegem 
die %. aufboten, verließ diefer die Sache der Römer, 
u. während er ſelbſt Britannien nabm, beſetzten bie 
F. unter feiner Begänftigung feit 287 Batavia u. 
das Land bie an bie Schelbe. Dauials wird Ater 
ale ihr König genannt. 293—306 entriß ihnen ber 
Kaiſer Conſtantius das genummtene Land twieber 
u. verpflanzte einen Theil der Bewohner in römie 
ſches Gebiet. In der Folgezeit aber mıachten fie wie» 
ber fo bedeutende Kortichritte gegen Weſten, daß fie 
unter Katjer Yulianus nicht nur wieder über Ba⸗ 
tavien, fondern auch Über das Land im Weſten der 
Maas ausgebreitet waren. Bon Parie aus fhidte 
Julianus 357 den Severus gegen fie, welcher 
aber nichte gegen fie auerichtete. Doch hielten 
fie fih von nun an lange ruhig, wenigſtens un« 
ternabmen fie nichte gegen bie Römer, in berem 
Heeren fie fegar ale Hülfstruppen dienten. Erf 
zu Anfang des 5. Jahrhunderts begannen fie ihre 
Streifzüge wieder gegen Weften, zu benen fie fich 
mit ten B) Oberfranken verbanden. Zu diefen 
ebören die Shatten, Ampfivarier, Bructerer, fie 
tten ihre Sie füdöftlich von ben Miederfranten, 
norbwärts vom Main u. fließen im Rorben en 
bie Sheruffer. Den Namen F. nahnıen fie Ipäter 
an ale die Rieberfranten, zuerft bie Chatten (früher 
unter den Sueven genannt) u. bie Ampfivarıer, m. 
beunruhigten ges jenen burch wieberbolte Einfälle 
das römiſche Gallien. Kaifer Aurelianus ſchlug fie; 
unter Gallienus flreiften fie bie Spanien n. ilber 
das Meer binliber nach Afrila. Im 4. Jahrh. waren 
Die Könige Aſlarich u. Merogaid (wahrſcheinlich au 
ten Oberfranken gehörig) unglildlich gegen bie Rö⸗ 
mer, Doc gelang ed ihnen jpäter die römiſchen 
Städte anı Rhein, u. a. auch Köln, einzunehmen, 
ausderen Befit fie aber Kaifer Julianus wieber ver⸗ 
trieb. Zu Ende des 4. Jahrh. werden genannt bie 
Arankenlönige Mellobaudes, bei. aber Genobaudes, 
Marcomer u. Sunno, melde auf dem Oſtufer des 
Rheins gegen bie Römer kriegten; Arbogaſt z0g gegen 
fie, Marcomer murbe gejangen u. nad Etrurien 
ins Eril geführt, Sunno wurde, da er bes Genoflen 
Niederlage rächen wollte, von ten Seinigen ermur«- 
vet. Während tie Sulifhen %. in ihren Sitzen 
tlieben, wurden tie Oberfranten von Julianus 
wieder iiber ten Rhein gebrängt. Erft im 5. Jahrh. 
behielten jie feſten Fuß auch auf dem Iinfen Ufer bes 
Rbeins, nachdem fie Mainz, Trier u. Köln zu vers 
ſchiedenen Malen geplündert (Trier 418440 4mal) 
batten, Seitdem filbren bie 8. am linten Rhein- 
30 


ufer ben Ramen Ripmarier (NRipuariſche F. 
Uferbewoßner). Um dieſe Zeit verſchwindet auch 
ber Name ber Chatten, welche bie Grenzen ihrer 
Wohnſitze nah Süden bis an den Nedar erwei⸗ 
terten u. num ale F., fpäter ale Heſſen bezeich- 
net werben. Nach der Niederlage Attila® beſetzten 
die Oberfranken auch das Lanb an ber Mofel, wo 
früher Burgunder wohnten. Der größte Theil ber 
hattifchen F. blieb biefleit bes Rheine, zwiſchen 
Sachſen, Ripuariern, Alemannen u. den Üeftflamwen 
vom Thale der Sieg u. der Diemel bis an bie 
Murg, bie Ems u, ben Main bis in feine obern 
Thäler an den Quellen ver Rednitz u. Werra (O ſt⸗ 
fränkiſcheGaue). Das Hauptvollwaren die Sali- 
ſchen F. Unter ihrem (fabelhaften) Könige Phara- 
monb waren fie unglüdlich, u. Aetius trieb fie wieber 
zurüd. Defto glüdlicher waren fie unter Chlodio. 
Diefer refidirte in Diapargum, welches die F. von 
den Römern erobert hatten, fiel nach einem 430 
glücklich ausgeführten ae um 437 (444) in Hen⸗ 
negau u. Artoie ein, fchlug bie Römer m. eroberte 
Sambrai, Tournai u. Amiens, wo er nım feinen 
Sik — u. von wo aus er alles Land bis an 
die Somme einnahm. Um 445 überſchritt er dieſen 
Fluß, wurde aber von Artius geſchlagen u. ſt. 448. 
Nach ihm herrſchte über die F. Merowig (Mero⸗ 
veus) 448—478, nach welchem bie 1. Dynaſtie der 
fränkiſchen Aßnige Merowinger genannt iſt. Auf 
Merowig folgte 458 deſſen Sohn Childerich I. 
Degen feiner Willkürherrſchaft u. feiner Aus 
fehweifungen vertrieben, floh er zu dem Thürin⸗ 
gertönige Baflnns u. entführte defien Gemahlin 

afina. Nach Sjähriger Verbannung wurbe er 466 
zurüdgerufen. Er drang 477 — 481 nah We⸗ 
ſten gegen Orleans vor, machte dann ein Bünd⸗ 
niß mit ben Römern gegen die Wefgothen u. ge- 
warn Anjou durch Odoalers Beiſtand, dem er da⸗ 
für bie Alemannen ımterwerfen half. Er batte fo 
bag Reich ber F. bis an bie Loire u. Schelde aus⸗ 
gebehnt, feine Reſidenz war Tournai; er fl. 481, u. 
ihm folgte Chlodwig I. der Große, jein u. der 
Baſina Sohn. Diefer zog 486 mit feinen Vettern, 
Rachnachar, König von Kambrai, u. Cararich, 
gegen ben Römer Syagrius, ſchlug denſelben bei 

oiffons u. machte dem Reſte Der römiſchen 
Herrſchaft in Gallien ein Enbe Darauf 
unterjochte Chlodwig die Tungern, ſchlug die Ale- 
mannen, welche feinen Vetter Sigbert, den König 
der Ripuarier, befriegten, 496 bei Tolpiacum 
(Zülpich) u. zwang fie fih zu unterwerfen. Faſt 

en fo bedeutungsvoll für bie Erweiterung ber frän- 
kiſchen Herricaft war die Annahme des Chri- 
ftentbun, zu welcher fih Chlodwig einem in ber 
Schlacht getbanen Gelübde zufolge u. auf Bitten 
feiner Gemahlin Ehlotilbe nach dem Siege ver- 
Band. Diefer Vorgang erleichterte Die Verſchmel⸗ 
zuug der bereits zum Chriftenthum libergegangenen 
Böllerfchaften, wie der Armoriler, von denen zuerft 
die F. zurüdgetrieben worden waren, u. ber in 
Gallien zerftrenten Römer in dem Franfenreich. 
Nah einem Kampfe gegen Gunbobald von Bur⸗ 
gund, auf zranlaffung bon beffen Bruber Go- 
begiejel (f. Burgund [Gefch.]), fiel —— J. 
ius Laud der Weſtgothen ein, ſchlug deren König 
Alarich in der Schlacht bei Poitiers u. eroberte 
das Weftgothifche Reich bis an bie Byrenden, 
mit Ausnahme won Languedoc. 508 unterwarf er 
fd vollende Angouleme u. Tonloufe u. wer nun 


Franken (Geſch) IL. (444-508) IL (A. SE.:548) 


— F — 
puari .‚ ließ er 509 m 
hielten die Ripuarier ihre Berfefug 
(Lex Ripuariorum). Ihr Diſtriet 
eigenes Derpogtgum Aipnarien (Di 
Puariorum, agus R.) auf beiben ' 
beins von ben Arbenmen abwärts, auft 
big über bie Rubr, auf bem Weftufer 
Maas, mit der Hauptflabt Köln ıı bi 
Bonn, Aachen, Zülpich, Jülich, Werl 
Ruhr. Außerdem ließ Chodwig alle falifi 
umbringen, wie Cararich, —22 u 
u. begründete auf bieje Weiſe bie: 
kiſche Monarchie. Zu biefer gehörte 
lin mit Ausnahme von Burgund, be 
(weiche die Oſtgothen behielten) u. einem 
gangueboc (der den Weftgotben blieb). 
I. Bis zum Sturze der Meron 
Erhebung der Karolinger 752. A) 
Begründungber Macht der Hantı 
600. Nach der Bereinigung aller %. une 
jchaft der Saliſchen F. wurde die g 
liſchen Boölker in 2 Haupttheile 3 
ſtraſier (Auſtro⸗, Oſtfranken, Fra 
ee —* Austria Meere a 
alle F. im Rheingebiete, im ie cu 
wovon fpäter ber übliche Theil Franch 
lis im engeren Sinne, der weftliche The 
Rhenensis hieß (ſ. Franken, Here 
Bb) Neuftrafier Reuftri, Weftfre 
tan Neustria (Francie occidentalis 
ferhalb des Rheingebietes, im Nordoſten 
liegende Land der Salier. Nach Chiet 
511 erfolgte Die Erfie Theilung des! 
reiches unter feine 4 Söhne, i 
titrlihen Sohn, u. Chlodontir, Chilbebe 
tbar, Söhne von Chlotilde. a) Theode 
hielt Auftrafien, u. zwar das Frauf 
rechten Rheinufers, die Städte zwiſche 
Maas, Rheims, Chalons fur Marn 
u. in Aquitanien bie Städte Clermon 
Cayors, Albiu. Uſez; er nahm feine Refidı 
517 fielen die Normannen in Belgien eh 
aber zurückgeſchlagen; 530 befiegte er He 
Fürflen von Thüringen, 531 nahm erfein 
Childebert Auvergne u. belagerte u. erebe 
Schloß Meroliacum. Um dieſelbe Zeit 
Munderich, der aus königlichem Hauſe 5 
gab, die Krone ſtreitig, wurde aber g 
umgebracht. Als Theoderich 543 farb, 
feine Brüter Childebert u. Chlothar fet 
ih zu reißen, aber fein Sohn Theste 
hauptete bie Herrſchaft; er eroberte net 
Gothen Alemannien (Schwaben) day 
auch in Italien Eroberungen (Ligurien, 
bie Cottifehen Alpen). Bevor er feiner ' 
Kaijer Juſtinian anzugreifen, zur Ausfüh 
gen fonnte, fl. er 548 in Rheims. Ihm 
Sohn Theodebald, der ebenfalls Ira 
obern trachtete, aber deſſen Heer unter‘ 
Butilin von Narſes bei Gapııa wermicht 


-.. Weankin (Geſch) IL (A. 545-885) ” 


n —* riß Chlothar, ber jüngfie 
;, an fid. 

ir erbielt den größten Theil von 
nämlih Orleans, Tours, Bour- 
heil von Berry, Bourges, Nevers, 
mais, zum Theil Anıcn, Maine, 
Scogne zc., u. refitirte zu Orleans. 
vereint mit feinen Brüdern Bur⸗ 
angegriffen hatte, fiel er 524 auf 
je gegen ben König ter Burgunder, 
e unmürbdigen Söhne ereilte Das 
r ſelbſt einft feinem Bruder Chlor 
ıtte, inbem biefer fie ermorbete u. 
sem Bruder Chilbebert theilte. 

rt, ber 3. Sohn Chlodwigs bes 
Reuftrien, n. zwar Meaur, Paris, 
8, u. das Fand bis and Meer, Lyon⸗ 
Rantes, Banned, Weftbretagne u. 
yuitaniens, u. refibirte in Paris. 
er Mutter Chlotilde, welche den 
:8 Chilberich an dem Haufe ihre® 
yaldb von Burgund rächen wollte, 
ert 523 u. 524 mit feinen Brüdern 
blotbar ben König Sigmund von 
x Ermerbung der Söhne Chlodo⸗ 
:bert einen Schulbantheil u. theilte 
er bie Beute. Nachdem Childebert 
eſter Chlotilde an ihrem Gemahl, 
Snig Aınalrich, blutig gerächt hatte, 
sit Chlothar zu neuen Kriegeunter- 
jwar zuerfl 534 gegen Burgund, 
ndomar er gefangen nahm. Dar- 
dad Königreih Burgund mit 
ven Reihe. Dann unternahm er 
d noch einen Zug gegen bie Gothen, 
Saragoſſa geſchlagen, führte mit 
gegen die Sachſen mit abwechſeln⸗ 
558. Sein Reich fiel, ta er kin⸗ 
Chlothar. 

: (Xothar) I. erhielt bei der Thei⸗ 
1, Laon, St. Quentin, Amiens, 
it ber Somme, zwiſchen der Maas 
. einen Theil von Aquitanien mit 
iſſons, brachte aber nach u. nad} das 
Reich unter fein Scepter, das Land 
urch, daß er deſſen Wiitwe heirathete, 
mehrere Gemahlinnen hatte. Spä⸗ 
ihr geſchieden, behielt er doch das 
be, welches ſich auch Über die Ale⸗ 
rn erfiredte. Die zum zweiten 
gte Fränkiſche Monardie 
ten von den Sachſen bedroht, ge⸗ 
thar eine blutige Schlacht verlor. 
rde das Reich durch innere Unruhen 
eigener Sohn Chramnus, welcher 
ihrltebert, feinem Oheim, verbunden 
t hatte, ftand an ter Spitze bes Auf⸗ 
ter feinen Sohn 560 bei St. Malo 
ſſen ganzer Familie verbannt hatte, 
ichdem Ghilperih, der eine Sohn 
ucht hatte, das ganze Reich an ſich 
‚von jeinen drei Stieſbrüdern mit 
och vor, mit diefen zu tbeilen. Das 
„daß Charibert ten nordweſtlichen 
Hauptiſtadt Paris, Guntram ben 
yeil mit Orleand, Chilperich das 
‚eich Chlothars mit, Soiſſons u. 
zxdoſtlichen Theil mit Rheims er⸗ 


4 
hielt. Da Charibert ſchon 567 ſlarb, fo wurbe deſſen 
Untheil wieder unter die Übrigen Brüder gerpeilt, 
doch fo, daß tie Stadt Paris gemeinfames . 
thum blieb. 
‚ Bon biefer Zeit an zerfällt das Fränkiſche Mei 
in brei Danptmaflen, von denen bie öſtliche 
(Aufrafıien) ben Ländercompierg öſtlich von 
ter Maas, ben Ardennen u. Bogefen; bie nord⸗ 
weftlihe, zu welcher ein großer Theil von Aquita- 
mien gehörte (Nenftrien), ben nörblichen w. weſt⸗ 
lichen Theil Galliens von ben Sevennen bis zum 
Meere; enbli die übliche (Burgundien) das 
Stromgebiet ber Rhone umfaßte. Mit den Söhnen 
Chlotharse begann ber Verfall des Reiches, indem 
Zügellofigleit u. Schwäche bie Macht ver Herrſcher 
untergruben, während Bruberfriege das Reich ver- 
wüſteten. Am bedeutenden als Herrſcher war & ige 
bert von Auſtraſien. Während biefer 567 gegen bie, 
in feine thüringiichen Beflgungen eingefallenen Ava⸗ 
ren zu Felde zog, war fein Bruder Chilperich von 
Soifone in fein Yand eingefallen n. hatte feine Re⸗ 
fibenz Rheims weggenommen. Zwar vertrieb er 
Chilperich wieder u. die Avaren entfernte er 569 
mit Gelb aus Thüringen, aber der Bruterfrieg 
dauerte fort, bis Sigbert feinen Bruber mehrmals 
gelchlagen hatte u. ihn entli in Tournai 575 bart 
bebrängte. Chilperichs Gemahlin Fredegunde rete 
tete bier ihren Gemahl durch Ermorbung Sigberts. 
Der Sohn befielben war eine Zeit lang glüdlich, 
wurde aber 575 durch feine Schmägerin Frede⸗ 
gunde bei Cambrai ermordet, f. unten. Chil de⸗ 
bert II. wurde als 5jähriger Knabe, nebfl ſeiner 
Mutter Brunhilte, von Chilperich I. gefangen, von 
Herzog Gundobald entführt n. unter dem Schutge 
feines Oheims Guntram von Burgund (f. Bur⸗ 
gund Geſch.])), der ihn 577 an Sohnes Statt an- 
nahm, zum Könige von Auftrafien ausgerufen. Auf 
Childeberts Bitten erbielt auch Brunhilde bie 
reiheit wieber u. übte feitbem eine große Gewalt 
ber ihn aus. Seit 581 löſte fi das Bündniß 
zwilgen Guntram u. Ebildebert II. auf, indem 
Chilperich den Letzteren für fi) gemann, ihn, da 
jeine Söhne geftorben waren, zum Erben einfeßte 
u. bafür einen Theil des Auftrafifchen Reiches er⸗ 
bielt. Als aber Childebert II. Miene madıte, Chile 
perichs Pläne gegen Guntram zu unterſtützen, zwang 
ihn der Unmille des Bolles davon absufaflen u. 
ſich gegen Chilperich zu wenden, welcher kurz dar⸗ 
auf, 584, auf der Jagd ermordet wurde. Guntram 
nahm fich nun ohne Eigennutz auch der Regierung 
des Neuſtraſiſchen Reiches an, da ſein Bruder nur 
einen erſt 4 Monate alten Sohn, Chlothar IL, 
hinterlaſſen hatte. Die dadurch zwiſchen Childe⸗ 
bert II., welcher den Tod ſeines Vaters an Frede⸗ 
gunde, der Wittwe Chilperiche, rächen wollte u. 
zum mindeſten die von Letzterem in Beſitz genom⸗ 
menen Theile Auſtraſiens zurüdverlangte, u. Gun⸗ 
tram eingetretene Spannung, benudte ein von 
herrſchſüchtigen Großen unterſtühter Betrüger, Gun⸗ 
dobald, welcher ſich für einen Sohn Chlothars I. 
ausgab, um einen Aufftand in Burgundien zu er» 
regen. Die drohende Gefahr nöthigte Guntram zur 
Nachgiebigleit, er gab die auftraftichen Städte zu- 
rüd u. ernannte Childebert zu feinem Erben. Gun- 
bobald, von feinen Anhängern verlaffen, wurde 595 
in Cominges gefangen u. hingerichtet. Wald barauj 
batte Guntram eine neue Berfhiwörung ven Her⸗ 
zögen u. Grafen zu unterbrülden ; daun famıen Chil⸗ 


bebert u: Guntram 587, umı ihre Reihe wor 
neren Unruben zu fichern, in Andelot überein, daß 


FJranken (dei) IL (A. 593--612. -H.- 628-638) 


von den fränfiicden Kuigen aber ern: 
Berwaltuug ber Gaue übten; u. eublich di 


der, weldger keine Söhne binterlaffe, von dem An⸗ welche wiederum bie obere Aufficht ibe 


deren beerbt werden folle. Als nın Guntram 593 | 


R, nahm Childebert von Burgunbien ‚ Rarb 
aber wenige Jahre darauf, 596, feinen Söhnen 
Theodebert II. Aufrafien, u. Theoderich IL, 
Burguudien binterlafiend. Die Unmündigkeii bei» 
ber veranlaßte Fredegunde zu einem Einfall in 
Anftrafien; fie nahm mehrere Gtäbte, fl. aber 
ion 597, worauf die Eroberungen wieber verloren 
ngen. Dagegen rlidten nın die verbunbenen Au⸗ 
Frafier u. Burgunder in Neuftrien ein u. zwangen 
Chlothar II., den fie 600 bei Dormeilles befiegten, 
zur Abtretung feiner Länder bis anf 12 Gaue 
zwiſchen Geine-Dife u. bem Meere. Dann 30 
gen fle vereint gegen bie Baßlonen, wel 
LU —— — ten, machten die⸗ 
elben 602 tri ichtig. Inzwi tte ſich Brun⸗ 
hilde, die Srofmutter der — von Auſtraſten 
u. san, ber Regierung bes letzteren Reiche 
bemädtigt, nachdem fie aus erfterem hatte fliehen 
möäfjen, u. herrſchte mit Hülfe angefehener Haus- 
meier, währenb ihr Sohn ſich ben zlgellofeften 


Unsichweifungen ergab. Dielen veranlaßte fie gegen 


feinen Bruber einen Krieg zu 
r 610 friedli 
eodebert ſich Befi einiger burgnudiſchen 
Landſchaften geſetzt hatte, die er beranszugeben fich 
weigerte, wieber losobrach. Run jammelte Theode- 


beginnen, wel 


ih ein großes Heer, A in Auftraften ein, nachdem 
er bie Neutralität Chlothars II. mit Abtretung 


eines Laudſtrichs erfauft hatte, u. fehlug feinen 
Bruder erſt bei Toul, dann bei Zülpich ; Theobebert 
farb 613 in der Gefangenichaft u. feinen einzigen 
Sohn Merovens ließ Brunbilde ums Leben bringen. 
Theoderich II., nun Herr von Burgund un. Aufira⸗ 
fin, war eben im Begriff, Chlothar II. die abgetre- 
tenen Landfchaften wieder zu entreißen,, als auch ihn 
in Met der Tod ereilte. Brunhilde erheb num einen 
ber außer ber Ehe geborenen Söhne Theoderichs, 
ee ert IE., auf den Thron. Aber viele Herzöge 
n. ©rafen waren bes willflirlichen Regiments ber 
Königin überbräffig u. Inden Chlothar IT. ein, von 
Burgund u. Auftrafien Veſitz zu nehmen. Dies 
eihah noch in demſelben Jahre. Chlothar IT. lief 
runhilde an einen Pferbefchweif binden u. fo zu 
Tode fchleifen, Sigbert II. aber ermorden. So 
wurden durch Chlothar II. zum dritten Male 
bie fräntifhen Lande unter Ein Scepter 
vereinigt. 
Inzwiſchen hatten ſich die verſchiedenen Beſtand⸗ 
theile, aus welchen bie Bevblkerung des Reiches 
ſammengeſetzt war, einander genähert, u. die ur⸗ 
ſprünglich germaniſchen Staatseinrichtungen waren 
in veränderter Form auch auf den ſonſt römiſchen 
Theil des Reiches übergegangen Doch beſtanden 
noch lange Zeit partieulare Verfaſſungen u. Geſetze 
in den einzelnen Völkergebieten, als in Burgund, 
Nipuarien 20. Die germaniſche Einrichtung ber 
Bollöverfammlung aller Freien trat im Laufe ber 
Zeit in ben Hintergrund, gegen bie römifche An⸗ 
chauung von ber durch bie. Geburt erworbenen 
ajeftät des Herrſchers. Bon ben Freien fchieb 
fh der Adel aus, zu welchem zunächft diejenigen 
Grundeigenthümer gehörten, welche dem Könige 
Heeresfolge leifteten (Leudes); dann bie Grafen, 


welche nach germaniicher Sitte vom Volle gewählt, 


beendet wurbe, aber 612, ba 


Grafichaften führten. Außer biefen Ber 
beanıten, welche je it ab et ware 
bereit eine große Anzahl H ‚ve 
theils römischen, theils bentfchen Urſprin 


Das wichtige von biefen war das des Ha 
(Major domus). Diefer führte die C 
über Das ganze Hoſweſen m. war eine %ı 
perfon zwiſchen bem east (Leude: 
Könige. Auf feinen Borſchlag verlich 
Beneficien od. Lehen, u. im Kriege Ranb 
neier an der Spitze ber Leudes. &o kaı 
je ſchwächer u. unfelbfländiger die König 
Hanfe der Merowinger wurben, beflo w 
Einfluß der Hausmeier ſich geftaltete, | 
mältg ber König ganz in ben Hintergrum 
nur den Schein der Macht behielt, ı 

— Bert dene . 

nige ungünſtige ältnig entwi 

fonders, ſeit Grimoald die Hausmein 
feiner Familie erbiich machte. 

B) DaeFränkiſche Reich unterb 
Ihaft der Hausmeier, bie biefe 
nigemwürde gelaugten, 613— 1752. 
615 berief Chlothar IL. eine Berſamm 
ſchöfe u. weltlichen Großen nach Baris, um 
vieler Klagen abzuftellen, welche im Vel 
worben waren u. oft zu Fehben u. Su 
Veranlaffung gegeben hatten. Auf diefer! 
lung wurben Steuern u. Zölle regulict ı 
dus ber Biſchofswahl feftgeftellt. 622 
tbar = at a = ob u 
u. gab ihm ale Räthe den Herzog Pipi 
*54 ulf von Metz zur Ehe u 
628 farb, erlannten die burgundiſchen 
chen Großen auch Dagobert I. als # 
an. Durd Fuge Maßregeln wußte er « 
verlorene Anjehen ber Königemürbe zu er 
er in Paris gleich feinen Vorgängern bi 
leben aubeint fiel u. ſich durch Gewalttha 
machte. Über Auftrafien ſetzie er feinen t 
Sohn Sigbert ımter ber Leitung be 
Adalgifel u. unternah zur Sichernn 
grenzen dieſes Reichs mehrere Züge gegı 
wen. Auf dem erften Zuge wırrbe er bei 


| burg gefchlagen'n. war auch in deu felg 
glücklich. Dagegen unterwarf er 635 bie 


die fih gegen ihn aufgelehnt Hutten, m. 
Bretouen zur Rücklehr unter fränkikche 
feit. Er hatte Nanthilde, Wulf r 
zugleich als rechtuäßige Gemahlinnen 
ihnen hielt er ſich eine große Menge € 
Seine Regierung ſoll er (nach einer ws 
übertriebenen Angabe) durch den Mord ı 
Bulgarenfamilien geſchändet haben, bie! 
den — Schutz ſuchten, n. bie er: 
daß ſie das angewieſene Land als Ei 

halten möchten, in einer Nacht i 
Er ſt. 638, u. das Reich ward nun wie 
ſtraſien u. in das mit Burgund verci 
ſtrien getheilt. In Auftrafien herrſcht 
jährige Sigbert III., der Heilige, D 
natürlicher Sohn. Anfangs unter tem 
Biſchofs Kunibert von Köln, bann ı 
Major Domus Pirin, yulegt umter bef 
Grimoald; inRenftrien ber breijährt: 


Feanken (Geſch) EI. (B. 638— 718) 


Bermunbicaft feiner Mutter Nans | 


aderjãhrigleit Der Könige begünftigte 
Macht der Sausmeier. Von Gri⸗ 
üble, daß er das Amt ohne Wabl 
echt in Anſpruch genemmen u. nach 
Tode 655 deſſen Sohn Dagobert 
geſchafft Habe, um feinen eignen 
rt auf den Thron zu ſetzen; allein 
on Neuſtrien, von den über die An⸗ 
rusmeiers aufgebrachten Greßen zu 
bemãchtigte ſich Grimoalds u. Chil⸗ 
de von den Auftraſiern als König 
daß das Reich wieder unter einem 
gt war. 
ſchon im folgenden Jahre ſtarb, 
ich wieder unter ſeine zwei älteren 
nachdem ber ältere, Chlothar III., 
allein geherrſcht hatte. Dieſer er⸗ 
Arten und Burgund, fein Bruder 
J. aber Auſtraſien. Beide ſtanden 
mundſchaft ihrer Mutter Vathilde, 
er dem Einfluſſe des Major Domus 
r erhob, ohne nach hergebrachter 
immlung der Großen zu berufen, 
ar III. geſtorben war, deſſen Bru⸗ 
ih (Dietrich) III. auf den Thron. 
der Hausmeier u. fein Schütling 
ıpörten Großen tes Reichs gefangen 
Foutanelle geſchickt. Childerich IT., 
des ganzen Frankenreichs, ſicherte 
erſelben ſeine alten Geſetze nm. feine 
oaltung zu u. verſprach, das Amt 
3 echten zu laflen, damit nicht ein 
roße Gewalt erlange. Nicht lange 
rauf der Jagb von Batillo, einem 
rende Etrafe gefchändeten fränkiſchen 
det. Währent taraufin Neuftrien 
krieg Über tie Thronfolge entipann, 
1 Klofter entlommene Ebroin gegen 
[., feinen ehemaligen Schützling, 
tönig Chlotwig, angeblidh ein Sohn 
auffelte, bis er mir Theoderich III 
8 deſſen Hausmeier wiederum zu 
Gewalt gelangt war: erhob ber 
meier Childerichs II., Wulfoald, ten 
jenen Sohn Sigberis III. Dago- 
ufden Thron von Auftrajien. 
mordet wurde, ftellte fich ter Hause 
von Heriftal an die Spitze des Au- 
es, ohne jedoch die königliche Würde 
ndem er fi mit ben Herzogstitel 
t ihm verbunten war fein Better 
Theoberih u. Ebroin angegriffen, 
r ‚gelölagen u. Erfter verlor durch 
ce Neuſtrier fein Leben, aber Pipin 
eben in Auftrafien zu behaupten u. 
Etellung, als nah Ebroius Er⸗ 
Hermaunfried, 682, Der neuitri'che 
Berchar wenige Jahre darauf viele 
Be and feinem Reiche vertrieb u. 
Schutz fuchten u. fanden. Witt 
en fiel er in Neuftrien cin, jhHlug 
ar® bei Teftri u. bemächtigte jich der 
Dieier Eieg u. bie ihm nuchiolgente 
e des Könige ertfchied file immer 
ſal ter Merowinger. Zwar tebielten 
Kinder od. enmerote Juinglinge zum 
e Nachlommen Chlodwigs I. in der 


471 


Folgezeit die äußeren Zeichen ber Königlichen Macht, 
aber Herrſcher maren im eigentlihen Sinne des 
Wortes Bipin u. feine Rachlommen, welchbe ipäter 
ten Namen Karolinger erhielten. Auegezeichret 
ale Krieger durch perjönlihen Muth u. Feldberrn⸗ 
talent, bejaß Pipin nicht minder au@gezeichnete Fä⸗ 
bigleiten als Staatsınann, welche er mit ſolcher 
Tbatkraft entfaltete, daß Lie zerrütteten Verhält⸗ 
niffe des Reichs verbälmigmähig raſch wieter in 
Ortnung kamen u. die geſchwundene Achtung vor 
tem Gelee zurückehrte. Indem er den Großen 
bes Reichs den ihnen vwerlorengegangenen Antheil 
an ber Regierung durch Wieberberftellung ber regele 
mäßigen Reichsſstage auf dem Märzfelde zuridgab 
gemann er an ihnen einen feften Haft n. konnte fi 
nun ben äußern Feinden zuwenden, melde die 
Grenzen durch Raubzüge beunrubigten. Zunächſt 
zog er gegen den König der Frieſen, Ratbod, ſchlug 
ihn u. machte ihn zinsbar. Als 697 Ratbod von 
Neuem Krieg anfing, ſchlug ihn Pipin bei Dur⸗ 
ſtädt u. ließ, um ben Frieden zu befeſtigen, feinen 
Sohn Grimoald die Tochter bes friefifchen Fürften 
Zeutfand beiratben. Gegen die Alemannen machte 
er 709 u. 710 fiegreiche Feldzüge. Da der mero⸗ 
vingiſche Thron durch das fchnelle Hinfterben ber 
jungen Könige oft erledigt wurde, fo ıft Pipin bem 
Verdachte der Ermorbung dieſer Härten nicht ent⸗ 
gangen. Auf König Theoderich TIL. folgte nämlich 
nach deſſen Tode 691 fein 10jähriger Sohn Chlod⸗ 
wig III. (691— 695), auf dieſen deſſen 12jübriger 
Bruder Childebert IIT. (695— 711), auf dieſen 
deſſen miinberjäbriger Sohn Dagobert III. Für 
Neuftrien u. Burgund ernannte Pipin Anfangs 
feinen Waffengefährten Noribert zum Hausmeier, 
u. als dieſer — ſtarb, ſeinen eignen Sohn 
Grimoald; dieſer wurde 714 von einem Frieſen er⸗ 
mordet, worauf Pipin den Sohn deſſelben, ſeinen 
noch unmündigen Enkel Theodebald, zum Haus⸗ 
meier einſetzte. Als aber Pipin in demſelben Jahre 
ſtarb, erhoben ſich die neuſtriſchen Großen gegen 
die Herrſchaft des Pipinſchen Hanſes, und zwar 
mit leichtem Erfolg, da Plektrude, die Wittwe Pipins, 
ihre Stiefſöhne in Haft hielt, um ihrem Enkel Theo- 
debald tie Herrichaft zu fihern. Die Auftrafier, 
ohne einheitliche Führung , unterlagen ben mit den 
Friefen verbundenen Neuftriern im Kottiichen Walde 
unmeit Gompiegne. 

Du entlam Karl, mit bem Beinamen Mar⸗ 
tell (db. i. Hammer), Pipins Sohn, der Haft, 
ſanmmelte bie Anhänger ſeines Haufes, konnte zwar, 
715 von Ratbod geſchlagen, tie Bereinigung der 
Friefen mit ben Nenftriern, welche gegen Kölu vor⸗ 
drangen, nicht binbern, brachte aber dem verei⸗ 
nigten Heere bei Amblef, unweit Stable, eine ente 
jheitente Nieberlage bei. Durch neue, feinen flieg» 
reichen A zuſtrömende Schaaren ter Auftra« 
fier verftärkt, fiel er nun in Neuſtrien ein, ſchlug 
ten Hausmeier Rayinfrid u. tejien Schattenldnig 
Ebitperich II. (angeblich ein Sohn Cbilberichs IL.) 
718 bei Vincy unweit Cambrai u. drang bis Paris 
ver. Um indeß zuerft feine Herrſchaft in Auftvaften 
zu befeftigen, kehrte Karl dorthin zurüd. Köln, we 
ſich ſeine Stiefmutter Plettrude immer noch bes 
hanptete, ebwobl ihr Eulel Theedebald unterdeſſen 
geſtorben war, öffnete ibm tie Thore, u. Die 
Schätze Pipins wurden ihm ausgeliefert. Karl er 
hob num ten Merevinger Chlothar IV, zum Kö⸗ 
nig von Auftrafien u. 303 dann von Neuem gegen 


472 


Chilperich II. u. ben von dieſem als König aner- 
fannten Herzog Eudo von Aquitanien, befiegte 
Beite bei Soiſſond, erkaumte jeboch den Herzog 
Eubo, nachdem ihn derfelbe den König ausgeliefert 
batte, ale Herm von Aquitanien an. 
Tode Chlothars IV. 719 nahm Karl fich nicht die 
Mühe, einen König von Auftrafien zu wählen, fon« 
bern ließ Chilperih II. u. deſſen Nachfölger Theo⸗ 
derih IV. von 720— 737 den Titel als König 
des ganzen Reichs u. nannte fi Herzog u. Fürſt 
aller Franlen (Dux et Princeps Francorum). 
Als Theoderich IV. georben war, bielt Karl 
Martell fein Anſehen für fo befeftigt, daß er es für 
unnöthig bielt, einen neuen König zu ernennen. 
Während biefer Zeit forgte Karl Martell kräftig 
für tie Erhaltung der äußern Ruhe. Zunächit war 
bie Wieverberftellung der aufgelöften fränkiſchen 
Herrſchaft über biejenigen germanifchen Böller 
fein Streben, welche niemals dauernd dem Fränki⸗ 
{hen Reiche angehört hatten, ale die Baiern, 
Thüringern, Helfen, Sachen u. riefen, u. bei 
benen das Chriſtenthum erft um bieje Zeit anfing, 
Boden zu gewinnen. Die Sachſen ſchlug er 733 
an ber Xippe u. nöthigte fie zu dem alten Tribut 
von 500 Küben. 725 zog er gegen bie Baiern, 
drang über die Donau, ſchlu —* machte ſie ſich 
unterwürfig u. befeſtigte dieſe Unterwürfigleit durch 
einen 3 Jahr nachher wiederholten Feldzug. Dar⸗ 
auf zog er zur See nach Friesland, erlegte den 
Herzog Poppo u. machte ſich das Land unterwürfig. 
Um dieſelbe Zeit, wo das Chriſtenthum unter den 
ermanifhen Böllern im Often Aufnahme faub 
di Deutichland, Geſch. IL.), drohte deniſelben Ge⸗ 
fahr u. Bernidtung von Weften durch die über 
Spanien nach Fraufreih vorrlidenden Diauren od. 
Sarazenen. Diefe drangen 732 unter Abdorrahman 
über die Pyrenäen, plünderten Borbeaug u. ftreiften 
bis an die Yoire. Eudo von Aquitanien wandte is 
nun um Hülje an Karl, u. Beide fchlugen iin Oce 
tober 732 tie Sarazenen bei Poitierd. Darauf 
bämpfte Karl einen Aufſtand der burgundiſchen 
Großen, welche über die Belehnung der fränkiſchen 
Günftlinge Karls mit burgundiihen Gütern un. 
willig waren. Als er, um die Ruhe zu fichern, 
nun noch mehr Franken als Yehnsträger nach Bur⸗ 
guntien fchidte, verbanden fi die Unzufriebenen 
mit ben Sarazenen, denen fie bie Städte Arles u. 
Avignon überlieferten. Aber Karl farnınelte raſch 
ein Heer, nahm 737 Avignon u. ſchlug bie Araber 
an ber Berre nicht weit ven Narbeune. Trotzdem 
empörte fih Burgund von Neuem, wurde indeß 
739 gänzlih unterworfen. Ebenſo leiftete auch 
Hunald, Herzog von Aquitanien, nach Dem Tode 
feines Vaters Eubo, 735, den Lehnseid, jo daß Karls 
Reich fih nun von den Pyrenäen bis au Die Elbe 
n. den Böhmerwald erftredte. Kurz vor feinem 
Tode theilte Karl Martell mit Zuziehung ber 
Grofen Das Reich unter feine Söhne; Auftrafien 
nebfi Alemannien u. Thüringen erhielt Karlmann; 
Neuſtrien nebjt Burgund u. ter Provence Pipin 
(te Kurze); einen Yanbftrich zwiſchen Neuftrien, 
Aufirafien u. Burgund follte Grippe, ter Sohn 
feiner zweiten Gemahlin, Swanahilte, erbalten. 
Karl ft. 22. October 741. 3war batte er tem 
Reiche nach Innen u. Augen den Frieden gegeben, 
aber nicht ben Frieden, der auf freimilliger Auer⸗ 
kennung des Rechtes, ſondern auf ter Furcht ver 
der Gewalt beruhte. Karl war gejürcdptet, aber 


Nah dem. 


Franken (Geſch) IL. (B. 719-742) 
feine Willlürlichleit u. feine 


Beradite 
lihen Gewalt zerütteten ba6 Ned 
Nicht nur, daß er, uam feine Kriege bı 
die Kirchen u. er ann en ihn 
raubte, er vergab anch geiftli fränt 
flellen ꝛc. an jolche, —* E im Kri 
batten, fo daß ber geiftlide Stand nn 
kam, denn Die fo ernannten Wilchöfe 
felten ein anfiößige® Leben u. gaben t 
böſes Beifpiel der Zucht. u. Sittenlof 

Es war daher feın Wunder, daß mi 
von Neuem die Zuftänbe des Reiche fidh 
herrſchſüchtige Große ben Söhnen Kar 
machten. Zum Glück fchloffen fid bi 
aneinander u. rüdten vereinigt gegı 
Grippo ſich eben anſchickte, mit Hülf 
nier feine Brüder zu verbrängen. Sıen« 
gefangen u. fegten ihn auf die Yurg 9 
den Ardennen. Rarlmann u. Pipir 
wenbeten ſich nun gegen Hunald, He 
tanien, welcher bie Lehnstreue geb 
wurden aber durch bie Nachricht ve 
pörung ber Alenıannen bewogen, | 
Donau zıt wenden. Die überrafchte 
unterrwarfen fi barauf ohne Wider 
Schein fetten die Brüder auch wieder 
ein, ber fih Childerich III. nannte u 
Köuigstitel führte. Dann wandten 
den Herzog Odilo von Baiern u. ben 
beten Herzog Theobebalb von Schwab 
Beide 743 anı Veh. Während hiera 
die bie Grenzen beunruhigenden Sach 
ven nöthigte, zog Pipin gegen ten He 
welcher im Einverſtänduiß mit Odilo 
eingefallen war u. bie Stadt Chatı 
hatte. Mit Karlmann vereinigt, ſchlu 
zog u. nörhigte ihn zur Erneuerung b 
u. Geißelſtellung. Zwar gelang es nı 
bie Schwaben, deren Herzog er geg 
Iprechen gefangen jegen ließ, zu unte 
Sadjen u. Batern behaupteten ihre Uı 
Der Welthändel überbrüffig, ging K 
in ein Klofter, u. Pipin, nun Der 
Reihe, gub dem gelangenen Grippe 
zurück, da er ſeine eigne Macht für feitbı 
Dieſer aber floh bald darauf zu ben S 
dieſe von Pipin geſchlagen murben, ; 
welche Grippo zu ihrem Herzog madı 
Pipin angegriffen, denſelben ausliefert: 
gub Pipin jeinen Bruder Die Freiheit 
lieh ihm tie Stadt Mons ı. 12 
Aber damit nicht zufrieden, entwich 
Aquitanien u. kam auf ber Flucht nad 
um. Während Pipin durch Kriegschai 
Vater ähnlich erwies, fann er als u 
zugleich auf eine Befferung der Sitten ı 
zuſtandes feines Reihe. Die in Verj 
Kirche bedurfte einer Lurchgreifenten : 
Zuerft im Jahre 742 begannen die 3 
drantenreihg nut dein zum Oberbau 
emporgeftiegenen römijchen Bijchere ir 
verhältniß zu treten, aus welchen: | 
innige Zuſammenhang zwiſchen Papfi 
ſerthum entwickelte. Pipin bedurſte 
Autorität nicht nur um ber Verwe 
Kirde u. Der Zucht- u. Sittenleſigkeit 
ein Ente zu machen, fendern auch um | 
lich jelbit zum Könige zu machen, das: 


Franken (Sei) TIL (752-778) 


Kidiuflee zu Der römiice 
ah in dem fränfifchen Könige bie ein⸗ 
eiche befähigt war, mit Waffengemalt 
Glauben zu n. zu verbreiten 
ı u. bie Macht bes päpftliden Stubles 

Gine Kirchenverſammlung, welche 
ung des vom Bapfte Gregor III. ge- 
ſchofe Bonifacins zufammentrat, gab 
ı. KlöRern ihre Gilter zurüd u. re 
n ber Geifllihen nach firengen Vor⸗ 
iche Beſchlüſſe faßte die für Neuſtrien 
benverfammlung zu Soiſſons 744. 
che Weile bie Geifllichkeit für ſich ge⸗ 

u. das Reich im Innern beruhigt 
Bipin, daß bie Zeit gelommen fei, bie 
n Könige gany vom Throne zu ftoßen. 
eshalb an ben Papſt Zadariae bie 
jenige mit Recht König heiße, welcher 
n fige, od. derjenige, welcher bie Yafl 
aller Etaatsgefchäfte zu tragen babe. 
twortete, es ſei befier, baß derjenige 
uf Dem bie Regierung berube. Da⸗ 
nn 752 auf der Reichsverſammlung 
& ſelbſt auf vem Schild erheben, d. i. 
e Sitte von bein Voll als König an- 
ſich von Bonifacius zun Könige fal- 
& III. wurde in ein Klofter verwiejen 
digte die Regierung ber Me- 


Sranlen unter den Karolin- 
eAufldfungdesReihsimBer- 
erdun, von 752—843. Bon dem 
mgobarten Aiftulph heftig bebrängt, 
R Stephan III. Pipin um Schutz an. 
n ihn zu fich kommen u. fich zu St. 
m nochmals jalben u. frönen u. zu⸗ 
me Söhne Karlmann u. Karl. Allen 
ıg der Papſt im Namen des römie 
n. Volls Das römiſche Patriziat. An 
er Alpen libermand num Pipin 756 
ben; Aiſtulph, König berjelben, ge- 
äntiihe Oberberrfchaft anzuerlennen 
sit dem Exarchat abzutreten, ein ‘Bere 
ches er nach Pipins Abzuge nicht er⸗ 
zog daher 757 wieder gegen ibn, ſchlug 
in in Bavia u. zwang ihn zu einer 
wer u. zur Abtretung des Exarchats. 
: Baflelbe dem Römiſchen Stuhl u. 
n Boden für bie weltliche Macht Der 
ı viele Kriegsthaten tüllten bie letzte 
t Bipins aus; 753 bis Remen an ter 
gend, zwang er die Sachſen zu einem 
je von 300 Roſſen n. erneuerte den 
ie anterbliebenen Zins 757 durch ſei⸗ 
Sitten im Münſterſchen. Dur Er- 
Stadt Narbonne, welche von ben Ara» 
ar, machte er der Herrſchaft ter lee 
der Pyrenäen ein Ente. Wiederholte 
sider ten Herzog Waifar von Aqui⸗ 
:60— 765) hatten eudlich ten Erfolg, 
n fich gänzlich unterroarf ıL Der Der» 
den Seinen ermordet wurde. Den 
ebem zu Aquitunien gehörig, gab ‘Fir 
ıen Herzog in Yupus, einem Neffen 
alt. Darauf tbeilte Pipin fein Reich 
iten Söhne n. zwar nicht jo, daß tie 
d die Grenze jprach- u. ſtammver⸗ 
:r war, fondern das Reich ber Länge 


473. 


nach von Dften Wehen turcdichnitt. Pipin 
glanbte ſo am Keen Auer Bruderfehbe vorzubengen. 
Als eraber i68 geflorben war u. Karlid. Droße 
ben nörblichen, Rarimaun ben füblichen Theil des 
Reiches erhielt, fanden fich bald verichiebene Beran- 
laſſutigen zu Streitigleiten zwiſchen ben Brübern. 
Die Theulung, mehrmals geändert, war bie Quelle 
fortwährenden Argwohns u. neuer Mißverftänd« 
niffe, welche der König ber Longobarden, Deſide⸗ 
rius, welcher feinen Schwiegerfohn Karl hafte, weil 
er feine Tochter verftoßen hatte, forgfältig nährte. 
Auch Die fränfifchen Großen, bie in dem Zwiſt der 
Yürfien den eigenen Vortheil zu finden bofften, 
trugen dazu bei, bie Spannung zu vermehren. 769 
empörte fih Hunald von Aquitanien; Karl, welchem 
Karlmann die Hülfe vermeigerte, fäumte nicht lange, 
befiegte tie Empörer u. erlangte vom Herzog Lupus 
don Basconien bie Auslieferung des flüchtigen Hu⸗ 
nald. Karlmann fl. 771, u. fogleich bemächtigte fidh 
Kari d. Gr. feines Befigthums; Karlmannd Witwe 
u. ihre Söhne flohen zu Defiderius, ber ihnen 
Shut gewährte. Kaum mar Karl Herr beö gan» 
zen Reiches, als er von bem großen Gedanken, ein 
mächtiges, einheitliches Chriftenreich zu fchaffen, ge⸗ 
tragen, die Bekämpfung u. Belehrung des heib» 
nifhen Sachſenvolkes zu feiner nächften Aufgabe 
machte. In dem erfien Kriegszuge gegen die Sach⸗ 
jen 772 eroberte er bie Ereöburg u. zerftörte bie 
Irmenfäule. Die Kriege mit den Sachfen währten 
32 Jahre lang mit Unterbrechung fort (f. Sachien, 
Geſch.). Endlich 803 brachte ed Karl zu einem 
dauerhaften Frieden, nach beffen Bedingungen die 
Sachſen den in ibrem Lande von Karl eingeſetzten 
Biſchöfen gehorchen, übrigens frei nach ibren Ge» 
jegen unter den Orafen u. den königlichen Send» 
boten (Missi regüi) leben u. dem Fraukenreich ein» 
verleibt fein follten. 804 verſetzie Karl 10,000 
Sachſen von denen, die über Der Elbe u. an den 
Grenzen ter Dänen wohnend, fih am balsjtarrig« 
eu gezeigt hatten, in verſchiedene Yantichaiten bes 
räukiſchen Reiches, bei. nach Flandern u. Helvetien. 
Sein Sehn Karl zwang 505 Die Böhmen zu einem 
jährlihen Zins u. die Sorben zur Unterwerfuug. 
Den die Lehnstreue brechenden Herzog Thaſſilo 1 
von Baiern unterwarf er 797 u. ſchickte ihn in ein 
Klofter (j.u. Baiern, Geſch. J.). Schon früher wurbe 
auch der Krieg mit dem Yongobardenlöuige Defides 
rius beendet, gegen welchen ihu ber Papſt Hadrian J. 
zu Hülfe gerufen hatte. Er vereinigre das Reich 
deſſelben mit dem Frankenreiche, nöthigte auch den 
Herzog von Benevent 797 zur Auerlkennung ber 
Tehnshoheit u. nannte ſich nun König der Franken 
u. Longobarden u. Patricius Der Römer ıf. u. Lon⸗ 
gobarden). Während er im Morten u. Süden bie 
Grenzen jeines Reiches erweiterte, juchte Karl auch 
im Weſten jeine Derrichaft über Die Pyrenäen 
auszutehnen. Ibn al Arabı, cin mauriſcher Fürſt, 
welcher in Saragoſſa reſidirte, ſchidte 777 eine 
Geſandtſchaft auf ten Reichstag zu Paderborn, 
um von Karl Hülfe gegen den TUmujjaden Abs 
dorrhaman zu verlangen. Karl drang 773 bie 
an den Ebro vor, eroberte unter anderen Städten 
Pampelena u. vereinigte ei großes Stld von 
Spanien, zwiſchen den Pyremien u. dem Ebro, 
nebft ten Balearijchen Inſeln als Dart Barcelona 
mie dem Fränkiſchen Reihe. Doch ging der Vefit 
Derjelbeis wieder verloren u. wurde erſt 799 vn” 
Neuem bejeiigt. Bei der Ruüdlehr von dem erflen 


Mi 


Feanken (Gef) II. (787-8145 


Paniſchen Kriege zuge wurde nämlich das fräntifhe | rung feines Neiches (es umfaßte daſſelb 


Heer in den Schluchten der Pyrenäen von ben Sa⸗ 
enen u. ben bastifchen —— ange⸗ 
acer u. erlitt in dem Thal von Ronceval eine voll» 
ndıge Nieberlage, in welcher mehrere der vorzüg⸗ 
lichen Paladine Karte d. Gr., u. a. ber durch die 
Borfie vielfach verherrlichte Markgraf Rutland (f. n. 
Roland) umlamen. Karl rächte die Nieberlage an 
dem Herzoge ber Basconen, Lupus II., u. tie in 
hängen; boch vermochte er einftweilen nichts gegen 
die Länder jenfeits der Pyrenäen auszurichten. 
787 trieb er die anfftänbiihen Bretonen unter 
rem Senefhall Arnulf zu Paaren u. brachte die 
ilzen, welche die Obotriten als fränkiſche Bun- 
Desgenoflen beunrubigten, 789 durch ben Steg an 
ber Peene zum Gehorſam. Nach feiner Rückehr 
aus Spanien ſetzte er feinen jüngſten Sohn Lud⸗ 
wig zum Statthalter von Aquitanien ein, wäh⸗ 
venb fein dritter Sohn Pipin Italien verwalten 
ſollte u. ber zweite Sohn Karl bei ihm im Lager 
blieb, befänipfte 790, 791 u. 799 die Avaren, bes 
flegte dieſelben gänzlich u. behnte fein Reich Bis an 
Vie Raab aus. Auch Venetien u. Dalmatien unter- 
warfen fich dem mächtigen Herricher, deſſen Kriegs- 
ruhm ſich bis zu ben entfernteften Gegenden der 
damals befannten Welt verbreitete. . 
Inzwiſchen kam Karl ter aueführung Teinee 
großen Herricherplanes näher. Es get die Wieder- 
aufrihtung bes Abenblänbifchen Kaijerreich® un⸗ 
ter fränfifgem Scepter, wozu nad bamtaligen 
Begriffen der Befis von Rom unerläßlih war. 
Ws rechtmäßiger Beſitzer ter Stabt galt noch 
immer ber orientaliiche Katfer in Byzanz. Die 
Gelegenheit, bie fich darbot, auch das Drientali- 
ſche Reich mit bem Fränkiſchen zu vereinigen, ging 
vorüber, indem Irene, Kailerin von Byzanz, 
welche Karl dem Gr. ihre Haud antrng, bafb Darauf 
entthront wurde. Die Bebrängniß des Papſtes 
2eo III. (795) reifte inzwiſchen Seinen lan. Er 
verſprach dem Bapfte, welcher perſönlich auf bem 
NReichstage zu Paderborn 799 erichien, Hülfe gegen 
feine Feinde unter ber Bedingung, baß er von ihm 
als Kaiſer anerlannt ı. gefalbt werbe. Im folgen- 
ben Jahre ging Karl d. Gr. ſelbſt nach Mom, u. 
als er am Weihnachtsfeſte 800 in der Peterslirche 
vom Gebete vor dem Altare aufftand, fetste ihm ber 
Bapft bie Krone auf. So war Karl d. Gr. Begrün- 
ber des Römischen Kaiſerthums Deutioper 
Nation, wie es von fpäteren Schriftfiellern zum 
Unterjchiebe von beim Römiſchen Kaiſerthum genannt 
wurbe. 806 gewann Karls Stallmeifter Burkhard 
im Hafen von Corfica eine Seefchlacht gegen bie 
Seeraub treibenden Sarazenen. Auf ven Reichs⸗ 
tage zu Thionville traf Karl in bemjelben Jahre 
eine Beftimmung über die Theilung bes Reiches 
nach feinem Tode unter feine drei Söhne. Aber 
fhon 810 flarben Karl u. Pipin, u. Ludwig war 
alfo außer Bernhard, Pipins Eohn, welchem 
Karl der Große das Königreih Italien gab, der 
einzige Erbe. Karl d. Gr. ſchloß 812 durch befon- 
dere Gefandten in Conftantincpel einen Xertrag 
mit den Griechen, worin er ihnen Benchig u. einen 
Theil ven Dalmatien überließ. 813 berief Karl 
eine Reiheverfammlung nach Aachen, wo ſich auf 
fein Geheiß fein Sohn Ludwig eine goldene Krone 
mit eigner Hand aufjegen mußte. Dies war feine 
letzte wichtige Hegierungemaßregel, denn ſchon 814 
farb er zu Aachen. Richt bios für die Bergröße- 


reich u. Holland, den größten Theil 
land, bis an die Efbe, "ben Böhmer 
Raab, Iftrien, fafl ganz alien, unr ! 
ausgenommen, u. Spanien bis an ben! 
dem waren ihm bie Böhmen u. Sor 
hatte Karl b. Gr. Sorge getragen, 
für die Grundlagen einer bauernben 
nung im Innern. Als Geſetzgeber u 
Reiches erfcheint er faft noch größer n 
voller denn als Felbherr u. Kriege 
durch firengere Beauffichtigung ber 
er königliche Sendboten (Misi rog 
ftellte, für gerechte Bermwaltung u. Yu 
u. ergänzte das Saliſche u. Ripuariſe 
fahl Die Aufzeichnung der alten Rechte 
derte Wiffenichaft u. Kunſt, verbefierte 
führte nützliche Bauten aus u. errid 
u. öffentlihe Lehranftalten. Mit fi 
fuchte er die Macht der Bafallen zu I 
zu hindern, daß die Freien in beren 
gerietben. Den Letteren verbot er ihr 
tbum an mächtige Yehnträger zu verä 
terjagte die Berwmantlung bes Lehent 
Eigenthum. Der geheime Rath, mit ı 
tie Krone umgab, beftand aus einem 
Pfalzwahrer (Custos pelatü), vwelch 
licher, alle kirchlichen Angelegenheiten 
zu ordnen hattez; ans dem —*8* 
treter des Kaiſers im Gericht, weid 
waltung des Innern nn. ber Juſtiz obl 
merarius, welcher die Finanzen zu ver 
u. 3 Hofminifterialen, welche ummit 
Kaiſers Dienften waren, nämlich bei 
dem Buticularius n. dem Gtallmel 
stabuli). Den Reichstagen gab Karl 
Einrichtung, indem diefelben regelmä 
jahr berufen wurden; die Befchlilffe de 
von bem geheimen Rathe vorbereitet 
Reichſgeſetze (Capitularia) öffentlid 
macht. Die Gemeinfreien, denen nur 
Selegenheiten Tbeilnahme an den Rei 
ftattet war, mußten dem Kaifer glei 
trägern Heereßfolge leiften, wenn fie 
gebanten Landes befaßen. Außer bi 

ajallen, welche dem Heerbann folgteı 
Kriegsmacht des Kaifers noch aus ei 
Schaar, melde einen Solb bezog. Di 
des Kaifers floffen theils aus Heinen 
Grundbeſitzungen, welche Karl muſter 
Ichaften fie, tbeild aus jährlichen Geſd— 
Anfangs freiwillig von den Bafallen aı 
tagen dargebracht, fpäter als ein R: 
wurden, theil® aus den Zöllen, ber 
in Folge ber Sicherheit der Straßen ı 
bervorgerufenen Berlehrsfleigerung ix 
mehrten, Auch Naturaldienfte, früher 
Römern verlangt, mwurben jebt allı 
Obwohl Karl dem Papfte große Ad 
erbietung zollte, fo betrachtete er denſe 
als den erften Biſchof Der Kirche, dem 
dung bei kirchlichen Streitigkeiten nur 
gung bes Kaiſers anheimfiel. Die € 
feines Sohnes zeigt, daß er ihm auch ! 
Kaiſerlrönung nicht Zzugeftand. 

Karls des Großen Nachfolger, 8 
Fromme, befüß weter ben Arie 
die Herrfcherfiugheit feines Baters. | 


Fraufen (Geſch.) III. (816-843) 
einem frommen, beſchaulichen Le⸗ | 


475 
wieber in das Reich ein. Auf ben Reichstage zu 


ermangelte er der Thatkraft, um |, Stramiacum bei Zyon 835 vertheilte ber Kaifer das 


er kaiſerlichen Würde ven geiftlichen 
Broßen gegenüber in gleicher Weiſe 
Er lieh fih 816 zu Rheims vom 
m IV. die Krone aufſetzen u. traf 
erfügungen zu Gunften ter Geiftlich- 
en u. Klöfter. Dann beflimmte er 
Reihstage zu Aachen über die Thei- 
es fir den Fall feines Ablebens. Die 
feiner Regierung waren glüdlich; 
claubte er ın ihre Heimatb pueldaue 
feinen 3 Söhnen follte bald Lothar 
ı Aquitanien u. Ludwig der Dentiche 
n, den älteren Lothar nahm er zum 
In Folge tiefer Verfügung empörte 
teffe, König Bernhard von Italien; 
» denfelben, ließ ihn S18 Blenden u. 
zhne ine Klofter, that aber, als er 
iſſensbiſſe empfand, 822 öffentlich 
5 er das faiferlihe Anſehen in ben 
ßen tief herabſetzte. Bon ben Geift- 
atben, warf er fi dem Abel in bie 
eboch bald auch dieſe Bartei u. hatte 
en Ständen verberben. Schwach 
m überließ fich Ludwig immer mehr 
a Günftlingen u. ſchenkte erſt Abel- 
jernhard von Aquitanien fein Ber- 
dem Tode feiner erftien Gemahlin, 
athete er nie fhene Judith non Baiern. 
ne er Karl ven Kahlen, u. die Vor⸗ 
feiner jungen Gemahlin ftart beein- 
B für biefen Nachgeborenen war bie 
jur Smmpörung feiner eigenen Söhne. 
thar, befien bipeil der Kaifer durch 
emanniens an feinen jüngften &chn 
te, 829 gegen feinen Vater auf, nahm 
‚en, trennte ihn von feiner Gemahlin 
dieſe des Ehebruche, aber tie Reichs⸗ 
zu Nimmegen, weiche zur Entſchei⸗ 
ites berufen wurde, gab dem Kaifer 
ahlin wieder. Lothar verſprach fidh 
u begnügen. Nun aber traten die 
Brüber gegen ben Vater auf, Lud⸗ 
de, weil er ſich für die bem Vater ge- 
eiflete Hülfe unbelohnt fah, u. Pipin, 
7 Bergrößerung jeinee Reiches trach⸗ 
befiegt u. mit väterlichen Ermahnun⸗ 
hielt fih Ludwig ber Deutfche ruhig, 
ach Zrier vermiefen u. feines Erb⸗ 
welches ter Kaiſer Karl bem Kablen 
» nah Aquitanien u. bradte von 
ent Brüber wieber unter bie Waffen, 
n Berfuft auch ihrer Reiche fürchten 
einander verbüntet, gewannen bie 
apſt u. den größten Theil ber kaiſer⸗ 
acht für fi, jo daß Ludwig, um un. 
ergießen zu vermeiden, ſich bei Kol- 
ab. Nun fuchte Lothar den Vater 
er in ein Klofter gebe, u. ließ ihn, 
fich deſſen hartnädiig weigerte, um 
ig zu machen, förmlich Kirchenbuße 
tiich ein beſchimpfendes Sünden⸗ 
‚gen. Dieſe Bebandlung des Baters 
ſtande hochmüthiger Prälaten erregte 
willen ter beiden anderen Brüder. 
sig nahmen ſich des gemißbandelten 
reiten ihn zu St. Denis u. ſetzten ihn 


Reich dergeſtalt, daß Pipin zu Aquitanien noch 28 


; Gaue von euftrien, Ludwig ber Deutſche zu Baiern 


noch Sachſen, Thüringen, Hefien, Frietland n. 
Belgien, Kırl er Kable zu Aleınannien no Bur⸗ 
gund, Provence u. Languedoc, Lothar nur Italien 
befanı, der Vater aber da® übrige Neuftrien n. bie 
Oberberrichaft über das Ganze behielt. Durch den 
Einflug der Kaiferin erhielt Karl ber Kable auf 
dem Reichötage zu Aachen 837 auch Neuftrien; bar- 
über mißvergniügt, verband ſich Ludwig der Deut» 
ſche mit Lothar, och verbinterte Pipins Tob ben 
Ausbruch Der Feintjeligleiten. lm Lothar zu ver» 
föhnen, veranlafte nämlich der Kaifer nun eine neue 
Theilung (838), worin fih Lothar das Oſtreich 
wählte, Karl der Kahle Las Weſtreich erhielt u. 
Ludwig Der Deutſche fih mit Baiern begnügen 
jollte. Darüber empörte fich dieſer 839, wurde jedoch 
nnterwerfen u. erbielt Berzeihung; 840 erhob er 
ich wieder gegen ten Vater, unterlag aber von 
euem. Bald darauf ſtarb Ludwig ber Fromme auf 
einer Rheininfel unmeit Mainz ten 20. Juni 840. 
Nach des Vaters Tode verfolgte Lothar aus 
Herrſchſucht feine Brüder; Kari den Kablen, 
über deffen Antheilam Reiche er Die Lehnshoheit bean» 
Ipruchte, griff er, mit feinen Neffen Pipin verbunden, 
an, befiegteibn u. nahm ihm fein Laud bie an die Loire 
ab; dann wandte er fich Über ben Rhein gegen feinen 
Bruder Ludwig ben Deutfden. Dh erſchro⸗ 
den über deſſen unvermuthete Nähe, ſchloß er mit 
ihm einen Waffenftillftand. Darauf zwang er Karl 
ben Kahlen zu einem unvortheilbaften Frieden u. 308 
841 abermals gegen Lubmig liter den Rhein. Run 
verband biefer fi mit Pipin, Sohn Pipins von 
Aguitanien, u. Karl dem Kablen u. flug Lothar 
bei ae unweit Aurerre am 25. Juni 840. 
Doch verfolgten bie Sieger ihren Vortheil nicht, 
fondern liefen Lothar ruhig nad Aachen ziehen. 
Diefer gewann nun bie Sadien für fi, indem er 
ihnen im Fall des Sieges Erleichterung ber ihnen 
von Karl dem lee auferlegten Laften u. Aut 
übung ihrer heidniſchen Religion yuficherte. Als⸗ 
bald aber fchloffen Lie Britter u. Pipin ein neues 
Bündniß gegen Lothar, trieben deſſen Heer an ber 
Mofel im Frühling 842 in die Flucht n. beriefen 
eine Verſammlung von Biſchöfen u. Ästen nad 
Aachen, welche Lothar des Thrones u. der Krone 
für unwürdig erflärten. Lothar an ber Spige eines 
neu gejammelten Heeres begann nun von Lyon aus 
üiber den Frieden u. eine neue Theilung des Reiches 
zu verhandeln. Die Verbündeten gingen darauf ein, 
u. im Auguft 813 fam der Theilungsvertrag 
u Berdun zu Etante, welcher das Fränkiſche 
* für immer auflöfe. Das weftfränlifche 
Reich, welches als Frankreich ben Namen der großen 
Monarchie erbte, erbielt Karl der Kahle; das oftfrän« 
kiſche, durch Eprache, Eitte u. Geſetze von jenem 
ſchon ſcharf geichieden, von germaniſchen Völkern 
u. unterjochten Elawen bewohnt, kam an Ludwi 
ben Deutihen. Zwiſchen beiten Ländermaſſen blie 
ber Landſtrich zwiſchen Der Schelde, dem oberen 
Laufe der Maas u. Der Saone auf ber einen u. 
tem Rhein auf ter anderen Seite für Lothar (Los 
thringen), welcher dazu noch Friesland u. Italien 
nebſt den Kailertitel erhielt. Jedes dieſer Reiche 
nabm nım feine ſelbſtändige hiſtoriſche Eutwidelung, 
f. u. Frankreich, Deutfchland, Yothringen u. Italien. 


6 


Bennten Chroniten noch: Gregor von Toure, 
I,storia Francorum; Aimon, Geste Franco- 
rum; Yaureau, Hist. de France avant Ulovis, 
Par. 1786; Gruner, Hiſtoriſche Unterfuhungen 
vom Urfprung des Fränlifchen Reiches in Gallien, 
Kob. 1764; Bender, Über Uriprung u. Heimath 
der Frauken, Braunihw. 1857. 
anken, 1) die Bewohner bes Fränliichen Krei- 
je; 2) im türkifchen Reiche alle ſich dort aufhal⸗ 
tenden Europäer. Sie haben in Conſtantinopel u. 
anderen großen Stäbten eigene Quartiere (Bram 
Venauertiere); |. u. Turliſches Reich. 

Sranfen, 1) eins ber großen Herzogthümer, 
worein Deutichlanb nach der Zerftüdelung ber Ka⸗ 
rolingifhen Monarchie eingetheilt war, u. in ber 
Mitte gelegen, wohl das mächtigſte derſelben; ent- 
fan aus Oftfranfen od. dem, was Lubwig bem 

tichen auf dem rechten Rheinufer in Deutſch⸗ 
Tand yugetheilt war u. ben fpeciellen Namen tes 
Brantenlandes behielt, ale für das Ganze ber 
Name Deutſchland adoptirt wurde. Es war ge- 
theilt in: a) Francla orlentalls (Oſtfranken, 
Sranconta), welches bis auf bie neuere Zeit ale 


Derzogthum F. unter der Herrſchaft des Bifchofe 
von Würzburg ſtand; u. b) Franela Rhenensis 


Rheinfranten). Der erfte Herzog von F. war 
onradl., u. als dieſer 911 deutſcher König wurbe, 
folgte ihm als Herzog von F. fein Bruber Eber- 
hard. Diefer tunnte das von feinem Bruder erhal. 
tene Herzogthum Baiern nicht behaupten, erhielt 
aber 923 nom König YA L., nachdem er dieſen 
919 als König anerlannt hatte (f. Deutfchland, 
Geſch.) Lothringen. Heinrichs Nachfolger, Otto I., 
verbannte Eberhard, ha diefer 937 Ottos Bruder, den 
Herzog Heinrich von Baiern, gefangen u. eingeiperrt 
hatte. Aus der Verbannung zurüdgelehrt, verband 
er fi) 938 mit Herzog Bifelbert von Lothringen 
gegen den König, blieb aber 939 bei Andernach. 
atfer Otto verlieh nun Rheinfranten an Kon⸗ 
rad ll. ven Rothen od. Weiſen, Sohn Werners, 
Grafen ven ESpeier u. Worms. 944 eribeilte er 
ihm noch Oberlethringen u. bie Aufficht über bie 
Städte Oſtfranlens. 952 nahm ihn der Kaijer mit 
nad Italien. Dort aber ſchloß fi) Konrad, als ter 
Kaiſer nah Deutſchland zurüdtehren mußte, an 
befien Feind, Berengar, an u. verband fich mit 
Ottos Sohn Ludolf, der fi) gegen den Vater ein⸗ 
pörte. Als die Sache übel ablief, rettete fih Kon- 
rad nad) Lothringen u. bat ten Kaijer um Gnade. 
Dieler nabm ihm Lothringen wieter, ließ ihm aber 
Rheinfranken. Konrad II. blieb in ter Schlacht bei 
Augsburg gegen die Hunnen 955. Sein Sohn 
Otto (geb. 947) folgte ihm, Anfangs unter ber 
Vormundſchaft feines Cheims Wilhelm, Erzbiſchofs 
von Mainz. Da dieſer 978 vom Kaiſer Otto II. 
das Herzogthum Kärnten u. bie Marlgrafſchaft 
Verona erhielt, fo zog er es vor, dort zu leben, ſetzte 
Vicare in ſeine fränkiſchen Lande u. trat dieſelben 
985 un Herzog Heinrich II. von Baiern ab, erhielt 
fie aber nach deſſen Tote 995 zurüd. 1002 wurbe 
ihm nah Ottos II. Tode die deutſche Königskrone 
angetragen, Die er aber ausihlug. Er ft. 1004, 
nachtein er 1003 noch einen Zug nach Italien gegen 
Ardnin, Der fich gegen Kaifer Heinrich empört batte, 
nnternenmmen, aber nichts gegen ihn ausgerichtet 
Hutte. Ihm felgte fein Sohn Kenrad III. (Kuno) 
sen Worms cd, der Alte, ber feine Refibenz in Be» 





h Franken bie PFranteuns.-z 
Bol. uußer ben unter Francorum annales ge kelnheim bei Kreuznach nahen 


. Dielen 
fein Sohn Konrub IV. ber Jängerei 
da ber Kaiſer Beron« u. Kärnten un | 
fieh, biefen befehtete u. ihn 1009 Bei 
Ru Deinrie IL at oe 
6 um bie ni 
ucbe Konrad ber De Sn 
A mit feinem Vater Otto 
fränliſche Herzogtum theilte n. vor d 
georden war), 1024 zum König gı 
en nun bie fränfilchen Herzöge in ein 
auf den beutichen Kaiferibron lame 
Kaifer bie 1125, |. Deutfchland [Gefd 
Berbruß barüber empörte fih Kom 
gegen ben Kaiſer, me fi ibm abe 
u. wurde ine Exil geſchickt Epäter u 
wieber verjöhnt, erhielt er, nadhbem 9 
Fagtet war, 1036 bus Pergogihun 
firien wieder u. ging mit dem Kaiſer 
wo er 1039 fi. F. fiel num an ben 4 
von dem es deſſen Sohn un. Nachfolger 
rich UII. erbte. Diefer ließ den Herzo 
ganz eingehen u. bob vage en das 
rheiniſchen Pfalzgrafen. 4 Heinri 
rirte das Herzogthum u. gab es feinem! 
rad (V.) von Hohenſtaufen, Sohn 
riebrich von Schwaben. Während bis 
reuzzuge ins Gelobte Land begriffen 
tbar, Heinrichs V. Nachfolger, mehren 
rads an —* 1128 zurüdgekehrt, verb 
rad mit ſeinem Bruder Friedrich ge 
thigte benjelben, die Belagerung Wär 
en, u. firebte fogar nach ber Ra 
eutſchland (Geſch.). Er jöhnte fid a 
Lothar aus, da er ſich nicht gegen ihn: 
mochte, u. wurte 1148 al® Konrab II 
folger auf dem Kaiſerthrone. Nach 4 
erbielt deſſen WA riedrich von Rt 
ne Barbaroſſa bie Serzogamär! 
ranken, u. als derſelbe 1167 ohne mä 
ftarb, fo belehnte der Kaiſer feinen eig 
Sohn Konrab VI. mit Rheinfranlen 
fein äÄltefter Bruber Heinrich, als er 
Bater als deutſcher Kuifer fulyte, moi 
thilmer Elſaß u. Schwaben bazu. 4 
1197 ohne Erben, u. das Herzogthum 
wurde großentheil® mit ber Rheinpfa 
ranconien aber gab Heinrich nun ſt 
bilipp, der ihm dann als deutſcher 
dachher erhielt ben Titel eines ſränli 
in dieſem öſtlichen Theile Der Bilde 
burg, |. d. (Geſch.). Vgl. Croll, De d 
cine Rhenensis, im 3. Bde. ber A 
mine Theod. Palat, ©. 337 fi. 2 
lige Fränkiſche Kreis, al8 Hauptbeſtand 
zogtbums F.; u. 3) neueſier Zeit Ben 
Kreiſe Ober⸗, Mittel- u. Unter 
Baiern; 4) populäre Bezeichnung | 
tihen Landestheile Baierns, in weld 
kiſche Dialekt geſprochen wird, zwiſch 
telgebirge u. Böhmerwald auf dere 
Odenwalde auf der anderen Seite; a 
liche Theil von Württemberg u. Bat 
Koburg u. der größte Theil von Sad 
gen, Hilbburghaufen wird dazu gerech 
Frankenau, 1) Amt im Kreiſe Fr 
kurbeſſiſchen Previnz Oberbefien; 25 
Stadt u, Amtefig darin; 950 Ew. 


Frankenberg bis Frankenſtein 
berg, 1) Gexrichtsamt im Lönigtich ſach | 


iſe Zwickan mit 16,680 Ew., in 1 &tabt 
fern; 2) Amte⸗ u. Fabrilſtadt darin an 
vom, Weber- u. Sonutagefhule, Floß⸗ 
Rattunbrudereien u. Bleihen, Seiden⸗ 
ı. Leberfabrit, Buchbruderei, Weberei; 
‚ mit bem Rittergut Neubau. In ber 
Schloß Sachſenburg (f. d.) — F. dankt 
ndung wahrſcheinlich dem ehemaligen 
z. kommt ſchon 1213 urkundlich vor; 
woar es ein Lehn ber heſſiſchen Abtei 
„ wurde 1609 nebſt Sachſenburg von de⸗ 
Schönberg an den Kurfürften Chriftian II. 
en verlauft. Hauptbränte: 1450, 1563, 
12, 1715 u. 1788. Bgl. Bahn, Hiſto⸗ 
mwichten von B: Schneeb. 1755. 4) Kreis 
n ber kurhe fiichen Provinz Oberbeffen; 
D Ew.; 3) Hauptftabt u. Amtefig darin 
der, Leber- u. Tuchbereitung; 3100 Ew. 
enberg, 1) |. Srandenberg. 2) Johann 
b, Graf von 5. Bohn bes Grafen Otto 
8, geb. 18. Sept. 1726 in Glogau, & 
weslau, dann im Ben ungariioen ol 
ı Rem, wurde, nach Deutichland zurückge⸗ 
78 Eoabjutor des Erzbiſchofe von Goẽrtz, 
Be! von Mecheln, bald baranf and 
belgiſchen Staaterath® u. 1778 Tarbi- 
Mpeibigte gegen bie Neuerungen des Raifers 
L die Freiheit der Kirche u. ber bifchdf- 
i ; als er aber in ben BVerdacht 
Kufrubr in Brabant 1789 unterflüßt zu 
stfegte ihn Kaiſer Joſeph feines Amtes; 
bem Einfall ber Franzoſen %. auch den 
iten berjelben gegen die tortige Kirche 
d zu leiften verſuchte, wurde er 10. Oct. 
dem Nationalconvent zur Deportation 
t, nach Brüffel abgeführt u. jenfeit bes 
bracht. Er lebte erit in Emmerich, danm 
Ahaus in Wehfalen u. ging zuletzt nach 
Holländiſchen, wo er 11. Inni 1804 fl. 
beiner, Der Cardinal von F., Freib. 1850. 
mberg-Lubwigäborff,i Ssrandenberge). 
enburg, Markifleden in Ofterreich ob der 
er Nähe des Hausrudwaltes, Schloß, Lei⸗ 
summoollenmeberei, Glashiltte; 1200 Ew. 
enfelde, Dorf im Kreife Cherbarnim bes 
u Regierungsbezirts Betstam; Merino- 
Lehranſtalt für Schafzüidhtler. 
mbaufen, 1) Ant im rubolftäbtifchen 
er unteren Grafſchaft Schwarzburg; 2} 
‚250 Ew.; 2) Stabt darin, am Fuße des 
ges an einem Arın ber Wipper; Haupt» 
nterberrichaft, Sitz Der Laudbhauptmann⸗ 
) Amtes, eines Confiftoriung u. anderer 
„fürſtliches Schloß, Gymnaſium, Sal⸗ 
Leimſitederei, Fabrikation von muſilali⸗ 
rumenten, Färberei u. eine den Bürgern 
Zaline, mit ihr ſteht ein Soolbad in Ver⸗ 
5500 Ew. welche bei. Woll⸗ n. Kornhandel 
Weinbau treiben. In der Nähe Braun 
ven u. das Jagdſchloß Rarbefeld. — 
gehörte F. ten Grafen von Rothenburg 
w denen von Beichlingen. 1349 verkaufe 
e %. an bie Örafen ven Schwarzburg. Am 
525 bei 5. (auf dem Schlachtberg) Sieg der 
Braunſchweiger u. Heſſen ilber bie 59 — 
Zauern unter Thomas Münzer, ſ Deutſch⸗ 
ih.) XL »). 1833 große Feuerebrunſt. 


477 


Wranfenpeim (Sranfenan, Braufan), Markt⸗ 
fleden im batrifchen Kreife Mittelfranken, am Schloß» 
g bei Schillingefürft nahe ver reirttembergilgen 
Grenze; Simultanlirche, Belbbau; 1500 Ew. Da» 
bei das unergränbliche Roͤthe Meer. 
Srantenhöhe, Höhenzug im weſtlichen Baiern 
n. in Württemberg; es ift ein verſchieden benann⸗ 
ter Zug von Keuperrüden mit Einſenkungen u. 
Knoten, der fi füblich durch das Harbtfeld an bie 
Alp anſchließt, in nörblider Richtung verläuft m. 
fih im Steigerwald bis zum Main, jenfeit derſelben 
aber noch in ben Haßbergen fortfegt; ex bildet bie 
Scheibe zwiſchen dem fränkiſchen u. ſchwäbiſchen Lande. 
Frankenla (F. L.), Pflanzengattung ans ber 
amilie der Frankeniacese, 1. Orbn. 6. M. L.; 
rten: F. hirsuta u. F. laevis, in Südeuropa u. 
Afien; F. corymbosa, in der Barbarei; F. micro- 
phylia, in Sübdamerifa, u. a. 
i „Pflanzenfamilie aus der Klaffe 
ber Parietales Endl., mit langröhrigem, 
bis fünfipaltigem Kelche, unterftändigen, langgeftiel- 
ten Blättern der regelmäßigen Blumenkrone, mei 
6 Staubgefäßen, einem freien Fruchtknoten mit 
3— 41 wantflänbigen Samenträgern u. einem Griffel 
mit 3—4 Narben; Kapfel brei- bis vierflappig, 
Samen auf dem unteren Theile des Rildens ber 
Klappen; Keimling orthotropiſch. Gattung: Fran- 
kenis u. bie verwandten Gattungen Anisadenia, 
Fouquiera u. Bronnia. 
Frankenidae, bei Reichenbach unter ber Fa⸗ 
milie der Ciftusgemädhle. 
kenmarkt, Marttfleden u. Hauptort bes 
feichnamigen Bezirks in Ofterreich ob ber Enns 
Sanerud reio), Eifenhammer, Yeinmeberei; 950m. 
ankenrecht, |. Fräntifches Recht. 
ranfenftein, 1) Kreis bes preufifchen Res 
pierungobeytrtes Breslau; ift im Garen bügelig, 
ım Suden flebt das Eufengebirg u. ein Theil des 
Reichenſteiner Gebirgs mit dem Wartha⸗ u. Spitz⸗ 
berge; Hauptfluß Die Neiße; 9,65 M., 49,700 Ew.; 
2) Kreisſtadt daſelbſt, am Vauſebach; Woll⸗, Lein⸗ 
n. Strumpfweberei, Salzfactorei, Fabrikation von 
Strohhüten, Salpeter⸗ u. Scheidewaſſerhütte, 
Flache⸗, Garn⸗ u. Getreidemärkte; 6300 Ew. — 
1341 wurde bier Herzog Bolco von den Böhmen 
belagert; im 15. Jahrh. wurde 5. von ben Huſſiten 
verwüſtet u. 1465 bei ber Einnahme durch Georg 
Podiebrad das alte Schloß zerftört; 1520 ließ Herzog 
Karl die Stadt wieder berftellen ıı. feit 1524 das 
Schloß bauen, mo Lie Herzöge dann refibirten. 
1622 brannte bie Stabt ab, 1646 wurde das Schloß 
zerſtört; 24. April 1558 wieder große Feuersbrunſt. 
8) Burgruine im Kreife Darniſtadt der großberzog- 
lich beiftligen Provinz Starfenburg; merkwürdig tft 
das fogenannte Frankenſteiner Eſelsleben: Die Far 
milie von F. hatte nämlich von Beſſungen jährlich 
12 Malter Korn nebfi 2 51. 12 Alb. zu beziehen, 
mogegen fie einen Ejel halten mußte, auf welchem 
die Weiber durch Darmftadt geflihrt wurben, welche 
ihre Diänner geichlagen hatten. Der Bote, welcher 
auf Erfortern den Eſel brachte, führte dieſen felbfl, 
wenn die Frau durch binterliftige Bosheit ihren 
Mann gefchlagen hatte ; hingegen mar ber gefihlagene 
Mann der Kührer des Eſels, wenn er in offener 
Fehde feine Schläge befomnien hatte. Noch 1588 
wurde von dieſem Ejel Gebrauch geinacht. Bol. 
Seriber, Befchichte ter ehemaligen Burg u. Herte 
haft F., Darmſt. 1853. . 


478 


Frankenthal, 1) Lanheommifjariat inı baieri⸗ 
ſchen Kreile Pfalz, 5} DOM. ; 44,000 Ew.; 2) San 
ton bier, 23 OM.; 20,000 Ew.; 8) Hauptflabt 
darin, am — Rheinlanals, welcher durch 
den Fuchebach u. Die Iſenach fein Waſſer erhält, u. 
an ber Ludwigsbahn; hat Lateiniſche Schule, Lager⸗, 
Armeu- u. Strafarbeitehbaus; Fabriken in Tuch, 
Baunımolle, Golb- u. Eilberbraht, Feilen, Siegel⸗ 
Ind, Tabak ꝛc., Slodengießerei; Handel mit Holz; 
Freimmaurerloge zur ae am Rhein; 
5500 Ew. — 5%. war früher ein 1119 vom rei» 

ren Erlenbart von Dalberg geftiftete® Klofter; 

urfürſt Sriebrich ILL von ber Hal; gab dem na 
a. nach zu einen $leden erwachſenen u. von ihm 
erworbenen F. Stadtgerechtigkeit u. begränbete 1562 
durch Aufnahme anegewanderter Nieberlänber ben 
Wohlftand bes Orts, veranftaltete auch bier 1571 
ein Religionsgeſpräch; durch Friebrih IV. wurbe 
F. befeſtigt, 1623 von deu Spaniern vergebene be- 
lagert, 1632 von ben Schweben u. 1635 von ben 
Kaiferlicden erobert, 1648 be Kurfürften zurüde 
gegeben, 1688 von ben Franzoſen genonmen u. 
—2** darauf wieder aufgebaut u. im rer 


Revolutionskriege 14. Juni 1796 von den Fran⸗ 


enonmien; 4) Pfarrborf im Gerihtsamt | 


feu 
Biiho Imerda bes ——— ſächſiſchen Kreiſes Bau⸗ 
tzen (Oberlauſitz), Schloß, Lein⸗ u. Bandweberei, 
Grauit⸗ u. Wetzſteinbrüche; 1230 Ew.; 5) deut⸗ 
ſche Colonie in ber braſilianiſchen Provinz Rio⸗ 
Graude (Sübanterifa), 1830 vom Major Schäffer, 
ehemaligem Commandanten bes deutſch⸗braſiliani⸗ 
ſchen Frenidencorps, gegründet. Vgl. Braſilien 
Geſch.) III. A). . 

Frankenwald Gebirgezug, welcher, in Baiern 
den Steilrond be Fichte ebirgsebene im NM. fort- 
ſetzend, Hon dein Thale der Saale u. bes Main in 
inınıer höher ſteigenden Wellen ſich erhebt u. fi 
zuletzt im Bleßberge an ven Thüringer Wald an 
chließt; feine größten Höben bat er auf reußiſchem 
Gebiet, den Kulm von 2298 Fuß u. Siglik von 
2260 Fuß bei Lobenftein; bem Rüden entlang flihrt 
eine alte Lundmarkung zwiſchen Thüringen u. Fran⸗ 
ten, aud) zugleich fahbrbare Straße von SO. nad 
NW., der Kenufteig, welcher fih dann weiter über 
ven Thilringer Wald fortfegt. Das Waſſer ſendet 
der F. in Yoquig, Selig u. a. zur Saale, in ber 
Rodach, Haslah, Steinach u. a. zum Main. 

Frankenweine, bie in ber baieriichen Provinz 
— wachſenden, meiſt weißen Weine; die mei⸗ 

en haben unter allen deutſchen Weinen die wenigſte 

Säure, u. die guten Sorten ſtehen den beſten Rhein⸗ 
weinen an Oüte u. Blume gleich. Sind ſie ent⸗ 
wickelt, fo zeigen fie eine eriwärmentbe u. belebende 
Kraft, viel Annehmlichleit, Geiſt u. einen eigen- 
tbilmlichen, ebeln Grundgeſchmack. Zu bei feinften 
gebören: 9 vonden Würzburgern: a) Leiſt eu— 
wein, auf den Bergen nm bie Citadelle Würz⸗ 
durgs (Leifte) wachſend; b) Steinmwein, auf bem 
Stein, einem Berge bei Würzburg zwiſchen Veits⸗ 
höchheim u. der Stadt machfend, nicht jo lieblich 
von Geruch u. Geſchmack, allein feuriger u. kräf⸗ 
tiger; e) Harjenmein, auf der Harfe, einem 
Berge bei Würzburg, gewonnen. Ale drei führen, 
bu ein Tbeil der Berge, auf denen fie wachſen, dem 
E pital zu Würzburg gebören, Den Namen Heiliger 
Geiftwein; SC chalfaberger, wird als feiner 
Bein benutzt; eKalmuth, vou Natur filg, wächſt 
auf einen jürftlich röwenſtein⸗Werihheiniſchen Hel- 





dagegen gewirkt, indeſſen ift 


Frankenthal bis Frankfort 


fen über Trieffenftein priſchen Lengfu 
burg am Main nah Aſchaffenburg 
dem Oberungariſchen; NGreffenw: 
c—f angeführten Weine find feurig, 9 
ſehr edel; gIter Bfliiben von R 
nähert fich ben Yeifteumein; b) & 
Saleker wächſt bei Honmelburg. 
Werthheimer Weinen iſt beſ.bele 
locher, kommt dem Rheinweine fehr 
ſtelhäuſer, hat wenig Kraft, mi 
etwa6 Branntwein veriekt, ſtark v 
Klingeuberger, zwiſchen Schwein 
en am Main wachſend, iſt vorzüg 
IRembergeru Wetterburgen 
feiner Bein. Da Würzburg u. 
bie erfien Tagen gelten, fo gehen unte 
Bin urger u. Werthheimer auch 
. nt, boch Tiefern auch audere £ 
kai, fo: 6) Sommerach, Röbelfe 
Heibingefeft, Frickenhufen, Iphojer 
Mainftodhein, Marltſteft, Voilach, 


Altenburg, Ochſenfurt, Ziel, Eı 


Mainbernheim, Dettelbach, Eichernd 
end von Schweinfurt gute Weine, 
urg, Kitzingen, Bamberg, Fulda, 
rankfurt a. M. x. in ber Gegend 
Sachen, Weftfalen, Helfen, Brander 

fien, Bolen, Breußen :c. einen flarfer 

ben. In neuerer Zeit haf ver Berbra 

Ausland jehr abgenoınmen, weil mar 

Molochens (Welohens), b.b. 

des 5-8 mit Sprit, KRofinenbrühe, 

branntem Zuder 2c., bef. durch Juden 
gegen %. geworben ift. Zwar haben 
duch ſtrenge Verbote ſolcher Verjäl 
das £ 

.. bis jetzt noch nicht wich 
n neuefter Zeit fabricirt man aus f 

fat von Zuder u. Hollunterblütbe 

—— Lünel. Einen Theil 

beſ. Steinwein u. Safeler, verjenter 

thünilich geforinten Flaſchen, Bode 
Frankford, 1) Stäbtifcher Bezirt 
in der Srafihaft Sufler Des Staate 

(Rorbamerila); 2000 Ew.; 2) Stät 

in ber Grafſchaft Cumberland bes € 

ſylwanien; 1300 Ew.; 3) Poſtort (Po 
in ber Townfhip Orforb in ber Gı 
abelphia des Staates Pennſylvanieu, 

Greel; Sewerbthätigleit in Wolle, 2 

ein Srrenbeilanftalt; 6000 Em. 

ranffort, 1) Boftort in ber Gr: 


des Staates Maine (Nordanıerila) a 


River, 3 Kirchen, Banl, Schiffsbau 
2) Städtiſcher Bezirk mir Poſtamt (Po: 
in ber Grafichaft Herlimer tea Staate 
3000 Ew.; 3) Haupiſtadt Des Sta. 
u. Gerihtsjiß ter Grafſchaft Franli 
am Kentudy⸗River; Öffentliche Gebä 
lich Das S<taatenbaus aus weißem Ma 
dhildem Siyle, das Gouverneurban: 
jangenbuns u. a.: 4 Kirchen, Akabem 
7 Zeitungen; lebhafter Handel, Schiffe 
ſchiffiahrt aui dem Kentuckv⸗River, E 
Louisville u. Lexringten. Wurde 17 
1792 Sigter Regierung, batte 1653 ül 
durch eine Kettenbrücke mit bem gegeni 
Southfrankfort verbunden; 4). 


Frankfurt bis Frankfurt am Main 


nten im Staate Indiana, am MWilb- 
“u Em 


r, beutfche® Dorf unweit Jamburg 
des Kreiles Jamburg im ruffiichen 
ıt ©t. Petersburg). 
t am Main (Freie Stabt F.), 
t 2. als folche ſeit 1815 Mitglieb des 
indes; liegt zwiſchen Naſſau u. ben 
roßherzoglich u. landgräflich heſſiſchen 
ge der ihm angehörenden Ortſchaften 
bes Gebiets diejer Länder. Flaäͤchen⸗ 
M.; 75,000 Einw. Mit republikani⸗ 
ſung, an deren Spitze ein Senatftebt. 
aniſchen Geſetze vom 16. Septbr. 1856 
mit Einſchluß von d Syndiken (rechto⸗ 
tateren) aus 21 auf Lebenszeit ge⸗ 
eten Mitgliedern, von denen wenig- 
Handwerkerſtande angehören müſſen. 
ahme der Wahl eines Senatsmitglie⸗ 
n den Senate ſechs u. von den Ge⸗ 
örper ebensfalls ſechs Wahlmänner 
llle Jahre finket tie neue Wahl ter 
ſtatt: kein Zenatsmitglied darf zwei 
inander Das Amt des Bürgermeiſters 
m Zeiten der Reichsſtadt in Beziehung 
&mablen bevorzugten beiten Geſell⸗ 
be ſich im Yaufe der Zeit bie Namen 
Banerkichait des Hauſes Alban Lim⸗ 
lige uralte Geſellſchaft des Hauſes 
wigelegt haben, beſtehen noch, ge⸗ 
keinerlei Prärogativen mehr. Der 
Körper beſteht aus 57 von ber Bür—⸗ 
biten Mitgliedern, Darunter 4 Iſrae⸗ 
D Delegirten ber ſtändigen Bürger; 
m. aus 11 von ten Yanbgemein- 
gemwäblten Mitgliedern. Der Senat 
iſſen Füllen, jet cd aus eigenem An- 
auf den Wuunſch der Verſammlung, 
n tie Ausſchüſſe tes Geſetzgebenden 
Ausgleichung von Meinungeverſchie⸗ 
ſchen beiden Körperſchaften dient ein 
ausſchuß aus fünf beiderſeitigen Mit⸗ 
Falle einer Nichtverſtändigung ſteht 
en Theile tie Berufung an das Ober⸗ 
richt frei. Zur Controle des Finanz. 
Bürgercolleg beftimmt, beflen Mit- 
ebenszeit ermäblt werten. Die Er- 
8 aus 51 Dlitgliedern (daher Colleg 
nfaiger) beftebenten College erfolgt 
Lahlausſchuß ven 12 Perſonen, von 
na dem Bürgercolleg felbft aus feiner 
on ter Gefeßgebenten Verſammlung 
te gemäblt werten. Zu ten Smede 
Dteviſionogeſchäfts bilder fie ans nem 
ber ein von ihr felbft unabhängiges 
g ber fogenannten Neuer, beflen 
ch Sitz u. Stimme in der Behörde 
Der Senat ſorgt für Die verfafiungs- 
ze Einrichtung des Gerichtésweſens ı. 
en geſetzlichen Rang der Nechtepflege. 
flicte zwiſchen Verwaltungsämtern u. 
ein eigeuer Gerichtsbof, zur Hälite 
n, zur Hälfte aus Richtern beſtehend, 
»joluter Mehrbeit ein ſiebentes Mit⸗ 
i, entſcheiden. Außer dieſem Gerichtt» 
berappellationegerichte (dritte Inſtanz) 
teben folgende Bebörden für bie Ver⸗ 
echt apflege in ſtreitigen u. nicht ſtrei⸗ 


479 


tigen Civilſachen: ein Appellationsgericht (zweite 
Inſtanz) mit fieben Räthen; ein Stadtgericht (erſne 
Inftanz) mit neun Räthen (auch zweite Inſianz für 
Stadtamtoſachen); ein Stadtamt fir freitige Civil⸗ 
rechtsjachen unter 300 Fl. mit drei Richtern; ein 
Landjuſtizamt mit einem Richter, womit bie Füh⸗ 
rung des Zransfcriptione- u. Hypothekenbuches 
verbunden ifl; eine Standesbuchführung, auf wel- 
chem Amte andy die Eivilehe vollgogen wird, beren 
Rechtsgültigkeit auch obne kirchliche Einfegnung an⸗ 
erkannt ift u. welche der kirchlichen Einfeguung vor⸗ 
ausgehen muß; das Fiscalat. Zur Ausführung der 
Strafgerihtsbarkeit: ein Rügegericht mit 
einem Richter für Ubertretungen; das Zuchtpelizei- 
gericht (erfie Inflanz), gebilbet durch das Stadt⸗ 
ericht, drei Richter ; das Appellationsgericht (zweite 
Inſtanz); das Appellationegericht in Lübed bildet 
ben Safjationshof, aud die Berufung an brei für 
beftimmte Een bezeichnete Facultäten iſt zuläſſig; 
der Aſſiſenhof beſteht aus ſecht Räthen bes Appel⸗ 
lations⸗ u. Stabtgerichte. Zu ben Aſſiſen werben 
zur Entfcheitung üter bie Schuldfrage Geſchworene 
zugezogen. Cine Staatsanmaltfchaft verfolgt um 
Wege ter bffentlichen Klage Die Verbrechen, Ver⸗ 
geben u. Übertretungen, foweit nicht die Privatllage 
zugelajien iſt. Das &erichtsverfubren iſt öffentlich 
u, miludlich; Die Unteriuhung wird von dem Unter 
fuhungsrichter geführt. Die gerichtliche Polizei 
wird von der Staatsanwaltſchaft u. ihren Hillfe- 
beamten ausgeübt. Das großhexzoglich heſſiſche 
Strafgeſetzbuch iſt mit geringen Anderungen am 
16. Septeniber 1556 als Gefeg publicirt. F. bat 
ein Zuchthans mit Arbeitshaus u. ein Gefängniß⸗ 
gebäude, die Conſtablerwache; die ſchwereren Ver⸗ 
brecher werben in heſſiſche Zuchthäuſer gebracht. 
Dem Senate ſieht das Recht der Begnadigung u. 
bei Lebens⸗ od. ſonſtigen ſchwereren Strafen ber 
Betätigung u. Mitderung des Urtbeil® zu. Der 
neu conftituirte Geſegebende Körper trat im 
Novbr. 1856 in Thätigteit, feiner Wahl folgte bald 
die Zufammenfegung ber Gerichte aus Den neuen 
Richtern u. bie Reduction u. NReconftruirung bes 
Senats, teilen überzählige Dlitglieber jedoch ale 
außerordentliche an ten Senatsfigungen Theil 
nebmen, bis mit ber Zeit das norınale numeriſche 
Verhältniß von 21 Mitgliedern hergeſtellt it. Beim 
Deutfhen Bunde bildet ter Staat F. im Enger 
ren Rath ter Bundesverſammlung mit Hamburg, 
Yübel u. Bremen bie 17. Curie. Die Stimmfüh- 
rung wechſelt unter ben ‚Freien Städten nad) einem 
vereinbarten Turnus. Sm Plenum ber Bundes 
verfamminmg bat F. eine Stimme. Einnahmen 
u.Ausgahben wurden pro 155% von dem Geſetz⸗ 
gebenden Körper auf etwas über 1,950,000 Fl. ver⸗ 
anſchlagt. Die öffentlihde Schuld betragt 
17,162,556 Fl., hiervon v, 103, 700 31. Eiſenbabhn⸗ 
anleben, 1,000,000 von ter Bank ten Staate un⸗ 
verzinölich vorgeſchoſſen. An Mititär ftellt F. 
zur Reierveinfanterietivifion des Bundesheeres 
1044 Dann. Die Uniform bes Feer Militärs 
it: Linie: blaue Röcke mit rothen Nufichlägen, 
grane Hofen, Pickelhauben, weißes Yererzeug, Ge⸗ 
mehr mit Bajenmet; Scharfigügen: ariine Auf⸗- 
ſchläge, Büchien n. Girfchfänger, ſchwarzes Leder⸗ 
zeug. Die Militärverwaltung iſt Das Kriegs⸗Zeug⸗ 
Ant, zwei Seuats⸗ u. ein bürgerlicher Depu⸗ 
tirter. Gentarmerie: 64 Maun mit 6 inter» 
offizierem, 8 zu Pferd u. 56 zu Fuß; Schutzmaun⸗ 


Frankfurt am Main 


ſchaft: 32 Mann; Gtabtwehr: 4 Bataillone, | iſt zur Wahrung des Intereſſes bes G 
wozu alle Männer von 19— 35 Yahren gehören, | eine Gewerbelammer gegründet werb 
nebft einem Loſchbataillon u. einer Eſscadron Ea- | aus Handwerkern u. Kabrikanten, gleid 
vallerie (200 Dann). Seit 1848 ift von der Stadt» gliedern, welche in achen bei 
wehr nur noch das Löfchbataillon in Activität, bie | achtet u. ſich bereite mit bem Entwurf 
übrigen Stabtwehrcorps find fuspendirt. Wap- | Gemerbeorbnung beichäftigt. Die % 
Kein: ber fogenannte — Adler, ein ein- | handlungen beläuft ſich auf 30, bed 
acher goldgelrönter filberner Adler mit ausge⸗ u. Steindrudercien, Schrift⸗ u. Ste 
Breiteten Ylügeln im rothen Feld. Stäbtifche | reien find vorhanden. Ein bebeuten 
arbe: Rothu. Weiß. Orden u. Ehrenzeichen: | zweig, uamentlih der Bewohner 
berne Medaille für die Freiwilligen u. das Linien | Sachſenhanſen, welche auch Obfi-, 2 
militär im Feldzuge 1814; für die Freiwilligen u. | tenbau treiben, it der Gemüfebau. t 
das Linienmilitär im Feldzuge 1815; militärtfches | bahnen befteben, werben bie er & 
Chrenzeihen für 50, 25, 15 u. 10 Dienftjahre; | verfandt. Die Production an Welt 
Felbdienft - Ehrenzeichen für das Linienmilitär für | F. ſelbſt unbebeutend. Als Entrepot f 
1848 u. 49; Feld-Ehrenzeichen be Generalgouver- | handel befindet ſich am jenfeitigen U 
nements &-8 für 1814. Die beiden Ganerbichaften, | einenene Fruchthalle. Alljährlich fin 
Haus Alten-Limpurg u. Haus Frauenſtein, befigen | fen flatt, die Ofter- u. Herbfimefl 
ein Ordenskreuz. Für das Poſtregal zahlt der | u. Mariä Geburt. Die Mefien ba 
ürſt Thurn n. Taris, zu deſſen Vermaltungsge- | Bebeutung ſehr verloren, doch find fi 
ie gehärt, jährlich 12,000 81. F. ift dem Oſterrei⸗ Artileln, wie Leber, fächfiichen Wei 
chiſch⸗ deutſchen Poftvereine beigetreten. Rechts- | noch ſehr bebeutent; auch ber Detail 
quellen: die Stabtreformation von 1611, viele | ergiedig. Münzen: In 5 wird | 
ältere u. neuere Berorbnungen, Geſetz⸗ u. Statu- Gulden & 60 Kr. od. 240 Heller; od. au 
tenfammlung, die organifhen Geſetze von 1856, | mweife nach Neichstbalern à 90 Kr. ei 
das neue Dtzafgeleböud von 1856, die allgemeine | Die gan der Batzen d 4 
deutſche Wechſelordnung von 1852, das eine | nicht mehr vor. Die Währung iſt bei 
NRehtu.a.m. Hiftorifde Quellen: Lersnere | nach ber fübbeutfhen Dllinzconventi 
Beer Chronik, Fichards K-er Archiv, Geſchichte Fes der 244 BI.» Fuß — 243 BI. auf ein 
von Kirchner, besgleihen von Lange; Rönıer- | Marl Silber. Die Notirung ber Wi 
Büchners Forſchungen über Fos Geſchichte. Das | in Gulden biefer Währung; 1 Fl. im 
Archiv für 5-8 Geſchichte u. Kunft erfcheint alljähr- | = 17 Egr. 1,710 Pf. preuß. Con 
lich in 1 Band, besgleichen eine F-er Jahreschronit. | Münzen der Stabt B find: in Gel 
5. ift einer der wichtigſien Plätge für ben Han- | in Silber (nach ber ſübdeutſchen Mi 
del bes deutſchen Binnenlandes u. ein erfter Wech- | von 1838): ganze u. halbe Bufbenf 


ſelplatz. Der Handel mit Fonds u. Effecten ift ſehr 
bedeutend u. die Coursnotirungen ber Frankfurter 
Börje, neben welder noch eine fogenannte Effecten- 
focietät außer der Börfenzeit ben Handel mit Werth. 
Papieren in einem eigenen Locale betreibt, find fr 
den größten Theil von Süddeutſchland u. der 
Schweiz maßgebend. Außer ben großen Banl- 
häufern, unter denen bie Firma Rothſchild u. Söhne 
u. Gebrüder Betbmann mweltbelannt find, vermit- 
telt Den großen Weltverkehr bie jeit 1854 beftehenbe 
Fer Bank (f. Band). Zur Wabrung ber Intereffen 
des Hanbeleftandes befteht eine Handelskammer u. 
ein Yörfenvorftand aus 20 Mitgliebern, deren Mit- 
glierer auch das Handelsgericht conftituiren, ein 

yndicat der MWechfelfenfale u. ein Wechſelproteſt⸗ 
comptoir. In commerciellen Angelegenheiten gibt 
bie Handelsfammer dem Senate durd bie Vermit- 
telung des Rechnei-⸗ u. Rentamtes Gutachten ab. 
Die ökonomiſchen Verbältnifie 5-8 eignen fich nicht 
zur Entwidelung einer großartigen Induſtrie. 
Das Fortbeſteben des Zunftweſens hemmt Kiefelbe 
u. die Productionswerbältniffe find nicht günftig, 
weil zu foftfpielig. Große Handelebäufer befiten 
bedeutende Fabriken in anderen bentfchen Staaten 
n. England; doch bar ſich Die ſtädtiſche Induſtrie 
ſehr gehoben, Tabak, Cigarren, Gold⸗ u. Silber 
tapeten, Wachätuch, Tadirtes Leber, Buchbruders 
ſchwärze, chemifche Producte überbaupt, nameut⸗ 
lich das berühmte Chinin, Eiſengußwaaren, vLuxué⸗ 
u. Galanterieartikel, kunſtinduſtrielle Erzeugniſſe 
aller Art, Portefeuilles, Etiketten, Strohbüte, cent 
primirte Gemüſe, Runkelrübenzucker, Haſenbaare 
(bedeutend) u. a. m. werben erzeugt. Seit 1855 


30 Kr., Dreieinhalb «- Gulbenftüde — 
— 2 Thlr. preuß. Cour., ale Verei 
Scheidemünze: 6⸗, 3- n. 1-Kreuge 
51.» Fuße; in Kupfer: Seller, 4 auf 1 
geld: Noten ber Feer Bauf zu 1000, 
10u.5%. Die Bons der Recharil 
oo nr fogenannte Recha 
heine & 1000 u. 500 Fl., find voll 
lungsmittel. Geſetzliche Wechſelzahlur 
Silbergulden⸗ u. Halbguldenfüce, 
preuß. Cour., F⸗er Banknoten, öfte 
bergulden; ſeit Mai 1858 haben 
Zwanziger u. Zehner aufgehört, gefei 
zablungsmittel zu fein. Ausnahmen 
Des Dlangels an Silbergeld werben aı 
Frankenthaler u. holländiſche Guidenfl 
ſelzahlung geſetzlich zugelaſſen. Seit 
iſt der Wiener Münzvertrag vom 24. 
Kraft getreten, durch welchen F. gleid 
Staaten des 241 Fl.⸗Fußes den 52 
halt = 52! I. auf I Bund feinen € 
öfterreihiichen 45 51.» u. dem 30 T 
zeitherigen 14 Thlr.⸗Fuß⸗Länder. 
5 nur bie groben Münzen bes neuen 
wei⸗ u. Einvereinethalerftüde A 37 
45 Kr. bisheriger Währung, prägen. 
ber neuen, für bie 244 51.» Fuß - Für 
nen mittelgroben Münzen umterbieibi 
abfichtigt, ſich nit den übrigen Staate 
Fußes über Die Annahnie bes Öfterreid 


| Fußes zu verftundigen. Das Bapie 


| 


nachbarten Staaten, Buiern, Württen 


Hefien, Naſſau, preußifche u. füchfliche 


Frautfurt am Main 


hutichen Berkebre zu ſeinen vollen | 


: 28 

12 Zoll & 12 Linien, 100 
‚es pr. Buß, 1 Fuß 126, 
in 4, 4. 4 26. getbeilt, hat 242,616 


Feer Brabanter Elle — 309,963 


ı er Ellen == 82,061 Berl. Ellen, 
en — 104,837 preuß. Ellen; ber 
e) Stab — 523,976 Bar. Linien, 
1,228 preuß. Ellen; ta Klafter ber 
riſchuh, das Reis (eine Reihe auf- 
er iebenter) Schieferfleine 8 Werk⸗ 
aliche od. Felvruthe — 123 Werl- 
eldſchubh A 10 Zoll & 10 Yinien ge- 
== 3 Werkzoll; die Waldruthe — 
h ıft in 16 Theile, aber auch in 
I0 300 & 10 Pin. getbeilt; Flächen⸗ 
en ob, Feltınorgen bat 160 ORu⸗ 
en 79,3154 preuß. Morgen, er 
ber MWaltmorgen, eben fo‘, bat 
en, 100 Waldniorgen — 5,1650 
Kubikmaß: Breunbolzmaß ift der 
zerlſchuh in Yichten breit ı. Goch, 
vobnlider Scheitlänge von 3 Werf- 
Pubil- Merfibub, 2 Steden find 
Lannenfcheiten 3 Stecken — 1 Gil⸗ 
lafter ift 5 Echub breit, 7 Zchufs 
Schuh Scheitläuge 124 Kubit⸗ 
ſtlafter im Forſtanmts Holzuagazin 
reit, 491 Werlzoll boᷣ, 1 Kiaſier 
ker; Fruchtinaß: das PDlalter hat 
Zechter A 4 Geſcheid A 4 Viertel- 
ſcheid hält 1 altes Diaß, das Mal⸗ 
Aubil-Wertzol, 100 Malter = 
Scheffel, gemefien wird mit bem 
ohlenbülte hält 5,2574 Kubil-Wert- 
itte 6,15718 Kubik⸗Werkſchuh; Ge⸗ 
» Kuder Wein bat 5 Ohm, das 
aß 8 Chin, Die Zulaſt ift 4 Stüd 
 Orboft ed. die Pirce wird zu 1} 
die Ohm bat 20 Viertel vd. 80 alte 
4 alte Schoppen, die alte Maß — 
0 alte Map — 156,580 preußiſche 
— 2,0877 preußiiche Gimter; Pie 
zSchenlinaß ber Wirthe, fie bat 4 
ungmaß — 8 Altınaß, 100 jnuge 
; preußiihe Quart. Gero ıchte: 
1858 iſt in F. gleichzeitig im 
rttenıberg, das Zollaewicht einge⸗ 
yatte Die Einführung deſſelben eine 
tung, indem Damit eine Dienge 
be, als Golb⸗, Eitber-, Fiſch⸗, 
se, Schwergewichte u. auch anbere 
mit wurden. Das neue Geſetz be⸗ 
ichtseinheit das Zellpfund zu 500 
immen mit ter Cintheilung in 32 
tet als Unterabtheilungen Den Ge⸗ 
on Halbirungen, als auch der De- 
bes Bundes, letzteres, inebeſon⸗ 
ung auf edle Metalle, wobei das 
afenbtbeilen mit becimaler Abſtu⸗ 
ſendtheil zu zehn Aß gerechnet wer⸗ 
snahnıe Les Apotbekergewichte (gilt 
rger) u. des Juwelengewichts (gilt 
velentarat Ynit feier Tiutbeiluug), 
a Poſt⸗ u. Zollämtern titlichen Ein⸗ 
nb6 in 30 Yerb, berrijcht jcis 1. Juli 
ne Gleichförnigleit im Gewichte. 
om. 4 Rufl. VI. 


e 
ar. ; 


481 
Unfulten u Bereine für Kunf n. Wiſ⸗ 


enmaße find der Fuß, Schub | jenibaft. Die Stubtbiblisthel, welche Die Samm⸗ 


(ungen bes Domſtifts u. der früheren Doininitaners 
u. Karmeliterliöfter in fi aufgenommen bat, if 
1484 vurch ein Verinächiniß Yubtwige von Marburg 
geftiftet ıw. ſpüter durch verſchiedene Privatbiblis⸗ 
thelen vermehrt iourden u. zählt an 70,000 Bände, 
dabei mehrere Hundert Incunabeln u. eine große 
Anzabl wichtiger Manuſeripte; iu ben Bibliothek⸗ 
gebäude befinden ſich auch ein Münzcabinet, eine 

anındung von meiſt ägyptiſchen Altertbümern u. 
ba Prehnſche Gemalvecabinet. Die Daem''ſche 
Gemãlbegallerie, welche auch ber Bibliothel gehört, 
iſt in dem ehemaligen Gebäude des vun Verbniunne 
Shen Wufeurns aufgeftellt. Das Städel'ſche Kunſt⸗ 
infitut, geftiftet von 3. F. Städel, mit einer pri« 
daten Kunſtſammlung u. einem Capitale von 
1,200,000 Fl., umfaßt außer ber Kunſiſammlung 
ſelbſt eine Biblivthel u. eine Lehrauftult, werin in 
ftufenweifen dortzun vom Elementarunterricht 
bis zum höheren Kunftunterricht, in ben Ateliers 
ter Meiſter den Kindern verbilrgerter u. unbemit⸗ 
telter Eitern Gelegenheit gegeben if, ſich ſowohl 
zu Künftiern als auch in WBauprofeffienen u. ver- 
wandten Handwerken u. Gewerben auszubilden. 
Dus von Detbmann'jhe Mujeum, jet vor bem 
Friebberger Thore in einem neueu, eigens ge⸗ 
baten Locale aufgeſtellt, eine Samınlung von 
Antiken, Statuen u. Eypsabdrücken, barınıter die 
berrliche Ariadne u. bie toloffale Büfte vun Sıhiller, 
beide von Danneder. Die Seudenbery’iche Natur- 
ſorſchende Geſellſchaft zur Förderung ber Natur⸗ 
lunde, zur Unterftügung dev ihr zewidnieten bereits 
bier beſtehenden naturwiſſenſchaftlichen Anftalten 
u. jur Sammlung bierzu dienliher Gegenſtände, 
neh! aus ordentlichen urbeitenten u. anßerorbente 
lichen Ehrenmitgliebern, welche zum Theil Jabres- 
beiträge, zum Theil ewige Beiträge in Geld leiſten. 
Die Gejellihuft hat ein naturgeſchichiliches Muſeunm 
gefliitet, welches zu Ehren bes Stifters der Senden 
beryifchen Stüitung, bie aus einein Bürgerbofpitale 
befteht, mit melıhem ein mebicinifches Inſtitut mit 
anatumifchen Theater, botaniſchem Earten, einer 
Teihbibliothel, einem phyſikaliſchem Cabinet u. che⸗ 
miſchem Laboratorium verbunden wurde, den Na⸗ 
men des Senckenberg'ſchen Muſeums erhalten bat. 
Vorleſungen über alle Zweige der Naturwiſſen⸗ 
ſchaſten werden in den Localen der Geſellſchaft ge⸗ 
halten. Die Geſellſchaft zur Veförderung nilglicher 
Künſte u. teren Hülfswillenichaften, damit verbun⸗ 
ten eine allgemeine Unterrichtsanſtaltd mit Sonn⸗ 
tageſchule, Abenbſchule, Generbeſchule; die Spar⸗ 
falle; bie Erfpurungsanftalt; ein Inſtitut für Gar⸗ 
ten⸗ u. Feldbau; ein Gewerbeverein; ein Verein 
zum Wohl der dienenden Klaſſe; eine Blinden⸗ 
anftalt; die Wöhler'ſche Stiftung für wittellofe 
junge Techniker. Der Phyſilaliſche Verein; ber 
Bereit für Geographie u. Statiſtik; der Arztliche 
Berein;, die Gartenbaugefellfchaft Flora; ver auf 
Actien gegründete Kunftverein mit einer permanente 
ten Kunftausftellung u. jährlichen Prämienverlo⸗ 
fungen; ver Berein füc Deutſchlande ältere Ge⸗ 
jhichtelunte u. Altertbumsiorihung, verbunden 
mit einer permanenten Auiftellung vou Alterthü⸗ 
mern ; dus Muſeum fuft ausfchlienlich Ausführungen 
der ciaſſiſchen Muſik geroidinet. Die Koucerte finden 
im Herbft u. Winter alle vierzehn Tage ſtatt. Mu⸗ 
illaliiche Vereine jür Supcunental- u. Bocalınufld 

1 


482 


find: der Eäcilienverein; bee Philbarmonifche Ber⸗ 
ein; ber Rübliche Verein; Die Vereine für Kircheu⸗ 
gelang (katholiſch u. proteflantiich); a Mänuer⸗ 
tjangvereinen zählt F. etliche zwanzig, deren Älter 
er ber Liederkranz iſt; diejer verein hat unter dem 
Hamen Mozart-Stiltung eine Art Stipendium für 
Austildung von Mufiters gegründet, befien Ca» 
pital alljährlich durch den Ertrag öffentlicher Ge⸗ 
ſaugsausflihrungen vermehrt wird. 
Kirhen m. Bethäuſer: F. bat 11 Kirchen 
(3 katholiſche, 6 lutheriſche u. 2 reformirte) u. 4 
Iutberiiche Berhäufer, melche mit ben öffentlichen 
Mobhithätigkeitkanftalten verbunden find. Kathofi- 
ſche: die Domkirche (zu St. Bartholomäi) ; die Kirche 
St. Yeonbard u. die Kirche umferer lieben Frauen; 
auch Die Kapelle in dem Gebäude zur Mofenberger 
Einigung, einen ehemaligen Nonnenlloſter, wird 
zum Gotteedienſte benutst; Lutheriſche: bie 1633 
eingeweihte (einft Barfüßer⸗) Paulskirche, in wel- 
cher 1848 u. 1849 das Deutſche Parlament tagte; 
die Katharinenkirche; die Weißfrauenlirche (ſeit 185-4 
reſtaurirt a. mit einem neuen Portale verſehen); 
‚bie Peterskirche; bie Et. Nicolailirche, hie Heilige 
Dreitönigskirche in ber Vorſtadt Sachſenhauſen; 
bie 8 Ortſchaften F⸗s beſitzen jede eine proteftan- 
tiſche Kirche; die Franzöſiſch⸗ u. Deutſch⸗Reformir⸗ 
ten Gemeinden beſitzen jede eine Kirche; die Deutſch⸗ 
Katholiſche Genieinde befitzt einen Andachtsſaal in 
einem Priratgebäube. Die lutheriſchen u. refor⸗ 
mirten Kirchen ber Stadt find feit mehreren Jah⸗ 
ren alle mit Heizungsapparaten verfehen u. EN 
Beleuchtung mit Gas eingerichtet worben. Die 
fraeliten befagen früher nur eine Synagoge ı. 
einen Betfaal, wo in veuticher Sprache gebetet u. 
aefungen veurte; 1854 haben ſich bie altgläubigen 
Sfraeliten eine neue Synagoge im öfllihen Theile 
ker Stadt gebaut, die fogenannten Reformifraeliten 
haben an der Stelle ter alten Synagoge eine neue 
gebant, welche 1858 in ihrem Innern beenbigt 
wurde. Der chriſtliche Friedhof bat inufterhafte 
Leichenhäuſer, neben demſelben befindet ſich ber 
iſraelitſche; Sachſenhauſen hat ſeinen beſonderen 
Kirchhof. Offentliche Schulanſtalten: das 
Gymnaſium, in conſeſſioneller Beziehung paritä- 
tiſch; 6 evangeliſch⸗proteſtantiſche Schulen, darunter 
die Muſterſchule, die neue höhere Bürgerſchule, 
4 Bürgerſchulen, 8 Schulen der Landgemeinden; 
4 katholiſche Schulen, darunter eine Knaben Se⸗ 
leeten⸗, eine engliſche Fraͤuleinſchule u. 2 Volke⸗ 
ſchulen; eine iſraelitiſche Real⸗u. Vollsſchule; be- 
ſendere Schulanſtalten: Zeichnungsinſtitut; Klein⸗ 
tinderſchule; Taubſtummenerziehungsanſtalt, Un⸗ 
terrichtsanſtalt für Blinde, Turnanftalt u. Inſlitut 
für Heilgymnaſtik u. Orthopädie; filr männlide ı. 
weiblibe Zöglinge beftehen zahlreiche Privat- u. 
Erziehungaanftalten, bie auch von Auswärtigen jehr 
beſucht fint, außerdem eine größere Zahl ven Beaui« 
ſichtiguugeſchulen filr Zöglinge beiderlei Geſchlechts. 
Wohithätigkeitsanſtalten. Die Armen⸗ 


verpflegung im Allgenieinen ohne Rüdjicht auf | 


Cenfeſſion beforgt ber allgemeine Almofentaften. 
Die Siadt ift in 90 Bezirke eingetbeilt,. welchen 


Arınenpjleger worftieben. eben ibm beleben cin : 


evangeliſch⸗ lutheriſcher, ein deuiſch⸗ u. franzöſiſch⸗ 
evangeliſch⸗ reformirter, ein katholiicher u. iſraeliti⸗ 
ſcher Almoſenkaſten, eine Niederläudiſche Gemeint e 
. (Augsbirgifcher Confeſſion) mit einein Waiſeninſti⸗ 


| 


Frauffurt am Main 


Confeifioen). Außer dem für tie dr: 
beftimmten Befpitale der Senden! 
tuug find verſchiedene Hoſpitãler 
Wohlthätigkeit gewidmet; das aur 
ftimmte Hoipital zum beiligen Bei 
für Irre u. Gpileptifche, das 

die Entbindungsauftalt, Tas Ch 
bofpitaf, bie Armenklinif, Die Ange: 
Hoſpital der ifraelitiihen Gemeiı 
Iitiichen Männer- u. Frauen Stra 
Baht der Wittwen- u. Waifenlaflen 
Stiftungen zu ben werfchietenartisfl 
Zwecken ift groß. Bon Vereinen zu 
lichen Zwecken find zu erwähnen: tı 
der iſraeliſche Frauenverein, ber 
die Vereine zur Unterſtützung noth 
werker, zur Berbreitung nüglider V 
ichriften, zur Nachweiſung von Arbı 
ter Auswanderer, zur Beförkerung 
u. Gefelligteit unter ben jüngere 
Gewerbeftands, zum Schutz der TI 
lozziverein, die allgemeine Männer 
Brliderlichkeit u. Die Krankenlaſſe 
commis. Die Sfraeliten haben 6 & 
dernug ber Handwerle unter ben 
Ausftattung, zur Unterſtützung arı 
nen, zur Suftentation von Yebre 
zur Holgveriheifung u. zur wechſelſ 
rung gegen bie Koften für era 
Geſinde. Große öffentliche Woblthã 
find das Verforgungehaus, ta6 T 
vereinigten weiblichen Berforgunge 
Katharinen u. den Weißfrauen. 9 
Ben Pfandhanſe beftehen private X 
Unterfiätung von Heinen Geſchä 
Verforgung ber ärmeren Klajien 
Nahrungsmitteln u. Brenumateria 
Conſumverein gebiltet. Berfiche 
ten: die ſtädtiſche Verfiherunges 
mobilien gegen Brand ſteht unı 
Bauamts; der deutihe PBhönir F 
Immobilien gegen Brand, verbu 
Fraulfurter Lebensverficherungsan! 
tie Brovibentia ſeit 1856 für Met 
bilien, Lebeusverfiherung, Kindern 
fiherung für Krankheit, Wlter u. 1 
Eiſenbahnen, Seeverfiherungx. Di 
wärtiger Berficherungsanftalten fin 
Sreimaunrerlogen: der Gfich: 
3 Logen, tie Loge zur Einigkeit 
Stanthaftigleit, tie Loge Karl zı 
Licht; Die Loge Karl zur aufgehende 
unter ber großen Loge von Englan 
Lege zum Franhkfurter Abler, un 
Loge von Hamburg ſtehend, find vı 
litiſche; in neueſter Zeit if eine | 
eutſtanden, die unter der greßen 
ſtadt ſteht. An Zeitun gen demm 
Frankfurter Journal, Poſtzeitung 
Franctort, Frantljurter Sanbele 
när, Arbeitgeber, Fraukfurter Angel; 
für tag mittlere Deutſchland, bb 
mit Belitit, Handel n. Volkewirthie 
blätter find Das Jutelligenzolatt 
ber Anzeiger, ter Bellefreund; beflet 


Ditajlalia, Cenverjalionsblatt, | 
Muſenm, Reichsadler; Cheaterblän 


- tuten. eine K berländifche Geinelube (Ungsburgiicher | vorhanden. 


Frontfert am Main 
| Pantlurter; and Örloktniecete 


dt F. If Siu der Bumbesverfammlung, 
m aller auswärtigen Großmächte, welche 
e-beglaubigt find, fewie auch ber beim 
zebitirten GBefchäftsträger u. Cenſuln. 
iguen Beſatung hat bie Stadt eine per- 
untesbefatung, befiebenb aus öſter⸗ 
preußiichen u. baiexiſchen Soldaten, im 
chſchnittlich 4000 Mann, darunter 200 
lerie ıı. 8 Kanonen. Der Oberbefehl 
nbesbe wechſelt alle brei Jahre 
terreih u. Preußen; auch im Stadt⸗ 
findet ein dreijähriger Wechſel ſtatt; iſt 
jebl über die Bunbesbefahung bei ber 
das Stabteommanbo bei ber anderen 
: Bollverein bat in F. eine Zollverwal⸗ 
sem aus brei Mitgliebern beftehenben 
t, ein Hauptfleuerant m. eine Zoll⸗ 
gobehörde. Die Stadt felbſt liegt am 
Des Main, ift mit der Borftabt Sachien- 
eine 1342 erbaute fteinerne Brüde 
dieſe beſteht aus 14 Bogen, iſt 950 Schub 
Schub breit u. auf ihr Acht jeit 1816 das 
ſtädt mobellirte Standbild Kaifer Karls 
. Unterhalb der Statt verbindet feit 
me fieinerne Brüce, tie zugleich Eiſen⸗ 
ſt, die beiten Ufer des Fluſſes. Um die 
u, wo früher bie Feſtungswerle ſtanden, 
lagen (tie Promenade ob. bie Glacis 
n biefe ber giebt fich ein Guͤrtel der fchön- 

u. von reizenten Gartenvorfläbten. 
mit eilernen Gittern n. Wachhäuſern 
Ihren vou ber Stadt anf die Broniena- 
€ Gartenvorſtädte. Sachfenhauſen bat 
Thore u. mehrere kleinere Land⸗ u. 
. Die Hauptthore find: das neue Zau- 
‚ ben wefllihen Bahnhöfen, das Boden- 
pberger- u. Allerheiligenthor, dieſes bei 
ı Babnıhofe, das Affenthor in Sachien- 
ie älteren Stabttbeile haben meift enge 
nitlleinen Säufern. Die Hauptverlehre- 
Die —— nie Allerheiligen«, Fried⸗ 
Benbeimer Baffe u. bie Zeil. Die Zeil, 
t der Reuen Kräme u. dadurch mit dem 
made Berbindung geletzt, mit ihren ele- 
Mäten, Palais u. großen Hotels ift bie 
aße der alten Statt. Neuere Stabt- 
Hönen Straßen find tie Schöne Aus- 
Mointaiftraße, ter öſtliche Stadttheil, 
Ben (Lange-, Eciler-, Bleich⸗, Hoch⸗ 
zerſtraße), welche fih von Oſten bie 
bie Statt hinziehen. Die baufälligen 
Judengaſſe, in welcher bie Juben bis 
a mußten, werben jet niebergeriflen 
nn wohnen in allen Stabttbeilen. Zu 
'Läten Fee, deren Zahl fi) auf 20 be» 

in ber weftlichen Gartenvorſtadt ein 
Taunusplatz, gejellt. Die brei größten 
Stadt im: der NRoßmarlt, mit dem 
male für tie Erfindung der Buch⸗ 
. ber Römerberg mit tem Rathhans 
framenberg, feit 1856 burch vie neue 
raße mit ber Zeil verbunden, alle brei 
beumsen verfeben, deren Wuflerbebarf 
e Räbtilche Waflerlertung von ber Frieb⸗ 
e ber verfehen wirb. Cine neue Kädtifche 
ıg von bem jenſeite bes Main gele- 
bexge kommend, wird im Laufe 1958 m. 
ver. Fur bie Stwwaßenbeleuchtung fore 


u. viele Wohnungen find mit Gas befeuchtet. Die 
merfwürbigften Gebäude 5-6 find: der Abmer, 
Urfprung unbefaunt, 1405 vom Rathe angelauft, 
ſeitdem Rathhaue, 1511 u. 1602 erweitert, 1740 
renebirt, mit bem Wahlconferenziaale, jet Si⸗ 
Sungefaal des Senats, u. bem Kailerfaale. In dem 
Bahlconferenzfaale wirb bie Goldene Bulle (I. d.) 
Kaiſer Karls IV. von 1356 aufbewahrt. Im Kal⸗ 
ferfaale wurben bie feſtlichen Krönungsmahle ge- 
halten. Er enthielt früher ſämmtliche Bitbniffe 
ter Kaiſer Yon Konrad I. bie Kaifer Franz II. in 
Wandniſchen en camayeux gemalt. Die alten 
find nun durch neue, von ben beften beutichen 
Malern, Beit, Seltigaft, Claſen, Stille, Kicberich, 
Rethel, Hübner, Oppenheim, Steinle ıc., gemalte, 
erſetzt werben. Der Salbof, an der Stelle ber alten 
Sala Ludwigs bes Frommen, welche der erfie Au⸗ 
bau der Etabt biefjeit® bes Main war, erbaut, 
1338 zur Kaufhalle umgewandelt, 1717 neu gebaut; 
in ihm wurde Karl der Kable geboren, wohnte 
Ludwig ber Deutſche mit feinen Söhnen u. flarb 
bier, bie St. Stifabethlapelle mit zwei Kreuzgewöl⸗ 
ben in einer Gruft ift noch vorhanden. Das 
Deutſchordenshaus mit einer Kirche in Sachſen⸗ 
haufen an ber Brücke zur Linfen, 1221 gegründet 
n. 1709 vom Deutſchen Orben neu erbaut, jetht 
Kaferne der baieriſchen u. eines Theil ber Üfter- 
reihiihen Bundesbeſatzung. Die Domkirche zu 
©t. Bartholomäi im gothiſchen Styl erbaut, ei 
Wahl- u. Krönungstirche ter deutſchen Kaifer, mit 
ber faiferliden Wahlkapelle, 3 anderen Kapellen, 
7 Altären, 2 Tabernalein u. 9 Dentmälern, 
von Ludwig bem Deutfhen 554 als ter Hel- 
ligen Jungfrau Haus auf ber Mauer gegründet, 
864 vergrößert u. Salvatorlirche genannt, 1239 
als Kirche zu St. Bartholomäi nen erbaut, im An- 
fange des 12. Jahrh. erweitert, feit 1856 baulich 
abgeäntert u. reftaurirt; Thurm bie 1512 auf 
520 Buß Höhe fort-, jedoch nicht ausgebaut. 
Das Fürſteneck, Wohnhaus der KHurfürfien, Das 
alte Yeinwanthaus mit dem Waiſenſaale, ber 
Eſchenheimer Thurm, 1346 unter Lubwig bem 
Batern gebaut, der legte noch verhantene Heft der 
mittelalterlichen Feſtungswerke, mit vier auf dem 
Haupttburme angekauten Meineren Thürm 
Der Balafl des Fürften Thurn u. Tarie (1733) im 
italieniſchen Geſchmacke gebaut, VBerfammiungsert 
der Bımdesverfammlung, 1548 u. 1849 Siß bes 
Neiheminifteriumnd. Bom Cigentblimer an Oſter⸗ 
reich zur Benugung unter ber Bedingung Überlaffen, 
daß daſſelbe bie Koflen feiner Erhaltung trage; 
erreich ftellt dem Bunde die Sigungs- u. Kan» 
leilocalitäten kofteufrei zur Verfügung; es bat fiber 
100 Zimmer u. prachtoelle Säle; das Braunfele, 
in ihm 1495 das Reihslamntergericht, feit 1694 
gigenppum ber abeligen Gejellfchaft Frauenſtein. 
zur deßzeit, feither Bazar von Luxusartikeln, jet 
agazine u. fländige Möbelverkaufshalle. Bon 
neueren ſchönen Gebäuden find zu erwähnen: das 
Stabtbibliothelgebäude (1529) mit 6 weißen korin⸗ 
thiſchen Sänlen vor dem Eingang, in ber Borballe 
Goethe's Marmorſtatue von Marchefl; das Waiſen⸗ 
hans das Gebäude bes Siadeiſchen Inftitnts, bie 
neue Börſe (1846); die Paulskirche, Et. Ricolat- 
fichhe, bie neuen Syna ogen; die neuere hohere 
Vurgerſchale; das Schauſpiel⸗ u. ypernbaue, 1786 


tert, der Main⸗Neckar⸗Bahnhof. Denkmäler: 
das Heffenbenkmal vor dem Friebberger Thore, ge- 
fegt von König Friedrich Wilhelm II. von Preußen, 

nm Andenlen ber heififchen Soldaten ı1. bes dieſelben 

brenden Prinzen von Heffen- Philippsthal, bie 
1792 bei ber Erftlirmung ber von den Franzoſen be- 
festen Stabtfielen, 1844 durch Sriebrih Wirhelm IV. 
reuovirt; das Goethedenkmal auf bem Goetheplat 
von Schwanthaler (1844 enthüllt) mit Gcethe’6 
Gtanbbild ; das Denkmal ber Erfindung ber Buch⸗ 
druderkunft zur Säcnlarfeier 1840 errichtet (1857 
enthüllt) von v. d. Launit, zugleich Brunnen mit 
Baffin ; im weichen Theil ber Anlagen das Dent- 
mal Yuioletts, Directorialrath, Waire u. Senator 
unter ber Regierung bes Kürften Prünae, bes 
Shöpfers ber Sranlfurter Anlagen, bie er 1806 
bie 1843 ind Leben rief. Offentlihe Bergnü- 
gungen: verjchiebene große Elubgebänbe mit Sä⸗ 
len, Lejesinmern, Reftauration; bie vornehmſten 
perjeiben find bie beiben Cafıno®, das Diplomatiiche 
u. das Frankfurter (1788), befien Mitglieder bie 
Haute finance repräfentiren, beide in ber Galluo⸗ 
ſtraße; ber alte Bürgerverein, 1848 — der 
zahlreichſte wit Clubgebäude auf ber Eſchenheimer 
Gaſſe; der neue Bürgerverein, 1849 gegründet, auf 
den großen Kornmarkt (beive Bereine ſpielen ſeit 
ihrem Beſtehen eine große Rolle in der ſtädtiſchen 
Bolitil, man uennt bie Gothaer jet die Partei Des 
alten u. bie demokratiſche Fraction diejenige bes 
neuen DBilrgeroereine); das Braunfelscolleg im 
Braunfelegebäude, bie Hurmonie, Concordia u. 
veriehiebene Kleinere Kollege, bie Nachfolger der ehe⸗ 
maligen Trinkſtuben. Die AUnterhaltungsörter: 
Muinluft am unteren Main, ber Zoologiſche Gar⸗ 
ten (1858) an der Bodenheiner Genbfrafe, ein 
parfähnlicher Garten, Eigenthun bes Stäbeljchen 
Kunftinftituts, mit verfchiebenartigen Thieren, Re⸗ 
fauration u. allwöchentlich mehreren Concerten; bie 
neue Anlage an der Hanauer Landſtraße, verſchie⸗ 
dene Felſenleller auf dem Mühlberge u. Röder⸗ 
berge, mehrere Unterhaltungsgürten in den be⸗ 
nachbarten Ortſchaften Bodenheim, Haufen, Boru- 
heim, Oberrad, Niederrad, Vergen (mit reizender 
Ausficht) , das Forſthaus im Stadtwalde, Bierhal- 
len in u. außerhalb ber Stadt; Weinhäufer ; Schau- 
fpiel u. Oper, Sommiertheater in Vockenheim, ele- 
gante Kaffee u. Weinhäufer, Tanzjäle (öffentliche), 
große Spaziergänge um die Start, Ausflüge in 
bie Nachbarſchaft, nah dem Taunus, bem Oden⸗ 
wald, den benachbarten Badeorten, Wiesbaden, 
Soden, Homburg, Wilhelmebad u. a. m., welche 
durch die Eifenbahnen fehr erleichtert find. Eiien- 
bahnen im&angen vier: Taunusbahn nach Mainz, 
. Wiesbaden bis Lahnfein au ben Rhein, in Berbin- 
bung mit den Rheindampficifien; Diain-Nedarbahır 
nach Darmftabt, Heibelbera ıc.; Main» Mejerbabn 
nach Kaffel, Leipzig, Berlin, Kien ıc.; Baierifche 
Bahn nah Aſchaffenburg, Würzburg, Nürnberg, 
Bamberg, Hof, Leipzig einer-, Yugsburg, Münden 
andererfeitd. Yocalbahneu geben nach Ofienba u. 
Soden. Zur Berbindung ber weftlichen Bahnhöfe 
mit dem öftlichen, bes Zollbaufes u. bes Hafens bes 


Main mit den aa ee iR eine Berbindunge- 


bahn auf ftäbtifche Koften gebaut. Der Hafen 
Main wurde 1858 erweitert, unterhalb der neuen 
Drüde wurbe ein großer Winterbafen gebaut u. 


1658 exöffnet. Dampfſchifffahrt deu Main auf⸗ m. 


Fraukfurt um Main 


gebaut, 1855 sm reftaurirt u. iin Inneren ertvei- | 


abwärts. Kür beri Räbtifigen Bertch I: 
30 Onmibus, zahl Kohututicher. 
Frankfurt am Mein (Geſch). Un’ 
wo das heutige F. „ fol gegen 
4. Jahrh. unter Kaiſer , mac 
630 von bem fränfifchen Kürfien Chlı 
Genebald III. eine Stadt gegründet fein. 
%. Palatium Frauconenford) Tom 
lich zuerfi 794 vor, wo unter bem Bi 
Karls d. Gr. ein Rei u. Cor 
wurbe, welches bie Aboptatiauer verban 
Bilderdienſt verwarf. Zubwig ber ro 
her %. oft befuchte, legte hier 822 ei 
(Salbof) an u. hielt in bemfelben Fahre 
verfanmlung, wo bie Gefanbten d 
Slawen erihienen; 823 eine gleiche, w 
wilhen ben Söhnen bes Wilzenlön 
—**— wurde; 838 wurde 8 mit 
lie u. 843 zur Hauptftabt Oftfranfe 
amals erhielt F. auch bie erfie M 
Jahrh. wurbe es Brauch, daß bie 
in F. ſtattfand, nachdem zuerſt 1152 
rich I. daſelbſt gewählt morben war. 1 
F. das Recht, alle vou den Kaiſern i 
verſetzten Güter einzuldfen, 1330 bas | 
ur Saltung einer zweiten Meſſe, 1339 
ubwig das Miüuzrecht u. 1360 bie 
Juden gegen ein Schußgeld anzumehn 
dem die Stabt ſchon feit geraumer Seil 
ter Aufenthalt ver Kaiſer gersefen war 
1356 förmlich zur Wahlftabt u. 1564 fe 
lian II. auch zur Crönungsſtadt erhoben 
lage zur Reichsfreiheit legte fie 1257 bu 
gung bes kaiferlihen Bogte während be 
nums, 1372 wurde ihr Diefelbe ansdri 
fannt, indem fie das kaiſerliche Schu 
erwarb. Im Laufe ber Zeit war F. ber 
inehrerer wichtiger — reigni 
Sriebensfchluffe, des Couvents ber pre 
Fürſten 1531, wo der Kurfürft von € 
vom Yuntgrafen von Heflen gerün 
ber Schweizer zuin Schmaltalbefchen 8 
ihrer Abweichung in ber Lehre von: Abaı 
warf. Während diefer Zeit wurbe im 
chenreformation eingeführt, jedoch wer 
tholiciemus nicht ganz befeitigt, n. d 
Stadt, obwohl proteftantifch, Inchte fowi 
lich eine neutrale Stellung zwifchen ben 
parteien anzunehmen, un es mit bem 
zu verderben. Daher wurben in F. oft d 
halten, jo 1536 u. 1539 2 Convente der! 
it kaiferlichen Gefanbten, wo eine Ern 
Nürnberger Religionefriedens auf 15 ' 
ſchloſſen wurde; baum ztoei, bie Beft 
Schinalkaldiſchen Bundes u. bie Grö 
einer unter den Proteftanten noch um 
Bunkte besmedenbe Convente; ferwer I 
tag, auf welchem 1558 ber Sranffurter 
eichtoflen wurde, u. 1599 aberınaliger | 
2 zur —— der 
tände, |. Deutſchland (Geſch.) AL»). | 
ten Hälfte des 18. Jahrh. nahm F. viel 
©lautens willen vertrießene nieberlänt 
lien auf, welche ben Unternehmungtgeiſ 
werbthätigfeit der Stabt belebten, jpät 
Calviniſten von ber latheriſchen Benätt 
leraut behaubelt wurden, fo daß fie er 
des 18. Jahrh. die Crlaubniß zur Crrich 


Frankfurt am Mais 


Noichten. In Ofterreichiſchen Erb⸗ 
ıb in F. am 22. Mai 1744 die Union 
Ben einer- u. dem KRaifer Karl VII. 
un» Raflel anbererfeits flutt; 1732 er- 
nbt burch kaiſerliche Berordnung bie 
B Bürgerausichuffes zur Ortnung ber 
anzwirthichaft bes Rathe. Im Gier 
kriege wurbe die GStabt 1. Januar 
Franzoſen unter Soubife überrum⸗ 
ımzöfiihen Revoluticnälriege 23. Oc⸗ 
on ben Franzoſen unter Cuſtine ge- 
December unter Rüchel duch Sturm 
: bann 15. Yuli 1796 von ten Fran⸗ 
leber befchoflen u. am 16. Yuli in 
jitulation der Eſterreicher unter War- 
LE Die brüdenden Kontributionenn, 
ınzojen ter Stadt auferlegteu, ver- 
ben Reſt der geringeren Sympatbien, 
mfurter für bie revolutienäre Frei⸗ 
yei Lem Reihsteputationshauptichluß 
. feine Reichsfreiheit, murbe aber 1806 
zu den Stauten des Fürſten Primas 
‘es geichlagen u. 1610 Hauptflabt bes 
ms. Im März 1813 wurde F. von 
ſchen Corps beſetzt; bier am 31. Oct. 
Bdyug ver Franzuſen Vrückengefecht 
ranzoſen u. Vaiern; am 4. Nov. nahin 
warzeuberg bier ſein Hauptquartier; 
aifer Alexander n. Kaiſer Frauz u. am 
Bilbelin ILI. hier ein, wodurch F eine 
Sammelpla ber politifchen Welt wart. 
pieber Freie Stadt u feir 1816 Sit des 
abes, erhiell %. eine neue Euuftitution. 
€ berfelben wurde im Jahre 1726 ge⸗ 
er Zeit verwaltete ein Ruth) tie Statt, 
chtbeſitz fich tie ſogen. Geſchlechter u. 
ünftigen u. nichtzünftigen Geſellſchaf⸗ 
ne lange abwechſelnd firitten. Gin 
ger mit dem Rathe (tm Jahre 1705), 
er ſchlechten finanziellen u. ter Gunſi⸗ 
figuidigte, hatte eine Intervention 
6 I. zur Folge. Eirenge Verſügungen 
» Rathowahlen getroffen u. dem Rathe 
sch heute beftehenber) ftäntiger Bür- 
eigeorknet, weicher die Aufficht über 
übren, bei wichtigen Vorfallenheiten 
er Bürger bei dem Rath Erinnerung 
sie Feſthaltung ber failerlichen Reſo⸗ 
jaupt ſehen ſollte. Der Stadiſchult⸗ 
m Schöffen bildete das Gericht, wel⸗ 
t noch bie Benennung Reichegericht, 
adtſchultheiß diejenige eines Reichs⸗ 
ibehielt. Schultheiß u. Schöffen wa⸗ 
ſenbauk des Rache. Die Verfaſſung 
ihr im Jahre 1516 durch bie ſogen. 
er d. J. beſchworene Conſtitutions·Er⸗ 
weſentliche Anderungen; F. erbielt 
bemolratifche Verfaſſung. Die Ober⸗ 
nach derſelben der Geſammtheit der 
aatsbũrger int Gegenſatze der Beiſaſ⸗ 
ohner m. iſraelitiſchen Staatsangehd- 
ie Ausübung der Hobeitsredhte reurde 
ebenden Körper, einen Senate u. tem 
ten fläntigen Bürgerausichufie, der 
rgerrepräfentation, übertragen; ber 
Körper, geräblt durch ein Wablcole 
5 2 welches bie in drei Wuble 
eingetheilten Griflichen Bürger ( Ge⸗ 


485 
lehrte, Veamte, GBeiftliche, Offiziere, KUußler, Leh⸗ 
zer n. Rehtiers; Sanvelsiente; zilufige Gandiver 


fer u. Künſtler u. ulle den beibeu erften Abtheiluns 
en nicht zugewieſenen Bürger) gewählt hutten, exe 
ieht als Wirlungskreis die Gefepgebung überhuupt, 
die Beſteuerung, bie Auordnung u. Eiurichtung ber 
bewuffneten Mucht, bie Bunction aller Eituutöner- 
träge, bie Prüfung u. Gutheißung ber Buranfıhläge 
über Ausgaben u. Einnahinen, bie Eutſcheibung 
bon Suinpetenzfireitigleiten zwifchen Senat u. län» 
biger Büryerrepräfentation, Die Einwilligung zur 
Berüußerung von ſtäbtiſchen Geuieindegütern, bie 
Mitwirkung bei ben Senatswahlen, das Recht n. 
tie Verpflichtung der Bewahrung u. Erhaltung ber 
Berfullung, 45 gemuhlte Bürger, 11 Wbgeurtnete 
ter Orticyaften, 20 Delegirte bes Senats u. 20 ber 
häntigen Bürgerrepräfentution bilbeten beufelben. 
Der Senat erhielt Lie eyecutive Gewalt u. bie 
Stubt- u. Juſtizverwaltung im Allgeıneinen, ben 
Senat bilbeten 42 Diitglierer in brei Orbuungen 
(Vänlen), der Orbnung ber älteren Senatoren eb. 
Schöffen aus 14; derjenigen ber jüngeren Sena⸗ 
toren gleichfalls aus 14; berjenigen der Rathöner- 
wandten britter Vanl, meift Handwerkern, gleiche 
falls au® 14 Perſonen beſteheud. Gr wäblie aus 
feiner Dlitte alljährlich ziver Vürgerineifter, den 
älteren u. ben jüngeren, n. ergänzte fih durch 
Wahlen, an weldyen ver Geſetzgebeude Körper Theil 
nahm. Die ſtänvige Vürgerrepräſentation behielt 
bie Vefugniſſe des ulten Bürgerausſchuſſes. Alle 
chriſilicheu Religionsparteieu beſahen nach ber Con⸗ 
ſtitutivns⸗Ergänzungsacte, wie im ganzen Deut⸗ 
ſchen Bunte, fo auch in F. gleiche ftaatsbürgerliche 
Rechte; die Iſraeliten konnten nicht Das volle 
Bürgerrecht erlangen, namentlich nicht in eine der 
drei zur Ausübung ber Hoheitsrechte beſtehenden 
Körperichaften gewählt werben. Die Gerichtsver⸗ 
faffung war, wie folgt, urgenifirt: Es beſtanb für 
Civilſachen in 1. Inftung Lie auf 300 Fl. dus Stabt- 
amt, für größere dae Stadtgericht, iu 2. u. 3. Ju⸗ 
ftanz das Appellutiensgericht, beide mit Senate⸗ 
mitgliedern beiegt, in 3. Juſtanz fir Stadtgerichts⸗ 
juchen das gemieinfchaftliche Dberappellationsgericht 
ber vier jreien Stäbte in Kübel od. eine Facultät. 
Für Griminalfachen das peinliche Verböranıt ob. 
Criniiualamt al6 Unterjuchungsbebörde u. das Ap- 
pellationegericht als vichtente in 1. Inftunz, das 
Oberappellationsgericht in Lübeil in 2. u. letter 
Suftanz. Kür geringere Verbrechen das Polizeie 
gericht in 1. u. Das Appellationsgericht in 2. Ju⸗ 
ſtanz. Die politiiche Bewegung von 1330 blieb auf 
bie Berfaliung F ˖s ohue Ciufiuß, rief jedoch eine 
gegen die Bumbdesverjunmlung gerichtete Agitation 
hervor, beren Folge das fogen. Franljurter Atten⸗ 
tat (j. Deutſchlanb, Geſch. x n) war, 1536 
ſchloß ſich 5. dem preußiſch⸗deutſchen Zollverbante 
an, nachdem ber 1832 mit England geſchloſſene 
Dantelevertrag abgelaufen war. 1819 ım Auguf 
Auflauf u. Thatlichleiten gegen tie Zuben. 1845 
am 23, Sept. Unterzeichnung tes Staatsvertrag® 
zwiſchen Djterreich u. ter Stadt F. über Feftftellung 


‚ter Verhältniſſe tes den Deutichen Orben noch gehö⸗ 


rigen Deutichen Hauſes u. feiner Yiegenjchaften. 1846 
im Juni wurde Den Deuiſchkatholiken tie lutberifche 
Weißfrauentirche zum Gottesdienſt eingeräumt. 
PP * 1540 u. on * —* 
rlaments u. ber durch Erzherzug Johaun 
Opexxeiq —— Uns 


von geführten Wei 


sı. Mär; 1848 erfle Berfaunnfnug ber deutſchen 
Bullsvertreter in ber Paulelirche; aın 4. April trat 
im Katferfaal bes Adinert ber Funfzigerausichuß 

anmien; am 18. Mai Eröffnung ber großen con⸗ 


irenben Berfammlung im ber Paulslirche, m. 
um 30. Mai 1849 letzte Sitzung biefer Berfanım- 


fung. Der Erzherzog Johaun zog ale Mei 
verweſer am 11. Juli 1848 in F. ein u. legte bie 
ne Stelle auı 20. Dec. 1849 nieber. Die 
eoBllerung, vermehrt durch zahlreiche pulitifihe 
Sanatiler aus anderen Bunbesflaaten, verfolgte 
mit lebhafter Theilnahme bie Verhandlungen bes 
Borlaments, u. ale die Parteien immer fehärfer an 
einander gerietben, kam es außerhalb des Parla- 
ments oft zu Reibungen, bis enblüch 18. Septem⸗ 
ber ein förulicher Straßentampf ausbrach, toelcher 
von ben Truppen mit MBuffengewalt unterbrädt 
wurde (vgl. Deutſchland, Sei. XIII. C) Die 
Berfuffungsverhättnifie 5-6 ſelbſt erlitten durch bie 
Bewegung eine Beränberung. Eine Bollsverfamm- 
lung in einer Reitbahn gehalten u. eine von berfel- 
ben an ben Seuat geichidte Deputation beſtimmten 
ben Senat am 28. März, bei dem Geſetzgebenden 
Köcher ven Antrag zu fiellen, einen gemeinſchaft⸗ 
lichen Ausſchuß zu eruennen, welcher bie Beräube- 

rung ber Verfaflung berathen follte. Dan vereimi 
‚u. durch ein Geſetz vom 19. October 1848 fellte 
Senat u. die ändige Bürgerrepräjentation ſich 
fo lange nicht ergänzen, bis die neue Berfaflung 
fertig wäre, welche von einer zu wählenben ver» 
—— — Verſammlung berathen werben 
ollte. Dieſe Berfamminng legte am 29. März 
1849 dem Genate einen Berfaflungsentwurf vor, 
nachdem bereite am 20. Februar ein Geſetz über 
die bürgerliche u. ſtaatsburgerliche Bleichheit ber 
Gtanteaugehörigen erfhienen war, wodurch bie 
Siraeliten, Landbewohner u. Beifaffen ben drift- 
lichen Stabtbürgern in allen büryerlichen u. flaate- 
bürgerlichen Beziehungen gleichgeftellt wurden. Gin 
großer ‘Theil der Bürgerſchaft n. der Senat waren 
en ben neuen Entwurf. Der Senat ſchloß das 
ungelocal ter verfaflunggebenden Berfamm- 
fung, legte ber Bürgerfchaft am 31. December 1849 
die Gründe vor, warum er beren Entwurf nicht 
zur Abfimmung der Bürgerfchaft bringen könne, u. 
verfuchte die Wahl eines neuen Gefegebeuben 
Körpers nach bein alten Wabhlmodus. Es wurde 
von einem Theile der Vürgerſchaft gewählt, bie 
Anhänger ber früheren verfaffunggebenven Ber- 
fanmlung enthielten fih ber Theilnahme an ben 
Wahlen, u. bie Fraction ber Bürgerjchaft, welche 
fih un den Wahlen betbeiligte, erhielt, da an ihrer 
Spitze zuneift Männer ſtanben, welche fich zu dem 
befannten deutſchen Verfaſſungprogramme von 
Gotha befannten, im Laufe ber Zeit bie Bezeich⸗ 
nung ber Gothaer, während bie Anhänger ber auf⸗ 
gelöften verfaffunggebenben Verſaunnlung bie ber 
mofratifche u. tie Anhänger bes früheren Hechts- 
nflandes u. ber fireng rechtlichen Entwidelung ber 
Berfoffun die confervarive Partei genannt wur⸗ 
den. Dieler Geſetzgebende Körper nahm nun das 


Berfafiungswert in bie Hand u. übergab am 19. 


Yımi 1850 dem Senate einen Entwurf. Diejer 
nahnı ihn nicht an u. legte am 17. Sept. einen 
anderen vor. Es erichienen nun von beiben Kör⸗ 
perichaften taeitere Entwürfe, wozu ein Ausſchuß 
des Geſetgebenden Körpers nene Anträge fügte, u. 
am 22. Yuli 1861 ein neuer Entwurf des Seuats, 


Fraukfurt am Maik 


welcher jedoch im October 1851 vor 
ven Körper verworfen wurde. Der I 
um ein uvrganifches Geſetz u. Übergs 
2. März 1852 dem Gefeggebeuten 9 
nahnı Abänberungen vor, Aberreiid 
April 1852 dem u. cite & 
baf bie en 3 von dem Sem 
ern auch bu wirkung 
Körpers gewählt werben follten. 9 
nungsverhhiebenbeit fegeiterte ber 1 
Am 12. Auguft erliärte bie Buubı 
in ber Abflıht, bie in Berrwirruug 
fuflungsungelegenheit wieber auf 
Rechtsbeſtand zurücdzufllbren, auf 
46 ber Wiener Gongreßacte das L 
wähnte Geſetz vorn 20. Yebruar 
Gleichſtellung ber Iſraeliten, Beiſa 
wohner als nicht legal u. ausbrädtic 
u. ber Senat ſetzte vaſſelbe durch Be 
6. October außer Wirkſamleit. Be 
Körper verwahrte ſich gegen den & 
Far Nuvember erinnerte Sefek« 
ben Senat an ben — bes ⸗ 
ſetzes in der von ihm be hluffenen 
25. Novennber Iub ter Senat ven 
Körper zu Senatstoablen ein n. 
auf das organifche Geſet eine 
24. November 1852. Gr tbeilte m 
Grünven bes öffentlichen Wohls bi 
gen wegen bes organiihen Geſetzet 
vielmehr bie Vorlage hierüber zur 
GSefetsgebenbe Körper verweigerte bar 
nahme an ven Genatsmwahlen, weil de 
erflärt babe, feine neuen Wahlen zu v 
er bie Verfaflungefruye geerpnet ba 
ber Senat am 27. Hovember bie Aid 
bie Borfchläge zur Anderung ber Ber 
egungen feten, u. daß er erwarte, 
Piafie gefaßt würten, die auf eine 
Organifation des Senats binausgü 
eine fulhe Anderung zu beruthei 
figleit er von % der Mitglieder 
n. des Geſetzgebenben Körpers ı 
nüffe. Auf diefe Rüdäußerung Bi 
ſetzgebeude Berſamnilung auf die Sei 
u. es wurden fech6 neue Senatoren ı 
terdefien war am 12. Septanber | 
nifches Gefe über bie Eriveiterung 
gerlichen Rechte ber Iſraeliten erſh 
an die Stelle bes in Folge Bundes 
gehobenen Geſetzes von 20. Febru 
An ber allgemeinen Atftiinmung 8 
ſetz, durch welches bie alte Vürgerg 
ſermaßen aufgelöſt n. in eine Eint 
umgewandelt wurde, hatten fich bei 
ter öffentlicher Abftiinmung von 700 
tigten Vürgern nur 859, von beu 
ſtimmten, betheiligt. Durch tiefes 
den Beiſaſſen das volle Stadtbürgt 
base Veiſaſſenweſen überbuupt ab 
ſtautsbürgerlichen Rechte der Landbe 
ben wurden erweitert; die Meitglieber 
ter Stadtgemeinde wurden ohne Unt 
furter Bürger genannt, Die Mitglied 
meinden als Viryer ibrer Gemein 
den Frankiurter Bürgern ilraelitild 
belenntniffes wurden außer ver zufkel 
gleichheit in prieatbllrgerticher Sinch 


Frankfurt an Diaiu 


: bahin erweitert, daß fie fich wohl 


einen Urwahlen für Lad Colleg der | 


welches die Mitglicher ter Gef 
mmlung zu ermwäblen bat, betbeili« 
eſes Kolleg gewählt werben bürfen, 
B Wahlcolleg nur vier iſraeliliſche 
geurbuete in bie Geſetzgebende Ber⸗ 
bien darf; den iſraelitiſchen Bür⸗ 
such Die öffentlicheu Äniter im All⸗ 
iglich gemacht, jetoch ſind iu den 
ſtäubige Bürgerrepräſention nur 
er wählbar, ebeuſo bleihen bie iſrae⸗ 
er von Richterſtellen u. Anıtern aus⸗ 
en Wirkungokreis chriſtliche Kirchen, 
tungen betrifft, u. in ähnlicher Weiie 
ger ber Landgeneinden nicht bei ber 
es Vermögens ber ftäbtiichen Ge⸗ 
llt werten, find jedoch zu Richter⸗ 
‚auch ſollen Die in die Geſetzgebenbe 
gewäblten Vertreter ter Landge⸗ 
auch Lie iſraelitiſchen Mitglieber der 
Verjunmmlung, an allen Beratbun⸗ 
fen derſelben theilnehmen, mit Aus- 
venniger bei. bezeichneier Gegenſtände. 
ſes organiſchen Geſetzes wurde der 
ende Körper gewählt, welcher ſich 
g des vorigen gegen den Bundee⸗ 
ete. Unterm 29. Tetober 1653 ride 
reative Bürger, ter Veiſtimmung 
‚heil ihrer DWiittürger gewiß, eine 
e Buntesverfanmmung, in melcher 
jbeſchluß wem 12. Auguſt 1852 als 
et, den Geſetzgebenden Körper ale 
:erflärten, eine Reihe weiterer Ve⸗ 
jten u. Die Bundesverjannimlung min 
x Wirkſamleit tes Geſetzgebenden 
ı die Wieberherſtellung eines poli⸗ 
flandes, wie ihn tie Ehre u. das 
er Stadt verlange, erfuchten. Diefe 
e keine Wirfuug. Die deinoiratifche 
ſürgerſchaft enthielt fich furtwäbrenn 
ig an ven Wahlen u. damit an ten 
ı 2. December 1554 legte der Senat 
nben Körper ein erganifches Geſetz 
er der früher Beanftanderen Anficht 
ben Körpers reegen ter Richterwahl 
ber Geſetzgebende Körper nahm die⸗ 
beſetz auı 22. Deceniber 1554 unver⸗ 
£e Dandwerler- u. Gemerbeftand hielt 
ı Beziehungen verletzt u. überreichte 
ı 10. Januar 16555 einen Proteft für 
ber Entwurf ter Bürgerſchaft zur 
fimmung vorgelegt werten jollte. 
dem Brotefte der Handwerker keine 
publicirte das organiiche Geſetz am 
beraumte die allgemeine Abſtim⸗ 
5. n. 6. Februar au. Nach Artitel 
ıtiond-Ergänzungsacte erhielt eine 
immung iber eine von Senat ı. 
Koörper beichlofjene Verfaſſungsän⸗ 
n Geſetzestraft, wenn über dieſelbe 
ztheilungen der Stimmberechtigten 
zeit abgeſtimmt worden u wei Ab⸗ 
Die Anuahme geftinmt haben. An 
Abtteilungen batte nun eine Mehr⸗ 
Geſetz ausgeſprochen, u. auf Grund 
B machte der Senat durch Erlaß vom 
wnt, bag das organijche Geſetz durch 


487 


anzeusinimen worden ſei u. baher 
un Kraft trete, Die In dieſer Weiſe abgeänderte Bere 
taffung von 1816 gelangte am 16. Sept. 1856 zur 
Ausführung. Zugleich wurbe ben bei dem Barri⸗ 
tadenlampfe vom 18. Sept. 1848 Betbeiligten eine 
Amneftie ertbeilt. Obwohl jet bie beiten anderen 
Parteien ihre Baffivität bei den Wahlen aufgaben, 
erbieft Die Gothaer Partei dennoch die Mebrbeit in 
bem Geſetzgebenden Körper. Der Senat befland 
nad) feier Rebuction aus 21 ordentlichen Mitglie- 
bern: 18 Juriften, 2 Kaufleuten u. 1 Sanbmerfer, 
obgleich nach tem neuen organiſchen Geſetze 4 Sand» 
werker ortentliche Ditglieberdes Senats fein müffen. 
Anßerten verblieben noch 11 außerordentliche u. 
iberyählige Cenatsmitglieber ber früberen 3. Bank 
mit der Berechtigung, allen Senatsfigungen beizu- 
wohnen. Die Gehalte ter ordentlichen 21 Sena⸗ 
toren wurden zum Theil mebr als verbeppelt. Im 
Taufe des Geſetzgebungsjahres 1856—57 beſchloß 
bie Geſetzgebende Verſammlung ben Yan einer Bere 
bindungsbahn (f. eben), trotzdem daß ungefähr 2000 
Bürger eine Eingabe an ben Senat richteten, um 
die Ausführung derjelten zu hindern; ferner kam 
eine neue Iutheriiche Gemeindeordnung zu Stande, 
durch melde bie Stadt in Sprengel eingetbeilt u. 
bie Wahl ber Pfarrer den Gemeindeangebörigen 
überlaffen wurde. Die deutich-äfterreihiiche Dünz- 
comentio: wurde fanctienirt, mit bem Zufate, ber 
Senat möge dahin mwirten, baß die Staaten bes 
52-Guldenfußes bie neue Äfterreichiiche Währung 
annähmen. Gin Anlehen von 3,500,U00 Fl. wurde 
genehmigt, ſowohl zur Dedung ber Ausgaben für 
bie neue Gerichtsorganifation, al® auch zur Aus⸗ 
führung Öffentlicher Bauten, Berkinbungebahn, 
Waflerleitung 2c. Die Bermehrung ber Staatsichulb 
ſchwächte indeß das Anfehen ber berrichenben Partei, 
fo daß bei den nächſten Wahlen im October 1857 
ein Theil der ehemaligen Conſervativen für tie des 
molratiihe Wahlmännerlifte ſtimmte uw. ber neue 
Geſetzgebende Körper mit Ausnahme von 9 Mit« 
gliedern aus Anhängern der bemolratifchen Fraction 
beſtand; derſelbe nahm einen Antrag auf meitere 
Verminderung der GSenatsmitglieter mit großer 
Mebrbeit an. Am 15. Jau. 1850 ertheilte er ber 
Einführung des allgemeinen deutſchen Zollgewichte 
in F. feine Zuſtimmung, verwarf Dagegen den vom 

Senate abgeichloffeuen Vertrag mit frankreich zum 

Schutze des literariſchen u. artiftiichen Eigenthums 

Dem Antrage auf VBerminterung der Senatöntit: 

glieber gab der Senat feine Folge. Noch Deutliche 

zeigte fich ber Zwieſpalt zwiſchen Senat u. Gele: 

gebentem Körper bei verfchiedenen liberalen For 

beruugen tes letzteren, al® ftaatstürgeriuhe Gleich 

ſtellung ter Siraeliten, Verbeſſerung der Gebaltı 

Ber Beamten xc. Bei den Wahlen im Herbfte 1858 

unterlag die Gothaer Fraction in allen 3 Kinfien 
der Urmäbler. Am 1. Novbr. conftituirte fich Die 
neugewählte Verfammlung. Ein erneuerter Ber» 
ſuch, ben Senat am 7. Nov. zu ergänzen, mißlang, 
ba die Wahlmänner tes Geſeßgebenden Körpers wie 
un berigen Fahre, fich auch diesmal mit ben übrigen 
Wapiterechtigten nicht einigen fonnten. 

Vgl. Faber, Beſchreibung ven F. a. M., Frankf. 
1788 f., 2 Bde.; Morig, Staateverjaſſung der 
Reichsſtadt %., ebd 17855; G. Käppel, Beſchreibung 
von F. a. Di, Eßling. 1311; Stizzirtes Gemätde 
von F. u. Umgebung, Painz 1311, C. v. Bra, 
Topographijcher UÜberblidd der Stadt F., Frantf. 


zwei Alchei 


488 


1821; A. Kirchner, Geſchichte der Stadt 
1507—1810, 2 Bbe.; Feyerlein, Nachträge u. Be- 
xichtigungen, ebd. 1809 f., 2 Bbe.; v Fichardt, Die 
Entftehung der Reicheflabt F. u. des Berbältnifies 
ihrer Bewohner, ebd. 1819; Panorama von 3 

zeichnet von F. Morgenftern , befchrieben von 8. 
Suabesbasen, ebd. 1814; Thomas, Frankfurter 
Annalen von 739—1300, ebd. 1838. 

Frankfurt a. d. Oder, 1) Regierungsbezir! 
ber preußifchen Provinz Brandenburg, gebildet aus 
faft ber ganzen Neumark, Theilen der Mittelmart, 
des Fürſtenthums Glogau (Kr. Schwiebus), aus 
der Nieberlaufig, Threilen des fonftigen Meißner 
Kreifed Sachſens (die Amter Finſterwalde u. Senf 
tenberg) u. aus einer Parzelle Bofens ; grenzt an bie 
Regierungsbezirte Stettin, Köslin, Marieuwerder, 
Bromberg, Bojen, Liegnitz, Merſeburg u. Potsbar:; 
351,53 QM., 894,800 Ew. Flüuſſe: Die Oder, wel⸗ 
cher rechts die Wartha u. Miezel, links der Bober 
u. die Neiße zufließen, außerdem die Spree mit der 
Oder durch den Friedrich⸗Wilhelms⸗Kanal verbun⸗ 
den, u. die Dahne. Seen ſind ziemlich zahlreich, der 

rößte daruuter der Schwielunger See. Das Land 
iſt eben u. zum großen Theil leichter Sandboden, 
beſ. in der Mark u. Niederlauſitz, der aber Braun⸗ 
Tohlenlager von großer Dächiigleit, in verſchiedenen 
Gegenden auıh Thon, Diergel u. Gyps enthält; bes 
waldet ift bef. der Often u. Süden, wo ber 6 Dielen 
Iuuge u. gegen 1% Meilen breite, von der Spree 
durchfloſſene Spreewald fteht. Fruchtbar ift Das 
Sand ur längs der Flüſſe. Der Landbau ift nicht 
unbedeutend, ebeufo die Bieh-, bei. Schafzucht. Der 
Betrieb von Gewerben ift lebhaft, pie Inbuſtrie ſchafft 
duch Maſchinen in zahlreichen Fabriken Garne, 
Tuch, baumwollene, feivene, halbfeidene Zeuge, 
Papier; außerdem gibt es Eiſen⸗ u. Kupferhäumer, 
Slashütten, Theeroͤfen, Bottajchfiedereien, chemiſche 
u. verichiebene andere Fabriken. Für die Volle» 
bilbung forgen Volls- u. Bürgerſchulen, 2 Schule 
lehrerſeminare, 7 Oymnafien. Der Handel wird 
ſchwunghaft betrieben u. unterftügt durch Die Ober 
u. die große Gijenbahn von Berlin über Franl- 
furt nah Sclefien u. nach Bofeu, ſowie Oft ı. 
Weſtpreußen. Cingetheilt ift ber Regierungsbezirk 
in die 16 Kreife: Arnsiwalde, Friedeberg, Buben, 
Kalau, Königsberg, Kottbus, Krofien, Lands⸗ 
berg, Lebus, Ludau, Lübben, Soltin, Sorau, 
Spremberg, Sternberg, Züllichau. 2) Dauptftatt 
im Kreife Lebus, lints au ber Oder, von einer 
Mauer, durch welche 5 Thore einführen, u. 3 Bor- 
ftäbten umgeben, deren eine auf bein rechten Ober- 
ufer liegt; iſt regelmäßig gebaut, wit geraden 
Straßen u. ſchönen öffentlichen Plätzen, als Dem 
Markt, Neumarkt, Roßmarkt, Anger ꝛc. 5. it 
Sitz der Regierung, bes Oberlandesgerichts, ber 
neumärkiſchen Nitrerfchaftsdirection u. bes Yand- 
rath⸗Anites für den Kreis Vebus. Unter ten 6 
Kirchen find die Marien» (Ober⸗) kirche, melde 
1858 im Innern reflaurirt worden tft, u. die Ni⸗ 
colaitirche die anjehnlichfien ; auch beſteht hier eine ka⸗ 
tholiſche Kirche u. eine Synagoge; Rathhaus, Pachhof, 
Bankcomun. andite, Hojpitäler, Waiſenhaus, Jucht- u. 
Arbeitohaus, Landwirthſchaftliche Geſellſchaft, Heb- 
ammeuinſtitut, jüdiſche Buchdruckerei, Friedrichs— 
gymnaſium mit Bibliothek, die Oberichule, Knaben⸗, 
2 Mädchen⸗-, 3 Vorſtadtsſchulen, Leopolbefreiſchule, 
Are⸗chule, die 1506 bier gegrinbete Univerfität 
uach Breslau verlegt. Fabrilen in 


Frankfurt an der Oder 
8, ebb. | Yayence, Tabut, Zuder, Gtrilmpfen, Se 


Sutent Seuf, Hanubſchuhen, Gerbereie 
weinbrennereien, Topfereien, 5 Bud; 
mebrere Buch⸗ u. Steindrudiereien, 

uahrungsquelle jedoch ift ber Handel 
die Oderſchifffahrt, burch bie 1842 erö 
bahn von Berlin nah Fraukſurt, au 
jpäter die Bahnen wach Breslau ( 
bahnen nah Glogau u. Görlitz) u. 
ſchloſſen, u. burh 3 Meſſen, nad | 
Margarete u. Martini benannt, ge 
bie Zuſuhr zu denfelben beftebt bef. in 2 
Baumwoll⸗, Seiden- u. Kurziwaaren, rı 
Tellen zc., im Werth von eima 40 M 
doch ijt der Verlehr in neuerer Zeit m 
als früher. Über die Ober führt e 
Brüde; jenfeit derſelben fteht das De 
ber Orer bei einem Rettungsverjuche ı 
1785 ertruntenen Herzogs Yeopolb ' 
ſchweig, eine dreiſeitige Spitzſäule n 
u. Inſchrift; zu feinem Gedächtniß iſt 
nannte Leopoldse⸗Freiſchule gegrüude 
dem ehemaligen Kirchhof, das Dentm 
Schlacht bei Kunuersdorf nei wundeten 
gefterbenen Dichters von Kleift, danebe 
mäler bes Profeſſor Daries u. des € 
Diringshofen. Das Schaufpielhaus au 
platz iſt 1842 erbaut; viel bejuchte & 
orte find der Karthausgarten, Zeit 
ſchaftshaus, Die Bergyürtnerei, Gratte 
neralbab, in der Umgegend die Buſ 
Tzſchetzſchnow'ſche Schweiz, Stante’s 
x. Sreimuurerloge: Zum aufrict 
nit Freimaurerelubb. %. hat ohne M 
Einwohner. — F., wahrſcheinlich ſch 
diſchen Zeit eine nicht unbedeutende 
1253 von Gedin von Herzberg un 
zwifchen dein oberen u. Gubenſchen 
tert u. erbielt von den Markgrafen 
u. Otto III. (IV.) von Brandenburg, 
Felge der Theilung des Landes Yet 
Erzbiſchoſ von Magdeburg zufiel, Diet 
tigfett. Dadurch u. durch feinen Ani 
Hauſa wurde F. bald einer Der belebte 
plätze der Oder. 1290 wurde es von 
Dietrich von Meißen belagert u. 13 
Markgrafen Waldemar noch mehr be 
wurbe tie Stadt von Kaijer Karl IV, 
Anbänglichleit an ten falſchen Walder 
1351 erbielt fie vom Kurfürft Ludwig 
Zollfreiheit durch die Mark u. unf ber 
wurde ſie von ben Huſſiten, 1450 vo 
1477 von dem Herzoge von Sagan 
Iugert. Den 27. April 1506 flirtete $ 
aim I. die Univerfität, Die 1516 we 
auf eine Zeitlang nad) Kottbus verlegt 
reformirten Grundjätzen eingerichtet r 
hatte F. Streitigleiten mit Stetiin, r 
ber Stapelgerechtigkeite +6 ausge 
wollte. In Dreißigjübrigen Kriege n 
beiden Parteien mehrmals erobert, jı 
1631 von den Shweien, u. fam erſt! 
Schweden wieder an Brandenburg. 

jährigen Kriege u. den Striegen ven 

litt F. beträchtlich; 1810 wurde bie Un 
Breslau verlegt. Vgl. K. R. Huufen, ( 
Univerfität u. Stadt F. a. d. O. Fr 
1806; Sachſe, Geſchichte der Steht 


Sruntfuttes Altentat bie Fraukiſches Reit 


Tepographiſch· ſtatiſtiſche Überficht des 
irko F. a. d. O. Frl. 1807. . 
Attentat wirb ber auf das Bun- 
r Yrunffurt a. M. am 3. Upril 1833 
ene reoolutivnäre Anſchlag genanut, wel⸗ 
m ſogenaunten Männerbunde aueging 
Sland (Geſch.) XIII. 2). 
itter Pillen, f. u. Beyer 1). 
irter Neceß, ein 15598 auf einem 
zu Frankfurt, zwiſchen den evangelifchen 
von der Pfalz, von Sachſen u. von 
rg, dem Taubgrafen vun Heilen, dem 
w Württemberg u. dem Pialzgrafen 
rüde seihloffener Vergleich, worin 
ten, daß fie bei der Augoburger Con⸗ 
en wollten u. nähere, von Melanchthon 
vems Geiſte verfaßte Beſtimmungen über 
aufügten, welche tie Zänkereien unter 
den Theologen veranlaßt hatten. 
trter Echwarz, ſchwarze Farbe, welche 
mei, zur Bereitumg der Kupferdruckfarbe 
abrilation tes Wachstuchs benutt wird. 
es burch Slüben von Weintrebern unter 
ex Luft ber; die bejieren Sorten erbält 
Blähen von Weingelager od. Eſſigmutter, 
gut abgewaſchen u. getrodnet find. 
Die Durch Verkohlen von Weinreben er- 
karze Farbe unter diefem Namen verfauft. 
seter Würſte, febr fette, in der Größe 
ifle, aus bloßem Schmeinefleifch fabri- 
e, welche, damit fie ſich halten u. befier 
was augeräuchert werten. Man giebt 
em Wafler aufgemwallt, ale Beilage zu 
merkzaut, auch wohl als Zmifchengericht 


ıg, eine öflerreichiiche Familie, flammt 
u im Gerichte Wildshut anı Inn; fie 
6 in ben Ritter⸗, 1605 in ben Frei⸗ 
1697 in ten Grafenftand erhoben; 
fir: Graf Adolf, Sohn bes verftor- 
em Ludwig; er ift geb. 1329 u. ſteht in 
en Militärtienfien, er ift zur Zeit un⸗ 
ein Bruber Ludwig iſt 1835 geboren. 
en (v. ital.), frei machen, bef. einen 
I. Franco. 
de Alp, fo x. w. Alp 1). 
und, der Vertrag vom 26. Nov. 
ſen Biſchof Friedrich von Bamberg, Bi⸗ 
ın von Würzburg u. die Markgrafen 
Johann von Branbenkurg mit den in 
a zu Franken geſeſſenen Srafen, Herreu 
auf 10 Jahre machten, dag zur Erhal⸗ 
ftentlicben Ruhe u. Sicherheit bie unter 
enden Zwiftigleiten gütlich abgemacht 
ten. Im Laufe tes, Jahres traten bem 
Graf Yubwig von Ottingen, Graf Al⸗ 
Dohenlohe, Biſchof Johann von Eichſtädt 
en von Ebenheim bei. 
der Dialekt (Bräntiihe Nundarth, ſ. ı. 
prache III. A) b) u. Deutihe Yiteratur II. 
Soden (3. Daden, 3. Sandflab), 
Des Mittelalters, beſtehend in einem 
b, oben mit Widerhafen. Wlan flach ihn 
liche Schild u. juchte dies fo bein Gegner 
ı, um Blößen zu erbalten. 
der Jura «Präntiiher Landräden, 
ij. ber norböftliche Theil des deutſchen 
Iaiern; ex ſchließt fih auf der Grenze 


F bie 
anleuböhe gegeu R. eutwickelt, n. ftreicht * zwei 
fügen, der erſte vou ber Wornitz u. Altmuͤhl durch⸗ 
brochen, iu nordöſtlicher Richtung die Donau ent⸗ 
laug bid Regenoburg, von da au aber ber zweite im 
uördliher Richtung zioiichen Raab u. Read, bie 
zum fichtelgebirge, n. dieſer gelte Zug allein wirb 
gewöhnlich F. I. genannt. Gr ift eine weite Hoch⸗ 
‚ebene, deren Scheitelpunlte faft überall unter 1500 
Fuß abfolnter Höhe zurüdbleiben u. die baber uur 
durch Die Tiefe u. Steifheit feiner Thäler ein ge- 
birgsartige® Relief barbietet; bie Hochebene zeigt 
wellenförmige Unebenheiten des Bodens, mit weiten 
Flächen u. Fanft gerundeteu höheren Bergplatten 
wechſelnd; es finden fih eimelne Kuppen, häufi 
koloſſale Dolomitwände. Wegen ber Beihaffenbeit 
biefes Hochlandes gibt es in demſelben feine Gebirge« 
päſſe, fondern zahlreiche Strafen führen über baffelbe, 
u. der Yudwigslanal durchſchneidet es von Norden 
nah Silben. Das nörklihe Ente bes F. 9. zwi⸗ 
fhen ber Pegnith u. ten Main beifit die Sränft- 
(de Schweiz: fie beträgt 10 Meilen im Umfange, 
breitet ſich aus zwiſchen den Stäbten Baireuth, 
Bamberg, Nürnberg u. Thurnau, bat viele Ruinen 
von Ritterburgen u. ift bef. merfmirbig burch Die 
zablreihen, wegen ihrer Zropffteingebilbe u. An⸗ 
bäufungen von Thierknochen berübmten Höhlen, 
wie Die von Dluggentorj, Gailenrenth, bie Lud⸗ 
wigshöhle u. wiele andere mehr, eine Erſcheinung, 
die im ſüdlichen Theil bes Brenn 3. wohl auch nicht 
febit, Doch aber nur felten vorlommt. Vgl. Körber, 
Illuſtrirter Fremdenführer durch tie Fränkiſche 
Schweiz, Banıb. 1858. 
rankijche Kaifer, bie veutichen Kaifer von Kon⸗ 
rab IL. bie Heinrich V., 1024—1125, |. Deutichlend 
(Gefich.) VI. IL. 
Fraͤnkiſche Kirchenlieder, unrichtige Bezeich⸗ 
nung von 4 altbochteutihen, aus tem lateintichen 
(nicht in fräntifcher, fontern eber alemiannijcher 
Sprache) überſetzten Öymnen ad noctem u. 2 ad 
matutinum u. das Te Deum; züerft von Hickes 
in ter Grammatica france. -theod., dann die 3 
erften von Eckard in Franc. orient., ba Te 
Deum bei. Helmſt. 1714, herausgegeben. 
Fränkiſcher Kreis, Kreis des alten ehemaligen 
Deutſchen Reichs, zwiſchen Oberſachſen, Böhmen, 
Baiern, Schwaben n. dem Oberrhein; 490 OM. 
u. 1) Mill. Ew.; begriff Die Hochſtifte Bamberg, 
Würzburg, Eihfläbt, bie Kürftentbilmer Ansba 
Baireuth, Hohenlohe, das Deutichmeifterthium, die 
gefürjleten Grafjchaften Henneberg u. Schwurzjen« 
berg, Die Srafichaften Kajtell, Wertheim, Reineck, 
Erbach, Limburg, bie Herrſchaften Seinsheim, 
Hauſen, Specdcfeid, vie Heicheftätte Nürnberg, 
Hothenburg au ber Zauber, Schweinfurt, Weißen- 
burgen. Windsheim. Der F. 8. ftellte ala einfaches 
Sontigent 1902 Mann zu Fuß u. 9SU zu Pferd. 
Kreisausſchreibende Fürſien maren ber Biſchof von 
Bamberg u. der Markgraf von Branbenburg 
(Ansbadhy u. Baireuth), Yebter auch Kreisoberfl. 
Der 5.8. wurde 1806 aufgehoben u. ift jetzt meiſt 
in den baierifchen Kreifen Sber⸗, Mittel» m 
Unter. sranten enthalten. Henneberg befitten 
ber Großherzog von Weimar u. Die Herzöge von 
Koburg- Gotha u. von Dieiningen, ferner Preußen 
u. Kurheſſen, Wertheim Baden u. Erbach Heffen- 
Darmitadt. ’ 


Fraͤnkiſches Necht, im Gegenfag zum Saächſi⸗ 


Keen Wuürttemberg au bie Alp an, we 


RN. 


Rechte, ſowohl das Hecht ber fränkiſchen Herr⸗ 

(namentlich ber Capitularien), als auch das 
perſoniiche Recht der Individuen fränkiſcher Abluuft. 
Nach der Goldenen Bulle von 1356 wurde das 
Reicheoicariat in ben Ländern fränkiſchen Rechte, 
worunter man bier ben fübweftlichen Theil Deutſch⸗ 
Hands zu verfiehen bat, bem Pfalzgraf bei Rhein, 
Fr —— chſiſchen Rechts dem Herzog zu 

fen ilt. 

Fran (eb Neich, tie von Chlodwig ger 
grlindete Monarchie, |. u. Franlen. 233 
Bräntiiße Schweiz, Theil des Fränkiſchen 

ura, |. b. 

Fraukl, Ludwig Auguft, geb. ben 3. Februar 
1810 zu Chraft in Böhmen, jtubirte feit 1829 in 
Wien Medicin u. ging dann nad Italien. Nach 
Wien zurüdgelehrt, begann er die ärztliche Praxis, 

ab biefeibe aber balb auf ıı. murbe Secretär ber 
Wiener Iſraelitengemeinde, rebigirte eine Zeit lang 
das öfterreichiiche Morgerblatt u. begann 1842 bie 
Herausgabe ber Sonntagsblätter. Er ſchr.: Habe⸗ 
burgslied, Wien 1832; Epiich-Igrifche Dichtungen, 
ebd. 1834; Sagen aus dem Morgenlande, vpz. 
1834; Chriſtoforo Colombo, Stuttg. 1836; Ge⸗ 
Dichte, Lpz. 1840; Nadel, Wien 1842; bas Epos: 
Don Yuan dAuſtria, Lpz. 1846; zur Gefchichte der 
Juden in ‚Bien, 2 Bde., Wien 1847 — 1853; 
Gusle (ferbiiche Nationallieder), ebd. 1851; Hip- 
polrates u. Die moterne Medicin (Satyre), 3 Thle., 
Wien 1853, 4. Aufl. 1854; zu Lenau's Biographie, 
Wien 1854. Er gab heraus: Libanon, ein poetiſches 
ilienbuch, Wien 1855. 
anklandia (F. R. Br.), Pflanzengattung aus 
ber Kamilie ber Proteaceae - Nucamentaceae- 
Franklandiae, 4. 81. 1.Orbn. L.; Art: F. semi- 
folian, Straud in Neuholland. 

Franklin, 1) Benjamin, geb. 17. Jan. 1706 
in Bofton, wer der Sohn eines Seifenfiedere. An- 
fange für den geiftlihen Stand beſtimmt, trat F. 
fpäter als Lehrling in das Geſchöft feines Vaters, 
beflen Vermögen nicht zureichte, ven Schne eine 
gelehrt: Bildung zu verfchaffen. Diefem fagte indeß 

ie Beſchäftigung nicht zu, u. bei feiner früh ſich 
Tuntgebenden Neigung zu Büchern fanb er einen 
derſelben mehr entipredenben Beruf al Buch⸗ 
druder. Er trat bei feinem älteren Bruder, welcher 

ine Druderei befaß, in bie Lehre, wo er bald auch 
für bie in berfelben gebrudte Zeitung Artitel ſchrieb. 
Da er ſich indeß mit feinem Bruber nicht gut ver⸗ 
Neben Tonnte, fo verließ er deſſen Geſchäft heimlich 
u. ging 1723 nach Philadelphia; von dort begab er 
ſich 1724 nad London, um fich größere Geſchäftso⸗ 
kenntniſſe zu erwerben, kehrte 1726 nach Philabel- 
phia zurüd u. legte, nachdem er einige Jabre in 
einem kaufmänniſchen Geſchäft gearbeitet hatte, 
1728 eine eigne Druderei an, welche ſich raſch zu 
einem blübenben Etabliffiment erhob. Bon Wifiens- 
durſt getrieben, ſuchte erfeine Kenntniſſe zu erweitern, 
lernte Franzoſiſch, Italieniſch, Spaniſch u. Lateiniſch 
u. gründete, um jungen Handwerkern u. Kauflenten 
zu ihrer Ausbildung behülflich zu ſein, 1728 einen 
wiſſenſchaftlichen Berein, welcher bald Nachahmung 
fand, u. 1731 eine öffentliche Bibliotbet, indem er 
mehrere wehlhabente Männer zu freimilligen Bei- 
feuern dazu veranlaßte. Außerdem entfaltete er in 
ber von ibm herausgegebenen Zeitung fein Talent 
als Volkeſchriftſteller in einer überaus |egensreicen 
Meise u. rief eine Menge gemeinnligiger Auftalten, 


7 Yeanliihes Reich Be Pranfiin! 


fo bie Pflaſterung ber Straßen, einen Fen 
verein, eine Mlabemie zur Erziehung der 
niſchen Jugend sc. ine Leben. Er bellei 
Stadt⸗ u. Staatsämter als Friedentri 
glied bes Stadtrathe, Generalpoftmei 
geordneter der Landesverſamml 
blos als Bürger erwarb F. einen 
Namen, auch als Forſcher er id 
Ruhm, inden er 1734 den Blitz zuerſt ai 
Erſcheinung auffaßte n. ben Blitzable 
Bedeutungsvoll für fein Vaterland 
fein Wirken als Politiker u. Staator 
Bevollmächtigter Pennſylvaniens beſud 
ben Congreß ber Colonien in Albary, 
dem drohenden Wiederausbruch des Krie 
Srantreich u. England, über bie & 
ofonien zu einander n. zum Mutterlan 
ſollte. Der Plan %-6 (Albanyplan), ei 
Krone ernannten, aber durch einen von: 
verſammlungen erwählten großen Rath! 
Generalpräfidenten an der Spite ber 
Colonien zu ſtellen, wurde angenomm 
aber von ber Krone u. von ben Colonit 
gegengefeten Gründen verworfen. Gi 
Rolle fpielte er in dem Eonflicte der pein 
Fandesverfammlung mit den Rachlonm 
welche für fih Steuerfreibeit beanſprucht 
Volle nach England geihidt, wo er | 
aufhielt, erlangte bie Abweilung ver 
Anſprüche. Beim Ausbruch ber Zwiſti 
chen dem Mutterlande u. den Selen 
Präfident der geſetzgebenden Berfamu 
ſolcher protefirte er gegen bie von bei 
Miniſterium beabfichtigte Einführung ı 
pelftener u. erflärte, vor das Parlam 
tag nur Waffengewalt feine Panbslente; 
nöthigen könne. Immer entſchiedener 
der Anficht hervor, daß Die Cofonien u 
mit England nur durch Perfonalunien 
Länder feien u. wirkte in biefem Sin 
Agent für Georgien, New⸗Jerſey u. I 
in London. Vergebens waren intel 
mübungen ſowohl durch mündliche Ber 
als Durch die Preſſe feiner Auffafiung t 
in England Eingang zu verfchaffen, 7 
einzelne bebentenbe Staatdmänner, wi 
Dabei unterſtützten, indem fie Das bluti 
Eonflictes zwiſchen Mutterland u. Color 
faben. Am 5. Mai 1775 nach Philadel 
gelehrt, wurbe er Mitglieb des Congre 
auch des Sicherheitsausſchuſſes ur. erl 
vom Mutterlande genommene Stelle ein 
poftmeiftere von den vereinigten Colo 
Sein Entwurf wurde nun die Grundle 
faffung des von den Colonien 177! 
Staatenbundes. Im folgenden Jahre ı 
dritten Male nad Europa, u. zwar i 
des Congrefies, um mit Frankreich ei 
zu ſchließen. Seine politiiye Erfabrun 
nehmendes gefchmeitiges Weſen, fein I 
lehrter u. Schriftfteller wirften zufammı 
Sentung mit Erfolg zu krönen. Nach! 
Binbniffes u. Dantelsvertrags mit Fra 
biieb er als Gefanbter ber Vereinigten ' 
Hofe zu Berfailles u. ſchloß 1793 im 
zwei anderen Commiſſaren ben rietem 
Euglanb, in welchem biefes die Unabhe 
Nordameritanifchen Freiſtaaten anerlanı 


Franklin 


Bhlladelphia yurüd u. wurbe pn 
ennfolvaniens erwählt. Ale 1737 die 
ig zu Stanbe lam, welche den Staaten- 
rien zu einem Bundesflaat umfchuf, 
R großem Gifer das Ginigungewerf, 
zfaffung in mandyen Punkten, fo na⸗ 
etveff bes Zweilammerſyſtems, feinen 
erſprach. 1738 nötbigte ihn Kränt- 
ne Privatleben zurüdzuziehen, doch 
it, obwohl von Schmerzen geplagt, 
iftſteller für Bereblung der Sitten u. 
er Bildung thätig zu fein. Beorzüglich 
üben barauf gerichtet, bie Abſchaffun 
erei herbeizuführen, meshalb er no 
r bie Präfidentenwürbe Der pennſyl⸗ 
ittoniftengeiellichaft annahm. Er farb 
90, n. 1556 wurde in Bofen fein 
richtet. 2) John, geb. 1786 zu 
er Grafſchaft Lincoln, trat 14 Jahr 
gliſchen Seedienft, nabm ale Dlit- 
Theil an her Belagerung von Ro- 
an 1803 mit Flinders an ter Ent⸗ 
ach Neuholland, fpäter in China an 
t in ber Straße von Malaltı, auf 
bon 1807 an ter Schlacht bei Tra- 
amandirte 1818 ale Schiffelieute⸗ 
Nordpoh⸗Expedition des Kapitän 
rigg Trent. Nachdem die Auffuchung 
Durchfabrt dem Capitäu Roß miß- 
ibernahm F., zum Capitän befördert, 
der Reaierung 1819 eine Expedition 
ben Mündungen bes Kupferminen- 
verftändnig mit dem Capitan Bay, 
nden zu Schiff beſuchen follte. Qlüd- 
820 nach großen Anfırengungen an 
°, umterfcchte Die Kiite nordweſtlich 
Ihe Meilen meit u. fand das Land 
ein, bie durch Meine Kanäle durch⸗ 
n. Rah mannichfachen Beichwerben 
ne engliſche Niederlaſinng u. lehrte 
ıgland zurüd. 1525 mmternahm er 
Iftrag der Regierung mit Lieutenant 
Mon u. X. eine neue Jteije, um eine 
chfabrt, wefilich von ber Mänbung 
eflufles zur Bebringeftraße zu ent- 
m Gapitän Beechey aus vem Ztillen 
en tlommen ſollte. Er fcifite ten 
hinab, erreichte das Arktiſche Meer 
, dem Fort Franklin am Bärenſee 
ſollte Die Expeditien, in 2 Tbeile ge⸗ 
it 2 Booten, ihre Reife antreten; 
arbfon den öſtlichen Arm bes Flufie® 
te F. felbft jetzt Den weſtlichen Arm 
er den mittleren Arm unterjucht), kam 
is zu 70° 3u‘nörki. Bretie, 150 weſtl 
aber bier, megen vorneriidter Jahrer» 
‚ ohne feinen Zwock erreicht zu haben. 
dem Bärenſee zurück, biieb dort den 
u kehrte im Sept. 1628 uach England 
fer Expeditien wurde die Küftein einer 
inabe 36 Yängengraben aufgenommen, 
rungen über den Magnet n. bie Wire 
dlichis auf die Magnetnadel geniacht, 
viffenfchaft, namentlich Lie Botanik, 
uig enter Pflanzen bereichert. Nach⸗ 
itterwürde erbalten, trat er wieder 
n den eugliichen Flottendienſt; zum 
der 1844 von ter Societät ber Milfen- 


haften in London beſchloſſenen m. von ber Re⸗ 
gierung unterſtützten Nordpolexpedition ernannt, 
verließ er am 15. Mai 1845 mit den Schiffen Ere⸗ 
bus u. Terror die Themfe. Im Dec. d. I. erhielt bie 
Admiralität in London bie legten Nachrichten von F., 
datirt vom 16. Auguft an der Nordtüfte von Gren⸗ 
land, oberhalb bes Gilbertſundes, wo er überwin- 
tern wollte. Da nun bis zum Schluß des Jahres 
1847 weitere Nachrichten von 5: nicht eingegangen 
waren, fo griff bald die VBefitrchtuug Bla, Daß vie 
Erpedition entiweder von Eismaflen umgeben feſt⸗ 
file, od. untergegangen fei. Es wurden baber feit 
1848 von ber englifhen Abmiralität, ven Privaten 
in England u.-Amerila u. von 5-6 Battin Erpe⸗ 
bitionen ausgefcbidt, um bie Verlornen au retten 
od. wenigſtens Kunde Über ihre letzten Schichſale 
einzuziehen. 18948 murden Capitän Moore u. Sir 
James Roß mit Bird nad) dem Polarmeere gefenbet, 
der Erftere, um durch die Bebringoſtraße, die Letz⸗ 
teren, um burch ben Yancafterfund won Weſten ber 
nach dem Dielvillefund vorzutringen; während 
Richardſon u. Rae zu Lande bie Mülndung Des 
Madenzie erreichten. 1549 folgte von Weflen ber 
3. Saunders, von Often ber Kellet u. Reb. Shedden. 
1850 fegelten Capitän Penny u. Jobhn Roß nad 
bem Wellingtonfanal, bie Capitäne Auftin u. Om⸗ 
maney ır. eine auf Betrieb des Amerikaners Griunell 
außgerüftete Unternehmung unter de Haven nad 
denjelben Gegenden; Forſyth, mit einer auf Lady 
5-6 Koften ausgerüfteten Brigg, drang ebenfalls 
duch ben Yancafterfund vor; von Often ber aber 
paffirten Kellet, Dioore, Kollinion u. M'Clure Lie 
Behringsſtraße u. ftellten ibre Nachforichungen an 
ber Norbtüfe bes Kontinents u. in ben Gegenden 
von Banfs- u. ‘Prinz Albertslaud an. 1851 inter» 
nebın Rae bie zmeite Yanberpebition, erreichte Die 
Mündung des Kupferminenfluffes u. durchſtreifte 
PRollafien- u. Bicteria- Land; Kennedy drang in 
bie Prinz Regento⸗Einfahrt ein u. unterſuchte Pie 
Küjten von Nord Someriet. 1952 ging eine Eppe⸗ 
ditien unter Capitän Belcher u. Kellet mit 5 Schiffer 
abermals nach dem Wellingtonkanal u. dem Mel⸗ 
villefund. 1851 u. 1352 ward Capitän Inglefielb 
nach tem Wellingtoukanal geſendet. Ju Amerika 
war inzwiſchen bie zweite Grinnellſche Erpebition 
unter Kane ausgerüftet worden u. 1853 durch 
den Smithſund nordwärts gegangen. 1854 fubr 
Inglefield zum 3. Dale durch Den Yancafterfund nach 
dem Wellingtonlanal u. Rae unternabm bie dritte 
Landreife von der Repulfebai nach Bcotbia, ber nord⸗ 
lichſſen Spite bes amerilanifchen Kontinents. Keine 
Spedition hatte %. gefunden od. Kunde von ibm 
einziehen Können, blos Rae hatte im April 1854 an 
ber Bellybai (699 nördl. Breite, 72° meftl. Länge) 
von Estimos gehört, daß 10—12 Tagereiien weiter 
gegen Weiten eine Aızabl von mebr ale 40 weißen 
Mänıern durch Mangel an Lebensmitteln umge» 
fommen wären. Bei Fortſetzung feines Weges erfuhr 
er nun, daß im Krübjabr 1850 einige Eslimoe, bie 
in der Nähe bes nörtlichen Geftades ber König 
Williams Infel auf den Robbeufang ausgegangen 
waren, etwa 40 weiße Männer über das Eis dem 
Süden zuwandernd gelchen batten; einige Mochen 
ſpäce „wurden 30 Yerrbuame weißer Männer an der 
Küftfies amerikaniſchen Continente, eine Tagereiſe 
im RNordweſten eines großen Fluſſes, u. dazu 5 an⸗ 
tere auf einer nahe liegenden Inſel gefunten. Et 
ergab ih, daß die Coliinos noch Pulver, Kugeln, 


Franklin 


Schrote, Uhren, Sompaffe, Fermðhre u. Flinten vor⸗2) Grafichaft im Staate Meffeiarfetis, 


funben Batten, be von letztern Segenjtänden we⸗ 
—2* Theile, ſowie füberne Löffel, Gabeln zc. 
von Mae entbedt ı. eingetauft mwurben. inter 
dem erften Eindrude ber Botſchaft Nach erwachte 
in England ber Gedanle, baß das Schidfal ber ver» 
unglüdten Erpebition an Ort u. Stelle ber leisten 
Kataſirophe erforicht werben müſſe, n. von ber Hub» 
fonebaigefellichaft ausgerüftet ging am 22. Yuni 
1855 vom fort Rejolution am Großen Sflavenfee 
eine Erpedition unter James Anbersion u. Green 
Stewart nad ben Gegenden an ber Milnbung bes 
Großen Fiſchfluſſes u. der Adelaide» Halbinfel ab; 
fie tehrie Aniang December zurück u. batte zwar 
mebrere von ber Franklin'ſchen Erpebition herrüh⸗ 
rende Gegenſtände aufgelunden, aber nicht ficher in 
Erfahrung gebracht, wie u. wo biefelbe ihren Unter⸗ 
gang gefunden habe. Auf dieſe unficyeren Refultate 
geftügt, fuchte nun Lady F. nochmals bie eng- 
liſche Admiralität zu neuen Unternehmungen zu ver- 
anlaffen; Richard King u. Lieutenant Bin unier- 
ſtützten fie in ihren Beitrebungen, auf Die Mögliche 
teit hinweiſend, daß noch einzelne Mitglieder ber 
Feſchen Erpedition lebend unter den Gelimos au⸗ 
etroffen werben fönnien, body vergeblich. So fah 
ich denn Ludy F. auf ihre eigenen Mittel angewie⸗ 
fen, rüftete im J. 1857 das Schiff Iſabel zu einer 
neuen Fahrt aus u. ließ bafielbe 1858 durch bie 
Behringsfiraße nach ten Arktiſchen Gewäflern vor- 
dringen. Fes erfte u. zweite Exrpebition ift beſchrie⸗ 
ben ın Narrative of a juurney to the shores of 
the Polar Sea in the years 1819 —22, Lond. 
1823 f., 2 Bde. (deutſch, Wein. 1824, 2 Bbe.); 
Narr. of a second expedition to the shores of 
the Polar Sea 1825— 27, ebd. 1828, 3 Bde. (beutfch, 
Weimar 1828). Vergl. K. Brundes, Sir Iohn 
Franklin, die Unternehmungen für feine Rettung 2c., 
Berl. 1854. 3) Eleoncra Anna, bes Bor. erfte 
Sattin, geb. Miß Porden, geb. 1795, zwei ihrer 
größern Gedichte, The veils u. Löwenherz, machten 
ihr, wie ihre kleinern Gedichte, in England einen 
Namen. Ihres Satten erfie Expedition befang fie 
in einem Gericht The arctick expedition, u. Died 
war ber Anlaß, daß %. fie fernen lernte u. ebelichte. 
Schon hatte fie eine unbeilbare Krankheit gefaft, 
deunoch trieb fie ihren Gemahl zur Abreife u. gab 
ihm eine von ihr geftidte Flagge, bie er nicht eber, 
als au ter Küfte des Polarmeeres wehen laffen 
follte, mit. Sie ft. 1825, wenig Tage nad) F⸗s 
Wieberabreije. Wirklich entfaltete F. eine Flagge 
erft, als er auf der Parryinſel anlangte. 
Frunklin, 1) Grafſchaft im Staate Maine (Norb- 
amerika), 4 OM., theiliweis gebirgig (Mount Abra- 
ham u. Sadblebad - Diountaın); Flüſſe: Deab- ıı. 
Sandy- Rivers; Boden im Allgemeinen fruchtbar; 
Brotucte: Weizen, Kartoffeln, Rindvieh, Schafe; 
organifirt 1830, aus Theilen der Grafichaften Ox⸗ 
ford u. Somerfet gebildet, genannt nach Benjamin 
Franklin (f. d. 1); 1850: 20,027 Ew.; Hauptflabt 
Furmington; 2) Grafſchaft im Staate Bermont, 
30 DOM., im W. vom EChamplainfee begrenzt, von 
ten Miſſiſque- u. Yamoille- Rivers burdfloffen; 
Boten bilgelig u. fruchtbar, Probucte: Hafer, Kar» 
toffeln, Rindvieh, Sıbafe, Eiſen, Marmor; Gewerb⸗ 
thätigkeit in Eiſen, Wolle u. Leder; Schifffahrt auf 
dem Champlainfee; die Burlington⸗Rouſe's⸗Point 
Eiſenbahn Durchichneitet die Grafſchaft; organifirt 
1792; 1850 28,586 Ew.; Hauptftabt Gt. Albauıs; 


ffe: Connecticut⸗, Deerfield- u. Me 
oben hiigelig, theilweis gebirgig, im U 


frudtbar ; Producte: Mais, 


Gewerbthätigleit in Melle, Bunurnwolle, 
(feine Tiichlerarbeiten); Schifffahnt auf 
necticutu. befien Kanälen ; die Hartford⸗ 
u. bie Lowell-Breenfielb Eiſenbahnen be 
bie Graffchaft; erganifirt 1811; 1850 3 
Hauptftabt Greenfield; 0 Grafſchaft 
—— 80 DOM.; Fluͤſſe: Seraner 
gay⸗, Salmon⸗, St. Regis- u. Radet-R 
reiche Heine Seen, worunter ber Sara 
Loonjee bie bebeutenpften ; Boben hägel 
gebir ig u. ſtark bewaldet, im Allgemei 
r; Brobucte: Mais, Weizen, Rınbui 
Eilen; Gewerbibätigleit in Wolle ı 
DOgbensburg-Roufe's-Point Ciſenbahn 
bet die Grafſchaft; organifirt 1808; It 
Ew.; Hauptftabt Malone; 5) Grafichef 
Venniylvanien, 34 OM., theilmeis gebin 
Mountain im D., Tuscarora- ad. Con: 
im NW., Kittatinny- Range mit dem Baı 
im N.); Flüffe: Conedogwinet⸗, Antie 
carora= u. Congcocheague-Sreels; Beh 
lich in den Thälern fehr fruchtbur; 
Weizen, Roggen, Obſt, Rinbvieb, 
Marmor, Schiefer, Kalt; ſtarke Gewerb 
Eiſen, Holz (namentlich feine Tifehl 
Leder, Wolle, Aderbaugerätbichaften; d 
Hagerstown Eiſenbahn Durchichneibet bir 
organifirt 1784; 1850 39,904 Ew. 
Shambereburg: ©) Grafichaft im Staat 
40 OM., im RD. vom Staunlon-Rie 
von ber Blue-Ridge begrenzt; Bote 
jehr fruchtbar; Probucte: Tabak, Ma 
Eifen; organifirt 1784; 1850 17,430 Ex 
5726 Sklaven; Hauptftabt Rody- Mom 
ſchaft im Staate Norb- Karolina, 21 
Zar River burchfloffen; Boden ziem! 
fruchtbar; Prodnete: Mais, Safer, 
Naleigh-Gafton Eiſenbahn Durchfchneib 
ſchaft; 1779 organifirt; 1850 11,713 6 
5507 Sklaven; Haupiilabt Lewisburg 
haft im Staate Georgia, 30 OM.; | 
galoo⸗Niver, Norih⸗Forken. Hubfon-f 
bügelig u. namentlich an ben Flüſſen fel 
Broducte: Baumwolle, Mais, Weizen 
großer Menge), Gold (nur wenig); 1850 
worımter 2352 Sklaven; Hauptflabt ( 
9) Grafſchaft im Staate Florida, an t 
nischen Meerbuſen grenzenb, 214 OM., 
ladhicola-River durchfloſſen; Boten fan! 
angebaut; Danıpffchifffahrt auf dem A 
River; 1850 1561 Ew., worunter 31 
Hauptort Appaladicola; 10) Graffchaf 
Alubama, 49 DDE.; Flüffe: Tenneſſee⸗R 
fluß gegen W.), Bear- u. Cedar⸗Creeks 
elig, fruchtbar ıı. gut angebaut; Gichen 
Bropuete: Mais u. Baummolle; Dam 
auf dem Zenneffee-River; bie Mempbis 
Eiſenbahn durchſchneidet pie Grafichaft; ! 
Emw., worunters197 Sllaven; Hauptort 
11) Srafichaft im Stuate Miffiffippi, 35 
Homoditto-River durchfloſſen; Woher 
nur in ber Nähe bes Fluſſes fruchtbar; 
Baunmvolleu. Mais; große Fichtenwaldr 
5904 Ew., mworunter 3350 Glisven 


deanklin 


B) irchſpiel (Parish) im GStaate Loni⸗ 
R. von ven Voeuf⸗ u. Macon-Bayous 
oben hägelig u. fruchtbar; Producte: 
w. Mais: Dampfisifffehrt auf dem 
u; 1850 3251 Ew., worunter 1573 
uptert Winnsborougb; 18) Graſſchaft 
tanfas, 36 OM., vom Arlanfas River 
Boden hügelig u. namentlid in beu 

fruchtbar; Probucte: Mais, Hafer, 
wolle, Rindvieh; 1850 3972 Ew., 
ı Sllaven: Hauptort Ozark; 14) Graf⸗ 
sate Tenneſſee, 365 OM., vom Eil- 
often; in SO. durch einen Zmeig der 
» Mountains gebirgig; Moden fehr 
ilweis [hönes Weideland; Probuete: 
a, Baumwolle, Rindvieh; die Eiſen⸗ 
ſhville nach Chattanooga (Tunnel von 
nge) u. bie Winchefter-Alabama Gifen- 
eiden bie Öraffchaft; 1850 13,769 Cw., 
23 Eflaven; Hauptftatt Wincdhefter ; 
tim Staate Kenumdy, 10 OM., von 
a. Elkhorn⸗Rivere durchfloſſen; Bo⸗ 
fruchtbar u. ſehr gut angebaut; Pro⸗ 
‚Weizen, Hafer, Hanf, Marmor, Kalt; 
Met auf dem Kentudg- River ; die Lonis⸗ 
w Eiſenbahn burdhichneidet Die Graf 
12,162 Ew., worunter 3365 Sklaven; 
—— F— 16) Grafſchaft im Staate 
RM.; Fliüfſe: Scioto- u. Olentangy⸗ 
unt- u. Alum⸗Creeks; Boten ziemlich 
mw u. gut angebaut; Probucte: Mais, 
er, Rindvieb, Schweine; bie 4 Eiſen⸗ 
Eofumbus nad Cincinnati, Cleveland, 
„ Wbeeling durchſchneiden die Graf- 
42,910 Ew.; Hauptfiabt Columbus; 
t im Staate Anbiana, IT DOM., vom 
River durchfloſſen; Boten theilweis 
Agemeinen fruchtbar; Broducte: Mais, 
er, Kartoffeln, Rindvieh, Schweine; 
be, Baummollenmanufacturen, Bapier- 
Wbitewater »- Kanal burchfchneibet bie 
1810 erganifirt, 1850 17,968 Ew.; 
Breoteille; 18) Grafichaft im Gtaate 
ı OM.; Flüſſe: Big⸗Muddy⸗River u. 
k; Boten fehr frudtbar, große Wal⸗ 
bucte: Maid, Meizen, Hafer, Tabak, 

1650 5681 Ew.; Hauptort Benton; 
ft im Staate Miffenri, 40 QM.; 
ouri⸗, Maramec⸗ u. Boeuf- Rivers, 
u. Indian» Creels; Beben bflgelig u. 
m den Flüſſen fehr fruchtbar; fchöäne 
Broducte: Mais, Weizen, Hafer, Ta- 
5, Schweine; Kupfer, Blei, Gifen; 
ıbrt auf dem Maramec- River; bie 
ach dem Etillen Dcean (bie große Pa- 
y) wird durch dieſe —8 führen; 
Ew., worunter 1459 Eflaven ; Haupt⸗ 
d) Grafſchaft im Staate Jowa, 27 OM.; 
„River, Otter⸗ u. Pipe: Creeks ( Neben⸗ 
Aebar⸗River); 21) Stäbtifcher Bezirk 
: (Post-town«hip) in ter Grafſchaft 
es Staates New⸗Hampfbire, am Mer⸗ 
r u. an ber Concord⸗Weſt⸗Lebanon⸗ 
mbahn; 1300 Ew.; 28) Gtäptiicher 
Iofiamt in der gleichnamigen Grafſchaft 
Bermont ; 1700 Ew.; 23) Gtäbtifcher 
Boßanıt in ber Grafſchaft Norfolk des 
flachufeite, an ber Norfolk⸗ County 


Eiſenbahn; 1900 Cw.; 24) Gtädtiicher Berirf mit 
Boftamt in ber Graffhaft Delaware bes Staates 
New» Port: 3200 Ew.; 25) Staͤdtiſcher Berirt 
(Township) in ber Graffchaft Bergen bes Etaates 
New⸗Jerſey; 1800 Em. ; 26) Gräbdtifcher Bezirk in 
ber Grafſchaft Sloucefler des Staates New⸗Ferſey; 
3000 Ew.; 27) Stäadtiſcher Bejirk in der Grafichaft 
Somerfet des Staates New⸗Jerſey; 3000 Ew.; 28) 
Städtiſcher Bezirk in ber Grafichaft Warren bes 
Staates New - Ieriey; 1600 Ew.; 29) Stäbtiiher 
Bezirk in ber Grafichaft Adam des Staates Penn⸗ 
ſylvanien; 1800 Ew.; 30) Städtifher Bezirk in ber 
Grafſchaft Alleghany des Stastes Pennſylvanien; 
1400 Ew.; 31) Städtifcher Bezirk in der Grafſchafi 
Armftrong bes Staates Benniyivanien, am Alle⸗ 
ghany-River; 2500 Em.; 32) Städtifcher Bezirk in 
der Grafſchaft Butler des Staates Pennſylvanien; 
1200 Ew.; 33) Städtifcher Bezirk in der Grafſchaft 
Hayek des Staates Pennſylvanien; 1500 Ew.; 84) 
täbtifcher Bezirk im der Graffchaft Greene bes 
Staates Benniylvanien; 2600 Ew., enthält Way 
neöburg, ben Hauptort der Grafſchaft; 35) Stäbti⸗ 
ſcher Bezirk in ber Grafſchaft Huntingbon des Staa- 
tes Pennfylvanien, ar der Benn'ulvania-Kifenbahn ; 
1500 Ew.; 36) Städtiſcher Bezirk in ber Grafichaft 
Lycoming des Staates Pennfylvanien; 1100 Ew.; 
37) Hauptort der Grafſchaft Venango des Staates 
Permiyivanien, am French⸗Creek u. tem Kanal nad 
Meapdville ; Dampffchifffahrt auf demſelben; das bier 
gelegene Sort gleiches Namens wurte 1787, bie 
tadt 1795 angelegt; 1300 Em.; 88) Stähtifcher 
Bezirk in der Srafichaft Weltmoreland bes Staates 
Bennfylvanien, an ber Pennſylvania⸗Eiſenbahn; 
2600 Ew.; 89) Hauptort der Brafichaft Pendleton 
im Staate Pirginia, am Botomac; 40) Sanptort 
der Grafſchaft Diacon des Staates Nord⸗Carolina, 
am Tenueflee-River; 41) Hauptort der Grafſchaft 
Hearb bes Staates Georgia, am Chattahoochee⸗ 
River; 48) Hauptort u. Einfuhrhafen des Kirchipiel® 
(Parish) St. Mary, am Teche-River, Handel in 
Baummolle, Zuder n. Mais; Dampfidifffahrt; 
1600 Ew.; 48) Hauptort ber Grafſchaft Robertfon 
bes Staates Texas; 44) Städtiſcher Bezirk in der 
Grafſchaft Union des Staates Arkanſas; 1400 Em. ; 
45) Hauptort der Graffchaft Williamſon im Staate 
Tenneſſee, am Harpeth⸗River; Bant, Vaumwollen⸗ 
manuſacturen, Eiſenſchmelzerei; 46) Hauptort ber 
Grafſchaft Simpfon im Staate Kentucky, am Drakes⸗ 
Creet; 47) Städtiiher Bezirk in ber Graff 
Adams tes Staates Ohio; 2000 Ew.; 48) Stäb 
ſcher Bezirk in ber Grafſchaft Brown bes Staare® 
Ohio; 1200 Ew.; 49) Stäbtiiher Bezirk in ber 
Grafſchaft Clermont des Staates Obiv, am Ohio⸗ 
River; 3000 Ew.; 50) Stäbtifcher Bezirk in der 
gleihnamigen Grafſchaft tes Staates Ohio; 1900 
Ew.;5ı) Stöptifher Bezirk in der Grafichaft Har⸗ 
rifon des Staates Obio; 1100 Ew.; 58) Stäpti- 
ſcher Bezirk in der @rafichaft Jadjon bes Staates 
Obio; 1300 Guo.; 58) Gtäbtifcher Bezirk in ber 
Grafichaft Yiding des Staates Obio; 1100 Ew.; 
54) Grädtifher Bezirk in ter Grafſchaft Monroe 
des Stautes Ohio; 1600 Ew.; 55) Stãdtiſcher Be⸗ 
zirk in der Grafſchaft Diurrem bes Staates Ohio; 
1500 En. ; 36) Stäbtifcher Vezirk in ber Grafſchaft 
Bortage des Staates Obie; 1800 Ew.; 57) Städti⸗ 
ſcher Bezirk in der Brafichaft Richland des Staates 
Ohio; 1300 Ew.; 58) Stäbriicher Bezirk in ber 
Graffchuſt Warren des Staates Ohio, au der Cin⸗ 


>. 


einnaii⸗ Dayton Eiſenbahn u. am Miami⸗Kanal; 
2700 Ew.; 59) Stäbtiicher Bezirk in ber Graſſchafi 
Wayne des Staates Ohio; 1600 Ew.; 66) Etäbti- 
fcher Bezirk in der Grafichaft Lenawee des Staates 
Michigan; 1300 Er. ; 61) Siaͤdtiſcher Beirk in der 
Grafſchaſt Henry des Staates Judiana; 1200 Ew.; 
68) Stadtiſcher Bezirk mit Poſtant in der Graf⸗ 
ſchaft Ichnion des Staates Indiana; 3200 Ew.; 
68) Hauptort der Graſſchaft Johnſon im Staate 
Suriana, am Youngs-Ereel u. au der Madiſon⸗ 
Indianapolis Cifenbahn, 5 Kirchen, Franklin⸗Col⸗ 
jege ; 2000 Em. ; 64) Stäbtifcher Bezirk in der Graf 
fchaft Kosciusto des Staates Indiana; 1300 Ew.; 
65) Städtiſcher Bezirk in der Graffhaft Marion des 
Staates Indiana; 1600 Ew.; 66) Stäptifcher Be 
zirt in der Graſſchaft Montgomery bes Staates 
Indiana; 1500 Ew.; 67) Stäbtifcher Bezirk in der 
Grafſchaft Owen des Staates Indiana; 1200 Ew.; 
68) Städtiiher Beirk in ber Grafſchaft Butnanı 
des Staates Inbiana; 1300 Ew.; 69) Stäpdtifcher 
Bezirlinder Srafichaft Ripley des Staates Indiana ; 
1900 Ew.; 70) Stäbtifcher Bezirk in ber Graffchaft 
Waſhington des Staates Indiana: 3000 Em.; 71) 
Städtilcher Bezirk in der Grafiheft Mayne bes 
Staates Indiana; 1400 Ew.; 72) Städtiſcher Ber 
zirt mit Poſtamt in der Grafſchaft Milwaukee des 
Staates Wisconfin; 1200 Ew.; 73) Infelgruppe an 
ber Sudküſte ber englifchen Eolonie Südauſtralien. 

Franklinbai, Bufen des nördlichen Bolarmeeres 
an der Nordküſte des Hubfonsbai- Territoriums 
(Britifch Norbamerila), zwiſchen Cap Bathurft u. 


Cap Barıy,_ BN 

Franklinit, Mineral, kryſtalliſirt in Oktardern, 
deren Kanten zuweilen abgeflumpft find, auch derb 
u. eingefprengt; if ſchwarz, Strich röthlichbraun, 
Metallglanz, undurchſichtig, hat blättriges Gefüge, 
anebenen Bruch; ſpec. Gewicht 5, Härte 6— 7; be» 
ſteht aus Eiſenoryd, Manganoryd u. Zintoryb; 
finbet fich bei Aranklin in Nordamerika. 

Sranklin- Mills, Bofort in ver Townſhip 
Zertun der Grafſchaft Portage im Staate Ohio 

ordamerika), am Cuyahoga⸗River u. am Maho⸗ 
ning⸗Kanal; Tuch⸗ u. — 1600 Ew. 

Franklin⸗Range (ſpr. F. Rendſch, Franklind 
kette), die nördlichſte Berzweigung ber Rocky⸗Moun⸗ 
tains im Ruſſiſchen Nordanierika. 

Franklinton, 1) Hauptort des Kirchſpiels (Pa- 
rish) Wafhington im Staate Louiſiana (Nordame⸗ 
rita); 2) Poſtort in der Grafſchaft Franklin bes 
Staates Ohio, am Scioto⸗River, Columbus gegen⸗ 
über; früher Hauptort (Gerichtsſitz) ber Grafſchaft. 

Franklinville, Städtifcher Bezirk mit Poftamt 
(Post-township) in der Grafſchaft Cattaraugus des 
Staates ——— (Nordamerila); 1800 Ew. 

Frankoa, |. Francoa. 

Frankreich (a. Geogr. u. Ant.). F. wurbe von 
den Grieden Keltike, jpäter Galatia u. mit zu⸗ 
fammengejegtem Namen auch Keltogalatıa, 
von ben Römern aber Gallia, u. zwar im Begen- 
ja zu Gallia cisalpina, Öberitalien, Gallia 
transalpins (G. ultima, G. propria) 

emannt. Daneben waren noch vulgäre Namen: 
.braccata für ben, von den Römern zuerſt 
eroberten füdöftlichen Theil, von der Sitte der Be⸗ 
wohner, Beinkleider eBraccae) zu tragen; ıL (r. 
:coınata fiir Das Übrige Land, weil bie Bewohner 
das Haar lang trugen. Die Grenzen waren un⸗ 
ter Augufus: in Weſten die Pyrenäen, iu Süden 


Franklinbai bis Frankreich (Alte Geogr. u. Antiq.) 
| das Mittelmeer, hier Marp gallicum ($ 


li genannt, ım O ber Sa 
De en u. ber —— % 
nus, Fretum gallıcum (Kauaf) u. da 
Dieer, weiches auch die 


Fortſetzung M. Vogesus (Vosegus, 
in Rorboften bie Arduenna silva (j 
Borgebirge: an der Süb 

Cap de l'Aigle od. C. de Mouret), 

Ia Erotfette od. Bec de Sormien), 

(j. Landſpitze von Cette); an ber eig 
num promontorium (j. Bointe be Gu 
Ferrei), Santonum prom, (j. Peinte 
B. de l’Aguillon), Pıctonam prom, ( 
Voidvinet), Gobaeum prom. (j. Cap 
von Sobeftau); auf der Rorblüfe: Pro 
(j. Cap Brisne;). An Flüijen war Ge 
Die Hauptſtröme waren: Rhodanus (j.9 
ben Nebeuflüffen linke: Ifara (Iſtre) 
(Sorgue), Druentia (Durauce), a ra 
(Saone) u. Vardo (Gard); die Gar 
tonne) mit dem Tarnis (Tarın), Clint ( 
ranius (Dorbogne); der iger (Loire) w 
duana (Mayenne) u. dem Elaver ob. Glav 
die Sequana (Seine) mit Matrona (M 
(Dife), Incaunus (Youne); die Moſa 
Sabis (Sanibre); der Rhenus Rhei 
aus Gallien kommenden Mofella ( 
(Sour) u.a. Außerbenn viel Küftenfi 
ben: Varus (j. Bar), Bulpis (Xonp), A 
ſlumen (Argens), Ubelca (Buveaune), 6 
Claſſius (Colajon), Ledus (Nee), Araurt 
ribria (Livron), Orbis (Drbe), Narbe 
(Aube), Berunodubrum (Giy, Agly), So 
Tichis (Tec); an ber Weftieite: Aura 
Sigman (Dlimijau od. Leyre), Garantı 
reute), Herius (Auray); ar der Norhli 
(Zrien), Olina (Orue), Frudis (Brei) 
(Somme). Seen gab es int eigentih 
nur wenige u. Meine u. fie befanden | 
ber Nähe der Südküſte: Diaftramela eb. 
rum stagnum (Etang bu Caroute ob. d 
od. Mer de Dartigues), Yatera (E. de Hl 
Stagna Volcarum (@. te Tau wa), 
od. Lacus Narbonitis ((. de Gigean) 
(E. de Lencate); ir nerböftschen *8 


NViackreich (Alte Geogr. u. Antig.) -i.: es :tuc. v. 


nehrere Smpfe, welche theile durch 
n des Meeres, theils Durch Das Aus⸗ 
thenus veranleßt; doch hinberten bie 
b Antegung von Deicheu bie weitere 
berfelben. Wenn tie Römer früber 
als raub u. kalt ſchilderten, fo fan- 

ver dech geſund u. in ben jüblidheren 
ı Klima Italiens u Spaniens nicht 
Das Land ſelbſt war fruchtbar u., bis 
Ien der Wälder u. Sümpfe, angebaut. 


bes Me enreich® gen: Getreide, 
Dirfe, Hanf, ein, Ol, Obf, bel. Sir 
1, Mifpeln, Spargel, Baftinaten, Ser- 
eu, ſchwãmme u. Arzneipflan⸗ 
w. andere Karbefränter; die Waldun⸗ 
vorzüglih Eichen, Tannen, Ulmen, 
m, Buchebaun; an Thieren gab es 
mm Kriegsgebrauc, Rinder, vortreff- 
1. Schweine, Hafen, Hunbe, zur Jagd, 
inböde ; von Geflügel viel Gänfe, dann 
Rebhühner ıc.; die Gewäſſer lieferten 
meden, Korallen u. Fiſche; das Mine- 
Bold in den Gebirgen u. im Flußſand, 
u meht Kupfer, viel Bier, auch Eiſen, 
Vinnober, Diergel, Salz 2c. Mit ihren 
zieben tie Bewohner einen ſchwung⸗ 
1 zur Ste u. zu Lande u. wurden barın 
ren Flüſſe u. die in ber Römerzeit 
freien Heerftraßen unterſtützt. Ein⸗ 
mrde Gallien A) von Cäſar nach ben 
ern ber Aquitanen, Celten u. Belgen 
‚heile: a) Aquitania, von ben Py⸗ 
us Garumna; b) Coltica, von ba 
mana ob. Matrona; e) Belgica, 
zum Rhenus. Nachdem bie Römer 
ı fid unterworien hatten, wurde es B) 
a8 27 v. Chr. in 4 große Provinzen 
Gallia Narbonensis, ber füt- 
{, ſchon früher ben Römern ale Pro- 
ng; tanı b) GC. Aquitanica ([. u. 
e) G. Lugdunensis ([. b.) u. d) 
>a (f. b.). Unter ben ſpäteren Kai⸗ 
Gallien mit Spanien u. Britannien 
großen Präfecturen des Römiſchen 
sefectura (salliarum) u. Gal- 
ar eine Diöces (Dioscesis Gal- 
welche C) im 4. Jahrh. mit Beibehal- 
en Eintheilung, in 14 u. nachher, mit 
g einiger Theile Italiens, in folgende 17 
ungen geteilt wurbe: a) Grullıa Nar- 
it: aa) Narbonensis prima, j. 
„ Rouffillon; bb) Narb.secunda, 
nce; ed Alpes maritimae, bie 
eile der Dauphine u. Brovence, nebft 
t; dd3 Viennensis, ber Reft ber 
BWeſtſavoyen; ee) Alpes Grajae 
nase, Wallis, Nertoftiavoyen; b) G. 
nit: f Novempopulana, Gas⸗ 
karı; sg) Auuitania prima, 
xbonneis, Auvergne, Delay, Gevau⸗ 
zue, Guercy u. Limoſin; kb) Aquit. 
‚ ein Theil von Guyenne, Bourbeloie, 
Angoumecis u. Poiton; e) G. Lugdu- 
ih Lugdunensis prima, Lyon⸗ 
jogue, Nivernois u. Suͤb⸗Champagne; 
ın.secunda, Normandie; I) Lug- 
ia, Zouraine, Maine, Anjon, Bre- 
> Lugdun. quarta, Theile ven 


Champagne u. Jole be France, daun Ehartrein, 
—— Drleansit: d) &. Beigica mit: we Bel- 


gios prima. Lothringen, ein Theil von L 


burg u. die fübliche Hälfte von der preußiichen 
Rheinprouing; ee) Belgicasecunda, Nor» 
Champague, der Heft von Isle de france, Vicar⸗ 
bie, Artois u. die franzdfifchen Riederfanbe; pp) 
(sermanissecunda, bie öfterreichiichen In 
derlande u. ber nördliche Theil ber Rheinprovinz; 

>» Germania prima, das weſtliche Rhein⸗ 
ufer von Bingen bis Schlettflabt; rr) Maxima 
Sequanorum, Elſaß, Weft-Helvetien u. Franche 
Eomte. Das Ganze ftanb unter ben Vicarius 
dioeceseos Galliarum, bie einzelnen Provinzen 
wurden theile von Gonfularen, theils von Präfl- 
benten verwaltet. 

Die Älteften Bewohner %-9 waren Celten 
(1. d.), fie wurden von Griechen u. Römern Celtä, 
Salstä, Salli genannt, u. namentlich befchränlte 
fi tiefer, früher mehrere Länberbevöllerungen ber 
greifende Name jeit ber Kaiferzeit auf bie F. be» 
wohnenben Kelten; zum Unterſchied von ben Eel- 
ten in Oberitalien nanute man bie in F. auch Galli 
transalpini. Sie waren von Geſtalt groß m. 
fräftig; hatten weiße Hautfarbe u. blonte® ob, 
rötbliche® Haar, bei. tie rauen mwurben als fchön 

erühmt; fie zeichneten ſich Durch Kriegsliebe, Kühn⸗ 
it, Tapferleit u., trotz ihrer Rohheit, durch Gafl- 
freiheit u. Wrtigleit gegen fremde aus; gegen 
Kälte u. Näfſe waren fie abgehärtet, aber gegen 
Sitte empfindlich; fie fcheuten anhaltende Stra⸗ 
paten, waren unbefonnen, zwar offen, gerade, ge» 
lehrig u. erfinberifch, aber auch floly, anmaßenb, 
reizbar, leidenſchaftlich, neugierig, unzuverläſſig, zu 


Revolutionen geneigt, babgierig, putylüchtig, daher 


ſie ſich ſpäter dem römiſchen Luxus leicht hingaben 
u. durch Verweichlichung feig wurden. Sie redeten 
eine zum Indogermaniſchen Sprachſtamm gehs⸗ 
rende Sprache (ſ. Celtiſche Sprache), ſpãäter wurde 
die Römiſche Sprache in F. herrſchend; ihre Schrift 
beim büuͤrgerlichen Gebrauch mar eine der griechi⸗ 
fhen ähnliche. Die politiſche Berfaffung bes 
Landes anlangenb, fo beftanden mehrere, von ein⸗ 
ander unabhängige Böllerfchafteu u. Staaten. Die 
größeren Stämme waren in Gaue getheilt. Zwiſchen 
größeren u. Heineren Staaten beftanben Schutzver⸗ 
bindungen. An ber Spige ber Staaten ſtanden 
Häuptlinge aus bem Abel, welche von ben Fremden 
Könige genannt werben (weil fich bie Namen vieler 
Bäuptlinge der nörblichen u. öſtlichen Stämme auf 
das von ben Römern mißverſtandene -rix endigtem), 
aber deren Würde nicht erblich war, ſondern ihnen 
durch Wahl übertragen wurbe. Die Berfalfung 
war ariftoltatiih; Die bevorzugten Stände waren 
der Abel, welcher durch kriegeriſche Macht Das Au⸗ 
ſehen erhielt, u. Die Druiben (f. d.), welche bie In⸗ 
baber aller Wiffenichaften ı. die Träger des geiſti⸗ 

en Elementes waren, jelbft bie Macht des Abele be- 
chränlten, in mandyen Staaten. ben Häuptling ex- 
nannten, Rechtöfachen entſchieden, bie öffentlichen 


Beſchlüſſe leiteten ꝛc. Wer fich ihren Anorbunungen 
widerſetzte, wurbe gebannt u. in Folge Davon ehr⸗ 


: 1. rechtios. 


In manchen Staaten gab es einen aus 
dem heben Adel beftehenden Staatsrath. Die 
linedeln galten als Siiaven u. zählten nicht. Ieber, 
welcher ein Äußeres Gerücht in Beziehung. auf 
ben Ötaat vernommen hatte, war grieglich ver- 


pflichtet, ungefäumu banayı ber Veh 


286 Frankreich (Alte Geogr. u: Antig.) bie Fraudreich (Nene Geogr. 


machen .m. fonft Niemand davon eitoa® zu jagen. 
De uniidehuns über allgemeine Angelegen 
wurben Berjammiungen ber Ebeln mehrerer 
ten berufen; die Theilnehmer erfchienen bewaffnet; 
die Entfcheibung folgte nach Stimmenmehrheit; bie 
Beredſamkeit u. Stimmen ber Druiden war von 
großen Einfluß babe. Das Gericht wurbe von 
den Druiden gehalten, u. jährlich war ein großer 
Gerichtstag auf einem heiligen Plate bei ben Car⸗ 
nutern (im j. Pays Chartrain, Departement Eure 
u. Loire), welder für ben Mittelpunft des gangen 
Landes galt; dahin famen bie ftreitendben Barteien 
aus allen Theilen bes Landes u. nahmen Recht. Ihre 
Religion war polytheiſtiſch, |.u. Celtiſche Religion; 
die Religionslehre war im Befi ber Druiven u. 
galt ale Myſterium; Orte ber Verehrung der Götter 
waren heilige Haine, Seen, Quellen, Infeln u. an- 
bere Platze, eigentliche Zeinpel wurben wohl erſt in 
ber römiſchen Zeit gebaut (f. Druibenbenfmäler); 
Menihenopfer waren gewöhnlich ed wurden bazu 
Berbrecher genommen, doch gaben ſich auch Frei- 
willige aus dem Volle Dazu ber auch bie Kriegs⸗ 
beute gebörte ben Göttern. Zu ben heiligen Ge— 
Ichäften ber Druiden gehörte auch die Weiſſage, 
. wobei aud) Druitinnen vorfommen; dazu dienten die 
Eingeweide der Opferthiere, ber — u. Flug der 
Bögel, Lufterſcheinungen, Träume, Geiſtererſchei⸗ 
nungen x. Die Zeitrechnung beſtimmten fie uach 
Nächten. Im Kriege, mwelder häufig zwiſchen 
den einzelnen Stämmen geführt wurde, beſtand ihre 
Macht inı Fußvolk, doch hatten fie auch Reiter, 
daum eine bejondere Truppe, wo Reiter mit Fuß- 
gängern gemifcht waren; fie Lämpften auch auf Wa⸗ 
gen (Eissedae) n. branchten ſelbſt große Hunde, 
welche dazu abgerichtet waren. Ale Waffen führten 
fie ven Celt, einen ehernen Steinleil; ein an ber 
rechten Seite berabhängentes, nur zum Sieb 
brauchbares Schwert, welches fich aber bei jedem 
Siebe bog u. jedesmal wieber gerade gerichtet wer⸗ 
den mußte; außerdem Yarzen, große u. eine 
Wurfipieße, Bogen u. Pfeile, letztere zuweilen ver- 
giftet, u. Schleutern; an Schutzwaffen trugen fie 
eherne Helme, mit Infignien, Haruiſche u. Banzer- 
hemden, u. zweierlei Arten von Schildern: lange, 
welche ben ganzen Mann bedten, u. Kleinere, beide 
mit Emblemen bemalt. Die Aufftellung geihab in 
großen Mengen, welche im Rüden von einer Wa- 
genburg umgeben waren, hinter biefer ftanden wäh⸗ 
send des Kampfes Weiber u. Kinder. Nur ter erfte 
Angriff war furchtbar, ba die Gallier keine Aus- 
bauer Lefaßen n. ihre Angrifje nicht mit Auftren- 
ung fortzujegen wußten, wenn fie ſeſten Wider⸗ 
Kant fanden. Gemöhnlih war auch das Hervor- 
treten Ginzelner, welche den Feinb zum Einzel⸗ 
lampf ausforberten. Auch Druiden zogen in ben 
Krieg u. fangen a e u. die Loblieder 
auf die gefallenen Helden. Die Bewohner der Küfte 
am Atlantijhen Ocean waren auch zum Seekrieg 
geichidt ; ihre Schiffe hatten flachere Kiele, eijerne 
Ketten ftatt Ankertaue u. lederne Segel. 

Das Privatleben der alten, F. bewohnenden 
Böller betreffend, jo war die Erziehung ber Kin- 
ber in den Händen ber Frauen; Söhne burften 
erft, wenn fie waffenfähig geworben waren, vor 
ihren Vätern u. mit benfelben öffentlich ericheinen. 
Die Schule machten fie bei ben Druiden (f. b.). 
Dei Verheirathungen murbe eine glei 
Summe Geld, wie bie Frau zur Mitgift erhalten 


hatte, von dem Manne zugelegt m. 
ital die Zinfen davon — 
en beiden Ehegatten ſtarb, worauf t 

das Ganze erhielt. Die Dlänsler ha 

über Leben u. Tob der Weiber ı. 

ein Daun geftorben war, m. «6 

dacht vor, bie frau möchte an bes 

Schuld haben, jo kamen bes Mam 

zujammen, um eine Unterfuchung ba 

len (babei konnte bie Kolter 

u. wenn bie Frau in der Schuld be 

jo wurbe fie granfam umgebracht. ( 

fteller berichten auf von einem lı 

Hange der Gallier zur Knabenliebt 

nungen beflanden aus Holy n.$ 

to) u: Bretern bedeckt; fie Tagen « 
bern od. an Flüffen, od. waren ; 

Städten vereinigt, welche mitunte 

waren, das Hausgeräth war ſehr 

Site bei Tiſch waren Strobfiflen 

untergebreitetes Gras ob. Thierfell 

auf ber Erbe. Ihre Kleidung bi 
kleidern, bie bald enger, bald weiter 
auf bie Lenden berabreichenbes Wam 
zer, im Sommer leichter, im Winter! 

Die Kleider ber Bornehmen waren 

Gold geftidt. Das Haar trugen fie 

nad dem Scheitel hinaufgezogen u. 

herabhüngend; ber Bart mar, bis au 

Knebelbart, geichoren; um ten H 

Ketten, um bie Arme Spangen, aı 

Ringe von Gold u. Bronze; bie f 

auch Ketten von Beruflein u. Koralle 

Als Nahrungsmittel diente be 

mentlih Schweinefleifch, u. Mil; a 

ches leicht u. yut war ut. zu befien $ 

fih der Bierhefen bediente; getrunt: 

Bornehmen Wein, oft ehr unmäßig 

nen Bier aus Weizen u. Gonig o 

(Kurmi); ihre Triufgeräthe maren 

doch auch fübern. Ihre Da abe 

war Ader⸗ u. Weinbau u. Viehzuch 
einzelne Städte auch lebhaften Kant 

Zwiſchenhändler mit Britannien, als 

Tandesproducten u. ben Erzeugniflı 

firie. Namentlich waren bie Gallier 

tallarbeiter,, fie fertigten treffliche W 

Schmudjachen u. gute Münzen; fie 

Kunft des Vergoldens, Verfilberne 

verfertigten Glasarbeiten, Kleibungs 

fer, Seife zum Färben der Haare 

Das gefellige Teben bes Adels 

Sammtung ber Kleineren um bie 9 

beren Höſen fie, außer ben Krieg 

Etwas gemöhnliches waren Zmeiläm 

meift bie geringften Wortwechfel fühı 

ffattung ber Todten war fehr e 

Leichen wurben verbrannt u. mit ber 

les, was ihnen in Leben lieb geweſ 

Thiere u. bi® zur rönrifchen Zeit wear 

ven u. Glienten, welche ber Herr be 

mit beifen Leiche verbrannt worde 

Geographie der Griechen u. Römer, 

theilung; Cäſar, De beilo gall. 6, 1 

Frankreich (n. Geogr. u. Sa) 

Kaiſerthum im mweftlichen Gurepa, er 

emer Länge von 130 Meilen vow 42 

5° nörbl. Br. u. in einer Breite won 


Stanfreih (Gesgr. u. Statiit.) 


497 


50 51° öſtt. 8. (v. Ferro), grenze | kend u. in ten Kanal mündend, mit 29 größeren 


den Kanal (La Manche) u. die Straße 
Ras-te-Gulaie), im Nortoften an 
ıburg, Rheinpreußen u. Rheinbaiern, 
aten (durch ten Rhein getrenut), bie 
rbinien, im Süten an das Dlittel- 
ien, im Meften an ten Arlautifchen 
faßt (in Liefer Austehnung 9589,16 
ließlich ter 159,03 Dt. großen In» 
nen Sefammtflädenraum von 
. OM. od. 54,452,600 Hectaren 
186,963 Dectaren) mit einem Grenz⸗ 
Ml., weron 427 DI. auf die Küften 
ser 62 MI. betragenden Küftenlänge 
235 Mi. auf tie Lanbgrenzen kom⸗ 
m 3 tie Grenzen Fee beſpülenden 
ber Kanal die mannichfachſte Gliede⸗ 
chneidende Buchten u. weit auslau⸗ 
; die bedeutendſten Buchten ſind: 
rn Ber Somme u. Seine u. ter Buſen 
l mir der Bai von Et. Male; der 
san, obne tiefere Ginfchnitte, u. faſt 
zen Weftlüfte 15-8 ten Biscayifchen 
dend, bat die Baien von Breft, 
‚ubierne, Bourgneuf, Breton u. Ans 
ie breiten Mündungen der Vilaine, 
nee. Das Mittelmeer bildet von 
6 Toulon ten Löwenbuſen (Golf du 
Rhönemündungen u. niehyeren Tei⸗ 
stangs, ter beteutentfie Etang de 
» ven Toulon die Buſen von Gir- 
u. Jouan. Die größeren zu F. ger 
In find im Atlantiihen Ocean: 
ir, Belle-Isle, Noirmoutier, Dieu, 
; im Mittelmeere: Corſica u. Die 
elu (ſ. d. a). Die Hauptgebirge 
oſt u. Südweſt mit Abdachung nach 
nu. Süden. In Südoſten liegen a) 
wor die Gottifchen od. Daupbineer 
Spitze: Diont PBelvoug 12,610 Fuß) 
Neer⸗ od. See-Alpen auslaufend, de⸗ 
is Eſterel⸗ u. Maures⸗Gebirge ſich 
meer erfireden; nördlich an die Cot⸗ 
chließt ſich der Jura (höchſte Spitzen: 
5316 Fuß, Pre de Marmiers 5000 
ang an, diefen die Bogelen (Vos- 
Spike: Balloıı te Sulz 4410 Buß); 
zhen verbinden biefeiben durch Yo» 
sen Argonnen u. Arbennen, bie fich 
ıß erheben u. dann allmälig fich nad) 
flachen. Im Südmweſien b) die Py⸗ 
„ fang tie Grenze gegen Spanien 

höchſie Epigen in Spanien liegen; 
n F.: Pic tu Nidi de Bigorre 8356 
laufen nordöſtlich in die Sevennen 
zelne Zweige: Levezon⸗ u. Forez⸗Ge⸗ 
ebirge von Lozere über, bie ſich wie⸗ 
rge von Auvergne verzweigen, nord⸗ 
Cote d'Or mit den Vogeſen u. öft- 
Debirgszuge von Gevaudan, Viva⸗ 
mit ben Alpen zufanımenbängen. F. 
[üffe: a) Rbein, nur theilmers fran- 
Muß. Die ſchiffbare Länge tes zu 2 
le feines Stromgebietes (einſchließ⸗ 
eren Nebenflüſſe Moſel [mit Meurthe 
taa8, ſoweit dieſelben F. angehören) 
dilometers; b) Seine, auf der Cote 
end, in nordweſtlicher Richtung flie⸗ 
sifen. 4. Wfl. VI 


Nebenflüffen (Aube, Yonne, Marne, Dife [mit 
Aiene), Sure ꝛc.), fdhiribare Fänge deſſelben 1838 
Kilometers; ey ?oire am Weſtabhange ber Seven⸗ 
nen entſpringend, Anfangs nordweſilich, dann weſt⸗ 
lich fließend, it ben Biecayiſchen Meerbuſen bes 
Atlantiſchen Oceans mündend, mit 41 größeren 
Nebenflüſſen (Allier, Cher, Indre, Vienne, Sartbe, 
Mayenne, Maine ꝛc.), ſchiffbare Länge deſſelben 
2340 Kilometers; dy Garonne auf dem nördlichen 
Abhange der Weflpyrenien entipringent, Anfangs 
nerböftlih, dann nordweſtlich fließend, nach ihrer 
Vereinigung mit ter Dordogne ten Namen Gi⸗ 
ronde annehmend u. al& ſolche in Den BRiscaviſchen 
Meerbufen fließend, mit 50 größeren Nebenjlüffen 
(Arriige, Tarn, Gert, Yot, Dorkogne zc.), ſchiff⸗ 
bare Länge defleiben 2397 Kilemeters; e) Rhone, 
aus der Schweiz kommend, in ibrer Hauptrichtung 
innerbalb F. fürtich fließenb, in den Löwenbufſen 
(Golf du I.ion) Bes Mittelmeere mindend; wirb 
erft in 5. ſchiffbar; Nebenflüffe: Ain, Saöne (mit 
Doubs), Ifere, Arbiche, Durance 2c. Kleinere n. 
Küftenflüfle find noch: Schelte (mit Scarpe u. Lve) 
nur eine kurze Strede in F. fließend, Var, Herault, 
Aude, Tet, Bidaſſoa, Adour, Charente, Sevre, Vi⸗ 
laine, Orne, Somme. Insgeſammt gegen 6000 
Fluſſe u. Väche; ſchiffbare Länge der geſammten Flüſſe 
8817 Kilometers (über 1100 Mi.). Binnenſeen 
gibt es nur wenige; der bedeutendſte iſt der von 
Grand⸗Lien bei Rantes, über 7000 Hectaren bes 
dedend; dagegen Strandſeen (Teiche, Etangs) ähn⸗ 
lich den Haffs (theils natürlich, tbeils künſtlich unter⸗ 
halten) in großer Menge, namentlich am Biscayifchen 
Meerbujen u. am Diittelmeere. F. bat gegen 900 
Mineralquellen u. ungefähr 100 Mineralbabes 
anftalten, bie berühmtefien in Barrege, Cauterete, 
et. Sauvenr, den beiten Bagneres, den beiden 
Bourbons, Air, Blombirres, Forgé u. Engbien. 
Der Boden bes Landes ift ſebr verichieben, je⸗ 
tech im Allgemeinen fruchtbar u. moblangebaut; 
die fruchtbarften Gegenden find im Elſaß, in Flan⸗ 
dern, im Gebiete ter Seine u. Somme, einem 
Theil des Foire-Gebiete® u. in ter Ventee. Im 
Sütmeften finden fih große Haiden (I,andes), 
in denen meilenweit fein Ort zu treffen ift, im De⸗ 
partement Bouches du Rhone, ein großer mit 
Steinen bebedter Yantftrich (I.a Crau, f. d.); fer⸗ 
ner find unfruchtbare Gegenden tie Sologne im 
Departement Loir u. Eher, ber Kreideboten der 
Champagne pouilleuse, fewie einige Gebirgo⸗ 
ftrihe ın den Alpen, Pyrenäen u. Sevennen. Das 
Klima ıft ebenfalls fehr verfchieten, im Allgemei⸗ 
nen jedoch gemäßigt; am Dittelmeere tem italie⸗ 
nifchen, iın Norden ben Leutfchen ähnlich; die Tem⸗ 
peratur nimmt von Norden nach Zlten u. von 
[fen nah Weften zu. Dintirden (51 0 3° nördl. 
Br.) hat eine mittlere Jahrestemperatur von + 
83° R., Paris (4980 50° nördl. X.) von + 8,8° 
R., Troges (48° 18° nördl. Br.) von #9’ R., 
Boitiers (146° 34° nördl. Br.) von + 9,9° R. 
Avignon (430 57’ nörtt. Br) von + 11,60 R, 
Toulon (43° 7’ nördl. Br.) von + 12,8° R., fer⸗ 
ner, für die Zunahme von Often nach Weften ſpre⸗ 
nd, bie unter gleihem Breitengrade liegeuden 
tädte Etrusburg u. Breſt: Strasburg (25% 24° 
öftl. 2. v. Ferro) mittlere Jabrestenıperatur von + 
19° R., Breft 113° 15° öftl. X.) von + 11,69 
R., fo daß aljo ganz F. von ven Iſothermen + 8, 
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Frankreich (Oeogr. m. Statifet Politiſche Vartelen w. Keligion) 


Deuifchland in England if m F. höchſt 
ınbel u. Wandel ſind fie zur Uberſpecu⸗ 
ufpiel) geneigt. Im den Wiſſenſchaften 
e Oberflächlichleit der gründlichen Tiefe 
n den eracten Wiffentchaften mehr lei- 
en abfiracten. In ben bilbenten Kün⸗ 
en Deuifchen u. Stalienern zurüdfte- 
Behandlung ter Gefchichte Höchft geift- 
zn von der gründlichen Forſchung ber 
. Deutjchen, ausgezeichnet in Der po⸗ 
rifeftellerei (namentlich Flugſchriften, 
); im Drama ebenfall8 binter Eng- 
tſchen zurlichſtehend, im Luſtſpiel 
Abertreffend (vgl. Franzoſiſche Litera⸗ 
dordfranzoſe iſt im Allgemeinen thäti⸗ 
Sfer, zurückhaltender, beſonnener u. 
ender als der Südfranzoſe, dieſer da⸗ 
er u. witziger als jener. Die Fran⸗ 
rache iſt die herrſchende. Sie zerfiel 
m zwei Hauptmundarten, bie ſüdfran⸗ 
ian provenqal, Langue d’oc) u. tie 
he (Roman wallon, Langue d'oil od. 
Btere verbrängt die erſtere allmälig u. 
s erfien Hälfte des 16. Jahrh. Natic- 
ke jedoch noch immer in verfchiebenen 
prochen wird (f. Branzöflhe Sprade). 
mb noch Bretoniſch, Baskiſch, Deutich, 
: den betreffenden Gegenden, u. Wal⸗ 
e beigifchen Grenze geiprochen. 
ve Barteien: Sen ber Revolution 
bie Bolitit dem Franzoſen zut Lei⸗ 
erden. Bis in bie niederften Volks⸗ 
& hängt faſt jeder einer gewiſſen poli⸗ 
tan, zeichnet fich aber auch in dieſer 
ꝛineswegse durch Treue u. Beharrlich⸗ 
bern wechſelt oft ſchon nach wenigen 
politiſchen Anſichten. Die 5 Haupt⸗ 
nd: a) Yegitimiften, Anhänger ber 
benenlinie, meiſt altabelige Familien 
der Seiftlichkeit (wenigſtens ingehein); 
ft: Königsehum won Gottes Gnaten; 
deyos von VBordeaur (Graf v. Cham⸗ 
i .), ihr Führer iſt Berryer, ihre 
ızette de France u. Univers, leß- 
k nltramentaner Färbung; D Or⸗ 
Anhänger ber jüngeren Bourbonen⸗ 
weile tie reiche Bourgeeiſie ı. ein 
1 Der wiſſenſchaftlichen Celebritäten; 
nftitationelle Monarchie; Diittelpuntt: 
mis (Entel Pouis Bbilipp’s), bervor- 
tglieder: Thiers u. Guizet; Organ: 
s Debats; ce) Bonapartiften, An- 
tapoleonifhen Dynaftie, cin Theil der 
e Armee, der Geiſtlichkeit n. ber Arbei⸗ 
ns bem äußeren Scheine nach), liber- 
ejenigen, Lie von ben jegigen Zuflän- 
zieben ch. erwarten; obne beftimmit 
nes Brincip (Rapoleon III. feitfi neunt 
Ben PBrincipien Des Jahres 1759 feine 
: anfer tem Kaiſer, ten Miniftern ı. 
fein heroorragentes Mitglied zählend; 
‚niteur, Patrie, Pays; dd Republi— 
tentheils ben mittleren Handels⸗ u. Ge⸗ 
gebörig,w. ein großer Theil der jüngeren 
vocaten ꝛc. Brincip: Sellsfouveränetät; 
e Majorität ift das höchſte Geſetz. Sie 
n a8) bie blauen od. gemäßigten Re⸗ 
ige politiſcher Mittel» u. Schwerpunkt 


war der General Cabaignae; Organe: Sitcle 
früher National ; bb) Die rothen Republilaner 
Radicalen, jogen. Bartei Ledru Rollin; ihr Org 
war La Reforme; e) Sociafifien, ein grof 
Theil der Arbeiter (Broletarier); Princb: fen ı 
ſchriebenes Geſetz (Berfaflung), Leine Mat t 
Sapital®, Herabſetzung ber Rente, volllommen 
Freiheit ber Affociation m. der Selbfiregierum 
—— — Schrififieller: Proudhon; ihr £ 
gan war Le Peuple (fpäter I,a Voix du Peur 
genannt). Betrachtet man dieſe 5 Parteien ihr: 
mefentlihen Gehalte nach, fo haben die Legitimifi 
den Glanz Des Namens n. ber althiſtoriſchen Er 
nerungen, Die Orleaniften bag Gewicht bes Capit 
n. ber Intelligeny, Die VBonapartiften die Macht | 
beftebenten Verhaͤltniſſe u. bie materiellen Intereff 
bie Republikaner die Kraft ber Jugend u. bes Idea 
die Socialiften das Gewicht der Maſſen u. des } 
natisınus für fih. Im öffentlichen Yeben machen | 
lübrigens alle dieſe Parteien, mit Ausnahme der be 
ſchenden, kaum noch geltend, feitbem ber Drud | 
letzteren im Jabre 1858 in einer Weife verftärft 
welche jete Kundgebung in der Prefle ob. an äffe 
lihen Orten unmöglie od. doch geführlich maı 
Defto gräßere Neigung aber zeigen vorzngemeile 
Sccialiften, in geheimen Selellihaften für ihre] 
litiſchen Zwecle Propaganda zu machen, n. trot al 
polizeilihen Wachſamleit u. eigerofen Maßreg 
tauchen immer neue Geheimbünde anf, un 
denen verzugsmeife tie Marianne ſtark verzwe 
zu fein fcheint. An die Stelle ber gefetzlichen Op! 
fitien ift Die Confpiration getreten. Die öffentli 
Ordnung fügt fich auf Die Furcht u. hat ihren H 
nur in der Perſon des Kaiſers. Der Mangel ' 
moraltichen Achtung wor dem Geſete untergr. 
zugleich ten Kffentlichen Credit, u. obwohl bie ! 
giernug alle Mittel anwendet, das Capital zu ei: 
tünftlihen Hebung bed Staatecrebits aufzubiet 
ift es ihr doch unmöglich, Die Rente au nur ı 
näbernd auf ben Stand zu bringen, den biejelbe 
leuten Jahre der Julimonarchie einnahm. 
Religion. Rad) der Conſtitution if zwar | 
Iigionsfreigeit (Liberte des cultes) garantirt, b 
exiſtirt biefelbe nur in der Theorie, u. die Pra 
ges Geſehy) unterfcheitet anerlanıte u. mit | 
ante Culten (Cultes reconnus u. Cul 
non reconnus), zu ben erfteren gehören bie i 
miſch⸗Katholiſche Kirche, Die Reformirte Kirche (C 
vinidmus), die Augsburgiſche Confeſſion (evar 
ltjch-Iutherifh) u. das Judenthum. Der Thei 
nach hat keine Diefer Confeſſionen Verrechte vor 
anberen, Loch macht bie Praxis zu Qunften ber 
miſch⸗latholiſchen manche Ausnahmen. Alle ü 
gen Culten ſind nur tolerirt, dürfen zwar nicht ! 
folgt werden, aber ſich auch nie ohne Na 
ber Verwaltungsbehörde zum Gottestienft ver] 
mein. Wirkliche Religioſität ift in F felten, Di 
' gegen gehört eine zur Schau getragene Frömn 
ı gu guten Tone. Die bei weiten überwieg 
Mebrzabl ber Franzoſen belennt fih zur Röm 
Kathelifchen Kirche (über 35 Millionen, aljo 
Proceni der Gefammtbevölkerung); fie gilt 
| Staatelirche u. wird ala felde ale Gallicani 
Kirche if. P.) bezeichnet; ihr Verbältniß zum 
miſchen Stuhle beruht auf den Coucerdaten 
1516 u. 180] (8. Concordat p) n. x). Sie wii 
50 Diẽceſen eingetbeilt, woven 15 unter Erzbi 
fen u. 65 unter Biſchöfen Reben. „Die Erzbi 


\ 


mer find: Paris, Cambrai, Lyon, Rouen, Sen 


Frankreich (Geogr. u. Shatift.: Staxteverfaffung)- 


ben rifllichen u. ifraelitifgen Cult 


(niit Aurerre), Rheime, Tours, Bourges, Albi, nach dem Budget von 1858 677,200 


Bordeuur, Auh, Zouloufe (mit Narbonne), Ay 
u Arles u. Embrun), Beſançon u. Aoignon. 
ie Erzbijchöfe werben vom nur im Ginver- 
ftandniß mit dem Papſt ernannt. Sechs von ihnen 
find gegenwärtig (1858) Carbinäle u. als fol 
HRitglieher bes Senats. Jeder Cardinal bezieht 
einen Iahresgehalt von 30,000 Franken, jeder Erz⸗ 
bifchof 20,000 Franken (ber von Paris 50,000), 
jeber Bilchof 15,000 Frauen. Jedes Erzbisthum 
u. Bisthum hat 2 od. 3 Generaloicare (zuſammen 
177), ein Capitel von 8 ob. 9 wirklichen Canoni⸗ 
lern (gujammen 669), ein großes u. ein fogenann- 
tes Heines Seminar, welches letztere zu erſterem ſich 
wie das Gymnaſium zur theologiſchen Kacultät ver- 
hält. Diejelben zählen zuſammen ungefähr 24,000 
Stubenten u. Zöglinge, für welche durch das Bub» 
et von 1858 2568 Bourjen (Stipendien) ausge⸗ 
est find. Zur mittleren katholiſchen Geiftlichleit 
gehören gegenwärtig 3409 Pfarrer (Curés od. De- 
cane, Doyens), biefelben werben vom Bilchof mit 
Genehmigung ber Regierung ernannt, find unab- 
ſetzbar u. beziehen einen Jahresgehalt von 850 bis 
1500 Franken nebft bisweilen fehr einträglichen 
Safualıen; ‚ne nieberen Geiftlichleit 29,886 Pfarr- 
verweier (Desservantg, Borfteher ber Succur- 
falen) u. 7769 Capläne (Vicaires, zeitweilige Ge⸗ 
bülfen od. Stellvertreter ber Bfarrer), beibe wer⸗ 
ben vom Bilchof ernannt u. können von ihm abge- 
feßt werben. Bon Klöftern gibt es bei weiten 
mehr für Nonnen ale für Mönde: die Anzahl ber- 
felben beläuft fih auf ungefähr 1800 mit über 
36,000 Nonnen; bie Anal der Kloftergeiftlichen 
erreicht nahe 6000. Vor der Revolution von 1798 
gab es in ganz F. 488 Abteien u. 41 Domftifte mit 
27,000 Mitgliedern; unter dem erften Kaijerreiche, 
welches ihre Herftellung begann, liber 12,000 Re» 
Iigiofen ; nach der Reftauration über 18,000; feit- 
dem bat fich ihre Anzahl jährlich vermehrt. Für 
den katholiſchen Eultus find im Budget von 1858 
über 42 Millionen Franken ausgeworfen. Zur 
Reformirten Kirche (Calvinismns) bekennen 
fih über 480,000 Em. od. ungefähr 1,4 Brocent ber 
Bevöllerung (namentlich im weſtlichen %.); fie hat 
105 Conſiſtorialbezirke mit 530 Geiftlihen. Ihre 
theologische Facultät ift zu Montauban, zu berjel- 
ben gehört ein Prebigerjeminar, welches vom Staate 
Stipendien bezieht. Zur AUgsburgiſchen Con— 
Teflion (evan —— über 260,000 Ew. 
od. gegen 0,8 Procent ber Bevöllerung (namentlich 
in den Rheindepartement®); fie hat 44 Eonfiftorial- 
bezirke mit 253 Geiftlihen. Ihre tbeologiiche Fa⸗ 
eultät mit einem ebenfalls vom Staate unterftüßten 
Bredigerfeminar ift in Strasburg ; ihr Oberconfifto- 
rium in Strasburg u. Conſiſtorium in Paris. Für 
den Eultus der beiden proteftantiichen Belenntnifle 
if im unge von 1858 1,390,936 Franken ausge⸗ 
worfen. Der Mofaismus (Judenthum) zählt 
über 70,000 Belenner od. ungefähr 0,2 Procent ber 
Bevdlferung (Überall zerfireut, am bichteften in ben 
norböftlihen Departements); er bat 8 Eonfiftorial- 
bezirle mit 116 Oberrabbinern, Rabbinern u. Vor⸗ 
längern. Im Baris ein Centrafconfiftorium aus 
einent Oberrabbiner u. 8 Rabbinern beftehend. 
Rabbinerſchule in Metz. Im Bubget von 1858 
ſiud für den ifraelitifchen Cultus 164,000 Franken 
ausgeworfen. Außerdem trägt ber Staat noch für 


Die übrigen Einwohner (ungefäh 
der Bevoͤlkerung) ae ben richt 
Culten an. Was bie Che betrifft, fo 
F. nicht lirchlicher Natur, ſondern ei 
licher Vertrag (f. unten unter Ginilre 
Staatsverfaffung: F. MR 
(1858) ein (ber Form nach) confitu 
failerreih; in ber That 
unumfchräuft. Seine Regierung bat 
— — 1868 auch ix 
onfitutionalisnne anz — 
geſprochenen Charakter — Mili 
— Folge dieſes Atteutate 
egentſchaftsgeſetz, welches bie Kai 
ber Kaiſer ſtirbt, ehe ber Throufolger 
an bie Spitze ber Monarchie ſtellt. Di 
tende Berfaffung ift die Conſtitut 
Jan.1852 (uripringlic republitamifd: 
Präfiventur für Louis Napoleon Bo 
ficirt durch das Senatsconfult vom 
Wiederherſtellung ber Kailerwürbe, ı 
das Plebiſcit vom 21. u. 22. Novem 
1,824,189 gegen 253,145 Stimmen. 
am 2. December 1852) u. bas Semi 
23. December 1852 (Aufhebung, re 
tion ber Paragraphen Über die reput 
ierungsform u. bie Befugnifie, Mad 
fbenten). Die fo modifkcirte Eonftitut 
beftätigt u. gewährleiftet (Titel I.) 
1789 proclamirten großen Grunbjäl 
Grundlagen des öffentlichen Rechtes | 
9— Titel II. (modificirt durch be 
ult vom 7. Rovember 1852): die 8 
ift wieber bergeftellt, Louis Rapole 
wird Kaiſer der Franzo ſen unte 
Napoleon III. Titel III.: Die 4 
erblich in directer, natürlicher m. le 
lommenſchaft deſſelben, in männlich 
Ordnung der Erſtgeburt, mit ewiger 
ber weiblichen Nadhlommenfchaft u. bi 
men. In Ermangelung natürliche 
männlicher Erben kann ber Kaiſer ein 
lihen Nahlommen ber Brüder Napo 
tiren. Der Kaiſer ift oberfter Bel 
land» u. Seemacht, erllärt Krieg, 
deneverträge, Bünbnilfe u. Handelt 
ren Tarifftipulatiouen Gefetgeskraft f 
ſämmtliche Beamte, erläßt alle Regi 
Ausführung ber Gelege uöthigen : 
Juſtiz wird in feinem Namen geübt 
gnadigen u. amneſtiren. Er allein I 
tive zu ben Geſetzen. Er bat das Re 
gerungezuftanb in einem ob. mehr 
ments zu erliären, jeboch mit dem \ 
fürzefter Be den Senat davon ü 
ſetzen. Er bat das Brecht, Conceff 
töten von Privaten zu unternebn 
lihen Arbeiten, Eiſenbahnen u. ber 
beanfpruchen diefelben eine —e 
ten des Staates, jo müſſen fie durch 
nehmigt werden. Die Winifter find 
fer verantwortlid, u. zwar jeber wur 
nen Amtshandlungen; es eriflirt d 
Solidarität unter ihnen. Die Mim 
glieber des Senats, bes Geſetzgebend 
bes Staaterathes, die Lande» u. Oi 


Frankreich (Geogr. u. Statift.: Staatsverfäffiiig) 


entlichen Beamten ſchwören ben Eid: | 
dehorſam ber Konftitution u. Treue ı 


Die Dotation der Krone u. der Civil- 
6 werben für bie ganıe Dauer jeber 
arch einen fpeciellen Senatöbeichluß 
asulte) beftimmt. Die — 
25 Millionen Franlken jährlich; 
(Domaine de la couronne) beſteht 
u, Gärten, Mufeen u, ben laiferlichen 
a (Gobelins, Sövres, Beauvais). 
chen, außer den Minifterien, der Se⸗ 

ebenbe Körper u. ber Staaterath 
Die 10 Minifter finb der Staate- 


Sausminifler; Juſtiz m. Großſiegel⸗ 
e Auswärtige Angelegenheiten; Inne⸗ 


ı Attentat vom 14. Januar 1958 [laut 
8. Februar 1858] eine Zeit lang zu- 
r der allgemeinen Sicherheit), Finan⸗ 
Narine (diermit waren feither die Co⸗ 
nben); Gultus u. Unterriht; Han- 
ı n. öffentliche Arbeiten; hierzu iſt 
juni 1858 noch gefommen: tnifte- 
erien n. Colonien, n. der Prinz Na⸗ 
maparte 39) Damit betraut worden. 
er Senat beſteht a) aus ben Carbi- 
Mllen u. Atmiralen; b) aus den vom 
ebenszeit ernannten, unabfeßbaren 
deren Zabl 150 nie überſteigen darf. 
ır erhält eine Dotation von 30,000 
ih. Der Senat ifl der Wächter de 
vertrage® (Pacte fondamental) u. 
n Freibeiten. Kein Geſetz kann pro- 
en, obne ihnen vorgelegt worden zu 
eigert feine Genebntigung der Promul⸗ 
eſetzen, meldye gegen bie Couſtitution, 
die Moral, die Religionsfreiheit, bie 
retbeit, die Gleichheit ber Bürger vor 
Die Unverleglichleit des Cigentbums, 
arfeit ber Richter verjioßen, ob. bie 
3 des Landes gefährben könnten. Der 

durch ein Senatsconfult die Conſti⸗ 
lonien u. Algeriens; alles das, was 
e allgemeine Eonftitution vorgefehen 
em Gange nöthig ift, ben Siun ber 
onftitution, welche zu verichiebenar- 
ng Beranfafiung geben. Die Senats- 
en dem Kailer zur Genehmigung vor- 


Senat beftätigt od. erllärt Tür nichtig | 


m Acte, weiche ihm bie Regierung ale 
idrig vorlegt od. welche ihm Durch Pe⸗ 
ſolche bezeichnet werden. Er kann in 
t an dem Kaifer Grundlagen zu Ge⸗ 
roßem Ratienalinterefje in Vorſchlag 
: fan Berfaflungsabänderungen vor- 
nmt der Kaiſer den Borichlag an, fo 
ı Genatsconfult; wird dadurd jedoch 
ntlichen Gruupbeftiimmungen ber Ber- 
fie in ber Proclamation vom 2. Der 

vorgefchlagen u. vom franzöſiſchen 
mmen worten find, abgeändert, fo 
allgemeinen Bollsakftimmung unter⸗ 
m. In Fall einer Aufldjung des Ge⸗ 
Rörpere u. Eis zur Einberufung des 
ı trifft der Eenat auf den Autrag bes 
zum Gange ter Regierung nöthigen 
m u. Maßregeln. Die Yrpupaen bes 
nicht öffentlib. Titel V.: Der Ge⸗ 
e Körper (Corps legislatif) befteht 


Inſtanz in der Bermwaltungsgerichtsortnung ; 





sy 


aus 261 auf 6 Fahr gewählten Deputirten (je einer 
auf 35,000 Wähler), bie Deputirten werben durch 


allgemeines Stimmrecht ohne Liftenfcrutinism ge» 


wählt; Wähler ift jeber 21 Jahr alte Franzoſe, der 
feine bürgerlichen Rechte genießt; wählbar jeber 25 
Jahr alte Franzoſe, ber feine bürgerlichen Rechte 
genießt u. fein Amt befleitet. Gin Beamter, ber 
das Mandat eines Deputirten annimmt, wirb ale 
Demilfionär betrachtet. Nur die Generale u. Offi- 
ziere, welche in ben Kabern ber Reſerve eingetra- 
gen finb, Können Mitglieder des Gejetsgebenben 


Körpers werben. Jeder Deputirte bezieht mährent 


der Dauer ber orbentlihen u. außerorbentlichen 
Sitzungsperioden eine Entſchädigung von 2500 
Franken monatlid. Die orbentlihen Situngen 
dauern jährlih 3 Monate, doch kann der Geſetz⸗ 
— Körper auch zu einer außerordentlichen 

itzung einberufen werden. Die Sitzungen ſind 
öffentlich, außer wenn 5 Mitglieder das Gegentheil 
verfangen. Der Geſetzgebende Körper discutirt u. 
votirt das Budget u. bie Gefelgesvorfchläge, bie ihm 
von der Regierung vorgelegt werben. Amendes 
ments müffen dem Staatsrath vorgelegt werben; 
nimmt dieſer fie nicht an, fo dürfen ſie nicht zur 

erathung des Geſetzgebenden Körpers kommen. 

kerbaupt können in den allgemeinen Situngen 
die Regierungsvorlagen nur berathen u. angenom« 


men ob. verworfen werben. Alle Sigungsberichte 


müffen ansfchlieglih auf dem officiellen vom Prä- 
finenten veröffentlichten Protokolle beruhen; lein 


| Deputirter darf ohne Be ang der Verſamm⸗ 
lung feine Rede drucken Iaffen. 


er Präfibent u. 
die Vicepräfidenten werben jährlich vom Kaiſer er- 
nannt. Die Minifter können nicht Dlitglieber des 
Geſetzgebenden Körpers fein (wohl aber bes &e- 
nats), auch haben fie mit Ausnabme bes Staate- 
miniflere, wenn er ——— überbringt, 
feinen Zutritt zu demſelben; bie Geſetzvorſchläge 
werben von ben Mitgliedern bes Staatsraths ver⸗ 
theidigt. Petitionen Dürfen nur an den Senat, nie 
aber an den Geſetzgebenden Körper gerichtet wer- 
den. Der Kailer beruft den Geſetzgebenden Kör⸗ 
per, prorogirt ihn, LöR ihn auf. In letzterem * 
muß der neu gewählte binnen 6 Monaten zuſam⸗ 
menbernfen werben. Titel VI.: Der Staats» 


rath (Conseil d’etat) hat alle Geſetze zu berathen, 


ehe dieſelben dem Geſetzgebenden Körper vorgelegt 
merben, u. vertritt die Regierung vor biefer Ber- 
fammiung. Cr if die höchſte berathende Behörde; 
doch bat fich feinem Gutachten dae Miniſterium nicht 
zu unterwerfen. Auch fungirt derſelbe als böchfte 
wer 
ih durch einen Minifterialbeichluß in feinen Rechten 
verlegt glaubt, fann an den Staatsrath appelliren. 
Die Minifter haben Rang, Sit u. berathende 
Stimme im Staatsrath; der Bräftdent des Staats» 
ratha hat Minifterrang. Die Mitglieder des Staats⸗ 
rathe® werten vom Kaifer ernannt u. fönnen von 
ihm abgefetzt werben. Sie beſtehen aus 40 bie 50 


| orbentlihen Staatsräthen (mit 50,000 Franken 


jährlichem Gehalt), 15 orbentliden Mitgliebern 
n. 20 auferordentlihen Staatsräthen, aus 40 or- 
dentlichen Requetenmeiftern (Maltres des reque&- 
tes [Unterftastsrärhen] mit 6000 bis 10,000 Fran- 
fen jährlichen Gebalt), aus einer unbeflimmten 
Anzahl außerorbentliher Requetenmeifter u. 40 
Alrfenitatoren (Auditeurs) in 2 Klaſſen (mit 2000 
Sranfen u. ohne Gehalt). Der Staatorath beſteht 











ni — 
en — 












J. Picarbien mit Nxtois. 
* bampagne 


—* ——— is mit Beinjeleis, r in 


— 
— 


| T Sach be E77 9— ; | 






‚BranEreic, (Besar, u. Stat: en 










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DON —— * 
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Kuthe ei "Fri “ * 


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se), Feine BE Gen 
e u. Picardie), 5) Seine-Dar: 
* agn — (mit 









mme u. 7) Pas 


a 


y gun (Bonrgegm)- 


ae 


u. 


— Foir, 


* u, Belay, 


roid. 


ale mit Saintonge, 
Ar —— —— 


Marſan, Chaloſſe, 


Landes, Armaguac u, Bir 


gorre u. Nabarra. 
X. Dricaneis mit Nivernois, 
Berry 


r ‚Maine, An |: | 


do To u. eg 


KL Bretagne 
XKILRormanbie. 


Mm 
RM. lotbringen Oefraine) mit | 
n De za Ber) M 


ep Fu. 


&VvL ae (Aiface) nebſt dem 


xu Die Inkl u ica Itle de 
 Korfe).- 


Mine) ee! T, — 





‚| magnac u. Eonbomeis), 44) Lot⸗Garonne ( 








EI — 8 se J — | 





40 

no Sankeb Wucenres (Oberpyrenäen, ® 

45) —— ep 46) Lot — 47) Ta 
), 48) Anchron 


| — —2 —S * — 
XII. 1. Bramäfifhe For nen er-| 


74) ta Manche u. 75) Orne (mit; 
16) Nord (Rorben). 


a7) Haute (Ober-) Saöne, 78) Sura, 79) Doubs. 
80) Vonges ( 81) Meurthe, 
Pa —— Bogejen), ) ax Refelk 


84) Bas · Rhin (Mieber 
Fun ae — — 
te: 


a la 7 r ar 


ame —— — — 


—— Beibe erhalten fee aung, * 
tung, Heigung rc. eher. Canton hat einen ge⸗ 


(f. unten). Die 

Marihallate —8— ge⸗ Semeinden (Communes) find zu gleicher Zeit 
inem Marichall an ter Spipe, wel⸗ | Lanbestheil m. 5 —EE 

uß tb bet, bei etwaigen Unruen fofert | fen). Un ber Spitze ihrer Berwaltung ſteht ein 
ı Gewaltmaßregein zu treffen, ohue Maire (Bilrgermeifter) mit einem ab. (wenn bie 
holung eines fpeciellen Befehls bes — mehr als 2500 Em. bat) mehreren A 


jun 
ng: Das Minifterium bes Innern il 1); der Maire if daher N zu 
suche * ee inneren Ber- —— —— als ee jet 
verfällt mit dem Minifter als Chef — er bie — zulommenbden Aufträge zu voll; 








weralfecretär in die 4 MALEN, 
u. —— 2 | — von Departementehauptſtãdten Nyon 
- u. Sommunalverwaltung, Direc i : 
neinen Gicjerheit u. Direction ber ‚ handhaben. In Städten fiber 3000 ww. wird ber 
An der Spige jeden Departe- | Maire vom Kaifer, in ben Mleineren Gemeinden 
aBräfect, vem ein Bräfecturratb u. | vom Präfecten ernannt. Als Gemeindevorfland 
b (Conseil de prefecture, Con- liegt ihm bie Berwaltung ber — ob, 
beigeordnet find. Das Departement | legt er ber Gemeinde das Budget vor, repraͤſentirt 
bestheil u. felbRänbige Sinheit (mo⸗ eh vor —— 1a hält die @eburts-, —— 
, bat alö foldhe eigene — zieht bie Civilwaun 


— no: u. verlaufen. ee ie * 
nerfeit® ierungdorgun, an t. ter if jeber 21jäbri anzofe, 
iteeebeifesizut —— muß —— 49 geich . ee, br 
wichriebenen Yällen) das Gutachten 6 Monaten iu ber Gemeinde wohnt; wählbar 
Üranofe, ber feine brgertichen Rechte — — 
wenn er nicht in der Gemeinde wohnt. Der M 
nieipalrath beſteht ans mindeſtens 10 Wtgienen; 
in den Gemeinden über 300 bis zu 1500 
12 Mitgliedern u. fofort ſteigend Bis zum Maxi⸗ 
mum von 36 Mitgliebern in Städten Über 60,000 
Ew. Der — irn bat nach den Gele vom 
18. Juli 1837 folgende niffe: a) er faht end» 
gültige Beföttfle übe über ir ea ter Ge⸗ 
meindegüter, Bedingung ter Bachtverträge ꝛc. Die 
Beſchl — dem a ne 
t das inner» 
le nãchſten kan Tage zu —— nit 
abguändern), letstere fan un das Miniſterium bes 
Inneren appefliren; der berathet das Gemeinbe- 
t, Kauf m. Berka 


athe einholen, als letter wirb er 
ath controlirt u. befchräutt. Der 
eftebt au6 3 ob. 4 nom Kaiſer er- 
yeren, abſetzbaren Räthen u. bildet 
e Jahr fungirende (berathente) Ber 
eueralvath wirb vom Boll auf neun 
ge u. hält jäbrlih eine jentägige 
: Mitglieber find unbefolbet. 
in eingelnes Mitglied nicht abſetzen, 
en Generalrath auflöſen. Zur Be 
teralsathe gehört Die Vertheilung ber 
enden Körper tem Departement 
mern unter bie einzelnen Arronbilfe- ⸗ 
rt bie Departementalſteuern, berathet 
vr Anika Berlauf, — — 


rtement be 


Ps m cr Geahnigung, be E Bei * 


it. bie einzelnen Verwal⸗ 
at — einen Domd⸗ 
— der indirecten Abgaben, Ge⸗ 
Jaſpector der Brüden n. Stra⸗ 
— 8 Dictionnaire de l’admini- 
ıwtementale, Bar. 1823; Lpineis, 
»sratif, Par. 1825). An der Spitejer 
Vene nisßetenumterpeäfecn; | Mi 
mm Arrondiſſement ge 
beß Präfecten dem - artement z 
t nur in feltenen Fällen felb- 
mei - bie ibm zukommenden 
zwiſchen dem Präfecten 
Das — iſt weder — 
fon, mach hat es fein eigeues Bu 
d’arrondissement wird auf ih 
? ber Genereirath gewählt, er hat bie 
r ben Seneraltath u. hie Beribeilung 
teuern am die Bemeinben. Präfecten 
ten eruemmt der Kaiſer auf Vorſchlag 
beB Iumeun.: Dex Gehalt eines Pe» 


theilung in a * nheiten, Annahme ven 
—— — —* 
——— Budget ber Aiechen⸗ 
taflen, wenn bie —— zum Cuitus beiſteuern. 
Außerdem ſteht ihm das Recht zu, gegen Stewuer⸗ 
beträge zu veclamiren. Seine en find mit 
öffentlich, Die ordentlichen I 
ri einmal Ratt u. dauern 10 ag — 
—— Une vom Maire mit Geuchmi⸗ 
— —* Unterpräfecten . auf Berlangen wen 
mindeften® einem Drittel der DRitglieber mit Be- 
nebnnigung bes Präfecten einberufen werben. Der 

Präfect farın den Mumicipalrath fnspendiren, ber 
Naljer denjelben aufläfen. Die franzöftiche Munici⸗ 
palverfaſſung beruht aufben Gefeheii vom 24. ſt 

1790, von 31. März 1931 n. 18. Juli 1837. 

übertr Departementalverfaflung Oeneralrãtheve.: 
Deppiagrin ver Drsiiden Bierrijuieeiäiein NAD; 






Fr Hi 
2 . RE 

> 

# 

et 





1 
fnerfa 


Aber die Diunicipafverfaffung: Pechart, El6ments 

:6e T’administration municipale, 4. Autz. Par. 

1822; Dupin, Histoire de l’administration lo- 

:onle, ebd. 1828; Delacau, De la nature du 

uvoir munieipal, ebh. 1829; Bulan, in feiwem 
rbuch der Geſchihte n. 184. ©: 

: Rechtn. Rechts pflege. Die gefammte Rechts⸗ 


‚fee bt auf dem Code Napoidon ob. Les 
:&ing Codes (f. Gobe), ſowie auf dem Grunbfet 
der Öffentlichteit m. Mändtichkeit. Die Juſtiz wird 
‚an Namen bes Kaiſers burch von bemfelben er⸗ 
-nannte, aber unabſetzbare er geübt. Niemand 
kann feinem oxbentlidhen ter entzogen werben. 


au len in bem e civil, auch vor⸗ 
.ugerseife Code Napoléon genannt (f. Cobe A), 
enthalten; nur wenige Artikel deſſelben find. durch 
"Das Geſetz vom 14. Juli 1819 abgeändert worden. 


Auf dem Römischen Rechte, den früheren Geſetzen 


'n. Gewohnheiten beruhend, ftellt Dies ne 
das Eivilrecht unter feine Reli ift aber au 

in das rein Kirchliche nicht ein. Die Ehe ift baber 
lediglich bürgerlicher Vertrag ( Ciwilehe i 
‚rechtliche Giltigkeit derſelben wird nur durch bie 
burgerliche Tranun — welche von einem 


Civilſtandabeamten (Mat B erun 
— —— —— 


Adjunct) vollzogen wird. 


hres 
and) war fie bereite in bie Conſtitution von 1701 
‚aufgenommen. Beſonders ſcharffinnig iſt im Code 
‚civil bie Geſetzgebung über bie Ehe, bie eheliche 
Gütergemeinfchaft u. bie Lehre von ben Abweſen⸗ 
ben; eigenthlimlich ber Kivilftand, die Rechte bes 
Samilienratbs u. das ——— Anderwãrts 
macht ſich oft Mangel der Übereinſtimmung, un⸗ 
genaues Verſtändniß bes Römiſchen Rechts u. man⸗ 
‚pelhafte Orbnung bemerkbar; am ſchwächſten ıft 
-die Sinriätung bes Hypothekenweſens (Grenier, 
Traite des hypotheques, 3. Ansg., Bar. 1828, 
-2.Bbe.). Doc, bat daſſelbe in neuefter Zeit einige 
Abänberungen erfahren’ (ogl. Groſſe, Explication 
au point de vue practice de la loi du. 23.'mars 
1855 sur la transcription en matiere hypo- 
thecaire, Par. 1857). Bergl. außer ben Bearbei- 
kungen des Code (f.d. A) Deloincourt, Institates 
du droit francais, Bar. 1824, 3 Bbe.; Prondhon, 
-Coura du.droit, ebd. 1837, 21 Bde. ; Frey; Lehr- 
Buch bes frangöflfchen Civilrechts Manh. 1840, 
3 Sde.; Defl., Drang} ifche Civil⸗ u. Eriminalver- 
fefiung, ebd. 1842; Thilo, Controverſen des fran- 
n Civilrechts, nach Boilenr, Stuttg. 1841; 
Thibaut, Lehrbuch des franzöſiſchen Eivilrechte, 
Berl. 1841; Zachariä won Lingenthal, Handbuch 
bes framöfifehen Cioifechts, 5. Aufl., bearbeitet von 
Anfhüg, Heidelb. 1852 |., 4 Bde. (auch franzöftfch 
bearbeitet 1842), Die CinilproceBorbnung 
beruht uripränglich auf der Ordonnance eivile 
Ludwigs ZIV. von 1667, dem Decret sur l'or- 
Suniestion judicisire vonı 14. Auguft 1790, ber 
rdonnance sur l’organisation des tribunaux 
vom 18. Mai 1800, namentlich aber auf bem Code 
de proc&dure civile (f. Code ») , welcher letztere 


am 1. her Ie 
1810 u. 1030 einige yernien Mk ene —* 


JInſtanz [Tribunal de 
‚I.b.); bie 





Yrantsei ( Geogr. m. Etatiſt eltaletin) 


bat. Jeber Canton bat ee Berglei 
od. Friebensgetidt (Bureau d 
tion), neu organifirt durch bie Geſehe 
1839 ı. 2. Diai 1852. Das Friebens 
aus einem wom Kaifer ernannten, ' 
durch ihn abfehbaren Michter- (Friet 
de pais], welcher nicht Inriſt zu 
2 unbejolbeten Stellvertretern (Juger 
Der Friedensrichter 4 zugleich Mir 
mittler. In erflerer Eigen ſchaft emil 
yet a zum Werth don 10 
in erfier Inftanz bis zum Werth von 
Appellation findet beim Kreiögericht | 
> Eigenschaft * er inſoſern, als kei 
reisgericht anhängig gemacht werben 
——— ——— rteien zu ein 
verſuch berufen u. ihnen die Bergebli 
bejcheinigt bat. Das Kreisgerih 
d’arrondissement, bisweilen auch & 


4 


remiöre i 
nannt), beftebt je nach ber Größe bes Ar 
aus 7 bie 12 wirklichen Richtern u 48 
tretern. Die erfieren find bejolbet; 
welche aus ben Arocaten gewählt 7 
jeitweilig flir bie Richter fungiren, un 

ompetenz des Kreisgerichts gehört im 
alles, was bas Geſeh nicht ausdrüd 
dern &ericht zuweiſt, in letter Inf 
Detrag von 1500 FFranfen, ob. bei 
bis zum Werth von 60 Franten Rente. 
Hof (Cour d’appel) befteht je nad 1 


| betreffenden Gerichtebeziris ans 24 I 


u. bat bei-24 Räthen 3 Sammern (1 
proceß, I flir corzectionelle Appellati 
Beriegungen in Anllagezuftand), # 
40 Rätben 4 resp. 5 Hammeru (2, rı 
Eivilproceß). In mandhen Fällen oh 
lihen Räthen in pleno geumrtbeilt. ‘ 
iſt in ben meiften Fällen zweite, i 
Inſtanz für Das Kreis⸗ Gorrectionell 
gericht; nur im wenigen Källen iſt 
ftanz. Die Kreisrichter u. Appellati 
unabſetzbar. Über beu Gaffjationms 
unten. Außer ben Richtern, resp. Ri 
Gericht ein Staatsanwalt (Procur 
j. unten), mebrere Greffiers u. Huiſſu 


| u. deren Functionen durch bie Decrete 


1808 u. vom 14. Iumi 1813 beftimmt 
vilgerichten bebient man ſich ber Am 
u. Xboocaten (Avocats), welche Peist 
nur plaibiren bürfen u. nach bem ! 
14. Dechr. 1510 u. 20. Roobr. 1822 
Beamtenftand (Ürdre) mit Difeipli 
seil Je discipline)- bilben, am bel 
gewäblter Bätonnier fteht (vgl. 9 
orbentlide Cipilprocefi mit 
ſchriftlichem Berfahren, bem gemeinen 
unäbnlich, ıft langwierig u. koftipiel 
mariihen Brocefje führen ſchuel 
bung. Die freiwillige Gerichte 
burc Notare (Notaires) verwaltet. 
ben unt, &obe B) genannten eu 
beirumgen noch Panjey, De l'antori! 
3. Ausg., Bar. 1827, 2 Bde; Garni 
la procddure civile, ebb. 1826, 28 
de procädure civile, ®oitiers 1 


La proc. civile, 4. Ausg: , Bar I 


Draukreich (Geogr. n. Statift.: Nechtepfiege) - - 
| Sranten Gelbftrafe ob. 5 Tage Befängnig. Man a 


Bbe.; Nanter, Cours de proc. civ., 
Schend, Traité sur le ministöre 
1813, ®anly, De l’independance 
l., Colmar 1830; Berrin, Sur le 
refhiers, Bar. 19823; Dumont, Bia- 
issiors, ebb. 1824; Delaporte, Le 
1., ebd. 1811, 2 Vbe.; Leglige, Re- 
. des huiss., 2. Ausg., ebb. 1828, 


pellirtuon demielben an das Auchtpolizeigerid 
Dies if ein Theil bes Kreitgerichts, beficht aı 
3 Richtern u. urteilt über alle Geſetzegübertretu 
gen, welche mit einer höheren ale Polizeiftrafe E 
droht find, ohne Verbrechen zn fein. Dan appell 


| vom Zuchtpolizeigericht ber Arronbiffements- ; 


ba ber Departementöhauptflabt, u. won dieſem 


en, Code des huissiers, ebd. 1828; | bas einer anderen Departementehauptflabt beffelb 


otaire, ebd. 1813, 3 Bpe.; Paufey, 


ence des juges de paix, 7. Autg., 


ati von Hoffmann, Zweibr. 1834); 
anuel des justices de paix, Bar. 
Le droit franc. dans ses rapports 
isdiction des juges de paix, ebt. 
.; 2avaur, Man. du trib. de cas- 
27; Garnier, Repertoire general. 
le et la loı de l’enregistrement 
loctrine et jurisprudence, 4. Autg., 
ie Handelsgerichtobarkeit be- 
ı Code de commerce (f. Code C) 
ben Santelsgerihten (Tribunaux 
ce) u. den Edieberichtern (Prud’ 
rwaltet. Die Diitglieber bes erfleren 
ven Kaufleuten u. Fabrikanten unter 
ihre gewählt u. vom Kaifer beftätigt, 
on den Fabrilanten, Meiftern n. Ge⸗ 
nen Hälfte aus Dleiftern, zur andern 
beftebent) ebenfall® unter fich gewählt. 
nbelsgerichten kann man ſich weder 
Bnoch eine® Advocaten bebienen. Der 
mmerce bat durch das Geſetz vom 8. 
ver Fallimente eine weientliche Ahände- 
? —* außer ben bei Code c) genannten 
ı, Eommentarenzc.noch Parbefius, Bi- 
de droit commercial, Par. 1821; 
über den Code, |. d.; Savary, Le 
tiant, 3. Ausg. Bar. 1752, Fol.; Bar- 
s de droitcommercial, 3. Außg., ebb. 
e. (dentſch von Schiebe, Lpz. 1838); 
, Cours de droit comm., Par. 1821, 
sent, Le&gislation commereiale, ebb. 
; Sorfon, Questions sur le Code de 
. 1829; Fremery, Etudes de droit 
1833; Perfil, Des societes comm,, 
Yerf., Des commissionnairs et des 
1836 ; Bravarb » Veyricree, Manuel 
nm., ebd. 18383; Journal de juris- 
ıerciale et marıtime, herausgegeben 
Glariond. Die Criminalproceß⸗ 
. das Criminalrecht find in dem 
zuction criminelle u. tem Code 
)e D) u. x) enthalten. Der Griminal- 
: auf ben Örandfägen ber Anklageichaft, 
keit n. Müntlichleit u. ber Freiheit 
igung; fein Berhafteter joll über 24 
serhört bleiben. Dem Anllageproceß 
eime Vorunterfuhung voraus Das 
t unterfcheitet 3 Grabe von Ge⸗ 
ungen (Infractions) : Polizeivergeben 
ions),Bergehen (Delite) u. Berbrechen 
—* bie erſteren urtheilt das Polijei⸗ 
die peiten das Zuchtpolizeigericht 
le police correctionelle), über bie 
jſfiſenhof (Cour d’assises). Das Bo- 
‚t (das Priebensgericht in jeter Can⸗ 
pt), bei welchem der Poligeiconmiflär 
waltſchaft vertritt, erlennt bie zu 15 





Appellationsgeritebejirle, am Sit eines Appe 
bofe an dieſen felbft. Die Verbrechen werben v 
der Anklagelammer des Appellbofsan den Afifife: 
bof verwieſen; dieler tritt aller 3 Donate in t 
Departementshauptfiadt zufammen u. beſteht a 
12 Geſchwornen, weiche mit Stimmenmehrheit üt 
ben Thatbeſtand urtbeilen, u. ben Richtern , wel: 
bie Strafe erlennen (f. Gefchwernengericht). Auf 
den Berbrechen urtheilen die Aſſiſenhöfe auch mı 
über Preßvergeben jeder Art (vergl. Hellie, I 
jury appliqud aux delits de la presse, ®ı 
1834; Chaſſan, Traitc des d6litse et contrave 
tions de la parole, de l’Ecriture et dela pres: 
ebd. 1837— 39, 3 Bde.) u. über politifche Bergeh 
u. Verbrechen (mit Ausnahme des Hochverrath 
Bor den Zuchtpolizeigerichten u. Alfiienhöfen wi 
bie Staatsanwaltfchaft durch den Procureur in 
erial vertreten. Ron einen Urtbeil bes Aifife 
* findet eine Appellation nicht ſtatt; nur 
Caſſation bes Urtheils Pourvoi on casaatio 
wird die Anklage vor ein neues Geſchwornengeri 
verwieſen. Vergl. außer den bei Code op) u. x) 
nannten Überjegungen, Sommentaren ıc. noch T 
four, Code criminel, Bar. 1810, 2 Bbe.; Pige 
Cours el&mentaire, ebb. 1818; Beriat ei ® 
Cours de droit crim., Grenoble 1822; Carr 
Instruction criminelle, Bar. 1817, 3 Br 
Dupin, Observations, ebd. 1921; Bavoug, I 
ons preliminaires, ebd. 1824; Marcel de Ger: 
{anuel de cours d’assises, ebb. 1823, 3 U! 
Bourguignon, Jurispr. des codes crim., ı 
1825, 3 Bde.; Rauter, Traité du droit cri 
ebd. 1836, 2 Bbe.; Boitard, Lecons de dı 
crim., ehb. 1836; Mittermaier, Das deu! 
Strafverfahren in Vergleihung mit dem fraı 
ſiſchen, 3. Ausg., Heidelb. 1838. Für Hochverrat 
beſteht noch ein befonderer hoher Gerich 
hoff. oben, Staateverfaffung). Obgleich es « 
ber erfien Grundfäge bes franzöfiichen Rechter 
daß Niemand feinen orbentlichen Richter entz 
werben ann, flieht es boch nach ben fogenan 
Sicherheitsgeleh vom 2. März 1555 der Erecı 
gewalt zu, jeden ihr Mißliebigen zu jeder Zeit ı 
richterliche® Urtheil nach Algerien zu transport 
od. in irgend einem Departement zu interniren. 
Eaffationehof(Cour de cassation) hat nie 
ben ftreitigen Bunte ſelbſt, fondern nur über bie 
tige Anwendung bes Geſetzes u. Über die Befolg 
bes vorgeſchriebenen, im Jutereſſe des Angella 
beſtehenden, Berfahrens zu entfcgeiden (Belek 
27. Novbr. 1790). Gr befleht aus 1 Präfide 
u. 48 Mitglietern , welche in 3 Kammern zerfe 
bie Nequeteutanmmer (Chambre des réquè 
bie Civilkannuer (Chambre civile) u. bie & 
naltammer (Chambre criminelle). Reine 8a 
tauu ein Ertenutnig fpregen, wenn nicht 11 
zugegen find; bei zum zweiten Wulf einger 
Gaflationsgefuchen entigeitet das Plenum 
Regnetentammer hat in Civilſachen bie Bo 


ä ggle ne Gerichte I no * — 


s 


— 852,937,400 Fr 


‚Aber 532 DA. Fr. 


ve an — 
de: Das Gefsde geh Sn 
ci. Bei —— — erfennt bie —— 
erbirechoßne eid. Sobald ber 


ird zum gmweit 
Caffetion eingefommen, fo 
hof in pleno (toutes chambres — 
Rechtsanfiht iR dann bindend für den Appellhof, 
dem ‚bie Sache zum enbgiltigen Urtheil-überwielen 


— Geſetz * 1. April an — Caſſa⸗ 


tionshof. Beſondere von den ee vor. 
flrativen 

Gerichte, die Kriegsgerichte (ſ. unten, Militär⸗ 
te), —— Diſciplinarkanmern der 
tionalgarde, der Notare, Abvocaten ꝛc. u. für 
er Unterrichtewefen bie vom Bräfecten präfibirteu 
Departementsräthe (Conseils depnrtementaux) 
n. der vom Enitusminifter präftbirte kaiferliche 


-Rath (Conseil Imperial de Virwrasion pub- 


Iique). Die Abvocaten am Staatsrath, die No⸗ 
en Anwälte, Gerichtoſchreiber, Gerichtavollzieher, 
Wechfel agenten, Mälfer u. Auctionstaratoren Bu⸗ 
nen nach bem Gert vom 28. April 1816, Art. 91. 
— Rachfolger präfentiven m. mit Genehmigung 
der Regierung ihre Stellen an dieſelben verlaufen. 
Binenzenu. TS Veran die ein Nach 
dem Bybget fr 1859 betra 
Staatseinnahmen 1 Mile 114 


f * eg ee 
en atsausaabern 1 080; anken, 
I Def nahen Ton | 


* 1. — — a ſchwebende Staate- 
e cohfolibirte Staate⸗ 
D(4 2 vom 9. 1825: 19,656,889 Fe.; 418 
vom 3.1852: 3,817,081,511 $r.; 4%: 68,839,200 
33383 4 — — Fr.) jnfammen 8,031,992,466 
u woftkt bie Yabhresrente von 299, ‚099,242 m: 
In zahlen. Die Staatseimmahmen — n: 
directen Steuern (Grund⸗, Thlir- u. 
Berfonal«, ge n. . Batentfeue), —— — 
zn ungefübe Millionen : birecten 
— la: von Wein, er u— Bramnt⸗ 
wein, inl andiſchem Zucker, „ —*— — 36.) jn- 
fe jährlich ungefähr über nn Le — 
nn verkaufter Grmbrt 
Li 360 A gel u. re 
be 250 Mill. oſt — mi 
Ede anbere Einnafmen Golzverk 
er St Sußwaſſerfiſche 
—5 "Gelbsugen —728 ⁊c.) Kir 
ungefähr 225 Mil. Fr. Un der Spige be 
ammten Yinanzivefene ſteht ber Sinamminkfter. 
des Departement 
einen Director der birecten u. einen Director der 


t einen Generaleinnehmer, 


inbirecten Stenern, n. jebes Arrondifſement einen 
Kreibeinnehmer, unter diefem wieder die werfchie- 


denen Untereinnehmer. Bon den Ausgaben fommıen 
auf bie Seren ber ſchwe⸗ 

benden m. ——— Staatsſchuld; ungefähr 
r. auf bie Dotationen (25 Ritt. aKein 


40 Mit. 
Se Eine; über 1200 MI. auf bie — —— 


erien (darunter 354 ZRIR. für dae Kri 
— 
un 
u Uientiidhe Arbeitri/ 06-DRUL. Tine — 2 


t ver Caſſation⸗ 
u. feine | 


ſammten 
t 


 Branfreid (Geige; x Statife: Finanzen &: Miffetgiqhe Bitte 


bat‘ 5 vändet, verwei 28 t2 IE. Eis 
le Ci — ass * | — * 10 — 


nWwoärtigen U 


de Finn a ige -Ditang 
zig. "FR das gefamunte Höhere kim 


en bed ganzen 
.Spite va —* er Rh Fr 
Staat angeftellte 
glieder der Univerfität, ‚weiche bie zu 
1850 ausichNeßfich — Unterricht lein 


(od. Facnitäts-) — Der erſte 
son Laien beiterfel Geſchlechts, 


vatkhulen) gibt es gegen 60,008 1 
49,000 Lehrern u. 23,000 
* MIN. Kinder Unterricht exhalten. 


biefeb Lehrerperfonuis gehört geiftiäch 


346 44 ehe von * — 2 
beiderlei Geſchlechts ohne allen Un 
wachſen. Für ben mittleren Unterricht 
ment secondnire) beſtehen 58 von 
gründete Lyc6es (Gymnafien), 246 ve 
ans eigenen Mitteln unterbaltene Co 
munaux (Progymmnafien), 1100 Pri⸗ 
126 fogenaunte Heine Seminare ni 
Collegien zählen ungefähr 20,000, t 

flitute gegen 40,000, die Heinen Ges 
20,000 Schiller. In. —— von 18! 
ben Gecunbärunteeright 2 Mill. Fe. ı 


Was den höheren U 
an Univerfitäten (Unfaiten mit fü 
täten) nur zwei (Paris n.. Strasser 


auch dies keineewegt 
ba jebe Facultät vereinzelt bafteht, ı 


| En Nector noch Senat diefef 


nzen vereinigen. Das bößere Um 
tennt 5 Wacuftäten (Academies): 
Droit (#edt), Mddeeine, Lettre 
ne ru de — 
Wiſſenſchaften: Mathematik Vi 
Kaurgefc te) Solcher Facultaten 
bie Theologie 8 (u. zwar 6 batholijche: 
Ar, Bordeaur, Rouen u. Tonloule, 
zu Montauban, 1 Iutheriiche zu Gin 
die Yurisprubenn 9 (Karies, Wir, Dijn 





Ca . 
fir ie Diebieh — 


Deo nr Vifſenichoftliche Miduugn. Eiehiäftigkefisanuftalten1BB7 


diteratur ıc. 17 (bie 

lonſe, Stratburg, Diien a. 
egacten Wi aften 16 (bie ber 
aris, Caen, Diien, Grenoble, Tou⸗ 
wg), fe ferner * 3 pharmecentifche 
mebscinifche Bo 


‚ält hie Univerfität nur 800 
— — 
n einem beſonderen Budget a 


fe alle zu ber — u. 
6 Naturhi ke Muſenm mit 15 
Schule der le n Orientalifchen 
Lehrſtühlen, bie Ecole des Char- 
d’archeologie a. ber mit dem 
longitudes verbumbene Cours 


in den meiften von ihnen wird ber 


zeitlich ertbeilt. — — | 


olytschnique zu un 

m Paris, St. er ae, De 
tz, bie Mari 
entaufchule ( 

— * N 
ieune, bie e 
sire des arts eot möllers ju — 
s arts et mdtiors zu 

‚ bie Handelsſchule zu Paris, bie 
—— zu Roville u , 
Alfort, Lyon m. Toulouſe, 
3 yon n. Dijon, 
— u. andere, den Schönen 
ete Schulen zu Paris u. eu auberen 
ag anf das Unterrichtsweſen iſt ganz 
getheilt, deren Lehrerperſonal eine 
demie) ber allgemeinen Univerfität 
wcon, Borbeau — t, 
zrenoble, yon, Montpellier, Naucy, 
‚Wenues, Strasburg m. * 
jeder Alademie Rebt gr 
dem Sultusminifter — 
u. mittleren Unterricht leitet u. ben 


richt überwacht ,, deſſen Lei⸗ 
vom Bräfecten präſidirien 

dnseils d6partementauz) 0 

— — me 3 der 
eiſt das Inutat Imperial de 
ce II. c); ferner bie 
que, 8. botanique, B.de 


ıncouragement pour l'industrie 
les gens de letires, des aut-ur: 


‚8. 

——— agrioulturs, S. 
limatisation, bie Da "1a 
ve , Minmuli 
in 


lungen, bene 


/ Erebun. Sripbie, Mer 


| el er Commilfionen verwaltet werben 





Sauptkabt zuräd. — ge Tee 


Lower: , im 
‚’ bem dewdin des 


ellkha — 
mg Sehe: a bie Un Biblie⸗ 
ee —— — — 


fe übe 1 42T 


85,000 Maunferipte, ungefähr 
viöve (250,000 Bbe., 30,000 Steankripe), B. 





u. anbere hiſtoriſche 
d’Arsänal (180,000 Bde, 6300 Ranuferipte), B 


| Mazarine, B. des Instituts u. a. fämmetlich u 


übrigen $. zu Lyon, Borbeaur, Ur, 
—— 
————— ontpellier, Toulouſe u. 
a. —— 3 Theater gt «6 in 
in Bari); 28 Stäbte 
—— Truppen aut beften in das kuſt⸗ 


—— Wohlthäti le ——— 
1338 Spitaler — ee 


Gefanımteintäufte derſelben betragen 

57 una u. bie jährlichen ade e 
23—ı Mill. se In demſelben 

werben jahrlich Aber 500 Kraule heiten Bla 
wovon ungefähr 59,000 (1 il fro. )fterben fo 
gibt 28 eine jeher große Anzahl Berpflegunge- 
bänfer für arme Ulte (Hospices). Yindel- 
bänfer (Maisons des enfants trouwes) gibt ee 
in 5 144, — über 123,000 Kinder bie 


Departemente 
rg das 5 HL das in Paris (f. Fiubel⸗ 
Tan Heinern Orten noch 
——— 
(Cröches), Krippen, |. b ulenr 
(Sales d’asile). Irrenbeilenfelten 
beuer Art 35, mit Aber 20,000 Geifteötranten u. 
mir Abe 6 BL. Orc Koften für die Departe- 
Bon ben ee IR das 
von von Üninse- Vingta I 
(tm Jahre 1851 gab es 21.068 ; Blade in gen) 8). 
Ben ben 41 — nten 
Ba ee —— 
5 ubſtumme amımt 
Urmenanfalten — den bienfaisance) 


in — 8000 —— ei 14 Mil. nen 
* Rütumgüuerein ——ã nee 


dı -pi6td) 48; — —3 


von 000 Yrce. m. 2,560,000 
vefonde, 865,952 Epartaffenbüder u. 271,881,006 
Inne der eingezabiten 
ereine gurgegenfeitigen Unterfägung 
Socidtds de reconrs mutuels), unter 


wärtigen Regierung jehr besünftigt. 1856 gab es 
deren 3123 —* 345,128 wirttichen Mitgliedern u. 


41,434 Ehrenmitgliebern (blos begablenbe) einer @e- | 


fammteinnahme von über 6 Mil. Fres. u. 5 Mill. 
Ferch. Ausgabe. Die Benftionslajfe für Greiſe 
{Caisse de retraile pour la vieillesse) wurde 
1850 vom Staate gegründet u. am 11. Mai 1851 
eröffnet. Der Arbeiterftand legt feine Eriparnifie 
Dort an, um fich ein forgenfreies Alter zu fichern; 
die Beiträge werben jährlich ob. monatlich einge- 
zahlt bis zu einem Marimum von 750 rc. iähr- 
licher Rente. Ende 1855 zählte Diefe Caſſe gegen 
43,000 Theilnehmer, von benen bie dahin über 42 
Mill. Fres eingezahlt worden waren. 
Heerweſen, Militärverfaffung u. 
B eftungen. Den Oberbefeht über das gefammte 
ranzöſiſche Heer führt der Kaifer; an der Spike 
der Verwaltung u. Verpflegung beffelben ſteht ber 
Kriegaminifter. Die franzöfiiche Armee hatte 1857 
eine Stärfe von 366,064 Dann u. zwar: A) In⸗ 
fanterie: 220,268 M. in 117 Regimentern (379 
‚Bataillonen, 3014 Compagnien); a) Kaiſergarde: 
1 Regim. Gensbarmerie zu Fuß (2 Bataill.), 3 Re⸗ 
gim. Grenabiere (12 Bataill.), 4 Regim. Voltigeurs 
(16 Batatll.), 1 Bataill. Jäger zu Fuß (10 Comp.), 
1 Regim. Zuaven (2 Batall.), zufammen 9 Regim. 
u. 1 Bataill.; b) Linie: 100 Linieninfanterie- 


imenter (300 Bataill. à 8 Comp.), 20 Bataill. | 


re 
Zäger zu Fuß (A 10 Comp.), 3 Regim. Juaven 
(9 —X Bataill. — afritamifehe ie 
terie (a 7 Comp.), 8 Difciplinarcomp., 2 Fremden⸗ 
regim. (6 Bataill.), 3 Reg. Algieriſche Schüten 


(9 Bataill.), zufammen 108 Regim. u. 23 Bataill.; | 


außerdem noch 5 Comp. Veteranen u. 117 Comp. 
u. 24 Sectionen hors rang. B) Kavallerie: 


62,988 M. in 58 Regim. (348 Schwahronen); a) 


Kaifergarbe: 1 Schwabron Hundert-Garben, 1 
Schwadr. berittener Gensdarmerie, 2 Regim. Kü⸗ 
zaffiere, 1 Regim. Dragoner, genannt Kaiferinbra- 


oner, 1 Regim. Lanciers (Uhlanen), 1 Regim. 


baffeurs, 1 Regim. Guiden (jedes berfelben zu 
6 Schwahr.), zufammen 6 Regim. u. 2 Schwabr. ; 
b) Linie: 2 Reg. Sarabiniers, 10 Regim. Kitvaffiere, 
12 Regim. Dragoner, 8 NRegim. Yanciers, 12 
Regim. Chaſſeurs, 8 Regim. Hufaren, 3 Regim. 
Chaſſeurs D’Afrique, 3 Regim. Spahis (jedes dieſer 
Regim. zu 6 Schwabr.), zufammen 58 Negim.; 
außerdem noch 64 Pelotons hors rang. () Artil- 


lerie: 34,282 M. in 19 Regim. (245 Batterien | 


a 6 Geſchützen) mit 49 Depotcompagnien 1470 
Veſchützen; a) Kaifergarbe: 1 Regim. zu Fuß 
(12 Batterien) mit 1 Depotcomp., 1 Regim. 
Reitende Artillerie (6 Batterien) mit 1 Depot- 
<omp., zujamnıen 2 Regim. (18 Batterien) mit 
.2 Depotcomp. u. 108 Geihüten; b) Tinte: 5 


Regim. zu Fuß (90 Batterien) mit 5 Depotcomp., 


4 Regim. reitende Artillerie (32 Batterien) mit 
4 Depotcomp. 7 Regim. fahrente Artillerie (105 
Batterien) mit 7 Depotcomp., 1 Regim. Ponto- 
niers mit 17 Depotcomp., 12 Handwerksdepot⸗ 
&omp., 2 Depotcomp. Waffenjchmiebe, zufammen 


17 Regim. (227 Batterien) mit 47 Depotcomp. 


u. 1362 Geſchützen; außerdem noch 19 Pelotons 
hors rang. D) Seniecorps: 9068 M. in 3 
Regim. (A 2 Bataill.) u. 4 Comp. ; a) Kaifergarbe: 
4 Diviſion (2 Comp.); b) Linie: 3 Regim. (6 Ba⸗ 
taillone) Genietruppen, 2 Eomp. Arbeiter; außer⸗ 
bem noch 3 Comp. hors rang. E) Genebar⸗ 


‚vallerie, Kürafftere 


Frankreich (Gesgr. u. Statifl.: Mifitärtsefen) 


merie: 22,712 M. n. zwar: a) Laiſerg 


Gensdarmerie zu Fuß n. 1 Schwab 
b) 25 Legionen im ben Departements, 
Algier, Die Garde de Paris, 4 Comp. üı 
nien u. 3 Detachements zu Taiti, Nukal 
uelon, zuſammen 144 domp. resp. S 
:Generalftab. a) Beneralität: 10 
91 Divifionsgenerale n. 159 asp 
Hetivität ob. Disponibilität, m. 76 Z 
171 Brigabdegenerale in Referve; b) I 
Generalftab: 32 Oberften, 31 Obriſtli 
Chefs D’Escabron, 281 Gapitäns u. 124 
zulammen 4345 M. 6) Eraiu: 4 
VBeteranencorpe: 1135 M. N! 
mit allem bazu gehörigen 6295 M. Hu 
noch: Srembenlegion ın Algier: 6110| 
leur» u. Cavalleriecorps ber Gingeb 
M., alfo alles Insgefammt: 378,911 U 
1855 (während bes Krimfeldzuge) befk: 
zöſiſche active Arinee aus 555,289 IR 
ım Smmern 375,231 M., in Afrile 
64,893 M., im Orient (Krim zc. 104, 
Stalien 10,473 M.; hierzu an Reſerve 
aljo zuſammen 594,728 M.; im 
dieſelbe beftehben aus 392,400 M. (322, 
nern u. Italien, 69,521 DM. in Wigier 
Pferden, u. zwar: A) Garbe aller && 
M. (mit 1381 ieren. B) Linie: a 
214,180 M. (mit 10,156 Offizieren); | 
55,310 M. (mit 3627 Offizieren); 
30,099 M. (mit 1452 Offizieren); & 
M. (mit 260 Offizieren); e) GBensbur 
M. (mit 642 Offizieren). Uniform: 
blaue Waffemöde mit rothem Krage 


rothem Aufichlag (bei ben Voltigenro gı 


nabiere ſcharlachrothe, Die Boltigentt 
Centrum grüne Epauletten; Beinfleibı 


Lederzeug weiß um ben Leib gefchnallt, 


vorn befeftigt, Kopfbebedung: niebrig 
den Öarbegrenabieren Bärmlten. Die 
blauen Rod mit gelb, grüne Epauletts u 
talons. Die Offiziere goldene Epanlei 
der Seconbelieutenant ein Epaulette 
auf der linken, ein Eontreepauletis am! 
Schulter, Lieutenant dieſelben Abzeiche 
gelehrt, Kapitän 2 Epauletten mit Yra 
volles Epaulette mit Bouillons auf 
DObriftlieutenant auf ber rechten Schu 
2 volle Epauletten mit Bouillens. 1 
ber ZInaven ift blan u. krapproth, bi 
ſchen Tracht nachgebifpet sc. Die Uni 
u. Karabiniere U 
mit Helm u. blankem Bruft- u. R& 
Dragoner grün, ebenfalls Helme; Lanı 
mit rotbem Kragen u. bergl. Eyaplal 


‚grün mit gelbem Kragen; Hufaren kr 


von verſchiedenen Yarben; 
ämmtlicher Cavallerie frapproth. Artil 


blaue Waffenröde, roth vorgeftoßen, 


auf bem Kepi 2 übereinander lieg 


röhre, rothe Federbüſche, dunkelbiang 


-Heider. Geniecorpo dunteſbͤlaue Wa 


aufgeſchlagen, roth vorgeſtoßen, werke 4 
lelblaugraue Beiufleiben" En Armete i 
Militärrobercommandos (Di 
28. Januar n. 13. Februar 185$) gett 


in 21 Militärdivifionen nm. 89 
ſionen zerfallen. Au ber Spike jedes 9 


FJeankreich (Geogr. u. Statift.: Militärivefen): :. - 
| Gubalternoffigieren (bid einſchließlich zum Lapitän) 


5 ein Marſchall von Beantreidı, 
er Mititärdivifionen ein Divifione- 
lilitãrdiviſionen find: Paris, Rouen, 
jur Marne, Meg, Strasburg, Be- 
Marfeille, Montpellier, Perpignan, 
oune, Bordeaur, Nantes, Rennes, 
4), Zours, Bourges, Clermont, 

1. Commanto umfaßt die Militär- 
tordene, nämlich: 1., 2. u. 3. Haupt⸗ 
is, Obercommandant: Marſchall 
2. Commando die Militärdivifionen 
mlich: 4., 5., 6. u. 7. (Hauptquar⸗ 
Dbercommandant: Marſchall Can⸗ 
. Commando die Militärbivifionen 

(einſchließlich Corfica’s), nämlich: 
17. u. 20. (Sauptquartier: yon, 
ant: Marichall Caſtellane); das 4. 
Milttärdivifionen bes Sidweftens, 

12., 13. u. 14. (Hauptauartier: 
rcommandant: Marſchall Bosquet); 
nanto bie Militärdivifionen bes 
&:15., 16, 18.,19.u. 21. (Baupt- 
irs, Obercoinmanbant: Diarihall 
Niere). Die franzöfiicde Armee er- 
urch freiwilligen Eintritt (ber frei- 
nre muß dae 18. Jahr zurüdgelegt 
n Grlaubuißfchein der Eltern bei- 
ich Confcription. Militärpflichtig ift 
e Franzoſe, ber die hinreichende 
gelund (militärtüchtig) iſt; auge» 
ilitärdienſte derjenige, welcher eines 
Iber beſtraft worden iſt; befreit da⸗ 
Re Bruter von vater⸗ u. mutterloſen 
nzige od. ältefte Schn (beziehentlich 
ittwe od. eines blinten ob. Tujährigen 
nich Großvaterd), der jüngere von 
yelhe in bemfelben Jahre militär- 
1, ber Bruder eines unter ber Fahne 
im Dienfte verftorbenen Soldaten, 
Heute, die Schiller der Polytechni⸗ 
elche fich verbindlich machen, während 
lihtigen Jahre im Staatsdienft zu 
Leute, die fich bem Lehrfache widmen 
ten, vemfelben mindeftens 10 Jahre 
die Studenten ber Theologie, bie 
iſtlichen Seminarien, bie Candidaten 
tes, bie jungen Leute, bie beim In⸗ 
miverſität einen großen Preis zuer⸗ 
haben, endlich auch ſolche, die ihrer 
enermaßen unentbehrlich find. Unter 
g befundenen entſcheidet das Loo8 
tritt in die Armee; bis zum Geſetz 
1855 ſtand e8 jedem Conſcribirten 
Üvertreter (Remplacant) zu faufen 
Rellen ; ſeitdem beſtimmt die Militär» 
1 Raufpreis, zieht denſelben ein u. ſtellt 
it (gewähntid einen gebienten Mann). 
anen direct fir einanber eintreten, 
ſelben Ortes ihre Looſe vertaufchen. 
währt 7 Jahre, die Präfentzeit ge- 
t bie 5 Jahre. Jedem Soldaten flieht 
nt bis zum böchften Range offen; bie 
ind: Unter »« (Seconbe-) Pieutenant, 
ıpitän, Bataillond- u. Schwadrons⸗ 
yaufig auch Commandant genannt), 
it, Obriſt, Brigadegeneral, Divi⸗ 
Marſchall von Frankreich Mlaréchal 
Das Avancement geſchieht bei den 


theils nach Berdienſt (au choix), theils nach dem 
Dienſtalter (& l'ancienneté); bei ben Stabeoffi⸗ 
zieren (vom Major an) nur nach Verdienſt. Die 
Dffigiere werben zum Theil auf den Militärfchulen 
gebildet, zum Theil (meiftens 4) au® den linter- 
offizierftante entnommen; leistere rüden felten höher 
ale zum Kapitän auf. Was das Avancement zum 
Korps des Großen Seneralftabe der Armee abe» 
trifit, fo kann ſich für daſſelbe jeder Offizier melben, 
muß jedoch bereits 1 Jahr bei einem Regiment ge- 
dient haben, fich einem ſehr firengen Cramen unter» 
werſen, um feine wiffenjchaftliche Befähigung zu 
erweiſen, u. dann noch 2 Jahre als Lieutenant bei 
berentgegengefetsten Waffeugattung (nämlich 1 Jahr 
Infanterie bei Tavallerie, od. Cavallerie bei Infan- 
terie, 1 Jahr bei Artillerie u. Geniecorp6) dienen. 
Diejenigen, welche dann ein nochmaliges Examen 
beftehen, treten in ihr Corps zurlid, werben zu Ca⸗ 
pitäns beförbert u. treten päter in den Großen Ge⸗ 
neralftab über, aus dem bie meiften Generale her⸗ 
vorgeben. Jede Divifion hat einen Militär- 
gerihtshof ob. Kriegegericht, won denen jeber 
aus 1 od. 2 permanenten Kriegsrätben (Conseils 
de guerre) al& erfte Inftanz behebt: bie zweite In» 
ſtanz Bilden die Revifionsrätbe (Conseils de revi- 
sion), deren 8 permanent find; jeder ber erfieren 
it zufammengefettt aus 1 Obriſten, 1 Major, 
2 Capitäns, 2 Lieutenante u. 1 Unteroffizier; ber 
letere wird gebildet aus 1 General, I Obrif, 1 
Major u. 2 Sapitäns. Die Mitglieder ernennt ber 
Divifionsgeneraf. (Vergl. Foucher, ber Geſetzgeb. 
für die Militärgerichtohöfe in Kritiſche Zeitſchrift 
VII. Nr. 20 931 u. Mittermaier, ebd. VIII. Nr. 
8.p. 171.) Bon Militärfhulen gibt es außer 
den bereit® oben (bei Unterricht) erwähnten noch 8 
Militärgymnafien u. die Regimentsichulen von 
allen Waffengattungen, eine Schießſchule zu Bin- 
cenne® u. eine gymnaſtiſche Lehranftalt nahe babei. 
Ein großer Theil der Offiziere wirb auch in ber 
Bolytehnifhen Schule in Paris gebiltet. Die En- 
fants de troupe find Kinder von Soldaten u. 
Unteroffizieren, welche (wenn ber Vater noch lebt, 
im 2., andrenfalls im 8. Lebensjahre) zum Regi⸗ 
ment gebradt, in bie Uniform deſſelben eingelleidet, 
in der Kaſerne unterhalten u. bort zu Tambours u. 
Soldaten erzogen werben. Für den Sanitätehienft 
follen nach einem Decret von 4. Aug. 1855 1577 Ärzte 
u. 322 Apotbeler (zur Zeit jedoch nicht vollzählig) 
in der Armee angeftellt fein, 358 Thierärgte forgen 
für Die Pferde. Die Truppenverwaltung ift in 2 
Sectionen getbeilt, von denen bie erfte Die 14 Ar- 
beiterabtheilungen, bie zweite Die Kentraldirection 
ber Parks umfaßt. Militärgefängniffe finden ſich 
40 ın J 12 in Algier, zu Lambäſſa in Algier iſt 
ein Dileiplinäretabliffement, die Werlflätten für 
bie zu Öffentlichen Arbeiten Berurtheilten find jſämmt⸗ 
lich in Algier u. zwar zu Algier, Tenez, Oran, Böne, 
Diersrel-Kebir, La Calle u. Cherchell. Für den Ber- 
kehr mit ben Bebuinen finb ber Armee von Algier 
40 Dollmerfcher beigegeben. Im Allgemeinen gilt 
bie franzöfifche Armee alseine ber beſtgeſchulten, beft- 
organifirten u. trefilichft ausgerüfteten. Die fortwäh- 
renden Kämpfe in Algier find für fie eine vortreffliche 
Schule. F. beſitzt 116 Keftungen u. 64 zum Theil 
befeftigte Deititärpoften, außerdein Paris, das Durch 
eine Anzahl Forts geſchützt, ein verſchanztes Lager 
in großartigſſem Style bildet. Bon biefen 116 


540 Frankreich ( 


ngen find 7 Plätze 1. Ranges: Met, Stras- 
—* —2 Cherbourg, Breſt, Lille, Gravelines; 
10 2. Ranges: Mezidres, Givet, Charlemont, 
Thionville, Beſançon, Perpignan, Bayonne, Ro⸗ 
chefort, Valenciennes, Calais; 24 vom 3. Range: 
Bincennes, Briancon, Grenoble, Antibes, Mont 
Lonis, RE, Oleron, Rochelle, Belle Iale, l'Orient, 
St. Malo, Havre, Amiens, Beronne, Dünfirchen, 
Cambray, Maubeuge, Donai, Bitſch, Arras, Bou⸗ 
logne, St. Omer, Baſtia u. Ajaccio; 75 vom 4. 
Range: Eonde, Landrecies, le Quesnoy, Belle» 
garde, VBergues, Aire, Bethune, Bouchain, Aves⸗ 
nes, Rocroh, Ardres, Montreuil, Hesdin, Doulens, 
Bapaume, Guiſe, Abbeville, laFere, Ham, Soiſſons, 
Laon, Sedan, Verdun, Longwy, Montmedy, Toul, 
Pfalzburg, Luneville, Lichtenberg, Schletiftadt, 
Neu⸗Breiſach, Belfort, Dijon, Fort Ecluſe, Fort 
Barraux, Blianſon, Mont Dauphin, Embrun, 
St. Tropez, Cette, Prats de Molo, Villefranche, 
Lourdes, Navarreins, St. Juan Pieb be Port, An- 
Dage, fa Rochelle, Bort Louis, St. Dialo, Dieppe, 
Ealvi x. Bon benjelben decken 24 bie ziemlich offne 
Nordgrenze von der Küfte bis zur Maas (die be⸗ 
dentenhften darıınter: Boulogne, Calais, Grave⸗ 
fines, Lille, Balenciennes); 6 die Norbgrenze zwi⸗ 
{hen Maas u. Rhein, hinter benen 8 eine innere 
2. Reihe bilden (bie bebeutendften darnunter find: 
Charlemont, Givet, Möieres, Sedan, Meb, 
Thionville), 11 die Oſtgrenze gegen Rhein u. Aura 
(bie bedeutendſten Strasburg, Schlettſtadt, Belfort, 
Beſançon), 16 bie ſüdliche Oſtgrenze gegen bie 
Alpen (bie bedeutendſten Briancon, Mont Dau⸗ 
»bin), 18 die Suüdgrenze (u. zwar 5 am Mittelmeer 
die bebeutenbften: Antibes, Toulon, Cette, Rare 
onne) u. 13 an den Pyrenäen, wovon Perpignan, 
Bellegarde, Lourdes u. Bayonne bie bebeutendften), 
14 die Weftlüfte gegen den Atlantifchen Ocean (bie 
bebeutenpfien: Rochefort, Ta Rochelle, Orient, 
Breſt), 9 bie Norbtüfte gegen den Kanal fa Manche 
(bie bebeutendften: St. Malo, Cherbourg, Havre); 
unter den 5 Feftungen im Innern ift Paris bie 
bebeutentfie, von ben 6 auf der Inſel Eorflca: 
Ajaccio u. Baftia. Die Sefannmtausgaben für bas 
franzöfifiche Heer u. Vertheibigungswefen (Bud⸗ 
get des Kriegeminifteriums für 1859) betragen 
354,042,020 * Die Nationalgarde, zu 
deren Dienſt früher jeder ſelbſtändige Staatsbürger 
verpflichtet war, iſt unter der gegenwärtigen Re⸗ 
ierung in den meiſten Städten ſuspendirt; in 
Bari mag fle ſich auf 60,000 M. belaufeıt. 
Marine. Den Oberbefehl iiber Die geſammte 
Seemacht führt ber Kaifer; an der Spibe ber Ber- 
waltung derſelben fiebt Der Diarineminifter. Die 
franzefiiche Kriegsflotte beftand im Jahre 1857 aus 
40 Lintenfchiffen mit zufanımen 3950 Geſchützen 
(m. zwar 10 erften Ranges zu 120 Geſchützen, 10 
zweiten Ranges au 100 Geichügen, 15 dritten Ran⸗ 
ges zu 90 u. 5 vierten Ranges zu 80 Geſchützen), 
40 Fregatten mit zufammen 2510 Geſchützen (u. 
zwar 17 erften Ranges zu 60 Geſchützen, 17 zmei- 
ten Ranges zu 50 ı. 16 dritten Ranges zu 40 Ger 
hüten), 20 Corvetten mit zufammen 523 G@e- 
Ibügen (u. zwar 8 gu 30 u. 12 zu 24 Geſchützen), 
30 Brigas zu 20 Geſchützen, 10 Aviſocorvetten zır 


— — — — — — — ⸗· 


16 Geſcültzen, 20 Aviſobriggs zu 16 Geſchützen, 


10 leichte Briggs zu 4 Gefchligen, 40 Gorletten u. 
Kutter von 4—10 Geſchützen, 20 Laftcorverten zu 
800 Tonnen, 30 GBabarren zu 350 Tonnen, 3 


< 


‚u. Statift.: itttäroefeni: Marine) 


Dampffregatten zu 540 Pferbetraft, 11 
gatte au 320 Pferbefraft, 40 Dampfce 
250 —E 6 Dampfcorvetten “2 
kraft, 33 Aviſodampfer bis zu 100 Bier! 
Ganzen 353 Kriegsiahrzeuge. Außer 
noch auf den Werften 13 Linienſchiffe vı 
Ranges mit znfammen - 1146 Gelhiike 
gatten mit zufammen 1445 @eichüßer 
vetten mit zufammen 340 Geſchützen n. 
jo daß die geſammte franzöſiſche Marin 
zenge mıt nahe an 12,000 Geſchütze 
mwürbe. Ein Theil der Linienfchiffe v 
find in neuefter Zeit mit Schrauben ve 
den, fo daß fie je nach Umftänben mit 
Dampffraft fahren können (Navires m 
Laufe der nähften 10 Jahre follen noch 151 
zeuge u. 73 Zrandportbampfer gebaut v 
Demannung der geſammten Flotte zi 
Matroſen x. (zur vollſtäudigen Bema 
feiner Kriegsfahrzeuge würde F. üb 
Mann bedürfen); das Corps der Mai 
(Infanterie u. Artillerie) 19,987 Mamı 
4 Regimenter u. 124 Eompagnien. D 
beftand der Martineoffiziere zahlte im 3 
2 Admirale (mit Marfchallsrang), 13 
rafe (Divifionsgeneralsrang), 22 Ten 
(Brigadegeneralsrang), 111 Linienid 
(Obriftenrang), 229 Sregattencapitäne 
tenantsrang), 673 Schiffslieutenant® ( 
hauptmannsrang), 493 Schiffefähnrid 
nes, Infanterielteutenantsrang), 139 
(Aspirants de marine). Die Seedi 
feit Mt durd) bas Befet von 3. Bruma 
res IV. georbnet; bie Mannſchaft mir 
Inscription maritime, in deren ?iftt 
25jährıgen Schiffer u. Matrofen einge 
recrutirt; die Dienftpflicht mährt 3 Ja 
Seemann merben 3 Proc. feines Sol 
abgezogen, wofür ihm bie Caisse de. 
de la mer einen Halbfold fichert. | 
Grabe wie die Stärte hat fich auch die 
ber franzöfiihen Marine in neuefter I 
Die franzöfiihe Seenmacht u. Das ba 
Corps des €qnipages de ligne iſt in 
nen getheilt, von denen je eine ben 5 g 
zöfifchen Kriegebäfen zugebört. Diele 5 
ſtationen (ugleih Site ber See! 
find: Cherbourg (mit den am 7. Ang. 
neten großartigen neuen Baſſins ber ! 
Kriegshafen -9; biefe Slottenftatien un 
dem noch die Sriegehäfen von Havre 
hen); Breſt (mit Et. Servan); L 
Nantes); Rochefort (mit Borbeaur u. 
Toulon (mit Marjeille n. Baftia); au: 
Kriegähäfen gu Seulcane, auf ten 9 
Oleron, zu Ya Rochelle, St. Tropez 
Die Geſammtausgaben für das franz 
mefen (einfchlieglich ber bis habın unt 
rinentinifterium ftehenben Celeniafvert 
tragen nach Dem Bubget für 1359: | 
Ran Seit bem 24. Juni 18558 & 
ür Algerien n. Die Colonien ein eiger 
rium unten bie Franzöſiſchen Colon 

Der Ackerbai iſt frei; die Erbtbei 
werbs⸗ u. Defibesireiheit iſt ungehinde 
ungeachtet u. trotz der vielſeitigen N: 
von Seiten ber Regierun (Srüntun; 
bauſchulen, Beranflaftung Affentlicer 2 


Frankreich (Geogr. u. Statift.: Landbau u. Inbuſtrie) 
Yaitlicher Ausftellungen, Unterflügung | 


„wozu 1956 100 Millionen Fres. be- 
m), ſteht derſelbe keineswegs auf ber 
wie in England, Deutichland u. eini⸗ 
Norbamerilas; troßdem taf an 56 
20 Millionen Zeelen) der Geſammt⸗ 
dent Baüernſtande angehören, find 
‘a 46 Proc. (über 25 Diillioneu Hec⸗ 
tare — 3,9 preußiiche Dlorgen) ber 
eläche bem eigentlichen Aderbau ge- 
T al® J davon (nahe an y Millionen 
zört noch dem großen Grundbefig an, 
‚a biefem wird (ausgenommen in ber 
aris) ver Boten nicht fo angebaut u. 
sie in ben genannten Yänbern; bem 
dbeſitz fehlt es dazu ar Antelligenz u. 
eichwehl erbaut F. bei der Güte u. 
feines Bodens felbit in Mitteljahren 
ir dad ganze Yand. Der capitafijirte 
zrundbeſitzes in 7%. iſi feit Den lebten 
a 40 auf &4 Milliarden Fres. geſtie⸗ 
urchichnittlich Den Meinen Grundbefig 
t greßen zu Gute gekommen ift. Die 
rctaren der Bodeunoberfläche Fos ver- 
olgentermagen: iiber 25 Dlillionen 
erland, über 5 Millionen Hectaren 
e 2 Millionen Hectaren Weinberge, 
dionen Hectaren Waltungen, über 
taren befleuerte Obſt⸗, Gemuſe⸗ u. 
‚ über 110,000 Bectaren Lliven-, 

Maulbeerbaumpflanzungen, iiber 
teren Kaſtanienwaldungen, tiber 7 
etaren unbebaute Flächen (Haiten 2c.), 
men Hectaren Straßen, Gebäude, Ge⸗ 
ibahnen sc. Im N. u. O. findet fich 
ter Kornboden, daher merten kort 
gebaut: Weizen, Roagen, Gerſte, 
elrüben (zu Zuder), Si⸗ u. Hülfen- 
8:c.;im W. namentlich fetter Gras⸗ 
zedeutende Viehzucht; im S. Getreibe, 
Mais, ferner Wein, Manlbeerbäume, 
. Die vorherrſchende Brodirucht iſt im 
nittlern F. der Weizen, im ſidlichen der 
eſammtwerth ber Cerealien einer mitt⸗ 
:ente beträgt Über 3 Milliarden Free. 
au iſt eine der wichtigſten Hülfsquellen 
nit Ausnahme von & uördlich gelege⸗ 
nents im ganıen Yante betrieben; er 
ıgefähbr 3 Millienen Meufchen u. 
ähr 4 Proc. (iiber 2 Diillionen Bec- 
rge) ber Bobenoberfläche tes Landes 
auptierten find Die Borteauny-, Bur- 
ampagnerweine . d. a.). In mittleren 
et man den Geſammtertrag zu 60 
ctoliter Wein, wovon ungefähr 20 
ctoliter von den Producenten ſelbſt 
rden u. 40 Millionen Hectoliter zur 
kommen; der Durchſchnittspreis ftellt 
Jahrgängen auf 12 Fres. pro Hee⸗ 
3 aus ten geringeren Sorten, na⸗ 
yer Loire u. Chareute, wird Braunt⸗ 
) bereitet. In den nörblichen Gegen⸗ 
x Normandie u. Picardie, ericitder 
n Mein: namientlich ang den Apfeln 
reitet (jährlich im Durchſchnitt für 
Franken). Die Forſtenltur ftebt 
berer Stufe; greße Waldungen find 
789 bejaß 5. Über 17 Diilliouen, jetzt 


nur noch Über 8) Millionen Hectaren Walbınıgem, 
deren Ertrag ſich auf jährlich 36 Millionen Stoͤres 
(Kubilmeter) Holz im Geſammtwerth von unge- 
führ 200 Millionen Franken beläuft. Die Vieh⸗ 
zucht ift ebenfalls nicht hinreichend eultivirt, u. 
namentlih wirb bie Bierbezucht (obwohl die nor⸗ 
manniſchen u. limoufiner Pferde ausgezeichnet find) 
ſehr vernachläſſigt; au ſchönen ftarten Pferden ifl 
trotz ber 27 Geftüte, welche ber Staat unterhält, gro⸗ 
Ber Diangel, u. bie Remonte muß deshalb tbeifs 
weis aus dem Auslante bezogen werben; ben Ge⸗ 
fammtbeitand rechnet man in ganz F. auf etwas 
über 3 Vlillionen Stüd. Auch die Rindvichzucht 
ift nicht ausreichend, das befte ziebt man noch in 
ter Normandie u. ber Auvergne; Tii-$. iſt auf die 
Schlachtvieheinfubr aus Deutichland n. der Schweiz 
angemwiejen. Schafe find durch fpanifche u. deutſche 
veredelt worden, Boch bezieht man noch immer einen 
großen Theil der Wolle vom Auslante. Schweine⸗ 
zucht ift namentlich in der Auvergne, Bretagne u. 
der Umgegend von Bayonne jebr bebeutend. Ziegen 
find Dur Augoraziegen u. Durch tibetanifche ver» 
ebeit worden, ihre Haare werben zu Zengen verare 
beitet. Eſel find das gemöhnliche Kaflthier in F. 
im &. auch Maulthiere. Die Viehproduction bringt 
jährlich in ganz F. gegen 1} Milliarden Fres. ein. 
Die Fiſcherei iſt ebenfalle ſehr einträglich; der 
Waufiichiang liefert jährlich 14,000 metriſche Etr. 
Thran u. Fiſchbein; der Stocſiſchſang beichäftigt 
gegen 400 Schiffe ı. nahe an 1300 Menfchen u. 
bringt jährlich 270 metriiche Eentner Waare. Der 
Seidenbau mwirb nanıentlich in ten im Rhöne⸗ 
gebiet gelegenen Departements betrieben u. beichäfs 
tigt während der erften 2 Sommernionate Tauſende 
von Familien; 90 ‘Proc. ter gefammten in F. er- 
bauten Seide werden bert erzielt. 

Die Induſtrie fiebt in F. auf einer hohen 
Stufe der Bolllommenbeit, ihre Hauptvorzüge 
find Wohlfeilheit, Eleganz in Bezug ſowohl' an 
Form als Farbe) n. verfeinerter Geihmad. Ir 
F. befteht volllommene Gemwerbefreibeit; vie Zünft 
find Durch Die Rewolution aufgehoben worden ; jebe 
kann jedes Handwerk ch. auch mehrere zugleich trei 
ben, ohne fi beionteren Bedingungen (Prüfen 
gen 2c.) unterwerfen od. um Conceſſion nachfuche 
je milſſen; nur die Zahl der Bäcker u. Fleiſcher i 
n manchen Gemeinden beichräntt. Der Gejunt 
beit nachıheilige od. ruheſtörende Fabriken u. Sta 
bliffements bebürfen einer beionteren Erlanemij 
Die Baummolleninpuftrie if namentlich 
der Normandie, der Picardie u. dem Elſaß vertreten 
Ganz %. beichäftigt in mehr ale 2500 Fabriken ur 
gefäbr 250,000 Arbeiter , die jährlich an 150 Mil 
Kilogramıne Baummolle verarbeiten u. für mel 
als 600 Millionen Franken Waare liefern. D 
Yeineninbuftrie veſchäftigt über 60,000 4 
beiter, welche jährlich an 125 Millionen Kilegr. Ha 
u Flachs verarbeiten n. fr ungefähr 500 Pirllien 
Fres. Waare (Leinwand, Barift, Sripen .\ 1 
fern. Die Wolleninpufrie 2600 Fabrıten ı 
ungefähr 150,000 Arbeitern, jährlih v2 Millie 
Kilogranınne Wolle (werunter 55 Millionen ® 
gramıne inlänbijche verarbeitend 1. "UT ad SE 
Fres. Waaren Lieiernd ıbie beſten Zudem Se 
Eiboeuf u. Louviers, ferner and Tuch ın % 
ville, Rouen, Lifieur, Limeges. Neubair, im 
reichen anderen Orten: glancle, Merines, =, 
Teppiche, Strümpiex.). Die Seiden RDV 


512 


es zählt die beſten Fabrilen der Welt; fie iſt na» 
meutlich vertreten in Yyon, Paris, Nismes, War 
lence u. St. Etienne, u. Hefert jährlich an feibenen 
Waaren, Bändern ıc. für mehr ale 450 Millionen 
gi an Werth. Tederinbuftrie (Schuhniacher, 
andſchuhmacher [namentlich in Paris, Grenoble, 
Luueville u. Chaumont], Sattler zc.) an 300 Mil. 
* Papierfabrikation (über 200 Fabriken) 
tefert 30 Millionen Kilogramme (über 4 Millionen 
Ries) Papier; die geſammten Drudereien bringen 
gegen 40 Millionen Fres. ein; Möbelfabrilatton 
50 Millionen Fres., Seife, Parfümerien zc. gegen 
70 Millionen $rc3., Uhrmacherei (namentlich in 
den Departements Jura, Doubs, Ain u. Nonne) 
über 40 Mill. Fres., Gold-, Silber- u. Bronze» 
waaren gegen 90 Millionen Fres. Olaswaaren, 
Spiegel zc. gegen 80 Millionen Fres. Porzellan, 
Havenze (namentlich zu Paris, Scores, Limoges, 
ouftine u. Rouen) 2c. ungefähr 22 Millionen 
Fres., Töpferwaaren 30 Dlillionen Fres.; bie ſo⸗ 
genannten Barifer Artikel (Lurusgegenflänte 
aller Art, bie fih namentlich burch Kleganz ber 
Form, Seihmad in ber Farbewahl zc. auszeichnen) 
zufammen über 150 Millionen Fres., außerbem 
noch zahlreiche Eiſen⸗ Stahl-, Kupfer, Meifing-, 
aa Holz, hemilche u. a. Waaren. Der Ger 
anımtertrag ber franzöſiſchen Inbuftrie im den ger 
nannten Fächern beläuft fi jäyrlich auf mehr als 
3 Milliarden Fres. DieRuntelrübenzuder- 
fabrifation beläuft fich jährlich auf 50 Millionen 
Kilogramme (aus 20 Millionen metriigen Cent» 
nern Runtelrüben). Ban Förderung ber Induftrie 
tragen bie jährlich zu Paris ftattfindende Kunſtaus⸗ 
elung u. die Socidts6 d’encouragement pour 
"industrie nationale, fowie ähnliche Sefeuicafe 
ten viel bei. Bergbau. u. Hüttenweſen: in 
5. bedarf es zur Gewinnung ber zu Tage liegen- 
den Erze keiner Konceifion, wa® die nicht zu Zage 
liegenden Erze anbelangt, jo erflärt ziwar das Ge⸗ 
ſetz vom 21. April 1810, gleich dem Code Rapo- 
leon, das Eigenthum des Uutergrundes für iden⸗ 
tiſch mit der Oberfläche, behält aber ber Regierung 
das Recht vor, bie Conceſſion zur Ausbeute ber 
Erzlager folchen zu verleihen, die fich durch Intel⸗ 
gen) u. Capital am beften Dazu eignen ; ber Eigen- 
tbiimer erhält bafür eine Rente. Die höheren Berg⸗ 
beamten (Ingenieurs des mines) werben auf ber 
Ecole des mines zu Paris, bie Unterbeamten 
(Conducteurs des mines) auf ber Bergwerks⸗ 
ſchule zu St. Etienne gebildet. 1852 beichäftigten 
die Steinkohlenwerle 35,361 Arbeiter (an 20 Dil» 
lionen Fres. jährlichen Gehalt) u. 460 Dampjma- 
ſchinen (mit zufammen 12,580 Pferdekraft) u. pro» 
ducixten 49,039,259 metriiche Centner (a I00 Kilo» 
gramme od. 2 Zollcentuer) Kohlen im Werthe von 
46,751,506 res. (doch mußten noch iiber 30 Mill. 
Gentner aus dem Auslande eingeflihrt werben). 
2153 Torf u. Braumloblengruben probucirten 
4,333,272 metriſche Centuer im Werthe von 
4,668,223 Franken. An Eijenerz: 88 Gruben 
(Mines) u 864 Lager (Minieres), mit zuſammen 
11,603 Arbeitern, probucirten 20,806,334 metrijche 
Gentner. An anderen Erzen (24 Gruben mit 2103 
Arbeitern u. 656,500 Fres. Gehalt) wurde produ⸗ 
cirt: Kupfer (im Rhönebepartement) 92,849 me⸗ 
triſche Gentner für 121,991 Fres.; Blei (nament⸗ 
lich in den Departements Buy de Done ıı. Hautes⸗ 
Alpes) 35,943 metrifche Eentner für 135,805 Fres.; 


Frankreich (Geogr. u. Statift.: Iubuftrie u. Hackel)] 


Blei mit Silber 78,164 metrilge Ca 
968,532 Fres.; Antimou 21,799 merrüg 
für 164,743 Fres.; Zinn 31 merriſche C 
4185 res. an Werth. Die Galıprodec 
fih auf 4,280,376 metriſche Centner fhr 
Arch. an Werth. Die Hätteumwertf 
an rohem Gußeiſen mit vegetabiliichen B: 
2,633,400 metriſche Centner für 42,709, 
mit mineralifchen 2,593,034 metriſche G 
32,276,415 Freo.; Eiſenguß nad zweit 
ng 900,886 metriſche Centner für : 
—* an Stabeiſen, Stangen, Eiſenb 
vegetabiliſchen Brennſtoffen 860,427 me 
für 38,385,456 Fres. mit mineraliſchen 
metriſche Ctr. fir 122,116,620 Fres. 
bahnſchienen 604,616 metriſche Ctr. für I 
Fres.; an Stahl 180,981 metriſche & 
15,388,235 Fres.; an Blei 23,403 me 
für 1,036,179 Fres.; an Kupfer 19,18 
Centner file 5,167,338 Fres.; an G 
Gramınes für 62,261 Fres.; an Silber! 
gramme für 1,354,012 Fres. an Werth 
Der Handel %-8 ift von großer Bd 
febt nur hinter dem Großbritannienge.| 
eutfchlande (Hanfeftäbte, Zollverban 
reich). zurüd; er wirb im Innern ber 
poliftifche Beſchränkungen, mach aufes 
verfchiebenartigften Hemmniffe au feiner] 
faltung gehemmt. Der franzöftfche Sa 
dem Ausland) umfaßt Aber 14 Proc. dei 
ten europätichen Handels. Die jährlich ve 
miniferhum, publicirten Tableaux de 
geben eine Uberficht Über ben Umfang! 
len u. bes fogeuannten allgemeinen 
fer umfaßt in ber Einfuhr blos bie f 
neren Verbrauch verzollten Waaren u. i 
fuhr nur die inländiſchen Producte; Id 
dem noch ben Tranfit und bie in den 
niebergelegten Waaren. Ferner enth 
Tableaux die Preisangaben nad den 
Werth (Valeur ofhcielle) und dem: 
wirtiihen Werth (Valeur actuelle) 
ber Breis wie er 1826 für alle Waare 
wurde, letter ber wie er (feit 1840 
Waaren jährlih aufs neue beftimmt ı 
Jahre 1855 betrug bie Einfuhr de 
meinen Handels nad officiellem 2 
Millionen Kraulen, nad wirklichem 8 
MI. Fres. davon für ben fpeciellen Ho 
resp. 1594 Dil. Freo.; biervon wu 
offtciellem Werth) für 1276 Mill. 
und für 676 Dil. Fres. zu Lande ein 
den 1366 Mill. Fres. (officieler Werth) 
Mill Fres. (wirklicher Werth) bes |} 
Handels lommen auf England und } 
nien 249 (resp. 295) Mill. Fres.; Verei 
ten von Nordamerika 205 (resp. 176)} 
Belgien 145 (resp: 197) Mill. Free; 
102 (resp. 114) Mill. Fres.; franzöfld 
89 (resp. 99) Mill. Freo.; Sollverein 
108) Dill. Fres.; Spaniar 66 (resp. 
Fres.; Britiih Indien 52 (resp. 31) 3 
Türkei und Ayypten 72 (resp. 52) Mil 
Die beteutentften Cinfubrarrifel wx 
Seitefilr 153 (rexap. 176) Mill. Area; n 
wolle 135 (resp. 121) Will. res, d 
resp. 122) Dill. Fres.; rohe Melle 69 
Mill. Fres.; Rohrzuder 59 (resp. v2; 3 


Prantei ( Geogr. u. Statift.: Handel u. Säiffaheh)‘. A 


27.) MIN. Fres: Eteintoßlen 57 | 4674 Mill. rc. (eine Zunahme von 912 Mill. 
| Fres. gegen 1955); außerdem noch 814,000 baar 
eine 


[. $re6.; ferner Olfamen, Holz, 
7, Zuder, Kaffee, Indigo sc. Die 
:6. (officieller Werth) betragenbe 
be wurde vermittelt durch 22,087 
m Gefammtgehalt von 3,302,568 
I Kilogr.), wovon 9557 franzöfifche 
S6 Tonnen u. 569 Mill. Free.) u. 
Zchiffe (2,054,4982 Tonnen u. 708 





Die Ausfuhr bes allgemei« | 


betrug im Jahre 1855 nach officiel- 
27 Dil. Fres., nach wirklichen 
U. Fres. (davon flir den fpecielfen 





esp. 1558 Dill. Fres.); biervon | 


iciellem Werth) für 1582 Mill. Freo. 


445 Mil. Fres. zu Lande ausge ' 
1444 Mill. Fres. (officieller Werth) | von erfter waren Ente 1855: 210,473 Obliga« 


ill. Fres. (wirklicher Werth) des 


affırte Zichtmechfel im Werthe von 1121 Mil. 
Dec, Die Vorſchüfſe auf Staaterenten, Eiſen⸗ 
abnactien sc. betrugen in dem genannten Sahre 
852 Mil. Fres. Die Circulatien ber Bankſcheine 
ſchwantte zmifchen 555 u. 667 Dill. Freo., ber 
Baarvorrath zwiihen 159 m. 201 Mill. Fres. Die 
von ber Barifer Hauptbank auf die 38 Zweigbanken 
u. vice versa gezogenen Wechſel betrugen 518 
Mill. Kres. (137 Mill. mehr ale im Jahre 1855.) 
Sämmtliche Operationen ber Bant beliefen fich auf 
nahe an 36 Milliarden. Von ben Erebitanftalten 
find die bedentendſten ber Credit foncier de 
France u. die Société generale de Credit mo- 
bilier. beite zu Paris (wgf. Erebitanftalt 2) u. 3); 


tionen im Werth von 61,148,250 Free. im Umlauf; 


andels kommen auf England u. | ferner a6 Comptoiro d’esconpte ju Paris 


257 (rexp. 317) Mill. Fres.; Ber- | (1548 gegrilndet, da bie Bank ven 


von Nordamerika 203 (renp. 247) 
Igien 131 (resp. 151) Mill. Free. ; 
esp. 104) Mill. Freo.; Spanien 93 
I. Fres; Schweiz 65 (resp. 70) 


ranfreich nur 
Wechſel Discontirt, welche mit 3 Unterfchriften ver» 
ſehen ſind); Die Operationen deſſelben find jäbrlich 
in bebeutenden: Zunebmen; fie betrugen im Jahre 
1855 nahe an 677 Mil., 1556 über 735 Mil. Freb. 


iirkei mit Agypten 70 (resp. 86) überhaupt hat ſich das Affociationsmeien in F. 
Overein 61 (resp. 66) MIN. Fres.; | während ber leisten Jabre außerordentlich vermebrt. 


.esp. 64) Mil. Free. ıc. Die be 
fubrartifel waren: Seidenwaaren 
er 2c.) filr 307 (resp. 3583) Dil. 
oflenwaaren 196 (resp. 74) Mil. 





Ente 1855 gab es in ganz F. 18 anonyme @efell- 
ſchaften, 367 Actiengelellichaften, 489 Commandi⸗ 
ten, 2816 einfache Compagnien (en nom collectif). 
Ron ben Affecuranzen find die bedeutendſten gegen 


waren 171 (rexp. 160) Dill. Fres. | Seegefahr: die Compagnie d’assurance gend- 


37 (resp. 87) Dill. Fres.; Wein 
Mil. Free; ferner verarkeitere 
a. Leinenzeuge, raffinirter Zuder, 
swaaren, Papier, robe Seide, Me- 
paaren, Krapp, Karben, Brannt- 
rien, Sold- u. Eilberwaaren ıc. 
Free. (officteller Werth) betragenbe 
ee wurde vermittelt Durch 13,770 
mm Gelammtgebalt von 2,030,698 
d Kilogr.), wovon 5768 franzöfifche 
3 Tonnen u. 672 Dill. Fres.) n. 
iffe (1,096,750 Tonnen u.910 Mill. 
ammte auswärtige franzdfiiche Han⸗ 
ıady im Jahre 1555 nach officiellem 
ill. Fres., nach mirklichen Werth 
% Der Binnenbandel über 
‚hen Betrag des auswärtigen, boch 
re denſelben feine genauen Zah⸗ 
a autbentifche Angaben darüber feh⸗ 
nicifffahrt betrug im Jahre 1855: 
ıen, wovon 1,597,916 Tonnen anf 
tlantiichen Oceans u. des Kanals 
633,808 Tonnen auf bie bee Mit- 
en. Abgeſandt für die Küften- 
e am meiften in Marjeille, Ha⸗ 
Zorbeaur; am meiften eingelaufen 
ſeille, Borbeaur, Havre, Zoulen, 
» Nantes. Die michtigfien Pläte 
indel find Barie u. Lyen, baranf 
g, Niomes, Beaucaire, Montpellier, 
mes, Lille. Jahrmärkte u. Meſſen 
jährlich 25,378, worunter bie von 
gdalenenmefle, 22.— 29. Juli) bie 
ber das franzäfiihe Bantweien 
ant II. p) d). Der Betrag ber bei 
n Branteeig (zu Paris) Die 
ze belief fih im Jahre 1856 auf 
fon. & Nufl. VI. 


rale maritime, die Chambre d’ass. marit., Sa- 
lamandre (auch Feuer⸗ u. Lebens-Affecurans), 
I.loyd Francais, ſämmtlich zu Paris; die Comp. 
commune d'ass. marit. 3u Savre, tie Comp. 
Bretonne d’nss. marit. zu Nantes; für die F 
ſchifffahrt: IPAlliance (auch Genen » Affecneang) 
zn Paris; gegen Feuersgefahr: Compagnie d'al- 
liance, Coınp. Lyonnaise d'ass., Comp. Im- 
eriale d’ass., La France, I.’Immortelle, 
’henix, Salamandre u. m. a. mit zufammen 
52 Mill. Fres.; Lebensverficherunge - Anftalten: 
I.’Alliance, Ass. generales, Comp. Imperiale 
d’ass. sur la vie, Salamandre u. m. a. ; Kinder⸗ 
ansfattunge-Berfiherung: Caisse paternelle zn 
Paris. (Dal. Affecuranz II. A)—n). 

Schif an hert. Die franzefifche Handelsmarine 
(d. 5. pie Anzahl der in ven franzöſiſchen Häfen im⸗ 
matriculirten Schiffe) betrug Anfang 1856 : 14,248 
Fahrzeuge mit zufammen 872,156 Tonnengebalt 
u. zwar 14,023 Segelſchifſe mit 818,254 Tone 
nengehalt u. 225 Dampfer (117 auf den Mittel» 
meere, 109 auf dem Xtlantifchen Ocean u. Ranal 
Manche) mit 23,902 Zonnengehalt. Größere See- 
handelshäfen befittt F. über 40; die bedeutendſten 
davon find: Düukirchen, Dieppe, Havre, Rouen, 
Et. Malo (ſämmtlich am Kanal Dance, Rouen 
wenigſtens dorthin gehörig); Nantes, Bordeaur, 
Bayonne (ſämmtlich am Atlantiſchen Ocean) ; Kette, 
Marfeille, Tonlon (am Mittelmeere). An Leucht⸗ 
thürmen u. Fichtern aller Art merben 156 unter- 
halten, wovon 2% im Mittelmeere). u 

Innere Berkehrewege (Kanäle, Eiſenbah⸗ 
nen, Chauſſeen 2c.). F. beiaß Anfang 1559 97 
Kanäle, wovon die bebeutentiten: ter Canal 
de Bourgogne, ber bie Nonne mit der Saene, 
alfo die Seine mit ber Rhone (anal fa Dance u, 
Mittelmeer) verbindet; bie Kandle du Nivernais, 


4 


de Briaire u. d’Orleans, die Seine u. Loire (Ra- 
nal La Manche u. Atlantiichen Ocean) verbindend ; 
der Canal de Ia Marne au Rhin : der Canal du 
Rhöne au Rhin ; der Canal du Centre, ber bie 
Loire mit ber Saone, alfo mit der Rhone (Atlanı- 
tifhen Ocean u. Mittelmeer) verbindet; der Canal 
du Midi, 241 Kilometres lang von ber Garonne 
bei Toulouſe nach dem Etangs bei Cette, aljo ven 
Allantifchen Ocean mit dem Mittelmeere verbin- 
tend ; ferner die flaudriſchen Kanäle zwiſchen Dün- 
tirden, Calais und ber Schelde; die Somme-, 
Srozat-, St. Ouentin- u. Ranbrecis- Kanäle, welche 
die Schelde u. Sambre mit ber Dife u. Somme 
verbinden; bie Arbennenkanäle zwifchen ber Maas 
u. ber Dife; Die Kanäle von Beaucaire u. Arles 
wilhen den Rhonemündungen u. |. w. Die Ge⸗ 
ammtlänge ber ranzöligen Kanäle beträgt 4715 
Kilometres (Über 620 Meilen); vechnet man hierzu 
nun noch die 8817 Kilometres (über 1160 Meilen) 
ſchiffbare Länge ber franzöfiichen Flüſſe (f. oben) jo 
ergibt fich für die franzöfiiche Binnenſchifffahrt eine 
Sefammtlänge von 13,532 Kilometres (nabe an 
1800 Meilen). Das franzöſiſche Eiſenbahunetz 
hat ſeinen Knotenpunkt in Paris, von wo aus die 
Eiſenbahnen in 6 Radien nach den Grenzen des 
Landes auslaufen. Die 6 Pariſer Bahnhöfe (der 
ber Nordbahn, ber Straeburger, der Lyoner, ber 
Orleauser, ber Berjailleser (linkes Seineufer) u. 
der NRouener) find durch eine um bie Stabt laufende 
Gürtelbahn verbunden. Diefe 6 großen Linien find: 
a) Die Nordbahn von Waris über Creil nad 
Clermout, Amiens, Boulogne, Calais (hiervon 
ibeigt fih in Amiens eine Bahn ab nach Arras ı. 
ouai, u, trennt fich dort, einerfeits über Lille nach 
Calais u. Diinfirchen, andrerjeits über Balencien- 
ned nach der Belgiihen Grenze u. Brüſſel füh— 
rend) nach St. Quentin (bier jüdöftlich nach Rheins 
abzweigend), in gerader Linie aber (nortöftlich) nad) 
ber Belgiichen Grenze (Mons, Lüttich, Köln) füb- 
vend. b) Die Oft- od. Strasburger Bahn, 
von Paris Über Chateau Thierry, Epernay (bier 
fih uortöftlich nach Rheims abzmeigend) weiter fort 
über Chalons jur Marne nach Bitry (hier fich ſüd⸗ 
lich nad) Chaumont u. Langres, u. von bort wic- 
derum nad Dijeu u. Bafel abzmeigend), weiter fort 
über Barle Duc nad Frouard (dort jich iiber Pietz 
nach ber deutſchen Grenze [Forbach, vndwigshaſen) 
abzweigend) weiter fort über Nancy u. Saarburg 
nad Strasburg. Bon hier aus jührt die Weißen⸗ 
burger Bahn nördlich nach Rheinbayern, die Elſaß⸗ 
bahn ſüdlich nah Bafel. e) Die Süpofl- od. 
Lyoner Bahn, von Paris iiber Fontaineblean, 
Sens, Tonnerre (hier ſüdöſtlich nach Belancon, 
Mühlhauſen u. Neuchatel abzweigend), Chalens 
jur Saone nah Lyon (bier morböftlich nach Gen, 
ſüdöſtlich nach Grenoble abzweigend) weiter fort 
jütlih über Balence, Avignon, Tarascen, (bier 
weftlih nach Montpellier. Cette abzweigend) nad) 
Diarjeille. Die Sid-od. Orleansbahn, von 
Paris iiber Korbeil (bier iiber Montargis nad) 
Nevers abzweigend; noch im Bau begriffen) 1. 
Etampes nad Orleans; bier weiter fort füblih nach 
Vierzon (dort ſich öfttih abzweigend nach Nevers 
zum Anschluß ach Lyon) Chateauronx, Argenten, 
Limoges u. Perigeur, dort ſich verzweigend weſtlich 
nach Coutras, ſüdlich nach Agen, Toulouſe u. Cette 
(ned) im Bau begriffen), öſtlich nach Aurillae, ſüd⸗ 
weſtlich über Blois nach Tour, von dort weſtlich 


Fraukreich (Geogr. u. Statift.: Eiſenbahnen u. Yehtweien) 


nach Saumur, Angers u. Ranies: a 
Koutras, Bordeaug, Bayonne. e) Die 
von Paris über Verſailles (lintes € 
Chartres, Le Mans (bier nörbiih ua 
zweigenb) u. Rennes nad St. Brieng ( 
Tperl noch im Bau re n) De ! 
m 


Bahn von Paris aus 





welche jeboch noch mehrere Zweigbaßmend 
werben. Durchſchnittlich Toftet ber 
Fres zu bauen (in beutiches Maß a 
ducirt pro Meile ungefähr 780,000 
den im Jahre 1854 dem Betrieb 
Anlagecapital von nahe an 2 Milli 
4318 Kilom. Eifenbahnen betrug bie Ex 
nahme (über 28 Mil. Bafie iere, üb 
Tonnen Güter) an 200 Mill. Free, we 
zug von ungefähr 40 Proc. Ausgabe 
gewinn von 6' Proc. ergibt. Außer be 
trieb übergebenen 6500 Kilom. find ı 
Kilom. (ungefähr 640 Meilen) concefjien 
1866 vollentet jein follen, fo baß bauz 4 
ſammte franzöſiſche Eiſenbahnnetz über Il 
Bahnlänge haben wird. Ülber die Ge 
ransöfifden Ciſenbahnweſens vgl. Eiſe 
Die Landſtraßen zerfallen in F. in 
a) 654 kaiſerliche od. Naticnalftraken (: 
unterbalten) mit einer länge vou 36,035 
1694 Departementöftraßen (aus ben Der 
kaſſen unterhalten) mit einer Länge vont 
metres; c) 69 firategiihe Straßen (vom 
ben Departements unterhalten) mit einer 
1463 Kilom.; d) 286,000 Bicinalmey 
Gemeinden unterhalten) mit einer ! 
570,000 Kilom. 

Das Boftwefen bat fih in wm 
fehr vereinfacht: ein einfacher Brkl 
15 Grammes) koſtet im Innern berief 
frantirt 10 Centimes, unfrantirt 150 
jeden andern Orte ohne Unterjchieb I 
nung ber einfache Brief (bis zu 74 | 
franlirt 20 Gentimes, uniranlırr 3 
Was die Boftverbinbung mit Deurichlaz 
jo iſt das Porto durch den am 21. Ma 
Ihen F. u. Preußen abgeichlofjfenen Bear 
jallö bedeutend ermäßigt werden. Nah 
beträgt das in Preußen für eisen einla 
(10 Grammes — 1 Zollfoth) zu erh 
janımtporto für franfirte Briefenud 52 
aus ter Rheinprovinz 3 Sgr., aus Ü 
übrigen Provinzen 44 Sgr.; für unfram 
aus 5. u. Algerien ! Sgr. Zuſchlag, A 
b Egr. Eine Ausnahme tritt für bieder 








& (Geogr. u. Statiſt. Colonien; Wappen u. Orden; Mängı ıc) © 


sigen preuß. u. franz. Poflanftalten 
letnung von einander nicht mehr ale 
reuß. Boftmeilen) beträgt, wo daun 
} Gar. erhoben wirb. Necomman- 

ſſen jrantirt werten u. minbeflens 
abgebrüdte Siegel enthalten, u. toften 
rto noch 4 Sgr. Recommandationsge- 
dficht auf das Gewicht. Gemänztes 
n ac. hürfen nicht eingelegt werben. 
itfhriften, Profpecte u. dgl. toften 
in Deutſchland üblichen Beſchränkun⸗ 
Ichriebenes außer Datum, Name ıc.) 
sd. Streifbaub, wenn frantlirt, für je 

(2,4 Zollloth) 9 PBfennige, ebenfo 
ı unter den nämlichen Bedingungen. 
gif am 1. Juli 1558 in Kraft getre- 
Zeit nur für die in Preußen ſelbſt 
resp. dahin beflimmiten Briefe und 
Die Telegraphenlinien 56 
1858 eine Geſammtlänge ven nabe 
ym. u. bejörderten monatlich durch⸗ 
10 Depefchen. Auf fubmarinem Wege 
it England (über Calais nad) Dover 
+ Sardinien) mit Algier telegraphiſch 


ien befitt 3. in Afien: Pondichery 
Oſtküſte der vorderindiſchen Halb- 
£ (ebenfalls im Carnatif) u. Mahé 
Weſtküſte von Vorderindien), ⸗ 
OM. mit 165,000 Em.; in Afrila: 
Nieberlaffungen am Senegal nebft 
t. Lonis u. Goree, ferner die Infeln 
le de la Reunion) u St. Marie 
abagascar), zufaunmen 6552 DOM. 
2) Dil. Em. ; in Amerika: die Klei⸗ 
Rartinique, Guadeloupe, St. Martın 
Marie-Salante u. Yes Saintes; bie 
5t. Bierre u. Miquelon (bei Neufund- 
me (franzöfiich Guyana, in Südame⸗ 
m 1470 DM. mit uugeführ 270,000 
eflen:: bie Marqueſasinſeln mit Rula- 
' mit 20,000 Ew. u. das Protectorat 
Ichaftsinfeln, insgeſammt alle an Cor 
IN DOM. u. nahe an 3 Mill. Em. 
farbeu, Wappen, Urden x. 
farben find feit ber Aulirevolution 
roth u. Blau (Tricolore) wie fie es 
ber erſten Republik u. bein Kaiſerreich 
der frühern (auch unter ber Reſtau⸗ 
u Fahnen u. Cocarden. Die Fahnen 
ragen die 3 Karben in ſenkrechten 
5 zunächſt am Stab; auf der Spitze 
in goldner Adler (daher die Fahnen 
n Les aigles genannt) wie unter dem 
eich; unter ber erſten Revolution u. 
Julitynaftie Der Galliſche Habu. Die 
wuriflamme, Oriflande). eine feuer- 
nfahne von Zt. Denys ınit 3 grünen 
nte feit Kart VII nicht mehr als 
Wappen: ein geftuer Akler, auf 
bi rubend, in einem ven ber Keite 
ton geſchloſſenen Kreile, an deſſen 
ein N nit den Orden ſelbſt, dahiuter 
ter (ber zur Rechten mit der Hand 
teit) ſchräg übereinander gelegt, um 
er Purpurmantel, oben darauf die 
Die früheren Wappen waren während 
t ber ältern Bourbonenlinie 2 zu⸗ 


ſammengeſchobene Schilde, ber rechte Blau ı 
3 goldenen Lilien (wegen Frankreich), ber li 
roth mit goldenen in Kreuzform geichloflenen A 
tengliebern, in ber Mitte ein vwierediger Say 
(wegen Navarra); Schilbhalter: Engel mit 
ſranzöſiſchen u. nararrefiichen Flagge: Wappen; 
außen blau, mit goldnen Lilien, inwentig Der 
lin, darüber die Königskrone, hinter ihr die C 
flamme mit ber Devife: Mont-joye St. Den: 
dies Wappen kehrte 1815 mit den älteren Be 
bonen zuräd u. fiel 1630 wieder mit denſelb 
wäbrend ber Julidynaſtie: in blauem Feld 
geöffnete®, ſenkrecht geftelltes Buch, auf befien 
weiß aufgelhlagenen weißen Blättern in ſchwar 
Letteru die Charte von 1830; babinter 2 &cey 
(wie beim jetigen Kailermappen) vom rot 
Bande der Ehreulegion umſchlungen, an meld 
unten der Orden ſelbſt hängt; oben bie Köni 
frone , ueben ber auf jeder Seite 3 farbige Pabı 
hervorragen. Das Staatöfiegel war ganz ähm! 
uur auf dem Buche einfach tie Inſchrift: Cha 
1830. Der einzige Orden 75-6 ift Die Ehrenleg 
(Legion d’honneur), |. Ehrenlegion; außert 
beſtehen noch die Krimmebaille u. die St. Hele 
Denkinänge (f. b.), beide erft in neuerer Zeit ! 
Napoleon ILL. geftiftet. Unter ber Julidynaſtie 
ftanten ncch das Julikreuz, breiarmiges, Tec 
ſpitziges, weißes Kreuz mit Kugeln an den Spil 
n. runtem reth-blau-weißem Mitteljchilb, we 
einerſeits: Donne par le Roi des Francı 
27., 23., 29. Juillet 1830, anbernfeit® ber galli 
Hahn mit ber Umſchrift: Patrie et liberte, 
das Kreuz ein Eichenkranz, darüber eine filbe 
Deauerkrone, an blauem Wand mit roıbem Na 
u. bie Zulimebaille, von Silber, einerfeite 3 ı 
ſchlungene Kränze, darin 27., 28., 29. Jui: 
1830. Umſchrift: Patrie Liberte. anternfeits 
getiice Hahn auf einer ſchrägen Fahne in eit 
orbeerkrange, Umfchrift: La patrie reconn«ı 
sanie à su5 defenseurs; Want roth, blau, w 
Dagegen wurben durch Srdonnam tom 10.% 
1531 die frilberen frauzöſiſchen Orden aufgehol 
diefe waren: ber Yilienerben, die Orden bes 
ligen Yutwig, bes beilinen Geiſtes, des beil 
Michael, des heiligen Lazarus, Unferer fü 
Frauen vom Berge Carmel u. der Militärverdi 
orben (1. d. a.). 

Die franzöüiihen Münzen, Maße m | 
wichte beruhen geſetzlich durchgehende auf 
Decimalfyften, wiewohl im bürgerlichen 2 
mehrfache Abtweihungen Davon vorkommen. Mi 
einheit ift feit 1795 der Sranc, in 100 Centi 
getheilt; 5 Centimes find I Sou. Schriftlid ı 
net man unter bem Werth von 1 Frane nad ( 
times, im bürgerlichen Leben jedoch häufig 
Sous. Der Franc wiegt (bei einen Feingehalt 
1, Silber nad) dem Münzregulativ vom 28. 9 
1503) 5 Grammes u. hat demnach einen V 
von 8 Eilbergrofeben 1,027 Piennig; in v 
Berhälmiß find in Silber geprägt: 5°, 2e, 
u. % Spranfenftüde; ferner in Gold (zu 1% 

ebaft) 40°, 20-, 10- u. 5 Srantenitüde, 
Franken Sollen auf 1 Kllogramm Dünzgord 
alio 155 Stüd zu 20 Franken 2, nad 
— in Kupfer: 5> u 2 GCentim 

apiergelb (b. h. Kaflenanmweilungen in y 
Appoints, wie 3. B. in Deutihlann g; 
Sünf-, Ben» x. Ihalerifeine) gibe | 


MB. " Weaifkreldh (Geodr. u. Statifl.; Münzen, Maßen. Saolchary 


wit; bie Alfignaten (f. d.) ber erften Republit Buß: 
Haben das Vertrauen zu jeter Art von Papiergeld | metres, 1000 


Änzlih vernichtet. Größere Sunmen werben 
baber fiete in Gold od. Banknoten zı 1000 eb. 
800 Franken ausbezahlt, zu teren Emilfion allein 
die Bank von F. berechtigt if. Bon ben frühen 
von Jahr zu Jahr aber immer feltener werdenden 
Münzen tommen nod vor: in Gold: Louisd'or 
von 1640—1709 (alte Louisd’or), 214 Karat fein, 
38,02 = 1 Marf fein od. 5 Thlr. 3 Sgr. 1 Pf.; 
Lonisb’or von 1709—16 (Sonnen-Ronisb’or), 2 
Kar. fein, 32,08 — 1 Mark fein ob. 6 Thlr. 4 

.; Lonied'or von 1716—18 (Noailles ob. 
Bierwappenpiftoien), 21 Kar. 8 Er. fein, 21,184 
— | Marl fein ob. 9 Thlr. 9 Sgr. 2 Pf.; Louisb’or 
von 1718—23 (Chevaliers, Malteferkrenz⸗Lonis⸗ 
b’or u. IL), 213 Kar. fein, 28,49 — 1 Mark fein 
od. 6 Thir. 27 Sgr. 7 Pf.; Lonisb’or von 1723 
bie 1726 (Mirlitons), 213 Karat fein — 40,108 
— 1 Mark fein ob. 4 Thle. 17 Ser. 52 Bf.; 
Louisb’or von 1726—85 (Schilblouish’or), 21 Kar. 
8 ®r. fein, 32,846 = 1 Mark fein od. 6 Thlr. 
4 Sgr. 8 Pf., Doppelte u. halbe nah Verhältniß; 
Leuisb’or von 1785—93, 21 Kar. 8 Gr. fein, 
83,87 == 1 Mark fein od. 5 Thir. 24 Sgr. 1 Pf., 
Doppelte nach Verhältniß. In Silber: Ecus 

uis blanc) von 1604— 1709, 9,855 = 1 Mart 

in; von 1709—18 (neue Kronenthaler), 8,497 = 
1 Mark fein; von 1718—24 (Navarrathaler), 
10,545 — 1 Mark fein; von 1724—26- (Bidet 
neuf, ‚IL-Xhaler), f. Bidet neuf, vgl. Ecu; 
Eeus neufs, A 6 Livres, von 1726—95 (Raub- 
thaler, königliche u. republilanifche), 8,844 — 1 
Mark fein od. 1 Thlr. 17 Sgr. 6 Pf., an beren 
Stelle der Künffrantenthafer, Ecu de einq francs 
getreten ift, Halbe (3 Livres), Künftel (24 Sols 
tourn.), Zehntel (12 Sols) u. Zmanzigftel (6 Sole) 
nah Verhältniß; 30 Sols während der Republit 
= 12 Sgr. ı. 15 Sols = 6 Sgr.; in Kupfer: 
Solsſtücke zu 12, Doppel⸗Liards zu 6 u. Liardso zu 
3 Deniers. Die Geldcourje werten in Franken n. 
gentimen per Stüd, die Goldmünzen in Agio per 
ille notirt. Die Preife von Gold u. Silber ent- 
weber nach dem alten Tarif (Gold 3434 Franken 
44 Cent. das Kilogr. fein; Silber 218 Franken 
89 Gent. das Kilogr. fein) ob. nach bem neuen 
(Gold 3437 Franken 77 Cent., Silber 220 Fr., 
ebenfalls das Rilogr. feinen Dietalls). Die Wedhiel- 
eonrfe werten in ganz %. nach dem Parifer Eoure- 

ettel regulirt; als Durchichnitt kann gelten: 100 
—* — 26,9 Thaler norddeutſches Vereinsgeld 
== 47 rhein. Gulden — 40 öoſterreichiſche Gulden 
— 3,0 Pſd. Sterl. u. umgekehrt 100 Thlr. nord⸗ 
deutſches Vereinsgelb ⸗375 Franlen; 100 rhei⸗ 
niſche Gulden — 213 Franken; 100 öſterreichiſche 
Gulden = 250 Franken; 100 Pfd. Sterl. —.2520 
dire Das geſammte franzöſiſche Längen⸗, 

lächen- u. Hohlmaß beruht auf dem Metre; 
dies iſt nach dem Geſetz vom 10. Dec. 1799 ber 
zehnmillionſte Theil des Erdquadranten (d. h. ber 
sierzigmillionfte Theil des Umfangs der Erbe am 

qnator). Die Thetlung od. Vermehrung aller 
Maße findet nur nach Decimalen ftatt; bie Be⸗ 
seihnung wirb in erfterem Falle durch die Zuſam⸗ 
menſetzung mit lateinifchen, in letzterem burch eine 
olche mit griechifchen Zahlwärtern gebilbet. Län⸗ 
genmaß: Einheit der Metre (— 443,296 alte 
pariler Linien — 3,186 preußifche [cheinfänbifche) 


1 Mitte bat 10 Deeimètres, 
Millimetres; 1 Din 
10,000, 1 Kilometre 1000, 1 Sec 
1 Decametre 10 Mitres; 1 Kilomi 
beutfche Meile (alfo 1 beutfche Meile 
mötres). Die nene Lieue ifl ter 
(10 Kilometres) — 1,33 dentſche Meil 
Lieues de France; auf einem gemößi 
torialgrab gehen deinach 11,11 Lienue 
zofen theilen jeboch jetzt den Rquat 
400 Grabe & 10 Myriamitres) ; offic 
nah Kilometres geredinet. Die m 
(Mille marine) N ber 3. Theil ber 
marine) u. entipricht 1,85 Rilomktret 
maß: 1 Duabratmätre bat 100 Quab 
à 100 DOnabratcentimetres & 100 £ 
miötres, 100 Ouabratmetree find 1 £ 
metre; Feldmaß: Einheit der Are= 
becamötre (alfo 10 Mötres fang, 10 I 
die fteigenden Größen finb: Decar 
Dectare (100 Ares), 1 Bectare — 3,4 
orgen ; 5486,962 Hectares — 1 beuff 
meile), Kilare (1000 Aree), Myriare ( 
Cubitkmaß: 1 Eubitmitre hat 100 
metres & 1000 Subilcentimetres x. 
metres find 1 Cubifdecamötre. Brer 
Einheit ber Stere (— 1 Eubifmitre 
weder in 2 halbe Steres od. 10 D 
Deca⸗ Stere hat 5 Doppel» Steres ol 
Stires; in mehreren Gegenten wirt 
holz auch nad den Gewicht verfauft 
für flüffige 1. trodne Waaren: Ein 
(= 1 ifbecimetre); 1 Litre hat 1 
100 Centilitres, 1000 Millifitves; 19 
10,000, 1 Kifolitre 1000, 1 Hectoliter 
liter 10 Litres; 1 Litre — 0,873 preu 
1 Hectoliter für Flüſſigleiten — 87, 
Duart, fir trodne Waaren — 1 
Scheffel. Der größte Theil ber tro 
ſoll nicht nach dem Maß, fondern nad 
verfauft werben. Gewicht: Einheit 
(1 Eubifcentimötre beftillirtes Waſſer 
in Iuftfeerem Raum gewogen), I Gra 
deutſches Zollfoth ob. 6 Cent) bat 10% 
100 Eentigrammes, 1000 Milliigramı 
gramme bat 10,000 Grammes, 1 
1000 Grammes (= 2 beutfche Zollyfi 
genau dem Gewicht von 1 Pitre Wafl 
gramme 100 Grammes, 1 Decagram 
mes; I metriſcher Centner (Quintı 
bat 100 Kilogrammes, entfpricht 
deutſchen Zollcentnern. Die Schiff 
neau de mer, and Millier gen 
Quintaux mätriques od. 1000 Kit 
20 deutſche a eh Srammes ı. 
bienen ebenfalls als Mebicinal-, Gol 
Dünzgerwicht ; beim Mebicinalgewicht 
zn 500 Grammes, die Unze zu 32 C 
Drachme zu 4 Grammes, 20 Grän 5 
1 Srän zu 0,05 Gramme angenomu 
welen bebient man fi) noch bes Karı 
1 Karat = 0,2058 Gramme. Alte 
wichte, die noch häufig im bürgerlich 
tommen, find: Längeninaß: ber Zuß 
roi) zu 12 Zoll (Louces) zu 12 Yu 
zu 12 Punkten (Points) ift gleich 0, 
100 Pieds = 32,485 Mietreg — 10 
(theinlänbifche) Fuß; die Eile od. t 


5 (Geogr. u. Statiſt) bis Frankreich (Geſch) I. (Altefte Zeit) 317 


fer Linien (T,ignes) — 1,108 Mitre | Bewobner des hentigen %-6 waren Kelten (f.b.), vom 
ner Glle; die Klafter (Toise) bat : ben Römern Gallıiergenannt: nur einzelne Theile 


3) — 1,919 Mitre; die alte Meile 
rance, 25,04 auf 1 Xquatorialgrad) 
Eoifen == 4,14 Kilomötres — 0,59 
e; Feldmaß: der Arpent — 100 
8 (1 Perde — 5,54 Dieiree) ger 
2 berliner Morgen angenommen; 
e Gcheffel (Boisseau) hatte 16 Li⸗ 
im Hälften 2c. getheilt u. war 13,008 
oisseaux Korm u. 24 Boisseaux 
jetier; 12 Setiers == 1 Muid Ge 
Muid ot. Poincon Ylüffigleitemaß 
: in 2 Feuillets & 2 Quartauts à 
8 Pintes, 1 Muid (Poincon) == 
; Gewicht das Pfund (Livre) zu 
nare à 8 Onces à 8 (sros à 3 De- 
ains; 1 Livre — 489,5 Grammes; 
= 20 Quintaux — 62 Charges == 
Außertem kommen noch häufig fol- 
mngen vor: Bayonne u. Bordeaur 
inpreije gewöhnlich nach dem alten 
a5) à 4 Barriques (Orhoft) A 30 
Belte foll 7,6 Litres, bie Barrique 
Litres enthalten, kann aber nie zu 
» Litre® angenommen werten; Lyon 
ren die Aune zu 1,174 Diötre u. das 
de Soie zu 489,506 Granımes. 
ietionn. geogr. hist. et pol. (des 
:la France, Bar. 1761— 70, 6 Bde., 
niv, géogr. statist. hist. et pol. de 
bb. 15041; Ehrmann, Hiftorifcheftati- 
ohiſches Leriton von Frankreich, Ulm 
4 Bde.; 3. Peuchet, Description 
tatist. de la France, ebd. 1807; 
istique generale et particulidre 
e et de ses colonies, ebd. 1807, 
tlas; J. G. Chanlaire, Description 
tatist. de la France, ebb. 1810 f., 
ot u. Aupit, Nouvenu atlas de la 
zusgegeben von Duprat Duverger, 
riant de Berze, Dictionnaire geo- 
statistique et commercial de la 
ses colonies, Paris 1831; Schnitz⸗ 
jue gendrale, raisonnde et com- 
ı France, Bar. 15412; Heufchling, 
ie historique de la stat-stique en 
fiet 1951; Ännosire de l’&conomie 
de statistique 1642 —55 von Joſepb 
utllomain, jeit 1556 von Guillomain 
18gegeben; Block, Dictionnaire de 
on fruncaise, Paris u. Strasburg 
ueur, Nouveau Dictionnnire (des 
le France, Paris 1%57; Almanac 
‚nnuaire international, diploma- 
Jistratif, rtatistiqgue, financier, in- 
ommercial, Bar. 15598; ferner bie 
Annuaires u. Comptes rendur, 
h von den einzelnen Dlinifterien u. 
publicirt werten. An Karten: Done 
ter, Baris 1917; Adin, 4 Blätter, 
rue, 4 Blätter, ebd. 18505 Dufonr, 
b. 1850; Carte topographique de 
veranegegeben vom franzöſiſchen Oe⸗ 
) Blätter, Bar. 1532 ff. 
B (Gei.). I. Bom Anfang ber 
hen Zeit bie zum Ende der rö—⸗ 
eriheft, 486 v. Chr. Die erfien 


bes Landes wurden zu der Zeit, mo bie erſten hiſtori⸗ 
ſchen Nachrichten über paffelbe aufgezeichnet wurden, 


, von anderen Bollsffämmen bewohnt. &o waren 


ſchon einige Jahrhunderte vor der chriſtlichen Zeit- 
rechnung deutſche Stämme im norböftlichen Theile 
anjäßig, welche mit Gelten untermiſcht ale Belgier 
in ber Geſchichte auftreten, während im ſüdweſt⸗ 
lihen Theile zwiſchen Garonne u. Byrenien Die 
Iberer wehnten u. mit celtiihen Elementen ver- 
jeht ald Agnitanier eine von der galliichen ver⸗ 
ſchiedene ſtaatliche u. religidie Entwidelung nah⸗ 
men. Bon den Culturvöllern des Alterıbuns famen 
zuerfi Die Bhönizier, fpäter die Griechen mit 
den Galliern an ben Hüften bes Dlittelmeeres in 
Berührung, u. etwa 600 v. Chr. gründeten Phokäer 
öftlih von ber Mündung ber Rbone die Eolonie 
Daijilie. Die Coloniften unterbielten Handels⸗ 
bezichungen mit der galliiben Bevölkerung bes 
zantee, denen fie fih durch Kinführung ter Wein 
n. Dlbaumeultur nütlih machten. Spüter, ale 
livereötferung einzelne Stänume der Gullier ver 
anlapte, fich nene Wohnſttze zu ſuchen, kamen fie, 
in Norditalien einfallend, auch den Römern nabe 
u. machten fi benjelben durch ihre verwegene 
Zapferteit u. roben Sitten furdtbar, bis ſich Das 
Berbättniß umkehrte m. Die Römer erobernd ge» 
gen Gallien vordrangen. Die erfte römiſche Co⸗ 
lonie in Gallien, Aquae Sextine, gründete 123 
v. Chr. ber Proconſul C. Eertius. Wenige Jabre 
jpäter, 118, warde bie Kolonie Narbo Martius 
gegründet, u. zugleich begann römiſche Sitte u. 
Sprache durch Einwanderung röniſcher Bürger 
an ter Südfüfte des Landes zwiſchen den Alpen 
u. der Rhone beimijch zu werden. Die Erobernng 
des Yandes ſelbſt, Dad achtjührige Wert Julius 
Kälare, gelang den Römern erft 51 v. Chr. in 
Kolge ber jortwährenden gegenleitigen Streitigfei- 
ten ter einzelnen galliichen Volloſtämme n. ihrer 
Hänpter (vgl. Salliiher Krieg). Damals murbe 
auch Arioviftus mit jeinen (Bermanen, welcher 72 
dv. Chr. den Sequanern gegen Die Aduer zu sbülfe 
gekommen, im Lande geblieben war, banıı immer 
mehr Germanen nad fich gezogen u. fich immer 
weiter n. weiter ausgebreitet hatte, wieder aus Gal⸗ 
lien vertrieteu. Bon da an ift Die Geſchichte Galliens 
als römische Provinz mit der Weichichte Roms auft 
eugfte verknüpft, vgl. Rom (Geſch.). Diefe Verbin⸗ 
dung mit dem Römiſchen Reiche, welche eine Vers 
wiſchung ber nationalen Cigenthümlichkeit zur Folge 
hatte, indem römiſche Sprache u. Zitte, römiſches 
Staats u. Rechtswejen immer tieier Wurzeln iching 
u. auch das Ehriftentbun gegen Ende bes 2. Jahrh. 
Aufnabme fand, dauerte bie zu der Zeit, wo bie 
germanifhen Bölker der römiſchen Herrichaft anı 
Rhein ein Ziel jetten u. um Die Mitte bes 3. Jahrh. 
n. Chr. eine Reihe von Eroberungszitgen gegen 
Gallien eröffneten. Indeß bielten bie Römer faft 
2 Jahrbunderte hindurch Den Andrang ber germa⸗ 
niſchen Völkerſchaften, welche im Yaufe der Zeit Die 
gemeinfame Bezeichnung Franken (ſ. d.) erbielten, 
auf. Wäbrend dieſer Zeit gelangte das EC hriften- 
thum in Gallien zur allgemeinen Anerkennung, 
u. die römiſch⸗chriſtliche Cultur wernichtete den tra⸗ 
ditioucllen Zuiammenbang Des Volkes mit feinen 
celtifchen Borfahren bis auf wenige Reſte. Zugleich 
flieg das Anſehn der Geiftlichleis gegenüber der 


18 


fent, defto mehr nahm bie Zügellofigleit ver Sitten, 
namentlich unter den Großen, zu u. raubte bein 
Volke die Widerftanpstraft gegen bie eroberungs- 
luftigen u. naturkäitigen germanifdhen Nachbar» 
pöller. Derjelbe unruhige Sinn u. dieſelbe Händel» 
fucht, welche Gallien zur Beute ber Römer werben 
ließ, Teiftete auch der Breberung bes Landes durch 
diegranten großen Vorſchub. Außer den Sranten 
drangen auch noch andere germaniiche Stämme in 
Gallien ein u. fetten fi zum Theil darin feft, fo 
die Vandalen, welche 409 die füdlihen Gegenden 
verbeerten u. fiber die Pyrenäen nah Spanien 
vordrangen. Ihnen folgten auf bemjelben Wege 
413 die Weftgothen u. biefen die Burgunder, 
welche indeß am linken Ufer bes Oberrheins fefte 
Wohnfige nahmen u. zum Chriſtenthum übertra- 
ten. Dielen Raub- u. Groberungszügen germa- 
niſcher Böller jettte die gemeinfame —* welche 
jenen zugleich mit den Römern von Seiten der 
Hunnen drohte, für kurze Zeit ein Ziel. Aber nach 
der Schlacht in den Catalauniſchen Feldern u. dem 
Tode Attilas 453, worauf die Ermordung des be⸗ 
rühmten und gefürchteten römiſchen —** 
Artius folgte, wurden die Weſtgothen unter Theo⸗ 
derich II. bald Herren des größten Theils von 
Gallien, von welchem 475 den nordöſtlichen Theil 
die Franken, den ſüdöſtlichen die Burgunder inne 
hatten. Nur ein geringer Reft ber römiſchen Herrſchaft 
beſtand noch zwiſchen ben Grenzen ber Weftgotben 
u. Burgunder. Diejen Ref eroberten bie Franken 
486 unter ihrem Könige Chlodwig. Der Über⸗ 
tritt beffelben zum Chriftenthum 496 bewirkte eine 
Annäherung an die Römer u. Burgunder, eine 
ſchroffere Stellung gegenüber ben Wefgotben. Die 
rrichaft der Letzteren wernichtete er durch feinen 
ieg bei Bougle an ber Vienne 507, u. vergeblich 
fuchten die Oftgotben ihm die Eroberung 508 ftrei- 
tig zu maden. So kam ganz Gallien, mit Aus⸗ 
nahme Burgunde u. des Landſtrichs zwiſchen Py⸗ 
zenden u. Garonne, welcher einſtweilen ben Weſt⸗ 
gotben verblieb, unter die Botmaͤßigkeit der Franken 
u. wurde nach Ermorbung der übrigen fränkiſchen 
Könige ein Theil der von Chlodwig geftifteten 
großen fränfifhen Monarchie, |. u. Franken. 

U. Frankreich unter den Franken von 
486 bi8 zur Gründung bes franzöfifhen 
Königthums durch den Vertragvon Ver— 
bun 843. Der Theil des Frankenreiche, auf wel⸗ 
hen Später der Name beffelben überging, bewahrte 
indeflen feine römiſch⸗chriſtliche Kultur u. verharrte, 
obwohl unter bem Scepter germanifcher Herricher, 
fortdauernd in einer abgefchloflenen, wo nicht feind- 
lichen Stelimg gegenüber dem Heimatblanbe ber 
Eroberer. Dieſes Berhältniß wurde noch beſonders 
begilnftigt Durch bie nach Chlobmwigs Tode unter 
deſſen Nachfolgern vorkommenden Sheilungen bes 
Reichs, namentlich als daſſelbe fich gegen Often 
erweiterte u. bie rein gerinanifchen Völter Deutſch⸗ 
lands in fi aufnabın. Der öftliche germanijche 
Theil des Reich® erhielt ben Nanıen Auftrafien, 
der weftliche, früher römiſche Theil den Namen 
Nenftrien (Neuftrafien); einen britten, bem letz⸗ 
teren verwandten Theil ber Fränkiſchen Monarchie 
bilbete das feit 534 eroberte Königreih Burgund. 
Die Schwäche ber nachfolgenden Herricher aus dem 
Haufe ter Merovinger hinberte jebe Berichmel- 
auua ber verichiebenen Nationalitäten u. ließ den 


Frankreich (Geſch) IL (ABO--BEB). -- ©; + 


weltlihen Macht bes Staates u. je mehr biefe | 


Großen des Reiche freien Spielraum für 
erweiterung. Diefe aber Rügten ik w 
Particularen Rechte, Geſetze u. Gewo 
Stammes, bem fie angehörten. Un 
Fehden u. Bruberfriegen bauerte der 
ſammenhang ber drei Reiche bit zum 
Merovingiſchen Königshaufes, defien I 
linge nur noch ben Kamen von Käni 
während thatſächlich Die Hansmeier (A 
mus) die Regierungsgewalt ausübte 
beberrichte bie vereinigte Monardhie de 
Pipin von Heriftall ald Dux et prin 
corum. Ihm folgte fein Schn K 
in Anıt u. Würden, der die Macht fe 
noch mehr befefligte, n. biefem 74: 
Kurze, welcher den Königstitel annahı 
ſehn u. der Ruhm, welchen fich Pipin 
gänger erwarben, bereiteten beu Bı 

roßartige Wirkjamleit Karls des ( 

ohnes Pipins, von welchem das Rege 
Namen Karolinger erhielt. Dief 
das Fränkiſche Reich zum römiſchen K 
gab dem Staate in der Verfaſſung, Ni 
Verwaltung die Grundlagen, melde fi 
Entwidelung des mobernen Staaten 
gebend wurden. Aber bie große Schi 
des Großen wußte beilen Nachfolger 
Fromme (814) nicht zu erhalten. Fe 
ten theilte er das Reich verichiebene 
feine Söhne, beren Ciferſucht zu Krie 
den Söhnen u. dem Bater u. den Bı 
fih führte Dadurch erhielt die Sen 
geiziger Bafallen wieber freien Spielr 
jeligleiten unter ben Volfsflämmen t 
fhärfer hervor u. endlich fand nach be 
wigs des Frommen bie Theilung | 
am 11. — durch den Vertrag zu 
welcher die Monarchie Karls des Große 
dermaſſen ſonderte, von denen jeke 
eigene ſtaatliche Entwickelung nahm. 
Pr a Ludwigs des Frommen erhiı 
Kaijerwürde u. Italien, nebft einem 
linfen Rheinufers (ſeitdem Lothringen 
ben öftlichen Theil von Südfrankreich: 
Deutihe Deutſchland; Karl ber Ka 
übrige F. u. die ſpaniſche Mark Cata 
Sranfen. 

UL Sranfreihalsfelbfänbi 
hie unter den Karolingern. 
weiches nadınala ben Namen Frank 
umfaßte bei feiner Begrünbung unt 
Kahlen als Weſtfränkiſches Reich uid 
Ländermaſſe des heutigen F. u. war v 
fränkiſchen (Deutſchen) Reiche durch eiı 
Landſtrich getrennt, welcher, bei Oſt 
ginnend, ſich längs des linken Rhein 
den Alpen zog u. einen Theil der H 
Kaiſers Lothar ausmachte. Der bei v 
wiegende Theil ber Bevölkerung redet 
niſche Sprache. Bon dieſem ſchieden 
ſtammung u. Sprache die Aquitanier ir 
u. bie Bretonen von britiſcher Serkunft 
maligen Bretagne. Der mittlere Theil 
Francien genannt, hatte neben der rom 
beutiche Bevölkerung. Karidem Kal 
die Verſchmelzung der Nationalitäten ni 
trachteten Aquitanier n. Bretenen nad 


abhängigleit, u. aus ihren Serzögen enı 


Frankreich (Gefch.) III. (843—878) 519 


ige Feinde, mährent das Reich von | beffen war Kaifer Lothar geftorben n. feine Söhne 
e Raubzüge der Normannen bedroht | waren ihm, dem Bertrag von Merien gufolge, ger 
verbeerten bie Küften, jeibft Rouen, | folgt. Habgier trieb Karl dieſen Vertrag zu brechen. 
u. Karl mußte ibren Abzug von St. Er überfiel 861 den jünnften Sohn Lothars, Karl, 
durch Geld erkaufen. Die Kämpie, | bem die Provence zugefallen war, wurde jedoch von 
mit feinem Neffen, Herzog Pipin dieſem gefchlagen. Als 669 Lothar II. farb, nahm 
‚u. tem Graſen Bernbark v. Bare | Kari der Kable deſſen Land, welches rechtmäßig 
endeten mit tem Tote tes Erfteren | Yurmig II., König von Italien, erben follte, in 
u. mit der Vertreibung des Letzte⸗Beſitz u. lien fih zu Met zum König von Yorbrin« 
g Nominoe von Bretagne bagegen | gen erflären. Ludwig ber Dentfche machte indeß 
Unabhängigkeit, u. Karl mußte Tem gleiche Auſprüche, u. Karl mußte 870 den öſtlichen 
folger —2 Eriepoe, 851 die | Theil Yorbringen® in dem Bertrage zu Prolaspie 
u. Nantes abtreten u. ihn ald Kö- an ter Diaas feinem Bruder überlaflen, fo daß 
Karl u. feine Brüder, Lothar u. Beider Reiche Durch Die Maas, Die Ourthe, eine von 
utſche, veriprachen fih auf ben Zus ! Arteu über Berbun nad ben Duellen der Saone, 
zu Merjen 651 Freundſchaft u. | Bejaitcon, yon u. das rechte Ufer der Rhone ent» 
tere u. Äußere Beinte n. verhieien, | lang mach Uſez gezogene Linie gefchieden murben. 
Todes, ihre Söhne ruhig in ihren | Nach tes Kailers vudwig Il. Tode eilte Kari nach 
zen zu faffen. Aber Ludwig der | Jtalien, um dieſes Yand u. die Kaiferfrone in Beſitz 
fih nicht an dieſe Verabredung, ald | zu nehmen; Ludwig der Deutiche, welcher gleiche 
nachdem Pipin zum zmeiten Diale | Anjpriiche hatte, ſchickte nach Italien feinen Schn 
{eben u. dann in das Klefter zu | Karl, dann, als dieſer von Karl tem Kablen zurüd- 
cht war, ihn aufforberten, bad Yanb | geträngt wurde, mit grüßerer Heeresmadht feinen 
hn Ludwig in Befig zu nebmen. | zweiten Sohn Karlmann. Diefem begegnete Karl 
> ungehindert 854 nach Aquitanien, | mit Yift, indem er vorfhlug, bie Anſprüche 
tt Mübe der Normanneı erwebrte, | auf Italien friedlicher Enticheitung zu überlaffen 
3 in Das Land eingefallen waren. | u. vorlüufig beiderjeitig Das Yand zu väumen. 
7 fih tie Aquitanier batd Laranf | Karlmann, auf dei feierlichen Eidſchwur feines 
ft entiprungenen Pipin zu, u. tie | Cheims bauend, zog nach Baiern zuriid, Karl der 
6 wieder in ungeftörten Befig Der | Kable aber eilte nım nach Rom, me er fih Ende 
in Francien felbft griff nun Die Un- | 875 vom Papfte Johann VIII. tränen lich, bielt 
it Karls Herrſchaft um ſich, als die | zu Pavia einen Neichstagen. ging dann nach F. zu⸗ 
mmer kühner verdrangen u. eine | rüd, wo vudwig dev Deutſche inzwiſchen verheereud 
r andern eroberten u plünberten. eingebrungen war. »Diejer 303 fi in Januar 876 
fchen Großen bebräugt, jah er fi | über ben Rbein zurüd u. Da er bald darauf im 
m genötbigt u. verlor tur dieſe Auguft ſtarb, konute fih Karl leicht im Beſitze ſei⸗ 
ned mehr an Anfehen u. Macht. | nes Reiches erbatten; durch heuchleriſche Vorſpie⸗ 
m fich michrere Gra’en u. Herzöge an | gelungen fuchte er dan den einen Der brei Söbne 
utſchen u. boten demſelben die Krone | Ludwigs des Deutſchen zu überliſten. Sein fal- 
an. Diejer erfchien auch S53 in F. | iches Spiel wurde aber verrarben, u. bei Anternach 
ben Großen zum König ausgerufen. | erlitt er von ten verbündeten Söhnen feines Bru- 
zankelmuth u. MWertbrüchigleit ver« | ders 856 eine ſchwere Niederlage. Auf einem 
im Lager zu Orleans von Allen ver- | Keichdtag zu Kierſy ordnete Karl ber able 877, 
ige nah Burgund zu fliehen. Bon | von Bapfte gegen die Sarazenen zu Hilfe gerufen, 
ra kräftig unterftütt, fiel er Daun | einigermaßen tie vermworrenen Zuſtände feines 
ale Ludwig fein deutſches Heer Reichs, nachden er zuvor den Abzug einer Ror- 
‚in F. em, u. Ludwig, über den | mannenfhaar abermals mit Geld ertauft hatte. Er 
ebrängt, erfannte ibn 860 im rie- | übertrug feinem Schne vrudwig, feit 867 König 
ı3 als König an u. ſöhnte fih mit | von Aquitanien, Die Negierung während feines 
deſſen vermochte jest Karl fo mes | Zuges nach Italien u. fidherte den mit ibm zichene 
er ber Emperungen u. Terfhivdrun. | den Brafenfähnen Das Ertfolgerecht in den Lehen 
derr au werben, u. feine babfüichtigen | ihrer Täter zu, woraus erfihttich ift, daß dieſes 
en Beamten erregten Haß u. Erbit- | Recht Shen Damals als allgemein gültig betrady- 
unter bem Tolfe, ale unter der Geift- | tet wurde. Mit einem großen Heere zog Karl 
Abzug der Nermannen, welche fih | darauf Über Die Alpen, als er aber zu Pavia Nach⸗ 
: feftgefetst hatten, mußte er abermals | richt von dem Heranziehen Karlmauus erhielt, 
ufen, gewann aber durch Werfpre= | melcher fein Recht auf tie Kaijerkrone gelteut ma⸗ 
\raten Robert ten Tapfern, Dlarke | hen wollte, ging er, da zugleich die Rachricht won 
njou, welcher nicht nur die Ner⸗ einem Aufſtande bes Hericgs Boſo u. anderer 
ach ſchlug, ſondern auch den Beherr⸗ Großen einlief, über deu Mont Cenis zurüd, ftarb 
nen, Zalemo, den Nachfelger Eris- | aber unterwegs im October 577. 
13, Die Yebnahebeit Karla anzirerten- Ihm folgte Lud wig II. der Stammler, fein 
ibut zu zahlen. Aber nach Reberts Sohn, welcher jedoch, bevor er zur Krone gelangen 
zte Karl, um ſich in Salomo eine : Tonmte, durch Bewilligungen verichiedener Art die 
gegen die normanniſchen Heerer⸗ anmaßenden Großen Ted Reichs zufrieden ſtellen 
t, dieſen ala König anerkennen u. mußte. Er wurde erſt vom Erzbiſchof Hinkmar 
‚nah dem Tede Salomos 814 nicht zu Rheims u. den 7. Septeniber 878 vom Papft 
eit zur Geltung zu bringen Unter⸗Johann VIII. zu Troyes noch einmal gefrön. 





—— 


520 


Frankreich (Geſch.) ILL. (878898) 


Mit Ludwig dem Züngern, König ber. goent- | günftigte das Streben ber mädtigern? 
e 


fen, ſchloß Ludwig 878 zu Furon bei rien 
einen Vertrag, welcher feinen Söhnen bie Suc« 
ceffion fihern follte. Als Ludwig der Stamm. 
Ier aber ben 10. April 879 zu Compiegne farb, 
brach Ludwig ber Jüngere fein Verſprechen u. 
folgte der Aufforderung einer dem Herzog Boſo, 
Karls des Kahlen Schwager, dem mädhtigiten von 
deſſen Bafallen, feindlichen Partei, die franzöftiche 
Krone an fi zu bringen. Doch begnügte er fi 
mit ber Abtretung bes einft Karl dem Kahlen zu⸗ 
geftandenen Theils von Lothringen. Darauf be 
wirkte Bofo durch feinen Einfluß, daß Das Heid) 
unter bie beiden Söhne Ludwig des Stammlers, 
Ludwig III. u. Karimann, ber mit Boſos 
Tochter verlobt war, getheilt wurde. Karlmann 
erhielt Burgund u. Aquitanien, Ludwig III. aber 
Neuftrien. Indeſſen wuchs der Ehrgeiz des mäch⸗ 
tigen Herzogs, dem felbft nach der Krone von Bur⸗ 
au gelüftete. Diefe zu erlangen gewann er hie 

rzbiſchöfe u. Bifchdfe Burgunds u. ließ ſich von 
ihnen im Oct. 879 zu Mantaille als König aus- 
rufen. Nun verbauden fih Karlmann u. Lud⸗ 
wig III. mit den deutſchen Königen Ludwig bem 
Süngern u. Karl den Diden, ba es bei der Be- 
Benpfung Bofos ſich um das allen gemeinfame Erb⸗ 
recht ber Karolinger handelte. Karimaun, von Karl 
bem Dielen unterftilttt, befagerte Bofo in Bienne, 
tonnte aber bie Belagerung nicht mit Erfolg zu 
Ende führen, ba Karl der Die nach Italien u. 
fein Bruder 881 gegen bie Normanneı gerufen 
mwurten. Endlich mußte er 882 felbft das Belage- 
rungsheer verlafien, um, nad tem Tode Lud⸗ 
wigs III., defjen Reich in Befit zu nehmen u. gegen 
bie Normannen zu vertheidigen. Während er gegen 
bie Letzteren kämpfte, fiel Btenne in die Hände * 
nes Feldherrn, doch hielt ſich Boſo auch dann ug 
in dem ſüdlichen Theile von Burgund. Indeß ſa 
ſich Karlmanu, 883 von den Normannen bei Dia» 
nai geichlagen, mit Zuftimmung ber Großen feines 
Reichs gendthigt, 854 für 12,000 Pf. Silber einen 
12jäbrigen Waffenftillftand zu erfaufen. In dem—⸗ 
felben Sabre ftarb Karlmann ohne directe Nach- 
tommenschaft. 

Nah dem Erbrecht gebührte ber Thron nun 
feinem Stiefbruber, dem jüngften Sohne Ludwigs 
des Stammlers aus zweiter Ehe, ba aber dieſer 
erft 5 Jahre alt war u. Das Neich eines kräftigen 
Schutzes bedurfte, fo mählten die Großen an feiner 
Statt Karl den Dicken zum Könige, welcher da⸗ 
mals die beutjchen Länder unter feinem Scepter ver- 
einigt hatte. Indeſſen rechtfertigte Karl bie Hoff- 
nung ber Weflfranfen nicht. Die Normannen er- 
oberten Paris 885, ır. der König ſchloß 586 mit ihnen 
einen jchimpflichen Frieden, wonach fie 700 Pfd. 
Silber u. bie Erlaubniß erhielten, in Burgund zu 
überwintern, welches Land fie ausplinberten. Dies 
Berfahren u. die immer deutlicher herwortretenbe 
Unfähigkeit Karls, die Orbnung im Innern Des 
Reichs aufrecht zu erhalten, hatte eine allgemeine 
Mißſtimmung zur Folge, welche Lintward, Bifchof 
von Dercelli, ber in Ungnade gefallene Rathgeber 
des Königs, benußte, um Arnulf, einen natürlichen 
Sohn Karlmanns, des Bruders Karls des Diden, 
auf den Thron zu erheben. Karl der Dide, Ente 
837 von ben zu Tribur verfanmelten Reichsſtän⸗ 
ben des Throns entiet, ftarb 888 aufder Inſel 


des Reiche eine von ber Krone völlig u 
Stellung zu gewinnen u. führte zu ein 
terung des Reichs in viele Heine Herrid 
Stand der Gemeinfreien war faſt gam ve 
u. außer ben Bewohnern ber Städte ga 


ı Hörige, ja ſelbſt Über einzelne Stabte h 





re — — — — ———— — 
— — — — — — — — — — 


die Grafen u. Herzöge ihre Herricherge 
dehnt. Gemalt u. Willkür herrichten über 
ten jeden politiſchen Fortſchritt u. jete. 
widelung ber Nation. Um biefe Zeit ! 
varra als ein befonteres Königreich 
ebeujo ad und unter feinem { 
dolph. In F. felbft bildeten fich aber ;ı 
weldhe um den Thron ftritten: bie ı 
dem jüngften Sohne Ludwigs bes Star 
dem Einfältigen; bie anbere zu Obe, 
Baris u. Herzog ven Francien, ausge: 
Körperichönheit u. ritterliches Welen. 
digkeit Karls bes Einfältigen verichafft 
ren bald bie Oberhand. Außerdem ie 
Herzog Berengar von Friaul, Herzog 
Spoleto (aus der weiblichen Linie ber 
Graf Arnulf von Anjou u. Sep 

Burgund den Königstitel bei. Doc 
dem tapferen Odo, welcher durch eim 
bie Normannen fein Anjehen beieftigt 
Arnulf, König von Deutichland, ba ı 
menkunft in Worms, als Köntg auer! 
Als er aber jpäter den Verheerungen 

nen feinen Einhalt zu thun vermochte 
Bartei Karla des Cinfältigen, an ber 
Bormund deſſelben, Rainulf II., @ra 
ftand. Diefer verband ſich 892 mi 
Wilhelm von Auvergne, Herbert von 
Pipin von Senlis u. dem Erzbiſch 
Rheims, u. ver Letztere fette bem vie 
Karl II. dem Einfältigen, ı 
Krone auf. 

Bis 896 friegten beite Parteien 
bem Kriegsglüd. Die gemeinjame, 
mannen drohende Gefahr führte eml 
Vergleiche, in weldem Odo Das Lan 
Seine u. den Pyrenäen als Lehen vı 
Karl III. der Einfältige aber bie Bı 
ihen der Seine u. Maas als $ 
Nah Odos Tode 898 wurde Karl 
König von ganz %., ohne jedoch bat 
Karolingijchen Königshauſes wieder 
tönen, denn ſchon hatten bie Groß 
fih Daran gemöhnt, die Königswahl 
zuſtehendes Recht zu betrachten. : 
müthiger wurde das Treiben ber | 
mer zahlreicher bie feften Burgen, we 
ten, inner blutiger u. verheerende 
welche fie mit einander führten, fo 
neren Vaſallen ſich genöthigt faben, fi 
unter Die Lehnshoheit der Mächtiger 
Dadurd u. durch einen vejultatlofe 
ten König Zwentibold von Lotbring 
türlichen Sohn Arnulfs, 899, Titt Das 
Königs in hohem Grabe, fo Daß es 8 
war, bie mächtigen Bafallen zur Leif 
veöfolge gegen bie Normannen zu 
dieſe abermals Schreden u. Furcht 
lüſte Fes verbreiteten. Er ſaun te 
friedliches Abkommen, irten er den 


Heidenau. Die Schwäche ber legten Könige be» | Normannen Rollo (Rolf) die Hank | 


Frankteich (Geſch.) ILL. (912-954) . 


feines Reiche ale Leben anbot, falle 
riſt werden wolle. Dieler nabın das 
anf einer Zuſammenkunft in Eptean, 
la n. führte ein geordnetes Staats⸗ 
m abgetretenen Ländern, Normandie 
n, woburd er den verheerenden Zü⸗ 
eleute ein Ziel fette. Als mit Lud⸗ 
Arnulfs Sohne, Yil der Stamm der 
in Deutichland erloſch, nahmen die 
, bem Tcbe Zwentibolds Karl ben 
n König an, u. bieler behauptete das 
m Kaiſer Konrad I. um io leichter, 
Rormannen nichts mehr zu fürchten 
chtete fogar beim Zwieſpalt zwiſchen 
Il. u. Herzog Heinrich von Sachſen 
f Dentihland u. nahm Heinrich ale 
. Als aber Heinrich den beutichen 
wollte Karl der Einfältige Elſaß, 
Deutichland gebliebenen Reſt von 
fi reißen u. drang bie Worms ver, 
eim Aurücken eines bentichen Heeres 
zogen u. ſchloß 921 mit Heinrich I. 
Freundichaftsbündniß. Unterdeſſen 
abermals eine Verſchwörung der 
ichs gegen Karl vor, veranlaßt durch 
Bemiübungen Haganos, tes treuen 
; Königs, den Troß ber Bafallen zu 
ı Könizgtbinne das alte Anfehen zu 
ı ter Spitze Derfeiben ſtand der Graf 
7 des Königs Odo. Der Erzbiſchof 
bradte zwar eine Ausſöhnung zu 
ber Herzog Richard von Burgund, 
unter den dem Könige treitgebliebe» 
922 ftark, erbob ſich Rebert I. von 
fihd zum Gegenkönig auf u. vers 
zbiſchof von Rheims gekrönt, Karl 
ı nah Aquitanien. Dort fammelte 
st von ten Yothriugern n. Nor⸗ 
eer. Bei Soifjons kam es im Juni 
bt; zwar fiel in berjelben König Ro⸗ 
Sohn teilelben, Hugo der Weite od. 
riß Karln den Sieg. Karl gab feine 
oren, als nun auch Herzeg Rudolf 
ich zu den Empörern wandte ır., als 
zürſt bes Reiches, bie ibm angebotene 
nahm. Karl der Einjältige flch zum 
rt von VBermanboig, welcher ibm 
sochen batte, murbe aber non biejem 
‚hierry feftgefegt. Die wirren Zus 
Ste ſich indeſſen König Heinrich 1. 
d zu Wirte, indem er 924 in Lothrin⸗ 
1. dies Yand 925 mit Lem Daut- 
ereinigte. König Rudolf war in- 
‚ entfernt, allgemeine Anerkennung 
n meiften machte ihm Heribert von 
ı fchaffen, der ſich mit Herzog Hugo 
verband, als der König feine an- 
berungen nicht erjüllte.e Doch nö⸗ 
Jeite zur Unterwerfung, u. Heribert 
Sinfältigen 925 heraus. Diejer fl. 
hm Rutolf die Freiheit geſchenlt u. 
fen batte. 
936, ohne Söhne zu hinterlaſſen, 
18 nächſte Anrecht auf ben Thron 
infältigen Sohn, Yubwig IV, 
(übers Meer, fo genannt, weil 
Dgiva nah ter Schlacht bei Soif- 
nach England zu ihrem Bruder, 


521 


dem Könige Abelflan, geflohen war). Die Ber- 
wendnug bes Letsteren bei bem Herzog Wilhelm 
von ter Normandie u. die Nebenbublerfchait tes 
Herzogs Hugo u. bes Grafen Heribert, meldye 
einer dem anderen bie Herrichaft mißgännten, 
verichaffte Ludwig IV. ben Thron Frankreichs u. 
berjelbe wurde im Juni 936 in Laon gefränt. Erf 
16 Jahr alt, ließ er fiy anfangs gauz von Hugo 
ven Francien leiten, welder die Gunſt des Könige 
benugte, um feinen Länderbeſitz immer weiter aus» 
zubebnen unb feinen Ehrgeiz und feine Habfucht 
zu befriedigen. Indeſſen zeigte ver König bald auch 
einen eignen energiichen Willen, inbem er den Gi» 
genmächtigkeiten tes Grafen Heribert entgegentrat 
n. fih 939 entichloß, ben Bitten ber Yothringer, 
welche ihn zur Beſitznahme ibres Yandes auf 
forderten, Folge zu leiften. Als aber Ludwig mit 
mit feinem Deere gegen ben deutſchen König Otto J. 
anriidte, verband ſich Hugo mit feinem ehemaligen 
Gegner Heribert u. mit ben Grafen von Flandern 
zum Sturze Des Königs. Dieier lehrte daher eiligſt 
von Berbun zurüd, nachdem er ſich vorber mit der 
Wittwe des im Kriege gegen ben Kaifer Otto ge- 
fallenen Herzogs Giſelbert von Yothringen, Ger- 
berge, vermäblt hatte, mußte ſich aber, da Otto I. 
940 nachrückte u. ſowohl von Hugo von Francien als 
auch von Heribert von Attignv den Lehnseid empfing, 
nach Burgund flüchten, wo er bei Hugo dem Schwar⸗ 
zen von Burgunden. Wilhelm von Poiton Unter⸗ 
ſtützung fand. Doch erſt der Fur mit Otto L. 
weichen Die Angelegenbeiten ſeines Reiche sach 
Deutichland yurädricen, u. bie Drobung des Pap⸗ 
ſtes Stepban VIIL., bie frangdiiichen Großen, welche 
fih Dem Könige nicht unterwürfen, zu ercommuni- 
ciren, gab dem Könige ben ungeftörten Veſitz ſeines 
Reichs zurüd. Nun fann Ludwig auf Kräftigung 
u. Srmeiterung feiner Wacht, indem ey zuerft bie 
Unmüntigteit bes Herzogs Richard I. von ber 
Normandie fi zu Nuthe machte, un dies Yand 
wieder mit feinem Reiche zu vereinigen. Er bes 
mächtigte fi mit Yift bes jungen Herzogs u. hielt 
denſelben au Laon in ftrenger Haft. Darauf fuchte er 
nach dem Tode tes Grafen Heribert deſſen Söhnen 
einen Theil bes väterlichen Erbes zu entreigen ; ver- 
anlaßte aber dadurch eine ihm feinkliche Verbin» 
dung Derfelben mit Hugo von Francien. Zugleich 
wurde Richarb, Herzog von der Normandie, befreit 
und bie Normannen erhoben ſich unter Führung 
des Dünenfürften Harald. Ludwig 303 ihnen ent- 
gegen, wurde aber beimtüdiicher Weile von Harald, 
zu einer Zuſammenkunft verlodt, Dabei überfallen 
und auf der Flucht gefangen gencimmen. Von ben 
Normannen an Hugo, ben er Durch feine Vermäh⸗ 
lung mit Gerberge verihwägert war, ausgeliefert, 
erbielt er von dieſem nicht eber Die Kreibeit zurück, 
als bis er ihm od. deu Söhnen Des (Srafen von 
Vermandois die Grafſchaft Laon abgetreten hatte. 
Da wandte ſich Gerberge an ihren Bruber, ben 
Kaijer Otto, um Beiftand für ihren Gemahl. Die- 
fer leiftete bie erbetene Hülfe, ohne jedoch deu Her» 
309, der bei ben Normannen Unterſtützung fanb, 
zur Unterwerfung nöthigen zu können. Erſt 950, 
nachdem Ludwig fi Durch Uberfall in Befig von 
Laon geſeht batte, kam ed zu einem Vergleich, in 
welchem Hugo die Lehnshoheit des Königs aner⸗ 
kannte. 

Als Ludwig IV. 954 ſtarb, wurde fein u. ber 
Gerberge Älterer Sohn, Lothar, obgleich no 


522 


Frankreich (Geſch.) ILL (954-987). IV. (987-996) 


unmändig, auf Vorſchlag Hngos von Trancien, | des Herzogs Richard von ber Rormantie 


welchein die Königin dafür die Dergogthümer Aqui⸗ 
tanien u. Burgund zuſagte, zum Könige gewählt. 
Lothar, unter der Yeitung jeiner Mutter Gerberge 
u. Ongos, welcher ben Titel Beſchützer des Kö- 
nigreiche führte, mußte ben letzteren kegleiten, 
um an ber Eroberung Agnitaniens, wo der Graf 
von Poitou nicht aus feinen Beftungen weichen 
wollte, Theil zu nehmen. Indeß belagerten fie 
Poitou vergebens, u. der Graf Wilhelm behauptete 
fi, da Hugo 956 ftarb, ungeftört in feinem Be⸗ 
fittbum. Der Tod Hugos veranlafte Gerkerge, 
den Söhnen beffelben, Hugo u. Otto, die Lehen des 
Baters zum Theil wenigflens wieder zu entziehen, 
bamit ihre Macht nicht cine ber Krone gefabrdro- 
hende werbe. Aber ver Erzbilhof Bruno von Köln 
nahm fich der Söhne an u. brachte es dahin, daß 
Hugo, nahmals Eapet beigenannt, das Herzogthum 
Srancien u. die Grafichaften Paris n. Orleans, 

tto aber, u. nach Ottos Tobe 965, der britte Bru⸗ 
der Heinrich das Herzogthum Burgund erhielt. 
Als Lothar mündig wurde, erneuerte er ven Plan 
feines Bater® zur Wiebererwerbung ber Norman» 
die, in welche er mit einem Heere einfiel. Aber der 
Herzog Richard, vom Dänenlönig Harald unters 
fügt, zwang ihn durch verheerende Kriegszüge zum 

trieben, in welchem Lothar Richarbs u. feiner 

tachlommen Thronrecht beflätigte. Dagegen be- 
fiegte er Arnulf, Grafen von Flandern, melcher 
ihm 964 bie Heeresfolge verweigerte, nahm Arras 
u. mehrere Städte ein u. behielt im Frieden einen 
Theil der Eroberuugen. Zu Köln erneuerte Lothar 
bie alten Verträge mit den Deutſchen u. erhielt 965 
Kaiſer Ottos Stiefſchweſter Emma, Tochter Lothars 
von Italien, zur Gemahlin. Als aber Otto der 
Große geftorben war u. Otto II. 977 Nieberlo« 
thringen an Karl, Lothars Bruder, zur fehn gegeben 
batte, überfiel Lothar 978 den Kaiſer in Aachen, blieb 
aber nur 3 Tage, ba die Stimmung des Volks ihm 
nicht günftig war, u. kehrte mit ſeinem plünternden 
Heere nah F. zurüd. Für dieſen Einfall . rächte 
fih Otto durch einen Verheerungsfrieg, den er tm 
October bis andre Borftäbtenon Paris unternahm, 
wurbe aber auf dem Rückwege bei Aisne überfal- 
len, wobei die Nachhut des Heeres große Verlufte 
erlitt. Der Frieden kam erft um 95U am Fluſſe Eher 
zu Stande, wo Lothar mit feinem Sohne Ludwig, 
welchen er zum Mitkönig ernannte, u. mit prächtigen 
Geſchenlen tem Kaifer entgegenlam. Nach Ot⸗ 
tes II. Tode ſtrebte Lothar nach der Bormundichaft 
über deſſen Sohn, Otto III., als ſeinen Verwandten, 
u. nahm unter dem Vorwande, daß er ihn gegen Hein⸗ 
rich den Zänter ſchützen wolle, Verdun, ſah ſich 
aber, als Otto III. allgemein als Kaiſer anerkannt 
wurde, zur Herauagabe dieſer Stadt u. zur Er⸗ 
nenerung ber alten Verträge genöthigt. Lothar ft. 
955 zihmfelgtefen SopunfutwigV.derfaule, 
welcher indeß ſchon 957, angeblich wen feiner Ge⸗ 
mahlin Blancavergiftet, farb. Als darauf deraflein 
erbberechtigte Karelinger, Herzeg Karl von Nicder« 
lothringen, welcher durch Annahme eines Tentichen 
Lehns die Gunſt der franzöfifhen Großen verjcberzt 
hatte, aögerte, nach ber durch feines Neffen Tod ere 
lebigten Krone zu greisen, werfammelte der Herzog 
von Franeien, Hugo mit dem Beinamen Capet, 
ber Sohn Hugos des Großen, feine Vaſallen, ließ 
ſich von dieſen, unter Zuſtimmung feines Bruders, 
bed Herzuga von Burgund, u. feines Schwagers, 


nige wählen u. wurde 3. Juli 987 zu Ab 
Erynifasf Adalbert gekrönt. 

V. Srantreid unter ben Cape 
bis zum Übergang bes Fendalſt 
eine&@rbmonardie 987 — 1328. | 
Capet fih zum König von F. frönen Tief 
Königthum bereits feine ganze Bebent 
büßt. Der König, jebes unmittelbaren © 
bis auf die Stadt Laon beraubt, beſaß 
walt über bie länderreichen Kromafall 
Erbrecht jo ftark befeſtigt war, daß bie & 
gung nur noch als eine betentungslofe | 

etrachtet werben konnte. Die großen 
* beſtanden damals aus den Herp 

ancien, mit welchem die Grafſchaft 
Dielun, Etampes u. Orleans verbund 
Normandie, Guyenne (Aquitanien), 
u. Burgund, den Grafſchaften Toule 
manboie n. der Markgrafichaft Flau 
Bretagne war feit 907 in bie 4 Graficdk 
nee, Vannes, Nantes u. Eornuaille je 
auch die Champagne beftand aus mehre 
von denen das wichtigſte Troyes war. . 
Kronvafallen hatte wieder Aftervaſallen, 
mit einem Theile feines Lehns belehnt hat 
ſowie das eigentliche Volk, ftanben in ı 
Beziehung zum Königthum. Der Stan 
meinfreien war — vernichtet, u. mu 
bene Grade ber Leibeigenſchaft machten i 
ßen Maſſe des Volles einen Unterſchi 
über die Städte u. ihre Bürger dehnte 
fallen ihre Hoheitsrechte aus u. riffen nı 
Kirchen- u. Kloftergüter, welche in ihre 
lagen, an fi. Die Geiftlichteit, gri 
durh Zucht» u. Sittenlofigfeit um 9 
Würde gelommen, gerieth auf diefe Weil 
in völlige Abhängigkeit von ben mächti— 
len, u. die Bilchöle wetteiferten mit biele 
praflen ihrer Einkünfte, in Fehden un 
tbaten. Nur einzelne größere Stäbte dei 
Frankreichs bewahrten fi, tur Ham 
werbe blübenb, vor biefem allgemeinen 
Lehnsweſens, welches jebem Bortichritt i 
hemmend in den Weg trat, u. einige Rs 
mirten fich, indem fie nach dem Vorgang 
tes von Clugny die canonifchen Vorjchrift 
Mönchsleben wieder zur Geltung bradıt 
ſolchen ungünftigen Berbältnifien gel 
Haus der Lapetinger auf den Thron 
große Länderbeſitz defielben, obwohl nid 
als der ter beteutendften Bafallen, gab i 
Königthume ſchon einen weſentlichen © 
und die ununterbrochene Erbfolge ber ı 
naftie Durch drei Jahrhunderte verhalf b 
thume zum Siege über das Lehnsweſen. 
zwar blos der Erfte unter Gleichen (Priı 
j,ares), doch hob er gleich von vorn bereit 
ſehen durch muthvolle Bertbeibigung ſei 
gegen ben Herzog von Niederlothringen, 
dem Herzog Wühelm von Guyenne u 
jeine Kronrechte geltenb zu machen ſu 
nahm denfelben in Laon durch' Liſt gefan 
Karl bald darauf in der Gefangeuſchatt 
kannte auch der Herzog von Guyenne 
König an. 

Hugo farb am 24. Octbr. 996 a. il 
Robertll, ſchon v88 zum Könige gelräu 


Frankreich (Geſch) IV. (908-1108). 


d n, als 2 Siege ber Normannen Heimid I. 
| ms 


‚ige Herricherfinn feinen Vaters. 
religiõs gefinut, trachtete er daruach, 
lichen Verbältniſſe Fee noch mehr 
Streit Der Bilchöfe mit dein Papſte, 
e pãpſiliche Entibeidung abzuwarten, 
des Erzbiſchofs Arnulj von Rheims, 
m Herzog von Lorbringen gehalten, 
hatten, in Güte beizulegen. Er jehte 
wieder in fein Bisthun ein, doch 
yem Banne bes Papſtes nicht ertiie» 


h weigerte, feine Gemahlin Beriba, | 


3 Grafen von Charıres u. Bloie, bie 
ade mit ihm verwandt war, zu ver⸗ 
{ih die Ermahnungen bes Abtes v. 
wogen, bein Bapfte Gehorſam zu 
rmäblte fi darauf in zweiter Ehe 
‚ Gräfin von Zoulouie. Als 1002 
einrih von Burgund ber Manns⸗ 
rzogthums Francien erloſch, wollte 
n Dem Herzog Richard von der Nor⸗ 
tügt, des beimgefzllenen Lehns be» 
ihm Heinrihe Stiefſohn Otto ſtrei⸗ 
ie türjtigen Geſchichtsquellen biejee 
fen den Erfolg des Kriegszugs un⸗ 
‚gibt fich jo viel, daß 1015 Roberts 
d, ala Herzog von Burgund allges 
ıt wurde. 1017 wurde Fein ältefter 
ils Mitregent gekrönt. Diefer em- 
n den ihmachen Bater, von bem er 
6 Theile der Krongüter verlangte, 
efiegt, erhielt aber das von ihm ger 


thum. Ri 

chon 1025 flarb u. der zweite Sobn 
innig war, fo wurbe Heinrich I. 
me gekrönt. Nach dem Tode Ro- 
wirkte Die verwittwete Königin aus 
ihren jüngften Sohn, daß viele 
egen Heinrich erllärten u. deſſen 
ıder Robert huldigten. Heinrich I. 
ten. Unterftügung bei Robert II, 
srmanbie, eroberte mit deſſen Hülfe 
m Bruder in Befig genommenen 
ich füch aber mit ihm, indem er das 
Burgund an ibn abtrat. Uın tiefe 
Bemühungen ber Beiftlichleit, melde 
brigen Mißwachs u. fortdauernde 
ie Strafgericht Gottes hinſtellten, 
en Fehden ter Grafen u. Herren 
ihen Gewaltthaten, Die aller Geſetze 
bda6 Geber bes Gottesjriedene 
‚|. 8.) einigermaßen zu beſchränken. 
ı des Jahres follte jede Fehde ruben, 
ſter mit Kriegszügen verichont u. der 
bt mit Plünderungen bedroht ob. gar 
g. Während faft ganz F. ben Gottes⸗ 
n, mar Francien der Schauplatj eine® 
rieges zwiſchen dem Könige Heinrich I. 
ı bes Grafen Odos Il. von ühartres, 
dbfinnigen Bruder des Könige Odo 
ı erheben wollten. Nachdem der König 
fchen Grafen mit Hülfe des Grafen 
dlich bezwungen batte, vermochte er 
ich zu einem Zuge gegen die Nornian⸗ 
ichſende Macht des Herzogs Wilhelm, 
ter Normandie iſpäter ats Wilhelm 
zelaunt), die Mißgunſt Der franzdfie 
erwedte. Schon waren Die Franzo⸗ 


an ber noruiauniſcheu Küfte vorge⸗ 


1059 Durch 


1034 (wgl. 





trieben u. zur Jurüdgabe des Eroberten ber 
mogen. Nachdem Heinrich 1. feinem Schne Philipp 
uftimmung ver mächtigften Vaſallen, 
der Erzbiichöfe m. Bilhäkz, Die Krone gefichert batte, 
fiarb er 1060. linter ihn wurde das Königreich 
Arelat ed. Hochburgund der franzafiichen Oberherr⸗ 
ſchaft entzogen u. dem Deutſchen Reiche einverleibt 
eutſchland Geich.] VI.). 
ber Philipp I. ſührte Graf Balduin V. von 
laudern die Vormuudſchaft mit Kraft u. Klugheit. 
la dieſer aber 1067 ſtarb, überließ ſich der König 
einem zügelloſen veben, vernachläſſigte die Regierung 
u. trieb, um ſeine Einnahmen zu vermebren, einen 
ſchmäblichen Handel mit den geiſtlichen Stellen. Ilm 
dieſelbe Zeit begann ber Papſt Gregor VII. gegen 
dieſen Unfug mit aller Energie einzufchreiten u. bee 
drohte ganz F. mit dein Interdict, falls der König 
ber Simonie keinen Einhalt thue. Doch gelang es 
tem Bapfte eben jo wenig, Der Simonie in F. ein 
Ende zu madenı, als feinen Anſpruch auf das Recht 
der Indeſtitur durchzuſetzen. Ale Wilhelm, Herzog der 
Normandie, Eugland erobert hatte u. in dieſem Lande 
vollauf beſchäftigt war, trachtete Philipp danach, bie 
Normandie wieder an ſich zu reißen, wozu ſich 
eine günſtige Geſegenheik bot, da Robert, ter Sohn 
Wilhelms des Eroberers von England, fich gegen 
feinen Vater empörte. Aber Wilhelm bebielt in 
bern ausbrecbenben Kriege die Oberbanb ıt. ver⸗ 
beexte, als Philipp auch nach wieder hergeſtelltem 
Frieden nicht abließ, ihn zu reizen, 1087 die Graf⸗ 
ſchaft Berin, zerftörte bie Stabt Dante u. würde 
tem Könige noch größere Verlegenheiten bereitet 
aben, wenn er nicht balb darauf geftorben märe. 
urch ſolche u. andere erfolglefe Fehden ſchwächte 
Philipp ſein königliches Anſehen, noch mehr aber 
durch ſein —* Yeben. Seine Ehe mit Bertha, 
Toter des Grafen Florens von Holland, löſte er 
eigenmädhtig auf u. entführte dem Grafen Fulco 
von Aujou deflen Gemahlin Bertrade, nıit welcher 
er fih vermäblte. Der Bapft, welcher gegen bie 
neue She u. bie Löſung ber alten Einſpruch erhob, 
belegte den König 3 mal mit dem Banne, bis die⸗ 
fer endlich 1104 auf einer Kirchenverſammlung in 
Baris barfu als Büßender erichien. Als Abge⸗ 
ordneter Paſchalis II. ertheilte ihn Lambert, Vie 
ſchof von Arras, tie Abſolution. Wahrſcheinlich 
fanctionirte übrigens ber Papſt ſpäter Die zweite 
Ehe, denn Beriradens Schue wurden für rechtmä⸗ 
bi u. fucceifionsfähig erfannt. Philipp farb in 
elun, 1108, u. hinterließ feinem Sobne Yubmig, 
ben er ſchon 1100 zum Diitregenten angenommen 
batte, ein burch innere Unruhen zerriittetes Reich. 
Mit Ludwig VI,dem Diden, beginnt ein 
neuer Abſchnitt Der Geſchichte F-s. Nicht nur, daß 
ber neue König ſowohl durch Klugheit u. Mäßigung, 
als auch durch Muth u. Tapferkeit ausgezeichnet, das 
Königthum wieder zu Ehren brachte, auch der 
Geiſt der Zeit erhielt eine neue beſſere Richtung 
durch das Aufblilhen des Ritterthume, welches mit 
dem Beginn der Kreuzzüge vorzugsweiſe in F. ſich 
entwidelte. Mit ihm gewaunn auch die Nation ei⸗ 
nen geiſtigen Inhalt; tie Sprache des Volles bes 
gann mehr u. mehr die Yateiniiche Sprache ala bie 
Sprache ber Gebildeten, der Dichter u. Schrififteller 
zu verdrängen, jeitvem Lei. in der Provence bie 
Mitterpoefie ber Troubatours fich des vollsthilme 
ligen Idiome bediente. Philipp I. war ber geiflie 


328. 
gen et welche feit Anfang bes 12. Jahrh. 
Die chriftlihe Welt ergriffen hatte, frenıb geblieben, 
aber als König 30g er von ihr materiellen Nutzen 
indem er Städte n. Burgen von Krenzrittern er- 
warb, welche durch Vetkauf ihres Beſitgthume fich 
die Mittel zur Theilnahme an Kreuzzügen verfchafe 
fen wollten. Auch geftattete das Fortzichen vieler 
mächtiger Großen in ben heiligen Krieg bem Kb» 
nige feine Macht ungeflörter zu entfalten u. zu er» 
weitern. &o famen bie Umftände dem thatkräfti- 
gen Zubwig VI. zu Hülfe, um bie politiſche Um⸗ 
wanblung bes franzöflichen Staatsweſens * 
bereiten. Bevor er ſich jedoch auf dem Throne 
feſtigte, hatte er mit ſeiner Stiefmutter Bertrade 
u. deren Sohne Philipp, dem ſie, von den Grafen von 
Anjon u. von Montfort unterſtützt, die Krone zu 
verſchaffen fuchte, harte Kämpfe in befteben. 
Zu gleicher Zeit führte er einen hartnädigen Krieg 
mit Heinrich I. von England, welcher als Herzog 
der Normandie nicht die bei der Belchnung ge- 
gebenen Verſprechungen erfüllte. Eine Reihe von 
riegen entipann fih, in denen Lubwig VI. mit 
abwechſelndem Güde kämpfte, aber fein Bier, Wil⸗ 
beim von Flandern, den Sohn des Herzoge Robert 
von ber Normanbie, zum Herzog einzujegen, ee 
erreichte. Der Papft vermittelte einen Vergleich, 
nach welchem 1120 Heinrichs I. Sohn Wilhelm bie 
Normandie von Ludwig VI. zu Pehn empfing. 
Trotz dieſes wenig befriebigenden Ausgangs bob 
der Krieg die Macht des Königs, denn viele ber 
minder mächtigen Vaſallen fuchten num feinen 
Schub u. andere zeigten ſich mit Freuden bereit, 
ihm gegen feinblich gefinnte Herzöge u. Grafen 
Hülfe zu leiften. So zwang er 1121 ben mäch⸗ 
tigen ©rafen von Audergne, bie Stabt Elermont 
dem Bijchofe derjelben, bem er fie genemmen hatte, 
zurüc zu geben. Als der Krieg mit England 1120 
wieder ausbrach, indem Graf Fulco von Anjou 
mit anderen Großen in bie Normandie einflelen, 
bewog ber König von England ben Kaijer Hein- 
rih V. zum Krieg gegen F. Da rief Lubwig bie 
Großen bes Reichs zu gemeinfamer Vertheidigung 
des Vaterlandes auf, u. wie ftarf ſchon damals bas 
Netioualbewußtjein war u. das königliche Anſehen 
fi befeftigt hatte, geht aus der großen Heeresmacht 
hervor, welche der König in kurzer Zeit um fid 
verjammelte. Das rafche Handeln bes Königs be- 
wog ben Kaiſer, fein Vorhaben aufzugeben u. ſich 
zurück zu ziehen. Als Heinrich I. ftarb, kam es 
1125 zu einem Frieden mit England, ber mehr 
Beitand als die früheren hatte. 1128 ließ er feinen 
älteften Sohn Philipp, u. als biefer 1130 ftarb, 
feinen zweiten Sohn Ludwig vom Papfte Juno⸗ 
cenz II. zu Rheims krönen. Er fl. 1137 in Paris, 
nachdem er kurz vorher bie Macht feines Hauſes 
buch Vermählung feines Sohnes u. Nachfolgere 


Ludwigs VII. mit der Erbin von Aquitanien, 


Cleonore, bebeutenb erweitert hatte. Was Lub- 
wig. VI. noch beteutender fiir die Geſchicke F⸗s 


machte, als ſeine triegerifche Thätigleit, war feine | 


ftrenge Rechtlichkeit u. fein Streben, Gefetlichteit 
an Stelle ber Gemalt zu fegen. So beförberte er 
bie Gründung ſtädtiſcher Communen, d. h. Ber- 
bindungen ber Bürger einer Stadt zu gegenfeiti- 
gem Schutze gegen Gewaltthat ır. Syrevel, u. legte 
dadurch ten Grund zum Entſtehen einer neuen 
zelitiihen Macht, des freien Bürgerthums, welches 
Xer Krone ein wichtiger Bunbesgenoffe gegen bie 


Frankteich Geſch) IV. (LIBU1EEEF 


großen Bafallen wurde. Bo bie Leb 
Grajen u. Herren Die Bilbung freier 
nicht geftattete, wurben fogenaunte 
eingeführt, Bürgerſchaften, welche bei 
Nubeftörumgen dem Befehle eines vor 
bern eingejegten Beamten (Bär 
leifteten, um ben gefeßlidhen Zu 
erhalten. 
Lubwig VIE, der Jüngere 
vermochte mit feinem bis an das Bu 
außsgebehnten unmittelbaren Länter! 
nigthume eine achtunggebietende St 
ſchaffen. Dennoch wagte e8 ber G 
bon ber Champagne, dem König bi 
zu verweigern u. bei einent 1141 aı 
Streite bes Papſtes Innocenz IL mi 
iiber das Recht der Inveftitur für de 
tei zu nehmen. Ludwig verheerte ba 
des Grafen u. verbrannte bie Stab 
über ihn verhängte Ercommunication 
folger de3 Papfies Innocenz II., CU 
ber auf. Gefährlicher ale biefer Krieg 
König ber Wiederausbruch bes Kam 
fand; boch führte der Graf Bottfrie 
einen Angriff auf die Normandie gli 
Ludwig belohnte ihn mit dem erobe 
thume gegen Herausgabe der Etabt 
Ludwig VII. unternahm 1147 eine 
ließ den Abt Suger, ber ſchon fein 
treuer Rathgeber geweſen war u.fid 
ſamkeit u. Raatsmanniiche Gewandthei 
u. den Grafen Robert non Vermando 
verweſer zurüd. Er führte ten 8 
Glück (ſ. Kreuzzüge), Tehrte 1149 3 
von den Griechen gefangen, aber & 
Noberts von Sicilien wieder befrei 
1152 geftorben war, gab fich ter Kd 
fiuffe ſelbſtſüchtiger Rathgeber hin, 
Betrieb geihah es, dag Yubmig VL 
dung von feiner Gemahlin Gleonore, 
gen zu naher Berwanbtichaft, im tk 
wegen ihres anftößigen Lebenswande 
Dur biefen Schritt wurbe Die Pla 
nicht nur direct, weil Lubwig die a 
haltenen Länder zurückgab, geſchwächt, 
inbirect dadurch, daß jene Länder, 
Poiton u. die Herzogtblimer Aquita 
cogne, durch die Wiebervermählung 8 
Heinrich II, Herzog von der Normaı 
ſem Herzogtum verbunden wurden 
welche dem Könige aus dieſer Madı 
eines ſchon mächtigen Vafallen ern 
aber erft ihre volle Bedeutung, als ı 
ber erfle Plantagenet den englijchen 
beitieg u. num barauf binarbeitete, fı 
beſitz ın F. ber ah bes franzö 
zu entziehen, nm biefelben als unm 
ſitzthum mit ber Krone von Gnalaı 
ten. %. 0. England, welche fche 
wegen ber Normandie u. Bretagne 
Berübrung gelommen waren, trate 
ale rivalifirende Mächte noch ſchrof̃ 
Die Politik der meiften englifchen Kör 
Haufe Plantagenet ging dahin, ga 
mit ber Krone von England zu verbin 
bie Gapetinger Schritt vor Schritt k 
Engländer auf dem Feſtlaude zu ſchm 
Schon vor der Thronbefleigung He 


Frankreich (Geſch) IV. (11541201) 


ndem Ludwig unter dem Vorwande, Frieden, welchen der Papfl vermittelte, um beibe 


sa er des Königs Veftätigung zur 
it Eleonore nicht eingebelt habe, 


bt verlegt babe. Aber der Krieg batte | Tipp fich mit Richard, Herzog von Agnitanien, 


ünfchten Erfolg, ja vudwig konnte 


sdern, daß Heinrich feine &rpebition 
Englunds ausführte. Als Heinrich 
eworden war, vermehrte fich fein 
8. noch nin Die Beſitzungen feines 
der 1156 ftard. 1155 vermäpfte 
[I. mit Conftange, Tochter Alfons 
u. als tiefe fchon 1160 Aarb, mit 
hter Theobalds von Champagne. 
: England brach 1159 von Neuem 
Heinrich durch unbebeutenbe zug 
luges Berhalten, ſowie durch die 
ies Sohnes mis ber Ludwig von 
renen Tochter, Diargaretbe, ben Kö» 
‚atte. Nun aber, als Heinrich Die An» 
Bemablin auf Tonlouſe zur Geltung 
‚, tonute Ludwig nicht länger der 
: engliihen Macht in feinem Reiche 
abwechſelndem Glück u. nur durch 
illftände unterbrochen, währte der 
4 Der Triebe zu Montlouis geſchloſ⸗ 
Ivry nochmals beftärigt wurbe. An 
dandenen Verhältniſſen wurde da⸗ 
indert. (Bgl. England Geſch. IX. A). 
ſtarb 1150 u. ihm folgte fein ein« 
83. Ehe, Bhilipp II. Auguf, 
Jahre alt. Eon 1179 war ber 
ne m. zwar unter Mitwirkung fo 
„Ken gekrönt worben, daß daraus 
m bes Töniglihen Anſehens fi 
en läßt. Als Philipp fih auf An⸗ 
Japftes bewegen ließ, den Grafen 
weicher ſchon während der [echten 
re Lubmigs VII. das Gtaatsruber 
vom Hofe zu entfernen, verbündete 
tem Herzog von Burgund u. beim 
na I. von Sancerre n. begann 1191 
ı den König. Durch Beraubung ber 
Zinwanterung Ludwig VII. begün- 
ſchaffte fih Philipp II. bie Mittel, 
r zufanımen zu bringen, mit wel« 
ber der tiberjpenftigen Bafallen ver- 
2 König Heinrich II. von England 
rmittelte. Nun vermanbelte ſich je 
er in eine Landplage, indem einzelne 
nd verheerend durchzogen. Erft 1184 
Könige mit Hilffe ber Bürger dieſe 
ellen od. Brabancone, weil fie Mi 
tamımteh) zu vernichten. Die nnanfe 
Ientriege, namentlich bie Fehden ber 
dönigs Heinrich II. in Aquitanien, 
Rormanbie, liefen intel bald wie- 
en folden Raubgefinteis entſtehen, 
er König ſelbſt 1185 ein Heer bil» 
Grafen von Flandern Vermandois 
Dieler Krieg endete mit einer Thei⸗ 
fenden ®rafichaft. Daum zwang ber 
: Herzog von Burgund, ſich vor ihm 
nn. wegen feiner rechtsmwitrigen Ver⸗ 
em Grafen von Slandern 1156 Ab⸗ 
In ber Abficht Bortheile für ſich zu 
ſchte ex fih 1187 in ven Krieg ber 
93 II., drang in Aquitanien mit 
eere ein, verſtand fich aber zu einem 


Könige für einen Kreuzzu 


zu gewinnen. Doch 
brach ber Krieg 1189 von 


euem aus, indem Phi⸗ 
en 
Beflen Bater, Den König von England, verband. 
Letztere mußte im Frieden zu Tours Die Auvergne 
abtreten u. leiftete von Neuen den aufgefünbigten 
Lehndeid. Er unterbrüdte die Fehden ber großen Ba- 
fallen u. verfchönerte u. befeftigte Paris u.a. Städte. 
Darauf zogen, ber Verabredung zu Nonancourt ge 
mäß, Richard, jetzt König von England, mit dem 
Beinamen Löwenherz, u. Philipp gemeinfam mit 
einem großen Heere nach Baläftina. Schon unter» 
wege fam es zwiſchen beiden Königen zu &treitig- 
keiten, boch verfähnten fich dieſelben wieder, indem 
Philipp in Die Aufhebung der Berlobung feiner Toch⸗ 
ter Alice mit Richard einwilligte. Nach ber Eroberun 
von Akre wollte Philipp nach %. zurückkehren, do 
ließ ihn Richard nicht eher ziehen, bis er geſchworen 
hatte, bie engliſchen Befigungen in F. waͤhrend der 
Abweſenheit des Könige in keiner Weiſe zu beun⸗ 
ruhigen od. anzugreifen. Ente 1191 traf Philipp 
wieber in Paris ein. Seine ſchnelle Rückkehr hatte 
bef. der Tod des Grafen von Flandern, welcher in 
Ptolemais ftarb, veranlaßt, ba er ale Gemahl ber 
Nichte deſſelben einen Theil von deſſen vLändern als 
deren Mitgift in Anipruch nahm. Den darüber mit 
ber Bittme des Grafen gefüänten Streit legte ber 
Erzbiſchof von Rheime bei. Pbilipp erhielt einen 
Theil Des Landes u. ben anderen vereinigte Bal⸗ 
bin VIII, Schwager ber Gräfin von Klanbern, 
baldbaranfmitjeiner Brafichaft Hennegau. Als kurze 
Zeit nachher bie Nachricht won ber Grlangennahme 
Richards I. durch ben Herzog Leopold von Ofter- 
reich einlief (ji. w. England Geſch. IX. A), verbanb 
fih Philipp mit dem Bruder Richards, Johann, 
um Letzteren zum Throne zu verhelfen, wofür diefer 
bie Abtretung des auf bem rechten Ufer ber Seine 
liegenden Theils der Normandie verfprad. Die 
Kreilaffung Richards 1194 u. bie tapfere Verthei- 
digung ter Stadt Rouen vereitelte das Unterneh 
men. Dem von Richard fortgefeten Kriege machte 
ber Friede zu Gaiblon 1196 ein Ente, in welchem 
Zuilipp ben zwifchen ber Seine u. Eure gelegenen 
heil der Normandie u. das normännifhe Berin 
erhielt. Doc währte ber Friebe nicht lange, inbem 
Richard bald darauf einige ungehorfame Bafallen, 
u. a. den Grafen Balbırin II. von Flandern, gegen 
BHitipp nnterffütte. Der Tod befreite indeß 1199 
ben König von 5 von feinem gefährlichften m. 
mãchtigſten Vaſallen u. Nebenbubler. Leichtere® 
Spiel hatte Philipg mit Richardo Nachfolger Jo⸗ 
baun ohne Yand. Diefem gegenüber unterftügte er 
ten Reffen deſſelben, Krb von ber Normanbie, 
der fein Näyerrecht an die Krone Englands bee 
baupten wollte, ließ beufelben aber fallen, als Io» 
haun die Hand zu einem vortheilhaften Frieden bot. 
In dem Bertrage zu Goleton 1200 erbielt Philipp 
die Stadt Coreuy u. einige antere Orte u. für 
feinen Sobn Ludwig die Nichte Ichauns, Blanca 
von Eaftilien, zur Gemahlin. Um biefelbe Zeit war 
er in heftigen Streit mit bem Papſtthum gerathen, 
indem Innocenz III. bie grundloie Trennung ſei⸗ 
ner Ehe mit Ingeburg, Prinzeſſin von Dänemarf, 
nicht anerkannte u. die Auflöfung feiner neuen Che 
mit Maria, Prinzeffin von Meran (1196), unter 
Androhung des Bannes verlangte Nach vielen 
Streitigleiten fügte fich Bhilipp 1201 Tem Aus⸗ 


526 


ſpruche ber Kirchenverſammlung zu Soiſſons. Im 
folgenden Jahre bot ſich ihm eine günſtige Gelegen⸗ 
heit dar, ſeine Pläne gegen England wieder aufzuneh⸗ 
zmeu. Auf eine Auflage bes Grafen Hugo von La 
Marche hin, daß König Johann, fein Lehnsherr, ihn 
in feinen Rechten gekränkt habe, zog Philipp ben 
König als Herzog von Aquitanien u. franzöſiſchen 
Baſallen dafür zur — erflärte ibn, 
ale er nicht erichten, aller Lehn veriuftig, eroberte 
bie 1204 die Normandie, Maine, Zouraine m. 
Poitou u. ſchloß 1206, nachdem er auf die Bre- 
&agne erobert hatte, einen Waffenſtillſtand, welcher 
ibm auf 2 Jahre den Beſitz ber eroberten Län- 
der ficherte. Bergebens verbaub fi Johann mit 
Dtto IV., Kaiſer von Deutichland, da biefer im 
eigenen Reihe un feine Anertennung lämpfen 
mußte, während Philipp fogar Die Krone Englands 
in Ausficht geftellt wurde, als Papſt Junocen; IIL 
den König Johann 1212 des Throns eutfehte m. 
Philipp Auguft aufferberte, England für fi im 
Befig zu nehmen. Indeß, nachdem Philipp 1213 
zu Soiſſous auf einem Neichötage die Rüftungen 
zum Kanıpfe gegen England vorbereitet hatte, 309 
der Papfı jeine Aufforderung zuriid, da Johann 
um Gehorſam gegen die Kirche zurüdgelehrt war. 
Um fi zu entfhäbigen, griff Philipp Auguft bie 
Grafen Ferdinaud von Flandern u. Rainald von 
Boulogne an, da biefe des Einverflänbnuiffes mit 
Johann en waren, fiel in Flandern ein u. 
eroberte Gent, Fille, Douay u. Courtrai. Währenb 
deſſen landete Johann 1214 in La Rochelle u. drang 
in Aujou ein, indem zugleich Kaifer Otto IV. in 
gaben zur Unterflügung ber Grafen einrüdte. 
ie Verbündeten wurden aber am 27, Juli von 
Feiuipe II. bei Bovines gänzlich geichlagen, n. die 
zafen von Flandern u. Boulogne gefangen. Zu⸗ 
gleich hatte auch Philipps Sohn, Ludwig, bie Eng- 
länder aus Anjou vertrieben. Der Siegbei Boviues 
wur Für tie Entwicklung 5-3 von folgewichtiger 
Bedeutung, er beieftigte die Eroberungen u. bie 
eugere Verbindung der vormals eugliichen Landes» 
tbeile aus u, verſchaffte dem Könige ein großes 
- Uebergewicht über feine Vajallen, jo dat von jener 
Zeit an das Echnsweien in der Geſchichte 5-6 
immer weiter hinter die königliche Gewalt zurück⸗ 
gebrängt wird. Zunächſt jchloß Philipp Il. nun 
einen Waffenſtillſtand mit Eurgland u. 303 vie Graf. 
ſchaft Boulogne für die Krone ein. Zwei Jahre 
ſpäter sing fein Sohn Ludwig nad England, um 
von dem Throne Diejes Landes VYeiig zu nebmen, 
indem eine Verſammlung auflästticher Barone 
ihn an Johauns Stelle zum Könige gewäbhlt hatte. 
Aber das Unternehmen Ichiug ſehl, als Johaun ſtarb 
u. ein Theil bes nalen Adels ſich Dem Sohne 
deſſelben, Heinrich III. Zumwantte. (Vgl. Eugland 
Geſch. IX.) Um dieſe Zeit war das ſüdliche F. Der 
Schauplatz eines verheerenden Religiendkrieges, 
weichen Innocenz III. gegen Die Secte der Al» 
bigenjer (j. D.) erregt hatte. Auf der Seite der 
pisftlihen Partei m. au der Spige bes zur 
Ausreitung ter Ketzer zuſammengebrachten Kreuz 
heered Stand Simon Graf ven Moentfort, müde 
rend Graf Raimund VI. von Toulouſe Laud 
u. Leute gegen Den Angriff deſſelben zu ſchü— 
gen ſuchte. Ben ben wortbrüchigen Unterhänd— 
lern Des Papſtes in eine Kalle gelodt, verler an⸗ 
fange Graf Raimund fein ganzes Beſitzthum, doch 
gelang es ihm 1219 mit Hülfe der über das ruhe 


| mit Heinri 





Branlreich. (Geſch) IV. (1202-1922) 


loſe Treiben der Sieger empörten Sta 
zurildjuerobern. Bergebens batte te 


König von F. aufgefordert, ber Kircht 
tung der Ketzer Beiftand zu leißen. 


u jehr mit ben engliſchen Angelegeı 
efefigung feiner Macht im Korden 

tigt, um ber Kirche den Dienß ungefäl 

zu können. Enblich fanbte er feinen ı 

1219 gegen Touloufe; indeſſen 

Die Belagerung dieſer Stabt auf. 9 

farb anı 14. Juli 1223. 

Sein ältefter Sohn Lu d wig VIN 
wurde im Auguft 1223 mit feiner Gem 
von Saftilien, zu Rheins gekrönt. Bei 
befeigung ſtand das Erdrecht der C 

eifelbatt fehl. Bom Papfte Hono 

elünpfung des Grafeu Raimund \ 
loufe aufgeforbert, rüftete er ein He 
fiht, die Grafſchaft in unmittelbar 
zu bringen, u. gab ben Feldzug um 
der Graf ſich den Partien Korben 
zeigte. Er wandte jein Heer nun g 
liſchen Beſitzungen in F., welde er 
Ill. geſchloſſenen Frieb 
geben ſich verpflichtet hatte. Linter ba 
Bag auch Heinrich III. die überzen 
pflihtungen nicht erfüllt habe, erfi 
jeines Damals geleiſteten Eides für l 
Poiton ein. Er eroberte Niort, St 
gely u. la Rochelle. Bei bem in gi 
ausgebrochenen Bürgerkriege erllärtı 
fange gegen die regierende Gräfin 1 
u. erkannte bes faljben Balduin D 
von Flandern an; nachdem bieler 
bingerichtet worden mar," ichloß er ir 
einen vortbeilbaften Bergleic mit 
Johanna, demuach er gegen bie 3 
großen Summe die Be unane bes 
gelangenen Grafen Ferdinand, ihr 


verſprach. Der Krieg mit Eiglanl 


nur langiam vorwärts. Da Heinrich 
Richard in Bordeaur über eine nurg 
macht zu verfügen hatte, fo mwantt 
lieber gegen ben Grafen von Zoulı 
Papſt von Neuem zu einem Kreuzzu— 
ſelben aufiorberte. Er eroberte aud I 
Nismes, Beaucaire, Carcafjonneu a. 
aber am 8. November 1226 in Mont 
Bou jeinen Söhnen erhielt ber 2.,R 
ber 3., Johann, Aujou u. Maine, di 
Boitou u. Uuvergue, ber 5., Karl, 
geiftlihen Stand, ber ältefte aber, 8 
der Heilige, jolgteals König. Diefe 
erſt 11 Jahre alt u. ſtand unter der & 
feiner Mutter Blanca, welche deu itali 
dinal Romanus VBonaventurz zu ibı 
möhlte. Die Viinderjährigleit bes Ki 
dei nielen ber größeren Vaſallen bas 
verlorene Macht wieder zu geminn 
fie fih weigerten, bei ber Krönung ! 
wenn ber König nicht Die, vinzeine 
Herzögen von einen letzten Norgäuger 
Länder zurüdgebe. Gleich nad ter! 
ſchloß Blanca die Züchtigung ber 
Manche derſelben unterwarfen fich ik 
Unterttügung von England, auf weicbe 
gweifeihaft wurde. Nur der Graf 
lieb hartnädig u. verftanb fi af: 


Frankreich (Geſch) IV. (12291260) 


1229 enbigte Blanca ben Krieg gegen | Reich zu immer größerer Geltung Tam. Bon 
aimund VII. von Toulouſe. melden | gloner Wichtigkeit für die Vefeftiguig der Lönig- 
ie Beiigungen am rechten Ufer der li 


one u. die des linken Ujers der Kirche 
Ya6 reiche Land deſſelben durch zahl⸗ 
feit Jahren verbeert, litt nun noch 
zn fanattichen Keperverfelgungen, be- 


jegeben wurde. Für die Krone aber 


rbung eine wichtige Erweiterung ihrer 
lichen 5. Ludwig, jeit 1236 groß- 
te noch mehrere, in der Hofinung auf 
Mand unternommiene Aufflänte des 
von Gefinnung, von echter Gröm- 
3 aber peinlich fireng in ber Veob⸗ 
mßeren Kormen tes Gottesdienſtes, 
ur darauf bedacht, feinem Yande beit 
Innen u. nah Außen zu bewahren. 
er fi, Den Zwift zwiichen dem Papft 
Friedrich IT. beizulegen, ſchlug 1239 
uber, den Grafen Artois, die dieſem 
yotene Raijerkrone aus u. weigerte ſich 
befriegen. 1244 that er nad einer 
neheit Das Gelübde, das Krenz zu 
übergab feiner Diutter die Regierung 
1245 in Aigues⸗Mortes über Eypern 
ein, landete im Frühjahr 1249 in 
brang gegen Kairo vor. Bei Man- 
en u. am 6. April gefangen, ging er 
Befreiung nah Syrien, ohne auch 
uszurichten, ſ. u. Kreuzzüge. Ju F. 
a Unordnungen eingeriſſen u. Lud⸗ 
1252 geſtorben. Im Juli 1254 
zurück u. begann die Ordnung wie⸗ 
en. Dit Aragenien ſchloß er 1258 
, werin F. allen Lebnorechten auf 
rona, Urgel, Ampurias, Cerdagna 
entfagte, Aragonien aber feine An- 
viele —— Gebiete aufgab, ſ. 
ſch.). In dem 1259 abgeſchloſſenen 
England trat er Gascoegne, Limouſiu, 
duercy als Herzogthum Guyenne un⸗ 
er Lehnobarkleit ab, wogegen Heitt- 
n Aniprüchen auf bie Normandie, 
e, Poitou 2c. entiagte, ſetzte ben Abt 
o u. den Grafen von Nesle zu Reichs: 
eu. ging 1270 nach Tunis unter 
‚ber bier am 25. Aug 1270, |. Kreuz⸗ 
h Ludwig ben unmittelbaren Kronbe- 
rte, jo gedieh Tech unter ibın bie kö⸗ 
It zu immer größerem Anfehen. Er 
zucrft tie geſetgebende Gewalt ber 
EZ ouceränetäterecht übte u. bie Gül- 
ı ibm gegebenen Geſetze auch über bie 
jallen austehnte. Dererfte Schritt zu 
nen Rechtsordnung des geſammten Rd» 
ſchon von Philipp II. gethan worden, 
18 den Inhabern ter 6 gröſeren Kron⸗ 
ebenialls Rronlehen befibeuden vor- 
laten ben Pairshof zur Eutſcheidung 
siten der Vaſallen unter einander od. 
errichtete. Auch ter Glanz des kö— 
8 nahm unter Ludwig IN. zu, obwohl 
bt und einiach lebte, u. die Großen 
mehr u. mehr daran, am königlichen 
hren, wo das Leben reihe Genüſſe 
die Reſidenz Paris immer mehr das 

der Nation cemcentrir.e u. Durch 
rihönerungen als die Haupiſtadt bes 


az —— 
— — — — — — — — nen 


| 


lichen Macht wurde das von Ludwig IN. einge- 
richtete Lönigliche Gericht (Appellationsgericht), vor 
welchem Jeder Recht ſuchen konnte, welchem das Recht 
von ten Gerichten Des Lehnherrn verweigert war 
od. weichen das Urtheil eines ſolchen nicht recht m. 
billig ihien. Die ſtrenge Rechtlichleit Ludwigs gab 
biefem Gerichte bald ein hobes Aufehen, da zugleich 
die Macht bes Königs dafür bürgte, daß der Bafall 
an feinen vor dem Könige Recht juchenden linter- 
tbanen keine Rache nehmen werbe. Der gerichtliche 
Zweikampf wurde abgelchafit u. ter Zeugenbemeis 
eingeführt. Aus dem königlichen @erichtöhofe ent- 
mwidelte ſich nach u. nach ein geſetzgebender Körper, 
ſchon unter Pubwig IX. Barlamentgenannt, in- 
dem bie Beichlüffe deſſelben ſeit Mitte des 13. Jahrh. 
aufgezeichnet u. ihnen für das ganze Reich, mit 
Ausnahme der Normandie, Geſeheskraft beigelegt 
mwurte. Miiglieter des Parlanments waren Die 
Faire, bie vom Könige dazu beruienen Barone, Die 
Prälaten u. die Hofbeanten, weiche ſich jedech oft 
durch Rechtänelehrte vertreten ließen. Die Verwal⸗ 
tung der Kronländer ordniete Ludwig von Grund 
aus u. fteuerte Der Corruption des Beamtenſtandes 
durch firenge Gelege gegen Beſtechungen u. Be⸗ 
brüdungen. Unter dem Schuge weiſer Gelee hob 
ſich raſch der Wohlſtand der Stätte, melden Lud⸗ 
wig geſtattete, tie Lehnshoheit abzukaufen. Noch 
wichtiger für die Entwickelung bes Nationalreich⸗ 
thums war die Vildung eines freien Bauernſtan⸗ 
des in ben Kronläntern, mo ber König bie Yeib- 
eigenichaft nach u. nach aufbob. Dem Handel gab er 
eine folivere Baſis durch Einführung einer unver- 
änderlichen Münzwäbrung, Doch blieb das Münz⸗ 
recht derjenigen Vaſallen deſtehen, welche daſſelbe 
von Alters ber geübt hatten, jedoch mit Der Veſchräu⸗ 
fung der Kircnlation ihrer Münzen auf das Gebiet 
des Lehnträgers. Zroß feiner lirchlich⸗ religidien 
Richtung zeigte fi Yupwig IX. bartnädig in ber 
Behauptung des der weltlichen Obrigkeit zukom⸗ 
menden Rechtéegebietes u. verhehlte ſich nicht, daß 
Habſucht u. Herrſchſucht mehr als frommer Sinn 
die Tricbfeder mander Danblungen u. Beſtrebun⸗ 
gen Des mehr u. mehr verweltiichten Papſtthume 
u. der böberen Seiftlichleit war. Den Erpreiiungen 
Des päpſilichen Hofes trat er mit großer Entſchie⸗ 
denheit entgegen u. wurde dabei Durch die Stim- 
mung des Volkes gegen bie Anmaßungen bes Rö⸗ 
miichen Stuhls unterftüßt. Auch jeßteer der Ausdeh⸗ 
nung der geiftlichen Gerichtsbarkeit in Vereine mit 
den Krouvaſallen ein Ziel, ja er erflärte ſegar bie 
Juterdicte der Biſchöfe für ungültig, wenn er bie- 
jelben nicht gerechtfertigt fand, u. endlich erlich er 
1259 die fogen. Pragmatiſche Sanction, 
weiche Den Umfang der Beingniſſe Des Kirchenregi⸗ 
ments genau abgrenzte u. Die Grundlage Der Selb» 
ſtändigkeit der Gallilaniſchen Kirche (j. d.) wurde. 
Großes Verdienſt erwarb ſich Ludwig auch durch 
die Verbeſſerung Des öffentlichen Unterrichts u. Die 
Förderung der Wiſſenichaft. Er gründete die erſte 
öifentliche Biblioihek n. brachte Die Univerſität in 
Paris zu einer ſolchen Brüche, daß dieſelbe den erften 
Rang unter allen Yehranftalten Europas einuabm. 
Unter ihm erlebte Die Provencaliſche Poeſie ihre 
Bluͤthezeit u. Die Franzöſiſche Sprache begann auch 
außerhalb Fs als Schrift⸗ u. Gelebrtenſprache 
neben der Lateiniſchen Geltung zu erhalten. 


28 


Philipp III. ber Kühne, ber ältefte Sohn 
Ludwigs IX., gab Die Unternehmung gegen Tunis, 
wohin er feinen Bater begleitet hatte, auf u. kehrte 
im November 1270 nach Europa zurüd. Eine Fehde 

wiſchen Gerhard von Caſaubon mit dem ©rafen ven 
U emagnac, mit dem ſich der Graf von Foix verbünbet 
—* ab ihm Veranlaſſung, ſeine königliche Gewalt 
—* zur Geltung zu bringen. Philipp nahm 
Gerhard von Caſaubon als ſeinen Lehnsmann in 
Schutz u. zwang die beiden Grafen die Waffen 
nieberzufegen.. Um ber Xochter feiner Eoufine 
Blanca, Johanna, welche er feinem Sohne Philipp 
zur Gemahlin beftinmte, die Erbfolge in Navarra 
zu fihern, fanbte er den Grafen von Artois mit 
einem Heere gegen Pamplona Nachdem dieſe Stabt 
erobert u. das Land unterworfen war, zog Philipp 
ſelbſt Über die Pyrenäen, um feines unmündigen 
Neffen, Fertinand de la Cerda, Anſprüche auf den 
Thron von Eaftilien, welchen deſſen Obeim Sancho 
uſurpirt hatte, zur Anerkennung zu bringen. Doch 
hatte biefer Feldzug feinen Erfolg. Nicht günftiger 
enbigte ein Feldzug, den er 1285 unternahm, um 
Die Sicilianiſche Veſper zu rächen u. Aragonien, wel- 
ches ihm der Bapfi, welcher Peter III. des Thrones 
für verluftig erflärte, für einen feiner Söhne ge- 
ſchenkt hatte, zu erobern. Philipp führte zuerſt Die 
Arelshriefe ein u. geftattete ben Bürgerlichen bie 
Erwerbung von Afterlehen; er ft. 1285. Die un- 
mittelbaren Beſitzungen der Krone waren unter 
feiner Regierung jehr verinehrt morben. Durch ben 
Tod feines Bruders, Johann Triftan, fiel Balois, 
u. durch den feines Oheims Alfons Boitou u. 
Auvergne an bie Krone zurück. Auch Tonloufe u. 
bie Brovence vereinigte Philipp nach dem Tode 
ber Gräfin Johanna von Toulouſe vollends mit F. 

Philipp IV.der Schöne, erfi 17 Jahre alt, 
als er den Thron %-8 beflieg, erbte von feinem 
Bater den Krieg gegen Aragonien, den er auf Be⸗ 
trieb bes Romiſchen Hofs, aber ohne Nachdruck, fort« 
führte. Erſt als Papſt Bonifacius VIII. 1294 zur 
Regierung lam u. den König Jakob II. von Aragonien 
som Banne losiprad, fam 1295 zu Anagni ein 
Frieden zu Stande, in welden %. feinen An- 
De auf Aragonien entjagte. Dagegen fagte 

atob II. dem Könige von F. Hülfe gegen England 
zu, mit welchem Laube die alten Verwickelungen 
von Neuem zu einem offenen Kampfe filbrten. 
Zwar hatte Eduarb I. von England 1286 in Paris 
bie Zehn über feine Beſitzungen in F. empfaugen, 
aber bald entſtanden, geraubter Schiffe wegen, 
Händel zwifchen beiden Monarchen, ıı. Philipp IV. 
Ind im November 1293 Eduard I. als feinen Ba- 
fallen nah Paris, damit berjelbe fih bort fei- 
nem richterlihen Ausſpruche unterwerfe König 
Eduard I. fchidkte feinen Bruder Edmund von Lan⸗ 
cafter, den Stiefvater der Königin von F., nad) 
Baris, u. diefer vermittelte einen Vertrag, dem⸗ 
nach England, um Philipp Genugtbung zu geben, 
6 fefte Blätse in der Gascogne den Franzofen ein» 
räumen follte; Dagegen follte Philipp die Vorla⸗ 
dung widerrufen u. dann, da feiner Ehre genug 
gethan fei, bie feften Plätze an Eduard zurüdgeben. 
Der Letztere, froh dieſe Sache beenbigt zu ſehen, 
übergab ganz Guyenne an F aber kaum war 
dieſes geſchehen, ala Philipp IV. nicht nur Die Zu⸗ 
rüdgabe ter Provinz verweigerte, fontern auch 
Eduard I. nochmals vor Gericht lud. Eduard kün⸗ 
bigte ihm nun bie Lehuspflicht auf, verbaub fich 





Frankreich (Geſch) IV. (1270-1808) 


mit bem bentfchen Kaifer, MWolf von I 
dem Herzog von Brabant, ben Grafen 
bern, Geldern u. Bretagne m. begann 
Philipp dagegen ſchloß ein Buudniße 
land (1295), u. da anch bie Waliſer 
waren, jo wagte es Cbuarb nicht fe 
überzufeßen. Die Englänber wırke 
Zartas in der Gascogne geichlagen. ' 
beerte Lille m. a. Stäbte Flanterne. 
1298 ging Eduard I. anf einen Raffen 
in welchem er einen Theil feiner Vet 
abtrat, die bis zum Ende des Krie 
übergeben werben folltenr. Im 
wurde biejer Waffenſtillſtand verläinger 
feftigung bes Friedens heirathete Edu 
Schmefter, Margarethe, u. fein Soh 
Philipps Tochter, Ifabella, verlobt. ' 
fih Philipp gegen ben von Eduard L 
gegebenen Salem bon Flandern u. bei 
1300 des ganzen Landes. Indeſſen fü 
willen, namentlich ber gewerbtreiben 
über die Bebrlidungen ber —— 
1301 zu einer Empörung, welche 
das ganze Land verbreitete. Um ben 
umterbrüden zog Robert von Artois 
Heere nad Flandern, aber er wurde 
1302 bei Courtrai geſchlagen. Nun bei 
großartige Nüftungen Ju See u. zu 2a 
1304 in Flandern ein. Dennoch ſetz 
ben Krieg fort u. ſchlug am 18. 
FSlanderer bei Mons. Aber der € 
theuer erlauft u. ber Widerftand bi 
fo wenig gebrochen, daß Philipp fi 
ſchluß eines Friedens entſchloß, im 
— ihre Freiheit bebielten, | 
ahlung von 200,000 Livres verpfli 
zwiſchen war Philipp mit Dem Papf 
Streit gelommen, indem ex aufgebr 
Bulle Clericis laicos, durch wel 
cius VIII. die Beſteuerung ber Geift 
unterfagte u. Philipps herrſchſüchtig 
Sinn beleibigt hatte, alle Gelbfentun 
verbot. Alle Verſuche, bie Streitigt 
en, feheiterten an ber Hartrrädigteit t 
einer Räthe, Wilhelm Rogaret u. 
Vergebens fuchte der Papſt Durch Rad 
Hauptjahe den König zu vermögen, 
fer ihm entze enkomme. Philipp v 
völlige Zurücknahme alles defien, ı 
ben Bullen des Papftes als eine Bee 
feiner Herrſchermacht erfchten. Um | 
rungen noch größeren Nachbrud zu ı 
Pbilipp 1302 eine Verſammlung bes 
der Geiftlichfeit u. von Abgeordneter 
(das erfte Beifpiel einer Berufung bee! 
des zu einem Parlament nach Paris), 
theil deſſelben über feinen Streit mil 
zu hören. Obwohl der König durch! 
kürlichkeit n. Gewaltthat u. Durch feiı 
bes Weſen ſich viele Feinde gemacht I 
doch bie Abneigung gegen Die Einmi 
Bapfles in die weltlihen Augefegenbeit 
tes groß genug, um Abel u. Bürger }ı 
ohne Weiteres des Könige Meinung 
Auch die Geiſtlichkeit wagte nicht, amı 
ben Zorne des mächtigen Monarden, 
VE u. juchte eine Berm 
uführen. Als nun aber der Bapft a 


;  Mankrei (Geſch.) IV. (13031322) .. - 


Bannflude drohte, erflärte Wil» 
1303 vor den verJammelten Pra⸗ 
den Bapft für einen —8 Dar⸗ 
cius wirflich Den Baunfluch Über 
Diefer aber berief Bald tarauf ein 
nah Paris, auf welchen die Be⸗ 
meinen Concils nach Lyou be- 
um über bie wider ben Papft er» 
; der Keberei, Simonie 2c. Unter- 
t au balten. Um inteß ganz ficher 
en Willen durchzuſeten, fanbte 

Rogaret u. Eciarra Colonna 
n ben PBapft aufzuheben. Dies 
ber in Folge ber erlittenen Krän⸗ 
ifaciu® u. Dalb darauf auch beffen 
ct XI. Nun brachte Zulippe 
Larbinal bu Prat, es dahin, daß 
of von Borbeaug, Bertrand be 
V.) zum Bapft gemählt wurbe. 
na Sıg in F., erflärte bie Verfü- 
us’ VIII. für nichtig, geftattete 
er Geiſtlichkeit u. willigte 1307 im 
er Tempelberren, teren Güter 
ber König bemächtigte (f. u. Teum⸗ 
(hen Gewaltthaten griff Philipp, 
te zu vermehren öfters, als er, 
nügen des Volles nicht noch in 
ı erregen, nach Beendigung tes 
ges von der Grhebuug neuer 
en für gut fand. So wurden 
e Juden ın ber Nacht überfallen, 
beraubt u. ihre Forderungen zu 
ne einkaſſirt. Auch machte er ben 
h Verſchlechterung der Müunze zu 
iber ſpäter davon zurild u. ſtellte 
wieder her. Gegen Ende ſeines 
ilipp feinen alten Plan zur Er⸗ 
us wieder anf, lie abermals 
n erheben, unterfagte den Baro⸗ 
jdes Münzredtes, um felbft Dar 
ben zu zieben, erreichte aber ba- 
ine Verbindung von Baronen u. 
itſtand, welche fich energiſch den 
der Krone widerſetzten. Schon 
jab der König nach u. ſiarb am 


na älteſter Sohn Ludwig X. 
Dieſer überließ aus Hang zur 
Regierungegeſchäfte feinem du 
von Valois, welcher bie Räche 
Ihe dem Abel beſonders ihrer ge- 
vegen verhaßt waren, abiette u. 
r Enguerrand von Marigny 1315 
ugen ließ, ta ta® Bolf die'en ale 
willtürliden Eteuererhebungen 
‚chtete. Ludwig ſah fich auch noch zu 
ncelfionen bem Abel u. ber Geiſt⸗ 
genöthigt, u. zwar fo, daß auch 
Der Krone, welches Ludwig IX. 
sieber verloren ging. Den Krieg 
un Ludwig mieber auf, als ber 
weigerte, ver dem Rairshoie in 
u, wo man, m fich jeıner zu be⸗ 
en gegen ihn erheben hatte. Die 
zuges mußten größtentheils bie 
en eine Steiner bie Rückkebr nad 
‚u. Die in F. Handel treibenten 
eute tragen. Das Unternehmen 
2. & Aufl. VL 


ſchlug indeß ganz fehl. Die Belagerung von Eour- 
trai mußte Ludwig megen Qungersnoth u. Regen 
aufbeben. 

As er bald barauf 1316 ſtarb, Hinterlieh er 
feine Gemahlin ſchwanger, mesbalb fein Bruder, 

bilipp, bis zu deren Nieberkunft bie Regent. 

haft Übernahn; ale aber fein machgeborener 
Sohn ſchon am fünften Tage nad) ber Geburt 
farb, beftieg Philipp V. der Lauge ſelbſt 
den Thron. Obwohl Ludwig eine Tochter, Jo⸗ 
banna, aus erfler Ehe mit Margarethe von Bur⸗ 
unb binterlaflen hatte u. kein Geſetz in F. bie 
Töchter von der Thronfolge ausſchloß, fo lie Phie 
lipp, feit einigen Monaten fhon im Beſitz ber Re 
gierung ſich doch eilig, trotz bes Widerſpruchs vier 
er Großen, bei. feines Bruders, des Herzogs von 
Burgund, frönen (6. Ian. 1318) u. berief im Febr. 
1317 eine Reihsverfammlung nad) Paris, melde, 
einverftanten mit dem Parlament, bahin entfchieb, 
Laß das weibliche Geſchlecht von der fran- 
Bfifhen Thronfolge anageialofien ſei. 
Johanna, die jedenfalls auf Navarra Anſpruch 
hatte, erhielt dieſes Land erft mach ihres Chein, 
Karls IV., Tote. Um ſich populär zu machen, wer» 
ringerte Bhilipp Steuern u. Mogaben u. berief bie 
Abgeorbneten der Städte von Nordfrankreich nach 
Baris u. bie von Sütfranfreich nach Bourges zu 
einer Berathung über die Maßregeln, welche zu 
Hebung ber öffentlihen Wohlfahrt geeizuct ſeien; 
dann führte er eine beflere Verwaltung des Krone 
gutes u. ter Finanzen ein, reorganifirte das Ju⸗ 
ftizmefen n. bob bie Schenkungen u. Veräußerun⸗ 
gen von Krongiltern, welche fetne Borgänger vor⸗ 
genommen hatten, auf, indem er zuerit tie Vebre 
von ber Unveräußerlichleit der Domainen aufftellte. 
Den Krieg mit Flandern, den Philipp noch un» 
beenbigt faud, fette er zwar fort, begnügte ſich aber, 
al® er die Flanderer zu Unterhandlungen bereit 
fand, 1320 mit der Abtretung von Lille, Douai u 
Bethune. Im Begriff, gleihes Maß u. Gewicht 
einzuführen, ftarb er am 3. Ian. 1322, nachdem er 
Vieles wieber gut gemacht batte, was fein Vor⸗ 
gänger verborben. Unter ihm durchzogen tie Pa⸗ 
— oureaur (Paſtorels), 50 - 60,000 in Südfrank⸗ 
reich zuſammengelaufene u. unter dem Mönch 
Jakob verbundene Bauern das Land, welche ſo 
viele Gewaltthaten ſelbſt gegen königliche Beamte 
begingen, daß die Regierung endlich einſchritt u. 
eine graufame Verfolgung derielben veranlaßte. 
Ebenſo wurben abermals bie Juben, welche man 
anklagte, in Guyenne bie Brunnen vergiftet zu ha⸗ 
ben, ſchweren Verfolgungen ausgejegt u. nebfi den 
Ausfägigen, auf welchen ein gleicher Verdacht la⸗ 
ftete, in Mafien verbrannt. 

Da Bhilipp V. feine Söhne hinterlieh, jo folgte 
ihm fein BruderKarl IV. der Schöne, Graf von 
la Marche. Das Streben dieſes Fürſten ging haupt⸗ 
ſächlich auf Bereicherung der Krone; desbalb veroi d⸗ 
nete er die ſirenge Durchiährung der Zurückgabe aller 
unter Philipp IV. u. Ludwig X. verfauften u. ver⸗ 
ihenften Domainen, befteuerte Waaren u. Landes⸗ 
erzeugniſſe u. werichlechterte Die Dlünze. Seine Hoffe 
nung, tie Deutiche Kaiſerlrone zu erwerben, ſchlug 
jebt, ebwohl er Junocenz XXII. dur die Be⸗ 
killigung eines Zehnten für ſich gemennen hatte. 
Dagegen machte er fi die Streitigfeiten des Kö⸗ 
nigs Eduard II. von Enyland zu Nutze, um bie 
frangöfijchen Lehen deſſelben, zum Theil wenigften®, 

34 


om fich zu Bringen. Ein Blutiges Anfammentreffen 
zwiſchen ſeinen Beamten u. de Seneſchall von 
Guyhenne wegen einer ſtreitigen Burg gab ihm er⸗ 
wünſchte Beranfaffung, in Guyenne einzurliden, 
ebwohl Ehuarb IT. fich zu einer Genugthuung er 
bot. Zwar ftiftete Elifaberb, Königin von En Land 
nt. Karls Schiwefter, 1326 den Frieben, in Folge 
deffen ber Prinj von Wales, ihr Sohn, Budenne 

ielt u. dem Könige huldigte, aber mit der Er» 
füllung’ ber Friebendbebingungen mar ihm nicht 
ernft, denn er bielt fortan einen Theil des Yanbet 


beſetzt u umterftiigte die Pläne Eliſabelths, melde | 


auf bie Entfernumg ihres ve Gemahls gerich · 
tet waren (vol. England IX. A). Er flarb am 
1. Bebr. 1328 in Vincenmes, Da feine Gemahlin 
ihm nur eine Tochter geboren hatte, aber ſchwan⸗ 
gr war, jo entftand über die Megentfchaft ein 
Streit. Dem Erbfolgeseieb nad fland Philipp 
von ®Balois, ber Sohn Karls von Baleie, Bru⸗ 
bersvon Philipp dem Schönen, ben Thron am —* 
ften ; außer ihm machte aber ber König Philipp TIL 
born Nabarta, Gemahl ber Frimgeff Johanna, 
Tochter Ludwigs X., auch Ebuard III. von Eng- 
land, als Neffe des vorigen Königs von weiblicher 
Geite, auf die Negentichaft u. eventuell mif bie 
Krone Anſpruch. Die Pairs bed Neihs u das 


Parlament ſprachen Philipp von Balois bie Re | 


—38 zu it. erklärten ihn file ben Thronfolger, 
all die Königin Wi eine Töchter gebären 
tollxde. Als Legreres geſchah, beſtieg er als'ber 
erfte Baloid den Thron. - - - " 
V. Das Haus Balois bie — 
ben der geraden Linie deſfelben, 1328 
bis 1498: Philipp VE der GIIeließ 
ih, fobalb die Succeiflon entſchieden mar, zu 
Rheims Tränen. Gleich nach feinem Nenierumgs- 
antritt verglich er fih mit Johanna von Navarra, 
überließ derjelben das Königreich Navarra befinitiv, 
bebielt aber bie Grafichaften Ehampanıte u. Brie, 
wofür er fpäter 1336 ihr noch die Graſſchaften An⸗ 
göuleme u. Mortain geb: Johanna mußte dage⸗ 
en für ſich n. ihre Nachlommen zu Gunſten des 
Sanes Valoié anf F. verziägten. Daranf z0g er 
gegen die empörten Flanderer, die ihren Grafen Lud⸗ 
wig verjagt hatten, elle diefelben in der Schlacht 
bei Rafiel 1328 u. fette ben Grafen wieder ein. 
Diefer Sieg - teng weſenklich — bei,‘ daß 
@buarb III. ber jimge König von Eugland, 1329 
dein -König von F. ala Herzog von Guyennd per 
ſönlich in Amiens die Hnldigung leiflete. "Mehr 
weht in ber Abſicht, fi an ben ihm vom: Papite 
für 6 Jahre zugeſprochenen Zehnten zu bereichern 
ale in wahrer Abficht, erflärte fi Philipp VL. 
1331 bereit, einen Kreuzzug zu unternehmen, ver» 
ſthob aber die Ausführung des Planes: bie 1336. 
Inzwiſchen brachen aber neue Mißhelligleiten zwi⸗ 
ſchen ihm u. dem Könige von England aus, u. Phi⸗ 
lipp benuste num Die aufgebrachten Gelber zu einer 
roßen R Kung gegen England. Schon vorher 
* er die Macht Eduardés IH. durch Unter⸗ 
üÜßung ber empörten Schotten zu ſchwächen ge⸗ 
acht, u. Eduard war beshalb um jo mehr geneigt, 
den Aufiorberungen des bon Philipp VL: feiner 
Grafſchaft beraubten Grafen Robert III. von Ar» 
tois Gehbr zu geben, als ihm berfelbe, nach Enge 
Iand entfloben, vorſchlug, Die Krone Fes, bie ihm 
geblibre, mit —— an fi zu bringen, 
dor jeboch beide: Mächte zum offenen Kanpfe 


Wa ill 
| ——— um die Verdindun 





Frankreich?“ Gefchy IV. (13261328 VIER — 1346) 


ſchritten ſuchten fie ſich durch Büntnil 
tet. Philibp werbiinbete fich mit hei 
Navarra, dem Herjog bon —— 
von —* aa SEE ek : 
In, jog.don Julich u, ben 
* Holland mit Eduard EIN. ein 
ingen. Zwar ließ ſich Euard U.« 
Bay ee bewegen, von bem Angriff a 
Ba | Ai gegen bie er iu® 
ihtiagten Kreußgugeé, 1397, a 
ind, derfidh bervitehniger Feten pi 
bemächtigt hatte, bie Feindfeligfeitenei 
ald aber der Letztere ſich deſſen mei 
Eduard noch den Kaifer Furbmig I 


| rlidte im Sept. 1339 vor Cambrai, 


er indeß vergeblich belagerte. Der f 
fir Ebuarb He Gewinn; eimebeben 
fung für bie Ernenerung beffelben 
aber an ben Flanderern, welche den ih 
Grafen Pubwig zum zweiten Male 
Eduard beniogen, 1940 Titel u. Way 
nigs von Franfreih anzunehmen. 9 
Die frangöftiche Flotte auf Der Höhe me 
ben Englänbern vernichtet u. ber Di 
son der Normandie, ein Schn Phil 
ve Quesnoy zurüdgefchlagen worden 

anb Ar 2 Jabre zu St 


mit Edward zu ſprengen u Erfteren | 
winnen. Dafür aber erbielt Eduard 
Bunbesgenofien an Johann von Dicı 
ber e, beflen Thronrecht P 
Gunflen jeines Nefien Karl von 1 


| — gerietb Montfort in franzbſiſ 
ſchaft, über feine Gemahlin jetste di 


gezen ben König fort u erbot fich, Eb 
Ken Pläße ihres Yandes einzurä 
fie in ihren Anſprüchen unterſtützte 
Darauf ein, warf nad ur, mach eim 
Truppen in die Bretagne, n. da bi 
ſcheuten, ihre Kräfte in offener Schla 
fm am 13. Ian. 1343 burch pa 

lun in Malettoi 
lis 1346 zu Staude Unterbeffen litt 
Druck ſchwerer Kriegbſtenern, weiche 
bes Friedens nicht gufhörten, ba dei 
riſche u. prachtliebende König ſich im | 
Geldverlegenheit befand. — 
Salzhandel ald Monopol an ſich n. er 
verkauften Waare eine Abgabe; bazı 
Berſchlechterung ber Munze, melde 
delsverhaͤltnifſe endioſe Berwirrunge 
ter ſolchen troſtloſen inneren Zuftänb 
ches probocirte Philipp VA. Son 1 
derausbrudg bed Krieges, indem er 
jangennahme u. Hinrichtun,, me hrere 
Edeln den Waffenttillifland brach. N 
ben Jahre griffen bie Englänver non 
an u. machten ſich a Herren der Su 
u. vieler Yefler Pläde Diefer Erfolg ı 
gen der Engländer mußten Philipp 
nächſt ſuchte er nun die Sünde yu g 
bem er verſprach, Yon feine: Gemwal 
ber Abgabenerhebung abzuftehen, wı 
Stäude mit Mannihaft unterf 

Sufi 1346 landete Ednard TIE mit 
in ber Normandie, eroberte Cam ı 


wendete füh vircet auf Parie Min 


Frankreich (Geſch) V. (1346-1356) 


mit Überlegener Mat entgegen, wethalb 
Ich nach Flandern wenden wollte, um ſich erſt 
r Bunbeögenofien zu vereinigen; um dies 
, folgte Phitipp ben ſchon Dur Strapa- 
tteten englifchen Heere, griff baffelbe am 
1346 bei Crecy an, erlitt aber eine fürchter⸗ 
verfage, in welcher fein Bruber Karl, Graf 
on Ylandern, nebfi 12 anderen Grafen, 
ter, 80 Bannerberren u. 30,000 Franzoſen 
L Im Folge diefer Niederlage fiel Calais 
ger Belagerung am 4. Aug. 1347 in bie 
er Engländer, u. dieſe Stadt wurbe nun 
ger Stügpunft der Angriffe der Englän- 
5. Philipp VI., der Die Kräfte bes Landes 
& neue Kriegennternehmungen in Anipruch 
ne wagte, ba bereit® Tumulte u. Unruhen 
we Beſteuerung der a Le⸗ 
afniffe ausgebrochen waren, mußte einen 
end auf 1 Jahr abſchließen, ber immer 
bmenert wurbe u. bis zum Aprif 1351 
Jahre 1347 wurde der Ausbruch ber 
e neuer graufanıer Berfolgungen der 
man wieberum bie Vergiftung ber 
Us Grund der Epidemie, ſchuldgab. 
kinderloſe Hubert II. die Daupbine 
g an. ab, daß einer der löniglichen 
Titel u. Wappen eines Dauphin füh- 
1350 kaufte ber König die Herrfchaft 
son dem König Ialob von Majorca 
Goldthaler; früher fchon hatte er von 
Butter Dlargarethe, Tochter des Könige 
von Neapel, Anjou u. Maine geerbt. 
*v Philipp VI. 
an II. der Gute, bither Herzeg von ber 
die, beſtieg den Thron ſeines Vaters, un⸗ 
iu wirthſchaftlichen Ruin feines Reiches 
gen; herrſchſüchtig, gemaltikätig n. fitten- 
2 er fich nicht nur dem Würgerflande ver- 
ber brachte auch gleich beim Autritt feiner 
g ben Adel gegen ſich auf, inbem er ohne 
„ Recht den Connetable des Reihe, Gra⸗ 
£ von Eu u. Guines, welcher ihm ver- 
ar, mit ben Englänbern in Berbinbung zu 
haupten u. deſſen Güter einziehen ließ. Den 
entriifleten Adel fuchte Johann vergeblich 
ftang bes Sternordens (f. d.) zu gemin- 
war ber erfte weltliche Orden in F.). Die 
dieſes Ordens erhöhte zwar den Glan 
* aber ſie Ber aud den Aufwand 
ollen Hofhalts, fo daß der König wie⸗ 
Munzverſchlechterung das Land be⸗ 
te, um ſeiue Bebürfniſſe befriedigen 
Trotz der übeln Stimmung gelang es 
Berſprechungen bie Stände zur Stener⸗ 
für die Wiedereröffnung des ftrieges 
and zu ‚bewegen. Zwar fan im Sept. 
nmener Waffenſtillſtand anf 1 Jahr zu 
«aber nach einigen Jahren entbrannte ber 
höger als zuvor. Die Veranlaſſung zum 
‚waren bie Streitigfeiten zwiſchen Jo⸗ 
m. König Karl von Navarra, ber als 
r Tochter Ludwigs X. gegründete An⸗ 
uf den Thron Fes zu baben glaubte. Da 
er Dem franzöfifchen Adel viele Freunde 
in ter Rormandie reich begiltert war, fo 
dohann für gerathen, mit demſelben ein 
es Verhältniß zu uuterhalten, weshalb er 
Tochter Io zur Gemahlin gab u. 










ihm eine Rente von 12,000 Livres verſprach. Fa 
gleich vermählte er ben neuen Conuetable des 
ches, Karl de la Cerda, Prinzen von Spanien, ıı 
feiner Nichte Margarethe von Blois u. ſchenkte den 
jelben die Grafſchaft Angouleme, auf weiche Kon 
Karl von Navarra, ale Erbtheil feiner Mutter, Wı 
ſpruch madte ; biefer, aufgebracht Über die Begllı 
fligung des Connetables u. über bie Nichterfüllun 
mehrer ihm von Sohann TI. gegebenen Berfpr 
Hungen, ließ Karl de la Cerda 1354 zu Aigle in bı 
Normandie durch Meuchelmörber überfallen n. e 
morden. Aus Furcht vor einer Verbindung des Ki 
nigs von Navarra mit England, wagte Johann I 
nicht, das Verbrechen durch offenen Krieg zu ahı 
den, fontern traf mit Karl ein Abkommen, wona 
biefer formell Abbitte that, dagegen neue Zu 
ſtändniſſe an Land u. Geld erhielt. Kaum ab 
mar Karl nah Navarra zurückgekehrt, ale Johan 
fich Der Befigungen deſſelben bemächtigte, er vertri 
fih dann aber wieber mit demfelben, ale bie Ery 
länder nicht in der Normandie, fondern von Be 
deaur aus den Angriff im Frübjahr 1355 eröf 
neten. Bon bier aus verwilſteie ber Schwarze Prit 
(f. d.) Auvergne, Limouſin u. Poitou u. mad 
reiche Beute. Unterdeſſen verhandelte Johann I 
niit ben Reicheſtänden um Kriegefteuern n. ve 
ſprach ihnen Abſtellung ber Übelflänte des Mün 
u. Gerichtsweſens. Ale er aber feine Verſprechm 
gen nicht erfüllte, wurden bie Reichsſtände, 135 
abermals verjammelt, ſchwieriger, u. Johann muß 
fih zu einer Organifation des Steuermelend ve 
fteben,, indem eine Einfommenfleuer eingefübet 
zu berfelben auch der Adel u. Die Geiftlichleit heran 
gezogen wurde. Mit Mitteln zur Ausräftung ein 
Heeres verieben, glaubte Johann, einen Gewal 
fireich gegen den König von Navarra n. deſſe 
Freunde unter dem normännifchen Abel ausführe 
zu können, da er deren Verbindung mit Englar 
ftet8 fürdten mußte. Er überfiel dieſelben bei eine: 
Gaſtmahl, welches ihnen ber Daupbin in Ront 
gab, Tieß mehrere Erle fofort enthaupten u. be 
König Karl in Paris gefangen fegen. Sofort b 
gab ſich der Bruber bes Letzteren, Philipp, u. mel 
rere Edle aus ber Normandie nach England m. le 
fieten Ebuarb III. ven Lehnseid. Alsebald flele 
bie Engländer von der Bretagne aus in bie Ro 
manbie ein, während ber Prinz von Wales gegı 
tie Loire vorrückte. Johann II. wandte ſich ge 
Dielen u. ſchuitt ihm glücklich mit einem — 
überlegenen Heere den Rüchzug nach Borbeaug a 
Bergebens bot der Prinz für freien Abzug eine 
jlebenjäbrigen Waffenſtillſtand an. Johaun ſchli 
jeden gütlichen Vergleich aus. Es kam daher a 
19. Sept. 1356 anf der Ebene von Maupermis zı 
Schlacht, in welcher bie Franzoſen eine ſchmählic 
Niederlage erlitten u. der König Johann II. feil 
von den Engländern gefangen wurde. Die Gefa 
gennahme u. Flucht vieler, wegen ihres gegen b- 
Bilrgertbum geäußerten UÜbermuths verhaßter B 
rone u. Grafen, bereitete dein Adel u. dem Köni 
tbum einen großen Berluft an ihrem früher 
Anſehen u hob ba® Selbſtaefübl des dritten Sta 
bes, deſſen Einfluß auf bie Regierung fon | 
Wachſen begriffen mar. Dies zeigte fich fogleich, < 
ber Danphin Karl, nachdem er mit den Prinz 
von Wales einen Waffenſtillſtand geſchloſſen bat 
bie Stänte bes nörblichen 5. 17. Det. 1356 n« 
Baris berief; mehr als bie dälfte perfelben gebi 


22 
ven bem Brgerflanbe an. Die Stände wählten | 
eiren Ausſchuß, u. dieſer beichloß, dem Dauphin 


eine lange Reihe von Beſchwerden vorzulegen, u. 
die Stände nüpften an die Abſtellung derſelben 
». an bie Einführung einer aus ihnen gewählten 
Behörde zur Beauffihtigung ber Regierung, bie 
Bewilligung von neuen Steuern n. Auflagen zur 
rtführung des Krieges gegen England. Karl 
Re deshalb die Stände auf u. fuchte feinen Obeim, 
den Kaiſer Karl IV., in Dieb auf, um von demfelben 
Hülfe gu erlangen. Um inzwiſchen ſich Geldmittel 
zu verkhaffen, nahm der Daupbin, da auch bie 
Stände von Languebsc u. von ber Auvergne ſich 
feinen Wünſchen nicht Kaglam zeigten, feine, Zu⸗ 
flucht zu einer Münzverichlechterung, aber ein Auf- 
Pan in Paris, an befien Spike fich der Prevot 
r Stadt ſelbſt ſtellte, nöthigte ihn, den Umlauf 
der ſchlechten Münze zu unterſagen. Im dieſer Ver⸗ 
legenheit ſah ſich der Dauphin genöthigt, abermals 
bie Stände von Nordfrankreich zu berufen; dieſelben 
traten am 5. Febr. 1357 in Parts zufanımen, waren 
aber noch weniger als früher gewillt, ihre Anträge auf 
beflere Finanz⸗ u. Rechtsverwaltung fallen zu laſſen, 
ja fie fügten no bie Forderung hinzu, baf der König 
Karl von Navarra freigelaffen u. 22 Beamte bes 
Königs Johann, weil fie ſchuld an bem Unglüd 
bes Meiches feien, ihres Amtes entſetzt würden. 
Der Dauphin, welcher feinen anderen Ausweg fab, 
gab zu den meiſten Worberungen feine Einmwilli- 
gung, doch blich der König von Navarra in Haft, 
aus welcher berjelbe indeſ am 9. Novbr. zu ent⸗ 
kommen wußte Ein Ausſchuß von 36 Dlitglie- 
bern der Stände wurde zur Durchführung ber 
Steuerauflage für die Aufftellung von 24,000 
Mann u. der Reformen im Münz⸗, Yuftiz- u. 
Berwaltungswejen niebergefet. Zwar erflärte ber 
in England gefangen gehaltene König die Bewil⸗ 
Higungen bed Dauphins für null u. nichtig, aber 
bie darüber entftandene Aufregung zwang ben Letz⸗ 
teren, die Grhlärung des Königs unbeachtet zu lafien. 
Während der Zeit ging, tro bes Waffenftill- 
Randes, in der Bretagne ber Krieg fort u. ber 
Derpog von Larcafter belagerte Rennes. Hier that 
ſich zuerſt Bertrand bu Guesclin hervor, welcher viel 
dezu beitrug, daß bie Engländer bie Belagerung 
aufheben meutent. Indeſfſen hauften Banden abge- 
Danfter Soldaten u. Bauern im Innern bes Lan⸗ 
des. Unter einem Bauer, Namens Jacques Bon- 
homme (baber Jacaqnerie), fanımeite fi) im Mai 
3858 erne Schaar ven etwa 100,000 Mann, mit 
eifenbeichlagenen Stöden bewaffnet. Mehr ale 200 
Schloſſer der Edelleute wurden von ihnen üder⸗ 
fallen u. ansgeplündert, bis endlich ber Graf von 
Koi un Sommer deſſelben Jahres ben Haupt⸗ 
ſchwarm derfeiben vernichtete. Unterdeſſen ſtaud 
in Paris der Prevot Marcel an der Spitze der 
Bolkspartei u. übte einen großen Cinfluß auf bie 
Begierungemaßregeln; er zwang ben Dauphin, 
beim aus bem Gefänguig entlommenen König 
von Navarra freies Geleit nach Paris zu ger 
ben u. mit demſelben einen Freundſchaftsvertrag 
zu ſchließen, ber aber von beiben Seiten nicht ernit 
emeint war; ben Könige wurben nicht, wie ber- 
Vorocen, feine feften Pläde in der Rormandie ein⸗ 
eräumt, n. ber Bruber beffelben, Philipp, fuhr 
ort, ınit ſeinen Kriegsnöllern das Land felbft bis 
im ber nächften Nähe von Baris zn beunrubigen. 
Su diefer Stabt hatte der Prevot inzwilchen das 


Frantreich Weſch) V. (1337-2608 


Toll zu einer bewaffneten Medi cı 
wachte den Dauphin u. alle Regien 
defielben, ja er ließ zwei Marſchäl 
Urheber der ſchlechten Staatemir 
eines Zages wor den Augen des De 
fen u. hinrichten. Unter ſolchen I 
fih der Dauphin, welcher am 14. | 
er 21 Jahre alt war, ben Titel eine 
5. annahm, in Paris nicht mehr fi 
die Refidenz nach Compiegne; bori 
terftügung vom Adel, nachdem e 
Verſuch, die Stände zu einer Steue 
wegen, feblgeichlagen war, u. rüfl 
terbrüdung des Yufrubrs in Paris. 
Boll, auf den Rath bes Prevote, 
Navarra die Stabt libergeben; da 
daß die andern Stäbte bes Landes ; 
Beifpiele zu folgen, fo trat er in U: 
mit dem Daupbin. Inzwiſchen er 
lichen Söldner des Königs ben Be 
vote, er Überfiel dieſelben, ließ fie ı 
308 mit feinem Bolfsheere gegen t 
von Paris plänbernden Englänbe 
eichlagen, floh er nach Paris, wo 
rtei bes Dauphin bie Oberhand g 
Se kam zu einem Straßenfampfe, 
Prevst fiel, worauf der Dauphin, nı 
nig von Navarra ſich bereite zurü 
wieber feine Regierung nad) Paris 
mußte ber Dauphin mit bein Könige 
ber ihn mit einem geworbenen | 
einen Frieden —— worin er 
die Beſitzungen deſſelben zurüdzu 
12,000 Livres Renten zu zahlen v 
vorher hatten bie Engländer wiede 
öifnet, drangen überall flegreich vor 
März 1360 vor Paris. Da der Da: 
{uf der Hauptflabt u. bes Reiche | 
bot er Die Hand zu Unterhandlunge 
zerftörte er die Jacquerie, ließ deren: 
Caillot, Hinrichten u. ftellte bieranf t 
ris mieber ber. Ungeadtet des W 
mit den Engländern gingen bie N 
ben u. des Königs von Navarra ir 
1360 ber Friede von Bretigny % 
weicher F. Ichivere Deingungen a 
hann II. follte nämlich für feine $ 
Goldgulden in Raten abzahlen, u. En 
auf bie Rormandie, Maine, Tourai 
zichtete, zu feinen bisherigen Beſitzun 
cogne noch Poitou, —— — 
Limouſin, Onercy, Rovergue, Ange 
ſtriete, ferner die Stadt Calais mit ı 
genben Stäbten u, bie Stabt Moutı 
ouveränetät erhalten. Der Köri; 
varra Schloß ebenfalls am 24. Oct 
mit Johann II., welcher ihm feu 
ficherte u. feinen Anhängern vol: 
währte. König Johann tam nach F. 
die Bedingungen bes Friedens zu « 
die, in bem Frieden für England A 
binzen ab u. bemilhte ſich auf alle Art 
menzubringen, welches er als Raieı 
Das Land war aber fo erfhöpftn. s 
von ber Bel u. von ben Blünderen 
Böldner dermaßen heimgeſucht, d 
das Löſegeld nicht auferingem Leute 
er, feinen Beriprechen gemäß, nad 


:Mahlrei (Geſch) V. (1364-1382) 


ı 8. April 1363. 1361 war Bur⸗ 
Ten des Herzogs Philipp an die 

womit Johann feinen jüngften 
sen Kübnen, belebnte. 





ſchlug tie Engländer 21. März 1373 bei Chizey n. 
eroberte bie Bretagne, Deren Herzog ſich wieder 
den Engländern zugewandt hatte. Im folgenden 
Fahre beichräntte er die engliihe Herrſchaft in 


Weile od. Beredte befiieg nun den | Aquitanien anf bie Stäpte Bordeaur u. Bayonne. 
bgleich ſelbſt nicht Feldherr, wußte 1375 wurde durch Vermittelung bes Papftes ein 


abi der Heerführer u. bef. durch Ber- 
tin, welcher gleich im Anfang ber 
ı den navarrifchen Solbtruppen in 
empfindliche Verlufte beibrachte, 
erlangen ; deshalb fandte Karl, dem 
n zu tbun war, im Lande ſelbſt Frie⸗ 
ie geſetzliche Ordnung wieder heraus 
lin nach ver Bretagne, nm Karl von 
ann von Montfort Ju unterſtützen. 
von Auray am 29. Eept. 1364 ent- 
ort, melden nun Karl aus Furcht, 
tönige von England bultigen werde, 
ı &. ven den bewaffneten Banben 
randes compagnies) zu befreien, 
‚ nachdem ſchon ber Marquis von 
ı Theil zum Kriege gegen Nisconti 
er die Alpen geführt hatte, vollende 
u Guesclin fommeln u. ale Hülfs- 
‚8 von Traflamare nach Gaftilien 
Grauiamen führen. Beter, welcher 


ben mußte, nahm bie Hülfe tes | 


ales in Anipruch, u. dieſer fchlug 
in bei Wavarrete u. nabın ihn ger 
sin Yöjegelb befreit, begab fich tu 
in den Eold Heinrichs von Tra- 
d ber Bring von Wales in Guyenne 
ſammeln ſuchte. Neue Siege du 
he Heinrich von Traſtamare den 
lien verſchafften, u. die Etreitig- 
e ter Prinz von Wales mit dem 
ne megen ber bemielben anfgeleg- 
:atben war, beftiminten Karl V. 
udern, den Aufforverungen der 


— — — — 





Waffenſtillſtand geſchloſſen. Als aber Eduard III. 
1377 geftorben war, begann Karl V. den Krieg an 
bie Küſten von England zu ſpielen, die Englän⸗ 
der rüdten dagegen von Catals aus in F. ein n. 
drangen 1380 dis Troyes vor. Kurı darauf ſtarb 
Karl 1350. Gr hatte, als er ſtarb, ten Eng⸗ 
ländern faft alles Land entriffen, welches ſein Vor⸗ 
gänger an biefelben verloren hatte. Das Anieben 
der Arone war durch Sicherung des Gigentbums, 
Orduung des Staatehaushaltes u. WVerbeflerung 
ter Rechtspflege wieder hergeftellt u. das König⸗ 
thum batte eine mehr monargiiche Form angenom- 
men, intem Karf V. fo wenig wie möglich Stände⸗ 
verſammlungen berief, auch bei ber Wahl feiner 
Räthe nicht den hohen Adel begünftigte, ſondern 
befäbigten Männern aus bem niederen Adel bie 
hächften Ämter des Reiches verlieh. Seine Herr⸗ 
{haft batte den Sieg des Königthums über das 
Lehusweſen entihieten, indem er bie größeren Zehen 
fan fännmtfich mit ber Krone vereinigte, wäbrenb 
viele der alten angeſehenen Adelsgeſchlechter ausge⸗ 
fierben waren. 

Da Karl VI. erft 12 Jabr alt war, als fein 
Vater farb, fo eilte Ber Herzog Yubwig ven An- 
jou, fein ältefter Cheim, nad Angers, bemäch⸗ 
cgte fi Des Schatzes n. machte auf Die Bormund- 
ſchaft Anſpruch. Die Herzöge von VBurqund u. 
Bourbon aber waren von Rarl V. ale Kormünder 
feines Sohnes beſtimmt u. griffen nun zu ten 
Waffen. Indeß kam es zmilchen ben drei Wrüdern 
bes verftorbenen Königs bald zu einer friedlichen 
Einigung. Dem Herzog von Anjeu wurde bie 
Regentichaft, den Herzögen von Berry u. Burgund 


one aus der Sascogne Gebör zu | Das Gouvernement der Provinzen Languedoe u. 


rbobeit über die Gascogne wieber 
ſehmen. Nachdem er mir Heinrich 


Bündniß geſchloſſen batte, citirte er 


en Schwarzen Prinzen ala Lehus⸗ 
airsbef in Paris; dieſer aber ant- 
de in Paris mit 60,000 Mann er» 
ewann inzwifchen ben Grafen von 
„indem er demſelben Yille, Douai 
tu. dafür die Einwilligung deſſel⸗ 
ath ſeines Bruders Philipp von 
ſtargarethe, der Tochter tes Gra⸗ 
on Slandern, erlangte. achten: 
Rimmung ber Stänte u. Hülfs⸗ 
yatte, begann er ten Krieg. Die 
rte du Guesclin gegen ben Prin⸗ 
‚ welcher durch Krankbeit ver- 


ine geflirchtete Kriegsthätigkeit zu 


der Eroberung von Limogee 1371 
urädtegrie. Um dieſelbe Zeit ge⸗ 
durch Beflätigung tes 1365 ge⸗ 
rags, bie Freundſchaft Karls von 
ufen. Der erfie bedeutendere Er⸗ 
V. enielte, voar 1372 die VBernidw 
ew Flotte vor la Rochelle durch die 


denen Epanier, worauf tie von 
nen Lehnsträger als ncue Bun⸗ 


Katie Deere ftießen. Bald dar⸗ 
senclin Poitiere, eroberte Poiton, 


Normandie u. Lie ſpecielle Rormundſchaft Über ten 
jungen König Übertragen. Karl VI. wurde bieranf 
ben 3. Novbr. 1350 in Rbeime gelränt. Da reizte 
ter unerträgliche Abgabentrud, welchen der Herzog 
von Anjou dem Lande auferlegte, das uicdere Velk 
in Paris zu offenem Aufrubr, u. wenn terfelbe auch 
durch Abſchaffung der drückendſten Yaften nieder⸗ 
geſchlagen wurde, fo blieb doch ſtets ein neuer Aus⸗ 
bruch der Vollswuth zu befürchten. 1382 er 
wirllich Die Rebellion wieder aus, verbreitete fü 

auch in Langnedoe, wo ber Herzog von Anjou bef. 
verbaft war, u. ın Neuen, wo die königlichen 
Stenererheber vom Volle erınortet wurden Dies 
Beiſpiel fand in Paris Nachabmung, al$ der Her⸗ 
zog die Erbebung der früberen Abgaben verordnete. 
Indeß murbe ber Aufftand in Rouen raſch ınter- 
triidt, u. um Paris zu berubigen, gab der Re— 
gent, nachdem ibn eine Ständeverſammlung Die 
Wiedereinfübrung ber drückenden Verkauioſtener 
verweigert hatte, endlich nach, indem er für 
ein Geltgeichent von 100,000 vivres, welches 
ibın Die reicheren Bürger anboten, velle Amneſtie 
ertbeilte. Während der inneren Unruben lantete 
ter Sergey von Buckingham in Wretsane, er 
reichte aber für England nichts, Da Die Lretagner 
zu jebr franzöndd acliınt waren. Ter Deizog Der 
Aretagne ſchleß deehalb Frieden mit F, u. der iin 
feines Landes wurd: ihm gegen Leiſtung der Hul⸗ 


Unruhen eilte der Herzog von Anjon, als Adoptiv 
fohn ber Königiu Johanna von Neapel, von ben 
Ländern berielben mit einem geworbenen Heere 
Beſitz zu ergreifen, nahm bie Provence, weiche Jo⸗ 
hauna gleichfalls bejeflen hatte, u. drang in Italien 
ein, ftarb aber auf diefem unglüdlichen Zuge Im 
Set. 1384. Nach Ludwigs ortgange fiel Die Reichs- 
verwaltung faft gang bem Herzog Philipp von 
Burgund zu. Diefer war ber präfumtive Erbe 
feines Schwiegervaters, bes Grafen von Flandern, 
u. es lag daher in feinem Intereffe, die flanbriichen 
Städte, melde, von England unterſtützt, unter 
Philipp von Artevelde den Grafen Ludwig vertrieben 
batten, su begiwingen. Mit bem unmündigen König 
z0g er daher im Novbr. 1382 nach Flandern, er- 
oberte alle flaudriſchen Stäbte, außer Gent, u. Tebrte 
dann nach Paris zurüd, wo er ben wieber auege 
brochenen Aufftand ſtillte u. den Kaufleuten u. Ge⸗ 
werten viele ihrer alten Gerechtſame, fo die ber 
eigenen Gerichtsbarkeit, nahm. Zur Verhinderung 
fernerer Auflehnungen ber Bürgerfchaft wurde ber 
Bau eines feften Schloffes, der Baftille, in ber 
Mitte ber Stadt vollendet. Nachben er auch bie 
anderen aufrübrerifchenStäbte, Orleans, Rouen ıc., 
zum Gehorfam zurüdgeführt u. von ben Bürgern 
große Geldſummen erprefit hatte, zog er Ende 1383 
wieder nach Flandern, mo die Engländer ben Gen- 
tern Hilfe gebracht hatten, —* aber, nachdem 
das Land von beiden feindlichen Heeren geplündert 
u. ausgeſaugt war, einen Waffenſtillſtand bis zum 
1. Mat 1385. Als nach dem Tode bes Grafen von 
Flandern bie Genter ber Tochter beffelben u. Ge⸗ 
mahlin des Herzogs von Burgund bie Hulbigung 
vermweigerten, bewog ber Letztere ben König zu einem 
neuen Feldzuge gegen Gent u. beffen Bunbesge- 
offen, die Engländer; ber Friebe feste den Her⸗ 
zog in Befi ber ganzen Grafichaft. Des Herzogs 
Plan, England feibft anzugreifen, vwereitelte 1386 
ein Sturm, welcher die franzöfifche Flotte zerſtreute 
u. die meiften Schiffe in bie Hände der Engländer 
lieferte. Ebenſo nutzlos war das Kriegsunterneh⸗ 
men gegen ben Herzog von Geldern wegen des ftreie 
tigen Beſitzes einiger flandriſcher Schieffer. 

Diefer koſtſpielige Zug hatte ohne Zweifel den 
König überzeugt, daß der Herzog von Burgund 
feine Macht migbraude, um jeines Privatvor- 
theils willen; besbalb erklärte er 1358 plötzlich 
vor einer Reichsverſammlung feinen Entichluß, die 
Regierung jelbft zu übernehmen, umgab fich mit 
einem Ratbe erfahrener Männer, bie zum Theil 
ihon feinem Vater gebient hatten, u. befahl feinen 
Oheimen, ſich in ibre Provinzen zurüdzuziehen. Er 
Ichafite bie brüdenden Abgaben wieder ab, reorga- 
nifirte da8 Parlament, gab den Pariſer Bürgern 
einen Theil ihrer alten Rechte zurüd n. ſchloß im 
Juni 1389 mit England einen Waffenſtillſtand auf 
drei Jahre. Auf einer Reife durch fein Reich kamen 
ihm in Langueboc jchwere Klagen über die Erpref- 
jungen bes Herzogs von Berry zu Obren, welche 
viele Bewohner zur Auswanderung bewogen hatten. 
Er entſetzte deshalb den Herzog des Gouvernements 
u. ließ die Ereaturen deſſelben ftreng beftrajen. 
1390 unterflügte er die Genueſen zu einer Unter 
nchunung gegen Tunis mit 1500 Mann unter bein 
Herzog von Bourbon, doch hatte dieſelbe feinen 
Cırelg. 1392 unternahm er einen Zug gegen ben 
Herzog von Bretagne, weil biejer bie Auslieferung 


Frankreich (Geſch) V. (1134 100) 


digung gewährleiſtet. Nah Dämpfung ber inneren | 


eines Mörbere vertweigerte, welcher w 
mit ihm im Einverſtäudniß bem läni 
netable Cliſſon eine gefährlicde Wund 
batte. Ilnterwegs aber wurde er bei } 
lich wahnfinnig. Der Herzog von Bı 
nahm die Staatsverwaltung wieter 
Käthe des Könige u. ſuchte denjelben du 
Hayen den Proceß zu machen. Doch hi 
König, welcher bald wieber gena®, abe 
mer fo geſchwächt war, daß ihm bie St 
nicht übergeben werben konnte. Im 
er bie Thronfolge u. ernannte bie 2 
auf den all feines Todes. Danach 
gentihaft während der Minderjäh 
Sohnes ax feinen Bruber, ben He 
leans, die Vormundſchaft über jenen 
Oheim u. den deniog Ludwig von B 
feiner Gemahlin, übergeben. Der W 
mit England wurbe 1396 auf 30 Zah 
ugleih fand die Verlobung ber T 
fabella, mit Richard II., König ı 
ftatt. In demielben Jahre nunterfl 
ben König von Ungarn mit einem Hill 
die Osmanen, welches jedoch unter bi 
Bnucicault bei Rilopoli faſt ganz verr 
Wirkſamer gegen benfelben Feind we 
ſtützung, welche F. der Republik G 
gemäß eines Vertrages vom 26. Oethi 
welchen ver König den Gouverneur » 
ernennen n. biefer das Gebiet ber A: 
Angriffe zu fchügen hatte. Dieß Amt 
Süd u. Geſchid der aus ber titrfifch 
ſchaft losgekaufte Marihall Boucicaı 
(vgl. Genua). Große Mühe gab fi: 
Befeitigung bes Kirchenſchisma, wi 
. zuerft für Clemens VII. Bartei 
url VI. die Erpreflinigen deſſelben 
laßten, ihn 1394 fallen u laflen. D 
deſſelben, Benebict XIIL., ließ er 139 
gefangen haften, um denfelben zur Abt 
wegen. Der Krieg mit Eugland brad 
aus, ald der Herzog von Herefork, : 
feinen Oheim Ridarb II., den € 
Karls VI., entthronte u. Karl VI. ı 
Lesteren unterftüßen wollte. Doc 
fleinen Nedereien u. Sharmügeln zu 
Lande. Iſabella aber, Karls VI. T 
nach dem Tode Richards II. nach F. ı 
Um dieſe Zeit begann zwiſchen dem 
wig I. von Orleans, Bruder des 8 
Herzog Philipp von Burgund, Oheim 
lang gehegter Groll zu offener Feindſch 
hen, indem beide Herzöge nach dem Bel 
rungsgewalt trachteten. Um tem St 
zu machen, ſchloß Karl auf Betrieb 
1403 beide von ber Regentichaft aui 
biefelbe fir Die Zeiten, in welchen il 
verhinderte, fih mit den Staatsgeid 
faffen, einem Staaterath u. ber Kini 
firebten beide Nebenbuhler noch immer 
a verichaffen, u. es gelang auch ven 
rleans u. a., bie von ihm angeſtre 
nung des Papfles Benediet xın. 
(1403). Als 1404 ber Herjog * 
ſchien der Herzog von Orleans bei 
Wilnfche erreicht zu baben. Aber beri 
gunft hochſtehende Sohn Philipps, 
Unerſchrockene, bilbete für fich eine wen 


Benmftreih (Geſch) V. (1406-4615) 


amentlich gegen tie Gewaltſtreiche feines | Sieges von Burgund abzuziehen. Als es aber meter 
8, ber fich nicht heute, Bas Gigentbum wurde, daß fie demſelben ganz Aquitanien für feinen 


jerabesu anzugreifen, als bie Steuern - 


ıng feines luxuriöſen Hofhalts nicht 
energiſch auftrat. Zwar kam ſcheinbar 
ing zu Staude, u. 1406 bekriegten beide 
inſchaftlich bie Engländer in Guyenne 
ie; ber Herzog von Orleans belagerte 
ourg vergebens u. ber you Burgund 
tagerung von Calais aufgeben u. einen 
nfillftand abichließen. Als aber Zub» 
eaus kurz darauf bie Statthalterfchaft 
e fih vom Könige übertragen ließ, 
ı einen Meuchelmörder u. ließ ihn im 
4107 ermorden. Anfangs floh Johann 
aber bald kehrte er mit Heeresmadht 
owohl beiden Pariſern, ala auch bei dem 
Billigung feiner That n. bemächtigte 
atſchaft. Vergebene ſuchte ihn die Kö⸗ 
e, welche der Partei des Herzogs von 
ebörte, zu ftürzen, indem fie ihn 1408, 
tertrüdung eines Aufftantes ber Lüts 
zug gegen ibren Btichof Johann unter- 
zarlament jilr Des Mordes ſchuldig er- 
Er zwang vielmebr ten König, ihm tie 
m bem Vergleich von Ebartre® 1409 zu 
. fie 1410 den Finanzminiſter Mon⸗ 
nfling ter Königin, binrichten. Durch 
g er fih neue Feinde zu, da Diontagu 
wandte batte; doch hefeftinte er feine 
end bie Genueſer den franzöſiſchen Gou⸗ 
ieben u. alle Franzoſen in ihrer Stadt 
yurch ein Bündniß mir bein Könige von 
eine Ausſöhnung mit der Königin. 
n auch bie Vormnndſchaft über ben 
ertragen mar, bielt er fih für fidher 
uch ben Herzog von Berry völlig von 
ig auszuſchließen. Da verband fich 
n jungen Herzögen von Bourbon u. 
ern mächtigen Grafen Berubarb VII. 
ie zum Sturze Iebanus von Yurgund 

von ten Verbündeten zuſammenge⸗ 
rogniſchen Kriegsvöller u. Die Mubänger 
fhen Partei erhielten ſeitdem den Na» 
znacs. Plündernd u. raubend rückte 
BVerbündeten bis vor Paris, wo ſich 
zog ven Burgund entgegenſtellte. Zwar 
toobr. 1410 der Vergleich von Bicetre 
wodutch Die Häupter beiter Parteien 
gierung ausgeſchloſſen u. ein neuer 
gebildet wurte; alo aber ter Herzog 
die Rüftungen mit Hülſe bes Adels 
t der Generalcapitän von Paris, ein 
urgunds, auf deſſen Aufforderung das 
is zum Widerftande auf. Bewaffnete 
durchzegen Paris, moerteten alle ale 
Berdädhtige, plüinberten Die Wohuungen 
u. zwangen den Staatsrath, fi ganz 
ifchen Partei auzuſchließen. Als bald 
> von ben Armagnace wieder bedroht 
ber Herzog von Orleans, feine Brü⸗ 
indete für Sochverrätber u. außer dem 
t. Bald taranf reitere Der Herzcg von 
. Stadt mir Hülfe ter ihm verbiinteren 


ver Rürgerkrieg im Lanten ü:hete, ſuchte 
che Partei den König von England, 
, Durch Anerbietungen im Kalle eures 


Beiftand veriprochen hatte, bot ter König ſelbſt Alles 
auf, um bie orleaniſtiſche Partei niederzumerfen, 
Doch kam es nad) einer Entſchließung der Heriöge 
von Berry u. Burgund 22. Aug. 1412 au einer 
abermaligen ſcheinbaren Ausjähnung ber Barteien. 
Inzwiſchen war ein engliſches Heer unter bem Her⸗ 
zoge von Clarence von Calais ans in franzäflfches 
Gebiet eingefallen, durchzog %. u. ging erft auf 
englifches Gebiet in Ouyenne zurfid, ale ber Herzog 
von Drieans den bebungenen Gold begahlte. Die 
drohende Haltung der Engländer veranlaßte indeß 
den Herzog von Burgund, welchem mwieberum bie 
gende Negierungsgewalt zugefallen mar, 1413 bie 

eichäflände zu nerfammeln; aber ftatt Gelbbewil⸗ 
ligungen brachten bie Stände nur Klagen gegen bie 
ſchlechte Finanzwirtbſchaft vor. Diefen Klagen gab 
die Univerfität Paris Nachdruck, u. in Folge deſſen 
reurben fämmtliche Kinanzbeamte in Baris plötzlich 
fuspenbirt u. ihnen ber Proceß gemacht. Die ber 
abfihtigte Flucht des Dauphin, welcher ſich ber 
Aufficht des Herzogs von Burgund entziehen wollte, 
wurde inzwifhen Veraulaffung zu einem neuen 
Bollsaufftante in Barie, welcher gegen bie Erzieher 
u. freunde bes Daupbin gerichtet Yvar, indem 
diefelben in Verdacht Renten, abfihtlih deflen 
zügellofes u. ausſchweifendes Yeben befördert zu 
haben. Die Anbänger ber burgundiſchen Partei er⸗ 
hielten Dantalsten Namen Laboe dhieusvoneinem 
ibrer Führer Cabochi; als Abzeichen trugen fie eine 
weiße Kappe. Der fireng bewachte Dauphin ver 
ſtandigte ſich indeſ insgebeim mit dem Herzoge von 
Orleans, welcher von Neuem ein Heer rüſtete. 
Zugleich trat in Paris ein Umſchwung der Stim- 
mung ein, indem ter höhere Bürgerſtand ber 
Poðbe herrſchaft überdrüſſig wurde. Mit feiner 
Hülfe beſiegte der Dauphin die Partei der Weiß⸗ 
kappen, u. am 31. Aug. zog der Herzog von Or⸗ 
leans mit ſeinen Anhängern in Paris ein. Der 
Herzog Johann von Burgund, welcher, um ſeine 
Sicherheit beſorgt, ſich ſchon 8 Tage vorher nach 

landern begeben hatte, wurde für einen Reichs⸗ 
eind erflärt, die meiften feiner Berorbnungen wi⸗ 
derrufen u. das Volk in Paris entwafinet. Die 
meiften von burgundiſchen Söldnern beſetzten 
Stätte fielen nun ben Armagnacs in bie Hände, 
welche, Da man ihnen feinen Sold zahlte, Das Land 
ausraubten u. allerlei Gräuelthaten verübten. 
Sreeinal verglichen fih bie Parteien, aber ein 
eigentlicher Friede kam nicht zu Stande; jede juchte 
deshalb zur Beſiegung ber anberen nad Bundes⸗ 
grnoſſen, u. es gelang 1415 dem Herzoge von 
Burgund, den jungen König von Englaud, Hein⸗ 
rich V., file fi zu gewinnen. Zwar verglich er 
fih nochmals unter günftigeren Bedingungen mit 
dem Herzog ven Orleana, ber feine Berbindung 
mit England filrhtete, als aber Heinrich V. 1415 
bei Harfleur wirttich landete, Diefe Stadt eroberte 
u. fih Paris näberte, verweigerte er bie Hülfe⸗ 
teiftung, zu Der er verpflichtet war. Dem welt 
überlegenen Heere ter Franzoſen juchte indeß Heine 
rip V. auszumeichen, um fich nach Calais zu ziehen, 
aber bei Azincourt 24. Detbr. 1115 von den Fran⸗ 
zeſen unter dem Con :etable d'Albret erreicht, var 
er zu einer Echlacht gezwungen, in welcher er am 
folgenben Tage ben Franzeſen eine völlige Nieder⸗ 
lage Beihradyie u. die Herzöge von Orleonsd m. 


Bourbon gefangen nahm. Da bie Steger fich nah 
Ealaid wandten, wagte indeß ber Herzog von 
Burgund nicht, Paris jelbft anzugreifen, ſondern 
ging nach Flandern zurück. 

Um dieſe Zeit Karben bie beiden älteren Söhne bes 
Könige Karl VI., n. ver jüngfle, Karl, wurde Dau⸗ 
phin. Die Staatsgewalt Übertrugbie Königin gleich 
nach der Schlacht bei Azincourt dem megen feiner 
Kriegstüchtigleit n. Graufamleit gefiicchteten Gra⸗ 
fen von Armagnac. Diejer begann fein Regiment 
mit Eee u. mit Borkehrungen zur ſchleu⸗ 
nigen Unterbrädung etwaiger Bollsauflänfe. Um 
auch von der Königin nicht in ber abioluten Gewalt 
beeinträchtigt zu werben, lief er dieſelbe nach Tours 
verweiſen u. dort in ftrenger Haft halten (1417). 
Iſabella aber ſchloß ſich insgeheim an ihren bisheri⸗ 
yen Feind, ten Herzog von Burgund, an, v. dieſer ſah 

ald den größten Theil des Volkes auf feiner Seite, 
Da tie Sewaltherrichaft Armagnacs u. das gräuel- 
volle Treiben feiner im Sande umberziehenben Söld⸗ 
nerſchaaren bie Erbitterung' aufs Höchfte gefteigert 

te. Eine PBroclamation, mit welcher der Herzog 
einen Kriegszug eröffnete, indem er Verringerung 
der Steuern u. Herftellung geletslicher Einrichtungen 
veriprach, hatte ben Erfolg, Daß in faft allen größeren 


Stäbten bie Armagnacs niedergemacht murben, Am 


10. Aug. rüdte er mit einem Heere in fr. ein, nabm 
eine Stadt nad) Der anderen, befreite bie Königin 
in Tours n. handelte nun im Namen berielben, als 
ber Regentin bes Reichs. Er hob das Parlament 
n. die. Rechenfammern in Baris auf u. berief ein 
neues Parlament nach Troyes, wo er bie Regierung 
organifirte. Bald fiel ihm auch Langueboc u. das 
ganze ſüdliche F. zu. Gleichzeitig eroberte Hein- 
rich V., welcher ben Titel König von F. angenon- 
men batte, bie Normandie. 29. Mai 1418 glüdte 
es einem burgundiſchen Haufen, Paris zu über- 
rumpeln u. den König u. Armagnac gefangen zu 
nehmen. Kaum war bieß gelungen, als die lang 
niedergebaltene Voltsmutb fich in den gröbiten Er- 
cefjer Auft machte. Die Anhänger des Connetable 
wurden ermorbet, ibre Häufer gepliindert, die Ge⸗ 
fängniffe erftiivmt, in welche der Herzog von Bur⸗ 

und, der am 14. Juli wieder eingezogen mar, bie 
Däupter ber Gegenpartei geletst hatte, u. bie Ge— 
fangenen, unter ihnen auch ber Graf von Armagnac 
a. der Kanzler de Dlarle, umgebracht. Der Auf- 
ruhr erhielt fortvauernd neue Nahrung durch bie 
von der Armagnace in der Nähe von Paris aus⸗ 

eführten Streifzüge. Endlich ſuchte ter Herzog 
** bie Pöbelherrſchaft zu beſchränken u. ſandte 
6000 der Unruhigſten gegen die Armagnaes. Der 
Daupbin, welcher nach Bourges geflohen war, ſah 
bald feinen anderen Rath mehr, als mit bem Her- 
307 von Burgund u. tem Könige von England, 
welcher im Sanuar 1419 Rouen genommen batte, 
in Unterhandlungen zu treten. Cr ſuchte zunächft 
ten Herzog von einem förmlichen Bündniß mit 
Heinrich V. abzuhalten. Wirftich brach der Herzog 
Die Unterhandlungen ab, als Heinrich V. anf ben 
Beringungen des Friedens von Bretigny beftand, 
u. verfähnte iih mit Dein Daupbin, wurde aber, 
als die Auafdbnung perjöntich ftartfinden fellte, bei 
ber verabrebeten Zuſammenkunft anf ver Yonne⸗ 
briüde bei ter Stadt Montereau von ben Begleitern 


Des Dauphin nichergebauen. Der Sohn Johanns | 


von Burgund, Bbilipp, ſchleß Darauf, un ben Tod 
feines Vaters zu rächen, iu Arras einen Vertrag nit 


Ftaukreich (Geſch) VATER 


ber Königin von FF. n. Heinrich V. von 
—7* Karl VI. zwar lebenslang den 

ürbe eines Königs non F. behalten 
Tode aber ber Thron nicht an ben Di 
fondern an Heinrich V. kommen fol 
Lielt deshalb auch die Hanb Katharimı 
ter Karte VI., weile er am 21.Mai 
Derielbe Vertrag wurde von Kart V 
beftätigt u. am 10. Dechr. 1420 ver 
ftänden genehmigt. Der Dauphin, ve 
ftänden 3. San. 1421 aus F. verbe 
inter bie Loire, fiegte zwar bei Be 
Über die Engländer, fah fich aber ir 
die Defenſive gebrängt, ale ber Tat 
31. Aug. 1422 feiner Sache zu Hülf 
da auch Karl VI. kurz baranf 22. 

Kari VII tie ſich fogfeich in Poiti 
ansrufen. Zwar wurbe Heinrich VI 
dige Sohn Des Könige Heinrich V. ver 
nördlichen F. u. in den Länbern te: 
Burgund als Herricher anerfannt, 
Namen führte der Herzog Iohn Ple 
Bedford die Regiernng mit Kraft u 
beit; aber die Fremdherrſchaft, wel 
ringeren Drud als das frühere Reg 
Bürgerfiand ausübte, wurde num, 
Karls VI. Zobe der Schein der Yegiti 
war, als eine nationale Schmad emp 
in ber Barteileivenjchaft erftichte Ratic 
allmälig wieber zur Geltung. Karl 
heiten waren Deshalb nieht ganz boffmr 
auch die fhönften Provinzen F⸗s i 
ber Englänber waren u. 1423 felbftt 


‚Bretagne fich denfelben anfchloß. Kar 


fih dagegen mit den Schetten, bie it 
pen jantten. Sein Heer unter ba 
Johaun Stuart von Schottland erol 
Milon u. Meulan, u. ber Graf du 
1423 bei Gravelle ein engliiche® Ce 
Juli wurde der Connetable Stuart I 
Burgund von den Engländern beii 
yen. Seine Nachfolger, Die Grafen 
u. von Buchan, wurden am 27. 3 
Verneuil vom Herzog von Bedford be 
in der Schlacht den Tod. Dadurch 
fih Karls Lage ungemein: als plögl 
welcher zwiichen dem Herzog von Bi 
Herzog von Gloceſter, bem Regenten 
ausgebrochen war, der Sache eine an 
gab. Die Beranlafjung dazu war 
Gräfin non Henuegau u. Scllant, ı 
ihrem Gatten, bem Herzog von Brake 
ter des Herzogs von Burgund, batte 
um ben Herzog von Gloceſter zu beira 
terſtützung feines Betters wandte fich ı 
von Burgund nah Flandern, u. ek 
im Laufe der Zeit Durch eine neue Sc 
büa’8 beigelegt wurde, fo beraubte dien 
doch der Sache ber Engländer jebeV 
Herzogs, ter in Flandern vermeil 
Commetable Karla VII, Der Herzog‘ 
melcher unter ber Bedingung, taß d 


Herzogs Johann von Burgund beftr. 


Karls VII. Dienfte trat, glich bafe d 
Königs wieder aus. Dieſer berwer! 
den Herzog Jobann VI. von Arern. 
mieber mit Karl VIT. 3u vereinigen, 
nois, Baftard von Orleans, entiek 


Fentreich (Geſch) V. (1428-1459) 


däbrend ein anderes franzöfiſches Corpo gefteuert u. eine Verſchwörung (bie Araguerie) 


be. Aber Karl jelbft beſaß zu wenig That- 
e Erfolge zu benugen, u. die Ränke jei- 
je lãhmten Die Operationen Nihmonds. 
mitete er ſich fogar mit dem Letzteren, 
var, daß der Herzog von ber Bretague 
ı Den GEnglänbern überging, welche 
iD vorbrangen. 1428 rüdten bie Eng- 
rieans, u. auch Diejes wäre, Der tapfe- 
dr des Grafen Dunois ungeachtet, in 
jefallen, wenn nicht bie Jungfran 
as, Jeanned'’Arc (. d.). ten Muth 


n wieder belebt hätte. Nach mebreren 


efechten befreite fie Drieans am 9. 
1. nun ging fie, das Bolt fanatifirend 
{ben als eine Heilige betrachtet, zum 
‚ Drang nad Rbeims vor u. ließ ba- 
VII. trönen. Auf dem Wege babin 
Ingländer bei Batay, mo die Anführer 
cales gefangen wurten, u. eroberte 
3e bis in bie Nähe von Paris. Als fie 
er Stadt Compiegne Hillfe brachte, 
1 einem Ausfall gegen das englifghe 
en u. Darauf als Zauberin zu Rouen 
Obwohl Karl VII. in Bergnügungen 
andelte u. wie bie Jungfrau von Or⸗ 
b andere jeiner Anhänger im Norben 
Rache ver Engländer preisgab, gingen 
elegenbeiten der vetztern von jegt an 
Aus Mangel an Gelbmitteln wurde 
m beiden Seiten nur lau betrieben. 
te durch bie feierliche, 1431 zu Paris 
rönung des kaum 10jährigen Hein⸗ 

engliſchen Herrſchaft neues Anſehen 
cch den Herzog Philipp von Burgund, 
hung von Brie u. Champagne, zu ge⸗ 
ein dieſer ſchloß, den Ermahnungen 
u. des Baſeler Concils u. ten Wün⸗ 
zen Landes, welches furchtbar verbeert 
n war, Genlige leiftend, mit Kart VII. 
edenscongreß zu Arras, welchem Ge⸗ 
apſtes, ber Könige von Navarra, Ca⸗ 
ıgal, Polen, Dänemark u. Des Kaiſers 
beimohnten, einen Vergleich, welcher 
en bes Herzogs bedentend vermehrte u. 
ſönlich rer Yebnspflicht aegen Karl VIL. 
urz vorher, ebe dieſer Vergleich abge- 
de, war ter Herzog von Bedford 14. 
5 gefterben, u bie Engländer, melde 
r. ben Congreß verlaften batten, weil 
chgehenden Fordernungen nicht berid- 
erben nun, Der kräftigen ır. einheitlichen 
aubt, in entichietenen Nachtheil. Die 
jläntern anbängenden Städte ergaben 
ach, endlich 1436 auch Paris. Kari VII, 
sch mie vor läſſig in Der Kriegfübrung 
3a8 Land weit n. breit won plünberne 
ötfern, von Hungersnoth u. Seuchen 
be, bGeichräntte er feine Regierunge⸗ 
f Durchführung ter von dem Baſeler 
ı Das Papſtthum angeordneten kirche 
nıen. Indeß führte ber Herzog von 
n Krieg fort u. belagerte 1436, mie» 
96, Calais. 1137 eroberten Die Eng- 
ie n. Die Franzoſen Montereau. 143% 
zebliche Friedensunterhaudlungen ges 
n aber zog Karl VII. nachdem er eini— 
sm Unweſen ber bewaffneten Banden 


: beftrafte tie Theilnehmer an ber P 


einiger Großen, denen bas Aufhbren der Anarchüe 
unlieb war, fich zerichlagen hatte, felbft ins Weib, 
raguerie, er» 
oberte amı 19. Eept. 1441 Bontoife wieder u. 
entfetste 1442 das von ten Sngländern belagerte 
Tarbes. Während Dunois 1443 Dieppe entichte 
u. die Engländer weiter zurüdbrängte, eroberte 
Karl die Raubichlöfter tes mit den umberfireifen- 
den Söldnerichaaren verbundenen Adele im ſüb⸗ 
lichen Fraukreich u. trat fo energiich gegen bie An- 
maßungen des aus ter engliichen Gefangenſchaft 
zurüdgelehrten Herzogs von Orleans un. anderer 
Großen auf, daß er bereutend an Anfehen gewann, 
u. das Vertrauen zu ſeiner Regierung fich befeftigte. 
1444 fam endlich ein Waffenſiillſtaud zwiſchen 
Franzoſen u. Engläudern auf 1 Jahr zu Stande, 
ber aber bis 1148 verlängert wurde. 

Nach der Rückkehr bes Friedens erwuchſen bem 
Könige neue Berlegenbeiten aus ven Söldnerſchaa⸗ 
ren, welche nun unbefchäftigt n., da ihnen ber Kr 
nig feinen Sold zu zablen fähig war, mit den 
übrigen noch im Yanbe berummichenden bewafl- 
neten Banben gemeinjame Sache nıachten u. Yeben 
u. Gigenthum gefährdeten. Karl entichieß ſich 
daher, dieſe Kriegsoöller, welche man ald Ar 
magnacs bezeichnete, außer Landes zu verwenden. 
Deshalb gewährte er Lfterreich Hülfe gegen Pie 
Schweiz ı. ließ 1444 ben Daupbin Ludwig über 
Mömpelgard gegen Bajel aufbrechen. Dieſer ver- 
nichtete zwar am 25. Aug. ein Meines Korps 
Schweizer bei ©t. Jalob, erlitt aber durch bie ver- 
zweifelte Gegenwebr derſelben fo große Berlufte, 
daß er es für gerathen fund, von einer Bekriegung 
der Eidgenoſſen Abftand zu nebmen. Gr führte 
Dann den Reft Des Heeres nach Dem Elſaß u. mandte 
fih mit einer fleinen Abtheilung gegen Diet, welche 
Stadt Karl VII. für ten Herzog Rene von Yo- 
tbringen zu erobern gedachte. Die Stadt verthei⸗ 
digte fich aber hartnäckig u. erlaufte endlich ihre 
Freiheit. Die Berheerungen u. Gewaltthätigkeiten, 
welche ber im Elſaß zurüdgebliebene Theil ber 
Armagnacs dort anrichtete, drohten Karl VII. in 
einen Krieg mit dem Deutichen Reiche zu verwideln 
u. nöthigten ihn, den Neft derſelben (ter größte 
Theil wurde von ben mit ben Schweizern verbun- 
benen Stiaflern nach ıı. nach niedergemacht) nach F. 
zurüdzuführen; dort wurden fie endlich in eine 
difciplinirte Truppe umgewandelt. Kine durch⸗ 
greitende Organiſation bes Heer u. Finanzweſens, 
welche num erfolgte, gab dem Lande entlich Ruhe 
w. Erbelung. Die Orbnung ter Finanzen ver» 
dankte F. einem Kaufmann Jacques Koeur, welcher 
auch bem Könige tie Wiittel lieh, um vie Wieder⸗ 
eroberung der Rormandie zu bewerkſtelligen. Coeur 
führte zuerft eine regelmäßige Steuer (Taille) ein 
u. machte bie zeitweiligen Steuern (Aidles et Ga- 
belles) fe. 1449 begann der Krieg gegen Eng- 
land von Neuen. Der König u. Dunois zwangen 
im November Rouen zur libergabe, 1450 ver⸗ 
loren die Engländer die ganze Normandie u. 1451 
Guyenne, jo daß von ibren Groberungen nur Ca⸗ 
lais übrig blieb. Zwar eroberten tie Engländer 
unter Talbot 1452 Guyenne zurück, verloren daso⸗ 
felbe aber, 1453 bei Caſtillou geſchlagen, von 
Neuem, inden am 19. October Die Haupiſtadt 
Borberur von Karl VII. eingenommen wurde. 
Die legten Lebensjahre Karla VII. trübte ber 


Dauphin (nachmals Ludwig XI), welcher fi 
1451 wider Willen befielben mit ber favoyifchen 
Prinzeſſin Charlotte vermählte m., als ihn der Kö⸗ 
nig mit ——ã— zwingen wollte, ſeinen 
Willen zu erfüllen u. nach Hofe gurüdzulebren,, zu 
ben Herzog von Burgund floh, welcher ihm jedoch 
bie segen ben König erbetene Hilfe verweigerte. 
Karl VII. fi. 22. Juli 1461 zu Mehun fur Yevre 
in Berry. Obwohl er durch feine Meitrefien- 
wirtbichaft m. manche Ungerechtigleiten, nament- 
lich burd bie Confiscation der Büter Jacques 
Coeuro jein perjönliches Anſehen beeinträchtigte, 
fo bob ex doch das Königthum auf eine noch nie 
dageweſene Höhe der Gewalt. Noch in feinen letz⸗ 
ten Regierungsjahren Deugte er ben Trotz eier 
mädtigen Balallen, des Grafen Johann V. von 
Armagnac u. bes Herzogs Johann von Alencon. 
Beider Beſitzthümer vereinigte er mit ber Krone. 
Durch Erridtung eines Corps von 5400 Aum⸗ 
bruſtſchützen, zu Fuße u. zu Pferde, legte er ben 
Grund zum ftehenden Heere. 

Lubwig XI, Sohn u. Nachfolger Karls VII., 
ließ fih zu Rheims krönen u. empfing bort ben 
Lehnseib non bem Herzog Philipp von Burgund 
für die Länder, welche unter franzöfifcher Souverä⸗ 
netät ſtanden. Er war herrſchſüchtig, mißtrauiſch, 
aber mit großer Menſchenkenntniß u. anderen 
Geiſtesanlagen begabt; er entließ die bewährten 
Heerführer u. Räthe Karls VII. u. umgab ß 
mit Menſchen, welche er völlig als Werkzeuge ſei⸗ 
nes Willens gebrauchen konnte. Anfangs ſchmei⸗ 
delte er dem Abel, fette den Grafen von Ar- 
magnac u. ben Seraog von Alencon wieder in ihre 
Güter ein u. bebrüdteden Dürgerftand mit Steuern, 
u denen er ebenjowernig wie feine Vorgänger bie 

ewilligung ber Neichöftände verlangte. Dann 
aber verjeindete er ſich ben Adel durch die Berufung 
von Leuten des nieberen Bürgerftandes zu hohen 
Staatsämtern u. durch Nobilitirung berfelben. 
Seine innere Bolitit ging dahin, bie letzten Hefte 
der Macht der Bajallen noch zu bejeitigen; feine 
äußere, durch Heine Unterſtützungen, bie er fremden 
Herrſchern gewährte, große Bortheile zu erlangen. 
So gewährte er 1462 Johann II. von Katalonien 
Unterftügung gegen deſſen empörte Unterthanen u. 
ließ fich Dafür die Grafichaften Rouſſillon u. Cer⸗ 
dagne verpfänden. 1463 als Schiedsrichter zwiſchen 
den Königen von Caſtilien u. Aragon berufen, ent⸗ 
ſchied er zu Gunſten des Erſtern. In demſelben 
Jahre kaufte er die Städte u. Herrſchaften an der 
Somme, welche dem Herzog von Burgund im Frie⸗ 
den von Arras abgetreten waren, für 400,000 
Goldgulden zurück. Die von ſeinem Vater 1438 
eingeführte Pragmatiſche Sanction, welche den 
päpſtlichen Gelderpreſſungen ein Ziel ſetzte, bob er 
wieder auf, zum großen Schaden für fein Land, ba 
jest eine jo große Dienge Geld nad) Rom ging, daß 
der König fih genöthigt fab, an die Concilien zu 
appelliven. Bon feiner Abficht, aud in Burgund 
die Salzſteuer zu erheben, ließ er ab, ben Wider⸗ 
ſtand des mächtigen Herzogs fürchtend; dagegen 
trachtete er danach, die Bretagne in engere Ab- 
hängigkeit von ber Krone zu bringen. Als er aber, 
um bieien Zweck zu erreichen, gegen den Herzog 
von Bretague, Franz II., ungegrüntete Anklagen 
erheben lieh, verband fich diejer mit Karl von Char 
rolais, Schn des Heizogs von Burgund, welcher 
über den Rückkauf der Städte au der Somme un⸗ 


Fraukreich (Geſch.) V. (1461-1468) 
| pehatten war nu. bem Könige mißtrant 


te Qubwig bie Gerzöge von Petl 
Bourbon, von Ulencon, von Nemen 
von Angouleme, von Bonlogne u. a. 
feiner Abficgten auf bie Bretagne hi 


führen. Dieje fcploflen 

(Ligue du bien public) zur ®h 
des Tehnöwefene, für fie ſog 
Bruber des Königs, ben u 


wannen. Im März 1465 brad bi 
108; die Burgunber, von Karl ven 
führt, rüdten gegen Paris vor, u.n 
Führung berfelben ermögfichte es bei 
der unentichiebenen Schlacht von Mei 
Juli 1465 fich einen Weg ans der Pro 
nais, mo er fi befanb, nach Barıe | 
nen. Bon bort eilte er nah ber Rı 
ein Heer anfzubieten, u. lehrte noch 3 
zurüd, um Paris zu halten. Run 
die Berbündeten zu trennen u. zu e 
bandlungen mit einzelnen Herzögen 
zufnüpfen. Da auch das end 
er endlich in die Erfüllung ber an 
Korberungen u. gewährte jebem bi 
rafen einen Zuwachs feier Macht 
fitted. Die Normanbie trat er feinem 
Theil Der Bicarbie dem Herzog von: 
Grafichaft Etampee dem — 8 
Bretagne ab u. ernannte ben Grafer 
zum Gonnetable. Doch bachte Ludwi 
bie Bewilligungen gelten zu laffen, ion 
Berlorene wieder zu gewinnen, fob 
Iungen war, einige dev mächtigen Ba 
übrigen zu trennen. Gr gewann bı 
Bourbon, indem er ibm zum Generalf 
großen Zheild von Süd⸗F. machte 
unterftiigt, eroberte er die Rormanl 
Mühe, da der Herzog fi mit dem { 
Bretagne entzweit hatte, u. ließ 146 
Tours verfanmelten Reichsftäude Di 
keit der Normandie von‘. erllären. 3 
Bretagne aber war zu ſchwach, um all 
fortzufegen, u. Karl von Charofait, fe 
von Burgund, lag in Fehde mit bei 
aufgebebten Püttichern u. fonnte daher 
1468 ind Feld rilden, um den bedr 
von Bretagne zu unterſtützen. Da 
England verbiindet hatte, bemilligti 
ftände dem Könige eine Kriegsunter| 
Herzog von ber Bretagne mußte, vo: 
desgenoſſen in Stich gelaffen, 14. 4 
Ancenis einen Vertrag fchließen, du 
Ligue aufgelöft wurde. Die Unterh 
Karl tem Kilbnen, Herzog von Buı 
indeſſen ſehr langſam won Statten, u 
Ungeduld, einen Frieden zu Stant 
bat endlich den Herzog um freies € 
periönlihen Zufammentunft zu Peru 
der König, auf Des Herzogs Eidſchwi 
in Peronne die Berhantlungen anlı 
ben Herzog gemeldet, Daß bie Lütticht 
wieder gegen ihn aufgehetzt wären n. | 
griffen hätten. Hierüber erzürnt, lie| 
Bent bewachen u. ſchwankte, ob er d 
. jelbft einnehmen od. an Ludwige 
ſollte. Endlich entſchloß er ſich, die 
nige angebotenen günftigen Bedingu 
men. Der König beſchwor den Berti 


Brankreich (Geſch.) V. (1468-4464) 


1639 


Reue n. verſprach, feinem Bruber, bem Her- | bie @rafidaft Burgund als erledigte franzöftiche Lehen 


mw Berry, hatt der Rermanbie bie Champagne 
ie, weiche an Burgund grenten, zur Apanage 
en, nahm bau an ber Bel von Lüt- 
HR Theil u. kehrte erſt nach Einnahme ber 
nach Paris zurüd (Ron. 1468). Darauf be⸗ 
er Den von Berry, Guyenne flatt der 
me anzunehmen, um bie Berbinbung bees- 

sit Burgund zu erfchweren. Kari ber Kühne, 
m von Berry verlafien, ſchloß nun 
rim ein Bünbuig mit England u. Bretagne, 
3 Zubwig ber revolutionären Partei in Eng⸗ 
welde Eduard IV. Rürge wollte, Unter- 
g bet. As Eduards IV. Sturz erfolgte, 
ı ber König arı ber Zeit, in Burgund einzu- 
Mit immuug ber Notabeln überſchritt 
1 Die Grenze ber Picardie, war aber am 4. 
De es dem Connetable Graf von St. Pol 
Kriegführung nicht ernft war, zu einem 
Rand genörhigt, welchem 30. Oct. 1471, 
IV. wieber den englifhen Thron ein- 
batte, der Friede von Crotoy folgte. 
5 24. Mai 1472 ber Herzog von Guyenne 
au Gift flarb u. der Köng deſſen Staa- 
PR bem Kö⸗ 

uld, fiel in 
ie ein u. belagerte Beauvais (f. d. 
fette). Dem verihmigten Rathgeber bes 
n6, gelang es indeß, erft den Her- 
Bretagne u. dann auch Karl den Küh⸗ 
einem efienpiahene zu bewegen. Wäh- 
Ber Lehtere darauf 2 eutſchland 
ke, um bie Lehnshoheit des Kaiſers Über einen 
Beiner Befigungen abzumwerfen, begann Lud⸗ 
zig feine Berfolgungen gegen bie ehe⸗ 
m Mitglieder der Ligue filr das Staatewohl. 
derzog von Alencon lief er gefangen feten u. 
„she veruriheilen, ben Grafen von Armagnac 
Ben u. beflen Bruder in den Kerler werjen. 
Den derſelben zog er ein, ebenfo Lie Grafichaft 
6 der leiste Graf unbeerbt ftarb. Als Karl 
AUhne in feinem Kriege gegen ben Kaifer, na- 
cqh bei ber Belagerung von Neuß, großen Ber- 
lätten hatte u. ein zur @roberung 5-8 beſtimm⸗ 
zp8 Engländer von Burgund aus fih zum An- 
Iefete, verband fi Ludwig mit Kaifer Fried⸗ 
u. ben Schweizern. Darauf fjchloß er 
1474 mit tem König Eduard IV. 
Balanıd einen fiebenjährigen Waffenſtillſtand, 
Ige er bemfelben 75,000 Thlr. fogleich 
M80 jebes Jahr, fo lange er od. Etuard 
zablen verſprach u. Eduarde Tochter mit 
Sohne verlobt wurde. Karl der Kühne, 

en befchäſtigt, verftanb fih nun aud 
einem Waffenſtillſtand auf Y Jahre, 

aß er St. Quentin abtrat. Den Eonne 
Braten von St. Bol, ließ Ludwig als Hoch⸗ 
binrichten; der Herzog ven Bretagne 
Hand zum Frieden, welcher 9. Oct. in 
zu Stande kam. Als Karl der Kühue in 
en Jahren immer tiefer in Kriege mit 
eizern u. dem Herzog von Lothringen 
feft wurde u. 1476 vor Murten eine furcht⸗ 
Heberlage erlitt, fäuntte Ludwig nicht, bavon 
I am ziehen. Maren er noch mit den Schwei⸗ 
her ein Bündniß verbantelte, fiel Karl ter 
vor Raucy 1477. Eofort nahın nu der 
die Bicardie, Flandern, das Herzogthum u, 











in Befig. Bergebens machte Maria, bie Tochter bes 
Ders von Burgund, ihre Rechte geltend, u. als 
fie Maximilian, Sohn des Kaiſers Friebrich III, 
geheirathet hatte, bot biefer ein Heer ‚ge 
wann einen Theil ber verlorenen Provinzen wieder 
u. flegte bei Guin 7. Aug. 1479 über base 
feanzöfiihe Heer. In Folge deflen lam erſt ein 
kurzer Waffenſtillftand a., ale Maria geſtorben 
war, 23. Dec. 1492 ber Frieden zu Arras zu Stande. 
Der Dauphin ſollte demſelben gemäß die Tochter 
Marin’s, Margaretha (die von nun an in Paris 
erzogen wurde u. den Titel als Königin erhielt), 
heirathen u. bie Graffchaften Artois u. Burguund zur 
Mitgift bringen, Pbilipp, ver Sohn Maria’s, aber 
ben Reſt der Erbſchaft behalten. Der Städte in 
ber Picarbie, der Grafiaft Boulogne u. dem Per- 
zogtbum Burgund geſchah in biefem Bertrag feine 
Erwähnung, u. fie verblieben F Ludwig — ſtarb 
20. Aug. 1483 in Pleſſio le Tour. Trotz ſeiner 
Feigheit u. ſeines geringen Kriegeglückes erhob 
er, bie Umſtände ſchlau benußenb n. feine Geg⸗ 
ner durd Boripiegelungen berliftend, F. zu 
größerer Macht, Ginigkeit u. Selbſtändigkeit m. 
verjchaffte ihm in der europäiſchen Bolitit eine her⸗ 
vorragende Stellung. Gegen Ende feiner Regie- 
rung eriveiterte er die Örenzen feines Reiches noch 
bedeutend durch bie Aneignung der Provence nach 
dem Zobe des legten Herzogo u. Titularkönige von 
Sicilien, Rene J. von Anjou. Mit Hülfe der Städte, 
bie er beſchützte u. deren Cinwohnerzahl in Folge 
ber ihnen gewährten Freiheiten bebeutend wuchs, 
brad) er die Macht des Adele u. ber Geiſtlichkeit 
u. bob die Gemerbthätigfeit uw. den nationalen 
Wohlfiand durch Freundſchaftsverträge mit ber Re⸗ 
publil Venedig u. ber deutichen Hanſa. Dagegen 
jeufite Dad Yand unter den Drud faft unerſchwing⸗ 
liher Stenern, u. das Rechtsweſen war in folge 
ber Korruption des Beamtenſtandes u. durch bas 
ſchlechte Beijpiel des Regenten in Verfall geraten. 
Bemerlenswerth unter Ludwigs Regierung ift noch 
tie Einrichtung einer Poſt durch ganz %., welche 
freitih nur Staatszwecken diente 

Da Karl VIII., Sohn u. Nachfolger Lub⸗ 
wigs XI., noch minderjährig war, fo entſtand 
Streit wegen der Regeniſchaft. Ludwig hatte 
verordnet, daß feine älteſte Tochter Anna von 
Beaujeu dieſelbe führen follte, aber bie verwitt⸗ 
iwete Königin Charlotte machte ihr das Recht dazu 
freitig, u. als tiefe Bald darauf ftarb, wollte fih 
ter Herzog Ludwig von Orleans, der Gemahl ber 
zweiten Zochter bed Königs, der Bormunbdfchaft be» 
mächtigen; auch Der Herzog Karl von Bourbon er- 
bob gleiche Aniprüde, u. da die verſchiedenen Par« 
teien fich nicht einigen konnten, verftändigten fe 
fi, dem überall kundgegebenen Wunfche des Lan» 
tes nachlommend, zur Berufung ber Reichaftänbe 
auf den Januar 1494 nad Tours. Diefe orbneten 
Die Regentjchaft, beren Hauptleitung ben Herzog 
von Orleans übertragen wurde, u. legten bann der 
von dem Kanzler Wilhelm von Rodelort elciteten 
Regierung eine Reihe von Forderungen in 6 Ca⸗ 
piteln vor, welche tbeils bie Abſchaffung von Miß- 
bräuchen in der Bermwaltung u. Rechtopflege, theil® 
bie Rechte der Stände felbft betrafen, indem bie» 
jeiben das Steuerbewilligungsvecht in Anſpruch 
nahmen u. eine Berufung ter Reichsverſanimlung 
alle zwei Jahre begehrten. Nachdem ihnen bie mei⸗ 


Ben ihrer orberungen nad langen Verhaublungen 
zugelagt waren, löften fie fidh 14. März mıf, einen 
Arroſchuß zur UÜberwachung der Ausführung ihrer 
Beichläfje zurücklaſjend. Karl VIII, ſchwächlich an 
Körper. u. vernadläffigt an Geift, fiel auch, nach⸗ 
dem er volljährig geworben war, dem Ginflnß feiner 
nächſien Berwanbten anheim, u. gleich nach Aufld- 
fung der Stänbeverfamminng brach ter nieberge- 
halteme Streit zwiſchen Anna won Beaujeu u. dem 
Herzog von Orleand 106. Der Lebtere, von dem 
Grafen von Dunois angeipornt, forderte das Par⸗ 
Jament auf, ihn zu antorifiren, ben König aus ber 
Gewalt ber Frau von Beaujeu zu befreien. Dieſe 
aber gewann ben Herzog von Lothringen flir fich 
u. |päter auch ben Herzog von Bretagne, ſchloß den 
Herzog von Orleans 1485 mit einem Heere in 
HOrleans ein u. zwang ihn u. feine Verbündeten, 
fich ihr zu unterwerfen. Im folgenden Jahre ver- 
Rärte fih aber Die Bartei Orleans namentlich da⸗ 

urch, da ber.Dergog won Fothringen, welchem Anna 
die Belehnung mit der Provence verweigert hatte, 
u. ber Herzog non Bretagne ihr anſchloß n. 
der König von Navarra Hälfeleiftung verſprach. 
Unerfhroden nahm Anna den Kampf mit bieler 
mächtigen Verbindung aufu. zwang durch einen raſch 
ausgeführten Kriegezug bie Herzöge von Bourbon 
u. Angonleme 1467 zur Unterwerfung. Der Her- 
309 Franz II. von Bretagne nahm ben zur oe 
genöthigten Herzog von Orleans auf, ıı. anf Hilfe 
aus England u. Deutjchland boffend, rüftete er ſich 
zum Kriege. Nachdem das königliche Heer beide 
Herzöge vergeblich in Nantes belagert hatte, berief 
Anna am 1. Febr. 1488 eine feierliche Barlaments- 
ſitzung (Lit.de justice). Diejer Gerichtshof erflärte 
die Herzöge von Bretagne u. Orleans u. die mit den⸗ 
felben verbundenen Orafen fiir Hochverräther, u. der 
Marſchall Ia Zremouille, an die Spite des könig⸗ 
lien Heeres geftellt, fchlug am 28. Juli 1498 bie 
Dretagner bei St. Aubin u. nahm den Herzog Or⸗ 
leans gefangen. Nun bot der Herzog von Bretagne 
bie Hand zu einem Frieden, welcher 20. Aug. 1489 zu 
Sable geſchloſſen wurde. Bald darauf ftarb Franz II. 
ven Bretagne u. hinterließ eine Erbtochter, Anna. 
Anna von Beaujeu, feit kurzer Zeit Herzogin von 
Bourbon, da ihr Gemahl die Beſitzungen des ver- 
florbenen Herzogs, feines Bruders, geerbt hatte, 
bemädhtigte fi), ohne fi an die Beſtimmungen des 
Vertrages zu kehren, fofort des Herzogthung. Die 
junge Herzogin fand aber Unterflügung bei Dein- 
rich VII. von England u. bei dent römischen stö- 
nige Maximilian, welder fogar 1490 um ihre 
Hand anhielt. Diefe gefährliche Verbindung zu hin⸗ 
bern, rüdte Kari VILL 1491 vor Rennes, wo fi 
die Herzogin befand, machte mit Anna Frieren 
verlobte ſich dann mit ihr u. heirathete fie, ob- 
‚gleich fie ſchon Lem Erzherzog Marimilian durch 
Brocuration angetraut u. er mit Marimiliane 
Tochter Margarethe verlobt mar. Karl vercinte 
auf die Weije ein® ber mädhtigften Herzogthümer 
mit der franzgöfiihen Krone, rief aber auch bar 
duch den Zorn Marimiltiand wach. Heinrich VII. 
von England, welcher Maximilian durch Verträge 
verpflichtet war, belagerte Boulogne in Der Er- 
wartung, daß Marimilian F. von einer anderen 
Eeite angreifen würde. Da biefer aber mit den 
Fendriihen Städten in Etreit lag, fo konnte er 

en beabfichtigten Angriff nicht ausführen. Hein⸗ 
xich VII. ſchloß daher den Frieben zu Etaples am 


nun au 
am 23. 


Frankreich (Geſch) V. (1380ER) 


3. Nov. 1492, In welchem ſich Kari V 
tenweiſen Zahlung ven 750,000 Bei 
pflichtete. Um bie Sühgrenyen jeinee 4 
Angriffe zu fihern, bie ihm von lab 
ſtilien drohten, ſchloß er mit dieder ı 
bon Aragon-eirien Beriran, zn — 
die Grafſchaften Nonſfillon u Kerr 
Marimilien, jeht Kater von Deutie 
mit Karl VIII. den Fried 
ai 1493 nm. erbielt babarı 
Sohn Philipp die Mitgift Margare 
Bon feinen Feinden befreit, teanbeltı 
welcher feit feiner Bermähblung feinem ı 


folgte u. fih mit dem Herzog von Or 


föhnt hatte, die Luft zu einem Feldzugt 
an, um bie fon von feinen Bater 
ſpruche bes jiingeren Haufes Anjon 
geltend zn machen. Die Aufbeyungen 
ter Emigranten n. bie Einladung Pu 
Herzogs von Mailand, gaben dazn d 
Mit 30,000 Manı u. 140 Städen ( 
Karl im September 1494 nach Ital 
gleich ter Papſt die Belehnung bes 
Neapel u. Venedig u. bie erbetene Hi 
batte. Florem un. Piſa öffneten bem 
Thore; er hielt am 22. ehr. 1495 
ing in Reapel u. vonrbe bier zum Kix 
pel u. Sernfalem ausgerufen. Bald 
die Herrſchaft der Franzoſen, tie ſich 
zogenen Gütern des neapolitaniſchen 
cherten, in Italien allgemein verhaßt 
tismus der Italiener beſiegte zulent 
ſich befämpfenden Parteien u. —* 
fam ein Bundniß zwiſchen bem Herz 
land, dem Bapfi Alexander VI., dem 
miliau, bem Erzherzog von I flerreid 
nig Ferdinand von Aragonien gegen 
zu Stande. Eilig zog Diefer ben 20. 9 
Neapel u. fchlug ic ben 6. Juli t 
durch Die Venetianer u. deren Verbür 
befreite den Herzog von Orleans, te 
belagert murbe. Die unter Dem Here 
penfier in Neapel zuridgeblieberen 
mußten zu Atella capituliren, u. Ferd 
fangte wieber. zum Bei feine 3 
Yeicbtfinn Karls, welcher lieber bie bı 
u. Stenernerworbenen Gelbmittelin® 
vergeudete, als baf er fie zur Unterfl 
Kriegeoperationen vermenbete, war der 
bes fo raſchen Wiederverluſtes bes Kön 
pel. Zurüdgelehrt gab er fich Mübe, g 
ſamkeit in den Hof u. Stantebandhal 
u. die Rechtspflege u. Kirchenzucht 3 
doc ftarb er am 7. April 1498, u. ba e 
hinterließ, foerlofh mit ihm bie! 
dee Hauſes Valois. 

VI. Die zweite Linie des Han 
(1498 - 1589). Der nächſte Thror 
Herzog von Orleans, ber Entel Lutn 
lean®, der Bruter Karls VI. u. Ure 
Er beftieg unter dem Namen Yubı 
Thron u. erwarb fih ten Beiname 
Volle. Greßmilthig verzieb er fen 
Begnern, bef. der Herzogin Anna v 
ter ehemaligen Regentin, u. dem M 
wouilie; er minderte auch Die Ster 
ven Xande bie bei der Thronbefteigun: 
gabe von 3U0,U00 Livres u. uıngab fi 


Trantrei (Geſch) VL: (14-4319 


Deren Vefragung er- kein en 
verboten ben Berlauf u. Ka 

ge bie en der 
2 bie Satzungen ragma⸗ 
Dan Stänten ber Rormanbie 


ap 
it der Königin Wittwe, Anna 
), mit weicher er Thon, che fe 
te, ein Liebesverflänbnig gehabt 
feiner Krönung ds 
. eines Herzogs von Mailand, 
feiner Örofmutter Balentine 
e batte, u. eines Königs non 
au. Gr verband fih, um feine 
ı machen, mit Bau ne 
Papft Alexander VI. badurch, 
chen Sohn, Cäſar Borgia, zum 
inois erhob, u. erwarb non ben 
ht, in ihrem Lanbe Truppen 
Die Franzoſen, durch 5000 
‚ eroberten im Sommer 1499 
on Ligny Genua ohue Schwie⸗ 
ielt am 6. October feinen Ein» 
ım April 1500 fiel ihm bei No⸗ 
Sranzofen nach ber Eroberung 
zugeit war, ber mit einem neuen 
e Ludwig Moro in die Hände. 
ar Borgia, dem er Unterftigung 
ger Romagna gewährte, einen 
November 1500 mit ben ſpa⸗ 
Büntniß, welches die Theilung 
ıpel zwiſchen Spanien u. F. be 
mit dem Kaifer Diarimiliau im 
Baffenftillftand gefchlofjen hatte, 
oberuug Neapels, indem fein 
uy Kapua eroberte u. fein Ad⸗ 
Iavenftein den König Friedrich 
m nahm. Als aber der Thei⸗ 
erbinand dem Katholifchen, wo⸗ 
en u. Kalabrien als se 
on F. Dagegen ter Neft ats Koͤ⸗ 
ur Ausführung kommen follte, 
Katholiſche Ludwig durch Un⸗ 
a. brach dann platzuch ben Ber⸗ 
e Beute für ſich in Auſpruch zu 
mier griffen unter Gonſalvo bi 
Bfiiche Heer au, ſchlugen am 
ubigny bei Seminara u. wenige 
ex309 von Nemours bei Cerig⸗ 
franzöfiicgen Heeres mußte ſich 
deu u. erlitt 27. December bei 
terlage. Ohue ſonderlichen Er⸗ 
um beu Krieg an den Pyrenäen 
Wittwer geworben, Ludwigs 
exrmaiue De Bei, heirathete, u. 
ichſam zur Witgift, bewilligte, 
dern, welche Ferdinand mit ı 
Iven follte; Dagegen erhielt F. 
April 1505 bie Velehnung mit 
Ludwig nach Genus, wo 1506 
ven waren, beren Zweck war, Der 


3 — — I machen. 


Sr 


Darauf berbanb fib Lubwig mit dem Kaifer u. 
bem Bapfte Yulind II, indem er fi der Ligne von 
Gambrai anjchloß, u. zog am 10, Dec. 1503 gegen 
bie VBenelianer, jehlng Vebtere am 14. Mai 1509 
bei Aguadello u. nahm bie ihm in dem. Wertrage 
von Kambrai hugelogten Städte. u. Diftricte im 
Beſitz. Sich in ben Beſitz vou Mailand u. bein 
von Benebig eroberten Bebiete ficher wähnenb, er- 
neuerte Lubwig bie früber mit ben Schmeizern ge». 
ſchloſſenen Berträge ui webhl aber 23. März 1510 
bas mit. Eugland ge] — Bundniß mit dem 
jungen Könige Heinrich VILL, als F. durch ben 
Tob bed Carbinald v. Aniboiſe, ber Ecele ber aub⸗ 
wärtigen Belitit Yubmigs, einen ſchweren Berluſt 
erlitt. Zugleich befchloß der Bapfl, durch bie Macht 
ber Frauzoſen beunrubigt, bereu Vernichtung in 
Italien u vereinigte ſich * bleſem Zwect mit Ve⸗ 
nedig u. Neapel. Sobald Yubmwig bie ibm drohenbe 
Gefahr erlamute, berief er im Septeinber 1510 ein 
Goneil zu Tourd, um bie Auflimmung ber Prälar 
ten zu einem Sriege gegen ben Bapfl zu erhalten, 
Mit bem Kaiſer verbuuben, berief er I. Nobember 
1511, nachdem die päpftliben Zruppen ſich vor dem 
anrüdenden Franzojen nuter Trinlzio bei. Bos 
logua zurüdgezogen, hatten, ein Coucil in Piſa u. 
lieh ben an vorladen. Über von Maruniliau 
wicht wirlſam unterftgt, batıe Ludwig leineu an- 
beren Erfolg, als den, daß ber Papſt das Interbict 
über baflelbe ausſprach u. bie Thelluehmer baran, 
faft nur franzöfiiche Brälaten, fi ihrer Sicherheit 
wegen nad Mailand begaben. Dagegen ſchloß ber 
A. October 1611 mit ben ihm verbundenen 
Mächten bie Heilige Ligue, welcher ſich aud 17. 
November Heiurih VIII. von England anſchloß. 
Siegreich brangen inbef; bie Franzoſen vor. Der 
a Pen be Foit aus bas Kanihiihe eer 
bei Ravenna, il. April 1512, u. obwohl er felbft 
ba6 Leben verlor, fo ben Frauzoſen ber Weg 
nad Rom offen. Ehrfurcht vor ber Würde bes 
Bepes bielt Lubwig ab, bie Bortheile zur völligen 
eritichtung. ber päpftlichen Macht zu benuken, al 
bie Hortihritte ber in Guyenne eingefallenen En 5 
länber, bie Eutziehung ber zwar geringen, aber 1a 
politiicher Hinficht wichtigen ‚welde 
ibm ber Kaiſer geboten hatte, u. ber ang 
Scmeizer r der Ligue ih nöthigten, ſich nach Dber- 
italien zuri en u. einen ſeines Heeres 
nach Quyenne zu fchiden, zumal ba auch König Fer⸗ 
dinanb von Aragonien erobernb in Navarra ein⸗ 


drang u. ſich ber Graue rte. Der 
—* num he die — Franzo⸗ 

——I wieber, u. bie Schweizer erober⸗ 
ten im Mai 1512 Mailand. Lubwig ſchloß, um 
wenigfiene das tum Mailand halten zu 


un — 23. * — eg — 
en Bunduniß, zufo r —* 
— — — * e ii 
Neuem, aber 
ud zur Bezung 

bie acht bei Novata, 
6. Juni 1513, vereitelt Während in folge dieſer 
Schlacht bie Franzoſen fi eilends aus Stalten 
— mußten, feite Heinrich VIII. nach Ca⸗ 
laie über, flegte bei Quinegate am 17.4 


in ber fogen. Sporenſch (Journde des &pe- 
rons, weil bie haben Gran ſich gleihlam 
nur mit.ben Sporen —— 


547: 


Frankreich (Geh) VE (1518-1928) 


tois n., in Verbindung mit Kaiſer Marimilian, / Heinrich VIII. bie von ben 


Tournay. Nach diefen giildlichen Erfolgen wollte 
Maximilian für feinen Enkel Karl die Anfprüthe 
deſſelben auf Burguub mit Waffengemaft zur Gel⸗ 


tung bringen. Schon belagerten tie von ihm in. 


Sold genommenen Schweizer Dijon, als La Tre- 
mouille, Statthalter von Burgund, diejelben durch 
Unterbandlungen zu gewinnen wußte. Er veriprach 
ihnen 400,000 Goldthaler ıı. die VBerzichtleiftung 
des Königs auf Mailand. Als fle aber die Bela- 
gerung aufgegeben hatten, verwarf Ludwig XII. 
ten ohne feine Einwilligung geſchloſſenen Bertrag. 
Der neue Papſt Leo X. verſöhnte ne mit Ludwig, 
als diefer am 6. October 1513 das Concil in Pila 
verwarf n. bem Lateranifchen beitrat. Ferbinand 
von Aragonien verftand ſich leicht zu einen Frie⸗ 
ten, als Ludwig einmilligte, ihm ben Beſitz bes 
Königreichs Navarra nicht ftreitigzu machen, u. feine 
Tochter Renata einem von Ferdinands Intel zur 
Ehe gab. Mit England u. bem Kaifer kam 13. März 
1514 ein Waffenſtillſtand zu Stande, welchem 7. 
Auguft der Friede in Lonbon folgte, zu Folge deſ⸗ 
fen Ludwig, beffen Gemahlin, Anna, geftorben mar, 
mit Heinrichs VIII. 16jähriger Schwefter, Maria, 

ch verheirathete. Ludwig ftarb bald darauf am 1. 

annar 1515. 

Da Ludwig III. teine Söhne hinterließ, jo folgte 
ihm Branz I., Herzog von Nngouleme, Sohn 
Karls von Orleans u. Louiſens von Savoyen, mit 
ihm von einem Ahnherrn, dem Yergog Karl von 
Drleand, ftammend. Franz, noch nicht 20 Jahre 
alt u. vermäbhlt mit Claudia, Älterer Tochter Lud⸗ 
wigs XII., welde ihm bas Serpatfum Bretagne 
ſchenkte u. ihre Aniprfiche auf Mailand übertrug, 
beſchloß, kriegsluſtig gefinnt, den bereit3 von feinem 
Borgänger vorbereiteten Feldzug zur Wiebererobe- 
rung Mailands zur Ausführung zu bringen. Vor⸗ 
ber berief er jeboch feine Günftlinge zu ben höchiten 
Staatsämtern un. entließ bie bewährten Diener fei- 
nes Vaters. Zum Kanzler erhob er Anton Duprat, 
ein gerwiffenlojes Wertzeng der königlichen Willkür, 
u. zum Connetable u. Gouverneur von Paris ben 
Herzog Karl von Bourbon. Nachdem er inı März 
mit dem Erzherzog Karl (nachmals Kaiſer Karl V.) 
in den Nieberlanden ein Schutz⸗ u. Trutzbündniß 

eichloffen u. mit dem Könige von england ben 
8 Teundfhaftsvertrag auf Lebenszeit erneuert hatte, 
rüftete er eine Arınee von 55,000 Mann aus u. 
brach, obgleich Ferdinand ber Katholiſche mit Eng- 
Yand ein Bündniß ſchloß, das gegen ihn gerichtet zu 
fein fohien, im Juni 1515 gegen Stalien auf, wo 
ihn die von dem Kaifer bekriegten Venetianer als 
Bundesgenoſſen erwarteten. Er umging bie Alpen- 
päſſe, welche pie Schweizer beſetzt hielten, bejiegte 
diejelben am 13. u. 14. September bei Marignano, 
nahm Mailand anı 12. October ein, u. Marimilian 
Sforza trat ihm das Herzogthum förmlich ab. Mit 
tem Papſte ſchloß er ſchon 13. October in Biterbo 
einen Frieden, in welchem er Barma u. Piacenza 
erhielt, u. mit ben meiflen Schweizercantonelt am 
7. Rovenber in Senf einen Vergleich, welcher ihm 
gegen eine Geldſumme ben Seit ven Bellinzong 
einräumte u. 29. November 1516 in Freiburg in 
ein förmliches Freundichaftsbündnig mit allen Kan- 
onen verwandelt wurte. Mit bem Könige Karl I. 
von Spanien, tem Nachfolger Ferdinands ven 
Aragonien (nachmals Kaiier Karl V.), ernenerte 
er 1516 in Neyon bie alten Verträge u. Taufte 


Lee ne, — — 


33 — am Fr Oct. 1516 ab. ' 
efitze Mailands zu fichern, erlanfte er! 
ſchaft des Papftes durch ein Eoncorbat ( 
Auguſt 1516, worin er viele Freiheiten 
canifchen Kirche opferte. Zwar protef 
das Parlament, wie die Barifer Unive 
bies Concorbat, aber ber König erzwa 
fennung u. Regfrirung bel ben dir 
perfchaften mit Gewalt. äbrenb d 
führte Franz I. ein glänzendes Hoflebe 
bete, um feiner Eitelleit u. feiner © 
fröhnen, 'ungeheuere Summen, wodr 
der Yuflagen noch vergrößert wurbe. | 
Kaifer Darimilian geftorben war, be 
un die deutſche Kaiferwürte u. gewan 
große Summen bie Stimmen einiger 
Erbittert über das UFAE SE en feine 
fann er baranf, ben Kaiſer Berfegen 
reiten. Erſt trater 1521 dem mit tem 
Brabant in Streit liegenden Grafen 
ber Marl bei, dann, ale ihn Heinrid 
England ermabnte, nicht mit bem Kai 
begmmen, leiftete er bein Könige Heit 
Navarra zur Wiebererobernug tiefes 2 
fame Unterſtühung. Karl V. griff nun 
ſeits zu den Waffen. Adolf von NRafl: 
Taiferlihe Arnıee über die Grenze u. mı 
Vermittelung Englands fruchtlos blieb 
Jahres Tournay ein. Schon vorher h. 
fer mit dem Papfle ein Bündniß zur 
ber Franzoſen aus Italien gefchloffen, ı 
Iih-päpftliche Heer in Italien eroberte 
ber beffelben Jahres Mailand. Der 
Befehlshaber Lautree verflärfte zwa 
Heer burh Werbung von Schweizern, 
27. April bei Bicocca gefhlagen. Ein 
ter anderen fiel nın in die Hände ber 
jo daß im April 1523 die Sranzofen ı 
Citadelle von Eremona in Stalien b 

Die Unordnung in ben Finanzen, | 
durch die maßloſen Berfchmenbungen 
u. feiner Mutter, fowie durch die Unte 
rupter Beamter, war ber tiefere Gruni 
verlufte, Da bie ſchweizer Sölduer wegen 
ner Soldzahlung nach u. nach ben franzẽ 
verfafien batten. Um feinen Gelbe 
abzuhelfen, griff Franz I. zu den verwer 
teln, indem er ben Stellenverkauf wie 
n. um Geld zu machen, die Jufiizämte 
vermehrte. Außerbem begann er zuerf 
zu einer dauernden, fortwährend fid 
Staatsſchuld zu legen, indem er zun 
Stadt Paris eine Anleihe von 20 
machte u. zur Dedung ber 8 Proce: 
ben Zinfen die Weinacciſe verpfändete. 
erwuchs dem Könige im Lande felbft ei 
Feind, indem ber durch bie Größe ſei 
gen u. durch feine Kriegsrüchtigfeit am 
30g von Bourbon (mehrfach von Frar 
legenber Weile zurüdgejegt u. mic | 
Mutter verfeinbet, weil er Die ihm ange 
derſelben ausgefchlagen hatte), mit bı 
dem Könige von England geheime B 
zum Sturze Kranz I. anknũüpfte. Der 
indeß verrathen, Der Herzog mußte fire 
@&ilter wurden, al® er 1527 flarb, ceuf 
ber Krone vereinigt. Trotz ber ihmt 


Frankreich (Geſch) VI. (1523 — 1535 


broßenden Gefahr ſandte Franz I. | bürben, beſtimmte Franz, ben Frieben zu beflätle 


Bonnivet im Sonmer 1523 nad 


end die Picarbie von Lautrec gegen . 


Yeutiche, Guvenne von fa Tremouille 
nier vertbeibigt wurde. Bonnivet, 
egern in Stich gelaffen, wurde 30. 
ei Nomagnano von den vereinigten 
daiſere, Des Papſtes u. der Venetia« 
u. bie Sramafen mußten darauf Das 
ımen. Die kaiferliche Arınee, geführt 
Bourbon, folgte ihm, fiel in bie Pro⸗ 
agerte 19. Aug. Marieille ; indeß von 
resmacht, welche Kranz I. raſch ge⸗ 
zur Aufhebung der Belagerung gend» 
y rafch wieder über die Alpen zurüchn. 
a Franz I. bis Pavia verfolgt. Wäh⸗ 
wia belagerte, fammelten tie Ver⸗ 
Kräite u. erfochten am 25. Februar 
n Mauern biefer Stadt einen glän⸗ 
ei welchem ber König felbft gefangen 
ırte. Uneinigfeit der taijerlichen 
derten das Vordringen ihrer ſieg⸗ 
n gegen F. mo die Königin⸗Mutter, 
raſch Die nötsigen Vertheidigungsan⸗ 
an erkauite ſie die Freundſchaft Eng⸗ 
dillionen Goldkronen u. machte den 
. ten Bapfte Anerbietungen. Der 
rid gefangen figeut, ſchlöß 14. Januar 
ı Kaijer ben Frieden von Madrid, 
er gegen völlige Abtretung des Her⸗ 
gund u. Berzichtieiftung auf Neapel, 
rnay u. Arras feine Freiheit erhalten 
verſprach er den Herzog von Boeur⸗ 
üter wictereinzufeßen u. ging noch 
emächigente Bedingungen ein. Am 
m feine beiten älteſten Söhne aus⸗ 
berriej er iofort alle Zulagen, lief 
ıpfle des dem Kaiſer geleifteten 
n u. ſtiftete mit dieſem, Lem Ser- 


en. Im ben folgenten Jahren beichräufte fi 
Fran darauf, ben Kaiſer dadurch zu ſchwächen, 
daß er den proteftantifchen Fürſten u. dem Sultan 
Anerbietungen machte, um fle zu einen Kriege ge- 
gen Karl V. aufzuſtacheln. Mit England ſchloß er 
egen benjelben 23. Juni 1532 en Schutz⸗ m. 
rugbänbnig. Nachdem er feit 1534 eine gang 
nene Organilation des Heerweſens vorgenommen 
batte, wobei er zuerft eine Art Conſcription aus⸗ 
fchrieb, um keine fremden Soldtruppen annehmen 
zu müffen, erbob er 1536, als das Haus Sforza 
ausgeftorben mar, wieder Anipriihe auf Mailand 
u. veriprach dem Kaifer, trot feiner den Gegnern 
beffelben gegebenen Berjprechungen, im Kriege ge⸗ 
gen bie Osmanen u. die proteftantifchen Kürften 
zu unterſtützen, wenn er feinen Sohn Heinrich von 
Orleans ale Herzog von Mailand anerfenne. Da 
der Kaiſer aber den Borfchlag ablehnte, jo befahl 
der König dem Admiral Brion mi einem großen 
Heere in Savoyen einzuriiden, beifen Herzog dem 
Kaiſer verbündet war. Während derſelbe in Pie- 
ment feine Etellung beieftigte, überichritt Karl V. 
ſchon bie Grenze ter Frovence, mußte jich aber aus 
Mangelan Lebensmitteln wieder zurüdziehen. Ztatt 
ihn zu verfolgen, 303 es Kranz ver, * an⸗ 
zugreifen, nachdem er den Kaifer tur das Parla⸗ 
ment für einen Rebellen hatte erflären laften, um 
Flandern als franzefiiches Leben von Rechtswegen 
einzuzieben, aber Kram hatte dort chen fo wenig 
Gluͤck wie in Piemont, u. beide Theile, des Hriege® 
müte, fchloffen 16. November einen Waffenſtillſtand, 
welcher 17. Mai 1539 zu Nizza auf 10 Jahre were 
längert wurde u. jete Macht im Vefig ber von 
ihnen belebten Stätte lieh. 

Nun ſchlug Montimorency, damals ter Leiter 
ber Staatdangelegenbeiten %«8, eine andere Politik 
ein, indem er durch Freundſchaftebezengungen den 
Katier zu bewegen fuchte, daß er das Herzogthum 


Maria von Mailand u. der Republit | Dlailand freiwillig an F. abtrete. Es gelang ihm, 
dai 1526 in Cognac tie zweite jo- ! ben Kaiſer 1540 zu einem Beſuche des franzöſiſchen 


igeLigue. Mit tiefen Mächten ver» 
noch Gngland in dem Vertrage zu 


Seies zu bewegen. Die in Paris u. ſpäter noch 
gerflogenen Unterbanblungen führten indeß nicht 


ril 1527, wonach er dem Könige Hein⸗ zum Ziel, vielmehr belehnte ver Kaijer feinen Sohn 
yefjen Nachfolgern eine jährliche Ab» | Philip mit Mailand. Tarüber erbittert, entließ 


WU Goldkronen zu zahlen verſprach, 
e mit einem Heere in Italien ein⸗ 
December 1527 verfammelte Franz 


ter König Montmorency n, andere Räthe, melde 
zu einer frieblihen Politik gerathen hatten, ı. 
nüpfte, ta Englaub u. bie proteftantifhen Füur⸗ 


n Paris, um von ihnen jeine Pläne ! ften Deutichlands feine Anträge zurüchviefen, mit 
beftärigen zu lafien. Diefe zeigten fih ! Dänemark, Schreeten u. tem Sultan an, nın den 
ihrten dem Könige die veriangte Gelbe 


ſtzug ven 1528 lief indeß unglüdlich 
je traten zum Kaifer über, u. Die zur 
apels ausgejandte franzdfiiche Armee 
guft bei Averfa vernichtet. Im fole 
wurde eine antere Deeresabtbeilung 
21. Juni bei Landriauo unweit Mais 
n, u. da ter Kaiſer den Papſt Ele» 
e ſich gewonnen Latte, bot Franz die 
rieten. Den ſozen. Damenfrieben 
Inigin-Mutier, Louiſe von Savoyen, 
Bater:chweſter, Wtargareibe, Stätte 
ſtiederlaude, 5. Auguſt in Cambray 
derjeibe beſtätigte einfach den Frieden 
bis auf die Aitretung des Herzog⸗ 
ad, welche Forderung der Kaiſer ſal⸗ 
r tie Unmöglichleit, Dem durch ben 
ſchöpften Lande neue Steuern aufzu⸗ 


Krieg gegen Karl V. von Neuem zu eröffnen. Die 
Erniordung franzöfiſcher Geſandten im Mailändi⸗ 
ſchen gab ibm einen Vorwand, den Waffenſtillſtand 
von Nizza zu brechen. Er begann 1342 den Krieg 
mit einem Angriff anf das Herzeg:bum Luxemburg 
u. Die Grafichaft Reufillen, u. der Herzeg von Oro 
leans eroberte dieſelben 1543 mit Hilfe res Herzogs 
von Cleve. In Piemont flug der Marquis von 
Guaſto die Kalferlihen 14. April 1514 bei Ceri⸗ 
ſela, Boch Harte dieſer Sieg feinen Eriolg, Da ber 
Marquis einen Theil jeines Heeres nach Frankreich 
ſenden mujte, um ben von Kaifer u. ven dem Id» 
nige von England vorbereiteten Angriff abwebren 
zu belfen. Als der Kailer im September 1547 fiege 
rich Bis Epernay vordrang u. Parid bedrobte, 
ſchloß Franz 18. Zepteinber mit ihm Deu Frieden 
zu Creſpy, Doch famen die Beſtimmungen deſſelben 
nicht zur Ausführung, da Frauz, als der Kaiſer F. 


*44 


Fraukreich (Geſch) VI. (1547-4548) 


geräumt hatte, fein Wort zurüd;og. Den Krieg | Cambrai. Auch während des Friet:us 


mit Englaub endete er 7. Juni 1546 durch deu 
Frieden von Guine®, zu folge deſſen die Eugläu⸗ 
der bie Sralihait Moufogne zurüdgaben, Fran; 
fi aber zu Zahlung des Jahrgehalts von 50,000 
Goldkronen, früheren Berträgen gemäß, verpflich- 
tete. Die durch Ausſchweifungen herbeigeführte 

errüttung feiner Geſundheit u. die völlige Er⸗ 

Opjung aller Geldquellen binberte beu König, ben 
Krieg gegen ben Kaifer wiereraufzunehmen. Gr 
ſtarb 21. März 1547. Seine Regierung hatte %. 
in wirthfchaitlicher u. moraliſcher Beziehung weit 
zurüdgebradit, Bürgerſtaud u. Geiftlichleit in ihrer 
Selbftändigleit beſchränkt, Dagegen ben Adel in fei- 
nen Vorrechten begünftigt. Wiſſenſchaft u. Kunft 
fand an Franz I. einen einigen Förderer; er grün 
bete bie Univerfität Angoulime, 309 Gelehrte u. 
Künftler nach Frankreich, trat aber ter Reforma⸗ 
tion mit großer Uiduldſamkeit entgegen u. führte 
die Cenſur ein. 

Heinrich II., der Sohn u. Nachfolger Gang] I., 
bermählt mit Katharine von Medici n. eberricht 
von feiner Maitreſſe, Diana v. Poitiers, u. dem 
Sonnetable Montinorency, den er an den Hof zu⸗ 
rüdrief, ſetzte bie Regierung in bemjelben Geifte fort, 
wũthete gegen bie Broteftanteu mit Folter u. Scheiter« 
haufen, verjchiwendete die Staatseinkünfte an Günſt⸗ 
linge, ruinirte den Handel durch Münzverſchlechte⸗ 
zungen, vermehrte bie Staatsichulten, verpfänbete 
bie Domänen u. veranlaßte Durch Vergrößerung der 
Steuerlaften zahlreihe Auswanderungen; er une 
terftätgte Die Schotten, bie durch König Eduard VI. 
von England hart bebrangt wurden, 1548 mit 
Truppen, bis auf Beſchluß des ſchottiſchen Parla⸗ 
ments die junge Königin, Maria Stuart von Schott» 
land, nach F. geſandt wurte, um fich beim jungen 
Dauphin Franz zu vermählen. Er 309 nun feine 
Truppen aus Schottland zurüd u. begann 1549 
den Krieg auf dem Feſtlande gegen England, indem 
er Boulogne, das noch in engliſchen Händen war, 
belagerte. Indeß fam im März 1550 ein Friede zu 
Stande, nach welchem Boulogne an F. zurückge⸗ 
geben wurde u. F. ſich zur Rückzahlung der für die 
Befeſtigung der Stadt aufgewendeten Koſten ver⸗ 
pflichtete. Nun dachte Heinrich II. an Wiederauf⸗ 
uahme des Krieges mit dem Kaiſer u. fand dazu 
einen Anlaß, als 1550 Karl V., mit dem Papſt Ju⸗ 
lius IIL verbunden, dem Haufe Farueſe Parma 
entreißen wollte, weshalb der Herzog von Parma 
franzöfifchen Schutz fuchte. Heinrich fagte bemfelben 

ülfe zu u. ſchloß mit dem Kurfürften Morit von 

achjen 5. October 1551 in Friedewalde ein gehei- 
mes Bündniß gegen ben Kaifer. Im Frühjahr 
1552 fiel er in Lothringen ein, nahm Toul u. Dieg, 
ba Karl V. ihm fein Heer entgegenftellen konnte, 
mußte aber die barauf unternommiene Belagerung 
von Strasburg aufgeben. Der Krieg in Italien 
beſchränkte fich auf Heine Streifereien, u. Die grü- 
Beren Unternehmungen zur See, welche Heinrich IL, 
mit den Türken verbunden, gegen Neapel u. Corfica 
richtete, vereitelte Die beiten ändern von ben Ge⸗ 
nuejern gewährte Hillfe. Judeſſen nahın der Krieg 
in Lothringen, Flaudern u. Hennegau immer grö» 
Bere Dimenfionen an, da beide Theile große Trup- 
penmaſſen heranzogen. Die Franzoſen verheerten 
Das Land, wagten aber feine entfcheidende Schlacht, 
u. Heinrich ſchloß am 5. October 1556 einen fünf 
jährigen Waffenftillftand im Klofter Vaucelles bei 


Zwangsmaßregeln, Anleihen, Stelle 
Vermehrung der loniglichen Ginlünfteh 
lichkeit betrog ber König um 3 Milliene 
indem er berjelben Grmeiterung ih 
barkeit verſprach, im Beſitz des Gel 
Parlament dies Verſprechen ald ung 
lireu ließ. Obwohl auf ſolche Weiſe! 
bes Volles untergraben u. ber öffentl 
nichtet war, nahm Heinrich II. den Sri 
als Bapft Paul IV. ihn dazu auffordert 
jen 16. Oct. 1555 ein gegenjeitiges © 
bünbniß, u. ber Herzog von Guiſe, be 
Diana von Poitiers vernichteten bie 
fihten Montmorencys. Anfang 1556| 
309 von Guiſe ein franzöfiiches Heer 
alfrte ben Kirchenftaat, um zunächfi 
Könige Entipp, zugleich Königoon S 
zu entreißen, währenb ber Herzog t 
Grenze gegen den von ben Spante 
benjeiben verbundenen Englänbern i 
landen brobenben Angriff vertheibigi 
des Letzteren wurde aber am 10. | 
Schlacht bei St. Duentin von bem H 
voyen faft total vernichtet. Den Ber 
von feinem erfolglofen Zuge nach Wr 
zufene u. zum Generallieutenant des A 
dege von Guiſe durch die Eroberm 
u. Guines im Januar 1558 zwar wi 
die Staatskaſſen waren durch ten K 
ſchöpft, u. bie auf einer Reichsverſam 
ris, auf welcher die Zuftizbeamten 
Stand erfchienen, erpreßten Anleihen 
der König in Hoffeften zu Ehren be 
bes Dauphins mit Maria von Sch 
Herzog von Guiſe eroberte indeß nod 
in Slandern, wurde aber 13. Juli b 
von den Örafen Egmont bermaßen e 
fchlagen, daß Heinrich II. fi zu Un 
erbot. Uneinigleit zwifchen feinen S 
ihn in den Frieden zu Chateau Caul 
1559 mit England, 2.0.3. April mit 
Spanien abgeſchloſſen, zu vortbeilbaf 
gen, iudem England mit Ealais u. Gi 
ten Befigungen in %. aufgab u. bas: 
Me, Toul u. Verdun an F. abtra 
heirathete, um ben Frieden zu bekräfti 
ältefte Tochter Elijabeth, u. Beide ver 
um den Calvinismus, ber ſich imm 
breitete, zu unterdrücken, bie ftrengfl 
gegen die Keter anzumenben. Sein 
halb viele reformirt gefinnte Barlaı 
fangen jeßen u. binrichten. Bei der 2 
lung zwijchen feiner Tochter Eliſabetb 
von Spanien u. der anderen Tocht 
niit dein Herzog von Savoyen traf 
29. Juni, als er mit Gabriel von 
Capitän ber fchottifchen Garde, eir 
ein abgefprungener Zanzeniplitter in 
Winde hatte 10. Juli 1559 jeinen 2 
Unter Heinrichs IL. Schn u. Nach 
IL., einem an Körper. Geiſt gleich ſchu 
nabmen bie Berfoligungen ter Huger 
wie man die Anhänger ber Reie! 
nannte, immer größere Verhältniſſe an 
das Yand in blutige Bürgerkriege, we 
jtelling 5-8 nad außen noch mehr ve 
würden, wenn nicht ähnliche Kämpfe 


Brankrei (Geſch.) VL. (15601563) 


im Inneren beunruhigt u. geihwädt | 
der Spitze der reformirten Partei fand | Brubers, von 


Bonrbon. Die Häupter dieſes Haufes 
on, durch feine Bermählung mit Jo⸗ 
Navarra König von Ravarra, u. Lud⸗ 
; von Conde, Antons Bruder. Nächſt 
ber Admiral Caspar von Chatillon, Herr 
‚, u. Franz Ehatillon, Herr von Anbelot, 
eft der Infanterie, Beibe Neffen des Con⸗ 
ntmorency, welcher, zwar jelbft Gegner 
tion, hoch wegen ber ihm von ben Gui⸗ 
n Zurüdjegung bie Se derſelben un- 
m wmeiften bei ven Qugenotten in An- 
der Spitze der katholiſchen Partei fer 
ifen, von denen Franz von Guife u. 
er Karl, Cardinal von Lothringen, bie 
n waren. Beide, verbunden mit ter 
ten eine völlige Herrjchaft Über ben Wil» 
196 aus. Fortgeſetzte Berfolgungen ber 
u. Beleidigungen, bie bei. Dem Prinzen 
fügt wurden, bewogen biefen, fich an die 
unzufriedenen Bartei zu ftellen, welche 
mr von religiöfen Diotiven, fondern 
ber Gewaltmahregeln der Quifen Oppo- 
‚tie Herrichaft derjzlben machte. Um bie 
e zu vermehren, annullirte Pie Regie» 
Bohne Weiteres alle Berläufe, Verpfän- 
Schenkungen von Domänen u. erlaubte 
sflen Gingriffe in privates Eigenthum. 
derſelben brachte Conde bie Berfhw3- 
UAm boiſe zu Stande, deren Zweck war, 
die mit dem Hofe in Blois waren, zu 
ge en zu nehmen. Diefe erhielten 
achricht, begaben fich nach Amboiſe u. 
Gegemnmaßregeln, fo Daß, als ber Leiter 
"umens, Herr von la Renautie, fie bort 
560 angriff, fein ganzer Haufe gelangen 
: wurde. Conde, bamals ſelbſt im Am- 
end, wußte fi fo gut zu verantworten, 
nı nichts anhaben Fonnte, aber bald dar⸗ 
re fi) nad Bearn zum Könige von Na- 
:reitete bort einen neuen Plan gegen bie 
x. Um ter durch tie Religiensverfol- 
nbenen Unruhen ein Ende zu machen 
tieren Verhältniſſe des Reichs zu ord⸗ 
b ter Kanzler von F., Michel von L'Ho⸗ 


Berufung einer Art Reichsverſamm⸗ 


ronttainebleau, bei welcher jedoch nur bie 
m Männer bes Adels u. ber Geiftlichleit 
Diele empfahl bem Könige tie Veran⸗ 
nes Nationalconciis, Cinftelung ber 
gungen u. Berufung einer allgemeinen 
ammlung. Letstere trat Ente October 
zufammen. Auch ber Prinz Conde er- 
erfelben, in ber Meinung, ter Einfluß 
abe fich bereits akgefehreädt. Diele 
ine Mittel gefpart, um Anhänger ih⸗ 
in die Berfammlung zu bringen. Sie 
m bie Anlage bes Hochverraths gegen 
g u. fiellten den'elben. vor ein willkür⸗ 
sen efenies Gericht. Im Nevbr. wurde 
2 ber ihn geſprochen, u. ſchon jollte 
z werben, als Franz II. am 5. Decbr. 


fen getrauten fich nicht, ten Spruch 
a laſſen, ba die Königin-Mutter, Kar 
ı Diebici, ihre Zuſtinmmung verweigerte, 
& gegen den König von Navarra, 
(sBerifou. 4. Wfl. Vi - 


549 


leihes Schidfal, wie das feines 
eiten ber Quifen brobte, freundlich 
gefinnt bezeigte, um bdenfelben zu vermögen, daß er 
u ihren Gunſten auf die ihm zuſtehende Vormund⸗ 
(haft über ten jungen, erſt 10 Jahre alten Nachfol⸗ 
ger u. Bruber Franz' II, Karl IX., Verzicht leiſte. 

ie erreichte ihren Zwed u. berrichte nun that» 
ſächlich als Regentin von F. Schon unter Hein» 
ri II., ihrem Gemabl, batte Katharina großen 
Einfluß auf bie Regierung geübt, mußte aber 
jpäter den Quijen werden, fo daß ihr ven biefen, 
während Franz' II. kurzer Regierung, mit Hülfe 
ter jungen Königin Maria Stuart, ihrer Nichte, 
alle Herrihaft entriffen wurde. Katbarina fehte 
während Liefer Zeit alle Hebel ber macchiavellie 
ftiihen Politik in Bewegung; fie unterftütste, ob» 
wohl file der Reformation abhold war, bie prote⸗ 
ftantifche Partei heimlich gegen bie Guiſen u. umgab 
fih, um Aubänger zu gewinnen, mit einen durch 
Schönheit u. Liebenowürdigkeit auegezeichneten 
weiblihen Hofflaat, melder für bas jüngere Ger 
fchlecht des Adels eine große Anziehungetrait befaß. 
In diefem Geifte führte fie Die Regierung fort. An⸗ 
fange war fie gendthigt, bie Herrichaft mit dem Kö⸗ 
nige von Navarra zu theilen, u. berief 13. Decem⸗ 
ber eine allgemeine Ständeverfammiung, um bie 
Beſchwerden u. Wünfche derjelben zu vernehmen. 
Auf diefer Verſammlung wurde zum erftien Male 
ein ausführliher Bericht Über bie Finanzlage des 
Staates vou der Regierung erftattet, aus welchem ſich 
eine Schultenlaft von über 43 Dill. Livres ergab. 
Zur Tilgung derſelben verſprach ber König Min⸗ 
derung der Hofausgaben u. erwirkte Dagegen bie 
Erhöhung einzelner Steuern. Zur Ausführung 
ber Reformen in der Rechtöpflege, Kirchenverjafiung 
u. der Verwaltung erließ Der Kanzler am Schluffe 
der Reichsverſammlung die Ordonnance d’Or- 
leans, beſtebend aus 150 Artikeln. Aber bie vor» 
trefflihen Abſichteun Des Kanzlers fcheiterten an ber 
Selbſtſucht der übrigen Räthe des Könige, an ber 
Schwäde des bald allen Einfluffes beraubten Kö⸗ 
nigd von Navarra u. an der Herrichlucht der Ka⸗ 
tbarina von Medici. Letztere gewann ben Connetable 
für fich, u. dieſer bildete mit dem Herzog ven Gutife 
u. tem Marſchall St. Andre das ſpottweiſe fogen. 
Zriumoirat zur Untertrüdung ter reformirten 
Lehre. Dielen gegenüber fürchtete Katharina wie» 
ber Einbuße ibrer Macht u. unterftügte deshalb bie 
toleranten Abfichten tes Kanzlers. Alse aber nun 
bie Der fih Ausichweifungen erlaubten, 
Kirchen plünberten u. ber Bilder beraubten u. die 
neue Lehre in Folge bes Toleranzebictes vom 17. 
Jaunuar 1562 u. des Religionsgeſprächs in Poifiy 
immer teftere Wurzeln flug, griff bie katholiſche 
Partei zu Gegenmaßregeln. Der Herzog von Guiſe 
überrebete ben König von Navarra, fih von ber 
Reformation loszuſagen, u. veranlaßte dann burch 
tas Gemegel von Vaſſy, wie ber Angriff der Gui⸗ 
ſiſchen Reiterihaar auf die unbewafineten Bewoh⸗ 
ner des Dorfes Vaſſy wäbrend tes Gottesdienſtes 
genannt wird, ben Ausbruch des 1. Hugenotten⸗ 
trieges (ſ. Hugenoteen). In Folge beiten überließ 
Condẽe für die ferner Partei gewährte Unterflügung 
der Königin Eliſabeth von England tie Stadt 
Harre. Der Krieg eubete mit der Ermordung bes 
Herzogs von Guiſe bei ber Belagerung von Dre 


welden ein 


. leand, worauf ter Friede ven Orleans am 12, 


März 1563 au Stuute kam, zu ‚Beige beffen den 


5:6 
Reformirten Geriffensfreibeit, aber Tein öffent⸗ 
licher Gottesdienſt geftattet wurde. Die Eng- 
fänber gaben Havre 11. April 1564 gegen 120,000 
Thaler Entihäbigung zurück. Schon vorber, 17. 
Auguft 1563, wurde Karl für münbig erflärt, 
jedoch ohne Befragung des Parlaments in Paris, 
weshalb daſſelbe Gegenvorftellungen erhob, ſchließ⸗ 
lich aber der Gewalt nachgeben mußte. Da ber 
Herzog von Guiſe tobt war, trat Katharina, in 
ihrer Serrfehfucht über ben König nur von dem 
Prinzen von Condé beengt, ber Partei befjelben 
entjchieden gegenüber, u. bald waren bie a Ni 
folgungen wieber in vollem Gange. Mord, Brand, 
Raub, Plünderung u. Schanpthaten aller Art mur- 
ten im Lande verübt, ohne daß der Arm bes Ge⸗ 
etzes die Verbrecher erreichen konnte. In Bayonne 
hatte Kari IX. u. jeine Mutter 1565 eine Zuſam⸗ 
menkunft mit bes Erfteren Schwefter, Elifabeth, 
Gemahlin Philipps IT. von Spanien, u. mit dem 
Herzog von Alba. Die Hugenotten, wegen biefer ıt. 
anderer Vorgänge, wie ber Werbung von 6000 
Schweizern u. bes Einrüdens des Herzogs von Alba 
in den Niederlanden, argwöhnend, daß es auf ihre 
völlige Vernichtung abgejehen fei, wollten ten Kö⸗ 
nig auf dem Luftichloß in Monceau aufheben, wäh⸗ 
rend Andere fich mehrer fefter Pläte verficherten. 
Aber e8 gelang dem Könige zu en u. nun 
brach ber 2. Hugenottenfrieg aus (f. Hugenotten), 
welchen der Friebe von Longjumeau 23. März 1568 
entigte. Der König verſprach darin bie Aufreht- 
erhaltung des Edicts von Amboiſe. Auf Katha- 
rinas Wunſch erhielt jet, ba ber Connetable in 
Folge einer in der Schlacht bei St. Denis gegen 
Condé (10. Noweniber 1567) empfangenen Wunbe 
farb, ihr Lieblingsſohn, ber Herzog Heinrich won 
Anjen, den Oberbefehl über Die königliche Armee. 
Das Mißtraren dauerte jedech fort, u. ſchon nach 
6 Dionaten kam e8 zum 3. Hugenottenfrieg, an wel⸗ 
hen auch ber König von Navarra, nachmals Hein- 
ri IV., deſſen Mutter, der Prinz von Oranieır, 
miebrere proteſtantiſche Fürften Dentſchlands mit 
Truppen, n. die Königin von England mit Sub» 
ſidien im Intereffe ber Hugenotten fich betheilig« 
ten. Diefer Krieg wurde 1570 durch ben Frieden 
von Et. Germain geendigt, in weldem nicht nur 


Das Edict von Amboiſe beftätigt, fonbern auch tie . 
ftaatsrechtliche Gleichberechtigung der Reformirten , tes finderfofen Karl I 


auerkannt wurde. 

Inzwiſchen ſuchte der 1570 mit Eliſabeth, Toch⸗ 
ter bed Kaiſers Maximilian II., vermählte König 
ſich ſeiner Mutter gegenüber fetbftändiger zu ſtellen, 

in Verkehr mit den Häuptern ber Hugenotten, 


licher, ja er ließ Erſterem ſogar 100,000 Livres 


gerkrieges auszablen u. ermächtigte ihn, Truppen 
zu einen Angriff auf die Spauiſchen Niederlande 
auszuheben. en 
feiner Schwefler Margarethe mit dem Könige Hein 
rich von Navarra (18. Auguft 1572) entfernte der 
König faſt all un. jedes Mißtrauen, fleigerte aber 
ten Groll feiner Mutter gegen Coligny u. deſſen 
Barteigenofjen. Mit dem Herzog von Anjou ein» 
terftanten, dang fie einen Meuchelmörber, melcher 
indeß Celiguy nur verwundete. Obwohl ber König 
feinen beftigften Unwillen über bies Ereigniß zu er» 
lennen gab, griff doch das Digtranen ver Hugenotten 


Dadurch u. durch bie Vermählung 


Frankreich Geſch) VL (1564-2176) 


welche zur VBermäblung bes Könige 
nach Paris gelommen waren, verlieh 
Katharina glaubte nun feine Zeit wer! 
fen, um ihren Plan zur Ermorbung 
anweſenden Hugenotten zur Ausführu 
Es kan ihr auch, den wanfelmütsi 
n. Mißtrauen geneigten König am 
einem geheimen Befehle zu beflimmen, 
24. Aug. 1572 das unter bem Rameı 
mänsnacht befannte Blutbad (ſ. P 
no chzeit) unter den Hugenotten au; 
nter den Ermordeten war Geligu 
liche Ereigniſſe in den größeren Stal 
brachten die reformirte Partei völlig 
nahe. Karl IX. [hob Anfangs alle 
Guiſen, bald aber erflärte er im Bar 
That auf feinen Befehl gefchehn ſei, 
notten wegen ihrer Verbrechen zu fir 
zweiflung trieb inbeß die Hugenottes 
Segenwehr. Der Stütpunkt der P 
Stadt la Rocelle, u. mit der Belagı 
dur den Herzog von Anjou beg 
4. Hugenottenfrieg. Die Wahl tes 
Könige von Polen verichaffte Der Pa 
mirten freieren Spielraum. Dazu 
eine neue Partei bifbete, bie ber fo, 


Titifer od. Mißvergnügten, welche 


langten, auf eine durchgreifenbe Reft 
pflege u. Verwaltung drangen u. | 
Königin Katharina beabfichtigten. 2 
ftanden der König von Navarra, be 
u. viele andere hervorragende Berlor 
zum Schein bie katholiſche Reli 
Ihnen ſchloß fih der jüngſte Br 
ber Herzog Franz v. Alencon, an, zı 
als der Plan des Aufftandes vorber 
jelden der Königin Diutter zu binte 
ih deren Gunſt zu erwerben. Die 
u. ben König von Navarra fireng b 
rend Condé nach Deutichland flch 
Trotzdem erfolgte Die Waflenerheb 
nirten n. Damit der 5. Qugenotte 
genotten). Kur nah Ausbrud 
Kart IX. am 30. Mei 1574 in ka 
cennes. 
Da der Thronfolger geinsie 
.die p 
angenommen hatte u. ſich bereits 
Monaten in Polen befand, fo üf 
bem Teftamente Karls IV., Kathaı 
bie Negentfihaft bis zur Anfunfi 


ugen welche im September 1574 erfel 
Eoligny u. Conte, wurde mit ber Zeit freund» id er 3 


war Sie aufſiändiſche Partei durch 


u res des Marihalld v. Damoille verfiän 
ala Entfehäbigung für Verlufte wäbrend des Bür⸗ & 


Politiker u. Reformirte ſchleſſen am 
die Union zu Nismee. Im Sept. ent 
v. Alençon vom Hofe u. ſchloß ſich de 
an; im Febr. 1576 folgte der Köni 
biefen Beijpiele. Heinrich IIL dage 
gregen, zum Theil in Deutſchland ga 
bedroht, — am 6. Mai 1576 m 
beten einen Bertrag, wonach ben H 
Neligionsfreiheit bewilligt wurde. 

ten die fanatiſchen Katholiten neue‘ 
vie refermirte Religion zu unterbri 
Prieſter hetzten das Bolt auf, n. | 


let h N geſtiftete Heilige Yigue fand unter 
wieder un fi, u. viele ihrer angejehenften Häupter, geftiftete Heilige Yigue fa 


atligen Derren zahlreiche Anhänger 


Ernnteeich (Geſch) VL (1576—1388): 7, 


: ber Iiguiftifchen Beſtrebunger war 
ex Guiſen (Haus Lothringen) auf 
ı Thron, Damit nicht Heinrich v. Na⸗ 
bmaßliche Thronerbe, (Heinrich III. 
Der Herzog v. Alençgon unvermählt) 
gelange. Heinrich III. warf ſich, 
entſchloſſen, ber lignifiigen Partei 
m 6. Dec. 1576 eröffnete er bie all» 


everfammlung zu Blois, auf wel | 


it 72, die Geiſtlichkeit mit 102, ber 
it 150 Mitgliedern vertreten war. 
eſſerungen ber Verwaltung ı. Über⸗ 
etggebenten Gewalt an bie Stände⸗ 
img der König, ohne beftimmte Zu⸗ 
ı, hinweg, fand aber bei allen brei 
nmung zu feiner Abficht, bie refor⸗ 
interbrüden. Conde u. der König v. 
ten die Stänteverfommlung megen 
bien vorgelommenen Geſetzwidrig⸗ 
rfatboliihen Partei pas Übergewicht 
ı u. rüfteren fich zum Widerſtande. 
gtheit ber Stände zur Unterbrüdung 
waren dieſelben aber in ihren Gelb» 
'ebr jchiwierig, zumal da die Staate- 
3 über 100 Miu. Livres betrugen. 
ırde deshalb nur läſſig geführt u. 
durch ten Frieten zu Bergerac ge- 
ben Inhalt ber früberen Verträge 
ante nach beftätigte. Diefer Frieden 
zen Separat⸗Frieden mit dem Kö— 
tra zu Nerac 29. Febr. 1579 noch 
nun an ging bie Bolitil Katbarinas, 
mer bie Seele Der Regierung war, 
pter ber verbündeten Parteien unter 
iigen. Dies Bemühen fcheiterte an 
Königs v. Navarra, u. ale trot des 
3 die Reformirten ben ihnen zuge- 
en Schuß nicht fanden, verweigerte 
Serausgabe ber ihm als Unterpfand 
eften Plätze. Damit begann der 7. Hu⸗ 
velcher indeß ſchon am 26. Nov. mit 
ing des Friedens von Nerac beendigt 
zrund dieſer raſchen Beendigung des 
7 Wuunſch des Königs, feinen Bru⸗ 
og v. Alencon, and F. zu entfernen, 
ebrgeizigen Plänen ficher zu fein. 
:unde gemährte er Dem Derzoge, wel⸗ 
Spitze Der gegen bie jpaniiche Herr» 
Niederländer ftellte, im Geheimen 
zu feinem Plane, jich zum Herrn ber 
machen. Ohne jein Ziel erreicht zu 
r Herzog 1554, jo daß nun Heinrich 
rXrone am nächften ſtand. Dieſer 
te bie Katboliten zu neuen Anftren- 
var hatte fich Die Ligue faſt ganz auf» 
Überbfeibjelderielben befand noch in 
‚etion des Seize Gund ber 
. Under E pipe ſtand ein reicher Bür⸗ 
zlond, u. ein Ausichuß von 16 Perſo⸗ 
ben 16 Bierteln der Stakt für Aus⸗ 
ſundes zu mirfen hatten (daher ber 
König anfangs nicht beachtet, erhielt 
mg eine große Wichtigkeit. als der 
ife fi an Die Spise berje.ben ftellte, 
e zur Erwerbung tes franzdfifchen 
Aufeen. Indeß verbarg ber Her⸗ 
üchtigen Abfichten umter Lem Vor⸗ 
rdinal von Bourbon auf ben Thron 


947 


zu erheben, u. fchlok im Schloffe Jeinville 31. Dec, 
1594 mit Philipp II. von Spanien einen Vertrag, 
worin diefer ibm zur Ausifihrung feines Vorhabens 
Hülfegelber zuſagte. Da der König ſich nicht ent- 
ſchließen tonnte, ter ihm drohenden Gefahr Durch 
Gegenmaßregein vorzubeugen, geichahen bie Wer⸗ 
bungen ber neuen Yigue ungeftört, u. am 1. Mpril 
faud die Waflenerbebung derſelben ftatt, eingeleitet 
durch ein Manifeſt des Cardinal von Bourbon. 
Muthlos u. um feine Krone beforgt, ſchloß Hein⸗ 
ri‘ III. daranf 7. Juli au Nemours einen Vertrag 
mit der Ligue, in welchem er alle Edicte zu Gun⸗ 
ften ber Hugenotten wiberrief, den Sold für bie 
von den Guiſen geworbenen Truppen zu zahlen u. 
ben Guiſen mehrere fefte Plätze als Unterpfand zus 
eben fih verpflichtete. Zudem fprach ter Papſt 

irtus V. den Bann liber Heinrich v. Ravarra 
u. den Prinzen vo. Condé aus. Beide vereinigten 
fi tarauf mit dem jungen Herzog v. Montmoreney 
u. eröffneten zu Anfang des Jahres 1556 den 8. 
Hugenettenfrieg. (f. Hugenotten.) Da Heinrich III. 
zwilchen beiden kriegführenden Barteien ftebeub, 
ſeine Kroue u. jein Leben von den Liguiften be» 
droht ſah, indem diefe Das Bol in Paris gegen ihn 
aufhetzten u. bie Löniglichen Truppen 12. Mai 1588 
(Barriladentag) zwangen, bie Stabt zu verlaflen, 
fo gab er ihnen Anfangs nad u. erlich 19. Juli 
das Unionsedict zu Gunſten ber Yigue. Um gegen 
bie Übergriffe ber Häupter berfelben ein Gegenge⸗ 
wicht zu erhalten, bericfer eine Etänbepertamm- 
lung nach Blois. Aber ftatt deſſen ſah er fih noch 
mehr in die Enge getrieben, denn bie Stände bil- 
ligten den Krieg gegen bie Hugenotten, verwei⸗ 
gerten aber die Viittel, benfelben zu führen, u. zo⸗ 
gen tie Finanzbeamten bes Könige wegen unor⸗ 
dentliher unb fchlechter Verwaltung zur Berant- 
wortung. Der König, nicht mit Unrecht argmöh- 
nenb, daß ber Herzog v. Quife Die Stände injpirire, 
u. ſchon vorher von vielem u. beim Bruder befielben 
auf empörende Art beleidigt, ließ Beide 23. Dec. 
155$ in feinem Balafte ermorden. Wahrfcheintich 
mußte feine Mutier Katharina um dieſe That; fie 
ſelbſt Harb bald darauf 15. Ian. 1599. Der Worb 
des Quijen brachte die ganze Partei deſſelben zu 
offenem Aufruhr. An die Spitze ber Ligue trat der 
Bruder des &rmorbeten, ber Herzog von Mayenne, 
weicher nach Baris eilte u. dort eine renolutionäre 
Regierung conftituirte. Machtlos u. von feinem 
Heere verlaflen, warf ſich Heinrich IIT. dem König 
von Navarra in bie Arme. Mit diefem brang er 
fiegreich gegen Paris vor, wurde aber während ber 
Belagerung der Stadt von einem fanatiihen Do⸗ 
minicaner, Jakob Element, in einem Yanbbaus bei 
St. Cloud aın 1. Anguſt 15%9 ermordet. 

II. Das Haus Bourbon auf dem 
irauzöfifgen Throne (1559 — 1792). u 
Bis zum Zeitalter Ludwigs XIV. u XV. 
15589 — 1643. Da mit Heinrich III. der Manns 
ftanın der Valois erlojchen war, jo nahm Heinrich 
von Navarra, als König von F. Heinrih IV. ber 
Große, da er der einzige Prinz des jüingeren Bour⸗ 
beniihen Stammes u. ter nächſte Verwandte ber 
Valois war (ſ. Bourbon), ſogleich den Titel Kö⸗ 
nig von % u. Navarra an, während bie Yigue, 
u. an ihrer Spite der Herzog von PVlayenne, 

en Cardinal v. Bourben (|. Bourbon 6) in 
bereinſtimmung nit dem Parfanıent als Karl X, 
zum König proclamirte. Der Sarbinal nahm aber 


548 


die Krone nicht an m. flarb ſchon 1590. Heinrich 
ſah ſich trogbem in eine fchlimme Lage verieht. 
Ein großer Theil des Adels, welcher iın hrigiter 
Heere dieute, verließ ihn, ebenſo auch viele Refor⸗ 
wiirte, als er feinen Übertritt zur Katholiſchen Re- 
ligton ans politischen Rädfichten in Ausſicht ſtellte. 
Dadurch wurde fein Beer jo vermindert, daß er die 
Belagerung von Paris aufgeben mußte. Aber ber 
männlihe Muth des Königs, feine Erfahrung, 
Leutfeligleit unb Kingheit gaben ihm bald eine fe- 
Rere Stellung gegenliber dem Herzogvon Mayenne, 
ber nun das ganze Land zum Kriege gegen bie Ketzer 
aufbot. Der König, um ben Unterhalt einer Trup⸗ 
pen zu erleichtern, theilte ſeine Armee in 3 Theile, 
wovon 2 in Die Picardie u. Champagne marſchirten, 
während er ſelbſt nit dem Reſt, etwa 10,000 M., 
nad) der Normandie zog, um fich mit einen englifchen 
Hülfscorps zu vereinigen, das ibm bie Königin 
Eliſabeth zuſchickte. Diefes Corps fam aber erft im 
October an, u. fon im September erſchien ber 
Herzog von Mayenne mit 25,000 M. vor Dieppe, 
wo danri bei dem Dorfe Arques im Lager ftand. 
Die Angriffe ber Liguiften fchlug Heinrich zurüd, 
u. ale ihm bald darauf Berftärfungen vom Deraog 
von Longueville zugeführt wurden, gab Mayenne 
fernere Verſuche auf u. zog mit feiner Armee nad 
lanbern, mo er bie ihm vom Philipp II. von 
panien zugejagte Hülfe and den Niederlanden er- 
wartete, während Heinrich mit 4000 Engländern 
vereinigt am 1. Nov. vor Paris erihien. Da aber 
ber Herzog v. Mayenne zur Hilfe berbeteilte, bob 
ber König bie Belagerung auf u. ging nach Tours u. 
von dort nah Maine u. der Normandie, bie er faft 
ganz unterwarf. Von dei Schweizercantonen u. 
en Beuetiuneri mit Solbtruppen unterflligt, wen⸗ 
dete er ſich dann von Neuem nach Paris, ſchlug am 
14. März 1590 den Herzog v. Mayenne u. ben 
Ipan. General Egmont bei Jvry, ſchloß im Mai 
nochmals Paris ein, u. ſchon war die völlig ausge⸗ 
bungerte Stabt zur Übergabe geneigt: als der Statt⸗ 
halter der Niederlande, der Herzog von Parma, 
mit fpanifhen Truppen anrüdte u. den König zur 
Aufhebung der Belagerung nöthigte. Als Der Car⸗ 
kinal Bourbon geftorben mar, machte jein Neffe, der 
jüngere Carbinal Karl v. Bourbon, u. Bbilipp II., 
König von Spanien, für feine Tochter Eugenieauf 
den Thron Anfprücde. Außerdem boffte der Her⸗ 
30g von Lothringen bie Krone für feinen Sohn zu 
ewinnen, u. ber Herzog von Savoyen beanfpruchte 
tefelbe als Sohn einer Tochter Srany I. Da der 
"Herzog von Mayenne nicht den Muth hatte, felbft 
den Thron an fich zu reißen, aber aud feinen frem⸗ 
den Fürften begünftigen wollte, fo ſah er feine Thä⸗ 
tigleit als Generallieutenant des Königreichs, wo⸗ 
zu ihn die revolutionäre Regierung ı. das Parla⸗ 
ment ernannt hatte, durch Die Umtriebe der einzelnen 
arteien fehr geheinmt. Sowohl ihm als auch dem 
önige fehlten die Geldmittel, um ein großes Heer 
unterhalten zu können, weshalb der Krieg von beiden 
Seiten fi nur auf Heine Gefechte u. Die Einnahme 
einzelner Städte befchränfte. Während Heinrich bie 
geit benugte, um Geld u. Truppen von England, 
n Vereinigten Nieterlanden u. ben proteflanti. 
ſchen Sachen Deutihlands zu erhalten, vergrö- 
t der Zwieſpalt in ber Ligue, indem ber 
erzog von Mayenne ınit Dem Bunde der Eeche- 
cn 6 immer mehr verfeindete, als diefer erft die 
aniſche Partei, dann den jungen feiner Haft ent 


Franfreich (Befch.) VIL (A. 1596-2394) 
| fiohenen Herzog v. Guiſe begünſtigte. 


ſich Nayenne ſogar gendthigt, gegen de 
Sechdzehn, welcher eine formiliche Pobe 
densherrichaft in Paris errichtet hatte, 
ten, n. ließ 4. Dec. 4 Mitglieder defiel 
ten. Seit Det. 1591 Gelagerte Heinrich 
aber ber Herzog von Barma, von päpfl 
pen unter bern Ben von Diontemarti; 
zwang ihn anı 20. April bie Belager 
ben. Heinrich IV. Inlpfte neue Be 
mit ben Bapflen. Mayenne an, wer 
Übertritt zur Ratholifchen Kirche zuſag 
von ihnen als König anerkannt, ohm 
reformirte Bekenntniß aufgeben kin 
Berbandlungen zu keinen Ziele führten 
er fih endlich, nun fidh Die Krone zu ſu 
nere Ruhe wieberherzuftellen u. zu v 
das Lanb unter ben ebrgeizigen Pli 
Machthaber leide, offentlich zur Katho 
überzutreten. Während in Paris ſeit 
eine von Mayenne berufene Stände 
tagte, refipirte Heinrich IV. in St. ; 
geolich bemübte ſich ber fpanifche ( 
tände zu einer Königewahl im Sinm 
zu bewegen, es fam vielmehr am 31. | 
den ftreitenden Parteien zu einem Wal 
Wenige Tage vorher, 25. Iuli, trat: 
zur Kathotiichen Kirche über, u. der € 
Bourges ſprach ihn vom Banne los 
Aet erlitt die Stimmung einen großer 
zu Gunſten des Könige, welcher de 
Reformirten durch die Zuſage, ſie i 
ihrer Religion nicht hindern zu wolle 
Bor Ablauf des Waffenftilifiandes au 
fieß er ein Amneftieedict für Alle, wi 
der ihm feindlich gefinnten Bartei los 
olge davon war, daß eine große 
täbten ihre Unterwerfung unter ! 
Gewalt ausfpradgen, jo Bourges, Lyo 
Am 27. Febr. 1594 ließ fich Heinrich 
tres von dem Bilchof dieſer Stadt krẽ 
war nuch in ben Hänten der Ligue). 
verließ Mayenne Paris, um ſich zu d 
Hillfsheere zu begeben, u. in der Nach 
22. März öffnete der Graf v. Briffac, 
von Paris, dem Könige bie Thore ber 
Widerſtand u. unter dem Jubel de 
Heinrich IV. ein u. vermehrte raſch bi 
Anhänger durch Milde u. Güte, inden 
Friebensebict allen feinen Feinden vor 
zeihung verhieß. Nachdem Heinrich ! 
Sapitulation gewonnen hatte, ſchlug er 
it. Liguiſten dreimal, w. ale auch der Ha 
berjelben, Laon, in feine Hände gefallen! 
ſchloſſen der Herzog v. Guiſe, welcher bu 
ment ber Provence erhielt, u. ber Herz 
gen im Nov. mit dem Könige Frieder 
gerfrieg war bamit faft zu Ende, alt 
verſuch eines Kanatilers, Namens Cha 
bes Königs bedrohte. Die Abſicht bes M 
fehl u. hatte außerdem die Bertreibu 
als Anftifter des Verbrechens, an6 } 
1595 rüdte Heinrich, nachdem er dem 
Spanien den Krieg erklärt hatte, mıt ein 
Armee in Burgund u. der Branche Ce 
Herzog von Mayenne ſich zu halten 
u. 1cplun bie Spanier im Mai bei Fer 
Saije. Unglüdlih waren feine Gem 


Frankreich (Geſch) VIL (A. 1595-1614) 


gen ben ſpaniſchen General ferantes. | indem er Las Übergewicht Spaniens u. Ofterreihe 


eachtet untennvarien fich im Sept. 1595 
ich ter Papſt dem Könige Ablolution 


en Bann aufgehoben hatte, die Häupter 


Gen Partei, die Herzöge von Mayenne 
Nur die Spanier waren noch ale 
g, bieie eroberten zwar 1595 Doulens 
u, 1596 Calais u. Ardres u. über- 
1597 Aniens; aber Heinrich, der ſchon 
96 mit der Königin von England ein 
ſchloſſen hatte, welchem aud Die Nie⸗ 
traten, entriß ihnen Die Stadt am 25. 
Zriede mit Spanien, welcher zu Ver⸗ 
11 1598 abgejchloffen wurde, beftätigte 
von Chateau⸗Cambreſis, indem Fran⸗ 
panier gegenjeitig Alles herausgaben, 
t 1595 vou einander erobert hatten. 
er Friedensunterhandlungen ergab fich 
7303 von Mercoeur, Gouverneur der 
fo daß nun all u. jeder Wirerftand bes 
. befiegt war. Einen Streit Über das 
u Saluzzo ınit dem Herzog von Sa⸗ 
yete 17. Jan. 1601 der Friede zu Lyon, 
Saroyen den Belig bes flreitigen Za- 
ınd, aber Dagegen Breſſe, Bugey, Val⸗ 
x erbielt, 
: wichtige Regierungebantlung Hein- 
18 er ſich im Bollbefig feiner königlichen 
‚war tas am 13. April 1595 erlafiene 
Nantes, worin zwar die Ausübung des 
Gottesdienſtes auf beſtimmte Städte u. 
chränkt, jonftaber volle Gewiſſensfreiheit 
Gleichberechtigung der Reformirten mit 
ten ausgeſprochen wurde. Während bie 
ehältnijje Heinrichs IV. der Littenlofig- 
ange zum Wohlleben, wodurch jeine Zeit 
t iſt, entiprachen, zeigte er fich als Herr⸗ 
:aft, Würde u. Gerechtigkeit. Unterftügt 
vortrefflichen Miniſter Sully u.von an- 
ach tem Range, ſondern nad) ftaatsmäns 
‚gleiten ausgewählten Rätben, orbnete er 
ee Finauzweſen die Staatsſchuld belief 
Mil. Yiores), ftenerte der Korruption 
‘= u. Beamtenftantes, beförberte den 
Yhiftand, hob ten Aderbau u. das Fabrif- 
den Kanal von Vriare an, begiünftigte 
erbaummpflanzungen u. die Zeitenzucht, 
e Sobelinafabrit, ſendete Kolonien nach 
Yuyana, baute u. verichönerte den Pont 
hlöljer von St. Germain, Fontaine⸗ 
re u. errichtete mehrere Hofpitäler u. Ge⸗ 
len. Dabei vermehrte er das Heer ı. 
vie Feſtungen. Zrogdem geftaltete fich 
lage bes Staates von Jahr zu Jahr 
reilich nicht obne einen läſtigen Steuer- 
den Umtrieben der Spanier, welche bei 
uverneurs u. Großen zeitweile Erfolg 
begegnen, organifirte er eine geheime 
sete aber unter gewiſſen Beſchränkungen 
wieber tem Orten ber Jeſuiten. Er 
ben Frieden zwiſchen Spanien u. ben 
en, dem Bapfı u. Venedig u. ftellte Das 
) ewigen Friedens u. einer europäiſchen 
ublif auf. Zwar fcheiterten feine huma⸗ 
en in der angeftrebten Form, aber er 
mwenigfiens durch engen Auſchluß an 
ı, bie Bereinigten Niederlande dahin, 
e Urt europäilches Gleichgewicht biltete, 


in der europäiſchen Bolitil paralyfirte. Sein letzter 
wichtiger Act in Bezug auf auswärtige Politik war 
fein Bündniß mit der Union ber proteftantiichen 

ürften Deutſchlands u. feine Kriegerüftung gegen 

Punten. Als er fih aber, bevor er in den Krieg 
309, noch mit feiner zweiten Gemahlin, Maria von 
Medici, rönen laffen wollte, wurde er vor Beginn 
der Feierlichkeiten am 14. Mai 1610 in ber Rue 
de la Feronie in Paris von einem katholiſchen 
Fanatiker, Kranz Ravaillac, erdolcht. 

Der neunjäbrige Ludwig XIII. der Gerechte 
folgte ſeinent Bater Heinrich IV. Die Regenticaft 
führte Die Königin Maria von Debici mit Hilfe 
ihres Yanbsınanıs Concini, Les Herzogs von Eper⸗ 
non u. des Pariier Parlaments, nachdem fie bie 
Prinzen Condé u. des Grafen v. Scilfons, welche 
bem Parlament Las Recht ftreitig machten, bie 
Regentſchaft obne Zuziehung der Prinzen von 
Geblüt zu beftellen, durch große Juhrgelber ge- 
wonnen hatte. Aniangs blieb Maria ter Politik 
Heinrichs IV. treu, ließ zwar ben Angriff auf 
Spanien fallen, gewährte aber den proteftantiidhen 
Fürſten die zugeſagte Hülfe gegen Ufterreid, u. 
dieſe eroberten, von einem franzöſiſchen Heere unter⸗ 
ſtützt, 2. Sept. 1610 die Stadt Jülich, um welche 
ſich der Streit mit dem Kaiſer drehte. Zu derſelben 
Zeit wurde vudwig gekrönt. Aber ſchon jetzt zeigte 
ſich die allmälig eiutretende Veränderung des Ke- 
gierungsiyitems. Sully, mit den übrigen Miniſtern 
in Widerjpruch, namentlich in Betreff ber Finanz⸗ 
verwaltung u. der Politik gegen Spanien, wurde 
gendthigt abzutanfen. Dagegen wurde Concini 
zunt Marfchall von Ancre ernannt. Diefer fuchte, 
um die Macht des Prinzen von Condé uw. deſſen 
Parteigenoſſen, des Grafen v. Soiſſons, zu ſchwä⸗ 
chen, die reformirte Partei unter ſich zu veruneini⸗ 
gen, während er tie Regentin immer mehr zu einer 
Verbindung mit Spanien u. bem Papfte bintrieb. 
Die fortbauernven Begünftigungen Ancres, welcher 
30. Mai 1612 eine Deienfivalliany mit Philipp III. 
von Spanien beichloß, fteigerte den linmuth ber 
von der Theilnahme an ver Regierung ausgeſchloſſe⸗ 
nen Großen. Der Prinz Condeé, Die Herzöge von 
Bouillon, Nevers, Vendome u. A. verließen ben 
Hof u. fammelten Anfangs 1614 Truppen bet 
Mezieres. Nun gab die Königin iheinbar nach, n. 
am 15. Mai 1614 fam ein Bergleih in St. Mind 
bould zwiihen ter Regentin u. dent Prinzen von 
Conde zu Stante, bemgemäß im Auguft d. 3. eiue 
allgemeine Verſammlung der Keicheftände berufen 
werden u. dieſe über die ſtreitigen Punkte entſcheiden 
ſollte. Die Stände traten 10. Oet. in Paris zu⸗ 
ſammen (e$ war dies bie legte vor Der Franzöſiſchen 
Revolution berufene Reichtverſammlung), u. ber 
König, jetzt volljährig, eröffnete dic Verſammlung 
perjönlich. Bei diefer Gelegenheit trat zum erſten 
Dale der Zwieſpalt ziviichen Adel u. Vürgerftand 
in greller Weiſe hervor. Bei allen Berbandlungen, 
wo die Intereffen beider ins Spiel famen, konnte 
feine Einigung erzielt werden. Nur in Betreff der 
Verbeſſerungen des Finanzweſens richteten alle 
drei Stände gemeinjame Borftellungen au ben 
König. Der Bericht itber die Finanzlage des 
Staates, melchen der König, obmohl er nicht dazu 
verpflichtet jet, endlich auf dringendes Berlangen 
vorlegen ließ, enthielt eine Menge offenbarer Fäl⸗ 
fhungen, u. um ſich nicht bioszumellen, ſchnitt bie 


‘50 


Regierung zuletzt alle Verhandlungen über bas | 


Binanzweich ab. Am 24. März 1615 wurde ber 
eichotag geſchlofſen. Nur wenige Bitten u. Wünfche 
verſprach der König zu gewähren (Aufhebung bes 
Gtellencerlanfg u. der an den Adel gezahlten 
Jahrgelder u. Einführung einer Juſtizkammer zur 
—— ber von Beamten verübten Unter⸗ 
fchleife). Es blieb aber bei dem Verſprechen. Für bie 
Sache ber Prinzen war ber Reichstag ebenjo re⸗ 
jultatlos geweien, u. vieje Hedten fich nun hinter 
das Pariſer Parlament, deſſen Bedeuntung die 
Minifter berabzubrüden fi bemühten, Als end» 
ich ber König dem Parlament alle Befugnifie ab- 
— ſich in die Regierung zu miſchen, wurde 

onbe bewoge. ben Hof im Mai 1615 zu verlaſſen 
u. bie Waffen geyen bie Partei der Königin zu 
ergreifen. Die Prinzen Soubije u. Rohan u. meh⸗ 
rere reformirte Große traten auf Condes Seite, 
doch kam es nur zu unbedeutenden Feindfeligteiten, 
u. im Febr. 1616 wurde die Ruhe durch den Frie⸗ 
den von Loubun bergeftellt (f. Hugenotten). Condé 
erreichte zwar durch diejen Frieden die Entlaffung 
mehrerer ihm mihliebiger Minifter a. für fih An⸗ 
theil an der Regierung, aber die Heirath des Königs 
mit Anna von Oſterreich hatte er nicht hindern 
tönnen, u. bald umgab ſich Ancre, der nad) wie vor 
in der Gunft bes Hofes blieb, mit neuen Collegen 
u. Räthen, welche Condé noch gefährlicher wurden. 
Unter tiefen befand ſich auch Richelieu, Almofenier 
ber Königin u. Bilchof von Lugon. Condé verband 
fi) nun mit feinen Sreunden, um Ancre mit Ge⸗ 
walt vom Hofe zu entfernen, wurte aber, als dieſe 
er ruchbar wurde, am 1. Sept. 1616 auf 
Befehl des Königs verhaftet. Empört hierüber be- 
gannen feine Aubänger, welche durch Flucht einem 
gleichen Scidjal entgangen waren, den Krieg von 

teuem, doch gelang e8 dem Könige, bie Herzöge 
einzeln zum Aufgeben ihrer Triegerifchen Abfichten 
zu bewegen. Dur feine Erfolge übermüthig 

ervorden, begann Aucre nun eigenmächtig, ohne 

ch um ben König zu kümmern, die Leitung Des 
Staates zu führen. Belcibigt durch das Betragen 
des Marichalls, ließ fih Ludwig XIII. von feinen 
ein Luynes einen Berhaftbefehl gegen den 
Marſchall entloden, mit der Erlaubniß, denfelben, 
falls ex ſich widerſetze, zu töbten. In Folge deſſen 
wurde Ancre von einen feiner perfönlicen Feinde, 
welcher ten Verhaftbefehl erhielt, ermorbet (24 
April 1617) n bie Königin nach Blois verwieſen, 
wohin ihr Nichelien folgte. Luynes bemädhtigte 

ch nun des Einfluſſes auf den ſchwachen König, 

ielt jedoch, um feine Herrichaft zu fihern, Conde 
nod immer gefangen. Indeſſen confpirirte bie zu 
Blois ſtreng bewachte Königin mit den unzufriede⸗ 
nen Großen gegen Luynes. Als dieſer aber beim 
Ausbruch der Feindſeligkeiten denſelben raſch ent⸗ 
gegentrat, bot Maria die Hand zum Frieden. Sie 
wurde ihrer Haft entlaſſen u. erhielt das Gouverne⸗ 
‚ment Anjou; eine äußerliche Verſöhnung mit den 
Könige fand zu Conzieres im Sept. 1619 ftatt. 
Um eine neue Stüge gegen feine zahlreichen 
Neiber zu haben, befreite Luynes 20. Oct. deflelben 
Jahres ven Prinzen Conde, indem er öffentlich bie 
Schuld der unrehtmäßigen Berfaffung auf bie 
Königin ſchob. Wald darauf erregte die Königin 
neue Unruben, unterftäüt von bem mißvergnügten 
Adel, deſſen Habſucht Luynes bei fortdauernden 
Finanzverlegenheiten nicht mehr durch Verwilligung 


Frankreich (Geſch) VIL (A. 1010 1020 


von Jahrgehalten beſchwichtigen leume; i 
hängern ließ jedoch Luynes nicht Zeit, ie 
gen zu vollenden, u. ſchon am 10. Ang. 1 
diefelben die Waffen wieder. Der Gi 
ſpaniſchen katholiſchen Partei beftimmmate | 
Niedernavarre u. Bearn mit F. zu verei 
Karholiten die Ausübung des Betten 
Bearn, wo berielbe von Heinrich IV 
worden war, zu geftatten u. bie Reſorr 
zufordern, ben Katholiken bie entrifien 
mieberzugeben. Dagegen erhoben fü 
ihre Staubensfreiheit deforgten Reform 

ührung bes Herzogs von Noban. 

rieden von Montpellier, 19: Oet., v 

eformirten alle ihnen eingeräumten € 
pläße bis auf La Rochelle u. Monty 
zwiſchen war Luynes geftorben; ber Kön 
am Hofe lebte, gelang es Darauf, ihren al 
wieber zu gewinnen u. ihren Sobn y 
am 29. April 1624 den Cardinal Rice 
Sinfling, in ven Staatsrath zu ber 
geiftige Überlegenheit biefes außerortenti 
nes liber feine Collegen brachte denſelb 
die Spie des Staates. Klug wußte er 
glauben zu maden, er handle nur t 
Willen, während der König fich willen 
fihten des Cardinals fügte. 

Mit Riche lie u begann für F. eine 3 
innerer u. äußerer Umgeflaltung. Die: 
feines Willens, fein rfblick, feine Bi 
kunſt u. fein Ehrgeiz, der vor feinem M 
heute, warf im Innern alle Barteier 
gründete die abjolute Gewalt des König 
bie Machtflellung Fes auswärtigen Mit 
über zu einer bisher nicht gefannten 
erhoben wurde. Obwohl er zur Vefei 
Königthbums im Lande felbft eine Un 
der rejormirten Partei für nöthig biel 
er es in demielben Intereffe filr nothn 
Ipanifch » päpftlichen Einfluß abzumei 
überhand nehmenten Gebietserweiter 
reich8, welches, nıit Spanien verbunt 
2 Seiten bedrohte, durch Bündniſſe 
Gegnern, ben proteftantifchen Fürften Di 
entgegenzuarbeiten. In tiefem Sinne 
er die Graubündtner, denen die Of 
Spanier, um fi bie wichtigfte Ver 
über die Alpen zu fihern, das Veltlin al 
batten, u ſandte ein in ber Schmeiz : 
Heer nad Graubilndten, welchem biete: 
pipftliden Truppen fofort das Feld 
Zugleich bediente ſich NRichelieu Der Ru 
des Herzogs von Savoyen, um bie ſpan 
zu ſchwächen, gemübrte jenen Eubfikie 
ftügte biefen in feinem Angriff auf G 
wichtigſten Stitzpunkt ber ſpaniſchen 
mungen in Oberitalien, mit Truppen. 
drückliche Kriegführung gegen Genua hir 
die abermalige Waffenerhebung ter R 
welche durch vielfache Verlegung ber i 
kannten Rechte 1625 zur Aufrechterhe 
felben Gewalt gebrauchten. Eine nene | 
des Edicts von Nantes von Seiten | 
brachte indeß ſchon Ente 1626 tie An 
zum Geborfam zurüd. Inzwiſchen bil 
Hofpartei zum Eturze des mächtigen 
an beren Spite bes Könige Bruder, Gef 
fand. Richelien beugte der ihm drohen! 


Feankreih (Geſch.) VIL (A. 1627—1640) 


es Handeln vor, indem er einige ber 
der gegen ihn geiponnenen Intrigne 
8, andere, jo auch Gaſton te Koir, 


Herzog von Orleans machte, durch 


ungen jür ſich gewaun. Mebrere Diit- 
hoben Adels buͤßten ben Anſchlag mit 
» mit Gefangenichaft, u. Die riidfichts- 
, mit weldyer der Cardinal verfuhr, 
jen Stellung gegenüber ven Umtrieben 
dels. Das Ichon geſpaunte Verhältniß 
it F. fam 1627 zum Bruch, als bie 
Geiftlicden, melde ter Königin ven 
scchter Heinrichs IV., gefolgt waren, 
Franuzoſen von England ausgewiejen 
un ſchloß Richelien ein Bündniß mit 
zen England u. bie in Hoffunng auf 
terftiigung abermals fich empörenden 
- Aber der Anichlag der Engländer 
el RE 1. Nov. 1627 mißglüdte, der 
er Reformirten im Norden Ya Rochelle 
uach einjähriger tapfrer Vertheidigung 
auch tie Proteſtanten in Yanyuebec 
1. ihr Waffenplag Montaubau erobert. 
: Madıt ter Rejermirten gänzlich ge⸗ 
", löſte Richelieu Das Bündniß mit 
8 dieſes in Verbindung mit X fterreich 
ben Erben tes Hexzogihums Dian- 
ven Nevers, einer Staaten berau⸗ 
ı. der Kaijer demſelben die Yelebnung 
udwig XIII. Drang 1629 ihm zur 
wien ein, zwang Savoyen zum Frieden 
ı Herzog von Nevers in ben Beſitz 
en. Ald aber ter Kailer den Herzog 
ff, eilte Richelieu, zum Preimierminiſier 
ieutenant ernannt, felbft mit einem 
1630 dein Herzoge zu Hülfe, ereberte 
en u. Piemont, was 1631 den Frieden 
0, in welchem dem Herzog von Nevers 
chert wurde, berbeiführte. Ta es dem 
Berdenm gelang, den jungen Herzog von 
chwager Yutwigs XIII., zu gewinnen, 
arich franzöſiſcher Truppen durch Sa⸗ 
ſtatten, ſobald Pdantua wieder ange: 
e, ſo hatte er dadurch Dem franzöſiichen 
beritalien eine ſichere Bahn gebrochen. 
alt, welche Richelien durch alle dieſe 
ı. durch eigne Charalterſtärle über den 
t, wurde immer größer; die Königin 
er Herzeg Gaſton von Orleane, un— 
tie Almacht Des Cardinals, welche 
Einſluſſes auf Lie Regierung be— 
elten aujs Neue eine Verſchwörung 
lieu an, an welcher fie Herzöge ven 
Siegelbewahrer Diarillac u. viele a: 
ene Dlitglieter tes hoben Adels Theil 
chon glaubte Die Königin ihren Sohn 
; haben, als ter Kardinal ihre Abſichten 
ihre Sejangenhaltung in Cempiegne 
Bon dort ging fie 1631 nad Brüſſel, 
sg von Orleans flch nach Yerhringen. 
hatten bie Anhänger des Herzoge Div 
Aaffeu; aber ter veiter tes Aufftantes, 

panifhem Gelde unteritige wurde, 
ven Moutmorency, Souveric.ir von 
wurde bei Caſielnaudary am 1. Sept. 
gen, gelangen u. in Toulouſe im ect. 
ptet. Auch der Marſchall ven Viarillac 
Theilnahme an ber Verſchwörung mit 


551 


bem Leben. Der Herzog Gaflen von Orleans, 
weicher Dontnierench mit einem in ben Nieder» 
landen gewerbenen Meinen Gorps unterfiütst hatte, 
erhielt zwar Verzeihung, ging aber, da feine Für⸗ 
bitte für das Yeben Montmorency's feinen Griolg 
batte, nah Brüilfel, wo er mit Epanien Unter⸗ 
banblungen aufnüpftee Dec führte er ſich bald 
Darauf mir Richelieu aus u. lehrte nach F. zurüd. 
Nun erſt konnte Der Minifter daran denken, ſeinen 
Einfluß auf den damals Deutſchland verheerenden 


mar, unterſtützte Richelieu die Schweden mit Zub- 
fibien, als aber Guſtav Adolpho Macht dein Car⸗ 
dinal bedeuklich wurde, näherte er ſich den ligniſti⸗ 
ſchen Fürſten u. ſuchte durch Spaltungen unter den 
kriegführenden Varteien für F. Vortheile zu ge- 
winnen Nah Guſtav Adolfe Tode begünſligte er 
jedoch wieder die proteſtantiſche Partei u. erneuerte 
1634 mit ten Niederlanden ten Subfidienvertrag 
zur Unterftügung ihres Kriegs mit Spanien, nach⸗ 
dem fein Gejantter Feuquieres ſchon im April 1633 
die proteſtantiſchen Fürſten u. Orenſtierna auf 
bent Gonvent zu Heilbronn wieder geeinigt u 
ihnen Subfidien gegen ben Kaiſer zugeiagt batte. 
Die von demſelben verjuchte Beſtechung Wallen⸗ 
feine ſchlug inteß febl. Tie Verbindung, welche 
der Herzog von Lothringen mit den Katterlichen 
unterhielt, gab inzwiſchen dem Könige Anlaß, fi 
in Beſitz dieſes Landes zu Teen u. Dem Herzog 
durch das Parifer Parlament als Majeſtätéver⸗ 
brecher verbannen zu laffen. Die Niederlage ber 
Schweden bei Nörtlingen 1634 trieb die mit ihnen 
verbüudeten deutſchen Fürſten in die Häude 5-6, 
deſſen Hülfe ihnen nur gewäbrt wurde, indem ſie 
deu franzöſiſchen Truppen viele Städte, namentlich 
im Elfaß, einräumen ıf. Dreißigiähriger Krieg). 
Die bedrängte Yage der Proteftanten im Jahre 1635 
nöthigte Richelieu endlich zu einem offenen Bruch 
mit Spanien, in Folge deſſen ein franzsfiiches Heer 
in ben Niederlanden einrüdte, ohne jedoch etwas 
Wejentliches auszurichten. Ebenio ruhmles Lanıpfe 
ten die Franzoſen im Elſaß u. am Miittelrhein. 
Erf als der Herzog Bernhard von Weimar den 
Z:berbeiehl übernabm, wurde ter Krieg mit einigem 
Erfolg geführt, Doch konnte derſelbe nicht verhin⸗ 
tern, Daß im Herbſt ein kaiſerliches Heer unter dem 
Herzog von Lothringen in Burgund einrückte, wäh- 
rend tie Syanier im Norden die Picardie ver- 
beerten u. im Süden bie franzefiiche Grenze un Der 
Bidaſſoa überſchrieten. Das Kriegsunglück u. Die 
dadurch erjelgente Stenerlaſt ermuibigten die 
Feinde Richelieus, namentlich den Herzog von 
Orleans, zu einem Auſchlag auf das Leben bes 
Min'ſiers. Derſelbe kam jedoch, Da dein Herzog 
der Muth entfiel, nicht zur Ausfübrung. 1637 
verloren die Franzoſen zwar das Veltlin, erjoch⸗ 
teu a.er im Elſaß u. in Ten Niederlanden einige 
Vortbeile, brängten bie Spanier 1633 an ben 
Porenäen zuräd, ebue ſich jedech auf ſpauiſchem 
Sorten haften zu fäunen, we fie am 7. Sept. bei 
Fuentarabia eine ſchimpfliche Niederlage erlitten, 
sin folgenten Jahre wadıen die Franzefen am 
Rhein größere Korticbritte, u. 1640 gab ein Auf- 
fand in Catalonien ihnen Gelegenheit, den Spa» 
niern Bieje ‘Provinz flreitig zu machen, auch einen 
Aufkand in Portugal auzuftiften, weicher dort bie 


552 


fpanifche Herrichaft vernichtete u. %. einen neuen 
Bundsgenoſſen in dem zum Könige erhobenen 
Herzog von Braganza verichaffte. In demfelben 
Jahre wurde den Spaniern die Gen Arras u. 
in Italien bie Stadt Turin entrifien. Während 
089 Kriege war Richelien gendibigt, mehrmals 
gegen Bollsaufftände, durch den Drud der Steuern 
veranlaßt, mit Waffengewalt einzufchreiten. Ge⸗ 
fährlicher ſah fi ber Cardinal 1641 durch eine 
neue Adelsconfpiration bedroht, welche im Einver⸗ 
ſtändniß mit den Spaniern einen Aufftand vor⸗ 
bereitete. Die Königin Mutter erbielt trog aller 
ihrer Bemübungen keine Erlaubniß zur Rückkebr 
nah Paris, fondern jollte fich in Florenz anfiebeln. 
Sie ging 1639 nad England, 1640 nad Köln u. 
ftarb bier 1642. Aber ver Führer der Rebellion, 
der Graf von Soilfons, fiel bei Sedan am 6. Juli 
1641 u. Damit hatte Die Sache ein Ende. Richelieu 
erneuerte 1641 das Bündniß mit den Schmweben, 
u. die jährlichen Subfidien %-8 wurden auf 480,000 
Thaler erhöht. Katalonien begab ſich unter frait« 
öftfche Herrichaft; bald darauf 1642, als der König 
ho ur Belagerung von Perpignan nad Spanien 
eben hatte, bildete fich eine neue Verſchwöͤruug 
gegen ben in Narbenne erkrankten Richelien. An 
der Spitze bes Unternebmens ſtand ber Herzog von 
Bonillen u. bes Könige Günſiling, Cinqmard; ber 
Letztere benntzte mäbrend bes Aufentbalts in Rouſ⸗ 
fillon, Ludwigs Ärger über Richelieus Herrſchſucht, 
um den — zu ſtürzen. Richelien entdecte indeß 
das Comploi, u. Cinqmars wurde als Hochverrätber 
bingerichtet. Nachdem Perpignan gefallen war, 
drangen bie Franzoſen fiegreih ver u. nabmen 
auch in Stalien meßrere Städte, welche Die Spanier 
befett hatten. Bald Darauf ftarb Nichelien 4. Dec. 
1642. Eeine großartige Thätigleit, aus Frankreich 
einen menarchifch » centralifirten Staat zu machen, 
um dadurch die Dlöglichkeit zu gemeinen, wicht nur 
Die politifhe Bebeutung F⸗s durch feine Lande u. 
Seemacht zu vergrößern, fondern ibm auch in 
Handel, Kunft u. Wiffenfchait Die erfte Stelle unter 
den europäiſchen Staaten zu werichaffen, wird durch 
viele Anſtalten bezeichnet, welche Den Wechſel der 
Zeiten bis auf tie Gegenwart übertanert haben. 
Dahin gehört u. a. Die Pariler Alademie. Riche— 
lieu's Rachfolger im Amte war ter in der politifchen 
Schule deſſelben gebiltete Cardinal Mazarini (Pla - 
arin, |. db.) Nachdem Ludwig XIII. für feinen 
odesfall eine Regentichaft für feinen minderjüb- 
rigen Schn Ludwig XIV. ernannt batte, Deren 
Hauptleitung dem ringen von Condé u. Mazarin 
zuertbeilt wurde, während bie Königin Anna nur 
ben Titel einer Regentin u. ter Herzog von Or- 
leans den Titel eines Generallientenant aller ‘Bros 
vinzen Des Reichs erbielt, fiarh er 14. Mai 1643 
in Paris. 

B) Zeitalter!ubwigsXIV.u.XV., 1643 
Bi9 1774. a) Yurmig AIV., 1643—1715. 
Mazarin fette das Merk Richelieu's fort, aber 
er mußte fich anderer Mittel betienen, um bie 
königliche Zelbftberrichaft gegenüber dem Abel u. 
dem Bürgerftante zu befeftigen. Schonungsloje 
Strenge mar für ibn, den Ausländer u. Neuling, 
gefährlich Kunftgriffe u. Ränke fübrten an daſſelbe 
Ziel, indem er Lie gemeinjame Action bes Adels 
u. Bürgerſtandes durch Hervorlebrung des inneren 
Segenabes beider hinderte u. beide Elemente durch 
Nefard-vung inueren Zwieſpaltes in ſich felber 


Frankreich (Geſch) VII. (A. 1641—1643, B. 1648—1647) 


ſchwüchte. Durch Milde, Fremdlichteit u. g 
Weſen gewann er zumächft wicht nur die : 
u. bie Prinzen, fondern auch viele Geg 
Cardinal Richelien, weiche er ans der Haft 
Als aber trotbem der Herzog von Beazfeı 
Spitze einer Abelspartei, ber fogenammten 3 
tants, den Minifter zu verberben firckte, 6 
rin diefen u. deffen am meiften compremitt 
noflen im Sept. 1643 verhaften. Den fr 
Spanien u. Ofterreich ſetzte er mit Eifer f 
Herzog von Enghien ſchlug bie Spaurier 
1643 bei Rocroy in den Nieberlanden, ı 
aber, wo Quebriant, in Spanien, we} 
Houdancourt, u. in Piemont, wo Tu 
fehligte, wandten fi bie Dinge zum 
F⸗s. 1644 vereinigten fi Tureme 1 
am Mittelrhein u. brachten mehrere wid 
fo Mainz, Worms u. Manheim, in ün 
(f. Dreißigjähriger Krieg). 23. Yuni Mi 
Graf von Harcourt die Spanier bei 
Catalonien n. Enghien erietgte ben Bd 
Schlacht bei Mergentheim (5. Mai) 
Sieg bei Nördlingen (3. Aug). 12. 
eroberte Enghien Dünkirchen; Xureme 
Schweden vereinigt drang gegen Bein 
zwang ben Kurfürften 14. Marz 16414 
Waffenftillftand, In Italien gewann M 
Bundesgenoſſenſchaft ber Herzoͤge von S— 
Modena. Während 1648 ber Marſchall ven 
berg Tortoſa erſtürmte, nahm Enghien, 
Tode feines Baters Prinz von Condte, 
ſchlug ten Erzherzog Teopolb bei Lens ( 
Nach der von Zurenne u. Wrangel 17. 
wonnenen Schladht bei Zusmarshaufen 
Friede von Münfter (24. Oct. 1645) p 
in welhem %. ben Sundgau, Breiſad 
großen Theil vom Eljaß erwarb (vgl 
jähriger Krieg XL). Die Unterbandie 
Spanien führten inbeß zu keinem Zid, 
Staaten bereiteten fich zu einem neuen £ 
An bie Stelle bes äußern Kriegs traten; 
Unruben. Der Krieg batte hohe Auflagen 
u. bie Freigebigkeit ber Königin an Große, 
zu gereinnen trachtete, die Finanzverlege 
vergrößert. Die Vermebrung ber zu ver 
Amter u. ter Verlauf von Adelsdiplem 
dem Geldbedürfniffe nicht abhelfen, we 
Regierung zu Zwangsanleihen u. anden 
maßregeln griff. Indeß wurde das U 
melches bie füniglichen Edicte zu regifti 
u. benielben dadurch Geſetzeskraft weriich | 
Diefer oberfte Gerichtshof des Reiche 6 
unter Ludwig XIII. mehrmals verfugt,i 
lihen Gricte vor ber Regiftrirung zu 
Darüber zu beratben, eine Befngniß, a 
frübere Herrſcher wenigſtens in einem be 
Maße zugeftanden hatten, aber Richelies 
dieſe Beeinträchtigung der königlichen Ante 
gefallen laſſen u. tie Parlamentsrätke, 
mit Abſetzung u. Strafen brobte, ben | 
Willen ohne Weiteres zu vollziehen geyrnn 
hofite das Parlament, geſtützt auf bie ı 
fih funbgebente Mißſtimmung bes Gel 
verlorene Macht wieder zu gewimen 
gab Dluzarin nach, aber dieſe Nachgiebigh 
ihm als Schwäche au@gelegt. Aue 1617 1 
Steuer für Baris ausgeſchrieben murte, E 
Parlament nicht regiftrirt Hatte, wurde Ni 


Fevitelch (Geſch) VIL (B. 1648-4088) 


kan 


hegern verweigert, n. im Januar 1648 
wultmariichen Auftritten. Endlich wi» 
die Mitglieder ber hoͤchſten Juſtiz⸗ u. 
hebörben, des Barlaments, der Re- 
un. des Stenerhofs gemeinſam den 
regeln der Regierung, ale Mazarin 


8 ‚ welche 

von Abgeordneten aller Gerichtenäfe 
am über mehrere Berlegungen beſte⸗ 
je von Geiten ber Regierung zu con- 
Aufregung des Volles in Paris nö⸗ 
in, von Gewaltmaßregeln gegen bie 
band zu nehmen. Dieſe einigte ſich 
tel, welche eine Berbefferung des di 
izweſens berbeifübren u. dem Parla- 
dende Stimme bei der Regiftri- 
bieten fichern follten. Das Selbfige- 
Haments wuchs, al6 Mazarin in einer 
declaration jcheinbar nachgab. Es ver- 
Jaration am 19. Aug. Nun griff Ma⸗ 
waltmaßregeln u. ließ 1648, als er 
ei Lens erfochtenen Siegs eine für die 
Anftige Stimmung bes Bolts berbei- 
bte, den Hauptrebner im Parlament, 
mehrere Parlamentsräthe verhaften. 
‚ ber Anfitand in Paris aus, u. am 
das Volt die Straßen u. er- 
Wlaflung ver Gefangenen (Zweiter 
entag). Die Ruhe kehrte zwar wieder 
Mazarins Macht ihien gebrochen. Die 

Iben, auf bie große Maſſe des ge 
aufgebrachten Volles geſtützt, ſchloffen 
ı Siege reger an einander u. erhielten 
m Namen Fronde, |. d. (ronbenrs), 
a bie Angehörigen der Hofpartei Ma- 
te. Die Wieberherfiellung ber Ruhe 
jarin, umam 13. Sept. den König aus 
St. Germain zu führen, u. von bert 
er die Verhaftung zweier ehemaliger 
bes Staatsratho, welche er für bie 
er der Unruhen bielt, Chavigny n. 
. Da erneuerte bas Parlament, wei- 
naßregeln bei Annäherung eines Trup- 
6 den Rieberlanben fürchtend, ein al⸗ 
ıglich gegen den Marfchall von Ancre 
Deich, welches jeben Ausländer von ber 
nes Amtes im Minifterium ausfchloß, 
Bönigin, demgemäß den Cardinal Ma⸗ 
ner Stellung zu entlaflen. Doch ver- 
Prinz von Conde einen Bergleich, dem 
r König zurückkehrte, die Zuftimmung 
jents zu ben zu regiſtrirenden Steuer⸗ 
erforderlich anerlaunt wurbe u. bie 
des Rechtes begab, aus eigner Macht» 
Semanden verbaften zu laffen u. 
d zu verbannen. Demgemäß wurben 
gefangenen wieder in Freiheit geſetzt. 
yartete Mazarin nur auf günfligere 
feine Zugeftändniffe zurüdnchmen zu 
lb brach ein neuer Zwieſpalt zwiſchen 
sent u. ber Regierung aus, ale tie vom 
m Gonbe in r va —— zu⸗ 
zogenen Truppen rpreffungen er⸗ 
a6 Parlament befahl Unterjuchung ber 
u Unerbeungen u. verfagte feine Zu⸗ 


u einer von ber Königin —— 
azarin verließ darauf mit dem König 
6. Yan. 1649 Parit, n. der ganze Hof folgte ihm 
nad St. Sermain. Eonde ſchloß bie Stadt ein, u. 
die Bürger griffen zu ben Waffen. Ein löniglicher 
Befehl, weidher das Barlament nach Montargis 
verwies, wurde nicht berüdfichtigt, Mazarin ba» 
gegen 8. Januar vom Parlament ale Feind des 
taat8 aus F. verwiefen. 

Dadurch brach der Streit Mayarins mitber Fronbe 
in offenen Krieg aus. Es betbeiligten ſich daran wicht 
nur diejenigen, welche bie Beftrebungen bes Parla⸗ 
mente billigten, ſondern auch viele perjönliche Fei 
Mazarins unter dem hoben Adel u. ſolche, welche nach 
Macht u. Anſehen trachteten. An ihrer Spitze Kun 
ber Prinz Conti u. der Herzog von Eihoeuf. Die Blo⸗ 
dade von Paris hatte nicht den gewünfchten — 
u. da der Aufſtand ſich in ben Provinzen verbrel⸗ 
tete n. Spanien bie Grenze bedrohte, trat ber Def 
mit dem Parlament in Unterhandlungen, u. e6 kam 
ben 11. März 1649 ein Friede zu Stande, welcher 
aber die Bartei derer, weiche den Sturz Magarins 
durchſetzen wollten, nicht im geringften befriedigte. 
Während der Krieg mit Spanien ohne erhebliche 
Sreignifle fortgeſetzt wurde, kehrte Mazarin mit 
bem König ben 18. Aug. na Paris zuräd. In⸗ 
zwiſchen verftärkten bie Umtriebe Pauls von 
Gonbi, der an Mazarins Stelle zu treten hoffte, n. 
feiner Bunbesgenofien, Beauforts u. der Herzogin 
von Longeville, Schmwefter Conts u. Kontis, die 
dem Cardinal feindliche Partei. Sie gewannen ben 
Brinzen von Condé für die Beſtrebungen ber 
Fronde; bald darauf aber, 18. Ian. 1650, wurde 
diefer, fein Bruder Eonti m. fein Schwager Longe⸗ 
ville plötslich verhaftet. Gondi hatte fie geopfert, 
um durch den Verrath für fich zu gewinnen. Die 
Bartei bes Brinzen, die neue Fronude genannt, 

u ber auch Zurenne gehörte, erarifl fofort die Waf⸗ 
En u. trat mit Spanien in Berbindung. Als Ma⸗ 
jarin durch Unterdrüdung des Aufflunbes von 
Guyenne, welche Provinz der Stüßpunlt ber neuen 
Fronde war, wieder an Macht gewann, trat Die 
alte Fronde wieder zur Oppofition über. Das Bar- 
lament forderte die Freigebung der Prinzen, weil 
die Verhaftung geſetzwidrig fei, u. ber Herzog von 
Orleans ſchloß dieſer Forderung an (20. Jan. 
1651). Durch die Vereinigung ber Fronden u 
durch einen Bollsaufftand in Paris in Die Enge 

etrieben, kündigte Mazarin felbft den gefangenen 

rinzen ihre Freiheit am u. ging 9. Febr. 1651, 
von dem Parlamente zum zweiten Diale als d 
bes Staates u. bes Königs verbannt, nach Brühr 
zu dem Kurfürften von Köln. Dennoch leitete er 
von da aus die Königin u. die Regentſchaft, indem 
er auf eine —— des Adels von dem Parla⸗ 
mente hinarbeitete. Dieſe vollzog ſich von ſelbſt, 
als die ın Paris verſammelten Edelleute fich über 
Wiederherſtellung bes Lehnsſtaates beriethen u 
eine Verſammlung der Geiſtlichkeit ſich ihr anſchloß. 
Auf Betrieb des Parlamentt wurde bie Adelsver⸗ 
ſammlung vom Herzog von Orleans genöthigt, 
aus einander zu gehen Dann gewann bie Köni- 
gen Condé durch Verſprechungen u. entließ ben 
bon biefem gehaßten Winifter Ehateaunenf, doch 
kamen dafür andere Ereaturen Mazarins ins Con⸗ 
feil. We die Königin in gleicher Weile Turenne, 
ben Herzog von Longueville u. Gondi gewonnen 


hatte, lieh fie Conde u. beſchloß ihn zu ver⸗ 


354 


Yaften. Diefer von ber Gefahr unterrichtet, ent 
fernte ſich erfi aus Paris, kehrte aber dahin zurüd, 
um fi megen ber gegen ibn auf Gondis Betrieb 
im Barlament erbobenen Auflage zu rechtiertigen. 
Um fi) zunächſt Eondes zu entledigen, genehmigte 
die Königin die Verbannung Majarius, wodurch 
Belt u. Parlament günftiger für fie geftimnit wur⸗ 
den, Dann lie fie ven am 5. Eept. greßjährig ge- 
worbenen König frönen. Coupe, fich nicht länger 
ſicher wähnend, begab fich in ſein Gouvernement 
Guyenne, um den Krieg vorzubereiten, n. wurde 
num nebft feinen Bruder von ber Königin für einen 
Mujeftätsverbrecher erllärt. 

Da die euergifchen Maßregeln Chateaunenfs, ben 
bie Königin wieder an bie Spitze bes Couſeils berufen 
hatte, den Carbinal Mazarin eine jhnelle Dämpfung 
tes Aufftuubes in Guyenne erwarten, aber zugleich 
eine Gefährdung feines Einfluſſes fürchten ließen, fo 
Lehrte dieſer mit in Deutſchlaud geworbeuen Trurpen 
nuch F. zurück u. wurde vom Hofe 30. Jan. 1652 
in Poitiers mit Auszeichuung enipfangen. Aufge⸗ 
bracht über bie Woribrüchigkeit der Königin, erklärte 
das Parlament ten Carbinal für einen Hochverrä⸗ 
tber. Die königliche Arınee unter Zurenue rückte 
vor Paris; Conde eilte zur Dedung der Haupiftabt 
perbeh nachdem er bie köͤniglichen Truppen 7. April 

i Bleneau geichlagen batte. Aber die Stimmung 
des Parlanıents war bem hochmüthigen Brüungzen 
nicht günflig, u. bie öffentliche Veinung wandte ſich 
noch mehr gegen ihn, als er ben Pübel in Paris be- 
waffnete u. durch deuſelben das Parlament einzu⸗ 
ſchüchtern ſuchte, um bie Unterbandlungen deſſel⸗ 
ben mit den König zu hintertreiben. Das Parla⸗ 
ment berief deshalb Bürgercompagnien zu feinem 
Schutze. Bon Turenue bei Charenton 1. Juli zu⸗ 
rüdgebrängt, warf Conte feine Truppen im bie 
Haupiftubt u. zwang nım ben ſchwachen Herzog 
von Orleans fi mit ihm zu verbinden. Der Po» 
bei erftürınte das Stadtbaus u. vertrieb u. ernior- 
dete zum Theil tie dort verſammelten Barlaments- 
räthe u. hohen ſtädtiſchen Beamten. Dies Ereigniß 
u. bie fortdauernde Pöbelherrſchaft begünftigte Die 
Eade des Hofes. Die angejehenften Bürger ver- 
ließen Paris, u. als auf Bitten mehrerer Parla- 
menteräthe der König fih entſchloß, Diazarin zu 
entferuien, u. am 26. Aug. eine allgemeine Amne⸗ 
ftie verkünden ließ, wurbe die Lage Condes immer 
unficherer. Am 14. October verließ er Die Stadt, u. 
am 21. zog der König unter Dem Jubel der Bevöl- 
ferung ein. Mit ibın kehrte die Orbuung, zugleich 
aber auch ber unverhülltefte Deſpotismus zurüd. 
Dem Parlament wurte jeder Einfluß auf bie Bere 
waltung entzogen, u. ohne Widerſpruch mußte daſ⸗ 
felbe Die Steueredicte des Königs regiſtriren Gondi, 
der feine Erhebung zum Cardinal von Retz durch 
Achjelträgerei entlich erreicht hatte, wurde verhaf- 
tet u. Conde, als er ter Aufferterung tes Parla- 
mente, vor ihm zu erfcheinen, nicht Folge leiſtete, 
als Majeftätsnerbrecher zum Tode verurtheilt. Am 
3. Febr. 1653 kehrte auch Mazariu nach Paris zu- 
rüd u. trat won Neuem an bie Spitze der öffentli- 
hen Angelegenheiten. Der Herzog von Orleans 
nahm die Aınneftie an, u. der Prinz Conti, nachdem 
er durch libergabe der von ihm bejegten Plätze in 
Qupyenne fi Verzeibung geficbert batte, beirarbete 
1654 eine Nichte des Cardinals Mazarin. Der 
Krieg gegen Spanien war währen ber Zeit iune— 
zer Zerrättung zum Nachtheil für F. abgelaufen, 


Frankreich (Geſch.) VIL (B. 1652-1668) 


die Spanier hatten inzwijchen in 
fale, in den Niederlanden Düulirche 
obert u. fi ganz Catalonien wieder 
Btüdlicher fochten die Franzoſen 16 
reune iu bei Rieberlauden, u. 165416 
mit Wazarin ſelbſt dahin. Die Fra 
ten Stenuy u. entſetzten Arras, wel 
Condeé mit den Epaniern belagerte. 
an 25. Auguft bei Arras gunztic ı 
Satulouien u. Italien war 1653—55 
tenbes geicheben, voch trut Lothriu 
Spauien zu %. über, u. Mazarin ſch 
tell ein Bündniß gegen Spanien. 
denen Belagerungen verliefen bie ı 
Um den Kuaiſer zu verhindern, fich f 
verwenden, ſchloß Wazarin 15. Am 
geuannte Rheinijche Alltanız mit uich 
Neihsfürften u. dem Könige won | 
demſelben Sabre belagerte Zurenne 
läntern Dünkirchen, ſchlug am 15. 
Eutſatz anrüdenten Don Juan t" 
oberte an 25. Anni Die Stadt. D 
wog entlid Spauien zun Ppremi 
(7. Nov. 1659). Nah einen: Artikel 
mäblte ſich Ludroig XIV. wit ber 3 
Therefiu, Tochter Philipps IV. von 
lobte jeboch eiblich un, daß er, wie fe 
auf jeden Autheil an ber Erbſchaj 
behielt Roufjillon, Artois u. wiehr 
Hennegau, Flaudern u. Luxenibin 
Eonde wurde beguubigt u. ber Di 
tbringen trat bem Könige einen Yanı 
cher F. eine Directe Berbinbung mit 
1661 ftarb Mazarin u. Ludwig XIV. 
ſtändig bie Regierung zu ergreifen. 
Ludwig XIV. deſſen ftaatsındnni] 
Mazarin mit Fleiß vernachläſſigt ba 
Abhängigkeit zu erhalten, erſetzte, mar 
niffen maugelte, durch natürliche U 
u. eine eiſerne Couſequeuz, womit cı 
deipotiihen, eroberungoſüchtigen 
Etreben entgegenfiehente Hinberni 
Hälfte feiner Regierung bis zur & 
(1689) zu überwinden wußte. Er ve 
lente aufzufinten u. zu nüten, obne 
lihen Willen den Neigungen u. We 
ner Rathgeber unterzuordnen. 2 
batte er vornehmilich Yerellier, Sta: 
Kriegsangelegenbeiten, Lyonne für 
tige, Colbert, welcher jeinen Borg: 
verbrängte, indem biejer wegen grof 
jchleife erilirt wurbe, für Die Kinanzı 
biejer Deinifter u. erfabrener Feldbe 
ihn, bie erfte Hälfte feiner Regierun 
Glanzperiode der franzöſiſchen Geſchi 
Colbert orduete in umjaſſender u. ra 
zerrütteten Finauzverbälniſſe des S 
nicht ohne Gewaltutaßregeln u. Ein: 
tes Eigenthum. Dieie Eingriffe ıru 
ſolche, welche fih Durch Beruntreum 
ſchleiſe während der Zeit Kıdyeiieus 
bereichert hatten, inden er eine allge 
hung gegen Die Finanzpächter bie zu 
1655 anordnete u. durch Die benicibı 
Seldftrafen tie leeren Kaſſen des & 
füllte. Die Regulirung des Sinany 
jens, verkunten mit einer Durchareit 
jerung ber Rechtspflege, bie gieich 


Weanfreich (Geſch.) VII. (B. 1662-1672) 
| Douay u. andere Orte, ſowie auch bie Franche 


‚ bob den äffentlihen Credit, vermin- 
nefuß u. ermöglichte den Auffchwung 
ı a. der Inbuftrie, obwohl die zwin⸗ 
gehäffigen Maßregeln. mit welchen 
die Entwickelung derjelben wirfen zu 
ibte, mei zu dem entgegengelegten 
arten. Die Hebung des Nationalwohl⸗ 
Berbeflerung ver Ainamı u. die Ve- 
T Populatien durch Begünftigung frü- 
st u. zahlreicher Familien machten es 
ht nur ein großes, ſondern auch ein 
lirtes ſtehendes Heer zu errichten, eine 
grüuben u. zur Unterftügung derfelben 
ızulegen. Der Glanz des Hoflebens, 


tch äußeren Prunk, fontern auch durch | 
iehung geiftvoller Männer bewirkt, 


a8 ſchon durch Kriegsglück gewonnene 
über die europäiſchen Staaten, u. die 
Dichter u. Schriftiſteller, welche bie 
e ter Franzöſiſchen Literatur berbei- 
icine, Corneille, Moliere, Bascal, 
ffuet, Leſage u. A.d, erböhten dies Über⸗ 
m fie der Cinführung Ler Franzöſiſchen 
Hof⸗ u. Diplomatenſprache weſentlichen 
leten. Wenn bie Erſtarkuug des Stua- 
mern tet Greberumgsplänen Lud⸗ 
ine fichere Bafis bereitete, jo fam ihm 
ehr die Zerritttung ber flautlihen Ver- 
Auslantes zu Etatten. Die Schwäche 
taaten beutete Ludwig XIV. auf alle 
ſowohl durd offenen Kampf als Durch 
inte. Ludwigs Ehrgeiz zeigte fich zu⸗ 
meflreitigteiten. Ein Streit biefer Art 
em u. dem fpanifchen Gefandten in 
welchem jener thätlich beleidigt worden 
ıgte ihn zu einer Kriegedrohung, wor⸗ 
IV. von Spanien ben Vorrang Fes 
Den Kaifer vermochte er, den Tıtel 
8 der Chriſtenheit u. eines Grafen von 
geben; ten Papſt nöthigte er 1662, 
Digung jeined Geiandten in Rom, ihm 
nbe Genugtbuung zu geben; von 
n England fauite er 1662 ten Hafen 
ben, welcher jeit Cronwell in eng- 
em war, für 5 Millionen Fr. n. von 
von Lothringen erzwang er bie Abtre- 
tadt Marial; ten Kaiier fandte er 
ifscorps gegen die Türlen, welches un- 
an der jiegreihen Schlacht bei dem 


Gotthard Theil nahm, u. unterftügte | 


enretianer in Candia gegen die Türken. 
brachten Dem Könige indeß feinen &e- 
fich jeinem Verlangen nach Krieggrubm 
je u. gerechifertigte Gelegenheit zum 
die Nachbarſtaaten darbot, fo brach er, 
ine Zuflucht nehmend, eine ſolche vom 


es Schwiegervaters Philipp IV. Tobe 
‚db er nämlich, ungeachtet ber aus⸗ 
Berzichtleiftung im Pyrenäiſchen Frie⸗ 
e Gemahlin auf einen Theil der Erb⸗ 
iche u. begehrte Flandern, Hennegaun. 
itk unter ben Vorwaud, Daß bier, ver⸗ 
ſelbſt geitenten Devolutionsrechtse, fei- 
im vor jenem Schwager bie Succeffion 
: bejeßte, als Spanien fein Verlangen 
‚im Dai 1667 die Epanijchen Nieder⸗ 
‚ Zournay, Courtray, Dudenaarde, 





355 


Comteé wurben faft ohne allen Widerſtand von dem 
Prinzen Condé erobert. Die Generalftaaten, durch 
tiefe Eroberungen bedroht, Rellten darauf im Juli 
1667 mit Schweden das frühere, aus den Dreißig- 
jährigen Kriege ſtammende Bündniß wieder ber. 
Am 23. Jan. 1668 fam ein Bündniß zwiſchen Eng- 
land u. ben Niederlanten zu Stande u. alle drei 
Mächte vereinigten fich zu einer Tripleallianz 
gegen 5. Nah mehreren Unterhantlungen u. ei⸗ 
nen, von den Verbiindeten erzwungenen Waffen- 
ſtillſtand, u. nachdem bie Niederlande, als Lud⸗ 
teig XIV. Miene machte, diefen zu brechen, den 
Spaniern 6009 M. zu Hülfe jchidten, fam am 2. 
Mai 1665 ber Friede von Aachen zu Stande, dem 
gemäß Frankreich die Franche Conite an Spanien 


zurückgab, bie in ten Katholiſchen Niederlanden er⸗ 


oberten Plaätze uber behielt. 

Die Republik der Niederlande hatte durch bie Spa⸗ 
wien geleiſtete Hülſe Ludwigs XIV. heftigſten Unwil⸗ 
len erregt, weshalb er feine Kriegspläne jetzt gegen 
diefe richtete. Zu dem Ente gewann er zunächſt 
Kurt IT. vun Englaud, dem er Unterftiäung zu defien 

egen bie englifhe Verfaſſung beabfichtigten Staats» 
Ereiche verhieß. Dieſer trennte ſich von dem Nieber- 
lunten u. verfprach ben König Yubwigmit Subſidien 
zu unterſtützen. Dauun brachte er auch Schweden von 
dem Wüntniffe mit den Generafftuaten ab u. ſchloß 
niit biefen Staate einte einerfeits gegen Dünenurf, 
anbererſeits gegen bie Nieberlande gerichtete Defen- 
fioullianz (14. Apr. 1671). Am 12. April 1672 er- 
Närte Frankreich u. Englund, buld burauf auch der 
Biſchof von Münſter u. der Kurfürft von Köln ben 
vereinten Nieberländern ben Krieg. Anfunge hat⸗ 
ten die Generaiftaaten feine anderen Verbündeten 
als Spanien, ntit den fie am 17. Dec. 1671 eine 
Alianz geichlefien hatten, mwerin ihnen Spanien 
Hülfe an Geld u. Truppen zufagte, u. den Kurfükc- 
ften von Brandenkurg, welcher 20,000 M. Trup⸗ 
pen veriprad. Ein franzöſiſches Geſchwader unter 
d'Eſtrées hatte ſich mit der englifchen Flotte unter 
beim Herzog von Merk u. Dientague, Grafen von 
Sandwich, vereinigt; beide Geſchwader züblten 
ſammen 120 Schiffe u. lagen bei Solebay vor An⸗ 
ter. Der bolländiſche Admiral Ruytex griff mit 95 
Kriegefihifien u. Fregatten tiefe Ülberınacht am 


7. Zuni 1672 an u. ſchlug fie nach blutigem Ge- 


feht. Während deſſen war Ludwig XIV. in Bere 
fon, ven Turenne u. Conte begleitet, mit einer 
Arınee von 120,000 M. gegen bie Vereinigten Rie- 
derlande vorgedrungen, marfchirte gegen Geldern, 
nahm Triei, Weſel u. Rheinbergen obne Wider⸗ 
ſtand, überſchiffte den Rhein bei Tolhuis am 12. 
Juni 1672, nahm Doesburg, Zütphen, Arnheim, 
Nimwegen, Crevecoeur ꝛc. n. hielt am 30. Juni, 
nachdem der Herzog von Luremburg ſich mit 
30,000 M. tötniichen u. münſterſchen Truppen ver⸗ 
einigtu. ganz Over⸗Yſſel jaft ohne Widerſtand erobert 
hatte, feinen Einzug in Utrecht. Die Vereinten Nies 
derlande begannen nun Friedensunterhandlungen, 
während Ludwig nach Paris zurlidlehrte. Die For⸗ 
derungen Frankreichs waren indeß fü boch geſpannt, 
daß die Neicderländer es lieber auf das Äußerfte lom⸗ 
men laſſen wollten. Wilhelm von Oranien, nad 
ben Sturze te Wirts zum lebenslänglichen Statt» 
balter in 4 Provinzen ernannt, fchloß mit Dem 
Kaijer Leopold I. im Juli 1672 ein Bündniß. Die 
kaijerlichen Truppen ftießen bei Halberſtadt uuter 


356 


. Montecucnli zu dem Heer bes Kurfürſten von Bran⸗ 
cenburg u. rüdten gegen Münſter u. den Rhein 
oor. Nun begann Ludwig, da bie Holländer wieber 
ortſchritte machten, mit bein Kaifer u. dem Kurfür- 
en von Brandenburg zu unterhandeln, u. ber Letztere 
chloß am 10. Juli 1673 zu Voſſem einen Neutra⸗ 
litätsvertrag mit F., um den Verheerungen feiner 
am Rhein gelegenen Landestheile ein Ende zu ma⸗ 
en. Der Felbaug 1673 wurde von den Franzoſen 
mit der Belagerung von Maftricht eröffnet, welches 
fi den 1. Juli ergab. Gleichzeitig fiel Turenne m 
die Länder am Mittelrhein u. in Franken ein. Der 
Kaifer, dadurch zu größerer Anftrengung bewogen, 
‚jammelte ein Heer von 17,000 M. am Nieberrbein 
u. fandte Montecuculi mit 30,000 M. gegen Zur 
zenne, vertrieb biefen von rechten Rheinufer, über⸗ 
fhritt den Rhein bei Coblenz u. verband fich bei 
Andernach mit Dranien, welcher unterbeffen im 
Septeniber Naarben genommen hatte. Beide bela- 
gerten Bonn, das am 11. Nov. auch fiel. Der Ein- 
fall ber Franzoſen in Deutſchland bewog das Reich, 
den Reichskrieg an Frankreich zu erllären, Brau⸗ 
deuburg (das ein Si Ifscorp8 von 14,000 M. ver- 
iprad), Pfalz u. Braunſchweig ſchloſſen Separat⸗ 
verträge mit dem Kaifer u. ben Nieberlauden, wie 
denn jchon im Mai Dänemark 10,000 M. u. 40 
striegsichiffe u. im Juli der Herzog von Lothrin- 
gen, welchen Lubwig ſchon 1670 aus feinem Her- 
Jogthume vertrieben hatte, 3000 Reiter gegen Sub⸗ 
ſidien verhießen hatten. Noch ungünſtiger wurde 
Die Lage Fes durch drei von ben — 
erfochtenen Seeſiege u. durch den am 19. Febr. 
1674 zwiſchen England u. Holland abgeſchloſſenen 
Frieden zu Aral a Die Berbandlungen auf 
dem Friedenscongreß in Köln zerſchlugen fich we⸗ 
gen ber übermäßigen Forderungen Ludwigs XIV. 
im April 1674, ber Kurfürft von Köln u. ber Bi- 
{hof von Münfter entjagten Darauf ber franzöfi- 
{hen Allianz. Um bie fpanifchen Truppen in Ita⸗ 
lien an einen Durchmarſch nach Deutichland zu hin⸗ 
dern, traf Ludwig 1674 eine Convention mit ter 
Schweiz. Der Brinz von Oranien drang indeß ger 
gen die franzöfifhe Grenze vor, Conde hielt ihn 
aber bei Senef am 11. Aug. 1674 auf u. lieferte 
ihm dort eine Schlacht. Beide Theile fehrieben fich 
ben Sieg zu. Da die Niederländer einen Separat- 
frieden nicht eingehen wollten, jo nabın der Krieg 
1675 feinen Fortgang, beſchränkte ſich aber auf 
Märſche u. Gegenmäriche, Beobachtungen u. De⸗ 
monftrationen. Judeſſen fiel Turenne beim Be⸗ 
ginnen bes Gefechts bei Sasbach am 27. Juli 1675, 
u. Condé erhielt da8 Commando. Auf Ludwigs 
Betrieb eröffnete 1675 Schmeden den Krieg mit 
Brandenburg; dadurch wurde ben Niederlanden bie 
Unterfiügung des Oroßen Kurfürften u. der Braun⸗ 
jchweiger entzogen, n. F. erlangteinden Niederlanden 
u. am Rhein wieder das Übergewicht. Die Franzojen 
benutten dies, um Karl von Lothringen, ber bad 
Commando ber kaiferlihen Armee 1676 übernom⸗ 
men, Trier erobert, Philippsburg genenimen u. 
fi) Lothringen genäbert hatte, anzugreifen, Sie 
vertrieben den Herzog aus Dlainz, nörhigten ein in 
Elſaß eingedrungenes öfterreichifches Truppencorps, 
zu capituliren u. beſchloſſen den Feldzuq damit, daß 
ie am 14. Nov. 1676 Freiburg im Breisgau ein⸗ 
nahmen. In den Niederlanden machten fie ebeufalls 
aeue Fortſchritte. Auch der Kampf zur See lief in 
dieſem Jahre günftiger ab, indem %. das gegen 


—  —- 


Frankreich (Geſch.) VIL (B. 1673-1699) 


Spanien empörte Meſſina mit Exrkeig 
Das erfte größere Treffen zwiſchen ber 
ipanifhen u. franzöfiichen Flotte bei 
Yan. 1676 zwiſchen Strombeli u. & 
unentidhiebeg. In einer gueiten Edi 
Beh: des Atua, wurbe Ruyter gleich 
N ährlich verwundet u. ftarb ben 29. 

ie ihres ausgezeichneten Führers ber 
lãndiſch⸗ ſpaniſche Flotte wurde bald d 
lermo gli geichlagen, u. Ludwig X] 
bes Mittelmeeres. Unterbeflen wurde 
von den betheiligten Mächten über ı 
verhandelt, ohne baf eine Ginigung 
fonnte. Das Jahr 1677 brachte bi 
neue Vortheile, Balenciennes murke 
ber Marihall von Luremburg ſchlu⸗ 
Mont-Ealjel. D’Efirdes nahm in der 
ben Holländern bie Infel Tabage 
brobte England fi nıit ben Gegner 
binden, indem es fi) durch ven Bert 
ben 6. Jan. 1678, mit Holland allii 
ein franzöfiiches Heer in Flandern ein 
u. Ypern eroberte, ſchloſſen die Gew 
nen Waffenftillftand, welchen troß ix 
Wilhelms Ill. von Oranien ber deftni 
frieden zu Nymmegen, ben 10. Aug. 
Kurz vor Ratification bes Frieden 
Franzoſen zwar noch einen Berluf 
Prinz von Oranien am 14. Ang. be 
turemburg bei Mons ſchlug, jeder 
Vertrag trotzdem ratificirt. er war! 
gelungen, alle feine Gegner zu trem 
ben Abſchluß von Separatfriedener 
den einzelnen Mächten erreichte er beı 
Länderzuwachs. Hanbelsinterefien | 
milder gegen bie Generalftaaten aufyı 
er daher alle Eroberungen zurüdgab ı 
ftelung der beiberjeitigen Untertban 
ber Schifffahrt u. des Handels ver 
Beilpiel Hollands folgte am 17. St 
welches in dem erft 16. Dec. beflätigt 
Franche Conité u. alle von den Fran 
bern gemachten Eroberungen, mit A 
Charleroi, Courtray, Dudenaarbe, | 
Limburg, an F. abtrat. Der Friebe n 
u. dem Reiche kam 6. Febr. 1679 zu 
Kaiſer gab darin ſtillſchweigend zu, d 
behielt, was e8 befaß, gab bagegen ı 
tion ein, wodurch er feine u. des Rei 
bie Stäbte im Elſaß wahrte. Freibum: 
burg mwurben an das Reich zurüdgeg 
zwang Lutwig dur WVerbeerung Pd 
Beſitzungen Brandenburgs ben Kurfi 
Frieden von St. Germain en Laye ã 
demzufolge biejer die ben Schweden en 
ber zurüdgab. Unter ähnlichen Benin 
auch Dänemark, Braunſchweig u. be 
Minfter Frieden. 

Diefer glänzende Erfolg feiner X 
ner Diplomaten flillte indeß keineswe 
begierbe Ludwigs XIV., fondern ſpo 
mehr an, faft ganz Europa noch einn 
gegen ſich aufzubieten. Inzwiſchen 
Innern das Ziel feiner Heirſucht e 
Parlament war das fügſame Rarke 
malt geworben u. die Previnziaffän 
nicht mehr, gegen bie Steuerauflagen tı 
auch wenn fie noch fo brüdend waren, 


Teaufseih ( Geſch) VIL (B. 16801685) 


37 


. Eubwig hatte es bahim gebracht, | er fchleifen ließ, bemädhtigte, Tonnte tweber Oraniem 
& ben befannten Aneſpruch L'étot ı noch ber Kaijer den Bebrängten beiftchen, u. es lam 


: tonnte. Durch Eentralifirung der | am 29. Juni u. 26.9 


‚5 er bie provinziellen Berſchieden⸗ 
bem bie Separatintereflen der Gou⸗ 
» ben allgemeinen Interefien bes 
bes Könige, unterortnen mußten, 
nzoſen ſich ale Nation fühlen, u. das 
wigefühl Lehrte fie die Gewaltthä⸗ 
Könige weniger ſchmerzlich empfin- 
Befriedigung feiner Ruhmbegierbe 
amen für Kriegerüftungen wie für 
es Hofes vergeubete. Die Einbuße, 
idte durch die Beſchränkung ihrer 
ng erlitten, wog ber materielle Ge⸗ 
die beflere Organtfation der Ver⸗ 
Regierungsbeamte erwirfte, u. ber 
n Berluft mancher Vorrechte um fo 
zahlreichen Hofämter ihm Gelegen- 
den Vergnügungen u. Zerſtreuun⸗ 
Theil zu neben, u. bie triegerijche 
Könige ben Cbrgeiz vieler auf deu 
ılte, Den ihnen die Tbeilnabme an 
m ber frauzöſiichen Armee gewährte. 
jeder rechtliche Anlak zur Wieder 
Kriegs gegen bie öſtlichen Nachbar» 
fand einer jeiner Räthe ein Mittel, 
rechtlichen Schein über den beabjich- 
ub zu breiten. Zu bem Ende wurben 
ı Reuniondglammern errichtet, 
be feit 1680 Anſprüche, welche Frank⸗ 
bes Beſitzes der ihm in den letter 
zen abgetretenen Gebiete auf andere 
ithümer u. Srafichaften batte, reno⸗ 
fie richtig wären, bie Städte u. Di- 
ziehen ſollten. Demgemäß wurden 
em König von Schmeben gebörig), 
eldenz, ein Theil der Biothümer 
Speier, Sponbeim, Miimpelgard, 
{hen Nieverlanten die Grafichaft 
, Yuremburg u. mehrere lüttichiche 
Frantreich gehörig erflärt u. von ib» 
der Lehnseid geicrbert, bei Strafe 
ion. Die Meineren Städte u. Staa- 
derſtehen konnten, geberchten, Die grö⸗ 
weden, Pfalz u. Württemberg, wen⸗ 
an den Kaiſer u. verlangten Schutz 
Uſurpation. Durch ſolche Anma⸗ 
jt, ſchloſſen bie Generalſtaaten u. 
1681 ein Schuß⸗u Trutzbündniß 
ich auf 20 Jabre, den ſogenannten 
trag, dem 16%2 auch Spanien u. 
traten; allein innere Parteiungen 
iederlande art energiichen Maßregeln. 
wußte Dänemark durch Zahlung ei- 
bſidie von dem Bunde zu entfernen, 
’, indem er Karl II. einen Jahrge⸗ 
fodann hinderte er durch Beſtechung 
in einer gemeinfanten Action, machte 
ye, wie Brandenburg u. Münfter, 
deſſelben abipenftig, indem er die⸗ 
ı Reutralitätövertrage bemog, u. be⸗ 
'aifer im Oſten feined Reiche, wo er 
iſche Agenten Ungarn u. bie ‘Pforte 
onen gegen Lfterreich vermochte. 
>84 in den Spaniichen Niederlanden 
nd einfiel, ſich dort Courtrays, Dix⸗ 
senburgs, hier Trier, deſſen Werte 


ug. 1584 zu einem 2bjährigen 
Waffenſtillſtand zwilchen ben Kriegführenden. Bei 
demfelben behielt Ludwig einftweilen Strasburg 
(mit Kehl), das er fhon 1680 ohne Witerfiand ge« 
nommen batte, Yuremburg, Bovines, Beaumont 
u. Chimayh, jo mie die Pläge in ben Nieberlanden, 
bie vor dem 20. Aug. 1683 mit Frankreich verei⸗ 
nigt worden waren, auch follten bie Souveränetäts- 
rechte auf Elſaß vom Kaifer nicht mebr beftritten 
werben; dagegen verſprach Ludwig AIV., in den 
neu erworbenen Befiyungen bie Katholische Religion 
aufrecht zu erhalten. In bemfelben Jahre demü⸗ 
thigte Ludwig XIV. die Genuefen u. zwang fie 
durch das Bombarbement von Genua vom 18.—28. 
Mai zu einem Frieden (12. Febr. 1655), wodurch 
bie Republit dem Bünbniffe mit Spauien entlagte. 
Rübmlicher war ber Seekrieg Ludwigs mit ber 
Raubfiaaten Algier u. Tripolis, melde beibe 
Städte von ber franzöſiſchen Flotte 1684 u 
1655 bombartirt ır. zu Verträgen zur Sicherheit 
bes franzeſiſchen Seehandels genöthigt wurben. 
Wäbrend der glückliche Erfolg dieſer Kriege der 
Kriegerubın rudwigso noch vergrößerte, ſank das 
Anjeben feiner Krone im eigenen Lande in Folge 
bes immer mehr gefleigerten Deipotienus u. ber 
mit deniſelben verbuntenen Sittenlofigleit des Ho⸗ 
je. Drüdente Steuern zebrten an dem Marke des 
Bolkes, u. Colbest, um bie Geldbedürfniſſe des Kö⸗ 
nigs zu befriedigen, ſah fich genötbigt, zu den ver 
werflichften Mitteln zu greifen, weiche ſchon feine 
Borgänger zum Ruin des nationalen Wohlftandes 
u. der geſetzlichen Orduung des Staates angemenber 
hatten. Straßenanflänfe u. Erceſſe des Volles ge 
gen Steuerbeamte mußten blutig unterbrüdt wer 
den, der Yanbbau lag darnieber u. Auswanderun 
war für Viele die einzige Rettung, um bem Bette 
fake zu entgehen. Diejem Elend gegenüber ftaub 
te maßloſe Verſchwendung Des Hofes, wo die Mat 
treſſen des Königs mit den Günftlingen deſſelben fich 
im Aufſuchen raffinirter Geuliffe Überboten. Dazu 
fam, Daß nach Colberts Tode (1683) der König ſich 
ben Einflüfterungen feiner Maitrefie, ver Marquiſe 
von Maintenon, ergab u. von biefer u. von feinem 
ränlevollen Dinifter Louvois bewogen wurde, am 
22. Oct. 1655 das Erict von Nautes zu widerrufen 
Hatte er fchen vorher jebe ſelbſtändige religiöle 
Richtung innerhalb Der Karholifhen Kirche zu unter 
bräden gefucht, weil er das Überfpringen derſelben 
auf das politifche Gebiet u. beshaib eine Macht⸗ 
ſchwächung des Königthums fürdhtete, fo war e8 jet 
fein Plan, mit Gewalt die völlige Einbeit der Kran 
zöflfchen Kirche herzuftellen, welche cr im Übrigen ben 
päpftlihen Einwirkungen gänzlich entzogen batte. 
Aller erfinnliche Zwang ward angewendet (f. Dra- 
gonaden), um bie Proteftanten zum Katholiciomus 
zu befebren; viele fügten fih ber Gewalt, aber ein 
großer Theil der gewerbtbätigften Fabrikanten u. 
Kaufleute reformirter Städte wanderte aus u. fie- 
belte fich ale Refugies mit beträchtlichen Capitalien 
in Eugland, Holland u. Norddeutſchland an; ein 
anderer Theil fliichtete fich vor den Verfolgungen 
in die Sevennen u. erregte bort fpäter ben Krieg ber 
Samifarden (Sevennenkrieg, ſ. d.). Dieſes Er- 
eigniß ſetzte die proteſtantiſchen Staaten Europas 
in natürliche Oppofition gegen F., während bie treu⸗ 
loſe, eroberungsſüchtige Politik des Könige, feine 


558 


tes Auftreten auch die katholiſchen Mächte endlich 
zu gemeinfamem Wiberftande gegen ven Störer bes 
europäilchen Friedens emigen mußte. 

Der 1686 erfolgte Tod des Kurjürften von Pfalz- 
Simmern, bes Brubers ber Herzogin von Or⸗ 
leans, gab Ludwig wieder Gelegenheit, auf Die Allo« 
binfertichaft im Slamen ber Herzogin, obfehon dieſe 
bei ihrer Heirath förmlich darauf Verzicht geleiftet 
batte, Anſpruch zu machen. Zugleich gab die Wahl 
eines Kurfürften von Köln, zu welder Ludwig 
ben Bifchof von Strasburg, Egon v. Hürftenberg, 
vorſchlug u. deſſen Wahl 1688 durchſetzte, der aber 
vom Bapfte u. Kaifer nicht beflätigt murbe, "fo mie 
das Glüd des Kaiſers gegen die mit 5 in freund- 
fchaftlicher Beziehung ftebende Pforte, Beranlaffung 
zu einen neuen Kriege mit dem $taifer, Spanien, 
England, Holland, Savoyen u. dem Deutichen 
Reiche. Am 21. Juni 1686 kam zwiſchen dem Kaiſer 
Leopold J., den Niederlanden, Schweden u. ben 
vornehmften Reichsfürften das Bündniß zu Augs⸗ 
Burg zu Stande, wodurch fich dieſe Staaten ver- 
pflichteten, Frankreichs Anmaßungen zu wiberftre- 
ben u. bie bisherigen Verträge aufrecht zu erhalten. 
Ludwig XIV. fuchte erft Durch Unterhandlungen 
den Streit binzuzieben, um zu rüften, u. ließ 1687 
80,000 Dann unter dem Befebl bes Dauphins in 
die Pfalz einrüden. Um die Anfprüche des Grafen 
v. Fürſtenberg auf das Erzbisthum Köln zu unter- 
ſtützen, befetste er Bonn, Kaiſerswerth u. a. Haupt⸗ 
ftädte des Kurfürſtenthums, während Köln felbft in 
den Händen ber Kaiferlihen war. Ohne Schwie⸗ 
rigteiten eroberten die Branzofen Pfalzburg, Speier, 

orms, mehrere anbere Rheinfeftungen, Trier u. 
Huy, u. vor Ablauf des Jahres 1687 war bie ganze 
Pfalz u. ber Mittelrhein in ihren Händen. "Der 
Bebaug Ludwigs XIV. 1688 hatte den Zweck, eine 

iverfion zu Gunften der Türken zur machen, melche 
Kaifer Leopold I. abhielten, etwas gegen %. zu un⸗ 
ternehmen; darüber verfäumte er aber, fih mit 
einer bedeutenden Macht gegen bie Niederländer zu 
wenben, um zu verhindern, daß Wilhelm v. Oranien 
feine Landung u. Thronbefteigung in England durch⸗ 
fee. Während ver Abweſenheit Wilhelms hatten 
Spanien, das Deuntſche Reich u. bei. Brantenburg 
ben Schutz der Niederlande, welche unter bem Gra⸗ 
fen Wilhelm v. Walded ein Heer auiffiellten, über- 
nommen. Der Erfelg Wilhelms v. Oranien n. feine 
Anerfennung ale König von England bewog das 
Deutiche Reich, am 14. Kehnar 1659 vudwig AIV. 
den Krieg zu erflären. Ludwigs XIV. Truppen 
zogen fih beim Anrüden der Reichötruppen vom 
rechten Rheinufer zuriick, verheerten aber zuvor auf 
Louvois Befebl auf das Unmenjchlichite Die Pialz 
u. brannten alle Wohnſitze, bie fie erreichen fonnten, 
nieder. Die Verbündeten nahmen nun einen Theil 
von Köln, das Kurfürftentbum Trier u. das Lüt⸗ 
tichiche wieder u. fchlugen ten Marſchall von Hu—⸗ 
mieres bei Walcourt. Die Brandenburger, Braun- 
fihweiger, Ofterreicher, Sachſen, Baiern u. Heffen 
anter dem Herzog von Lothringen ercberten Miatıtz 
u. vereint mit den Brandenburger Bonn. Der 
Kailer vermochte tie Generalftaaten am 12. Mai 


1699, mit ihn in einen Bund zu treten, deſſen 


Zmed war, F. zu zwingen, Alles herauszugeben, 
was es fett dem Pyrenäiſchen Frieden erobert habe, 
aud ten Herzog von Yorbringen in feine Staaten 


| 


wieder einzufetgen ; zugleich gavantirte ein geheimer : 


Frankreich (Geſch) VIL (B. 1686: 20837 


Mißachtung gefchloffener Verträge u. fein verleden⸗ 


Artikel dem Haufe Öfterreich, nad ven 
Spaniens, die Succeifion in ſͤmmtũch 
Befiyungen. Später traten Witheim I] 
von England, Spanien, das Deutjch 
voyen u. Schweden biefem Bertrage be 


bie berühmte Große Alliam gebilter. 
mark entfagte dem franzöfi Bäni 


8000 Mann gegen F. Dennoch gt 
Heere u. Flotten faft allenthalben. 
Head ward am 10. Juli bie vereinte | 
englifche Flotte geichlagen; gleichzeiti 
Franzoſen unter bem U von! 
bie Rieberlande ein, mıngingen ben © 
u. ſchlugen denfelben bei $leurus am 1. 
20 wurde die Lage F⸗s bedenklich, 
König Wilhelm ILL. in Haag die ( 
Mächte der Großen Allianz babin baı 
Mann gegen F. ins Feld zu ftellen 
Ende mehrere deutiche Fürften Subfl 
land befamen. Indeß brangen bie Frı 
vor, nahmen Mous vernieben abe 
fehte. Im Juni 1692 eroberte der D 
ban Ramur u. ter Herzog von Lu 
den Angriff Wilhelms III. kei Stern 
mit Grfolg zuräd. Inbeffen Drang iv 
Savoyen verwüſtend in Die Dauphin 
fi) dort feſt. Unglüdlich lief das Umte 
wigs zur See ab, al er eine Flotte ve 
ausgerüftet hatte, um Jakob II. ve 
wieder auf den Thron zu fehen. ! 
wurbe biejelbe von ter englifchen n. 
Flotte bei la Hogue gänzlich gefchlag: 
nur 29 Schiffe retten konnten. Day 
der Befehlshaber berjelbken, der Gr 
ville, inden er über eine Handelsflott 
beten berfiel, bei Cap St. Bincent 
Folgen jedoch unwichtiges Seeneiter 
folglos war aber auch das von den B 
Inni unternonmene Bombarbementt 
mehr Nachdruck wurden Dieppe u. 
von der vereinigten Flotte beſchoſſen. 
centrirte Ludwig XIV., nachdem er i 
ben Orden des heil. Ludwig zur X 
tapferſten Offiziere geſtiftet hatte, ſeine 
macht auf die Niederlaude u. erſchien 
Juni zum letzten Male bei der Armee. 
wurde von Luxemburg am 29. Juli b 
eihlagen, ein Zieg, welcher Den fran 
n große Bertbeile brachte. Am Rhe 
befebligte, vermieden beite Theile ei 
treffen ihrer Hauptcorps Indeſſen n 
wig AIV. mehr Der Mangel an &k 
folge der Verbündeten ein Antrieb, d 
juchen. &8 waren bereits alle Mittel 
Unterhaltung der Armee neue Steuer 
Ludwig bemühte fih deshalb wieder. 
ratverträge Die Macht jeiner Feinde 
aber Wilhelm von Oranien, der Kaiſer 
fürſten ließen ſich dieſes Meal nicht ü! 
mehr trat auch Sachſen zu dem gre 
Braunicweig -Woltenbüttel fehler ı 
mit England ur. Holland wegen Stellu 
truppen gegen Subſidien, u. die Große 
1695 in Haag zwiſchen dem Kuiler, 
ſtaaten, England, Spanien, Sucoyı 
burg, Vaiern, Braunhmweig-Yünebut 
u. mehreren anberen Neichsftänten en 
mehr wurden die Franzoſen, weicener 


Fraukreich (Geſch) VIL (B. 16951715) 


fen Felbherrn, den Marfchall won | Begierig machte, das Erbe am fi zu reißen. Um 


wrioren, in bie Defenfiwe gedrängt. 
ziemont u. Catalonien war ihnen das 
Dies benutzte Ludwig, um zunächſt 
a Eavoyen zum Frieden zu bewegen, 
J. 1696 kam ber * von Turin an 
emäß F. ulle Eroberungen zurüdgab. 
ven verbunden, zwang nun nicht nur 
en Kaifer für Italien einen Waffen⸗ 
gefteben,, ſondern Ludwig gab auch, 
den aus Italien gezogenen Truppen 
drei Armeen verſtärkte, den inzwiſchen 
end Vermittelung angeknupften Frie⸗ 
Mungen größeren Nachdruck. Der 
eh zu Rosmwijd, einem Dorfe bei Haag, 
Mai. Anfangs drangen der Kailer, 
Spanien auf Erfüllung Des Wefttäti- 
ãiſchen Friedens, verlangten demnach 
e Straeburge nebſt Zubebör, Frei⸗ 
iſachs, ten Widerruf ter Reunionen 
einſetzung des Herzogs von Lorprin- 
e Ercberung Barcelenas, 27. Aug., 
ten zu arößeren Conceifionen, u. als 
and u. Zpanien am 20. Sept. 16547 
Zeparatiricten unterzeichneten, ſchloß 
ſer u. Das Reich ben 30. Oct. Frieden. 
Srmijcer Frieden wurde Ritbelm III. 
: England anerfannt, ben Niederlän- 
Burrierepläße in ben Katholiſchen Nie⸗ 
tlliat, ein Handelstractat mit Hellaud 
panien alle demſelben in dem legten 
nen Zritte in Catalonien ıı. ben Nie⸗ 
ücaeneten u. faſt fännntliche Einver- 
‚Ge die Reunionskammern in Namır, 
Flandern, Brabant u. Kennegan ge⸗ 
wieder aufgehoben. Das Deutſche 
lee außer Elſaß u. Strasburg zurück, 
mebrere Feftungen geſchleift. Wegen 
der Herzogin von Orleans an die 
n beide Tbeile den Papſt ale Schieds⸗ 
iſtweilen erhielt die Herzogin jährlich 
9. Der Herzog von Baiern wart als 
Köln anerkannt u. der Cardinal Für- 
: in fein Bisſthum Strasburg zurüd. 
on Yorbringen erhielt feine Staaten 
behielt F. das Durchzugsrecht m. die 
ouis u. vongwy. 
te in dieſem lebten, in feinen Reſultate 
en Kriege ten Woblſtand Der Nation 
nzeen Eroberungsjichtaufgeopiert. Die 
8 Staates war in den traurigften Ver⸗ 
Durch Creirung von Renten u. durch 
bie Echuldentaft tes Staates auf 209, 
eftiegen, die zum Tbeil mit 81 Procent 
n mußten. Der größte Tbeil bee Sil- 
:r königlichen Schlöſſer u. vieler Land⸗ 
te während tes Krieges in bie Münze. 
ung ber Amter, welche bem Könige, 
[ben verkaufte, iin Laufe des Krieges 30 
trug, vermehrte auch Die Staatslaften, 
tt Durch mehrmalige Driinzverrdlech- 
unbedeutend, das Grunteigentbum 
Hälfte feines Werihes geſunken u. die 
es Landes bedeutend zurückgegangen. 
Des Departements bes Auswärtigen 
Marquis be Torcy gerreten, ald das 
eheude Erlöſchen des den ſpaniſchen 
yenben Hauſes Habsburg Ludwigx IV. 


ben Anfprücen tes Königs ale Geniahl ber Schwe⸗ 
fter Karls II. ven Spanien größeren Nachdruck u 
geben, zumal da Ludwig AIV. bei feiner Bermäh- 
lung auf alle Erbanfpritche verzichtet batte, fnchte 
fih te Torcy Durch diplematiſche Kunftgriffe ben 
nöthigen Einfluß auf Karl IT. zu verichaffen. wo⸗ 
durch dieſer dahin gebracht wurde, ſein Reich dem 
2. Sohne des Dauphin, Philipp von Anjon, au 
vermachen. As aber nach tem Tode Karle TI. 
Pbilipp V. ald König von Spanien 4. Dec. nad 
Matrid abgereift war, erhob der Kaifer gegen bie 
Toronbefteigung Einſpruch, u. Ludwig XIV. murbe 
genätbigt, das Recht feines Eukels mit MRaffengemwalt 
zu vertbeibigen. Der Spaniſche Erbfolgefrieg ver- 
einigte von Neuem England, tie Generalftaaten, 
Kaifer u. Reich zum Kampfe gegen %. in der großen 
Allianz vom 7. Septtr. 1701 zu Haag; f. Eyanie 
{cher refofgefrieg, In diefem Kriege bot Lubmi 
vie fehten Kräite feines au@gejegenen Landes aut 
Wiederum mußten Lie alten verberbliden Maß⸗ 
regeln ter Münzverfhlechterung (welche üÜberdies 
faft ganz dent Auslande zu Gute kam, indem na- 
mentlich Holland, ſobald tie Einziehung der oefferen 
Münzen begann, dieſe auflaufte), der Berfauf-nen 
geihaffener Aınter (welche zum Theil auf ben nie 
drigften Befchäftigungen berubten, wie 3.3. das Anit 
ter Plancheurs, d. i. ter Arbeiter, welche vom Ufer 
Breter an die Schiffe legten), u. der Creirung von 
Renten mit einer Zinszahlung von 10 Procent den 
von Jabr zu Jahr freigenten Bedürfniſſen bes 
Staats zu Hülfe fonıınen. Dazu kam noch die Aus⸗ 
gabe won Papiergeld, beftebent in Anweiſungen, 
welche eingelöft werben felften, fobald bie Imprä- 
gung der Münzen vellentet war, ed. in ten von 
der Darlehnkaſſe mit 8 Brocent Zinfen ausgegebe⸗ 
nen, nad 6 Monaten einzuldienten Villets. Beibe 
Sorten Papiergeld, fo lange der Staat feine Ber- 
flichtungen erfüllte, zum Nennwerth curfirend, 
anfen bald bis anf 36 Procent herab. Die Noth 
bes Yantes ſieg 1708 in Folge einer Theurung auf 
ben äußerfien Grad, fo daß es in Paris bereite zu 
Straßenauflänfen am. Da endlich dachte der König 
ernſtlich daran, 1709 den Frieden zu Stande zu 
bringen. Aber Lie Unterbandlungen mit ben ein» 
zelnen fiegreichen Mächten filbrten zu Leinen Ziel, 
u. nur der Durch einen Zufall berbeigefiihrte Sturz 
der Whigpartei in England rettete F. vor einer voll» 
ſtändigen Demüchigung durch die Waffen des eng 
lifchen Feldherrn Marisoreugb u. des kaiſerlichen 
Generals Prinz Eugen von Saveyen. Doch erfl 
1712 ſchloß Großbritannien für fich den Frieden zur 
Utrecht, ten ſich die Generalſtaaten bald Daranf 
anſchloſſen. Auch ber Kaifer verſtand fich endlich zu 
dem Frieden von Raftabt im Februar 1714, in 
welchem ter Rysmwijder Frieden beftätigt wurde, ber 
Kaiſer aber tie Stadt vandan an F. abtreten mußte 
Das Ziel des Kricges, Philipp V. Den Thron Spas 
niens zu fichern, hatte Ludwig XIV. erreicht, alle 
Nebeunländer Zpaniens aber waren Üfterreih u. 
Savoyen zugchallen, Ber Rubhm u. Glanz feiner Res 
gierung war verblichen, Der öffentliche Erctit ruinirt, 
Du8 Platte Land bem Elend preisgegeben, während 
Die ftenerfreien Stände, der Adel u. tie Beamter 
in Eittenlofigleit u. Corruption verfielen. Nach 
Ludwigs XIV, Tode 1. Sept. 1715 begab ſich ber 
Herzog Philipp von Trleans, des verftorbenen Kö⸗ 
niga Neffe, nach dem Parlament u. ftic die Be⸗ 


von Maine, natürlicher Sobu des verftotbe- 
—— bie Rege el ee für. deu ‚wunänbigen 
Mreutel Ludwige 


Lubwi aan N ubnigkV, 


ber 2. Sohn des Herzogs von Burgund, war faum | 


5 Jahre alt, al8 ber Herzog bon Orleans fich von beim 
Parlamente zu Paris die ie Bst Stnatögewalt über- 
tragen lief. Die Negierung ging jebt a bie Hanbe 

eines Mannes Über, Der wobl Tbatkvaft u. Berfiand 
aeg gehabt hätte, F. von ber Bahn bes Verberbens 

abzuhalten, beim ber Staat mit raſchen Schritten ent» 
‚gegeneilte, aber deſſen Unfittiichkeit u. Irreligiofität 
aur dazu beitrugen, den jocialen Ruin bes Laudes zu 
beiörbern. Um ſich in feiner Stellung zu bejeftigen, 
Nice erte. er feinen frühern Gegnern Berge ai. zu, 
ärte ben hart bebrüdten Janjeniften Weg 
aa bertrieb. bie Yeluiten u. nahm bie unter Yub- 
AIV. gegen Erſtere —— Verhaftsbefehle 
gurilc, Um die Öffentliche Meinung noch mehr zu ge» 
—5—— gab er ſcheinbar einen Theil ber abjoluten 
Gewalt auf, indem er die jogenaunten Negierungs- 
conjeils für bie verſchiedenen Zweige ber Regierung, 
‚aus je 72 —— beftehend, einrichtete, deren 
Beratbung jeber wichtige Act unterbreitet Werben 
wlite, a au jtellte ex jr eſugniſſe bes Parlaments 
in jo weit wieber ber, als er bemjelben ar 
vor Regiſtrirung ber Edicte beim Könige Vorflel- 
ungen bagegen zu Banden banfte 2,000 M. 
Truppen ab, verließ bie adhe ber Stuarts Altz« 
lid u. gab "deu auswärtigen Mächten Friebend- 
verſicherungen. Um aus ben Finanzverlege JE 
BTL Beilionen 16 melde ibm ui 6 mr 
illionen ſchwebender Schulden in Sch 
ſcheinen auf —A8— Kaſſen u. 86 Mil. Eiai 
— ein Capital von 1200 Mill. reprä 
alſo pn Summa 2 Milliarden binterlaflen * 
erlärte ber Herzog zwar nicht geradezu ben Staats⸗ 
banlerott, rebucirte aber tie Forderung der Staats⸗ 
läubiger fowohl in Betrefi des Capitals wie ber 
Su wodurch der Staat 400 Mill. Schulden 
ſchüttelte. Die Aproc. Staatebillets, welche an 
e ber 5— 10 prxoc. Schuldſcheine traten, hat⸗ 
— in Folge dieſer Gewaltmaßregel ſo geringen 
Credit, daß fie auf 60 Proc. ſanken. Noch mehr 
verlor das öffentliche Vertrauen durch bie unter ber 
Form des Rechtes wegen früherer Unterſchleife vor⸗ 
genommenen iheilweiſen Berm — 
wodurch den Finanzpächtern u. königlichen Lieferan⸗ 
‚sen 220 Mill. abgepreßt werben ſollten. Protectio⸗ 
‚nen bei ben Maitrefien des Herzogs u. den zahl- 
reihen Genoffen feiner ——— reducirten die 
— auf 70 Millionen. Alle dieſe Operatio⸗ 
ſowie die Umprägung ber Münzen, um fie ob⸗ 
oh in früherem Gehalt zu höherem Nennwerthe 
auszugeben, reichten indeß nicht aus, um Ausgabe 
und Einnahme ins Gleichgewicht zu jegen: ale — 
Schotte, John Law, dem Könige die Errichtu 
ner Töniglichen Zettelbauk vorſchlug, um bie S IE 


den sach u. nad) durch den Gewinn zu tilgen, den 


er dem Staate von dieſer Einrichtun verfprad. 
Sein ſchwindelhaftes Project hatte Anlage eiuen 
unerwarteten Erfolg, u. davon verblenbet, über- 
zun der Regent feine Roués, wie er bie fittenloje 
Schaar ſchmarotzender Höflinge nannte, mit Reich 
thümern u. zahlte ſelbſt England Subfidien, indem 
erdas Papiergeld ins Unendliche vermehren ließ. Das 
Partfer Parlament verweigerte endlich im Juni 1718 


gegen 
Eine, franzöfildhe Armee unter bem 


Seautcih: er — —— 





onlaufe, — — 
ben bei dieſer — von dem 
zen von Geblüt zu 

—* —— —— ———— 
5 —— alle ten Negenten yı 


bem Herzog v. Maine bie Regeutichaft! 
Des Regenten erfier Minifter u. Ber 
ber burd feine — it beruch 
welcher ſchon amd. Jan. 1717, uum de 
ilippe V. von Spanien auf die R 
enlgegemuwirten mit Euglaud u. 
aaten die fogenamte Zripleallian; ini 
jen hatte, entdedte Die Berjhwörunga 
nil n Sei eianbten, ‚og v. Cellamar 
IB oo. "hie Herzogin v. Maine —* 


bed Bretagni 


Beitritt bes ee in eine — 
wandelt worden, u im Jar, 1749 wen 
ber vereinigten ps 


Berwick, 40,000 M., fiel in Spanitı 
am 16. Juni Fuentarabia u. am | 
Den ian u. eig bier bie im 


fpanifche Kriegsflotte. Der König 
trat in Folge —* Berluſte m. 
Duboit cheuen Beichwater bene 
1720 der Ouabrupelallianz bei, ja c 


gar 27. März 1721 in ne Birne, 
tubiwig XV. mit einer 


einer 
Mittlerweile Dar ek Tagen 


(Del. Bank U Tun Law) 
Bantlerott ber er en te Tanſend 
mögen u. die Schulbenlaft. des Stasi 


abermaliger gemaltiamer Gchufben 
rebuctionen aufibrer enormen Höfe, 
Vergeudung bes Hofes, welder «fl 
Millionen jogenanute Staatspenfione 
ben Law’ihen Banlerott verarmien a 
lien zahlte, jebe® yo überfchritt. 

Entihädigung fand ber Ratioralreid 
Berbeflerung ber Bobencultur, wel 
Lawſche Syſtem, indem e8 die Berm 
Grundbelaſtung ermöglichte, herbeig 


aber bie Handelsverwirrung wer | 
bie Erbitterung des Volks ge biete 
von Tage zu Zuge zu. Ro 


allgemeine Unzufriedenheit, al6 der 
ſönlichen — en Dubois 7: 


denfelben vie taugt 
Jeſuiten u. mit ihnen die ara 
rädrief. Ein Jahr fpäter, 1 


Frankreich (Geſch) VIL (B. 17231748) 


|, ei ber Regent überlebte ihn nur bie zum 


ssıber. 

ng XV., feit 15. Febr. 1723 volljährig, 
} die Sorge für die Regierung nad) bem 
e6 Cardinals Dubois u. bes Herzoge von 
5 feinem Lehrer Fleury, welcher bie natür- 
lagen des Könige, auf Tändeleien binge- 
. bie angeberme Angftlichteit deſſelben ge- 
»tte. Den Namen des Premierminiftere 
jzFleury bem babgierigen Herzog v. Bour- 
em durchaus unjäbigen Kopfe. Die boben- 
sanzperwirrung, hervorgerufen Durch bie 
gften Operationen, wie 3.8. tie Fixirung 
Taufspreifes der Waaren auf ein Fimitum, 
y ter durch Münzverichlechterungen herbei- 
m Theurung vorgebeugt werben fellte, nahm 
‚mit der ſchamloſeſten Maitreſſenwirthſchaft 
ke nun noch mebr überband. Auch trat noch 
Strenge in der Berfolgung der Refermirten 
bens widerſetzte fich das Parlament den 
n Experimenten ber Regierung ; vera- 
gein zwangen e8, fich dem Willen des 
ad. Fleury's zu fiigen. Um dem ibm ver: 
gen Herzog von Orleans jete Ausficht 
n zu rauben, beſchloß der Herzog von 
wig XV. fo bald ale möglich zu ver⸗ 
Desbalb wurde die Sjährige, jeit4 Jah⸗ 
am franzöſiſchen Hofe lebende ſpaniſche 
Maria Anna zurüdgefhict, Dagegen hei 
wig XV. Maria Yelzczundfa, die Tochter 
eßten Bolenlönigs. Die Folge dieſes Bor- 
yar eine Spannung mit dem beleibigten Hofe, 
wbefj wegen der Bermidelung Spaniens in 
ge Berhältniſſe keinen Friedensbruch nach ſich 
ĩd Darauf entfernte Ludwig AV. den Herzog 
bon vom Hofe, als diefer Fieury zu verbrän- 
ihtete, u. bie volle Gewalt eines Premier- 
6 ging 1726 an den, vom Papfte zum Cardi⸗ 
Kennen Fleury über. Wein biefer aud) eine 
Reform der beſtehenden Zuftände nicht zu 
ufgabe machte, io bemübte er fi, wenig. 
nr grödften Gittenlofigfeiten Des Hoflebens 
ee, Die Ausgaben bes Hofbalts zu beichrän- 
urch eine tbeilweile Beränterung des Ab- 
en den Drud der Etenern zu vermin- 
(nf feinen Antrieb rief der König den Her⸗ 
Maine wieber an ben Hof. Obwohl von 
a Fanatismus frei, begünftigte Fleury doch 
webungen bes Bapftes gegen bie Sanjeniften, 
aber, als ter König die Abjegung eines 
Biſchofs auf Grund ter Bule Uni- 
durchfetzen wollte, mit tem Parlamente 
Differenzen. Nachdem Fleury anfangs 
dung, dann buch Smangsmaßregeln 
zur Regiftrirung bes löniglichen Edicts 
gefucht hatte, ſah erfich endlich 18. Ang. 
lat, nachzugeben, ba bie Oppofition fich 
ze Kreiſe zu verbreiten brobte. Diefe Nach⸗ 
& hob wieder das Selbftgefühl u. Die poli- 
ebeutung des Parifer Parlaments, ale 
u bes Rechts gegen Königliche Willfilr. Hin- 
ber äußern Bolitit war Fleury bemüht, F. 
wen zu erhalten. Er brachte estabin, daß in 
ebens- u. Defenfiotractat am 9. Won. 1729 
Ma alle Mifverhältniffe zwiſchen Epanien, 
b, Holland u. F. ausgeglichen wurben, wid 
Gewährleiftungber PragmatifhenSanction 
ehr RaiferKariV I. deshalb auch in ihn Drang. 

erfafs@erifon. 4. Mufl. VI. 















561 


Trotz ber riebensliebe des Earbinale wurbe %. 
inbeß 1733 in einen Krieg mit dem Kaifer u. Au 
land verwidelt, ale nach des Könige Augufl . 
von Polen Tode (1733) durch franzäfifchen Einfluß 
ber Erlönig Stanislaus Leſzezynoli, Tubwige XV. 
Schwiegervater, zum König von Polen gewählt 
worden war. Am 10. October erklärte F. bem 
Kailer ben Krieg; ber Graf von Belle Isle beſetzte 
Lothringen u. eine franzöfifche Armee unter Vil⸗ 
lers drang in Stalien ein u. eroberte mit Hülfe 
Eardiniens 4. Novdr. Mailand. Die Eroberung 
von Kehl veranlaßte auch das Reich zur Theil- 
nahme am Kriege. Am 2. Mai 1734 wurden bie 

ranzojen aın Po geſchlagen u. erlitten 15. Septbr. 
eine neuen Verluſt bei Secchia. Die Theilnahme 
Spaniens am Kriege gegen, ben Saifer gab ben 
franzefiihen Waffen neues Übergewicht, ale 1735 
die Spanier Sicilien u. Neapel erobert hatten, 
Folge deſſen kam 3. Octbr. 1735 der Frieden von 
Wien zu Stande, demgemäß Stanislaus der Krone 
von Polen entjagte u. Lothringen u. Bar mit ber 
Bebingung erhielt, daß dieſe Länder nad feinem 
Tode an 5. fallen follten. So erwarb F. ohne große 
Anftrengungen ein für die Abrunbung feines @e- 
bietes wichtiges Grenzland. Die friedliche Politik 
Fleury’s u. Die Verbeflerung des Abgabenweſens 
brachte immer größere Ordnung in den Gtaate- 
bauabalt, wenn auch der innere Wohlſtand bes 
Yandes fih noch nicht heben wollte, Die Ausficht 
auf eine Abftellung der zahlreichen Übel, an welchen 
ber Staat krankte, wurde vollends durch ben Cha⸗ 
ralter des Könige vereitelt, indem biefer bafb 
der Spielball ehrgeiziger Günſtlinge u. ränkevoller 
Paitreffen wurbe. Als der Tod Kaifer Karls VI. 
20. Ocibr. 1740 den Oſterreichiſchen Erbfolgelrieg 
veranlafßte, mußte Flenry der Kriegspartei nach⸗ 
geben u. von ber Anerkennung ber Bragmatifchen 
Sanction zuritdtreren. Alle Einheit ber Bermaltung 
hörte aber auf, al® der Cardinal 29. Ianuar 1743 
ftarb, u. der jeitber nur mit Berluft geführte Krieg 
brachte das Yand von Neuem tem Staatsbankerott 
nabe. Vergl. Ofterreichiicher Erbfolgekrieg. Der 
Triebe au Aachen 18. Octbr. 1748 brachte F. nicht 
den geringften Gewinn, während ber Krieg unge» 
beure Summen verichlumgen, das Yand entvöllert, 
den Handel zerrüttet u. die franzöfifche Seemacht 
faft ganz vernichtet hatte. Die Etaatsfchuld hatte 
fih in Folge des Krieges um 1200 Millionen ver⸗ 
mehrt; Elend u. Roth herrichten im ganzen Lande, 
der Aderbau lag darnieder u. der Gewerbfleiß kam 
nur langfaın wieber zu Kräften. Der König aber 
hatte kein Auge u. kein Obr für bie Leiden feiner 
Unterthanen, Seitdem bie zur Marquiſe von Pom⸗ 
pabourerbobne Frau eines Finanzpächters über feine 
übrigen Maitreffen 1744 den Sieg davon getragen 
batte, ergab er ſich blinklings ben wüfteften Aus- 
[hweifungen, während die herrſchſüchtige Marquiſe 
bie Regierungsgewalt immer mehr an ſich riß u. 
die dem Lande erpreßten Abgaben in der tollſten 
Weiſe verſchwendete. Das Beiſpiel des Hoſes 
verbreitete die Sittenverderbniß in immer weitere 
Kreiſe. Die Achtung vor der weltlichen u. kirchlichen 
Autorität ſchwand mehr u. mehr, Laſter u. Verbre⸗ 
hen verzehrten ben geſnuden Kern ber Geſellſchaft. 
Die Literatur Diefes Zeitraums trug das Ihrige dazu 
bei, ben öffentliben Zuftänden allen moralif 
galt zu rauben. Der Hof u. tie fogenannte feine 

ejellichaft liebte es, mit den philefophilden Aneeıı 
3 


568 


Frankreich (Gefch) VII. (B: 172908 


Voltaires m. der Encyklopädiſten zu ſpielen, dem | Erfhöpfung ber Kaflen n bes Landes, 


boblen Unglauben u. der Perläugnung aller fitt« 


lichen Geſetze das Wort zu reben u. in ber frivolſten nien, in Kolge deſſen 


Weile das deilige zu profaniren. Vergebens war 
das Bemühen Machaults, des Generalcontroleurs 
ber finanzen, die allgemeine Einführung einer 
Grund⸗ u. @infommenftener durchzuſetzen. Die 
Geiſtlichkeit u. der Adel bebarrten bartnädig bei 
ihren Rechte, zu ben Laſten tes Staates nur durch 
fogenannte freiwillige Gefchente (Dons gratuits) 
beizutragen. Um biefelbe Zeit erneuerte fich ber 
Streit zwiichen der Geiftlichkeit u. dem Parlamente, 
intem das Lebtere gegen tie auf die Bulle Uni- 
genitus geftügten Verordnungen bes Erzbiſchofs 
von Paris als ein Eingriff in die richterlichen Befug- 
niſſe des Parlaments Proteft erhob u. bie Ausfilfrung 
jener Verordnungen 18. April 1752 gerabezu unter- 
fagte. Als aber vudwig von ber Seiftlichleit gewon⸗ 
nen wurde u. das bei jeinem Widerſpruch bebar- 
‘rende Parlament aufbob, um die Befugnifie deſſelben 
einer fogenannten Juſtizkammer zı übertragen, 
verbreitete fich Die Oppofition auch auf bie Unter- 
‚gerichte, welche den Befehlen der mit Hohn u. Spott 
überhäuften Juſtizlammer keine Folge leifteten. 
Der König gab endlich nach u. büßte Durch Wieder⸗ 
berftellung des Parlaments 30. Aug. 1754 abermals 
einen Theil bes geringen Anfebens ein, welches ihm 
noch geblieben mar. Aber ſchon inı folgenden Jahre 
erneuerte fich Der Zwieſpalt in folge eines püpft- 
lichen Breve. Als Darauf der König dem Großen 
Rathe ((srand eonseil d’6tat) die Befugniß des 
Parlaments Über die Eingriffe geiftlicher Richter 
in bie weltliche Gerichtsbarkeit zu nrtbeilen über⸗ 
trug, legten fait alle Deitglieder des Parlaments u. 
ber großen Kammer ibr Ant niever. Die dariiber 
entſtandene allgeineine Aufregung u. cin Mordver— 
fuch gegen ben König im Januar 1757 beſtinnnte bie 
Regierung, fi dem Willen des Parlaments zu fü- 
gen. Einig war dagegen Das Parlanıent mit der 
Regierung fortwährend, in der Verfolgung der Res 
formirten u. gegen die nächtlichen gottesdienftlichen 
Berfammlungen berfeiben wurden bie blutigften 
Mittel nicht geichent. 

Die troſtloſen Zuſtände des Landes verſchlimmer⸗ 
ten fich noch mehr durch den grundlos berbeigefüihrten 
Krieg mir England in Folge ber Greusftreitigleiten 
zwiſchen ben Kolonien beider Reiche in Oftindien. 
Die Abrufung des Gouverneurs Dupleig (j. d.) 1754 
binterte ben Ausbruch der Feindſeligkeiten nicht, wie 
auch in Nordamerika ähuliche Verhältniſſe zu Reibun— 
gen führten. Den Krieg eröffneten die Frauzoſen 1756 

mit Beſetzung der den Engländern gehörigen Inſel 
Minorca. Zu gleicher Zeit ließ ſich Der König durch 
die von Maria Therefia gewonnene Marquiſe von 
Pompadour bewegen, „die Alianz mit Preußen 
eiter Verbindung mie X fterreich aufzuopfern. In 
Folge deſſen nahm F. Theil an ten Siebenjährigen 
Kriege (ſ. d.). Die geringe Diſeiplin ber zwei 
franzojiichen Armeen, welche Ludwig AV. gegen 
Preußen u. Hannover ausiandte, ermöglichte es 
Friedrich dem Großen u. Ferdinand von Braun⸗ 
ſchweig, bie eine 1757 bei Roßbach, bie andere 1753 
bei Krefeld ohne große Anftrengumgen zum Rückzuge 
zu nötbigen. Trotz bieier Verluſte rüjtete Ludwig 
1759 eine britte Arnıee aus, welche bei Diinten 


“ofchtzgen wurde, u. verjtärkte den Neft derſelben 


—1762 auf 150,090 Mann. Der Verluſt 


glück der Engländer auf dem Meere u. 
., deſſen $ie 
nichtet war, im eignen Lande bedroht w 
eudwig XV., obwohl er durch ben 
Bourboniſchen Familienpact, welcht 
ſeitigen Garantie ihres Beſitzthume 
boniſchen Höfe: F., Neapel u. Spoe 
15. Aug. 1761 verband, Bunbesgeno| 
batte, zum Abſchluß des Friedensvon 
1763. In dieſem Frieden verlor F. al 
auf dem Feftlande von Rorbamerila 
am Senegal. Mehr ale diefe Länderver 
das Land der Drud der Kriegsfteuer 
König un. die Marquife von Por 
binderte, für ben Hof allein 117 9 
einem Sabre (1759) zu verausgaben. 
fchulden hatten fi) während bes Krie 
leihen, die in bei verſchiedenſten $orı 
gebracht waren, fo vermehrt, daß a 
Gewaltmaßregeln Staatsgläubiger ı 
ter in ihren Rechten tief verletst wi 
Die Verichleuderung der Domaine 
Fortgang. Die Üble Finanziwirtl 
endlich das Parifer Barlament n. au 
Provinzialparlamente dahin, ben 

des Königs, welche auch nach Be 
Krieges die während deſſelben gefd 
ſumtions⸗ u. Kopfftenern fortzuerb 
die Kegiftrirung zu verweigern. Di 
Oppofition ber Barlımente nötbigte 
bei der herrſchenden Mißſtimmung 

einigen Punkten nahzugeben. Da 
durch feine fteten Erfolge ermuthigt, 
1764 bie Bertveibinig Der Jeſuiten. 9 
Zeit fand auch ein Umſchwung Der € 
Parlaments zu Gunſten der religi 
jtatt, u. bie Cinwirkung ber neuen Zeit 
ih Die Yehre ven ter Gleichbere 
Menschen, Ientte bie Gemütber meh 
dem religigjen Fanatismus ab, wäbr 
nach einer Umgeftaltung ber fich imn 
wirrenden ftaatlihen u. focialen Zu 
Zage zu Tage beutlicher, nanıen 
Menge von Flugſchriften, zu erken 
Herzog von Choiſeul, welcher dam 
bes Staatsweſens war, bemübte fi 
Retuction des Heeres bie Mittel 

um wieber den Grund zu einer Ma 
auch den Verluſt Canada's durch die 
Guyana's zu erfegen, die Landwirt 
Sechanbel zu heben u. ben Gewerbfl 
jeitigung einiger Zunftbeſchränkunge 
aber ker Grund Des Übels, an meld 
litt, entging jenen Scharidlick. & 
Staatöleitung fiel Verbringen nad | 
Königs Stanislaus 1766 an F. u. | 
1769 von ten Genueſen durch B— 
ben, mußte aber erft von einer fra 
mee unterworfen werben. Indeſſen 
Conflicte der Regierung mit den 

fort, namentlich fchritten dieſelben ae 
rauch der königlichen Verbartabet:t 
ten aber tie Anerkennung des Eru 


: Niemand jeinen geſetzlich beſtimmten 


zogen werden Dürfe, nicht erreichen, 


‚ begünftigte den, wegen ſolchen gex 


t bei Wilhelniſtbal 24. Juni 1762, die Gegner verlibien Mißbrauchs der Gm 


Trusted {&d&) VIL (B. 1971-1976; — 







ichteriachen ionen —53 | 
y Necht, beliebige Werbäftäbeichle | 
bt aufgeben weilte. Da es jeist mit 


Rahbrnd bei der Oppofition vers | 


Gewalt ar. Eimlönigliche® 
ter der Parlamentärätbe 
* des Barlamients trat wieder 


XVI. u. die Entwidelnn der 
1774—1789. ZudbwigäVl, 
lei Könt beftieg ben Thron 


v Berftanb lich ibn bie 


ganzer Stände 
währenbe este ei bes Kems u 
hwächte die Gewalt ber gierung 
ı Maße, bis dieſelbe enblich — 
nig® entgleiten mußte. Wie Lubwig 
zung antrat, laftete anf ber großen 
4 noch der ganz 3e Drud bes Fendal⸗ 
| der Abel längft feine politiſche Ber 
Aßt hatte u. ſelbſt der von ber Ge⸗ 
ben als hoffähig ausgeichiebene hohe 
lbſtammung bi6 vor das San Fr 
ante, fein anderes Vorrecht 
taben te als —* ae ie 
It wurben. Die meiften Be 


—— waren ——— von 


nu. von dem en mit — 
— in Anſpru a geh 
————— ———— 
—28 des Volles jo ut wie gar 
jegen die Willfür bes Grunbberem 
en Beamten. Befler war bie Yage 
— obwohl biefe ala Blirgerfiand 
» litiſche Bedentung hatten, denn 
ou hatten ſich von der Seſammtheit 
— — Klaſſe abgeſon⸗ 
wier exblich waren u. bie Beſther 
eiſtens Anelstiplome nefauft hatten. 
mem, Bärgerfanbe rubte faſt ber 
gs Abgaben, von welchen bie Weift- 
Yia, jogenannten freiwilligen Ge⸗ 
zu Zeit Sreilanfte, während bie 
mer) De ſowohl von bem Grund⸗ 
» as ben Rachtern bezahlt wutve. 


djeſe aus dem reichen B 





Di) war elme and) dem 


—— Kopf kur ee 
ee BP; * vor 
—T 


auch te 
deren jedes ——— 
. B. ver — ne Ahlen. 


F was. Bur Srhebung 


won 
uf Die Staatebaſſe zus 
Diele Berwidiung bes ne 


55 medien, n. enbfich troſtloſen Hechtegu- 
nie eigen 


eijigen Gtreben jener — — ihre 
g zu behanpten u. ihre en. erweitern. 
enfe war ber Denk, welchen die nichtpriile⸗ 
irten Stäxbe be Oppofition dee lamente 
zollten, nicht rd eine Art der Aabänglichlelt au 


tionen, fonbern Aus 
ben Abel eg euch er 


zu 
uubermeibi * di in ‚non dem 
nn is Men — er 5* 


u. — bes kirchtichen u . ‚welttiden Deipor 
Maurepas glaubte. darch 
Rekung ber — (1974) der vffentlichen 


Infitut hatte ſich völlig überlebt u. war ber Durch⸗ 
Whrung wirllicher Reformen nur hinderlich. Dies 
zeigte ſich Iogtei, als Turgot ben Handel buch 
Abichaffung r Innern Zolliehranien, ber Weg⸗ 
feohnden u. Zünfte in eine freie Bahn Ienten wollte. 
Mit dem Barlamente traten die Prinzen, bex Abel 
u. der Cierus dieſen Mafregein entgegen. Mau⸗ 
repas wurde durch die Deshalb angezettelte Intrigue 
ewonnen u. Zurgot n. Maleeherbes nahmen ihre 
ntlafjung (Mai 1776). Ebenſo fcheiterte der 
Kriegsminiſter St. Germain mit feinen Beſtre⸗ 
bungen, das Heer zu bilcipliniren, an bem Wider⸗ 
fpruche bes Adels (1777). Auf Zurgot folgten in 
der Finanzverwaltung Elugny, dann Tabureau, 
u. als dieſe ſich nicht zu helfen wußten, Necker. 
Die Stellung deſſelben als Ausländer, Proteſtant 
u. Bürgerlicher war den Cabalen des Hofes gegen⸗ 
über eine ſehr ſchwierige, aber die Rathlofigkeit der 
Regierung erhielt ihn im Amte von 1777 bie 1781. 
Das Zutrauen, weiches Neder genoß, verichafite 
auch dem Staate Erebit, u. ‚ohne die Steuern 
erhöhen, konnte Ludwig an bem Kriege ber engli- 
en Eolonien in Rorbamerifa gegen das Mutter- 
nd zu Gunften der Erſteren Theil nehmen. (Bol. 
Nordamerikaniſcher Freiheitskrieg.) In dem Frieben 
zu Verſailles 1783 erhielt F. die Infel Tabago zu⸗ 
rüd u. das Gebiet von Bondichery wurde erweitert. 
Die rückkehrende Armee, welche unter Yafayette 
Auhm geerntet hatte, war inbeß erfüllt von ben 
Kreibeitsibeen ber Norbamerifaner- u. beförberte 
nicht wenig ben Drang nach politiichen Neuerungen. 
Inzwiſchen war Neder ein Opfer der Hofintriguen 
geworben. Sein Compterendu, bie erfte Veröffent- 
ichung bes Budgets, war bie Urſache feines Sturzes. 
Nach zwei verunglädten Verfuchen, ihn zu erfegen, 
trat Calonne 1783 an feine Stelle. Maurepas 
war mittlerweile (1781) geftorben, u. ſeitdem er- 
hielt Die Königin, ald Haupt ber Partei Polignac, 
entichiebenen Sinfus auf bie Regierungsmaßregelu 
des Könige. Dieler Einfluß war indeß anfänglid 
fein dem Staatowohl geradezu nachtheiliger, viel⸗ 
mehr räumten neue Geſetze u. Berortnungen manche 
barkarifche Einrichtung des Mittelalters im Erimi- 
nalweſen aus bem Wege, bie religidfe Duldung 
wurde mehr u. mehr Regierungsgrundſatz, u. es 
fehlte nicht an Anftrengungen, ben Handel u. bie 
Induſtrie zu befreien u. zu heben. Aber die Königin 
wear theils al8 mitwirkende Urfache biefer Reformen, 
theils als Oftreicherin, theils wegen ihrer Abneigung 
gegen das Treiben u. die Gewohnheiten bes fran⸗ 
zöſiſchen Adele, am meiften aber weil fie den Blänen 
ebrgeiziger Höflinge, fi) in bie Gunft bes Könige 
einzujchmeicheln, entgegen wirkte, allen Hofparteien 
ein Stein bes Anftoßes, u. ber hohe Adel u. bie 
Geiftlichkeit verſchmähte kein Mittel, um auf bie 
öffentliche Meinung zum Nachtheil bes Ruf ber 
Königin einzumirten. Schmählchriften Ei bie 
Königin wurden in Maffen verbreitet u. ber Parijer 
Pöbel bezahlt, um Demonftrationen zu machen. 
Das von ben Hof- u. Adelsparteien übrigens 
auch bei allen Gelegenheiten, wo fie eine beab- 
fihtigte Regierungsmaßregel riidgängig machen 
wollte, angewandte Mittel, ben Pöbel zur Aus- 
Übung von Erceffen zu organifiren, mar feine ge⸗ 
ringe Urſache der Macht, welche allmälig die Hefe 
bes Volks gewann, um ben Staat in ben Strudel 
ber Anarchie hinabzureißen. Anfangs ſchien unter 
Kainnne's Verwaltung Alles trefflich zu geben, 


Srankrelch (Geſch) VIL (C. 1776-989. 


benn in ben Zöniglt Kaflen war 
Geld, welches buch Amterverlauf, 
Anticipationen beigetrieben warte: € 
ben König das Schloß Rambonifiet, | 
Bauten, vermied jeben Anlaß, ben S 


fi an bem Ende feiner it, u 
biefer Zeit die Schuldenlaſt um 700 
vermehrt m. ein jährliches Deficit vı 
get. bewirkt hatte. Rum beftimmte 
önig zur Zuſammenrufung ber Not⸗ 
dieſen, ba er die untern Stände nich 
erhöhungen zu bebrilden wagte, Abhäf 
Die Berfammlung ber Rotab 
letsten Dale 1626 berufen worden war, 
Juli 1787 exdfinet. Bor biefer legte 
Rechnung ab n. verlangte die Bermillig 
gemeinen Grunbfteuer, um das jährlı 
deden. Die Verhandlungen ber Berfam 
balb in heftige Angriffe anf die Fina 
Calonnes über. Eine gegen beniel 
Streitihrift Neders trug überbies ı 
ben Unwillen zu vergrößern. Galom 
laſſen, u. an ſeine Stelle trat ter Erzbi 
welcher mit Lafayette Die Oppofition 
eleitet hatte. Dieſer fam auf bie 
—* zurück. Da Abel u. Geiſtlichl 
Opfer bereit waren, ſchloß Brienne 25. 
fanımlung, u. ber König verfügte av 
Erleichterungen bes Handels, bie E 
Stempeltare u. einer Örundfieuer. 2 
Iament von Paris weigerte fich, bie 
u. Stempeltare zu regiftriren, u. ale 
durch ein Lit de justice erzwungene 
Proteft erhob, indem es öffentlich erk 
Bewilligung fo der Steuern ı 
meinen Reihsftänden zukomme, eric 
weifung des Parlaments nad Troye 
läufe u. feine Abneigung gegen Gen 
veranlaften den König nachzugehen. 
ment lehrte 20. Septbr. nad arıe 
König verfammelte dafielbe zur Bewi 
Anleihe von 240 DIN. Ale der Herzo 
Orleans bei biefer Gelegenheit gegen | 
auftrat, verwies ihn ber König OR 
u. ließ zwei Oppofitionsmitglieder wı 
wohl das Parlament immer deutlich 
Hemmſchuh jeder Regierungsmaßregel 
welche eine Verbeſſerung der beſtehen 
bezweckte, behielt es dennoch die S 
Bollkes für ſich nur, weil es Oppofition 
jeber neue Widerſtand den Rüdzug t 
zur Folge hatte. Nicht um ben Fordern 
manttät u. bes Rechts zu genügen, fi 
größerer Macht zu gelangen, protefin 
auch gegen bie Verhaftung ver Barları 
bie erneuerte Hinweifung auf das Red 
Hände war nur eine, keineswegs ernſtg 
bung. Brienne u. Lamoignon bejchloffe 
Parlaments zu entlebigen n. die Regifl 
licher Edicte einer neuen Behörde (Cor 
beſtehend aus den Prinzen, Bairs, Parl 
benten, Provinzialdeputirten WW zı 
Das betreffente Edict, gegen welchet 
ment ſchon vorher eine Serflellung ı 
gerichtet hatte, erſchien am 8. Rai, bi 


Frankreich (Befch.) VIL. (C. 1788 u. 1788.‘ DL1789) 


*; nur 2 Sitzungen hielt die Cour | 
rall erffärte das Volk fich für Die Par⸗ 
in ber Bretagne u. Daupbine traten 
Bewegungen ein. Die Erbitterung, 
die Clubo, welche fich in den größeren 
Iden begannen, ſtieg noch, al6 am 16. 
ite8 Edict erfhien, wonach 4 ter Zah⸗ 
niglihen Schatzes in Creditſcheinen 
ı follten. Der König, eingeichlichtert 
iltuariſchen Bewegungen ın Paris u. 
zen, entließ Brienne u. Lamoignon u. 
bon Neuem in die Regierung. So— 
die Staatöpapiere um 30 Prec., alle 
urden baar geleiftet, die verhafteten 
‚tglieber befreit, die Cour pleniere 
aufgehoben, u. da Neder keine Aus⸗ 
as Barlament ihn unterftügen werbe, 
. die Neichsftände auf den 1. Mai 
nberufen. Uber die Einrichtung der 
nlung u. die Art der Vertretung bes 
‘es ſollte eine am 6. Nov. berufene 
mmlung berathen. Da biejezu keinem 
ordnete Neder bie Vertretung des 
8 Doppelt ſo ſtark als jeben Der beiden 
ean, überließ aber bie Enticheibung, 
n ob. Stänten abgeftimmt werten 
chsverſammlung felbfi. Die Wahl⸗ 
Lande war von TZumulten, heftigen 
r Flutb von Flugſchriften Begleitet, 
namentlih tie Schrift bes Abbe 
ift ter tritte Stand ? großen Eindrud 
n Eieyes für ben britten Stand auf- 
ıerft Das Veifpiel eines Abfalls von 
ten Ständen, ein zweited yab der 
u. Diefer Abfall begründete tie Po⸗ 
bie Bebeutung beider ‘Dlänner im 
gniſſe. 
rſte Revolution: vom Auße 
zur Entfegung bes Könige 
2. a) Bié zu Mırabeaus Tode 
'91. Am 5. Mai 1789 wurde der 
u Berfailles eröffnet. Gleich an- 
rfuchung ter Vollmachten eutſtanden 
Adel u. Geiftlichleit verlangten, dies 
von jedem Stande abgelontert, der 
e& follte gemeiniam Durch Bevoll⸗ 
eben werten. Nach vergeblichen Un» 
ſchritt ber dritte Stand zur Berifi- 
Umachten. Als die Wablprüfung be» 
-Blärte fich der britte Stand 17. Juni 
bes Abbe Sieyis für Die Annahme des 
nalverfanmilung, indem bie nicht 
n Deputirten der andern Stände als 
ı betrachtet wurden. Die Erwartung, 
n Allgemeinen von der Berufung ber 
yegte, u. die Aufgabe, welche die Na» 
lung zu haben meinte, ging weit über 
me, welches Die Regierung im Auge 
rbnung des Staatshausbaltes war 
ie Feſiſtellung einer repräfentativen 
‚ ber Volksrechte Hauptjache gewor⸗ 
kannte auch Neder nicht u hoffte durch 
Berfaflung bie revolutionäre Bewe⸗ 
ten. Inzwiſchen batie ſich die Mehr⸗ 
a8 entichloffen, fich an der National⸗ 
zu beiheiligen. Damit drohte Neders 
ettern, u. um bie De einiguug der 
indern, wurde plöblich bie nächſte 


Sitzung tes dritten Standes umterfagt u. ber 
Standeſaal mit Wachen beſetzt. Dennoch verfam- 
melten ſich tie Abgeordneten bes dritten Stanbes 
gleich darauf unter Baillys Borſitze im Ballhauſe 
u. ſchworen, nicht eher aus einander zu gehen, al® 
bis die Verfaffung des Staates vollendet ſei. Am 
22. Juni verfammelte man fi in ber Ludwigs⸗ 
fire, u. hier trat ber größte Theil ber Geifilichleit 
nebft einigen Adelsabgeordneten zur Nationalver⸗ 
fammlung. Nun fuchte der König auf friedlichem 
Wege zum Ziele zu kommen u. verfammelte bie 
Stände zu einer königlichen Sitzun , Neder nabın 
daran nicht Theil, weil der König ine Vorſchlãge 
zum Theil abgewieſen hatte. Die Erklärungen bes 
Königs liefen un der Hauptfache Darauf hinaus, daß 
jeder der drei Stände abgefonbert für fich berathen 
jolle. Dem am Schluß der Sigung den Ständen 
gegebenen Befeble, fich fogleich wieder zu trennen, 
kam nur der Arel u. ein Theil der Geiſtlichkeit 
nad, allein die Ahgeorbneten des dritten Standes 
blieben, u. al® fie der Großceremonienmeifter an 
den Befehl des Könige erinnerte, ergriff Mirabeau 
das Wort u. riß die Verſammlung zu der Erflä- 
rung bin, daß fie nur der Gewalt der Waffen meis 
chen würde. Diele anzumenben war ber König zu 
ſchwach, u. Die Folge war, daß die Stellung ber 
Nationalverfammlung fi) befeftigte. Zugleich bes 
ftimmte ein Bollsanflauf den König, Die Entlaffung 
Neders riidgängig zu machen. Am 25. Juni trat 
ein Theil des Adels, geführt vom Herzog von Or⸗ 
leans, zum dritten Stande u. am 27. Inni verei- 
nigten fich auch Die iibrigen Adeligen u. Geiftlichen 
auf Befebl des ratblofen Königs mit Der Nationale 
verfamininng. Inzwiſchen begannen bie Parteien 
außerbalb ter Berfammlung zu agitiren, Die Freunde 
des Beſtehenden bei Hofe, Die Revolutionäre unter 
ten: Volle u. in den Klubs. In Paris nahmen bie 
öffentlichen Reden der Bolleführer einen immer 
drohenderen Ton an, u. Da and die Beſatzung ver 
Stadt im revolutionären Sinne bearbeitet wurbe, 
309 der Hof etwa 30,0U UM. unter Marſchall Bro⸗ 
glto bei der Hauptftadt zufammen. Die ausbre- 
chende Theuerung nährte die Aufregung in Paris, 
n. als am 12. Juli Neckers Entlaſſung u. heimliche 
Abreife fund wurbe, brad ber Aulrube aus, 
Die Soldaten der (rardes trancaises ſchloſſen ſich 
ben Bürgern an u. ber beftländige Ausſchuß ter 
Wäbler von Paris organifirte eine Nationalgarde, 
nachden Waffen u. Munition aus dem Zeugbanie 
mit Gewalt berbeigejchafft waren. Die Plünterung 
des Invalidenhoteis 15. Juni vollendete tie Be» 
waffnung des Volkes, u. am 14. erflürmte baffelbe 
Die mit ihren Kanonen die Stadt beprobende Ba⸗ 
aan Der König konnte fich nicht zu militärie 
chem Widerſtand verfteben, u. als die Zügellofig« 
feit ber Bollsbaufen in Baris Überhand nahm, wies 
er auch ferner die Anwendung von Gewalt zurüd 
u. begab fih am 13. Juli in die Rationalverjamme 
lung zu Berjailled, um biefe aufzuforbern, ihm 
in Wiederherſtellung der Ordnung behülflich zu 
fein. Yafayette, mit einer Deputation nad Barıe 
gefandt, um Die Rube wieder berzuftellen, tourbe 
zum Commenbanten der Nationalgarde, Bailly zune 
Maire von Paris erwählt u. Beide vom Könige ber 
ftätigt. Jetzt wähnten fich viele mißliebige Perſo⸗ 
nen aus ter hohen Ariſtokralie wicht mehr ficher, 
ter Graf Artvis, die Prinzen Conde, Vroglio, Bre- 
teuil, bie Poliguach u. U wugberten nach Deuticdlanb 


366 


aus en Am 17. flattete 
ben Parilern einen Beſuch ab 
Stadthauſe bie beeifarbige Cocarde unter: allgemei« 
nem Subel. an. Der Strafenunfug bes Pöbels 
örte indeß nicht auf u. bie Ermorbung eines miß- 
ebigen Beamten, Foulon, durch wüthenbes Ge⸗ 
findel wurde, da das Gericht das Verbrechen nicht 
frafte u. bie bewaffnete Macht es nicht verhindern 
onnte od. wollte, das Beilpie zu einer Reihe ähn- 
licher Exceſſe, welche die völlige Anarchie vorberei« 
teten. Die Provinzialftäbte errichteten nun. auch 
Bürgermiligen u. das Anjehen des Könige u. ber 
Geſetze begann auch bier allmälig zu verlölchen. 
Die Nüdtehr Neders auf Verlangen des Könige 
wurbe zwar mit Beifall aufgenommen, aber Die ton 
angebenben Führer ber Maflen, Mirabeau u. ber 
— von Orleans, drängten ihn bald in den 
intergrund. Die Beſtrebungen derſelben reichten 
bereits weit über die Abſichten Neckers hinaus. 
Inzwiſchen war in der Nationalverſammlung 
eine ſchärfere Gruppirung der Parteien er 
folgt. Die ariſtokratiſche Partei, deren Verfech⸗ 
ter Sazales u. der Abbe Maury waren, ſchmolz 
leich von vorm herein durch Emigrationen zu⸗ 
—** die gemäßigte Partei, bie ſogenannten 
Sonttitutionellen, bildeten bie Bauptmafte u. zühle 
ten viele ausgezeichnete Mitglieder bes hoben 
Adels u. Clerus; bie britte Partei waren bie De⸗ 
molraten unter der Leitung von Sieyes u. Mira⸗ 
beau; eine gejonderte Fraction berjelben bildeten 
die zum Republikanismus ſich Neigenben, unter ber 
Fübrung von Petion, Bugot u. Robespierre. Die 
überhandnehmende Theuerung brängte mittlermeile 
zu neuen Sinanzmaßregeln. Zur Abbülfe der Roth 
wurde gleihmäßige Steuervertbeilung auf alle 
Stände vorgeſchlagen. Der hohe Adel machte noch 
meitere Conceifionen, u. am 4. Aug. wurden von 
des Nationalverjammlung alle Privilegien u. Stans 
desvorrechte aufgehoben. Am 10. Aug. wurben bie 
eiftlichen Zehnten abgefchafit. Der plötzliche Zu- 
— des Feudalweſens gab wieder Anlaß 
zu Exceſſen, namentlich auf dem platten Lande, da 
der Freiheitswahn bie Regelung der Zuſtände durch 
Geſetze nicht abwarten wollte. Die Verfaſſungsar⸗ 
beiten fohritten indeflen immer weiter vor, u. man 
entſchied fih am 12. Sept. fiir Eine Kammer, Die fich 
alle 2 Jahre erneuern follte, u. gewährte Dem Könige 
anı 21. Sept. ein ſuspenſives Veto. Der König 
acceptirte alle Beſchlüſſe ver Nationalverſammlung, 
zumalder Geldmangel u. bie Hungersnoth neue Aus⸗ 
brüche ter Volkswuth fürchten liegen. Zur Hebung 
ber Geldverlegenbeit willigte die Nationalverſamm⸗ 
lung in Neckers Vorſchlag, von jedem Einkommen 
Über 40 Franes ein Viertel als Steuer auszu⸗ 
ſchreiben. Die Theuerung gab der Demagogie um 
dieſe Zeit ein wirklſames Mittel in die Haud, um 
tie Revolution in Perntanenz zur balten. Gerüchte, 
welche die Abfichten des Hofs verbächtigtei, wurden 
ausgeſprengt, fo namentlich won Marat, welcher ein 
vielgeleſenes Blatt herausgab. Nachdem der Küng 
zur Sicherheit des Hofes u. um Ten Drud von 
Außen auf die Nationalverfammlung abzumehren, 
am 1. Oct. das Militär.in Berjatlles verſtärkt u. in 
oſſenſibler Weiſe bewirthet hatte, 303 am 5. Oct. 
ern tobenber Vollehaufen, zum greßen Theil aus 
Geniieverläufernnen (Damen ter Halle) befic- 
ben, nad) Verſailles. Der König beſchwichtigte Den 
Daufen ınit der ung, baß er ber 


oth in | 


BZyrankreich (Geſch.) VIL (D. 1780 u. 1790) 


jt Nationalgarben. T 
—R——— 


walt mißbilligte, wurde ſeine Stell 
bag er ſich der Anordnung des Ki 
nach London ins Eril ging. Bald de 
Nationalverfanmlung nad Paris, 
mit Hülfe bes gegen Zuſammenrottu 
Martialgeſetzes die Ruhe aufrecht er 
tionalverjammlung, um einen betri 
ihrer Mitglieder vermindert, welch 
gration anjchloffen, erffärte am 2. 9 
der Geiſtlichkeit, 3000 Mill. Livr., ı 
gehörig, u. ber König beflätigte bie 
geiftlihen Pfründen u. Güter. Am 
den auch die Parlamente u. bie gei 
aufgehoben u. am 12. Mon. die Cini 
83 Departements u. 747 Wahldiſtr 
Jedes Departement erhielt eigene V 
börben, jeder Ort eine Municipalitä 
gezogenen Güter ber Geiftlichkeit 

Staatshanshalt nugbar zu ınachen, ı 
tionalverfammlung 400 Mil. Affie 
Anweifungen auf das Durch den Verl 
zu löſende Capital. Die Nation: 
bielt feit bem 9. Nov. ihre Sitgungen 
Keitbahn, welde mit geräumigen 
Zuſchauer wngeben war. Ihre auf 
mie hatte ſich on bebeutenb verän 
Rechte Seite jehr zufammen gejchm: 
bedeutend verftärkt worten war. 8ı 
gann bie Tribune einen immer flär 
Einfluß auf die Berathungen ter Bi 
üben. Hinter der Tribune aber ftant 
lutionären Elub8 ber Stabt Paris. 
Agitation ging hier Hauptfächlich von 
verjammilungen aus, welche mit ver 
ten Diumicipalität ber Hauptftadt in 
Streite lagen. Der wichtigfte Diejer 
ber ber Cordeliers, mo Danton, 
moulin u. Fabre d’Eglantine Das 4 
Spott u. Schmähſchriften gegen t 
Parteien verbreiteten. Die Diunicipa 
jen Treiben Einhalt zu thun, inte 
name Nahforfhungscomite 
polizeiliche Anftalt, welche bald Den g 
revolutionären Journaliſten wach ru 

Die Nationalverfammlung fette 

fafjungswerf fort, bob ten Erbade 
Iieh dem König Den Titel König 
jen, lich ihm aber bie Anrede Zir 
Dieje, jowie alle aundern Beſchlünſe 
wig XVI., mwelder am 4. Febr. 1i 
perjönliches Erſcheinen in der Rat 
lung allgemeinen Enthuſiagemus bei 
gegen ihu erhobenen Anlagen, daß er 
treibt, zum Schweigen brachte. Re 
einer gefährlichen Aufregung gaben 


Seanfreich (Gef) VIL (D. 1790 u 1791) 


567 


Nationalverſammlung über bie künftige | Witerfireben u. nnter dem Drange ber äußeren 


bes Klerus, melcher insgeſammt gegen 
sation der Kirchengüter proteflirte. Am 
eurbe die Kivilconftitutien des Clerus 
dieſer fuchte nun in ten Provinzen Des 
nen zu feinen Gunften zu veranlaflen. 
u Emeuten u. Excefien, aber cbne daß 
die Geiftlichleit etwas anderes ald grö- 
terung ihrer Gegner gewonnen wurde. 
ber war ter theilmeije Verkauf der Na⸗ 
von ber Natienalverſammlung beſchloſ⸗ 
tliche Hofpenſionen wurden aufgehoben, 
e eine Civiſliſte von 25 Hill. Francs zu—⸗ 
. ben Aſſignaten Zwangecours ertheilt. 
lle dieſe Mittel der Finanznoth fein ra⸗ 
zu bereiten verſprachen, ſo beſchloß die 
rſammkung auf Mirabeans Vorſchlag 
Papiergeld mit Zwangoͤcours zu creiren 
„auf die Discentokaſſe lautenden Aſſig— 
gen einzuzieben. Dieſe Maßregeln u. die 
eit feiner Stellung zwiſchen dem Hefe 
ttionalverſammlung veranlaßten Neder 
ine Entlaſſung zu nehmen, ein Schritt, 
zeifall als Bedauern in der Nationalver— 
u. den Clubs erregte. 
ent juchte ter Hef an Mirabeau, 
ttendſien u. gewandteſten Reduer der 
rfanımlung, eine Stütze zu finden. 
ht, zum Miniſter berufen zu wer— 
der Meinung Vieler auch Geldgeſchenke 
z, beſtimmten ihn mehremale, zu Gun— 
zniglichen Autorität auf Die National 
ng einzuwirken, fo namentlich bei ker 
rem Könige Tas Recht über Krieg u. 
ftchen fe. Am 14. Juli zur eier 
sfefles ter Ereberung ter Baftille, Das 
Mardfelde zu ‘Paris glänzend gefeiert 
ſtete Der König den Erd anf Die von der 
janınlıma vellendete Verfaſſung, u. Der 
ruc tes Jubels u. ber Begeiſterung ſchien 
ſein für die Rüchlehr eines geerdueten u. 
cheszuſtaudes. Trotzdem narm die Auar— 
ı Erovinzen überband; tie Parteien ges 
mer beitiger an einander u. Armee u. 
de ven dem Gat der Meuterei angeſtedt. 
das Treiben Piarats, Deemoulins u. 
fen, durch die gemeinſten Verdächtigun— 
zolk gegen den Def, gegen Mirabeau, 
Adel u. Klerus aufzureizen. Der 
18 fand in den Flugblättern der Der 
nimer neue Rahrung. Auf Der anderen 
tem bie Umtriebe ber Emigranten, welche 
zrößeren Maſien an der deutſchen Grenze 
reinigten. in gleicher Weiſe aufregend, n. 
ſt von 30 Biſchöfen gegen Die Civil— 
ı tes Clerus that Tas übrige, um 
nung ter Semütrer zu vergrößern. 
mtrieben des Clerus entgegenzuwirlken, 
e Ratienalverſaumlung am 27. Novbr. 
allen Geiſtlichen Den Vürgereid zu ver— 
Schritt, welcher die Gallicaniſche Kirche 
thum ablöſte u. eine Der haupiſächlichſten 
ner wilden Parteitämpfe wurde, welche Die 
er Hauptſtadt auch in die Provinzen ver— 
zon 131 Biſchöſen leiſtelen nur Iren Eid, 
n der niederen Geiſilichkeit weigerien ſich 
Anzahl Pfarrer, dem Geſetze Genilge au 
ver König hatte am 26. Decker. nur mit 


— — — — — — — — — 


Uniſtände dieſer hauptſächlich von Mirabeau befür⸗ 
worteten Maßregel ſeine Zuſſimmung gegeben. Kurz 
vorher verließ ibn fein ganzes Miniſterium auf ben 
Wunſch ber Nationalverfammiung, welche wieber 
durch bie Agitation ber Clubs, namentlich Durch eine 
Deputation unter ber Führung Dantons gedrängt 
wurde, die Entlafjung der Miniſter zu fordern. 

Immer größer wurde inzmwiichen ber Drud, 
welchen das Treiben ber Clubs u. Der von ihnen 
inipirieten Tribune auf die Nationalverfammlung 
ausübte. Der bei weitem wichtigfte derſelben war 
ber von ber äußerten Linken gebildete Club ver Ja» 
kobiner (ſ. d.), welcher auch Nichtniitglieber der Nas 
tienalverſammlung aufnabnt, regelmäßige, öffent- 
lihe Sitzungen bielt u. durch affiliirte Clubs in den 
Provinzen feinen Einfluß über Dad ganze Land aus⸗ 
dehnte. Exit Mirabeau mit Der überzeugenden 
Krafı feiner Rede fich Den Beſirebungen Der außer- 
ften Vinken, dem Königihum nur ben Schatten einer 
Staategewalt zu laſſen, entgegeuſtemmte, u. Die ges 
mäßigten Mitglieder Der Yinlen, darunter Bailly 
u. Yafavette, in dem Club Der patrietifhen 
Geſeliſchaft ebenfslls einen Stützpunkt außer⸗ 
halb ber Natienalverſammlung au gewinnen ſuch— 
ten, während Die Diitglieber ter Rechten (Mous 
ardhiften) aus Furcht vor wüthenden Pübelbanien 
ſich nicht mehr zu Tem von ibnen aefifteten Club 
(Salon frangais; zu werjanmmel wagte, wurde 
die Parteileideuſchaft immer beiger entflamuit. 
Schon b;gannen Drebungen u. Den Anſtaud ver— 
Iegenbe Außerungen in der Neationalverſammlung 
zu fallen, u. Die Teputirten ter Rechten mußten, 
vom Pöbel inſultirt, um ibre eigene Zicherbeit bes 
jorgt werten. Gegen Ende Des Jahres 1790 er— 
bielt Die Bereits erganiſirie Macht Des Pariſer Pöbels 
einen Zuwachs durch Tie aufkeimende Bedeutung 
ded Clubo Der Cordeliero, deſſen Beſtrebungen auch 
auf eine ſociale Umwandlung Des Beftebenten, anf 
eine Emancipation Des Pöbeis im weiteften Sinne, 
geriibtet waren. Bier übten Dauton, Deomoulins, 
Santerre unbedingte Herrſchaft aus n. predigten 
ben robeſten Materialienuus. Noch war indeß von 
feier Seile Die Republik ald Zieipunft Der revo⸗ 
Intienären Bewegung bezeichnet worden. Aber Dad 
ungeſtüme Forträumen aller Grundlagen, auf Denen 
das alte Staatsweſen bafırt war, u. bie Unfähigleit 
der Rarifer Municipalität, Dein Zreiben Der Clubs 
u. Der Die gröbſten Schmähungen gegen ſegenannte 
Bollsfeinde verbreitenden, ja Pirest zur Inſurree⸗ 
tie aufferternden Preſſe Schranten zu ſetzen, 
brachten der neugefij.eten Ordnung ber Dinge von 
Tage zu Tage größere Gefahr. Der König konnte 
fi tas Berenlliche Der Situation nicht länger ver⸗ 
hehlen u. feit Anfang 1791 trat er mit Mirabeau, 
dem Cinzigen ber Durch jeinen Aubang, feine Fähig⸗ 
keiten u. feinen Much ven Umſtänden gewachleit 
ſchien, in geheime Unterhandlungen. Tumultuariſche 
Auitritie, welche ſich gegen Ende Februar täglich 
wiederhoiten u. ihren Hauptgrund in dem von ben 
Jeurnaliſien verbreiscien Gerüchte hatten, ber ganze 
Hof wolle fliehen (nur Die Tanten Dee Konigs reiften 
mit Zuftimmung ter Nationalverfaumiung ab), 
Prängten ben König, Mirabeau zur Ubernahme des 
Miniſteriums zu bewegen. Da erlraulte dieſer u. 
ſtarb am 2. April 1791. 

by Non Mirabeaus Tode bis zur Pro— 
clamatien ber Repubrik. Don num au jah 


MR 


368 


Bleiben ihm noch unerträglicher machte, waren res 
figiöfe Scrupel wegen ber Civilconftitution des 
Clerne, als ter Papit am 10. April in einem Schrei» 
ben bie Billigung derfelben heftig rligte u. am 13. 
April in einem offenen Erlaf an das Bolt in $. 
vor jeber Gemeinſchaft mit ben beeibigten Prieftern 
warnte u. dieſe ihrer Stellen für verluftig erflärte, 
Als der König am 18. April nad St. Cloud reifen 
wollte, verbreitete fi) das Gerücht, er wolle flie- 
ben, das Bolt hielt daher ven fchon in den Wagen 
Geftiegenen, trot allen Bemühungen u. Drohun- 
gen Lafayettes u. Baillys, auf u. nöthigten denſel⸗ 
en, in feinen Balaft zurüdzutebren. Lafayette be- 
jchmerte fich vergeblich über ten ihm vom Volle ane 
gethanen Zwang in ber Nationalverſammlung, als er 
die Municipalität nicht zur Verlündigung des Mar⸗ 
tialgeſetzes bewegen konnte. Dies Ereigniß beſtärkte 
den König nur in feiner Abſicht, ſich Durch Die Flucht 
vor ferneren Infulten zu retten. Es gelang ihm 
mit feiner Familie 22. Juni glüdlih zu entkom⸗ 
men (Flucht des Königs), aber m St. Mene⸗ 
honld wurbe er vom Poſtmeiſter Drouet erlannt 
n. in Folge deſſen verhaftet u. nach Paris zurüd- 
geführt. Mit diefem Fluchtverfud war Das ges 
ringe Anſehen bes Königs völlig dahin. Zwar 
wurde feine Reife als gejetzlich zuläffig Lei Ge⸗ 
enftand weiterer antinge, u. Lafayette trieb 17. 
Sur das von den Jalodinern u. Corbeliers nach 
bem Marsfelde zur Unterzeihnung einer gegen 
ben König gerichteten Petition beichiebene Seftnbel 
(Sansculottes, hier erfchien ber Name zuerft) 
mit Gewalt auseinander, aber bie Nationalver- 
fammlung ſuspendirte die königliche Ge- 
walt bis zur Beendigung bes Conſtitutions⸗ 
werfes. Am 14. September beſchwor der König die 
am 3. vollendete Verfajfung, die National» 
verfammlung wurbe entlaffen u. die Geſetzgebende 
Verſammlung ber Berfaffung gemäß einberufen. 
Am 14. Sept. mar auch bie Einverleibung der bis» 
ber päpftlihen Befigungen Avignon u. Benaifjin 
von der Nationalverfamminng ausgeiprochen wor⸗ 
den. Die Republikaner in Avignon vertrieben bie 
Meine päpftliche Partei nach Carpentras, der Haupt⸗ 
ftabt von Benaiffin, u. dieſe eroberte Der wegen fei- 
ner Greuelthaten jogenannte Kopfabſchneider Jour⸗ 
dan mit einem Haufen republikaniſchen Geſindels, 
nachdem er von Paris aus unterſtützt worden war. 
Die äußeren Verhältniſſe Frankreichs ſtellten in⸗ 
zwiſchen kriegeriſche Verwickelung in nahe Ausficht, 
weshalb auch die Nationalverſammlung nicht geſäumt 
hatte, für Verbeſſerung des Heerweſens u. Verſtär⸗ 
fung der Flotte Sorge zu tragen. Die Emigra⸗ 
tion, welche ihren Hauptſitz in Coblenz hatte, juchte 
fremde Dlächte zu einem Kriege gegen bie Nationale 
verjammlung zu beftimmen. Sie mwurben dabei 
bei. von Ruflanb u. Schweden unterftütt. Durch 
viele Übergriffe der Nationalverfammlung in Die 
Hechte deutſcher Fürſten u. namentlich durch bie 
Einverleibung vieler beutfcher in franzöfifches Ge⸗ 
biet enclavirter Gebiete bei der Departementsein- 
theilung gekränkt, ſchloß ber Kaifer Leopold II. mit 
dem König von Preußen am 27. Aug. 1791 ben 
Bertrag zu Pillnitz, welcher zunächſt feinen Aus 
ifföfrieg gegen F., fonderun nur ein gemein« 
ames Handeln, um Deutſchland von ber von F. 
ausgehenden revolutionären Bewegung zu ſichern, 
Deywedte. 


3 


Frankreich (Geich.) VIL (D. 1791 u. 1798) 
ber &imig nur noch fern Heil inber Flucht. Was fein | 


Am 1. Det. trat bie Gefehgebent 
ſammlung, beflehenb aus 715 meif jun 
ter dem Einfluffe er Jakobiner gewählten 
julemmen, Unffuger Weife hatte die Ne 
ammlung die Wiederwahl ihrer Mitgliet 
zuläſſig erflärt, fo daß bieneue Berfamml: 
alten in garleiner Berührung ftand. Aud 
geenbe Berfammlung ſchied ſich in eine‘ 

nle u. ein Centrum, aber dieſe Partrinau 
gen feinesmegs denen der Nationaler 

a8 dort das Centrum u. die gemäßig 
weſen, war bier bie Rechte, deren Mity 
Feuillants, nad dem Klub, Dem fie 
genannt wurben. Diefer Club batte ſich 
obinern abgefondert, als Letztere imme 
wurden, u. löfte fih 27. Dec. auf, ale 
Jalobinern gewonnene Municipalität die 
des Locals unterfagte. Die Feuillants 
wahrhaft conflitutionelle, das Centrun 
ftimmte, aber mehr u. mehr zur Linfen 
Partei. Die Linke war im ihrer Har 
Erhaltung der Eonftitution im Allgeme 
ihren Einzelheiten. Ihre Führer waren 
vollen Deputirten der Gironde (daher 
ften), welche damals noch mit ben Jalk 
Partei bildeten; doch ſonderte fich fcheı 
eine äußerſte Linke ab, deren Beftrebe 
—— deren Abſicht Befriedigung 
ucht n. ihres Ehrgeizes war. Der Ki 
delte die Verſammlung von vorn | 
u. da er nicht ſtreng genug gegen die 
den Prieſter u. die an der Grenze mit K 
den franzoͤſiſchen Prinzen auftrat, fo 
Geſetzgebende Verſammlung in zmei 3 
Emigranten, welche der Aufforberung ; 
nicht Folge leiften würten, fiir Hochverr 
unbeeibigten Priefter für Empörer. 
ſchlüſſen jetste Ludwig das ihm zufteben 
gegen, forderte abır feinen älteften X 
Graf von Provence, auf, bei Verluft de 
auf die Kegentihaft, binnen zwei Men 
zufebren. Auch gab Ludwig der Auffeı 
Geſetzgebenden Verfammlung nad, int 
bie Nüftungen proteftirte, welche tief 
Fürften am Rhein unternahmen or. we 
ftatteten. Im Dec. 1791 wurten 160 
ur Bertheibigung ber Grenze zuſamme 
im Laufe des Januars die emigrirten 
Hochverräther erflärt. Immer rüdjid 
fuhr die Berfammlung gegen ben Kün 
dem fie 16. Jan. 1792 das Zequefter üb 
der Emigranten angeordnet hatte, zwan 
März, Das Miniſterium zu entlaffen ı 
Minifterium aus ter Linken zır kilt 
gehörten an Durantbon für Die Zuftiz, 8: 
Marine, Roland te la Blatiire für ı 
Claviere für die Finanzen u. Dumou 
Krieg. 

Dem Drängen tiefer Minifter, den K 
Auslante zu beginnen, um das imme 
wertende Parteigetriebe nach Außen ab; 
?utmwig XVL 20. April nach u. er 
Oſterreich den Krieg. Die erſten 
Armee (f. Franzöſiſcher Revolutiondkri 
aber Dre Maſſen in heitige Aufregung: 
von Einverſtändniſſen des Könige mil 
lihen Heerführern. Die Geſetzgebende 
luug becretirte die Zuſammenziehung eu 


ee tik Diefer * — be 

* eiſten Male eine muthvolle am 
ee Feſtigleit machte ſelbſt auf ben 
ſichtbaren Cindruck. Vergebene bot 
ı Einfluß auf, um die Municipalität 
ebende Verſammlung zu Gchritten 
lwirthſchaft zu vermögen. Erſt Pe 
Bollspartei angebörige Maire von 
am Abend die Mafien dahin, fich 
ien zu entfernen. Der König fette 
ige Hoffnung auf bie ausmärtigen 
. Yali ertlärte bie Geſetzgebende Ber- 
Barrrfand in Gefahr, errichtete * 
te das Voll. Die Anarchie brach 
tefenfchritten herein. Immer laut» 
Ruf nad) Abſetzung des Könige, na⸗ 
Juli bei Gelegenheit der Feier des 
lie auf dem Marefelbe. 

den trafen am 30. Juli ein, n. 
* die Geſetzgebende Berſammluug, 
zuech bie von ben Jakobinern aufge⸗ 
äbte, zur Discuffion über die Frage 
it des Könige. Die fieberhafte Aufre⸗ 
m hatte indeß neue Nahrung erhalten 
icht von bem Einrücken ber Berblinbe» 
Ipagne (f. Franzöfiſcher Revolutiont⸗ 
ıbe Bolkshaufen machten bie Fort⸗ 
athung in ber Gejeßgebenden Ber⸗ 
li, u. am folgenden Zage, ben 
folgte der Sturm bes aufgeheigten 
e er Die ben König ver⸗ 
hweizer u. Royalifien wurben nieber» 
Fi ſelbſt n. jeine Familie flohen in 
amminng. Diefe faßte auf 
rg den Beſchluß, ben en König feiner 


an un anthohsn Rio Raw aha 


— — eng Danten nd ln bezablie 300 Mör- 
um aus dem Wege 
A orgen ir 2. Geptbr, wurden 
gef ofen, bie Sturmglode ertönte ın 

ki ſchaaren en in bie Ge⸗ 

Intbab an, bei 


Zap u. — ein ehe 

gen 7000 Dienfchen untgelommen jein 
follen. — 52 that dieſen Gräueln Einhalt, ſon⸗ 
bern bie Rationalverfammlung gab während deſſen 
am 3. Geptbr. ein Geſetz über die Scheivemänze. 


Am 21. Septbr. ldoſte die Geſetzgebende Ber 
fammlung — ae lat 
zu machen, deſſen 


waren, als ihre Bo Bargknger. Di Die alte ae ent (Gi⸗ 


rondiſten) bildete mum bie rechte Seite, auf der 
Linken ſaßen nur entſchledene Repubiitaner, darum 
ter bie utirten von Paris, welche unter beim 


beiben Grin oe 


—— 
Umflän uud 


hin u. eye ſchwankte, nannte man bie 
Ebene (La plaine), fpottweife aut 

(Le marais). Die erſte Mafıregei, welche ber 
Convert ergriff, war bie Brociamatisn ber 
Repnubiit 25. Gert. 1792. 

IL $rantrei als Republit big zur 
Gründung bes Kaiferreihs, von 1792 
bis 20. Mat 1904. A) Bis zum Sturye 
Nobespierres. Hatte das Vorbringen ber Ber 
bänbeten früher ben Grund gelegt zur Macht Wet 
ah —— Dreier t 


re 
rg es 


Samım EBERERS 
5* zu DEE 











2, Behr. 1793: erlänte anb bem Krieg m. der 
Konvent ſelbſt erflärte denjelben cin 7. März auch 
an Spanien; bie -Rritgberliärug Heu Deutichen 
Reiche erfolgte am 22. März. Der Übergang bes 
Generals Dumourieg (4. Apriſ 
Repnblil wurde eine neue Hand für die Plane 
ber Bergpartei gegen bie Girondiſten, die man jetzt 
«ie heimliche Rohaliſten verbächtige. Nachdem 
Ihon am 9. März auf Dantons Antrag die Errich⸗ 
tung: eines Revolutionse tribunalo beſchloſſen 
war, welches fiber bie bes Rohalismus Verdächtigen 
aburtheilen follte, wurbe am 6. April auf Dantons 
Betrieb ein Wohlfahrtsansfhuß (Comite du 
salut public) mit dictatorifcher Macht errichtet, 

- Bon num an war bie Echredfendherrichaft or» 
ganifirt, zumal ba am & April auch die Un- 
veriegglichleit der Conventsmitglieber aufgehoben 
wurde, fo baf ben Plänen ver Jalobiner, ſich ihrer 
durch Zähigleit u. geiflige Begabung gi rlichen 
Gegner zu entledigen, nichts mehr im Wege ſtand. 
Bon Verhandlungen im Convent war feine Rede 
ein Nur Anlagen, Beihuldigungen u. grobe 
Schmähungen wurben von beiden Seiten laut. 
Marat u. Robeapierre erklärten endlich die 
Girondiſien geradezu für Landesverräther. Diele 
aber hatten noch die Mehrheit des Convents, 
welche fich dem Terrorismus wiberfeßte, für fich 
x. festen eine Anklage Marats u. eine Unter⸗ 
nung gegen bie Kommune, namentlih gegen 
Hebert, den Hanptleiter berfelben, durch. Die 
Verhaftung bes Letzteren trieb bie Jalobiner dahin, 
den Böbel aufzubieten, um Gewalt gegen ven Con⸗ 
vent angumenben. Am 20. Mat: drang bewaffnetes 
Geſindel in den Sitzungsfaal u. erzwang bie Frei⸗ 
laſſung Heberts. Schon in ber Nacht gem 31. Diei 
vereinigte fich ber bemaffnete Pöbel ber Borftäbte mit 
dem ber ftäbtifchen Sectionen. Um 31. Mai früb 
läuteten die Sturmgloden, Commiſſäre von 37 
Secrtionen ber Stadt caffirten die ſtädtiſchen Be⸗ 
hörden u. fetten einen revolutionären Geſammtrath 
ein. Abgeordnete deſſelben erſchienen im Convent 
u. forderten ein Anklagedecret gegen 34 Giron⸗ 
diften, 40 Sous täglichen Sold für jeben be⸗ 
waffneten Sansenlotten, Ermiedrigung bes Brod⸗ 
preiſes auf 3 Sous Aifignaten ze. Aber ber Na⸗ 
tionalconvent befaß noh Muth u. Ehrgefühl ge- 
nug, um ſich nicht als Werkzeug ber brutafen Ge⸗ 
walt geb en zu laſſen. Ale aufs Nene angezet⸗ 
telte Tumulte am 1. Inni ben Zwed gleichfalls 
verſehlten, erzwang Henriot, Oberbefehlehaber ber 
Nationalgarbe, indem er bie Zullerien, wo bie 
Situngen gehalten wurben, mit Sanscenlotten be⸗ 
feten u. Kanonen auffahren ließ, mit Gewalt bie 
Anklage der Gironbiften. Viele berjelben hatten 
ſich bereits durch bie Flucht gerettet, bie übrigen 
wurden verurtheilt u. guillotinirt. Zwar braden 
zu Gunften ber Gironde in verjchtebenen Departe- 
ments Aufſtände aus, aber bie Truppen u. An⸗ 
hänger ber. Bemalthaber in Baris blieben überall 
Sieger. Als der Abgott des Volks, Marat, 13. Juli 
von Charlotte Eorbay ermorbet worben war, theilte 
Robespierre mit Danton, St. Juſt u. Hebert bie 
höchſte Gewalt u. den Auf der Tugendhaftigkeit. 
Das Renolutionstribunal war in ununterbrochener 
Thätigkeit u. überlieferte ein Opfer nach bem andern 
der Ouillotine. Die am 24. angenommene gene 
Verfaſſung, welche bie Muffenderrichaft organifirte, 
wurde zwar am iM Aus. auf.bem Maxreielde ber 


. 
x 


—* Feinden der 


(£Orı Qrantreich?(Geſch) VII (A: 


chworen, aber am 26. bio zum Mbichi 
—— — I Sr 
be a 


' Frans waren %. 
— Dos 
hatte, am 20. Nobbr. eroberten, wen 
gien n. am Rhein das BLU den Revol 
—5 — Yun 12. wurden elle 

änuer, 1,200,000 ‚vom & 
koten.. Mehrere Bunte i i 


DE ni e Gelbbedůr 
* ber Güter ber richteten, t 
u. Kloſtergüter herbeigeſchal 

— * 


man den Staat jo gut wie vernichtet h 
die Reihe an Religion, Eitte u. Herle 
u. Plünderung begann: der gemöbul 
Erwerbes zu werben. Handel u. Gen 
ten u. mad der Krieg nicht that, um! 
untergraben, ba8 taten bie Decrete | 
eonvents, das Verſchwinden bes 6 
u. bie Entwerthung ber Alfiguaten. | 
wurbe der Preis der not t 
aufein Marimum feftgeftellt, am 29.bs 
2000. Mill. Alfignaten, am 5. Dct. b 
von 73 girondiſtiſch gefinnter Deputirt 
welche gegen ba® Verfahren miber bie 
teft erhoben batten) .becretirt, am 1 
Königin Marie Antoinette 
bingerichtet. Ihr folgten auf pas! 
Dct. 21 Mitglieder ber Rechten u. aı 
Herzog .von Orleans (Philipp Ega 
ebebeit Durch Dantons Vermittelm 
Staatsgewalt an fih zu bringen beffte 
Partei, bie Orleaniften, gebildet hati 
liche Zeitrechnung u. der chriftliche Ka 
am 6. Det. abgejchafft u. ein neuer re 
her Kalender mit dem Renjahrsi 
1792, als bem erflen ter Republ 
Schon am 8. Aug. hob ein Decret bi 
verfität mit ihren Facultäten, fo alle 
Gelehrtenvereine auf. Am 7. ſchwe 
eibigter Erzbiſchof von Paris, vor t 
ſchranken, Namens feiner anwejenbe 
tatholifchen Glauben ab. Am 10. | 
die Pariſer Commune den Dienfi de 
ein, am 7. Mai 1794 decretirte der Na 
daß es fein höchſtes Weſen u. am 24. 
es feine Unfterblichleit der Seele geb: 
Inzwiſchen war bie Rivalität bes E 
ſchuſſes u. Der Pariſer Municipalität i 
bervorgetreten. Bei Bielen begannti 
Blat zu greifen, Daß ber Terrorien 
Ente haben milfje. Dagegen fuchte Rol 
her u Konvent u. beiden Jakobinern 
Pöbel fortwährend mit beunrubigen! 
in Atbem zu halten ıL ben Blutdurſt 
bie Ausrottung aller Laſterhaften zu f 
Parteigenoſſen waren zum großen TI 
benbubler od. Gegner geworben. Ku 
breitung von Furcht u. Schreien ven 


in feiner Stellung zu bebanpten, bem 


Weanfihiil (o.q) VIEL. (A: 4704. B, er 


2 war fon fo gut wie eine Ber- 
—E u. der Bohl⸗ 
waren nur bie willenloſen Werk⸗ 
volt. Im Jannar 1794 Yehrte Dan⸗ 
für Aube, wohln er. ſich feit dem 
gege von Drfeans begeben Hatte, 
Id u. verband fi. nm feins eigue 
gt, mit Robespierre, welchet m 
der Cordeñers, Hfbert u. je 
ichten wollte, als biefe den Ja 
eitig in machen anfingen. Die 
Ütglieber des Clubs ließ Robespierre 
if Antrag St. Juſte verhaften. Anı 
erminal) wurden Hebert u. 19 feiner 
zuillotinirt. Deomoulins u. Sabre 
A., welche ſich von Hebert, ber da⸗ 
Nobespierre in biutbürftigen An- 
fich zu alten hoffte, getrennt hatten 
ng der blutigen Strenge des Ver⸗ 
zes waren, näherten fi nun Dan⸗ 
tfönlichen Anhängern, währenb ber 
liers u. ber Parıjer Stadtrath um 
unſt buhlten n. die unbedingte Herr- 
fahrtsausſchuſſes auerlannten. In 
31. März wurde auch Dauton ver⸗ 
croir, Cam. Desmoulins, Herault 
. 10 anderen Barteigenofien am 
erminal) bingerichtet. | 
‚ode Datons berrichte ber Mobl- 
x. in ihm Nobespierte unummdhräinft. 
noifle, der öffentliche Anfläger, war 
deſſen fich ber Dictator bediente, um 
le Lafterhaften aue zurotien, durch⸗ 
haft war aber Jeder, ber an ber Tu⸗ 
zes zrveifelte. Mit ihm aufs Enafle 
a St. Juſt u. Couthen. Die Am 
m jetzt fait immer obne Anhörung 
ofutienstribunal werutibellt, 
bis 10. Juni 1794 fielen im Ganzen 
ter ber Gnillotine. Aber bie Art 
war für Robespierre noch viel zu 
nmflänblich. Nachdem am 8. Juni 
Heft ber Bernunft zur Belufligung 
t großem Bomp veranftaltet wor» 
e Couthon am 10. Iunt (22. Prai⸗ 
3 in bem Sinne beantragen, daß 
agten bes Revolntionstribnunals bie 


on Zeugen unnötbig fei. Der NRa- | 


jenehniigte das Geſetz, obwohl bie 
‚ten, gegen welche es jpeciell gerichtet 


damals Präſident ber Jalobiner, 
nes, Bourdon te l Oiſe, Tallien n. 
ie. Be alle an bes Wohl⸗ 
9, machten fie zunrächfi ſelbſt von bem 
Zuni den ſcheußlichſten Bebrauch. Die 
zre willenlofen Creaturen, verurtheil⸗ 
unde oft 50 Perſonen. Die Zeit ber 
ngen’(Fourndes) begann u. vom 
27. Iuli wurben 1400 Angellagte 
Der Zitel ber Anklage war entweber 
piration ob. benfaction. Wäh⸗ 
re, ber ſeit Ende tes Prairial nicht 
fahrtsausſchuſſe erichien n. fich dort 
. &t. Yuft vertreten tief, feine Wi⸗ 
ıttonalconvent durch a8 Gefetz, wel⸗ 
Huf jeben Zügel nahm, zu verberben 


n fich dieſe ju dem Kampfe um Tod 


in ber Macht * mit 





u. Leben dor. Seit Mitte Jull begannen wieder 
Reibungen im Rativmalconvent, Robespierre llagte 
Fouche u, Talfien ber Krembenconfpiration an, u. 
au Pe | ee | 4 en *8 aa —* 
espierre aufgeſtellten oßen orbli Am 
8. Fhermiher 6. Juli) —* biefer feine Anklage 
im Nationalconvent zunächft.gegen bie untergeorb- 
ueten Parteigenoffen feiner Gegner. Aber am fol« 
enden, Tage (9. Thermibor) erbob_St. Juſt bie 
nflage gegen Collet u. Billaud, , Diefe hatten ſich 
' bei ihren Parteigenoſſen der« 
ſtandigt u, ber Woblfabrlsausfähuf war auf ihrer 
Seite. Collot präftbirte am dieſem Tage im Na» 
tomalconvent. Die Anflage St. Juſſe wurbe bon 
ben Angeflagten nit nur — ſondern 
biefe beihulbigten Robespierre felbft der Tyrannei 
a. bes Berrathe ber Freiheit. Die Reben Talliens, 
Billaude u. Eollots riefen einen förmlichen Sturm 
im Nationalconvent hervor, ber mit.ber Berhaftung 
Robespierres, Koufbons, ‚St. Juſts u. Lebaß 
enbere. Det Stabtrafb ir. bie Jalobiner trafen 
por Unftalten zur Befreiutig der Gefangenen, aber 
er Wohlfabrtsausfhuß ‚gewann einen, Theil ber 
Nationalgatbe u, bieje flürmte das Stabibaus, wo 
ſich Robespierre n. feine Genoſſen, deren Befreiung 
gelungen war, befanben. Die Rieberlage berielben 
war dadurch eutſchleden. Am 28. Juli erfolgte. bie 
Hinrichtung Nobespierres u. 21 feier Ge— 
noſſen, am folgenven Tage bie von 71 Dlitgliebern bes 
geäcdhteten Stabtratbe u, bald barauf wurben auch 
noch A Übrigen Wortführer der Jalobiner hiuge⸗ 
ribte 
M Vom 28. Iuti (10, 
bie zur Einfesnug bes Dikectoriime, 
EI behaupteten baß u die buch ihren 
tdurſt u. den — Terrorismus ver- 
rufenſten Gegner Robespierres; aber ber Sieg 
bereitete ihr elgnes Verberben nor. Der National- 
cohvent begann aus feiner Balfivität herauszu⸗ 
treten u. bie Partei ber Gemnäßigten (Thermt- 
boriften) — don Tage zu Tage an Beden⸗ 
tung. Das Geſetz vom 10. Sur wurde vernichtet 
it. viele Gefangene befreit. Die Jakobiner, deren 
Club fih ten auf Wiederherftellung der Geſetzlich⸗ 
feit hinarbeitenben Maßregeln des Rationalcowenis 
entgegetftellte, verſuchlen Are Ende October einen 
Angriff auf benfelben mit ——— Titel» 
bauen. ber Angriff mißlang. Die befferen Elfe» 
mente ber —— at bereits Muth ne» 
wonnen, fich dent Sansculottismus zu mwiberfegem, 
u. namentlich war es Freren, welcher bie Iugene 
ber höheren Stäube (Jeunesse dorde) in feinem 
Salon verſammelte, um aus ihnen ein bervaffne» 
te8 Corpo gegen bag Treiben ber Terreriſfen zu 
bilden. Die Reaction wurde idımer mädhklaer, D 
auch bie Departements fich für den Matten 
ausſprachen. Am 11. Noobr. warte Der Eis Der 
Satobiner fir immer — am %. Drrbr. 
chtungen aufgehoben, am Ich Be Ta 9: 
verbafteten Gironbiften freigeieien = im tem 
tionalepnvent wleder aufgennumee PTamit nor 9 
völlige Rieberiage ber Errreriiru eu 
ben, u. viele Überjägier® : a 
[ ichen Orbmung %e 
p’gerboid, Billamb e — 
holt ange | 


ern 


rmibor) 1794 









3 


aijee Geſinnung u. befeitigte einſtweilen nur bie 


nriöätungen des Terrorismus, Die Anverwand⸗ 


ten der Hingerichteten wurden wieber in den Beſitz 
isrer Güter gejeht, bie Jreideit bes Gottesdienſtes, 
Primairſchulen u. eine Normalſchule au Baris wie⸗ 
ber hergeftellt 1. am 8. März alle geächteten Mit- 
glieder des Nationalconvents zurüdberufen. Ins 
wiſchen mehrte ſich die Notb bes Landes. Das 
— Sinken der Aſſignaten, die von Eng⸗ 
land angeordnete Handelsfperre ı. der Mißwaches 
des Jahres 1794 vermehrie die Troftlofigleit ber 
materiellen Zuftände. Die Theuerung aber mar 
Die Urfache zu neuen unrubigen Auftritten in Paris, 
Da die Dienge nach Brod fchrie u. vom National- 
tonvent Aeirfe begehrte. Diefe Umſtände benuß- 
ten die Jakobiner noch einmal, un ben National» 
convent mit Hülfe Des Pöbels einzuichlichtern u. 
die Freilaſſung ihrer angeklagten Genoſſen zu er⸗ 
zwingen. Die Nationalgarde zerſtreute das zuſam⸗ 
mengelaufene Volk ohne große Mühe. Nichts deſto 
weniger regeen ſich die Jakobiner noch einmal. Am 
20. Mai erhoben ſich die Vorſtädte St. Autoine u. 
St. Marceau, die Rotte drang, nach Brod u. nach 
der Conſtitution von 1793 ſchreiend, in den Sitzungs⸗ 
ſaal der Abgeordneten u. ſprengte Abende um 
9 Uhr den Convent. Indeß wurde die National⸗ 
garde ſchon nach zwei Stunden Herr der Inſur⸗ 
cection. Am 23. wurden Die Vorſtädte entwaffnet 
ai. bie Rädelsführer gefangen u. zum Theil guillo⸗ 
tinirt. Nun 309 der Convent zur Sicherheit Trup⸗ 
pen nad) Paris, ftieß 62 Deputirte aus u. begann 
mit raftlofem Eifer bie Reſte der Terroriften un⸗ 
ſchädlich zu machen, während ber Royalismus wie- 
der lühner das Haupt erhob. Die Reaction theilte 
fi auch ben Provinzen mit. Toulon, von Jako⸗ 
binern Seit Zerftörung ihres Parifer Clubs bevöllert, 
erhob fih im Mat für biefe, wurde aber von den 
ſüdlichen Städten, bef. Marfeille, bezwungen u. 
faft alle Jakobiner getäbiet, Auch in ben füblichen 
Departements verbreiteten geheime Gefellichaften 
Furcht u. Shreden durch Morbthaten, melche fie 
egen die Anhänger ber Schreckensherrſchaft übten. 

Am 25. Juni wurbe bie von Cambaceres, Damon u. 
Sieyes entworfene Conſtitutionvon 1794 1III) 
dein Convente vorgelegt u., wenig abgeändert, ange⸗ 
nommen. Nach ihr ſollten zwei Kammern, ein 
Rath der Alten von 250 Mitgliedern u. ein Rath 
der Fünfhundert errichtet werden u. der Letztere Ge⸗ 
ſetze vorſchlagen, der Erſtere dieſelben beſtätigen 
können. Die vollziehende Gewalt wurde fünf von 
beiden Kammern erwählten Directoren (Barras, 
Rewbell, Lareveillere, Letourneur u. Carnot) über- 
tragen. Jedes Jahr ſollten 4 der Räthe u. + bes 
Directoriums erneuert werden. Der Umſchwung der 
Stimmung, welcher inzwiſchen ſtattgefunden hatte, 
brachte dem Nationalconvent u. ber neuen Verfaſſung 
nunmehr Gefahr von der anderen Seite. Zahlreiche 
Emigranten hatten ſich in Paris wieder eingefunden 
u. bearbeiteten das Volk in den Sectionen durch 
Flugſchriften u. Reden, um der Reaction zum voll⸗ 
fändigen Siege zu verhelfen. Dieſem Treiben 
g° enüber beſchloß ber Nationalconvent 22. Aug., 
Ki ber Geſetzgebende Körper ber neuen Verfaſſuug 
zu zwei Dritteln aus Mitgliedern bes Nationale 
convents befteben, u. daß auch bie Land⸗ n. Sec» 
macht über Annahme ber neuen Konflitution ab» 
Pinmen folle. Zugleich zog ber Convent Truppen 
einem Lager bei Paris zuſaumen. Die Sectio⸗ 


* .Frankreich Geſch) VIII. B. 1795: C. 1709, nk 


nen von Paris fanbten nun Deputatiemen ı 
Nationalconvent, um bie Selten Decrete d 
rüdgängig zu machen; biefer aber beharrte 
nen Beikl fen. Ale aber 6. Septbr. vie 
jfammlungen zur Abftinmung über bie U 
der Eonftitution begannen, wıtrbe bie Agit 
ben Barifer Sectionen immer heftiger, u 
23. Ceptbr. das Refultat der VBolleabkimm 
den Nationalconvent ausfiel, boten bie R 
allen ihren Einfluß zur Sprengung bes 9 
convents auf. Am 4. Octbr. erhoben ſich 
nen u. ber größte Theil der Nationalger! 
ben Nationalconvent. Diefer zog bie I 
Innern nach Paris, bewaffnete die zu ſeine 
bereiten Sauscnlotten (Bataillon sacre) 
trug Barras u. Bonaparte ben Tberbefehl 
Zruppen. Yebter übernahm bie Zeitung | 
növers, kam den Sectionen u. Natien 
durch Wegnahme von 40 Kauonen zuvorz 
mit biefen am 5. Octbr. (13. Venden 
jolde Verwirrung unter ben Infurgenten 
biefelben ihr Vorhaben aufgaben. Am 6 
tourden bie Sectionen entwaffnet u. S 
vom Nationalconvent zum zweiten Comm 
ber Armee bes Innern ernannt. Eire! 
mit menigen Ausnahmen u. tie Abfdafl 
Tobeöftrate gehörten zu ven letzten Beſchü 
Nationalconvents, weldher ſich am 26. Oc 
löfte, um ben: aus 5 Mitgliedern beftchen 
rectorium Platz zu machen. 
raufreih unter dem Direc! 
bom 28. Detbr. 1795 bis zur Rev: 
des 18. Brumaire (9. Novbr.) 1799. 
zur Revolution vom 18. Frı 
(4. Sept. 1797). Das Directorium, bed 
Barras, Rewbell, Lareveillere,! 
neuru. Curnut, fand die Lage bes St 
Außen hin glänzend, Holland erobert, bie: 
über den Rhein gedrängt, ben Frieden mit 
(5. April 1795) n. Spanien (22. Juli) 
Ihluffen; auch im Inland hatten die Büı 
in ber Vendee, wenigftens theilmeife, aul 
mr zur See war England Sieger. Zi 
noch lebeude Tochter Ludwigs XVI. (be 
Ludwig XVII. war Anfangs 1795 in! 
wahrfam eine® Arbeiter geſtorben) wur 
bie, feit Dumouriey’ Verrath gefangenen € 
abgeorbneten, nebit dem bei Maubeuge ge 
ehemaligen Poſtmeiſter Drouet u. ben il 
ſcher Seits aufgehbobenen Maret u. Semer 
Baſel —— Das Directorium by 
Amt zunächſt mit Maßregeln zur Side 
Staates gegen bie Ummälzungen u. erln 
Rathe ber Fünfhundert die Zuflimmu 
ſchränkung der Preffe, der Clubs u. zur 
rung u. ftrengen Beftrafung von Ecmpiel 
multen. Wie nötbig polizeiliche Vorlebru 
xen, zeigte fich bald, nachdem ter &enn 
ben royaliftiichen Aufſtand im Weſten 
hatte u. die Führer veſſelben, Stufilet ni 
gefangen u. nad) Standrecht gerichtet m 
März). Im April entbedte Soden, ber 
errichtete Amt eines Polizeiminiftere belleit 
weitverzweigte Berihwörung mit comma 
Tendenz, welche gegen das Leben ter Di 
cridhtet mar. Sanptanftifter derſelben 
ruuet u. Baboeuf; der Letztere wurde ? 
ber Erſtere eutkam. Gin Berfuch der Verſche 


WR Frankreich (Geſch) VILL (C. 1796-1788): 


373 


aufzuwiegeln, mißlang 9.— 10 Gept. | im Aug. 1797 bie Generafe Bernabotte u. Augerean, 


nführer murben gefangen u. burch daß 
t verurtheilt. Auch an ropaliftiichen 
sverſuchen fehlte es nicht, eine Ver⸗ 
ı Qunften Subwigs XVII. wurbe im 
utdeckt u. vereitelt. Außer diefen, bie 

vom Jahre III von zwei Seiten be- 
Befabren machte der Aufand der Fi⸗ 
Directorium viel zu ſchaffen. Die Aſ⸗ 
ı denen über 45 Milliarden ausgegeben 
en, ſanlen nad) u. nach auf 445 ihres 
8 herab. Ein gegwungenes Anleihen 
L.in Metallwerth u. der theilweife Ver⸗ 
atswaldungen half bem bel nicht ab, 
die Ummanklung der Affignaten in 
Territorialmantate, welche berielben 
inen antern Namen gaben. Diefe Ver⸗ 
ang das Directerium, trot des Sieged- 
azchiihen Armeen in Italien, Bona⸗ 
Dantua u. Anfang 1797 bis Inner» 
3 Deutſchland Moreaus u. Jourdans 
g, trot aller von den fiegreichei Heeren 
. Zeutichland eingebenten Summen ıt. 
„twoßtereroberten Provinzen (ſ. Fran⸗ 
‚elutionsfrieg), zu der Ausſchreibung 
feine Zuflucht zunehmen. Eine Gruud⸗ 
U Mill. Fr., eine Aufwants-» u. Per⸗ 
jum Betrage von 60 Mill. Fr., eine 
ings⸗ u. eine Stempeltage, einige klei⸗ 
n auf Kanäle, Spiellarten, eine Ba- 
x Öewerbtreibente u. ein Zoll wurden 
dech ertrug leßter für jetzt faft noch 
3 Alles reichte aber nicht zu, bie laufen⸗ 
n zu deden, geichmeigebenn ben Ztaat8- 
fzuhalten. —* das Decret vom 20. 
worin die öffentliche Schuld un % berab- 
e u. nur bie conſolidirte (1 ber Nomi⸗ 
das Greße Auch eingetragen. Zinfen 
beiden andern aber nur beim Nuttonal- 
ltig fein follten, wurbe ber Staats⸗ 
erllärt. Mehr als bie Unfäbigkeit bes 
s, ben öffentlichen Eretit wieter auf- 
hywächten das Anſehen deſſelben bie 
ı ter Directoren ſelber. Einer miß- 
andern, fo taß der Royalismus, bei. 
„des Einverfäubniffes mit den Roya- 
undig bezildhtigt, anı 20. Mai 1797 
er Fünfhundert wurde, große Yort- 
te u. drohende Bewegungen unter ben 
rn einen neuen Ausbruch der Revolu- 
ı lichen. Zwar ließ Das Directorium 
en Ludwigs XVIII. verhaften, allein 
te nicht® gebeflert. In tem Directo- 

Barras offenbar nah I bergemalt; 
Seite fanden Rewbell u. Lareveillere, 
irnot u. Letourneur ihm bie Wider⸗ 
; Letzter ſchied jetst aus, u. ftatt feiner 
urch bie Ergänzungswablen int Mai 
ꝛxſtärlte Royalifleupartei im Rathe ter 
: einen ber ihrigen, Barthelémy, in 
einm. Dus Vorhaben bes Letzteren, der 
zegen die Triumvirn (Barras, Rewbell 
re) ſich verband, vereitelten dieſe, indem 
te, den General der ſiegreichen Armeen 
einem Staatsſtreiche bewogen. Bona⸗ 
ich ben Tadel, der feinen Maßregeln 
I. Venedig ven Seiten bes Raths ber 
zu Theil getoorben war, gereizt, fanbie 


von benen ber Lehtere den Befehl Über bie Parifer 
Militärbivifion erhielt, nach Baris. In der Nache 
vom 3. zum 4. September rüdten bie vorher bei 
Paris gefammelten Truppen ein, obwohl ein Ar⸗ 
titel ber Verfaffung das Zuſammenziehen von 
Zruppen im ber Umgebung von Paris ausbrüdiich 
unterfagte; Augereau befehte bie Tuiferien, Ramel, 
General ber Directorialfeibwadgen, Barthelemy u. 
Pichegru (Carnot war entronnen) wurden verhaftet, 
u.bie Revolution vom 18. Fructidor war 
ohne Blutvergießen beenbet. 

b) Bis zur Eiuſetzung des Confulats. 
Am 5. September wurten, nad einem Ausiprudge 
beider Räthe, Barthelemy u. Carnot, 11 DMitglie- 
ber vom Rath ber Alten, 42 der Fünfhundert ır. 
viele Journaliften zur Verbannung nah Cayenne 
verbammt. Gin anderes Decret vernichtete tie Wah⸗ 
len von 48 Bezirken u. gab dem Directorium Voli⸗ 
macht zu einer neuen Emigranten- u. Priefterver- 
folgung. Zu neuen Directoren wurden Mer⸗ 
lin u. Francois von Neufchateau ernannt u. 
42 Zeitihriften unterbridt. Indeſſen kehrte auch 
General Bonaparte, nad Einrichtung der Ligurl- 
hen Republif u. Schliefung des Friedens von 
Campo gormio (17. Oct. 1797), nach Paris zurũck 
Diefer General, ber Liebling der Armee, melcher 
am 19, Fructibor zum zweiten Male über das 
Schidfal des Staates entihieten hatte, erregte in⸗ 
beß das Mißtrauen bes Directoriinne. Ans * 
vor einer Militärdictatur übertrug ihm das Hirec⸗ 
toriumm ben Oberbefehl Über ein, an den Küſten des 
Kanals zur Eroberung Englands gefammeltes Heer 
(Armee von England). Da aber Bonaparte ſich von 
ber Gefährlichkeit bes Unternehmens überzeugte, fo 
trat an bie Stelle tiefe® Planes ber einer Er⸗ 
oberung Ägyptens. Mit 20,u00 Mann ſchiffte er 
ih im Mai 1798 in Toulon ein u. ging nach 
Ägypten unter Segel, ſ. Franzöſiſcher Revolutions- 
frieg. Kurz vorber im März batten ſich tie Gren- 
zen %-®, intern daB Deutfche Reich das linfe Rhein⸗ 
ufer abtrat, bedeutend ermeitert. 

Während Bonaparte Agypten eroberte, murbe das 
eigenmächtig u. willkürlich berrfchenbe Directorium 
in 5. ftet8 verbaßter. Anı 5. Jan. 179% murbe unter 
dem Vorwande zur Dedung ber Landungskoſten in 
England ein gezwungenes Anlehen von 80 Millionen 
Franken ansgejchrieben, Auflagen, Lotterien, Wege» 
gelber u. Stempeltaren fellten bie trot aller ge⸗ 
waltjamen Mittel ſteigende Finanznoth hemmen. 
Doch tiefe Mafregeln, welche zum größten Theil 
nur durch ten Unterhalt einer großen Armee be- 
kingt wurden, deren Rückkehr bie Macht ber Die 
rectoren zu untergraben brobte (weshalb biefelben 
den allgemein gewünſchten Frieden abgeneigt wa⸗ 
ren), hatten neue Unruben zur Folge, n. bie feind⸗ 
felige Stimmung ber Bevölkerung machte ſich bef. 
bei den Wablen fir Die Ergänzungen des Raths 
ber 500 im April 1798 kemerflih. Das Direc» 
torium caffirte indeß am 11. Mai 1798 alle ihm 
mißfällige Wablen u. eignete fih auf ſolche Weiſe 
eine Gewalt zur, welche ihm bie Gefetse nicht ver- 
verliehen hatten. Während ber innere Zuftand bes 
Landes dem Velle nur geringe Befriedigung bot, 
ſchmeichelten die Erſolge Ber Armee u. hie Stellung 
Des Staates auswärtigen Mächten gegenüber ber 
franzöjiichen Natioraleitelfeit, Die Bereinigung von 
Mühlhauſen, Piemont u. Genf mit F., bie Errich⸗ 


374 


tung ber Helvetiichen, Römifchen u. enblich der Bara 
thenopäiichen Republil (Jau. 1799) an ber Stelle 
des Königreichs Neapel, fo wie bie im März 1799 
erfolgte — des Papftes Pius als Gefan⸗ 
genen nah %., bob das Nationalgefühl ı. Teitete 
die politiſchen Beftrebungen ber Parteien nach Außen 
ab. Mit dem Eintritt Treilbards, an die Stelle 
des im Mai Aue euuen François be Reufchateau, 
in das Directortum, begann baffelbe feine Stellung 
durch ſcharfe Verordnungen gas Angriffe von 
Außen zu fihern; den 26. Auguft 1798 hob ein 
Geſetz die Preßfreibeit bis auf Nusarbeitung eines 
Preßgeſetzes für bie — u. Sonrnale auf; 
aut >. September erſchien, um bie Verluſte, welche 
die franzöfiihe Armee inzwilhen, namentlich in 
Stafien, erlitten hatte, zu beden, das neue Con⸗ 
ſeriptionsgeſetz, welches alle Franzoſen waffeu⸗ 
pflichtig niachte (es erregte jedoch in — mehrere 
Mänte, die aber ſchnell unterdrüdt wurdeu); 
ein Decret vom 6. October beraubte die na 
Cayenne Berbannten ihrer Güter. Das Deficit 
bes Schatzes betrug am 3. October 114 Millionen 
France u. mußte ım nächſten Monat allein um 
44 Millionen fteigen. Das Directerium forderte 
die ſchleunigſten —— u. ſagte 
ſich öffentlich von aller Verantwortlichkeit für bie 
Folgen los, als am 22. Februar 1799 ein Salz⸗ 
ſteuervorſchlag von dem Rathe der Alten verworfen 
wurde. Die Finanznoth ſteigerte ſich noch mehr, 
als nach dem Mißlingen des Congreſſes von 
ber Krieg mit ber 2. Coalition (England, 
fterreih, Rußland), ber balb eine für Front. 
reih unglüdliche Wendung nahm, zum Ausbruch 
kam. An die Stelle Rewbels, für deſſen Austritt 
aus tem Directorium das Loos entſchieden hatte, 
trat am 16. Mai Sieyes, ein Gegner bes bisher 
Befolgten Syftems. Zugleich fielen am 20. Mai Die 
Wahlen zu Ungunften des Directeriums aus. An 
der Spite der Oppofition ſtanden Yucian Bona- 
parte, Boulay be la Meurthe u. Françeis de Nau⸗ 
te. Am 16. Juli 1799 wurte die Wahl Treil- 
hards vom Rathe ber Alten, als zur ungeſetzlichen 
Be geſchehen, für nichtig erflärt, u. ſein Nach— 
olger war ber frühere Juſtizminiſter Gobier. 
Am 17. Juli Hagte Lucian Bonaparte Merlin von 
Douay u. Yareveillire vor dem Rathe der Alten der 
Verſchleuderung öffentlicher Gelber u. ber Will- 
türberrichaft an u. forderte fie auf, ihr Amt nieber- 
ulegen. Dies geſchah, u. ihre Nachfolger waren 
Gore: Ducos u. ber General Mouline. Die 
republitaniiche Partei bot nun alle Mittel auf, bie 
Unglüdefälle, welche bie franzöſiſche Armee betrafen, 
zum Sturze des Directoriums auszubeuten. Sie bil⸗ 
dete im Juli 1799 bie Geſellſchaft der Berfai- 
ſungsfreunde, welcher ſich mehrere Generale, jo 
Jourdan, Augereau u. Mafjena, anſchloſſen; aber ber 
Bolizeiminifter, Fouche, ließ am 26. Juli die Reitbahn 
na. am 13. Auguft Die Dominicanerlirche der Vorſtadt 
St. Germain, ihre Verſammlungsorte, ſchließen. 
Inzwiſchen erregten neue Zwangsmaßregeln gegen 
bie Gmigranten, von beren Anverwandten man 
unter ter Form bon Anleihen Gelber erpreßte, 
neue Unruhen, u. der in Folge deſſen mieberer- 
wachte Bürgerkrieg mit ben Chouans u. Beudéern 
wurde feit Enbe etobers 1799 mit wechſelndem 
Bortheile geführt. 
"Inter jo mißlichen Umſtänden lehrte Bonaparte 
krönt aus Ägypten zuriid. Nach jeiner An⸗ 


Frankreich (Geſch) VIII. (G.1790. D. 1799, 2. 1800) 


— —— 4. Octeber, fü 
artei in ibr Intereſſe zu ziehen. : 
faner boten ihm eine —— 
Commando in Italien an u Sie 
mit dem Antrage entgegen, eine ne 
einzuführen. Diefen Plane vage 
geneigt. Eine große an ber 
ter Alten wurbe für feme 
Diefe fetten, um ein bintiges Zuſam 
Parteien in Taris zu vermeiden, bie 
beiden Räte nah St. Cloub durch 
torium wagte nid? Gewalt anzıum 
Offiziere ihm den Gehorſam verwei 
aber, als bie Anzeichen immer brot 
Bonaparte feine Entlafjung zu. Ar 
15. Brumaire) [prengte Bo: 
itungdes Rathe ber500 im 
fanle zu St. Cloud, als dieſer ef 
ftand, Das Todesurtheil Aber ihn aus: 
Rathe der Alten entſchied bie Abſtimmi 
hebung der Verfaſſung vom Sabre I 
verſammelten ſich beide Räthe unter d 
cian Bonapartes. Um Mitternacht wi 
torinm aufgehoben, 62 Abgeorbriete 
ausgeſtoßen ı. von dem Heft deſſelbe 
Roger Ducosn. Bonaparte,‘ 
men von Confuln, proviforiich bie 
walt zur Wieberberfiellung der Rul 
übertragen. Zugleich wurde der Gefi 
per bis zum 20. Sehr. 1800 vertagt. 
faflungsverlegung war dieſe Eutfcheii 
ber großen Maſſe des Volkes, wel 
harte bie age zur durchgreifend 
ber inneren Verhältniffe geeignete Be 
während bie Republifaner in der m 
achtung ter republifanifchen Form 
neue Regierung anſangs auszeichne 
haft gegen die Rüctehr des Roy: 
beffen Anhänger jedoch von Bona) 
entgegengeiebte rel begten. 
) Sranfreih unter Der ( 
ierung bis zur Proclamiru 
jerreihe, vom 9. Novbr. 1 
Mai 1804. Die drei Eonjuln ı 
lich u. der Pröfidirente hieß Konf 
Bon den Miniftern behielt man nur ( 
die Juſtiz, Bourbon, welchen bald 
für das Seeweien u. Foucheé für di 
nannt wurden: Bertbier für den Art 
die Finanzen, Laplace filr das Inner 
Seneralfecretäe: Später trat Tall 
Spite des Auswärtigen; die 120 
Conſulargarde befehligte Diurat. T 
fallıng, von Sieyis entworfen, 
Einfluß Bonapartes, welcher den Sitz 
faſſungscommiſſion ſtets beiwohnte 
Stücken geändert, trat am 27. Dece 
ſamkeit u. wırde am T. Februar 1 
nommen erllärt. Nach terfeiben ı 
Gewalt ſcheinbar unter 3 Confuln 
in Wirflichleit aber ganz in der H 
Conſuls. Alle 3 waren für ihre R 
regeln umverantwortlih u. wurden 
Jahre, mit Vorbehalt der Wiederer 
nannt. Die 3 erften nach der neuen 
wählten Confuln waren Bonapar 
ceres u. Lebrun. Neben ten C 
3 höchſte Stantsbehörben gefchaifen 


Gene ec) WELL. (D. 1800-1802) 3:rtn.” 


wvateer) von 80, ein gejegeben- 
bon 300 u. ein Tribunat von 200 
Der Eomat, deſſen Mitglieber Iebene- 
Denatorenwürte bebielten, war bie 
bes Belles =. von um fo zwei⸗ 

‚ als die Wahl derſelben unter 

des Tonfulate Rattfand. Der Senat 
mrch eigene Wahl, ernannte bie Mit⸗ 
ebenden Corps u. bes Tri⸗ 

die Eonfuln, u. batte das Recht 

' übrigen Staatsgewalten, nament- 
den Conſuln vorgeichlagenen, dann 
bunat geprüften n. endlich im Geſetz⸗ 
ser beichiofienen Geſetze, zu prüfen, zu 
andernfalls zu verwerten. Am 24. De- 
t Lucian Bouaparte das Minifterium 
u. am 2. April 1800 mwurbe Carnot 
re. Um ſich zu befeftigen, fuchte Bona⸗ 
itützpunkt in den Mittelklaſſen, welche 
republilanifch geliun waren, zu fiu⸗ 
e bie meiften Amter mit Republi- 
Michtigte jedoch auch bie beiben ertre⸗ 
‚u. mo Amterverfeibung an Royaliften 
wicht pafjend fchien, that Beftechung 
g berfelden aus ber Hauptftabt ben- 
Zur Aufrechterhaltung der Ruhe u. 
8 noch fortdauernden Royaliſtenauf⸗ 
e Bendee, traf Bonaparie forort bie 
Maßregeln. Zu biejen med theilte 
t 25 Militärdiviſionen, Deren Weichls- 
irten) er alle Truppendiviſionen unter- 
te General Hedouville nach ben em- 
temenis u. erreichte Durch energiſche 
bue jedoch Wafjengewalt anzuwenden, 
z ber Unruben. Am 18. Januar 1800 
uville n. Brune, unter Zuſicheruug 
ihung, Friede mit ver Vendee u. den 
zeniger glücklich war Bonaparte in 
igungen zur Hebung des öffentlichen 
von den Emigrautengütern erzwun⸗ 
ließ er aus politiſchen Rückichten 
er auch bie Liſte der Emigranten jchloß 
u aller berer darauf jtreichen ließ, 
F. nicht die Waffen getragen hatten. 
ten 3% Millionen France Papier- 
|, die Grundſieuer beträchtlich erhöht, 
x Öffentliche Amter eingeführt u. bie 
wier& zu einem Vorſchuß von 12 Mil- 
vermocht. Die Departementsverwal⸗ 
ie gänzliche Umänderung (17. Febr.), 
yer Municipalbeamten !Prätecten in 
ents, Unterpräfecten in ben Kantons 
ben Gemeinden, ftreng einander ıı. 
zung untergeortnet, angeftellt wur- 


—* wurde durch polizeiliche An⸗ 


chränkt. Die nächſte Sorge bes erſten 
ben inneren Wohlſtand des Laudes 
eine nöllige Reorganijation des jehr 
serwefens zu ermöglichen, mußte nun 
ines Friedens mit England u. Ofter- 
it dieſem fchloß er, nachdem er jelbft 
L in Italien wieber übernommen u. 
14. Juni 1800 gefiegt batte, am 9. 
ben Srieben von Luneville, dem zu 
lweg bes Rheins bie franzöſiſche Grenze 


ngland jhloßerjepccheritam25.Dtärz 


eden von Amiens. Da Bonapartes 
m Tag zu Tag mehr bejeſtigte, ſo 


griffen bie vergebens auf einen Anlaß zum Umfiuxg 
Bulk ar — —— * * 
t zu Mor w m 
sor deu Umtrieben ber Complottenro —A 
ordnete Bonaparte, welchen mur ein glüclicher Zup 
fall vor der Ermordung gerettet hatte, ein polijei⸗ 
liches Spionirfyhem an, an deſſen Spike Fouché 
Hand, u. ließ viele Berdächtige zur Deportation 
verurtheilen. Die Eonfulargarbe wurde außerbem 
berinehrt, u. das Auftreten bed erien Eoufule nahm 
unmer mehr eisen fürftlichen Charakter am. 
Nachdem mu auch der Friede dem leben eine gröw 
Bere Behaglichkeit gewährte, wurbe der Drang der 
befjeren Geſellſchaft. frühere Sitten u. Gewohnheiten 
wieder anzunehmen, immer mächtiger. Die Parifer 
Salons belebten fih von Neuem. Biele Adelige 
kehrten zurüd, als der Conjul bie Gmigrantenli 
gänzlich aufbob u. nur etwa 1000 Familien von bei 


ſtrafloſen Rüdtebr nach F. ausſchloß, u. in den von 


Bonaparte bewohnten Zuilerien begann fich ein hö⸗ 
fildes Treiben zu entwideln. Ebenſo ſprach fich das 
Bebüriniß aus, Die hriftiihe Religion zu re⸗ 
abititiren. Schon feit Aufang Des Jahres 1801 
tte Boutaparte mit Dem Papſte iiber Lie Wiederher⸗ 
ftellung bes Latboliichen Gottesdienfies in Fraul 
reich unterbantelt u. ein Nationalconcil angeorbiet, 
welches in Nötre- Dame zu Paris verſammelt am 
12. Juliden Bapft zwar als Oberhaupt auerkannte, 
aber bon dieſem nicht ala Coneil betrachtet wurde 
Jedoch kam am 15. Juli zwiſchen Dem Cardinal 
Sonialvi u. Bonaparte ein päpſtliches Coucorbat 
(| d.Lr) zu Stande, meibis am 15. Aug beflätiar 
wurde. Da Vonaparte Widerſtand gegen das Con⸗ 
cordat im Tribunat fürchtete, ſo wurden durch 
Senatsbeichluß die als ſirenge Republilaner be⸗ 
kannten Mitglieder deſſelben ausgeſtoßen u. Die 
Zahl der Tribunen auf 80 beſchränkt. Da ber ge⸗ 
ſetzgebende Körper nach Vollendung des neuen 
Civilgeſetzbuches am 21. März ſeine Thätigleit ein 
geftellt hatte, jo berrichte Bonaparte faft mit um 
umfchräntter Gewalt, u. Die repnblilaniichen Kor 
men entipradhen immer weniger dem monarchiſchen 


Weſen des Staates, zuntal da Bonaparte Sorge 


trug, fih mit einem neugeichaffenen Dienflabel zu 
umgeben, zu welchem Zivede bie Errichtitng bes 
Ordeno der Ehrenlegion (j. d.) vom Senate beichloj- 
fen wurte. Die Umwandelung ber repnbiilanifchen 
Kormen des Etaates in monarchiſche vollzog fich 
rafh. Gleich nad dem Frieden von Amiens im 
Mai 1802 beſchloß dad Zribunat, dem Obercouſul 
ein glänzendes Pfand der Nationaldankbarletit dar⸗ 
zubringen, u. ſetzte fi deshalb mit bem Senate in 
Berbiudung. Diefer beichloß, Bonaparte auf neue 
10 Jahre zum Conſul zu ernennen. Als ber Conſul 
aber die Annahme dieſer Dankbezeugung von dem 
Willen der ganzen Nation abhängig machte, wurbe 
vom Senate ein Plebifcit über die Frage, ob Bona⸗ 
parte lebenstänglicher Conſul fein folle, veranftaltet. 
Bon 3,577,399 enegern ftimmten 3,568,885 für 
das Iebenslänglihe Confulat, a. durch Senatsbe- 
ſchluß am 2. Ang. 1802 wurbe Bonaparte zum 
lebeunslängliben Conſul ernannt. In— 
gleich änterte ein Senatsbeſchluß die Berinffungin der 
Art, daß bie vollziehende, geſetzgebende u. richterliche 
Gewaltin bie Hände bes Erften Conſuls gelegt wurde, 
u. bie conflitutionellen Körper des Stantes zu beden⸗ 
tungelojen Schatten herabſanlen. Die völlige Ber- 
wandlung ber Republik in eine Mounarchie gab fish 


576 Pranfreich (lei) VLLT. (D. 1808 u: 4804). I. 48904 n. 1805) 


das Ziel ber Bonapartifchen Regierung immer beut- 
licher zu erlennen. Das Heer, auf welchem das 
Unichen u bie Macht des Confuls ruhte, wurbe 
auf rei erhalten n. vortrefflich organiftxt, 
die Refidenzichlöfier des Erſten Conſuls, St. Cloud, 
die. Tuilerien u. Malmaiſon, wurben reich ge⸗ 
— tn. die Civilliſte von auf 6 Millionen erhöhet. 

4. Januar 1803 wurde bie Errichtung von 31 
Senatorien mit 20 — 25,000 Francs Einkünften 


decretirt. Jedes Arrondiſſement eines Appellatione- 


gerichts erhielt eine Senatorie, welche die conjula- 
riſche Gewalt ın ben Provinzen repräjentirte. Der 
Inhaber einer ſolchen war verpflichtet, 3 Donate 
im Jahre am Sitze berielben zu refibiren. Auf den 
Münzen erſchien hinfort das Bild bes Erften Conſuls, 
u. das Hofleben wurde glänzenter u. geräufchuoller. 
Mehrmals fuchte Bonaparte Rubwig XVIIL zur 
Aufgabe feiner Anſprüche an F. zu bewegen, je- 


doch war fein Bemühen vergebene. Ein neuer An⸗ 


ſchlag auf jein Leben von dem Anführer ver Chonans, 
George Cadoudal, in Verbindung mit Pichegrn, 
welche Beide im Kebruar 1805 heimlich bet Beville 
Ianteten, aber zur Haft gebracht wurden, gab den 
nächſten Anftoß zur Ausführung feiner Abficht, bie 
erbliche Kaifermürbe anzunehmen. Die Entbedung 
noch auderer Eonfpirationen, bei denen England 
mittelbar im Spiel war, benutzte Bonaparte, um 
dieſe Macht als eine ihm perſonlich feindliche darzu⸗ 
ellen, nachdem er ſchon längft zu einer Bekriegung 
glands großartige Anftalten getroffen hatte, ı. 
bereits im Mai 1803 die Seinbfeligleiten wieder 
ausgebrochen waren. Den Krieg ſelbſt aber wollte 
er als Kaiſer eröffnen. Anfangs (fett Ende März) 
wurde das Vorhaben vom Senate nur angebeutet, 
dann mußten Adreffen aus ben Departements ben 
Aet einleiten u. endlich brachte ber Senat den Bor- 
ſchlag au das Tribunat, welches am 3. Mat 1804 die 
Erhebung Bonaparteszumerbliden Kai- 
fer von F. befürmortete. Den darauffolgenden Se- 
natshefhlng vom 18. Mai beftätigte auch noch ein 
nenes Plebiſcit, demzufolge fi) von 3,574,498 Stim- 
menden 3,572,329 fir das Kaiferreich ausiprachen 
IX. Srantreih ale Kaiferreih vom 28. 
Mait8045i18 zur AbdantungNapoleons 
Auen aim en ean 11.April 1814. Am2. 
c. 1804 murbe Bonaparte ald Napoleon J. in 
Paris von Pius VII. geſalbt u. ſetzte ſich u. feiner Ge⸗ 
mahlin Sojephine die Krone auf. Die Revolution 
hatte ihren Kreisiauf vollendet. F. war zu einer nur 
noch: ſcheinbar beichränften Monarchie zurückkehrt, 
aber das mittelalterliche Staatsweſen war unmwie- 
berbringlich vernichtet u. die Verworrenheit der recht» 
lichen u. jocialen Zuftände, welche das mit ber Bil» 
bung der Zeit in Widerjpruch ftehende Feudalweſen 


erzeugt hatten, war einer anderen Orbnung bes. 


Staates gewichen. Obwohl Napoleon ber Nimbus 
— welcher den Thronerben alter Herrſcherge⸗ 
chlechter eigen iſt, ſo wußte er doch bald durch 
geeignete Einrichtungen feiner neuen Wurde die 
zeit: Folie zu geben. Er umgab fi mit einem 
prunkvollen Sofflaat, creirte eine Menge Hof- 
chargen, fo die ber Großmlrbenträger u. Groß- 
offtziere, u. feste den hoben faiferlihen Gerichtshof 
ein, zu befien Competenz alle Verbrechen gegen den 
Gtaat ı. etwaige Vergehungen ber Angehörigen 
bes Kaiſerhauſes u. der höberen Staatsbeamten 
ebörten. Dann fuchte er ſich den alten Adel zu 
efreunden u. benfelben durch Gunſt⸗ u. Ehrenbezeu- 


zu verwifchen, wurbe 1805 derrepublilg 


en an feinem Hof zu betien. Die 
ld nut: bem i — 
worden waren, wurden. ſebald F. zum 
erhoben war, ebenfalls in erbliche Küm 
fo vexwanbelt, m. nm and iu 
ichen Leben bie Spuren ber 




































Kalender wieber mitbem@regorieg 
vertauſcht. Das Tribunat, der ichte &ıe 
conftitutionellen Beigränkung des Rei 
erſt 1807 befeitigt. England, uf 
verweigerten bie Anerfennung bes Kaiſer 
die Bemühungen des Könige von Enge 
Erbland Hannover bie Franzoſen im 8 
mit ben Beſtimmungen bes Kriebens wei 
jeit 1805 bejegt hatten, während fie Ab 5 
Angriff anf die Küften von Großdrituui 
ten, führten zu der 3. Coalition gegen 
ih Rußlaud u. Ofterreich anfchloffen ( 
Ehe Napoleon den Krieg begaun, bat 
jentliche Erebit ungemein gehoben, 2. 
gegriimbete Bank von F. ü Baul IL. DS 
bemt Stante vortreffliche Dienſte. Map 
tete ben — ber Verbündeten auf Ih 
nicht ab, brady mit ben zur Landung i 
beftimmten Truppen nah GSübbestili 
Ihlug, während Maffena ben Erzherg 
Italien am Borrüden binberte, bie & 
bei Elchingen, eroberte Ulm, befegte 
brachte den Ruſſen bei —— 21 
eine große Niederlage bei; ſ. u. Oflerreil 
gegen Fraukreich von 1805 — 1809. | 
zu Presburg, 26. December 1805, tea 
ge en 1000 DM. feines Reiche ab, weile 
rundung Des Königreichs Italien, the 
lohnung von Württemberg u. Baiern, ben 
genoſſen Napoleons, verwendet wurden 
den Staaten erhob Rapoleon zu fouveräue 
reichen u. gab, indem er auch Baben mit 
Soxveränetät beſchenlte, dadurch die nähle 
laffung zur Auflöiung bes Deutfchen Re 
März 1805 legte fich ber Katjer auch den 
von Stalien bei. Er vereinte bald baraf 
u. Biombino mit F. u. fette bie Akt 
thümer von Norditalien unter franzö 
tung. Gleichzeitig verlor jedoch F. durh 
der Engländer bei Trafalgar feine game 
großen Anftrengungen neubegrünbete Em 
gerieth dadurch in neue finanzielle Berg 
England, um feinen Bortheil weiter p 
u. das gegen feinen Handel u. feinen 
erichtete Continentalſyſtem (f. b.) zu 
nüpfte Unterbanblungen mit Schmeai 
land an, welde um fo leichter zum Ad 
als das von Napoleon begründete Febe 
das Europäifche Gleichgewicht immer me 
Um Preußen von einer ihm feinti 
abzuhalten, überließ Napoleon biejem & 
Kurfürſtenthum Hannover. Kamifemek 
gen follten Baiern u. Baben an F. fetten, 
Napoleons nächte Verwandte und 
räle mit Königreihen u. Kürftenthümes 


I 
wurten. Seinen Bruber Joſeph nzd & 
König von Neapel, feinen antern Brsba! 
zum König von Holland, feinen Stiefel! 
Beaubarnais zum Bicelönig von Italien, ! 


Murat zum Großherzege von m ſege 
Stelle bes Deutichen" Haie ben heiter 


Frankreich (Geſch) IX. (1806—1814) ’ 


; ber Heineren deutſchen Staaten unter 
' Brotection (1806). Preußen trat end⸗ 
en Allianz gegen F. bei, ala Napoleon 
ber zu emtzieben drohte. Diefer nahm 
Kampf mit ben vier gegen ihn verbun⸗ 
hen Staaten auf, ſchlug tie Preußen 
bie Ruſſen bei Evlau u. Friedland u. 
n am 7. u. 9. Juli 1507 mit Preußen 
ı abgefchloflenen Frieden von Tilfit (1. 
uſſiſcher Krieg gegen Frankreich von 
17) in Folge deſſen Das Königreich Weſt⸗ 
7, u u. dreien anderen deutſchen 
lien - Kallel, Braunſchweig u. Oranien) 
nen Ländern, ferner das Herzogthum 
. eine Republil Danzig errichtet u. Ruß- 
ußen dem Eontinentaljyftem beizutreten 
urden. 
n war Talleyrand Miniſter ber aus» 
ngelegenbeiten geweien, aber im Au⸗ 
ab Napoleon beifen Portefeuille an ben 
mpagny, da Tallevrand in des Kaiſers 
Spanien unter fein Scepier zu bringen, 
n wollte. Der nächſte Schritt zur Aus⸗ 
jelben war tie Belegung Portugals 
dem Borwand, auch Dort bie Häfen den 
zu jperren. Darauf milchte fih Napo⸗ 
Zmift ber ſpaniſchen Königsfannilie u. er⸗ 
‚ge defien im Juli 1505 Die Krone von 
welche er feinem Bruder Joſeph über- 
end er bie erledigte Krone von Neapel 
vager Murat gab. Die Spanier ließen 
cht gutmwillig die frauzöfiihe Herrſchaft 
u. das Volk begarın einen hartnäckigen 
Die franzöfiichen Deere, unterftügt von 
iejen u. den Engländern, welcher erft 
er Vertreibung ber Franzoſen enbigte 
portugieſiſcher Vefreiungstrieg). Die 
Berbündeten in Spanien hatten dieſe zum 
ile der Wiederaufnahme Des Kampfes 
eons wachſende Macht von Seiten Ofter- 
akten. Tſterreich erſchien 1809 mit einem 
n Heere (f. Cfterreichifcher Krieg gegen 
on 1809). Indeß hatte Napoleon Ruß⸗ 
m Congreß zu Erfurt unter dem Ver⸗ 
e gemeinjane Beute zu theilen, am 25. 
)8 zum Beiftante gegen OÖſterreich ger 
nach den Siegen von Eckmühl, Aspern 
bictirte ber Kaifer den Schönbrunner 
Oct. 1509, wodurch Ofterreicy abermals 
feines Landestheils an Rußland, theile 
en des Rheinbundes u. theils an Italien 
te. Der Kirchenftant wurde nun mit 
Schweden durch Rußlands Einfluß zum 
n Continentalſyſtem bewogen, u. ber 
ibar durch die Bermählung Napoleons, 
1809 von feiner finberlojen Gemahlin 
iſchieden hatte, in 2. Ehe ınit ber öfter- 
zrinzeſſin Maria Luiſe, 2. April 1610, 
iefe gebar ihın am 20. März 1611 einen 
yer den Tirel König von Rom empfing. 
ftand jet auf den Gipfel feiner Macht, 
& feiner Waffen, das politifche Über» 
über alle europäiſche Staaten, liei Die 
en Berluft ibrer politijchen Freiheiten 
erzen, u. verjöhnte fie mit beim wieder⸗ 
folutismud. Der Erbatel war inzwi⸗ 
bergeftellt (1. März 1505), jedoch ohne 
rechte u. an ben Beſitz eines großen 
Lexiton. 4. Aufl. VI 


577 


Vermögens gehrüpft. Die Rangordnung deſſelben 
ftellte oben an die Fürſten, dieſen folgten bie Her- 
zöge, Grafen, Barone u. Ritter. Wichtiger n. von 
großem Segen für das Reich war bie neue Orga- 
nifation der Gerichte, Die Einführung vortreffli 
Geſetzbücher (Codes Napoleon) u. die Stiftung 
ber Pariſer Univerfität. Um bie Continentalfperre 
wirkſamer zu machen, wurde Holland, bie Nordſee⸗ 
küſte, aus denen die Departements der Ems, Weſer 
u. Elbe gebildet waren, dem Reiche einverleibt. Da 
auch Wallis, Toscana u. der Kirchenſtaat mit $- 
vereinigt worben waren, fo umfaßte ber Staat, in 
130 Departements ftatt ber uriprünglichen 83 ge 
tbeilt, ein um bie Hälfte größeres Läntergebiet al6 
zur Zeit der Republik. Während dee Friedens wurde 
indeß Dem Handel u. ber Induſtrie nur in einzelnen 
Fmeigen ein glüdlicher Aufſchwung zu Theil. Die 

ontinentalſperre laftete wie ein Alp auf ber han⸗ 
beltreibenten Welt, namentlich als England zu Re⸗ 
preflalien ſchritt, u. dennoch verjeblte fie ihren med 
un Großen u. Ganzen, denn dem Schmuggel war 
nicht zu fteuern, u. die mit F. verbüudeten Ufer⸗ 
ftaaten wehrten Temjelben mit nur geringer Sorge. 
Endlich verließ Rußland, welches in ber Vertrei⸗ 
bung tes dem Kaifer Alczander nabe vermanbten 
Herzogs von Oldenburg einen Bruch ber Friedens⸗ 
verträge erblidte, 1510 das Syſtem u. näherte ſich 
England, der Waarenzufuhr defielben fein Hiuder⸗ 
niß in ben Weg legend. Napoleon beichloß deshalb 
den Krieg gegen Rußland, bot alle feine Buntes» 
genofien zum Zug gegen daſſelbe auf u. fiel 1612, 
uch ebe er ten Kampf in ter ‘Pyrenäifchen Halb» 
inſel beendet hatte, mit einer halben Million Men⸗ 
Ihen in Rußland ein, drang bis Moekau vor, ver- 
lor jedoch auf bein Rüdzug fein ganzes Heer, mehr 
durch Die Strenge des Winters u. Die ungewohnten 
Entbehrungen, ala durch bie ruſſiſchen Daffen. 
Der moraliſche Eindruck dieſes unerjeglichen Ber» 
luftes war noch wichtiger in feinen Folgen als bie 
materichen Nachtbeile. Preußen trat Der Koalition 
von England u. Rußland im Februar 1513 bei u. 
deren Deere drangen gegen Sachſen vor. Napoleon 
fiegte zwar in einigen Schlachten u. gewanu Ter⸗ 
rain; allein ba auch Tflerreih u. Schweben als 
Gegner 5-8 mit auf Dem Kampfplate crichienem 
u. Die Völkerſchlacht bei Yeipzig, 15. Oetober 1513, 
gegen Napolcen entſchied, brach das folge Gebäude 
jeiner Macht in Trümmern. Die dentichen Fürſten, 
gebrän, t von ben ber Frauzoſenherrſchaft Längft 

berbrilffigen Völkern, erlärten fih nun für Die 
Aliirten, welche 1914 von allen Seiten it F. ein. 
drangen u. nad) der Cinnahme von Paris (1. April) 
die Abdankung Napoleons zu Fontainebleau, 
11. April 1814, erzwangen. Nicht unbedeutend 
batte zu tiefem Sturz der Abfall bes Königs von 
Neapel, Murat, beigetragen, ber fich gerade im 
entscheidenden Moment gegen ben Kaiſer erllärte. 
Über bie Einzelheiten des Krieges |. Ruffiich » deut⸗ 
ſcher Krieg von 1812 — 1815. 

X. Sranfreih unter der Reſtauration 
ber Bourbons bis zur Julivevolution, 
1814 bis 1830. A) Erfte Reftauration 
3. Mai 1814 bis 20. März 1815. Der Bru⸗ 
ber Ludwigs XVI., der Graf von Artoie, leiftete 
der Aufforderung des Senats, von dem erledigte 
Throne Beſitz zu ergreifen, unverziiglich Felge, u. 
langte ben 3. Diai 1814 in Paris an, wihrend Na» 
poleon fi) am 20. April auf die ibm als Beſitzthum 

7 


578 
zugewieſene Inſel Elba zurückgezogen batte. Der 
neue König aus dem alten Hauſe Bourbon Lud⸗ 
wig XVIII. ſchloß mit den Verbündeten ben Frie⸗ 
den ven Paris (30. Mai 1814), welcher F. im We⸗ 
Tentlihen auf Das ihm wor 1792 zugehörtge Gebiet 
befchräntte, Dagegen feine Colonien, mit Ausnahme 
von Tabago, St. Lucie u. Isle de France, England 

uſprach. Einen ihm vom Senat vorgelegten Ber- 
—— wies er zwar zurlid, gab jedoch am 
4. Juni burd die conflitutionelle Charte %. eine 
Sonftitution, welche Gleichbeit vor dem Gelets, in 
den Etaatelaften u. in den Anſprüchen auf Amter, 
Amneftie, Unverletslichteit des Eigenthums, per- 
ſönliche Religions» u. Preffreiheit u. 2 Kammern 
feſtſetzte, welche über nene Gefege u. Abgaben ent» 
ſcheiden ſollten. Indeffen leuchtete aus verſchiedenen 
Maßregeln die Abficht ber Regierung hervor, bie in 
der Charte gewährten Zugeftänbnifje zu fchmälern 
ob. ganz zuriidzuzichen. Dies erregte den Miß- 
muth der Mittelliaffen, auf denen zumal ein ſchwe⸗ 
rer Steuerbrud laflete, während ter Napoleoniche 
Adel dur die Rüdfehr der alten Adelsgefchlechter 
feine® Einfluffes u. Anſebens beraubt, Die Unzu- 
frietenheit der Armee theilte, welche feine Sym- 
pathien für tie Bourbons hegte, ja durch Vermin⸗ 
derung des Soldes, durch Entlaffungen u. Pen- 
fionirungen geradezu erbittert wurde. Diefe Im« 
ſtände w. ren dem entthronten Kaifer zur Ausfilh- 
rung feines Planes günftig, der darauf ausging, 
fih mir & walt wieder in Befit der Krone zu ſetzen. 

b) Vie Hundert Tage 20. März bis 21. 
$unt 1815. Am 1. März 1815 landete Napo⸗ 
Teon bei Frejus u. gelangte ohne Schwertichlag am 
20. Mär; a aris (Rückkehr Napoleons), 
während ter König 19. März nach Gent floh, da 
er fi von tem gege: Napeleon ausgefanbten Mar⸗ 
ſchall Ney verlaffen jab. Napofeen 30g unter bem 
Fıibel Des Volks u. Der Armee in die Tuilerien 
ein, verhieß in e.nir Proclamation eine friedliche 
Politik beobachten zu: wollen, ließ Die Conftitntions- 
acte Ludwigs XVIII. im Mefenttiichen befteben u. 
beſchwer tiefelbe ver den von ihm zufamntenge- 
rufenen Abgeorbnieten auf dem Marefelte 1. Juni 
1515. Aber der Wiener Congreß, auf welchem Die 
verbündeten Mächte noch berierben, erflärte Napo- 
(een für einen Störer des Weltfrietens. Die Dua- 
drupelallianz zwijchen Preußen, Ofterreich, Ruf 
laud u. England gegen Napoleon wurde gejchlofjen 
u. bie verbündeten Heere zogen gegen ben Rhein. 
Napoleen rüdte ihnen entgegen, gewann anch ei- 
nige Treffen, wurde aber ven den vereinigten 
Preußen n. Engländern mit feiner Hauptmadt 
bei Waterloo 18. Juni total aeichlagen u. Dante, 
da ilem fie Kammern zur Fortführung des Krieges 
Die geierderte Geldhülfe vermeigerten, am 21. Juni 
zu Ennften feines Sohnes, Napoleon IT., ab. 
Am 3. Juli capirulirte Paris; ſ. u. Preußiich-Ruj- 
fiicher Krieg gegen Frankreich. 

6) Zweite Reftauratien 9. Ruft 18195 
bi8 1830. Die Alliirten, welche am 7. Inli in 
Paris einzogen, erkannten jeted tie Abdenkang 
Napeleons zu Gunſten ſeines Sohnes nicht au, 
1. den 9. Juli ſchon traf Ludwig XVIIL wie 
ker in Paris ein, mm vom Throne abermals 
Defig zu nehmen. Napoleon, ver fi ten Enz 
ländern ergab, wurde von nun an auf der Inſel 
Et. Helena gefangen gehalten, mo er 1621 ftarb. 
Am 20. Never, 1815 ſchloß nun Ludwig XVLIL 


Frankreich (Geſch.) X. (18141818) 


ben 2. Barifer Frieden, welcher tie G 
auf den Stand von 1790 beicräntie, 1 
die Belegung ven 15 Feſtungen turd 
pationsheer von 150,000 Mann auf 5 
ftand u. F. verpflichtete ich, nicht mar 
terhalt dieſes Heeres zu forgen, fonber: 
dem 175 Millionen Thaler Contribnti 
Auch mußte F. die in den früheren Kri 
ten Kunftichäße wieder herausgeben n. 
Ih maden, alle rechtmäßigen Eniſd 
ſprüche von Individuen, Körperichafte 
ten in ben Ländern ber Berbinteten ;; 
Kaum war Ludwig XVIII. wieder au 
langt, als eine fanatifche Verfolgung 
u. Günftlinge Napoleons Kegann, ı 
ftifche Reactionseifer ſelbſt über bie 
Regierung hinaus an manchen Orten 
zu brutalen Exceſſen führte. Die un 
fluß der Regierung neugewählte Kam 
noch —* als der König; fü 
Regierung die Befugniß ein, Alle, t 
ſchwörung gegen ben König verbächtic 
Weiteres verhaften zu fönnen, u. billi: 
welches Alle, welche für den Ted Li 
geſtimmt hatten, jo wie viele Säupt 
regierung, verbannte. Die verſproche 
Anıneftie wurbe durch eine aroße M 
men verfümmert, u. ba bie Regierun 
dem Drängen ber Kammer nad einer 
Reaction, um die Erhaltung ber Ku! 
beforgt wurde, löſte fie dieſelbe Ende 
In den neuen Kammern hatte bi 
no‘ immer viele Stimmen für fic 
toh durch Entdeckung ter fogenan 
Verſchwörung, welche beswedte, vr 
ten zum Umſturz der Charte Interftü 
langen, u. in Folge der Unterſuchung 
ten Royafiften 1815 u. 1816 verüßt 
Ermerbungen in Süd⸗F. (f. Bru 
conipromitrirt, Daß ihr Einfluß beder 
drückt wurde. Zur Abhillfe ver Fine 
tie Negierung hinter einander 3 A 
Congreß zu Aachen im October 19 
den völligen Abzug der alliirten Ocen 
ans F., ließ bedeutende Summen an 
ten Forderungen u. an den Contrib 
nah u. geftattete den Beitritt Fei 
Allianz zur Erhaltung des Curopäiic 
Die ropaliftiidhe Partei erhob jekt a 
Hanpt; der erſte Minifter, der Herz 
hie, leiftete ben Beſtrebungen beriel 
u. beabfichtigte, Das Denaireiten de 
nellen Eyftems aufzuhalten. Der lit 
gelang es, ben Herzog zum Beitritt 
nachdem fie ein liverales Wablgeſetz 
feine Ansnahme geftattentes Recr 
(1518) Durdhrejeßt hatte. Dax neuel 
ſterium, an deſſen Spite Marguie ı 
fand, wurde aber in November in g 
einten Angriffe ber ertreimen Parteien 
Decazes erbielt ben Vorſitz. Als t 
äußeriten Rechten zu näbern fuchie n. ' 
nabmegefete zur Beſchräukung der F 
derbaltung der öffentlichen Meinan, 
neues Wablgeſetz zur Begünſtigung 
Grundbeſitger eingebracht hatte, wurt 
Oppeſition immer heitiger, u. ſchen fe 
ſich auf ihre Seite zu wenden, alt t 


Frankreich (Geſch) X. (1820-1828)  - - 


Herzoge von Berry durch Louvel 
‚1820 ber ganzen Sachlage ein anderes 
» bie Ultrapartei belam völlig bie Ober. 
zes mußte abtanten, ber Bering von 
este ihn, von Neuen zum Miniſterium 
i. ein firengerer Monarchiemus wurde 
x Grundſatz. Neue Ausnahmegeſetze 
die Prefje wurde durch eine Cenſur be- 
ieder einneues, bie großen Bliterbefitger 
:günftigenbes Wahlgeſetz gegeben. Um 
nb ber ben conſtitutionswidrigen Maß- 
egierung nicht Folge leitenden Beam⸗ 
ven, erfolgten viele Amtsentjegungen, 
yeit Des größten Theiles der Nation 
biefen Maßregeln u. aus biefer wieber 
rjuche zu Militärrevolutionen, bie von 
en für ihre Zwecke ansgebeutet wurben. 
' traten Die bisherigen Minifter ab, 
Riniftertum, ausfchlieglih aus ftrengen 
ebildet, Platz zu machen. Letzteres, von 
dſten Tapacität.beffelben, dem Finanz⸗ 
‚lete benannt, nahm zmar, um ſich bie 
tei geneigt zu machen, fogleich einen 
r Berlängerung ber Cenjur zurüd, u. 
sen 5. Februar 1522 auf. Aber fein 
m Abel u. der Geiftlichleit Vorrechte zu 
1. bie Ausuahmegeſetze eher zu ver⸗ 
aufzuheben, raubte ihm bald feine Po⸗ 
och verfilgte er in ber unter feinem 
y ben neuen Wahlgeſetze zufammenge- 
nmer über eine bedeutende Majorität. 
siten Sitzung der Deputirtenlanmer 
ntfaltete Billite fein großes Verwal⸗ 
welches ibm den Borfig im Conſeil 
tte, u. wandte ſich nun zu ber Partei 
ten Royaliften, da die Gewaltſamkeit 
an ernjilich die Rube bes Landes zu 
zrohte u. ter erbitterte parlamenta- 
f die Aufregung im Lande fteigerte, als 
yeit ber Verſchwörungsverſuche Des Ge- 
on u. bes Chriftlientenants Caron u. 
eien höchſt leirenjchaftlich auftraten u. 
en die Yiberalen öffentlich einer, burch 
a reihenten Verſchwörung gegen ben 
ius beſcheildigten. 1523 beichloß ber 
Krieg mit Spanien, um bie dortigen 
ellen, welche Ferdinand VII. gezwungen 
Charte von 1812, welcher bie franzö⸗ 
tution von 1791 zu Grunde lag, zu 
t. Die Majorität der Kammer ſtimmte 
ch den Krieg nöthig werdenden Maß⸗ 
unter heftigem Widerſprnuch der Linken, 
es Deputirten Manuel, und als dieſer 
auf bie Intervention Der Alliirten zu 
bwige XVIII anfpielenten Außerung 
elen Folgen berartiger Interventionen 
ließ, erhob fih ein nener Sturm auf 
‚ welcher mit der Ausftogung Manuels 
ie Annäherung ber Parteien für immer 
)er Herzog ven Angeuleme brang nun 
0 Mann in Spamen ein, fiegte dort 

ohne Schweriſchlag, befreite Ferdi— 
zu Catir u. fegte ihn in feine Macht 
(f. Spanien ſGeſch.)). Michtiger war 
aniiche Krieg für bie Bourbonen dadurch, 
ei bie Treue ber Armeeszuerft bewährte. 
iriege blicb ein Tbeil ber franzöfiichen 
panien, um bie Ordnung zu erbalten, 


@ 


379 


In der Deputirtenlammergemann das Minifterium 
1824 dadurch, daß es eine fiebenjährige Dauer ber 
Kammer burchiegte, eine dauernde Stübe u. führte 
kurz vor ten Tode Ludwigs XVII. (16. Septbr. 
1824) die Cenſur wieder ein. Dagegen ſcheiterte 
ein Geſetzesvorjchlag zur Rebuction der fünſprocen⸗ 
tigen Rente au ber Pairsfammer, u. un Das 
regelmäßig wiebertehrenbe Deficit zu dbeden, wur⸗ 
Den neue Berbrauchöfteuern geichaffen u. das Ta- 
baksmonopol eruenert; Damit näherte fih bie Han⸗ 
belßpchitit %-9 noch mehr dem Napoleoniichen 
Prohibitivſyſtem. 

Kar lX. Bruder u. Nachfolger Ludwige XVIII., 
beſchwor zwar bei ſeiner Thronbeſteigung bie 
Verfaſſung, gab aber bald dem Drängen der 
Minifter, der Höflinge u. ber ultraroyaliſti⸗ 
ihen zmeiten Kammer nach, die Berfaflung erft 
u umgeben u. nad u. nad zu nutergraben. 

ur die Oppofition der Bairslaınmer, welche mehr⸗ 
mals verfafjungswibrigen Geſetzesvorſchlägen die 
Sanetion verfagte, hielt bie Regierung von ber 
völligen Bejeitigung zurüd Im Yande wurde in 
Folge der unverlennbaren Abfichten des Miniſte⸗ 
riums Die Mißſtimmung allgemeiner, nanıentlid 
da die Regierung dem Vrden ber Jeſuiten Vorſchub 
leiftete, fo daß derjelbe fi) durch Ausnehmung der 
von ihnen bejetten Heinen Seminarien eines be- 
deutenden Theils des öffentlichen Unterrichte be⸗ 
mächtigte. Der Unwille gegen das Miniſterium 
wurde noch geſteigert, als viele hohe Beamte des 
Staates, bes Unterſchleifs angellagt, nicht den 
orbentlichen Gerichten überliefert, ſondern durch 
Niederſchlagung tes Proceſſes geſchützt wurben, m. 
bei den neuen Wahlen zur Deputirtenkammer. Enbe 
1827, ergab ſich eine demſelben entichieden feind⸗ 
jelige Mehrheit in der Verſammlung. In Paris 
ſelbſt hatte bei einer Revue ber Nationalgarde im 
April ein Theil derſelben: Nieder mit ben Mini» 
ftern! gerufen, worauf diejelbe am 30. April aufe 
gelöft wurde, was aber noch mehr erbitterte. Ver⸗ 
gebens verjuchte Villele den Sturm durch die, furz 
vor der Eröffnung der Kanımer eingeführte Cenſur 
ber periobiichen Preſſe zu beſchwören, dieſelbe mußte 
bei der Eröffnung der Kammer conſtitutionsmäßig 
wieber aufhören. Der König fand fich nach langem 
Widerſtreben enblich doch bewogen, Villele u. fein 
Miniſterium zu entlaſſen u. durch ein neues, ob⸗ 
gleich auch im ultraroyaliſtiſchen Geiſte gebildetes, 
* erſetzen, an deſſen Spitze Dartignac ſtand. 

ieſer ſolgte zunächſt den Abſichten Des Könige, 
durch Verfolgung einer populären auswärtigen 
Bolitif ven ben inneren Zuſtänden abzulenlen. 
Schon 6. Juli 1827 hatte F. einen Zractat mit Ruß⸗ 
land u. England gefchloffen, welcher bie Befreiung 
ber Griechen won ter türkiſchen Serrfchaft zum 
Zweck hatte, u. im Scpteinber vereinigte fich. eine 
franzöftiche Flotte mit der engliſchen w. ruſſiſchen, 
welche den Zürfen am 20. Oct. 1527 Die Schlacht 
bei Navarin lieferten (ogl. Griechiicher Befreiungs⸗ 
frieg). Um dieſelbe Zeit lieh ber König, um bie 
Yeleidigung bes franzöſiſchen Conſuls in Algier zw 
rächen, die Küſten dieſes Landes blediren. Auch 
gab Martignac in Betreff ber Jeſuiten der Oppo⸗ 
ſition nach. Im Juli 1828 gab ter König eine 
Orbonmanz, welche Die Beſchränkung der kleinen 
Seminarien u. Die fortbauernte Ausſchließung der 
Jeſuiten ausiprad. Unmittelbar Darauf erfolgt, 
vor der Deputirtenfammer eine offene Auflage des 

37 


chemaligen Minifiers Billdfe, bie aber zu keinem 
Reſultate führte. Indeß war das Minifterium nicht 
tm Stande, die Cppsfition au verfähnen, 


— — beiden ſchroff u. unvermittelt ſich 
endlich zum NRücktritt gendtbigt. Am 31. Juli 


1820 wurde die Kammer anfgelöft; nun berief der 
König deu Sürften Bolignac zur Bildung eines | ft 
—2 Die Gefinnung dieſes Mannes war | ging 


3a ut a. bie Bildung bes Eabinets ans ultra⸗ 
montanen u. ultraroyaliftifchen Elementen zu ecla- 
tant, m das Bolt über die Abflchten der Regierung 
in Zweifel zu laſſen. Die liberale Partei bereitete 
We befhalb zum Wiberftand gegen ben erwarteten 

taateftreich vor. Bald gten fih Stenerverwei⸗ 
gernngövereine, deren Mitglieber fich verpflichteten, 
der Erhebung von den Kammern nicht verwilligter 
Abgaben fi zu widerſetzen, fte bildeten fich aueh 
‘in den 5 „Departements ber ehemaligen Bre E 
. in anderen Departements un. auch felbft in 


aris. 
Das Miniſterinm getraute ſich nicht, direet 


einzuſchreiten, ſuchte aber die Prefle durch nnab⸗ 


laſſige Vexationen unſchadlich zu machen, erreichte 
aber dadurch gerade das entgegengeſetzte Ziel. Die 
Oppoſition wurde immer mächtiger, u. ale am 
2. März die zweite Kammer von Karl X. mit einer 
Thronrede eröffnet wurbe, welde bie Anbeutung 
von Gewaltmaßregeln enthielt, erflärte die Kam⸗ 
mer mit 221 Stimmen gegen 116 in ihrer Antwort 
auf bie Thronrebe, J die Wünſche der Nation 
— den politiſchen Abſichten der Regieru 

in Einllang ſtänden. Am 19. März wurde hierau 


vertagt, eine Menge liberaler Präfecten, Unter⸗ 
räfecten u. a. Beamte bgeieht, am 17. Mai bie 
ammer für aufgelöf erflärt u. Die Wahlcollegien 
auf den 23. Juni zufammenberufen. Bergebens 
war bie Doffnung lignacs, durch die Erpebition 
gegen Algier (f. d.), welche mit der Eroberung der 
tadt 5. Juli glücklich endete, ſich Bopularität zu 
verihhaffen u. die Oppofition abzuſchwächen. Die 
neuen Wahlen fielen troß aller Machinationen, 


Drohungen n. trotz der Siegesberichte aus Algier 


entichieben gegen das Minifterium aus. Polignac 
vermochte nun den König, die Preffreibeit aufzu- 
heben u. ein neues Bahigeiet zu octroyiren. Ale 
aber am 25. Juli 1830 bie 

Donnanzen im Moniteur erſchienen u. zugleich bie 


Ernennung des Marſchalls Marmont zum Befehls⸗ 
baber ber erften Militärbiviflon mit dem Auftrage, 
alle Anftalten zur Aufrechterhaftung der Ruhe zu tref⸗ 


fen, brach am 27. Juli in Baris die Julirevoln- 
tion aus, welche am 29. Juli mit der Capitulation 
derjenigen Lönigl. Truppen, welche nicht jchon zum 
Bolte Übergegangen waren, endigte. Die National- 
garde wurbe am Abenb bes 29. für wieberbergeftellt 
erflärt u Lafayette an ihre Spitze berufen. Eine 
Proviſoriſche Regierung, aus dem Herzoge von 
Choifeul n. den Generalen Lafayette u. Gerard be- 
ftehend, bildete fi, ebenfo eine Municipalcommif- 
Kon für Paris, zu welcher der Graf von ber Lobau, 
Lafitte, Cafimir Perrier ꝛe. gehörten, u. in ben 
Gitsungsjälen der Kammer veriammelten fidh bie 


in Paris anweſenden Bairs ır. Deputirten n. faßten | 


ven Beihluß, den Herz 


Louis Bhilipp von Or- 
Jeans zu erſuchen, nad 


zu bommen u. bie 


2 
feine liberalen Maßregeln de Ultras ihm — | 
erfiehenden Parteien ſchwankend, ſah es 


eireffenden vier Or⸗ 





Frankreich (Geſch) X. (1828 u. 1880). Kl (1898) 


Herjog® von 
nad England. Am 8. U 
308 von Orleans oßue u 
ichtleiftung Karls X, zu Gunſten bes £ 
aur ale König preclamirt. 
AL Frankreich unter der I 
des Hanfes Orleaus bis yur | 
revolution, ale Bubwio Bhifin 
eg ale Lubwig ip 
pa Grund ee ne 


warb 


Orleans 


zöfiichen Thron anf 

welche das Königtäum mit engeren 
au — — he ge Die I 
rung, wurbe aud bie Ranımern 
bie en it ber — 

en u. die Pre geben 

— zur Kugel ung zugewieien. 
Karl X. ernannte Paire wurben Di 


Nationalzeichen erflär, die vormali 


von denen Boll nnet, & 
| —— —X Bere worbe 


Anklageſtand verfetst, bie Sarben, vi 


| . die — — vweiche fi 
| Kamp es verba em 
die Deputirtenlammer bis zum 1. Septbr. d. J. sg pt 


gedankt, die Rationalgarbe in ganz 
anifirt u. Lafayette zu ihrem Chef ernaı 
bilipp bebieft das proviforifche Din 

einigen Mobificationen bei, indem er 


| von Broglie den ãA u. das Amtt 


tigen, Sebafliani die Finanzen über! 
Berrier, Lafitte, Dupin, Biguon zu 
des Staatsrath8 ohne Bortefeuille en 
erfte Sorge Ludwig ilippe war, fei 
tbum von anderen Mächten Anerkenn 
Ichaffen, u. alle Großmächte (England 
land zuletzt) erfannten den König an. € 
rigen Stand hingegen hatte ber König 
tanifchen Partei gegenüber, welche nicht 
war u. fi) in ihren Hoffnungen getäufi 
ftänbe, welche im Anguft 1830 in Belgi 
heilen Deutſchlands u. Italiens u. tı 
in Polen von größerer ob. minberer 
ausbrahen, unterſtützten das Treiben 
ttonären Propaganda melde anf eine 
mit fremden Fürften zur Befreiung 
drang, ein Beftreben, für welches id 
Arınee große Sympathien kund gaben. 
ſtellte der König das Princip ber Nicht 
auf, u. der Miniftercongre zu London, 
die fünf Großmächte, Ofterreich, E 
Preußen u. Rußland, Theil nahmen, 
jem ®rundfage bei. Inzwifchen hemmi 
feiten im Minifterium bie völlige Wiebe 
ber Ruhe, u. namentlich kam e6 bei der 
lung bes Minifteriums Polignac dur 
kammer zu einem Straßentumult, be & 
jpruch dem lärmenden Volle zu mild er 
Erſt als Eafımir Berrier, 13 | 


Frankreich (Geſch) XI. (1831 —1836) 


| corp6 ben König ber Rieberfanbe zur Annahıne bes 


"Staatsgeichäfte ale Bremierminifter 
bmen die öffentlichen Zuſtände einen 
alter an. Er ſchloß fi nach Außen 
es jogenannten bewaffneten Friedens 
a Schwerpunkt des Staates in ben 
(Bourgoifie). Der Kriegsminifter 
nzreifchen Die franzöfiiche Armee von 
‚00,000 Mann gebracht, wodurch frei- 
zlage des Staates ſehr verſchlimmert 
‚Aber bie europäiſchen Verhältniſſe 
dieſe kriegeriſche Vorſicht. Einerſeits 
rrier das Einrücken ber Oſterreicher 
8 dem Grundſatze ber Nichtinterven⸗ 
hend, u. um ben Einfluß berjelben 
zu ſchwächen, fie er Ancona über- 
von franzcfifhen Truppen beſetzen; 
ihien die Beſetzung des Großherzog. 
burg durch deutſche Bunbestruppen 
end, ſodaß auch F. an feinen Grenzen 
tobt worden wäre. Als im Auguft 
änder Anftalt trafen, Belgien wieder 
ndte Perrier den König Veopold von 
Irmeecorps zu Hülfe u. nöthigte Die 
1 Frieden. Anden führten theils Die 
b, eine Folge ver Geſchäftoſtockungen, 
riebe ber Yegitimiften (db. h. ber An« 
uſes Bourbon), wieberbolt zu Ruhe⸗ 
ım Nov. 1831 zu dem Aufftand ber 
inLyon, welder nur durch Entwicke⸗ 
ofanten Heeresmacht unterdrückt wer⸗ 
iſt unmittelbar darauf brachen in Süd⸗ 
eich faſt in allen bedeutenden Städten 
‚ bald zu Gunſten der vertriebenen 
», wie in Marjeille, Toulon, Nie» 
wegen anderer Urſachen ob. Yocals 
in Orleans, Laon u. Örenoble, u.um 
ig zu vollenden, landete im Mai 1632 
n von Berry an ber Südküſte von 
ihrer Anhänger, worunter Bourmont, 
eilte nach ber Benbfe, um biefe zu 
» Sohnes aufzuregen. Mehrere Offi- 
löſten Garden u. einige 100 Schweizer 
rt ein u. bildeten den Kern des gro- 
ter fih um tie Herzogin fchaarte. 
eral Solignac bämpfte Ichnell dieſen 
bie Herzogin ſah fih zur Flucht ge 
rend bie Vendee noch nicht beruhigt 
am 5. Juni, bei Gelegenheit bes 
tes Generals Lamarque, zu einer 
Paris, weldhe bald einen gefähr- 
ter annahm, fo daß am 6. Juni Paris 
z0zuſtand erlärt werben mußte. 
er, im Mai, war Berrier geftor- 
8 Philipp dachte num felbft bie Lei⸗ 
taates zu übernehmen, obmohl er 
in Gefahr begab, gegen tie erfien 
es conflitutionelleu Staatörejens zu 
r ergänzte u. mobificirte zum Theil 
um, in welchem ter Kriegsminifter, 
mlt, ben Vorſitz, ber Herzog von 
Ansmwärtige, Thiers das Innere, 


ultus, Humann bie Sinanzen, Barthe | 


Argout den Handel u. be Rand bie 
t. In feiner auswärtigen Politik blieb 
tem Örunbfaß, ben Frieden aufrecht 
. alle conftitutionellen Beftrebungen 
8 zu unterflütgen, getreu. Ende 1932 


yen Hutwerpen autgefanbtes Armee» 


581 


in London zwiſchen den Großmächten geſchloſſenen 
Vertrags vom 15. Novbr. 16831. Der Einfluß des 
Königs auf die Regierung u. die Intriguen am 
Hofe machten ſich indeß bald in Übler Weife bemert- 
li, indem die Stellenjägerei Dadurch beförbert u. 
bie Kaınmer argmöhnifch wurde. Neue Barteiungen 
innerbalb der Kammer kamen dazu, um ben Stand 
ber Miniſter zu erfchweren, fo daß ein fleter Mi⸗ 
niftermechiel bie Regierung verhinderte, innerlich 
zu erftarfen. Die Rechte zerfiel in eine dynaſtiſche 
(orleaniftifche) u. eine legitimiſtiſche Fraction, Die 
Linke in eine bynaftifche u. eine republilanifche, 
während bas Centrum wieder in brei Fractionen 
geipalten war. So lam es oft, daß eine Maßregel 
der Regierung nicht deßhalb fiel, weil fie im Princip 
gemißbilligt wurde, fondern weil einzelne Bra 
nen fi zum Sturz des Cabinets, dem fie feindlich 
gefinnt waren, vereinigten. Die Erihütterungen, 
welche tem Julitbron aus biefem fteten Wechſel 
der Minifter erwuchſen, brachten venfelben allmälig 
zum Schwanlen ıı. enblich zum allen. Dazu lanı, 
daß wiederholte Mordverſuche auf den König bie 
Gemüther in Aufregung verfeßten u. Furcht u. 
Mißtrauen eine Vermittelung ber Parteien un« 
möglich machten. Um bie Gefahr ber fih immer 
wiederbolenten Arbeiteraufftände zu befeitigen, gab 
bie Kammer Gnde März 1834 ein ieh egen po» 
litiſche Aſſociationen. Diefe Maßregel rief eine Em⸗ 
pörung in Lyon am 10. April hervor, welche erft 
am 12. durch Waffengewalt niedergeworfen werben 
tonnte. Auf die Nachricht des Lyoner Aufftandes 
brach am Abenb des 13. April auch eine republila- 
niihe Emeute in Paris aus (Aprilunruben), bie 
aber ebenfalls durch bie Garniſon u. Nationalgarbe 
ſchnell unterbrüdt wurde. Gleiches Schidjal hatten 
die Heineren Unruhen in St, Gtienne, Toulon, 
Grenoble, Nismes u. an anderen Orteu,' bie fat 

leichzeitig mit jenen vorlamen. Das Minifterium 
4 im Mai mit England, der Regentin von 
Spanien u. der Königin Marie von Portugal eine 
Quadrupelallianz, deren Zweck die Herſtellung der 
Ruhe auf der Pyrenãiſchen Halbinſel war. Als aber 
bie Königin Chriſtine ein Heer zur Belänpfung ber 
Carliſten von Louis Philipp verlangte, weigerte 
fi) der König, zu ihren Gunften zu interveniren, 
u. Thiers, der nah Eoults Rücktritt ben Vorſitz 
im Sabinet führte, nahm deßhalb mit dem geſamm⸗ 
ten Minifterium feine Entlaffung. Ein neues Mi⸗ 
nifterium unter Maret, Herzog von Baflano, hielt 
fih nur vier Tage u. wurde durch ein Cabinet er- 
fett, in welchem ber Marfhall Mortier, jpäter ber 
Herzog von Broglie, präfibirte (18. Nov.), deſſen 
eigentliche Leiter aber Thiers u. Guizot waren, 
Cine Folge des zweiten von Fieschi ausgefübrten 
Artentats auf den König waren bie jogenanntem 
Septembergelete, welche Beſchränkung des 
Mißbrauchs der Prefie, Beengung des Journale 
weſens u. eine Beränderung des Verfahrens bei den 
Geihmornengerichten zum Zweck hatten, indem nıam 
die Duelle eines Mordverſuchs in ber übertriebenen 
Sieeng ber Prefie fuchte. Die Finanzverlegeuheiten 
bes Staates wurben 1836 der Anlaß zu einem 
abermaligen Cabinetswechſel, inben die Kammer 
auf gewaltfame Reduction des Zinsfußes ber fünf- 
procentigen Rente beftand, das Minifterium aber 
im Einverſtändniß mit dein Könige fi} dieſer Ope⸗ 
ration wiberjeßte. In dem neuen Cabinet erhielt 


E 


entfchiebener auf; er unterftüßte zwar In der 

een ber Shligen Mächte Da 
weifung ber fremden —— ‚ wies dagegen den 
Untrag, Ancona zur or bie —5 — 
das 5 liche Gebiet verlaflen hätten, von der Hand, 
nahm fid ber Republik Krakau an, ſchützte ben Dey 
son Tunis gegen die Tfirken u. miles ben Plan, 


mit 25,000 Bann, die man als Freiwillige ans 


werben n. in Meinen Corps über die Grenze ſchicken 
wollte, Spanien bie zum Ebro zu beſetzen, nm ben 
Rarkiftiichen Aufftand zu erftiden. Aber ber Köni 

zog nachträgich die Billigung biefes Planes zurück, 
n. am 7. Sept. 1836 wid das Minifterium Kriens 
dem Minifterium Mole, Diefes Minifterium ftellte 
Die Fett mehreren Jahren — freundſchaftlichen 
Berhãltniſſe mit den Nordamerilaniſchen Freiſtaaten 
wegen ber Schulbforberung derſelben an F. wieder 


u. glich auch die in Folge der Flüchtlingofrage 
re Differemen mi ber * 9 
«as. Um die öffentliche Meinung für u ges 
winnen, bewirkte am 6. Octbr., als bem tt» 


fage bes Königs, das Mintfterium bie Begnabigung 
von 63 politiichen Berbrechern ; Bald darauf wurden 
auch die Minifter Kari X. anmeftirt, obwohl erft 
furg'vorher dab Leben bes Königs wieder durch ein 
Attentat bebroht murbe, beffen Urheber, Alibaud, 
Mitglied ber Geheimen Gejellihaft der Men- 
fhenrechte war. Um biefelbe Zeit verunglüdte 
ber Berſuch des Bringen Louis Napo- 
feon in Strassburg bas Militär für ben Um- 
ſturz des Julithrons zu gewinnen. ‘Der Prinz 
wurde gefangen, nigli Befehl von 
Strasburg in einen Seehafen gebracht u. von dort 
nach Amerila eingeſchifft. Die Mitſchuldigen, vor 
Die Aſſiſen des Niederrheins geſtellt, wurden aus 
dem Grunde, daß der Hauptſchuldige durch bie 
Regierung ber Unterſuchung entzogen worden ſei, 
am 18. Ian. 1837 ſämmtlich freigeſprochen. Im 
Bertranen auf bie Majorität brachte das Miniſte⸗ 
Ham jetst mehrere Geſetze in die Kammern, die auf 
Bermehrung der Löniglihen Macht zielten. Das 
wichtigite von denfelben war die Loi de disjonction, 
wmonad Militär» u. Civilperſonen, welche ein ger 
meinſchaftliches Berbrechen zuſammen begingen, bie 
erſteren vor ein Kriegsgericht, die anderen vor die 
Jury geſtellt werben; u. an dieſes ſchloß fich ein ande⸗ 
rer, auf das kurz vorher durch Meunier, verübte 4. 
Attentat gegen ben König ſich ſtützender Entwurf an, 
dem zu Solpe Jeder mitharter Gefängnißftrafe belegt 
werben follte, der, von einer Verſchwörung gegen 
den König ob. deſſen Familie unterrichtet, nicht 
Binnen 24 Stunden Anzeige davon machte. Die 
Ablehnung diefer Geſetze hatte die Folge, daß im 
April 1837 die ale Doctrinärs charalteriſirten 
Mitglieder bes Eabinete, Guizot, Gasparin, Perſil 
2. Duchatel, aus dem Minifterrum austraten u. von 
Salvandy, Montalivet, Barthe u. Lacave⸗Laplagne 
erietst wurden. Zwar erwies fid) die Kamıner in 
Bezug auf das Budget nicht ſchwierig, bewilligte 
dem — Herzog von Orleans, bei ſeiner 
Bermäblung mit der Prinzeſſin Helene von Medien. 
burg - Schwerin eine jährliche Dotation von 2 Dill. 
Sranten u. geftattete die Ausfteuer fr die Tochter 
Des Königs, der Königin von Belgien, mit 1 Dill. 
Indeß hofite das Minifterium, feine Stellung durch 
eine Neuwahl zu verbeiiern, m. löfte 4. Octbr. tie 
Kammern auf. Aber das Sabinet hatte ſich ver⸗ 


Frenkreich (Geſch) XT. ET 


Thiersben Borfi. Diefer trat gegen das Ausland | 


rechuet; bie republitaniſche u. donafik 
operixten jetst genieiniam, um bein Stur, 
nifteriume berbeizuflibren, ber Renten 
rebuchionsfrage bebielt bie Tinte bie Oberh 
fcheiterte bie Sehuctioh an dem Wiberfpi 
Paird. Bon nachtheiligen Folgen für ı 
war bie Coalition ber Linlen mit ben D 
u. einem Theil ber Conſervativen gegen 
ban eines Eiſenbahunetzes auf Staatefefte 
ben Intereſſen ber Kapitaliften, melde in 


_ mer flarf vertreten waren, wiberſprach. 


Um biefelbe Seit mwurben bie au 
BVerbältnifie 8 getrübt; die Entbedh 
Höllenmafchine, beren Erbauer-veon bi 
zu leben slänglicher Zwangsarbeit verurtbe 
das Ericheinen einer fulminanten Flu— 
Gunſten Louig Napoleon u. Die Nie 
biejes Prinzen in ber Schweiz erregie 
Regierung bie Furcht wor einem re 
ren Gomplot, uw. ba bie Schweiz i 
forderung, ben Prinzen bes Panbes zu 
feine Folge leiftete, jo wurden Trupp 
Grenze beorbert. Der Conflict wurden 
ausgeglichen, da Prinz Louis Napoleon au 
Antrieb die Schweiz verlieh. Zugleich 
bie Händel mit Bırenos- Apres u. Mexico 
bebenflicheres Auſehen. Mit erfterem 
e8 zum Krieg, weil Franzoſen bort in ibrı 
thume verleist worben waren; fiber ben 
Krieg bis 1941, wo ber Friebe zu Stande 
Franzoſen den Genuß gleicher Rechte mitde 
dern erbielten, ſ. Argentiniſche Repubtit (d 
Dei der Eröffnung der nächſten Seffien, | 
1838, vereinigte fi bie coalifirte Fine 
mit ben Doctrinärs, boch bielt ber qün 
druck, melchen bie Nachricht von ber Erot 
* von St. Inan de Ulloa, der Cit 

eracrıız, machte, ben Fall des Minifter 
weiches inbeß Ende Januar 1839 erflärh 
Kannmer nicht länger regieren zu Lönnen. ‘ 
löfte daher die Kammer auf. Da die 9 
dem Cabinet feine befiere Ausficht ſtellten 
daſſelbe die ſchon früher angebotene € 
Die folgenden Monate vergingen nun in] 
Verſuchen, aus den zum e bes Gab 
einten, im Grunde aber auf fehr ver 
Brincipien bafirten Barteien ein Coalitio 
rium zu bilden. Ein Aufftand mit ſtark 
fer Färbung, welcher am 12. Mai 1834 
Alların feste. beiehrte enblich bie unei 
häupter, baf bie Fortdauer des Inter 
Gefahren einer Anarchie nahe bringen wi 
kam daber endlich zn einem Compromiß; 
Minifterium war folgendermaßen zufamn 
der — Soult lm ärsen n 

es Auswärtigen, Teſte tzminifter, 
Schneider Kriegsminifter, Print Mari 
Finanz, Cunin- Gribaine Handeleminif 
main Minifter Des Unterrichts, Duchatel M 
Innern u. Dufaure Minifter der öffentlichen 
Das neue Minifternm Hatte indeß wen 
zwar wurde Don Carlos gezmungen, fei 
gegen die beſtehende Regierung Gpauicı 
eben, inbem bie franzöftfche Flotte ihm 
uhr abfchnitt, aber Turz nachdem der fi 
Orleans Algier verlaffen hatte, brach &ı 
Kader ben Frieden von ber Tafna (Ret 
im Qrient fiegte Ibrahim Paſche über Ni 


Frankreich (Geſch) XI. (1840-1842) 


| flicte mit England Tam es inteß nit, u. bie 


aus ben Berwidelungen ber inneren 
ten ber Pforte ging für 55. eine Diplo» 
berlage gegen England u. Rußland 
ers, welcher damals an ber Spitze der 
and, brachte durch feine Bekämpfung 
des Herzogs von Nemours, bei Ge— 
deſſen Bermäblung mit der Vriuzeſſin 
Koburg⸗Kohary, das Minifterium zu 
nabm nun felbft, 1. März 1540, die 
6 neuen Cabinets, in welchem er das 
für fih in Anfprudh nahm. Remufat 
ortefeuille tes Innern, Pelet Das der 
ivten das ter Juſtiz, Cubieres wurde 
er, Couſin Minifter des Cultus, Gouin 
‚ Roufjin der Marine u. Jaubert ber 
rbeiten. Diejes ganz liberale Mini» 
en Seele Tbiers war, erfüllte zwar 
Theil ber Franzeſen mit Hoffnungen, 
er nicht nur bie Conſervativen in %., 
te auch Belorgnifie in ganz Europa 
riegerifchen Äußerungen bes Miniſter⸗ 
n der Hammer auf eine Derarte Ten⸗ 
‚abiners jchließen ließen. Während er 
der liberalen Partei von ten verſpro⸗ 
nen durch bie beabfichtigte, ſpäter mit 
p veranftaltete Überfübrung ber Aſche 
on St. Selena nach Paris ablehnte, 
Nittel auf, um ven Einfluß %-8 im 
e berzuftellen u. den Paſcha von Agup- 
m, bie ſchon eingeleitete Vermittelung 
bte in feinem Streite mit dem Sultan 
Aber die Politit Englands fiegte in 
u. die Angelegenbeit wurde ohne Zur 
von den librigen vier Großmächten 
eſe diplomatiſche Nieterlage hatte eine 
ufregung im Lande zur folge, melche 
usgebeutet wurde, um die kriegeriſche 
e6 Volkes zu vermehren. Der Ruf 
‚rherftellung der Rheingrenze 
1. das Dlinifterium ordnete umfaflente 
zen an. Mitten in dieſer Aufregung 
18 Rapoleon ven England aus in 
einen zweiten Verſuch zur Wiederher⸗ 
tatjerreichs, welcher inte mit Der Ge⸗ 
bes Prinzen u. jeiner Giniperrung in 
am endigte. Da Die Kriegstrehung u. 
iihen Noten bei den Großmächten 
ten, jo wollte Tbiers inı Ct. 1840 zur 
ıng ſchreiten. Dem widerſetzte fih aber 
ftimnt, u. am 23. Oct. 1540 for« 
anze Miniſterium feine Entlafluny. 
war bay 5. Attentat von tem Arbei⸗ 
ıuf den König gemacht worten. 
j ernannte am 29. October ein neues 
‚in welchem CS ountlt das Präſidium, 
Auswärtige, Duchatel das Innere, 
manzen, Martin du Nord dıe 
» die öffentlichen Arbeiten, Cunin— 
t Handel, Villemain ten Unterricht 
Die Marine übernahm. Die Seele 
t6 wurte Suizot u. fein Beſtreben 
zere Politik wieder in die Bahn des 
uienten. Die Kriegsrüftuingen wur— 
t, Ba Guizot in ter von den übrigen 
beſchloſſenen Milderung der Bedin⸗ 
welchen Mehnied Ali Frieden ſchlie— 
- eine F. gewordene Geungthuung bes 
einer völligen Ausgleichung des Con⸗ 


383 


Stimmung des Landes gegen England befunkete 
in Wort u. Schrift eine fortdauernde Gereizt« 
heit; ber Finanzminiſter bemühte fich indeß, Die 
durch Thiers kriegeriſches Benehmen vermwirrten 
Finanzen wieder zu orduen. Dieſes that um fo 
mehr Noth, als das Budgeı um viele Diill. Fres. 
überſchritten worten war, u. die Befeſtigungsarbei⸗ 
ten um Paris follten trotz des Mideripruches des 
Landes, welches Darin fein Vertheidigungsmittel der 
Haupıftadt gegen das Ausland, fondern ein gegen 
den Liberalismus gerichtetes Unternehmen fab, ıı 
trotz ihrer ungeheuern Koften vollendet werben. 
Die Vefeftigung der Stadt felber wurde von bem 
Kammern Anfangs 1S41 genehmigt. Inder äußeren 
Politik änderte ſich Manches zu Sunften %-6. Am 
31. Oct. 1840 wurbe ein Vertrag mit Buenos - 
Ayres abgeichlefien, in welchem bie den Franzoſen 
gebührenden Entſchädigungen anerfannt u. bie 
sranzofen den am meilten begünftigten Nationen 
gleich geſtellt wurden Au chlamanı 22. Mayein Han⸗ 
delsvertrag mit Holland zu Stande. Dagegen kam 
es im Innern wieder zu Un ruhen, als bie Reviſion 
des Steuerlatafters angeordnet wurbe, fo nament⸗ 
ih in Toulonſe, mo bie Regierung von ber be» 
waffneten Gewalt Gebraudy machen mußte. Diefe 
Unruben waren nicht ohne Zufammenbang mit den 
Umtrieben der fecialiftiihen u. communiſtiſchen 
Propaganda, welche das niedere Voll bearbeitete, 
um wicht nur eine politifche, fontern auch eine fo» 
ciale Revolution berbeizufiibren. Ein Ausfluß bes 
Treibens ber geheimen Geſellſchaften war auch das 
auf Die Söhne Des Königs am 13. Sept. 1841 ane 
gelegte, aber fehlſchlagende Attentat des Arbeiters 
Duenijfet. In der Kammerſitzung, welche am 27. 
Dec. 1541 eröffnet murbe, kam die gereiste Stim⸗ 
mung gegen England zum Durchbruch bei ber Frage 
über das Durchſuchungsrecht (ſ. d.). Der Köntg 
kounte daher nicht umbin, auf die Proteftation beider 
Kammern im Febr. 1542, die unbedingte Ratifica⸗ 
tion bes Londoner Bertraged vom 20. Dec. 1841, 
das gegenfeitige Durchſuchungsrecht der Schiffe ber 
treffend, zu verweigern, u. muchte biejelbe von ver» 
ſchiedenen Modificationen abhängig. Hierdurch 
wurde die Spannung zwiſchen dem engliihen 1. 
franzöſiſchen Dlinifterium noch ſchärfer, u. beide 
Theile rüfteten ſich zur See, während bie übrigen 
eurepäiihen Großmächte (Oſterreich, Preufen 
Rußland) das Durchſuchungsrecht in der von Eng⸗ 
land beantragten Faſſung anerkannten. Am 13 
Juli ftarb Der Thronerbe, der Herzogvon Or- 
leaus, u. dies erregte neue Beiorgnilfe von Une 
ruben, filr ven Kal, daß der König fterben follte, da 
ter Sohn Des Herzogs, der Graf von Barie, unmün⸗ 
dig war. Die im Juli zuiammengetretene nene 
Kammier ordnete die Regentſchaft für den Full des 
Todes Ludwig Philipps ganz im Zinne der Res 
gierung an u. bewies ſich im vellften Mae cone 
jervativ. Das Ende Des Jahres 1812 brachte F. 
noch eine Vergrößerung jeiner Befigungen außer⸗ 
halb Europa, indem Der Kontreadmirat Dupelit- 
Thomnars noch die Marqueſasinſeln in Beſitz nahm. 

Die Regierung ſchien nm Diele Zeit ſich völlig be⸗ 
feſtigt zu baben, u. wenn es auch bei einzelnen Vor⸗ 
gängen, fo namentlich bei der noch im 3. 1842 crfol« 
genden Grüntung eines Staatsminifterinms ohne 
Bertefeuille, wodurch fich der König zur weiteren 
Befeftigung feiner Regierung einen geheimen Rath 


SON 


tion nicht ga 
ſelbe ts feine Be EN für bie *— — 


a en 
e Grun er Reg F 


lerne u. feinen Aufhetzereien 
gegen Anberebentenbe entgegenyutreten. Dagegen 
machte fie unnötbige Anftrengungen, um Die je 
Popularität u. baber jever Hoffnung baaren 

tem ber Legitimiſten fir Heinrich V. im Pe u 
vereiteln. Gerechteren Grund zu erhöhter Boriht 
bagegen gaben bie ſchärſer heruortretenden come» 


mmuniftiichen u. jocialiftiichen Umitriebe coat. [. Com. 
munismus), wäbrenb bie Agitation ber Reform- 


Fa rung, bi 
= — — 


lächerl 
‚am ee erang fir 


Beg 
e en Ser ung von 1791 wachzu⸗ 
rufen. che — 


trate ae in bie 
fÜrderten bie ha ste Bam — Verhãlt⸗ 
niſſe, den Drang nad) einer Umwandlung derfelben 


im republilaniihen Sinne. Mochte baher immer⸗ 


bin. durch verſchiedene Ereignifie, welche allerbings 
einen nenen Glanz auf ven franzöflihen Namen 
warfen, ber Gitelleit ber Nation & eichmeichelt wer⸗ 
ben, wie 3. B. das franzöflihe Geſchwader in ber 
Süpfer, außer bie Marqueſasinſeln, auch die Ge⸗ 
jeltichaftsinjeln, bei. Otaheiti, mit deren Königin 
Bomare, bie Oberhoheit 5-6 anzuerfennen nöthigte, 
woneben das — mit England u 
einen Beluch, ben bie Königin Bictoria am 2. Sept. 
dem König Ludwig Philipp in Eu abftattete, eine 
neue Unterlage zu erhalten ſchien; ber Boben, auf 
weichem das Minifterium Guizot ftanb, mar bereite 
unterwäühlt, u. ber Verſuch, eine wahrhaft conftitu- 
tionelle Regierung in F. einzuführen, bei ber ge 


en Achtung, welche bie Verfaſſung ſelbſt bei den 
en iebenen Parteien heſaß, als miklun 


ngen zu be⸗ 

trachten. Das Jahr 1844 bereitete ber 
aubem auswärtige Mißhelligkeiten. Die Beſitz⸗ 
ergreifung ber Inſel Otaheiti u. bie Ausweifung 
Des bort —— engliſchen Miſſionars Pritchard, 
veranlaßte England zu einem Proteſt gegen das 
Berfahren des franzöſiſchen Admirals, —— Gui⸗ 
zot, um das gute Einverſtändniß nicht zu ſtö⸗ 
ren, ben Admiral Dupetit⸗Thouars förmlich des⸗ 
are Diele Nieberlage der franzöfiihen Poli- 
te um jo größeren Unmillen ın F., ale ber 

Sri kg oinville fe eibft en die Regierung auftrat u 
ängel der hen Marine, der englifchen 


n 
—* — * De‘ en des Königs in 
barauf erfolgte, 


deu Hoſeubaudorden, welche batb 


| Hegierung — engläichen Premiere Lo 
| hervor u. führte zu eimer Spannung zu 


egierung | 





Fraunkreich (Geſch) XL. —— 


— prive), inte bentlich wurbe, ——— | 


Se Brergke * Be —— Berteung bes nn 
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zoffo Age welche den ar: 
—— nõthigten. 
Ibe Zeit in b 
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die Agitati r®B d 
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‚ 8. dieſe jung 


3 
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beteiligten C Bon um 
—— dem Cabinet der Tuilerien 


Verlegenheiten zu bereiten n. 
Bläne deſſelben Aberall zu — 
der Sieg ber Scheider a Bol 2 Dee | 

e 


dem Staatsgefängnifje in Ham. Inzwi 
men bie Bewegungen unter ben arbeitent 
einen gefahrbrohenben Charakter an; bi 
einftelungen, welde im Jahre 1845 w. 
ohne Anwendung von Gewalt vorä 
— u ein friedliches Abkomme 
rbeituehmer befeitigt wa 
irre ip, gingen aber, ba bte Theı 
Lebensmittel überhanb nahın, jet an wi 
in Zwinulte über, welche mit mit Plünde 
Böderläben n. anderen Gewal 
ben waren. Dabei traten bie ſocialen 
ber Nation immer dentlicher hervor, 
ſcandaldſe Proceffe, welche bie — * 
m einem noch ſchlimmeren Lichte erſchen 
ale bie unteren Vollollafſen, mehrten be 
gen das beftebenbe Regiment, ben: eben 
erberbniß der Sitten, wie bie meter 
zum Borwurf gemacht wurbe. Zwar 
zwei neuen Morbverfuchen auf ben 8 
Du — ae inet : ei ir 
aflen wie ebhaft ihre 
ee laut werben Iaflen, aber N 
derſelbe mit dem neuen, bereits 
beſtehenden, allen ibm brobeuben Sch 
Schlangenwindun en ent hgenen q 
Guizot jo verwachſen, ba 
teren fi der Sturz der 
ließ. Die große Majorität, ü 
as zu verfügen hatte, ſchmo 
ammen, u. bie Debatten im La 
wurben wit größerer 


Frankreich (Geſch) XI. (1847 u. 1848) 


Zezug auf Lie Frage wegen Erwei⸗ 
rechtes, u. nur bie Abhängigkeit, in 
ı Sauter Staatsbeamten beſtehende 
n Depntirten fi dem Minifterium 
id, bewahrte daſſelbe vor wiederhol⸗ 
. Dazu kam, daß trotz bes Friedens 
Bhalt ſich in einem traurigen Zu⸗ 
indem das Budget ein zu deckendes 
Mill. auswies u. für das folgende 
6 Deficit in Ansficht flellte. Em⸗ 
de das Minifterium getroffen bei 
gen wegen ber portugieliichen Wir⸗ 
m Begünſtigung bes Abiolutismus 
3 Grunbfages der Nichtintervention 
Der ſchwerſte Schlag aber, welcher 
e der Seſſion traf, mar feine Nie⸗ 
fhmweizer Sonberbunbswirren, wo 
almerfion irre geführt, dem Eon- 
ſtütßung zu gerräheen beabfichtigte ; 
fo größeren Unmillen, als tie Sache 
bes mit ber ber verhaßten Zefuiten 
tracbtet wurte. Als bie Kammern 
jeihiefien waren, verlegte Die par- 
ppofition ihre Beſtrebungen, eine 
Ilgeſetzes nach außen turcdh;ufegen, u. 
enannte Reformbankete, bei de- 
tfönlichleiten ter parlamentarifchen 
den Oppoſition erfchienen. Bor 
ın ten boben Cenſus u. ten likel- 
ie Regierung auf die Wahlen Ein- 
die große Zahl der Beamten, weiche 
fe in tie Sammer gelangten, das 
rlamentariſchen Regierung vernich- 
attion für Reform der Wahlgeſetge 
über ten Zielpunkt ihres Strebens 
blitaner u. Soctaliften bemächtigten 
nglih von der dynaſtiich gefinnten 
ten Bewegung u. drängten Die ge> 
immer mehr in den Hintergrund. 
trat Marihall Soult von feiner no⸗ 
ıng als Präfitent des Minifterrathes 
wurde aud dem Namen nach Mini⸗ 
Hleichzeitig wurde ber dritte Sohn 
: Herzog von Aumale, zum General⸗ 
n Aigier ernanut. Der glüdliche 
azen, dem fich Abt-el-Kaber 21. Dec. 
tachte indeß nur geringen Eindruck, 
bewegung das gejammte öffentliche 
Birte. 
chr. 1947 erjolgte bie Eröffnung 
für das Jahr 1649. Im der 
unterlag die Oppoſition, melde 
ıng der auf die NReformbanlete be- 
nden Worte ter Thronrede durch 
Im Laufe ber Adreßdebatten gab der 
nnern, Duchatel, bie Erflärung ab, 
ung auf Grund eines OGeſetzes von 
ft ein Perbot aller Reformbantete 
n. als das Wahlcomité des 12. Ar- 
von Baris ein Refermbantet anord⸗ 
: Abhaltung deſſelben von ber Pelizei 
ıgeachtet jenes Verbotes erklärten 
ımiflare, das Banket abhalten zu 
teten an bie Mitglieber ber Oppoſi⸗ 
ng, ebenfall® babei zır erfcheinten, 
putirte u. darunter 3 Pairs, ker 
ıwcourt, der Marquis von Boiſſy u. 
Alton⸗Shee, zujagten. Die Bevöl- 


585 


ferung von Paris gerieth daburd in die äuferfte 
Spannung. Indeß wurden von Seiten ber Re⸗ 
gierung den meiteren Vorbereitungen zum Banket 
keine Hinberniffe entgegengeſetzt, u. die Commilfton 
bee Reformbantete erließ am Montag (den 21. Febr.) 
in den Oppofitionsjournalen ein Manifeſt, werin 
erflärt wurde, daß das Reformbanfer, welches am 
aha ben 22. Febr. um 12 Uhr jtattfinben jolle, 
eine friebliche Proteftation gegen die Anmaßung 
ber Regierung, das Vereinsrecht einseitig zu Ind» 
pentiren, vorftellen folle. In folge eines plötzlich 
aufgetaudhten Gerüchte, daß die Regierung bes 
ſchloſſen habe, mit Gewalt gegen das Reiormbantet 
einzufchreiten, wurde bie Deputirtenlammer am 
21. Dec. der Schauplats einer beftigen Scene; mehr 
ale 250 Deputirte eilten in der äugerften Aufregung 
in ten Saal, um aus dem Munde der Minifter 
ſelbſt Gewißheit über jenes Gericht zu erhalten. 
Sofort wurde durch allgemeine Acclamation bie 
Zagesorbnung vertagt, werauf Odilon-Barrot bie 
Zribiine beftieg u. erflärte, Daß Diejenigen Mit- 
glieder, welche das Recht der freien Berfammlung 
vertbeitigten, beſchloſſen hätten, dem willfürlichen 
Verbote ber Regierung einen thatſächlichen Proteft, 
nämlich tie formelle Abbaltung eines Reformban⸗ 
kets, entgegenzuftellen, damit ben Gerichten Ge⸗ 
legenheit gegeben werde, bie fireitige Frage zu ent⸗ 
icheiten. Der Minifter Duchatel beftätigte das Ge⸗ 
rücht u. fuchte die Gründe zu der Gewaltmaßregel 
darzuthun. An demſelben Abend fand bierauf eine 
Verſammlung der Oppoſition im Hauſe COdilon⸗ 
Barrots ſtatt, doch konnten ſich bie Verſammelten 
nicht über die zu ergreifenden Maßregeln einigen. 
Der größte Theil war indeß gegen Abhaltung des 
Bankets u. für Anklage der Dlinifter. Die Neugier 
über ten Ausgang bes Conflictes riefam folgenden 
Tage, 22. Yebr., eine zahlreiche Menſchenmenge 
auf die Straßen. 

Gegen 12 Uhr 309 eine Mafje von 5000 bis 
6000 Menſchen unter dent Rufe: Es lebe die 
Reform! Nieder mit Gnizot! an Das Gitter 
ter Deputirtenfammer. Erſt jeht erichienen zahl⸗ 
reihe Truppenabtheilungen u. fuchten bie Yf 
Läufe in ben verichiedenen Straßen u. auf den offe⸗ 
nen Plägen zu zerftreuen; u. wirklich gelang e& 
benlelben auch, fcheinbar des Aufruhrs Meifter zu 
werben, obgleih in einigen Straßen das Pflafter 
aufgeriffen, das Militär mit Steinmürjen verfolgt, 
in dem Hotel Guizots die Fenſter eingeworien u. auf 
einigen Punkten Barrilaben gebaut worden waren. 
Dies war der Beginn der Februarrevolution. 
Ein großer Therl von Paris batte in ber Nacht 
vem 22. Febr. das Anſehen eines Feldlagers; große 
Machtfeuer loderten auf den Boulevards, die in 
langen Reiben von ber Linie beſetzt waren; Ge⸗ 
ihiltge mit brennenden Punten wurben bier, ſowie 
auf mebreren Plägen aufgefabren. Am 23 * 
nahm der Aufſtand erſt gegen Mittag eine gefähr⸗ 
liche Wenduug, ba einzelne Abtheilungen der Na 
tionalgarbe mit ben Auffläntiichen gemeinjame 
Suche machten, jo Daß es Guizot filr gerathen fand, 
mit dem ganzen Cabinet feine Entloffung zu neh» 
men. Schon begannen bie Geniüther fich zu berubie 
gen, als ein Zwiſchenfall den Ausbruch eines föorm⸗ 
lihen Straßenkampfes berbeifliprte; die Republika⸗ 
ner u. Socialiften fuchten nämlich die Revolution 
u provociren, al® bie gemäßigte Partei Das Ziel 
ihrer Beſtrebungen erreicht zu haben meinte. Ein 


506.. 


beiwaffueter Vollshaufen rüdte in nffenbar feinb- 
feliger Abficht ver bas Hotel Guigots, weiches son 
einem Pifet Infanterie bejetst mar, Ein Baus 
ber Mitte beflelben, welcher einen: Unteroffiji 

tete, war bas Eigual zum Kampfe, Die tem 
gaben Feuer. In Folge bejlen wurbe, da ber Volls⸗ 
baufen, jelbft auf bie Salve gefaßt, ſich nieher⸗ 
budte, eine Anzahl babinterftebenber unbetheilig! 
Perjonen theils getöbtet, ibeild verwundet. Dies 
rebolutionäre Bubenftüld verfeblte nicht Die beab- 
fihtigte Wirkung ; man glaubte fih verrathen. Wü⸗ 
thendes Geſchrei erfüllte bie Strafen u. forderte 
die Bürger zum Widerſtande auf. rall wurben 
Barriladen erridtet, der Straßenlampf begann u, 
—— nze Nacht hindurch bis zum Vormit⸗ 
tag des 24. 

—8 einzuſtellen, u. ein Miniſterium Thiers⸗ 
Barrot verhieß. Inzwiſchen hatte aber auch das 
Militär ſchon zum Theil mit dem Bolle gemein⸗ 
fame Sache gemacht. Um 11 Uhr bemächtigten fich 
bewaffnete Bollahaufen, mit Nationalgarben unter 


wmifcht, auf bem Boulevard des Italiens mehrerer | 
Kanonen n. Bagagewagen, anberwärts lieferten 


viele Soldaten ihre Flinten freiwillig bem Bolle 
aus, welches nun, ba fein Sieg nicht mehr zieilel- 
haft war, bie ugeflänbnie des Hofes unauläng« 
Fr > Während bie Truppen, meift entmafinet, 
fi fam zurädzogen, rlidten bie wohlbewaffne⸗ 
ten Bollsmaflen gegen dae Eastrum ber Stabt 


vor. Da ve ete Mittag um balb 1 Ahr 
eine zweite Proclamation bie Abbanlung bes 
Königs Ludwig Philipp zu Gunſten jeiues 


Enkel, des jen von Paris, mit ber Herzogin 
* ee Regentin. Aber auch biefer Schritt 
zu Wal 
bie Tuilerien vor, u. faum gewann noch önig 
fo viel Zeit, die Flucht zu ergreifen. In der Deputir- 
tenfammer, bie fih um 1 Uhr verfammelte u nad) 
erhaltener Nachricht von ber Abbankung des Könige 
für permanent erflärt hatte, — 14 
zogin von Orleans mit ihren beiden Söhnen, wah— 
rend ſich gleich yon anch die Eorribors mit Boll u. 
Nationa 5 üllten. Die gleich von Anfang 
an hochſt bewegte u. von ben Beifalls⸗ u. Miffalle- 
bezeugungen ber Triblinen oft unterbrochene u. ge» 
ſtärte Debatte wurde in kurzer Zeit jo tumultua= 
riſch, daß es die Herzogin von Orleans für rathfam 
hielt mit ihren Kinbern fich zu entfernen. Die Un⸗ 
orbnung flieg aufs Höchſte. Enblich gelang es La- 
martine zu Worte zu fommen, welder jedoch 
ebenfalls vos weiter fprechen. konnte, als: eine 
en egierung wirb proclamirt werben! 
nmitten bes Lärms verlas Lebru- Rollin bie von 
der republikaniſchen Linken ſchon in Bereitſchaft de 
haltene Lifte ver Mitglieder der Broviforifchen Re⸗ 
gierung. Die Situng wurbe fobaun aufgehoben 
u. bie Proviforiiche Regierung Fe fi) nad} dem 
Stadthauſe, wo fich bereits ebenfalls eine Art Pro⸗ 
viſoriſche Kegierun gebiltet hatte. Beide wurben 
mit einander verfhmolzen u. proclamirten ohue 
Dezuß bie Republik. — 

Il. Frankreich zum zweiten Mal als 
Republit vom 24. Februar 1848 bis 2. 
MNerember 1852. A) Bis zur Präjident- 

"ouis Napoleons, 10. Dechr. 1848, 


iſoriſche Regierung erließ fofort zwei. 


guen, von melden bie eine bie Grund» 


| ak Conſeil 


ebr., wo ber a {, die Feind⸗ 


Die Vollsmaſſen ae FE | 


ebie Here | 





Frankveich ( Geſch) XL (1848) XIM. HRS) 


Gtaats i werben 38 

— — ——— 
1 

Läneiät auf eüt. Ks Mi der 


rifhenXtegierung wurden genannt: 


2 — 
minier Shru Bel, Deinikerben: 


ubechang, fi 


en 
16, Öene 


ber rotben Fahne, verſehen, firdnte 
Seiten bi u u, zogen nad bem Stab 


ee Frege 
Bf Dan ars feine glänzenbt 
w 

feit u. Jacien Bund, = wilb· 


ungen 
beſchwichtigen, doch lich er das Stedth 
J—— beſetzen, um vor eim 


ber ber Proviſoriſchen Regierung zu ei 
nung ihrer bemofratifch - ehe 
wingen, allein auch diefer Verſuch 
efien Haltung ber Proviforifchen er 
wohl einige Mitglieder berfelben, bei. 
Louis Blanc u. Flocon ben ſocialiſtiſqh 
getban waren. Ginfiweilen gelang ı 
ie Maſſen nieberzubalten, bie 
zwiſchen gemäßigter u. rotber Republi 
neuen Kampfe vorbehalten. Paris 
ruhig, in den gewohnten Verkehr kehrte 
nung zurüd. Das ebenfo fee wie verf 
treten ber Proviſoriſchen Regierung 
Bertrauen u. das energiiche Einſchrei 
bei nenen Tumulten u. Exceſſen bes Bä 
das anarchiiche Treiben ber Demagoge 
lität» — — —— bu 
nung der Dinge als zu t befieben 
belgsiche, engliihe u. norbamerifanild 
gierung fäumten nicht, die Repnblil a 
Die größte Schwierigkeit, welche et 
Staatsweſen zu überwinden galt, war 
friedigung ber arbeiteuben Klaffer 


2 auf. benen das ‚neu Au orbnenbe | rung mußte ſich zunächß 


Frankreich (Geſch.) XIL (A. 1848) 


587 


teen u. eine Irganifatien der Are | kaum befeftigte Stellung ber Proviforiigen Regie- 


Da aber Die natürliche Folge der 
yütterung eine Stodung des Han- 
zwängte Die Löſung Der Frage geyen- 
ſchäftigten Menge von Broletariern, 
erzeit Die Erneuerung der Unruben zu 


. Zur Umerfügung u. Prüfung : 


über Gemäbrleijiung Des Rechts auf 
ine permanente Kommijfion einge⸗ 
m Vorſitze ven Leuis Blanc ein jo» 
witerparlanient, wobei 200 bis 250 
geordnete der verjchiebenen Gewerke 
10. Värz eröfjnet. Die Errichtung 
almwertjiätten (Ateliers natio- 
cerfte Verſuch Der Urgantjation ber 
Unausführbarteit fich bald heraus⸗ 
euerrichtete Arbeiterparlament ſetzte 
erftien Sitzungen ben Arbeitstag für 
für Die Provinzen auf 11 Stunden 
t außerten Die Accortarbeit (Mar- 
3 etwas Wicderträchtiges. Bei ber 
ertebrejtodung fonnten Daher Die 
itten nichts anderes werben, als 
ingsanſtalten, in denen Die auf das 
ene Recht trotzenden Arbeiter, deren 
von 20,000 bald auf das Doppelte 
ja enblih bi8 auf 150,000 Maun 
Macht heranwuchſen, welche ber ger 
Ordnung u. Bildung Vernichtung 
kam, daß tie Staatslaflen geleert 
Regierung, um nicht von vornherein 
zu erregen, ben bejigenben Klaſſen 
mge Steuererhöhung zuzumuthen 
forgnig vor den anarchiſchen Wühle⸗ 
er von Tage zu Lage, je mehr ſich 
iß Ledru⸗Rollin u. jeine Geſinnungs⸗ 
Stellung benutzten, um das Land 
für eine neue Revolution im Sinne 
zu bearbeiten. Ju Paris u. in den 
tſtanden, von Ledru⸗-Rollin pro⸗ 
u. Verbrüderungen nach dem Mu— 
binerclubs n. anderer Geſellſchaf⸗ 
ſtevolutien, welche vorzüglich auf die 
r von der Proviſoriſchen Regierun 
ftituirenden Verſammlung Einfluß 
n Häuptern Sobrier, Cabet, Blanc, 
Te Mehrzahl Stimmen zu verichaffen 
ſſen fuchte tie Regierung, in welche 
Stelle Garnier-Pages als Finanz⸗ 
scten war, durch verichiebene Mah 
dtlemme bes Stauted abzubelfen, tie 
ı u. Bas aus ben Tuilerien, Neuilly 
chlöſſern der Civilliſte berrübrende 
ie Grundſtücke der ebemaligen Gi« 
Tbeil ter Staatswälder wurden 
naht, die ven der franzöſiſchen 
Iten Zettel erhielten Zwangscours, 
Steuern wurden um do Cenlimen 
erhöht, Die Rüdzablung ker Spar— 
gen tourte juapeutirt, indem man 
blung Fordernden nur Sprocentige 
ftatt baaren Geldes gab, u. Die Zıns 
ateſchuldſcheine gegen das Veripre: 
afenvergütung auf 6 Menate ver- 
Folge dieſer Finanzmaßregeln, Die 
erott nur verhüllten, war cine Er 
öſffentlichen Credits, welche wieder 
Yasıbel u. Induſirie einwirlte u. Die 


rung neuen Stürmen ausſetzte. 

Judeſſen waren die Agitationen der Socialiften 
ſoweit gebieben, daß es um 16. u.17. März zu öffent 
lichen Demonftrationen fam, welche feinen anderen 
Zweck hatten, als die Proviforifche Regierung zu 
ſprengen. Diefe Deimonftrationen wiederholten ſich 
am 16. April in größerem Maßſtabe, fc daß bie 
Regierung die Nationalgarte aufbieten laſſen 
mußte. Nur die Uneinigfeit der verfchiebenen Bar» 
teihäupter, beren Beftrebungen in manchen Puukten 
auseinander gingen, binderten ein blutiges Zuſam⸗ 
mentreffen. Übrigens fielen bie Wahlen für bie 
Conftituirende Verſammlung zum bei weitem größe 
ten Theil auf Männer der gemäßigten Republik, u. 
bei. murte Yamartine die Auszeichnung zu Tbeil, von 
10 Wahlcollegien zu gleicher Jeit zum Repräſentanten 
gewählt zu werben. Als amd. Mai die Ratioual⸗ 
verfammlung zufammengetreten war, dankte bie 
‘Previloriihe Regierung ab, u. an ihre Stelle wurde 
am 10. Mai eine Erecntivcommifjion von 
5 Mitgliedern gemäblt, welche interimiftiich fort« 
regieren u. Die Miniſter ernennen folte. Zu dieſer 
Commijfion wurben erwählt Arago, Garuier⸗Pa⸗ 

8, Marie, Lamartine u. Ledru⸗Rolliu. Das neue 

tinijterium war folgendermaßen zuſammengeſetzt: 
Recurt, Deinifter des Junern mit Carteret als Une 
terſtaaisſecretär; Baftide, Miniſter bes Auswärti⸗ 
en mit Jules Favre als Unterſtaatéſecretär: der 

rzt Trelat, Miniſter der öffenilichen Arbeiten; 
Duclerc, der Finanzen; Cremieur, der Juſtiz; 
Bethmont, des Cultus; Carnot, tes öffentli hen 
Unterrichts; Flocon, des Aderbaues u. Handels; 
ber Oberſt Charras verwaltete, bis zur Ankunft des 
Generals Cavaignac aus Afrika, vor ber Hand das 
Kriegsweſen; ber Abıniral Cafy Tas Seeweſen; ber 
Buchhändler Pagnerre belam die Stelle des Gene⸗ 
raljecretars mit berathender Stimme bei ber Exe⸗ 
eutivcommilfion, Marraſt bebicht die Mairie von 
Paris u. Cauſſidieère Das Oberpolizeiamt. Die ent» 
ſcheidende Niederlage, welche die Anhänger der Ro⸗ 
then Republik gegenüber der Blauen bei der Be⸗ 
fegung ber Executive erlitten hatten, ſpornte Die revo⸗ 
Iutionären Clubs zu größerer Tbätigleit an. Man 
einigte fih, ein Attentat zu Gunſien ber Polen 
u. Stalieneram 15. Maigegenbie National- 
verfjammlung zu veranftalten. Am befagten 
Tage Morgens ſetzte fidh ein Zug, aus vielen tau- 
ſend Arbeiteru u. Geſindel beitebend, geführt von 
Sobrier, Huber, Blanqui u. Rafpail, vom Baſtille⸗ 
play in Bemegung, drang in ben Sitzungsſaal der 
Nationalverſammlung ein, wo fi alsbald ein all- 
gemeiner Tumult erhob, während die Regierungs⸗ 
commiſſion rathlos die Suche ihren Gang gehen 
ließ. Als aber die National» u. Mobilgarde durch 
Generaimarich verfanumelt wurde, offenbarten bie 
Aufrübrer ihre wahre Abficht, eine Proviſoriſche 
Regierung, beftebend aus Lonis Blanc, Hüber, 
Barbes, Albert, Blanqui, Raſpail, Cauſſidiere, 
P. Leroux, Cabet u. Proutben, wurde von ihnen 
ernannt, u. Huber verkündigte von der Reduer⸗ 
bühne die Auflöſung der Nationalverſammlung. 
Nun ging der Zug nad dem Stadthauſe, wurde 
bier aber von ber inzwiſchen zufammengetretenen 
Natioualgarde zerfireut, während man mehrere 
Rädelsführer im Stadthauſe ſelbſt gefangen nahm. 
Damit war im Rejultat für bie befiebente Regie» 
zung wur Wenig gewonnen. Vou Tage zu Zuge 


538 

mehrten fih bie Befürchtungen, welche fi} an 
—ã— Natiemafwerffätten Is ee 
unter den Ben ber Behörben bie Vorbereitungen 
zu einem kräftigen Schlage gegen bie Nationalver⸗ 
ſammlung getroffen wurben. Dielen Herd ber 
evolution zu vernichten, erlannte bie National⸗ 
verfammfung ale das einzige Mittel zu ihrer fer- 
neren Sicherheit an u. bob durch ein Decret bie 
Rationalwerflätten anf. 

Die nähfte Folge vieles Beſchluſſee war ber 
Aufftand der mit allerlei Geſindel verbunbe- 
nen Arbeiter, welcher vom 23. bis 26. Juni 
dauerte. Das Attentat war ein wohlvorberei- 
teter u. woblgeleiteter, verjmweifelter u. furcht⸗ 
Sarer Kampf Nothen Repnblil gegen ‘die be» 

nude ung U. erforberte die ganze Energie, 
nlichen Muth u. bie Umfidyt bes Kriege- 

En ers, Gene — eigen „vor bem 
t ber foctal- demokratiſchen Repu u 

ü zeiten. Nm Abend bes 23. Inni übertrug bie —* 
tionalverſammlung an Cavaignac alle Civil⸗ u. 
Militärgewalt un. ernannte ihn zum Dictator. 
Baris wurde in Belagernngezuftand erflärt, n. Ca⸗ 
paignac zog nun bie Linie ui. Mobilgarbe zur Ein- 
8 eßung ber infurgirten Stadttheile näher heran. 

m Abend des 24. Juni gelang es dem General 
Lamoricitre die Berbindung zwiſchen den 
denen Theilen u. bem Hauptquartier des Auf⸗ 
ſtandes abzuſchneiden; indeß waren viele höhere 
Offiziere gefallen u. der Kampf währte mit größerer 
Seibenthch fort. Am 25. Imni wurden die Gtadt- 
theife einzeln ang iffen u. nach einen vergeblichen 
Berſuch des Erzbiſchofd von Baris, ne Ben nung 
der Infurgenten mit ber Reglerungegeiu ft herbel⸗ 
zuführen, wurden alle Poſitionen der 
son den Truppen genommen, bie auf bie Fau⸗ 
bourgs du Temple u. St. Antoine, erfteres nahm 
General Ramoricitre noch in ber Racht vom 25. 
zum 26.5 bie Eroberung bes letzteren war bie bin- 
tige Urbeit bes 26. Juni. Am 27. Juni war bie 

ederlage der Infurgenten entichieden, u. am 28. 
Yımi legte Cavaignac feine außerordentliche Ger 
malt nieder, dagegen beffeidete ihn vie National⸗ 
verſammlung gleih darauf mit dem Amte eines 
Sonfeilspräfidenten zur Ausübung ber Executio- 
gemalt. Zur weiteren Sicherheit ließ Cavaignac 

en Belagerungszuftandb fortbefteben u. befchräntte 
das Berlammiungeredt u. bie Breßfreibeit. Wenn 
auch nicht zu gleich furchtbaren, aber doch immer 
bedenklihen Unruhen kam es während berfelben 
eit in ben Provinzen, namentlih im Silden 
, wie in ben Städten Montpellier, Rismes, 
vignon, Marfeille, Arles zc., u. obwohl faft alle 
Häupter der ſocialiſtiſchen Partei entweder entwi⸗ 
Ken oder gefangen genommen waren, fo fette die⸗ 
felbe doch den ampf gegen bie gemäßigte Republik 
in der Preſſe u. bei den Wahlen fort. Cine Haupt» 
flüge fand fle an Lebru-Rollin, welcher, obwohl 
im Einverftänbniß mit ben Inſurgenten, keinen di⸗ 
recten Anıbeil an der Infurrection genommen 
hatte, dagegen täufchte fie fih in ber Gefinnung 
der anf ihren Betrieb zur Nationalverſammlung 
gereählten Abgeordneten Louis Napoleon Bona⸗ 
parte m. Achille Fould. Der Sieg ber befteheuben 
Ortmung nöttigte indeß die Bergpartei ber Na⸗ 
“erfammlung zu einer vorfiätigeren Taktik, 
Cavaignac die herrſchende Partei ben Or⸗ 

pr wäpern juchte, tube er zwei Anhänger 


Frankreich’ (Geſch) XIL (A. 1808’ BIS) 


bie | berfefben, 
wo ; aufnahm. 


Berh 4. Row. hatte bie *— 
ungtwerk vollendet u. manthe 
Sinne der Socialiſten darin aulgen 
weſentlichen Grundl ber Berf 
— — — 
en j 1 te 

bar feinfollte, Vie Be einer au 
dern beftehenben Berfammiung wit b 
den u. eines auf vier Jahre zn 

mit ber auslibenben t. 
begann bie Bapı des Bräfiden: 
1,327,345 abgegebenen Stimmen 
Napoleon Bonaparte6,048,872. Die 


au . 
wohlorganifirte Bartet Im Lande, e 
Ramen hrüpften fich Die Erinnerungen 
ten Ruh ber nene 


worben, daß bie 
nad) fangen Debatten 
befleiben ale Boflerepräfentanten bei 

) Bis zum Staatsfireid ı 
cember 1851. Am 20. Dec. Yegi 
Minifter, fowie auch Cavaignac, ihre 
u. Lonis Napoleon leiſtete als Br 
Republik den Eid auf die Berfafle 
niſterium beſetzte er faft nur mit Mä 
ber dynaſtiſchen Oppofition bes Jufili 
gehört hatten; nahm jeboch fpäter, = 
niſſe ber ä Hepubft er 601 


beroorra 
ne * ee ‚ De Zracy, & 

yte Paſſy waren; Changarnit 
—— der Rational- 2.9 
nannt. Dem Auslande fünbigte der ' 


friebliche Politik an, erflärte fich abeı 
Rom nad) der Vertreibung bes Pap 
ben Zerrorismus u. f ein 


Heer unter Dubinot nah Rom. 
ſetzte er at Cavaignace fort, 
derſelben beihloß die Nationafverf 
Moiangellagten des vorigen Jahri 
Rafpail, Barbie, Wibert zc. vor t 
richtshof zu Bourges zu ftellen, u. e 
Regierung gegen da6 Treiben ber r 
Eiubs einzujcreiten. Ein in Folge bi 
am 29. San. verfuchter Aufftanb der 
wurde von Changarnier ohne große 
unterdrüdt. Am 18. Jar. 1849 warl 
de la Meurtbe von der Rationalverfe 
Bicepräfitenten ber N 144 

ohne berworragenbe 


eantreich (Geſch) XIL (B. 1849 ». 1630) 


dem fernern Laufe ber Dinge eine gang | ber Bonapartiemus. Dieſer Sieg gab dem Präfl- 


te Rolle ſpielte. 
Rauflöfung ber Conflituante wurbe 
ruar beichlofien u. bei ben nun an⸗ 
Neuwahlen zur Geſetzgebenden Ber- 
ereinigten fich alle monarchiſtiſche Bar- 
miften, Orleaniften u. Bonapartifien 
engen Republifaner. Die Folge da- 
aß bie am 28. Mai berufene Geſetz⸗ 
erſammlung (Legislative, Assem- 
ale l&gislative) auß einer großen mon- 
Annten Rechten u. einer focialiftifchen 
nd, während das rein republilanif 
ir eine geringe Anzahl Mitglieder auf 
te. Der nãchſte Gegenſtand ber par» 
m Grörterung war die römiſche Ange- 
Die Intervention ber Regierung zu 
Papftes, welche zugleich gegen die Er⸗ 
es öfterreichiichen Einflufles in Italien 
de, erregte bei ber Linken den beftigften 
Us aber Ledru⸗Rollin dieferbalb eine 
n den Präfitenten u. Das Dlinifterium 
urde Deren Dringlichkeit in ter Sigung 
si mit 377 gegen & Stimmen verwor⸗ 
ge deſſen erließ die Bergpartei am 13. 
ufruf an das Bolt zur Vertheidigung 
"planmäßigen Verſchwörung bedrohten 
Baffenzuergreifen. Die Wirkung diefee 
indeß ſchwach, u. ter Aufftand (Juui⸗ 
nahm bald ein Hägliches Ende, indem 
energiſch gegen bie Rubeftörer einfchritt. 
führer wurden verbaftet, bie haupt⸗ 
ber, Lebru-Rollin, Confiderant, Pyat, 
.Thore, retteten fich durch bie Kluct. 
ng ſäumte nicht biefe neue Rubeftörung 
um buch Verhängung bes Belage- 
6 Über Paris, Beichränlungen ber 
| Bereinsrechtes, Überwachung u. poli- 
eifung politifcher Flüchtlinge der ultra⸗ 
m Partei die Hänte zu binden. Die 
e Berfammlung genehmigte am 7. Juli 
ung der Poften eines Auführere der 
be u. des Befehlehabers ter 1. Milie 
m ben Hänben tes Generals Chan- 
durch biejer über 300,000 Bewaff⸗ 
ı konnte), u. am 27. Juli ein neues, 
eßgeſetz. Du zwiſchen ber Mehrheit 
r, wenigftens bei allen DMaßregeln 
» Störungen ber öffentlichen Orbnung, 
fipenten das befte Einvernehmen be- 
wanden bald die Befürchtungen vor 
Umtrieben, aber es entftanden 
:gniffe, denn die Bildung einer großen 
hen Bartei ſchritt ralch vorwärts, u. 
eon zeigte bei verſchiedenen Anläfien, 
darum zu thun fei, feine Perſönlichkeit 
zu bringen. Dies trat namentlidy in 
u Frage hervor, inden der Präſident 
rn —— ließ, in welchem er 
geb über das Berfahren ber päpſtlichen 
meoſprach u. eine liberalere Politik em⸗ 
’ Biebereröffuung der Gefetsgebenben 
ıg am 1. Detbr. 1849 trug dieſe kein 
er Regierung bie geforberten Erebite zu 
a. felbft ale Orleaniften u. Legitimiften 
ten, um bie Aufhebung ber Verban⸗ 
gegen bie beiden Linien ber königlichen 
zzielen, flegte bie Regierung u. mit ihr 


benten Muth, einen weitern Schritt gegen bie Ge⸗ 
jeßgebende Berfammlung zu thun, um bem unver» 
meiblichen Conflict zwiſchen beiden Staategewalten 
zu befchleunigen. Am 31. Dct. entließ er ploͤlich 
fänmtlide Miniſter u. berief ein neues Miniſterium 
mit ſtark Bonapartiftifcher Färbung, beſtehend aus 
General d'Hautpoui (Präfident u. Krieg), Achille 
Fould Finanzen Faucher (Juſtiz), Ferd. Barrot 
(Innere), Raynevolle (Wuswärtiges), Dumas 
(Handel u. Aderbau), Barrieu (Kirche u. Schule), 
Admiral Rom. Desfoſſes (Seewefen u. Colonien), 
Bineau (öffentliche Arbeiten). Indeſſen legte 

Kammer den weiteren Reactionen ber Regierung 
feine Sinderniffe in den Weg, u. ber PBräfident et» 
gen noch Nrengere Maßregeln, un bie beftehenbe 


egierung Mu fefigen. Dahin gehörte die Er⸗ 
nennung Carliers zum Polizeipräfecten von Paris, 


bie Gründung eine® eigenen Departements für Po⸗ 
lizei im Mintfterium des Innern u. bie Auflöfung 
ber ationatverfammlung in vielen Städten, we 
man der Stimmung des Volles nicht traute, u. ber 
mobilen Nationalgarde zu Paris. Al Anfang 
März 1850 die Erſatzwahlen für bie Nationalver- 
jammiung einige Socialiften in Die Kammer brachte, 
benugte die Regierung die aufs Neue ange 
Furt vor weiterem Umſichgreifen bes Sociali® 
mus, um abermals eine Berihärfung bes Preßge 
fege® u. eine Beichränkung ber Bereinsfreiheit vop 
ber Legislativeu zu erlangen. Indeß ging biefelbe 
noch weiter als der Bräfibent, indem fie auch das 
Wahlrecht befchnitt, fo ba bie Zahl der Stimm 
berechtigten von 9,600,000 auf 6,800,000 berab 
ſank. as von dem, an bie Stelle Ferdinaud 
Barrots getretenen Miniſter bes Innern Baroch⸗ 
vorgefchlagene Deportationegefe, wonach in allen 
Fällen, für welche bie Berfaflung von 1848 tie To 
desftrafe abgejchafft hatte, Deportation eintretem 
ſollte, erhielt am 8. Juni bie Sufimmung ber Le⸗ 
islative, Doch verweigerte dieſelbe bie Gehaltser 
bung bes Präfiventen bis zu ber beantragten 
Höhe von 3,600,000 France u. bewilligte nm 
2,160,000. Sinfihtlih ber äußeren Politik war 
ber Präfident im vollen Einklange mit der Legitla⸗ 
tive; ber Hauptgrunbzug berjelben war ein enger 
Anflug an England. Am 9. Aug. erfolgte daranf 
eine Bertagung ber Legislativen Verſammlung auf 
3 Monate, boch ließ biefelbe einen permanenten 
Ausſchuß von 25 Mitgliedern zurüd, welcher ir 
feiner Zufammenfegung offenbar zu erfennen gab, 
daß es damit gegen bie immer deutlicher fich eigen 
den Beftrebungen bes Bonapartismus abgefeben jet 
Louis Napoleon ließ ſich aber weber dur 
biefe noch dur bie Demonftrationen der Legitt 
miften u. Orleaniften fchreden, von melden bir 
einen nach Wiesbaden zum Grafen Chambord, bir 
andern nach Elermont zur Herzogin von Urlean® 
eonie Philipp war am 26. Auguſt 1850 geſtor 
en), pilgerten, um filr ben erwarteten bonaparti 
ſtiſchen Staatsftreich Berakrebungen zu treffen. Der 
Bräfident benutte bie Ferienzeit Der Legislative, 
um feine Popularität zu vergrößern, gab dem Mir 
Iitär regimenterweile geche Weflefien, bucchreifte 
einen großen Theil %-6 u. bereitete burch Re⸗ 
ben, welde Anbeutungen liber bie Rettung gs 
von dem revolutionäcen Treiben enthielten, | 
Anfichten vor, welche zunächſt auf eine Bere 


‚längerung feiner Präfidentfchaft gerichtet waren. 


Frankreich (Geich.) XII. (B. 1850 u. 1857) 


Er fubr fort bie einfiußreichten Stellen mit ben | eegielative abge ehnt, Der Bräfbent en 
pri 


Männern feines Bertrauens zu bejegen, Dagegen 
ciejenigen aus dem Staatedienſte zu entfernen, 
welche eine Abneigung gegen das Kaiſerreich ver- 
rietben, unter Lebteren ben unter Changarnier 
ftebenten General Neumeyer, welcher feinen Mann⸗ 
schaften den Ruf vive l’empereur! unterjagt hatte; 
u. ba Changarnier bie Anerbietungen, welche ihm 
als Preis für ben Übertritt zum Bonapartismus 
gemacht wurden, von ber Hand weiſend, dem Prä- 
en gegenüber eine trogige Haltung annahın, 
o wurde Louis Napeleon gebrängt, raſch feine 
Bline ind Werk zu jeen, ee bie ihm gegenüber- 
flehenden Parteien zu gemeinfamem Hanbeln fi 
verftäutigten. Die Pegislative murde am 12.Novbr. 
wieder unter tem PBrafibium Dupins eröffnet. Der 
Sahrestag ter Präfinentenmwahl bezeigte, daß Der 
Bonapartisuns jchon ziemlich ungenirt zu Werke 
ging; denn Diefer Tag wurde auf Dem Rathhauſe zu 
Paris mit einem eheffen glänzender gefeiert, als 
die Einſetzuug Der Repubiit, u. der Präſident ſchickte 
an jedes ber verſchiedenen parifer Armenpflege- 
bureaus 12,000 Ar. Aber erft im Ianuar 1851 
kam es zum entfchiebenen Bruch zreifchen dem Prä- 
fiventen u. der Legielative. Am 4. Januar entitch 
der Bräfitent diejenigen Diinifter, auf deren unbe⸗ 
dingte Dingebung an feine Berjon er nicht rechnen 
fonnte. Das neue Diinifterium beſtand ans fol 
genten Mitgliedern: NReouber, fiir Juſtiz; Drouyn 
de l'Huys, fir auswärtige Migelegenheiten; Saint 
Sean D’Angely, für den Krieg; Ducos, für bie 
Marine; Baroche, für das Innere; Magne, für 
öffentliche Arbeiten; Bongean, für Landwirthſchaft 
u. Handel; Parrieu, für öffentlichen Unterricht; 

ould, filr Finanzen. General Changarnier wurbe 
eines Voftens enthoben u. Dagegen General Perrot 
zum Öberbefehlsbater ber Ilationalgarden ber 
Seine, u. ber General Baraguay d'Hilliers zum 
Oberbefehlshaber ver erſten Militärtivifion ernannt. 
Dieſe Maßregeln wurden als eine Directe Kriegs« 
erllärung des Bonapartismus gegen die vollsver- 
tretenbe Yegislative betrachtet, u. als daber der 
Abgeordnete Remuſat in der Yegislative den Antrag 

ellte, Daß die Berjammlung einen Ausſchuß wählen 
—* um bie durch Die Umſtände gebotenen Maße 
regeln vorzuichlagen, fand derſelbe mit 330 gegen 
273 Etimmen Annahme. Indeſſen konnte Die 
regi⸗lative, melche bereits das Vertrauen des Lars 
bes verloren hatte, fich zu feiner ernfteren Maßregel 
erheben, als daß fie am 17. Januar eine Miß—⸗ 
trauenserllärung gegen das Minifterinm befchloß. 
Lie Weinifter dankten ab, u. bei der allgemeinen 
Aufregung lenkte der Präſident formell cin, er- 
Hate ein euch, and beinabe lauter höheren Be⸗ 
anten ber DWitnifter beftebendes Miniſterium. Zu— 
lei wurde eine Dienge legitimiſtiſcher u. orleanie 
ſiiſcher Beamten abgejeßt, an deren Stelle bona» 
partiftifche traten, u. Dabei in zablreichen Zeitjchriften 
von den Bonapartijten fortwährend auseinander» 
geſetzt, Daß der Präſident Die Nation, u. bei. die 
unteren Volksklaſſen u. das Heer, glücklich machen 
wilrte, wenn bie Legislative ihn nicht in feiner 
Wirkjamkeit bemmte. Damit wurde ber Kampf 
ber fich einander feindfelig gegenüberftehenden Ges 
Wulhten ein offener u. riidbaltlofer. Die Forderung 


am 11. das Ubergangemmmifri 
an feine Stelle ein neues Miniftert 
Boucer, für das Innere; Baroche, für 

ngelegenheiten; Ranton, für ten & 
für bie Finanzen; Buffet, für den Hanl 
für öffentfihe Arbeiten; Rouber, für 
Sourcelies, für den Unterricht; Chaffe 
für Die Marine. Die Zufgmmenfegung‘ 
trug einen durchaus bonapartiftiice 
Ebenſo wurden alle Präfectenftellen m 
tiften befet, u. nee Regimenter, aı 

ebenheit zu zählen war, nach Rarie ze 
Ehriften bereiteten bie öffentliche Mein 
beabfichtigten Staatäftreich ver. Ben 
Königlichen fuchte man indeß vergebli 
ſchmelzung ber Orleaniſten u. Vegitimiſt 
herbeizuführen; Die Bewerbung bes % 
ville bei der am 4. März 1852 zu eriol 
wahl bes Präfibenten fand feine Inte 
den Legitimiften, m. biefer Zwieſpalt 
Pläne Louis Napoleons. 

Am 14. Juli begannen bie Berbar 
Legislative Über die Geſuche um | 
verändernng; bie verfaffungsmäßi— 
Dreiviertelmehrheit kam indeß nicht 
Die Regierung berief nun tie General 
seils gendraux) ſämmtlicher Depart 
fih vom 10. Auguft bis 10. Noven 
ſammeln batten, zufammen, um 
welche verfaflungsmäßig politiiche Frag 
bandeln burften, bie Perfaffungsfra 
betreiben, während Die Legislative an 
bie 4. Novbr. ſich vertagte u. einen 3 
25 Mitgliebern zu ihrer —— 
Bertagung zurückließ. In der Mitte A 
neuerdings große Pulvervorräthe in 9 
ſämmtliche umliegende Forts wurden i 
gungszuſtand geſetzt. Da ſich inzwiſt 
ſtellte, daß auch den Departementalrä 
trauen mar, fo ſuchte Vouis Napelcon, 
einiger Zeit Prinz⸗Präſident nenne 
Annäherung an tie jecialiftiiche Linke 
er bie Wiederherſtellung bee allgemet 
rechts verbieß, welche ten Schmi 
Staates wieder in bie Maſſen tes 
u. das libergemicht ber befienten . 
nichtete. Auch ein Theil ber Yegirimii 
Verlängerung Der bonapartiftiichen P 
für vortbeilbafter hielten, als die Rüd 
Icans, ſchloß fih Den Plänen Des Prim 
außerdem war bie fatbolifche Geiſtlichlei 
cherlei Willfübrigleiten gewonnen we: 
Die Legislative Die Wiederherſtellung tes 
Stimmrechts ablehnte, fo jollte ne a 
ten, u. der Präſident wollte Bann eine 
den Willen Des Volkes ergeben laſſen. 
die Miniſter vom 4. April Bedenken 
willigung zu tiefem Plane zu geben u 
14. Octbr. ihre Entlafjung ein; ebenſo 
prüfident Earlier. Schou verber war 
baber Der Nationalgarde Durch den Gen, 
erjeßt worden. Das neue Miuniſterin 
DOctbr.) beftand ans folgenpen Mitatier: 
für Juſtiz; Turgot, für Yußeres; CH 


Liu Jimiiteriums, dem Präfitenten außer feinem ; ben Öffentlichen Unterricht; wen Tee 


bt tommen ncch eine jährliche Zulage 
ir. zu bewilligen, wurde von ber 


Innere; von Caſabianca, fiir Pankr 
Handel; Lacroffe, filr öffentliche Arbeit 


Fraukreich (Geſch) XIL (B. 1851. CL '1881) 


a 


a Rrieg; Hippolyte Fortonl, für die | Roger, Obrift Charras. Um 8 Uhr verfammeltar 


bel, für bie Finanzen. Rur St. Ar- 
e Bolgeipräfident Maupas u. General 
ren in das Geheimniß bes beabfichtig- 
eingeweiht. Als tie Legislative am 
ammentam, war die pariter Beſatzung 
m 2 Regimenter verftärkt worten. Uus- 
irde nun ein Geſehentwurf zur Wieber- 
v allgemeinen Stimmrechts der Legit⸗ 
gt, dieſe hielt es aber für dringender, 
g ihrer Quäſtoren in Berathung 
x darauf ausging, die Autorität ber 
3 gegenüber dem Präjidenten zu wah⸗ 
onftration fette Louis Napoleon 
ntgegen, indem gegen 2000 Offiziere, 
Senerale, im Eiyſée erfchienen, um 
unten ihre Ergebenheit zu verfichern. 
‚br. wurde die Wiederherſtellung bes 
Gtimmredtes mit 355 gegen 348 
a der Legislative verworfen, mobei bie 
ıfer ſehr verftärkten Bonapartiften mit 
tie ber linfen Eeite zufaınmengewirft 
en gelang es am 18. Novbr. ben ver- 
ıpartiften u. Demokraten tie Verwer⸗ 
iſtorenantrags wegen Requiſition der 
Diacht Durch den Bräfibenten der fer 
408 gegen 300 Stimmen herbeizu- 
eben wurde auf Befehl des Kriegs⸗ 
Decret vom März 1848, welches ben 
3er Rationalverfammlung ermächtigt, 
zubieten, in ten Kafernen abgerifien. 
ar in ben Befehlshaber ganz bona- 
e Rationalgarde machtlo® u. die Be⸗ 
e Veorftäbte ſtaud unter dem Beſehl 
Geſellſchaften u. Elubiften, bie in F. 
äbrigen politiichen Welt ganz abgeſon⸗ 
den. Sie haften den Prinz» Brä- 
ıfo wie bie Legizlative u. hofften bei 
nenſtoß Veiter ten Einen wie bie 
fegen; aber gegen fie ftand ber Prinz- 
it Überwiegenter Heereemacht fchlay- 
bigte feinen Sieg im Voraus in einer 
ter am 25. Novbr. im Nationalfaal 
en Felder bei Gelegenheit der Aus- 
Irden u. Mebaillen an die Preisträger 
: Inbuftrieausftellung bielt. In ben 
ı be® November hatte er täglich Über 
wifer Arnıee Diufterung gehalten u. fie 
t. Am 30. Noxbr. war noch ein ent- 
mapartift, General Lawoeſtine, zum 
aber ter Nationalgarben ernannt wor⸗ 
tegierung jeit mehreren Tagen mit ber 
eines Anleihens von 25 Dill. Fres. 
dung, welches auf die Zuficherung, daß 
3 durch keinerlei Maßregel die Sicherbeit 
Fünfte gefährten werde, gewährt wurde. 
Gtaatöftreih bes 2. December 
mr Broclamation bes Kaijer- 
December 1552. Um 2 Uhr 
ı 2. December wurte das Miniſterium 
obificirt u. beſtand nun aus Turgot, 
dorny, Reuber, Fould, Magne, St. 
rtoul. Um 4 Uhr Morgens beſetz⸗ 
ruppen den Palaſt Bourbon, 
egislutive ſich verſammelte, u. ließen 
Polizeiagenten verhafteten GU Bolks⸗ 
ruuter Chaugarnier, Cavaignac, La⸗ 
edean, Charras, Thiers, Leflo, Baze, 


ſich mehrere Volksvertreter bei Odilon Barrot, der 
fie jedoch zum Bicepräſidenten der Legislative, Darn, 
beftellte. Dort fand gegen 10 Uhr eine Berfamm- 
lung von etwa 200 Mitgliedern flatt, weiche im 
Namen ber Legislative die Gewalt des Prinz - Prä- 
fiventen für erloſchen erflärten u. ben hoben Na⸗ 
tionalgericht@hof einberiefen. Raum waren tiefe 
Beſchluſſe gefaßt, als die Berſammlung ber 
Legislativen von Soldaten gejprengt 
wurde. Der Präfivent verlieh um 10 Uhr das 
Elyſée, begab fi, von einem zahlreichen Offigier- 
corps umgeben, in ben Hof ber Tuilerien n. er» 
ließ vier Proclamationen, worin der Staate⸗ 
ftreich al& zur Rettung F⸗s nothwendig dargeftellt, 
das allgemeine Stinmmrecht wiederhergeſtellt, das 
Bolt zur Abgabe feiner Stimmen für od. gegen das 
Verfahren des Bräfinenten aufgefordert, bie Sol⸗ 
Daten zur Treue gegen ben Präfidenten ermahnt m. 
Paris in Belagerungszuftann erfiärt wurde. Der 
aufgelöfte Staatsrath veröffentlichte eine Rechts» 
verwahrung, teren Verbreitung aber unterbrüdt 
wurbe; der Nationalgerichtishof lud ben Prin⸗ 
en wegen Verfaſſungebruchs u. Hochverraibe vor 
Feine chranken. Inbeffen fing am 3. Decem- 
ber in Paris ein bewaffneter Aufftanb 
fih zu bilden an; auf ınehreren Punkten wurde 
ernfibaft -gelämpft. Bis zum 5. December Mit- 
tage tauerten einzelne Gefechte fort, bie jedoch 
mit dem eisge der Truppen enbigten. Die be- 
rühınteften Männer 5-8, tie noch nicht in Ges 
fängniflen faßen, wie Mole, Leon Raucher u. X, 
erklärten fich Öffentlich negen den Gewaltſtreich. In 
verſchiedenen Departements brachen Unruhen aus, 
bie aber bald unterbrüdt wurden. Das Pantheon 
wurde ber fatbolifchen GBeiftlichleit als Kirche ber 
beiligen Genoveva zurüdgegeben, General Ranbon 
zum Gouverneur von Aigier, die Generale Baillant 
8. Hariſpe zu Marſchällen von F. ernanıtt, 2,700,000 
Sei zur Unterſtütung aller Soldaten aus ben 

eiter der Republik u. bes Kaiferreiche ausgefetst, 
u. da Ludwig Napoleon feines Sieges gewiß war, 
auch mehrere Verhaftete, u. A. Thiers u. Cavaig⸗ 
nac, wieber freigelaffen. Gin Decret vom 8. Dechr 
enthielt die Beftimmung, daß fünf» bis zehnjährige 
Deportation gegen biejenigen werbängt werben 
würde, welche entweber pelizeilicher uͤberwachung 
Wr entzögen ob. ermwielener Maßen geheimen Ge⸗ 
ellſchaften angehörten. Berichietene Mafregeln 
deuteten auf bie Wiedereinführung eines ftrafferen 
Pilitärregiments, wie unter dem Kaiferreih. So 
murte bie Centralverwaltung des Minifteriums 
bes Innern durch Decret vom 15. Dechr. ganz im 
Sinne jener Zeit umgeftaltet, fpäter die von ber 
Republik beſchloſſene Derabfegung des Beſtandes 
der Armeedivifionen u. des &eneralftabes aufge⸗ 
beben u. berielbe wieder auf bie frühere Höhe ger 
bracht, entlih ganz %. in 21 Dilitärabtbeilungen 
mit 86 Militärunterabtheilungen gerheil. Am 
31. Dechr. überbrachte der Vicepräfitent des gleich 
nad) dem Staataftreiche eingeſetzten Begutachtungs⸗ 
rathes dem Prinz⸗Präſidenten das Ergebniß der 
VBolksabſtimmung. Es waren 8,105,630 Stimmen 
abgegeben worten, u. zwar 7,491,231 bejahenbe 
für das Verfahren bes Prinz Prüjidenten u. 
647,292 verneinende, 37,107 ungültige. An dem⸗ 
ſelben Tage murbe anf den Fahnen u. Ordens⸗ 
treuzen der kaiſerliche Adler wieder hergeſtellt u. 


wer 
. den . 
die Ph von Preßvergehen ben Zuchtpeligei 


ing Baht auc) bie Hoffnung, bag Die lolgenben 
. w e ' te 
Gier abre von ben Y higtioen —R— 


gen 
Louis Philipp ftigt hatte, um %-6 Auftreten 
in binbern, fprad) feine 
Billigung bes Stastsftreiches aus. Louis Napo⸗ 
feon hatte fich auch ſtets der Balmerftonichen Po⸗ 
litik loſſen, ſo hatte die frauzoͤſiſche Regierung 
tm Berein mit der engliſchen Verwahrung eingelegt 
gegen ben Eintritt Geſammtöſterreichs u. Gefammt- 
Sreußens in ben Deutichen Bunb u. beibe Regie- 
zungen hatten ber ſpaniſchen kräftige Hülfe ange⸗ 
Boten, um bie von Nordamerila aus gegen Cuba 
gerigiteten Angriffe abzumweifen. Auch Me die Zu⸗ 

ft vechuete Falmcrfton auf pie Kreunbfchaft Fob, 
am das Übergewicht, welches land im Orient 
gewonnen batte, zu befeitigen. Die lauen Republi- 

er ver —X u. alle diejenigen, welche 
von 


arkung der Regi sgewalt einen 
nenen X ung öffentlichen. Erebits u. eine 
Wiederbelebu es ſtockenden Haudels erwar⸗ 
teten, ſohnten ſich raſch mit dem neuen Stande ber 
Dinge aus. Die Herſtellung ber Hülfemittel bes 
großen Beltverlehre, Eifenbahnen u. hen, 
ten, waren in gebeihlicher Entwidelung begriffen, 
ber Telegraphendienft am 1. März 1851 in Paris 
dem Bublicum eröffnet u. am 29. September ber 
unterjeeifche Telegraph zwiſchen Dover u. Calais 
vollendet u. in Gebrauch genommen worden. Da 
Lonis Napoleon eine friebliche Politik verſprach u. 
ber Krieg in Algier mit ber vollftändigen Unter- 
werfung der Kabylen beendet worden war, fo konnte 
man fi auch ber Hoffnung einer Verbeflerung bes 
Staatshaushaltes hingeben. Nach ber Bollsab- 
fimmung wies Alles darauf, daß es auf eine voll» 
fländige bonapartiftiihe Reftauration abgefehen 
war, Louis Napoleon bezog die Tuilerien. Durch 
ein Decret vom 9. Januar 1852 wurden 67 Mit- 
glieder der aufgelöften Legislative aus F. u. feinen 
Colonien gewieſen, u. ihnen bie Rüdtehr bei Strafe 
der Deportation unterfagt; 18 Andere, unter ihnen 
Changarnier, Lamoriciere, Bebeau, Emil Girar- 
bin, Thiers, wurden auf Zeit verwieſen; enblich 
bie gewejenen Bollsabgeorbnieten Marc- Dufraiffe, 
Greppo, Miot, Mathe u. Richarbet nach bem fran- 
, zöſiſchen Guiana beportirt (viele hundert von ben 
Gerichten Berurtheilte hatten gleiches Roos); bie 
Nationalgarben wurben im ganzen Bebiet der Re⸗ 
publit aufgelöft, die Worte: Freiheit, Gleichheit, 
Brüberlichleit, von den öffentlichen Gebäuden ent- 
fernt u. den Plätzen, Straßen, Dentmälern bie 
Namen, welche fie vor der Revolution von 1848 
gehabt hatten, zurüdgegeben. 
._ Am 14. Januar 1852 erfchien die neue vom 
Frin präfisenten ſelbſt verfaßte Reihsver- 
ajfung. Der Name Republit wurde beibehal- 
ien u, Louis Bonaparte ihr Bräfibent auf 10 


Weanfoeich Geſch) ZH. (C. 1858 2: MEER) 


—A ven mit 
e 
vom Präflbenten eruaunt u. ſiud ale! 
® Die a 2 
bb u ea 
a 
halten nal von ber Regie 
orbueten, „bie * 
10 Jahre in der Art wert 
35,000 Wähler 1 Tommi 
bes Rub u 
—2R * i .1 
ngen nicht 
| eh erbieit eine neue Org⸗ 
Adelstitel wurden wieber bergeftelt, 


z 
Eagle 


befeftigen, oxbnete ber 
en = Deicene! 

.b.) an, olge beffen 
Morny, Rouber u. Fould 
—* „u. au ihre Stelle 
far u. Bineau. Rab dem 

Igier u. bie Colonien feine Ber:rei 
der Abgeorbneten wurde auf 262. 
folbete Beamte follten nicht gewählt ' 
Abgeorbneten keine Taggelder exrhe 
—— —8 neh ‚mu 
efeierten Nationalfeſte eboben u. 
einiges Nationalfeſt bie ee dee 13. 
Geburtsfeft des Kaiſers Napoleon L, ı 
Decret vom 17. Febr. brachte bie 5 
um alle Freiheit. Am 27. Mär wz 
gerungszuftand in geus $. aufgehoben 
u. Gejelsgebende Körper am 29. Mäg 
aitglicher a aaenenben Korper 
von ben Präfeeten nn. Regierungsbe: 
wurbe, el ſich als volloumen fl 
wenigen .von ber Oppofition, bie fü 
Theil der Wahl enthielt, burdhgefekte 
Cavaignac, Carnot u. Henon, in ı 
ſchaftlichen Briefe an die Kammer ten 
verweigerten u. in Folge deſſen all 
betrachtet wurben. Gleich in einer ber: 
gen wurde für die Haushaltung bei 

illionen jährlih u. die Befugniß b 

ſämmtlicher königlicher Schlöſſer weti 
früher mit dem Auslande an 
lungen wegen Herftellung ber kaiſer 
— —— ohne Erfolg. 

iedensverſicherungen des Prinzen 
bie Confiscation ber Dileaniigen &i 


— 


Frankreich (Gef.) XIII. (A. 1852) 


593 


:ct verleht hatte, von anberen Cabi⸗ feinen Cheim Hieronymus Bonaparte u. deſſen 
{ vermerkt worden war. Auch in | rechtmäßige, unmittelbar männliche Nachhlemmen- 
g bereiteten fih dem Präfitenten ſchaft zu Erben einſetzte. Der Senat nahm e6 am 


jfeiten, ta viele Beamte den Gib 
. der traurige Zuftand der Finanzen 
fe forderte. Richt allein das Budget 
te bei näherer Prüfung ein Deftcit 
r., ſondern auch dasjenige filr 1853 
von 40 Millionen nebft einer ſchwe⸗ 
von 770 Millionen. Bon Seiten 
nden Körpers mwurten einige Er⸗ 
geihlagen, allein ber Staaterath 
uf ein, u. da nach ver Berfaflung 
von Gejeentwürfen nur dann be= 
en follten, wenn ter Staatsrath fie 
ärte ter Brinz » Bräfident, biefe Be⸗ 
auch von Berinterungen bes Bud⸗ 
Hluß Des Gejengebenten Körpers 
, Juni. Darauf machte ber Prinz 
14. Septbr. eine Reife in die Süd» 
nad) Yyon, wo er eine Neiterftatue 
mweibte, u. nach Marſeille, wo bie 


ge vor feiner Ankunft eine Hölen- 


tte, teren Urfprung im Dunkeln 


u 9. Octbr. in Borbeaug angelangt, 


utlich jür Annahme der Kaiſerwürde. 
zweite Kaiſerreich bis zur 
‚om2.December1852—1858. 
Attentat vum 14. Jan. 1858. 
Rundreiſe durch die Provinzen 
3 Napoleon volllommen überzeugt, 
hme ter Kaiſerwürde feine Be⸗ 
ne Wege ftlnten, n. am 7. Nor 
ber Senat einftimniig folgende auf 
tellung des Kaiſerreichs bezilgliche 
e kaiſerliche Würde ift mieber ber- 
g Napoleon Benaparte ift Kaifer 
men Napoleon III. (ta wegen Na⸗ 
onentfagung am 21. Juni 1815 am 
ten feines Sohnes, dieſer als Kai⸗ 
I. gezählt werben follte); bie kaijer- 
erblich in ber unmittelbaren u. recht⸗ 
ommenſchaft Ludwig Napoleon Bo⸗ 
Ranneſtamm nad tem Rechte ber 
enn Ludwig Napoleon Bonaparte 
n Erben bat, fo kann er bie Kinder 
ı männlichen Nachlommen der Brü⸗ 
Rapoleon I. ale Kinter annehmen; 
n vom 14. Ianıar 1852 wird in 
iht mit gegenwärtigem Genatebe- 
berfpruch ftebt, — gehalten; 
Senatébeſchluſſes wird dem Volle 
vorgelegt, um darüber in ber am 2. 
zeliebten Form abzuſtimmen. Am 


br. ergaben ſich bei der Abſtimmung 


jende u. 254,501 verneinende Stim⸗ 
etablirung bes Kaiſerreichs 
Ludwig Napeleons. Der Geſetzge⸗ 
b ohne Weiteres feine Zuſtimmung. 
rm am 2. Dechr. 1852 das Kaiferreich 
:on III. proclamirt u. Die Hauptbe- 
erneuten Staatsjorm, Et. Arnaud, 
fiellane, zu Marſchällen von %. er⸗ 
euen Kaifer wurden 25 Mill. Sr. u. 
en Briuzen 14 Mill. jäbrlich ausges 
rliche Nachfolge ortnete ein Decxet 
- in ber Art, daß ber neue Kaiſer 


Seite der Kammern Er bedürfe. 





23. Dechr. an u. beſchloß an demſelben Tage 
mebrere Berfaffungsänderungen, die ben Kaifer 
unbetingtes Amneftierecht, das Präſidinm bes Se⸗ 
nates u Staatsrathes zuſprachen, ferner das Recht, 
mit dem Ausland Friebens-, Bundes⸗ u. Hau- 
delsverträge ganz allein abzuſchließen u. Abände⸗ 
rungen im Zolltarif vorzunehmen, bie Beziehungen 
der großen Staatsgewalten unter fi) u. zur Ere- 
cutivgewalt durch bloße Decrete zu verändern, 
ebenjo große Bauten zu öffentlichen Zmeden anzu⸗ 
orten, ohne Daß es einer Gelbbewilligung von 
Außerdem 
wurbe feftgefetst, Daß bie Zahl Der Senatoren nicht 
150 überfteigen, daß jeber Senator einen Jahres⸗ 
gehalt von 30,000 Fr. haben u. jedes Mitglied des 
Gefehgebungstörpers eine Auslöfung von monat- 
lich 2500 Fr. erbalten, Daß die Abſtinimung bei der 
Berilligung bes Auegabebudgets nicht bie einzelnen 
Poſten, fendern einen ganzen Etat betreffen, daß 
die Sitzungen beider Kammern geheim u. die Be- 
richte Über tie Berbandlungen bes Geſetzgebungs⸗ 
körpers nur nad vorhergebenber Genehmigung 


von Seiten bes Borfittenden veröffentlicht werben 


ſollen. 

Seit der Zeit von dem erſten Staatsſtreiche 
bis zur Reſtauration des Kaiſerreichs zeigten ſich 
in den Beziehungen zum Auslande auffalfenbe 
Schwankungen im engen Zufanımenhange mit bem 
Entmidelungsgang ber deutſchen Verbältniffe, mit 
der dadurch bebingten Stellung ven Ufterreich, 
Preußen u. Rußland u. mit der Politit Englands. 
Ein mit Belgien angezettelter Streit ſchien anzu⸗ 
deuten, daß die franzöfiiche Regierung nur einen 
glinftigen Zeitpunft abmwarte, un durch Beſetzung 
Belgiens ten Anfang eines Europäifhen Krieges 
berbeisufiihren, wobei England feiner Sanbele- 
Intereffen wegen filr Belgien hätte einftehen müſſen. 

Kein bie —— der Monarchen von 

ſterreich, Preußen u. Rußland im Mai 1652, 
wobei die Verföhnung zwiſchen Ifterreih u. Preu⸗ 
fen vorbereitet wurde, vereitelte bie auf den Zwi 
diefer beiden Mächte gebauten Hoffnungen. Die 
frangöfifche Negierung gab num ben auswärtigen 
Mächten tie Berfiherung, alle bie Verpflichtune 
gen, welche die Regierungen %-8 -feit Napoleons 

turz eingegangen waren, treulich beobachten zu 
wollen, u. legte den Streit mit Belgien durch eine 
Übereinfunft vom 9. Dechr. bei, wonach bie früheren 
Handelsverträge zwiichen beiten Ländern, welche 
franzöſiſcherſeits gelündigt worden waren, wieder 
in Kraft traten. Dabei näherte fie fich wieder mit 
größerer INS DEN nDeIt ber englifchen Regie 
rung, wofür biefe bereite am 6. Dechr. Durch ihren 
Geſandten in Paris bie Anerfennung bes neuen 
Kaiſerreichs ausfprach, bein ſich Belgien am 7. Dee. 
anichloß. Lfterreih u. Auen erffürten faft 

leichlautent, Daß fie fich in bie inneren Angelegen- 
Beier 5-8 nicht miſchen würden, Napoleon IIL 
anertennten, ohne jedoch im Voraus bie Folgen 
annebmen zu können, welche man in Zufunft viel⸗ 
leicht Daraus ziehen könne. Der Kaifer von Ruß⸗ 


| fand begnilgte fih, ganz kurz bie Anerkennun 


Napoleons 


II. auszuſprechen, indem er jedo 
denſelben in feinem Schreiben an ibn nicht Mon- 


nes Abfterbens ohne männliche Erben | sieurinon fröre, wie es unter Dirnarchen von Ge⸗ 


siton. & Aufl. VI. 


—* 


504 


burt ublich ift, fonbern nur Sire anrebete: Diele 
abſichtliche Formverletzung legte ben erfien Grund 

un Der Spannung. yoilden den Gabineten von 
-Baris u. Betersburg, welche für die Folgezeit ber 
beutungecell wurbe. Deutlicher zeigte ſich die Ab⸗ 
neigung der Cabinete gegen das neue Kaiſerreich, 


als Napoleon III 8 den alten Dynaſtien dadurch 


zu näbern ſuchte, er ſich um bie Hand ber Er⸗ 
‚bin des berühmten Namens eines alten Fürſtenhau⸗ 
ſes bervarb. Da alle;derartige Berfuche ſcheiterten, 
‚jo vermäblte er fih, um feiner Dynaftie Beſtand zu 
geben, am 30. Januar 1853 mit Eugenie von Guy 
man Bräftg v. Tebe. Die kalte Zuriidhaltung ber 
continentalen Mächte trieb den Kailer, fich jo eng 
wie möglich au England anzufchließen, melche 
Macht grade damals Borbereitungen traf, um bem 
Vorbringen Rußlands an. ber Morbgreuze von 
Ehina einen Damm entgegen zu jehen. benio 
Re wer für Napoleou ber Umſtand, bafı bie 
zage wegen ber Heiligen Stätten in Paläftına 
noch eine offene war. Nach einer Ülbereinfumit dom 
14. Febr. 1852 zwiſchen ber Züirkei u. %. waren 
den Lateinifchen Ehriften Borrechte eingerkumt 
worben gegen bie ausbrildlichen Privilegien ber 
Griechiſchen Chrifien, welche Rußland durch Ber- 
träge mit der Türkei zu jchülgen verſprochen hatte. 
Die Bforte ſah ſich baber gemöthigt, bald Darauf 
der Griechiſchen Kirche einen Herman zu ertheilen, 
worin dieſer wieber Borrechte einaeräumt wurden, 
namentlich ber Beſitz der Schluſſel zum heiligen 
Srabe, während ber jranzöfiiche Sejanbte zu Eon 
Rantinopel auf Aufrechtbaltung ber ihm. gemachten 
ugeftänbnife beftand, Dieje Yage ber Dinge trieb 
ngland u. F. zur Beobachtung einer gemeinfamen 
gegen Rußland gerichteten —96 im Orient. 
er Krieg mit ben Kabylen batte auch im Jahr 
1852 jeinen Fortgang u. Dur Die Einnahme ber 
Stabt Laghuat am 4. Dechr. war wieber ein be» 
beutenber Schritt zur gänzlichen Unterjochung der 
Eingebornen gethan. Im Innern wurden fort 
während Maßregeln zum Ausbau bed bonaparti- 
ftifhen Syſtems ergriffen. Dod trug bie Regie 
zung zugleich Sorge für Orbnung ber Finanzen u. 
verfügte die Converfion ber filnfprocentigen Staats- 
Papiere in Alprocentige. Mehrere Maßregeln be 
zmwedten bie Hebung bes Bobencrebits, nament- 
lich die Errichtung einer vom Staate verwalteten 
HSypothetenbant (Credit foncier) durch Decret 
vom 28. Febr. Zur Hebung bed Gtaatscrebits 
bot Louis Nopoleon allen Einfluß bei ver: Börje 
auf. Da aber die Rente ſich nicht in ber gewünſchten 
Weiſe bob, fo hofften bie finanziellen Rathgeber bee 
Kaiſers den Capitaliften u. Börfenmännern durch 
ein großartiges Geld⸗, Erebit- u. Hanbelsinftitut 
beizulommen, welches Anfangs als Reportbant, 
fpäter Credit mobilier (. d.) genannt, das öffent- 
liche Intereſſe von ben politiſchen Zuſtänden auf 
bie Börfenfpeculation ablentte. 

Inzwiſchen dauerten bie diplomatiſchen Streitig« 
feiten mit Rußland fort u. Ende Febr. 1853 waren 
die Reibungen im Orient bereits fo weit gebiehen, 
daß der ruſſiſche Kaiſer einen außerordentlichen Bot⸗ 

chafter, Fürſten Mentſchikow, nad Conſtantinopel 
Janbte, welcher bie Pforte ber engliſch⸗franzöſiſchen 
ai” big machen, eventuell mit Krieg dro- 
4. März len — — 

ranzöfiichen Regierung Befehl, 

im bie —e ewãſſer zu 


Nantab (ach Kit (a. RL Tee 


begehen, u. am 21. Mei suchen bie! 
Berbindungen zwiſchen Siußland u: 
brachen. Nunmehr trat bad Bünda 
F. n. England offen berwor, inbe 
die — 


om 2. Zul ben: Aberſchritte 
——— eriärte, Daß fi 
n. Walachei als ein Pfand a 
am 24: Juli Bevollmãchtigte ; 


Englaude n: «8 au Conferenzen it 
men, um u Deilegumg Des ( 
rathen. Aber bie Tärfei felbft führte ı 
Wendung herbei. F. u. England ert 
mehr an bie en Berträ 


unterf aaa 
engliich - franzöffchen Kriegeichifie. | 
banellen in den Boßporus ein. Ei 
Leben es jeboch beide Grofmächte Di 
i 
sorihläge, non 
7. DOctbr. von ber Sfifchen E 
fen: mit dem Bemerten, 9 
nur Eine Triebfeder gehabt tte, I 
Intereſſe Europas. Ein Decret ve 
befahl die Zahl der Schügenbataillon 
de Vincennes, f. 2) von 10 auf 
u. jedem Bataillon die Stärle von | 
eben, Eine Irienfihe Greberung mei 
eſetzung Reu-Kaleboniens-amı 24. 
Im Innern erregte während ber erir 
widelung bie Theuerung ber Lebens 
forgniß der Regierung u. um biefe 
in den großen Stäbten ben Arbeitern ı 
weniger fühlbar zu machen, bürbete | 
Weiſe den befigenden Klaflen ber & 


zum Theil auch dem Staate bie 
u. billiges Brod auf. Zunãchſt wı 


eine Einrichtung unter bem Ra 
tafſe (Caisse de la boulangerie) 


vom 27. Dec. 1853 ins Leben ger 
die Bäder in den Stand geſetzt wert 
Brod in ber Zeit der Theuerung zu 
Preiſe zu verlaufen, bie baburd ent 
luſte aber fo zu deden, daß fie in w« 
das Brod theurer verlaufen, ale ei 
treibepreiien eigentlich fein würbe. £ 
Natur ber — —— ve 
növer erforberte bebeutenbe Capital 
Stadt durch Anleihen aufzubringen g 
Sroßartige Bauunternehmungen v 
von Städten ausgehend, bienten ba 
mittelten Vollsklaſſen lohnende Bi 
eben. Außerdem machten 31 Stän 
wede verichievene Anleihen im G 
von 37,800,000 Franken, während 
durch Begünfligung von Actien⸗GSe 
Induſtrie iu Hülfe zu kommen mes 
die folge lehrte, bie dadurch prove 
tionsſucht Die Grebitverhältnifie in 
Verwirrung brachte u, bie Thei 
Stantsbeamten am Börfenfpiel t 
Grundlagen bes Handels u. Berke 
licher Weiſe antaftete. 
Wahrenddem entfernte fich bie scie 


Veaitceich (Geſch) KIT. (A. 1838-1088 


r von einer frieblichen Loſung, m. ber 
Geſandte su Baris, von Kiffelew, 
4. Febrnar bie Biplomatifhen Be- 
nab. Am 7. März Ipradhen beide Kam⸗ 
iſehung ber drohenden Kriegegefahr bie 
ng zu einer Anleibe von 250 Mill. 
3, n. fo ſehr hatte fich bereite tas An⸗ 
japoleonifchen Regierung befefligt, daß 
ehigriff that, indem fle fich zut Aufbrin⸗ 
nleihe an die Nation wandte. Die df- 
ubjcription erreichte fa ten doppelten 
geforterten Summe. Am 12. März 
undesvertrag zwiſchen England, F. u. 
zu. Stante, wonach fi die beiden 
verpflichteten, die „Integrität des Län- 
ver Pforte u. ihrer Hoheitérechte gegen⸗ 
amaßungen Rußlands mit den Waffen 
igen.“ Die förmlihe Kriegsertid- 
tußland erfolgte tarauf am 27. März. 
inzelbeiten bes nun von Englaub, F. n. 
zemeinſam geführten Krieges ſ. Ruſſiſch⸗ 
rieg von 1853—56. Die Fortführung 
rim fiegreich begonnenen Krieges erfor- 
neue Beltmittel, u. eine neue National- 
500 Dill. France fam im Jan. 1854 
rerigkeit zu Staude. Das Verhältniß 
terreich u. F. hatte in Kolge der gemein- 
m gegen Rußland eine jehr günftige Ge⸗ 
mmen u. wurbe noch inniger Durch ben 
:. erfelgten Abichluß einer Übereinkunft, 
öfterreihiiche Regierung gegen Zahlung 
Rillionen Francs Gold u. Silber einer 
öfterreihiichen Geſellſchaft 300 Wege⸗ 
enbahnen u. mehrere Staategülder über⸗ 
Krieg hatte nur auf Algier nachtheilig 
Die Übrigen Kolonien aber unberührt 
Rebrere Kabylenſtämme empörten fich, 
T, daß ein großer Theil ber Algier be- 
ruppeu in ten Orient gejandt wurben. 
endete mit einem entſcheidenden Siege 
iſchen Commandanten Marmier in ber 
arin am 29. Nov., in Folge deſſen ſich 
Zugaurt ergab u. alle Gemeinden bes 
i. — ſich unterwarfen. Die Re⸗ 
g an, die reine Soldatenherrſchaft zu be⸗ 
zur Bildung von Gemeinden mit ſelb⸗ 
erwaltung aufzufordern. 
ältniſſe im Innern hatten ſich unterdeſ⸗ 
ce 1854 nicht beſſer geſtaltet. Die Ernte 
ittelmäßige geblieben u. bei bem in Pa⸗ 
en Berjuche mit der Bäckereikaſſe (f. 06.) 
t8 23 Diillionen zugelegt worden. Staat 
en mußten weue Opfer bringen, um bie 
ı unterfiügen u. ben Arbeitsfähigen Ar- 
u. So wurden allein vom Staat 7 Mill. 
r ten gewöhnlichen Bedarf als Almofen 
u. als Arbeitslohn ungeheure Summen 
aris ausgegeben, wo ber Kaifer u. Die 
ne durch Vollendung des Louvre, den 
neuer Stabttheile u. Straßen tie Hand⸗ 
äftigte. Außerdem nahmen 64 Städte 
en France als Darlehn auf, um auf 
ife ihre Arbeiter durch Arbeit zu untere 
ı Unterrichtsmelen traten neue Verän⸗ 
in. An die Stelle der bisherigen 86 
in den Departements famen 16, bie im 
n unter die leitung ber Präfecten geftellt 
a6 gewöhnliche Nusgabebutget für 1855, 


oßne bie Kriegsfoften, war auf 1,562,030,309 A 
gefliegen, ber Boranihlag der Einnahmen si 
1,566,012,213 $rance angenommen worden; baw 
unter befanben fich aber 87 Millionen, die man bet 
Schuldentilgung entsog, welche 1855 eingeſtellt 
werten follte, u. 10 Millionen aus dem Berlanf 
ber Güter der Familie Orleans, gar nicht gerechnet, 
daß mehrere Einnahmen, die durch den Krieg litten, 
wie im Frieden berechnet waren. Trotzdem war 
Gelb in Überfluß ba, als die neue Anleihe ausge 
ſchrieben wurde. Das Heer betrug nach der Angabe 
des Kaiſers zu Eude des Jahres 1854 581,000 
Mann u. 113,000 Pferde, die Zabl der Matroſen 
auf den Schiffen bes Etaates 62,000. In der än- 
Beren Politik hatte F. weitere Erfolge, indem es am 
26. Jau. Sardinien fiir den Krieg gegen Rußland 
gewann, dagegen wurde feine Stellung zu Breußen 
u. dem Deatiihen Dunbeötage eine fchroffere, da 
beide fich auf eine bewaffnete Neutralität beſchränk⸗ 
ten. Das Minifterium hatte feit dem Beginn des 
Krieges mehrere Veränderungen erlitten u. beftand 
jegt aus Walewseki, Außeres; Vaillant, Krieg; 
Hamelin, Marine, Magnan, Finanzen; Billault, 
Inneres; Abatucci, Juſtiz; Kortoul, öffentlicher 
Unterricht; Fonld, Staatsminifter; Rouber, Ader- 
ban u. öffentlidde Unternehmungen. Eine Reife des 
Kaiſers u. der Kaiferin der Sranzofen nach London 
am 15. April u. die Aufnahme des Kaifers in den 
Hofenbantorden war ein Schaufpiel, twelches bie 
Würbe und das Anfeben bes Herricher® in einem 
glänzenden Fichte erjcheinen ließ. Je mehr ſich in⸗ 
ben bie Herrſchaft Napoleons befefligte u. $ in der 
europäiſchen Politik cine bedeutungẽevolle Rolle zu- 
wies, deſto mehr wurde ber Kaiſer ber Gegenftanb 
des Hafies der revolutionären Propaganda und bie 
erfte Außerung bes altdemofratifchen Fanatiemus 
war der auf den Kaifer von dem Italiener Pianori 
am 28. April unternommene Mordanfall, welcher 
jedoch feinen Zwed verfehlte. Am 15. Mai wurbe 
vom Kaifer jelbft bie allgemeine Kunft- und In- 
duftrieausftellung in Paris eröffnet, aber bie äffent« 
lichen Verhältniſſe zeigten wenig Erfreuliches, eine 
neue Anleihe von 750 Millionen Brance; eine 
Steueroermehrung dur Erhöhung ber Steuer 
auf Einfuhr u. Verkauf von Spirituofen u. Er⸗ 
bebung einer Abgabe von den Eiſenbahnen, welche 
15 des erzielten Reinertrages vom Perfonen - m. 
Öiltertransport betragen follte; u. eine neue Aubhe⸗ 
bung von 140,000 Mann waren bie durch bie Um⸗ 
fände gebotenen nächſten Maßregeln der Regie⸗ 
rung. ie Anleihe wurde wieder auf dem Wege 
ber Unterzeichnung bewirkt u. war in kurzer Zät 
gefihert. Den ungünftigen Eindrud diefer Maß⸗ 
regeln werfcheuchte einigermaßen ber Beſuch, den 
die Fönigliche Familie von Englaud in Parts bem 
Kaiſer u. ber Kaiferin der Franzoſen machte (19.— 
27. Aug.) 3. die Meldung von der, am 8. Sept. er- 
folgten Groberung des filblichen Theiles von Ge 
baflopel. Indeſſen ftellte fi) im Innern die Ernäh⸗ 
rungefrage täglich lauter u. ungeftüner in den 
Vordergrund u. bie Zahl ber Ortichaften, wo Brod⸗ 
unruben ausbrachen, wurde immer größer. Un⸗ 
ter diefen Umſtänden fchien e8 ber Regierung ge- 
rathener, Truppen in F. zufammenzubalten, anflatt 
an eine vollftändige Eroberung der Krim zu denken, 
u. zwar um fo mehr, als auf dem pariſer Geld⸗ 
markt fich bereits im October bie Kolgen ber von 
der Regierung geförderten Überfpecutation fig gel⸗ 
8 


dend machten m. eine finanzielle Krife eintrat, bie 
duch den Ausfall der Ernte u. die Kriegsanleiben 
beſchleunigt werden war. Am 29. Det. reihe Ge⸗ 
neral Canrobert nah Stockholm, wohin er dem 
Könige von Schweden das Großkreuz ber Ehren⸗ 
legion überbrachte, zugleich aber auch wegen eines 
wiſchen Schweden u. den Weſtmächten abzuſchlie⸗ 
en Bündniſſes unterhandeln ſollte. Am 24. 
Mon. traf der König von Sardinien in Paris zum 
Beſuche ein, u. auch Die deutſchen Mittelſtaaten be- 
‚eiferten fich in Freundſchaftsbezeugungen gegen den 
Railer, dem es gelang, immer mehr Fäden ber 
europãiſchen Politik im feiner Hand zu vereinigen. 

e Unterbandlungen mit Schweden blieben indeß 
binter den Erwartungen zurüd u. bie mit Däne- 
mar hatten gar keinen Erfolg. Nach einem laifer- 
lichen Decrete vom 28. Dee. erfolgte eine bebeutende 
Bermehrung ber Taiferlihen Garde auf ungefähr 
40,000 Mann, u. bie Rüdtehr mehrerer Regimenter 
aus ber Krim gab dem Kaiſer Anlaß, den Ruhm 
u. Glanz feiner Regierung in einer großen Feſtlich⸗ 
keit der auptflabt vor Augen zu führen. 

Indeß gab fich in den Finanzen ein fortwähren- 
ber Rüdgang zu erfennen. Mad einem Berichte des 
Sinanzminifters vom 16. Ian, 1856 war bas Aus⸗ 

abehudbget von 1855 um 120 Millionen France 

berfchritten worden, wovon 52 Millionen für öffent- 
liche Bauten u. bie Koften ber Ausftelung berechnet 
waren. Wan hoffte einen Theil diefer Mehraus⸗ 
gabe durch UÜberſchüſſe der Einnahmen zu deden; 
namentlich hatten die Auflagen 950,879,000 France 
(103 Millionen mehr als 1854) eingetragen; aud) 
wurbe weröffentlicht, daß von ten beiben letzten An⸗ 
leihen noch 525 Millionen France verfügbar feien. 
Allein ſchon am 7. Jan. hatte fich die Verlegenheit 
ber Regierung dadurch fundgegeben, daß nad einer 
Berfügung des Finanzminiſters bie Zinſen ber 
Schagicheine um 4 Procent erhöht wurden, fo daß 
ber Staat dafür 54 Procent Zinfen zahlte. Dabei 
waren die Staatspapiere jo gefallen, baf bie drei⸗ 
procentigen zu 63 Srancs angeboten wurten, ohne 
Käufer zu finden. Der Schred unter den Wechſel⸗ 
agenten u. Banliers war allgemein, u. der Ausweis 
der franzöfiichen Bank vom 11. Jan. nichts weniger 
ale geeignet, ein größeres Vertrauen hervorzurufeg. 
‚Der Preis ber Lebensmittel blieb auf einer ernfte 
Beſorgniſſe erregenden Höhe, jo daß bie zur Unter» 
Rüßung der Armeren errichtete Bäderkaſſe zu Paris, 

im ihrer Befimmung au genligen, monatlid 4Mill. 
France in 5%. u. 6 procentigen Schulpfcheinen auf- 
nahm. Eine gedrüdte Stimmung machte fich jelbft 
bemerkbar, als am 9. Ian. eine zweite Abtheilung 
der aus der Krim zurüdkehrenben Truppen in Baris 
einzog, bie ohne geräulgnolk Kundgebung aufge 
nommen wırrde. Man ſchien allgeme ven Frieden 
als ein bringendes Bedürfniß zu betrachten, u. bie 
Regierung fing an, bie entſchiedene kriegexifche 
Sprache aufzugeben u. in ihren Maßregeln u. Auße- 
rungen die Möglichkeit des Friedens durchbliden 
zu loffen. Als am 11. San. der längft angekündigte 
große Kriegsrath, beftehenb aus mehreren Prinzen, 
©enerälen u. Abgeorbnieten ber fremben kriegfüh⸗ 
renden Mächte, unter bem Vorſitze des Kaijers in 
den Tuilerien zuſammentrat, einigte ſich berfelbe 
zu milderen Friedensbedingungen, u. am 25. Febr. 
kamen zu Parie mutter Vorſitz des franzöfijchen Dii- 
nifterd des Außern bie Bevollmächtigten von %. 
(Graf Waleswli u. von Bourqueney), Englaub 


Brankreich (Geſch.): XIII. (A. 1820 13:48) 


Eord Clarendon u. Lorb Cowley), IR 
Buol u. von Häbuer), Rußlaud (Gi 
v. Brunnow), Sardinien (Graf Cavow 
Billamarina) u. der Turkei (Großveü 
u, Mehmed Diemil Bey tärkifcher Gef, 
ris) zu einer Kriebensconferen 
ſchloſſen in der erfien Sitzung, nacht 
denspunfte des Wiener Protofolls vor 
riebenspräliminarien erhoben worder 
affenftilfiaub bie mit 31. März, o 
Blockade zur See aufzuheben. Am 3.9 
ber Kailer bie Sigungen des Senats 
orbneten mit einer ‚ worin er 
bie Segnungen feiner Regierung für 
den Ruhm jeiner Herricheft darzuth 
für 1857 vorgelegten Budget waren b 
mit 1709 Millionen, die ordentlichen | 
1641 Millionen, die außerorbentlid 
für Banten it 52} Millionen Yrancı 
jo Daß ein Überſchuß von 154 Mil 
follte. Die Ziffern der auszuhebende 
wurden auch für 1857 zu 140,000 fei 
rend früher in Friedenszeiten jährlic 
Mann genommen werben waren, bau 
ſehr teilig Errichtung ber Hm 
(148 Wann) verfügt. Zu dem Kri 
leons fam am 16. März noch ein gi 
lienereigniß, bie Geburt eines Br 
mit [hwanben zum Theil bie Beforge 
an ben etwaigen Tod bes Kaiſers fir 
am müpften. —&* ließ di 
nicht unbenutzt, um durch großartige 
den Pariſern willlommene Unterhafes 
ren u. durch Qunfl- u. Gnadebezengr 
ergebenen Perfonen ſich noch enger 
zugleich aber eine Berföhnung mit ber 
gegenüberftehenden Parteien anzubah 
verfünben, daß er Pathe u. die Ku 
aller am 16. März in F. gebornen eh 
fein werbe, u. bot wiederholt Allen | 
nad F. an, weiche erklärten, daß fie | 
Regierung unterwürjen u. fich auf ( 
teten, deren Geſetze zu achten. Dat 
merkt, daß der Kaifer die Zahl ter i 
Deportirten u. VBerbannten von 11,201 
Begnadigung auf 1035 herabgefett hi 
Unterdefien war das Friedenswerl 
geichritten, bag am 12. März Bra 
Konferenz aus Gründen bes europäiie 
und als Dlitunterzeichner bes Vertra 
eingeladen wurde, Bevollmächtigte 
nahme an ihren Sigungen zu erne 
ber preußiſche Miniſter des Außere 
teuffel, u. der preußiſche Geſand 
Graf Hatfelb, dieſem Rufe Folge le 
30. März wurde der britte Par 
ben abgeichloffen, welcher Amar 5.1 
zuwachs u. auch keine Kriegsentichät 
Dafür aber die Stellung $-8 im eure 
cert zu einer feit der 1. Reftaurarier 
jenen Höhe erhob, u. der neuen napol 
naſtie eine feftere Grundlage verlieh 
Abends allgemeiner u. glaͤmender 
am Geburtstage bes Kronprinzen. 
jelgte ein Waffenſtillſtand zur See, na 
am 4. April von Seiten Rußlande hi 
Getreideausfuhr aufgebeben worken 


15. April ſchloß 5, Oſterreich m. G 


Frankreich (Geſch) XIIL (A. 1856) - 592. 


en Bertrag, wonach die Unabhängig. 
Ibarfeit Der Türlei gemährleiftet u. 
ıng des Pariſer Friedens von 30. 
für einen Kriegsjall erklärt wurde. 
tten ſich die Beziehungen des Peters- 
et8 zu ten Tuilerien ſchon während 
unterhantlungen immer freuntlicher 
es war nicht der geringfte Triumph, 

aus dem Kriege erntete, daß Ruß- 

ben dynaſtiſchen Interefien des Kai- 
am menigften geneigt war, nun alle 
‚um fi der Kreuubichaft des frau⸗ 
ſchers zu verfihern. Dabei war das 
en mit England u. Oſterreich unge- 
Pannung mit Preußen ſchien geheben. 
iſſe zur päpftlichen Regierung wurden 
flegt, tie Errichtung mehrerer neuer 
in F. geftattet u. Die Genehmigung 
Bemeinten in neue Kirchſpiele einzu- 
ꝛi fi) berausftellte, Daß bie neuen bie 
:gie annahmen, während Die alten bie 
hen Kirche beibehielten. Im Algier 
n Santel u. Landwirthſchaft ſichtlich 
ie Kabylen regten fih von Neuem 
baß zu einem abermaligen Kriegszug 
ıgerüftet werden mußte. Jm Inneren 
tegierung der Crönung der Gelbver- 
ıvere Sorgfalt; Der Baarvorrath ber 
it 3 Monaten zu ben cireuliregden 
: hart am Mante des äußerſien Ber- 
1 zu 3 geſtanden, hatte zu Anfauge 
das Derhältniß, bon 10 zu 24 erreicht, 
ſierung durch Niederlegung von 100 
ancs bei ter Bank aus den Einzah⸗ 
zten Anlehns beitrug. Die Sprocen- 
Papiere waren nah Unterzeichnung 
wieder auf 73} Francs geſtiegen, ob- 
anzminifter am 7. April ermächtigt 
hatbons bis auf die Höhe von 350 
ancs zu bringen. Mit ber Hebung 
ebits griff aber zugleih bie Specu- 
sieter um fich, das Vörfenfpiel forterte 
)pfer, u. um einer noch größeren Zer⸗ 
zirthſchaftlichen Verhältniſſe, nament⸗ 
1 Capitaliſten, vorzubeugen, verſagte 
m 9. März jeder Unternehmung die 
woburd die Ausgabe neuer Werthpa⸗ 
würde. Zugleich erregte das Umſich⸗ 
eheimen Geſellſchaft neue Beſorgniſſe 
ein Geſetz, wonach die Befugniffe ter 
jerichte noch mehr eingeichräuft, da⸗ 
ichtpolizeigerichte ermächtigt wurden, 
jahre Gefängniß zu erfennen. Noch 
ſich die Spuren antibonapartiſtiſcher 
ts aller Anſtrengungen der öffentlichen 
zelizei, öffentlihen Kunbgebungen in 
adlichem Einne vorzubeugen. So wur⸗ 
u Baris die Vorlefungen bes Profeſſor 
zur Negierungspartei übergegangen 
multuariſche Auftritte der Studenten 
Rede bes Herzogs von Broglie bei 
bme in bie Alatemie ber Wiflen- 
‚ April entbielt eine verhüllte Demen- 
ı daß berrichente Syſtem. In einem 
ı des Grafen Chambord an bie 
vurben biefe ermahnt, die Orleans, 
ı nene Bande hrüpiten, zu ſchonen. 
ber Deputirten in ben gejebg 


Körper verloren noch mehr an Bedeutung durch 
die Berortnung, daß bie Vertheilung von Gans 
Didatenlifien bet Wahlen obne vorausgebente Ge⸗ 
nehmigung des Präfecten verboten feien. 

Das Bubgetfür 1857 beroilligte ber Gefepgebungs- 
lörper in folgenten Hauptfummen: 1698,904,664 
Sranten Ausgaben, 1709,874,512 Er. Einnahmen, 
10,969,848 $r. Überfhuß. Die Finanzlage erheiſchte 
die größte Vorficht, denn die nicht gebedten Schul⸗ 
ben aus ben Borjahren betrugen gegen 900 Mill, 
u. boch follte die wegen des Krieges erfolgte Er⸗ 
höhung der Orunbfieuer aufhören. Die Reduction 
ber Ausbebung von 140,000 auf 100,000 Dann 
reichte inbeß allein nicht hin, um bie zu ermög⸗ 
lihen. Da nun gegen Die unmittelbare Befleuerung 
des Capitals bie Erfahrung fpricht, fo dachte man 
an eine mittelbare turch eine Auflage auf Geld» 

eihäfte u. Wertbpapierhandel. Hundert Diiflionen 

ranlen wurde die Regierung ermächtigt, nad u. 
nach Grunbbefigern zur Ausführung von Drai⸗ 
nirungen vorzuſchießen. Die Auswüchſe des Unter- 
nehbmungsgeiftes, der ſich bei Actiengefellichaften 
gezeigt hatte, veranlaßten bie Regierung zur Vor⸗ 
lage eines Geſeges über Actiengeſellſchaften (So- 
cietes en commandite), welches ber®efeggebungs- 
körper im Juni 1856 annahm u. am Schluſſe feiner 
Zibnng noch den Kailer ermächtigte, Männern, bie 
im Staatstienfte hohe Perbienfte fich erworben, #. 
beren Wittwen n. Kindern eine jährlihe Penflon 
von 20,000 Fr. zu geben. Der Senat erließ zur 
Vervollſtändigung der Reicheverfaflung ein Sena⸗ 
tusconfult über die Regentfchaft während der Min⸗ 
berjährigleit Des Torenfolger®, Nach einem Bericht 
tes Kriegeminifters an den Kaiſer waren 309,268 
Manu nach ben Trient geſchafft worben u. 227,135 
Mann zurüdgstehrt, alfo 82,133 Di. verloren ge» 
gangen. Die nationalskonomiſchen Zuftänte wur- 
ten im Laufe bes Jahres 1856 immer weniger ber 
friedigend. Die Ernte war fhlccht, ber Seidenbau 
unergiebig, die ausläudiſchen Waaren mußten baar 
bezahlt werten, u. ba ber Hanbel mit Oftinbien u. 
Shina nur mit Silber geführt wird, fo betrug bie 
Eilberausfubr nah amtlihen Angaben in biefem 
Jahre 500 Mil. Fr. Die Bank jah ne baber ge 
nöthigt, große Ipfer zu bringen, um ſich Silber⸗ 
barren zu verfchaffen (6,250,000 Fr. auf 560 Mil. 
Fr.). Zu ber Durch übermäpiges Börſenſpiel wäh. 
rend des Krieges berbeigeführten Finanzkriſid kam 
alſo nun noch eine Geldtlemme, bie noch zunahm, 
als für 1800 Mill. Fr. fremdes Getreide u. Mehl 
angelauft werten mußten. Die allgemeine Theue- 
rung brüdte bei. die niederen Volksklaſſen. Um den⸗ 
feiben zu helfen, orduete bie Regierung öfjentlige 
Bauten an. Allein in Folge ber durch Die Erlaub⸗ 
niß, Getreide, Wein u. Maſtieh frei einzuführen, 
fih ergebenden Ausfälle bei ten Eingangszöllen 
batte fie ſelbſt laum ausreichende Mittel bazu, fon» 
bern veraulaßte bie ſtädtiſchen Bebörben zu öffent⸗ 
lichen Unternehmungen ; dieje aber mußten, um bie 
nötbigen Mittel herbei zu fchaffen, bie ftäbtif 
Abgaben u. Acciſen erhöhen u. vermehrten auf biefe 
Weiſe bie Thenerung. Im Paris wurden ganze 
Stabitheile niebergerifien, um fie fchöner aufzu⸗ 
bauen; aber bie Hausbeſitzer benußten ben dadurch 
zeitweilig entfiebenten Mangel an Ziopnungen, 
um Ungebeueren Mietbzins zu forbern. In ben 
Departementen Rhöne, Sadne, Loire u. Mllier 
verwüßcten gegen Ende bes Mai Waflerfluthen, wie 


598 
fe bisher noch nicht bagewefen waren, bie reidgen 
yalgelänte der Gegend, namentlih von Lyon, 
Tours, Orleans, Blois ıc. Ganze Dörfer waren 
verſchwunden, eine Dienge Säufer felbſt in Lyon 
Aingefürzt, die Ernte verborben, große Streden 
von Eiſenbahnen zerflört. Der Gefetsgebungstörper 
bewilligte fofort 12 Mil. Sr. zur Unterftügung, u. 
der Kailer war thätig, um für ben Augenblid zu 
fen u. ähnlichem Unglüd für die Zukunft vorzu- 
eugen (wohl vergeblich, da bie von den Waldungen 
enthlößten Abdachungen der Gebirge Die Regen⸗ 
röme jäh in die Binnen der Tböler zufammen- 
Hütten). Unter folhen Umſtänden war ber Zeit- 
punkt übel gewählt, als bie Regierung am 9. uni, 
mahrfcheinlich um den Wünſchen Englands zu ent- 
fpredhen, dem Gefetgebungstörper ein Zollgejet 
vorlegte, welches an die Stelle der hohen Zölle, bie 
einem Verbote frember Waaren gleichtonmen, mä⸗ 
ßige Schutzzoͤlle zu ſetzen Beabfichtigte. Die Aufre- 
gung war in den Fabrikgegenden fehr groß u. drohte 
ernfie Kundgebungen; die Regierung machte daher 
befannt, daß die Berathung Des Gefeges bis zum 
1. Zuli 1361 aufgefchoben werben folle, bis wohin 
die franzöſiſchen Induſtriellen ſich auf eine Herab- 
fegung ber Gingangszölle vorbereiten könnten. 
1.— 10. Juni fand bie große landwirthſchaftliche 
Ausfellung in Paris ſtatt. Den Kaifer u. fein 
Baus bejuchten in diefem Sommer u. Herbft der 
König von Württemberg (2. Mai), der Erzherzog 
erdinand (15. Mai), Prinz Oscar von Schweden 
19. Mai), Brinz Adalbert von Baiern, der Prinzre- 
gent von Baben (21. Juni), ber Erbgroßhergog von 
o8&cana (28. Octbr.) u. Prinz Friedrich Wilhelm 
von Preußen (11. December). Das Eifenbahn- 
ne, welches am 31. December 1855 5537 Kilo» 
meter umfaßte, hatte einen Zuwachs von 674 
Kilometer erbalten u. waren in biejen beiden Jah⸗ 
ren 919 Millionen Krane auf Eiſenbahnbauten 
verwendet worden. Das ganze franzöfiiche Eiſen⸗ 
bahnnetz Loftete bis Ente 1856 überhaupt 3080 Mil. 
Br. zu bauen, movon nur 601 Mill. auf bie Staats- 
affe famen. Die Volkszählung von 1856 zeigte, 
daß Theuerung, Cholera u. Krieg die Bermehrung 
der Bevölkerung gehindert habe; fie berechnete 
36,039,364 Seelen, nur 256,194 mehr ale 1851. 
Die Auswanderung hatte in dieſem Zeitraum kaum 
12,000 Seelen jährlich betragen. 

Die franzöfiihe Diplomatie fonnte fi im Jahre 
1856 außer dem Barijer Frieden noch man» 
ches Erfolges rihmen. Es gelang ihr die Schwie— 
rigleit zu befeitigen, welche die Ausführung des 
Friedensvertrages in Bezug auf die Feſtſtellung 
der ruffticherlisfiihen Grenze in Europa fand; 
Griechenland u. Belgien gab mehr od. weniger 
den Wünſchen ber Banzöfifchen Regierung nad); 
nur Neapel wollte Dem guten Ratbe 5-9 u. Eng- 
lands keine Folge geben u. behauptete, jeltft am 
beften zu wiffen, was ihn nütze, worauf der fran- 

öſiſche u. Der engliſche Geſandte Neapel verließen. 
hin folgenreichere Rolle übernahm die franzöftiche 
Diplomatie in dem Nenenburger Handel, welcher 
gänzlich durch ihre Vermittelung beigelegt wurbe, 
auf eine Weiſe, melde ben Einfluß Fes im der 
Schweiz erireiterte u. befeſtigte u. Preußen voll- 
ſtändig hinausdrängte. Ehenſo hatte ſie die Hände 
in Kopenhagen gegen Deutfchland wegen ber Hol⸗ 
ſteinſchen frage im Spiele, ohgleſch fie fih wohl 
hütete, offen hervorzutreten. Mit europätichen 


Frankreich (Geſch) XIII. (A. 1856 u. 1857) 
| Staaten kamen im Jahre 1856 folgenke 


zu.Stanbe: mit dem Königreih Sachſen 
Des literarifchen u. lünſtleriſchen Eigenthr 
gleichen mit Luremburg u. Hamburg; peit 
England, Portugal, Baden; wegen Be 
von telegrapbiichen Depeſchen mit Belgi 
nien, Sardinien, ber Schweiz; ein Autl 
vertrag mit Belgien u. ein Orenzoertrag 
nien. In Hinterafien ſchloß tie franzſiſche 
Verträge mit Siam u. Codindina. Rad 
bruche ber Feindfeligkeiten zwiſchen E 
China im Herbſte 1856 ſandte fie einen au 
lichen Commiſſär'u. mehrere Kriegeſchif 
neſiſche Meer, um gemeinſchaftlich mit E 


chineſiſche Regierung zur Aufhebung von! 


u. zun Aufgeben eines politifhen € 
zwingen, bei welchem ber europäiiche H 
befteben kann, während bie dhinefijchen 
uns zum Bebürfniß geworben find. T 
Regierung ſchickte einen außerorbentlichen 
Brut Khan, nach Paris, u. aus tem Ui 
eiche kam eine Geſandtſchaft nach Eure 
auch am franzöfifchen Hofe vorftellen lief 
Der am 16. Febr. 1857 eröffnete Geh 
förper nahm das Budget für 1959 m 
Ziffern an: Ginnahmen: 1737,088,15 
Ausgaben: 1717,156,190 Francs, u. g 
fimmung zu einer Beflenerung von 
ren, welche 46 Millionen Francs einbrii 
Die am 23. Juni erfolgenbe Neuwahl 
ſetzgebungskörpers, 267 Mitglieter, i 
5. eine große politiſche Erfchlaffung v 
der Maften. außer in Paris m. eimt 
Orten, no Gegner ber Regierung geräh 
Henou, Sure, Olivier, Darimon, ( 
Carnot u. General Cavaignac, wovon! 
am 30. Octbr. plötlich ftarb, u. Heneu, | 
u. Carnot den Eib auf bie kaiſerliche 
vermeigerten, während Ollivier u. Darir 
Einberufung der neuen Verſammlung (2 
den Verfaſſungseid leifteten. Dies, ſowi 
fahren der Regierung bei dem Begräbn 
rublifanifchen Dichters Beranger (gen: be 
welches 21 Stunden nach feinem Tode 
bes Kaiſers erfolgte, weil man eine be 
Kuntgebung befürchtete, u. Die Haltung 
Menge aus allen Schichten ber Geſellſch 
Begräbnifie Cavaignacs im Vergleich; 
Juftigminiftere Abatucci (geft. 11. Nevb 
bebenklihe Zeichen. Die Entbedung e 
Verſchwörung gegen das Leben bes Kaifeı 
lieferte wenig Ergebniffe; das Haupt 
Tibaldi, wurde nach Cayenne vermieien 
befierten fich die volkswirthichaftlichen 8 
durch gute Ernten, obwohl auch Frankre 
großen Hanbels» u. Geldkriſis tes Is 
nicht verſchont blieb. Die Regierung fi 
ftrenge Maßregeln zur Verhinderung ki 
Des Silber einigermaßen zu belien. A 
fehlte e8 tem Kaiferreihe auch in bie! 
nit. Der Zujammentritt von Bevol 
der Großmächte u. der Schweiz in Gen! 
Paris im März, um das in der Neuen 
gelegenbeit perroffene Übereintemmen t 
ertrag zu janctioniren; ein glüdlicer | 
iger gegen Die Kabylen, deren gänzlice 
u. Unterwerfung auch dießmal, wie Ide 


Male früher, genteldet wurde; der Ydug 


Frankreich (Geſch) XLIL. (A. 1857. B. 1858) 


3 


antinin Toulon (30. Apr. bis 15. Mai); | für den Fall des plötlichen Todes bes Kaifers u. Ber- 


196 von Baiern in Paris während der 
te des Mai; der bes Großherzogs von 
aiferlichen Hoflager zu Plombieres; die 
des prachtvoll vollendeten Lonvre, ein 
Baden, wegen Erbauung einer ſeſten 
bei Kehl, das am 25. Juni eröfinete 
m 25,000 Dann bei Chalone fur Marne, 
ıgen im Auguft ber Kaifer felbft leitete; 
; der fogenannten Helenamebaille (De- 
. Aug.) für alle Militärs , welche unter 
Fahnen an ben franzöfiichen Kriegen 
1815 Theil genommen, ſchienen glän- 
je von 5-6 Macht. Dabei murben Die 
ihen Verhältniſſe mit England eifrig 
n 5. Aug. langte der Kaiſer u. bie Kat- 
efuche in Osborn bei der Königin ven 
, welche bald darauf mit ihrer Hamifie 
urg fuhr, um die Stadt, Las Arfenal 
erbauten Kriegshafen zu befichtigen. 
e Müniche des Kaifers jchienen durch 
nenkunft mit dem Kaifer von Rußland, 
l., ın Stuttgart (ben 25. Eept.) erfüllt 
bie zur Befefligun, des Weltfriedens 
ng ber heiligen Allianz aller Staaten 
‚ voelhe mit Hülfe ber Civiliſation das 
ber Dienfchheit zum Zwecke habe. Cine 
: feheint das einträchtige Zufammen- 
ante, Frankreichs, Rußlands u. der 
miſchen Union in den chineſiſchen Hän- 
zu ſein, welches auf eine Eröffnung 
alle Nationen abzielte. Als Früchte 
atiſchen Thätigkeit find zu nennen: 
Echifffahrtöverträge mit Neugranaba 
I, Vertrag mit Dünemart wegen Ab- 
Suntzols, mit Baiern in Betreff des 
rfehre, mit Baden zum Schub ber 
Lu. Sabritgeichen, vor Allem mit Ruß- 
r wichtiger Handelsvertrag (gezeichnet 
nt 1857). Eine für bie Eolonien ein- 
daßregel ergriff die Regierung durch 
angeblich freier Farbiger, bei. Neger, 
ien, woburd ihnen neue Arbeitefrafte 
tben, ohne dem Verbot des Sflaven- 
ider zu handeln, obwohl Reibungen 
zöfiihen u. engliſchen Schiffen davon 
ren 


BWendepunkt bildet das Attentat auf 
am14. Jan. 1858. Abends halb 9 Uhr, 
ublide, als ter Kaiſer u. bie Kaiſerin 
sater vorfuhren, platten drei gefüllte, 
b geworfene Hoehlgeſcheſſe, verwunde⸗ 
ten eine Menge Menſchen, auch von 
thuenten Truppen, jedoch ohne das 
ar zu verlegen Die Verbrecher waren 
er, Graf Orfini u. Joſeph Pieri ald 
(he am 13. März bingerihtet, Rudio 
6 Scehülfen, melde nach Cayenne ge⸗ 
en. Bei ter Eröffnung bes Gejep- 
r6 (18. San.) kündigte der Kaifer ver» 
ngegefege an. Die Gefahr ber Gejell- 
acht in ten Übertriebenen Vorrechtlen 
ewalt, ſondern in tem Mangel an 
en. Sofort trateine verboppelte Much 
breite egenliber, ftrengere Paßpolizei, 
einflufung res Affenzlihen Unterrichts, 
j gegen England, ‘von wo die Stalic- 
a waren, ein, u. wurden Maßregeln 


feßung ganz Fes in Kriegszuftand getroffen. Der 
Geſeygebungskörper gab, obwohl nice ganz ohne Wi⸗ 
derftreben, feine Zuftimmung au jogenannten Sicher» 
beit@gefegen, weburd bie Regierung ermächtigt 
wirb, Jeden, der zu einem gegen das Staats ober⸗ 
haupt feindlichen Amede mit In⸗ od. Ausländern 
Einverftäntnifle u. dgl. unterhält, od. zu Haufe 
ob. öffentlich Der Aufreizung zu Haß u. Verachtung 

egen bie Regierung fi Ihulbig mad, auf dem 

lege ber Verwaltung ohne Urtbeil u. Recht 
in Gefängnißhaft zu balten od. nad Befinden 
nah Cayenne od. Algier zu verbannen. Nun 
erfolgten plötzliche Verhaftungen von Hunber- 
ten ın allen Departementen, welche Schreden 
in ganz F. verbreiteten. Am meiften waren ber 
Verfolgung ausgeſetzt Die aus ven Jahren 1848 u. 
1849 n. von den legten Wahlen Betannten; in 
Folge falfcher Anzeigen, litten auch viele Unſchul⸗ 
bige. Ganz F. wurde in fünf Kriegsbezirke, jeder 
mit einem Marfhall an ter Spite, getbeilt, worin 
jeter Aufftand fejort von Paris unabbängig unter« 
drückt merben könne. Das Minifterium dee Innern 
u. der Polizei wurde in ber Sand bes Generals 
Eipinafie vereinigt, um auch militäriſche Zucht in 
bie Verwaltung zu bringen. Außerbem ernannte 
der Raifer für ben Fall feines Todes bie Kaiferin 
ur NRegentin. Das Heer, mach Krieg verlangen, 
"ide Arefien an ben Kaifer mit verletzenden Aus- 
fällen gegen England; ter franzöſiſche Geſandte in 
London brängte'die engliiche Regierung, ein bie Aſyl⸗ 
freiheit ber Fremden beſchränlendes Geſetz zu geben ; 
allein als die öffentliche Meinung in England fich zu 
ſtürmiſch gegen ten Minifler, welcher nachgeben 
wollte, erhob, trat biefer ab u. fab auch ber franzoͤſiſche 
Raifer ein, daß er feine Forderung fallen laffen 
müffe. Graf Perfigny wurde von tem Gefanbten- 
poſten in London abberufen, u. an feine Stelle trat 
ein entſchiedener Anhänger bes engliichen Bünd⸗ 
niffes, der Marſchall Beliffier. Um ber leidenden 
Staatakaſſe aufzubelfen, ordnete ber neue Mini- 
fier des Innern ten Verlauf ſämmtlicher lie⸗ 
genden Gilter der milden Anftalten an, ungefähr 
136,000 Morgen, im Werth von 496 Millionen 
Fr., wofür eine fefte Rente aus der Staatskaffe ge- 
währt werben ſollte. Die Entrüftung darüber war 
allgemein u. der MWiberftand fo entſchieden, daß ber 
Minifter erflärte, bie Ausführung folle verfchoben 
werben. Allein Damit berubigte man flch nicht, def. 
da auch Brinz Hieronymus Napoleon im kaiſer⸗ 
lihen Haufe Borftellungen gegen das neue Syſtem 
machte. So wurde denn der Minifter Eipinaffe be» 
reits am 14. Juni abgeſetzt, das Winifterium des 
Innern einem gebilbeten Hechtsgelebrten u. Richter, 
Delangle, anvertraut, das Polizeiminiſterium wie⸗ 
ber davon getrennt u. ber liberale kaiferlicye Prinz 
Napoleon zum Minifler der Kolonien u. Algiers 
erna:nt, während Algier bisher unter bein Kriegs» 
minifter u. bie Eolonien unter den Flottenminiſter 
geſtanden hatten. Delangle erflärte, daß bie Re⸗ 
gierung nicht an bie Austührung bes Verkaufe ber 
liegenten Güter der Stiftungen denle, vermittelte 
tie Zurücberufung mehrerer bereits nad Algter 
Deportirter u. fuchte bie öffentliche Meinung zu be» 
fänftigen, welche fi auch beunrubigte, mel ber 
Stier Majorate herſtellen wollte u. ein ſtrenges 
Geſetz gegen ten Gebrauch falicher abeliger Titel 
gegeben wurde. Eine ganz beſondere Thätigkeit 


entwidelte ber Kaiſer in ber Ausftattung bes Heeres 
u. in ber Bermehrung der Seemacht in einem Ver⸗ 
hältniſſe, welches chne die großartigen Vorarbeiten 
u. Borräthe aus der Regierungszeit Tubwig Philipps 
ganz unmöglich geweſen wäre. Am 7. Aug. wurbe 
der große neue Kriegsbafen von Cherbourg 
vom Kaiſer feierlich eingeweiht, befien Ban im 
Jahre 1837 begonnen hatte. Die Königin von Eng- 
land mit ihrer Familie nahm an biejer Feierlichleit 
perſönlich Theil. Außerdem follten zur Vervolllomm⸗ 
nung Cherbourgs, zum Bau von Yinienjchrauben- 
fchiiten, einer Hlotte von 150 Kriegebanıpfern u. 
menigfteng 72 Traneportichraubenfregatten jährlich 
73 Mill. Sr. verwendet werden. Das Kriegslager 
zu Chalons fur Marne wurde auch in dieſem Sabre 
unter Canroberts Leitung abgehalten. Der Hof 
hatte fich des Beſuches bes Bringen Georg aus den 
fähfiihen Königshaus, der Königin ber Nieber- 
Iande u. ihres Bruders, bes Kronprinzen von 
Württemberg, zu erfreuen; auch erfchien im März 
eine Gejanbtichaft des Königs von Siam. Der 
plötlihe Tod der Herzogin von Orleans gab von 
Neuem ten Anhängern der conftitutionelen Mon— 
archie Selegenheit, ihre Stärke durch Kundgebungen 
zu zeigen, die fich nicht verbieten laſſen. Im ven 
Conierenzen der Bevollmächtigten ber Vertrags⸗ 
mächte des letzten Parijer Friedens wurden bie 
Verhältniſſe der DonaufürftenthHämer geregelt u. 
Die zur Negulirung der Donaufchifffahrt getroffenen 
Maßregeln muitgetheilt (vom 22, Mai bis 17. Aug.). 
Die neuen Poftverträge mit Preußen, Baiern u. 
Belgien beweilen, daß endlich auch in F. die Grund⸗ 
ſätze der englijchen Poſtreformen durchdringen. Das 
wichtigfte veigni bes Sommers war aber un- 
- zweifelhaft die Nachricht des im Juni mit der chi⸗ 
nefiichen Regierung abgeichlofjenen Friedens, wel- 
cher durch die vereinigten Bemühungen der See⸗ 
großmächte errungen wurbe. China ift dem Ehriften- 
thume u. beinahe vollftänbig auch dem Handel u. 
der Iubuftrie geöffnet. Diplomatiſche Agenten wer- 
ben zeitweilig in Peling refibiren können, Miſſionäre 
werben allenthalben zugelafien. Ein chinefiicher 
Botſchafter wird nach Paris kommen. 


Yiteratur: A) Quellen, außer denen unt. 


Franken angeführten: Francorum historiae ab 
a.C. 900 ad 1285 scriptores AI, Frkf. 1590, 
Sol; U. du Chesſsne, Francorum historiae 
scriptores Ccoaetanei ab origine gentis ad 
nostra usque tempora, Par. 1636, 5 Bbe., Fol.; 
Br bu &hesne, Scriptores gallici a Carolo 

Iartello ad Philippum Augustum, Bar. 1641, 
2 Bde., St; N. du Stesne, Les antiquitez de 
toute la France, Bar. 1647; Recueil d’ordon- 
. nancesetc.(1051— 1411), ebd. 1723—55, 9 Bde; 
M. Bouquet un. And., Rerum Gallic. et Franci- 
carum scriptores (Beeueil des bistoriens des 
Gaules et de la France), ebd. 1738 — 1832, 
19 Bde. Fol.; Guizot, Colleciion des m&moires 
relatifs a l’hist.dela France (bis zum 13. Jahrh.), 
ebd. 1823 ff, 31 Bde.; 3. A. Buchon, Collection 
des chroniques frangnises écrites en langue 
vulgaire du XIII. au XVI. siecle, ebd. 1824 ff., 
41 Bde. ; Betitot, Oollection complete des mem. 
relatifs à l’histoire de France (von Philipp Au- 
guſt bis Anfang bes 17. Jahrh.), ebd. 1819 — 27, 
53 Bde.; De Thou, Llintoria sui temporis (1445 
bie 1607), ebd. 1520, deutſch Frif. 1621, 2 Bde. 
Dupleſſis⸗Mornay, Mem. et correspondances 


Frankreich (Geſch) XII. (B. 1858) " 


| pour servir A l’hist. de la r&format 


guerres civiles et religieuses en 
1571 & 1623, 0. O. 1624—25, 2 Bix 
bie Fortſetzung Leyd. 1651 — 52, 2 Bi 
ber Altere, X. Petitot u. Montmergut, 
des mem. relatifs A l’hist. de Franc 
ih IV. bis 1763), Par. 1785 — 1501 
Michaud u. Boujoulat, Collect. des 
servir&l’hist. de France, ebb. 1833— 
DB) Allgemeine Geſchichte vonF 
Eieur du Haillan, Histoire gen. ı 
France depuis Pharamond jusı 
les VII., Bar. 1576, 2 Bbe., Fol.; 5.7 
gen. de France, ebd. 1621— 24, 2 3b 
ist. Franc. a diluvio usque ad L: 
ebd. 1639, Fol.; Fr. E. Mezeray, His 
depuis Pharamond jusqu’ä main 
1643 — 51, 3 Bbe., Fol.; Derfel 
chron. de l’hist. de France, Amfi 
6 Bde.; ©. Daniel, Hist. de France 
17 Bde. (deutſch Nürnb. 1756 — 176; 
J R. Schlegel, Geſchichte von F. (bis 1 
1762—67, 5 Thle.; Belly, Billareı 
Hist. de France (bi8 1564), “Bar. 
15 Bde.; J. M. Schrödh, Geſchichte 
1771 — 72, 2 Bbe.; J. ©. Meuſel, 
F., Halle 1772— 76, 4 Bde.; Ch. 3 
Abrégé de l’hist. de France, Bar. 1 
W. Beckford, Geſchichte von F., audde 
Lpz. 1795—98, 4 Bde.; Cb. G. Heint 
von F., ebd. 1802— 04, 3 Bde.; v. 
Hist. de France (bis zum Tode Pur 
Par. 1805, 14 Bde.; Sismontede Sid 
des Frang., ebd. 1821 — 40, 24 Br. 
J. Michelet, Hist. de Fr., ebd. 1823- 
8.4. Schmitt, Geſchichte von F., Ham 
4 Bde.; Schäffner, Geſchichte der Reı 
5-8, Frif. 1843, Thibaudeau, His 
generaux de France, Bar. 151 
Marnlönig u. Stein, Franzöſiſche 
Nehtögeicichte, Baſel 1816—4$, 39 
Ihichte einzelner Zeitabſchnitt 
gebung der meilten Über Napoleon u. 
Sfrörer, Geſchichte der oft- u. weſtfr 
rolinger, Breib. 1848, 2 Bde.; Thi 
de temps Merovingiennes, Bar. 1° 
Etudes sur l’histoire et les inst 
l’Epoque Merovingienne, Bar.1642 
3%. Ph. Levesque, La France sous | 
miers Valois, Par. 1788, 6 Bte 
Histoire de Philippe Auguste, eht. 
Ch. Lacretelle, Hist,. de France j 
guerres de religion, ebd. 1514 - 
(deutfh von I. ©. E. Kiefemetter 
2 Bde); M. Levaffor, Hist. gener. ı 
sous le r&gne de J,ouis XIII., 
7 Bde.; Ranke, Geſchichte 5-8, vornel 
u. 17. Jahrh., Stuttg. 1552 fi.; ( 
Aulaire, Hist. de la Kronde, ebb. 1 
Lemontey, Hist. de la rdgence et ı 
rit& de Louis XV. jusqu’au miniat 
dinal de Fleury, ebd. 1832, 2 Bi. 
telle, Ilist. deFrance pendant le X 
ebd. 1808, 6 Bbe.; Roux te Budkr, 
m:ntaire de la revolution fran 
1833 — 38, 4 Bde.; 5. X. Bages, T 
storique.de la rev. frung., ehr. 1 
3 Bde., Fol.; Derfelbe, Hist. secret: 


Frankreich (Genealogie) 


jusqu’& la bataille de Marengo, ebb. 
-1801, 7 Bde.; Ch. Lacretelle, Hist. de la 
tion franc., ebd. 1921-27, 8 Bhe.; Mig- 
ist. de la revolution franc. jusqu’en 
Bar. 1824 u. 5., 2 DBbe. — von E. 
ıwbt, 2p3. 1835 u. 36, 2 Bde., illuſtrirte 
e ebd. 1841); Thiers, Hist. de la revo- 
franc., 1823— 27 n. d., 6 Bde. (keutſch 
Pbilippi, Lpz. 1836, 5 Bde.); W. Wade» 
Beichichte %-8 im Revolutionszeitalter, Hamb. 
44, 4 Be; L. Blanc, Hist. de In révol. 








ebd. 18453 — 51, 11 Be. (deutſch von 
1846— 51); Bignen, Hist. de Fr. 
8 Brumaire jusqu’& la paıx de Til- 
1829— 30, 6 Bde., Fortſetzung bis 
1838, 2 Bte.;©.H. R. Montgaillard, 
France depuis la fin du r&gne de 
Jaaqu'en 1925, Par. 1826, 9 Bde.; 
‚ Hist. de France depnis la re- 
on, ebb. 1838, 4 Bbe.; Gerelgue, Hist. 
sstauration etc., ebb. 1831 f., 10 Bde.; 
Hist. de la restauration, ebb. 1852 ff., 
Banfebelle, Hist. de deux restanration, 
b2 .5 Sapefigne, L’Europe depuis l’av& 
e Louis Philippe, ebd. 1849, 10 Bbe.; 
ix, Hist. de dix ans 1830—40, ebb. 1841 f. 
son Buhl, Berl. 1844— 45); Regnault, 
huit ans 1640—19, Par. 1849, 3 Bde.; 
Ise, Hist. de la ré vol. de 1948, ebd. 1849, 
ch von Reclam, Yp3. 1849, 2 Bte.); 
‚Bist. du ‚gouvernemont provisoire, 
* Deivon, Hist. de la révol. de fevrier, 
2 


‚2 Bde. 
& (Geneal.). I. Regierendes Kai- 
(Bonaparte): 
Beifer Karl Ludwig Napoleon III., Sohn 
Neefigen Königs Ludwig von Holland u. ter 
Hörtenfie, geb. 20. April 1808 (f. Bona- 
), Kaiſer feit 1. Dec. 1852; vermählt feit 
1853 mit: Raiferin Eugenie Marie geb. 
tan Gräfin von Tebe, geb. 5. Mai 1826; 
apoleon Eugen Ludwig Johann Jo⸗ 
16. März 1856. , 
eronymus Rapoleon, Oheim bes Kai- 
als König von Weſtfalen, geb. 15. Nov. 
1807 vermähft mit Brinieffin ieberife 
berg, ſeit 1835 Wittwer (. Bona- 
b); Kinder: aa) Prinzeifin Mathilde, geb. 
Bi 1820, feit 1841 mit Fürſt Demitomw 
MR; 86) Brinz Napoleon, geb. 9. Exp 
1822; f. Bonaparte 39). Die antern noch 
m lieder des Haufe® Bonaparte, |. d. 
Rönigshbaus Bourbon (f.d.); 
} hei — Ve 
ar inand, Heryog v. Berry, 2. Sohn 
36 verfl. Könige —2 u. ber Königin 
‚geb. 24. Ian. 1778, fl. 14. Febr. 








1820; er war vermählt feit 1916 mit Garofine, 
Tochter des Königs Franz I. Beiber GiciHen, geb. 
5. Nov. 1798; Kinder: 

a) Prinzeffin Louiſe Marie Therefia, geb. 31. 
Sept. 1819, vermäbft feit 1545 mit Herzog Kari EIL 
von Barma (f. b.), feit 1854 Wittwe. 

b) Prinz Heinrich Karl Ferdinand Marte Dien⸗ 
bonn von Artoie, Herzog von Borbenuy, dermalen 
Graf Chambord, von den Legitimiften Hein⸗ 
rich V. genannt, geb. 29. Eept. 1520, zu feinen 
Gunſten entfagte fein Großvater, König Karı X, 
u. fein Obeim, Dauphin Ludwig, am 2. Ang. 1830, 
er lebt ſeit dem 16. Aug. 1830 im Ausland; feit 
7. Nov. 1846 vermählt mit Maria Thereſia, 
Tochter des verſt. Herzogs Kranz IV. von Moe 
dena, geb. 14. Juli 1817. 

B) Haus Drieans (f. b.): König Lud wig 
Philipp, Sohn tes 1793 verft. Herzogs Ludwig 
Philipp Joſeph, geb. 6. Oct. 1773, wurbe 9. Aug. 
1630 König von Frankreich, entfagte 24. Febr. 
1848 zu Bunften feines Entel!, Ludwig Philipp, 
Grafen von Paris, lebte feitbeın in England u. fi. 
26. Aug. 1850; er mar feit 1509 mit Marie Ama 
lie, Zochter bes Könige Ferdinand IV. Beiber 
©icilien, geb. 26. Aug. 1762, vermählt; Kinder: 

a) Prinz Ferdinand Philipp Ludwig Karl 
Heinrich Fofepb, Herzog von Orleans, geb. 3. Sept. 
1510, ft. 13. Zuli 1842; vermählt 1837 mit Ser- 

ogin Helene, Tochter des verft. Erbgroßherzogs 
—* Ludwig von Medienburg-Schwerin, geb. 
24. Jan. 1814, fi. 18.Mai 1856; Kinber: aa) Prinz 
Ludwig Philipp Albert von Irleans, Graf von 
Parie, geb. 24. Aug. 19838; bb) Prinz —— 
lipp Ludwig Eugen Ferdinand von Orleans, Her⸗ 
zog von Chartres, geb. 9. Nov. 1840. " 

b) Prinz Ludwig Karl Philipp Rafael, Herzog 
bon Nemours, geb. 25. Oct. 1814, vermählt 1640 
mit Herzogin Vietorie, Tochter bes ver Deryoge 
Ferdinand von Sachſen⸗Koburg ⸗Gotha, fl. 10. Nob. 
1657; Kinder: aa) Prinz Ludwig, Graf von Eu, 
geb. 23. Aug. 1842; bb) Prinz Ferdinand, Her- 
309 von Alencon, geb. 12. Zuli 1944; ce) Prin- 
Gef Margarethe, geb. 16. Febr. 1846; dd) 
jüngfte Tochter geb. 23. Oct. 1857. 

co) Prinzeffin Clem entine, geb. 3. Juni 1817, 
vermahlt 20. April 1843 an Prinz Auguſt von 
Sachſen⸗Koburg⸗Gotha, |. d. 

d) Prinz Gran Ferdinand Philipp Lubwig Ma⸗ 
ria, Prinz von Joinville, geb. 14. Ang. 1818, fett 
1843 vermählt mit Franzieca, Tochter bes verſt. 
Kaiſers Peter I. von Brafilien; Kinder: aa) Brin- 

effin Franzis ea, geb. 14. Aug. 1844; bb) Prinz 
Yr ter, Herzog von Penthitore, geb. 4. Nov. 1845. 

©) Prinz Heinrich Eugen Philipp Ludwig, Her⸗ 
zog von Aumale, geb. 16. Jan. 1822, feit 1844 
vermählt mit Caroline, Tochter bes verflorb. Prin⸗ 
en Leopold von Salerno , Kinder: aa) Prinz Louis 

bilipp, Prinz von Eonbe, geb. 15. Nov. 1845; 
bb) Herzog von Quife, geb. 5. Jan. 1854. 

n Prin Anton Maria Philipp Ludwig, Here 

og von Montpenſier, geb. 31. Juli 1824, vermählt 
—* 1846 mit Louiſe, Tochter des verſt. Könige 
Berbinanb VII. von Spanien, geb. 30. Jan. 1832; 

inder: aa) Prinzeifin Maria Ifabella, geb. 21. 
Erpt. 1848; bb) Prinzeſſin Marie Amalia, geb. 
28. Aug. 1851; ce) Prinzeſſin Maria Chrifina, 
geb. 29. Oct. 1852; dd) Prinzejjin Maria de Regla, 
geb. 8. Det. 1656. 


Frankſtadt, Etadt an der Lubina im Bezirk 
Weißlirchen bes Kreiſes Olmütz (Mähren); Salz⸗ 
amt, Lein⸗ u. Wollweberei, berühmte Käſe; 4600 
Ew. Dabei das Pfarrdorf Frankſttadti mit 1500 Ew. 
Fecankstown (fpr. Franketaun), Städtiſcher 


Bezirk mit Boftanıt (Post-township) in ber Graf⸗ 


ſchaft Blair des Staates Pennſylvanien (Nord⸗ 
amerika), am Juniata-River u. dem Pennſylvania⸗ 


" Franguelin (pr. Sranfläng), Jean Auguf 

angquelin (ſpr. Frankläng), Jean Yuguftin, 
eb. 1798 in Paris, wibniete fich der Ange 
der Schule Reguaults, nıalte bibliſche Hiftorien- 
bilder, erwarb ſich aber vorzugsweiſe durch feine 


Bollsicenen u. a. Charalterbilder, von denen Er | 


buch Bervielfältigungen in Stahlſtich befannt find, 
einen geadhteten Künſtlerniamen. Er fl. 1839 in 

aris. Werte: Ehriftus in Tempel, ine Dome zu 
une; ber Tod der Dlalvina, im Schloffe zu Fon⸗ 
tainebleau; bie Einnahme von Briflac, in Ber- 
ſailles; Bragella, in ber ſtädtiſchen Gallerie in 


— 

anquemont (fpr. Franglkmong), Friedrich 
Graf von F., geb. 1770 in Ludwigeburg; wurde 
1787 Lieutenant bei einem bollänbifchen Infanterie⸗ 
regiment, welches nad) bem Kap ging, wurbe dann 
nah Batavia u. nach Trinkonouiale auf Ceylon 
verſetzt; 1795 von den Engländern gefangen warb 


er erit nah Madras, dann nad) England geführt; | 


1800 befreit wurbe er wlrttenibergiicher Haupt⸗ 
mann, flieg bis zum Geuerallieutenant, machte bie 
eldzüge 1813 — 15 nıit, wurbe 1818 Staats- u. 
riegeininifter u. 1819 Staubesherr; er fl. 1842. 
Yhın verdankt Württemberg feine neue, zwedunã⸗ 
Bige Vrilitäroerfaflung. 
anquetot (ſpr. Franktoh), Franç. be $., 
fo v. w. Coiguyh. 
oek, Gebirgopaß im Caplande 
Afrila), durch welchen man aus dem Diftrict 
tellenbofch über die weſtlichen Kleinen Zioarte⸗ 
berge iu den Diſtriet Worcefter gelangt. 
Grenfäßet ‚fo v. w. Frangbeih, nt 
nſcini (pr. Kranfchtui), Stephan, geb. 1796 
Bodio im Kanton Teifin, Aufangs zum Geift- 
ichen beflimmmt, ergriff er fpäter das Schulfach u. 
wurbe zuerfi in Mailand, 1826 aber in Laguno 
Lehrer. Als fich im Jahre 1829 in Teſſin eine Ver⸗ 
foffungsreferin vorbereitete, wirkte F. ſür biejefbe 
bei. als Rebacteur des Osservatuore de Carefio 
a. wurbe in Folge deſſen nach Annahne der neuen 
Conftitution 1830 zum Mitglied bes Großen Rathes 
u. bald darauf zum Staatfecretär erwählt. Seit 
dieſer Zeit gehörte F. faft fortwährend der oberften 
Gtaatsbehörde feines Kantons an, in welcher er bei. 
für Hebung der Schulen, ſowie Beförderung von 
Handel u. Iubuftrie zu wirken bemüht war. Als 
Bertreter feines Cantons wohnte er auch mehreren 
Tagfagungen bei u. übernahm im Auftrage ber 
Kidgenofjenfchaft mehrere ſchwierige Conimiſſionen, 
wie 1847 in Wallis u. 1848 in Neapel. Nach An⸗ 
nahme der neuen Bunbesverfaffung wurde er Ende 
1848 zum Mitglied des Bundesraths gemählt u. 
biefe Wahl bei den folgenden Wahlperioden ſtets 
wiederholt. Er war Ehef des Departements bes 
Innern u. fl. 19. Juli 1857. Er ſchr.: Statistiea 
della Suizzera, Lugano 1828; n A. 1848 f., 


2 Bde., Suppl. 1851 (gleichzeitig auch deutſch, 
Bern 1848 — 51, erſchienen); ferner Statistica 
della Suizzera italiana, Lug. 1837 -39, 3 Bbe.; 


 lattonstribunal zu 


Frankſtadt bis Frauz (Kaiſer) 


a m eg an 
51; we 
Statiſtik der Schweiz begründet 
en, fo v. m. Franzen. 
erie (F. Caven.), Yflanyen 
ber Yamilie der Compositae- Sen: 
Melampodineaa- Ambrosiene, Rı 
andrie Z.; Arten: F. ambrosioides 
F. artemisioides, in ®eru, F. Chaı 
Kalifornien. 
Frunfbdni, — b. 1788 in & 
1820 Biſchof von Foſſano u. 1832 € 
Turin. Alser feinem Clerus in einen. $ 
nad bem Erlaß des Siccarbifchen Gef 
bie Geiftlichleit unter das Staatsgeſet 
dem 18. April 1850 bie Defolgung v 
unterfagte, wurde er vor das Gericht 
ba er ſich nicht Rellte, verhaftet u. auf bi 
Turin abgeführt. Auch bier erſchien 
Mai nit vor dem Gericht u. wurt 
maciam zu 1 Monat Gefängniß u. 
Strafe verurtbeilt. Als a bei ba 
1850 erfolgten Tode bes 
ergab, ” F. verboten batte, bem 
bie fette Olung zu reichen u. deſſen Le 
in ber Kirche auzuftellen, weil er a 
nation bes Siccardiſchen Geſetzes 2 
nen babe, jo wurde F. erſt genötbigt 
Berbot zurüdzunehmen, baun v 
efte Feneſtrelles abgeführt u. ſtaatere 
anblungen —— im September 
eben&twieriger Be 
Einziehung feiner ®üter verurtbeilt n 
teraber über bie Grenze geführt. Er br 
Frankreich u. lebte feitben: bort u. ir 
rang, Rlamer Wilp., geb. 1774 in 
war zuerſt Collaborator au ber bortigen 
dann Pfarrer in Oberbörnede bei Egel 
fi verdient durch Wiebereinführung d 
ralınelobien u. ſchr.: Choralbuch, zur 
eines würbenollen, barmonifchen Kin 
Halberft. 1811, 2. Aufl. 1848; Borfchl 
beilerung bes ınufllalifhen Theile 
Duebf. 1816; Über bie älteren Kirchen: 


Behſpiele erläutert, ebd. 1818. 


Franul, weibliher Vorname, Ab 
ae br. g — 
anyobva (ſpr. Franjowa), 
der Theiß im N les & 
gebietes Temesvar (Ungarn); mit Mi 

6250 Ew. 


Franz (lat. Franciscus, franz. & 
Braneisce), männlicher Borname, I 
Sranzmann, Seanzofe, ihn führte zuerf 
ciscus von Afifi, |. Franz 63), n 
Sertigfeit im Sranzöfiichiprechen. I 
A) Kaiſer von eutſchland 
reich: 5: L Stephan, Sohn! 
Leopold Joſeph Karl von Lothringen u 
8. Dechr. 1708; folgte 1729 feinem 4 
thringen u. Bar, traf 1735 mit Frankre 
einlommen, bem gemäß er feine Erkla 
wige XV. Schwiegervater, Stanisiant 
vormaligen König von Polen, u. nad 
an Frankreich abtrat u. dafür Toscam 
Tode bes Großherzogs, Johann 

ten ber Medici, erhalten follte, hi 
Toscana. 1740 nahm ihn feine Gem 


Franz (Kalter u. Könige). ' 


Ditregenten fämmtlicher öfterreichifcger | wurde vom Grafen Bombelles erzogen; 1818 zum 


u. 13. Eeptbr. 1745 wurde er nad 
vie VII. deuticher Kailer. 1763 über- 
ucceifion von Toscana feinem zmeiten 
id u. fl. 18. Aug. 1765 in Innsbrud. 
gerung ſ. Lothringen, Toecana n. 
Geih.XI.r). Er war feit 12. Febr. 
N mit Maria Therefia, Tochter bes 
VL, welche ihm 16 Kinder gebar, von 
farben; von deu Übrigen wurben Io⸗ 
polb II. deutſche Kaifer, Ferdinand Her» 
na u. Marimilian Hoch u. Deutfchmeie 
son ben Töchtern war Chriſtine an ben 
t von Sacjen- Zeichen, Amalie an 
von Parma u. Marie Antonie an 
dwig XVI. von frankreich vermäßlt. 
ı Karl, als römiſch⸗deutſcher Kaifer 
eifer von Ofterreich F. I., Sohn bes 
old II. u. Maria Yuifens, Infantin 
„geb. 12. Febr. 1763; machte 1788 
en bie Türken mit u. übernahm unter 
ung ten Öberbefebl. 1792 trat er 
iters Tode tie Regierung in ben öfler- 
Alanden an, wurbe am 6. Juni zum 
igarn gelrönt, am 7. Juli zum rö⸗ 
: erwäbit u. den 14. Juli gelrönt. Er 
sche Kriege vermwidelt, jo in den Re⸗ 
| 1792—1801, in ben Krieg von 
. von 1809 u. in den 1812—15, alle, 
e bes gemeinſam mit Napoleon gegen 
3 unternemmenen Feldzuges, gegen 
793—94, 1805, 1813 u. 1814 war 
beim Heere, ohne ein Commando zu 
6. Aug. 1806 legte er in Folge des 
2 Presburg u. der Errichtung bes 
‚ woburd ſich ganz Süddeutſchland 
ufgen Reiche losgejagt u. zu Frank⸗ 
t hatte, Die deutiche Kaiſerkrone nieder 
inzig ben Titel Kaiſer von Ofterreich, 
lie er fi ſchon am 11. Aug. 1804, 
bes franzöſiſchen Kaijertbums, er- 
pt. dazu hatte krönen laffen. Nach 
von 1815 nahm er wenig Theil an 
j, bie er faft ganz in bie Hände bes 
Ts von Metternich legte, u. fl. 2. 
na Wien. Über feine Regierung f. u. 
zeſch XI. x) u. Sſterreich Geſch.). Er 
1788 mit Eliſabeth, Tochter des Her⸗ 
irttemberg (ſt. 1790); in zweiter Ehe 
ria Thereſia, Tochter des Könige Fer⸗ 
Sicilien (fl. 1807); in driuer (be 
fe, Zochter dee Herzogs Ferdinand 
(fl. 1816); in vierter ehe mit Karı- 
6 Könige Marimuilian I. von Buiern; 
aus erfter Ehe ftarb früh; ebenfo ftar« 
12 Kintern aus zmeiter She 5 in der 
keinen Söhnen folgte ihm Ferdinand I. 
pärte u. Franz ß unten 46) verzich⸗ 
Nefignation feines Bruders, auf bie 
Gunſten feines Sohnes (f. d. folg.); 
chtern beirachete Marie Yubovile 1810 
ipoleon L, Teopoldine den Kaijer Pe⸗ 
afilien, Marie den Prinzen Leopold 
Raroline den König Friedrich Augunıll. 
Ihm find Denkmale zu Wien. Prag, 
zensbab errichtet. 3) 3.50 eph J. 
ohn Des Erzherzoge Franz Karl. der 
phie von Baieın, geb. 18. Aug. 1830, 





Statthalter von Böhmen ernannt, nabm er Theil an 
den friegerifchen Unternehmungen zur Unterbrüdung 
des Aufſtaudes in ven italieniſchen Staates ber öfter- 
reichiſchen Monarchie u. zeichnete fich zuerft bei ta. 
Lucia (6. Mai) aus. Wach ber Abdankung feines 
Oheims, des Kaifers Ferdinand I., 2. Mai 1948, 
fam er in Folge der Berzichtleiftung feines Vaters 
als Kaifer von Ollerreich u. König von Ungarn u. 
Böhmen zur Regierung. Mit großer Energie ging 
er nun and Werk, den Staat zu einer Geſammt⸗ 
monarchie zu centralifiren, begab fich im Mai 1849 
auf ben Kriegsihauplat nah Ungarn u. fuchte 
nad) Beendigung bee Arieges durch Milde die gegen 
ihn empärt geweienen Völler * verſöhnen. In der 
Orientaliſchen Frage wies er Ofterreich eine bebeu- 
tende Rolle an u. jorgte nach Beendigung bes Ruf- 
ſiſch⸗ türliſchen Krieges filr eine raſche Aufbefferung 
ber öfterreichifchen Finanzen u. bob durch eine libe⸗ 
tale Handelspolitiken. Durch zablreiche abminiftra- 
tive Reformen ben inneren Wohlſtand bes Landes, 
ſ. u. Ofterreich (Geſch). Gin Mordanſchlag, wel- 
den 18. Febr. 1853 Job. Libenyi gegen fein Leben 
verübte, mißglildte. Am 24. April 1854 vermählte 
er ſich mit Cliſabeth, Pringeffin von Baiern; Kin- 
ber: Sophie (geb. 5. März 1855, fl. 29. Mat 
1657), Giſela (geb. 12. Juli 1856) u. Kronprinz 
Rudolf (geb. 21. Aug. 1858). 

B) Könige. a) Bon Frankreich: 9 F. J., 
Sohn Karls von Orleans u. ber Luiſe von Savoyen, 
geb. 12. Sept. 1494 in Cognac; führte ale Bring 
ben Titel Graf von Angouldme n. Herzog 
von Balois, folgte feinem Schwiegernater Lub⸗ 
wig XII, mit bem er von Einem Abnberrn, dem 
Herzog Karl von Orleans, ſtammte, 1515 auf dem 
franzöfiichen Thron. Bol Ehrgeiz u. Länderfncht 
richtete er ſeine Pläne hauptfächlich auf Italien, ge⸗ 
vieth, ale er zur Eroberung deſſelben ſchritt, im 
langwierige Kriege mit dem römiſchen Kaiſer Karl V., 
wurde 1525 von den Kaiſerlichen bei Pavia gefchla- 
gen u. gejangen u. erhielt erft 1526 in Folge des 
Bertrages von Mabrid die Freiheit wieder. Treu⸗ 
108 u. wortbrüdjig begann er den Krieg von Neuem 
u. ft. 21. März 1547 an der Syphilis; f. u. Frank⸗ 
reich Geſch. VI. Ihm wurbe 1855 im Loupre zu 
Paris eine Reiterſtatue errichtet. Er war vermählt 
jeit 1514 mit Claudia, Tochter des Königs Lud⸗ 
wig XII. (ft. 1524), u. in zweiter Ehe mit Eleonore 
von Lfterreich (fl. 1558); Kinder hatte er nur aud 
eriter Che, von biefen folgte ihm Heinrich II. in ber 
Regierung, Magdalene beirathete den König Jar 
tob V. von Schottland u. Margarethe den Herzog 
von Sanoyen. Bgl. Gaillard, Llistoire de Fran- 

ois I., Bar. 1766—69, 7 Vte. (deutſch Braune 
chweig 1767—69, 4 Bbe.); U. X. Hermann, 5. L, 
Köuig von Frankreich, ein Sittengemälde, Leipzig 
1824; Röberer, Louis AlI. et Frangois I., Bar. 
1525, 2Bte. 5) F. II., älteſter Sohn Heinrichs II. 
u. Katharina's von Medici, geb. 19. Jan. 1544 im 
Fontainebleau; vermählte fih, 15 FJahre alt, mit 
ter jungen Maria Stuart von Schottland u. folgte 
jeinem Water 1559, ftarb aber ſchon 5. Dec 15605 
ſ. u. Frankreich Geh. VI. Kinder hinterließ er 
nieht, fein Wachfolger war fein Bruder Kari IX. 
b) Von Navarra: 6) F. Phöbus, f. Foir 16). 
or Beider Sicilien: 7) %. I. Januarius 
Joſeph, älteſter Sobn bes Könige Ferdinaud J. 
u. Karolinens von OÄſierreich, geb. 20. Aug. 17773 


Baters, wurde 1816 Bicelönig von Gicilien, 1817 
og von Kalabrien, folgte 4. Ian. 1825 jeinem 
Bater als König u. fl. 8. Nov. 1830; über feine 
Regierung f. u. Neapel u. Sicilien (Geſch.). Er 
war vermählt 1797 mit Elementine, Tochter Kai- 
ſers Leopolb II. (fl. 1801), u. in zweiter Che 1802 
mit Sfabella, Tochter des Könige Kari IV. von 
Spanien. Seine Tochter aus erfter Ehe war Karo- 
Iine, Gemahlin bes Herzogs von Berry; von den F2 
Kindern aus zweiter Ehe folgte ihm Ferdinand II, 
Dann Karl Brinz von Capua, Leopold Graf von Sy 
racus, Ludwig Graf von Aquila, Franz Graf von 
Trepani; Luiſe heirathete ben Infanten franz von 
Spanien, Chriſtine den König Ferdinand VII. von 
Spanien, Antonie den Großherzog Leopolb von 
Toscana, Amalie ben Infanten Sebaftian von Spa- 
nien, Karoline ben Infanten Karl Ludwig von 
Spanien u. Thereſt ben Kaifer Beter IL. von Bra- 
rar dy König von Spanien: 8) F. d' Af- 
i8 Maria $erdinand, Herzog von Cadiz, 
Sohn bes Infanten Franz de Baula n. ber Luiſe von 
Sicilien, geb. 13. Mai 1822, vermäbfte fih 10. 
Det. 1846 mit feiner Coufine Yabella, ber regie- 
renden Königin von Spanien, u. erhielt babei ben 
Titel,ale König; beren Kinder: Iſabella (geb. 20. 
Dec. 1851) u. Alfona (geb. 20. Rov. 1857). - 

6) Andere Fürften: a) Herzog von An» 
halt-Deffau: 9) Leopold Friedrich g. ſ. 
Leopold. b) Herzog von Braunſchweig⸗Luͤ— 
neburg-©iffborn: 10) %., vierter Sohn Hein- 
richs des Mittleren von Braunfchweig, geb. 1508 
in Giffhorn, war Kürfibifhof von Minden; erhielt 
in ber Theilung mit feinem Bruder Ernft, 1529 
das Amt Giffhorn, 3 Boigteien u. das Klofter Ifen- 
hagen u. fi. 1549, blos Töchter binterlafiend. 11) 
F. Otto, Sohn Ernſts von Braunſchweig⸗ Lilne- 
burg, folgte feinem Bater 15461. ſt. 1559; feine Brü⸗ 
der folgten ibm. c) Herzöge von Bretagne: 
12) F. J. Sohn des Herzogs Johann V., geb. 1410 in 
Bannes; folgte 1442 feinem Vater u. fl. 1450, ſ. 
Bretagne (Geſch.). Er warwermählt mit Yolantha, 
Tochter des Königs Ludwig II. von Sicilien (ftarb 
1440) u. in zweiter Ehe mit Ifabella, Tochter bes 
Königs Jakob I. von Schottland. 13) F. II., Sohn 
Richards von der Bretagne u. Grafen von &tampes, 
Enkel Johannes IV.; folgte 1458 feinem Oheim Ar- 
tbur III. u. regierte bis 1488, ſ. Bretagne (Geſch.). 
Er war vermahlt mit Margarethe, Tochter des 
Strafen Safton IV. von Koir; feine Erbtochter Anna 
beirathete nach feinem Tode König Karl VIIL von 
Frankreich, u. fo kam Bretagne an bie Krone Frank⸗ 
reich. )& Herzöge von Mailand: 14). J. na⸗ 
türticher Sohn von Jalob Sforza, geb. 1401; wurde 
vom Könige Ladislaus von Ungarn zum Grafen von 

Trimacindo ernannt, führte die Mailänder gegen 
Benedig, bemädhtigte fi 1450 ber Stadt u. des 
Herzogthums Mailand, 1464 der Republil Genua 
m. ft. 1466; ſ. u. Mailand (Geſch.). Er mar ver- 
mäblt mit Bianca Maria, natürlicher Tochter bes 
Herzogs Philipp Maria Visconti von Mailand; fein 
Nachfolger war fein ältefter Sohn Galeazzo Maria. 
15) 8.11. Sforzya, Sohn von Ludwig Moro, geb. 
1436; floh mit feinem Vater nach Deurfchland u. 
blieb dort bis 1521. Als ihn Karl V. u. der Papft 
wieder einfeten wollten, der Kaifer aber mit ver 
Belehnung zögerte, verband er ſich mit ber italienie 
ſchen Ligue, wurde von ben Kaijerlichen in Mailand 


Franz (Könige m. andere Büfften) 


führte 1809—12 bie Regierung im Namen feines | 


befagert, mußte fi 1526 ergeben x. 
1529 die Belehnung mit Mailand. Erf 
108 1535 u. vermachte fein. Land dem 
Mailand (Geich.). Gr war vermählt w 


Tochter des Königs. Chriſtian II. von 


e) Herzöge von Lothringen: 16)' 
bes Herzogs Anton, geb. 1517, wurke ı 
nes Better Franz 1. erzogen, folgte 
Bater in Lothringen u. ftarb fchon- 1: 
thringen. Er war feit 1540 (1541) 1 
von Dänemark, Wittwe bes Borigen, 
fein Sohn Karl II. folgte ihm. 17) 
des Borigen u. Sohn Karls II., geb. 
1624 feinem BVruder Heinrich IL, ve 
fogleich zu Gunſten feines Sobnes Ka 
1632; er war vermählt mit Chriftine, 
Grafen Baul von Salm. 18) %. S 
v. w. Franz 1). ſ) Bodefta’sn. He 
Mantua: 10) F. Gonzaga, Sohn 
Mantua, wurde von ſeinem Bruder 
deſſen Mitregent als Podeſta er mar, im 
Bruder Ugolino, um 1369 wegen ang 
ſchwörung hingerichtet. 20) 5. L 
Sohn von Ludwig IL, geb. 13635 | 
Bater 1382 ald Podefla von Mantse, 
Ken Johann Galeazzos, Herzogs a 
eine Gemahlin Agnes, Tochter Be 
conti, 1389 unfchuldig binrichten u. @ 
Sohn aus zweiter Ehe mit Mlargarelf 
ren folgte ihm. 2 E 
Sohn Friedrichs II. geb. 1533; folge! 
als zweiter Herzog von Mantna 16 
unter Bormunbfchaft feines Obeims; db 
Hercules Gonzaga, u. ertrant, als: 
Mantuaner See fuhr, 1550. Er war! 
Katharinu, Tochter des Kaifers Ferdia 
feine Kinter, deshalb folgte ihm fein ! 
beim. 22) %. III., ättefter Schn Vin 
1586; folgte 1612 feinem Water, ſta 
in bemjelben Sabre, von feiner Gema 
rethe von Sapoyen nur eine Tochter | 
weshalb ihm fein Bruder inand | 
diefe |. u. Mantua (Geſch.). Dr G 
von Medlenburg- Schwerin: 1 
„1. Friedrich D Herzog von M 
. J. von Efte, Sohn Alfons IIL 
bernahm, nachdem fein Water in ei 
gangen war, 1629 bie Regierung v 
* von Spanten das Fuürſtenthm 
u. fl. 1658. Er war vermäßtt ler Yes 
Farneſe, Tochter des Herzogs Ranuziol 
1648 in zweiter Ehe mit deren 
u. in dritter Ehe ſeit 1654 mit Lucreti 
ihm folgte ſein älteſter Sohn ans eri 
fons IV. 25) 5. II. Enkel des Be: 
von Alfons IV., geb. 1660; folgte 
Vater unter Bormunbfchaft feiner Mi 
Martinczzi, übernahm 3674 bie Negi 
beeinflußt von feinem Großoheim Ca 
1694, ohne von feiner Gemahlin Mar; 
neje, Tochter des Herzogs Ramınie ı 
Kinder zu binterlaflen, weshufb fein Ob 
folgte. 26) F. III Maria, Sehr | 
Rainald, geb. 1698; regierte-von 1737 
ſtarb. Er war vermählt mit Charlette! 
ter des Herzogs Franz Maria ven Di 
weicher er einen Sohn, Herculet I 
feinen Rachfolger, hintertieh. 27) 8. I 


Franz (Andere Fürſten) 


oſius Stanislaus, Erzherzog 
Sohn tes Erzberzoge Berninai, 
odena, u. der Maria Ri rda, ber 
) legten Herzogs von Modena, Her- 
inald, geb. 6. Oct. 1779; gelangte 
aters Tode, Ente 1806, nicht zur 
flen Staaten, indem biefe 1505 durch 
gerogen werten waren, erhielt aber 
uſhebung des Königreichs Italien u. 
etate von 1914 u. 1515 das Herzeg- 
ı zurüd u. fuccedirte jeiner Mutter 
Serzogthümern Mafla u. Carrara. 
rreichiſche Dienfte als Feldzeugmeiſter, 
allen europäiſchen Fürſten der ein⸗ 
ich weigerte, Ludwig Philipp anzuer⸗ 
L 21. Yan. 1846. Über ihn u. bie 
Modena (Geſch.). Seit 1812 mar er 
ber Tochter des Königs von Sar⸗ 
: 1840 ftarb, vermäblt. 26) F. V. 
Germinian, älterer Echn bes 
1. Juni 1919; folgte feinen Bater 
-eignijfe zwangen ihn zweimal, 21. 
. 12. März 1549, Motena zu ver 
si des letzteren Jahres kehrte er un⸗ 
ſ. Medena (Geſch.). Er iſt fett 19412 
e, Tochter des Königs Ludwig von 
ihlt; jeine einzige Tochter Anna (geb. 
. h) Fürſt von Monaco: 20) F. 
Sohn u. Nachfolger des Fürſten Gri⸗ 
ind in ten damaligen Kämpfen auf 
uelfen u. wurde 1265 von Karl von 
ouverneur ber Provence ernannt; er 
feiner Gemahlin Aurelie von Caretto 
inen Nachfolger Rainer I. k) Her- 
ma: 80) 5. Farneſe, Schn von 
geb. 1675; regierte von 1694 u. fl. 
3, |. Parma (Geſch.). IH Herzogin 
81) F., Sohn ven Bogislaus AL 
Braunihmeig-Lilneburg, geb. 1577; 
28 Stift Kamin u. nach feines Vaters 
Amt u. Stadt Bütew, folgte 1618 
e Bhulipp II. in Stettin u. fl. 1620 
zommern (Geich.). Vermählt war er 
Tochter des Kurfürften Chriſtian I. 
m) Herzöge von Sachſen. aa) 
ne Koburg- Saalfeld: 32) F. 
ihn des Herzogs Johann Ernft u. 
banneus ven Waldeck, geb. 25. Sept. 
e fi 1719 in kaiſerlichen Dienften als 
n Italien aus, folgte feinem Bruder 
fe 1749 u. fl. 17645 ſ. u. Sachſen 
na Rachfelger war fein Sohn Gruft 
) 5. Friedrich Anton, Enkel bes 
ter Schn bes Herzogs Ernft Friedrich 
‚ Antoinette von Braunſchweig⸗Wol⸗ 
15. Juli 1750; felgie feinem Vater 
Dec. 13065 |. Sachſen. Er war ver⸗ 
6 mit Sopbie, Tochter des Herzogs 
ichſen⸗Hildburghauſen (farb in dem⸗ 
u. feit 1777 in zweiter Ehe mit Au⸗ 
e bes Grafen Henrich XXIV. Reuß 
welche ihm 8 Kinder gebar, darunter: 
r Ernſi I., der Herzog Ferdinand von 
9 u. Leopold I. König von Velgien; 
vermählt mit tem Grajen Diend- 
„Autoiuette vermählt mit Herzog 
a Württemberg, Juliane ald Anna 
Greßfürſten Conſtantin von Ruß- 


605 
land, Bictoria Gemahlin des Fürſten Karl von Lei» 
ningen, daun des Herzogs Eduard von Kent. bb) 
Bon Sahbjen-Fauenburg: 84) F. J. Sobn 
Magnus IL, geb. 1498; folgte feinem Bater 1543 u. 
fl. 1581; unter ihm fam bie Kurwürde befinitiv an 
das Haus Meißen; |. Sachjen-Lauenburg (Geſch.). 
Er mar vermäbft mit Sibylle, Tochter Des Herzogs 
Heinrich Des Frommen von Sachſen, von welder 
er mehrere Kinter hinterließ. 35) 5 II., Sohn 
bes Vorigen, geb. 1547; wurde zu Dreeden erzo⸗ 
gen, focht 1566 in Ungarn, war 1567 bei der Bes 
fagerung von Gotha u. dann in ben Niederlanden 
unter Alba. Im dieſen Dienften blieb er auch, als 
er 1581 die Regierung erhielt, machte 1594 auch 
einen Kriegezug nah Ungam u. ft. 1019; ſ. ebd. 
Er mar zuerft mit Margaretha, Tochter des Her⸗ 
3098 Philipp von Pommern (ft. 1581), u. Dann ınit 
Maria, Tochter des Herzogs Iulius von Braun⸗ 
ſchweig, vermäbft u. hinterließ 19 Kinber, barunter 
fein Nachfolger Auguſt. 86) 5. Erdmann, Sohn 
bes Herzegs Julius Heinrich, geb. 25. Febr. 1629 
in Zeufingen; war Generalmajor in ſchwediſchen, 
dann Generalfeldmarſchall in kaiſerlichen Dienften; 
er felgte 1665 feinem Vater in ter Regierung u. 
fl. 31. Juli 1666. Er mar feit 1654 vermäblt mit 
Sibylle Hedwig, Tochter bes Herzogs Auguſt von 
Sachſen⸗Lauenburg, von welcher er feine Kinder 
hinterließ, meshalb ihm fein Bruder Inlins Franz 
folgte. m Herzogvon Sanoyen: 37) F. Hya- 
cinth, Sohn des Herzogs Victor Amadeus L., geb. 
1632; folgte feinem Bater 1637 unter Vormund⸗ 
haft feiner Mutter Anna Maria von Orleans, farb 
aber hen 1633, ſ. Savoyen (Geſch.). o) Groß- 
berzogvon Toscana: 88) F. I. Mariavon 
Medici, Sohn Cosmos I., geb. 1541; trat, lange 
Mitregent feines Vaters, bie Alleinregierimg 1574 
an. Nah dem Tote feiner Gemahlin Johanna, 
Tochter des Kaifers Ferdinand I, verinählte er fidy 
mit Bianca Capello, nit ber 1597 er an eineın Tage 
an Gift farb; ſ. Toscana (Geſch.). Maria von 
Mebici, Königin von Frankreich, war feine Tochter. 
89) 5%. II, fo v. w. ran 1). pP Herzugvon 
Urbino: 40) 5. Marial.vonRuvera, Sohn 
des Herzogs Johann von Eora u. Johanna von 
Montefeltro, geb. 14915 wurde von feinen Cheim, 
bem Herzog Guido Ubaldo won Urbino, adoptirt 
u. folgte bemfelben 1508. Papſt Julins II., auch 
Oheim von ihm, ernannte ibn zum Gouverneur 
von Rom u. zum General der Kirche, während bes 
Krieges niit Venedig, Ferrara u. Frankreich. Unter 
leo X. mußte er mit feiner Familie nah Mantua 
flieben, u. leo X. gab Urbino feinem Nepoten Lo⸗ 
venzo von Mebici ; allein nach Leos X. Tode.eroberte 
er fein Land wieder, wurte 1523 von Adrian II. 
in den Beſitze beftätigt u. wenetianifcher General; 
er ft. 1539. Er war vermählt mit Eleonore Hip⸗ 
polyte von Gonzaga, fein Nachfolger war fein älterer 
Sohn Quito Ubaido. 41) F. Maria II., Entel 
des Vorigen u. Sohn Guido Ubaldos u. der Priu⸗ 
zejfin ven Parma Bictoria Farneſe, geb. 1549; 
—* 1574 ſeinem Vater u. ft. 1631. F. war zwei⸗ 
mal vermählt: erft mit Lucretia von Efte (fi. 1598) 
u. dann mit feiner Coufine Fivia von Rovera. Da 
fein einziger Sohn vor ihm gefterben war, fo fanı 
das Herzogthum an ben —— die Allodial⸗ 
güter aber au den Großherzog von Toscana, wel⸗ 
her bie einzige Tochter F., Vitoria, geheirathet 


\ hatte; j. u. Urbino. 


606. * 


1 
Da hin älteſter Sohn des Königs Franz I. m. 
der Claudia, geb. 1517; wurde 1532 zu Rennes 
zum Herzog von Bretagne gekrönt u. fi. 12. Aug. 
1536 in Lyon an Gift, welches ibm fein Mund⸗ 
ſchenk, Sebaftian PMontecuculi, beigebracht haben 
fol. 48) F, Herzog von Alengon u.Anjou, 
eigentlih Hercules, Sohn bes Könige Heinrich II. 
u. der Katharina von Mebici, geb. 1554; erhielt 
1566 von feinem Bruder Kari IX. das Herzog- 
thum Alencon; er hielt e8 mit der Partei ber Mi. 
xergnägten, weshalb ihn feine Mutter einfperren 
ließ, doch gab ibn ſein Bruder Heinrich III. nach 
feiner Thronbefteigung wieder frei; aber %., auch 
dadurch nicht mit — *— von Jugend an verhaßten 
Bruder ausgeſöhnt, betheiligte ſich von Neuem an 
einer wider den König emachten Verſchwörung u. 
verband ſich mit dem —— Johann Caſimir, 
welcher gegen Fraukreich zog. 1576 machte Hein⸗ 
rich mit $ einen Vertrag, in weldem er ihm noch 
Anjou u. Berry gab (u. —* heißt F. gewöhnlich 
Herzog von Anjou), u. wieder zum Lieutenantgene⸗ 
tal von Frankreich erhob. 1578 erklärte er ſich für 
die Union ter abgefallenen Staaten der Nieber- 
Iande, weshalb ihn der König verhaften u. im 
Louvre gefangen ſetzen ließ; won hier entkommen, 
ging er in bie Niederlande, kämpfte mit Olück gegen 
die Spanier u. wurbe 1592 zum Herzog von 
Brabantu. Grafen von un gekrönt; 
aber in Folge eines Zerwürfniſſes mit dem Prinzen 
von Dranien u. eines Aufftandes der Antwerpener 
gegen ihn, 1583, zog er ſich nach Frankreich zurüd 
u. fl. 10. Juli 1584 ın Chäteau-Thierry. Er hatte 
einft um bie Königin Elifaberh von England gefreit, 
aber einen Korb empfangen. Da er leine Nadılem- 
nen hatte, jo fiel Alencon wieber an die Krone. 44) 5. 
von fothringen, Herzog von Buije, |. u. 
Guife. BJ BonHobenzollern: 35). Xaver, 
Prinz von Hohenzollern» Hechingen, Sohn des 
Bringen Franz Xaver, geb. 21. Dlai 1757; trat 
in öfterreichijche Dienfte, zeichnete fich in dem Revo⸗ 
Intionstriege, 1793 in den Niederlanden, 1796 u 
1797 in Italien, jowie 1805, wo er ben Rüdzug 
Merneds dedte u. ſich mit dem Erzherzog Fer⸗ 
tinand vereinigte, u. 1809, wo er das zmeite öfter« 
reichiſche Corps befehligte, aus, commandirte 1812 
als Feldzeugmeiſter das an der galiziſchen Grenze 
ſtehende Reſervecorps, führte 1815 das zweite 
öfterreihifche Corps gegen Frankreich, wurde nach 
tem Frieden Hofkriegsrathspräſident, Comman- 
direuder in Illyrien, Inneröſterreich u. Tyrol u. 
ft. 6. April 1844 als Wirklicher Geheimer Ratb u. 
Generalfeldmarſchall; feine Gemahlin Marie Thes 
vefie, geb. Gräfin von Wildenftein, vermählt 
1787, 11.1835. 0) Bon Oſterreich: 46) Erz 
berzog F. Karl Joſeph, zweiter Sohn des Kat- 
ferö Franz I. von Ofterreih u. deſſen zweiter Ge- 
mahlın Marie Therefe von Sicilien, geb. 7. Dechbr. 
1802; ift Feldmarſchalllieutenant u. Inhaber bes 
Infanterieregiments Nr. 52.; bei ter Refignation 
feines Bruders Ferdinand 1848 verzichtete er zu 
Sunften feines Sohnes Franz Joſeph auf Die Suc- 
ceifion in Oſterreich; er iſt vermählt feit 1824 mit 
Sophie, Tochter des Königs Mar Joſeph von 
DBaiern. 47) 5%, Graf von Deran u. Frei— 
Herr von Brandhof, Sohn tes Erzherzogs 
Johann u. ber Gräfin Anna von Meran, geb. 11. 
Piärz 1839, er ift Oberlieutenant in ber Armee. 


Franz (Prinzen u. Geiftliche Fürſten) u 
I. Bringen. A) Bon Franfreid: 42) 5. | 
u 


PD) Bon Sachſen: 48) 8. Karl, 
Herzogs Franz II. vom Lauenburg, | 
nahm jächfifche, 1630 aber ſchwediſche Kr 
fammelte ein Meines Corps für Gufte 
Hamburg, welches aber mit ihn 1630 u 
beim bei Ratzeburg gefangen murbe; er] 
liſch geworden, feine Grabe wieder, maı 
Reifen in Stalien u. fl. 2. Mai 1669. 
bert, Bruder bes Borigen, geb. 1598; t 
reichifche, ſpäter 1630 in ſchwediſche Ki 
u. nahm 1632 Theil an ter Sclacht ke 
er in Verdacht gerieth, ben König Aufl 
[hoffen zu Haben. Er trat hierauf 
Dienfte, wurde 1633 in gebeimen Unter 
von Wallenftein an den Herzog Bernhar 
mar nad) Regensburg gejandt, gerid 
Rückwege in bie Hände ber Kaiferlice 
nah Wien gebracht, wo er latbholiſch w 
ferliche Dienfte nahm. 1642 führte er cd 
Schleſien unter Erzherzog Leopold, wırl 
Verſuche, Schweidnitz zu entfetgen, ver 
gejchlagen, ſchwer vermwuntet ıı. ‚gelang 
au den erhaltenen Wunden zu Schwe 

. Zaver Auguft, Herzog von Sad 

riebrih Angujts II., Könige von Bei 
fürften von Sachſen, geb. 25. Aug 1 
gierte als Abminiftrater von Kurſachſ 
der Minderjährigteit feines Neffen, dei 
Friedrich Auguft, nachmaligen Königstr 
bi8 1768, u. ftarb 21. Juni 1806 i 
murbe dann königlich franzöſiſcher Gener 
war feit 1767 vermäblt mit Klara ®ri 
Lauſitz, Tochter des italienifchen Grafen 
Spinucci. E) Bon Savoyen: 51) 
fo v. w. Eugen 18). F) Bon Sicilie: 
Paula, Giaf von Trapani, jt 
des Königs Franz I., geb. 13. Aug. 11 
real de canıp u. feit 1850 mit Jah 
des Großherzogs Leopold II. von Te 
mählt. 6) Bon Spanien: 33) 3 
Paula, Herzog von Cadiz, F 
Karls IV., geb. 10. Diärz 1794; ber 
niſche Prinz, welder es, als Ferdin 
ſpaniſche Thronfolge zu Gunſten feiner 
belle änderte, mit biejer hielt. Nach be 
feiner Schwägerin Chriftine 1840 
Frankreich, kehrte aber 1842 nad e 
u. fpielte dort den Tiberalen; er if d 
Königs Franz (f. oben 9) u. war feit 18 
mit Yuife Charlotte, Tochter bes Koͤni 
von Sicilien, welche 1844 ſtarb. 

III. Seiftligde Fürſten. A) ER 
von Banıberg: 54) 5. son Haß 
—42, aud) Biſchof von Würzburg, f. 
w Würzburg. 55) 5. Konrad, Er 
dion u. Tannhauſen, geb. 29. Aug. I 
1692 Domicellar in Bamberg, 1722 
daſelbſt, 1729 Dompropſt ın Wurz 
Propft anı Stifte Haug, 23. Juli 1753 
von Bamberg u. ftarb daſelbſt 6. Dlän 
5. Ludwig, Freiherr von Erthal, geb 

ierungsrath in Würzburg, dann des 
Sofepbs II. Betrieb, in beilen Dienften ı 
[hof von Bamberg u. Würzkurg; er 
Bamberg (Geſch.) Er fr.: Bet: 
Laudvolle, Bamb. 1797, 2. Aufl. Wi 
Bgl. Biographifhe Nachricht, Kent. 
Bernhard, Tüb. 1852. DB) Kurfüurkve 


Stanz (Heilige) 


ig, ein Sohn bed KRurfürften Philipp | Deutung daran verſuchen follte. Diefer en if 
.4. 


ter Bialz, geb. 1664; 1633 Biſchof das b 


.1695 Cherbauptmann von Cher- u. 
1, 1657 Canenicus in Köln, 1694 
»es Deutſchen Ordens, Biſchof von 
ropſt in EUwangen, 1716 Kurfürft u. 
n Trier, welches er 1729 mit Mainz 
x trug viel zur Annahme der Prag- 
nction bein. fl. 1732 zu Meißen ın 





bmte Teſtament des St. F. Cr 

Oct. 1226 bei Aſſiſi, wo er auf einem Berge als 
Ginfiekler lebte, u. wurde ſchon 1228 von Gre⸗ 
ger IX. Iauonifirt; fein Tag: 4. Cctober. Man 
verglich, ja erhob ibn ſogar noch Über Chriſtus. Bgl. 
Bartbolom. de Pifis, Liber conformitatum vitae 
S. Franeisci ad vitam Jesu Chr., ſ. u. Bar 
tbolemäus 3). Ausgaben feiner Werke, unter denen 


- Kurfürften von Trier: 358) 5. ! bei. die Briefe geiftreich find, Anım. 1423; Lenb. 


Franz 57). 59) 5. Georg, Graf 
m, war erſt Laiferlicher Hofrath u. 
bes Vorigen, wurde 1729 beflen Nach⸗ 
56; f. Trier (Kurfürſtenthum, Geſch.). 
von Würzbaurg: 60) F. Graf von 
1 Philipp Arcıfa Nachfolger, wurde 
reden vertrieben u. ging nach Paris, 
ieber zurüd u. ſt. 1642. 61) 5. Yubd- 
. Franz 36). E) Deutfhordens- 
J F. Ludwig, fo v. w. Kranz 57). 
ge:63) Zt. F. von Affifi, eigente 
scoBernardone, Sohn des Kauf 
9 Bernartone zu Aſſiſi, geb. 1182. 
re Iobann, ſpäter wegen feiner Fer⸗ 
anzöſiſchſprechen Frarciſscus ge 
ein feiner Jugend an der Spitze eines 
nJünglingsbundes) ſehr loder, machte 
der Truppe ſeiner Vaterſtadt einen 
n Perugia mit u. wurde gefangen; 
ihre wieder befreit, kehrte er zu feinen 
Eu. wurde nad einer gefährlichen 
3 umgewandelt, verſchmähte die Welt, 
inſamleit, pflegte Kranle, lehrte zwar 
fift zurüc, aber nach) Anhörung einer 
Match. 10,9 f. warf er, 1208, alle 
mf einen grauen Ned, von fi, ware 
eine Kutte mit einer Kapuze un, ums 
it einem Strid, trat ald Bußprediger 
teifall. In einer Hütte bei Alfıfi ver» 
feine Anbänger, Darunter Bernhard 
Me u. 3 ‘Priejter, zu dent Grunbfag, 
ven u. überall zu betteln, ſelbſt wenn 
u. Scheltworten enıpfangen würden. 
5. eine Regel für feine Gefährten (I. 
), reifte nah Rom, wurde Anfangs 
nnocenz ILL. abgewieſen, erbielt aber 
enehmigung für jeine Regel u. führte 
ıen Anbängern ein fireng ajcetiiches 
ſchloß fich ihnen auch die ſchöne Klara 
elche 1212 Stitterin der Klarijfinnen 
ndete 1212 bie Brüber zu zwei durch 
jebft ging nach Toscana, wo er meh⸗ 
Riftete, u. wollte 1213 nah Afrika 
: aber in Spanien durch eine Krank⸗ 
t. Der Orten wuchs nun reißenb 
anciscaner) u. erbielt endlich 1223 
#8 III. die Beitätigung. Zwei Jahre 
ode fol ihm Ehriftus erichienen fein 
Wunden eingetrüdt haben, bie er bis 
d ohue Fäulniß mit fich berumtrug 
S.Francisci). Begen einer Ber- 
r einen gelreuzigten Cerapb ſah, hat 
nen Seraphicus u. fein Orden bei 
He erhalten. Bol Ahnung, Daß an 
ı für tie Minoriten viel gebeutelt 
, ſchrieb er kurz vor feinen Tode den 
daß Nieniand eine Anderung an ber 
nen, nicht einmal eine Erklärung ob. 


1653, Fol.; Voigt, Leben von 5.2. X., Tüb. 1810; 
Malan, Ilistoire de S. Francois d’Assis, Bar. 
1841 (beutfh, Münch. 1842). 64) St. F. von 
Baula, geb. 3416 zu Paula in Calabrien; wurbe 
früh Franciscaner, zog fich ſchon in feinem 14. 
Zahre in eine Höhle zurück, fchlief Hier auf bloßen 
Boten u. begnügte fi mit ben gröbften Lebens. 
mitteln. Er ſammelte Schüler um fich, erhielt vom 
Erzbiſchof von Kofenza Erlaubniß zum Bau eines 
Klofters u. einer Kirche u. ftiftete fo 1436 einen 
neuen Orden, befien Glieder von Siztus IV. 
1474 als Eremiten bed St. %., 1493 vom 
Papſte Alexander VI. aber als Minimen (f. d.) be- 
ſtätigt wurden. Bon Ludwig AT. nad Fraukreich 
berufen, nm ibm Das Leben zu retten, kam er erſt 
auf des Papſtes Befehl 1452, wurde von Pubwige 
Nachfolgern, Kart VIII. u. Ludwig XIT., febr 
ehrenvolf behandelt u. ft. 1507 in Pleſſis les Tours; 
er murbe von Papfte veo X. 1519 fanonifirt; Tag 
der 2. April. ag. H.lavien de Coſte, Le portrait 
en petit de S. Fr. de Paul, Paris 1655. 65) $. 
Xavier, Apoftel ven Indien, Sohn bes 
Johann Yſſe, eines navarriſchen Edelmanns, geb. 
7. April 1506 auf dem Familienſchloſſe Xavier un 
weit Pamplona; er fintirte Theologie in Paris u. 
wurde daſelbſt Stubengenoß Iynatins Loyola's, 
zu deſſen Orten er trat, ging 1541 als Miſſionär 
nach portugiefiih Indien, Durchreifte auch Malaga 
u. 1549 Japan; zu St. Boa fliftete er ein Jeſuiten⸗ 
collegium ı. überjette den Katechismus in das 
Malabariihe; er fl. 2. Dechr. 1552 auf der Inſel 
Santhian, unmeit Canton, n. wurde 1621 fanoni» 
firt, Benediet XIV. erhob ihn zum Protector von 
Indien. In der Nähe tes Cap Comorin if feine 
Bildſäule aufgeftellt, wohin tie Heiden weither 
wallfahrteten. Seine Mütze, welche von St. Goar 
nach Portugal gebracht worden war, wurde von den 
Jeſniten als Uniwerfalmittel für unfruchtbare Weiber 
anempfoblen, u. die Königinnen von Bortugal follen 
fid terjelben öfter bedient haben. Seine Briefe 
gab. Hor. Turfelinus heraus, auch in Paris 1631 
berausgelommen ; andere Briefe fammelte B. Poſin 
u. gab fie lateiniſch überjegt, Rom 1667, heraus; 
Fragmenta epistolarum Fr. Xavierii, geſam- 
melt von Küfferit, Brest. 1735; Lebensbeſchrei⸗ 
bung von Zurfelinus, Bertoli, B. Buhoure, Par. 
1621. 66) St. F. Borgias, Herzog von Gan⸗ 
dien, geb. 28. Oct. 1510 in Spanien, mütterlicher 
Seits Urenlel Ferdinands des Katholiſchen; be⸗ 
kleidete am Hofe Karls V. die anſehnlichſten wWůr⸗ 
ben, wurde Bicelönig u. Generalcapitän von Ca⸗ 
talonien u. vermäblte fih mit Gleonora be Caſtro. 
Nah jeiner Gattin Tode murde er 1551 Sefuit, 
Öeneralcomnifjär aller Ipanifchen u. portugieſiſchen 
Sefuitencollegien u. 1565 ber dritte Orbensgeneral. 
Er begleitete auf Befehl des Papfles Pius V. ben 
Sarbinallegaten Alexandrin auf ber Reiſe na 

Spanien, Portugal u. Frankreich u. flarb bal 


8 


Frauz 


nach der Rückkunft zu Rom 1572; er wurde 1671 deutſche Staatsgeographus, Ari. 1753 


Tanonifirt, Tag der 10. October. 67) St. F. von 


Caraccioli, hieß eigentfih Afcaniusvon@ar 


raccioli, geb. 13. Oct. 1563 zu Sta. Maria in 
der Landſchaft Abruzzo; er ftubirte in Neapel Theo» 
logie u. gründete bajelbft mit Job. Auguftin Abo- 
ruẽ u. einem anderen Aſcanius Caraccioli Die Con- 
gregation ber tegulirten Kleriler niederen Drbens, 


welche von Sirtus V. 1588 beftätigt wurbe; 1592 


wurde %. nach dem Tode Adornos Orbensgeneral 
u. reifte mehrere Male (1590, 1595, 1598) zur Ver⸗ 
breitung feines Ordens nad Spanien; nad ber 
letzten Reiſe Tegte er jein Amt nieder u. fl. 4. Juni 
1608; auf feinem Grabe in Neapel follen fi meh⸗ 
rere Wunder ereignet haben. Gr wurde von 
Er VII. 1807 Tanonifirt; fein Tag ift ber 4. 
uni. 68) St. F. von Sales, Sohn bes Grafen 
. von Sales, geb. 21. Aug. 1567 bei Annecy in 
avoyen; fiubirte in Paris u. Babua die Rechte u. 
Theologie, wurde nad feiner Rückkehr 1593 Abd» 
vocat in Annecy u. Dompropſt von Genf, wirkte 
feit 1594 von Thonon aus mit großen Eifer gegen 
die Reformirte Kirche, wurbe 1599 Coabjutor u. 
1602 Bifchof von Genf, führte 72,000 Reformirte 
Aut Katholifchen Kirche zurück u ftiftete 1610 bie 
alefinnerinnen; er ft. 28. Dechr. 1622 in Lyon u. 
wurde 1665 lanonifirt; Tag ber 29. Ian. Seine 
Werte, vorherrſchend ajcetiihen Inhalts, gefammelt 
— 1830—34, 5 Bde., Ba Baudry, 
on 1836; daraus Philothea od. Anleitung zum 
ottjeligen geben, bearbeitet von Bobemann, Braun⸗ 
Moweig 1854. 69) St. F. Regis, geb. 31. Ian. 
1597 zu Foncouverte im Bisthum Narbonne; er 
eichnete ſich ſchon in früher Jugend durch frommen 
anbel aus, genof jeinen erſten Unterricht in Be⸗ 
iers bei den Jeſuiten u. trat 1616 in Toulouſe in 
ren Orden ein; feit 1621 lehrte er zu Billom, 
dann feit 1625 in Buy Humaniora, ftubirte 1628 
in Touloufe Theologie n. wurde 1630 zum Priefter 
emeibt; 1631 beganı er feine Thätigkeit als Miſ⸗ 
ionär, zueeft in Diontpellier, wo er den Grund zu 
dem Kloſter Notre-Dame du refuge legte, dann 
in Sontieres u. feit 1633 in Vivarais; er fehrte 
1634 nad Buy zurüd mar aud bier unermüdlich 
in Bekehrungen u. Krantenpflege u. ft. 31. Deckr. 
1640 in Louvesc. F war ein gewaltiger Prediger, 
beilte viele Kranke u. verrichtete Wunder; er wurde 
1737 vom Bapfte Clemens XII. kanonifirt; fein 
Tag der 16. Juni. 
tanz, 1) Sodann Michael, geb. 1700 in 
Ofrüugen, fubirte feit 1721 in Halle Jurisprubenz, 
erbte 1730 die Homann'ſche geograpbijche Handlung 
in Nürnberg u. gründete vie Kosmographiſche Ge— 
ellichaft, bie bei. in gen blühte; er wurde 
päter von dem Prinzen dv. Oranien zu beffen Nach 
n. Geographen ırnannt u. faın 1754 als Brofefior 
‚ber Geographie an bie Univerfität Göttingen, wo er 
1761 ftarb; er far. : Kurze Nachricht von dem Hu» 
manm'ſchen großen "aıblartenatlas, Nürnb. 1741; 
Avertissement .ouchant la publication d’un 
grand atlas des cartes geographiques de 
toute ra Homann’ihe Vorfchläge von 
den nöthigen erbefferungen der Weltbejchrei« 
bungswiſſenſchaft Nurnb. 1747; Kosmographiiche 
Nachrichten u. Sammiungen zum Wachesthuum ber 
Weltbeſchreibungs oiſſenſchaft, Wien, 1750; Ge⸗ 
dauken von einem Reiſeatlas u. der Nothwendig⸗ 
teit eines Etaatögeoyraphus, Nürnb. 1751; Der 





Reichsatlas, mit 24 Karten, ®py 175 
er den Grenzen der befannten ı 
ten Welt alter u. neuer Zeit, Räte. I 
meine Abbildung bes Erdbodens in 2 
lein, ebd. 1764. 2) Ignaz, geb. 171 
in Schleften, wurde 1732 Kapellan im 
1753 Erzpriefter m Schlawe u. war: 
her Rath, Rector u. Afjeffor des apofı 
riats in Breslau, wo er 1790 farb; 
chriſtlich katholiſche Kirche in Liedern, € 
Schiefifches Geſangbuch, 1768; Loba 
Tageszeiten von ber Todesangft Ebrifl 
Brest. 1770; GSefänge zu ben Som: 
prebigten, ebb. 1771, n. Aufl. ebb. 1 
Empfindungen einer Gott Tiebenben 
trachtungen des Kreuzweges (Orten), 
Bone Bayer zum Unterricht u. zur@ 
egieriger Chriften, in Gefänge verfa 
Gebete, —— u. Betrachtun 
bende, ebd. 1775 ; Geiſtreiche auf dieE 
tage abgefaßte Gefänge, ebd. 1775; ı 
der für Handwerker u. Dienftboten 
Lehr» u. Gebetbuch für Frauenzimm 
2. Aufl. ebd. 1785; Geiſtliche Liebe 
nifien, Sagan 1778 ; Katbolifches 
Bresl. 1778; u.mehrere Sammlungei 
ten u. Cafualreden. 8) Joh. Georg 
geb. in Leipzig 1737 u. fl. als Profeſſe 
1789; er ſchr. (meift anonym u. 
Der Arzt ber Sottesgelebrten, Yp3.171 
Bon dem Einfluß der Mufit auf ki 
ebd. 1770; Der Arzt ber Reifenben 
Briefe Über verichiedene Gegenflänt 
funde, Laugenſ. 1775— 76, 3 Bhe.; u 
wirthſchaftliche u. Blonomifche Schrii 
aus: Scriptores physiognom. vet 
1779; u. vebigirte nach Leske's Tode 
tarii Lipsienses, bis zum 29. Banb.. 
geb. 1766 in Schleiz u. ft. 1847 als £ 
cretär der lanbwirtbichaftlichen Geſell 
ben; er ſchr.: Wie iſt dem Holzmang 
Preieſchrift) Lpz. 1795; Rettungsm 
den Raupenfraß betroffenen Holzes 
Der Epreemald, Görlitz 1500; Ueb 
hen unjrer heutigen Forft- n. Landw 
1801 5; Vorſchläge zur Erhöhung t 
mohlftandes u. Völkerglücks, ebd. 15 
für Forft- u. Bauleute, Drest. 191 
Behandlung der zur Berebelung u. 
nen Hausthiere, ebd. 1921 f.; 9 
ervollkommnung ber Biebzucht, chi 
träge zur richtigen Beurtbeilung | 
Zerihlagung u. Zuſammenlegung bi 
im Königreich Sachſen, ebd. 1335; | 
zwedmäßigien Berwendung bes San 
bodens, ebd. 1836. 3) Agnes, Tı 
gierungsraths F., geb. s. März 17% 
in Schleſien, zog nach Dem Tode ihre 
mit ihrer Mutter nach Steinau, daun 
nit u. auf das Rittergut Oberarnede 
auch ihre Mutter geftorben war, lebt 


| mit dem Hauptmann v. Rekoweli 


Echmefter tbeild in Weſel, wo fie 
ſchule für arme Mädchen grüntete, tb 
burg bei Bonn, 309 dann 1526 mi 
denburg u. 1837 nach Breslau, wo fi 
ber Armenſchule wurde u. am 13. RR: 


Kranz I. Orden bis Franzen 


ycerion (Kleine Romane u. Erzäh⸗ 
ef. 1624; Erzählungen u. Sagen, 
edichte, Hirſchb. 1526, 2 Thle., 2. Aufl., 
. (bie religiöl. Gedichte hollãnd. von 
oop, Rotterb. 1837); Der Chriſtbaum 
ef. 1829; Rarabeln, ebb. 1929; Neue 
1541; Vollejagen, ebd. 1530; Au⸗ 
ich. in Briefen), Eſſen 1931, 4 Bde. ; 
ählungen), ebd. 1533— 35; Stunten- 
‚terabendicenen u. Feſtgedichte), ebd. 
rrhein. Taſchenbuch flir 1634 (ipäter: 
fsfagen, 183%) ; Andachtsbuch für die 
ser Alters, Eſſen 1833; Gebete für 
1835; Führungen (Bilter aus dem 
erzen® u. ber Welt), ebd. 1840; Buch 
Brest. 16-40, 2 Thle.; 1541, 3 Thle. ; 
als Buch der Kindheit u. Jugend, 
rluft, Breel. 1541; Mein Bermädt- 
ugend, ebd. 1844; Literär. Nachlaß, 
n von Julie v. Großmann, Berl. 1944, 
mächtniß an die Jugend, Verl. 1845. 
ed, aeb. 1504 in Nürnberg, ſtudirte 
Philelogie n. habilitirte fich hier 1830, 
tt König Otte nach Griechenland, mo 
riech. Dolmetſcherbureaus wurde, pri« 
I— 38 in Ren u. ging 1339 nach Ber- 
40 Profeſſer der Philologie wurte u. 
ftarb; er ihr. : Prakt. Anweiſung ur 
FT Neugriehiichen, Münch. 1832 ; unter 
en Namen Phraſikles: Neugriech. 
ser deutſchen u. althelleniſchen Sprache, 
Deutich-grieh. Wörterbuch, Hannover 
.; De musicis graec.. Berlin 1840; 
pigraphices gr., ebd. 1540; Dida- 
hylos Septem contra Thebas, eb. 
erand: Lyſias, Miinchen 16531; bes 
ftein, mit beuticher Überfeung, ps. 
sen 3. Theil von Bödhs Corpus in- 
graec. 6) Klamer Wilh., ſ. Frantz. 
Orden, ſicilianiſcher Orten, geſtif⸗ 
ept. 1929 vom König Franz I, für 
‚on Civilverdienſt jeder Art; für 5 Klaſ⸗ 
uze, Commandeure, Ritter, goldene u. 
daille; Decoration: weiß emaillirtes 
ldener Einfaſſung, zwiſchen deſſen Arm⸗ 
me Lilien; Mittelichild gelben, Darin 
trene: F.I., darum ein Lorbeertranz 
Seifen die Deviſe: Optime merito 
and: roth mit Blauen Rändern. Die 
ragen auch auf der linken Bruſt einen 
ri. 


ad, Büchereinban in ganz Peber. 
ider, celcrirte ſeidne Bänder, fo ge 
ie zuerft aus Frankreich kamen. 

ıme, Obſtbäume, welche fi niedrig 
; ihre Früchte beißen Franzobſt, als 
Franzbirn 2c. Dieje Art Obſizucht Fam 


me, fo v. wm. Zmergbobne. 

mintwein, fo v. m. Cognac. 

d, Bacwerk aus Weizenmehl, Milch 
Form Heiner Brobe. 

rg, 1) Kreis tes preuß. Regierungs- 
Mund, beſpült von der ftiee, ber 
Ken u. im RW. von dem großen Bin⸗ 
urchflofjen von der Rednits, Trebel u. 
‚niedrig u. fanbig, 20,17 OM., 61,000 
Iezifron. 4. Ruf, VL 


609 


Einw.; 2) Kreisfiabt daf., am Nichtenberger See ı. 


‚ ber Kleinen Trebel; Tuch⸗ u. Leinweberei, Fiſcherei, 


Pferdemärkte; 1350 Ew. 

Franzen, 1) Säume od. Bänder mit dicht berab- 
bängenben Fäden von Gold, Silber, Seide, Wolle, 
Zwirn, Kameelgarn, die zu Beſetzungen von Klei⸗ 
bern, Mänteln, Vorhängen, Bettdecken, Meunbles, 
Kirchenornaten x. dienen. F. mit gedrehten Fäden 
werben geſchnittene F. u. Die mit untermiſchten 
kleinen Troddeln Crepined genannt; fie werden 
von Gold⸗ u. Silberarbeitern, Poſamentirern u. 
jetzt auch häufig im Sächſiſchen Gebirge Annaberg, 
Chemnig, Buchholzre.) von den Klöpplerinnen ver⸗ 
fertigt. 2) Beſatz von etwas breiten Haaren am 
Rande eines Blattes; 3) der aus nach innen bald 
in einfacher, Bald in mehrfacher Reibe vorftebenden 
faftigen Fortlägen od. gefärbten Häutchen beflebende 
Theil des zwiſchen der Mocsbiücdhie u. teren Dedel 
befintlichen Ringes. 

Kranzen, D Adam Wilhelm, war zulegt 
ordentlicher ‘Brofeflor Der Geſchichte zu Kalle, me 
er 1766 ftarb: er ſchr.: Kritiſche Geſchichte ber Lebre 
von der Linfterblichkeit Der Zeefe, Lübeck 1747: All» 
gemeine Öefchichte ber Welt u. Natur, ter Völler, 
ber Staaten, ber Kirche, ber Riffenichaften u. Künſte, 
1. Thl., Berl. 1765; 2. Thl. bearbeitet von J. C. 
Adelung, 1766; neue Aufl. unter dem Titel: Ein⸗ 
leitung zur allgemeinen Weltgefchichte, von A. F. 
Bilſching, Berl. 1769. 2) Baltbafar®corg,geb. 
1776 in Tondern in Schleswig-Holftein, ftubirte 
feit 1794 in Kiel Theologie, wurde 1801 Prediger 
zu Teting in der Landſchaft Eiderfiadt, 1505 Haupt» 
pafter zu Niebüll in Amte Tontern u. 1822 Pfar⸗ 
rer zu Sörup in Angeln, wo er 1537 ftarb; er 
ihr.: Danebrog (bifterifches Gericht); Der Apfel 
ter Eris; Der Tod Les Herrn (lvriich-reiigiöfes 
Drama); Die Auferfiehung u. Himmelfahrt Des 
Herrn (Bericht), Tondern 1516; Gedichte, Frie⸗ 
tribeftant 1612—14, 4 Bde.; Gedichte fiir den 
Haus n. Bürgerftand, Altona 1825, neue Aufl. 
Flensb. 16829; Die Gedichte: Ppramus u. Thiſbe 
u. Das Duell; außerdem: Cbhriſtliche Denkreime, 
Kriebrihsftatt 1818; Hiſtoriſch-antiquariſche Are 
teriucung über die Taufe Des Königs Harald Klagk 
im Jahre 826, Schlesw. 1926. 

Franzen, Frans Michael, geb. am 19. Kekr. 
1772 zu Uleaborg in Finnland, ftudirte ſeit 1755 au 
Abo, durchreiſte 1795 u. 1796 Dänemark, Deutſch⸗ 
land, Holland, Frankreich u. England, wurte nach 
feiner Rücklehr Bibliothelar u. 1798 Profefier ter 
Literaturgeſchichte u. 1501 der Gefchichte u. Moral, 
1504 Paſtor zu Pemar u. Affefior des Domcapitels 
zu Abo, 1510 Paftor zu Kumla u. Salsberg im 
Stifte Strengnäs, 1624 Paftor der St. Clara» 
gemeinde, Vicepräſes Des Confifleriume u. Zecres 
tär der ſchwediſchen Alabemie in Stockholm u. 1831 
Bifchof zu Herudfand; er fl. am 15. Auguft 1947. 
Als Dichter trat er in Stockholms Posten auf; 
er fchr.: Säng öfver Grefve Creutz, 1797 ; Skal- 
destykken , Orebro 1624—36, 5 Bde.; hie beroi⸗ 
hen Epopden Guſtav Mafa u. Colunmibus, Stodb. 
1831 ; Julie de St. Julien eller Frihetsbilden 
(idyllifches Epos), Oretro 1521 ; mit Walliu gab 
er beraus: Profpsalmer, Stodh. 1812 f., 2Heſte; 
in Brofa ſchrieb er 1. a.: Gustaf III. med de 
forsto aderton nf Svenska Acadl., Etodb. 
1836; Skrifter i obunden stil, Xrebro 1835; 
Rabulisten och landtprosten Stodh. 1840 


610 Franzenqualle 


(beutich Lüb. 1842); Selma och Fanny (deutſch 
von Alten, Gothenb. 1843); Predikningar, 1841 
bie 1845, 5 Thle.; Minnestekningar. 1.86.1848. 
Als Secretär ber fchmebifchen Alademie wurbe er 
Berfafier der Biographien berühmter Männer (in 
den Abhandlungen der Alademie abgebrudt). 

Franzenqualle (Callirrhod Peron), Gattung 
der Scheibenquallen (ber Hutquallen bei Dien) ; 
flach od. bulbfugelig, bat viele Fühler am Munde, 
4 große Arme; der Dingen u. ber Mund find ein- 
fa. Art: C. (Medusa) marginatus, häufig an 
den Küften Hollands. 

Tranzenebad (Kaifer » Franzensbad, 
unrichtig auch Aranzenshrunn genannt), Flecken u. 
berübmter Badeort im Bezirke u. Kreije Eger 
(Böbinen), 1 Stunde nördlich von zger, feir 1703 
unter dem Schute bes Kaiſers Franz J., deilen Na⸗ 
men es trägt, erbaut, bis zu welchem Zeitpunkte 
Die Kranken, welche die Quellen benutzen mollten, 
in Eger wohnen mußten, geichmadvoll gebaut u. 
mit trefflihen Brunnenauftalten u. Badehäuſern 
verfehen u. fi) von Jahr zu Jahr erweiternd. Die 
Duellen bießen fonft von dem nahen Dorfe Schlaba 
Schladaer Säuerlinge; als ſolcher war die 
Franzensquelle ſchon im Fahre 1613 mit genauer 
Angabe der Yocalıtät von Macaſius befchrieben u. 
von Fremden befugt. Es werden 6 Quellen benugt: 
a) die Franzensquelle (Branzens-, früher Egerbrun: 
nen), bie fräftigfte n. berühmtefte, vorzüglich zum 
Trinken, auch zum Baden, wird auch viel verſen⸗ 
det; über diefer ift ein Tempel mit einen zum 
Kurjaal führenden Säulengang; b) die jeit 1807 
gelabte Luiſenquelle, zum Baden, beide al- 
aliſch⸗ jaliniſche Kifenquellen; cr die Salz- 
quelle, jeit 1819 betannt, zum Zrinten u. Ber- 
ſenden, ein alkaliſch⸗ſaliniſcher Säucrling; d) der 
talte Sprudel, ein eifenhaltiger Säuerling, 
zum Trinken u. Baden; er tie Wiejenguelle, 
erft feit 1837 benutzt, mit vorwaltendem noch flär- 
terem Salzgebalt, als beider Salzquelle, daher noch 
mehr auflöjend u. abführend; das Gasbad, 
in einem eignen Gebäude über dem verjchätteten 
Polterbrunnen, ſeit 1812 benusst, won der ftar- 
ten Gasentwicklung tejjelben fo genaunt, wird zu 
Gasbädern gebraucht. Außerdem gibt c8 auch noch 
träftige Moor⸗ u. Douchebäter, mie denn bie ganze 
Gegend moorigen u. gashaltigen Boben bat u. 
ehedem ber Boten eines Landſees geweſen zu fein 
fcheint. Das Waller, be. bes erften Brunnens, wird 
als Egerwaſſer weithin verfendet. Die Tem⸗ 
peratur der Duellen beträgt 99 R.; die Hauptwir- 
fung aller Quellen ift gelinde auflöſend, reinigend 
u. ſtärkend, weshalb fie bei Schwächezuſtänden, Un» 
terleibsjtodungen, manchen Geſchlechtokrankheiten ꝛc. 
angewendet werden. Ein eigens errichtetes Cur⸗ 
haus gehört der Stadt Eger. Dem Gründer des 
Babes, Kaifer Franz I. von Ofterreih, ift durch 
Graf Mind-Bellingbaufen 1853 ein von Schwan 
thaler emtworfenes, in Erz gegoſſenes Standbild 
errichtet worden. Die umliegende Gegend bietet au⸗ 
ao Spaziergänge u. Bergnügungsorte, jo Das 

ägerhaus (Siehenbaus), St. Anna, das Egerthal 
mit Sternfelds Garten, liebenftein, Hochberg, 
Waldſaſſen, Seeberg, Schönberg, Wilpftein, Stöcker⸗ 
mübhle, Maria Kulm ꝛc.; merkwürdig ift der Kam⸗ 
merbühl (|. d.). Bgl. E. Ofann, Die inerafquellen 
zu Kaiſer⸗Franzensbad, 2. Aufl., Berl. 1828; 5.2. 
Lauiner, Kaiſer⸗Frauzensbad u. feine Heilquellen, 


bis Franzke 


Eger 1841 ; Palliardi, Die Dineralbäte 
Aufl, Lpz. 19543. 

ranzenskanal, Kanalim Kreiſe a 
gariihen Verwaltungsgebietes Temesva 
bindet die Donau mit ber Theiß zwiſchen 
Bezdan u. bringt fo das fruchtbare Bana 
Donau um 47 Meilen näher; er ift 1: 
Meilen lang, 8 Klafter breit u. 8 Kup tü 
fo wenig Fall, daß die Fahrzeuge auf- 
gezogen werben müflen; der Bau biei 


wurde im Juni 1793 begonnen, 1501 vı 


Schifffahrt aber im Mai 1802 eröffnet. 
Brassense ‚fo nv. w. Kriefente. 
Franzesco, jo v. w. Francisco. 
Kan (Bucb.), jo v. w. Bortfi 
tanzgold, f. u. Blattgold H. 
Franzbagen, Dorf im dänijchen { 
Lauenburg, ſouſt mit Schloß, nad) ib 
Vinie ber Herzöge von Holſtein⸗Franzha— 
1627— 1708, benannt, ſ. Holftein (Gel 
Franzholz, aus Frantreih komme 
baumbolz. 
— — ſo v. w. St. Francis 
.Franzisceo, jo v. wm. Francisco. 
Franziska, deutſche Schriftftellerin, | 
en. 
—— ob: fo v. w. Franciscan 
anj⸗Joſeph⸗Orden, öflerreigiii 
für &ivilverdienft, vom Kaiſer Franz 
2. Dec. 1849 geſtiſtet u. 6. Febr. 18551 
er befteht aus 3 Graben: Großkreuz, &ı 
u. Ritter. Er wird ohne Rüdficht auf t 
burt u. Religion als ehrenvolles Zeich 
cher Verdienſte vertbeilt, gibt tiejelbe 
nungen wie andere Orten (Zutritt zu. 
Appartements), mir Ausnabme tee A 
erblichen Vorrechte. Zeichen: auf cin 
weißen, mit einem goldenen Streifen 
Mittelfelde die Buchftaben F. J. (Fra 
zwilchen ben 4 Kreuzesarmen der gelber 
ihwarzemaillirte 2föpfige gekrönte Ar 
beiden Schnübeln eine Kette halt, zw 
Gliedern am untern Theile Des Kreuzes 
Viribus unitis (mit vereinten Kräften! 
der Rüdieite: 1849. Band: roth. Day 
16. Set 1550 das Cirilverbienftlrenz. 
Stelle der bis dahin verliehbenen Berbu 
in 4 Abftufungen: das goldene mit ber 
goldene, das filberne nit der Krone, ' 
filberne, getreten ift. 
—— jo v. w. Franzenskauag 
nzke, Georg von F., geb. 1594 
in Oberſchleſien, ſtudirte ſeit 1612 in F 
ber Oder u. Königsberg Jurisprudenz. 
Advocat beim Jenaiſchen Hofgerichte, 
der Grafen v. Schwarzburg u. 1633 Ri 
mar; als folher legte er 1633 im Gi 
Streitigleiten zwifchen Weimar u, Alren 
ging in demſelben Jahre auf den rauf] 
vent ; 1644 kam cr al® Kanzler des da 
des Frommen nach Gotha, wurde 164 
u. ft. 1670 in Gotha; er ihr.: Exercits 
ridicae, Jena 1623, 3. Aufl. Heitelb. 
mehrt herausgegeben von 3. ©. Bahn 
1658; Besolutio legis famosissimae 
Sena 1624, Strasb. 1653; Tiractatu 
demiis, Jena 1628, 1664; Commen 
Pandectas, Strasb, 1644; nene Aufl. 


Branzleinwanb bis 


utio de liberis et posthumis haeredihus 
ıendis, Wien, 1644, Etrasb. 1658; Variae 
ıtiones. Gotha 1648, Erfurt 1657; Commen- 
in IV libros Institutionum, Strasb. 1658. 
mzleinwand, ſchwäbiſche, im Garne ge- 
geftreifte Leinwand. 

nz30obft, |. u. Sranzbänme. 

nz3ofen, 1) Bewohner von Frankreich; 
rm, |. u. Dlajenjchwanz; 8) gemeine Be- 
ng ter Beneriihen Krankheit; 4) (Perl«- 
, KRrantbeit des Rintviehe, befüllt vorzuge⸗ 
as weibliche Rind u. ift ale die eigenthüm- 
zirkung eines innern Drifenleidens anzıt- 
Kennzeichen: ungemöhnlich gefteigerter Be⸗ 
Strich, der entweder unfruchtbar bleibt od. 
erkalben nach ficy zieht ; jpäter jeltner, ſeuch⸗ 
dner Huiten, wobei ſich jedoch die Thiere 
ohl befinden (fette %.); ber Huften wird 
e, trodner, dumpf, die Haare firuppig u. 
e, bie Freßluſt it geſtört, es tritt Abma⸗- 
\„ ängftlidhes Arbınen, große Empfindlichkeit 
Drud im ber vordern Bruſtgegeud (magere, 
6) ein; tie Abmagrung nimmt zu ı. das 
bt bald. Wach dem Anfbauen finden fi 
eier inneren Fläche des Bauchfells, dem 
iröſe, auf Bruſthaut u. Mittelfell klum⸗ 
Wärschen od, Knötchen, wie Hirſekörner, 
Saubenartia zuſammenbängend, von braunro⸗ 
über, bleiartiger op, ſchwärzlicher Farbe. Bei 
fr Dauer des Ubels euwickeln fich jene Knöt- 
b au Lunge, Yeber und Nieren. Urſachen: 
liche nabrbafte Kütterung, Mangel an Bes 
gu. Befriedigung des Geſchlechtstriebes, zu 
fe Sebraudh zur Zucht, dunſtige, warme 
es. Pebanblung: ein Pulver von Spieh- 
Edumerel u. glänzendem Ofenruß, von jedem 
Krüb u. Abende, jeresmal 2 Eplöffel vol in 
. Die Homöonpatben wenten bei Anfang ber 
Hiryta carbon., beim Foriſchritt derſelben 
fnsuluh.,, gegen vie tamit verbundenen Bruft- 
erben Silicea u. Mer«. viv. an. Das Fleiſch 
Elben Tbieres kann genofien werden, wenn 
Emicht bereits zu Schr abgemagert ift u. fi) 
on ein Zehrfieber eingeſtellt hat; font ift es 
ME zu unterjagen. 5) (Spielm.), franzöfifches 
£ob. Paroli. 

imojenbar;, Franzoſenholz, Franzo⸗ 
Bien. m. Guajalharz, Guajalholz, Guajul- 


tan! et Buchholz, Dorf, ſo v. w. Buchholz. 
qher Bauſtyl, j.u. Franzöſiſche Kuuſt. 
äh be Beeren, bie Frucht von Itham- 

torıus (fr. (raines d’Avignon); une 


ärbenb. 
söfifcher Bergkümmel, ift Seseli tor- 




























sie Eolonien, tie Niederlaffungen 
Mae (ji. d.) im Auslande. 
14 14 e Eonfeffion, ſ. Confessio gallica. 
söjirched *7 fo v. w. Manſarddach. 
der Dedel, j. u. Bucht ruckerpreſſe. 
e Gartenanlagen find im franzö⸗ 
inact angelegte Gärten. Sie zeichnen 
durch fortlaufende grüne Hedenmwänte, Lau⸗ 
ien mit Kunſtwäſſern, Statuen, Grot⸗ 
rRümmelte Bäume, welche verſchiedenartige 
iche Figuren bilden, Ginfafiungen mit 
n. einer Umgebung ter ganzen Gare 


Franzoͤſiſche Kunſt 611 


tenanlage mit einer undurchdringlichen Mauer ⁊e. 
Wegen ihrer Sieifheiten. Einförmigkeit find die ans 
ber Ludwigſchen Zeit herſtammenden Fen ©. jetzt 
meiſt mit den Engliſchen vertauſcht. 

Franzöſiſches Hußn(Urevecoeur-Hubn), 
ſchöne, robuſte Hilhnerrace, hat ſehr ſtark entwickel⸗ 
ten Körper, breiten Rücken, kurze ftarfe, reich befie⸗ 
derte Schenfel, einen Kamm, ber in 2 Spitzen aus⸗ 
läuft, duukelſchwarzes Gefieder mit blaulihem ob. 
grünlichem Bronce⸗Luſtre an Kropf-, Rüden, 
Schweif⸗ u. Blügelietern, da® übrige Gefieder if 
mattſchwarz, mit Ausnahme ber braunſchwarzen 
Bürzeliedern. Dieſe Race liefert daB ausgezeich⸗ 
netfte Fettgeflügel u. ift von großer frühreife. 

Enapi ide Jagd, fo v. w. Parforcejagb. 

Franzöfiſche Karten, vie zum Pharao, Wbift, 
Piquet u. andern Kartenipielen faſt allgemein üblichen 
Karten, deren vier Farben Coeur (Herz), Carreau 
(Edſtein), Treile (Kreuz) u. Piyue (Schüppe) 
heigen. Bal. Spielfarten. 

ranzoͤſiſche u. Franzoͤſiſch⸗katholiſche Kir⸗ 
che, |. Gallicaniſche Kirche. 

J—— Kloben, Unruhkloben (f. d.) der 
Taſchenuhr, wenn er mit zwei Schrauben auf der 
Platte der Uhr befjeſtigt iſt. 

Branzofiihe Kunft. Die mannigfachen Ele⸗ 
mente, welche die franzöſiſche Nation zuſammen⸗ 
jegen, u. bie eigenthünnliche Yage Frankreichs, deſſen 
weit geftredte Deerestüften im Süden ben Völkern 
Italiens, im Norden Denen Britanniens ı. Sfan- 
binavien® Zugang gewährten, gaben biefem Yande 
eine ungemein vichgeftaltige Runftentwidelung, u. bei 
feinem andern Volle baben Die verfchiedenen Pro⸗ 
vinzen eine jo greße Selbftändigkeit in Der Ausbil⸗ 
bung eigenthümlicher Bauftyle an ben Tag gelegt, 
wie bei ber franzöjiihen. Die jürlichen Gegenben, 
tenen zuerft der romaniſche Kirchenbau überkam, 
bielten unter der Einwirkung noch zahlreich vor⸗ 
bantener rämiſcher Baumerfe an ber antiken Tra⸗ 
dition feft, wäbrend die nördlichen Herzogthümer 
hen früh Die romaniſche Bauweiſe in eigner Art 
modificirten u. die mittleren Theile Frankreicht 
ein Gemiſch ſüdlicher u. nördlicher Eigenthümlich⸗ 
keiten in der früheſten Periode chriſtlicher Bauthä⸗ 
tigleit aufzuweiſen haben. Der Romaniſche Bauftyl 
tritt im jüblichen Frankreich ſchon in den erſten Jahr⸗ 
zehnten bes 11. Jahrhunderts in origineller Weiſe 
ausgebilbet aui. Charafteriftiich für dieſe Bauten if 
die Auwendung des Tonnengewölbes, Die Oliederung 
tes Chors durch mehrere Apfiden, gewöhnlich zu dem 
Seiten einer Hauptapfis, u. die Sorgfalt, welche 
auf die den antifen Werken nachgeahmte Ausſchmü⸗ 
Aung ber Façaden verwendet ıfl. Neicher ale in 
biefen in der Provence vorloinmenben Kirchenbau 
ten iſt das Innere in den frübften Kirchen ber 
Auvergne gegliebert, wo ſchlanke Säulen mit zier- 
lihen Capitaͤlen die Pfeiler gliedern, auch wohl 
ohne etwas zu tragen an ben flachen Pfeilerwänden 
auffteigen u. die Seitenfchiffe ſich jenfeit® Des Quer⸗ 
ſchiffes ald Umgang des halbkreisförmig fchließenden, 
in mebreren fapellenartigen Apfiven ausladenden 
Chores fortfegen. Diefen verwandt find die kirch⸗ 
lien Bauten ber erften PBeriote in Burgund, we 
aber ſchon eine freiere Behantlung der antilen Kor» 
nen ſich kundgibt. Weſentlich verſchieden aber von 
dieſen Burgundiſch⸗Provenzaliſchen Bauten zeigen 
ſich die erſten Schöpfungen ber chriſtlichen Vau⸗ 
kunſt in Süd⸗Weſtfraukreich. Hier el cht ber byzau⸗ 

3 x 


612 
Uniſche Kuppelbau, modificirt Durch den Einflu 


ß 
der romaniſchen Bauten, ſo daß der Grundriß ſich | 


wie bei diefen in die Länge ftredt u. ein ausgebil- 
deter Chor jenſeits des Querjchiffes mit einem Um⸗ 
gang u. mehreren Apfiden ſchließt. Das Langbaus, 
ohne Abfeiten, tft von einer Reihe Kuppel über- 
bedt, deren jede auf einem quatratiich aufgeführten 
Mauerwerk ruht. Ein eigenthümliches Gepräge, 
obwohl in der Anlage ſich den franzöſiſchen Bauten 
anſchließend, tragen die Kirchen in Poiton in ber 
äußern Erfcheinung, welche das celtiiche Element an 
der wunderlich phantaftifchen Überkleidung der Faça⸗ 
den mit Sculpturen ertennen läßt. Einen gan 
jelbftändigen Entwidlungsgang nahm die Baufunft 
in Norbfrantreich, wo der normanniſche Volksſtamm, 
von der flach gededten Baſilika ausgehend, zuerit 
das Kreuzgewölbe zu allgemeiner u. origineller An» 
wendung brachte, wontit zugleich die reichere Ent» 
widelung bes Pfeilers in enger Beziehung ftand. 
Bedeutfamer für tie Entwidelung ber Architektur 
Frankreichs wurde ber Einfluß germanifcher Ele⸗ 
mente im Norden des Yandes, während der 2. Hälfte 
des 12. Jahrhunderts, wo, während in der Detail⸗ 
bildung noch an den romaniſchen Grundlagen feſt⸗ 
wurde, die Conſtruction bie erfien Anfänge 
es Sothifhen Baufyftems zeigt. Eins ber Älteften 
Dentmöler der Übergangszeit vom Rundbogen zum 
Spitzbogen ift die Abteifirche von St. Denys, an 
deren 1140 vollenbeter Fagade beide Bogenformen 
zugleich vorkonımen. Die conjequente Durchfüh⸗ 
rung des gothiichen Syſtems blieb aber ben rein 
ermanijchen Völkern vorbehalten u. wurde, aufbeut- 
* Boden zur Vollendung gelangt, als etwas 
Fertiges wieder nach a verpflanzt. Charaf- 
—28 für die franzöſiſche Gothik iſt, daß ſie auch 
während ihrer Blüthezeit zu Ende des 13. u. zu 
Anfang des 14. Jahrhunderts das horizontale Prin⸗ 
cip nicht ganz fallen läßt, indem namentlich die 
Façade duch ein großes Nofenfenfter, durch ſta⸗ 
tuengefchmildte, über die ganze Breite der Fronte 
Binlaufende Galerien u. turd Abichließung ber 
Thuͤrme mit einem Gefims od. einer Gallerie ben 
Horizontalismus aufrecht erhält. Mit Beginn bes 
15. Jahrh. hebt ver Verfall der Sothik in Frankreich 
an, u. der fogenannte Flamboyantſtyl (j.d.) beginnt 
bie reinen gothifchen Kormen zu verbrängen. 
Während des Verfalls der Gothik kam das Stre- 
ben nad) einer ornamentalen Überlatung ber architel- 
tonischen Kormen der Bildhauerkunft zu Gute, 
welche fih im 15. Jahrh. als felbftäntige Kunft aus 
ihrer Abhängigkeit von der Architektur befreite. Die 
Kriege Karla VIIL u. Ludwigs XII. vermittelten 
eine nähere Belanntfchaft mit ven Reften ber anti« 


ten Sculptur in Stalien, u. ſchon aus dem Ende des | 


15. Jahrh. bat Frankreich treffliche Grabmonumente, 
Iogat Portraitftatuen, aufzumeiien. Der namhafteſte 
Künftler, deſſen bilbnerifche Thätigleit zum Nach⸗ 
fireben aufforberte, war zu Aufang des 16. Jahrh. 
Sean Goujon, welcher neben chriftlichen auch antite 
Stoffe zum Borwurfnahm. Aber die nationale Fort» 
bildung diefer vorzüglichen Anfänge einer ſelbſtän⸗ 
digen Bildkunſt wurde bald gehemmt durch ven Ein 
fluß, weichen die von Franz I. nach Frankreich ge» 


rufenen italienifhen Künftler, unter denen manıente | 


lich Primaticcio für die Berpflanzung bes florentiui⸗ 
ſchen Manierismus nach Frankreich Sorge trug, 
auf die heimische Kunft ausübten. 


Inzwiſchen war auch bie Malerei aus einer 


Franzoͤſiſche Kant 


banbwerfsmäßigen Technik eine freie $ 
den. Als Miniaturmalerei ſpielte viei 
10. Jahrh. eine untergeortmete Rolle ı 
fang bes 14. Jahrh. gingen die Minh 
— Herſtellung deo 
ſchmucks ab u. verwandten größern Fl 
fere Ausprägung ber Formen u. cer 
nung. Der Tonft goldene cd. ſchachbi 
tergrund der Figuren löſte fich in ei 
liche Beripective anf, u. da Der Geld: 
ftent u. Großen an biefen Diniaturer 
dernollfommnete fich biefer Zweig ber 
u. gegen Ende des 15. Jahrh. erre 
ganz originell aus dem Stubium der 
ntife unter Einwirkung der Flandı 
ſchule hervorgegangen , ſeine bachfte 
diefer Zeit an machte fi der Einfinf 
ſchen Künſtler bemerkbar. Borzüg 
franzöftiche Künfller um dieſelbe Fr 
malerei, welche feit dem 11. Jahrh. i 
ebenfo in ber Schmelzinalerei, welch 
fit in Linıoges hatte. Die Tafel- n. 
Dagegen war m an zurüd 
— L berief deshalb, als er der 
ontainebleau einen reichen Bilder! 
ben wollte, mehrere itafienifche Künfl 
weile von anderen gefolgt, die 
Fontainebleau bildeten. Der f 
wurde bald u. zwar zum Nachtbeil 
Kunft der herrſchende. Die effectvo 
überteog dem geiftigen Gehalt der Sı 
fer Schule, u. erft gegen bie Dtitte 
zeigt fih ein befferer Geſchmack ıı. ei 
38 Kunſtentwickelung, deren 
Clande le Lorrain, Nic. Bouffin u. 
Die erſte Hälfte der Regierung Ludwi 
eine Glanzperiode nicht nur der Maler 
der bildenden Künſte überhaupt. J 
iſt ein Zurückgehen auf die Antife be 
gleich das Streben durch Großart 
niren. Daß die Schönheit u. Reinb 
dabei meiſt unter dem Bemüben € 
wunderung zu erregen, leiden mußte, 
aus dem Charalter jenes Fürſten 
Zeit den Stempel feines eigenen Me 
Die Baulunft, melde von Zt 
Verblühen der Gothik eine neue Am 
hatte u. al& Renaiffance auch in Sri 
Antike zurildging, erhielt ein reich 
Thütigleit in den Profanbauten für 
private Zmede. Schon während b 
hatte der Renaiffanceftyl eine Anza 
Schloßbauten, jo den alten Louvre, 
Theil der Tuilerien, den Küchenbof zu 
u. a. hervorgebradyt. Das bedeutent 
Styls unter Yudwig XIV. mar 
Schloß. Aber ſchon im letten Jah 
Jahrh. beginnt Die Ausartung beijelt 
u. bie Würde, welche bie breiten Rafl 
werls bervorrufen, gebt verloren in 
und Zänbeleien mit Ornamenten, n 
tails fuchen den Mangel fchöner G 
zu erjegen, Mit Riefenjchritten brich 
occoco- od. Zopfftyl herein, deſſen 
Prunken bei innerer Leere au t 
Bildhauerfunft u. Malerei fennzeichn 
ſich gegen Ende der Regierungsgeit 
wieder ein Zurückgehen auf die Anti 


Branzöfifihe Literatur J. 


Sr 


5 Reſultat einer As Laune al® | zeitalter liegt, jo daß bie frühere dem Mittelgfter 


aadslänterung, jo in dem Garde- 
in bem Pantheon (Genovevafircke). 

u. Bildhauerkunſt waren jet 
3 17. Jahrh. ganz beuf Wandlun⸗ 
gauknnſt unterworfen. Erſtere entfal- 
brun u. Mignard in ber Berſailler 
e Blüthe im Anfange der Regierung 
V. er kam zu keiner freieren ſelb⸗ 
twidelung, u. bie Erſcheinung Bujets, 
oquetten Klafficität jener Zeit mit der⸗ 
ismus Re eine ganz ver⸗ 
der Bildhauerfunft äußerte ber 
egen ben Geift ber zepheit eben fo 
aukunſt als ſtlaviſche Nachahmung ber 
— gi er nee 
abei in Kran aft durchweg maß- 
Anfang des 19. Jahrh., namen 


Reftauration, begann ein frifcher NRa- | 


auf charakteriſtiſche Darftellung bes Le- 
tlich bei Porträtftatuen, ausg 
eitig Maffiihen Idealiomus anzuflre- 
aupt diefer modernen naturaliftiichen 
en b’Anger. — — F 
offe Uebergang vom Zopf zur Angſt⸗ 
Antike Ar Louis — — Maler 
on u. Kaiſerzeit. Freiere Bewegung 
die Malerei in Frankreich erſt während 
tion, als Horace Bernet, Delacroir, 
u. vor Allen Paul Delaroche fih un- 
r Natur u. dem Leben zumanbten. 
Romantiſche Schule, melde Bu 
enre ungemein förberte, zeigte indeß 
Sartung in einjeitiger Berlolsung der 
Richtung. Der fprechenven, bis ins 
t Kopie des Lebens wurbe das höhere 
voller Schönheit u. ideeller Berllärung 
eit geopfert. Das Haſchen nach Effect, 
übte Auge bes Laien zu bienben, führte 
he Schufe zu dem äußern Pathos zu⸗ 
ches Louis David nicht binauslonnte. 
romantifche Richtung trafen hier auf 
e wieber zuſammen. Zwiſchen beiben 
yauptete Ingres eine ziemlich ungbhän- 
zu übte als Lehrer zahlreicher Schliler 
„gen Einfluß auf die —— 
it. 


en Zei 
die Literatur. Datei auch bie $.2. 
in gültigen Geſetze, baß bie Literahır 
nur das geiftig burch Rebe u. Schrift 
tionalbemußtiein mobificirt burch ben 
das Ergebniß bes Rationalche 
iſtes fein muß, nicht entgehen konnte, 
', vermöge ber Beweglichkeit, mit der 
weinen Elemente der neueren abenblän- 
turen en er Bei den am 
ınszuprägen wußte, gewiſſermaßen zur 
: Sa Kr 3 Kane bes 
‚laun bie F. L. gu ber Zeit 
o fih aus ben verfchiedenen Bälle. 


peldhe bie Bevölkerung Galliens nah 
& bildeten, ein 


des Wefrömifchen Rei 
das franzäfiiche, entwidelt haste. Ühre 
en baber in bie Zeit ber Karolinger, 
reich von Deutſchland getrennt hatte 
veiben Völker feine eigenen Bahnen ein- 

Snwwidelung f erfolgte in zwei 
en, zwiſchen beuen rmations- 


d, ge⸗ 


Lehrenden u. Schreibenden 





ufällt, Die jlingere aber, bie man gewöhnlich mit 
Kran; T. Beginnt, ter neueren Zeit Se 
Je ach deu Drei Hauptpotenzen, welche das ganze 
geiflige u. jociale chen des Mittelalters geſt 
lafien ſich aud drei Entwidelungsphafen der Er 2. 
vor ber Zeit Franz I. unterfcheiden, von denen 
erfie, umter ber Herrſchaft des Chriften- u. Kirchen⸗ 
thums, bie Zeit von der Begrüubung bes Frauzb⸗ 
hier bis zum Anfang des 12. Jahrh. um⸗ 
aßt; die zweite, Die Blüthezelt ber eigentlich mittel- 
alterlichen Titeratur, das 12. u. 13. Jahrh. begreift 
u. zugleich die Blüthezeit bes Lehn- u. Rittertbums 
bildet; enblich bie tritte, weldhe vom Ende bes 13. 
bis zum Anfang des 16. Jahrh. reicht, die in der 
Ausbildung bes König- u. — owie bie 
Zeit der Gegenfäge u. bes Überganges von ber mit⸗ 
telalterlichen zur modernen Literatur. 
I. Erfte Periode. Bom Beginn ber 
ranzdjifgen Literatur bis zur Zeit 
ranzl. A) Bis zu Anfang des 12. Jahrh. 
ach dem Sturze des Weſtromiſchen Reiches wurbe 
and) in Frankreich das Chriſten⸗ u. Kirchenthum 
das mädhtigfte ſociale Bildungsmittel für das nen 
erfiehende Staatsgebãude, fowie das neue on 
princip u. bie mädtigfte geiſtige Potenz, ber fich 
affimifiren ı. unterorbnnen mußte. Daher mußte 
auch die geſamnite Literatur eine veligids-Firdh 
gärbung u. Tendenz belommen, wie denn auch bie 
eologieale Bi entchaften — en fuchten. alle 
em geiſtlichen Staude 
(baber Clares) angehörten, Zugleſch ſchrieb man his 
zum 9. Johrh. nur lateiniſch, in Der Sprache der 
Abenbländiſchen Kirche; doch zeigen ſich ſchon früber 
Spuren davon, daß ſich bie, rouianiſchen Bolle— 
mundarten (j. Romaniſche Sprachen u. Frameſiſche 
Sprache), ſowie bie Formen ber Bollepoeſſe von 
ber Lateiniſchen Sprache u. deren ſtrengen melti⸗ 
Ihe Geſetzen abzufonbern m zu emancipiren ſuch⸗ 
ten, u, fo ſich bie Keime zu einer jelbflänbigen Na- 
tionalipradye u. Nationalfiteratur zu bilden began- 
nen, Es ift nicht zu begmeifeln, daß bie bad Dama- 


lige Kranfreich bewohnenden Bölfer, wenn auch feine 


eigene Viteratur, fo Doch einen Schabs von Sprüchen, 


Liedern u. Sagen befaßen. Nicht blos bie alten cel- 
tiſchen Sallier hatten eine eigene veligiös-nipftiiche 


u. epijche Poeſie, von welcher ſich bei ben heutigen 
Bretonen (j. Bretoniſche Sprade u, Yiteralur) noch 
Nefte u. Nachklänge finden, ſondern auch eingebrun- 
gene germaniiche Stämme brachten ibre Sagenpoeſie 
in bie neue Heimath mit, wo fie fih_meiter ent» 
widelte (Ziegeslieb ber Franken unter Thlotar IL). 
Auch bie romanifirten Bewohner Galliens 6 

ihre vollomãßigen Lieber jr in ber I 
Schriftſprache, wie viele Beiſpiele bemeifen, 
auch in ben galliid-romanifchen Dialelten, wohl 
wir zwar feine Dentmäler, aber doch 


Bigte hiſtori iffe befiten. Kür Letzleres 
Price end, Bien nfang . Jahrk. Ber 
reits an — — — 
Hauptmundar ra 

u. das Nordfranzoſiſche (. ſi 3* 
nur erſt dann Überhaupt möglich war, ale 
einen charalteriſtiſch verichiedenen Gruubton exhal⸗ 


ten hatten. Doc konnte in dieſem Zeitraume, wo 
erſt die Keime zu beiden Literaturen gelegt wurden, 
die Grundvei ſchiedenheit noch nicht zur Geltung 
Lommen, namentlich weil ſie durch ben dominiren⸗ 


den lirchlichen Zeitgeift noch in zu engen Schranten 
“gehalten wurde. Der Stoff war faft nur ans kirch⸗ 
‚Ligen Schriften u. Überfieferungen genommen, bie 
Vendenz eine religiös-paränetifhe, bie Form eine 
Nachbildung einer Beam a Atelelichen Kirchen⸗ 
oefie; die erſten namentlich befannt gewordenen 
tſieller in beiden Mundarten waren Geiſt⸗ 
üiche, die nach lateiniſchen Vorbildern arbeiteten. 
Die ätteften Denkmaler in en ar 
nd: Bruchſtück eines Lebens bes Bo ‚ das 
ben Zweck ber Erbauung behandelt u. gegen 
Ende bes 10. Jahrh. verfaßt war; bie Legen⸗ 
ven vom St. Amantius u. der Sta. Fides von 
Agen, nach bem Lateinifchen, aus bem 11. Jahrh.; 
halb Yateintfche, halb romaniſche Kirengelänge, 
wie das Mofterium von den weilen u. thörichten 
Jungfrauen, bie Todtenfeier des St. Stephan 
aus dem 11. Jahrh.; ferner gehören hierher die 
moraliſchen u. religiöfen Dichtungen Der Walben- 
ſer (j. d. in einem eigenthümlichen (beim, piemonte 
ſiſchen) Dialekte, aus bem 12,, tbeilweife yielleicht 
noch aus bem 11. Jahrh. ſowie einzelne funftmäßige 
Summen, nad Art ber lateiniichen, aus dem Ans 
fang bes 11. Jahrh., in denen ſich die Anfänge der 


Kunftpoefie ber Troubabours jeen. Ebenfo ber 


eben bie erſten jchrüftftellerifchen Berfuche in nord» 
—5 — Mundart in Übertragungen u. Nach⸗ 

dungen lateinijcher Originale * aueſchließlich 
Urchlich religibſen Inbults; dahin gebört die Proſa 
von ber Sta. Eulalia, das älleſte rhythmiſche 
Dental im nerbfranzöfiichen Romanzo aus dem 
9. Jahrh. (herausgeg. von Hoffmann von Fallere- 
(eben n. Willeme in beren Einoneusia, 2 Aufl., 


Gent 1845) ; bie Baraphrafen von ben Büchern ber | my 


Könige u. ber Mallabäer, aug dem 12: Jahrh. iu 
Brofu aber mit verfificirten Stellen untermifcht, 
- welche nebft einem Bruchſtück einer Moralität über 
* u. ber Überſetzung mehrerer Predigten bes 
"St. Bernhard, aus dem 12. Jahrh., von Lerour 
de Lincy, Paris 1841, herausgegeben wurden; 
Seltigeniegenben, wie La passion de Notre 
eigneur u. La vie de St.-Leger, zwei Gebichte 
bes 10. Sahrh., u. La vie de St. Alexis, ein Ge- 
dicht des 12. Jabrh. (herautgeg. von Haupt in beffen 
eitſchrift, Bd. 3), die in Bezug anf ihre poetiſche 
orm gi voftsmäßig find. Vgl. Diez, Altroma- 
: prachdenfnale, Bonn 1846. 
? Der zweite Abſchnitt, das 12. u. 13. 
Zahr h., umfaßt die Blüthezeit ber Literatur bes 
anzöfifchen Mittelalters. Der Lehnsſtaat u. das 
itterthum war mit den Krenzzligen zu voller Ent- 
wickelung aelangt; unter dem Einfluß der feineren 
 höfiichen Geſelligkeit (Courtoisie), des Frauendien⸗ 
ftes (Galanterie), fo wie der ſich anſchließenden 
‚ Geiftlichkeit, erwuchs das ideale Ritterthum (Chova- 
— „welches auch der immer mehr ſich entwickeln⸗ 
den 
“xalter, Tendenz u. Färbung verlieh. Obgleich jos 
wohl bas filblicge, wie das nörtliche Bıantreic, 
Kon demſelben Zeitgeifte beeinjlußt wurten, ı. 
beide Literatimen ihre formelle Bildung zunächſt 
‚ ber mittellateiniſchen Kirchenpoefte verdankten, fo 
kann doch noch nicht von einer allgemeinen Ben L., 
ondern nur von zmei ſelbſtändig nebeneinander be» 
ſehenden —* 
fchen u. ber provenzaliſchen, bie Rebe fein. Wäh⸗ 
rend fich bei ben Provenzalen in Südfrankreich bie 
Nationalliteratur glei von vorn herein als Kunſt⸗ 


attonafliteratur ihren eigenthlünlichen Cha⸗ 





| 





erliteraturen, ber norbiramydfle | Die wichtigften gedruckten Epen dieſet 





ten als vierte Klaſſe — Dichte 


183250, 12 Bbe.); 
*beruntäeg. von · Mi 


Franzöſiſche Kiteratur T. 


Iyrif geſtaltete, trat fie m Nordftanft 
germanischen u. celtilchen Elemente ei 
tige Romanifirung bes Bolles mid 
hatten, ale seltemäbige Epit, epiſche © 
bung u. Iholaftiiche Didaktik auf. A 
Norpjrauteeih die ſich Aunfimäfige 
Porfie ſtete mit ber Bolfspichtung, 
baupt mit. ben Herzblut bes Bolle⸗ 


* Die großen nordfranzdfiichen 
epen laſſen ſich in auf ihre Form 
in gefagte u. geſungene (Übansons de | 
* te ob. gelefene(Romans, Contes) 
— —— 

ro normanı 
diſchen u. dem bretonifeh-normanbifce 


antite u. o de Stoffe inı ve 
Tone u. Colorit bein. Als One 
a en hen Epen wer 
lebende Trabiti 


tchneten Geſchi 
—— 


Nationalepen, in denen jedoch noch d 
—* — an t h : 
aupttbema bilden u. das rob-egoifl 
thum vorherrſcht, erfolgte zur Zeit bei 
tinger; um bie Zeit Philipp Augufte 
Krenzzlige erhielten fie Die Weihe zu di 
lichen Epen, in benen bie Karolinger 
dime w zu Borlämpfern ber Chrifte 
über den Hauptfeinden berfelben, be; 
umgeftalteten. In ein britte® Stabiu 
die Entwidelung ber Epif nnı vie 9 
Jahrh., als bie Begeifterung für bie 
das fromme Rittertyum vorüber war 
Epen, willkürlich umgebichtet, mit € 
Kreife verfhmoßen mwurten u. man 
Den u. Qunbertbaten auf ven 
er einzuwirken fuchte. Die vorzäglic 
gefchlecdhter, deren Großthaten u. Geid 
gen, u. um bie fi) bie Abrigen grurpi 
urgundiſche des Gerars be Rouffill 
thringifchebelgifche ber Loherains, ba 
Königsgeichlecht, das auftraftjch-beutf 
fin de Mayence u. das aquitaniſch⸗ 
bes Sarin de Montglave. Mehrere € 
verfchtebene Hauptzweige (Branches! 
u. eneykliſch bearbeitet wurden; and 
meiſten dieſer Epen in verſchiebenen 
Homans des donze pairs Je Fr 
a chanson 


; Bar. 1836, ver 


Sranzöjifche Literatur I. 


‚615 


ıarlemagne, an Anglo-Norman Poem | matbia, bee ritterlichen Geltenapoftel®, u. fübiran- 


3. von Dlichel, Fond. 1836). 
en desnormanniſch⸗normandiſchen 


zöſiſchen Sagen, u. verwandte tiefe phantaſtiſchen 
Gebilde zur Verherrlichung des idealen geiſtlichen 


reiſes entlebnten ihre Sioffe beſ. dem Ritterthums, namentlich aber feit der zweiten Häifte 


de u. Thaten ihrer eigenen Sergöge u. Kö⸗ 
erfieren gehören das Lai d’Haveloc le 
berausgeg. von Madden, Lond. 1525, von 
el, Bar. 1533) u. der Roman du roi 
rautgeg. von Michel, Rar. 1545), zu letz⸗ 
Zoman de Robert le Dinble (herautgey. 
utien, Par. 1537), Waces (f. d.) Roman 
et des duca de Normandie (berausgeg. 
uet, Rouen 1527); Benoits Chronique 
de Normandie (herausgeg. von Michel, 
—44, 2Bde.) u. a. Ja ſelbſit einzelne Rit⸗ 
teurer wurden in Gedichten efeiert, wie 
wer Llistoire de Foulques, Fitz- Warin 
g. von Michel, Bar. 1940) u. Roman 
he le Moine, pirate fameüx (herausgeg. 
el, Rar. 1934). 
en Poeſien tiefes Kreiies, welche, wie 
rere Gedichte Les karolingiſchen Kreiſes, 
termantiiher Mundart (der Höfe ven 
London abgefagt find, zeigt fi) mebr 
er Verſchmelzung mit celtiihen Zagen 
n, woher fid) Das hobe Alter, Der Reich» 
meite Zerbreitung des bretoniſch— 
diſchen Sagenkreiſes erltärt. Lie 
je deſſelben bilteten tie celtiihen Sagen 
chen Mytben, welche, als das Ritterthum 
Herrſchaft gemanı, in chevaleresles Ge⸗ 
leidet u. zur Verherrlichuug ber Ideale 
rihums benutzt wurden; ſie nahmen bald 
kunſtmäßige Geſtalt an, wurden faſt nur 
hen Dichtern vertagt u. blieben für bie 
höfiſche Geſellſchaft beſtimmt. Dieſes zeigt 
lſchon das bis jetzt älteſte Denkmal dies 
6, die nach der lateiniſchen des Gottfried 
mouth bearbeitete Reimchronik od. Brut, 
nermankiichen Treuvere Wace, ans dem 
35 (herausgeg. von Leroux de Liney, Rouen 
3, 2Bde.). Vorzüglich wurden bie celti⸗ 
zen von den anylonermantiihen Treue 
Hofdichtern bes englischen Königshauſes, 
kleineren epifetenartigen Erzählungen, ben 
18 in größeren u. colliſchen Dichtungen 
s H’Aventure) zur Verherrlichung Des 
Ritterthums, ſowie bebnis ter höfiſcherit⸗ 
[benteuer liebenden Geſellſchaft verarbeitet. 
ı Lais ſind am berübmteſten Die Der Marie 
e (herausgeg. von Requeiort, ‘Par. 1820, 
Zu den größeren Dichtungen über Arthur 
itter der Taictrunde: Romans d’Aven- 
la Table Bonde- gereren tie von Trie 
olde tin Ir. Piidels The Poetical Beo- 
af Tristan. vend. 1835, 2 Pre); ferner 
alier nu Lion. Lie Geſchichte Iweind cut: 
n der Lady Gueſt Mabinoeion. Bd. 2.; 
k, herausgeg ven Keller, Tüb. 1841), vom 
Ehrriftien ven Treves, Tem fruchtbarfien 
e Bicles Sagenkreiſes (wal. Holland, 
von Troies, Tüb. IS51), Ber auch Den 
rdela Churrette od Lancelot verfaßte 
geben von Tarbe, Rheims 1849, von 
, Haag 1839 — 51, 2 Bre.. Nach einer 
dichtung bin verichmmelz man Die breteni— 
en mis ter Legende ven Joſeph von Arts 


u. angelſächſiſchen Sagenfreije od. feierten , des 12. Jahrh. zur Verbreitung ber Geheimlehren 
= ı ber Templer (Tempeleifen) an. 


Arthurs Tafel» 
runde murde mit ber Genoſſenſchaſt tes Tempels 
u. des Heiligen Graals in Verbindung geſetzt, zu 
Trägern ber Idee des geiftlichen u. weltlichen Rit- 
terthums gemadt u. Diefe in ten Romans de la 
quete du St. Graal big zu ihren äußerften phan- 
taftiihen u. myſtiſchen Spitzen ausgebildet; dahin 
gehören ter Roman du St.-Graal (beramsgeg. 
von Michel, Bordeaux 1841) u. verichiebene Berle 
des ermähnten Chreftiens te Troves, wie ter Ro- 
man de Perceval li Galoia, (Bgl. Rochat, Über 
einen bisher unbelannten Percheval li Galois, 
Zürih 1855). Faſt gleichzeitig jetoch wurden in 
Englaud, auf Veraulaſſung der Könige Heinrich JI. 
u. Heinrich HIT. zu Ente des 12. u. in der erften 
Sälfte des 13. Jahrb. von gelebrten Meiſtern 
(Clercs, Maistres) biefelben Steffe in Profaro⸗ 
manen verarbeitet, vun Denen bie meiften, wenn 
auch verjüngt et in Überurbeitungen u. Auszügen 
gegen Ente bes 15. u. im Lauie des 16. Jahrh. 
getrndt wurden. Tiefe find nach ber Zeit ihrer 
Abfaſſung: ter Roman du St.-Graal ou de Jn- 
seph d’Arimathie u. der Roman de Merlin 
von Robert de Borren, ter Roman de Lancelot 
du Lac, ter Itoman de la quöte du St.-CGiraal 
u. ter Roman de la mort d’Artus von Walter 
Map; ter Roman de Tristan, begonnen von Lu⸗ 
ces de Saft, beeubet von Helis be Berron; ber 
Roman de Gyron le Courtois, vom letztgenann⸗ 
ten Dichter. 

Neben biefen Zugenkreifen finden ſich auch ſchon 
frübzeitig Dichtungen, welche ihre Stoffe ten an» 
tiken Sagenkreiſe entnebmen u fih nır in 
Form u. Einleitung den nationalen Epen anfchlie- 
gen. Naınentlih wurde die Zage von Trojas Zer⸗ 
ftörung häufig bearbeitet, wie fcben von dem anglo⸗ 
normandiſchen Trouvere Benoift be Saint» More, 
einem Zeitgenoflen Wacee, der ben Roman de la 
destruction de Troy es ſchrieb: vemnächſt waren es 
die Thaten Alexanders bes Großen, welche ben rit- 
terlichen Geiſte jener Zeit entſprachen. Die Aferan- 
berfage wurde im mebreren Branches von verſchie⸗ 
denen Dichtern des 12. u. 13. Zahrh. bearbeitet, 
mie von Nlerandre de Paris u. Lambert li Cors um 
1184 (beransaeg. won Michelant, Stuttg. 1846) u. 
Aymeé de Barcımes, um 1159. Nach letzteren Ge⸗ 
dichten führen die Alexandriner ſ. d.) ihren Nanıen. 
Außerdem gibt es nah Vachahmungen mit mittels 
altertichen Coftiin der Aneide, (Vgl. Pev, Essaı 
sur li romans öEneas. Par. 18561, ber Thebaide, 
Thejeide, der Argenautica u. dergl. Nachdem bie 
Bibel durch Paraphraien, Der Irient Durch bie 
Krenzzilge dem vaien u. dem Abendlande näher ge» 
rüct war, begann man auch bibliſſche Stoffe, wie 
tie Geſchichte von Judas Maccabäns, ſowie or ien⸗ 
taliſche Sagen in altiranzöſiſchen Epen zu bear— 
beiten. Dahin achören die Dichtungen von Bars 
laam u. Kofaphat, Deraffins (ven Vautiers Ar: 
ras um 1218 verfaßt, beramsgeg. von Maßmann, 
Quedlinb. 1812); Goenmades, von Adenez le Rei; 
Flus u. Blanatlo-, mach mauriichen Sagen her- 
audgeg. ven Bekker, Vet 181) 2c.; anch loecale 
u. gemiſchte Sagen, bie nur äußerlich mit irgend 


616 


Sranzöfifche Literatur L 


einen ber größeren Sagenkreife verknüpft find, | ſchränkt, trug fie einen ganz ſchola 


wurden zı umfangreieren, epiich gebaltenen Dich- 
tungen benntzt. Dabin gehört vor allen der Ro⸗ 
man von Partenopeus de Blois vom anglonorman- 
difhen Trouvere Denis Piranıus im 12. Jahrh. 
(herausgeg. von Robert, Par. 1834), vom Comte 
de Poitiers (herausgeg. von Michel, Par. 1831) u. 
derſelbe Stoff in mehr funftmäßig rtterfiher Sorm 
im Roman de la Violette (berausgeg. von Michel, 
Bar. 1834), von Gibert de Montreuil im 13. Jahrh. 
verfaßt. Letzterem ähnlih an Form u. Behaudlung 
des Stoffes find die Romane vom Kaftellan be 
Coucy (f. d.) u. von Guillaume de Dole; halb in 
Brofa, halb in Berjen die Erzählung von Aucaffın 
u. Nicolete 2c. Bei der die ganze Zeit beberrichen- 
den Vorliebe für das Abenteuerliche konnte e3 wicht 
fehlen, daß Begebenheiten der Zeitgefhichte 
epiihe Behandlung erfuhren ; jo vorziiglich ber erfte 
Kreuzzug ı. deſſen Held, Gottfried von Bouillon; 
bie Thaten bes Petteren behaubelt ber Roman du 
Chevalier au Cygne ou de Godefroi Bouillon, 
begonnen von Jehan Renax, beendet um 1205 von 
Gandor de Douay (herausgeg. von Neiffenberg, 
Brüff. 1816—48, 2 Bde.). Auch die Reimchro⸗ 
nilen dieſer Zeit find noch voll fagenhafter Züge u. 
oft in ganz epiſchem Tone gehalten, tie die Chro- 
nique rimde von Philipp Moustes aus Tournay, 
in der erften Hälfte des 13. Jahrh. (herausgeg. von 
Reiffenberg, Briffel 1836—37, 2 Bde.). Daſ⸗ 
felbe gilt auch von ben eigentlichen Zeitgeſchichten 
in Brofa, wie von ver Ystoire de li Normand 
(in Michel Chroniques anglo-normandes, Par. 
1836) u. der Chronıque de Robert Viscart, von 
Aymf, einem Mönd des Klofterd Montecaffino, 
bereits aus dem 12. Jahrh. (heransgeg. von Cham⸗ 
pollion Figeac, Par. 1835), jowie von den De 
moiren bes Villehardouin (ft. um 1215), Den erfien 
biefer Gattung der franzöfijch-hiftorifchen Literatur, 
u. denen bes Sean, Sire de Joinville (ft. 1315). 
Faft nur durch den geringeren Umfang von ben 
Romans d’aventure unterjchieben find bie Con- 
tes, welche einestheils noch Sageuftoffe u. vorzugs⸗ 
meije Liebesabentener erzählen, anberntbeils auch 
eiftlihe Stoffe, namentlich Dlarien- u. Heiligen- 
egenden behanbeln; im lehteren alle filhren fie 
den Ramen Contes devots ob. Miracles; be- 
ſtehen bie weltlihen Contes in bloßen Umarbeitun- 
gen von Bolfältedern, fo führen fie auch nach ihren 
Duellen ben Namen Lais. Daneben blühte noch 
eine Gattung Heinerer, blos zum Sagen beſtimm⸗ 
ter Erzählungen, bie Fabliaux, welche fich bald zu 
Darftellungen anekpotenhafter Tagesgeſchichtchen ge- 
ftalteten u. zum Vorbild der italieniſchen Novelle 
wurden. Als Dichter von Contes devots ift Gau- 
tier de Coinjy aus Amiens (1177— 1236), al8 Ver: 
fafferin von Fabliaux bie erwähnte Marie be 
France zu nennen. Sammlungen jolder kleinerer 
Stüde find: Mion, Fabliaux et Contes des 
oetes francais (Par. 1808, 4 Bde.); Derſelbe, 
ouveau recueil de fabliaux inédits (ebd. 
1823, 2 Bde.); Jubinal, Nouv. recueil de conteg, 
dits, fabliaux et autres pieces inddites (Par. 
1839). 

‚Die didaktiſche Poeſie der Nordfranzoſen, 
nicht minder reich als die epiſche, wurde zuerſt vor⸗ 
zugsweiſe von Geiſtlichen, namentlich der Nor⸗ 
mandie geübt. Anfangs faſt nur auf Paraphra⸗ 
ſen u. Nachbildungen Iateinifcher Schriften ber 


' Philippe be 


. 8. das L.ivre de cre 
ban u. deſſen Bestiair 
Anfang des 13. Jahrh. Mehr Driginalii 
moralijch-paränetifchen Werke, wie das] 
ber Roman de Charite von Reclus de 
wie die Prebigten; in letteren finden fü 
loge, Exemplcs (Beifpiele) u. Chätim 
gungen) beigemiſcht. Die Apologen vet 
u. Orients fanden mehrfach Nachbildn 
der Aſopiſchen Fabeln in ben 
Ysopets (mehrere bei Robert, Fablı 
Par. 1825, 2 Bbe.), worunter bie Habe 
de France am berübmtelten wurben. 
Orient gelangten nach Franfreich der] 
des Tronvere Herbers, ber anonyme 
ct sages de Rome (herausgeg. 
Tüb. 1836) u. ba8 Chastoiement d 
son fils (mit der Disciplina cler 
1834), letzteres eine Bearbeitung ver 
clericalis des getauften jpanifchen I 
Alfonft. Mit tiefen Kabeln nur äuße 
aber nah Urfprimg m. Bildung gam 
ind die theils einzeln in Brandes, 
lifch bearbeiteten Thierfabeln von B 
in den Romans du Renard; biejelke 
ber volksthümlichen deutſchen Thierſag 
in Flandern von Geiſtlichen zuerſt latı 
eihnet u. dann im norbimeftlichen Fi 
rouveres in fran öfiihen Gedicht 
wurden. Die erſten cke dieſer Art, 
fang bes 13. Jahrh., find noch ganz ep 
fpäter nehmen fie immermehr eınen all 
rifhen Charakter an. Mehrere Brant 
Meon in Le roman du Renart 
4 Bde., Chabaille® Supplements. 
Vgl. Rothe, Les Romans du Renart 
Überhaupt wurden in ber norbfranzö 
bie Allegorie u. Satyre bie vorherrſche 
der Auffaffung u. Darftelung. Die € 
fih nit nur in ben vielen Dits u. ( 
diefer Zeit, fondern auch in ben ſogena 
od. ſatyriſchen Zeitfpiegeln von Guio 
u. Hugo de Berfil, u. in den von | 
ausgehenden Disputations u. Bata 
letzteren ift die Bataille des sept art 
vere Henry d'Andely hervorzuheben, w 
binal feiner Ausgabe (Par. 1839, 2 Br 
des Rutebeuf (ft. 1296) beigegeben bat 
berühmte Dichter ſchwingt in Den meift 
fien ſchonungslos die Geißel über bie ( 
ner Zeit. Die ſchon in dieſem Zeitran 
reihen allegorifhen Gedrchte tr 
fang noch einen ernften, an das Moft 
ftreifenden Charalter, nehmen aber mit 
immer ftärfere ſatyriſche Färbung an; 
ten Inhalt gern in die Form von Träi 
od. Reijen (Voyages d’enfer, de p 
In ber Blüthezeit der Salanterie wu 
Liebe Gegenftand ter didaktiſchen u. 
Poeſie; mehrere Dichtungen führen ten 
d'aimor; allegorisch wurde die Liebe 
man de la lose (herausgeg. von 3 
1813, 4 Bde.) gefeiert, Der noch ie folg 
bene feine Berühmtheit bebauptere. 
eu u. ähnlichen Dichtungen gibt es an 
uch viele Werke lehrhaften Inhalte, ! 
Poeſie blos der poetilchen Form betiene 


chnitt, wie 


ze 


du monde bes Walther von Re, 
päbie aus bem 12. Jahrh.; ver» 
Rorifhe Reimwerle, mit m Ti- 

olacraire, Lapidaire xc. Die 
Sprücdmörter des Volles wurben 
n ben Tronveres geſchickt zu Rah⸗ 
wenbet, wie in M&ccal et  Salo- 
ıverbes au Conte de Cretai jo 
: Sammlungen veranflalteten Cra⸗ 


I) n. 2eroug be Lincy (Le livre 


r. 1842, 2 Bbe.). 

eitigen u. reichen Entwidelung ber 
ichen Poefie gelangte bei den Nord⸗ 
uſtlyrit u Hofporfie erft ſpät m. 
alien Muſtern zur Ausbiltung. 
ren zeigen fi 
13. Jahrhe; fie haben gan je ar 
oubadourpoefie, welche au 
 nordfranzöflihe Lyrik maß ebenb 
re erreichte ihre böchfte Billige in 
bes 13. Jabrb, ir. wurde eine rein 


fl. Könige u. Yürften traten ſelbſt 


1. verſchmähten es wicht, mit ihrem 
Wette zu fingen. Dabin gehören 
rienme; Thibaut IV. von Cham⸗ 
n Navarra, einer ber berlüämteften 
hen Kunfibichtern (Po6sies, her- 
be, Rheime 1851); Heinrich ILL, 
bant Peter von Dreux, Graf von 
ſt der berüchtigte Karl von Anjon, 
el. Unter den böfifhen Lieberb 
13. Jahrh. befinden fi auch 
fihem Stande, unter benen ber 
uch (f.d.) am befannteften gewor⸗ 
ehr fih auch bie norbfranzöflfce 
zug auf Form u. Darſtellung ber 
iſchloß, jo biteb fie jeboch nicht bei 
der Minne- u. Konverlationapoefle 
ſtehen, fondern entwidelte mehrere 
(wie bie Lais Iyriques, Ballades, 
. den heutigen Romances äbuliche 
e einen eigentbünmlicheren Geiſt u. 
Kormen haben. Proben bieler [y- 
e gaben Yubinal (Jongleurs et 
ir. a $ Paris (Romancero 
833); er 
(Bafel I 
ers de la Gebete an XII. 
® 1850) u. Mätner (Alt⸗ 
17 
Diefe Beriode bie Anfänge ber fran- 
ati 
amas ſtuden ſich bereits feit Mitte 
ziemlich ausgebilbete Proben. Aus 
en u. Epitres farcies entflanben 
. Miracles, aus ben Jeux-partis, 
Batailles, Pastourelles ber Jong⸗ 
heu Stücke, anfänglich blos Jeux, 
annt. Fur die Klafje ber Mystöres 
das Bruchſtück ber Resurrection 
yon den Miracles das von Theo- 
ebeuf, fowie das vom Sı. Nicolas 
Id’Arras, verfaßt um 1250; das 
iſche Drama Adam (beransge he 
2 fol noch dem 12. Jahrh. 
älteßen weltlichen Dramen 4*. 
n — de la Feuillie von Adam be 


6) u. ba& fpäter fo berühmt gewor- 


zu Ende bes 12.m. 


nicht 
ideale Ritterthum erl 


— — 


Bon allen Arten bes mit⸗ris 





me 


En 

Theätre frangais au 
u; een ne 13. bis Unfang bes 

16. Jahrh. Nachdem fon gegen Ende * 

vorigen Periode das Königthum u. BA 

bereits den Sieg Über bie Lehnsariſtokratie u. 

nn ochten hatten, ma — 


sd der 8 
ai ae si terielle gr fonbern 


jeber geiflige Smmpale fe feinen 2m eh nahm. — 


führte wenigſtens ein — 2— — % be — ewor 
denen Formen; über die Phantaſie gelangten Ben 
fland u. za, über den Slanben bie von ben Br 


ſch 
Epiſche — nur —A Fer⸗ 
men fügen hansons de geste. u. Romans 
d’Aventaro wurben zu Dits od. Eipruchgeichten, 
wie 3.8. die Dits de Guillaume d’Angleterre, 
die Dite de Robert le Diable x. um eformt, ob. 
nodhäufigerin Brofaromane tereß 
Geſchict betraf zumal die Romane bes bretom 
Sagenkreijes, deren Stoffe veränberten 
richtung amt meiften zufagten a. baher haufig 
eneytliſch bear . * 35 — 
tbeils ganz willfärlich fort t od. au rt md» 
ben. dm beachtens ———————— ei ber ber Per- 
au Gine weitere bie Amadisromane, 


t ifchen ratanntiche 
— — gefalteten ſich gern u Boltt- 
büdern um ch von mehreren 
Then, halb "ihorifhen Lecalfagen gilt, wie z. ». 
von der [hönen Magelone, von aus: von Pa⸗ 
u. Bienne x. ad letzterer Art bienten auch 


einzelnen —e— Werken, 
* bie Drelufne im im 14.3 ham Ersesire 


Couſdrette (heransgegeben von Michel, Niort 1854). 
Unter den in dieſer rein e n Liebeöro- 
manen verbient der das Ritterthum * ironiſcher 
— ———— arſtellende Roman de Petit Jehan de 

aintr6 (Bar. 1843), des Ant. be Lafalle, um 1459, 
beionbere . Auch bie Fablieux u. Con- 
tes treten in projaij Gewanbe auf; unter den 

Gammiungen a3 A hai 
Lungen flub Mach nt nouvelles (herausgegeben 
don Seronz be Sinch, „1841, 2 Bde.) um be⸗ 
— —— 6 eine Kachblüthe des rit- 
texiichen —* —5 uede — 
(sneselin ——— von —— € ‚ 
2 Bde.) yon Tronvere Ganeller in Form eime 


618 


Chanson de geste verfaßt. Spilchen Sei zeigen 
aud noch einige Geſchichtſchreiber dieſer Zeit, 
vor Allen Jean Kroiffart (. d.) in feiner Chronik; 
If gar nicht ber Fall ift dies bei feinem Fortſetzer 
onjtrelet, ſowie in den Memoiren bes Philipp be 
&omine® (f. d.). , 
Bei. günftig waren bie Zeitverhäftniffe der Di- 
daktit. Obgleich biefelbe an Umfang bebeutenb 
zunahm, bewegte fie fich jedoch vorzugsweiſe nur in 
den beiden Hanptrichtungen, bie fie bereit in ber 
vorigen Periode eingefchlagen hatte, der Satyreu. 
der Ällego rie, fort. Viel trug dazu der Koman de 
la Rose bei, deilen Anfehen immer mebr wudh8 u. 
viele Nachahmungen hervorrief. Moralifirend- od. 
fatyrifirend-allegorifche Dichtungen in ber Form 
von Doctrinaux, Songes, Debats, Danses, 
Nefs, Blasons xc. finden ſich zwar in großer 
Menge, doch erhebt fi nur Weniges über bie Mit- 
telmäßigfeit. Zu nennen dürften fein der Songe 
du vergier von Raoul de Presle; Les trois pe- 
lerinages von Guillaume de Guilleville; das Doc- 
trinal de cour u. bie Danses aux aveugles 
von Pierre Michault; der Champion des dames 
von Martin Franc, eine Bertheidigung bes weib- 
lichen Geſchlechts gegen bie Angriffe in Roman de 
la Rose; bie berühmten Danses macabres u. 
Arrèôts d’amour bed Martial d'Auvergne; die fri« 
vol-burlesten Gebichte des Buillaume Coquillart 
(Oeuvres, Rheims 1848, 2 Bde.), im echt-franzd- 
fiſchem Spottgeifte geſchrieben. 
Auf dem Gebiet der et finden ſich noch Nach⸗ 
Hänge der ritterlich⸗höfiſchen Minne⸗ u. Converfa- 
tionspoefie in ben Gedichten des Herzogs Karl von 
Drleans (herausg. von Guichard, Par. 1842), ſo⸗ 
wie in benen feiner Hofdichter u. ſelbſt Froiſſarts. 
Im Allgemeinen jedoch war bie Kunftpoefie zur 
lebloſen —* u. ſpielenden Künſtelei aus⸗ 
geartet, auf der einen Seite unter den Händen der 
zünftigen Meifterfänger, die ſich nunmehr Rhéto- 
riciens nannten, auf der anderen Seite unter ben 
Händen der zwar zierlichen u. künſtlich formiren- 
den, aber börafendaften u. Blatitüden fagenden 
Gelegenheitsdichter des Hofes. Die bürgerlichen 
Meifterfänger verfaßten nach allerlei neu erfunde- 
nen Modellen u. Leiften (Formes et Patrons) in 
ihren Zunftftuben (Puis de palinods) Serventois 
et sottes chansons, Chants royaux, Ballades 
Lays, Virelays, Rondaux ıc. Unter ben Hof» 
dichtern find Alain Chartier, Molinet, Chriftine be 
Piſan, Meſchinot, Guillaume Dubois, genannt 
Eretin, ıc. zu nennen. Dahin zählt auch Johanns 
de Lescurel im 14. Jahrh. (berausgegeben von 
Montaiglon, Par. 1855). Während alle dieſe bür⸗ 
gerlichen u. höfiſchen Dichter ven Einfluß pedan- 
tiſcher Gelehriamteit, fowie tie Sucht zu allegori- 
firen u. moralifiren nicht verkennen laffen, gibt fi 
der Grunddaralter des franzöfifchen Volkes in fei- 
ner ganzen Eigentbilmlichleit bei zwei echt volks⸗ 
tbünnlichen u. darum nationalen Dichtern kund, 
nämlich bei Khan Billon, einen Pariſer Schüler u. 
liederlihen Batron, ber nur mit Mühe ber verwirf- 
ten Todesftrafe entging (Podsies, herausgegeben 
von Prompfault, Par. 1832), u. bei Olivier Bafje- 
Iin, emem normandiſchen Walkmüller (1350 — 
1419) in beffen Trinktiebern (Vaux-de-Vire von 
feinein Wobnorte Bire genannt, baber Vauxville) 
ſich bie fröhliche Bonhomie des franzöfifchen Fand» 
manus abjpiegelt (herausgegeben von Travers, ebb. 


Stanzöfifche Literatur L 


1831; von Leeroix, Bar. 1858), u 
mit Gewandtheit u. treffendem Wil 
u. Bebanterie feiner Kunflgenoflen v 
Am reinften trug jedoch jenen voll 
ralter in biefer Beriobe die Drama 
der Franzoſen Dem König wie der 
angenehm, gelang durch bie zünfti; 
Städte u. ben vergrößerten Hofhalt 
Ginführung ine Leben. Zu Ende 
bildeten fidy mehrere Bereime zur 9 
matifher Stüde. So um 1398 di 
la Passion, ein Berein frommer He 
her bie Diyfterien aus ber Leiden 
ftellte, bereits 1402 bierfür von K 
girt wurbe u. im Holpital ber 3 
dem Shore von St. Denys bie 
Schanbühne in Baris begründete ( 
bier, Notice sur les Confreres 
Bar. 1834). Die Zahl ber Myſteri 
blos über Ibie Leibenegefchichte, fon 
andere Gegenftänbe ber biblifchen 
redte, war ziemlich angewadhien, 
Aystöres, welche zunächſt Heili 
Wunderſagen zum Gegenftand hat 
Stoffe ber Brolangeichichte behandel 
ſelben nur erbaulicher Tendenz wart 
ber Arten bei Jubinal, Mysteres in 
sitcle (Par. 1837, 2 Bbe.) u. en 
les Mystöres (ebd. 1837); vgl. Me 
la mise en scene depuis les Myst 
Cid (ebd. 1836); Berriat St. Brij 
sur les jeux de Mysteres (in ben 
la Soc. des Antiquaires de Fra 
Eine neue Gattung dramatiſcher St 
ih ber Grundcharakter des framy 
eier ald in ben Myſteres u. Mirac 
fonnte, wurbe durch eine Geſellſche 
unter Karl VI. geſchaffen, welde 
sans souci nannte, nach bem Geifle 
fi eine zunftmäßige Verfaffung ga 
hatte, in Schaufpielen Die Narrbeil 
sottise) barzuftellen u. zu geißeln. 
Borftelungen oft mit ben Myſteret 
öffentlihem Markte (A la halle). | 
Sotties waren, wie faft alle ſatyriſt 
gen jener Zeit, in Die Form ber Alle: 
u. wurden oft perfönlich u. pelitifch, 
ihrer zur Einwirkung auf bie äffentli 
biente. Letzteres war der Fall unter? 
ben Sotties du nouveau monde, 
l’homme obsting, den Sotties de 
cerf des cerfs u. De la mere so 
legtgenannten Etilde haben Pierre 
Bertaffer, der in diefem Genre Ber: 
Als die Sotties endlich dem König 
ten gefährlich erfchienen, wurden fi 
geftellt u. zulegt ganz unterbrüdt. 
Hang zur fatyriichen Poſſe zu feft 
verwachlen, als Daß er fich nicht, n 
einer anderen Form, wieder Babn 
Noch in ter cerften Hälfte bildere 
eine dritte Schaufpielgeiellichaft, di 
neue Art von Dramen ſich entmide 
Zunft der Gerichts⸗ u. Parlament 
elerces de la Bazoche, murten die 
gebradt, eine Gattung von Schauir 
ber Diable Des Komiſchen eine er 
Zenbenz verjolgten. Aus biejen 


Franzöfifäge Literatur II. 


arce, welche im Unterſchied von ber | 


ig an Perſönlichkeiten heftende Sot- 
ben Zweck hatte, das Lächerliche im 
ſchlichen herausznheben, u. fo das 
frauzöſiſchen Charakterluſtſpiels 
vollkommen ausgeprägt zeigt fich bie 
mlichleit u. Meifterfcjaft der Fran⸗ 
Fache im Maitre Pierre Pathelin 
von Genin, Bar. 1955), einer 
noch dem 14. Jahrh. angehört. 
bie Farcen jedoch fo jebr aus, daß 
von den Sotties zu unterfcheiben 
Unngen von Stüden beider Gat- 
t, Recneil de plusieurs farces, 
alités (Bar. 1795— 1806, 11 Bbe.); 
livres singuliers et rares (ebd. 
be Lincy u. Michel, Kecueil des 
lit6s et sermons joyeux (ebd. 
Über die Gefchichte des Franzöfiichen 
aupt vgl. außer ben Älteren Werten 
Beauchamps, Lavalliere, Suard ıc. 
‚es origines du theätre moderne 
Bd.) u. Leroy, Histoire compa- 
:9 et des moeurs de la France 


Beriobe. Mit dem Zeitalter Franz J. 
te Hanptepoche in der Entwickelungs⸗ 
1L. Konnte dieſelbe während Des Mit⸗ 
ht zn höchſter Entwickelung gelangen, 
echt national u. Ausbrud bes eigen- 
zöfiichen Volksgeiſtes geweſen. In 
poche zeigt ſich Dagegen die merfmär- 
daß ein Belt jeinefrübere nationale 
indig verläßt u. aufgibt, nm eimer 
on aufenber fommenden, auf gelehr- 
ührten Richtung zu hulbigen, welche 
m zwar innig mit dem franzäflichen 
serfhmolzen ıft, aber doch ein von 
Sthünmlichen Icsgeriffenes, blos con⸗ 
eal erzeugt hat. 
litt biszur Zeiteudwige XIV. 
Ibſchnitte dieſes Zeitraumes gelangte 
ng zur Entwickelung. Wie die Pe⸗ 
—1643 flir Kirche u. Staat eine Zeit 
ar, fo auch filr bie Titeratur. Das 
:ben ber Haffifhen Stubien 
bebingung ber nenen Richtung. Zu 
n Berbreitern ber Haffifchen Studien, 
„8, einen großen Einfluß ausübten. 
Budé, Jacques Teftore d'Etaples 
enſis), Joſ. Scaliger, Iſaac be Car 
aurat u. bie beiten Etienne (Stepha⸗ 
echiſchen u. römiſchen Autoren wur⸗ 
blos von den Gelehrten geleſen, 
ichte dieſelben auch durch Überſetzun⸗ 
ugänglich zu machen. So bearbeitete 
größten Theil des Cicero, Dupinet 
mus, laute Örujet Die Briefe des 
‚et den Lucian, Blaiſe de Vigenere, 
überſetzer ſeiner Zeit, übertrug den 
u. Amyot den Plutarch. Nachhaltig 
ſſiſchen Vorbilder jedoch erſt gegen 
dahrh. zu wirlen an; im ben erſten 
Then bewegte ſich nech Alles in dem 
ie, u. die ganze Literatur ericheint 
mittelbare Fortietzung bes Mittel⸗ 
ste u. bedeutendſte mtr den Dieb» 
tunbefanzenen, natienalen Richtung 


619 


it Element Marot (1495—1544), Kammerdiener 
Kram’ I., der im Genre des Billon, doch mit mehr 
act a. Feinheit, Dichtete. Unter feinen Freunden 
nimmt Mellin be St.- Gelais (1491—1558), ein 
Seiftlicher, den erſten Rang ein; in feinen wenigen 
aber zierlicden Gedichten, meift erotifchen Inhalts, 
zeigt er ſich weniger natürlich, aber gebifbeter, ale 
Marst. Er führte das Sonett in die F. L. ein. 
Bon ven vielen anderen Dichtern biefer Zeit, bie 
faft alle mit Marot befreunbet waren, find zu nen- 
nen: Etienne Dolet (werbrannt 1546), ein verbien- 
ter Humanift; Bictor Brodeau, Thomas Sibilet, 
Brangeie Habert, der Mathematiler Jacques Go⸗ 
orry, der Geiftliche Charles de Bourdigne u. vor 
Allem noch Gilles P’Aurigny, ftarb 1553, welcher 
die Tieblicde Dichtung Le jouteur d’amour ver- 
faßte. Auch an ten Höfen fand bie Poeſie ihre 
Stätte. Man hat Gerichte von Sean I., Hein⸗ 
rich II. u. Karl IX., fowie von der Maria Stuart; 
die wirflih begakte Marguerite be Valois, Schwe- 
fter Kranz’ I., Königin von Navarra (flach 1549), 
zählte zu ben bebeutentfien Dichterinnen dieſes 
yarauns, bie ihren Ruf weniger ihren ſonſtigen 
ihtungen, al8 ihrem Heptamdron, einer Rovel« 
Imjammlung, verdankt. Doch wird ber größere 
Theil der in letsterer enthaltenen Erzählungen Ric. 
Denifot, Jacques Beletier u. def. Bonaventure 
Desperies, dem Berfaffer des Cymbalum mundi, 
zugeſchrieben. Neben ihr gib noch Louiſe Labbe, 
die Frau eines Seilers zu Lyon, wegen ihrer Ele⸗ 
ien, Pernette de Guillet u. beſ. die Madelaine 
esroches u. ihre Tochter Katherine (beide ſtarben 
1385) als Dichterinnen hervorzuheben. 

Das was Kranz I. u. die Humaniften feiner Zeit 
für die Haffiiden Studien getban, begann unter 
Heinrich II. bereits Früchte zu tragen. Gine be- 
dentende Anzahl talentvoller Männer widmete ſich 
mit dem größten Eifer nicht nur ben alten Spra⸗ 
hen, fonbern wandte auch diefe Stubien auf bie 
Mutterſprache u. die theoretifhen Anflchten von ber 

oefle an. Da größte Verdienſt in biefer Hinſicht 
erwarb fih Jean Daurat ob. Anratus (1508—88), 
ber ſelbft ale ander Dichter auftrat, beſ. aber 
bie jüngeren Kräfte flir das Altertum zu begeiſtern 
mußte. Zu feinen Schülern zählt außer vielen an⸗ 
beren aud Joach. Dubellay (fiarb 1560), welcherx 
theoretijch in feiner Illustration de la langue 
francaise (1549) u. praftifh in feinen eigenen 
Dichtungen für Vereblung der Sprache nad beit 
Mufter der Alten, ſowie auch ber immer mehr zu 
Geltung gelangenden Staliener wirfte u. auf dieſ 
Meife zum Herold nu. Vorläufer ver neuen Digter 
ſchule wurbe, die nad ihrem Haupte u. Meiften 
Pierre de Ronfarb (f. d.) benannt wird. Zu ih 
gehören nch Jean Antoine ve Baff (1532—92 
ber bie Metrit’der Alten im Franzöfiſchen einzufttt 
ren fuchte u. zu dieſem Bebufe mit Ronſard, J 
tele, Pasquier Rapin, St. Marthe Pallerat 
Fibrac einen Berein ftifteten, welcher unter Kari X 
förmlich zur Akademie conftituirt wurde, aber © 
dem Tote des Königs u. der Stifter ſich wie) 
anftöfte. Unter den Übrigen Anhängern Ronfax 
ift nur noch Iotelle von Bedeutung, antere 
Jacques Tabureau (fl. 1555), Olivier ve Max 
Sean de la Taille (fi. 1562) haben nichts Me 
tenbes binterlaffen. Nicht zur Schule Rowde 
gehört Guillaume de Salufte Scigneur du B 
(1644— 90), der fi In feinem großen Tex“ 


.680 Stanzölife 


semaine ou la crdation du monde, welches in 
ven erſten zehn Jahren 20 Auflagen erlebte, als 
einen der begabteften Dichter feiner Zeit belunbet. 
Hielten fich bei den genannten Schülern u. Anhän⸗ 
gern ber neuen Dichterjchule bie pedantijche Nach- 
ahmung ber Alten mit dem Einfluß ber Italiener 
die Wage, fo find bie Werte von Philipp Despor- 
te8 (1546— 1606), Sean Bertaut (1522— 1611) u. 
des begabten Bauquelin be la Fresnaye (1536— 
1606) bereit8 mehr von italienifchem als von anti« 
tem Geifte angeflogen. Unabhängig biefen neuen 
Richtungen gegenüber verhielt ſich der gelehrte 
Jean Baflerat (1534— 1602), in deſſen heiler-[aty- 
riſchen Boefien ber Geift Villons u. Marots fort- 
lebt u. der mit Rapin u. Durand einer ber Hanpt⸗ 
mitarbeiter an der beriihinten Satyre Menippee 
war. Unftreitig ber originelffte Dichter, ber in 
Sranteeid feit Billon auftrat, war aber Mathurin 

egnier (1573— 1613), der mit Bemwußtjein die rö⸗ 
milde Satyre auf franzöfifhen Boden bern fangte, 
In der ſatyriſchen Poefie bilteten Jacques Dulau⸗ 
tens u. Thomas de Courval-Sonnet ben Übergang 
von Regnier zu Boileau. 

Durch die Bemühungen ber Humaniflen u. Diche 
ter jeit Marot hatte bie Sprache einen beveutenben 
Fortſchritt gemacht; fie hatte fich Durch Nachbildung 
der Alten u. Italiener unftreitig über das Gemeine 
erhoben, wenn fie auch ebendadurch viel an Beweg⸗ 
Lichleit, Friſche u. Natürlichkeit verloren hatte. Die 
focialen Verhältniſſe hatten ſich veräntert; Paris 
war in jetem Sinne die Hauptftabt bes Reichs ge- 
worben; bie ftolzen Vaſallen u. Nitter waren zu 
geihmeibigen Oöflingen geworden, bie Frauen als 
Hiüterinnen ber feineren Eitte führten in ben Ge- 
ſellſchaften den Vorſitz: alles biejes hatte die Wir- 
tung, daß ſich der Auebrud verfeinerte, ein allge 
meines Streben nad Eleganz, Abgefchliffenheit u. 
Steihförmigkeit der Bildung fi kundgab u. ein con⸗ 
ventionelles Ideal ſich heraustilbete. Die Boefie 
fonnte fih diefen Eiuflüffen nicht entziehen. Maß—⸗ 

ebend für biejelbe wurde François de Malherbe 
& d.), ber als Dichter felbft nur ſehr Unbedeuten⸗ 
des gefeiftet hatte, aber die Correctheit für bie 
Voefie zu allgemeiner Geltung brachte. Mit ihm 
beginnt Daher ein neuer —* in der franzö⸗ 
ſiſchen Dichtkunſt, die Periode der ſogen Klaffici- 
tät. Obgleich einzelne zu Gunſten der von Ronſard 
eingeichlagenen freieren Richtung auftraten, wie 
3. B. die Demoifelle de Gournay (1566— 1645), fo 

ewann doch Malherbe's Syſtem die allgemeine 

errichaft. Unter fernen Aubängern find hervorzu⸗ 
heben Honarat be Bucil, Marquis de Nacan (1559 
— 1670), faft ber einzige Dichter jener Zeit, bei tem 
man einen tieferen Einn für bie Natur findet u. 
der als Ipyllendichter in der Fen L. bis jett wiel- 
leiht noch unübertroffen ift, u. Francois Maynard 
(1582— 1646), welcher jedoch nur der Sprache we⸗ 
gen Lob verdient. Beide gehörten zu den erften 
Mitgliedern der von Nichelieu 1635 geftiften Aca- 
demie frangaise. Nicht zu Überjeben find auch 
Jean Ogier te Gombaud (1576— 1666) wegen jei- 
ner trefflichen Epigramme u. Claude de Mallerille 
(1597— 1647) wegen feiner Sonette. Weniger be- 
kannt find Jean Frauçois Sarrafin (1604— 1664); 
Claude de l'Etoile (it. 1652); Germain Habert 
(ft. 1655); Marc Antoine Gerard be St. Anand 
(ft. 1660) 2. Im den damaligen Hofirkeln gläuz- 
ten als anmuthige, witige u. geiftuolle Gelegen- 


Literatur EL 


heitsbichter Bincent Voiture (15%- 
als Epiftolograph verbient, n. Iſaac 
(1612—91), ber namentlich für tie 
Dichtungen lieferte. Noch fi zuen 
feiner zarten Lieber Pierre de Gel 
1649), ber in brovengaliicher Mu 
zu den wenigen Patoisdichtern zählt 
Fiat in ber frauzöſiſchen Literaturge 
en haben. 

Eine vollffändige Umgeftaltung 
kanntſchaft mit bein Haffifchen Alteı 
Gebiete der dramatiſchen Poeſi 
wurben die alten Myſterien, Dloralit 
Sotties noch bis zur Mitte des 16. 
weife ſelbſt noch Darüber hinaus, a 
war unterdeſſen Die neue Richtung jd 
ſetzungen alttlaffiicher, theilweiſe a 
Stüde, wie namentlich des Tereuti 
Euripides, 3. B. von Mellin de Sı 
u. Sean Ant. Batf, Sibilet, Ronja: 
bahnt. Mehrere biefer überſetzung 
Li zur Aufführung, wenn aud n 
lehrtenſchulen u. vor ben Hofkreiſen, 
zu dieſer Zeit allein ben Ton a 
die Überfeungen folgten bie Nachab 
Begründer bes modernen franzöf 
wurbe ber talentuolle Etienne Jodell 
Limodin (1532—73). Alle frübere 
feit Franz L zur Grünbung eines 
Dramas ut worden, waren mid 
jedoch Jodelle jein flnfactiges Tre 
pätre captive nad bem Muſter ver 
römiſchen Tragöbie fchrieb u. 1552 

ur Aufführung bradhte, war bie Raı 
Kamöfiichen ramatil entſchieden. 
nachhaltig gewirkt, daß jelbft Fra 
Tragiker jein Syſtem nur verfeine 
verändern konnten, bis e8 erfi in neı 
die Romantiker einen Stoß erhielt. 
mödie gab Jodelle mit feinem Ab! 
La Rencontre eine ganz neue Geſto 
mehr od. minder geiſtloſen Nachfol 
de la Beroufe (ft. 1555), Der Berfa 
dee, Jacques de la Taille (ft. 1605) 
tain, Nicolas Filleul, Claude Roui 
wähnen. Nur Robert Garnier 

fchreitet mit einigem Talente auf ti 
ter u. bringt bie von Jodelle eingefi 
einige Zeit zum Abfchluß. Nur unb 
ter, mie Jean Behourt, Claude 9 
be Diontchretien, find ale ſchwache 
erwähnen. Dean wählte nicht blos ı 
auch gleichyeitige Stoffe, behielt abeı 
Form bei. Theophile Viaud's (159 
gödie Pyrame et Thisbé konnte tr. 
u. mit Spielraum überladenen Spr 
ben größten Beifall finden. Die 

Passıon mußten 1588 ibr Tbe 
de Bourgogne an eine Schauſpit 
mietben, welche nunu auch bie Etü 
Garnier's vor dem Bolfe zur Auffi 
übrigens als die Wiege der beun 
frangaise zu betrachten if. GCiu 3 
entftand 1600 im Marais im Hotel 
welche nanıchtlih Alerander Harty 
tete. Letzter zählt zu Den fructk 
tiſchen Dichtern u. ſoll iiber 500 € 
geliefert Gaben. Obgleich er fich nid 


Srangäftfege, Ritratur IT.. 


erdenen Geſetze ber Alafficität hielt, | verbreiteten ſich um bie nämliche Zeit viele Über- 


in ber Gntoidelungegeidicht des 


ramas einen Kor t, indem er 


ven Verſtand, mehr Dialog u. Hand⸗ 


eine Bergänger zeigt. Auf ber von 


Komödie ereffneten Babe, wo na- | 
zmer, fat mehr noch bie Staliener | 


Zaille u. X. vor. Der Talenwollſte 


ce de Larivey, der 12 Komödien in 
ven batte; mande feiner Stücke 
vor Augen gehabt zu haben. Faſt 
ben Stüden wirb ber Auſtand in 
verießt wie Die Sprache. Die Städe 
find nicht ohne einzelne feine Züge. 
iſtleriſches, mehr aber ein hiſtori⸗ 
gewähren bie zablloſen bramatifchen 
the Durch die lirchlichen u. politi- 
jener Zeit beroorgeruien wurden. 
find die Dramen Chilperic se- 
i6 Leger u. Guisinde von Bierre 
eq, Claude de Baſſecourt u. Guill. 
aAdramatiſirte Schäferſpiele, 


von Ric. Fillenl zuerſt in Frankreich 


en war. Bgl. Ebert, Entwicklungs⸗ 
mzõſiſchen Drama, beſ. im 16. Jahrh., 


azöſiſche Profa bat in dieſem Zeit | 


edeutende Umwandlung urfahren, 
jt gerade durch bewußte u ablicht- 
zen ber Schriftfieller,, weldhe erfi ne» 


jiefer Beriode beginnen. Ben auch | 


rlichen König Franz I. ber Ritter- 
an Adrien Sevin, Glaube Collet 
efefiart® Bearbeiter fand, jo konnte 
Dauer keinen Reiz mehr ausüben. 


>e, bei. als durch die Königinnen 


arina von Metici die Kenntmiß u. 
er italienijchen Literatur in gr 


mmen war, bie Novelle nad ita⸗ 


ern, bei. nach bem Boccaccio®, bie 
ber Kreile des Hofes. Das bereits 
amd6ron ber Königin von Navarra, 
nah Boccaccios 
Hofe Rahahmungen, bie jedoch 

eratben find. Zu erwähnen bürften 
oyeux contes et devis des Bona- 

er (fl. 1544) fein. 

ugen aller Art, welche in Folge ber 
1 Granfreich bervorgerufen. wurben, 
ebrere der hervorragendſten Gelfter, 
Begenftande theils ernfter, mehr aber 
her Darftellung zu machen. An ber 


Romane Gargantua et Pantsgruel, 

feine ungeichicdten Nachahmer wie 
ı Untele, Nocl du Fail, Beroalde 
ıbeurot u. Gnillaume Bouchet gänz- 
nheit gerathen find. Ghrenvolle Er⸗ 
le aufjer ber bereits erwähnten Sa⸗ 
o, bie Confession de Sancy u. mehr 
m de Foeneste des edeln Tpdobore 
ign⸗ (1550—1630) , ſowie bie latei⸗ 
ne, aber oft überjeßte Argenis ven 
583-—1621). 


u erufieven Gattungen bes Nemane , beflem 


orbilbe amgelegt 
2 


ienen einige politifch-fatyriiche Werte 


ſetzungen der in Spanien u. Italien [ehr beliebten 
Schäferromane u. Schäferfpiele, wie berAminta 
des Taſſo, des Pastor Fido bes Guurini u ber 
Diana des Montemayor, weiche auch in Frankreich 
ähnliche Dichtungen herverriefen. Am bebeutend- 
Rem unter den Letzteren war bie Astrde von Ho⸗ 
nord d’Urfe (1567— 1625), welche noch Jahrgehnte 
nad ihrem Erſcheinen mendlich bewundert u. un⸗ 
zählige Mal nachgeahmt wurde. 

Auf dem Gebiet der Geſchich te hat dieſer ya 


raum nur einen bebeutenden Gchriftfieller, 


Jacque Auguße de Thou (Thnanus), aufzumeifen, 
der jedoch fein treffliches Wert: Historiarum su 
temporis (1544-1607) libri 138, Iateinifch ge» 
fchrieben bat. Nach ihm nerfuchte in ber Dar» 
ftelung ber neueren Weltgeihichte ber erwähnte 
Theod. Agrippa d Aubigne. Mehr ſagte von jeher 
dem Nationalcharalter ber Kranzofen bie Form ber 
Memoiren (f. d.) zu, welche jedoch ben frü- 
beren treuberzig - neiven Ton verloren u. ber mo⸗ 
dernen Correctbeit elen. Am belannteftien une 
ter denfelben find bie Memoiren bes Pierre be Bour- 
deilles, Seigneur te — nn 
zwar witzig, geiftreich u. pilaut geichrie r 
beren ſchmutziger Inhalt aber Kur 4 utren jene 
fittenfofe Zeit widerſpiegelt. Noch Ju er⸗ 
innern bie interefjanten Memoiren bon Krancois 
be Baflompierre (1579 — 1646) u. von Pierre be 
lEſtoile (fl. 1611). Wichtiger für die Geſchichte 
find noch bie Memoiren von Marguerite de Val 
Gemahlin Heinrich IV. (1552—1615), von Blaiſe 
be Montlue (1500 — 1577), von Michel de Caſtel⸗ 
neu (fl. 1592), von Philippe de Mornay, Seigneur 
bu Bileffie (1549 — 1623), von dem Miniſter 
inricht IV., Maximilian de Bethune, Due be 
ully (1560—1641), u. von dem Dne be Roben 
(R. 1638). Das dem Eardinal Armand Dupieifle 
be Richelien (1585 — 1642) zugeichriebene 'Testa- 
ment politique gebört zu ben beften politiichen. 
Schriften. bie Sprache u. Darftellungsweile 
ZYoinvilles erinnert noch bie Histoire du chevalier 
de Bayard vom unbelannten Eecretär des Rit- 
ters; weniger geichäßt ift die Histoire de Louis 
de ia Tremouille von Jean Bouchet (1476 bie 


1550). 
Die didaktiſche Brofa, welche fich bereits im 


| 15. Jahrh. nach dem Muſter bes Rateiniichen zu bil» 


ben begonnen hatte, entwidelte fi in biefem Zeit» 

Pa ee 
t ⸗ 

be bie meiften fireng bie ftlichen —* noch 


immer in lateiniſcher Sprache abgefaßt wurden. 
chriftſteller, ſowie ganz einzig in ber | 
t Rebt Francois Rabelais (f. d.) mit: 


Namentlich waren es Anfichten vom öffentlichen 
Leben, über menſchliche Veftrebungen u. verwandte 
Gegenftände, bie zur Daun lnng ewäßlt wurden. 
Diefe populär »philofophiiche Richtung blieb Bis 
anf bie menere Zeit herab bie vorberrhepenbe. Das 
Hauptwerk in diefer Beziehung bilden bie Essais 
von Michel Eyquem be Montaigne (ſ. d.). Rächſt 
diefem verdienen noch Beachtung Henry Etienne 
(1523—98), Pierre Charron (1541—1603) — 
feiner Traits de la sagesse, Etienne be la Bo 
(1531—63) ; Olivier be Seres, Geignenr du Pro» 
bei (1539 — 1619), beffen Theatre de l’agricul- 
ture ein Geitenftüd zu Charles Eſtieunes Maison 
rustique bildet; Hubert Languet, Jean Bobin, mit 
inhattzelhhen !erte Aber ben Staat bie 


622 


wiſſenſchaftliche Bearbeitung ber Politif bei ben 
Neneren beginnt, u. Calvin, ber fih um ben fran- 
öſiſchen Styl vielfad verdient gemacht bat. Des 

eßteren berühmte Institution de la religion 
chretienne bietet das erfte Beifpiel einer wahrhaft 
wifienihaftfihen Profa. Als Kanzelredner iſt 
nur etwa ber Jeſuit Claude be Lingendes (1591 
bis 1660) zu nennen. 

Aus dem Streben, den Alten nachzueifern, ging 
auch die Yiteraturgattung dee Briefe hervor, welche 
nicht blos wie bie des Cicero u. jüngeren Plinius, 
im Jutereſſe wes perſbonlichen Verkehrs, fondern 
zur Unterhaltung fiir das gebildetere Publicum ge- 
fchrieben find. Hervorzuheben find in diefem Genre 
Sean Louis Gue de Balzac (1594 — 1654), ber 
fi auch anderweitig in feinen proſaiſchen Schriften 
mit Bemußtfein einen Styl nach dem Muſter der 
Alten zu bilden fuchte u. deshalb allertings zum 
Neformator der franzöfiichen Profa geworden if, 
u. der bereits oben ermähnte Vincent Boiture, 
welcher als Muſter deſſen gelten fanıı, was man 
damals, ſowie im nächſten Zeitraume einen Bel 
esprit nannte. Neben biefen ift nur noch Pierre 
Coſtar (1603—60) zu nennen. 

B) 2. Abſchnitt. Zeitalter Qubmwigs XIV. 
War ſchon unter Richeliew ber Hof zu Paris bie 
Sonne geworben, um welde fich alle Geſchmacks⸗ 
richtungen in Frankreich bewegten, jo war dies in 
noch höherem Grade ber Fall unter Ludwig XIV., 
ver durch den Nimbus politifcher UÜbermacht u. 
Größe, ben er um ſich zu verbreiten ſuchte, Die 
übrigen Fürften u. Völker Europas nicht blos für 
franzöfifche Politik, fordern auch filr ben franzöſi⸗ 
ſchen Geſchmack geſchmeidig machte. Mit unbegreif- 
licher Schnelligkeit verbreitete ſich der letztere ſo⸗ 
wohl in Sitte wie in Literatur verderblich über die 
meiſten europäiſchen Staaten. Das Franzöſiſche 
wurde zur Weltſprache. Frankreich ſelbſt glaubte 
ſich auf dem Höhepunkt ber Bildung u. blickte ver- 
ächtlich auf Die Beftrebungen des Auslandes, ja ſelbſt 
feiner eigenen Provinzen herab; man ſprach von eie 


nem goſdenen Zeitalter der Franzöſiſchen; 


Literatur, als deren Schöpfer man Ludwig XIV. 
betrachtete. Obgleich Richelien Wiſſenſchaften u. 
Künſte begünſtigt u. eifrig geliebt, ſowie 1635 Die 
Alatenie u. andere wiſſenſchaftliche Anftalter ges 
ftiftet hatte, To ift Doch Colbert allein als Die Urfache 
alles Großen anzufehen, was unter Ludwig AIV. 
für Literatur u. Gelehrſamleit in Fraukreich geichab. 
Er ftiftete 1663 die Alabemie der Infchriften u. 
Schönen Fiteratur, 1664 bie der Malerei u. Sculp⸗ 
tur, 1666 bie der Wiflenfchaften; 1667 wurde bie 
Sternwarte, 1673 ber Botanijche Garten, das Che- 
mifche Laboratorium, ſowie das noch gegenwärtig 
beſtehende Journal des Savants begründet. Der 
Hof ſelbſt mar der freien Eutwickelung der Natios 
nalliteratur keineswegs günftig. Yiterariiche Cote⸗ 
tien, an beren Spige gewöhnlich geiftreiche rauen, 
wie Ninon de P’Enclos u. Die Marquiſe von Se- 
vigne, ftanden, traten durch ihre eigenmächtigen 
Beurtheilungen jeter originellen Entwidelung Des 
Genies entgegen. Das äfthetiihe Grundgeſetz ber 
Dichter Jautete: Etudiez la cour et connaissez 
la ville. Die Profa verlangte zwar einen ſolchen 
Grad von Klarheit, Leichtigkeit, Feinheit u. Prä⸗ 
cifion, daß der banıalige franzöfifche Styl jür den 
Projaiften inner maßgebenb bleiben wird; aber in 
dieſen glatten Formen fehlte das freie, frifche Leben, 





Franzoͤſiſche Kiteratur IL. 


die naturwüchſfige Kraft, ver Schwung 
ſterung, überhaupt alle Poeſie. Rur 
Eriftel, das wigige Epigramm n. d 
das eben bie Pariſer Welt zum Geyer 
Darftellung mählte, konnte unter bie 
den erbeblihe Yortfchritte miachen, we 
übrigen Dichtungsarten ibre BVertrei 
baben. Die frauzöfifcde Akademie we 
diefem Zeitraum eine Nutorität u. üb 
fluß auf die Literatur, wie er ihr ipi 
ber vergennt war. 
Unter ben verfchiebenen Gattungen 
gewann in diefem Zeitraume tie bı 
ihtung, als vorzilglich geeignet, | 
zend zu verſchönern, das Übergewicht 
eigentlichen Glanzpunkt defielben. Geb 
Die freie Kemegung des Dichters durch 
kommende, von Boileau ausgeſpreche 
ſogen. drei dramatiſchen Einheiten. Die 
den gewöhnlich dem Alterthum entlel 
man hinzu, daß das neue franzẽſiſche 
gelehrtem Wege entftanden, n. tie Dra 
vor ben Hoifreifen zur Aufiäbrung fan 
ren fich Die Borzlige u. Mängel dieſer Ha 
zöfifhen Tragödie, ihr Pathos, ihre i 
durchaus edle u. zierliche Sprache, ihr 
Handlung, ihr Überfiuß an Monolege 
Berichten, ihre langweiligen Confident 
faden Galanterien. Dichter wie Zcan I 
bie 1686), Francois Baro (1609 — 
35 Tragödien im fentimentalen Sch 
balten find, Francois Triſtan, benanı 
(1601—55), deſſen platte Mar:amnı 
boch gehalten wurbe, u. felbft ber taleı 
Rotreu (1609 — 50), der vorzüglich ! 
auch im Venceslas, feinem beiten ' 
Augen Batte, wurden gänzlich verbı 
tie Werke des Pierre Eorneille (f. d.), 
Franzoſen den Großen, ben Vater ihr 
nennen. Sein beriibmter Cid atbmet : 
tiſchen Geift, fpäter aber wurde er biei 
bet u. fügte fi den Forderungen ves K 
Sein Bruder Thomas Corneille fich 
ihm. Sowie Corneille im Erbabenen u 
zeichnete ſich Jean Racine, gebildet an 
werfen der Grieden u. Römer, dab 
Kenner bes menſchlichen, bei. dee me 
ens, im Rührenden aus. Er behaupte 
Franzöfiichen Dramatifern unbebinut 
Rang. Sein Rival, Jean Nic. Prabt 
ber ebenfalls eine Phedre bichtete 
Coterie des Hofes getragen wurde, i 
Bergefjenbeit auheim gefallen. Anker 
Dichter, melde, wenngleich jetzt Läng| 
doch zum Theil Damals Beifall fanden 
thier De Koftes de la Calprenẽede if. 166% 
te Seudery (1603 — 67); ferner Kran 
d'Aubignac (1604—76), Der durch jeiı 
du theätre anf tie Firirung bes 
Syſtems der Franuzoſen ben größten G 
Cyrano de Bergerac (1620—55), Ch: 
Geneft (1636— 1719), Yrancoig Dar 
(1665— 1704), Antoine de fa Foſſe (lt 
Hilaire Bernard de Yongepierre (1659 
Die Stüde Jean Galbert Campiftreui 
1723), eines Schülers Racines, bielte 
lich lange in ber Gunft des Publicum 
berer Schüler Racines war Lagrang 


Franzöfifche Literatur TE" 


Proper Jolyot de Crebillon führt 
‚e terrible od. der franzöfiche 
idarte be la Motte Tragödie Inte 
> ihrer Zeit großen Beifall. 
licher als in ber Tragödie beweg⸗ 
azojen auf dem Gebiete bes Ko ui» 
eiſter, Muſter u. Borbild ſteht oben 
ſte Pocquelin, genannt Moliere (|. 
‚ ber ſich durch das Studium römi⸗ 
ber u. ſpaniſcher Komiler n. bes 
uſtſpieldichter bilbete. Der einzige 
ter, ber fich roch einigermaßen mit 
ichen läßt, ift Jean Francois Reg⸗ 
1710), fouft find nur noch einige 
Scarron u. bie Schubladenftäde 
ir) von Edme B. Bourfault (1638 
nnen. Schwächer find Michel Bar 
29), einer der größten Schaufpieler 
ber Schule Molieres gebildet; Guil⸗ 
eau de Brecourt (fl. 1685), Schau 
er; der Schaufpieler Marc Antoine 
— 1728), unter befien zahlreichen 
ten bei. der Roi de Cocagne ſich 
avid Auguſtin Brueys (1640 bis 
alles gemeinſchaftlich mit ſeinem 
Palaprat 650 - 1721) arbeitete; 
Riviere Dufresny (1648—1724), 
Dancourt (1661 — 1726) u. Rod 
nteroche (1617—1707). 
Ihe Drama, die Oper, murbe buch 
aufpieler in Frankreich eingeführt, 
l Mazarin batte kommen laſſen. 
itte, die Oper in Frankreich heimiſch 
chahen durch Corneille, deſſen An- 
‘oison d'or mit theilweiſer Beglei⸗ 
MRufif dargeſtellt wurden. Hierauf 
er Marquis be Sourdeac mit dem 
einem unbedeutenden Dichter, u. 
ambert zur Herſtellung von Opern, 
369 ein Privilegium zur Bilbung 
ie royale de musique. Da ihre 
Müdtlich abliefen, verkauften ke ihr 
den berühmten Componiften . 
1633—87), welcher mit beim begab» 
Bhilippe Ouinault (1635—88) der 
franzöfifden Oper wurbe. Keiner 
noſſen des Letteren, welche fich in 
ten, wie Campichon, Th. Cor⸗ 
tonfjeau u. La Fontaine, kann ſich 
mit ihm mielfen. . 
ig für bie ntwidelungenefäichte 
n Theater s find noch das Iheätre 
Theätre de la foiro. Italieniſche 
xtten ſchon ſeit 1570 ihre meiſt im- 
ide in verichiebenen großen Stäbten 
bis fie 1577 die Erlaubniß 
m Paris 2 fpielen. Bis 1645, mo 
ae ne a " —ãA 
w eit, fling verichiebene 
Sonfidenti, nr Gelosi, bie Comici 
ten Gelosi 1. be al — 
g ufangs ſpielten 
Gab aber — u. franzöſiſch. 
weiche une angebeutet u. von ben 
mproviſirend ausgefüllt wurben, ex« 
8 nach dem Tode Lubwigs XIV. 
tolle Dichter, wie Regnard, Dis 
Legrand, haben für biefe Truppe 


gearbeitet. Bgl. Gherarbi, Theätre italien, Bar. 
1741, 6 Bbe.; Nouveau Tbäätre italien, Bar. 

1753, 10 Bde. Da während ber Meffen in Paris’ 
bie Privilegien des 'Theätre francais fuspentirt 

waren, ſchlugen Saufvielergefelige) ten ihre klei⸗ 

neren Theater in ben Vorſtädten auf (Theätres 

de la foire), auf benen fie poflenartige Stüde 

aller Art, mit Geipräh, Gefang u. Tanz, kur 
Aufführung brachten. Als jedoch 1697 dieſen Buͤh⸗ 

nen das Sprechen, eine Zeit lang ſogar auch das 

Eingen unterfagt wurde, bediente man fi der: 
Bantomime u. ber Couplets ob. Spottlieber, 

welche bem Bublicum von ber Bühne aus Ieabar 

vorgezeigt u. banın von biefem gefungen wurden. 

N  Yufbebung jenes Berbots entwidelte fih aus 

biefen Vorſtellungen einerfeit bie Opera comi- 

que, in welcher abwechſelnd gelungen u. geiprochen 

w andererfeits bas Baudeville, in welchem 

die gejungenen Partien nicht beſonders componirt, 

ſondern nach allbelannten Melodien vorgetragen 

wurben. Fur ba6 Theatre de la foire haben ud 

au Lefage u. D'Orneval gearbeitet. L Lefage 

u Dem ‚ Theütre de la foire, Bar. 1725, 

| 


0 Bde. 

Das Epos, worin ſich früher [don Ronfarb ver⸗ 
(mit hatte, gelang in dieſer Periobe noch weniger. 
epiſchen Dichtungen biefer Zeit machen 
Eindrud künſtlicher, ben Alten u. Italienern 3* 
gemachter Machwerle ohne inneres Leben. Sehr 
geringen Werth beſitzt Jean Chapelains (1895 — 
1674) Pucelle d’Orl&uns, obgleich es gleich nach 
feinem Erſcheinen ſechs Auflagen erlebte; gen) 
vergefien find ber Moise. sauv6 von Marc. Ant. 
Gerard be St. Amanb dr der Clovis 
von Jean Desmarett de St. Sorlin (1595 — 1676) 
u. ber Alaric von Scubery. Reicher an Grfindung 
und Bhantafie ift ber St. Louis von Piere Le 
Moine a Als ſchwulſtiger Ueberſetzer 
des Lucan Mi Georges be Breboeuf (1618 
—$1) anzuführen. Aus der großen Menge meift 
mißlungener komiſcher @pen ift nur ber Lutrin 
bes Boileau, in feiner Art ein Meiſterſtück, aus⸗ 
uzeihnen. Die burleolen Dichiungen Paul 

carrons, bes erwähnten Desmarets be St. Sor- 
lin u. bes Charles Coipau b’Affouch (1604—79) 
find ebenfalls der verdienten Bergefjenheit anbeim 
gefallen. Dagegen find bie Tomifchen, bejonbers 
erotifgen Erzählungen u. Schwäne, die Rad 
blüthe der alten Contes et fabliaux auch in biefer 
Beriobe trefilich vertreten. Mufler einer beiteren, 
geiftreihen und aumutbigen Erzählung finb_ bie 
allerdings etwas up en Contes bes Lafon⸗ 
taine, welche bie Contes bes Jacques Vergier 
(1657—1720) nicht erreichen, welchen aber die ſitt⸗ 
lich reinen Erzählungen bes Antoine Banberon be 
Seneck (ober ecay, 1643— 1737) ähnlich) find. 
Kür die Lyrik Fi ber franzöfiiche Nationalcha⸗ 
raller von jeher nicht geeignet. Cinige Arten, wie 
das eigentliche Fieb, das Kirchenlied u. das Volls« 
lied (im deutſchen Sinne) geben ber franzöftiden 
Literatur jo gut wie ganz ab, ba Letzteres nur in 
ber Form bed Chanson auftritt. Der kanal en 
Lyrik bleibt nur bie Ode u. das guig Triniieb 
übrig; boch wird die Obe, bie ſich formell eng az 
Horaz und Binbar 3* t, durch Steiſheit, 
Schwulſt u. erfüuflelten froſtigen Enthufilasmns 
enie bar. ALS Repräfentant ee fran- 
zöflichen Lyrik dieſes ums iR Bapıifte 


* 
D 


Rouſſeau (1669—1741) zu betrachten, ber, obgleich | 


er in Bezug auf Erhabenheit des Ausbruds, Stro- 
pbenbau u. Sprache feine Zeitgenoffen weit über⸗ 
ragt, doch eigentlich nichts weniger als Lyrifer ift. 
Dagegen wurden diejenigen Arten von Lyrik, welche 
keine eigentlichen Dichter, fonbern nur einen ger 
bildeten, wigigen, mit Sprade u. Styl vertrauten 
Weltmann verlangten, mit Erfolg gepflegt. Na⸗ 
mentlich bildete ſich bei der in den höheren Stän⸗ 
den immer mehr einreißenden Unfittlichkeit die 
leichtfertige Poeſie (Poesie folätre, legere, fu- 
gitive, badine) fehr fchnel aus. Die Ninon 
be l'Enelos war ber Mittelpuntt, um welchen fich 
viele witzige, geiltreihe Epikureer verfammelten. 
Ihre Gedichte, Chansons, Madrigaux, Ron- 
deaux, oft nur vom Augenblide beim Gelage ein- 
gegeben, athmen alle nur Luſt u. verfemerten 
üppigen Febensgenuß; fpäter jedoch unter der Re⸗ 
entichaft wurden in denfelben alle Ehre u. Zucht, 
7 mie alle religißien Gefühle verbähnt. Unter jenen 
Männern, bie jeboch unr weniges ſelbſt aufge 
zeichnet haben, find die beteutenbften: Denis 
Sanguin de St. Pavin (fl. 1670) u. Nicola® Ban» 
geil bes Iveteaur (ft. 1649). Bekannter ift jedoch 
(aude Emmanuel Luillier, genannt Chapelle (1616 
— 86), an deſſen artiger Dichtung Voyage de Ba- 
chaumont et de Chapelle aud jein Freund Fran 
cois Te Coigneur de Bachaumont (1624—1702) 
Antheil hatte. Im ber nämlichen Weiſe dichteten 
Alerauder Lainez (1650— 1710), Guillaume Am- 
foye de Chaulieu (1639— 1720) u. Charles Augufte 
de Ia Fare (1644— 1712). Sonft verjuchten fich in 
ber Poésie legere noch mit Glück Etienne Pa⸗ 
villon (1632— 1705), Antonie Ferrand (1642— 
1719) u. Charles François de Ry de Charleval. 
Unter den didaktiſchen Dichtern biefer Zeit 
ift vor Allem Nicolas Boilean Despréaur (ſ. d) zu 
nennen, in bem fich der Geſchmack der Zeit Lud⸗ 
wigs XIV. perjoniftcirt. Befonbers Durch feine Art 
podtique in vier Gejängen übte er einen faum zu 
berechnenben Einfluß auf die Literatur feiner Zeit 
aus. Neben feinen Epitres find nur noch die ern⸗ 
fteren des I. 2. Rouflean u. die zwar anmuthigen 
aber höchſt Teichtfertigen Chauliens zu nennen. 
Unter den Fabeldichtern biefer Zeit, mie liber- 
baupt bei den Franzoſen, ift Jean de Yafontaine (f. 
d.) der erfte u. Meifter geblieben, weit unter ihm 
Reben die Fabeln Houdards be la Motte u. Henry 
ihers (1685— 1748) ; ganz unbebeutend find Eu⸗ 
ftache le Noble (1643— 1711) u. Efprit Sean d'Ar⸗ 
denne (ft. 1748). Sn der Hirtenpoefie konnten 
natürlich Die Branzofen in diefer Zeit noch viel we—⸗ 
niger etwas von Bedeutung leiften als früher. Am 
menigften verfünfielt zeigt —* noch Jean Regnauld 
Segrais (1624— 1701); nächſt ihm dürfte vielleicht 
nur noch Antoinette du Ligier de la Garde Des⸗ 
boulieres (1633 — 94) zu nennen fein. Ihrer Zeit 
berühmt waren die jett kaum noch lesbaren Ele» 
gen der Henriette Coligny de la Suze (ft. 1673). 
a8 Unnatürlichſte find die Podsies pastorales 
von Bernard le Bovier de Fontenelle (1657 —1757), 
defien Schäfer fih wie Herren vom damaligen 
Hofe geberten. 

‚ImRoman fpiegelt fih mehr, als in irgend 
einer Gattung der Yiteratur, der jebesnalige Zu- 
fand der Sitten, der Gefelligfeit, der Geiſiesrich⸗ 
tungen eines Zeitalters am treueften ab. Der Klaſ⸗ 
ſicismus fand nicht gleich Eingang in die Roman⸗ 


Franzoͤſiſche Literatut IL 


literatur. Mehrere Romanfcriftfte 
erinnern noch an Die Chevalerie u. 
älteren Ritterromane. In dieſer & 
fih aus Santhier de Coſtes de la 
1663), weldyer Berfönlichleizen u. & 
thums in die Sitten des Rittermeien 
nen ©alanterie Fleibete; feine Man 
weiter ausgeiponnen in den Roma 
leine de Scudfry (1607 — 1701), m 
bes Alterthums mit allen ben zärti 
ber raffinirten Galanterie u. be 
Sprache der Precieuses jener Ze 
deshalb von Molitre u. Boileau 
jpottet wurden, während fie ihrer Zei 
fanden. Den Gipfel in Diefer Manie 
rin Le Roi be Gomberville (1600- 
das Altertbum verjerrenden Manie 
Madame de Billedien, die aud ir 
Ipanifhen Novellen fchrieb. Neben 
romanen fam allmälig ber hiſtori 
Aufnahme, ber jeboch faſt nur von f 
wurde. Die Reihe ber letzteren 
Mabeleine Bioche be fa Vergne, Grä 
(1663— 93) mit ihren Hauptmerlfen 
de Clives u. Zaide; ihr folgten ( 
de Saumont be fa Force (1650—- 
Catherine Jumelle de Berneville, & 
(1650—1705) u. Marie Angeligı 
Gomez (1684— 1770). Zu bei Leber 
bes kleineren Parifer Bürgers ftiegt 
Anteine Kuretiere (1620 — 88) beral 
öfifches Wörterbuch feine Ausichlir 
Franzöfifchen Alademie zur Folge bar 
Gattung bes Romans repräjentirt 
Sage (1667—47) in feinen nad f 
ſtern gearbeiteten Gil Blas de Sant 
lihen Werten; ſelbſtändiger zeigt fü 
ril-luftigen Genre Paul Scarton 
vorziglih mit feinem Roman com 
ten Nachklang Rabelxisfcher Laun 
Ein ſchamloſes Werk ift Die Histor 
des (raules von Roger de Rabuti 
Buſſy (1618—93). Gegen Ende 
kam plötlidy Die Gattung der Feeun 
nahme. Den Anlaß Dazu fibeint € 
(ft. 1703) mit feinen Contes de 
gegecen zu haben. Mehrere ver c 
amen, wie die Gräfin D’Aulnev,! 
la Force u. felbft der berühmte Fen 
in feinem Tel&maque ten unverg 
man dieſer — ſchuf, ich 
für die Erziehung bes Herzogs v 
Unter biefen Umftänten ınußten di 
orientalifher Märchen, welche 
(1646—1715) Petis de Yacreir (fi 
men Gueulette lieferten, Beitall fin! 
züglichfte jedod in der Märdyeng: 
Graf Antony Hamilten (1646— 17: 
Die Geſchichtſchreibung k 
Zeit wie bie Yubwige XIV. n. fei 
nicht vecht gedeihen; es treten zwar 
ber in großer Anzahl anf, allein ee ! 
unter keiner, der ein Werk von blei 
ee hä.te. Die meiften geichne 
prachlicher u. ftyliftiicher Beziehung 
nen find: Antoine VBarillag (1624— 
stoire de France bödjft unzuvertä 
haft ift; Eubes ve Méezeray (1610— 


‚Wtanzäfifche. Lihesatue: IT. 


x witzig zeigt, aber gruudliche 
Ußt. —* it in noch höhe⸗ 
all bei den beiden Jeſniten Ga⸗ 
128) u. Bierre Joſeph b’Orleane 
: ale Gränblichkeit n. Wahrheit 
Viebenen Saritten bes Sefuiten | fen 
3 (161688). Achtung 
‚ouis XIII. von Michel le Ba 
N: ‚aber —— 
ſchone Da n net 
n Werke von Céſar B —— 
2) u. von Rene Aubert de VBertot 
e ihrer Zeit ale Meiſterwerke 
ex arbeitete Jean Baptifte Dubos 
Nen Hauptwerk bie Histoire de 


res be la Croʒe (1661—1739) 
tage de Beauval (1653— 1723). 
lichen lirchen hiſtoriſchen 
rn treten latholiſche Kir⸗ 
Zu den beſten der⸗ 

ube, Bleury (f.. d.) mit feiner um 
ire eccl&siastique; ferner tonis 
be Tillemont (1637— 
ragt an Zalent ber Kung 
e Boffuet (f. d.) mit feinem Dis- 
oire universelle, mit welchem 
oſophiſche Behaudlung ber Ge⸗ 
‚nbebeutend find bie Arbeiten von 
ie Werte über bie Geſchichte der 
Zefuiten rancois Catron (1659 
re Julien Routlld (1681— 1740). 
ichriebene Compilationen die 
achtbaren fen harles 
40); fein Fortſetzer Jean Pap- 
er (1693— 1765) Mr — u» 
Memoiren wurben in dieſem 
. Der erfte Rang gebührt denen 
in François Paul be Gondy be 
welcher Hit Meifterihaft die Un⸗ 
ſchildert. Vortrefflich geſchrieben 
os bes Herzogs François be la 
513—1680), weniger bebeufenb 
aub be Gonrrille —— 
darie Loniſe d'Orleans, H erzogin 
16271693), noch unbebeu 

: Bertaut de Motteville (1615— 
igin Anna von Oſterreich. Um⸗ 

emoiren von Philippe be Cour⸗ 
: Dangeau (1638— 1720). 
: Berebtfamkeit hatte vorzüg- 
h beiden öffentlichen @erichtsver- 
doyers) u. auf ber Kanzel u 
in diefer Beriobe erreicht bielel 
tufe der Bolllommenheit. Unter 
nRednern find Olivier Patru 
Intoine le Maiftre (1609— 58), 
ren Henry Frangois b’Agneffeau 
lien Mercuriales beſonders ge- 
inl Pellifion (1624—93) wegen 
x Bertbeibigungeichriften, ber» 
bie Gelege nbeit jur — 
te, fo bot bie Kanzel das ergie⸗ 
e Berebtfamkeit. Die Kanzel⸗ 
n 4. Wfl. VL’ 


beredtſamkeit, welche im Katholiciemus eine 
andere Ste fie einniurmt als im dene 


— nes Benigue Bofſuet = 


e 1612-1710 , 
—* ei N er 


ua Gain SEE ber jebedh 
von — ‚ 
—5 — ſeinen T e, fo * durch feine 


den erſten ein⸗ 
—— Bene 
634— 1703). Iacauel 
—— (1637 - 1730) ai für: den Bofinet bes 
Broteflanten. Ws ber f naten Wie» 
bemiſchen —— 323* 
* de ale 254 Se Bet 
ber gs Pirat giem —E— ⸗ 
ber Beredtſamkeit repraſentiren. 

a eng 
—3 * pfer der —— * 

anfreich, ent Descartes (Gartefi 
olas ——— von denen ber erfiere 
Schriften je lateiniſch abgefaßt hat, 
auch zu den he 2 ee a On eiylifen. Hervor⸗ 
—— find no Janfeniften, 
m Portroyhal, u Benebiftinerabtei bei Baris, 
atten br *3 lins Geſchichte won 
ambg. 1843 gehört vor Allen 

scal a ae einer ber 
ber größte 


äuner n. zugleich * 
ſailer feiner Zeit, der Berfaſſer ber Lettres 
vineisles u. ber Pensses. Aud feine u * 

ude, Ant. Arnaufb (1612 94) m. ierve Süicofe 

162 acer haben fich ale theologiſche u. Moral- 
riftſteller aueg rei Dahn nn ges ehört auch Fand 

der ber genannte | Geſchicht n, 


ort? 


deſſen Ma- 
d’enseigner ge Yadier les beiles lettres 


* —E war. Neben dieſen von tiefſter 


genen Blumen, en u bee 1 na er Dee, 


ben Jahrhundert par Derrfiaft selang —5— 
en Jahrhu 

benterei zu uber pr den Sr * bar» 
is de sim iüer be St. h Gmenam 615 er und cm 


mei aber a 

— * — ie * * u auf 
das wirkliche Leben riet Rab fh ı 

t imos v 6 
— 
Bruyvere (1639-96). 

Der Briefſtvl, der Boiture m. Balzae in 
der vorigen Beriobe literariſche Geltung erlangt 
hatte, fand im dieſem Lei eine volle Aus- 


bilbung. Mufierhaft ‚weil —*5 — n. natürlich 

hrieben, bie Briefe der rau Marie Re 
butin be Sevigu: (1626—96), weiche au einen 
treuen Spiegel ber damaligen 


626 


ben. Lange Zeit berübmt waren die Briefe bes 
Edme Bourjault (1638—1701) an eine Geliebte, 
Babet genannt. Mertwürbig find die Briefe bes 
gelehrten Pedanten u. Arztes Guy Batin (1601 — 
1672) wegen ihres fatyriichen Gehalts u. halb⸗ 
lateiniſchen Styis. Als Überſetzer find in fiyli- 
ftifher Hinfiht von mehr oder minder Bedeutung 
Nicolas Perrot d'Ablancourt (1506—1664), Ame- 
lot de la Houffage (1634—1706) u. vorzüglich 
Anne Lefebvre, verehelichte Dacier (1651 —1720). 
Verdient um die franzöſiſche Sprache machte ſich 
der gelehrte Gilles Menage (1613 — 92). Die litera⸗ 
riſche Kritik befindet ſich in dieſem Zeitraume noch 
in ihrer Kindheit. Unter den verſchiedenen Schrif⸗ 
ten von Berrauft, Rene le Boffu, Rene Rapin u. 
Dominique Bonhours, Die Damals Aufjehen mach⸗ 
ten, bejigen nur die Keflexions sur la poésie, la 
peinture et la musique von 3. Baptifte Dubos 
feibenden Werth. 

. IL Beriode. Bonder ZeittudwigXlIV. 
bis zur erfien Revolution. Im 18. Jahrh., 
das ſich ſelbſt mit Oftentation dag pbilofcpbifche (Le 
sidole philosophique) nannte, ging ber allgemeine 
Berfüll der Sitttichkeit mit Dem der Literatur Hand 
in Hand. Mit der Regentjchaft trat in ber geiftigen 
Entwidelung Frankreichs immer mehr ein ülber- 
wiegenbes Streben nach dem unmittelbaren Nütz⸗ 
lichen, eine oft ſelbſtſüchtige Unzufriedenheit mit 
dem Beftebenden, u. eine alles verhöhnende Fri- 
volität hervor. Die unglaubliche Sittenlofigfeit 
bes Hofs, des Adels u. ver Geiſtlichkeit wirkte nach⸗ 
theilig auf Die ganze Nation. Die teftgemurggelien 
äſthetiſchen Anfichten Tonnten tie Ginwirkung 
foicher ſittlicher Zuſtände auf ben Verfall der Lite 
ratur nur unterftügen. Ludwig XV. fürchtete ta- 
‚Ientoolle Schriftiteller und meinte, fie würben bie 
Monarchie zu Grunde richten. Das literarijche Le⸗ 
ben 30g ſich taber vom Hofe in die Salon zurild, 
bie von nun an in der Fiteraturgefchichte eine immer 
größere Bebeutung gewannen. Die wichtigften 
diejer glänzenden Vereinigungspunfte waren bie 
Salons der Madame Geoffrin, Mat. del’Eipinaffe, 
Diad. Dudeffandb u. des Baron Holbach. Der 
geiftreiche Rivarol kann gemiliermaiien fiir ben 
perlonificirten Geift Des damaligen Salonlebens 
gelten. Was man Philoſophie nannte, war nichts 
ndered als die natürliche, lang unterdrückt ges 
wefene Neflerion Des kritiſchen Verſtandes über 
bie höchften Angelegenheiten des Menſchen. Ober 
flächlich, wie fie war, führte fie zur offenberzigen 
Darftelung des Materialiemus u. Atheismus, zur 
UAnnahme des perfünlichen Intereffes als Gruud- 
lage der vernünftigen Moral, endlich zu Der Be— 
hauptung, daß alle Religion Prieſtererfindung u. 
ein Schanbfled für den menfchlichen Geiſt, daß 
eine Gottheit nicht vorhanden, Daß ter Glaube an 
Unfterblichleit ein verberblicher Irrthum jet. Alles 
Lies äußerte natürlich auch feinen Einfluß auf bie 
Poeſie. Es trat Die Herrichalt tes Stepticismus 
ein, ber fich in der Literatur zumächft im den An⸗ 
griffen gegen die Alten äußerte. Das Anſehen Der 
Letzteren wurbe zuerft durch Fontenelle u, Yanıotbe 
erfchüttert, gegen welche Anna Dacier vergeblich aufs 
trat. Den mädhtigften n. dauerndſten Einfluß auf 
Frankreichs Literatur u. Oeiftesrichtung hatte Vol⸗ 
taire (f. d.); er ward der volllommenſie Reprijen- 
tant feiner Zeit u. galt als ter gewichtigfte Wortfülh⸗ 
zer in berfiteratur. Sein geiftiger Antipobe, ber ticf 


Ftanzbſiſche Literatur M. 


fühlende Roufſeau (ſ. d.)), für alles Ga 
ber Menſchheit begeiftert, wirkte nit 
gewaltigen Umfturz ber focialen ı 
Zuſtände in Europa. Un beite ſchl 
tesquiens (j. d.), burch deſſen mufı 
De l’esprit des lois bie &taaten 
Lieblingsbeihäftigung bes Publil 
wurde. 

In der Poeſie lieh bie vornch 
Gejellichaft, welche in Verbindung 
rifhen Areopag ber Academie 
Geſchmack u. die Kritik beberridt 
gehenden Abweichungen ven tem 
zu. Nachdem Boileau mit feiner 
poetifhe Production bDurchgebrunge 
lange Zeit hindurch feine irgend e 
fition gegen die von ihm gegebene 
Regeln aufkommen. Doch treten in 
Jahrh. mehr Streitigkeiten u. Ride: 
bis zulegt endlich die größten Talen 
auch äußerlich durchdrangen. 

Auf dem Gebiete ver Tragödie 
Yahrb. außer den Tragẽdien Volta: 
beutenbed bertor, wenn auch eini 
zur Ummanbeluug bramaturgiide 
ſchahen. Nur aus Ungerechtigkeit 
konnten den. Stiiden Toltaires bir 
Proſper Zolyot te Crebillon (167 
ze lang au bie Seite geſetzt mer 

artungen berechtigte Die Tragdı 
Le Franc de Pompignan. Unte 
Tragddiendichtern find Die nanıhal 
te la Orange Ehancel (1676— 1755) 
mont de fa Touche (1729— 1760); ! 
Lauoue 11701—1761); Sean Bar 
Chateaubrun (1686— 1775); Pierr 
rette de Belloy (1727 — 1775), ver i 
diſche Stoffe wählte, weßbalb fein 
lais die größte Bewunderung erregt 
Yenierre (1733— 1793); Bernhart 
rin (1706—$1); Jean Franceis | 
1815), der zuerft die Grüße Ehatelı 
u. die Stüde defleiben, wenn auc 
ftümmelten u. vermwällerten Bearbe 
VBühne brachte; Sekaftien Reh Mi 
(1741— 94); Diarie Ipfepb Chenier 
ber ebenfalls mehrere Gegenftände u 
Geſchichte auf die Bühne brachte. 
2a Darpe traf wie Der erwähnte ( 
einigen feiner beſſeren Stiide ben 
jchen Altertbums. Wenig Süd bi 
dien ven Piron u. Dlarmontel acır 
Zragiiden bradte François The 
Bacılard d'Arnaud (1718— 1805) 
liye zur Darftellung. Im Serlau 
entftand auch das Schaufpielor 
Viittelgattung zwiichen Tragödie: 
murde namentlich von Diderot, Des 
de Ya Chauſſte u. Setaine in jei 
sophe sans le savoir bearbeitet. 
Luſtſpiel fand nur wenige bebeu 
Faſt bei allen vermißt ınan tie 
comica, bie nicht tur ip ı 
Redensarten vertreten werten 
Boltaire nacht bierven feine Auen 
fpaltete ſich die Komödie in veri 
mie das cigentliche Charatier- u. 
bie. ſentimentale Komödie, das Vi 


Franzðfeſche Literatur TTE. 


er 


e Oper. Die Sebeutenbfien Namen unter | ner Borgänger vermieb; Jear Joſeph Bade 170— 


en ımbebenteuben im Fache ber eigentlichen 
e find außer Philippe Neéricault Destouches 
1754) etwa noch: Bierre Carlet de Che» 


ꝛ Marimaur (1695—1763), von welchem : 


ge Stilde auf der Dühne erhalten haben, 
fie in einer jo gezierten, affectixten u. pre 
Sprache geichrieben find, daß man feinem 
en Epettnamen Marivaudage beilegte ; 
stıch ähnlich if Claude Joſeph Dorat (1734 
0) Belannter burch feine Poesies l&gtres. 
tige Tleinere Stüde hat Chriſtoph Bar⸗ 
de Lugny Fagan (1702—55) verfaßt. Un⸗ 
ıber find: Joſeph Francois Ebnard te 
bleu Desmabie 1722 — 61); vonio be 
3694— 1755); Germain Francoti$ Boullain 
at Koir (1703 - 1776), berilbimter burch 
Kerijch-ftatiftiichen Essais sur Puris; Ber- 
deph Saurin (fl. 1781); Mare Antoine 
B- Recon de Chabannes (1730— 1%) 
-gebört ber Mechant von Jean Baptiſie 
et (1709 — 1777) zu den menigen 
Wie noch gegenwärtig gegeben werben; 
Piron's (16989— 1773) Metromanie 
beilern Stücken aus biefer Zeit. In 
Sälfte Diefes Zetiraums treten einige 
bebententem Talente auf, wie Frans 
Mlanme Antrieur (1759—1633) u. Jean 
u Collin d'Harleville (1755— 18606), deſſen 
kelibataire u. L'optimiste zn den beften 
biefer En gehören ; ferner Bhilippe Frau 
jaire Fabre, mit dem Beinamen d'Eglan⸗ 
rᷣ6 — 94; ; Charles Paliſſot (1730 - 1819; 
Barthe (1734—55); Yonis Benoit Picard 
2828), der ſelbſt Schauſpieler war u. mebr 
Seilcke fchrieb, von Denen mehrere ſich auf 
ne erhalten haben. Alle dieſe werben jeboch 
At durch Pierre Auguftin Caron de Beau⸗ 
(1732- 90), unter deſſen Stücken ſich be⸗ 
Le barbier de Seville n. Le maringe 
wo auszeichnen. Aus den Beſtreben die 
ı dem bürgerlichen Yeben, ober wie man 
B Natur näher zu bringen, ging eine Gat⸗ 
Melden hervor, welche wegen ber Einmi⸗ 
der Situationen, von der Spottluſt 

en den Namen ter Come&dielar- 
Fse erhielt. Als Schöpfer berfelben ift 
Mivelle de la Ehauffre (1691— 1754) zu 
defſen rührente Kamilienftllde das Beſte 
Urt find. Schwächer find einige Stücke 
vorn Sraffigny (fl. 1755). Auch Voltaires 
jeligues u. La fille d’Aristide folgen 
ng. Am deutlichſten trittdiefe Abficht zu 
zu beichren in Diteret® Le fils naturel 
de famille hervor, fowie ın nıehreren 
Louis Sebaſtien Mercier (1740 bis 
















Große eder Heroiſche C per warb zwar 
Beitraume won Biclen, aber von Keinem 
gearbeitet, obgleich ſich Die bedentendſten 
barin verſuchten. Zu nennen find Voltaire, 
tenelle, 3. B. Rouſſean, Ya Dotte, 
u Dandet (1671-1749). Pierre Charles 
1653 — 1764). Beſſer gelang die Komifche 
.das Baudeville, die ſich im Laufe des 19. 
eines ſteigenden Beifalls zu erfreuen batten. 
wibmeten fich: Charles François Panard 
-1765), ber zuerſt Die Unanſtäudigkeiten ſei⸗ 


1757), der mit Talent den gemeinften Pariſer BB. 
Bel nachzuahmen ſuchte; Charles Simon Favart 
(1710—32), bef. glüglich in der Darftellung länd⸗ 
licher Verhãltniſſe. Nicht minder beliebt waren bie 
Dperetten von Michel Jean Sebaine (1719— 


1797), bie zum Theil auch auf Die heutfche Bühne 


gelangten; daſſelbe gilt von einigen Stilden Mar- 
montels. Noch find zu nennen ber Englänber Tho⸗ 
mas Hele (fl. 1750), ein Freund Gretrye; Charles 
Eolit (1709— 1753), der außer einigen geiftreichen 
Vandevilles ein fehr geihäßtes "Theätre de so» 
eiété gefchrieben bat; Antoine Aleranbre 
Boinfinet (1735 —69); eb. Noch Nicolas Ehame 
fort (1741— 94). Selbft von Rouffenn hat man Le 
devin du village, eine artige Meine Oper. Kür 
das Vaudeville insbeſondere iſt Pierre Yoon Barre 
(1749—193?), der am 12. Jan. 1792 bas There 
du Vaudeville in Paris begründete, amtyue 
zeichnen. Unter den Componiften filr tiefe Sachen 
fteben Andre Ernefte Modeſte Grettry (1741 — 1614) 
1. Etieime Senri Mehnl (1763— 1917) oben am. 
Bei weiten geringer u. unbebententer ſind bie 
Leitungen bicjes Zeitraums in ber epiſchen Poe⸗ 
fie. Obgleich ſich Voltaire's Henriade mit feinem 
ähnlichen Werfe anderer Nationen meflen kann, fo 
ftebt fie tech in ter Fen 2. einziq u. unfbertroffen 
ba; nicht entfernt damit zu vergleichen ift ſelbſt 
tie Colombiade ter Krau Marie Anne le Bage 
du Boccage (17j 10 - 1802). 3wei Feinere epiſ 
Dichtungen ſchrieb Anteine Thomas; Schöpfer der 
franzöfiſchen Ballade wurde François Augnſtin 
Paradis ve Monerif (1687- 1770). Anburleſken 
epiſchen Dichtungen, welche dem Geiſte bes 
Jahrhunderts mehr zuſagten, findet ſich ein größerer 
Reichthum. An der Spitgtze ſteht bier 425 
Voltaire mit feiner Pucelle, welcher an Scham⸗ 
Icfigfeit I,a gruerre des Jdieux anciens et mo- 
dern«, vom Chevalier Erarifte Parny (ft. 1814) 
ebenbitrtig if. An Echlüpfrigleit noch überboten 
werben biefe durch Jean Baptiſte Joſeph Billart be 
Greécourt (1683— 1743); anmutbiger u gefftreicher 
ſind Die Dichtungen von dem bereits erwähnten Ereſ⸗ 
ſet (1709 -77). Bon geringerem Wertbe, wenn auch 
in anftändigerem Zone gebalten find Die Contes 
von Paul Philippe Rubin De la Brennellerie (1738 
bis 1812), von Claude Joſeph Dorat (1734—80), 
von Bartbelemy Imbert (1749— 90), Jean Louis 
Aubert (1731 — 1814), Stanitlas de Boufflers 
(1737 — 115); Malfilatre’s 11733 —67) Narcisse 
dans l'Ile de Venus gehört zu ben beflern Pro. 
bucten biejer Art. In der Fabel blieb Lafontaine 
unübertreffen: zu ben beflern zählen außer den 
Fabeln won Imbert, Dorat u. Aubert noch die von 
Yonis Inles Varbon Mancini, Die de Kivernais 
(1716— 95) u. ven Florian. An der Spitze der vielen 
Dichter, die ſich Der eriſten didaktiſchen Poeſie 
zuwandten, iſt Lonis Racine (1692-1763), der 
Sohn des großen Dramatikers, wegen ſeines Ge⸗ 
dichtes Jun Religion zu ſetzen, ber von François 
Joachim Pierre, Grafen von Bernie (1715—94), 
von Nicelas Germain Yesnard (1744— 93) u. 
Helvetius nicht erreicht wirt. Mebr Glilck, wohl 
wegen ihres euiſprechendern Stoffe machten bie 
didaktiſchen Dichtungen von Claude Het Watelet 
(1713— 36) u, Antoine Dlarie Yernierre (1733—93 
iiber bie Dlalerei, von Zofepb Alfonfe Eſsmena 
(1768-1611) fiber die Saifilahtt, von Pierre 
4 


625 


ag be Roſſet (fi. 1788) über den Aderbau, 
erner von Jean Joſeph Thereſe Roman (1726-87) 
u. von Dorat. Bien reiben ſich mehrere gelungene 
Arbeiten ber beferiptiven Gattung; dergleichen hin⸗ 
terließen ber erwähnte Karbinal von Bernis; ferner 
Charles Franc. de St.-Lambert (1717—1805), 
deſſen Saisons nicht unbebeutenbes Talent ver⸗ 
rathen; Jean Antoine Roucher (1745—94); Rene 
Ricarb Caſtel (1758— 1832), Louis Fontanes 
(1757—1821), Legoune u. PB. D. Escoucharb Le 
Brun; doch werben die Werfe ber genannten ſämmt⸗ 
lich weit übertroffen durch die Jardins von Jae⸗ 
ques Montanier Delille (1738— 1813), der einer 
ber auögezeichnetften Dichter feiner Zeit war m. 
die Sprache mit umübertroffener Meifterichaft be 
herrſchte. Daneben fehlte e8 in biefer Zeit natürlich 
auch an frivolen Dichtern nicht; am talentvoliften 
eigt fich Pierre Joſeph Bernard (1708— 76) bei. in 
einer l’artd’aimer. Die poetifhe Epiftel blieb 
and) in biejer Periobe fehr beliebt. Dan hat Epitres 
von L. Racine, Grefiet, Sebaine, Bernis; ferner 
von Charles Pierre Colardeau (1732—1776), der 
beſ. wegen feiner Lettre d’Heloise à Abailard 
berühmt wurbe, u. Claude Joſeph Dorat (1734 
bis 1780), ber mehrere poetiſche Epifteln unter 
dem Namen Heroides fchrieb. Minder bebeutenb 
finb die Héroides von Abrien Michel Blin de 
Seintmaure; Maſſon Pezay (ft. 1777), La Harpe 
u. A. Ihrer Zeit viel gelefen waren bie Lettres à 
Emilie sur la mythologie von &. X. be Mouftier. 
Die Idyllendichter, wie namentlich Leonard u. 
Arnaub Berquin (1749—91), ahmten zum Theil 
Geßner nach, der in Frankreich vielfach Anerfeunung 
u. Berühmbeit fand. Nic. Sofeph Gilbert (1751—80) 
war ein vorzüglider Satyriteru. ein bedeutendes 
Igrifches Talent. Ein Zeitalter, dem gefellige An⸗ 
mutb, leichtfertiger Witz u. finnlicher Lebensgenuß als 
das Höchſte galten, fonnte ber eigentlihen Lyriknicht 
günftig fein. Ein berühmter heiterer Bollsdichter 
it Pauard (fl. 1765). Die Oben von Voltaire u. 
2. Racine find unbedeutend; befjeres befitt nıan 
von Jean Jacques Le Franc de Pompignan (1709 
bis 1784), deſſen Geſang auf Rouſſeau's Tod zu 
ben ſchönſten franzöfifchen Dichtungen des 18. Jahrh. 
ählt, ſowie von —** Denis Econchard Le Brun 
——— der namentlich auch die Revolution 
feierte. Podsies légères bat man von Voltaire, 
dann von Piron, Dorat, Colardeau, fowie von 
Boufflere, Imbert, Bernard u. zahllojen, weniger 
nambaften Dichtern. 

Aufdem &ebiete ver Romanliteratur blieben 
die Beftrebungen des Grafen Lonis Eliſabeth be Id 
Vergne de Treflan (1705— 82), durch Erneuerung 
des Seihmads an ben alten Ritterromanen bie 
leichtfertigen Producte des Tags zu verbrängen, 
erfolglos. Großen Einfluß auf ten franzöfiichen 
Roman übte England. Nah dem Mufter Richarb- 
fon’s entftand beſ. Durch Antoine Francois Prevoft 
b’Erifes (1697— 1763) aud in Frankreich der Fa⸗ 
milienreman. N biejer Gattung, in welcher Rouf- 
feau in feiner Nouvelle Heloise das höchſte leiftete, 
gehören aud einige Werfe von Duclos u. Maris 
vaur. Im Ganzen folgte jedoch die franzöſiſche Ro 
Mmanliteratur ber frivolen Richtung bes 18. Jahrh. 
u. abgeſehen von tem oft mehr od. minder nicht» 
würdigen Inhalt, bat diefe Periode vieles zum 
Theil Meifterhafte aufzumeifen. Außer ben ver» 
rufenen Romanen von Claude Profper Solyot be 


Stangöfifche Literatur LIE. 


Srebillon (1707— 77) finb no bie 
Edme Retif de la Bretonne (1734- 
Alleın Bierre Ambroiſe Chanderlot b 
bis 1803) mit feinen Liaisons daı 
wie Jean Baptifle Louvet be Couvr: 
mit feinem Faublas ale bie Bü 
Frivolität hervorzuheben. en 
namentlich rauen in durchans rein 
zuweilen ans Sentimentale ſtreifende 
dahin gehören; Claudine Xiegandı 
Tenoin (1681 — 1749), bie eine 
öngeifter von Paris in ihrem 
melte, Srancoife d'Iſſembourg d" 
Graffignyg (1694— 1758); Mabamı 
Beaumont (1711—80), bei. durch 
Erziehungsſchriften belannt; ferner 
de Miezieres be Laboras Riccoboı 
Sophie Riſteau, Wittwe Cottin, A 
be Souza u.a. Den größten Auf 
mentalen Romane erwarb fi 9 
Bernarbin de St. Pierre (1737- 
Paul et Virginie ı La chaum 
—F nz Europa geleſen u. bew 
Die Vhuolophen bebienten fid) der 
mans zur VBerbrei ibrer Ideen 
Moral u. Staat; fo Diberot, Rou 
u. A.; harmloſer find Le diablea 
Jacques Cazotte (1720—92) u. bi 
raux von So gei® Marnıeui 
Den großen Beifall, den Fenelon u 
l&msque gefunden, ermutbigte zı 
nannten epiichen Romanen. Am beri 
benjelben wurben der Beliszire $ 
einige Werle bes Jean Pierre Kia 
(175598) mwähreub die Romane ı 
mie Bitaub? (1730 bi® 1808) jegt 
find. Bleibenden Werth befitst jedo 
du jeune Anacharsis en Grece 
ques Barthrilemy (1716 — 95). 
Durch Voltaire's u. Montesgnier 
Werke wurde der Gefhichtfchreil 
Schwung verliehen; namentlich iſt 
Gedichte der Menicheit ob. Phil 
Ihichte der Menſchheit genannt hat 
eine Schöpfung des 18. Jahrh. Al 
durch dieſe jogenannte philofophifd 
ber Geſchichte der Wahrheitsliebe m 
Gintrag gethan; oft werben die Erei 
angenheit ohne gründliche Forſchun 
Ideen bes 18. Jahrh. beurtheilt. : 
unter ben franzöfiihen Hiſtorikern! 
unftreitig Voltaire. Sonſt find au 
Thomas Raynal (1713— 96) no 
Paul Francoıs Belly (1709—59), t 
de France von Claude Billaret (f 
Garnier fortgejettt wurde; Charles 
bis 1772); Gabriel Bonnot de Mabl 
ein ernfter u. gewifienbafter Korjch 
Broſſes (1709— 77), Anton Yves 
bis 1758) ; Charles Jean Srancois. 
bis 1770); Germain Francois Pe 
Foix (1703— 76); Gabriel Henri € 
bis 1806). Die Arbeiten von Pier 
vesque (1736--1812), Guißaume 
Meheégan (1721— 66) u. namentlii 
Francois Xavier Millot (172685) 
oberflächlich u. nur durch ihre gefalli 
end, Achtenswerther find Cla 


Truth Sf era TV. 


ubliei 
—— 
eſer Zeitraum nicht 


von ben Jeſniten 
* l’&glise ee * 

e6 iſt noch das gro 
‚erißer sg gehe des dtatsete., groß 
ab, — —* Sr. Alaie, 


Ta 


der gro 


&erte zu enechehu — Be 18 
Perſonen untergeſchoben, wie = 
, — * dem Narſchall do 
—— ir abie 1757 68 
geben ıı. tentbeil® auch de 
auch bie co t Kate —— — 
— de e Seren Anıboife bi 


; geiätehtfidh "an A 


iren det Yoltid 
Briefe, die abſichtlich fUr Ansecte 


efaßt wurben, formen m 
Aa te | 
eller ber i 
aire, Rn, — * 
ebeufirng ift bie, — 
h Melchior Grimm (1723 — an); 
er russe von Pa A ch 
eZeitacmäldema 
1746-1814) betübnn; IM 


nt (1115-49) ſchrieb — 
{es Pinan Dutelos fi 
Gern DIR — ur | m 


Sr, Becietuntei mem | 
ed 1 n ei 
gten in Drud erj A die de 
ırles Marie be Beaubais (1 133 | 
118 Boufe (1711—51)) babeır nur bi 
ter r mine t aber bie Hraftn. Ba 
. Da 
yatte, fo be et ſich gan g ah t* 
jomte BEER. 
un enen Itan 
act (1732-85), Anteine Ponid 
0 n. Simon Nicolas Henri ® 
tgl. Pinarb, Le barreau — 
fr Meiſterwerle gelten bie 


aumardjais, ohne te au Je ein | 


en Sadıe ichrieb. egen f 
he Beredtiamteit n 1 Biefer 
it; u derſelb — *5 
amfort, Ca omas, Maury, 
yn. ber Graf Silk bert aus. 
raturwerlen biefer Beriode Täßt fi 
— nung n. bie ar weiſe 
ilo u od. auch 
rfennen, welche ee 
Be beberrichten. Dor allem 
ven d Alembert, Diberotu, Helvetin®, 
inie Eonbörcet, Neynal, Nobinet, 
he . Jean Jacques suffeautf.b.) b.) 
N das Entjäiebenfte zu ben Philo⸗ 
ıber bach birrch Geift u. Gefimumg 
r, tie Überhaupt ga vereinzelt; 
"Emile ir en Imermeßlichen u. 


ilb Der 
Ihe Deuter Diele Bei, ber and be 


auch hierher, raten aber | ale Se 
Cingttet | Epoche auf. Durch den Einfluß der Phile 
Ark ae 


0 
bein Deutfchen mit Bem Namen eines Bhifofei 
been ne der. if Srienme SR 
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ihm find nur ned Puc Efapiers — 
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ad jenen ner 8 0 * 


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gen Jean ouis Marie Daubensen * 
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ofen nur wenig Erfol ebabt hal 
uud — A a ran Der MR Kon 
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——3 Diberot, Jean 
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be Montendy 1730-1814). 
igen Jabrh erftandenen Fournafen 
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bentung binzu: bie Annde littsraire - 
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yebifbetern Klaſſen zwar ſch worden 

en bed Bolle war er Rt 5 erft erftorben. 
son vor dem Eoncorbate a mit dem 
SH tten viele Gemeinden ben alten Gottes» 


ee er ber Ar 5 bie ——— Ne 


ofeph be Maiftre u. Benalb, N Begtäitberbes 
tn Be a Sy emein der -n d.; fermer 
Lamennaie, wen varol ala Gegner der Re= 
volution u. St. Martin ala Gegner ber Philoſop 
bes 19, Jahrb,, — Etwas ſpater bie 
Wirffamteic des Grafen Montafembert u. des Do- 
minicaners Yacorbatre, zweier Schliler det Lamen⸗ 
zu: = Einflug Fonis — ‚einer ber 
er ber ultramontanen ‘Bartet, iſt no 
— mächtig. Zur Zeit ——— Pie 
ber Materlationnid u. Jalobiniemus einerfeite, 
re Utramentaniemus u. ger anberer* 
feits feinblih 9 ‚trat jet eine 


ka ni Ce md ur, BE 


2  Brauzöffepe Bitesatur, IV. 


ber Reftanrationgepoche zu voller Entwidelung ge» 
langte, war nicht nur in ber Philoſophie, fonbern 
in allen ihren bebeutenderen Richtungen ellektiſcher 
Natur. Dahin gehören zunächſt Neder mit feinem 
reunde Mallet du Ban; ferner Neder’s große 
oäter. die Frau von Staeël, mit ihren Freunden 
eſinnungẽgenoſſen, dem Gef — Sie⸗ 
ondi, Barante u. Fauriel. Auf ſpeculativem Ge⸗ 
biete machte ſich die neue Richtung beſ. in den 
Schriften Maine de Bixan's, Noyer⸗Collard's u. 
Bictor Couſiu's, fowie denen Jouffroy's u. Re⸗ 
muſat's geltend. Namentlich durch Coufin gewann 
bie Philoſophie auch Einfluß auf bie Kunft im 
reiteften Sinne bes Worts. Umgeflaltenb zeigte 
fig die neue fpeculative Richtung in der Hiflorio- 
rapbie, vor Allem in den Werken Guizot's u. 
Auguftin Thierry's, denen fih Carnl, Raudot u. 
Aleris von Toequeville anſchließen. Als bie popu- 
lärften Geichichtichreiber ſtehen Thiers n. Mignet 
da. Diefer Bewegung in der Philoſophie u. Ge⸗ 
ſchichtſchreibung mußten auch bie Literaturgeſchichte 
u. Kritit folgen. Noch unübertoffen. bleibt hier 
Villemaiu; weniger tief griffen St. Marc Girardin, 
Niſard, Sainie Beuve u. A. in bie Fi ein. In 
ber Boefie wurbe ben Franzoſen von Chateaubrianb 
u. ber rau von Starl eine neue Welt erſchloſſen; 
neben derſelben blieb aber bie va Manier u. 
Methode fortbeftehbeud. Joſeph Chenier, Delille, 
Sontanes, Daru, Etienne u. U. galten zwar ihren 
Zeitgenofjen für bebeutenbe Dichter, waren aber 
doch nur geiftreiche u. geſchickte Berstünftler, benen, 
wie der ganzen Poeſie ber Kaiferzeit, der tiefe 
Ahern bes Gemütbs fehlte. Einen Dichter im 
wahren Sinne bes Worte erhielten die Franzoſen 
exſt in Alphons de Lamartine, deſſen klaſſiſche ME- 
ditations poetiques für ben vollendetſten Aus⸗ 
brud der neuern franzöfiichen Poeſie gelten können. 
Der neuen Richtung, welche die %. L. angenommen, 
gehören bei. Baul Kourier, Beyle, Charles Nobdier, 
Proſper Mirimde, Charles de Bernard, Alireb be 
Muſſet, Delatouche u. A. an. Während bei allen die⸗ 
en mehr od. minder noch Reminiſcenzen aus ber klaſ⸗ 
Ihen Zeit Durchtönen, trat Bictor Hugo, das Haupt 
ber Romantifden Schule, in Konception, 
Charalteriſtik u. Styl in nal änbigem Gegenjats zu 
ten klaſſiſchen Idealen. Als fein bedeutendſter Mit⸗ 
fireiter muß Alfreb de Viguy gelten. Mit der Juli» 
revolutien von 1830 griff die Literatur fühner als 
je um fi, u. wurbe immer wmebr in bie politifche 
ewegung, bie Parteikämpſe zwiſchen Mounarchiſten 
u. Republikaner, Socialiſten u. Communiſten ver⸗ 
ſtrickt. Ausgezeichnete Talente, wie Niichelet u. 
Edgar Quinet leiſteten der gereinbrechenben Anar- 
chie ber Literatur wie ber Thatſachen, durch ihre 
maßlojen Angriffe auf die Katholuche Kirche Vor⸗ 
fhub. Lamarline, Victor Hugo u. andere weniger 
bedeutende Dichter, wandten ſich mebr ob. minder 
der Politif zu. Die Schriften Balzac’d, Eugen 
Sue's, Souli®’8, der George Sand, Alexandre 
Dumas, Proudhon's batten zum Ergebuiß, daß Die 
Gegenwart mit Allen was zu ibr gehört, Regierung, 
Geſellſchaft, Sitte, verädilich wurde Eine erft 
dumpfe, dann wilde Gährung bemächiigte fich Der 
Semüther, aus welcher die Februarrevoiution von 
1848 hervorging. 
‚ Unter ben poetiſchen Yeiftungen bes eigent« 
Lchen Revolutionszeitalters, gewähren nur bie 


u. 
a 


brüche bes. mäthenbfien Haſfſet 
tum u. Kirche, war bad. meife & 
berechnet, bie Leidenſchaften bes Bet 
flammen. Das Jngement des roı: 
van Marcchal fireift au das f 
Daß. Theater. war. mit. Gelegenheitef 
ſchwemmt; viele berfeiben hatten ten: 
Dugazon jum Berfafler, auch der ber 
lat b’Herbois ſchrieb einige Stilde. 
feine Seitgenoffen jedoch ragt durch T 
fumung arie Joſeph de Chenier il 
exvor, beflen Tragödien, obgleich t 
iebungen auf Zeitverhältnifje, tod 
rotucten ber alten Schule zur Seite 
[einer berühmteflen Dichtungen int 
"&tre supräme. Sein Bruber, 
Chenier (1763 — 94), ſchilderte vie fani 
bes Herzens nu belonbers Durch fein 
vor allem bie Eclogues berühmt gem: 
ber bebeutend find bie Tragäbien ı 
Bincent Arnault (1766 — 1534), few 
Sohn Lucien Emile Arnault. Noch 
finn Gabriel Jean Baptiſte Legouvé (1 
u. Jean Ponce Guillaume Biennet | 
Die noch gen) auf klaffiſchem Boten fich 
Nepomuckne Louis Lemercier (geb. 
ven Ubergang zur Romantik zeigt. G 
Stellun ahnen Jacques Francois I 
1794), Baour Lormian (geb. 1772). 
Raynouarb. (1761 — 1836), ber AA 
provengalifchen Studien, ein. Zu ben 
u ber alten Schule gebören nod bir 
Wegander Soumet u. Bictor Joſeph 
Jouy (1769—1846), ber jedoch als ! 
glüdliher war. Ohne der Romanti 
anzugehören, tragen doch tie Stüd 
Frauçois Caflmir Delavigne (1794—1 
nichts mehr von ber Steifheit ber Ma 
matik an fih. Eine mächtige Bewegu 
teratur veranlaßte Louis Biter; Bi 
Sefleln vollftänbig zu fprengen wagt 
erandre Dumas, ber auf "einen 
8a cour (1829) zahlreiche audere Di 
lieg. Neben ihm der hervorragendſie 
ber Romantifben Schule ift unfir 
Dügo (f. d. Derjelben Richtung & 
Iired be Vigny noch an Emile © 
Buftave Drouinean. Zwölf Sabre & 
die Romantiihe Schule Die Bühne be 
dramatische Poeſie vermochte ſie jet 
hebeu, jondern nur ihrem Berfalle zu 
dramatifhe Dichtung war iu Aukeı 
Wunbderlicpleiten aufgegangen. Daber 
1843 die Lucrece von Ponſard, einen 
unbelannten Dichter aus ber Previnz 
bie alten Haffiichen Muſter aulehnte, da 
lichfte Kufſehn erregen u. dem Remar 
volljtändigfte Niederlage beibringen ! 
ben vorzüglichern Dichtern won Luſi 
Heinern Bühnenftiden ragen in bieie 
verigen Periote noch Andrieux (it. 1: 
b’Harleville, Fabre d'Eglautine u. Fi 
nachträglich find noch zu nennen: Tin 
Aerandre Vincent Pineux Duval (17 
einer ker beften Komiker Der neuern 3ı 
der zum Theil in Verbindung mit & 
face Eaintine fiir die lleineren Tbeater 


bramatifchen einiges Intereffe. Bloße Aus⸗uer Georges Fraucois Fouques Desk: 


Franzoͤſiſche Literatur IV. 


Nanien Desfontaines (1733— 1825). 


e Despreg (1783 — 1824), Jean 
cle (geb. 1785), Lonis Philippon be 
(1731 - 1819), Jeau Baptiſte Radet 
‚Nicolaus Aufte Auger St. Hippo⸗ 
fkmanuel Felicite Charles Dupaty. 
den Doch übertroffen durch den uner⸗ 
tbaren Auguſte Eugene Scribe G. d.). 


deville baben ſich vor Allem ausge⸗ 


te de Bird (1155 — 1532) u Jean 
t; hierzu kommen Jean Etrienue Vice 
it feinem Sohne Emanuel Arago; 
Barrd (1766— 1832), Marc Antoine 
1772 — 1527), ter berühmter ale 
ft; Joſeph Marie Arınand Dlichel 
162 — 1323); Charles Guillauıne 


--1515), u. Germain Delavigue. Die 


Proverbe dramatique warb 
nontelle 11717 — 1806) in bie fitera- 
das Beſie in derſelben leiftete ſeitdem 
Michel Theodore Leclercq (ft. 1851). 
mißlungener Epen, welde die frühes 
erzeugt hatten, traten feit der Revo⸗ 
ehrere neue binzu Den meiften Ruf 
Zeit Auyufte Marſeille Barıheldiny 
9, teren Dichtungen Napoldon en 
ı fils de I’honme jebody faum mehr 


Bulletins ter Großen Armee find. 


d noch Alexandre Soumet wegeit fei- 
yopce u. etwa Parceval be Örand- 
feines Philippe Auguste zu neu⸗ 
Gerard war glüdlih in ber Ro⸗ 
t bat man noch Epen von Pierre 
and (1759—1926), Augufle Greuzf 
I—18539), Louis Gorſſe, Darode de 
an Chritien Julien Luce be Lancival 
‚ Lebrun be Charmettes, Charles 
(ibert Malion (1762— 1507), Paul 
n be la Breucllerie (1733 — 1812). 
gte fih Ebarles Hubert Millevoye 
bie phantaftiichen Dichtungen Gb» 


ehreiten über bie Grenzen Des eigents 


aus. Auch das Lehrgedicht, weiches 
) 19. Jahrh. fleißig bearbeitet ward, 
Sgezeichnetes aufzuweiſen, außer ben 
wähnten Dichtungen von Eémenard, 
egouve find noch zu neunen ‘Pierre 
o Daru (1767 - 1529); Claude Fran⸗ 
be Lezai Marneſia (1735 — 1800), 
tin Bielh te Boisjolin (ft. 1832); 
Berchoux wegen jeiner geiſtreichen, 
erzbaften Gastronomie; Jean Bap- 
Klorimont Yevol, Dominique Ricard 
), Pierre Paul Rabottcan 11766 bis 
Sharles Pougens (1755 — 1533) n. 


dartin. Beachtung verbienen Lerourx 


Les trois Ares u. Cheuedellé, ein 
tartines, wegen feiner Etudes poé- 
ber Örenze zwijchen dem Epiſchen, 
i. Eentimentalen halten ſich Louis 
-1826), Françoie Nicolas Vincent 
72 — 16435, Biennet u. Alfred de 
iner politiſch ſo bewegten Zeit kann 
iden, wein Die Ekloge völlig unbe— 
nen Fabeldichter hat die Zeit ſeit 
ı nur in Viennet aufzuweiſen. Yeß: 
fih nebft Barihclemy u Di ry auch 
ſch-politiſcheu Cpiſtel aus, 


631 


Mit um fo größerem Glanze ift in ber neuern 
Zeit tie Lyrik aufgerreten. Die Erzeugniffe aus 
ten Jahren der Revelution baben mit wenig 
Ausnahmen nur ein biftorifches Intereſſe. Her⸗ 
vorhebung vertient Joſeph Rouget Deliste (1790 
bis 1836), der Berfafler u. Componift der Diars 
jeillaife, u. Ponce Denis Gcouharb Lebrun 
(1729 —1$07), der gefeierifte unter den eigentlichen 
Revelutionsticrern. Auch Deiille (17398 — 1513) 
batte jeine Muſe der Revolution geweibt. Ihm 
geiſtesverwandt mar Roucher aus Marieille der 
1793 guillotinirt wurde. Die ganze Richtung ber 
Kaiſerzeit war cbeufalls ber Lyrik nicht günftig ; fie 
artete entweber in eine fade kriecheriſche Gelegen⸗ 
heitspoejie aus, oter ftreiite an das Didaktiſche. 
In freiern Formen bewegten fih nur Autoine 
Defaugierd (1772 — 1927), beffen Chansons eine 
echt nationale Farbe haben, u. Henore Riouffe aus 
Rouen (1764— 1513), der Empfänglichkeit für Goe⸗ 
the’ichen Geift zeigte. Sonſt find noch zu nennen 
Charles Nodier wegen feiner Napoldone (1302) 
u. ber Eatyriler Joſeph Despaze (1779 — 1514). 
Nach der Reftauraticn laſſen fich verſchiedene Rich⸗ 
tungen in ber Lyrik erleunen. Der klajſiſchen Tra⸗ 
dition buldigte vor Allem Caſimir Delavigne in 
feinen Messdniennes; rovaliſtiſch u. latholtfirend 
find die bereits erwähnten Iyrischen Poeſten Lamar⸗ 
tines. Als Nationaldichter im eigentlihen Sinne 
des Worts zeigt.fich Beranger ıj. d.), in feinen un⸗ 
vergleichlichen Chansons, neben benen nur etwa bie 
von Pierre Emile Debraug ıf. 1531) Grwähnung. 
verdienen. Der bedeutenbdfte Yyriter ber neuern Zeit 
ift unftreitig Victer Qugo, um beit BE 1825 _ 
eine Anzahl von Yyrilern ſchaarte (die fich Ceuacle 
nannte), wie bie Brüder Ginile u. Antoine Des⸗ 
champs, bei. aber Sainte-Beuve, Alfred be Vigny u. 
Alfred de Mouſſet, bie wieberum für Die große Schaar 
der Romantiler als Muſter u. Meiſter galten. Zu 
den gemäßigten Romantikern zählte Pierre Lebrun. 
Noch machten ſich Victor te Laprade, Gerard be 
Norvins u. Brizeur als Dichter befanit. Unter 
ben dichtenden Frauen verbienen genannt zu wer⸗ 
den Eliſe Mercoeur (18600 —35), Marcelline Des⸗ 
bordes⸗Valinore, Amable Taſtu u. Delphine de Gi⸗ 
rardin. Die Julirevolution vermochte wider Erwar⸗ 
ten feine Dichter u. Schrijtſteller zu weden. Nur y% 
Auguſie Barbier, der mit ihr auftanchte, aber au 
faſt gleichzeitig mit ibr wieder abtrat, zu nennen. 
Do brachte Die Julirevolution die Hanbmerler- 
poe uven deren namhafteſte Repräſeutanten wa⸗ 
ren: Jean Reboul, ein Bäckermeiſter in Niemes, 
Higefippe Moreau, ein pariſer Buchdruckergehilfe 
iſt. 1535), u. Pierre Dupont, der den in z 
reich längſt verllungenen Zon bes eigentlichen Volls⸗ 
liedes wieder angeſchlagen hat. Der Beifall, wel⸗ 
chen die in ſüdfrauzöſiſcher Muundart geſchriebenen 
Poeſien des Jacques Jasmin, eines Haarlräuslers 
in Agen, fanden, bat eine Menge Dialektdichter 
in Südfrankreich hervorgerufen, die jedoch ohne lite» 
rariiche Bebentung find. Bgl. Honegger, Bictor 
Hugo, Lamartine a. Die franzöſiſche vyrik bes 19. 
Jahrh., Zürich 1559. 

Wie anderwärts, ſo war auch in Frankreich der 
Roman diejenige Gattung der Literatur, welcher 
ſich die meiſten Kräfte zuwandten. Es gibt ſaſt 
keinen der bedeutenderen Dichter dieſer Zeit, bie 
fich nicht auf biejem poetiichen Gebiet verjucht hät⸗ 


ten. Bor Alleın ſind hier zu nennen Chateaubriaud 


632 


(1769-1848) u. bie frau von StatT; neben ihnen 
Nodier u. Senancourt. Inter bie Dichterinnen, 
deren Romane zu Anfang dieſes Iahrhunderte im 
Gunſt ftanden, gehören die Madame de Genliß, Die 
Suliane Krübener, die Eottin, Adele de Sonza, bie 
Herzogin von Duraß, ge: Kerjaint, u. Siabelle 
Bolier de Bottens, Baroneſſe von Montolien 
(1775— 1832). Am Höchften geftellt wird unter 
den biftorifhen Romanen biefer Beit Notre Dame 
de Paris von Bictor Hugo; faft ebenſo vortrefflich 
in feiner Art muß Cing- Mars von A. te Bigny 

enannt werben. In mehrfacher Beziehung an 

Balter Scott erinnern die hiſtoriſchen Romane 
von Baul Lacroirz nicht ohne Werth find die hifto- 
riſchen Darftellungen von Pitre-Chevalier, beinahe 
abgeihmadt Hingegen bie Romane bes Bicomte 
d’Arlincourt. Noch gehören hierher Jean Fievee 
—— u. Sri! Salvandy. Im pſychologi⸗ 
den Roman ift X. B. Saintine hervorzuheben, 
defien Picciola auf Koften feiner andern Werle 
große Berühmtheit erlangt hat. Im komiſchen Ro» 
man bat fih Guillaume Charles Antoine Pigault 
Le Brun (1753—1835) ausgezeichnet. Treffliches 
auf dem Gebiet der Sittenſchil derung leiftete 
Jony u. neben ihm der Graf Joſeph Hippolyte 
San» Domingo u. Sallois. Überaus reiche Bei⸗ 
twäge zur Sittengefchichte ber neueren Zeit bieten 
die Schriften von Baul Louis Courier, Die während 
ber Reſtaurationsepoche vielen Einfluß auf bie 
Stimmung des Volle übten. Etwa feit der Juli⸗ 
revolution murbe ber Roman u. bie Novelle bie 
Lieblingsgattung ber ſchönen Riteratur; er wurde 
bie univerjelle poetiſche KH u. jete Partei machte 
ihn zu einem Werkzeng für ihren Gebrauch. Doch 
machte fich ber materialiſtiſche Charakter, der in 
das Drama einbrang, auch bald in ber Roman⸗ 
literatur geltend. Der Roman vernadläffigte 
immer mehr vie Charakterſchilderung; man erfand 
möglihft verwickelte Zuſtände, um bie Spannung 
bes Leſers aufrecht zu erhalten. Es prägten fi 
bie verſchiedenen Gattungen fefter aus: der Sitten- 
roman, der Liebes. u. Feivenfchafteroman, der Mi⸗ 
Yitärroman, der Seeroman, der Tenbenzroman, ber 
biftorifhe Roman. Obgleich die Zahl der Roman- 
ichriftfieler ins Unglaubfiche wuchs, finb es body 
nur fünf, die fih oben auf erbielten: Honor be 
Balzac, Eugen Sue, George Sant, Alerander Du- 
mas u. Frederie Soulid; am größten u. bedeutend⸗ 
ften unter dieſen ſteht unzweifelhaft die George 
Sand oben an. Erhebliches haben auch Charles be 
Bernard, ein Schüler u. Nebenbuhler Balzacs, ıı. 
Prefper Merimee, ein vortrefflicher Erzähler, ge- 
leiſtet. Einigen Kunftwerth befiten ferner noch die 
Romane von Emile Souveftre, Louis Reyband, 
Leon Gozlan, Elie Berchet, Jules Janin, Mery, 
Alphonſe Karr; nicht ohne Intereſſe für die Beur- 
theilung ſocialer Zuflände, wenn auch ohne eigent- 
liche literariſche Bedeutung, find die Werle von 
Paul de Kod, weniger die von beffen Sohne Henry 
de Kod. Während die Kunftnovelle in biefer 
Zeit nur wenig Vedeutendes, mir Ausnahme einiger 
Werlke von Mierimee, ſowie auch von Arſeue Houi- 
ſaye u. Paul de Moufjet, aufzumeilen bat, wurde 
das Fahrer Schilderungen um ſo fleißiger an- 
gebaut. Mertwürtige Urkunden für bie franzöſiſche 
Sittengelchichte Liefer geit find: Le Livre des 
Cent-et-un u. Les Francais peints par eux- 
memes. Gewöhnlich erichienen berartige Werte 


Franzöfifege Literatue IV. 


mit Illuſtrationen von Gavarni, Zen! 
Grandville, Henry Monnier u. € 
Aufgabe ſtellten ſich bie ſatvriſchen Wit 
blätter, 3. B. Charivari u. Cortaire; 
die Feuilletons vielfach Skaym, R 
Schilderungen. 

Durch bie gewaltigen Ereigniſſe, n 
Revolution Frankreich bewegten, mu 
fhihtihreibung ein neuer Schwi 
werben. Es bildeten fich mehrere Schu 
Spitzen Guizot, Barante u. Mignet mit 
Die allgemeine Weltgeſchichte wurder 
von Anguetiln. dem älteren Segur, die 
von P. Ch. Levesque, Em. Guilhem 
mont u. dem Baron von St. Cro 
Sonſt machten ſich um die Geſchichte de 
noch Letronne, Naudet, Ph. Lebas, 
der Hieroglyphenforſcher Champollion 
verdient. Mit Vorliebe wandte man 
ſeit ber Reſtauration der Erforſchun— 
altere zu. Dahin gehören bie Arbeit 
michel, des Publiciſten Koch, vie 9 
Beugnots, die Werke von Frantin, 2 
Die Geſchichte der neuern Zeit wur 
Samfen u. Friedrich Schöll bearbeite 
Werke murben ber Geſchichte Frantreic 
Anquetil u. fein Fortſetzer Gallois fiel 
niedrigen Standpunkte. Klaſſiſch fint 
von Gnizot, Auguftin u. Amedeée Th 
rante; beachtenswerth find auch die & 
Lacretelle, Lemontey, bes Grafen € 
Sismondi, des Grafen Montlofier, Di 
Haube, Andins u. Saint-Aulaires. U 
Isiehtichreibern über Die Revolution fie 

ignet oben an. Die Gefchichte Napı 
beiten Graf Segur, dann Bignen, © 
nauft, Say, Thrbauteau, Jouy u. Re 
pulärer Korn Roreine, Laurent, 
St. Hilaire u. Dumas. Wichtig für 
Kriegsgefhichte Der Katjerzeit find d 
Sfgur a. Dumas; ferner von Jomi 
Seorge te Chambray, vom Marfchall 
St. Eyr un. Foy. Obgleich Die Zeit ı 
revolution bis 1848 bedeutende bifter 
nit in jo großer Zahl wie in den I 
der Reftauration hervorgebracht bat, 
nicht ganz unfruchtbar geblieben. & 
rante hatten ſich zwar ber Politik ang 
ſetzten Auguftin Thierry u. Mignet i 
fort. Hierzu trat Michelet, einer ter 
franzöſiſchen Geſchichtſchreiber der ı 
Hervorragende Arbeiten über die Gej 
reichs lieferten noch H. Martin, Lau: 
figue, Monteil in fürzerer Faſſung &ı 
u. Burette. Einzelnen Perioden gewi 
Arbeiten von Amedée Thierry, Yazin 
rante; die Geichichte Der Franzöſijchen 
wählten Couny, Marraft, Cabet, Br 
Rour zum Gegenftande, während Lou: 
glänzenten Verſuch zur Bearbeitung I 
der Gegenwart madte. Die Memoi 
tur dieſes Zeitraums leidet an liberflu 
Berville u. Barriire veranflalteren gı 
lungen für die Memoiren aus dem ! 
eitalter; von Bedeutung find die Me 

tapoleon, Baurienne, Las Caies, 
fat, Mabame Sampan, Baron F:i 
von Abrautes, Frau von Larodye-Jacyı 


Tranzöfifche Litesatur IV. V. 


ffet. Hierzu lamen unter der Yulie | hielten, ſtügte fich bie junge Preſſe auf tie Neu⸗ 


ie _ Memviren von Ney, Lamarque, 
ahette u. Varrire. 
erwähnt war es unter allen Ülteratur 
pulitifheBeredtfamteit u, bie 
welche während ber großen Revolation 
inkt erreichten. Der berilhmtefte vou 
Rebnem war Mirabeau; neben ihm 
Cardinal Maury, Mounier, Lally- 
lermont⸗ Tunnerre, Adrien Duport, 
ityes u. Jacques Antoine Marie be 
er den Sirontifteu that ſich Vergniaud 
& bie Herrſchaſt NRapoeleons wurde die⸗ 
Hintergrund gedrängt, wäbrend der 
n feinen Reben u. Proclamationen ber 
!ertreteter einer nenen Richtung, der 
Berebrjaniteit, wurde. Mit ber Rüd- 
bon blübte bie politifche Beredtſam⸗ 
if; namentlich zählte bie liberale Par- 
e Redner wie Benj. Conflant, General 
l, Ehatesuhriand, Billele, Royer⸗Col⸗ 
richtliche Beredtſamkeit wurde 
Zrüdern Dupin, dem jüngern Berryer, 
K. gepflegt. In ver geiſtlichen Re⸗ 
feit ihrer Blüthe unter Ludwig XIV, 
‚griffen geweſen war, zeichneten fich ber 
rury u. ber Biſchof Frayſſinous au. 
ulimonardie madten nur ber Pater 
ber Abbé Ravignan einiges Aufſehen, 
Staatoberedtſamkeit im höchſten 
ı den hervorſtechendſten Rednertaleuten 
hörten Guizot, Tbhiers, Odilon⸗Bar⸗ 
in, Lamartine, Verryer, Duvergier, 
Garnier-Bages, Lerru-Rollin unter 
en, Eoufin, Montalembert, ber Herzug 
66 u. der Marquis von Dreur-Breze 
ir, Die berlihmteften Repräſentan⸗ 
ichtlichen Beredtſamkeit waren 
age, Marie, Cremieur, Jules Favrerc. 
iſelben Entwidelungegang, wie bie po⸗ 
tfamfeit, durchlief auch die Journa⸗ 
fie in der erſten Zeit der Revolution 
d, fo &berjchritt fie während ber 
t alle Orenyen bis nach dem 18. Bru⸗ 
er der Journaliſtik einen Damm ent» 
Unter den Beſchränkungen ber Ratfer- 
fie feinen großen politiihen Ginfluß 
edentender war jeboch derſelbe anıf lite» 
biet, mo bie Kritik noch ernft u. ge⸗ 
ꝛübt murbe. Unter ber Reflauration 
enge ber Journale, in denen ber Kampf 
ſficismus u. Romanticismus geführt 
ser Theilnahme des Publikums an’den 
VBeftrebungen ver Zeit. Die verſchie⸗ 
ngen fäufen fih ihre Organe in poli« 
erariſchen Zeitſchriften. Großes An- 
9.9. ber 1824 begründete Globe, 
Bainte» Beuve Kritifen lieferte. Cine 
älgung erlitt bie Journaliſtik unter ber 
be (f. Zeitungen u. Zeitfchriften). Bis 
ı die Zourndle bei ihrem außeror« 
nfluß anf bie Affentlihe Meinung nur 
Bublicität gehabt. ALS jedoch Girar⸗ 
t der Presse bie Bierzigfranlenprefie 
en bie Grundlagen bes franzöfljichen 
m völlig umgelcaffen. Wäbrend vie 
nale ihre Kraft aus politiſchen Ideen 
ſich fireng an eine beftimmte Richtung 


ierde des Leſepublikums u. machte tie Politik ab» 
Kanal von ber einträgliden Benubung u. Ausbeu⸗ 
rung bes Blattes. Das Feuilleton, in welchem 
ang Romane erichienen, wurde jet bie Haupt» 
4 Als Folge davon verlor einerfeit® Die Prefle 
wmmer mehr an Einfluß auf die öflentliche Meinung, 
während fie anbererfeite verberblich auf hie Litera⸗ 
tur wirkte u. bie Schriftftellerei zu einem bloßen 
Geſchäft entwürdigte. Da ber Yenilletonroman 
bald eine entichiedene feindfelige Nichhung gegen 
bie beſtehenden Verbältnifie der Geſellſchaft ein- 
nahm, fo war die Feuilletonliteratur auch von ben 
ſchlimmſten Folgen für das ganze fittliche u. geiflige 
Leben des Volles begleitet, zumal mehrere Blätter 
eine unglaublidge Berbreitung gewonnen batten. 
Blätter wie die Presse, Siecle, Constitutionnel 
u. das Journal dea Debats mirften mit ihren 
Fenilletonromunen von Eugene Sue u. And, 
mehr für das Durchdringen focialiftifcher Ideen 
ale Louis Blanc, Pierre Rerour, Konflberant, 
Cabet in ihren theoretiſchen Schriften u. halfen Tor 
mit unbemerft den Sturm vorbereiten, der im 
Februar 1849 unerwartet zum Ausbruch fam. In 
den eigentlichen Siterarifchekritifchen Journalen, un⸗ 
ter benen bie Rovoo des deux moniles ten er⸗ 
ſten Rang behauptete, zeichneten firh als Krititer be 
Sacy, Sainte-Benre, St. Marc Girarbin, Pbila⸗ 
rete Chaſles, Genin, Granier De Caſſagnac, Theo» 
phile Gauthier, Guſtave Planche am meiſten aus. 
V. Die Franzsſiſche Literatur der Ge⸗ 
genwart. Mit der Februarrevolution von 1848 
trat die Literatur unter bie Fahnen der Politik. Dich⸗ 
ter u. Kritiker ſchrieben über politiſche u. ſoeiale Fra⸗ 
gen bes Tags, die befannteften Romantichter, mie 
eorges Sarıd, A. Dumas, E. Sue ihrieben Flug⸗ u 
Tageblätter, während andere ald Minifter, Beamte, 
Deputirte filr Die Neugeftaltung Frankreichs zu wire 
fen fuchten. Doch warb troß alles Drängens u, 
Schreibens nichts von Bedeutung u. bleibendem 
Werth geichaffen. Als nach ben erften ftiirmilchen 
Augenbliden der Zügellofigfeit durch Belöräntung 
der Brehfreibeit bie Literatur wieder in eine regel⸗ 
mäßigere Strömung geleitet wurde, fo bebielt fie 
bog ım Allgemeinen ihren revolutionären Cha⸗ 
rakter, bis fle in Folge Des Stuateftreich® (Dec. 1831 
mehr ale je eingebämmt u. ihr ber fchmale Pfa 
torgezeihnet wurde, auf tem fie fich noch gegen» 
wärtig langfanı fortbemegt. Obgleih bie Gegen⸗ 
mart eine nicht geringe Anzahl gebilbeter Geifter, 
ſowie tüchtiger Schriftſteller u. Dichter befitt, fo 
ibt e8 doch in F. eigentlich feine Literatur im vollen 
inne u. Maße, weil die Gemüther fein gemeine 
fames Ideal haben, von dem fie erfilllt find. Die 
Schriftfteller entfprechen der Geſellſchafi. Wie in 
einer jeden Periode fiterarifcher Berflahung, tragen 
zwar bie eruflern philoſophiſchen u. biftorifchen Stu⸗ 
bien noch einen hohen Charakter, während dagegen 
bie frivufe Literatur einer großen Popularität ges 
nießt. Die gefeierten Dichter ber vorhergehenden 
Zeit, wie B ranger, Lamartine, Victor Hugo, Al⸗ 
fred de Muffet, Sainte- Beuve, haben fi von ber . 
Probuction zurückgezogen; an ihrer Stelle ift eine 
große Anzahl ven Dichtern hervorgetreten, Die je 
Lob nur wenig Originelles bernorgebradht haben. 
Dies gilt zunächſt von der fentimental-elegifihen 
Richtung der moternen franzöfilchen Lyrik. Der 
Grünter u. Hauptvertreter einer zweiten Richtung, 


x 


62 Franzaiſche Site tr 


ſelb Keole tantaisiste nennt, u. aus der 5 in 7) 
iſt Therohile | lee he 


bie fi 
Remantiien Schule be 
Gauthier, dem wiebermm viele 
Bon derſelben tresmie fi im neueſter 
Eee deune Phalange; welde ie 
R 


er huldigen. 
it die ſo⸗ 
Ræruqo 


ris Ad ihr Drgen u. in deren Deramss | 


t. Ee 
Aarau De 


iiefen: en achte fich.eine dritte — 


nahanı- 


ter i } &ee 


mit einem —52* von Feinbeit, Urbaniedt u. Ele⸗ 
befingem.. Sehr auſprechendes in. dieſem von 
unte-Brupe nugebahnten Geure bat: Charles 
— (R. 1854) 9 eliefert. Hierher geh 
ierre®npank, ber ns 0021848 glädkich im buloli⸗ 
Genxe verfuchte, während ber Revolution aber 
ch den Rang EL re Le en 
tiſchen Sinne erwarb. dra nætiſcho Dichte 
u nimmt gegenwärtig — bebentende Stelle 
ein, obgleich durch etwa 350, nn jaͤhrlich 
an 250 Stüde probuchrt werben. Werthooll kan 
nur weniges genannt werben; manches leibliche u. 
geniehbare findet ſich unter den oft witzigen u. lau« 
nigen, ‚aber epbemeren: Stüden fir die Meinern 
Theater, Faſt alles ift auf beim materiellen Erfolg, 
zu Gunſten der Theaterimbuftrie herechnet · In bex 
Schöpferlkraft ber Dichter iſt völlige Erichlafjung 
— das Theater file ben Zuhörer war 
nur Sache der Serftrenung geworden. Anftatt 
ad Hugo, Alexander Dumas, Alfred be 
Digny gibt man Tragödien von Zofeph. Bou- 
chardh, 9*— Maquet, Paul Maurice, Mare 
—— Bictor Stjour; die Dramen von 
ennexry, Paul Foucher, Anicet Bourgesis, Fern. 
Dugut, Paul Feval befteben faft nur ans einer Ans 
Ion von Scenen u. Sitnationen zu Gunſten bes 
ecoratiensmalerd. Zwar juchte noch PBonfarb u. 
neben ihm Yatour de St-Pbars: dem. eingerifjenen 
irrwarr mit ihren den Uaſſiſchen nadhgebilbeten 
gödien entgegenzutreten, aber mit wenig Erfolg. 
Nur von Zeit zu Zeit wußte die große Echaufpie- 
lexin Rachel Felix das Intereſſe für Racine u. Cor⸗ 
neille, fowie die alte Tragödie überhaupt anguregen. 
Wie die Tragödie durch das Drama, ſo iſt die Gat⸗ 
ung bes höhern Luſtſpiels durch Das Vaudeville 
ei den Hintergrund gebrängt t worden. Einige Be- 
achtung verdienen nur bie Kuflfpiele von Ponſard, 
— von Legount, Jules Sandeau, Scribe, Emile 
(ugier u. Octave Feuillet ; tie Proverbes des Leꝶg- 


tern find in ihrer Art vor ůglich Nur aus der Demo⸗ 


raliſation ber Geſellſchaft iſt es zn erklären, wie die 
ſonſt höchſt bühnengerechten u. zum Theil gut aus⸗ 
geführten Lorettendramen des jüngern Alexan⸗ 
ber Dumas den außerorbentlichften Beifall fiuben 
konnten. Selbft das Vaudeville ift theilmeife 
entartet; indem es einerfeite ins Boflenbafte, ande⸗ 
en ins Hiftorifche u. Romantiſche übergreift. 

Nod find die dramatifchen Arbeiten ber George 
Sand zu nennen, bie obgläch von wenig Erfolg be- 
gleitet, doch von literariſchem n See hub 

Die im Drame, fo hat der ramsfiche, Geiſt in 


ört and | 










u 

u. Ontäkrelies geleitet. ": Die: 

——— Aare ve 1 
ven Beldmad ves leſenden 

1848 ans vLicht —A u 

€ See it: Ki 

wie der Giaf Moente € 

—— de: Paris}'die Gesrge Saı 

ihren ſoclal — 

mies a 

Sandean, Octave Denry Bin 

Achard, Ermonb w. U. zu wen 


veriftifch, ſowohl er tiefe Berfa 
Literature, wie bes Geſchmacken u. Di 


bes 
Deſts mehr Haben bie Framzo f 
— nicht € 


Iren oben a and bas 85 —* 


eines Aldfanber' Dumas, "des = 

Madame: Yafarge 2c. erg Feen 

rung begünftigt, ae 

gegenwärtig aud in ben 

Sergfältigfte, — ie fomohl u x 

jeine gepflegt. erbinbung dal 

groß Eifer, mit welchem man fe 
on Jahren dem. Stubtum a. ber Rep 


| tern frangöftidgen Literaturwerle zu 


Die. franzdfifhe Literaturgı 
nur wenige bad Ganze umfaffende 
jen. Hervorzuheben dürften nur fein: 
stoire de la litt. frane. (Bar. 1855, ; 
Hist. de la litt. abreps de la litt. fr. 
1841, 2 Bbe.), Peſchier, Cours de 
Gais (Stattg. 1839), Bouchatiats Fe 


La Harpe, Cours de la lıtieratur 


ferner aus neueſter Zeit noch Die Werl 
(£yon 1851), Gerugeg (Bar. 1852), 1 
1854), Henry, Flistoire de la.po&sie 
Bougeault (Petersb. 1854) u. Das se 
beliebte von Demogeot. (Bar. 1838, 4. 
großartig angelegted Sammtelwerf ĩ 
Benedictinern begonnene Histoire d 
ture de la France (Bar. 1733— 18 
23), bie u ‚erft bis zum Schu 
reicht. Mehr im Geſchmadck Der Are 


Franzoͤfiſche Literatur V. bid Franzdſiſcher Nevolutlonskrieg J. 638 


Kirente Betrachtungen Über einzelne Perioden 
stlich Über einzeine Schriftfteller,, welche mei 
zttel Tableau, Etudes od. Portraits führen. 
w gehören bie Arbeiten von Bictorin Fabre, 
ne Fay, Barante, Sufserte über die Literatur 
3. Zahrh., von Bhilarete Chasles über das 16. 
x (Eitudes sur le IBme siacle, Bar. 1848; 
ean de la marche et du progris de la 
ranc. depuis le 16me sidcle. Par. 1828), 
übet über die Zeit Richelteu’s u. Mazariıı’e 
>), von Seyous über das Reformationszeit- 
E&Bar. 1854, 2. Aufl., 2 Bbe.) u.f.w. In 
Anſehen fichen das Tableau historique et 
se de le po6sie francaıse et du théatro 
mise au i6me siecle (1828, 2 Bde; 3. Aufl. 
se tie Portraits critiques et litt6raires 
BB, 3 Bde.), bie Portraits litteraires 
ins (1852, 6 Bbe.), bie Causeries 
(1651 — 52, 5 Bte.) ur. bie Derniers 
littersires (1852) von Sainte- Beuve 
suber grünbliche aber glänzend fiylifirte 
la litt6rature francaıse (Bar. 1823— 
„2. Aufl. 1844), fowie bie Souvenirs 
rains d’histoire et de littdrature (Bar. 
fl.) x. Choix des études sur la lit- 
temporaine (1857) von Billemain. 
Studien ähnlicher Art bat man m. N. 
ve Planche (mehrere Sammlungen feit 
Binet (Etudes sur la litt, francaise 
sitcle, 1857, 2. Aufl., 3 Bde.), von Re- 
RCritiques et études litterairea,, (1856, 
—X —28 Nifard (Etudes de critique 
kire 1858), Barante (Etudes littsraires et 
es (®ar. 1857 —58, 4 Bde.) ꝛec. 
sihen fich Werke wie Roche's Histoire des 
Bi 6crivains francais (1858, 2 Bde.) 
va Voyage autour de ma bibliotheque 
RM . Bu den letten Jahren find mehrere 
werthe literarbiftorifche Arbeiten über ein- 
Bipochen ot. Gattungen ber F. 2. erichienen, 
— bie Histoire des marionnettes 
2), von Magnin, der fchon früher tie 
——— eo — — 1838, 
‚ bie Histoire des livres popu- 
EPar. 1854, 2 Bde.), von Nifard; er 
BSoire de la litt. franc. sous la restaura- 
War. 1854, 2 Bte., 2. Aufl. 1859) u. tie Hist. 
mitt. franc. sous le gouvernement de 
B r. 1655, 2 Bbe.) von Alfred Netternent. 
B- men noch Ganillieur’s Etudes sur 
de la Suisse francniae (Genf 1856). 
werk für die franzöfifche Bibliographie 
(1. d.) La France litteraire (Par. 
10 Bde.) mit der Fortſetzung La France 
eontemporaine (Par. 1841— 57,6 Be.) 
en Ergänzungsmwerten. Auch in Deutfch- 
‚eine das Ganze ln Bearbeitung 
Bäfifchen Literaturgeichichte, mit Ausnahme 
Ar den Unterricht berechneter Bücher, mie 
Zeit von Kreuffig, de Caſtres, Haas 
nicht erichienen. Sehr brauchbar ift das 
Buch der franzöfiihen Sprache u. Literatur 
2852, Op. 1, 11. Aufl.; BL. 2,7. Aufl. 1556; 
& 5. Aufl. 1851; Bd. 4, 3, Aufl. 1842) von 
m Nolte. Die erfie mabrbaft literaturge⸗ 
kupe Arbeit über bie F. L. gab Inlian Schmibt 
er Geſchichte der %.X. ſeit der Revolution von 
2p; 1858, 2 Bde. Souſt find noch zu nen» 





















| nem: Bilchner, Franzöfiſche Literaturbilber re dem 
Bereich der Aſhetik, 


pe Felf. 1358, 2 Bhe.; Echmidt 

Weitenfels, Frankreichs moderne Literatur jeit Der 

Reſtauration, Berl. 1956, 2 Bhe.; Arnd, Geſchicht 

der franzöfiichen Rationafliteratur von der Re 

naifjance bis zur Resolution, Berl. 1956, 2 Vbe. 

„granzöhfge Malerfunft, f. u. Franzöfifche 
ın 


ft. 

anzoͤfiſche Meile, fo v. w. Liene. 

ranzöfifge Mufit, T. ı. Muſit. F 

anzoöfiſches Paroli (Spielm.), ein Paroli in 
ber Weiſe des franzäftichen Pappe, f. b. 

Franzofifche Philsfophie, f. u. Franzöfiſche 
— Mandat,‘ 2 huh 

Franzöſiſcher Rauchfuß, fo v. w. Zwerghuhn. 

——— RNecht, ſ. u. Frankreich — 

Branzönje Mevolution, f. u. Frankreich 
(Geſch) VIL. m), X. n. XI. 

Franzöfiiher Revolutionskrieg. I. Ber⸗ 
anlajfungen. Die großen innerlichen Erichitt- 
terumgen Frankreichs Durch Die Revolution mach- 
ten die benachbarten beutichen Mächte beiorgt - für 
bie eigene Sicherheit. Dennnd trug ſowobl Ofler⸗ 
reich wie Preußen lange Bedenlen, ben Emigran⸗ 
ten, welche ihre Hilfe gegen bie damaligen Gewalt⸗ 
haber in Frankreich anfprachen, Gehör zu geben u. 
einen Krieg zu beginnen, bei welchem voransfichtlich 
wenig zu gewinnen aber viel zu verlieren war. Da 
fam Die Nationalverfammlung in Paris ben Kitr- 
ften zuvor, u. nachdem am 20. April 1792 Yırb- 
wig AVI., dem Drängen feiner Miniſter nachge⸗ 
bend, auf Krieg negen Ofterreich angetragen hatte, 
beffen beigiiche Provinzen ber Frauzöſiſchen Re— 
publik ein mwilltummener Zuwachs geroefen wären, 
fo erfolgte Die Kriegserflärung an den König von 
Ungarn, da Franz IE. noch nicht zum Kaifer er⸗ 
wählt u, gefreut war. Schon anı 27. Xuguft 1791 
batten Tfterreich u. Preußen fich zu einer gemein⸗ 
jamen Action in Pillnig verftändigt, falls Die Ent⸗ 
wickelung der Ereigniffe die eine ob. antere Macht 
zur bewaffneten Gegenmehr nötbigen follte, n. bie 
übrigen beutfchen Klirften waren zum Beitritt zu 
dieſem Fürſtenbunde aufgeforbert werben. Kaum 
war baber Ofterreih in feinen niederländiſchen 
Provinzen von den anriidenven Franzoſen bebroßt, 
als (19.—21. Juli) zwifchen Preußen, Ofterreich 
u. einigen anteren deutſchen Filrften in Dlainz ber 
gemeinfafttiche Feldzugoplan verabredet wurde. 
Auch das Deutſche Reich erklärte 22. März 1793 
ten Franzoſen den Krieg, u. Sardinien verband ſich 
anı 25. Juli zu Schug u. Trug mit den Alliirten; 
Heffen, Sadien, Pfalzbaiern n. Die geifllichen 
Kurfürſten rüfteten fi) eifrig, während England, 
Spanien u. die Schweiz eine zumartende Stellung 
einnabmen. König Friedrich Wilhelm IT. von 
Preußen ging fetbft an den Rhein, den Feldzug zur 
leiten, deſſen befontere Führung dem Herzoge von 
Braunſchweig, Kart Wilhelm Ferdinand, übergeben 
murde. Noch bevor Preußen den Krieg begann 
(25. Zufi), erfchten ein vom Herzog von Brann⸗ 
ſchweig zwar unterzeichnete®, aber obne fein Mit⸗ 
wiſſen ertaffenes Dlanifeft, deſſen prablerifcher Ton 
feine Wirkung wöllig verfehlte, da er nur den Haß 
u. die Erbitterung der franzöſiſchen Republilaner 
reizte, ohne den Alltirten ein Antrieb zu kriege⸗ 
riſchem Eifer zu fein. Am 27. Inli erfich der Here 
303 von Braunſchweig eine ähnliche Erklärung von 
Toblenz aus, gegen welche die der Prinzen (8. Au⸗ 








von Balel - ) Eröffnung bes — von 
1792. Schon bei ben Kriegsansfichten hatte laffen, dieſe 
Eule Plan Michertauben Garall mi Grmaltın | (fin nr bat Peuptferz nagräen, £ 
em, in den lauben, Gewalt mit Gewalt zu n 
ne a Diejer verproviantirte Yuremburg u Kine Harkc Gelonme 5 
die Gitabellen won Namur, u. Antwerpen. Ib | Berbindung mit bert here 
baranf wurbe bie öfterreigiiche Macht, am Dber- | durch bie'falihe Nochricht ſcht. def 
in um 50,000 Mann vermehrt, die unter Fürft | ſiſche Armet m. nah: 
Hobenlohe-Kirhberg durch bas —I in Franfreich entrinnen ſuche befahl ber u 
verbringen ſollte, u. Preußen ſchickte andere 50,000 | eisen ‚mi bem ) 
Mann an ben Nieberrbein, um unter bem Herjog | abzuſchtreiden; — ſah - man 
von Braunfchweig, von einem öflerreichifchen Hittje- pfen,- Ratt anf: bee Flucht, lam 
<orps unter Feltzeugmeiſter Clairfait unterätt, | fc. Auf einer ‚anfere. bes ! 
in Franlkreich * den. Der Herzeg Albert von Lune bei Balmy, am 20. & 
Sad ſen⸗Teſchen befebligte ein abgefonbertes Corps | Kanonade, welche Kerl ber ® 
ur Verteidigung. ber; Nieberlande, Die Brango- bie Heereblieben fich darauf ohne zu u 
5 hatten damals 125,000 Mann am Rhein, Mor | verg Tage xMangel au & 
bambeau mit 45,000 Daun ftanb in Flandern bei jechte: u. E beſ. 
Vlle, Ludner u. Lafayette mit 45,000 Mann unmeit | währenden Fegen u: ‚machte ı 
Trier. u. bie Alpenarmee war 20,000, bie Byre- | gen g i6 'numdglih, m. ber. 
näenarmee 15,000 Mann ſtark. ‚Der Operations raun trat-amı 20. Geptember | 
plan der Altirten war offenfio, hoch zeigte ſich Preur | unter ben m Mmfbänben am. 1 
fen einem entjchiebenen Angriff geneigter, als bie | der Herzog ven en Teſchen in Ä 
sch in ibrem Korbonfpftem bebarrenden Ofter- | die Belagerung von Yille aim 8. Octobt 
reicher, Die äfterreihiihe Macht in den Nieder⸗ſich Über bie beigiiche Grenze zurüch 
Landen befland aus ungefähr 30,000 Mann u; 250 Am. 23, October "überieritten Dum 
Geſchllizen; Rochambeau ſollte nun, nah Dumon« | Offenfive ü hend, ebenfalls bie mi 
ziez' Kriegäplanıe, auf Mons kosgeben, während La- | Grenze, ber Bortrab bie Qui 


fayette Namur näbme, Über Brüfjel ins Lüttichſche 


vorbränge, Dillen gegen Tournay u. Carle bis 
Furnes verginge u. jo. benstrieg auf nieberländiiches 
ebiet ſpieſe. Allein am 29. April murbe Dillen 


zwiſchen Lamain u.,Marguwain-geichlagem;; 


Biron bei Quievtain zurückgedrängt u. Gouvion 
29. Mai von dem öfterreichiichen Feldmarſchall 
Sitarray bei — * eworfen u. bis Phi⸗ 
lippeviſle verfolgt, Am I. wurde Gouvion 


nochmals von Clairfait bei Gris vellegeſchlagen u. 


getötet, Der Herzog von Braunſchweig überſchritt 
nun, nachdem er ſich am 23, Juli mit Cairſait bei 
Zuremburg vereinigt hatte, am 18. Auguſt die frau⸗ 


zöſiſche Grenze u. feine Aoantgarbe unter Hohen- 


lobe trieb am 19, Auguft die Franzoſen mit Verluſt 
in ibr feftes Lager bei Fontoi por Longwy. Longmy 
fiel am 22. Auguft, u. ber von ben Bürgern zur Über⸗ 
gabe bes Platzes gezwungene Kommandant fhilräte 
ſich ing Waffer. ‚Berbun wurbe am 2. September 
eingenommen, nachdem Klairjait 1. September bie 
Brangojen bei Stenay geihlagen hatte. Hohen⸗ 

obe rüdte inbeflen mit, dem Bortrab vor Thion⸗ 


ville u. begann die Belagerung bes von 3 Seiten. 


inundirten Platzes Auch Landau wurde durch ben 
1— *4 General von Erbach eingeſchloſſen. 

übrend deſſen hatte ber, Herzog von Sachſen⸗Te⸗ 
{dien St. Amand genommen u. juchte burd Be— 
ſchießung von Lille eine Diverfion zu machen, befien 
Belabung u, Bürger ſich indeflen tapfer verthei⸗ 
Digten. 

Mittlerweile war. der Herzog von Braunſchweig 
in Frankreich vorgedrungen, u, bie franzöfijchen 
Heere eilten Paris zu beden. Am 14 Sept. wurbe 
Chazot bei Sreir au Duisigeihlagen, u. Du⸗ 
mouriez zog fih nah St. Dienchould zurlid. Da 
aber bie Berbilubeten nicht raſch vorwärts, brangen, 


ſo donnte biejer ſich mit Beurnonville u. Keller-⸗ 


brügfte die öſterreichiſ often zurh 
unter. Beurnonville bie Crespi. Du 
Mons jehr bedroht, wo der Herzeg v 
Zeichen jein Hanptgutartier nahm. Zı 
General Labourbonnage bon Ville am 
drohte von Dünlirchen aus Oftenbe. 2 
tober:bis 6. Ronembdgr d bie & 
geu Monß vor;. bie . 13,2 
wichen bis Iemappe, einem Dorfe vor 
rüd. Dumeurie, 50,000 Maun flarf 


Dftende dem Feinde 
bei Anderlecht am 14. November 
vie in Brüffel ein m. nahm am 18 
Mecheln. Herzog Albert hatte fich Bei 
geftelt u. Abergab am 16. Nevembe 
mando an Slairjeit ‚ welcher num, bi 
chelns Fall die Sommunicarion mit An 
terbrochen war, ſich weiter zurädjeg m 
da er, durch Deiertion ſehr gei 
linten Flanle bedroht wurbe, fich am. 
ber nad Zirlemont hinter bie 
Cumptich beichoß Dumouriez bie 
Stunden bindurd, nöthigte fie Bei 
Rüdzuge u. rüdte am 18. November u 
Miranda nahm am 27. Rovember 
durch Kapitulation u. rüdte auf Rurem 
3. December ergab fih Die Citabelle : 
an Valence. Wım zug Ach am 14. Dece 
fait hinter die Erf, worauf Dumoarie 
fegte, während auf bejjem rechten Fıd 
Saar, bei. bei Bellingen, am 6.—16. 
Beurnonville mehrere Augriffe mißlen; 


Smswölfän: Beveintinnälzieg: V.Ma ARN 


Ichein war inzwilchen General Cu⸗ 
pibr. mit 18,000 Hann der Rein» 
Ben der Berbäubeten unerwartet er» 
wenigen heifiichen u. pfälgifchem zum 
Pialz beſtimmten Regimenter 
te er am 30. September Eyder, 
ppenheim, drang Gnbe October tief 
‚nahm, von ben Clubiſten der Stadt 
ı 21. October Mainz. Am 23. Oc» 
atzte er granliurta. M. u. hielt es 
» ihm nach beftigem Rampfe von ben 
efien am 12. December wieber ent» 


ses Spiel hatten bie Franzoſen in 
wo fie am 24. Septbr. unter Mon» 
: Kriegeerliärung über bie Grenze 
ne Widerfiand bis Chambery kamen. 
mber nahm General Anjelme Rips, 
vember wurte Savoyen als 
miblanc u.31. Januar 1793 Nina als 
ber Seealpen mit Frankreich vereinigt. 
ug don 1793. Am 1. Februar 
on Seiten Frankreicht F der Krieg 
> u. Englaud erllärt. England trat 
pige aller Bündniſſe gegen Frankreich 
Berträge mit ben Hauptmädten 
Ste Eoalition zufammen. Im 
umouriez mit 20,000 IR. 
du Nord, aus hollänbifchen 
ehenb, u. vielen freiwilli 
jebr in Holland eing 
5. Februar, Gertruidenburg am * 
ıbert am 3. März erobert u. war bie 
byt vorgebrungen. Er wollte nun 
%, Amfterbam u. Rotterdam geben, 
e, welche Miranda gegen ben Prinzen 
erlitt, ihm zwangen den 3 * 
nba hatte namlich am 25. 
Maftrichte, weiches der Bring von 
—5— ‚ begonnen, während ein 
Ai) j orps fih am 17. Februar 
—* — bei Venloo bemächtigte, letz⸗ 
(ches preußiiche a das sel la⸗ 
Belagerungen wurden 
ıen der Offenſive durch bie 
m Prinzen von Koburg, —— — u. 
g Karl vereitelt; die 
© der Roer vor u brachten den ran 
benhoven eine empfindliche Nie 
i Schwalmen fiegten am 3. Hin 
ermonbe bringenben Preußen, u. bie 
ließen Aachen. Miranda wurbeam4. 
aſtricht abziehend, bei Xongreenod) 
»g gefchlagen, worauf am 5. März bie 
ittich wieder bejegten u. über Zirlemont 
a u. Löwen vorrüdten. Dumouriez, 
engung von Klundert u. nach der Be⸗ 
vs, von den Preußen, Hollänbern m. 
am bereit mit ihnen vereinigten Cug⸗ 
annoveranern gebrängt, übergab uns 
Commando der hollänbikchen Armee 
— — ee 
gen die Oſterreicher auf, 
r nachtheiligen Gefecht bei 
t am am 16. März fich bei —A— 
* Eee fe Dumouriez mit Übermadht 
Er gebachte mit bem rechten 
za überiä. 


ofen 
358* 


— vie 


unter Nirenda werbe 

lagen, u. ba biefex au 
linten $lügel ent⸗ 

anzofen: Abends mit gre= 


a 22. Min In er 


verwirrten Flucht 
—— ergaben Ram Brebe 
rtruiben erga n. 
am 3. April ben Berbänbeten. 3 Damen wi ame 
26. ı 27. März auf Mons u. Tournai gurüd m. 
wegen ber periotenen Schlacht für fein Le⸗ 
ben fürdtend, mit den Berblinbeten Unterhanblun⸗ 
gen, in ber Abſicht, mit ihnen i 
um ein 
zu machen. Da aber jet 
— sing er nei er neh Der Verhaftung ber 


—— eg ae 


ihen 

—— an die bie here 
reicher mit 1500 er Anhãn * 
⸗ 


— von Menin bis Furnes Iten. 
dan Aarke 

Fe bei Quievrain ıL über bie Reſerve un⸗ 

airfait, welche zwiſchen Eonbe 1 Valencien⸗ 


and u. deren Berbindung unterbrach, führte 

ber inz Joſiat von Koburg, ber am 9. den 
ſeit ver Dumounriezſchen Unte ung b 

Waffenſtillſtand auflünbigte. Der nächfte. Zweck 

—— uahıne Eon sie al Otto 

n. ring von sttember n, wäh 

Latour Maubeuge 1. Mai 

ließ aber 342 

Maubenge, — u. St. Amand 

nangri wäbrenb er Air —2*— keinen 


Ben. 
lagen u. verlor 3 Kanonen. Um 
Rei srl terre Cl zum britten Dal 
je w jedoch wie en ea n. —— = 
farb bald mager. 
ger bei 
Gufine as Garmmanbe, ber 

u 
Am 1l. Fi fiel Sonde, en 2 Gi Balencien⸗ 
nes nach hartnädiger 
Iung felbft wurde von den 
t. Nach einem von u trennte 
ſich nun, da bie Anſicht ber Briten im Kriegtrathe 
d des verb er, u. ber H 
ort zog vor — . unten), wäh 
rinz von Koburg. fe Queſnoi wanbte 
2. biefen Ort erfolglos —X Am 7. Auguſt wur⸗ 
ben bie Franzoſen aus dem Gäfarlager vertrieben 
Bu an a u, ya 
e genen itry, ge 
buch Lille, PH, ai, wieder fam 


7," Frangöfifcher Nevolutionskrieg II. (C. 1794) ;7 


ir Bertbeibigung des Vaterlandes auf- 
olfes zu wachen, fo daß die franyö- 
übrer, Denen die Schwerfälligleit ber 
hen Willen geleiteten I perationen 
seten zu Gute kam, fon im folgen- 
en ter Defenfive zur Offenſive über- 


u. 
zug 1794. Beim Beginnen bes 
ven Kieterlanden hatten die Ofler- 
etwa 0,600 Mann ftarle Dlacht 
über Luremburg, Namur u. Ba- 
bis Nieuport cerbenweile vertbeilt, 
bewachen, mährend Die Dauptarmee 
fagern u. erobern u. danu über St. 
ch Paris zu eperiren fellte, wogegen 
nzeien unter Picheyri u. Jourdan das 
r Alliirten beichärtigen, mit beiden 
eich vordringen u. beide Flaulen n. den 
Berbindeten zugleich bedrohen wollten, 
ſtänden ben einen od. Dei andern zum 
j übergeben zu laſſen. Am 17. April 
zewegung Der Armee Der Alltirten in 9 
ie Holländer nabmen am 36. Yandreid, 
pril murte bei Troieville der General 
angen, bei Dem fih ber franzäftiche 
wvorfand. Die Alliirten fandten Dee» 
: mit 5000 M. zur Verflärtung des 
irfait. Pichegru hatte fih nämlich, Dem 
e zu Folge, nah Wefiflanbern, wo 
. Morts Korps corbenmäßig landen, 
ieß im Centrum nur Guiſe, Et. Quen⸗ 
ray ſiark beſetzt. General Charbonier 
it der Ardennenarmee ben linlen Flü—⸗ 
üudeten bejchäftigen u. Deren Aufmerl- 
bem rechten ablenfen. Mit etwa 30, 00 
uter Souham bei Lille geſtanden hatten. 
DD. unter Moreau, nahm er Courtrai 
ſchlug Clairfait, Der leztrem Orte zu 
im 28. April bei Moescrön u. nahm 
I Denin, nachdem ſich ber hannöve⸗ 
al Hammerſtein mit der Beſatzung 
zen hatte. Clairſaits Verſuch, ſich mit 
von York vor Courtrai zu vereinigen, 
nn durch ein hefiiges Gefecht bei Zour- 
Diai wurde der Herzog von York von 
m Rüdyuge gezwungen, u. Clairfait 
jur Dedung von Gent nach Tbielt um⸗ 
er Prinz von Koburg brad in Folge 
em größten Theile des Heeres am 16. 
ournay auf, während eine andere Ab⸗ 
ie Sambre rüdte. Pichegru griff am 22. 
erreicher an, allein ohne Enticheidung, 
» blieben in ihren geyenfeitigen Stel- 
lirfait ftand bei Thielt jo vortheilhaft, 
s ed nit wagte, ihn anzııgreifen, als 
ı von Souham bebrängten Mpern zu 
ourde er am 15. Iumi bei Hooghlede 
geſchlagen u. in feine frühere Stellung 
en. Am 17. Juni fiel nun auch Ypern. 
and um biefelbe Zeit mehrere fiegreiche 
n Beautlien, nahm Dinant u, vereinigte 
rechten Flügel Der Nortarmee u. ben 
re. Der Prinz von Oranien fiegte zwar 
i über Jourdan, allein am 18. Juni 
m ber Übergang über die Zumbre, u. 
gte die Beſchießung von Charleroi, zu 
ig der Prinz von Koburg von Tournay 
Jiejer griff am 26. Juni die Moſel⸗ u. 





— —— — — — — ——— — — — — — — — — — — — — — — — — — —— 





639 
Ardennenarmee unter Jonrtan bei Fleurus au. 
9 Stunden murbe heftig gelämpft u. ber Sieg ent- 
ſchied ſich bereits für Die Öfterreicher, af@ ber Brinz 
von Koburg den Fall von Charleroi vernahm u. 
Dadurch Beftimmt wurde, auf Nivelfe zurildzugeben. 
Dies entichieb das Geſchick ber Niederlande. Durch 
ben Marſch Pichegrus auf Gent wurde ter Prinz 
geyrenngen auf Brüſſel zuriidzugeben ır. legte hier 

a8 Chercommanto in Die Hände Claiefaits nieber. 
Allein anch biefer mußte nach einem harten Gefechte 
mit Pichegru u. Jourdan, die ſich anı 4. Juli bei 
Laupe vereint hatten, Bei Soignes an 10. Juli 
bis zwischen Yöwen u. Mecheln zürückweichen. Nun 
fielen Die Feſtungen, Landrech am 15. Imi, Ques⸗ 
noy am 15. Auguft, Balenciennes am 27. Auguſt 
u. Sonde am 29. Anguſt, ben Franzeſen wieder in 
bie Hätte. Auch Antwerpen fonuten tie Verbiln- 
beten, als e8 von Pichegru angegriffen wurde, nicht 
behaupten, am 15. Juñ fiel Die Stadt, aın 24. die 
Citadelle, u. am 21. Juli gingen bie Ofterreicher 
bis Lüttich, Die Engländer u Hellänter nah Breba 
zurück. Alle Verbindung beider Heere börte auf. 
Jourdan, durch einen Theil von Scherer® Armee 
verjtärkt, Drang bald barauf fiber bie Maas, drängte 
am 18. Sept. bie fterreicher bei Agpremont 
zurück 1. zwang fie Aachen zu räumen. Sieber 
dieß Maſtricht ein, wãährend Jonrdan durch einen 
Angriff zwiſchen Jülich u. Düren am 2. October 
die Ofterreicher von ber Roer bis hinter den Rhein 
trieb u. Jülich, Köln u. Bonn bejegte. Pichegru 
drang währenddem in Dolland ein, nahm am 24. 
Augnuſt Stuys, dann Breda u. zwang durch bie 
Gefechte Bei Boxtel am 14. September u. Geſtel 
am 15. den Herzog von Nort hinter die Maas zu 
weichen. Crevecoeur wurde nun eingeichloffen u. 
fiel am 2. October, Herzogenbuſch am 18. October; 
Venloo, Greven. Nimwegen warden ejngejchleffen. 
Dei Teffelen ging Pichegrn in der Naht vom 19. 
October über Die Maas. Souham griff nun ſogleich 
den rechten Flügel bes Herzogs von York, ver ſich 
an Druiten u. Die Waal Tebnte, an, ſchlug ihn u. 
drängte am 30. October bie Hauptarmee nach Arne 
ftein zurück. Nimmegen, Grave u. Benloo fielen 
bald darauf, u. 10,000 Ofterreicher, die nun Venloo 
entſeyen wollten, mußten zugiichweichen. Auch, das 
gewöhnliche Rettungsmittel Der Holländer, Die Über⸗ 
ſchwemmungen, half diesmal nichts, denn der Winter 
brach fo hart herein, Laß das Wafier bald eine große 
Eisfläche bot, welche ben Franzoſen den Meg bahnte. 
Zwar mißlang neh am 17. December ein Angriff 
anf Die Bommieliuſel, allein Pichegru ließ geflifient- 
lich Die Nachricht von einem Aufſtande in Belgien 
u. daß ein Theil des Heeres eilig zurückkehren, ber 
andere die Stamdgnartiere beziehen werde, ver» 
breiten; getänfcht zogen die Holländer ihre Truppen 
von der Bommelinſel zurüd u. fehidten Geſandte 
mit Friedensvorſchlägen nach Paris; allein am 24. 
December wurde bie Bommelinfel genommen, am 
27. December die verichanzten Yinten von Breda 
gefprengt u. Durch Überſchreitung der Waal bei 
Pandern am 3. Jannar 1795 die Berbinbung der 
Holländer u. Engländer unterbrechen. Holland 
blieb fih nun ſelbſt überlaffen, ter Erbftatthalter 
Ihiffte am 19. Januar 1795 fih zu Scheveningen 
nach England ein, die Patriotenpartei in Holland 
fiegte, errichtete eine Vataviſche Republik u. ſchloß 
am 16. Mai 1795 mit Fraukreich ein Echuß- u. 
Trugblintniß ab. 


640 


Am Mittel-u. Oberrhbeinwar nad ben Ge⸗ 
fechten von Kaifcrslautern das preußiſche Heer fo er- 
ſchöpft, daß der König al® Bedingung feines ferneren 
Antheils an der Coalition forderte, ber Deutſche Kai⸗ 
fer folle die Verpflegung der Truppen übernehmen. 
Nach langem Unterhandeln ſchloß Preußen am 19. 
April 1794 mit England u. —* einen neuen 
Subſidienvertrag, dem zu Folge Preußen 6,300,000 
Thaler empfing u. dagegen 67,000 M. zu ſtellen 
verſprach. Der Feldmarſchall von Möllendorf über- 
nahm nun den Oberbefehl u. begann am 22. Mai 
die Operationen mit der Vertreibung des Generals 
Ambert aus den Stelluugen bei Kaiſerslautern u. 
Meorlautern, worauf die Franzoſen den Hundsrück 
verließen u. binter bie Saar gingen. Berflärkt 
drang aber die Rhein» u. Mofelarmee nad) wenigen 
Wochen wieder nor u. verbrängte unter General 
Mihaud die Ofterreicher am 13. Juli nah einent 
blutigen Gefechte aus ihrer Stellung bei Edesheim. 
Hierauf zog fih Möllendorf, ebenfalld auf feinem 
Tinten Flügel bedroht, wieder nad) Kaiferslautern, 
von bort aber am 15. Juli zurüdgebrängt, mit 
Hohenlohe auf Alzei u. Worms u. behauptete dieſe 
Buntte, die einzigen auf dem linfen Rheinufer, gegen 
die Franzoſen. Die Kailerlien u. Reihötruppen 
inbeß zogen fich bei Mauheim über ben Rhein zu- 
rüd. Um fi mit dem Hauptheere in ben Nieber- 
Ianden in Verbindung zu ſetzen, wandte ſich bie 
wieber verflärfte Moſelarmee am 9. Auguft gegen 
Trier, ſchlug die Ofterreicher u. Preußen bajelbft 
u. nahm die Stadt. Vergeblich verfuchten die Ver⸗ 
bündeten zur Rettung berfelben am 20. September 
einen Angriff auf die Rheinarmee bei Kaiſerslau⸗ 
tern, die Nachricht von Clairfaits Rüdzug aus 
Belgien wirkte dahin, daß bie Preußen Anfangs 
in ihre früheren Stellungen, am 24. October aber 
über den Rhein zurüdgingen, wodurch Lurembur 
mit zahlreicher Befatung, unter dem Feldmarſcha 
Bender, abgejchuitten u. ausgehungert, am 6. Juni 
1795 zur Kapitulation gezwungen wurbe. Rhein« 

els fiel am 2. November u. die Rheinfchanze bei 

anheim am 24. December, fo daß Mainz ber 
einzige Punkt blieb, welchen die Berbünbeten am 
Linken Rheinufer noch bejaßen. 

An den Pyrenäen hatte Dugommier den 
Oberbefehl der franzöfifhen Oftpprenäenarmee 
übernommen, welchen der Graf de la Union ge- 
genüber ftand. Die Spanier, zur Offenfive über⸗ 
gehend, wurden bei Bagnoles u. Ceret am 
30. April mit Berluft von 8000 Daun u. 200 
Kanonen geichlagen u. bis an bie Grenzen ge- 
trieben. Hierauf belagerten die Franzoſen tie weg⸗ 
genommenen Plätze u. nahmen, nachdem tie Spa⸗ 
nier St. Elme freiwillig geräumt hatten, am 26. 
Mai das von 6000 Mann vertheitigte Collioure; 
Port Beubre fiel ſpäter. An den Weftpyrenien 
griffen bie Spanier bie Franzoſen wiederholt an, 

enußten aber die errungenen Vortheile fchlecht, bis 
Derftärkung aus der Vendee untes General Manco 
berbeizog. Der franzöfifche Oberbefeblehaber Müller 
bemächtigte fih nun der Haupteingänge zum Thale 
Baftarı, u. ber ſpaniſche General Bentura Caro legte 
mißmutbig da8 Commando nieder, welches von 
Talomera, bisher Vicekönig von Neapel, übernom⸗ 
men wurde. Sugommiet drang nad Einnahme 
Bellegardes (18. Eeptember) auf die Spanier ein, 
u. deren Heer wurde am 17.— 20. November bei 
Monte Nero, wo Dugommier u. Graf de la Union 


Franzoſiſcher Mevolutionskrieg IL (C. 1794) LIL (A. 1795) 


fielen, durch Perignon fo vollſtãndig geichl 
fie bis nach Gerona flohen. Am 9 
wurde Figueras u. am 4. Februar 1795 ı 
nommen. Auch die Weftpyrenäenarmı 
General Müller machte ſchuelle Kortichrirte 
binter einander fielen Anfangs Anguf Yan 
©. Sebaftian u. Tolofa. General Moncey 
Müller im Oberbefehl ablöfte, rüdte nad! 
vor, durchbrach die Linien ber neuen ara 
Armee, unter bem Prinzen von Caftelfraı 
17. u. 18. Roveniber, ſchlig dielelbe am 28. 
ber, eroberte die meiften Pläge Ravarras z 
Pamplona. Run begann Spanien wegeni 
ben® zu unterhbandeln, boch bauerte ber 4 
krieg noch bis Mitte 1795 fort. General! 
bamaliger Oberbefehlshaber iiber die Om 
armee, wurbe im Berlaufe deffelben zus 
gueras am 14. Juli gänzlich gefchlagen, | 
drang Moncey mit der Wefpyrenäen 
Juni gegen Pamplona vor, ſchlug bie 
6. Juli bei Ormea u. nahm Bilbao 
1795. Der Friede au Bafel am 
enbete ben Krieg, u. Frankreich gab 
Abtretung tes ſpaniſchen Autheild von E. N 
alle Eroberungen zurüd. F 
Schon vorher hatte ber Krieg in Itella 
Vortheil der Franzoſen ein Ende geneame 
Nizza aus gingen Anfangs April 1794 Wi 
jofen duch das neutrale Genueſiſche Geh 
ueglia, beieten ben Ort ohne Biel 
ſchlugen am 16. April bei Ceva ben öflerre 
GBeueral Argenteau. Am 28. April überwe 
die Ofterreiher u. Sarbinier auf allen Pan 
drangen in Piemont ein. Doch 
Erſcheinen einer englifchen Flotte an ber 
ber Provence u. Genuas bewogen bie fr 
Piemont wieder zu räumen. Die Alpen 
Savoyen hatte indeſſen ihre Stellung ke 
obwohl fie ebenjall® ſehr durch Kranke 
Erft im September brachen 3 franzöfifäe 6 
auf das bisher neutrale Genueſiſche Gehe 
bejegten Ende September Savona, Bader. 
In Folge deſſen ſchloß der General Eat 
Toscana, unter Anerlennung ber 9 
Zahlung von 1 Mil. France u. dem Bel 
ber Neutralität, am 15. Februar 1795 ia 
mit Frankreich Frieden. 
Preußen, erihöpft an Mannidak x 
ſchloß am 5 April 1795 ten Friebenzu 
u. überließ barın Frankreich bie zum Ka 
deusſchluſſe den Befig ber preußifchen übe 
ſchen Lande; auch Heſſen, welches tie —X 
fels u. die Grafſchaft Katzenellubegen 
miſtiſch abtrat, u. bie meiflen übrigen nerne 
Staaten zogen ihre Truppen von tem 
hinter die zwijchen Frankreich u. Preufa 
barte Demarcationslinie zurüd. Se ii 
beutichland allein auf dem Kampfplatze, ı 
veih, dem von Norbbeutichland nur € 
treu geblicen war, übernahm bie Ham 
II. Krieg in Europa 179- 
A) Feldzugvon 1795. Die franzönldt' 
arınee unter Moreau ſtand damals an en 
Hollands u. Weftfalens; tie Samdrewenl 
unter Jourdan, Clairfait gegenüber, am Kim 
bie Rhein» u. Mofelarmee unter Ficegr, 
Wurmſer u. bie Emigrirten, am Mitetrbis 
im Spätjahr begannen die Franzofen ta # 


Joanzöffiger Pieweintisältieg III. (B. 1796) 


Gr 


ichland. Jourdan verlegte gleich An« | Coblenz u. über Montabauer u. Altenkirchen nach 


yreußiiche Demarcationtiinie u. ging 
sınber, 50,000 M. ſtark, bei Eichelcamp 
ein. Düffelborf fiel, u. überall wichen 
ber. Pichegru ging am 15. September 
Über ten Rhein, bie Ofterreicher wichen 
per, bie Sieg u Die Lahn zurüd, u. bie 
tagerten nun Mainz u. Ehrenbreitſtein. 
el am 22. Eepteinber u. alle pfätziichen 
an beiten Rbeinufern wurden fir neu⸗ 
Dod bald wandte fich das Kriegegiäd; 
ang vom Oberrhein bis nach Manheim, 
ich ing am 24. Septbr. die Franzoſen 
ir bei Handſchuchheim u. Klair- 
Jerbr. bei Höchſt unter Jourtan. Die 
ichen über ben Rhein zurück, verloren 
. Theil des Belagerungsgeräths ver 
ches Eude October von beiten Rhein 
ır. Auch Manheim war von Wurmwſer 
ber zuriid erobert worden. Nach Diefer 
en Wendung beenbete ben Feldzug am 
rein rüber von Seiten Frankreichs abge- 
Tenfiiliftand. In Italien wurden 
n durch mehrere blutige Gefechte aus 
trieben, u. erft als bie Oſtpyrenäen⸗ 
Scherer, nach Dem Frieden mit Spanien, 
zu Hülfe eilte, wurde ben Alliierten Durch 
herers über den öfterreichifchen General 
23. Roveniber bei Loano ein Ziel geieht. 
ıgoon 1796. Der Felbzugepları, wel⸗ 
zegen Deutichland entworfen hatte, 
gi bie Rhein-u. Moſelarmee un- 
mit ver Sambre- u. Maasarmee 
ban, fellte Durch Deutſchland gegen 
erbringen u. ſich mit dem italientichen 
ed Bonaparte befebligte, bei Wien ver⸗ 
rend Beurnonville mit ber Norbarmee 
ve Reutralitätslinie beobachten follte. 
rz kündigte Erzherzog Karl ten Waffen⸗ 
f. Jourdan drang am 21. Mai liber 
Bd, u. Kleber ſchiug mit dem linken 
Ldaas⸗ u. Sammbrearmee die Ofterreicher 
ei Altenkirchen. Der Feldzeugmei⸗ 
d von Württemberg mußte ſich deshalb, 
ı verfolgt, nach Limburg hinter Die Lahn 
Aus der Erzherzeg Karl dieſe Unfälle 
te er Mainz mit 20,000 Mann u. ging 
Jumi über den Rhein zuriid, um ſich 
jegenzumerien. Der franzöſiſchen Haupts 
über bielt General Graf Wartensleben 
Mann bie Üibergänge iiber die Lahn 
1 Wernel ging am 15. Juli Über bie 
rbe von franzöſiſchen General Lefebre 
welcher ſich ter Gebirgepäſſe bei Wetz⸗ 
jen wollte. Erzherzog Karl, welcher her⸗ 
das ſchon halb verlorene Treffen wieder 
kgriff nun tie Höhen von Altftetten u. 
enden Bald an u. nahnı fie bein zwei. 
Zugleich hatten ſich Die Sachjen unter 
dt bei Meplar gefanumelt, u. die Fran⸗ 
ı Durch Die Siterreichiiche leichte Reiter ei 
de bei Altſtetten vertrieben; auch bie 
ſammit der fie vertbeitigenten Artıllerie, 
ı Die ſächſiſche Keitereı unter General 
nommen, u. Die Franzojen zogen ſich 
m Wald zurück. Nun gingen ſämmt⸗ 
en ter Berbünteten über Die Lahn u. 
e, fih anı 16. Juni nach dem Rhein auf 
Kersten 4. Ruf. VI. 


Düffeltorf zurtdziebende Maas⸗ u. Sanıkrearmee. 
Graf von Wartensieben verfolgte Tetstere Colonne u. 
Kray erreichte biefelbe am 19. Juni bei Uderath, 
wo bie Deutichen endlich fiegten u. bie ſyranzoſen 
nah Düſſeldorf bineinmwarjen. Die Oherrbein- 
armee unter Wurmfer (f. unten), durch Die Des 
tachirungen von 20,000 Dann, weiche Beaulieu zur 
Hilfe nach Italien geſendet hatte, u. Durch den Ab» 
zug des Erzherzogs bedeutend gefchmächt, mußte ben 
Plan, in Eljaß einzufallen, gänzlich aufgeben u. ſich 
in einer Stellung zwilchen ber Rehhütte u. Frans 
tentbal verfrbangen. Moreau l’eß am 14. Juni von 
Deſair bie Rehhütte, von St. Eyr Frankenthal ans 
greiien u. nöthigte Wurmſer am 16. Juni, mähe 
rend derſelbe Die Schanzen bei Manheim, Munden⸗ 
bein u. Rheingehnbeint beſetzt bielt, fiber Den Rhein 
zurüdzumeichen. Rheingehnheim nahm Moreauam 
20. Juni u. in den folgenden Tagen, nachdem er 
den 24. Juni den Rhein überfchritten batte, alle 
Scanzen der Deutfchen auf ben Rheininfeln, ſowie 
auch das befefligte Kehl. Der franzöſiſche General 

erino folgte nun dem Condeſchen Corps, iiber 

ffenbach, wäbrend General Defair den Öſter⸗ 
reihern über Nenmühl ı. Appenweyer nachrüdte. 
Alle Lager ber O ſterreicher bei Biehl :c. wurden 
geräumt, viele feine Gefechte, jo bei Appenweyer, 
Urloffen, ynmern u. bei. am 2$. Juni bei Ren⸗ 
hen, wo Deſair mit dem Kelbmarfcalllientenant 
Sztarray focht, fielen zum Nachtheile der Ofterreie 
der aus; Ya Roche erftürmte am 2. Inli ben Paß 
von Kniebis u. Roßbühl iiber ben Schwarzwald. 
Am 4. Juli wurbe von den Franzofen Freudenſtadt 
genommen, bad Dorf Oos mit Sturın erobert n. 
endlich Naftadt von Dioreau genommen. Unter« 
beilen hatte Erzberzog Karl vom Rbeinübergange 
bei Kehl Narhricht erbalten u. war, von Hochbeim 
aufbrechend, Wurmſer zu Hülfe ins Lager bei Dur» 
mershain gerückt. Da aber bie Stellungen Mo⸗ 
reaus zu vertheilbaft waren, zogen fich am 6. Aula 
bie Lfterreicher in ein Yager zwiſchen Gttlingen u. 
Mühlberg, u. am 7. Juli trafen die Sachſen in 
Brorzbeim ein. Der Erzberzog wollte am 10. Juli 
angreifen, allein Diorean kam ihm am 9. Juli zu⸗ 
vor u. zwang ihn Durch feinen Sieg bei Ett⸗ 
lingen am 10. u. 11. Juli über Karleruhe ır. 
Durlach binter Pforzheim gegen den Nedar zu⸗ 
rüdzumeichen. Während biefer Borfälle hatte fich 
auh tie Daad- u. Sambrearmee wieder 
in Bewegung gelett, u. Kleber war am 28. Juni 
von Neuem über den Rhein gegangen. Gr hatte 
am 30. Juni die Lfterreicher vom linfen Ufer ber 
Sieg vertrieben, u. am 2. Juli bemerfftelligte 
Jourdan bei Neuwied feinen zmeiten Rheinüber- 
gang, Die Ofterreicher wurden kurz Darauf nach 

illenburg u. von da liber die Lahn n. nach dent Ge⸗ 
fehte bei Obermerlam 10. Juli von Kleber aus 
Friedberg verdräugt. Am 12. Juli ftanten die Fran⸗ 
zojen vor Fraukfurt a. M., welches fie am 15. Juli 
beichoffen n. zur Übergabe nötbigten. Am 22. Jnli 
ergab ſich aus Waflermangel auch die Bergfeſtung 
Koͤnigſtein. Die jchnellen Fortſchritte beider fran⸗ 
zöſijcher Heere bewogen nun Württemberg zu 
Stuttgart u. Baden zu Baden, ſowie den Sſch w ü- 
biſcheu Kreis auch am 27. Juli zu Stuttgart 
mit Moreau Waffenſtillſtand u. dann uuter harten 
Bedingungen den Frieden zu Baris zu jchlie- 
Ben. Beide traten von der Koalition ab; Würt⸗ 

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kermauz »brängt, in eine bebrebu 
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2 race am 24. Aug. ſich aufte 
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ma.d., m am 9. Sept. wir 
‚na von Mainz, dieſſeit der Rbeirs. 
Jonrdan jelbjt wurde am In. Sert 
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Franzöfifcher Resolutionäfrieg II. (B: 1796) 


nomeille ab, welcher ſich am 19. Sept. nah 


Sberf zurüdzog. Der Rüdzug der Sambre- 
aasarmee brachte Morcau, der noch am 18. 
in Baiern fand, in große Berlegenheit, da 

> ſchon auf Stuttgart u. Kehl mare 


Merreicher 
2, um ihm ben Nüdzug zu verfperren; er bee 


‘aber eilig den Ruckzug, der mit meifter- 
a Geſchick ausgeführt, zu den größten Waffen- 
| 2 Feldherrn zählt. Am 19. Sept. bie 
Yet. führte Moreau fein Heer, defien linker 
4 ganz Preis gegeben war, ohne Berbin- 
mit der Befatung von Kehl u. dem Bela⸗ 
vorm von Philippsburg, beinahe 50 Mei⸗ 
ein gegen feine Truppen erbitterte® ge⸗ 
Land, Über Augsburg u. Ulm, wo er ein 
Miches Urrieregarteugefecht beftand, nach Vie 
‘warf bier am 12. Oct. den General Latour, 
| ben Weg veıfperren wollte, paffirte 
das Höllenthal am 15. Det. nahm bei@m- 
gen am19. Oct. mit dem Erzherzog, Wars 
R. bem Prinzen von Wiürtteinberg ben 
wf, bahnte ſich einen Weg bis Schlingen, 
I 22. Dct. wieter aus feiner feften Stellung 
wurde, u. gelangte über die Rheinbrüde 
gen am 28. Dct. glüdtich nach Frankreich 
Dieſer Rückzug tvar um fo fchwieriger, ba 
der den General Tarneau, deſſen Corps 
mbung mit Bonaparte herſtellen ſollte, am 
bei Füſſen, am 17. bei Kempten u. 
het Ißney mit bedeutendem Berlufte ge 
Batten u. Morean aud auf den rechten Tügel 
Br. &o war das ganze rechte Rheinufer wie⸗ 
oden Franzofen geräumt bis auf Kehl u. bie 
pe bei Dianheim u. Sliningen, welche in- 
Bebr. 1798 ebenfalls wieter in öſterreichi⸗ 
Rualt mareıt. 
- trat am Rhein eine Zeit hindurch ber 
A ein Wafjenftillftand ein, welcher es 
s og Karl möglich machte, fi den un⸗ 
in Stalien vortringenden Gene 
Baparte entgegenzuftellen. Bonaparte hatte 
Marz 1796 das Commando in Italien ilber- 
5. Sein erfies Wert war bie Reorganifa- 
5 An Ichlechtem Zuſtande befindlichen Heeres, 
"aus allen Berürfnifien Mangel leidend, in 
Diuthlofigleit verfant, wogegen tie Oſter⸗ 
BB. Sartinier unter Beaufien, 60,000 Dann 
: Neapolitaner verftärkt, eine impo⸗ 
Bacht bildeten. Bonaparte fehte, ohne das 
km zu fragen, neue Tifiziere, jogar neue 
ein, brachte ſelbſt auf franzöſiſchen Boten 
REieferungen file Die Truppen zuſammen u. 
% bald das allgemeine Zutrauen ber Sol- 
an gleih hei Eröffnung bes Feldzuget 
Rig zu fein, 30g er jein Heer an der genue- 
üfte zwiſchen Voltri u. Finale zuſammen, 
#B in die Divifionen La Harpe, Maflena, 
Wr u. Serrurier u. wartete auf einen gün⸗ 
oment zum Loeſchlagen. Beaulieu verjchob 
DIE des Feldzuges, verjchmäbte ben klu⸗ 
seslarbiniichen Obergenerals Colli, welcher 
acht das Centrum ber Frameſen 
His zur Küfte vorprallen u. fo den rechten 
ven Flügel abſchneiden u. vernichten wollte, 
u sem abſichtlich ausgeſtreuten Gerlichte, ala 
WBenaparte zuerft Genua erobern, Ölauben 
= Schft gegen ben äußerfien rechten Ylügel 
Yin vor, wodurch zmijchen ihnt u. Colli 























648 


eine de entftand. Kaum war diefe von Bona⸗ 
parte bemerkt, als verfelbe, um Colli von Beaulien 
ju trennen, vorging; zunächſt ließ er Montenotte, 
ten Buß ber Apenninen, tiber welchen das Corps 
neben mußte, das die öfterreichiiche Linie zu durch⸗ 
brechen beſtimmt war, von einer Brigabe beſetzen, 
fegte tem Angriff Beaulieus anf Bogliera am 
10. April fein Hinderniß entgegen, fonbern elle 
mit ben gefammelten Truppen des rechten Flũgels 
u. Eentrums nah Montenotte. Dies war inzivie 
ſchen von dem General Argenteau ben Franzoſen ent- 
riffen u. wurbe bei dem erneuten Angriff berfelben 
am 10. April von den Ofterreihern tapfer verthei⸗ 
bigt, fo daß bie Franzoſen bie Monte Negro zu⸗ 
rüdweichen mußten, wo General Rampon u. bie 
Divifion Ya Harpe Stellung genommen batten. 
Am 11. April gingen bie Franzoſen zum Auer 
über, die linfe Flonfe Argenteau® wurde von Bo» 
naparte mit den Divifionen Serrurier u. Maſſena 
überflügelt, mit Verluft von mehr als 8000 Manz 
gefhlagen u. mußte nach Ponte Ivrea flieben. 
Wafch ſtieg nun Bonaparte in die Thäler ber Bor- 
mida n. ließ Durch Maſſena Dego beſetzen, während 
La Harpe ſich gegen Beaulic wandte u. Augereau 
über Millefimo vorrüdte. Diefer ſtieß hier anf das 
Corps PBroveras, welches bie Berkinpung zwilchen 
Colli u. Beaulieu bei dem Schloſſe Goffaria aufe 
recht erhalten follte, u. durchbrach Die öſterreichi⸗ 
fche Linie. Gegen 1000 Mann retteten ſich in ba6 
Schloß, vertheibigten es tapfer u. ſchlugen brei 
Stürme der Sranzoien zurüd. Colli verſuchte nun 
am 14. April, durch einen Angriff auf bie Fran⸗ 
zofen bei Millefimo, Provera in Coſſaria 
Hütfe zu eilen, aber Maſſena liberwältigte bem 
linken Biäge bes Feindes, u. Colli mußte ſich mit 
ſchwerem Berluft zurüdsiehen. Als Brovera je! 
in Folge deſſen ergeben hatte, drang Maffena 
den rechten, La Die auf dem Iinten Ufer ber 
Bormida gegen Dego vor, wo Beaulieu, ber nad 
bem Unfalle bei Dontenotte ven Küftenangriff aufe 
gegeben hatte, eine Stellung nahm, während Ar⸗ 
genteau mit 10,000 Mann bei Acqui bie Bormibe 
vertheibigen follte. Dego felbft war mit nur : 
Mann befetst, weshalb Argenteau tem Orte ein 
enva ebenſo ftarfes Korps zu Hulfe fandbte, den 
Dberften Bnkaſſovich mit 4000 Mann nach Bonte 
Ivrea betachirend, damit berjelbe ben Feind in den 
Rüden nehme. Allein ſelbſt von Maffena in Flanke 
4 Rüden genonmen, wurden am 14. April bie 
fterreicher mit großem Verluft an Mannichaft ır 
Geſchũtz geſchlagen. Am 15. April nahm he 
vich zwar den Franzoſen die Beute wieder ab, a 
am Abend gelang es ber vereinigten franzöflichen 
Heeresmacht, ihn zum Rückzug zu zwingen. Bona⸗ 
parte jendete nun am 17. April bie Diviflonen Ser» 
rurier u. Augereau in Collis linke Flanke bei Ceva 
u. zwang denſelben nady dem Tanaro zurückzugehen; 
dert von Serrurier angegriffen, wich er am 22. April 
zurück, als bie —— den rechten Flügel zu um⸗ 
gehen drohten. Inbeſſen eilte Beaulien ſich mit 
olli zu vereinigen. Der König von Sardinien 
aber, durch Bonapartes raſches Vorbringen ere 
ſchredt, ſchloß um 28. April zu Genua einen Wafe 
fenfilitiand, wodurch ben Prungofen Cont, 
Ceva, Tortona u. Aleſſandria überliefert u. ber 
Voibergang unterhalb Valenza geflattet wurde, 
Beanlieu hierdurch alles Sıhutes im Rüden bes 
vaubt u. um 15,000 Dann seihwänt, zog ſich bir 
3 


644 


ist den Be u. erwartete in einer Stellung zwiſchen 
Tertana u. Valbenza Berftärkungen, un den Frau⸗ 
zeien ven Flußũbdergang zu vermehren. Allein ſchon 
em 7. Rai jegten die Sranzofen unter Lannes bei 
Viacenza über den Po, trieben am 8. Mai bie Ofter- 
weicher nach Pinzigbetone u. beſetzten Cadagno. Bon 
ı bei Paria ſiehenden Theile ſeines Heeres u. von 
fterreich adgeihnitten, war Beaulien genöthigt fich 
darchzuichlagen u. forcirte, indem er über bie nach» 
äifig marichirenden Franzoſen berfiel, bei Tobi den 
a über die Abba. Unterbefien hatte auch ber 

erz03 von Parma am 9. Mai unter ſchweren 
NA einen Waffenftillftand erlangt, dem 
im Tor. der Friebe mit Frankreich folgte, fo 
daß rte den Oſterreichern auf ben Ferſen 
Ueiden lounte. Feldmarſchalllieutenant Sebotten⸗ 
dorf jamnielte hinter der Adda 9000 Mann In⸗ 
fanterie u. 1500 Reiter, während Beaulieu nad 
Mantus eilte, um biefen Play in Bertheibigungs- 
and zu feßen; Die Hauptarnıee von 60,000 Mann 
and in Reſerve. Am Dlittag bes 11. Mai er- 
ten der Vortrab ber Franzoſen zugleich mit dem 
Rachtrabe der Ofterreicher, die von Pavia ber nach 
Ledi eilten, welchen Ort bie Franzoſen eilig beſetz⸗ 
ten. Die Divifionen Augereau u. Maſſena bereite 
ten fih nun, die Brüde von Lodi anzugreifen; 
wei franzöfifche Batterien, welche ben Angriff deden 
Denen, waren gegen Abenb vernichtet u. die Bebie- 
aung faft aufgerieben. Bonaparte ſetzte indeß Alles 
daran, bie Brüde noch vor Abend zu erobern, u. 
unter bem lebhafteften Geſchützfeuer ber Oſterrei⸗ 
&er, welche bie Brüde mit 14, im Halbkreis aufge- 
drenen Kanonen ber Länge nach beitrichen, drangen 
aflena, Berthier u. —5 an der Spitze ihrer 
Toeuppen vor u. trieben die Sfterreicher in Die Flucht. 
Diele Schlacht entichieb Das Geſchick der Lombardei. 
Cremona, Piygighetone (1 2.Mai)u. Bavia (14.Mai) 
jeleıı den Stegern in Die Hände; 4 Tage ned ber 
chlacht zog Bonaparte als Sieger in Mailand 
en, wo er 20. Mill. Contribution erhob, verließ 
jedoch diefe Stadt am 24. Mai, um bie öfterrei« 
bilde Armee von Neuem anzugreifen. Während 
iner Abweſenheit entftanb in Mailand u. Pavia 
ein gefährlicher Aufftand, den nur Waffengewalt 
zu dämpfen vermochte, Pavia wurde mit Sturm 
euonimen u. geplündert u. Mailand entivaffnet, Un⸗ 
erbeffen ſchlug Bonaparte am 29. Mai beim Über 
gung Über ben Mincio die Oſierreicher bei Bor- 
betton.Ballegio, n. Augereau nahm Peſchiera, 
während die Oſterreicher über Caſtel Nuovo bie 
Erich paifirten. Am 31. Mai gingen die Franzoſen 
wach Rivoli; am 3. Inni 30g Bonaparte nad) ber 
Einnahme von Brescia in Berona ein. Durd 
Veſetzung diejer Stadt verlegte Bonaparte indeß bie 
Neutralität Venedigs, weshalb Venedig fi zur 
Gegenwehr rüftete. Maſſena folgte nun ber öfter: 
zeiciicen Armee u. nabnı eine ſtarke Stellung bei 
Rivoli u. fa Corona, während d'Allemagne u. Lau⸗ 
ves anı 4. Juni einen Brildentopf u. bie Vor⸗ 
inte S. Giorgio von Mantua wegnahmen. Auch 


ugereau, ber Über ben Mincio gegangen war, - 


iug am 18. Juni bei Borgoforte Über den Po u. 
wm am 21. Juni in Bologna an, nachdem am 
a Juni Bonaparte Urbino u. Ferrara genommen 
Dieier kam nun ebenfalls nach Bologna, ver- 

Me die päpfitichen Behörden, erflärte bie Stadt für 
u. lieh fih den Eir ber Treue ſbwören. Hier- 
ng deuuruvꝰ der Bapftı ben ſpaniſchen 


Semtzöffcher Revolutionskrieg III. S. 1796) 


Gejendten Azara u. ben Marquis Quidi 
am 25. Juni mit Bonaparte einen Ba’ 
ftand fchlofien, dem zu Folge ber Bay 
verftaub, 20 Mill. —5 zu zahlen 1. 
tuen u. 500 Handſchriften ben Franzeh 
lafien. Schon am 5. Juni bat anch N 

rieden, unterzeichnete einen Waffenf 

ve&cie u. erlaufte am 10. Oct. ben 
in Paris mit 5 Mill. Francs. Aud 
wurde, ungeachtet ber ihm früher zugefl 
verletzbarleit ſeines Gebietes, in Schr 
u. mit Mühe erhielt es bie Zuſicherm 
ſranzöſiſchen Truppen nicht über Flore 
über Siena geben jollten, dennoch wu 
anı 28. Juni durch bie.Divifion Bau: 
um die dort im Hafen liegenden englih 
in Beichlag zu nehmen; jeboch entam 
britiſche Schiffe, zeitig gewarnt, kurz ı 
der Franzoſen. Auch der Herzog von 
batte indeſſen ebenfalls gegen Zablung ı 
Fres. einen Waffenfttilftand geſchl 
half dieſem die Unterwerfung wenig, de 
ter, am 8. October, Ferrara, Boloyus 
magna fi) zum Cispadaniſchen Bunde 
wurde Modena ohne Weiteres demſel 
leibt. Am ſpäteſten unter ben italieniſch 
unterwarf ſich Genua, das erſt am ! 

ranlreih eine ÜUbereinkunft in Pa 
ih unter. franzöfihen Schut b 

raues Contribution zablte u. 2 Mi 

rieben unverzinslich vorſchoß. Am 

lauch bie Citadelle von Mailaub. Ju 
indeffen am 8. Zuli ein Aufruhr an 
gereau mit vielem Blutvergießen bäm 
wandte ſich Bonaparte felbft gegen Maı 
rend Maffena bie äfterreichtihen Vorpe 
Bocchetta de Campion u. Bellona vertr 
deſſen war Wurmſer bei der öſterreichij 
in Italien eingetroffen, hatte das Coma 
nommen u. wollte Mantua eutſetzen. I 
lagen unter dem General Konto Pi 
Mann u. machten mehrere Ausfälle gegı 
Ihliegungscerps unter Serrurier, de 
lagerungsgeſchütz noch fehlte, doch eräi 
18. Juli die Yaufgräben, während S 
Davidovich, Mitrowaly, Mesraros u. 
vich anf ber ganzen Linie Mallena mi 
greifend u. die Franzoſen überall zuri 
den 1. Entfaßverjudh von Mantı 
Bonaparte bob daher die Belagerung A 
u. zog mit feiner ganzen Macht an den? 
1. Aug. kam es beitonatou. Saloy 
welche zum Bortheil, der Franzoſen a 
Augereau nahm den Oflerreichern Das rc 
wieder eingenommene Brescia von ' 
Wurnier war indefien in Mantua ei 
hatte jeine Truppen bis aftiglieonet: 
wo erft Augereau feine Vorbut, bunn 
ibn ſelbſt ichlug u. mit 2000 Mann 
Mantua zurid warf. In 5 Tagen wu 
Feldzug geenbet, in welchen Bonaparte; 
eroberte u. 12 — 15,000 Gefangene med 
bie von Maflena ausgeführte Erſtür 
Lagers von Pizzighetone am K. Au 
Wurmjer auch aus der Eteluug 
Mineio verdrängt u. zog fih, in Ms 
ftärtung zuridlafienb, mit dem Genera 
novich zuriüd. Bon Maſſena aber au. 


Franzöſiſcher Revolutionskrieg III. (B. 1796. C.-4709): 6448 


:baldo u. Corona nch einmal 
. geihlagen, 309 fih Wurmſer Deitte 
rient zurüd. Hierauf nahm Bona⸗ 
General Sahuget mit 10,000 Mann 
Blockirung Mantuas von Nenem auf, 
ruch einer Lagerſeuche eine förmliche 
hiuderte. In den letzten Tagen des 
Wurmſſer aus ben tyroler Engpäſſen 
einen 2. Entſatzverſuch von 

ı machen, während Davidovich mit 
n Tyrol dedte. Bonaparte aber ging 
0 Dann nah den Engpäflen von 
. bei Mori entgegen, eroberte am 3. 
ortige verfchanzte Lager u. warf bie 
auf Roveredo zurüd. Am 4. Sept. 
Ingpäfle u. ber fat uneinnehmbare 
iliono forcirt, fo baf Die Tfterreicher, 
gen, mit Verluſt von 6— 7000 Ge- 
5 Kanenen bie Flucht ergriffen. Am 
j Mafjena in Trient ein, wäbrend 
die Berihanzungen Davibovichs hinter 
ıbm. Wurmfer, von Augereau were 
die Verſchanzungen binter ber Brenta 
o nicht halten, fie wurten am 8. Sept. 
nzofen genommen, ter Nachtrab ber 
m 9.bei Solano angegriffen u. mit 
Flucht geworfen, fo daß auch Bafjano 
der Franzoſen fiel. In ber Hoffnung, 
s zu gelangen, wandte fih Wurmſer 
sonta, wo ihm aber Kilmaine den Weg 
£r 309 hierauf bie Etſch herab, liber- 
e bei Porto Legnano, ſchlug tie Aran- 
reau.rüdte am 13. Sept. in Dlantua 
n hatte Augereau Borto Legnauo ges 
nun wandte ſich die ganze Macht ter 

egen Mantua. Oſterreichs Hauptin⸗ 
mn, ben in Mantua eingeſchloſſenen 
retten, u. ſchon am 31. Tct. drangen 
iſt Davidovich, 45,000 Dann ftark, 
Entſatzverſuch Mantuas buch 
rol abermals in Italien ein. Maſſena 
ieſem Anfangs zurüd, verband fich bei 
mit Augereau u. wich bis Verona. 
durch gewonnenen Bortbeile vernichtete 
Dieler von Berona aus bei Rouco bie 
eitend, wandte fih auf langen u. 
nmen, den einzigen gangbaren Straßen 
gend, am 15. Nov. nach dem Dorfe 
tem eine Heine fteinerne, von den Oſter⸗ 
ımmte Brücke führte. Angereau griff 
gebli an, u. obwobl derſelbe ſich, ale 
ter, Bon u. Verne ſämmtlich verwun⸗ 
‚aren, an die Spihe ter Sturmcolonne 
n bie Franzoſen von dem heftigen Ge⸗ 
rüd. Endlich machte Bonaparte, eine 
igener Hand auf tie Brüde pflanzent, 
zerſuch, die Stellung zu nehmen, bie 
‚ruppen riffen ihn aber mit fich fort, 
s an bie Hüften in einen Eumpf u. 
» Tapferkeit feiner Grenadiere, welche 
Beneral Belliard ben Feind über bie 
Igetrieben hatten, murbe er vor Gefau⸗ 
ttet. Erſt ala General Guyeunx am linken 
om ericbien, räumten die —fterreicher 
onaparte bejegte ven Ort, obgleich Die 
hne Nuten war, ta Alvinczy, in 
etzt, —5 er es mit der franzöſiſchen 
iu thun habe, feine Stellung veränderte. 


Die Franzofen zogen ſich in ber Nacht wieder anf 
das rechte Ufer der Erich zurüd, u. bie Ifterreicher 
tiffen am 16. Nov. an. Mafjena marf ven Generaf 
rovera nach Porcil, aber Augereau fuchte ver» 
gebeus das von Neuem ftarl beſetzte Arcole zu 
nehmen. Während ber Nacht ließ Bonaparte eine 
Brüde an der Müntung bes Alxon ſchlagen m. 
griff am 17. Nov. wieder an. Die Afterreicher von 
ber Beſatzung Porto Legnanot im Rüden bedroht, 
wien nun unter großen Berluften zurüd. Bo⸗ 
naparte ſchlug am 21. November auch ben Ge⸗ 
neral Davitovih bei Campana u. trieb ihn 
über Rivoli nah Ala. Nach biefen fiegreichen 
Schlachten bejegten bie Aranzofen Brescia, Salo, 
Peſchiera, Caſtel nuovo, Dolce, Corona u. Das Ufer 
ber Etſch von Verona bie Porto Legnano. Bald 
darauf unternahmen bie Lfterreicher ten 4. Ent« 
jagverfjuh Mantuas Am 16. Dec. brang 
Alvinczy mit 80,000 Dann aus Tyrol vor. Bros 
vera ſchlug mit 10,000 Mann den General Augereau 
am 9. Jan. 1797 an ber untern Etſch, warf ihn 
aus Porto Legnane, überfchriut aber erſt den 17. Die 
Erich. Maſſena wurde am 12. Ian. 1797 ebenfalls bei 
S. Michele u. Joubert bi Montebaldou. Cv⸗ 
ronaam 12. u. 13. Ian. von Alviuczy gefchlagen, 
welcher Bonaparte am 14. Ian. ſelbſt bei Rivoli 
angriff. Eine blutige n. werwidelte Schlacht ent⸗ 
ſpann fich ır. endigte mit ber Niederlage ber flere 
reiber. Nun wandte fid Bonaparte mit den er» 
matteten Truppen noch gegen Provera, während 
Augereau bei der Etſchbrüde den Ofterreichern 14 
Kanonen abnahm u. dann tie Brüde abbrannte, 
Provera indefien war bei ter Vorſtadt S. Giorgio 
vor Mantia angekommen u. hatte fi mit Wurmſer 
in Einverſtändniß geießt, u. Diejer tbat am 16. Jan., 
um fi) der Vorſiädte Favorite u. S. Antonio zu 
bemächtigen,, einen Ausfall, wäbrend Provera an« 
griff. Da aber Wurmſer zurückgeſchlagen wurde, 
mußte Provera fi mit 600U Dann u. 20 Kanonen 
ergeben. Ein neuer Sieg der Franuzoſen unter 
Zonbert Über Alvincezy am 15. Dan. raubten ben 
um 15,000 Dann geſchwächten Lfterreichern alle 
Hoffuung, den Erſatz Mantuas durchzuſetzen, u. 
am 2. Febr. 1797 mußte fih Mantuaergeben. 
Die Beſatzung, 18,000 Mann ſtark, wart auf Ehren⸗ 
wort nach Oſterreich entlaſſen, uur Wurmſer blieb 
nebſt einigen auserleſenen Truppen vollkommen 
frei. Der Fall Dlantuns entſchied Den Krieg. 
6) Feldzug von 1797. Eine 6 Wochen lange 
factiſche Waffenrube trat nun in Italien ein, wäb⸗ 
rend welcher Der Erzherzog Karl ten berbefeh! 
iiber die Siterreichiichen Streitfräfte in Italien 
übernahm. As am 10. März Bonaparte ben Feld» 
zug beganı, 308 ſich der Erzherzog langſam, faſt 
ohne Gefecht, von der Piave zum Tagliamento u. 
weiter nach dem Iſonzo zuriid. Allein auch aus 
tiefer Stellung verbrängten ihn an 16. März die 
Franzoſen, trieben ihn ganz aus dem Venetianiſchen 
Hebiet u. beſetzten am 23. März Gradisca, Görz 
u. Trieſt. Nach dem Gefechte bei Tarvis am 20. 
März wurden auch Die Päſſe Der Kärntner Alpen 
von Maſſena genommen, u. General vaudon z0g 
fih nad) Finſiermünz, der Erzherzog nad Steier 
zurüd. Briren, Botzen, Klagenfurt, Yaibach wur⸗ 
ten von den ine Innere der ficrreichiichen Erblaude 
vortringenben Franzoſen beſetzt. Nur 9 Poftfta- 
tionen war Noiaparte noch won Wien: als Erz⸗ 
herzog Karl die Generale Bellegarte u. Meerfeid in 


Franzsſiſche. Nevolutiondkrieg III. (E. 1708) 


647 


er Verlegung des Völferrechts durch Aufe | gegen bie Framgefen mit 60,000 Dann ımter Mad 


er Conriere, daß fie in 3 Tagen Rafladt 
allein in Stra®burg tie Wiederaufnahme 
antfungen abwarten würden. Am 28. 
dem zu ihrer Abreife feftgefeßten Tag, 
jedoch den größten Theil deſſelben noch 
:, ala Abende um 7 Ubr eine Abtheilung 
foren einrüdte. Der Aufforterung tes 
Jarbaczy nachgebend, reijten fie num, un⸗ 
nen bie verlangte Escorte nicht genährt 
n 9 Uhr Abende ab, mwurten aber 200 
ın ber Stabt, auf dem Wege nach Plitters⸗ 
iner Batronille von Seller Huſaren über- 
vei der Geſandten, Roberjot u. Bonnier, 
etöbtet u. ihrer Papiere beraubt, ver 
ın de Bry, entlam vermunbet u. ber Ge⸗ 
afecretär Roſenſtyl flüchtete fich ebenfalle. 
ten ſich unter Schuß der preußiichen Ge⸗ 
. Diefe That (Raftatter Geſandten⸗ 
eren Schuld von ben Franzoſen Oſter⸗ 
en Emigranten vorgeworfen wurde, rief 
ich ben heftigfien Groll gegen Oſterreich 
. mit leitenfhaftlihem Eifer wurde ber 
den Franzoſen wieder aufgenommen. 
dzug von 1798. In Italien, bef. 
war es unterbeflen zu Unruhen ge- 
ein Haufen Volle hatte am 28. Dec. bie 
Cocarde aufgeftedt u. bie Republik 
1, u. bei tem dadurch entftandenen Auf⸗ 
be ber franzdfiihe General Duphot er» 
Dies nahın Joſeph Bonaparte, der fran- 
efandte, zum Vorwand, feine Päfle zu 
‚ reifte den 29. Dec. ab. Das franzöfifche 
m ergriff tiefen Anlaß zum Friedens⸗ 
efahl Berthier, von Mailand mit 15,000 
Kom zu marſchiren, ein 2. Corp® 308 
ua beran, u. am 11. Febr. wurde Ron 
elsburg beſetzt. Am 15. Febr. ſammelte 
— —38— auf den Campo Vaccino, ver⸗ 
e Römiſche Republil u. zog dann in 
Duuptquartier zu Monte Mario, ibn zum 
nzurufen. Berthier kam ſogleich nad 
rätigte auf dem Capitol das Geſchehene 
e Die neue Republik au. Der Papſt 
er weltlichen Serrichaft entfagen u. Die 
anerfennen. Bald jeboch riefen die Er⸗ 
; ver Sranzofen einen Aufftand ber Trane- 
verwor, ter nur nach beftigem Kampfe 
ıeral d'Allemagne unterdriidt merken 
ber um fo gefährlicher ſchien, al® am 24. 
r. zu Belletri, Marine u. Cartello gleich 
ben auebraden. Doch auch dieſe wurden 
t unterbrüdt, welcher am 27. Febr. Die 
en fohlug u. zerfircuete. Der König 
pel, in Folge der Lrrichtung ber Rö« 
publit für feine Staaten filvchtend, nabın 
das von feinen &ebiet umichlojfene Her⸗ 
zenevent in Beſitz. Die Franzoſen ver- 
um auch in Neapel einen republifanifcben 
nanzetteln, weabalb der König ten Schug 
fuchte. Die desbalb geführten Untere 
n, weiche fich auch am’ ein gleichzeitiges 
mit Öfterreich erjtredten, wurdeun dem 
im verrathen, u. dieſes ſuchte mun mit 
brechen. Der König von Neapel gab 
nad, vermebrie aber ſeine Aruiee auf 
Naun, nahm ben Ffierreichiicken Geue vl 
19. Eept. in jeine Dienite u. b ach eudlich 


| 


| 


am 22. Rev. nad ber römiichen Grenze auf. 
Championet mich ohne Verlun, nach Zurüdieflung 
einer Beſatzung in der Engeleburg anı 24. Now., 
bis nah Ancona n. Civita Caſtellaua zurück, um 
Joubert aus Piemont an fi) zu gieben. Am 19. 
Nev. 303 ter König von Neapel in Rom ein u. 
fein Heer rüdte faft unangefochten bis zur toßca- 
niſchen Grenze. Dech Überall, mo die Neapolitaner 
bie Franzoſen angriffen, gegen Erftere ben Kürzeren, 
fo bei Zerni (27. Rov.), Fermo (30. Nov.) u. 
Civita Caſtellana (4. Dec.); u. bei Calvi eraaben 
ſich felhft am 9. Dec. 5000 Neapolitaner den Fran⸗ 
zofen ohne Gegenwehr. Als die Sranzofen ernft- 
lihen Wiberfland leifteten, zogen fich die Neapoli« 
taner auf Rom zurüd, u. am 13. Dec. wurde bie 
Gtabt wieder von Franzoſen beſetzt Die entmu- 
tnigte neapolitaniiche Armee, die ſchon ülber 12,000 

ann an Gefangenen eingebüßt batte, zog ſich 
immer weiter zurüd. Nur ein Teil unter Roger 
Damas focht tapfer gegen Kellermann, 309 ficb auf 
Civita Vecchia n. von Da nach Orbitello, mo er fih 
einſchiffte. Mad indefjen hatte bei Capna bie 
Heerestrimmer gefammelt u erwartete den Angriff 
der Franzoſen. Capua u. Pescara fielen am 4. Jan. 
1799 nu. Championet griff nun Mack am 6. —8. Jan. 
peiigen Capua u. Kalerta an. Zwar batte der 

ngriff feinen Erfolg, aber der Zuftand tes Heeres 
u. die Haltung des Tolles war ber Art, daß Dad 
fih gendthigt ſah, au Calvi am 10. Jan. 1799 
einen Bertrag zu ſchließen, dem zu Folge 
bie Granyolen Capua erhielten, bie Häfen von Neapel 
u. Sicilien für neutral erflärt murden u. Die (gran 

ofen binnen 15 Tagen 10 Diillionen Fres. erhalten 

folkten. Am 12. San. legte Mad ten Oberbefehl 
nieber u. wurbe aufter Rückreiſe nach Deutfchland 
in Bologna verhaftet u. nad Frankreich geführt. 
In Neapel hatten indeſſen bie Lazzaroni fich Des 
Korts 5. Eine bemächtigt, bie Kriegefchiffe im 
Hafen ron Neapel verbrannt u. ben Priuz Moli- 
terno an bie Spite einer revolutionären Regierung 
berufen. Hierauf ſchiffte ſich Pigna.elli in ver Nacht 
dem 16. zum 17. Jan. nach Sicilien ein. Am 19. 
Zar. rildten die Franzoſen in Eilmärfchen beran, 
als Moliterno u. Abgeordnete zur Unterhanblung 
erſchienen. Hierüber ter Verrätherei beichuldigt 
tonnte Moliterno kaum ſich in das Fort S. Elnio 
retten. Die Franzoſen zogen nach 3 blutigen Kampf⸗ 
tagen, während welder 10,000 Mann Yazıaront 
getöbtet morten fein jollen, in Neapel ein, brand⸗ 
ſchatzten bie Statt um 5 Mill. Ducuti u. erllärten 
am 25. Ian. die Parthenopäiſche Republik. 

In der Schweiz batten die Franzoſen in- 
zwiſchen fih ebenfalls bemüht, tie beflehenben 
Regierungen zu Rürzen. Die Wegnahme des Bis⸗ 
thums Baiel zeigte indeß den Schweizer Die Gefahr, 
in der fie ſchwebten. Am 15. Dec. 1797 rückte 
St. Cyr ein, nahm Biel, Eryuel, Neuveville u. 
Miüuftertbat für Die Franzöſiſche Republik in Beſitz 
u. erflärte, Daß mau Euntſchädigung fiir Dielen 
Bertuft ausmitteln werde. Dann wurde Kreiburg 
u. Bern beichuitigt, die Kreibeiten Des Waadtlands 
angetafter zu haben, welches Frankreich, ale in bie 
Rechte Savoyens geneten, um Schuß angerufen 
baite. In Bera ergriff Die Renieı ung halbe Maß⸗ 
regeln, neebalb Lie jranzöſiſche Partei immer ſtärler 
würde, fo daß dieſelbe ohne großes Hemmniß am 
25. Januar reiheitebäume u. die Lemaniſche Re⸗ 


648 


Franzöfifger Revolutionskrieg III. (E. 1798. F. 1799) 


publik werlänbigen konnte. Der franzöfifche General | Schweizer rüdten ten 22. April unter 


Menard rückte indeſſen mit 15,000 in Das Ländchen 
Ger u. bedrohte Bern, Unbedachtſam zog ſich hier- 
auf ter bernſche General Wyß von Yaujanne nach 
Yverdun u. gab auf diefe Weiſe das MWaadtland 
Breis. Die Ermordung eines franzöfiihen Hufaren 
durch eine ſchweizeriſche Patrouille gab Menarb 
Beranlaflung, am 25. Jan. ins Waadtland einzu» 
dringen u. 700,000 Francs Brandſchatzung zu er⸗ 
heben. Die am 2. Ian. in Aarau verjammelte 
Tagſatzung konnte zu feinem Entſchluſſe gelangen, 
die Uncnben, bei. in Bafel, durch Mengaud u. Ochs 
betrieben, wurben bedenllicher, u. [hen wählten bie 
Demotlraten am 2. Febr. Abgeorbnete einer Nas 
tionalverfammlung: als endlich nach Aufhebung 
der Aarauer Tagfahung aın 30. Jan. die Regierung 
Berns Ernft zeigte. Sogleich entwichen die Auf⸗ 
rührer nach Lieftal. Doch ſchon am 8. Febr. ber 
fetten bie Franzoſen Bafel, u. am 15. ſchloß ber 
eidgenöſſiſche Befehlshaber Erlach einen 14tägigen 
Waffenſtillſtand in Peterlingen. Erlach erhielt von 
der Rathsverſammlung am 26. Febr. die Vollmacht, 
bei der geringſten Gebietsverletzung Seitens ber 
Franzoſen die — zu beginnen. Indeſſen 
wußte der franzöſiſche General die Schweizer ſo 
lange hinzuhalten, bis er 45,000 Mann ſtark war, 
nabın dann am 1. März Dorned, in der Nacht 
vom 1. zum 2. März Yengnau u. am 2. März 
Solothurn u. Freiburg ein. Zwar trieben 2000 
Landleute u. ein bernſches Bataillon die Branzofen 
wieder aus Freiburg, da jedoch Brune ben unhalt⸗ 
baren Ort bombartirte, zogen fi) Die Berner nad) 
St. Gined. Die Schmweizertruppen, bie ſich ver- 
rathen glaubten, zerftrenten fich, andere brachen in 
offenbare Dienterei aus, noch andere meigerten fich 
zu fecbten u. nur ein Heiner Theil blieb in Ord⸗ 
nung. In Bern war inzwijchen eine neue Regie 
zung eingeſetzt, Die füch zur Entlafiung der Armee 
erbot. Aber antifranzöfiihe Demenftrationen bes 
Teiles zwangen dieſelbe, Den Krieg unter den un» 
günftigen Berbältnifjen von Neuem zu beginnen. 
Den 5. März wurte ber Poften bei Guminen, 
Neuenbeck, Yaupen u. St. Gines von ten Fran- 

ofen, obſchon vergeblih, angegriffen, aber in 
kr auenbrunnand. Diary überwältigte der fran» 
zöſiſche General Schauenburg, Dreimal ſiärker, Den 
often ven der Fronte u. den Flanken zugleich. Erlach 
wi anf Urtenen u. von da nad tem Graubolze, 
1! Stunde von Bern. Hier durchbrachen bie Fran— 
zojen nad) einem dreiſtündigen mörberifchen Gefecht 
Die Verbane u. unigingen Die Stellung der Berner. 
In Folge deſien fiel Ban nad hartnädiger Gegen: 
webr. Hierauf zegen fi bie bei Guminen u. 
Neuened ſiebenden Zruppen in die Berge u. in Die 
Stadt. Auch Die Truppen, welce bei Frauenbrunn 
gejochten hatten, zerftreuten ficb, u. Erlach wurde 
niit jenem Adjutanten am s. März bei Münſingen 
durch meuteriiche Banden ermordet. Bruue verlegte 
nun fein Dauptquartier nach Zürich, ließ ach einem 
Auiftant in Yuzern, welchen Dar Landvolk zu Gunſten 
Der alten Verjaſſung gemacht hatte, Truppen cin» 
ilden u. am 19. Mai wurde bie unter franzöfijchen 
wube am 15. Aprit beſchleſſene Hervetiſche Neputtit 
proclamirt, fand aber keineswegs allgemeine Aner⸗ 
dennung. Unterdeſſen bare General Schauenburg 
an Vrunes Statt den Cberbejebl über Die Sranzejen 
u. zugleich Ten Auftrag erhalten, den Widerftand 
ꝓxn die "Daunyg niederʒuwerfen. Die 


— — — 
——— ö— —— —— —r — — — — — — —ñ—— — —— — —— — — — — — — — — — — — — — —— 


3000 Mann gefangen. 
Lecourbe von Bellinzena vor, u. Tutine 
' griffen Die 


u. Auf der Diauer aus Unterwalden nit 
in Ob tem Maid ein, allein, obgleich vi 
am 26. April in einem harten Treffen be 
gen geihlagen worben waren, wurden b 
bob nah Muri zurüdigeworfen. Die 
von Zug den 29. April zwang tie S 
wiedergenommmene Luzern aufzugeben. 9 
wurde Paravicini bei Willeram geſt 
gleich ariffen die Sranzofen anı 1. M. 
u. Küßnacht an u. nahmen Tas Letzt 
ganze Kriegslaft ruhte inteß auf den 
bie, etwa 1000 Mann, unter Reding be 
am 1. Mai den Feind erwarteten. 
10 Uhr griffen 2000 Franzoſen vergebi 
lung an. Als aber von allen Seiten 
von ben Foriſchritten der Helvetier u. 
der einzelnen Cautone eintrafen, car 
Schwyzer am 4. Mai zu Einftebeln; 
Religion u. Befreiung von Brantice: 
den verhießen, u. dagegen von Sd 
übrigen kleinen Kantonen bie Helven 
anerfanıt. Nur noch Graubündten ve 
25,000 Oſterreicher geſchützt, jcbe Ih 
ber Helvetiihen Republik. Indeſſer 
Franzoſen vellauf zu thun, um tie ji 
Aufftänbe bes Volle auh im ten ( 
bämpfen, welche Die Helvetifche Repub! 
batten. Namentlich in Unterwalden, we 
am 7. u. 8. Sept. bie Angriffe von 500 
zurlidihlugen, erforderte bie Untert 
Aufruhr große Anftrengungen. 

F) Wiederausbruch bes 8 
Ofterreich. Feldzug 1799. Schen 
Hälfte 1795 hatte England, Das Mad 
zöſiſchen Seemacht fürchten, Rußla 
Bündniß gegen Frankreich vermocht. 
ten Oſterreich, die Pforte, Neapel u. 
u, bildeten ſo die Zweite Tealiti 
Mann Ruſſen rüchten unter Suwar 
1798 in Galizien ein. Die Piorte 
12. Sept. 1795 den Frauzoſen u. den! 
ter Bataviſchen Republik ten Krie, 
ſchloß ſich am 28. Sept. 1799 dem 
Frankreich u. Spanien an, Preußen 
neutral. Hoch ver Auflöjung Tea Reſtet 
congreſſes, Anfang Januar, forkerte de 
Directeriunt über Das Erfcheinen von? 
an der Donau Erklärung, u. ala d 
überjhritt Die Donauarmee unter 
23. Febr. bis 1. März zwiſchen Baiel ı 
in mehreren Colennen den Rhein n. I 
jebirte gegen Graubündten, u. als jih 
ber Raſtadter Kongreß (j. oben m} auil 
Krieg bereits im Gange Maſſena 
Feldzug am 6. März mit einem glüch 
tes General Auftenberg in Grautän 
tigte den Lucienſteig, trieb tie Ti 
Chur u. nabın Bier am 5. März Ar 
Zugleich tr 


jterreicher unter Hetze a. : 
Feldtirch am 13. März an. Der A 


indeß fehl; Dagegen warf eine Abiben 


lienijichen Armte unter Deiſeles am I 
General Laudon aus feiner Stellung 
n. nabm am 26. März, vercimge in 
ten Paß Finſtermünz u. bie übrige 


Wenhtzöfifcher Ruchstienäßrieg ILE (N. aroch 


ben dieſe BVortheile aber wieber auf, 
Rärz Bellegarbe mit 20,000 Dann 
m zu Hülfe eilte. Die Donauarmee 
abrach aus ihrer Stellung bei Tut⸗ 
atwiel nach erhaltenen Berftärfungen 
en; Sonham u. Tefebre drangen 
„Mögkirch u. Pfullendorf vor, wäh« 
gegen Sigmaringen auf dem rechten, 
on Zutlingen auf dem linlen Donau⸗ 
ngen ı Gamerdingen u. ber rechte 
Fernio über Salmannsweiler u. Über 
te. Schnell aber 303 ihnen von Din 
.—19. März der Erzherzog Karl über 
ach Schuſſenried entgegen, griff Jour⸗ 
ah u. Pfullenborfam 20. März 
n bis Stodad u. Lipptingen zurüd. 
5. März ſchlug er ihn abermals bei 
Zn der Nacht zogen fich bie Franzoſen 
an gab das Commando ab, u. Ernouf 
Hlagene Heer Über den Rhein zuriid, 
am am 3. April bei Triberg von ben 
überfallen worden war u. feine Hülfe 
Mafiena übernahm darauf den 

er die gefamnite Macht. Der Erz⸗ 
ee weichenben Donauarmee langfam, 
Lügel unter Sztarray land bis Kehl 
Hote in Vorarlberg u. das Haupt» 
Erzberzogs war in Etodah, von wo 
. April einen Aufruf an die Schweizer 
bie Franzoſen aus ihrem Lande zu 
be am 1.—4. Mai von Bellegarbe 
urde 16. Mai aus ven Tyroler Bäflen 
in vertrieben, Hotze nahm bem fran« 
ral Menard den Lucienſteig u. fette 
gans u. Glarus mit dem Erzherzog 
3. Um 23. u. 24. Mai ging ber Erz⸗ 
raffbaufen über den Rhein u. rüdte in 
Maflena mußte fih am 27. Mai 
efecht bei Winterthur auf Züri 
worauf der Erzherzog u. Hotze 8 
Zugleich beſetzte Bellegarde den St. 
n 3. u. 3. Juni wurde Maſſena bei 
riffen, verlor einen großen Theil 
sie u. 309 fih in eine flärter ver- 
ng auf tem Albisberg zuräd. Diefe 
yerzog, durch höhere Befehle gebunden, 


n; ein Umftand, melden Maflena | 


‚ nahdem er Berftärtungen an fid 
‚ Zellahih an ver Sihl, auf bem 
ei Einfiedeln, u. ven General Simb⸗ 
Aug. am St, Gotthard zu Ichlagen. 
Kblöhung der Ofterreicher beſtimmten 
Fürft Korjalomw anlamen, zog ber 
28. Aug. ab u. ließ nur 12,00U Mann 
Uznach, 800U Mann unter Jelladyich 
ündtner Päſſen u. 10,000 Mann ale 
er Schweiz. Die Ruſſen bejetten bie 
‚an ber Aar u. Yımmat von Baben 


Unterbefien hatten bie Sranzufen eine | 


armee, zwilden Mainz u. Man 
Beneral Müller gebildet; diefe ging 
ı flart am 26. Aug. bei Dianbeim 
ein, während Barayuay b’Hilliers, 
ber, Frankfurt branpichagte u. ſich 
yibelberg u. Aſchaffenburg maubte, 
g verftärlte Den General Sıtarray, 
Feinde ſelbſt über ann de 
eich erhob fich unter dem meinzif 


von Affoltern u. 





Miniker Albini im Speſſart u. Odenwalde ber 
Landſturm gegen bie Franzoſen u. that benfelben 
großen Schaden. Nachdem Dlüller am 6. Sept, 
vergebens bie Feſtung Philippsburg bombardirt 
batte, war er gezwungen bei Annäherung des Erz⸗ 
berzoge am 12. Sept. die Belagerung aufzuheben 
n. ging mit Zurüdiaffung von 6000 Mann unter 
General Larodhe in Manheim am 15. Sept. über 
den Rhein zurüd. Der Erzherzog nahm aber am 18. 
Sept. Manheim mit Sturm. Nach dem Abzuge des 
Erzherzog aus der Schweiz war es Ofterreich end⸗ 
lid gelungen zu bewirlen, daß Suwarow zur 
Berflärfung Korialoms aus Italien nah ber 
Schweiz gelanbt wurde. Maſſena griff aber zuvor 
die Rufen mit voller Macht bei Zürich am 25. Sept 
an, überfchritt vor Tagesanbruch bei Dietikon bie 
Limmat, ſchlug bier die Rufen, ſtürmte bie Höhen 
ing gegen Winterthur vor, um 
den Ruffen den Rüdzug zu verfperren. Soult griff 
gleichzeitig Hotze an. Als biefer General zu Anfang 
des Treffens fiel, übernahm Petraſch das Com⸗ 
manbo, wurde geichlagen u. mußte fidh Über Lichten⸗ 
ſteg nad St. Gallen ziehen. Am 26. Sept. er» 
ftürmten bie Franzoſen Zürich, eroberten bort das 
ruffiihde Gepäd u. die Kriegstaffe u. verfolgten 
Korfatow, der erfi nah Winterthur, dann nad 
Sglifau, von da mit Oſterreichern u. Baiern unter 
Kienmayer vereinigt nah Echafhaufen u. von bort 
am 7. Oct. über den Rhein ging. Der Verluſt 
der Verbünbeten in dieſen Gefechten betrug über 
30,000 Mann. Gumaromw, ber inzwiſchen aus 
Italien (ſ. unten) Über Airola u. Altorf am 30. Sept. 
nad) Glarus gefommen war, 309 fi, ale er Kor⸗ 
faloros Niederlage erfuhr, nach Graublinbten zurück 


Da faft alle Zugthiere auf bem beſchwerlichen 


Wege erlagen, jo mußte er ſich eines großen Theile 
feiner Geſchütze entledigen u. Tieß viele Kanonen 
in die Thalſchluchten hinabwerfen; dennoch ſchlug 
es bie Franzoſen unter Maffena u. Lecourbe am 
10. Dct. bei Matten. Eudli vereinigte er ſich 
über Chur zu Feldkirch u. in Oberſchwaben mit 
Korfalow. Auch ter Erzherzog machte, auf bie 
Nachricht von den Unfällen der Aufien, eine Be 
wegung nach der Schweiz, blieb aber an ber 
Grenze Schwabens fliehen Am 16. u. 17. Det. 
war fecourbe, nun Obergeneral ber Rheinarımeg, 
bei Oppenheim wieber über den Rhein gegangen, 
hatte Manheim ur. Heitelberg beſetzt u. wollte eben 
auf Stuttgart geben, ale ihn die Niederlage, welche 
bem General Ney am 3. Nov. bei Lauffen von 
bem Fürſten Hohenlohe beigebracht mar, zwang, nach 
bem Rhein zurlidzulehren. Am®. Dec. von Sztar⸗ 
ray bei Wiesloch geſchlagen, wurde er auf das 
linke un zurüdgebrängt. 

In Oberitalien war ber Krieg unter bem 
glücklichſten Ausfichten für die Koalition begonnen 
worden. General Ecderer, welcher bie franzd⸗ 
fiihe Armee, 60,000 Mann ſtark, befebligte, wollte, 
bevor die Rufen ben Ofterreichern zu Siülfe 
fünıen, biefe einzeln angreifen, während Macho» 
nald ih in Neapel u. Kom behaupten follte. Er 
griff daher Krays Stellung an ber Stich, wohin 
er nach Wiederausbruch ber Feindſeligkeiten ge» 
gangen war, bei se, Verona, Bullolengo u. 
Saftringo am 26. März an, aber fo unglücklich, 
Daß General Montricharb eine gänztiche Nieberlage 
erlitt. Ein neuer Angriff am 30. Dlärz bei Ronco 
mißlang eben jo, u. kaum vermochte bie Kalte 


blutigkeit Serruriers deſſen Divifion zu reiten. 
Ein 3. Angriff am 5. April gegen Magnano u. 
Berona wurde mit nach bebeutenberem Verluſte 
abgefchlagen , ein Theil ber Armee geiprengt u. bie 
Sliehenden bie hinter den Mincio u. bann hinter 
den Oglio verfolgt. Durch dieſe Gefechte u. dürch 
Detachements zur Berflärtung der Beſatzungen in 
Mantua u. Pizzighetone ſchon bie auf 30,000 Mann 
geſchwächt, wurde Scherer durch ben, am 16. April 
anlangenden Suwarow am 22. hinter die Abba 

ebrängt. Scherer überließ nu das Eommanbo 
interimiftifh an Morean, u. biefer bezog auf dem 
xechten lifer ber Abba, hinter bem ftarfen Brilden- 
topf bei Caſſano, eine verſchanzte Stellung. Sur 
warow griff am 26. April bei Lecco an, ging in 


der Nacht zum 27. April Über die Abba, u. Serru⸗ 


rier, hierdurch abgefchnitten, wurbe mit 3000 Mann 
gelangen ; Moreau, bei Caſſano mitgroßem Ver⸗ 
—A floh hinter den Tieino. Am 28. April 
beſetzten die Sieger Mailand u. hoben die Cis⸗ 
alpinifhe Republit auf. Moreau verftärkte in- 
zwiſchen in ber Ebene bei Aleſſandria fein Heer u. 
erwartete bier bie Ankunft Macdonalds, ber eilig 
von Neapel heranzog. Indeſſen fielen Peschiera u. 
Birzighetone in die Hände der Ruffen, u. Suwarow 
fanbte dem aus Uinteritalien heranzieheuben Mac» 
Donald bie Generale Klenau, Ott u. Prinz Franz v. 
Hohenzollern entgegen, um ihn ben Rüdzug abzu⸗ 
fhneiden. Zugleich hatte er Caſale nach kurzer Bela- 
erung erobert u.warf nun Moreau durch das Ge⸗ 
echt bei Bercetto am12. Mai u. nad Räumung 
von Aleflantria u. Balenza am 22. Mai nach Coni 
urüd. Hier nahm Moreau eine fete Stellung, um 
ie Berbinbung mit Genua zu erhalten u. um ſich 
mit Macdonald vereinigen zu lönnen. Dieſer drang 
bie Bologna vor, drängte Klenau zurüd n. ſetzte 
fi mit Genua in Verbindung, während Moreau 
am 6. Juni nah Genua zog. Machonald 
wanbte ſich indeß nah Modena u. beihloß, nach⸗ 
dem er auch am 12. Juni das Korps des Prinzen 
Branı geichlagen hatte, das Centrum ber Ber- 
Undeten au durchbrechen. Er griff zu biefem Ende 
die Eitabelle von Piacenza an u. drang bis an bie 
Trebbia vor, ald Suwarow mit ihm zufammentraf. 
Bom 16.—29. Juni fanden ſich die Gegner in faft 
ununterbrochenen Gefechten gegenüber. Die Haupt⸗ 
ſchlacht entichieb für Suwarow; faum 14,000 Diann 
zettete Macdonalb nad) Firenzuola u. Lucca. Dio- 
zeau, ber am 16. Juni guch hervorbrach u. am 
18. bei ©. Giuliano bie Ofterreicher unter Belle 
garde fhlug u. Zortona u. Aleffanbria entfetste, 
30g fih nun nad Novi zurüßt. Klenau hatte ſchon 
am 25. Mat die Citadella von Ferrara, Prinz 
Franz am 24. Mai die von Mailand, Vukaſſovich 
am 27. Mai die Stadt u. am 20. Juni die Citadelle 
son Zurin erobert. Bellegarde nahm nun am 
21. Iuni Aleſſandria u. die Ofterreiher nahmen 
am 28. Juni ben General Foſſac⸗Latour u. 7000 
Mann gefangen, Inbefien hatte Das Directorium 
bei der großen Überlegenheit der Feinte an Maunn—⸗ 
ſchaft u. Kriegsmaterial Joubert mit Berftärfungen 
nad Italien gefandt u. ihm ben Oberbefehl über» 
tragen. Joubert beabfidytigte anzugreifen, bevor 


noch Kray von Mantuag aus mit 20,000 Mann | 


herangezogen Sei, allein fchon am Abente vor der 
Schlacht bei Novi anı 14. Auguft harte fich Die:er 
mit Suwarow vereinigt, u. als Joubert am 15. Aug. 
angriff, wurden die Franzojen, von benen Moreau 


Franzoͤſiſcher Revolutionsftien ILL :CE. 4999) 


an bes, in ber Schlacht gebliebenen Ic 
das Commando Abernahım, nach zwanı 
Gefechte vollſtändig geichlagen. Der 
beiden Geiten war db. Um 
fiel Tortona, währen Morean feine. 
mern in bie Apenuinen führte, wo er 

den Oberbefehl an Ehampienet Aber 
auch Diefer wurbe am 4. Rov. bei Sar 
bei Foſſano am 5. Nov. von Mela 
ſchlagen, worauf am 3. Dec. Conti fih 
Liechtenftein ergab. Noch am 18. Dec. 
obwohl Anfangs am 12. Dec. von 

[lagen , bie Sranzsien nad Genua, ı 
nebft Nizza allein von allen italieniſch 
gen verblieben war. 

Schon im Februar waren auch in 
Unruhen ausgebrocden, welche ein Pf 
Rinalbi, leitete. Diefem wurde au 
boltes Anfuchen der Cardinal Ruff 
Cotrone, Catanzaro, Coſenza wurde 
u. nun erihienen der Nitter Mich 

ürft Leporano mit Truppen, um d 

orıheile zu erbulten. Bald Iantete 
u. Türken in Bari, worauf Apn 
ſchaftliche Sache mit Kalabrien mu 
rüdte der franzöfiiche General Duches 
ein u. ſtürmte S. Severo u. Andri 
dieſelbe Zeit kamen die Nachrichten 
fällen in ber Lombardei u. ber Befel 
nald, die bortige Armee zu unterfiiigen 
Ducheſne wurbe zurüdgerufen u. 
brach Machonalb, nah Dänupfung ei 
in Saftellamare am 5. Dlai, auf, lie 
Elmo, Capua u. Garta ſchwache Befal 
u. eilte nah Rom. Allenthalben vomrt 
litanifchen Republifaner geichlagen. 
braug vor, fchlug den Kriegsminifter 
Manthone, der om niit etwa 6000 M 
zog, u. verfolgte ihn nach Neapel. 
gelanbete ruſſiſche General Uichatom 1 
u. ganz Apulien genommen batte, 
Neapel erſchien, Ruſſen u. Türken t 
landeten u. nad) Eroberung von Fanı 
befugerten, ftiegen in Neapel Schrede 
auf das Höchfte. Endlich griff Ruffe 
die Außenpoften genommen batte, bi 
pel von Drei Seiten art, während im 
am 13. Juni ein biutiger Kampf zreifd 
roni u. ten Patrioten entſtandenen 
folgenten Nacht drang Ruffo in Nea 
Abend hatte er den größten Theil ber 
dem Kurt, erobert. Nach blutigen & 
2. Hälfte Juni, capitulirte das Fert 
1. Juli. Die Republilaner erbieiten 
gelagt u. follten auf neutralen Schiri 
reille geführt werden. Dieſe Capitu 
aber auf einen von Nelfon überbracht 
Befehl gebrochen u. Die Däupter ber | 
unter ihnen der greile Admiral Ga: 
gerichtet. Auch Cupua, Qarta u. ©. ( 
fihy am 5. Juli. Indeſſen hatten Ru 
u. Neapolitaner unter General Bur: 
jet. Auch vor Ancona erſchienen u 
Fröhlich Ruſſen, Türken u. ſterre 
men am 29. Oct. biefe Stadt, bie 
bie Franzoſen nuch in Deittetitalien d 

Wie in Neapel wollte Suylanıd a 


| Fand mit englijch-ruffiicen Yanbung 


Brunzöftfcher Nevelutionäfrieg ILL. (G. 1800) 


65 


inchen u. dies Yand u. fpäter Belgien | Augsburg zu hindern, wurbe er zurücgelchlagen. 


Yie Anftalten bierzu waren aber fo un. 
offen u. der Oberbefebiöhaber, Her⸗ 
‚ So wenig zum Feldherrn geeignet, 
enehmen ſchon ver einem Begiun für 
ten war. Zwar lantete Abercromby 
itgarde von 12,000 Dann Briten ben 
u. bie holläntiiche flotte ftedte bie 
:arbe auf, verbaitete ibre Oifiziere u. 
den englifchen Adiniral Mitcbel, aber 
ung ber übrigen Erpetition bauerte 
e Ankunft des General Herman mit 
en noch länger, u. obſchon nur bie 
u. frauzeftiben Generale Daendeld 
t febr menig Truppen in Holland wa⸗ 
fogar wi, fo konnten Doch bie raſch 
afften franzöfiihen u. bataviſchen 
bt Miderftand leiften, ba baa mit Grä⸗ 
tittene Yand leicht unter Waſſer zu 
Jer Herzog von York machte zwar zwei 
jriffe bei Pellenu.Allmaar, aber 
ıf den General Drune am 6. Oct, bei 
urde abgeichlanen, u. ber Herzog mich 
pp aurild, wo er bald Durch die fchlechte 
nötbigt wurde, mit Brune Unterhand⸗ 
freien Abzugs auzuknüpfen. Brune 
Herausgabe der holländiſchen Flotte 
fung von 15,000 feauzöfifchen u. hol⸗ 
fangenen, begnügte fi aber ain Cude 
tlatıon von Altınaar am 19. October 
laffung ven 8000 Gefangenen, Dage- 
en bie Briten nicht3 an den wichtigen 
zerflören. Bis zum 1. November ba.te 
uffiiche Arınee das Holländiiche Gebiet 
Bol. Mitiutin, Geichichte des Krieges 
b unter der Regierung Kaijer Pauls I. 
39 (deutfch von Chr. Schmitt), Mün- 


ug von 1800. Während alle Er- 
7 Franzoſen in Italien u. Deutich- 
gingen, war Bonaparte aus Ayypten, 
rinmphe erfochten batte (j. unten VI.), 
ch zurücgekehrt u. Dazu auserſehen das 
der Franzoſen wieder herzuſtellen. Ehe 
uf den Kriegsichauplag begab, führte 
ser (15. Brumaire) ben Staatsftreich 
hn zum Erften Coniuf machte. Er fand 

zun Theil ſchon vwortbeilbafter für 
nn Kaiſer Paul von Rußland batte fich, 
and zürnend, ven der Eoalitiou los⸗ 
a batten Pfalzbaiern, Württemberg u. 
ı Englands Werbungen bewogen, im 
» Hülfe wieder zugefichert. Erzberzog 
n Cherbefebl ber Heere entferut wor⸗ 
il Krav Hatte das Obercommando be- 
m gegenüber ftaud Moreau, weicher 
„daß er anı 25. April auf ſechs Puul⸗ 
Rebl u. Dieleubofen,, ten Rbein über» 
Hug Krav am 3. Maibei@ngenu. 
n 5. Mai bei Möskirch, am 6. Mai 
dorf, während die anderen öſterrei— 
ale bei Biberach aın 9. Mai durch Ri⸗ 
4 Memmingen am 10. Mai Durch Yes 
»pen erlitten Kray wurde Dadurch ges 
auf das fefte Hin zu zieben, u. als er 
aus linken Flügel unter Richepauſe 
u. Ochſenhauſen am 5. Juni anzu— 


as frauzöfiihe Heer au dem Zug nach | 


Hierauf ging er bei Yeipheim u. Günzburg um 15. 
Zuni über die Donau, u. Lecourbe folgte ihm am 
19. Zunimit 30,000 Maun. Bei Höchſtäãdt wurde 
ber öfterreihiihe Nachtrab qeſchlagen u. bas Heer 
zum Rüdzuge nach Neuburg u. ber Oberpfalz ge» 
zwungen, fo baß faft ganz Baiern ben Sranzofen 
in die Häube fiel. Moreau mollte noch weiter vor⸗ 
bringen, nachdem General Decaen fih Münchens 
bemächtigt hatte, Kray bei Neuburg gefchlagen u. 
am 27. —* die Stellung bei Jugolſtadt genom⸗ 
men worden war: als der Waffenſtillſtand an 
Parsdorf am 15. Juli, in Folge der in Italien 
eingetretenen Waffeuruhe geichloffen, ihn am Vor⸗ 
geben verhinderte. Nach langen Unterhaudlungen 


nn. nach einer Berläugerung des Waffenftillfiandes, 


in welche Moreau nur gegen Einräumuug von Phi⸗ 
lippeburg, Ulm u. Jugolſtadt willigte, begannen 
bie Feindſeligkeiten ven 28. Novenber von Neuem. 
Währeud der Waffenrube hatte Woreau fein Heer 
auf 90,000 Mann gebracht u. am Nieberrhein ftanb 
eine Referpearmee unter St. Euzanne, wie eine 
andere am Main unter Augereau, fo daß ſäninit⸗ 
liche franzöfifche Arıneen in Deutſchland 200,000 
Mann zählten. Die Uferreicher überfchritten aın 
30. Noveniber ben Inn u. zwaugen 1. December ben 
General Grenier bei Ampfingen zum Weichen. 
Darauf marfchirte ihr Dlitteltreffen auf Hohenlin⸗ 
ben zu, ber linke Flügel fuchte Die Straße von Wafe 
ferburg zu gewinnen u. der rechte ging Über Bur⸗ 

au. An ber Ebene von Anzing hoffte ver Erzberzog 
Johann, der jet ben Oberbejehl führte, feine Trüp⸗ 
pen zu vereinigen u. bie Franzoſen aus Munchen 
yu vertreiben. Am 3. Dechr. um 8 Uhr Morgens 

egann der Rampfbei Hohenlinden. Erſt wurbe 
Grouchy, bann Ney ohne Erfolg angegriffen u. end» 
(ich wurben die Ofterreicher vom General Richepanfe, 
welcher fie von Ebersberg über St. Chriſtoph im 
Rüden angriff, voländig eichlagen. Moreau ver⸗ 
folgte dieſen Sieg, der die —*28 Kriegsmacht 
bedeutend geihmwächt hatte, ohne Zögern, ging am 
9. December über den Inn, am 14. December über 
bie Salza u. war nach mehreren blutigen Gefechten 
gegen rıberzog Karl, der am 18. Decenber den 
Oberbefehl wieder übernommen hatte, ben Oſter⸗ 
reichern bis Liuz am 19. Deceniber gelolst: als ber 
Kriberieg anı 21. Deceinber einen Waffenſtillſtand 
anbot. Moreau nahm benfelben zwar an, boch nur 
unter ter Bedingung, auch während beffelben weiter 
vorrilden zu fönnen. Ex ging baber Über Die Enns 
u. Die Vorpoſten des General Richepauſe ftanben 
nur noch 11 Meilen von Wien: als ein neuer, am 
24. December abgefchloffener Waffenſtillſtand 
zu Steier 3u Stunde fam, in welchen: den Kran» 
zofen Würzburg, Braunau, Kuſſtein u. bie 
Scharniz u. Finftermünz Obertaffen wurtben, Tyrol 
aber von den Öfterreihern geräumt wurde, Graf 
Cobenzl, uachdem Oſterreich von England feines 
Verſprechens entlaſſen war, ohne daſſelbe keinen 
Grieten zu fchließen, wurte darauf bevollmächtigt, 
Friedensunterhandlungen anzutnüpfen, u. den 9. 
Februar 1501 kam der Friede zu Luneville (f. unt.) 
zu Staude. 

Zu tiefen Frieden batte ber Ausgang bes Felb⸗ 
ugs in Italien micht wenig beigetragen. Hier 
begann Melas, deſſen Ziel die Eroberung bon 
Genua war, unit 90,000 Daun am 6. April feine 
Operationen mit ber Wegnahme bes Fortse vor 


6 
Baboy am 9. April nahm er bie ein FA 





—* Basis bon Sucher" trennte Am 19. wortete im 


er Maffena durch die Schlacht Kor 
SR 4 mit —A— Mann nach un 3 
> h —5 — io: Bug 5 
Kiche Abmira ur See einſchlo nglei 
Bi General Aniacı ir ei 6. Mai =) be 
erobert u. General Elsnitz ben General 
Sue amt. — — tra — 
Nizza warb am 11. Mai von ben Öfterreichern be⸗ 
fetst, Suchet zog hinter den Var, Graf &t. Julien 
eroberte amt 15. Mai Savona n. Melas rüftete fich 
gim Einfall im bie — Inzwiſchen hatte 
—— bis zum 29. April bei Di 100 
Mann als Refervearmee unter Berthier verſam⸗ 
melt, die von Dort mach Genf zegen Am 8. * 
am Bonaparte bet ber Armee an, welche ſich 
5 Colonnen am 15. Mat nad ‚Sen " kr 
weg, ben: u. mit unfägficher Anftrengung bie 
Alpen ieg. Die Hauptarmee unter Bona- 
nee Peitung, obwohl von bem bit 
Hie Sferreicher tleten ‚Nr Bard genirt, pa 
iz 35,000 Dann ftarf ven Et, Bernbarb, 
er rechte Flügel (5000 Mann) unter General 
Zurream brang über ben Dont Cenis in ber Ric)- 
tung von Turin, ber linfe (15,000 Mann) unter 
General Monced über ben St. Gotthard in ber 
Richtung von Mailand vor. ücher hatte, N Ber 
neral Bethencourt detachirt, ber mit 3— 4000 M Pan 
über Pen een 309; Generaf Canıbran Br SR 
er Di — n üßer ben Kleinen Bernhard 
en trieben bie Franzofen bie — * 
her her. befeftigte Jorea u, EM fen 
RR {), wo file am 11. bie Wieb 
Tel g ber —— Republif: vefffiten, een, 
0 Bapta, Piacenza, Prescian. Turin. Melas fand 
om Bar gegey Suchet, als er dei Übergang ver- 
nahm, ir. wendete Au jogleich, Mi ja am 29. Mai 
räumenb u. feine 1 mögfi  eoncentrivenb, 
&aı Bonaparte. Gluͤcklicherweiſe ergab ſich nog 





enma, durch Hunger u, innere Unvuben aufs 
ußerfte gebradt, Er 5. Juni an die Öfterreicher, 
u. das Veloperunecorpe wurde nun ebenfalls bis⸗ 
otibel. Mit biefen brachte General Melas 40,000 
an zuſammen u. boffte ſich —“ zu 
57 — Die auge beider Armeen war höchſt bebent- 
‚bie ber — ba ihre Communicatlion 

t Mantta äbrbet war; bie ber 5 anzoſen, ba 
Ir einzige RUchugslinie in ihrer. Flanke {ag u, 
turd em ſchwieriges Sangebtrde ging. Bona- 
arte nee deshalb alle jeine — EzE — 
ruppen, da aber (ehr viele Beſatzungen u. De- 
tachements abgingen, brachte er mm 30,000 
Man zufanmen. Diele gingen Mitte Juni bei 
Ele iiber ben Bo u. bicchichnitten fo bie letzte 
Aid ugstine ber Öfterreicher. er General Lan- 
nes ſchiug deu Üfterreichiichen General Ott, ber 
Son der Belagerung von Genua zurild fam, am 
9. YynibeiMontebello u. folgte dem Bfterreichi» 
chen Seere Über re u. Tortona bis an die 
Serivia. Dort ftellte fich bie franzöfiiche Armee bei 
Marengo auf. Der rechte Flügel ſtand unter 
Lannes, tas Centrum unter Dejaiz, ber linke Flü⸗ 
& unter Victor. Die Confulargarben bildeten bie 
ejerve, Murat befebligte bie Kavallerie. Die Ges 
gend ziwiichen ker Scrivia u. der Bormiba bildet 
eine etwa 4—5 Stunden breite, mit Dörfern u. 
Hãuſern beſetzte, von bes Chauffee von Tortona nach 


ttab verfolgen. Melas batte aber I 
bewegung gemacht, fonbern fich binte 
concentrirt, überjchritt biefen am 13, 
mit Aubruch bes 14. Juni ur. 
am Morgen an. Bonaparte j 
urüd u. boffte bie bis; 
R t * — en 
rreicher griffen aber gegen 8 
linlen Flügel unter Bictor an, ne 
ı trieben Bitter 2 Stunden weit 


lie 
Eehterb, beftiger Angriff Yü 
brengen I ehe, ie 
anfemmenben Divifion an vi 
8 rpe ah ben Dorfe Caſtel Cerie 
ataillong feiner Garbe ſich zwiſ 
u. ber ſich —— franz 
Duarre aufftellen. Su Bot 
Bromofen —* bei ©. Giulian 
2 aufgenommen mn 
Ang onnen formirt, vs 
mei 13 5 * Per Ui 
eral 3a nlıd auf ber 
heidungskampfe Se bor, wi 
Bin von or ———— Gene 
u. u e Ba e mu 
Ivei Seiten —— 
—— Bohne dieſe wi 
zum Bortbeil ber frranzofen enti 
denn bald barauf wurbe and ber fü 
OÖflerreicher, ber fich zu meit ansgebeb 
brochen. Die Kaiferlihen wurden in 
BER zurüdgetrieben u. Marengo ati 
hund Me Dit Die Erfürmung ve 


1. bie Öfteren — 


lich ‚gleicher Größe. Am folgenben ! 
Melas PBarlamentäre, um einen Biel 
unterbanbeln, u. am 16. Inni ſch 
parte bie Convention zu wet 
zu Folge bie öfterreichifche Armee | 
räumte, nur das Sand der 
* linken Ufer des Bo n. auf bei 
eben Stadt u. Feſtung 
ilden Anconifche bI lieb in 
Der Landſtrich zwiſ *— wiſchen der * 
blieb neutral. Dag 
bie Citadellen von Tortona, fen 
Turin n. bie ungen Pinsigbetune 
— — Savona u. Gem 
ichen edensunterhaudl 
—X— im Spätderif vie 
Donald, beflimmt in Tyrol einzufaßfen 
November mit ber Armee von Gru 
ben er u. brang ins Beltiin 
ng Dupont am 25. Dezember mi 
le ber italienifchen Arımre beita 1 
Diincio, dem Brune am 26, Der. f 
bei Dionzambane Bellegaxke, 


Franyöfrfiher Mevolntionäktieg iv. | (Big nad) Aghpien) 


mmen hatte, mit Verluſt zurfid. Auch 
de am 1. Jauuar 1801 zu Duffelengo 
Verona am 3. Januar, fo wie Vie 
Januar bejegt u. die Vorpoften über 
is Treviſo vorgeichoben. Während 
mpont Trident am 7. Januar genom- 
ıe Berbintung mit Brune wieder her» 
ih warb am 16. Januar der Waf⸗ 
dvon Treviſo geſchloſſen, melcher 
ı das linke Ufer der Livenza bis Lienz 
bie Feſtungen Peschiera, Serminone, 
. Berona u. Legnago, fo wie yerrara 
inräumte. Mantua blieb von ten 
eingefchloflen. Dieß mar ber Grund, 
Mactenald u. Bonaparte mweigerten, 
anzuerfennen, u. erft al& durch eine 
funft am 26. Januar zmifchen Jo- 
irte u. dem Grafen Cobenzl zu 
h Mantua den Franzoſen übergeben 
nr bie Feinbjeligleiten auf. Zeit bem 
wi madten bie grietensunter- 
n zu Luneville ernſte Fortichritte, 
e wurde am 9. Februar 1801 unters 
sereich verzichtete uechmals auf Bel⸗ 
ridibal, welches an die Schweiz kam, 
jegen das Benetianifche Gebiet. Der 
Erich wurde bie Grenze ber Cisalpini- 
it gegen fterreih. Der Serzog von 
»r feine italieniſchen Staaten u. erhielt 
zung den Breisgau; Toscana fam ale 
rurien an Parma, wogegen ber Groß. 
niſchädigung in Deutſchland erhaften 
‚anze inte Rheinufer wurde an Fraul⸗ 
n, dagegen gab dieſes Allee, mas e6 
ten beiett hielt, zurild, doch jollten 
Ebhrenbreitftein, Philippoburg, Rafel, 
ach gefchleift bleiben od. werden. Die 
Cisalpiniſche, Yiguriide u. Batavi⸗ 
wurden anerlaunt. Am 7. Därz 
ichetag in Regensburg biefen Frieden 
. März erfolgte tie Auswechslung ber 
n zu Parid. So war denn ber Krieg 
ıf den Continent geenbet. 
e außerhalb des europäiſchen Conti⸗ 
zwar geringere Bedeutung, griffen 
ar in ben Gang ter europäifchen 
n. Der wichtigfte unter biefen war 
yartes8 Zugnad Agypten 1798 
Gleich nach tem Trieben von Campo 
das Directorium Frautreihs an ben 
Jceans die Armee ven England unter 
erfammelt. Anfangs beabfichtigte man 
in England, aber an bie Stelle tiefee 
brbaren Projectd fette Benaparte tie 
lgyptens u. Syriens, vielleicht in Zur 
ens; Deshalb wurden Die Rüſtungen 
ir zum Schein fortgeietzt, wäbreud bei 
30,00 Mann Kerneruppen fich faın- 
:aparte fchiffte ſich mit Kiefen Truppen 
auf einer Trausporiflette von 104 
u. fegelte, vom Admiral Brueys mit 


ffen, 5 Aregarten m. mehreren Meinen . 


1 conveoyirt, nad Malta; dieſe Inſel 
). Juli in Folge Der Unentichlofienbeit 
fter6 des Dlalteiererteie, gerbinaud v. 
der Berrärberei der Ritter vonder irau⸗ 


nge, ohne Anftrengung geuommen u. 


653 
fegelte Bonaparte, nah Zurücklaſſung von 4000 

ann unter General Vanbais, mit 350 Schiffer 
weiter. Relion hatte inbeflen Toulon beobachtet, 
Stürme zwangen aber ibn kurz vor dein Auslaufen 
der franzöfiichen Klotte in den Dafen von S. Pietro 
einzulaufen, u. ale er am S1. Juni wieder vor 
Toulon erihien, erfuhr er Bonapartes Abfahrt, 
worauf er am 13. Juni nach Neapel fegelte u. am 
19. Juni zu Meffina bie Eroberung Maltas erfubr. 
Ohne Zaubern machte er ſich zur Verfolgung der 
franzöſiſchen Flotte auf den Weg, verfehlte dieſelbe 
aber, inbem er vor berfelben in Alegandrien eintraf, 
u. fegelte, da er fie nicht fand, fogleich wieber ab. 
Kaum mar er fort, al6 Bonaparte am 1. Juli bei 
Alerantrien landete, die Truppen ausjchiffen ließ u. 


am 3. Juli Alergandrien mu Sturm nabm. Bor 


dort ſetzte ſich Bonaparte gegen Kairo über Daman- 
bur u. Rojerte in Bewegung u. zu Ramanieh ver» 
einigten ſich am 7. Juli Die verfchiebenen Divifior 
nenber Armee. Bei Schebreifie traien die Franzoſen 
zuerſt auf die Mamluken unter Diurad Bey u. ſchlu⸗ 
gen dieſelben, doch wurden die meiſten ihrer Fahr⸗ 
zeuge auf dem Nil durch Murads Kanonenböte in ber 
Grund gebohrt. Zum zweiten Diale grifj Murad bie 
Beanzofen bei Sinbabeh am 21. Juli an Schladht 

eiden Pyramiden); er wurte aber geichlagen, 
verwuntet u. fein Yager u. feine Artillerie erobert. 
Während nad) Der Ginnabme von Kairo am 22. 
Juli das Yand auf jranzefifche Art erganifirt wurbe, 
erſchien Nelfon 1. Aug. bei Abukir, mo bie flotte 
unter Admiral Brueys anlerte, Drang zwifchen das 
Ufer u. die Schiffe, ſprengte das Admiralſchiff, 
nachdem Brueys gleich Anfangs tödtlich verwundet 
worden war, in die Luft u. vernichtete die ganze 
Flotte, fo daß Bonaparte ven Europa abgeſchnitten 
war. Dieſer indeflen verfolgte Ibrabim Bey nach 
Syrien bin, gab aber nady einem mißlungenen Au» 
riff der franzöſiſchen Reiterei bei Sulabieh am 11. 

uguft die Verfolgung auf. Die Seeſchlacht bei 
Abnkir ſiörte Bonaparte anſcheinend nicht: er fuhr 
mit Organijation des Yanbes fort, unterbrüdte noch 
einzeine Bollsaufftände u ercberte bald ganz Nie⸗ 
dere u. Mittelügypren. Auch nah Oberägypten 
dehnte fich tie franzöftiche Herrſchaft aus, ald Mu⸗ 
rad Bey zu Bebnejle am Kanal ver Fahum am 
26. Auguft von Deſair geichlagen wurde. Trotz 
aller Siege wurde jetoch die Yage Bonaparte 
höchſt bedenklich, ala aller Vorſicht ungeachtet, die 
Jeiegeertlätung der Piorte gegen Frankreich in 

gopien belanut wurde. Ein gefährlicher Aufruhr 
brach zu Kairo aus u. erft nach 2 Tagen, in denen 
6000 Zürfen nichergemact wurten, flellten bie 
Sranzoien die Rube ber. Vergebens bemübte fich 

onaparte indeß der Unzufriedenheit des Volles 
dadurch Kerr zu werben, daß er Die Franzo⸗ 
fen von ten Mollahs für Dinielmänner erklären 
ließ, u. beſchloß baber nach Svyrien vorzubrine 
gen. Er ernannte Seneral Dugua zum Ober» 
befeblehaber Nieberägpptens u. brach Anfang be& 
Jabres 1739 mit 13,000 Dann gegen Syrien auf. 
Am 25. Februar wurde El Ariſch, dann Gaza genom⸗ 
men u. Jaffa am 7. März mit Sturm erobert. 
Hierauf ernannte Bonaparte den General Me⸗ 
nou, welcher zum Islam übergetreten war u. ben 
Namen Adtallah Bey angencmmen batte, zum 
Statthalter von Baläftina u. rückte am 16 Sin 
gegen Acre vor. Allein dies vertheitigten die Türe 


sn Frankreich abgetreten. Am 17. Juni | fer, von Sidney Smith, Befehlshaber bes eng- 


654. Tranzöfifcher Revolutionskrieg IV. (Zug nad Agypten) V. (Geeirieg) 


liſchen Geſchwaders an ber ägyptiſchen Küfte, n. 
dem franzöfifhen Ingenieuroffizier Philippeau 
‘einem Emigranten) gut geleitet, fo trefflich, bob 
alle 8 Stürme abgeſchlagen wurden, u. das berbei- 
gekommene Belagerinigegefchiig vermochte nicht 
einen Thurm in den Mauern zu zertrümmern. 
Zwar ſchlug Kleber anı 16. April das zum Entſatz 
berbeieilenbe Bellsaufgebot beim Berge Tabor, 
aber dennoch mußte Bonaparte, duch Mangel u. 
bie türfijche Hartnädigteit bezwungen, die Belage- 
rung am 19. Mai anfbeben u. lehrte mit fanm noch 
7000 Mann nad Agypten zurüd. In Jaffa ver- 
uahm Bunaparte die Kunde vom Gricheinen ter 
Englänber vor dem, ſchon 9. December 1799 von 
den Franzoſen befetten Suez u. eilte mit Monge 
u. Dienou dem Heere nach Agypten voraus, wel⸗ 
ches erfi am 14 Juni in Kairo einzog. Seit drei 
Monaten mar inbeien in Nieberägypteu ber Kampf 
wieber ausgebrochen; Emir Hadſchi, Stellvertreter 
Ibrahim Paſchas von Kairo, unterkgt von 
einem Schwärnter, ber zu Damanhur im Bezirke 
Bahireh aufgeftanden mar, hatte Die Provinz Schar⸗ 
kieh empört, die Mamluken unter Eify Bey ver⸗ 
fuchten einen Einfall in Niederägypten, ber Groß⸗ 
vezir zog von Syrien heran u. der Kapudan Pafcha 
y ete fich von Rhodus aus zu einer Landung in 
gypten. Am 11. Juli erichien eine türkiſche 
Flotte, landete am 14. u. 15. Juli u. erftilrmte 
die Forts von Abufir. Allein Bonaparte eilte 
herbei, griff am 25. Zuli tie Türten an, fchlug fie 
u. versichtete jaft Die ganze Arınee. Am 2. Anguft 
eroberte Dienou die Forts von Abulir wieber. Bo⸗ 
naparte, der am 27. Juli nach Aleranbrien zurück⸗ 
gelehrt war, erhielt theil8 durch die Gefangenen, 
theils in Folge feiner Unterhandlungen mit Sid- 
ney Smith Nachricht von ber Tage der franzöfifchen 
Angelegenbeiten in Europa u. beſchloß fogleich nach 
Eurepa zurüdzufehren. Das Gerücht eines zwei⸗ 
ten Zuges nad Eyrien wurde ausgelprengt, u. ale 
in Folge teffen bie türkiſche Flotte Agypten verlaf- 
fen hatte u. bie englifchen Krenzer aus Mangel an 
Lebensmitteln nach Cypern zuridgetehrt waren, 
reifte Bonaparte nach Alerandrien, beftieg am 22. 
Anguft die von Admiral Santhomme bereits feit 
Anfang Juli fegelfertig gehaltenen Schiffe u. kehrte 
mit Berthier, Andreoſſy, Monge, Berthollet, De 
non u. Beifteres, nachdem er an Menou verſchloſ⸗ 
ſene Befeble für Kleber gegeben hatte, glücklich ilber 
Eorfica nad) Frankreich zurüd, wo er in Krejus 
lantete. Nun übernahm Kleber ben Obertefchl 
über die noch ungefähr 15,000 Dann ftarke franzö⸗ 
filde Armee u. flug am 1. November die bei Da- 
miette gelandeten Zürfen. Da aber unter ben 
Truppen tie Pet wüthete u. Dieutereien ausbra- 
chen, ſah ſich Kleber, als ber Großvezier EI Ariſch 
am 29. December genommen batıe, genöthigt, 
am 24. Jan. 1500 mit tem Großvezier bie Über- 
eintunft bei EI Arifch zu fchließen, melde 
den Franzoſen freie Rückkehr nach Europa ficherte. 
Doch am 8. April zeigte Sidney Smith Kleber an, 
tie englifche Regierung verlange bie Kriegsgefan⸗ 
genichaft ter franzöfiihen Armee u. er werde ſich 
tem Vollzug des Tractats von El Ariich auf alle 
Weife witerjegen. Als barauf der Großvezier wie⸗ 
ber vordrang, ſchlug ihn Kleber am 20. März bei 
Heliopolis u. nahm Kairo ben Türken wieder ab. 
Allein am 13. Juni wurde Kleber von einem ‘Türe 
fen ermordet, u. Denon befam ben Oberbefjehl. 


Sitney Smith zeigte nun am 17. Imi m, 
feine Regierung in den Zractat ven Ci Art 
lige, die Unterhanblungen zeriäfugen ſich abe 
enou Bonaparte's Ginwilligung vera 
17.000 Engländer unter Abercromby Im 
hierauf bei Abulfir. Menou zog ibnen 
wurde am 21. März bei Nemanieh mit 
Verlufte gefchlagen. Roſette ging in Felge ı 
am 19. April an General Suteinten verloren 
um diefe Zeit Die Engländer turd Bairt ver 
wurten u. der Großpezier von Nenem aus 6 
gegen Kairo heranzog, fo fchloß &eueral dd 
welcher dort befehligte, eine Capitulatien au 
Juni, vermöge ber feine Divifton frei nad 
zurüdtehrte. Auch Menou fchloß am # 
1801 eine ähnliche Übereinkunft u. verlieh ig 
worauf den 25. Juni 1502 in PBariseis 
den zwifhen der Pforte u. Fraxulit 
Stande kam. 
V.Seetrieginbeneuropäijde 
jern u. Landungsverſuche ber 
Sranfreih u. der Sranzofen in 
1793— 1802. Am 1. Februar 179 cd 
Republik Frankreich den Engländern ven BR 
im Mai erfien der Atmiral Hood nl 
tie Abmirale Langara u. Gravina ſpariſe 
mit ihren Flotten im Dittelmeere Bebb 
nahmen anı 29. Aug. Zoulon, u. wenn fie 
19. Dechr. wieber räumen mußten, fo haue 
einen Hauptvortheil durch Vernichtung der 
ſchen Flotte errungen. Schon während ter 
rung Toulons entftanden indeß Mißhelligk 
ſchen den Befehlshabern beider Flotien, iz 
deren fie ſich nach Räumung der Etatt t 
Während die Spanier an ihren Kilſten treuzie 
Hood für den König von England Corſica 
lantiſchen Ocean waren tie Franzie 
glücklicher, denn als der Admiral Billarer Jede 
Haſen von Breſt verließ, um das Einlaries 
weſtindiſchen Kauffahrteiflotte zu ichügen, 
am 1. Juni von dem Admiral Here anf de 
von Ouefjant mit Berluft von 7 Schiffen: 
Die Kaufjahrteiflotte jedoch erreichte giüdl 
Auch ein zweiter Verſuch Villarets im Jam 
mißlang, inten er zwar das Abfahren ver ag 
Flotte nah Oſt- u. Weſtindien ftärte, aber 
durch Stürme jehr beſchädigten Zchifien sc 
zurückkehren mußte. Das Jahr 1795 wur 
noch durch bie Yanbung Der von ben 
unterfiügten Emigranten bet Ouiberen N 
Diefer vandungsverſuch mißlang uber volle 
Nur ein Meiner Theil der Ausgeſchifften em 
engliihen Schiffen, Die Übrigen wurtene 
ihrigen mit ibrem Führer Sombreuil zu 
Ente Juli 1795 erſchoſſen (j. u. Bendichte 
geringer har ter Erfolg eines zweiten Ya 
verſuchs unter dem Grafen Artois, mei 
ral Harvey von Portsmouth am 27. 2 
nad) ter Inſel Diew führte. Die Koraıft! 
ſuchten vergeblich fih ber Injel Neirme 
bemeijtern u. kehrten endlich am 16. Dem: 
England zurüd. Den 15. Septbr. 1795 erlll 
aud die neue Bataviſche Republikent 
land zu Folge eines mit Frankreich ge 
Bündniſſes den Krieg u. verlor datum 
alte feine oft- uw. weſtindiſchen Celenxs il 
ten), während bie Franzeien im Pitileitt: 
jhen von Breit aus verſtärkt, wen Leis 




























Framzoſiſcher Nevointionskrieg V. (Geetrieg) VL (Eelonialkrieg) 655 


Ebalter wurden. In der Rordfee blodirte 
Kies u. rujfiiches Geſchwader unter Duncan 

ni bie bolländiihen Küften. 1796 mußte 
» Eorfica wieter aufgeben. Am 10. Aug. 
Keß au Spanien zu St. Ildefonſe ein 
mit Frankreich u. erklärte in folge teilen 
rt. au England den Krieg. Am22.Dec. 
sternabhmen die Yranzofen, 15,000 Mann 
ter Hoche eine Laudung zu Bantry Bay 
ım. Da jetoh ter Sturm bie Aomirale 
Morand de Gallas von ber Erpebitien 
: Hatte, fo lehrten die übrigen Schiffe am 
ember unverrichteter Sache nach Fraukreich 
Anfangs 1797 verließ Der Admiral Jervis 
Linienjhiffen den Hafen von Liffabon u. 
11. Februar mit der jpaniihen Flotte, die 
ber framzöfiichen Flotte in Breſt vereinigen 
beim Cap St. Vincent zufammen. Obſchon 










ser mit Berluft von 4 Linienſchiffen, na 
fehren, wo er fie auf das Engfle ein⸗ 
die Holländer wurden geichlagen. 
mlih der Atmiral Duncan 4 Dionate 
I, mo die holländiſche flotte Tag, blo⸗ 
ing er mit einer Abtheilung feiner 
armonıtb, u. ber Commodore Trollope 
en Terel. Dies benutzte am 7. Octo- 
diſche Admiral be Winter, um mit 15 
u. 13 Fregatten aus dem Texel zu 
Hiervon benachrichtigt lehrte Duncan 
—e zurück, erreichte die Hollän⸗ 
Höhe von Campreduine, zwiſchen Wyl 
mäb, u. zwang fie mit Verluſt von 7 Linien⸗ 
w 3 Fregatten in ben Terel zurückzugehen. 
rbe der Seelrieg Anfangs nur lüffig ger 
Man machte öftere Verſuche, in Frank⸗ 
L lanıben, griff Oftente am 22. Maian u. 
Dirte am 23. u. 24. Diai Havre u. fette 
pen aua, meldhe aber gefangen ge⸗ 
wurden, nachdem fie vorher die Schleu⸗ 
theils vernichtet hatten. Später fuchte 
torium bie Unruhen Irlands zu bes 
aanle beehalb den General Hatry dahin. 
Binde hielten biefen zurüd, u. nur Gene 
t landete am 25. Auguft mit 1000 M. 
von Killala. Anſangs erfocht er einige 
„ wurde aber bald von Lord Cornwallie 
mud am 8. September geidhlagen u. 
Der franzöfifche General Hey, ber am 
ber an ter Inſel Rutland gelandet war, 
daher eiligft wieber ein, u. eben jo verun- 
dritter Verſuch des General Hardy, ber 
tember von Breſt aus mit 3200 Mann 
war, indem ihn am 12. Oxtober der 
re Warren bei der Injel Tory angriff u. 
Schiffe, bis auf 2 Sregatten, nahm. Ein 
ber erſchien unter Savary am 27. ic» 
Der Bai von Killala, wandte jedoch ſchlen⸗ 
1 NMochefort um, als es von den bisherigen 
z Nachricht erhielt. Die Engländer dagegen 
n jef ohne Witerfland Minorca won ten 
we, indem tas Fort ber Inſel am 15. No⸗ 
4798 capitulirte. Auch die griechiſch⸗vene⸗ 
sw Inieln gingen für Srantreich verloren, 
ew zufftiihe Admiral Uſchalow, ter am 20. 
ber buch tie Dardanellen gegangen war 
ait ber türliſchen Flotte vereinigt hatte, am 
ember 1798 vor Gerigo erjchien u. von ben 















Einwohnern unterflütgt, biefe Juſel nebſt Cefaleniz, 
Zante, San Mauro u. Korfn, deſſen Feſtung am 
1. März 1790 genommen wurde, eroberte. Weitere 
große Ereignifie fanden zur Zee meter 1799, nech 
1900 Statt, außer daß die Engländer am 2. Sep⸗ 
tember 1500 das von Bonaparte 1799 eroberte 
Malta (f. obenIV.) ben Frauzoſen wieder abnahmen. 
Als Pitt am 16. Mai 1801 vom Dlinifterium 3u«- 
rüdtrat, Inüpfte Addington, melcer Daffelbe über- 
nahm, nach Nelfons vergeklichen Verſuchen, am 4. 
Juli u. 16. Auguft gegen bie im Hafen von Von⸗ 
logne befintlihen, zur Landung in England bes 
ftiinmten Edyiffe, eine Präliminarunterhbandlung 
an, welhe am 1. October einen BPräliminare 
frieden in London u. den Definitivfrieden 
in Amiens am 25. u. 27. März 1802 zur Folge 
batte, England gab, außer daf es die Beſtimmun⸗ 
gen bes Friedens von Luneville anerkannte, alle Er⸗ 
oberungen an Frankreich, Spanien u. Holland zuräd, 
die neuerrichtete Republik ber Sieben Inſeln wurbe 
von den Franzoſen anerlanııt, Malta dem Malte- 
jerorben wieder übergeben, Neapel follte von ben 
ranzofen, Ciba u. andere Infeln von ben Eng⸗ 
lindern geräumt u. der Erbftattbalter Prinz von 
Dranien entfchäbigt werben. 
VI. Colonialtrieg. Auch über Aften, Afrila 
u. Amerila verbreitete ſich ber Revolutionskrieg. 
In Oftindien verloren tie Franzefen zuerſt 
am 23. Auguft 1793 alle Kolonien u, behielten 
nur bie Injeln Isle be France n. Isle de Bour⸗ 
bon. Auf Isle de France bildete ſich eine Art 
Ialobinerclub (Chaumiere). Der Beſchluß der 
Nationalveriammlung, welcher ben Eflaven die 
Freiheit gab, minberte indeß die Begeifterung fiir 
die Revolution bedeutend, fo Daß, als mar Robes- 
pierres Eturz erfuhr, bie Zalobiner verhaftet u. bie 
Gefangenen befreit wurden. Ia, ald am 18. Juni 
1796 zwei Abgeorbucie bes Directortums, Baco 
u. Burnel, mit Truppen unter General Malagon 
erſchienen, um bie Sklaverei wirklich abzuichaffen, 
wurben biefe mit Gewalt wieber nach Frank⸗ 
reich zurüdgefchidt. Auch die Batavifche Republik 
verlor nach ihrem Entfteben alle fonft als holläu⸗ 
diſch geſchonte Beligungen, fo durch Atmiral Blar- 
tet auf Ceylon Zriconomale am 26. Auguf 
1795 u. mit Colombo im Februar 1796 bie ganze 
Injel, Malacca im Nuguft 1795, die ſeſten 
Bläpe von Malabar u. die DMolulten im Fruh⸗ 
jabr 1796, im Zuli 1501 Ternate. Nur Sumatra 
u. Java konnten bie Holländer in Aſien noch bes 
baupten. Ebenſo fielen Die afrilanifhen Be 
figungen der Batavifchen Republit während bes 
Krieges den Englänbern in bie Hände. Lord El⸗ 
phinſtene u. unter ihm General Clarke eroberten, 
nachdem fie ben 14. Zuli gelandet, dad Borge» 
birg der guten Hofinung am 16. September 
1795. Zwar fantte die Vatavijche Republit im 
März 1796 den Admiral Yucad mit 2000 Mann 
ter Colonie zu Hülfe, allein c8 gelang Elphinſtone 
leicht, Die holländiſche Flotte, 3 Linienſchiffe, 3 Fre⸗ 
gatten u. mehrere Leine Kahrzeuge, in ver Saldane 
habai zur Capitulation zu zwingen. Dagegen zer⸗ 
ftörten die Franzoſen 1793 die engliice Solonie 
Sierra Yeone u. 1795 bie engliiden Worts au 
be, 2eentife Afrikas, Im April 1800 nahmen fie 
auch Die Intel Soree. . 
Im Yaufe des Krieges zwiſchen Prrantceiä 
u. England wurde auch in Amerita auge 


Guyana u. Cayenne 1793, Tabago n. Matti» 
nique 1795, St. Lucie, Guadeloupe, St. Pierre, 
Miguelon, Marie galante u. Defirade von ben 
Englänbern erobert. So blieb nur noch S. Do⸗ 
mingo übrig u. auch diele Infel ging durch eine 
Negerrevolution 1803 fir Frankreich verloren, 
nachdem fie 1794 ſich den Briten ergeben hatte, 
aber bald darauf ron Admiral Hugnes wieber ge- 
nommen worden war. über alle dieſe Begebenbei- 
ten auf S. Domingo f. mehr unter Hayti (Geſch.). 
Auch Suateloupe hatte Hugues zum Theil erobert 
n. Anfangs bes Jabres 1795 St. Euflaz, St. Lucie 
n. Granada den Engländern mieber entriffen u. 
St. Vincent, Dominica, Marie galante, Antigua, 
St. Kitts u. Barbadoes geplündert. Später wurbe 
von England eine uriprünglid zur Landung in 
Frankreich beſiunmte Armee von 25,000 Dann, 
welche fih, in jene Gegenden gefanbt, der franzö⸗ 
flihen u. bataviſchen Colonien bemächtigte. Gra⸗ 
nada, St. Yucie, St. Bincent wurden 1796 ge. 
nommen u. furze Zeit barauf bie bataviſchen Be⸗ 
fisungen Demerary u. Effequebo, jo wie am 18. 
Februar 1797 das ſpaniſche Trinidad. Außerdem 
nahm England bie bataviſchen Eolonien Surinam 
ben 21. Auguft 1796, Euracao ben 13. September 
1800 n. St. Euſtach den 21. September 1601. 

Franzöfliher Bauerampfer, it Rumex scu- 
tatus. 

—Ar— Schlag, fo v. w. Kanenenſchlag. 

anzöſiſcher Schluffel, maſſiver Schlüſſel zu 
ranzöſiſchen Schlöſſern, welche in das Holz; der 
Thüren ob. der Schubladen eingelaflen find u. kei⸗ 
nen Dorn baben. 

Franzoſiſche Schweiz, bie Cantone der Schweiz, 
in denen die Franzöſiſche Sprache bie vorherrſchende 
ft, als Genf, Waadtland, Neuenburg, ein Theil 
von Bern, Freiburg u. Wallis. 

Franzöfifhe Sprade. Die F. ©. ift eine der 
ſechs Nomaniſchen Sprachen (ſ. b.), welche durch 
Entwidelung u. Fortbildung der römiſchen Volks⸗ 
dialekte u. der lateiniſcheu Umgangsſprache (Lingun 
romana rustica) hervorgegangen find. Die letztere 
batte fich durch die römiſchen Deere u. Kolonien in 
den Provinzen verbreitet u. feſtgeſetzt u. bier bald 
die einheimischen Sprachen bis auf wenige Reſte 
verdrängt. So auch in ben von ceitiichen ut. iberi⸗ 
ſchen Böllern bewohuten Gallien, wo nach ber Deuts 
fihen Eroberung. bie römische Provinzialfpracdhe ein 
fo nothwendiges Mittel ter Verſtändigung unter 
den einheimifhen u. eingebrungenen Stänmen ge« 
worden war, baß fie bereit8 gegen Ende des 7. 
Fahrb. nicht blos das Deutiche (TTudesque) der ger- 
manifchen Eroberer vollftäntig, fontern auch die 
Muntarten ber celtifcheu u. iberiſchen Böller Gal⸗ 
liens bis auf Heine Refte, ven erfteren in einen 
Tbeile der Bretagne, von letteren in einem vand⸗ 
ſtriche bes ſüdweſtlichen Frankreichs (Gascogne), 
übermunten hatte. Dieſe römiſche Provinzialſprache 
in Gallien wurde bieher im Allgemeinen mit ber 
galliichen (Gallica) od. ber romantichen (Itoımana 
rustica) Provinzialiprache bezeichnet, im Unter— 
fihiede zu der Sprache der deutſchen Franken (ter 
Francisca od. Francica); als jedoch Lie letztere 
untergegangen war, wurbe ihr Name die allge- 
meine Bezeichnung für die Romaniſche Sprache des 
Frankenreichs. Wie bei allen Schwefterjpracdhen, jo 
gehören auch bei dem Kranzöfiichen die Huuvtele« 
mente u. ber Grundcharakter dem Lateinif-yen au, 


"Sranzöfifher Eauerampfer bis: Zeugäfiflfe Maathe 


welche bier in Gallien in pheouetiſcher 
Hinfiht hauptfächlich Durch ceitifche m 
nur in fehr geringem Grabde durch il 
chiſche n. arabiiche Beſtandtheile u. € 
dert u. mobificirt worden if. Bel 
Essai philosophique sur la forn 
langue francaıse, Bar. 1852; €) 
gine et formation de la langue fı 
1853—57, 2 Bbe.; Mone, Die Ga 
u. ihre Brauchbarleit für die Seid 
1850; Derſelbe, Celtifche Korichun 
1857; Brandes, Celten s. German 
Glüd, Die bei C. 3. Cãſar vorlomm 
Namen, Münd. 1857; Roget ve ® 
nog6nie gauloise, Par. 1558. 
Im 9. Jahrh., nahbem das Fı 
unter Karl dem Kablen im Norbe 
tifche Reich von Bofo im Süden 5 
ründet worden war, begann fi I 
prache Galliens auch in zmei Harn 
ten zu fondern, von denen ſchon 
Schriftdenkmale nachzuweiſen find n. 
nebeneinander zu Schriftfprachen aus 
zwei Hanptmunbarten fint das Süd! 
od. Brovenzalifche (Romau pro 
gus d’oc) u. bie Norbfranzdfi 
wallon, Langue d'oil ob. d'oui): 
zwifchen beiben zieht fich durch Die Di 
nais, Auvergue, Limoufin, Perigord 
Während im Süpfranzöfiichen Das rı 
meut reiner bewahrt wurte u. berrid 
det im Norbfranzöfiichen das germa 
ein bebeutendes Moment. Dur ti 
zöfifche wurbe jetoch, zum Theil in f 
tiichen Umgeftaltung Fraukreichs, & 
ſiſche allmälig aus Der Literatur vert 
das erftere unter Kranz I., Der ımter‘ 
an ber Barifer Univen firät eine Prefe 
errichtete u. tiefelbe flatt Des bisber 
Tateiniichen bei den Gerichten einfübı 
nalfprache erhob u. nun von allen ge 
zeſen geretet wurde. Die F. S. bie 
15. Jahrh. od. das Altfranzöiiic 
bedeutend von ber jekigen franzafi 
ſprache unterjchieten, daß fie ein be 
dium erfordert. Zur Zeit franz I. n 
inneren Entwickelung derſelben eit 
ein. Das Studium des Maffiichen A 
feinen Einfluß and auf die F. S., 
Grammatik nad tem Dlufter tes Y 
gelte u. fich der Wörterfchat aus X 
cberte. Gleichzeitig tremute fi die S 
bildeten jchärfer von ter des Bolkea: 
Einflilſſe der Italieniſchen u. Spaniid 
die immer anusfchließentere u. tenan 
ſchaft von Paris u. namentlich des Hof 
nach den Beftrebungen Ginzelner, w 
durch Die Erricheung der Franzẽſiſche 
das ſogenaunte Goltene Zeitalter ber 
Literatur, unter Ludwig XIV., eine 
abgegreuzte Geflalt erbielt. Diefelbe i 
jentlihen bis auf Die Gegenwart verf 
Veftrebungen ter Neuromantiker (et 
jene Schranfen zu durchbrechen, nur 
Erfolg begleitet geweſen find. Nol. ( 
or gine et proprès de la langı 
Par. 1802; Henry, Hist. de la langı 
ebd. 1814, 2 Bde.; bef. aber Franci 


Tranzöfige Eprade 


s de la Jangue eu France. ebb. 
ırques sur la langae frangaise 
„ebd. 1845. 

ı ben analytiſchen u. funtaltifchen 
tem, welche die Verſchiedeuheit des 
pie Bberbaupt aller Romauiſchen 
m Yatein bedingen, zeigen fich ſchon 
ı Bollemundarten u. ber röntifchen 
. Die vollen, fonthetifchen Formen, 
mgenheit u. Energie ber römijchen 
nd war im ——— verloren 
en zeichnet ſich Letzteres durch Klar⸗ 
„Sefügigkeit u. logiſche Präcifion, 
bümliche Nettigkeit u. Durchſichtig⸗ 
ſteht es gegen bie Übrigen romani⸗ 
rim Nadıkeit, infofern die cunfos 
npften cd. in tunlofe Vocale abger 
ante, ſowie bie Einförmigleit in der 
ſildungsſylben ven Mobllaut u. die 
meglichleit beeinträchtigen. Das 
daher jeine Hauptſtärke weniger in 
vielmebr in der Brofa u. eignet fich 
r Sprache ber Converfatien. Vgl. 
ranzos u. feine Sprache, Berl. 1849. 
sanzöfifchen Schriftſprache beſtehen 
ne große Anzahl von Vollsmund⸗ 
. Schon an den Literaturwerlen des 
3 füch etioa fieben Dialekte unter- 
literariſch cultivirt wurden, nänı« 
tanbie, Picardie, Bourgogne, Isle⸗ 
npagne, Yorraine u. Bertevin, wozu 
ı8 ter Normandie ftanıınenbe, aber 
igebiltete Anglouermantifche rech⸗ 
Sullot, Recherches aur les for- 
cales Je lu langue francaise et 
es au 13me siccle, Bar. 1834; 
techerches sur la fusion du 
and et de l’Anılo-Saxon, ebd. 
m Dialekt von Isle⸗de⸗France if 
tige, franzejiihe Schriftiprache ber- 
dit Übergebung der fürfranzöfifchen 
‚he ben Gebiet der Brovensalifchen 
ufallen, laſſen fie tie norkfranzefi« 
n, wie fie gegenwärtig geſprochen 
nördlichen, tie mittleren u. weſtli⸗ 
Hichen Tialekte eintbeilen. Zu den 
das Normandiſche (Dubeis, Gilo⸗- 
normanıdl, Caeu 1858); bie Volks⸗ 
Jole⸗de⸗Frauce u. der Champagne 
ert, Glossaire du centre de la 
1857, 2 Bte.); von Lothringen u. 
m Burgund (vgl Mignard, Hirt. 
e Bourguignon, Dijeu 1556) ; 
u. Bloiſois; Das Angevin u. das 
Mallenifche (Remacle, Dict. wal- 
ättich 1639— 42; Hubert, Diction- 
ancais, 2. Aufl. ebd. 1837; Grand⸗ 


von Waadt ob. der Rumonſche, der von Savoyen 
u. Genf, ber in Lyon u. der in ben Stäbten ber 
Danphinf. Bgl. Coquebert be Monbret, Essai sur 
la g&ographie de la langue francaise, Bar. 
1831; Schnadeuburg, Tableau synoptique et 
comparatif des idiomes populaires ou patuis 
do la France, Berl. 1540; Gscullier, Remar- 
ques sur les patois, Dougi 1656; Pierquin be 

mbloug, Hist. litt. philologique et biblio- 
graphique des patois, Bar. 1641, 2. X. 1658. 
Das Jargon ber franzöfiihen Gauner ift das Ar- 
got Bel. Sr. Michel, Etudes philologiques sur 
'argot, Var. 1856. 

Das Gebiet der F. &. erfiredt ſich fomit über 
ganz Frankreich (36 Diillionen Einwohner), mit 
Ausnahme von etwa 100,000 Klamändern, 400,000 
Deutſchen, 50,000 Baslen u. 150,000 Vre⸗ 
ton, fomie ber Gingeborenen Corſicas, feruer 
über Belgien, mo es bis zum heutigen Tage 
Sprade ber Regierung u. aller Gebildeten, ſo⸗ 
wie Stanımfprahe ber Wallonen ift; Über bie 
weſtliche u. ſüdweſtliche Schweiz, über Savoyen u 
das Gebiet von Nizza, fu daß das Franzöſiſche in⸗ 
nerhalb Europa für etwa 39 Mill. tie Mutter⸗ 
ſprache ifl. Hierzu lommen in Amerika Theile Ca⸗ 
nadas (etwa von 600,000 Einm.‘, Miſſouri u. Loui-⸗ 
fiana, mo e8 durch Coloniſten übergefichelte Mut⸗ 
teriprache filr bie Bevölleruug ift; ferner die Colo⸗ 
nien in Algier, die franzöſiſchen Beſitzungen am 
Senegal, die Inſeln Bourbon u. Mauritius, wei⸗ 
tee Guadeleupe u. Martinique in Weſtindien, 
Cavenne in Gitiaua ꝛc., mo es theils ala Mutter⸗ 
ſprache, theils als amtliche Sprache von etwa 1} 
Mill. Menſchen geiprechen wirt. Die Negerbevöl⸗ 
kerung auf Haiti bat fih aus dem Franzöſiſchen, 
weldyes nur von Wenigen rein geiprehen wird, 
ein eigenes Jargon (Ilaitien) gebilter. Übrigens 
war das Franzöfliche bereits im Mittelalter ale 
Cenverfationtiprahe fehr beliebt u. verbreitet, 
wozu namentlich neben Den politiſchen Verbält⸗ 
nifjen ſchon ibre frübzeitige (feit dem 10. Jahrh.) 
u. reiche litcrariihe Sulmr beitrugen. Sie war 
Hofiprache in England u. Schottlaud, kam Durch 
tie Normandie nach Eicilien u. Apulien, war tie 
Sauptverlehreiprade im Orient u. murbe durch 
tie Kreuzfahrer nach Conftantinepel gebracht. Im 
den leuten Jahrhunderten des Mittelalters war fie 
ſelbſt an deutſchen Höfen fehr beliebt, uw. ift noch 
negenmärtig (feit etwa 1735) Die Sprade ber 
Diplomatie, fowie der Gebildeten aller Natie⸗ 
nen. Bgl. Allou, Essai sur l’univerralit$ de 
la langue fruncaise. Bar. 1828. 

Die älteſte Grammatik tes Neufrauzöſiſchen 
fieferte der Engländer Palsgrave im Esclarcisse- 
ment de la langue françoyse, Lend. 1530, new 
berausgeg. ven Genin, Par. 1556; ıvyl. Wilder 
muth, Die drei älteften ſüd⸗ u. nordfranuzöſiſchen 


$tym. de lu langue wallone, eb. | rammnatifen, Tüb. 1557); in Frantreich jeitit er⸗ 
. Daran fchließen fi neh als | ihien Die In linguam Crallicam isagore (Pur. 


wiltiprache, Der Dialekt von Ber- 
(ugic; u. das Canadiſche. Die 
nittleren u. weltlichen Dialckte 


uch bie Mundart der Auvergne, 


der Vendee, vom Bas-Hreton 
° Bretagne, ber von Berri u. von 
egen gebören zur Gruppe ber dit» 
er von ter Franche⸗Cemte mit feie 
dem Balois u. Neufchateleis; der 
fen. 4. Rufl. VI. 





1531) von Jacques Dubeis, genannt Zolving, 
welche in fateiniiher Sprache u. ganz nad Ten 
Muſier Der lateiniſchen Grammiatik abgefußt iſt. 
Dieſem ſelgten in äbnlicher Leiſe Louis Meigret 
(1545), Florimond (15333, Gt Delet (15939:, Rar 
mus (1562) u. A., Die zum Tbeil auch orthogra⸗ 
phiſche Neuerungen anſtrebten, welche jedoch auf 
mißverſtandenen phonelichen Grundſätzen beruhen, 
Mit der Auoſprache beſchäitigten ſich Schriften von 
42 





ei de Fe 
meiſte Verbreitung 
bie KR eh u er ir 
ala 1853), 
u. vor * hi 
— 


——— eben, 
e nennensiwerth rterbud ber 
8. 8 — Robert Etienne Ka 1538), welches 
von Jacques be Puys vermehrt ——— 
wurde (1564 u, 1594) ; eine durch die Marineaus- 
drüe bereicherte Ausgabe wurde von Jean Nicot 
(1600 N) agree Eu balb ben e jeibit 
verdraͤngte, jo da Werte dieſer Art Überhaupt ER 


@ 1} 


mern 2** des diet 





Sud ir In si | 


= n wiſſenſcha gen Feen | 





. 
. 3349 






langue francais u. Diet. des 
frangaises, 1808 u. 1828); ©. 9 


' gie ou vocabulaire des mots n 


1801, 2 Bbe.) ꝛc. Die neueften le 
ber Franz ofen find Poitevins Nor 
naire EHER de la gangoe f 


IE 





= a hen W ln 
Seller. Die franzöftihen Spnon 
| ne rg 
I | 
| (Dienöh. EN hr A 
1558). Blos * —— 3 
—* nage (Par. 16 


(1655), D * (1682, 1688), 9 

Roguefort (Diet. etymol. de Ia la 

18320, 2 Bbe.), u. Garpent 

frungaise, 1831, 2 Bbe.), Cbar 

Haufdilb (Epj. 1343); ein 

atges Wörterbuch bat €. Pittrd m’ 
18 Begrünter ber en ’ 

le un Me S., 

zöſiſch » romanischen Philol ’ 

gauge von Koquclortm. —— 


. enupöfiiches Stich bis Wraternie 


(f. d) zu Betrachten, teflen Werle er 
Decennium in ferantzeich Die verdiente 
nertennung gefunten u. dort ebenfalls 
Schule augebahrıt haben, Derielben 
Littre noch an, Der obenermähnte 
er Delatre (I.a langue fr. dans nes 
e le Sanscrit et les autres lan- 
uropiennes, Par. 1854, Bb. 1) u, 
Iations philolopiques, ebd. 1856, 
36 Altfranyöftiche insbelondere mach⸗ 
ent als Grammatiker Raynouard, 
Zrelli, als Lerxilegraphen Roquefort, 
udean, Mahn, vor allem aber in bei⸗ 
ſen Burguy in Grammaire de la 
(Berl. 1853 — 1857, 3 Bde.). Mit 


yen Richtung in ber Sprecdhiorihung 


3 ftebt der rege Sifer, mit welchem 
er kaiſerlichen Regierung in jüngfter 
nzöflichen, fowie bie älteren neufran⸗ 
itnurwerle berausgegeben u. bie Dia⸗ 
etrieben wirb. 

ber Stich, ein balber Kreuzſich, 
‚ber einen gaben gebt. 

Je Zuppe, jo v. w. Wurzelfuppe. 
er Zbaler, fo v. w. Yaubrbaler. 
zes Theater, ſ. u. Franzöfiſche Lie 


bed Tbürſchloß, f. n. Schloß. 
je Wage, fo v. w. Schrotwage. 
ne, fo v. w. Kranzmeine. 
N Batholifche Kirche, ſ. Gallica⸗ 


hereformirte Kirche, ſ. u. Refor- 


en, ımechte Perlen, ſ. u. Perlen. 
lach (Sranzo ſiſcher Scharlach), bunl- 
es bereiteter Scharlach. 

er, ehemals deutſche Benennung bes 
‚cu blanc. 

sen, jo v. w. Buchweizen. 

se, 1) alle in Frankreich erzengte 
e Meine. Außer ben belannteften 
Burgunder⸗, Cbampagner-, 
‚ Montaubaner Weinen (1. d. a.) 
be)dietanguedoc-, Charente⸗, 
Anjour, Borderie-, Contat- 
ans der Gegend von Avignon) u. bie 
eine, überhaupt vie geringeren Sor⸗ 
en Weine u. bef. in Deutichland 8) 
rten unter diefen F. Mit Schwefel 
eißt ter %. Baſtard. 

3, fo v. wm. Sarpi, Paul. 

(v. fr.), 1) überrafben; 2) befrem- 
raypant, auffallend, überraſchend. 
F.), fo v. w. Biauchi 1). 

f Barafange. 

a, Borgebirg auf ter Weſtküſte ber 
ers, [üblich am Self von Driftane. 
1) Stabt in ter Comarca die Roma, 
ſtlich von Rom u. mit dieſem durch 
bunden; es liegt am Abhange tes Al- 
in reizenter Gegenb n. ift geſchätzt 
Aunben Luft, daher Sommeraufenthatt 
vieler Fremden; feit 269 Ei eines 
yeiftiiches Seminar, berübmte Billen 
end, wie die V. Aldobrandini, Ta⸗ 
la. In ter Näbe liegt auch bie 
rata, eine griechiſche Abtei, um 980 


von Mönden gefiiftet, weiche wer ben Sarezenen 
aus Sicilien flüchteten. Oberhalb 5. am Gebt 

liegen bie Ruinen des als m (f. D.), 
welches 1191 von den Römern zerfäfet wurde, 
worauf Die Bewohner nabe der alten Stadt eine 
neue, %., erbauten. Es wurde 3849 vom den Fran» 
zofen beit. 8) Berühmtes fru⸗ 
ber Spielhaus in der Rue Richelieu in Paris. 

Fradeo, Flüſſigleitamaß in Nie Janeiro, — 
2,139 franzöfiiche Yiter. 

Trafera (F. Walt. ), Bllenyengattung, benamut 
nach ben: Englänber Charles Yeafer (der mit Yır- 
deren »Neuholland bereifte), aus ter Familie ber 
(sentianeae verne, 4. Claſſe 1. Oybnung L.; merl⸗ 
würbige Art: F. Walteri, ſpamenhoch, äſti 
an ſumpfigen Orten in Carolina, Birginien; d 
Inollige Wurzel (Raclix fraserne) wird in Ame⸗ 
rila als toniſches, fieberwitriges Mittel gebraucht, 
foınmt als falſche, od. Ameriſaniſche Columbo 
(Kolumbo von Mariette), auch bäuftg vermifcht 
ınit der echten Columbo, ber fie fehr ähnlich fiebt 
u. fehınedt, vor. 

Sraferburgs (for. Freſerborro, Urajerberongh), 
Martıfieden an ber Nordſee, in der ſchottiſchen 
Gratihaft Aberdeen; Hafen, lebhafte Kiicherei, bef. 
Grönlandsiabrer, Gijenlager; 3200 &w.; in ber 
Nähe Borgebirg Kinnaird Head mit Schloß. 

raferfiuß u. Fraſerſee, jo v. w. Frazer. 

raſinetto⸗di⸗ Po, Markıfieden am Bo u. 
Hauptort des gleichnamigen Amtes in ber ſardi⸗ 
niſchen Provinz Kafale; Getreide» u. Flachoban; 
2100 Em. 

Frasſned (ſpr. Frahn), 1) (8.109: Buiffenal), 
Marttfleden im Bezirk Ath, der Provinz Hennegan 
(Belgien); 3950 Ew.; fertigt Spitzen, Leinwand, 
Tuch nu. Strümpfe; Philharmoniſche u. Literariſche 
Geſellſchaft; Trümmer des — Desemot⸗ 
tes, Auſenthalt Kaiſer Karls V. Bier 15. Juni 
1815 Gefecht zwiſchen Preußen n. Franzoſen. 2) 9.- 
In): Goſſelies, Dorf im Bezirk Charleroi derſelben 
Provinz; 1930 Em. 

Fraffine, Fluß in ber venetienifcen Provimg 
Vicenza; entſteht durch Vereinigung ber Brentella 
u. ®na u. heizt Fiume Nuovo bie Cologna, wo 
er ſchifibar wird, ſich oſtwärts wendet bis Ele m. 
ten Namen 5. erhält; bei Eſte theilt er fi im 2 
Arme: einen fürlihen, Kanal Santa Catta⸗ 
rina, welcher fi mit ben Kanal Gorzone ver 
einigt: u. einen Öftlihen, ber erfi Eſte⸗Kanal, 
von Monfelice an aber auh Monfelice-Ranal 
beißt u. fih mit bem Cagnola⸗Kanal bei Battaglia 
vereinigt. 

Fa montag, a 

raſſo, Marktflecken im Diftrict Cafertz ber 
neapolitan. Proving Terra bi Lavoro; 1000 Em. 

Frat, fo v. mw. Euphrat. 

Fratelli (Adelphi, Brüder), Meine griechiiche 
Inſeln im Ayiichen Meere, in ber Nähe ver Inſel 
Droni, gehören zur Momardie Eubba (Regre- 
ponte). 

Frater (fat.), 1) Bruder, |. Geſchwiſter; 2) ba 
ten Römern der Liebling eines Bäderaften; 3) jebes 
Mitjlied eines Ritterordens; 4) jeber Mönd, ber 
nicht Geiſtlicher ift . Fratres) ;5) in Italien u. Spa⸗ 
nien al® Fıa tie allgemeine Bezeichnung ter Vettel» 
mönde zur Untericheibung von ben anderen Orben. 

Fratercũla (F. Briss.. Mormon Cur.), Uns 
tergattung ber Gattung Aut (Alen I. ), Seepapa- 








ur ‚Tat.), brübe 
— 5 2): Brüder 
an einander: rat 





von Bufare Bier — 1854 
Arritzegarbe unter 


— in ber Reli * u. je Lebens 


——— 


* 130 
een er nanıte | 


u. den Statthals 


von 12 ⸗ 
lichen Berfonen, * e bie flei ewordenen = 
—— fl Be 


g Johannis 
412 Söhne: (als die 12 Sterne ber eig 
frau) gebären jollten, mit —— 
wollte, Gine Zeitlang trieb e “ Frantreich 
umber u. fam von da 1850 nad) 
Fratres (lat.), Gelbe, (Fre here 
Ku), Preires arvales, £ Arvales 


* 35 ſo v. w. "Dienende — F. com- 
zmissi E. converat), bie Saienbrũbet bei ben Humi- 
Slaten, —— F. PD gan Mitglieder ber 
le». w. Fratres 


— 


spirituales, ——— Monche aus auberen 


ihres Safe in a Kor 


fer; F. materl «F. spisttualen),. in 


‚»». — and 
Ieute, weldhe 16 einem Möncsorden einverleibten 
n. durch —— au Kiöfter ıc. das Recht der 
ann — Eau Werlen bes DOrbens, 


Seide Der eb "ht rar Meike: —— ® 


caleudarim, 
5: w. Bar 


o 
Krembrüter. . —5 zu — 

€ r der 
lichen Lehre. F. miszrl, fo v. w. Arme Brüber. 
pentifices, — w. Brüchenbrud rn. 


et Borores liböri sp pan⸗ 
Apeiftifchemipftifihe Gecte des 13. Seh irienn, van | 


felben Lehren u —— wie Almarich v. Leona 

Hatten u. kurz nach deifen Tode in verſchiedenen 

———— u, ber Nicberlaube auftra⸗ 
n. Sie 


frei m. flig urache, ‚Daher Wica Mi 


Eie 


unter Boimenem sagen Di 





ertäfen | 





enampten firh bavon, — 
here zatz fe. 


Irale ru t. LI 0 
= u 


gerte fich fo, daß fie Biden 1314 
fieem von Beziers m. Narbenne dee 


IE —— in&äpd 
au en u. Spiritwalen ı 
Nein von ber Inquifitiom — To 
| Gefängniß verurtheilt. Seit ber] 
| Sabrb. verſchwinden Pe. = 

Fratta, ı up im i 
Venedig; entftebt als Tonga in de 
cenza bei Montebelle,, dank ü 


Badna, führt in einer erleitung 
tarinafanal, bildet den Kanal Gorze 
in bie Prenta; 2) Marktfleden ebd 
fatal, im Diſtriete Lendinara ber Br 
2700 'Ew.; 3) an ber! 


. | tömijcdhen "Delegation Berusia; 11 17 


8; maggiore, |pr. 5. matjchore), Diar 


| Lich bei Neapel; ar | 


Seilerwwaaren; 6000 Em 


kung, gm 

ſamm üd 
— — 
die ie ——— 


FT 3 —— 


Heinrich Woligang, geb. 1694 in 
e in Halle ie, wurbe 1721 
met, 1723 Blarrer in Marbach u. 
homaołirche in Exrjuxt; 1738 kam er 
er Philojophie au bie dortige Uni⸗ 
ve 1744 Kirchen- u. Couſiſtorialrath 
rintenbent von Koburg; er R. 1757 
dem Namen Sincerus Evan- 
hriftmäßige Prüfung des xömiid- 
wbegrifis, Sranlf. 1724; Sieg ber 
Bahrheit, Jena 1725; Pyrographia 
37; er gab auc bie Erjurter Bibel 
7 in L-uart heraus, 

fon weiblichen Geſchlechte, |. Weib; 
u. Ehe 


‚mliealp), ein mit Gletſchern be⸗ 
! am Lfchinenfee im Berner Ober- 
utigen; 10,900 Fuß hoch. 
en, 1) Amt im Schweizercanton 
zeformirte Ew., welche ſich von 
iehzucht nähren; 2) Amtsort, an⸗ 
—* 525 Ew. Hier 1375 
g der Berner über de Conci, Gra⸗ 
16; im Sranzöfifchen Revolutions⸗ 
ãrz 1797 Niederlage ber Schweizer 


‚ofen. 

(o. Iat.), betrügen, Bintergeben; 
z, der fih einer Fraus (10) od. 
s (Bevortheilung, Betrügerer) ſchul⸗ 
'; Braubülent, betrügeriſch; draudũ · 


t. 
(Knat.) , Saphena, |. u. Schentel- 


ah, Dorf am Einfluß der Aurach 
im Landgerich Erlangen des baier⸗ 
dittelfranlen; Brauereien, Tabakls⸗ 
sit Milch, Butter, Eiern ꝛc.; 700 
ier Dominicanerllofler, 1275 von 
Bründlach geftiftet, 1550 fäcularifirt. 
3,1) Herrichaft im reife Budweis 
M. mit 15,200 Ew.; darin 2) 

a der Moltau u. bem 2567 Fuß 
zg, worauf ein fitrftlich ſchwarzen⸗ 
»ß ſteht; 2000 Ew.; 3) (Pfrauen- 
mberg), Marktfleden im Bejirk 
eiſes Eger (Böhmen), Blechfabrila- 
m, Dammerwerfe; 1000 Ew. Das 
vbe im Dreißigjährigen Kriege ver- 
: Schweben belagert, 1742 erſt nach 
ung von dem Fürften von Loblowitz 
'44 von ben Preußen bejegt, aber 
Karl von Lothringen wieder ge- 
itadelle von Würzburg; 5) Berg 
ehemaligem Benedictuuer-, nach⸗ 
ınerflofler u. Gartenanlagen, welche 
Bergnügungen dienen; 6) fo v. w. 


Froh, it Galium verum. 
‚3) Alchemilla vulgaris; 2) Teu- 
pdrys. 
me, it Anagallis arvensis. 
tungen, Dartıfleden an ber Werra, 
jürstıich bei Salzungen, Tabake⸗ 
See; 630 Ew. Chemals ein Augu- 
lofer; Kaijer Heinrich IV. hielt ji 
t, weshalb ter Ort auch Könige⸗ 
kannt worden ift. 

‚jo. 0. w. Unheſchuhte Carmeliter. 


Stadt an ber Milinkungn ber 
Baube in bas Kite Hafl, im Kreije Braundbeug 
bes preubiihen Regiexungeberirle — 
Domfiift u. Sitz bes Biſchofs won Ermeland, 
dem Dome das Grab bes 1543 hier verßorbenen 
Nu. Copernicus, Holyital, Zuchtwebetei, Gerberei, 
Handel mit Sara, Federn, Hol; 2250 w. m 
wurbe 1297 vom Bicof Heberic I. vom Ermelanb 
gegründet; 1455 wurde das Schloß, weil ſich das 
Kapitel ben Deutihen Orden unterworfen ˖batte, 
von den Danzigern erobert, 'u. 1461 u. 1462 beie- 
gerten bie Deutichen Ritter vergebens Die Stabi. 

Frauenchiemſee, Iniel bes Chiemſee in Ober- 
baiern, mit einem Benedietinerinnenkloſter, ueben 
dem ein Fiſcherdörſchen mit 170 Ew. liege 

Frauendiſtel, I) Carduus Marianus; 2) 
Onppordon Acantlıium. W 

Frauendorf, Dorj im baierſchen Kreiſe Nieder⸗ 
baiern, unweit der Donau, ber Stadt Bilthofen 
gegenüber; anſehnliche Pflanzungen. 

aueneis (Min.), fo v. w. Ovpe. 
uenfeld, 1) Bezirk im —*— ercanton 
Thurgau, ebenes, zum Theil bügeliges. mit 
mildem Klima u. bedeutendem Gekreide⸗, Wein⸗ m. 
Obſiban; 13,300 meiſt reformirte Ew., gerfäßt in 
4 Kreiſe; 2) Hauptſtadt bes Cantons Thurgau m. 
bes Bezirle F. an der Murg, altes Schloß, ehemals 
Sitz ber thurgauiſchen Landvögte, Rathhaus, 
Staatslanzlei, Zeughaus, Wollen⸗Baumwollen⸗ 
lache u. Seidenſpinuerei u. Weberei, Poß⸗ u. 
grapbenbureau; 1800 Ew. — F. lam nad 
dem Abſterben ber Grafen, von F. an bie Grafen 
von Kyburg u. dann an üfterreich, wurde 1460 
von den Eitgenofien genommen u. ihnen 1461 im 
Koftniger Frieden gelafien. Seit 1712 wurden bier 
bie Zagiohungen gebalten; 1799 fanb im ber Nähe 
ein Gejecht zwiſchen Oſterreichern u. ramgofen ſtatt. 
nenfeſte, jo v. w. Warienfefte. 
auenfingerkraut, iſt Lotus corniculatus. 
auenfiſch, jo v. w. Orf. 
uenflachs, iſt Linaria vulgaris. 
auengeld, ſo v. w. Bauernmiethe. 
nengerade, |. u. Gerade. 
rauenglas, 1) jo v. w. Gyp6; 2) Ruſſi⸗ 
ſches F., Glimmer aus Sibirien. 

Frauengüter, das Vermögen, welches eine 
Frau ihrem Manne in die She mitbringt od. wäh- 
rend ter Ehe erwirbt, f. Dos, , 

Yrauenhaar, 1) Schwarzes %., Asplenium 
Adıantum; 2) Sanadijches f., Adiantum pe- 
datum; 8) Wahres F. (Herba capilli Vene- 
ris, Adiantum capillus Veneris), in ben Fugen 
ber Mauern u. in Selienrigen, in Südfrankreich, 
Italien u. ber Schweiz häufig, füßlich, zufanımen- 
— bitterlich, nicht nnangenehn fchmedend, zu 

reitung des Syrop capillaire bennst; 4) fo v. 
w. Flachsſeide, ſ. u. Cuscuta. 

18 us, im Mittelalter fo v. w. Berbell. 

rauenbofen, (Alt-u.Neufrauenboien), 
2 Dörjer im Landgericht Bilsbiburg im beieriichen 
Kreije Nieberbaiern, mit 1000 u. 800 Gr.; ſonſt 
Reichsherrſchaft, erfteres mit dem Stannnicdhloß der 
Freiherren von F. 

Brauenfofera (F. Mart.). Pflanzengattung 
aus der Familie ter Celastrinene - Elaeoden- 
dreae; Art: F. muluflora in Brafilien. 

Frauenkirche, Benennung einer ber Mutter 


Ghrißi geweihten Kirche. 


Kauentiihen vie Ftaunbofer 


Yrauenlirden, Martifieden im reife Wielel- ! Opfer u. zur Unterſtiltzung von ® 


burg der Berwaltungsgebiete® Odenburg (Ungarn) ; 
. Kraneisfamerflöfier , Ufahrtstirche, Synagoge; 
2350 Ew.. wovon 800 Juden. 

uentlofter, fo v. w. Ronnenflofler. . 
i auenkraukheiten, diejenigen Krankheiten, 
welde ben Geichlehtsapparat ber Frauen betref- 
fen od. mit den geichlechtlichen Functionen in ir- 
gend welcher Beziehung Reken. Bgl. Scanzeni, 
Lehrbuch der Krankheiten ber weiblichen Sernaf- 
organe, Wien 1857. 

Breneniehn fo v. w. Kunlellehn. 
auenlod, |. Heinrich von Meißen. 
nenmantel, if Alchemilla vulgaris. 
rauenmark, Marktflecken, fo v. w. Bath 3). 
auenmtinge, it Balsamita mnjor. 
tauuennabel, ift Cotyledon unbilicus. 

nenprießnis, Dorf im Amte Bürgel bes 
weimariihen Kreifes Weimar; großberzogliches 
S. loß, ehemaliges iftercienier- Ronnenllofter, 
welches jetst Kammergut ift, in ber Kirche bie 
Gruft der Schenken von Tautenburg ; 570 Ew. 

Frauenſchiff, das nördliche Seitenſchiff einer 

Kirche 


Frauenſchuh, 1) Cypripedium calceolus; 
8) in der Baukunſt bie der Blüthe dieſer Pflanze 
äbnliche gothifche Giebelblume, auch eine Art des 
Sielsrüdens, wenn die Spitze nach vorn überhängt, 
ähnlich der Soble eines Schnabelichubes. 

Srauenfee, Bfarrborf im Amte Ziefenort 
(Kraienberg) des weimariſchen Kreiſes Kifenach, 
font heſſiſches Amt u. bie 1815 Amtefig; 400 Ew. 
In der Nähe Heine Seen , worunter der Hautfee 
"mit einer ſchwimmenden Inſel. 

graue ommer , |. Alter Weiberfommer. 

ranemtpiegel, 1) Hedysarum Onobrychis; 
2) (’ampanula Speculum. 

Frauenftädtl, Stadt, fo v. w. Bergfäbtl. 

Frauenftein, 1) Gerichtsamt im königlich ſäch⸗ 
fiiben Kreife Dresden, mit 12,800 Ew.; 2) Amts- 
u. Bergſtadt darin, Schloß, Burgrninen, Super- 
intendentur, Weberei, Garnhandel; 1300 Ew. — 
Kaifer Heinrich I. fette hierher kaiferliche Voigte, 
die jeit dem 12. Jahrh. erblich wurden; im 14. 
Jahrh. lam F. an die Burggrafen von Meißen, 
biefe verlauften es 1440 an Kurfürft Friedrich den 
Sanften von Sadhien, der 1173 Schloß u. Stabt 
an die von Schönberg Überließ, von denen es 1647 
durh Kauf an den Kurfürften Johann Georg I. 
von Sachſen kam. Seitdem ift %. Dontaine. Bom 
14.—16. Jahrh. trieb die Stadt ergichigen Berg- 
bau; 1534 brannte fie zugleich mit der Kirche u. 
1728 mir Kirche u. beiden Schlöſſern ab; das alte 
Schloß blieb Ruine, Das neue wurde 1783 wieder 
aufgebaut, u. 1814 nochmale ausgebranmt, murbe 
es 1817 wieder bergeftellt. Vgl. Bahn, rer Chro- 
nit, Dresd. 1748. 

Frauenftift, Anftalt zur Aufnahme regulirter 
ob. weitiiher Shorirauen. 

Brauentug, I) ein Marienfeft überhaupt; 2) 
kef. Mariã Heimſuchung. 

Frauenthal, 1) Herrſchaft im ſteyerſchen Kreife 
Gratz, bei St. Florian; 2) Schloß u Dorf an ber 
Yaßuig, kaiſerliche Meſſing- u. Drahthütte, Alaun⸗ 
ſiederei; 300 Ew. 

Frauenveilchen, iſt Flerperis matronalis. 

Frauenvereine, Vereine, die bei. in den Kriegt⸗ 
jahren 1809—15 zum Ginfanımeln vaterländiſcher 


zu fonfiigen wobtıbätigen Iwedcen a 
der gebilteten Stände in Deuricle 
traten. Der erfte mar ter Biene 
Spitze bie Fürſtin Lobkowitz trat: ih 
in Schlefien n. in ganz Breußen (' 
Prinzeffin Wilhelm von Brenken 
ganz Deutſchland ähnliche. Die r 
jetst beſtehenden F. finb Unterftäs: 
bälfebebürftige Perfonen des weibl 
u. wirfen bef. in den fällen, wo m 
den Armengeſetzen weder ter Sta 
meinde ausreichend helfen Täune: 
Zeit wibmeten fie fih auch der ch 
u. Krankenpflege (vgl. Diakoniſſen⸗ 
teten Anftalten fiir Arme u. für. 
menbeihäftigungsanflaften für alt 
Perſonen u. Arbeitsichulen für Mi 
milier, um dem Beutelrmeien Einb, 
der Biltung weiblicher Dienftbote 
Frauen⸗Wöoͤrth, fo v. w. Fras 
Frauenzell, Pfarrdorf im La 
bes baierſchen Kreifes Oberpfalz 
530 Ew. früher Benchictinerabt 
boten. 
Frauenzins, ſ. u. Bauernmietl 
Fraͤulein, 1) eine junge Perſor 
ſchlechte, beſ. 8) wenn fie erwachſer 
u. von guter Ablunft, bei. 3) von 
Sräuleingereitigkeit, was einer hi 
abeligen Wittwe von Der Erbichafi 
zulommt, Mußtheil, Leibgedinge 
Stift für abelige unverbeiratbere | 
dem wurden auch fürftliche TAd 
welche jet Prinzeſfinnen heißen; 
feuer noch im Staaterecht fo v. w. 
Fraulein von Rumidien, Be 
midiſche Jungfer (Grus virgo\, ſ. 
Fraunberg, altes, ſeit 1855 
Geſchlecht in Altbaiern, wo da 
Fraunberg liegt; gehörte mit tı 
law, Strundeck u. Meltingen yı 
rittern bes beiligen römiſchen R 
1630 in ten Reihsfreiberrenitand e 
berr Maria Nepomuf Iofer 
1786 auf Schloß Fraunberg; ut 
burg Theologie, wurde 1731 Br: 
u. Dekan zu Cham; nach Der Auf. 
ſchen Stifte ging er al® baierſcher 
Ron, mo er in ben Bertadt 
Illuminatenorden in Serkintung 
darauf wurde er vom König I 
Baier mit ber oberften Leitung 
Stubienwefens betraut, 1802 yı 
Augsburg u. 1921 zum Erzbiiche 
ewählt; er fl. 17. Jan. 1542. D 
—*8 war 2) Freiherr Adelpb 
verſtorbenen Freiherrn Kranz Paul 
feit 1835 mit Maria Anna geb. D 
er fl. 7. Ang. 1858 in München. 
Sraundofer, Iofepb von F 
1787 zu Straubing in Baiern, trie 
wert feines Vaters, eines Glaſer 
einem Dredeler u. Bann zu einem 
Miinchen in die Lehre, murte ber 
—— Hauſe verſchuttet, jeher 
olge deſſen dem König Mar Ich 


Teangheiten bis Trayſſinens 


bien. Eine ihm von dieſem gereährie Geld⸗ 


ung wendete er zum Anlauf einer @las- 
ine an. eine optiſchen Gläſer ermiefen 
üb fe vorzũglich, daß er, als die Prefeſſoren 
gu. von Ugichneiter mir Reichenbach u. Lieb- 
n München u. Venetictbeuern 1806 eine Ge⸗ 
ft zur Fertigung opriſcher Inftrumente er⸗ 
im, als techniſcher Director der Fabrik anuge⸗ 
mirte. Bald machte er neue mechaniſche Er⸗ 
u. wurte 1509 ale Theilnebmer au der 
an Benetictbeuern angenemmen. 
zun eine trefflihe Polirmaſchine für eptiſche 
5 erhielt 1811 auch tie Elaeſchmelzerarbeiten 
jeine Aufficht, brachte eine Art Flintglas ber- 
ER Tem and) Lie unterften Schichten daſſelbe 
Bgövermägen hatten, mie die oberften, berei- 
I Gremnyias, beifer als Tas engliſche, u. 
Bellfommenften achromatiſchen Kernrähre. 
Reichenbach aus ter Geſellichaft, u. F. 
Oberleitung tes ſeit 1519 nach München 
Geſchäfte. 1023 wurde er Conſervator 
Ralifchen Cabinets u. 1824 geadelt; er fi. 
#826. Ecine Juftrumente, vorzüglich fein 
2, fein Ringmifronteter, finb durch ganz 
reitet. Einer feiner ſchönfſten —22— 
m Rieſenrefractor für Dorpat, ven 
e Fuß Länge u. von 9 Bar. Zoll im Ob⸗ 
BWeite; tericibe vergrößert im Durch⸗ 
50umal, im Flächeninhalt 40,000 kie 
Bel um. wiegt mit dem Stativ 3000 Pfund, 
# 10060 Pfund Meſfing, 450 Pfund Gifen, 
Bliei, das Übrige Holz iſt. Er übertrifft 
elſchen u. Schröterſchen Spiegelteleſtepe 
hqleit u. Bequemlichleit Dir Handbabung. 
æbat F⸗s Inſtitut, das gegenwärtig ven 
Mabiler geleitet wird, noch größere Re⸗ 
| iefert, unter benen namentlich der für 
ie bei Petersburgen. der für Cambritge in 
erita, jeder mit li par. Zoll (15 englifche 
aung n. 21 Ruß Breunweite, berühmt 
it dem letzteren wurde 1547 bie zweite 
ond entdedt. F. rerdankt man auch bie 
Beebachtungqgeu. Beſchreibung ber dun⸗ 
im Sonnenſpectrum, etwa 600 an ber 
denen allerdinge einige Jahre zuror 1802 
bereits Lie drei breiteſten bemertt batte; 
raher auch von F., ter fie jedenfalls 
entbedte, ibren Namen (Braunbefers 
Mit Benugung terjciven bat F. bie 
Beobachtungen fiber die Brechunggs⸗ 
verſchiedener Stoffe, namentlich Gias⸗ 
ft. (Schriften Der Münchner Alade⸗ 
1815). 
ten, fo v. w. Fronleiten. 
6, Martıflecen ter reußiſchen Herr- 
k, flarke Brummollipinnerei; 1250 Em. 
Alat.), Betrug, f.d., vgl. Dolus. Als 
ou fo v. m. Apate. Frans legis, jede 
a des Geſetzes durch täufchente ob. Schein» 
m, d. 5. ſolche, bie zwar ihrer Abſicht u. 
hatte nach unter ein beſtimmtes Geſetz 
a, ihrer äußeren Erſcheinung (der ge 
wu) nach aber nicht darunter begriffen 
wu TI als eine Rechtohandlung anderer 
en. Das finulirie Geſchäft kann nie 
15 06 das urfprünglicy beabfichtigte gilt, 
muutt eb, was das Belek, meiche® umgangen 
Bei derartigen Umgebungen vorichreibt. 
























663 


Frauftadt (yolu. Wschowa), 1) Rreis bee 
preußifhen Regierungsbezirte Poſen u. Prouig 
Poſen, von der Chra durchfloſſen;: if eben 1. fa 
bewaldet, fantig mit viel Bruch, die Induſtrie RM 
gering, Hauptmahrungszweige Aderbad u. Bieh⸗ 

ucht; 2) Kreisftatt bafelbfi au Der Eiſenbahn von 
olen nah Groß⸗Glogau, unweit der ſchleſi 
Grenze, beſteht aus ber Alt- u. Neuſtadt; Bat 3 
tatboliihe u. 1 evangelifhe Kirche, Realſchule, 
Hülfsſeminar, Anftalt für vermahrlofle Kinder, 
Waiſenbaus, Fabrikation von Tuch, Leinwand, 
Cichorien, Leder, Getreide⸗, Vieh⸗ u. Wollmärkte; 
6250 Em. — Die BSrauftädter Mark (Liemin 
Wechowska), werin F. lag, gebörte früher zum 
Herzogtbum Schlefien u. wurde erft in der Nitte des 
14. Zahrh. Pelen einverleibt. Das Land bebielt 
eigene Vorrechte nu. eigene Verwaltung, deflen 
Cherbaupt ber Yanbeelämmerer war, der alß jol- 
cher auf den Reichstagen bei. Si u. Stimme hatte. 
Die Stadt F. wurde 1630 durch viele hierher ge- 
zogene Proteftanten jebr vergrößert. Bier im Nor⸗ 
Bifpen Kriege anı 33. Aug. 1706 Sieg der Schwe⸗ 
den unter Nenſtjdld über tie Ruſſen u. Sachen 
unter Schulenburg; 1716 wurde $. von den Polen 
verwũſtet. 

Fravitta, Flavius, etier Gothe; leitete, als die 
Gothen von Theedoſius tem Großen in Thracien 
angeſiedelt wurden, die friedliebende Partei der⸗ 
ſelben, tie größere, welche nach Unruhben trachtete, 
ter ſtelze u. treuloſe Erinlf, welchen F. bei einem 
Gafimable des Kaiiers töbtere. 401 wurbe F. Con⸗ 
ſul, diente dem Arcatius treu u. machte ſich beſ. 
durch die Siege fiber Gainas berͤhmt. 

rarinella, iſt Dietamus albus, 

arinetus, Carlus, fo v. w. Freone. 

rarinin, ver Keller in der Rinte von Fra» 
xinus excelsior auigefundener Körper, deflen Zu» 
fammeniegung noch unbekannt if. Die Rinde 
reird mit Waſſer ausgeregen, ter Auszug mit Blei⸗ 
eſſig nefällt, aus der filtrirten Flüſſigkeit Das über- 
ſchüjſige Blei durch Schwefelwaſſerſiſoff entfernt u. 
bie vom Schmefelblei abfiltrirte Flüſſigkeit verdun⸗ 
tt. Zus 5. [heiter fih in großen verworrenen 
Kroftallen aus, welche luftbeftantig find, fich Leiche 
in Waffer u. Alkebol, fchwierig in Ather Idfen u. 
intenjiv bitter ſchinecen. 

Frarinus (F. L.), Pflanzgengattung aus ber 
Familie ter Oleaceae-Fraxineae, 23. El. 2. 
Ordn. Z., mit 3—Atbeiligem Kelche, 3—Atheiliger 
Ylumenfrone od. es jeblen beide, Fruchtknoten 
2fächerig, Fächer eineiig, Nuß flach zuſamm 
bride, an ber Epige geflügelt, Bluthen viel 
jmeibäufig; Arten: F. excelsior, F. ornun x. _ 

Frayles, les (ſpr. Te Kräbls), 1) Gruppe 
Heiner Klippeninieln an der Sürtüfte von ©. De⸗ 
minge (Üeftintien); 2) Gruppe ber Garaibiichen 
Inieln unter dem Winde, norddſtlich von ber Ya» 
jet Dlargarita, zu Venezuela gebörig. . 

Srayifinous (ipr. Grätinub) Denys be F. 
geb. 9. Mai 1765 zu Qurieres im Departement 
Aveyron, wurde unter Napoleon Geiftlicder in Bar 
rio, danıı Sanonicus zu Notre Dame u. enblich 
Pfarrer en der Kirche St. Sulpice u erhielt hier 
als Prediger vielen Beifall ; doch wurde ihm 1809 
das Predigen unteriagt, weil er, ein Royaliſt, zu 
laut gegen die beftehenbe Einrichtung ſprach. Yıc 
ber ernen Rüdlchr der Bourbons wurde F. por 
titiicher Senjor, ging, ale Napoleon wietertehrte, 


66 Frazerborongh 


nach dem Departenient Aveyron, wurde nach der 
zweiten Rudkehr ber Bourbons Mitglied der Com⸗ 
miffien für dem Öffentlichen Unterricht, erſter Al⸗ 
mofenter u. Hofprebiger des Könige, Biſchof in 
artibus von Hermopolis, Graf u. Pair von 
—** u. 1823 Großmeiſter ber Univerſität 
aris; 1824 wurde er Miniſter ber, geiftlichen 
Angelegenbeiten u. des öffentlichen Unterricht, 
huldigte dem Obfeurantismus u. wurde einer der 
eifrigften Beförderer des Jeſuitismus. Mit Bil⸗ 
Ile verlor auch er 1828 fein Portefeuille, erhielt 
aber 1829 das Recht der Präfentation für Erzbie- 
thümer, Bisthlimer u. a. dgl. Stellen. Im der 
Julirevolution 1830 folgte er der königlichen Fa⸗ 
milie in die Verbannung u. verlor, da er ber neuen 
Regierung den Eid nicht leiftete, feine Stellen u lei- 
tete bis 1838 die Erziehung des Herzogs von Bor- 
deaur. Dann fehrte er nah Frankreich zurüd, 
Iebte zurlidgezogen u. fi. 12. Dec. 1641 in St. 
Genits. Erſſchr.: Les vrais principes de l’E- 
glise gallicane, Paris 1818; Defense du 
Christianisme, Bar. 1825, 3 ®be.; Conferences 
et discours inedits, Bar. 1842. 
azerborough, fo v. m. Fraſerburgh. 
azerd Fluß (Braferluß, Sragerd River, Ta⸗ 
eutſche⸗Teſſe, ſpr. Frebfers Fluß), Fluß der 
zum Gebiet der Hubfonsbaicompagnie gehörigen 
Colonie Neu-Ealedonien (Britiihes Nordamerika) 
aus tem Great-Forf u. dem Stuartöfluß gebildet, 
bie fih bei Fort George vereinigen; ber erftere 
(auch ſchon F. genannt) entipringt aus dem in ber 
Nähe der Quellen des Athabaska gelegenen Frazers 
se (Sow-Dun od): vereinigt mit dem Stuartsfluß 
u. mündet in den Stillen Ocean. Der obere Lauf ift 
Hiffbar, im unteren Lauf ift bie Schifffahrt durch 
tromfchnellen u. Kataralte unterbrochen u. be- 
ginnt erft wieder 5 Meilen oberhalb jeiner Mün⸗ 
bung, dort auch für große Schiffe An feinen 
Ufern wurden Anfang 1858 bebeutende Golblager 
entdedt u. zogen fehr bald, namentlich aus Cali- 
fornien, viele Goldſucher nach dieſer Gegend. 
azil, Gewicht, jo v. w. Farcell. 
ech, Ich. Georg, geb. 1790 in Kallenthal bei 
Stuttgart; widmete fih der Mufil, wurde 1813 
Lehrer am Schullehrerjeminar zu Eßlingen u. 1820 
Drganift u. Muſildirector an ter Hauptlirche da⸗ 
ſelbſt. Er gab heraus: Geſänge u. Fieber, Orgel-, 
Dor- u. Nachſpiele, Deutfche Mefie für Männer- 
flimmen; das Vater Unfer von Mahlmann; Poly⸗ 
melia, Sammlung vierftinnmiger Lieder religiöfen 
Inhalte, Stuttg. 1831—37, 2 Hefte, u. m. a. 

Frechen, Dorf im preußifchen Kreife u. Negie- 
rungsbezirk Köln; Poferebition, Tabriten für 
Borzellan u. ig ence, Töpfereien, welche bie Fre 
dener Krüge Iefern; in ber Umgegend Torf» u. 
Geite Aday 2650 Em. 

Frechheit, ſchamloſe Dreiftigkeit, welche bie 
Verachtung ber Geſetze, des Anſtandes u. der guten 
Sitten zur Schau trägt. Als Fehler der Geſiunnung 
u. des Betragens ſpricht fie fi in Mienen, Ge⸗ 
berben u. Handlungen aus. 

Frechilla, Stadt rechts am Baltejinate, in ber 
Pauiſchen Provanz Palencia; Wollzeugrveberei, 
Köälebereitung; 2009 Em. 

Freckenhorſt, Stabt im Kreiſe Warendorf tes 
preußiſchen Regierungsbezirks Pünſter, ehema⸗ 
—— adeliges —— Frãuleinſtift, Tuch⸗ 
fabrik; 150U Ew. 


bie Freberidc 
eckſen, eine Gans ſtopfen. 
eddo, Fluß in der ſicilianiſchen 
tania; fommt von Atna, fließt dur 
Demona u. münbet in ben Golf di 

Tredeburg, Statt an ber tem 
Meſchede des preußiſchen —— 
berg; Pottaſcheſiederei, Fabrilatien 
ſchwamm; 830 Ew. 

Fredeg r(Sholafticus), frãu 
ſteller im 7. Jahrh., wahrſcheinlich 
er ſchr.: Chronicon (Geſchichte ſei 
Anhang des Gregor von Tours mehꝛ 
auch Bafel 1568 u. 1610. 

Fredegunde, aus nieberem Stan 
fräulein bei Audowera, erſter Gemub 
perichs I. von Neuftrien, Bald karı 
liebte u. bewog enblidh ben König, I 
zu verfioßen. Aber ohne fie zur Ge 
men, verftieß er fie auch wieder, 
weſtgothiſche Königstochter Galſwi 
Bald gewann jedoch F. Chilperichs! 
ließ nun Galſwinde erdroſſeln u. wu: 
Chilperich zur Gemahlin u. Königin 
Als Sigbert, um feine Schwägerin z3 
Chilperih zog u. denfelben in Tm 
ließ ihn 5. etmorden, jagte tie Bel: 
Paris, bemächtigte fih hier Brunhil 
tin Sigberts, u. ihrer Kinder, ſperrt 
Klofter ein u. fchaffte ipäter ibre 3 
li bei Seite. Nach Chilperichs € 
war fie Vormünderin Lothars II. 
Tode 597. 

Fredelsloh, Dorf bei Eimbed, 
ringen ber bannöverjchen Landdroß 
bier ein 1137 vom Erzbiſchof Albrech 
geftiftetes Auguftinerllofter, jetst äuic 
1000 Ew. 


Fredensborg (Frietenssurg), 7 
niglidem Luſtſchloß am Gercmiee 
deriksborg auf der däniſchen Iufel © 

Stedenwalde (Groß⸗F.). 9 
Kreiſe Templin des —— Re⸗ 
Potsdam, an einigen Seen, Schloß: 

Freder, Johann, geb. 1510 zu K 
mern; war zuerft Pretiger in je 
dann Dompfarrer in Hamburg, I 
auf Rügen u. in Straliund u. e al 
bent in Wismar 1562. F. iſt der frux 
Kirchenliederdichter in niederdeutſcht 

Frederica, Poſtort in der Graffd 
Staates Georgia (Nordamerika). 

—— fo v. w Fridericia. 

rederick, 1) Graffſchaft im St 
(Nordamerila), 37 OM.; Flũſſe: P 
Monocacy- River, Catoctin⸗, Pipe», 
BennettsoGreels, Boten: hilzelig, 
gie (South-Diountain, eine fertiet 
Ridge), fruchtbar; Producte: Diaie, 


‚Kartoffeln, Rindvieb, Schafe, Kupfe: 


gan, Marmor, Kalt; die Baltimo: 
dahn durchſchnueidet Die Grafichaft, d 
Obiolanal berührt Die Meftgrenze de 
40,987 Ew., worunter 3913 Sklave 
8. Eity, unweit des Monccacn-Rirc 
4 Banlen, 6 Zeitungen, Bantel, | 
keit in Eifen, Wolle, Ihonmwaarca 
zum Anſchluß an die Baltimerc- CH 
090 Ew.; 2) Grafſchaft im Eıs 


Frederickotewur bie Yecberiöfnerd 
üffe: Opequan-, Gleeyy- u. Blad- | 


en: bügelig, im W. gebirgig (North 
die Graffchaft nimm einen Theil des 

of Birgima ein u. ift eine ber geilins 
tbarften u. def, angebanten bes gan⸗ 
; Brobducte: Mais, Weizen, Hafer, 
Schweine; bie Darpers- Ferry- Win 
bahn durchichneidet Die Grafſchaft; 
irt; 1850 15,975 Ew., worunter 2249 
Gträbtifcher Bezirk! mit Bokamt (Post- 
a ber Srafihaft Montgomery bes 
unfplvanien, am Perkiomen⸗Creek; 
4) Stäbtiicher Bezirk (Town-hip) in 
t Krox des Staates Ohio; 1000 Ew. 
Stown (pr. Freberidstaun), 1) ſo v. 
on; 8) Boftort in der Grafſchaft Knor 


Ohio (Nordamerika), am Bernen- | 


Sandusky⸗Newark⸗Ciſenbahn, Säge⸗ 
7 angelegt; 1200 Ew.; 83) Hauptort 
it Madiſon des Staates Wiffouri; in 
d Kupfer- u. Bleiminen; 600 Ew. 

:on, Yauptftabt der Grafihaft York 
vinz Neu» Braunfchweig (Britiichee 
) u. Dauptflabt der ganzen Provinz, 
ns-River; Kings College, 5 Kir⸗ 
iche Biblioihet, Want, 2 Zeitungen, 
apfſchiffijahrt; 5000 Ew. Wurde 1850 
euersbrunft größtentheils zerftört. 

or, däniſche Goldmünze — 5 Thaler 


Hendrik⸗Inſel, Inſel ſlidweſtlich von 
u⸗Guinea (Weſtliches Polyneſien), von 
die Marianenſtraße getrennt; anf ihr 
9 Waifh, mit Lichten Urmäldern betedt. 
rich (9. Oendrick), Schanze (auch 
Fort, unter franzöfifher Herrichaft 
Erial genannt) in Staate-Plandern, 
Ablich von Middelburg. 
bat, fo v. m. Frederitsbaab. 
Bberg, 1) Flecken auf Seeland, weſt⸗ 
enhapen, mit 2000 Em.; unter beim 
rich LV. im neueren italienischen Style 
‚gel erbautes Schloß; der große Schloß⸗ 
mgliſchen Anlagen, bilder einen vielbe⸗ 
nügungsort Der Bewohner von Ko⸗ 
) Fort, welches im Verein mit dem 
ſenhuus ben Hafen der Stabt Bergen 
dertheidigt. 
85 1) Amt im däniſchen Stifte 
LDD., 45,0 0 Ew.; 2) (Hilleröd), 
ıt6fig darin, an einem Meinen See, bat 
in Gymuafium, eine Salpeter- u. eine 
zfabrif; in dem See iſt das in gothie 
erbaute königliche Luſtſchloß F., mit 
Rirche, in welcher die Könige von Dä⸗ 
Int werden; bei dem Schloß 3.-Labe- 
iche Stüterei; 8) Zeitung auf ber Injel 
Fingange zum Hafen der fchwebijchen 
Stodhoim; 4) Stadt am Golanafluß 
; 1821 gegrünket. 
Bburg, 1) die größte Stadt ter Graf- 
ylvanız des Etaates Virginia (Nord- 
m Rappahannockh⸗River u. an ber 
Richmond - Eifenbabn; Handel mit 
ehl u. Tabak; in der Umgegend Gra⸗ 
5 Kirchen, 2 Eeminarien, 2 Banken, 
n; 4000 Ew.; 2) (Brichrigöburg), 
x Grafſchaft Gillespie im Otaate Te⸗ 


a0, an. ber Straße weis Nen ⸗Vrauifeis nuach bein 
Srautgebiete (unfpränglick won: Malıtzer Bereik 
angelsgt,- In: netierer Zeit an die dentſche Colonifa⸗ 
tionsgefelfchaft für Tegas ın Biebrich abgetreten) ; 
wurbe von dem Berein zum Schutze beutidher Car 
wanberer in Texa6 gegründet; 600 Ew.; 3) 
Sauptort ber Srafgalt Gallatin im Staate Fen⸗ 
tudy, am Obio-Riser, Tabalfabriten, 2 Kirchen, 
in neuerer Zeit Warfamw genannt, 1000 Em. 

Vreberilögabe, 1821 in ter Harkthaide ange- 
legte Armencolonie bei Altona im bänifchen Herzog» 
tbum Solftein; 150 Em. 

Frederiksgave, Echloß auf ber bäniichen Inſel 


ünen. 

6 rederikshaab, däniſche Kolonie auf ber 
SWeüfte von Grönland, Hafen u. 450 Em. 

Frederikshald (Friebrichshall), Haupt 
ſtadt des norwegiſchen Amts Smaalehnen im 
Stift Chriſtiania, am Einfluß des Tiſtedals⸗Elf in 
den Swineſund, Hafen, Zucerſiederei, Tabaks⸗ 
fabriken, Handel mit Eiſen u. Bretern; 7500 Ew. 
Dabei außer mehreren Forts auf einem 350 F. 
hoben Felſen die Feſiung Ireberilökteen, vor welcher 
Karl XII am 11. Dechr. 1718 blieb. Hier Reiner- 
ned Monument feit 1814. 

Frederikshamn, 1) fonft Kreis im ruſſiſchen 
Großfürſtenthum Yinnland; 36,% OM., 26,000 
Ew.; 2) (funiih Hamine) Stadt im Gouverne- 
ment Wiborg in Finnland, liegt auf einer Halb⸗ 
infel am Finniſchen Meerbufen, Gig eines luthe⸗ 
riſchen Conſiſtoriums, hat Zengbuns, Cadetteuſchule, 
Kaſernen, Hafen am Finniſchen Meerbuſen m. 
4000 Ew. — F. wurde 1727 von den Schweben 
erbaut; 1742 branute es ab, wurde Anfang Auguſt 
1759 von Guſtav IIF. von Schweden vergeblich 
von ter Yande u. Seeſeite belagert, u. in feiner 
Näbe erlitten bie Schweden am 24. Auguſt 1789 
eine Seenieberlage. Am 15. Mat 1796 fiegten die 
Schieeben war bie Rufen, aber die Feſtung 
tonnten fie nicht erobern; bier am 17. Sept. 1809 
Friede zwilhen Rußland u. Schweben; 6. Auguft 
1921 große Fenerobruiſt, am 21. Juli 1855 wurde 
F. von englischen Ariegeichiffen in Brand geſchoſſen. 

Frederikshavn, Stadt am Kattegat im däni⸗ 
[hen Amte Hidrring in Jütland, bar 1300 Giw., 
treibt Fiſcherei, Aufternfang nm. Lootſengewerbe u. 
ift der Überfabrtsort nach Yreteritsvärn in Nor- 
wegen. Sein Hafen wird vertheidigt durch die Ci⸗ 
tabelle Fladſtrand. 

Frederiksholm, ort, vertheidigt den Hafen 
der normwegiihen Stadt Ehriftianjanp. 

Frederiänagor, ber ehemalige dünifche Name 
der Statt Serampur in der britiſch⸗oſtindiſchen 
Bräfidentichaft Bengalen, warb 1945 von Däne- 
mart an die Oftindische Compagnie verkauft 

Wrederißäde, eine der 3 kleinen dä iſchen In⸗ 
fein, welche norböftlich von Bornholm liegen u. Den 
gemeinichaftlichen Namen Erthelmen jühren. 

Frederiksoord, Armencolonie iu ber nieder» 
ländijchen Provinz Drenthe, an ber Grenze von 
Dveryifel u. fyriesiand, 18918 angelegt von ber 
Geſellſchaft der Wohlthätigkeit. In Verbindung 
damit ſiehen die zwei audern Colonien Wilbelr 
mineverd u. Willemooord, die Etrafloionie 
Dminerihans, die Beiileranſtalten zu Weenbutgen 
u. die Aderbauſchule zu Wateren. Die Besdikerung 
dieſer jänımelichen, unier verfeiben Leituug ſtehenden 
Anſtalten betrug im Jahte 1854 10,659 Seelen. 


66 


+ . Zreberilöftab bie Freetewu 


Fredevikoſtad. 1) befefigte Stadt im Amt | 11080 Ew.; 5) Gtäbtifder Bent (T 


Emwalehnen, Stift Chriftiania-in Norwegen, liegt 
' an ter Mündung des Glommen, hat einen Hafen, 

Nageifabrit, Handel mit Brettern u. 3500 Ew.; 
2) ‘ Frietrichftabt. 

Wreberiköfteen, Befung, f. u. Kreberilehalb. 

Frederiläjund, Stadt im däniſchen Amte Fre⸗ 
derifsborg auf der Inſel Seeland, liegt am Roes⸗ 
füterfierd, Hafen, Getreidehandel u. 1800 Ew. 

Frederikſvrärk, Marktfleden im däniſchen Amte 
Frederiksberg auf der Inſel Seeland, liegt an 
te Arreſce u. nahe am Sund, bat große Sehüt- 
gießerei, Salpeter- u. Pulverfabriken; 700 Em. 

Frederifövarn, Yeftung u. Kirchſpiel im Anite 
Zarlsberg-Laurrig, Stift Aggerhuus (Rorwegen), 
am Kingange des Laurvig⸗Fjord, unweit Laurvig; 
hat Secakademie, Secheipital, Arnıenbaue, große 
Baraden, Citadelle; Peſt⸗ u. Dampiichiiiverbiit- 
dung mit Jütland; zähle mit ber Strandſielle 
Stavärn 2225 Em. 

Kredman, Pſeudonym von KM. Bellman. 

Fredonia, Boftort in der Grafidait Chautauque 
des Staates Nem-Port, 6 Kirchen, Abademie, Duelle 
mit ausftrömendbem Kohleuwaſſerſtoffgas, das zur 
Straßenbeleuchtung benugt wird. 

Fredro, 1) Job. Mar. Graf F. von Ples⸗ 
zomice, geb. 1784 in Galizien, trat 1806 in Mi» 
litärdienfle, wurde Abjutant des Prinzen Por 
niatomijfi u. 1813 Oberſt u. Kommandeur eine® 
franzäfiihen Chaſſeurregiments. Nah der Wie- 
berherftelung Polei® wurde er Adjutant, banı 
Major-Seneral des Kailers Alexander, trat ale 
Hofmarſchall zu Warſchau in Kivilbienfte fiber, 
wurde Mitglied des Berwaltungsrarbes, Gehülfe 
des Diiniftere tes öffentlichen Unterrichs u. Cura⸗ 
tor der Univerfität Warſchau. In Folge der Reve⸗ 
Iution von 1830 trat er ins Privatichen zurüd. 
Im Eommer 1840 zu Weimar von einem Erblag- 
fluß getroffen, lebte er feittem in N 33a. F. überſetzte 
ins Volniſche Mebreres aus dem Deutichen, Engli⸗ 
fchen u. Frauzöſiſcheu, aus Horaz u. fhr.: Balla- 
den (bie erften berartigen Verſuche), tie Trauer 
fpiele Videw, Harald, Vanda. 2) Graf Aleran- 
der, Bruder des Vorigen, diente 1810 — 14 im 
polniſchen Heere u. war zulett Hauptmann im Ge: 
neralftabe des Kaiſers Napoleon; er lebt jetzt auf 
feinen Gütern u. tft ebeufalls als Dichter bekanut; 
namentlich gehört er zu den Repräſentanten Der 
nationalen polniſch⸗dramatiſchen Yiteramur; jeine 
Eäauipiele u. and. Gerichte find getrudt, Yennb. 
3 Bde. 

Fredum (Fredas, Wette, Gewedde), eine 
Geldſtrafe, welche nach dem Älteren deutſchen 
Strafrecht neben dein Wehrgelte (j. d) für ten 
Terlegten oder deſſen Familie noch ala Sübne ter 
begangenen Friedensbruches an ten Rönin od. den 
Richter gezabıt werden mußte. Sie bilbere je 
wiliermaßen beu Übergang von ben Compeſitionen 
(f. D.) zu Den öffentlichen Strafen 

Freedom (ipr. Friedom), 1) Städtiicher Bezirt 
mit Roftanıt (Post-township) in der Grafichuit 

aldo des Staates Maine (Nordamerika) 12000w.; 
2) Siäduſcher Bezirk mit Roftanıt in der Grafſchaft 
Cattaraugus des Staates diew Port, 1700 Ew.; 
8) Feftori in der Grafſchaft Cattaraugus dev Siaa⸗ 
tes Peunſylvanien am Ohio⸗River, —B u. 

iffebau; 4) Städiiſcher Bezirk mit Poſtant 
in der Grafſchaft Vorige des Staates Ohio; 


is der Greilhaft Wafbtenam bes States 
1300 Cw; 6) Städriiher Bart mit 
ber Grafſchaft Lafayette Des Etaates 
1400 Ew 


Ew. 

Freeholb (Ipr. Kriebett), 1) Suatu 
mit Boftamt (Bost-townshig) in te 
Monmouth ded Staates Kew-Ierien: 
2) PBoftort darin u. Hauptort der Oraflı 
hen, Bant, Alatensie, 3 Zeitungen; 
zum Anfchluß an die Cambden⸗Amber 
s00 GEw. Hier am 28. Iumt 1776 & 
ritaner iiber bie Briten; 3) Stäpdriidge 
Poſtamt in der Gratichait Warren 
Bennjylvanien: 1200 Ew. 

Freeholders (engl , ipr. Frihelder 
britanmien Die freien Yanbbefitger, bie, 
ihren Gütern 40 Pid. Sterl. Abgabe 
Recht baben, Parlamentsteputirte zu 1 
Copyholders. 

reeld:Cap (ſpr. Fribls⸗Cap), 8 
Oſtküſte von Neufoundland. 

Freemantle (ipr. Frimäntel), 1) 
der engliſchen Colonie WAuftralien, a 
bung des Schwanenfluſſes; gegenübt 
Rotteneſt mit Leuchtthurm; 2) (Hi 
aus der Waſhingtongruppe des Menden 

Freeport (ipr. Srihport), 1) Grätı 
mit Boftamt (Post-township) in N 
Cumberland des Staates Maine (R 
2800 &w.; 8) Poftort in ber Tomn 
Buffalo ber Grafihaft Armſtrong 


. Benniyivanien, am Allegbany-River 


vania⸗Kaual; Wellmanufacturen; 
3) Städtifcher Bezirk mit Poſtamt nt 
Harriſon des Staates Chico; 1200 Ew 
ort der Grafſchaft Stepbenfen im Ste 
anı “Pelatonila-River, der Ebicage-G 
kabıı u. dem Nordzweig der Ilineis-t 
2000 Em. 

Freeſoilers (engl., ſpr. Frihſeiler 
mäuner), in den Vereinigten Staaten 
einer fecialspolitiihen Reformpartei, 
Staate Die unentgeltliche Abgabe der n 
ten Sraataläudereien in der Weile x 
jedem freien Wanne, ber Das Land mw 
machen welle, 160 Acres verlieben mei 
dem bulbigen fie tem Freibandel u. vı 
idaflung der Banten u. aller inbirecı 
Ben ihren Geguern merten fie au 
im Staute New-Port, Scheunenverbre 
burners) genannt, indem man ibr 
einen Ereeß mebrerer ben Erbzins vi 
randleute jchult gab. 

Freiteue (ipr. Frihſton). Braffcbal 
Zeas (Nortamerila), 49 OM.; Klüt 
miver, Richland⸗ n. Buffalo-Creets; 
fahre auf dem Lriniy- River; Hanptor 

Freetowu Gpr. Zribiaun), 1) Da 
Diſtricies Sierra Ycone auf der Mel 
liegt an der Nordirite der Halbinſel S 
bui 11,000 Ew. u. iſt rer Sitz tes € 
alle. rin chen NWefigungen in Be 
Zudiiider Beirt mic Roſtanit (Post 
un te Granſchait Britel res Stautet I 
MNeriamcıHta); 1700 Cw; 3, Ziäß. 
ic Puſtamt in der Graiſchaft Worten 
tes New Y)ort; 1400 (Em. 


Rongafon bie Frhel 
‚behauptete. "Se Üüberuahrk während. ber Frau⸗ 


w, (pchiihen m. venetlaniſchet Fahr⸗ 
erer Größe, hinten vieredig, mit einem 
Mittelmaf. — 

e, dreimaffiges Kriegeſchiff, mit einer 
Batterie a. Kanonen anf Deck, wo⸗ 
ch von ber gebedten Torvette unterſchei⸗ 
Deck keine Batterie führt. Im Range 
n. Stärte fommt ter F. nach den Linien⸗ 
var nach den Zmeibedern. Eie find ſcharf 
um Schnellſegeln eingerichtet. Sie füh- 
2 bie 60 Kanonen u. haben 125 bis 
Beſatzung Dampf⸗Fregatten, mit 
chinen verſebene Fregatten, ſind in neue⸗ 
mer Schraubenſchiffe (ſ. d.) Sie ſind in der 
‚ Bemaftung u. Bauart den Segelfregat⸗ 


: glei, nur fänger u. fehärfer gebant,. 


eufchaften , bie dem Körper eines Danı- 
3 find, nach Möglichkeit mit jenem einee 
6 zu verbinten. F. können aud in der 
e verwendet merben, ohne Zweifel aber 
Gattung Kriegeſchiffe die geeignetfie für 
ſtark u. zugleich leichter gu mandoriren 
ienichiff, dann tie F. jeden Dienf leiften. 
6 Kauffabrerfregatten, bei. in der 
ompagnie, bie ohne Batterien, aber Doch 
regatten gebaut find. Sregatten-Gapitain, 
ſtlieutenant in ben Kriegämarinen aller 
ein Etabsofficier, welcher F. u. getedte 
u commeanbiren befähigt ift. Sregatten- 
in Frankreich u. Ofterreih eine See⸗ 
e, tie dem Gapitainlieutenant gleich 
getten: Fäbnziih,, ber nnterfle Offiziere» 
oſterreichiſchen Marine. Bregatten-Urst, 

in der Marine, mit tem Rangg eines 
16 in der Armee gleichbebeutend. 


eninfel (Ile aur regatee), Heine 
Sechellengruppe im Indiſchen Ocean; 
ber leiste 
nächtigen Corſaren. 
vogel(Tachvpetes Vieill.), Gattung 
: Belicane; — abwärts gebogen, 
mit weit ausgeſchnittener winim⸗ 
lſehr lang, Schwanz gabelförmig; ne 
ner, oft bis 400 Meil. vom Lande, fref> 
he, zun anbern Bögeln den Raub ab, 
48 Stoßtauder auf bie Seefiſche; aufs 
ver laſſen fie fig gewöhnlich nicht, ſon⸗ 
—— auf Felſen u. hervorragende 
;t: T.aquilus, (Carbo aquilus. Pele- 
ılus L.), von Gantgröße, 12 5. ſpau⸗ 
rz, Schnabel u. Geſicht roth. 
) Chriſtian Gottlob, geb. 1715 in 
alde bei Oſchatz, wo fein Bater Pfarrer 
e Kaufmann, etablirte ſich in Leipzig 
Undete bafelbft Das noch jet beſtehende 
ms Berge & Gomp.; bis 1764 hatte 
nze in Pacht, mas ihm während des 


igen Krieges mehrmals zur Flucht aus 


igte; 1763 erbielt er den Titel als 
b, wurbe Bitglieb des Stadtrathes u. 
)Ebrikian Gottlob, zweiter Schu 
1, geb. 1747 in Leipzig, trat nach ver⸗ 
leiten durch Frankreich, Italien u. Eng- 
ale Compagnon in das väterliche Ge⸗ 
jes bei. durch feine Geſchäftslenntniß, 
u. Thätigfeit die große Ausdehnung u 
Stellung erhielt, die es noch bis jegt 





ufluchtsort der in dieſer Ge⸗ 





zöfiſchen Revolutiop mehrerer Regstiationen ber 
triegfiigrenden Mächte, war nach ber Schlacht von 
Jena mit dem Derzog von Weimar u. Frei⸗ 
herr von Gagern bei ben vorläufigen Unter 
bandiungen Sachſens mit Rapeleon thätig u. 
wirfte heim Abſchluß bes Friedens in Pofen we⸗ 
ſentlich; 1907 w. 1810 Abernahm er zwei Anteiben 
für Sachſen von 3 Millionen Thaler. Er be⸗ 
tbeiligte ſich weſentlich bei dem 1792 geflifteten 
Arbeitshaus für Freiwillige w. geb den erſten Anlaß 
zu der 1803 gegründeten Armenanſtalt im Leipzig; 
er ft. 1816. 3) Chriſt. Gottl., ülteſter Sohn des 
Rorigen, geb. 1778 in Leipzig, feit 1801 mit feinem 
Schwager Chriſtian Adolf Mayer Theilneh- 
mer am väterlichen Geſchäft, in welches ſchon fri- 
ber auch ber Kammerratb Ploß (R. 1625) u. 1908 
fein jüngfter Bruder Chrifiau Ferdinand F. 
(ft. 1821) getreten waren. Seit 1804 in verſchie⸗ 
denen ſtädtiſchen Verwaltungsangelegenheiten be- 
ſchäftigt, war er feit 1912 Mitglied bes Stadtraths 
Nach des Waters Tode übernahm er mit den brei 
@enannten die feitumg bes ausgebreiteten Banquier⸗ 
geichäfts u. R. 30. Hug. 1855. 4) Ehrift. Gott- 
106, &ohn des Borigen, geb. 18U4 im Leipzig, 
wurde Theilbaber des »äterlichen Geſchäftes m. 
löniglich bänii Conſul u. Commerzrath n. 
fl. 1846 in Piſa: er jchr.: Aus dem Taſchen⸗ 
buche eines reiſenden Oypochendriften, Yypı. 1944 ; 
Genretilber aus Paris im Sommer 1944, ebd. 
1845; Erinnerungen aus bem Oflen, ebd. 1845. 
3) Livia F, geb. Gerhard, geb. 1918, beirat 1933 
bas Leipziger Theater als jugendliche Sängerin u 
leiftete in ben erſten Partien Borzigliches, ging 
dann 1835 nach Berlin, wo fie jedoch 1336 dem 
Tbeater durch Heirath mit bem Dr. %., zweitem 
Sobne von F. 3), entführt wurde. 

"regel (a. Geogr.), Stadt ter Pelifer in La- 
tium am Liris. Bon den Römern erobert u. 326 
v. Chr. colenifirt; die Umgegend brachte guten 
Wein. Im Bunbesgenoflenfrieg, 126 dv. Ghr., 
nahm %. gegen Rom Partei u. wurde desbalb von 
x. Opimius zerfiört ; jetzt Geprano, mit Trümmern 
ter alten Burg Arce auf dem Berge. 

Wregänd (a. Geogr.), Seeſtadt in Etrurien, feit 


246 v. Chr. römiſche Colonie; jetzt Torre Maca⸗ 


refe od. beim Caſtell Euide von Arrone. 

Freghi (Btretto de), Kanal des Mittelmee- 
res, zwiſchen ben Inſeln Malta u. Gozzo; in dem- 
felben Liegt die Infel Comino. 

aa us, ſo v. w. Steindohle. 

goſe, genueſiſche Familie, welche ber Re⸗ 
publit mehrere Dogen gab: 1) Domenico, Doge 
1370— 78, dann entſetzt; 2) Themas, Doge 


1415 — 43, mit Unterbrechung. 3) Janus, 


111748. 4) Auigi, Doge 1443—50. 5) Pie 
tro, Neffevon Thomas, Doge 1450—58, fiel 1458 
gegen bie Franzoſen. 6) Spinetta, Doge 1462. 
7) Paolo, Kardinal u Erzbiſchof von Genua, jeit 
1462 zu verfchiebenen Daten Doge, fl. 1498 in Rom. 
8) Giovanni Battifia, Reife des VBorigen, 
1497- 83 Doge, dann abgelegt u. nach Frejus 
verwielen. 9) Giovanni, Doge 1512—13. 10) 
DOttaviano, Dose bis 1515, damı Stuithalter 
von Genua. 
gregele, fo v. m. Campo Fregoſo. 

redel, 1) Vorge irg ter Küifte des franzkſiſchen 

Departements E-'re tu-Rord, aut Der Bai vol SL 


» Dur Et. Freiberg 

—— trtklede: | — auf rother Erde, ſo 
Iericht. re FA 

rn reiben (8 6.), 1. u. Preis). 


u —— * 

| Fe ET au 
sanmemabm | fern. im böb Krtiſe Pilfen au 
- | an it u. an. ber .bairiichen &rı 
- | ‚Shüttenhofen; bie Eimvohmer baben 

heiten, fertigen Glas, Spiegel u. a. 
#reiberg, 1) Bezirlagericht u. Ge 
nö en Kreije Dresben mii 


Fönigric 

in 1 Stabt ‚u. 35 Dörfern, wichtig 
Bergbau; 2) Amts- u. Beraftadt d 
ber Mulde am Münzbach gelegen, 
oberjtei Bergbebörben (f. unt.), einer 
mannſchaft, eines Hauptfieneramts, eiı 
tendentur, bat nächſt 6anbern Kirchen (I 
latholiſche) einen mach dem Brande r 
1490— 1520. erbauten Dom mit ber üı 
ſchen Styl erbauten fogenannten Gol 
bem Grabmal des Diineralogen Eike 


* is aliquotad | pelle, in welcher von Heinrich dem Fro 
en Sir .1658. | mit Johann Georg IV. 39 fürfiliche $ 









r Mutbung Ienpans, 5 Epitäler, Schaufpielhaus, ( 
— ———— 
u a werben u. wenn in Sparlaſſe, Derglmappicaftstafie (Ini 
u bezahlt wird, 5) terftfitsung inpaliber Bergleute u. beren 
Der Rn en: mean keine Zubuße Iofbolzhei, Freimanrerloge zu den 32 

ze: NY me Keſten von dem | ijt bie El ka. Sachſens u. ber 


















amt ächfiichen. 
erh BR Kuzra. Eine ſolche Zeche | für alle auf ben jächfiichen . Ki - 
dahrı A De ine jolche, ech jen bezligli a —— as W 
— Freir. in F. iſt ber -Bergban auf Suber, 8 


fun ber Yiebe, nad | die Gruben gewerfidiaftlich befiten, bet 
zen, jie mar ſchön u. Er wird durch das Oberbergamt, welch 


ſe ſich bei. ergötzte; 
Fern en, ibr Bölbenee | 
er her n, 
5— mahl war Odur, 
mend Def o8 u. bie anmuthige X 
welchem Ne — pe ft verlaffen batte, | yigften von -Bergergebniiffen einnimm 








e2 


wobeifie als Dlar öll, 
MT an unter ben Dienichen er⸗ 
u Bebltbaten erwies, wes⸗ 


Tendel gebaut — Ihr 
ek Reitwang, worin fie bie | 
ee Tede empfing; ber Pracht⸗ 





= 


gest 





— -er, Rach ihr iſt der Freitag | Zechen, von denen an 100 auf das: 
al da gez Rach Ih Sreitag ar. Geihidtefe beirichen werben. Im; 
ya ein Colli Kis auf ; frug das Nusbringenan Sibererzen 34; 
— —2 geliefert wird, fo | im Werth von 1,159,051 Tplr.; jämmil 
1 — — 
— won 1,190, r.; bie glaͤnzend 
* ver vom bem Befiger nah | mar 1850 1;400,000 Thlr, iiber Die 










werben barf, deu ber Be» | ben am häufigſten bejuchten Gruben fit 
gen Weibegerechtigteit zu ger | gi: Zeit die reichte Grube, & 
ae gen laſſen muß. ,,,, | der Kur jährlich 400 Thir Ausbeute s 
a ener Balfenlage diejenigen | prinz, Beichert Glüd, Alte Defimmg 
zz Ninder ftebt; Daher Freige⸗ Ä Dimmtelsjürft, melcher lebte ſeit u0 ?: 
galten =, das au einem ſolchen Ballen | tedt u. feit 200 Jahren ununterkrei 
er” m Kehlbalten. iſt m. 1769— 1819 2176 Genen &i 
ae bes Bilthauers, | Außerhalb F. find in bevamänmiger i 
Geo! geipannt wird. | uoh mertwürdig: die Gilberjpimeli 


Freiberg iO Freiburg im Breisgan 


14 Reverberirdfen, u. bes große, 
sete, auf falten Sg: bie er au 
eAmalgamirmert bei Halsbrück, 
em Brande mieber errichtet, das jähr- 
000 Sentn. Erz amalgamirt u. durch 
gelegten Kurprinzenkanal bie 
zer Gruben angeführt erbält, u. wo 
0 — 80 Eentn. Taf, durch ein Hebe⸗ 
Hebehaus aus ber Mulde in einen 
m Kanal gehoben werben. F. befitt 
bildung der Bergwerlebeamten bie 
mie, 1765 gegründet, bievorzlglichfte 
le in Europa, deren Ruhm ſeit 1775 
gründete, Freiesleben, Lampabiuß, 
‚ erbielten. Die Alademie befitst feit 
nes VBergafaberniegebäude u. in ihm 
‚ Bibliotbet, Wernerſches Muſeum, 
Perrefacten-, geographiihe Karten-, 
odellſammlung ıc., u. enthält 7 Pro- 
brere Hülfslehrer u. etwa 70 Studi⸗ 
mie für fie ift bie Sauptbergfchute. 
zergfabriken (morunter vie königliche 
), Fabrilen von Leoniſchen Gold» u. 
Tüch, Zwirn, Leder, Saffian, Hü- 
erimutter- u. Diaphanmwaaren, Blei- 
Leim ıc., Färbereien, 2 Bulvermüb- 
mühlen, 2 Buchdrudereien, 2 Buch⸗ 
Spitenflöppelei; 15,700 Em. — 
greiher Silbergruben bei Chriftiane- 
gen Sechsſtadt, durch einen Goelaer 
. teren Bearbeitung durch Harzer 
, Beranlaffung zur Gründung Frei- 
Bau nebft Dem des Schloſſes im Jahr 
Regierung des Markgrafen Otto bes 
Reigen begann, nachbem derſelbe vom 
rgregal erlangt hatte. Ihren Namen 
abt, in melcher es anfangs auch einen 
oigt gab, von ten ihr errheilten wich⸗ 
ibeiten. Markgraf Heinrich der Er⸗ 
ere Die Münze, welche bie 1556 be- 
‚den Bergfchörpenftuhl. Vom I. 1294 
h das Feer Stadt⸗ u. Bergrecht. Im 
erte Kaiſer Adolf nach 16monatlicher 
die tapfer vertbeidigte Feſtung F., 
raf Friedrich ver —*— erſt nach lan⸗ 
1306 wieder gewann. 1449 wurde F. 
Bilhelm vergeblich belagert, u. ben 14. 
sche bier der Prinzenräuber Kunz von 
ntbauptet. Bei der meißner Yandes- 
.1485 fam F. ganz an Herzog Albrecht, 
Bergmwerte beiden fächfiichen Fürſten⸗ 
iſchaftlich blieben, bis Derzeg Morit 
vürde auch ben alleinigen Befit ber 
rfe erlangte. Unter Herzog Heinrich 
m, welder 1512 — 39 hier refibirte 
Reformation einführte, bob ſich bie 
ß fie im 3. 1540 über 40,000 Ew. 
murbe der erfie Berghauptmann eine 
Breißiajäbrigen Kriege wurde F. 
n Raijerlichen unter Gallas erobert, 
a Schmeden unter Baner zweimal, 
12 bie 17. Febr. 1643, u. unter Tor⸗ 
ert. Bei %. od. eigentlich bei Brand 
etbr. 1762 das letzte Treffen des Sie⸗ 
rieges vor, in welchem bie Oſlerreicher 
irmee von den Preußen unter Prinz 
lagen wurden. Im letsten Frauzeſen⸗ 
6 18. Sept. 1813 durch einen Überfall 


db 


der öfterreichifche General von Scheither ben Fran⸗ 
zofeu. Sauptbrände haben F. betroffen 1375, 1386, 
1471,.1484 n. in den a 1632, 1634 u. 
1639. Bgl. Möller, —* Chrenit, Freib. 1653; 


Breithaup Die Berg abt F. 866. 1825; Benſeler, 
Geſchichte —* u. feines Vergbaues, ebd. 1843, 
2 Bde.; Trebnas, Merkwürdigkeiten ber tiefen 


Hauptftollen des Bergwerks %., Freib. 1804; b’Au- 
buiffon. Des mines de F. et de leurs explora- 
tion, %p3. 1802, 5 Bde, 8) (Przibor), Stabt 
an ber Lubina im mährifhen Kreife Brerau, 3400 
Ew.;4) Schloß im Kanton Graubüntten, Stamm⸗ 
Nat be Familie Be 

iberger Bergwerkskanal, große, ſehr 
merfwürdige Wafferleitung, leitet vom Urf 
der Flöhe das für bie freiberger Berg- u. Hütten» 
werke nöthige Wafler ab. Zu ibm gebört ber 
ee anonelen, in tem bas Waf- 
er 4 Stunde unter der Erde durch einen Berg ge- 
leitet wird, u.ber Dörenberger Kunftgraben, 
ans einem Teiche bei Dörenberg tem Kanal Spei⸗ 
jung zuführend, geht ebenfalle durch mehrere Berge. 

Green er Mulde, Fluß, f. u. Mulde. 

eibeuter,, 1) fo v. w. Seeräuber; 2) über» 
baupt fo v. w. Räuber; 3) fo v. w. Raubbienen. 

Sreibiliets, Enireebillets, eigene bezeichnet, da⸗ 
mit ber Inhaber freien Eintritt zu Theater, Con⸗ 
certen u. funftigen öffentlichen Aufführungen u. 
Belufigungen habe. 

eibodenmanner, fo v. w. Freeſoilers. 
bote, ſ. u. Fehmgericht. 
brief, 1) Urkunde, wodurch Einem gewiſſe 
Freiheiten od. Privilegien ertheilt werben; 2) fo v. 
w. Salvus conductus. 

Freiburg im Breidgau, Hauptftabt des babi- 
ſchen — u. des gleichnamigen Stadt⸗ 
u. Landamtes, welches letztere 10 DM. u. 27,300 
Em. zählt; liegt am Fuße des Schwarzwaldes, an 
ber Dreiſam u. an der Eiſenbahn zwiſchen Heidel⸗ 
berg u. Bafel; Sig bee Erzbiſchofs der Cherrhei- 
nifhen Kirchenprovinz, eines Domcapitel®, ber 
Kreisbehörten, eines SHofgerichte, eines Forſt⸗, 
Stadt⸗ u. Yanbamtes; au tem Fiſchmarkt ftebt 
tie 1607 errichtete Statue Bertholbe IIT. von Zäh⸗ 
ringen, bes Stitters von F.; hat 7 Kirchen, Darunter 
Las gothiſche Münfter, jetzt erzbiichäfliche Kathe⸗ 
trale (mit 356 Par. F. hohem Thurm, 26 Altären, 
von 1152— 1513 erbaut), Die ewangelifhe Lud⸗ 
wigskirche, im Romaniſchen Styl, 1839 neu aufge⸗ 
baut; andere bemerlenswerthe Gebände find: bie 
erzbiichätiiche Nefidenz, das Regierungszebäubde, 
das Rachhaus, Das Kaufhaus. Die katholiſche Uni⸗ 
verfität (Albertina) wurbe 1457 vom Erzherzog 
Albert von Kflerreich geftiftet, fie hat 41 Prof 
ven u. zählt zwiſchen 300 u. 1400 Studenten. Mit 
ihr verbunden ift eine Bibliothek von mehr ale 
100,000 Bänden, Naturaliencabinet, Chemifches 
faboratorium, KMinicum, Botaniſcher Gurten, 
Anatomiſches Theater; vor ber Univerfität wurbe 
am 30. November 1853 das Standbild des Mönchs 
Berthold Schwarz aufgeridhtet. Außerdem ift hier 
ein Möndhstlofter, ein katholiſches Theologiſches Se⸗ 
nıinar, die beiben weiblichen Yebrinftitute Adelhau⸗ 
fen u. der Urfulinerinnen, Kraulenhaus, Hoipital, 
Waiſenhaus, Milttärbofpital, Diutterbaus ber 
Barmherzigen Schweftern, Lyceum, böhere Bür⸗ 
gerſchule, Gewerb⸗ u. Handelsſchule, Leihhaus, 
Findelhans, Blindeninſtitut, neues Muſeum, Thea⸗ 


‚670 
ter, Cichorien⸗ n. Tabalsfabrif, 2 Pottaichefiete- 


reien, Gerbereien, Yerılgang von muſikaliſchen u. 
chirurgiſchen Iuftrunenten, Glockengießerei, 4 Buch- 
bandlungen, 5 Buchdruckereien, 6 Steinbrudereien. 
"Auch der Betrieb der Landwirthſchaft iſt von großem 
Umfunge, u. bef. wird Getreide, Hanf, Raps, Tabat, 
Obſt u. Wein gebaut. Mebrere ſchöne Epakier- 
gänge auf dem ehemaligen Wall, im Alleegarten, 
anf der Ludwigehöhe (fonfl Sqloßberg). Mit den 
eingepfarrten Dörfern u. Militär ; 16,000 Ew. F. 
if die Baterfiatt von Berthold Schwarz u. K. W. 
von Rotted. — F., 1118 von Berthold III., Gra- 
fen von Zähringen, erbaut, am 122% durch Hei⸗ 
rath an Die Grajen von Fürſtenberg. Nachdem bie 
Stadt ſchon mehrere Verſuche gemacht hatte, fich von 
der Gewalt der Grafen zu befreien, ſchloß fie 1327 
‚mit anderen Stätten einen Bund u. behauptete 
ihre Unabhängigkeit bis 1366, wo diefelbe von ben 
Graſfen von Fürftenberg gegen 20,000 Dart Sil- 
ber anerlannt wurde. Das Geld dazu gab der 

erzog von Ofterreich ber, u. dieſem mußte ſich hie 

tadt, als fie Die Summe nicht anfbrachte, 136% 
unterwerfen. F., zur Zeit des Dreißigjährigen 
Krieges eine bedeutende Feftung, wurde 1634 u. 163% 
von den Schmeben erobert, am 24. Juli 1644 aber 
von den Baiern unter Mercy genommen; 5.—). 
Aug. 1644 bier Schlacht zwifchen ten Baiern nuter 
Mercy u. Franzoſen ımter Enghien u. Turenne 
zum Nachtheil ber Letzteren. Am 25. Now. 1677 
nahmen die Sranzofen unter Crequi F. durch Ser: 
rath u. hielten die Stadt bis 1697 beſetzt, wo F. im 
Ryswijker Frieden an Ofterreich zurüd Tanı; au 16. 
Sept. u. 17. Det. 1713 wieber von ben Franzojen 
belagert, wurde F. durch Kapitulation genemmmen 
u. im Raftadter Frieden an Oſterreich zurüdge- 
geben. 1744 wurde F. wieder vom 30. Oct. bie 
25. Nov. von ten Franzofen belagert u. anı 23 Nov. 
durch Capitulation genommen. Die Franzoſen 
[leiten bie bedeutenden Werke, bevor fie bie Statt 
den Oefterreichern in dem Frieden zu Aachen zurück 
geben, 1801 kam F. mit dem Breisgau an Erz- 

erzog Ferdinand u. 1806 an Baden. Am 23, April 
1848 bier Gefecht zwiſchen ben badiſchen Aufſtändi— 
ſchen u. deutſchen Bundestruppen, welde Yeßtere 
fiegten u. am 24. April bie Stadt einnahmen. Nach- 
dem Ente Juni 1849 bie vevolutionäre Regierung 
vor dem Anzug der Preußen Karlsruhe verlafjen 
hatte, nahm biefelbe in F. ihren Sit, Jo wie fich 
auch hier Lie Kefte der Injurgenten unter Siegel 
ſammelten, aber Leim Herannahen Der Preußen 
Die Stadt verließen, melche von biejen am 7. Juli 
beſetzt u. erft 1851 wieder geräumt wurde. 1557 
wurde das 4. Säcularfeft der Univerfität gefeiert. 
Bol. Schreiber, Geſchichte u. Befchreibung tes 
Münfters zu F., Freiburg 1825. Frenkele, 5-8 
geſellſchaftliche Iuftitute, Freiburg 1356. Führer 
Durch das Ser Münfter, Sreib. 1957. 

Freiburg in der Schweiz, 1) 9. Kanton in 
der Schweiz, beflebt aus tem Hauptland u 3 En: 
claven im Kanton Waadt; Flächengehalt 26,6 (29,7) 
DOM.; grenzt gegen Norden u. Often an ven 
Canton Bern, im Süden u. Südweſten au den 
Canton Maadt u. gegen Norbmeften an den Neuen— 
burger See; an demſelben liegt auch Die größte Der 
Enclaven mit Eftavayer, die beiden feinen, Sur 
pierre n. Vuiſſens, etwas ſüdlich davon. Die Tier: 
flähe des Cantons ift vorherrfchend bergig, ı. 


.. . . Zreiburg in dee Schweiz 
Nlichen u. füdweſtlichen Theile, we vom 


zuerſt ein — Landrũcken zwiſchen 
u. den Zuflüffen des Neuenburger & 
2140 5. erhebt u. im Wiſſtenlach au 
zweiter aber unter dem Namen des ( 
zwiichen Broye u. Saane auskreitet, de 
böchften Gipfel die Höhe von 37u3 F. 
ebenfo im öftlichen Theile, im melden 
Stodborntette einen Zweig entente 
Saane mit dem Perra 5300 $; de 
6582 F., Kaiſeregg 6615 F., Schafbt 
hoch; endlich ziehen ſich noch von ben 9 
Alpen vom Deut de Jaman her Zi 
fürlichen Theil, we der Molejon 61727 
matt 6637 $., ter Tzermont 6979 7. 
faire 7250 F., ber Banil noir 7346 $. 
Der größte Theil des Hügel- u. Bergli 
ans Sanbſtein, welcher viele Verſici 
ſich har u. im Giblour von Nagelflu 
wird, worunter fi häufig Steinfohlen 
Kalkfteinformation der Alpen im Zi 
häufig Feuerſteine, Gyps u. Kal 
Größere Ebenen finten fig nur m ke 
Eee, u. nörbli von dieſer breitet f 
Sumpfland aus, zum fogenannten gt 
gehörig. Die_meiften Flůſſe gehören 
gebiet, Hauptfluß ıft bie Saune (Zar 
die Mitte des Kantons von Süden ı 
durdftrömt, rechts die Jaun, Erger 
lints Hongrin, Treme, Sionge, Glaße, 
nimmt u. bei Laupen in deu Tanton 
gebt; bie Veveyſe fließt in den Genfer 
der Biberubach u. Chanton in den Mi 
Die Hälfte des fehteren u. ein bebeu 
des Neuenburger Sees gehören bem 
der außerdem noch fleinere befitst, mie 
fer See bei Freiburg u. den Schwarzj 
der Senſe; auch Diinceralgnellen 
mehrere u. find ſämmtlich Ichmeieih 
Klima ift im Norden milter als im 
Virtelftand des Barometerd 6—7 Ar. 
ducte in den Thalflächen ber jrlüile: 
Mais, Obft, im Norbweiten Getreide 
müſe, Tabak; höher hinauf wechſeln U 
u. Wälder, u. bier ift Die Viehzucht v 
nebſt Waldeultur; berühmt find Lie Kä 
erz; gezogen werden Ninter, zum be 
der Schweiz gerehnet, Schafe, Ziegen, 
Pferde, an Wild finden fih Gemſen, 
Luchſe, jelten wilde Schweine, im Norte 
Geflügel. Außer den genannten jind 
Erwerbszweige, Strobfledhterei, C 
briintion von Zabat, Baumwellen- u. 
mwaaren, lbren u. etwas Zeitenm 
Belfipracde ift eine franzäfiich - Ten 
iprache in mehreren Dialekte; die deu 
vor um Freiburg u. Murten, Die Sprad 
angelegenbeiten ift die franzäjifche: 1 
Einw., wovon ! Proteftanten, alle üb 
liten find, Die zum Bezirk Des Biſchefar 
gehören. Eingetheilt tft der Canten 
den Saane-⸗, Vroye-, Glane-, Arc 
Senſe-⸗ u. Veveyſebezirk. Die Verie 
Cantons ven 4. März, 1848 ſtimm 
lichen mit der der übrigen repräſen 
kratiſchen Cantene überein u. beta 
ſchaffung ter Tedesſtraſe, Aumbedu 


beſonders waltet der Gebirgscharalter vor im flld» joratsrechte, Subſtitutionen u. Fami 


Fretbarg ih der. Echweiz 


Fo 


⸗ Unverleglichleit bes’ Cigenthums ale | wurde ir veichäunmittelbar, abet im 14. Jahrh. 


imliche Artikel. Die geieggebende Ge⸗ 
zroße Rath, beftebt aus den durch 
ſamuilungen, wozu jeter Bürger ge 
6 20. Jabr zurüdgelegt dat, u. aus 10 
zreßen Rath jelbſt gewählien Mitglie⸗ 
Amtsdauer iſt auf 9 Jahre feſtgeſetzt. 
warath beſteht aus 7 durch den Großen 
e 8 Jahre gemäblten Dusgliedern u. 
em Werwaltmmgebezirte einen Ober⸗ 
ı feinem Etellvertreter. In den Na⸗ 
ender F. 5 Mitglieder, in ten Stän⸗ 
ım Bundesbeer jtellt es 4432 Dann n. 
Franken ale Bundesbeitrag. Die orbi- 
ıbınen betrugen 1853: 1,060,771 Fr., 
Ausgaben 938,049 Frauken. — In 


Maßenu. Gewichten rechnet 8. in 


t wie die Übrige Schweiz, ſ. d. rüber 
iuchtich ald Längenmaße: der Fer Fuß 
mer Werlihub; die Elle von verfchie- 
‚der Etab in der Stadt F. — 474,16 
; die Werfllafter von 10 Schub, ter 
n 50,000 DSchub = 43 iranzöfifche 
b das Getreidemaß war verſchieden; 
t hatte ter Mütt 3 Sad, 12 Coupes 
3ichets (Diäg), 28 Quarterons, 288 
nn); 1 Sud — 127,746 Piter = 5440 
bitzoli. Flüſſigkeitsmaß: das Faß A 
(Eimer), & 25 Maß, à 1 Schoppen 
ie Maß, welche wieterum verichieden 
it in F. 9,583 Piter = 78,74 Pariſer 
Das Gewicht war ebenjalls verſchie⸗ 
das Pfund Krämer- od. Eiſengewicht 
Sramm; Gold- u. Silbergewicht Das 
Poids de marc. 2) (3. im Üdtlande), 
bes Cantons an der Suane, befiebt aus 
:denben Unterftabt im engen Flußthale, 
zöſiſch redenden Tberftadt, Die fich_ter- 
jan einen Zantftein’elfen erhebt. Über 
ührt eine große Hängebrücke, 1832 bis 
t, 855 Schweizer Fuß lang, 20 Ruf 
zweite Drabtbrüde jüdweſtlich bei der 
Das Galternthal, 1840 erbaut, 594 Fuß 
Stadt ift mit boben Mauern umgeben, 
iche Plätze, Nathhaus, Ftegierungsge- 
ize, Zeughaus, Staategefängniß, Stadt: 
Archiv, Cantonoſchule im ebemaligen 
Jeſuitencollegium, VBürgerhoſpital, Pri- 
Pycrum mit Cantonomuſenm, Stern⸗ 
nomiſche Geſellſchaft u. Geſellſchaft der 
richer, Sparkujle, Theater, 8 Klöſter 
I, worunter die 1183 — 1500 im Gethi⸗ 
rbaute Haupikirche St. Nilolaue. Bor 
je ſtebt noch Die 1490 zum Andenken 
ver Schlacht gepflanzte Linde F. it 
x Gantonbebörten, des Biſchofs von 
iner eidgenöfftichen Poſidirection, eines 
ibuweau 20.5 bat über 100 Gaftbäufer, 


Bäder, Yrauereien, Fabriken für Zar ı 


ie, Steob, Rayence, Eiſengeſchirre, 
nebhrere Farbereien u. Gerbereien; Frei⸗ 
La Kögönerde; 95800 Ew.; wovon 
500 Proteſtanten. 
en F. gebörte im frühen Mittelalter, als 
8 ũchilantes, zur Frauche Comte. Weit 
ꝛs im 11. Jabrb. zum Deutſchen Reiche 
m Gebiet ter Grafen von Zäbhringen. 


V. gründete bie Stadi 1179, 1219 ; 


. 


den Grafen von Koburg u. darın den Grafen von 
Babeburg unterrworfen. . 1450 eroberte fir ber Her- 
og von Savoyen u. beſaß fie bis 1477. 1481 trat 
4 mit feinem Gebiete durch das Stanyer Ber» 
fommniß der Eidgenofienichaft bei. -1516 wnrde 
in der Stadt der Friede zwiſchen König Franz I. 
von Fraukreich un. den Schweizercantonen, welche 
fih der Beftgnahme Mailande widerſetzten, unter- 
zeichnet. %. blieb beim Beginn der Weformation 
kei der Katholiſchen Kirche, weshalb fi 1525 der 
Biſchof u. das Domftift von dem Proteftantiichen 
Bafel neh F. begaben. Dennoch ſtand %. 1530 
Bern u. Genf gegen den Herzog von Savohen kei, 
der als Inbaber ber Gerichtsbarkeit im letzter 
Stadt die Reformation mit Gewalt zu nnter- 
drüden firebte; in Folge deſſen wurde ber Derieg 
zum Frieden von St. Julien genöthigt. Als aber 
1534 der Rath von Genf die öffentlihe Ansitbung 
der Reformirten Religion geflattete, bob F. feinen 
Bund mit Genf auf. F. theilte nun bas allge 
meine Gefhid der Schweiz. Die Verfaflung des 
Cantons war Anfanys demokratiſch, doch nad m. 
nach bemächtigten fich die Patrizier der Regierung 
un. bilteten ben Rath der Sechziger od. bie Heim⸗ 
lihe Kammer (die Heimlichen). Unter vielem 
Nathe entftanden Barteiungen, Die ſich bald weiter 
verbreiteten, u. 1787 empörten fih Vilrger u. 
Landleute u. wollten die Lisberige Verfaffung um⸗ 
flogen. Anfangs begfinftigte Das Glück den Auf⸗ 
ſtand, aber mit Berne Hürfe unterbrüdte ber Rath 
denfelben u. nachden er Durch Verfprechungen das 
Voll berubigt Hatte, ließ er es beim Alten. In 
Folge der Franzoſiſchen Revolution erneuerten fich 
die Unruben, u. mit Dillie der Franzoſen, welche 
am 2. März 1798 F. beſetzten, wurde die Berfaſſung 
umgeftoßen. 1803 wurde %. einer der 6 Vorürterder 
Helverifchen Republik. Die neue demokratiſche Ber- 
faflung wurde nach Napoleons Sturz, am 27. 
Mai 1815 wieder aufgehoben u. die ariſtokratiſche 
Beriaflung mit einigen Dotificatienen wieder her» 
geſtellt. Der Große Ratb von 116 Mitgliedern u. 
der Kleine von 16, fo wie Pas Keninrgericht (Ger 
richt ber Feimlichen), weiche über Erbaltung ber 
Couſtitution wachen follten, traten wieder an die 
Spitze ter Regierung Das ariftofratifche Regie 
ment laftete mit fchweren Drud auf der großen 
Mafie Des Volles u. wurde für ven Kanten u. ſpä⸗ 
ter fir Die Eidgenoffenichaft verhängnißvoll durch 
bie Berufung der Jeſuiten, melde in %. den 
Hauptſtützpunkt ihrer Ordenspropaganda fanden. 
Schon 1829 zeigte fih in F. große Unzufrieden⸗ 
beit, die aber durch firenge polizeiliche Draßregeln, 
Preßzwang 2c. niedergebalten murbe, aber im 
He.bft 1930 wurden die Unruhen bedrohlicher. 
Am 27. November 1530 verlangten Abgeordnete 
von Murten eine Qeränderung der Verfaſſun 
in bemofratiihem Sinne, u. obgleich der Sat 
das Geſuch abſchlug u. Truppen in ter Etabt 
zujammenzog, fab er fib doch ſchließlich ge⸗ 
nörhigt, dem Dringen Des Volkes nachzugeben. 
1831 wurde nun cine nene Berfaflung einge⸗ 
führt, durch welche alle Vorrechte Der verfchie- 
benen Orte vor den andern u. der Patrizier auf: 
eboben u. velltommene Gleichheit Der Rechte u. 
Bffichten für alle Staatsbürger eingeiührt wurde. 
Nach Einfübrung dieſer liberalen Veriaſſung vem 
24. Ian. 1631 blieb die eigentliche Regierungoge⸗ 


62 


fuiten, bie das Landvolk beberrichten wm. ben 
DBürgerfiand fogar .noch leichter in ihr Interefle 
* ziehen wußten, als früher bie Patricier. 

ie liberale Partei lämpfte vergeblich gegen bie 
fi$ immer verftärlende geiflihe Gewalt an; im 
Großrath zählte fie kaum ein Drittel der Stimmen; 
der Staatsrath wie bie wichtigen Stellen der Be⸗ 
irterichter waren mit Ultramontanen bejegt. Am 

rien regte fich ber proteftantilche Bezirt Mur- 
ten, der [hen 1844 in Folge der Jeſuitenberufung 
nad Luzern an ber, durch die Schweiz gehenden 
Bewe lebhaften Antheil genommen hatte. Eine 
Broteipetition ging von Murten aus an die Tag- 
ſatzung nad) Zürich, u. ale dieſelbe vergeblich geblie- 
ben war, brady am 6. Ian. 1847 ein Aufftand zu 
Murten aus, der jedoch von ben Ultramontanen 
unterbrüdt wurbe; bie liberalen Führer entflohen, 
10 Santonsbärger wurden verhaitet u. erfuhren 
die ganze Strenge bes GBejetzes. Die Regierung 
hielt num erſt recht fe zum Sonberbunte, Im 
Sonberbundstriege war %. ber erfie Canton, gegen 
ben ſich der Angriff des eidgenöſſiſchen Heeres rich⸗ 
tete. Am 13. Nov. 1847 waren die beiden in das 
Sand eingerüdten Divifionen in der Nähe von F. 
angelangt, u. am 14. ergab ſich die Stadt; die Re- 
gierung erflärte, fi ben Beſchlüſſen ber Tagſatzung 
unterwerfen zu wollen. Die Jeſuiten waren ent- 
flohen, ber alte Staatsrath hatte ſich ſelbſt aufge⸗ 
löf, Männer von erflärter Yiberalität bildeten, von 
einer Bollsverfammlung provijoriich ernannt, bie 
neue Regierung. Der von der Sonberbundsregie- 
rung im Ian. 1847 verjaflungswibrig ernannte 
Gemeinberath mußte dem früheren wieber weichen. 
Durch Decret vom 19. Nov. wurbe den Jeſuiten 
u. ben mit ihnen affiliirten Corporationen u. Con⸗ 
gregationen Das Nieterlaffungs- u. Erwerbungs- 
recht im Kanton gänzlich entzogen, bie ihnen ange- 
börigen Perſonen aus dem Gebiet des Kantons 
gewicien u. alle von ihnen beſeſſenen Güter für 
das Staatövermögen eingezogen. Franciscaner, 
Capuziner, Auguftiner ꝛc. blieben ungeftört in 
ihren Rechten. Bon der Regierung wurde dem 
neuen, faft ohne Ausnahme aus liberalen Mitglie- 
bern beſtebenden Großratb ber Entwurf einer 
neuen Berfaflung vorgelegt, weiche auch, obſchon 
dem Volle nicht zur Annahme od. Berwerfung vor- 
gelegt, am 10. Juli 1848 die landesrechtliche Ge⸗ 
mährleiftung erhielt. Der Streit zwifchen der ans 
Ruder gelangten Partei u. den Clerikalen ftieg jet 
ur größten Erbitterung, theil® wegen in Die Ver- 
N fıung aufgenemmener harten Beſtimmungen 
über die Geiftlichleit, theils wegen ber gewaltigen 
Höhe ber Steuern u. Strafen als Kriegeoccupa- 
tionsloften von 1,600,000 Franken, die dem Cle⸗ 
zus in ſehr millfürliher Vertheilung auferlegt 
worden waren. Als die Regierung Gewaltmap- 
regeln ergrifi, appellirte bie Geijtlichleit an Tas 
ohnehin ſchon aufyeregte Bolt. So brab am 
23. u. 24. Üctober ein Bauernaufftand in 
der Gegend von Rue u. Chatel St. Denis aus, 
wobei an 2000 Landleute, nach Gefangennehmung 
der Bezirkebeamten u. Großräthe, die Prieſter mit 
dem Kreuze voran, gegen F. zogen. Die Regierung 
unterdrücdte jeboh, mit Hülfe Berner u. Waadter 
Milizen, die Empörung im Keime. Biſchof Da- 
rillen wurde bierauf am 25. Oct. verbaftet, zu nächſt 
nach Lauſanne, dann nad Schle Chillen abge⸗ 


Freiburg in der Schweiz 
walt im Cantone denneoch in ben Hänten der Je⸗ | 


führt, am 13. Dechr. Über die franzöfld 
bracht u. ihm wnterfagt, in bem Eyı 
nfanne u. Genf bilhöfliche Kunctten 
üben u. in ben zur Diöcele gehörigen 
fich ferner aufzubalten. Seitdem blieb bie 
im Cantone troßg einer allgemeinen Un 
vermindert. Die Regierung hielt fi y 
jedoch immer mehr die Eympathien di 
rung, wie ſich dies auch in einer Petiti 
Aüdtritt des Staatsraths forkerte, fand 
Schritt zur Berföhnung verjudhte Le 
Bermittelung der Bundetverſammlung 
tbun, daß ec am 21. Dechr. bie Strai 
wegen ber Octoberereigniffe in fo meit ı 
daß nur bie zeitherigen linterfuchyng 
Angellagten jugewielen, Die Kriegit 
1,600,000 Sranfen aber, um 200,000 7 
mindert, in eine gejwungene Anleihe ır 
werben follte, welche nach 20 Jabren 
zablung zu vergüten fei. Inzwiſchen 
Biſchof Diarilley bereits ben Kanten 
Interdiet belegt, u. in Folge hiervon bi 
1850 ein zweiter Aufſtand aus, der je 
los blieb. Eben fo erfolglos war ein brit 
am 22. März 1851, bet bem gegen 80 
Greierz u. Romond unter Fübrung de 
Carrard die Stabt überrumpelten, 
duch Bürgerwehr u. Gensbarmerie i 
1. großentheile gefangen wurden. Di 
gewann aus dieſem Putſche neue Kraft. 
dem 8. April einberufene Großrath bill 
der Regierung getroffenen Maßregeln 
einen außerordentlihen u. unbeichrän 
bebufs Ausführung von Maßregeln zı 
baltung der Ordnung u. verlangte vor 
bie Internirung des Biſchofs Maril 
ſchen ftellte fich immer mehr beraue, baf 
° rer Bevölkernng entſchiedene Geg 
ſtehenden Regierung waren, die ſich n 
Bajonette der Berner u. Waabtlänte 
dabei vor feiner Gemalttbärigkeit zu 
Die große Menge mellte fih durch Xı 
dieſem Drude befreien, Die Beſonnen 
vor durch eine friedliche Moiksneriar 
Stärte ibrer Sache zu zeigen, mas nad 
meinen Schweizer Bundesrechte nicht 
dert werben konnte. Sie wurde auf! 
1852 zu Bofieur zwiſchen Stadt Freib 
(Bulle) von den geachterften Männern d 
Quilleret an ber Spite, anberaumt. 
16,000 Bürger bes Cantons kamen bie 
u. beichlofjen eine Eingabe an den i 
worin fie gegen bie ihnen von einer fl 
Derbeit mit Hülfe fremder Wañen au 
Berfaflung fi verwahrten u. verlangt 
Berfafluug ihres Kantons dem Volle 
mung vorgelegt werde. Die eidgenöiſiit 
Ichaften, welche Die Verfafiung ven 1 
Jahre gewäbrleiſtet hatten, ſchlugen 
langen ab, beſchloſſen aber, daß die re 
noc rüdftäntigen, den Souderbundcan 
legten Kriegsentſchädigung im Betrag 
Millionen Denielben eriaſſen fein jehe. . 
cale Regierung ibr gejtrenges Regimen 
jo folgten neue Aufſt äünde; der vom ?2 
mit dem Bürgerwehrhauptmann Bir 
Spitze, murde erit in der Nacht vem?21. 
Mai beſiegt, wo Die Affränteicen die? 


Freiburg (aubire ShKtte) bis: Breibant 


; wollen. Das Hervortreten ber malte 
eſſen änderte aber auch bier bie poli⸗ 
indem die radicale Bartei mit der con⸗ 
ı dem Berlangen nach einer Eiſenbahn 
See Über die Stadt F. nach Bern zu⸗ 

Unerwartet wählte daher ber Große 
‚0. 1854 zwei Dauptgegner ber Radi⸗ 
trweide u. Bondallaz, zu Negierungs- 

In Folge einer Übereinkunft mit der 
terung fand tie Rückkehr bes vertrie- 
16 Marilley unter ter Bedingung ftatt, 
hof die Schweizer Buntesverfaflung 
»malverfafiuug anerkenne u. daß vom 
tegiement über tie Ausübung ber bi- 
bemalt zur Verhütung jeder ferneren 
iſchen der weltlichen u. geiftlichen Ge⸗ 


ı würbe. Einen entfchietenen Sieg er- | 


nfervative Bartei bei ten Neuwahlen 
Rathe (Bejetggebungstörper) im Dec. 
einem Zufammentritt beſchwor berfelbe 
atsgelege, beſchloß aber tie Verfaſſung 
$an.1957). Dieneue Berfaflung wurde 
gelegt u.von ibın mit großer Mehrheit 
3 (27. Mai). Die in Folge der Ereig⸗ 
icht begnadigten Verbannten od. Ver» 
sbielten Amneftie, darunter ber früber 
:eihe Dekan Aeby. Der Verkauf von 

geiftlihen Gütern wurde eingeftellt, 
ſteheuren Klöftern die Aufnahme von 
tattet u. das Decret Über Aufhebung 
zurüdgenonunen. Der Große Rath 
zeſoldungen ber Regierungsmitglieder 
wieder heriniter u. ernanute größen- 
Bigte u. bejonnene Männer. An bie 
tautonsfchule ftellte Die Regierung wie⸗ 
eiftliben (Sept. 1857). Eine jejuiten- 
Richtung fcheint aber weniger allgemei⸗ 
g gefunden zu haben, denn al® ber 
(März 1858) beichloß, den efuiten u. 
ihr im Jahre 1847 von ben Radicalen 
nes Eigenthum zurüdzugeben, wurbe 
ng weniger güuftig, fo daß bie Regie⸗ 
ranlaßt jab, um 3. April die Stubt F., 
3 der Radicalen, in Belagerungszuſtand 

Eie beauftartete auch bie Verpflich⸗ 
er zu Gemeindebeauiten gewählten Ra⸗ 
ing an die Wahlen mit denſelben ger 
‚ Mitteln zu beberrichen, mit beiien Die 
ich im Beige ber Regierungsgemult zu 
fucht hatten. Bgl. Lalive d'Epinay, 
Fribourgeoises pour les années 
d, Freib. 1810; Etantsverfaffung u. 
Stadt u. Republit F., Freib. 1816; 
treffend bie Organijation bes Kantone 
17; Sammilung der Geſetze, Decrete 2c. 
ng bes Cantons F., reib. 1503—1817, 


g (andere Gtäbte), 1) 8. an ber ün- 
im Kreife Duerfurt des preußifchen Re⸗ 
irts Dierfeburg ; Bergihloß (Neuburg, 
); Tuchweberei, einbau; 2600 Em. — 
5 Reuburg wurde 1069 vom Yantgra- 
dem Springer erbunt, der auch bier 
hei See Ludwig der Eijerne einen 
m Thüringer Epelleuten, ſ. Tbliringen 
293 eroberte u. zerfiörte es Kaiſer Adolf 
; Friedrich der Gebißene lieg es wieder 
1307 verpfändete es Albrecht ber Aus⸗ 
⸗Eexiton. & Aufl. VI 


673 


eartete an den Biſchof von Merſeburg, da aber 
aub von ba aus getrieben wurde, fo ereberte 
Landgraf Friedrich der Ernfthafte 1332 das Schloß, 
u. nun refidirten bie ſächſiſchen Bfalzgruien u. bie 
ganbgrafen von Thüringen in F. Hier ben 21. 
October 1813 Gefecht zwiſchen ben erg 
unter Bertrand u. ben Preußen unter Port. 2) 
#. unterm Fürftenftein, gräflich Hochbergſche Stabt 
an ber Polsnitz, im Kreiſe Schweidnitz bes preußi- 
(hen Regierungsbeziris Breslau; 1 evangelifche, 
2 fatholifche Kirchen; bebeuteute Leinwandg e, 
Zabadfabril, Bierbranerei, Granutweinbrennerei; 
5250 Ew. Dabei tat alte u. neue Schloß Für⸗ 
ftenftein, jenes 1288 errichtet, tiefes gegenüber, 
mit Gemälve-, Kupferſtichſummlung u. Bibliothek. 
3) Anıt in ber Yandbroftei Stade in hannöverfchen 
ürftentbum Bremen, an der Elbe; umfaßt das 
isberige Grüfengericht Kehbingen Freiburger An⸗ 
tbeilg, mit 66000 Ew.; darin 4) Marktfleclen u 
Amtsſitz an ber Eibe, norbmeftlih non Stade, wit 
kleinem Elbhafen, der aber verſandet; 950 Em. 

Freibürſche (Jagdw.), fo v. m. Bürſch. 

Freicorps, ein für die Dauer eines Krieges u. 
in ber Negel aus Freimilligen errichtetes, zu ge⸗ 
wagten Unternehmungen in des Feindes Rüden 
beſtimmtes Corps; befteht nach dei Unftänden aus 
Cavallerie od. Infanterie, oft aus beiten, aud - 
wohl aus etwas Artillerie. Oft waren bie F. zu⸗ 
nächſt nur aus liederlichem Geſinbel zu ſammenge 
ſetzt u. machten ſich daher gewöbhnlich großer Un⸗ 
orbunngen ſchuldig. Im Mittelalter waren eigent⸗ 
lich alle größeren Deere F. (vgl. Armagnaken, Van⸗ 
ben, Laudéknechte), od. durch Aufgebot zuſammen⸗ 
gebracht. Als die ſtehenden Heere entſtanden, hatte 
jedes nur einzelne F., ſo z. B. waren im ſchwedi⸗ 
ſchen Heere, während des Dreißigjährigen Krieges, 
die Holtefchen Jäger, im Sſterreichiſchen Succeſſions⸗ 
friege das Trenkſche zc. F. Friedrich ber Große 
organifirte im Stebenjährigen Kriege aus Kriegs⸗ 

elangenen u. Geſiudel Freicorpsbataillons, zuletzt 

663 Freicorporegimenter, die hauptſächlich Die Ve⸗ 
ſtimmung hatten, für ten kleinen Krieg, zur Be⸗ 
deckung von Convois ꝛc. zu dienen. Im ben neue⸗ 
ren Kriegen gegen Napoleon haben bie F. eine höhere 
Bebentung erhalten u. Bbeitunden vorzüglich aus 
Jünglingen, welche der eteifte Patriotismug unter 
die Waffen rief, fo das Brunnichmeig » Oleſche 
%. 1909, das Lützoroſche F. 1513 u. 1S14 u. a. nt, 
u. die preußiichen u. andere freiteillige Jäger. Der 
Barteigänger- u. kleine Krieg waren auch hier das 
Gekiet der Tbätigfeit der F. u. oft haben fie Un⸗ 
gewöhnliches geleiftet. 

Freidan? (in mittelhochteutſcher Form Bri⸗ 
dank), neunt ſich Der Dichter eines mittelhochdeut⸗ 
ſchen Gedichts mit Lem Titel Beſcheidenheit (d. i. 
verſtändige Eiunſicht u. richtige Beurtheilung ber 
Dinge), welches er, wenigſtens zum größeren Theile, 
auf dem Krenzzuge von 1229 verfußte, auf bein er 
den Kailer Friedrich LI. begleitete. Aus 53 einzelnen’ 
Abichnieten (Sprüchen) beftebend, ftellt es bie 
Meisheit u. Klugbeit des Volkes, namentlih unter 
Benutzung ber Sprilchwörter, zufammen Der 
Berfafjer bes auch poetiich wertbuollen Berichts, 
der eine fehr tüchtige u. fernhafte Geſinnuug ver» 
räth, iſt mit Sicherheit noch nicht ermittelt; W. 
Grinm (Über $., Berl. 1850, 1. u. 2. Nachtrag 
1851 — 54) bat zu erweiſen verſucht, daß es von Wal⸗ 
ther von ber Bogelweide herrühre, Qeranagegeben 

4 


64 
von W. Grimm, Gott. 1834. Bon Seb. Brandts 
ermeiternder Umarbeitung befjelben firb von 1508 


—83 fiefen Auflagen erichienen. Das Gedicht war 
im Mittelalter außerorbentlich verbreitet u. wurde 


Freidenker bis Freie Semeinden 


ſchaftliche Verfaſſung, über die Sal 
daß jedoch ber principielle Fragen, eis 
ber $:n ©. widerſprechend, etwas ſeſtge 
Durd die Bewegungen des Nabres 13 


durch Zuſätze u. Abänderungen aller Art bäufig ! das Freie⸗Gemeindeweſen eine neue Aur 


umgeftattet, weshalb die Handſchriften vielfach un⸗ 
ter einander abweichen. 

Freidenker, ſ. Freigeiſt. 

Freidhoff, Johann Joſeph, geb. 1768 in Hegge 
bei Arensberg in Weſtfalen, erlernte in Düſſeldorf 
die Kupferſchabekunſt, arbeitete mit an den Blättern, 
weiche tie Chalkographiſche Gejellichaft in Söder 
nad großen Meifiern in Kupfer flechen lieh, ficbelte 
mit der Geſellſchaft nach Deſſau fiber, wo er meh⸗ 
rere Kımftblätter fertigte, begab fich ach Auflöſung 
der OGeſellſchaft nach Berlin, mo er Lei ber Akade⸗ 
mie als Senatsmitglied u. Profeſſor der Kupfer 
ſchabekunſt angeftellt wurde, begann einen Kunfſi⸗ 
banbel, bereifte Holland u. Frankreich, ftach mehrere 
Blätter in punktirter Manier in Kupfer u. wandte 
ſich zuletzt auch der Porträt» u. Binmenmalerei zu. 
Er ft. 1818 in Berlin. 


Seen 1) (Rechtsw.), fo v. w. Freigericht; 
2) |. n. Fehmgericht. 

Freie Amter, Gegend der Schweiz an der Neuß 
u. Bünz, gehörte fonft den alten Gantonen, 1803 
mit Aargau vereinigt. 

Freie Bauern, Bauern, welche für ibre Perfon 
frei find u. nur gewiſſe Laften, welche mit tem 
Belit eines Bauerngutes verknüpft find, zu tragen 
haben. Gegenſatz: leibeigene Bauern. 

Freie Gemeinden, religidie Gemeinden, bie 
ſich von den beſtehenden Lanbestirhen losgeſagt u. 
eine neue Gemeinfchaft gebiltvet haben. A) In ber 
Proteſtantiſchen Kirche entflanden F. G. da⸗ 
durch, Daß, bei. in Preußen, vie ſtreng kirchliche 
Bartei feit 1540 immer mebr daranf drang, genau 
nah den Eyinboliihen Büchern zu lehren n. bie 
Porichriften ter Agente zu beobachten. Diefen 
Beitrebungen wirkten tbeil® bie Proteftantifchen 
Freunde (j. d.), tbeil® einzelne ©eiftliche entgegen, 
u. Da einige ber Letzteren ibr Amt verloren, jo ſam⸗ 
melten fih um jie gleichgeſinnte Gemeinbeglieter 
zu Fen G. Die erfte F. ©. entftand nach Der Be⸗ 
endigung des Terfabrens gegen Rupp in Könige 
berg den 16. Jan. 1546, an ber fich außer Nupp 
bei. Dinter, Diotberby, Wechsler u. Sauter als 

ührer betbeiligten. Anbere Gemeinden dieſer Aıt 

ildeten fih 1546 in Halle unter Wislicenus, 
1847 in Nordhanſen unter Baltzer, in Halber- 
In unter Aislicenus jun., in Marburg nuter 

rofefjor Bayrboffer, in Magdeburg unter Biar- 
rer Üblig u. an mehreren Meinen Orten meiftens 
wegen Dlißbelligleiten mit dem Kirchenregiment 
a. Durch Äußere Anregung Shen 1547 traten 
dieje verſchiedenen Gemeinten zu einer Conjerenz 
in Rerdhauien vom 6.—8. September zuſam⸗ 
men. Außer ven oben genannten Städten maren 
auch ans Neumarkt in Echlefin, aus Mismar, 
aus Hamburg u. Altona Abgeordnete u. zugleich 
mehrere Freunde ber Reform gegenmärtig; als 
Zwei wurde ausgeſprochen, tie geiftige Einheit 
aller Fen ®. zun Bewußtſein zu bringen n. Das 
Leben berfeißen durch gegenfeitige Dittheilung u. 
freie Berbintung zu bejörtern, u. man bejchäitigte 
ſich vorzugoweiſe über das Die Fen ©. Einigende, 
Über das Verhältnig zum Staate, über bie gemein⸗ 


— — — — ———— — — —— —— — — — — — — — — — —— — — — — — — — — — — — — — — — — — ——— — 


entſtanden nene F. G. in Kirchbrembad 
herzogthum Heflen, in Danzig.u. anderr 
gaben die Grundrechte biefen Beſtrel 
neue Anregung. Bei Weitem meichtiger 
breitung u. Entwidelung ber &n ©. 
Fahre 1849 ıı. 1850, mo bei dem pelit 
ftand bie kirchliche Agitation bervertra 
an ging die Demokratie n. Das Freie⸗ 
tbum ganz offen Hand in Hand: neue 
bildeten fich fat gleichzeitig an wielen i 
in Berlin, Chemnit, Dreeben, Peipzig, 
Alien, Nürnberg, Müunchen; politiſche B 
verwandelten ſich in religiöſe Vereine 
heitiger werdende Polemik richtete fid 
gegen bie Evangeliſche Kirche, ſonder 
Chriftenthum felbft, u. allmälig ſch 
Deutſchkatholicismus dieſer ihm verm 
tung an. Dieſe Veränderung zeigte 
zweiten Gonferenz ber Fen ®. in Sal 
3. u. 4. Dctbr. 1949, mo 12 Gemein 
ihrer Prediger vertreten waren u. wo! 
Element ganz zurüdgeftellt, Die von? 
den deutſchkatholiſchen Predigern u. Ax 
wortete Bereinigung mit den Deutchle 
gebahnt u. der freie Geift, bie freie Lie 
Gemeinschaft ale Mittel die Welt ym ı 
bejeligen empfoblen, Dagegen bie form, 
Das Prieftertbum, bie Kirche ale nid 
führend verworfen wurbe. Auf der lekte 
welche am 22. Mai 1850 in Yeipzig be 
ter wegen einzelner Ausmweifungen im . 
geient wurde, wurde tie Verbindu 
Deutichlathelifen zu einer Religit 
ſchaft freier Gemeinben burd 
fand der damals erlaflene Aufruf an 
Volk nicht viel Anklang, da den Fen 
ber Vorwurf gemadt wurbe, daß fie 
politiſcher Gemeinschaft feien. Als el 
des Apoftoliiben Symbolums wur! 
anfgeftellt: Ich glaube an Gott u. 

Reich, wie es Jeſus Chriſtus in die We 
bat; für Gottesverehrung, Taufe m. 
wurde Freiheit verlangt u. Mannig 
Korm, vie alten Belenntniffe fellten 
lijcher Freiheit geebrt werben 2c. Alle 
wich man in ben einzelnen Genieinde 
So fand die Ruppſche Gemermte 

berg in der Heiligen Schrift, ale r 
jhenmorte, nır die Quelle für den 

die Einheit Gottes un. für Die Sitte 
Halliſche Gemeinde betrachtete bie Te 
kirchliche Sitte u. ſuchte febr bald mit il 
eine heitere zwangloſe Geſelligkeit zu ve 
Bayrhofferſche Richtung in Kurbeilen 

chriſtlichen Dualismus, d. b. Den Glau! 
perſönlichen Gott außer dem Menſcher 
Welt, u. redete in ber Hegelſchen Sprod 
zu erſtrebenden Humanismus das Wer 
Verbindung ber $-n G. unter einanter, 
die unbedingte, durch Die fittliche Ihr 
barende Freibeit des menſchlichen Gem 
gendes Princip binflellte,, fuchte man Et 
zelnen Fen ©. die Selbflänpigteir zu 


Freie Bemeinden bis Freie Handwerker 


> bie Formel in das Statut auf, daß 
xheit noch nicht gefunden habe, fonbern 
ie Organifation der Fen G. murbe 
demeinbeorbnung geforgt, bie ihrem 

auf der vellfändigfien u. freieften 
ng in ihrer Gefammtheit beruhte. So 
m Rorbbhäufer Statut alle Gemeinde» 
velche verbeirathet od. 20 Jahre alt 

u. palfives Wahlrecht n. beide Ge⸗ 
he Berechtigung; bie Repräfentanten 
e können jederzeit durch Die Majorität 
yigen von ihrem Amte entfernt werben, 

od. Prediger flieht anf balbjähriger 
Kündigung u. fein Verhältniß muß 
u Lage jedes Monaté erneuern, bie 
n auf allgemeinen Konferenzen find 
nen Geuieinden nicht bindend, fie wer⸗ 
nur als Meinungsäußerungen ob. ale 
itgetbeilt. Die Differenzen mit dem 
ent, welche ber Austritt ber Ölieber ber 
den Landeskirchen berbeiführte, ver- 
rungen in ber Gefeßgebung, u. in 
nen das Toleranzedict vom 30. März 
Berorbnnung zur weiteren Ausführung, 
xgerlihe Beglaubigung der Geburts. 
e durch Eintragung in ein gerichtlich 
Regiſter fiir bie Gemeinden, beren 
ht zufteht, bie auf bürgerliche Rechts⸗ 
ich beziehenden Amtshanblungen mit 
r Wirkung vorzunehmen, angeorbnet 
purbe, daß fein Beamter, weıl er ſich 
ntengemeinte angefchloffen habe, in 
em Amte verbundenen Rechte eine 
‚ erleiben dilrfe, fofern nicht bae Amt 
B. bei ben Schullehrern, durch eine 
‚niehfion bebingt ifl, worauf ein ſpä⸗ 
rialrefcript allen Lehrern, bie ben Dif- 
hörten, ihre Stellen an den katholiſchen, 
n u. Simultanſchulen aufzugeben be- 
nichmung bes Jahres 1848 u. nament- 
weinen ber Grundrechte, hatte den Yen 
leihterung , 3. B. bie ungehinderte Bil- 
Jemeinden u. bie Mitbenußung evange- 
ic. gebracht, allein bie veränderte Rich» 
ı &. veranlafite fehr bald die Staats» 
je firengeren Maßregeln, u. feit 1850 
in allen Staaten Beſchränkungen, fo 
iern, wo man ihre Taufe nicht ale 
nnte, u. im Großherzogthum Heſſen, 
ilitärifche Hülfe nöthig machten u. neo 
ıftreten ber Xeifeprebiger unterfagte. 
nu blieb das Toleranzedtct in Geltung, 
nte ber Erlaß des Öberlirchenratbes 
41851, baf die Mitglieter der $-n ©. 
:te ber evangelifchen Yanbeslirche, we⸗ 
admahl, noch ale Taufzengen an ber 
ig Antheil nehmen n. bie evangelischen 
peber Trauungen noch Leichenbeflat- 
nen verrichten Dürfen; bem Geiftlichen 
A nicht geftattet, eine Rede auf einem 
Kirchhoſe zu halten u. bei einer Wieber- 
die Evangeliſche Kirche fintet eine be- 
ung Ratt. Jedoch wurde fpäter ber 
e erleichtert. uliche Berorbnnungen 
51 im Anhaltſchen, im König 
fen, in Altenburg u. anbermwärt®. 
eier Maßnahmen Löften fich mehrere 
andere famen in Conflicte mit bem 


675 
Staatsregierungen, be. wegen unbefugter Amte- 
bandiungen, u. in Sachſen wurden fie burch Ge⸗ 
feg bes Minifleriums des Innern vom 11. Aug. 
d. 3. wegen ihres mit bem Staatsrohle unverträg- 
lichen Gebahrens auntzurn u. verboten. Außerdem 
wurde aber auch das Yeben in ben %-n ©. immer 
matter, u. bie Streitigkeiten in ber Dagbeburger Ge⸗ 
meinte, welche als politiſcher Berein 1855 definitiv 
geiioften wurbe, über bie eeibebaltung od. Be⸗ 
eitigang des Namens chriſtlich, ſchwuͤchten bie 
Theilnahme ab. Cine Conferenz, welche 1858 von 
ben ührern ber Fen ©. in Gotha een wurde, 
ſcheint keine wichtigen Ergebnifſe geliefert zu haben. 
Im Allgemeinen bat ſich die Theilnahme an 
ben Fen ©. nicht in der Weiſe gereist, wie man 
fie erwartete, u. namentlich find bie Gebildeten, 
welche vormals dem religidfen Liberalismus ange- 
hörten, zum großen Theil von biefen Tendenzen 
zurüdgelommen. Dies iſt aber auch von ben meiften 
Geiftlihen der Fen ©. geichehen, welche zum Theil 
wieder zur Proteſtantiſchen Kirche zurückgetreten 
find. In titerariicher Hinficht ift Lie Angelegenheit 
ber $-n ©. in einer Menge von Broſchüren behan⸗ 
delt worden. Ihre Organe waren: bie Reform 
von Balter, die Freie Kirche von Rauch, das Sonn⸗ 
tageblatt von Uhlig. 
In der Keformirten Kirche find gleiche 
Posfagungen von ter Stuatefirche vorgelommen, 
u. zwar: a) inter Shweizerifhen Kirche, wo 
in Waadt, in Folge ter Februarrevolution 1845, 
ber größte Theil ber Geiftlichleit im September d. I. 
aus der Staatshirche austrat, welche bie ſogenannte 
Nationallirche, in Gegenſatz zu der Staatslirdhe, 
gründeten, |. u. Waadt; fobann b) in der Schot- 
tifhen Kirche, wo feıt 1843 von Dav. Welſh u. 
Thon. Chalmers geleitet Die Sreie Kirche neben ber 
Staatslirche beftebt, |. u. Schottifche Kirche. 

Auch im Schoße C) der AnglicanifhenKirde 
zeigten ſich ſeit 1844 Beftrebungen, bie freilich in 
anderem Sinne, al8 bie beutfchen Fen G., ebenfo 
gegen ven Bufeyismus u. Katholicismus, mie auf 
die Reformation der Staatskirche gerichtet waren u. 
eine Union (Evangelical Alliance) mit einer allen 
evangeliſchen Parteien ziemlich ſchon gemeinfamen 
evangelifchen Lehrfumme erzielen wollten. Diefe 
mehrfach auseinander gehenden VBeftrebungen einig» 
ten fih auf ber Verſammlung zu Liverpool am 
16. Yan. 1846 unter Sir Eulling Fardley Smith 
u. Pretiger Biderfteth babin, dag in biefer Freien 
Kiede (Free Church) ſich bie chriſtlich gläubigen 
Individuen als Repräfentanten ber unjidhtbaren 
Kirche einigen ſollten, in welcher die allgemein» 
weientlichen Lehren bes pofitiven Chriftentbums von 
ben anberen gefchieben fein u. auf eine heilige all» 
gemeine Chriftenkirche gegründet werben follte, f. 
Evangeliſcher Bund. 

BD) In ver Römiſch-katholiſchen Kirche ifl 
in neuefter Zeit das FreieGemeindeweſen vorzüg⸗ 
ih in Deutſchland in beim Deutfchlatholicisnus 
bervorgetrefen, ſ. u. Deutſchkatholiken; früher in 
Frankreich in ber Kirche Ehatels u. Auzous, |. Bal- 
tcanifche Kirche. Endlich kat ſich auch eine freie 
Richtung unter den Czechen in —32 laut ge⸗ 
macht, welche das Andenken an Huß treu bewahr⸗ 
ten u. beſ. ſeit 1818 für Reformen der Katholiſchen 
Kirche ibre Stimme erhoben. 

Freie Handwerker, fo v. w. Unzünftige Hand⸗ 
werter, |. u. Handwerk. u 












‚man a en — 
zu ben von Sllaven — — * am 
| ungen 
: Grammatil, 
— Diale 
| le — — * ei 
— e m t * rworfen 
Bea) e w un ‚Der, freien | 


"AN ..W. a vl 
rei —— eln |. 
Freie Orte, ſon 8— 
ae itze eines Cantons, aber bem- 


nicht un 
‚als; Aarau. En Diffenbofen, Engel tei), 
‚Gerfan (Republik), ll, R > * * m⸗ 
‚pad, Stein am Rhein, Zurſee, —— F 
fingen; Aarau iſt eigener Canton geworden, 
Übrigen find je anderen Kantons gejchlagen. 
Freie ', welche von ben anberen 
——— verbanet wird. ö 
e ©täbte 1) fo v. w. Neichsftäbte; 
— a —*— hi Mg — 
—— Lübel, u a. 


ſchafters an 55 ohne —— 
dom Capital on allen U an ob. allem Berl 
— it. 


Freier Sire 1. Greifeit; ®) ar 
trium. liberum F 
ftänbig u. una ingig zu feinen Sand ungen 1m pe 
timmen, Die Lehre vom ber Hatır u. 
in ber chriſtlichen Kirche viel Streit veranlaht. 
Nachdem ſchon in ben erſten Jahrhunderten bie 
griechiſchen Kirchenväter mehr die Selbſtthätigleit 
Be Menichen, die lateinifhen aber mebr bie Gnabe 
Gottes betont hatten, krat Auguflinus mit ber Ber 
banptung auf, bag ber Menſch feit Abame Fall das 
Vermögen, Gutea an un, b, b. ben F. Ben, gänz- 
lich verloren babe, währen Pelagius eine mora- 
liſche Eimwirfung ber göttlichen Guabe auf, ben 
Willen lehtte u. Die Vermittler (Semipelagianer) 
* ſittliche —— u. bie göttliche Gnabe in 
äbere Berbinbung brachten. Diejer Streit 309 fih 
Hi bie hola ir — Binburch u. ging in bie 
N Baar e Über, inbern biefe bem Augu⸗ 
ins, bie Katholiiche Kirche aber ben Semipela- 
gianern folgte. Luther firitt bariiber 1519 mit Ed 
u, fpäter mit Erasmus von Rotterdam; wobei je- 
ner das Servum arbitrium, biefer das Liberum 
arbitrium vertheibigte. Auch in ber Katholiſchen 
Kirche, obſchon a in Trident für ben Semipelagia- 
nismus ſich bauerten durch Die Dominika⸗ 
ner u. Saufen | he een fort. In der 
— Kirche Hte Melauchthon milber u. 
— ss. — fee Synergiftiihen Streitigteis 
n ber Reformirten Kirche meigten fich 
* zu Luther u. die Dordrechter Sy⸗ 
nee LE ete ihre Auficht zu Qunften der Go- 
mariften gegen bie Arminianer. Diefe verichiebenen 
Anſichten haben bis auf bie neueſte — ihre — 
ter — E u — — ratio 
den In * 


"Ir 








elche J———— 


— u. Ham- | 


leines Geſell⸗ 


gen, ſich ſelb⸗ 


Ader⸗ u. Gartenbau, 


— Mrqhee — 


tinden BRD) 
alus), bei ben 
im On 


iſt er neuerlich bon 






n waren 12, * 





—— | * 
Sat — er an ber 
— — wurde 


herren· u. 1692 im bem 
l HORSE — — 





Gelundbrunnen u. ‚bie. Küden 


* lichſten z emperat 

ind erbigeh iniſche Eiſenquellen, 
erlich angewendet werben u. bei. 
pavalytiiche Sufälle, Nervenichmwiche u 
len ‚werben; bie. Babeeinrichtungen | 
bie Bäder früher häufig von ber könig! 
bejucht worden find. An einer einer Borfti 
das Achilles ob, Alerandrine 
richtet mit drei Quellen, wovon | 
ähnlich, eine aber eine ſchwache Schm 
auch ‚findet fih eine Kaltwaſſerhei 
önigliches Luſtſchloß, großes Alaunme 
aiſenhaus gehörig, 


bamer W gr 


4130 Ew. Bgl. von der 
Stabt F. De 


werfs, Berl. 1754; von Reichenbach, 
kunde ber Stadt F. ebb. 18324. 2) 
Stadt im Kreiſe natsig bes peu 


rungsbezirkes Stettin, am Starig- 3 
pelbad); Zudmall- u . Sch feı 
Frei ich, Sauerbrunnenn. Bad 
amıte Dberlich des badiſchen Kreiſes 
am Fuße des Kniebis u im Thale ber 
a tetem Babehaus. 
reieöleben, 1) Sapann —* 
bon‘... geb, 1690 uin® 
birte in Yeipgig bie rap babifitiet 
als Docemt, laın 1721 als ne we 
Hof», Zufig® u. Comfi 
wurde Peofellor ber Ju 
Gymnaſium u. 1734 Bicelangler u. : 
bes Sonfiftoriums; 1735 ermeuerte Kai 


‚für ihm an. feine Nach 


. Berifabne.. bio. Freiheit: 


. wurbe 1750 Kanzler u. Präſident bes 
me u. ft. 1770; ſeine Schriften beſtehen 
tionen u. Programmen über Nechts- 
. 2) Heinrih Ludwig, geb. 1698 
rg, flutirte in Leipzig u. Wittenberg 
wurbe 1725 Collaborator in Altenburg, 
er in Zeblig bei Borna u. fl. 1752; er 
"es hinc inde sparsi et ex historia 
ca excerpti de meritis illustris gen- 
lıanae circa reformationem Lutheri, 
17, Sol. 8) Gottfried Chriftian, 
in Altenburg, war berzoglich fachjen- 
Hofrath u. Bibliothelar in Gotha m. fl. 
74; er ſchr.: Kalichheit ber neuen Pro- 
enb. 1751; Überfegung tes Microme- 
Itaire, Dre&b. 1751 ; Ausgabeber Maxi- 
orale tirdes des podsıes d’Horace 
‚1759; Rachleje zu Gottſched's Nöthigem 
x Geſchichte ber deutichen dramatiſchen 
Lpz. 1760. 4) Johann Karl, geb. 
tiberg, widmete fi bein Bergweſen u. 
reiberg Werners Unterricht; er unter- 
mit Yeopolb von Buch u. Alerandber 
bt geognoſtiſche Wanderungen in Sach⸗ 
ıgen u. Böhmen; von Leipzig aus, wo⸗ 
1792 begeben Hatte, um bie Rechte zu 
eſuchte er in wiſſenſchaftlichem Intereſſe 
dann das Fichtelgebirge; mit Alex. von 
1795 tie Schweiz u. Savoyen; nad ſei⸗ 
w wurde er 1796 Bergamtaaſſeſſor in 
im Sädfifchen Erzgebirge, 1799 Berg- 
SJobanngeorgenftadt, 1800 als Berg- 
Srath Director des Mansfelbichen u. 
n Bergbaues in Eisleben; als die Graf. 
sfeld an Weftfalen kam, ging F. 1808 
2 zurüd u. wurde Beifiger bes Ober- 
Oberhüttenamtes, 1810 Director bes 
werte im Kotbufer Kreife; 1814 über- 
8 gewerkichaftliher Deputirter bie tech⸗ 
ng ber Salinen in Teudit u. Köbichan; 
e er zum Bergrath ernanut u. 1839 an 
cs Etelle als Cherberghauptmanu an 
des fächfiihen Berg- u. Hüttenweſens 
: ſt. 20. März 1946 u. fchr.: Mineralo- 
erfungen über das ſchillernde Foſſil von 
bei Harzburg, Lpz. 1794 ; Bergmänniich- 
he Beichreibung des Harzes, ebd. 1795, 
eiträge zur Kenntniß des Kupierichiefer- 
reib. 1807; Geognoftiiche Arbeiten, ebd. 
‚ 6 Bbe.; Magazin für Oryltograpbie, 
f.; Epfiematifche Überficht der Literatur 
logie, Berg- u. Hüttenfunbe, ebd. 1622. 
riedr. Gottl., Sohn des Bor., geb. 
8leben ; er fi. 1836 als Bergichreiber u. 
ſſeſſor in Freiburg m. ſchr.: Der Staat 
bau, herausgeg. von Bülau, Lpz. 1837, 
39. 


ne, Fahne, welche, öffentlich aufgeſteckt, 
zu faufen u. zu verlaufen anzeigt. 

ren (Bergb.), f. u. Freimachen. 

ef (Theaterm.), ber Laufwagen, welcher 
teren Verſenkungsboden auf Scheihen 
& quer burch das Podium gehende Ka⸗ 
die Breite der Bühne gezogen wird; 
Sgegenflände, Möbels, Celnenungen ic. 
ihm Über die Scene gezogen. 

w, Gemahlin einse Freiherrn. 


4871 


Bm. ber Gerichtodiener bei ben Fehm⸗ 
gerichten. 

Freigebigkeit, die thätige Reigung, Anderen 
burch Geſchenke Freude zu machen; fie gründet fich 
bei. auf das eigene Vergnügen, welches die Spen- 
dung dem Geber macht; wogegen Wohltbätig- 
keit das Bebärftigfte zunächft beachtet u. Mild- 
thätigkeit reichlich n. oft an Dürftige ſpendet u. 
aus reiner Onelle eines edlen Mitgeſühls fremte 
Leiden zu lindern bemübt if. 

Breigeborene, 1) (rem. Ant.), fo v. w. Inge- 
nuus; 2) nad altdeutichen Geſetzen die, weiche 
durch eheliche Geburt von ſolchen Eltern u. Oroß⸗ 
eltern, ſowohl väterlicher als mütterlicher Seits, 
abſtammten, die in keiner Leibeigenſchaft geſtanden 
hatten, |. Deutſchland (Ant.); 8) jetzt Jeder, welcher 
nicht in Stiaverei ob. Leibeigenichaft geboren if. 

Weeigehinge, 1) fo v. w. Freigericht; 2) fo v. 
w. Fehmgericht; 8) bie Arbeit in einer Grube, 
welche ein Zögling ber Bergwiſſenſchaft zu feiner 
prattiichen Ausbildung wie ein gewöhnlicher Berg- 
mann fördern muß. 

Freigeiſt, der, ohne bie Gründe zu prüfen, bie 
Religion, bei. die geoffenbarte, verachtet u. allen 
Ölauben für Aberglauben u. Betrug erflärt. Vgl. 
Arheift, Deift, Naturalift, Materialift ; daber Arel- 
geiſterei. Zu ben Freigeiſtern rechnet man allge- 
mein: Herbert von Cherburg, Hume, Blunt, To⸗ 
land, Collins, Voltaire, Rouffeau, Strauß, Feuer⸗ 
bad) ; die firengere confelfionelle Partei auch Philo⸗ 
ſophen, wie Leifing, Kant, Fichte, Schelling, Hegel, 
ſ. u. Materialien u. Retionaliften. Val. Noad, 
Die Freidenler in der Neligion, Bern 1953 — 55. 

Freigelaſſener, 1) ein durch einen beſenderen 
Act in Freiheit geiegter Shave, ſ. u. SMaverei; 
2) ber, deſſen Eitern od. Großeltern Sklaven ge- 
weſen find. 

reigelenf, f. u. Gelenk. 

Sreigeriht, 1) Gericht, welches über Freie ot. 
Freigelaffene gebegt wird; 2) Gericht, worin freie 
Irre: über leibeigene urtheilen; 8) jo v. w. Fehm⸗ 
gericht. 

teigerinne (Müblenm.), fo v. w. Ablaß. 
reigraf, —— u. Fehmgericht. 
reigut, frohndienſt⸗, oft zinsfreieg @ut (i. u. 
Allod), weiches bei ber Landesregierung unmittelbar 
in Leben geht; tie Befitser Breibauern ob. Sreiſaſſen. 
Kleiner Heißt es Freihof. 
Freihafen, ein Seehafen mit zellireien Nieber- 


agen. 

Freihan, 1) Minderberrihaft im Militſcher 
Kreife des preußifchen Regierungabezirte Breolau; 
ein Marktflecken u. neun Dörfer; 2) Marktflecken 
daſelbſt, nabe an ter Grenze von Polen; Schloß, 
Barl, Dampfbrennexei; 1100 Ew. 

Freibandeläfyftem, im Gegeniah zum Schutz⸗ 
zollipftem, das handelspolitiſche Syſtem, in welchem 
bie jreie Toncurrenz Des Auslantes, als das befie 
Förderungemittel des nationalen Wohlftandes, vor⸗ 
nebmiter Grundſatz ıfl. Die Anhänger dieſes Sy 
ſteins werten kurzweg Freibendler, ihre Gegner 
Schu v3 öliner genannt; vgl. Handel. 
Freibaus, Haus ın einer Stadt, welches nicht 
zu ben gewöhnlichen veiſtungen u. Lafien verpflich® 
tet iſt; od. welches einer auderen al6 der ſiädriſchen 
Gerichtsbarkeit unterworfen if. 

Freiheit, 1) das Bermögen ber Selbſtbeſtim⸗ 


mung für Das Handeln, ohne von fremden Ginwirs 


M 
Amgen: abhlugig ge: Elne ab ſotista F. bi. 
eine —— ur aa! —2 * 


von allen Äußeren — 


er a. 


| ie etwat zu: han 
ob. zn laſſen —— auch eine innere, mit un⸗ 
ferem Meilen 


geiftigen ‚Ede 


.n.. dieſen ſinnliche Eindrütke vorhergehen, 
—— Geiſt eine relative F. zugeichen, 
— — 
— 
—— n. beberrf 


e Sicherung ertbeilt; zugleich 
aber iſt fie. «ls 
egt 

ichnet das Wort $. 2) jebe Umgebunbenbeit von 
end einer brädenben jHellel, 3. %. von ber SUnde, 
von den Moſaiſchen Geſetz ic. Die wahre FF. beiteht 
hiernach darin, daß fidh ber Menich burdh bie chrift« 
{ Wollen un. Handeln beftimmten 


liche. rheit zum 4 h bi 
läßt. Wer ſich durch äufjere finmliche Dinge Fleiſch 


beſtimmen läßt, ift nicht frei, jondern eimRuecht 
des Wleifches od. ber Sitube; vol, Rüm. 6, 18. 
Gal.5, 1 u.a.; S).(Eraats- u. Naturrecht), der 
Begriff ver F., als der aus der menſchlichen Natur 
von felbft eutipringenden Selbſtbeſtimmung, iR aud) 
im Gebiete des Rechtes ubalten. 

orbneten. Staate ſteht vaher auch dem 
F., zu thun u. zu laſſen, was er will, zu, tifofern 
n. infomweit nicht ausbrüdticy gebietente od. verbie⸗ 
teube Geſetze iym darin Schrauten fegen. Die let⸗ 
teren find aber nothwendig, weil ohne fie ein ge- 
ordnetes Zuſammenleben garnicht denkbar fein u 
der Staat in Anarchie verfallen würbe. Der- tele 
Begriff der F. kann daher bier nur Bahia. gefaßt 
werben, daß man bie Gtellung des Bürgers, Die 


Berfaſſimg x. dann frei nennen wird, wenn bie 


Geſetze die Selbſtbeſtimmung nicht mebr beichrän« 
ten, als dies nach ten biftortich gegebenen Staats⸗ 
zweden nothiwendig if. Diefe Selbfibeflimmung 
wird babei nach ten Brunbfägen einer vernünfti⸗ 

en Staats» u. Rechteverfaſſung bef. im folgenden 

ichtungen zu exftreben u. feſtzuhalten fein: A) ale 
perfönlihe (natürliche) F., nach weicher ber 
Gtaatsbürger nicht willfürlich eingefertert od. det!« 
nirt werben Darf, fei es denn, baß bie öffentliche 
Sicherheit ob. Bergeben gegen die Geſetze des Glaa⸗ 
tes dies nöthig machen € Oftraten, ſ. u. Ötra'e). 
Der Staat Bat aber and) daranf en baf dir 
perfönliche F. nicht Burdh andere atebärger, fo 


bu tmä g, geſtörc werde. 
— a Bra fm 


Me > 
abrung teitt Die J. uns nur in wnferem 
| = Unter einer Meisge | ii. Leibeigenichaft wefetstich ift 


Staates für bie Ansäbung gewiſſer 
| a 


Antinomie der theoretifirenden | 


oftulat ber praktiichen Bernunft |: 
Im dem Neuen Teſtament be= | rei 


ger 





Feeiteit⸗ bis: : Yeetgellsihum 


liche Repräfentart feine® Vernunfilebent,d 


® | der millfürlichen entehrenden — 


handlung Anderer preiegegeben werben. 
wird Diele natürliche F. in —— —* 
————— 
. bezeichnet das Verhältniß ber Reai 
taatsregierung, nach welchem bie ae 


ju blinden, fonberm blos zu verfaffungt 


Gehorſam verpflichtet find, u. micht blos 
ſondern auch Rechte haben, m. madı ber 
für bie Intereffen bes Regierenden, jenbe 
Mobil des Staates u. der Staatsbür 
wird. Ein ſolches Berbältnig muß auch 
monarchiſchen Staaten angenommen wa 
hierdurch unterſcheidet fih Die abjelmte 
von der Deipotie u. Tyrannei. C) Poli 
ift das Recht u bas Berhältniß eines Be 
welchen es vermöge ber Grunbser 


ev, daß der 
ſolche Staubensfreifeit it Slaubensiel 
ausarte od. daß fie zur A ung br 
ſätzen benutzt welche ſich mit em 
neten Staatsleben u. einer gefäuterten 9 
vertragen. 


Lein- u. Tuchweberel, Spinnerei, Kallb 
mals "Bergbau auf Süber u. Geh: 
2) (3. vor Ofkeiede), Dorf im Umte O 
‚bannöveriicher Landdroſtei Hildesheim, ı 
— — her gurs, ng — 
amilie von Oſterode geweſen 
heitsbaum. Beim Auebruch 
amerikaniſchen Freiheitatrieges verfant 
die Bewohner Boſtons unter einem 
por ter Stabt, um über ihre politi 
Rath zu halten. Der Baum erhielt den 
As der englifche Geueral Bage von Be 
genommen, ließ er ben Baum umban 
pflanzte ber Pfarrer Dubois zu St. & 


; Departement Bienne ben erſten F. ini 


u. in wenig Jahren wurden im bieiem { 
Tauſende dergleichen Bäume gepflany. 
big 1815 eine große Zahl derſeiben ei 
aber unter ber Keftauration wurde no 
fänmtliche Freiheitsbiume zu befeitigen. 
ben ſich noch einzelne Kreibeltsbäume ai 
der erfter Revolution, 3.3, im VBotanikf 


zu Baris n. in der Veſte Ham. Auch in de 


revolution 1848 wurben beren 


Leute ob. Arbeiter ſchafften vie ame Pi 


Freiheitſiaſein Bis. Freimaurerei 


es 


er geholten Bäume unter Mufit m. | Ratt, 1842—44 im St. Goar, datın in Oftende u. 
| Brüffel. Seine beichreibenben Gedichte erregten 


nen freien Platz cd. großen Hof, ob. 

wo fich Straßen kreuzen. Aber be- 
sar 1850 erichien ein Regierungserlaß, 
bänme, melde dem Straßenvertehr 
zen, bejeitigt werben jellten, u. ber 
ach cinem Decret vom 7. Jan. 1552 
uf ähnliche Art wurden in Italien 
reiheitsbäume gepflanzt, aber auch fie 
1649 wieder. In der Schweiz wurde 
1551 ein F. zu St. Imer im Kanton 
t. 


3 
inſeln, fo v. w. Fidſchiünſeln. 
krieg, 1) ſo v. w. Nordamerikaniſcher 
; 2) der Spaniſch⸗portugieſiſche Be⸗ 
‚1503 — 13; 3) jo v. m. Ruffiſch⸗ 
g gegen Franukreich 1812 — 13. 
muße. Das Recht, kei Kopf zu be⸗ 
ſchen von je ein Zeichen der Freiheit 
Hut ein Sombel derſelben, |. Hut 
iher führt Britaunia zumeilen, Per- 
tt bes Dreizads eine blaue Mütze mit 
de u. der goldenen Uniſchrift Liberty. 
Sombol auf einer Yanze, u. auch In 
urde die Diuße, während der Zeit 
epublit, gleiches Svmbol. Nach ver 
: der Mützen der beirciten Galeeren⸗ 
de 1792 von Warjeille nach Parisé 
t biefe Müne gleiche Farbe u. wurde 
namentlich von den „Jalobinern ger 


‚ 1) urſprünglich ein Edelmann, ber 
bes feinen: Brogen lebnspflichtig mar, 
Rinifterialen; jetzt 2) Adelstitel zwi⸗ 
ragen u. dem gewöhnlichen Edelmann 
arom 1. vgl. Adei. Duber Freiberrn- 
eif, der mit einer Pertenichuur um- 
u. auf welchen gemeiniglich 5 Perlen 


(Iubentb.), fo v. w. Brachjahr. 

er (kEleuiherobranchii), Abtbeilung 
Ihe, mit laınnıförmigen, am Außen» 
‚, bemeglichen Riemen, eine einzige 
19, mit einem Kiemendeckel betedt. 
die Ordn. F. ohne Hauchfloffen (Haft- 
Fnathi): die Gattungen Tetrodon, 
us, Balıstes. Osiracınn ıc., u. Die 
5. mit Bauchflofien: bie Gattungen 
. Accipenser (Stör). 

t, fo v. w. Abdecker. 

In, i. u. Freiſchũtz 2). 

‚|. u. Bergwerteverfaſſung b). 

ng der Sklaven, f. u. Stiaverei. 
(Miilbienm.), fo v. mw. Ablaß. 

‚ 1) vom Jäger, menn er zu voreilig 
iſpricht; 2) vom Huude, wenn er zu 
ald teilt. 

‚ kehn, beflen Inbaber von bem per- 
ufte gegen ben vehnsherrn befreit ift. 
‘, fo v. w. Freiknechte. 

5, Ferdinand, geb. 17. Juni 1810 
lernie ale Kauſmann in Soeſt, wo er 
in freundlichem Verlehr ftand; mar 
s auf einem Wechſelcomptoir in Am» 
g 1936 nach Barmen u. conbitionirte 
t 1834 lebt er, jeiner Neigung zu pee⸗ 
fiem folgend, in Unkel bei Köln, im 
—41 in Weimar, 1541 in Darm⸗ 


fowobl wegen der Neubeit ihrer Stofje, ale auch 
megen ter Sprachgewandtheit raſch allgemeine Be⸗ 
mwunderung, u. der König von Preußen verlieb tem 
mittellofen Dichter zur Förderung ſeines Talentes 
eine Benfion. F., beebalb ven Herwegh beitig an⸗ 
gegriffen, werzichtere im Iannar 1544 auf Die fö« 
nigliche Benfion n. trat num in Die Reibe der poli- 
tiſchen Dichter. Seines politiihen NRabicaliemne 
wegen verfolgt, ging er 1545 nach der Schweiz, 
wo er in Rapperſchwyl u. im September d. I. aus 
tem Kanten Ar. Qullen ausgerielen wurde u. dann 
in Zürich lebte; 146 mendete er fich nach Lendon, 
we er bis Januar 1645 in dem Handelshauſe 
Huth u. Comp. arbeitete. Nach ber Februarrevo⸗ 
Intion fehrte er nach Deutſchland zuriid u. lebte in 
Düfjeltorf, wo er im Augnft werbaftet u. wegen 
feines Gedichtes, Die Todten an bie Yebenben, vor 
bie Affiien geftellt, aber im October freigefprochen 
wurde, 1549 aus Holland, me er ſich niederlaffen 
wollte, ausgewieſen, lebte er eine Zeit lang in Witt 
bei Düffeldorf, dann in Köln ı. wurde im Mai 
1851 als Ortsbürger in Diiffeldorf aufgenommen. 
Im Juli d. 3. wurde ein Berbaftsbeiehl wegen des 
2. Heftes feiner politiichen u. ſocialen Gedichte u. 
wegen feiner Betheiligung an ber demoekratiſchen 
Centralbehörde ın Köln erlafien. Scheu vorber 
batte er fich indeß entfernt u. febte feitbem in Yon- 
don. Er gab berans mit Maperatb 2. Simrod daß 
Nheiniſche Jabrbuch flir Kunft u. Becfe, Kbln 
1841 f.; mit Leo. Schücking: Das maleriſche u. ro⸗ 
manttiche Weftfalen,, Barmen 1810—42, 10 Lief.; 
nit Duller: 1562, ein Gedicht (zum Beten bes 
Kölner Doms), 1842; Dichtung u. Dichter, eine 
Antbologie, Deffau 1854; er fehr.: Gedichte, Stutt⸗ 
gart 1835, 18. Aufl. 1557; Karl Immermann, ebd. 
1842; Glaubensbekenntniß, Zeitgebichte, Mainz, 
1544; (’a ira (politifche Yieter), Heriſau 1846; 
Die Revolution, Ypy. 1848; Februarllänge, Verl. 
184195 Neuere politifche u. feciale Gerichte, Köln 
1849, 2. Heft Braunſchw. 1850; Zwiſchen ben 
Garben, eine Nachleje älterer Gedichte, Stutt⸗ 
gart 1819. 

greilinge (beutfche Ant.), fo v. m. Freie. 

reimachen, 1) (Bergb.), erfüllt ber Mutber 

eines Gangtheils feine Chliegenbeiten nicht wie ce 
foll, u. will ein Auberer dieſes Lehn fich aneigenen 
fo trägt ber Yeßtere bei bein Bergnieiſter auf bas 
%. durch das Breifahren an; bef. ift dies ber mit 
Friſt verichriebenen Zechen ver Tall. Es befteht 
darin, Daß der Geſchworene ber Reviere, wenn er 
bei breimaliger Befahrung bes Grubengebäubes 
binnen eines gewiſſen Seitraumes feine Arbeiter 
antrifft, die Zeche frei erllärt u. in das Brei 
machungsbuch einträgt; 2) bie von einer eilt» ob. 
ausgehenden Waare nörbigen Abgaben (JZoll sc.) 
entrichten ; 8) das Borto für einen Brief beim Auf⸗ 
geben deſſelben auf Die Poft entrichten. 

Freimänner, 1) fo v. mw. Freigeborene; 2) 
welche unmittelbare Reichsgüter beſaßen. 

Freimaurerei, eine unter eigenen formen be⸗ 
lebende Geſellſchaft, die zunächſt in England als 
ein vereits gebildeter Verein öffentlich bekannt 
wurde u. von Da aus fich in Kurzem durch einen 
großen Theil Ber Welt verbreitete. I. Die Bret- 
naurergefelfchaft od. Freimaurerbrũderſchaft, melde 
erſt (mis Unrecht) nach ihrer Uberpflanzung auf ben 


Gentiuent ben Namen einee 
Bi befteht als «ein (mit Au 


era 
ber Frauen 
ür bie eigentliche. — 


ãnnernu aus allen 


BB, 
Macons, engl. Free- masons) nennen. In ihren, 


beftimmien Regeln georbneten Zufammen- | 


rachten fie allen Unterſchied bes: Nan⸗ 
‚ges, der Glüdegliter m. ber Con für_auf- 
gehoben. Die.oft augescgte firane, ob uden zu Frei⸗ 
mayrern aufgenommen werben lönnen, wird ſehr ver⸗ 
wn. — u. iſt als eine noch wicht —— 
zu betrachten. Die wahre F. iſt von allem Wir⸗ 
Tem, nach Außen, Das auf Staataverhältnifſe u. Reli⸗ 
ionsverfuffung Bezug haben könnte, fern, fo daß in 
ihren echten Berſammlungen alle Diecuffionen über 
ꝓolitiſche u. Tirchliche Gegenflände geimbaetekäich 
ausgeihlofien find, wogegen Achtung bex beſtehen⸗ 
den Staatseinrichtung u. Unterwerfung unter bie 
tzliche Ordnung u. Befehle des ierenben, 
elbſt wenn von biefem Schliegung ber Verſamm⸗ 
lungen, geboten würde, fo wie bie Bermahrung eines 
jireug veligiöjen Sinnes an ber Spike aller frei- 
maureriſchen Berpflichtungen ſteht. Nach biejer 
weſentlichen Grundlage bat die F. den Zmed ihren 
Bunbesmitgliebern bie Möglichkeit zu gewähren, mit 
Gleichgeſtimmten Neinmenjchliches zu erftreben, fich 
fern von allem Pofitiven für ein freies Bernunft⸗ 
reich zu bilden u. in Gemeinjcaft mit einander das 
Urbild ber Menfchbeit darzuſſellen. So innerhalb 


des Bundes für alles Gute angeregt; jollen bie | 


Freimaurer außerhalb beffelben an allem Edlen 
regen Antheil nebmen, wie denn von benjelben 
haufig wohltbätine u. edle Lebenszwecke beabſichti⸗ 
gende Anftalten begründet, unterſtützt u. gefördert 
werben, Über ben Mißbrauch ber F. zu falfchen Zwe⸗ 
den u..über das beöhalb mebrjach ergangene Ber- 
bot.ber Theilnahme an ber F., ſ. unten Il. 

Die in einer Stabt u. ber Umgegend wohnen⸗ 
den Freimaurer vereinen fi, wenu fie fi) Part 
genug fühlen, u Einem Eompleg, Loge; in größer 
zen Stäbten befinben fich auch wohl zwei ob. mehr 
2ogen, bie neben einander beftehen. Die gewähn- 
Uichen Logen find Johannislogen, welche auch Logen 
son.den blauen Graben (Zohannisgraben, niederen 
Graben) genannt werben. Jede Toge muß, um 
gelegmäßig (gerecht u. volllommen) zu werben, von 
einer anderen, ſchon älteren geftiftet (conftituirt) 
jeiu u. erhält von biejer ihre fchriftliche Conſſitution 
(Conftitktionepatent),, auch ein eigenes Geſetzbuch 
(Sonftitutionsbud)). Bei großen Logenvereinen in 

inem Lande fieht das Recht zu conftituiren nur 
ber. ob. ven leitenden Mutterlogen zu. . Nicht ger 
hörig conflituirte Logen heißen Wintellogen.u. were 
ben von den übrigen nicht anerlannt. Dagegen 
lann jede Johannisloge (Hauptloge) in ber Regel 
eine Deputationsloge einrichten, um zu einem be» 


immten Zwed neben ihr zu arbeiten. Merten | 


ſolche Deputationslogen währenb bes Kriege bei 
im Felde aa Trubpen errichtet, fo heißen fie 
Feldlogen. Jede Loge f 
men, welchem ber Name bes Dxis, wo fie ihren Sit 
Bat, beigejet wird, 3. B. Mineron zu ben 3 Pal 
55 im Orient zu Leipzig, Memphis im Orient zu 
emel zc. Die Berfammlungen, walche auch Los 
gen heißen, werpen mo zpägiih in.-eigmuen, ber 


| gelegenheiten leitet‘. bie 


nach ihrem 


Ehrenmeiſter u. fteben als foldhe bem ! 


xt einen ſymboliſchen Na⸗ 


nt ers 


Loge ‚gehörigen —— 


einer Großloge Heben. 
Aus den Meiftern werben bie verfdhi 
amten gewählt. Der Vorſtand ber log 
fer vom Stuhl (Logenmeifter), welcher 
L oge in der 9 
u. ſchließen läßt. Ihm zur Seite ficht 
m größeren Logen, der beputirte (zuges 
fier, der ihn bei Abweſenheit u. Kraml 
ihm, wenn bee Gefchäfte zu viel u 
ae — un. wenn fi 
u haltenben Logen zu fehr häuft, eim 
biefen hält, Meier som Stuhl, 
Wilrbe mehrere Jahre lang beffeibetem, 
Zurüdtritt die Würbe a 


Stuhl berathend bei. Der Meifter von 


; die beiden folgenden Vorſteher (nad 


Ritualen Aufſeher) werben gewöhnlich | 
menmebrbeit ber Mitglieber g 

fteher haben bie Aufficht in Den 

dem Meiſter bei Eröffnung n. 

u. ftehen ihm berathend zum Seite. 1 
Beamten werben gewöhnlich von dem 
Stuhl aus den Meiftern ernanzt. DE 
furd der Eeremonienmeifter, welcher «nl 
Befolgung des Rituale u. ber. Gebrä 
der Secretär, welcher bie Proteloſle 
Rogeufchriften, auch wenn ikarı nicht ein 
direnber Secretär zugegeben if, Die Ge 


beiorgt; ber Archivar, welcher das Logen⸗ 
Binkrarbelar, Sg 


FJreimaurerei J. 


chatzmeiſter, welcher die Kafſe u. Fi⸗ 
doge verwaltet; der Anmonier (Armen⸗ 
elcher das Almoſen u. die Armenpflege 
t; der Redner, welcher Die Gelegenheits⸗ 
ı Rogen hält; bie 2 Stewards find Ge⸗ 
'Borfieber :c. Der Meifter vom Stuhl, 
ru. Die Beamten bilten das Beamten- 
welches wichtige Logenſachen vor ber 
Loge berathet. Ju einigen Logen gibt 
‚ein bei. Directorinm, welches aus tem 
n Stuhl, dem beputirten Peiſter, Alt- 
en VBorfichern befiebt. Im Ländern, wo 
ob. ein Prinz ob. fonftiger Berwanbter 
amilie Freimaurer ift, überninmt ber- 
a6 Protectorat feiner Logen. Die Groß⸗ 
ı @roßmeifter, Großbeamte xc., n. bie 
ı Repräjentanten kei bei Großlogen, 
tereflen dei derſelben vertreten. 
tglieder ber Legen ſiud entiweter 
weiche Stimmrecht haben, u. bieuende, 
Etimmredt haben. Zuweilen wer⸗ 
ber anberer Legen zn Ehrenmitglie- 
nt. Dorbebingungen zur Aufnahme 
liebes find Volljährigkeit u. fittliche 
beit. Wenn tie Yoge fi über das 
tn dieſer Pebingungen vergemifiert 
nt die gewöhnlichen fchriftlihen Fra⸗ 
ne Biltung, über jeine Meinung von 
u. einige andere Dinge beiriedigent 
bat, mird über ihn abgefiimmt u. 
abme unter entiprechenten Ceremo⸗ 
er Receptionsloge vorgenommen. Der 
mmene erhält gewöhnlich nach geichehe- 
me vem Meiſier vom Stuhl einen 
etificat), daß er wirklich Maurer fet. 
ng aus bem erften, tem Vebrling®», in 
ben Geſellen⸗, u. dritten, den Meiſter⸗ 
tin ten Beförderungslogen u. nad be- 
tnalen Statt. Durch das bei der Auf⸗ 
rlemmene Gertificat empfängt jeber 
Das Mecht, fremde Logen zu beiuchen 
r Bruter). In mancher Loge ifl dieſer 
länger am Urte Lebenden unterfagt, 
hält nur dann die Erlaubniß dazu, wenn 
iren laßt. Außer ber Aufnahme kann 
ırer, Der chen in einer anderen Yoge 
en ift, dur Affiliiation im eine Loge 
FR die Roge, bei welcher derſelbe früher 
fand, nicht von ber, ihn nun in ihren 
nehmenden anerlannt, fo beigt Die Af- 
erification. Der Freiniaurer gelobt bei 
abme Verſchwiegenheit gegen Kichtfrei- 
sofane) über alles, was in ben Yogen 
getbeilt wirt, u. was er über bie innern 
des Bundes erfährt, er libernimmt 
Aufnahme Pflichten, tie tbeils bie 
. Veredelung bes Geiftes u. Herzens 
eden, theils bie Beichafjung der Pittel 
ıng der Yoge betrefien. Wenn ein Frei⸗ 
derum aus der Yoge treten will, je bedt 
», db. h. erflärt —* Abgang. Die 
nn für einige Zeit, od. für immex ſein. 
seift die einfache Entlaſſung. ft gibt 
ſe dann auch, wenn er für fie mit be- 
ifer gewirki bat, ehrenvolle Entlafjung, 
logar die Ehrenmitgliedſchaft. Mitglie⸗ 
‚, ale Maurer unwürtig benebmen, ob. 
zu nicht erfüllen, werden mic Exclu.fieu 


en — — — 


belegt, od. wem Entſchuldigungegrunde vorliegen, 
nur von ber Lifte geftrichen. Mitglieder, bie frei- 
willig deden, baten feinen Anſpruch, an den Logeu 
mehr Theil nehmen zu bürien, wohl aber bie- 
jenigen, welche ebrenvoll entlaſſen find. 

Biele Gruudſãtze u. Yehren der %. werten durch 
Sinnbilder zu erkennen gegeben , melche der Werk⸗ 
maurerei entnommen find, u. daber anbeuten, daß 
bie F. fih mit einem geiftigen Bau beichäftige. 
Die veriammelte Loge wird ale Yicht ausſtrah⸗ 
lend betrachtet u. deshalb u. weil angenom- 
men wird, daß der Meifler vom Stuhl in 
ften feinen Blat babe, auch Orient genannt. 
In den Logen wird nah einem gemifien Ri⸗ 
tual gearbeitet (b. i. toge gehalten). Die Arbeit 
beginnt mit feierlider Gröffuung ter Yoge. Die 
im Interefje der Yoge liegenden Gegenſtände wer- 
ben baum Discutirt u. nach Beenbigung der Dis- 
euffion Die ſchwebende Frage entmeber durch 
Acelamation, bei minder wichtigen Fragen, od. 
durch Balletage entidieben. ie Yogen find 
a) Arbeitsiogen, in benen über innere Ver⸗ 
bältmiffe der Yogen verhandelt, Correipontenzen 
mit auswärtigen Xogen u. ſonſtige intereffante 
Saden, fo wie freie Vorträge mitgetheilt wer- 
ben. Sie heißen aa) Inftructionsiogen, wenn 
ber Hauptgegenftand Unterricht iiber den Zwech, 
die Ceremonien u. Geſetze der Maurerei ift; bb) 
Dtonatedlegen, wenn fie monatlich wiederkebren; 
ce) Receptions⸗ u. Beförberungelegen, wenn 
ein neues Wlitglied aufgenommen od. aus einem 
niebern Grad in einem höhern befördert wird. 
Befondere Verbandlungen werben in ben Ge⸗ 
jellen»e u Meifterlogen gefübrt. b) Feſtlogen, 
bie zu feſtlichen Gelegenbeiten Statt finden, u. 
zwar aa) ordentliche, welche zu beftimmten Ta⸗ 
gen gehalten werten, mie bei. das Johannisfeft, 
am 24. Juni zum Gedächtniß des Et. Johannes, 
ferner das Suiftungeieft, entiweber ter Yoge ſelbſt, 
od. deren Mutterloge 2c.; bb) außerordentliche, für 
bejontere Belegenheiten. Immer find bie Feitlogen 
von einer Rede (tseftrete) u. von Geſang u. Deuflt 
begleitet. ce) Zrauerlogen, meiftzum Gedächmiß 
eines od. miehrerer verftorbener Dlitzlieber. dd Ta⸗ 
fellogen werten nad beenbeter Arbeit, bei. nach 
Feftlogen u. Aufnahmen, gebalıen, wobei ein 
vorgeichriebene® Ritual beobachtet, Die Yoge ähn- 
li einer anderen Loge eröfjnet u. gefchlofjen wird. 
Gewiſſe Toafte, Muſik u. Geſang bejonterer Frei⸗ 
maurerlieder würzen das Mabl ſolcher Tafellogen. 
Geſchieht das Zufammenfpeifenohne weiteres Ritual, 
zuweilen ſelbſt ehne vorausgegangene Loge, ſo heißt 
es ein Brudermadl. Wie ſich die Tafelloge zum Bru⸗ 
dermabl verbält, ſo zur eigentlichen Lege die Logen⸗ 
cluba. Es find Dies, meiſt wöchentliche, Verſamm⸗ 
luugen, an denen nur Maurer Theil nehmen, 
jedoch obne m:ureriſche Formen; es werben maus 
reriſche Gegenſtände beſprochen, freie Vorträge ge⸗ 
halten u. auf F. näberen od. ferneren Bezug 
habende Schriften vorgeleien. Unter Schweſtern 
verſtebt die F. nicht nur leibliche Schweſtern der 
Mitglieder ber Logen, ſondern auch Gattinnen n. 
Bräute; manche Yogen vereinen fie bei feierlichen, 
außerortentlihen manreriſchen Begebenheiten, In⸗ 
bilien, Einweihungen neuer Yocale u. dgl. zu 
e) Schwefterlogen. Das Ritual iſt verjchieten 
u. ziemlich willkürlich Die maurerigchen Fermen 
werdeun nicht beobachtet, Raus ihrer treteu aber andere 


- Tramerf 

| Nüpeptione- 

rer “mie | ab, 
bei nehmen: Lufton 


iR 
{ Be 
big 2* — 
Breimaurer Theil Frage 2 bi Ei 
D 


manverei. Die 
Wlgemeinheit an 


bie Welt aber 4000 v. Ehr. ‚de fei; bee |. 


halb zäblt fie immer in ihrer Zeitrechnung bie 


Jahre nah Ehriftus + 4000, alfo Das Jahr 1859 |. 


= 5859 als Jahr bes Lichts. Bei. jonft fanb man 
es oft, daß Schriftfteller über F. bis auf ben 
Eempelbau Salomos, Die äguptiihen Priefter, bie 


Eleuſiniſchen Geheimniſſe, den Potbagoreifhen |: 


Bund, bie Eſſäer od. Therapeuten, bie römischen 
Baugemwerle (j. Sub ascia dicare), bie Dewiben, 
‚Euibeer ze. zurüdfübrten, aber ohne allen Grumb, 
benn obihen alle dieſe Einrichtungen, bei, bin» 
fihtlich des Geheimbaltens, eine gemifje Ähnlichkeit 
mit ber F. haben, jo hängen fie doch in hiſtoriſcher 
Beziehung auf Teine Weife mit derfelben zuſammen. 
- Dagegen iſt ver Zuſammenhang ber F. mit ben Bau⸗ 
ge ſchaften (f. b.) bes Mittelalters, durch melche 


am 12.— 15. Jahrh. bie herrlichen Baumwerle bes |- 


Mittelalters , bei. bas Straßburger Münfter, ber- 
vorgingen, nachzuweiſen, benm {af überall finben 
fid an leteren Embleme ber #. ſchon cher bieler 
u. es it wohl anzunehmen, daß bie Borfteher 
[nr bie .alten fun nbigen ı. n * 
Kunſt lebenden Baumeiſter, die Baugeſellſchaften 
nicht blos in einem zunftmäßigen, fonbern höheren 
Sinne nahmen. Auch Urt ‚ jo die Orbnıen 
der Steinmeßen 4464 in Strasburg, ſcheinen | 
biexauf binzubexten, obſchon bie Iner Urkunde, 
angeblich vom. 24. Juni 1535, — dies geradezu 
aneipricht, u. bei welcher mehrere bean nte ner 
bamaliger Zeit, wie — Coligny u. A. 
mit unterichrieben find, höchft wahrfcgeinlich in ber 
ve en Hälfte bes 18. Ja . untergejchoben wor⸗ 
it. Unbezweifelt famen bie Bangelellichaften 
balbnah England, u. ſchon in früher Zeit ift, nach 
ber altengliichen Sitte, baf die Großen Mitglieder 
— Zunſt waren, nachzuweiſen, daß Prinzen u. 
e von England Protectoren der bafigen Ban- 
ã waren, jo der Sage nach Prinz Eb- 
win 926. ber Yorker Baugeſellſchaft. Unter Ma- 
ſonen verftaud man fänmtlide zum Bau ver- 
wenbete Künftler u. Handwerler, doch unterfchieb 
man fchon feit dem 14. Jahrh. Free Masons, d. i. 
Steinmetzen, melde den freiftehenden Stein bear- 
“beiten, von ben Rough Masons, ben Maurern, 
welche bie rauhen Bruchfteine zufammeniligen. Die 
ältefte neuere Urkunde, entſtanden zwiichen 1427 
bie 1445, iR von Salliwelli in Londen 1840 heraus⸗ 


gegeben; "biejelbe enthält die alte Zunftfage, welche 


„bie Gefhichte bis auf König Athetſtau zurüdführt, 
Borſchriften über dus gegenfeitige Verhalten der 
Genoſſen, Verorduungen des zn u. endlich 
die Legende von Damı 4 ekcönten. . Um 1500. er 


| die Grundlage ber Ma 


‚der Maurer 1731 u. die 


Sreinaureseiräis’A. B. 
‚analoge — ———— | fienen Die altem: 





Eonftitutiuen u. 6 
— 










ale Nitglieder. anzunehmen n. legte] 


—— der $. ” 
B) Erfie Beriode der eigentfi 
meurerei 1717-1783: 1717 


4 Kogen in konbon.gur 45 
—* ‘1720 feierte aufs 


Anderſonſche Conſtitutionsb 
urerei. 173 
Se > von Irland in Dublin 


Conftitutionsbuche - ve 


welches auch die Grundlage de 


ausgegebene m. — — 


| ee 


1736 die Errichtung ber 5 
land in — * —— Bi b 
bon in Übereinſtinmmung im mamı 
gen n blieb. Dagegen 
ißhelligkeiten — zu 
London lebenben Maurer 
teten WR be —— 
dig Logen h 
man ſich auch im 
warf, ſo fanden 
nahmen ſtatt. Unzufri 
führung unterſchiedener * Mi = 
ichtung di 
loge, u. bie. derſelben ertheil ten Be: 
Nach —— ——— erhoben fi 
friedenen wieber feit 1755, indem “ 
englilhe Maurer im Gegenfak 
eugliſchen bezeichneten m. 


Xoge im Lane, zu York, 


zwar vereinzelt fortarbeitete, aber m 
brüberlicher Verbindun blieb, bie 
wurbe n. gegen 1784 ex 1764 = 
nung. bis zur Beinbieligteit vollendet 
bie altenglijche Sehe um von —* 
land anerkaunt. Die 

1813, wo die getrennten — 


Freimaurerei SL. B. 


Großen Loge der | friſten, gearbeitet u. den Tempelherrenorden fort- 
en Kreimaurer. Das neue Sonfitu- ı i 


Ralteten Vereinigten 


hien 1815, in 2. Anflage 1827 x. in 
841. In Schottland, weldes in 
n n. mnftilchen Gefchichte der Mau⸗ 
mannt wird, beftanb feit alten Zeiten 
Janlenten eine ähnliche Bereinigung 
ab. Sie fanden bier unter Patronen, 
lange Jahre in der Familie der Grafen 
ern von Roslin, erblich war. Ber- 
t war das Dorf Kilwinning, andere 
Serfammelten fitd in Aberdeen. Im 
erieth die F. in Verfall, bis fie fi 
ber bob, fo daß 1736 bereite 32 Yogen 
ben Großmeifter wählten, am 30. No⸗ 
: Geburtstage des St. Andreas, des 
% von Schottland. Die Großloge 
bat flets nur bie 3 urfprünglichey 
annt u. ſich gegen jede Art von Hoch⸗ 
tu. verwahrt. 
ottland, fonbern Frankreich iſt bie 
rochgrate. Im Jahre 1725 wurde 
yern vie erfte Loge in Paris ge 
2 gab es 22 Pogen in Paris. 1743 
fie Allgemeine Geſetzbuch zum Ge- 
ogen in Frankreich belaunt gemacht, 
rtifel fich gegen bie Sohprate er- 
hatte Michael Antr. Ram)ay (f. d.) 
j in Paris gebalten, in welchem er bie 
renzzügen ableitete u. fie mit ben Dr- 
Sohannes, dem Malteferorden, in 
ng brachte. 1747 erichien von Abbe 
feinbfelige Särift: Frane - Macon 
e zuerſt bie Fabel von ben Übergriffen 
in Lie Politik zu Gromsede Seite, 
rts wieder auf ten englifchen Thron 
äblt. Auf Grund des von Ramjay 
ortragß bildeten fich ſchon 1742 drei 
ve Grabe. 1743 erfand man in Lyon 
y, welche bie Rache ver Templer dar- 
308 Prinz Karl Eduard Stuart nad) 
en, um ben engliihen Thron zu er- 
ı nach ber Schlacht bei Sulloben 1746 
rankreich zurüd. Ihn erbob bie Pabel 
e zum Großmeifter der Diaurerei, ob. 
aten Großmeifter ber Tempelherren u. 
x bes Rofecroir- Grabe. Alle viele 
derietten in nichts, ba der Prinz 1780 
belauntichaft mit den Myfterien der 
irte. 1754 gründete ber Chevalier de 
n Sapitel der Hochgrade, genannt das 
‚a Clermont, weldes von franzd- 
men im Siebenjährigen Kriege nad) 
berpflanzt u. von Sam. Rofa verbreitet 
em Capitel folgt 1756 das ber Ritter 
1758 das der Kaiſer des Morgen» u. 
mit 25 Graben, 1764 führte Tichuby 
s. St. Andreas von Schottland ein. 
terwefen, u. bei. den Tempelherren⸗ 
der Maurerei in Berbindung zu 
de behauptet, daß, nachdem Jalob 
Grofmeifter der Templer, 1314 in 
Ant worden ſei, 7 Templer, worunter 
J des DOrtens, Aumont, nady einer 
nfef geflüchtet wären, bort einen, ſchon 
der Verfolgung der Templer bahin 
empelherrn, Harrid, gefunden u daß 
Yanbwertätusucer, um ihr Leben zu 


gepflanzt, ibn jedoch, um verborgen zu bleiben, in 
ilder u. Sinnbilber der Handwerlsmaurer geblllt 
hätten. Hierauf wurde nun ber 6. Grad, ber 
Tempeiberr, gegründet. Da bie Beiftlichleit auf 
diefe höheren Grabe den bedentendſten Einfinß 
üdte, fo fam nächft dem Namen Ritter der: Tem⸗ 
peiberr u. Cleriker, nebſt bem des Kapitels, flatt 
der Loge anf. Während nun die engliſche F. 
von London aus in Spanien (1729 in Gibral- 
tar, 1728 in Mabrib), in Portugal (1736 in 
Liffabon), in Italien (in Btoremg 1 7135), n Ruß- 
land (1731 in Moskau), in den Niederlanden 
(1735 in Haag ſobſchon bereits 1731 ter Großher⸗ 
zog von Toscana, nachmaliger Kaifer le T., in 
einer zu Daag von Delegirten der großen Iq; u 
London gebildeten, ſpäter ſogleich wleder geſchloſſe⸗ 
nen Deputationsloge aufgenommen worden mwar]), 
in Schweden (1736 in Stodholm), in ber 
Schweiz (1735 in Genf, 1739 in Laufanne), 
noch fpäter in der Türleiw. in Deutſchland 
(1737 wurde bie Loge St. Georg, jpäter Abſalom, 
auch die Loge zu Sachſenfeld [Ipäter in Rußdorf er- 
loſchen), dann die zu Naumburg, in Hamburg, 
1740 die Provinzialloge zu Naumburg u. 1746 
tie Provinzialloge in Hannover von Gnglanb 
aus gegründet) Logen errichtet hatte, breitete 
ſich dieſelbe auch nach fernen Welttheilen aus; 
in Aleppo u. Damaak wurden feit 1728 Logen er» 
öffnet, dieſelben 1730 nah Nordamerila über⸗ 
etragen u. auch in Oſtindien bie 5- auf engliſche 

eiie geübt u. Überall Prowinzialgroßmeifter er⸗ 
nannt. 

In Deutſchland brachte das Syſtem ber fricten 
Obſervanz große Bewegung hervor. Es theilte Eu⸗ 
ropa in 9 Provinzen, zuerfi Aragonien, Auvergne, 
Zanguetoc, Leon, Burgund, Britannien, Rieder- 
dentichland (mit Einfchluß Polens, Livlande u. Kur- 
lands), Italien u. Griechenland, in deren je der 
Sit eines Heermeifters fein jollte ; da fich aber ſpäter 
die meiften biefer Provinzen abgeneigt zeigten, bie- 
fes Syftem anzunehmen, in 9 andere, nämlich Nie⸗ 
derbeutihland (mit Polen u. Preußen), Auvergne, 
Languetoc, Italien n. Griechenland, Oſterreich, 
die Yombartei, Rußland u. Schmeben. Diefes 
Syſtem verdankt zum Theil fein Entſtehen, bei. 
feine Verbreitung dem Sreiberru von Hund, 
welcher 1742 zu Franffurt aM. zum Kreimaurer 
aufgenommen u. 1743 zu Paris katholiſch u. in vie 
daſelbſt beginnenten höheren Grabe eingemeiht wor⸗ 
den war. Hier hatte er ben E. f. General Graf 
Marſchal, welcher ſchon früher in ben Bund anfe 

enommen u. zum Provinzialgrogmeifter von Ober» 
— *8*— ernannt worden warn. ſeit 1734 Logen (fo 
zu Naumburg, 1741 zu Leipzig, 1742 zu Alten⸗ 
burg) geftiftet, fpäter aber bei einem Aufenthalt 
in Paris fi) zu den höheren Graben hatte be⸗ 
fehren lafien, gewonnen u. errichtete 1747 im 
Einverſtändniß mit demfelben einzelne Logen, je 
fogar 1764 einen Logenbund, mwelder den Namen 
Striete Obfervanz erhielt, weil in ben latei⸗ 
nifhen Reverſen jedes Mitglied firengen Gehor⸗ 
fam (Strictam observantıam) geloben mußte. 
Der Kreiberr von Hund war fo durchdrungen von 
der Wahrheit ber Erzählung von dem Tempel⸗ 
orben (von dem feine Anhänger ein Namensver- 
zeichniß ſeit Molay bis zur neueften Zeit }ublicit- 
ten), daß ex hoffte, es werde einmal ein Monarch 


884 


that, benfelben in Anſehen zu erhalten. Sein Sy- 
ftem wurde auf 7 Grade erböht, nämlich außer ben 
3 Iohanuisgraden beftand der Schottifche Meifter, 
der Noviz des Ordens, der Tempelherr (ber ent- 
iveder zum Eques Socius od. Armiger ernannt 
wurbe), u. ber Eques professus, tem angeblich 
Aufichlüffe Über die Geheimniffe u. Geſchichte ber 
Maurerei ertheilt wurbei. Geheime Oberbäupter 
(hobe, od. unbelaunte Obere, Cleriker) leiteten an« 

eblih ben Orden zu Zmeden, welche, ſowie bie 
Deren jelbft, den Brüdern der nieteren Grabe ger 
beim gehalten wurben; wahrſcheinlich waren «8 
wenigftens Anfangs Jeſuiten, welche unter dieſem 

amen ein verbedtes Spiel trieben. Der höchſte 
Obere hieß Eques a penna rubra (Ritter von ber 
rothen Feder). Jeder von ben höheren Graben be» 
kam einen Ordensnamen, jo Eques ab ensè (von 
Hund), Eques a struthione (Schubart von Klee- 
al Eques ab aquila fulva (Starf) ꝛc. u. führte 
denjelben in maureriſchen Angelegenheiten. Wirl- 
lich gelang e® von Hund, viele Logen zu errichten 
a. felbft die Mutterloge zu ben 3 Weltkugeln in 
Berlin zur Stricten Obſervanz zu belehren. Bereits 
vor Errichtung der Stricten Obfervanz war nämlich 
griebrih der Große 1738 noch als Kronprinz in 

raunjchweig von vertrauten u. ihm befreundeten 
Mitgliedern zum Freimaurer aufgenommen wor- 
den u. hatte geftattet, daß nach feiner Thronbeſtei⸗ 
gung bie Loge aux trois globes (jetst die Natio- 
nalmutterloge zu ben 3 Weltkugeln) in Berlin 
1740 geftiftet werbe, welche in kurzer Zeit 14 Töch⸗ 
terlogen zählte. Sie arbeitete Anfangs in franzö⸗ 
ſiſcher Spracde. Nach Sriebrich II. hatten ſich meh⸗ 
rere fürftliche u. andere vornehme Perjonen in ben 
Bund aufnehmen laſſen. Die Logen, bei. die der 
Etricten Objervanz, waren damals Sanımelpläte 
der vornehmen Welt, fie zählten zwar nur wenig 
Brüder, aber faft alle aus ben erften Klafjen der Ge⸗ 
ſellſchaft. 

Solche große u. ſchnelle Ausbreitung der 
F. mußte aber Reaction erweden. Schon 1731 
unterfagten bie F. Neapel, 1735 die Niederlande, 
1738 Kaifer Karl VI. (aber nur in ben öjterreichi- 
ſchen Nieterlanden), Hamburg, Schweden (bier bei 
Todesſtrafe), Bolen 1734, Toscana 1740, ja in 
Spanien u. Portugal wurden die Freimaurer ein- 
geterkert u. hart verfolgt. In der Türkei, wo man 
auh Muhammiedauer (mehrere berjelben, melde 
gegen Ende des. Siebenjährigen Kriege® nad 

eutſchland fanıen, legitimirten ſich als Maurer) 
aufnahm, befahl Die Pforte, daß man, fobuld wieder 
Logen gehalten würben, das Haus, worin fie Statt 
fänden, umzingeln u. mit Mann u. Diaus verbren- 
nen folle. Ain wichtigften war uber, daß Papft 
Clenens XII. die F. 1738 mit Bann u. Ercom- 
munication belegte, was Benetict XIV. 1751 be- 
Räte. Dies bewog einen großen Theil, bei. ber 
ranzöſiſchen Geiftlichleit, bie Fogen zu verlafien. 
Nur die Jeſuiten achteten bie päpfiliche Bulle nicht, 
denn fie begannen eben damals ihr Etermontifches 
Spften u. bilbeten e8 vielleicht eben darum zum 
neuen Tempelherrnorden aus. Ju anderen Ge— 
geuten wirkte das Berbot nur wenig u. wurde ſo⸗ 

ar in manden bald, wie in ten Niederiauden 
1740), Zoscana, Schweben (1746), zurüdgenom⸗ 
"in noch anderen wichen bie Freiinaurer durch 
ähnlicher Geſellſchaften aus; ſolche warcıı 


Freimaurerei XL: B. 


denfelben zum wirklichen Orben erheben, u. Ales 


3. B. ber Mopsorben, vom Kurfürk 
geftiftet, ber Esperanceorben, von Bar 
ber Harmoniesrben (f. d. a.) x. 1 
der meiften Geiftlichen aus ten fran: 
hatte dieſen bie beſtimmte Yarbe m. 
nommen; franzöftiche Lebhaftigleit, 
Leichtgläubigkeit, ſowie das bereits in 
graben mit ihnen getriebene, noch fü 
gehaltene Spiel, waren Urfacdhen, t 
auf Grade gehäuft, bie verichietenfı 
Ichaffen u. die gröbften Täuichunge 
vorgenommen wurben. Aldhemie, ( 
Theoſophie wetteiferten mit einanbeı 
ten Kopf zu verbreben. Der Grai 
Caſanova u. Caglioſtro (f. d. a.) fı 
jpiegelten das Auffinden tiefer E 
Zwed der F. vor, ftifteten neue Eyi 
(Letter bei. bie Ägyptiſche Manre 
mande Spfleme gaben, bei. feit bei 
gen Kriege 90 höhere Grade, mit 
amen (wie Conseil de chevalieı 
C. des empereurs de l’Orient et 
etc.), noch andere Zweige ter Mu 
befondere Abzweigungen u. Orden, 
(Elu-Coene). Hermetifcde F., Philal 
bie größte Berwirrung in ber %. ver 
ber franzöfifden Armee, die 1757 
erſchien, drang auch Die meuere fra 
ierei mit Por Ihren —— ein 
trieten Obſervanz viel zu ſchaffen, 
viele Brüber au deren Borfpiegelu 
bervorgehenbe Betrügereien glaubte 
anhaltiher Siperintendent, Roja, 
Namen u. Auftrag der 3 Weltkugeln, 
Syſtem (Rojaiihes Syſtem), 
land u. behauptete, daß daſſelbe 2 
Alchemie, Theofophie, Kosmoſoph 
gäbe. Auch die Afrikaniſchen Ba 
trennten ſich von Hund. Ebenſo m 
Illuminaten (geftiftet 1767 von Wi 
Neuen Rojentrenzer (f. b.), ein Aus 
braud der F., cd. ſchlichen ſich doch 
ſpäter in ſie ein. Bedeutender ab 
Hund das Mißtrauen, welches ma 
Heermeiſterthum zu ſetzen begann. 
Johnſon a Fünen (eigentlich ein Vaga 
Leucht, welcher Kaſſendefecte gemad 
von den geheimen Oberen in Schou 
prior abgeſchidctt fein, die deutſche 3 
formiren, auch höhere Geheimniife 
rief Die echten Maurer nach Iena ı 
Hund 1764 zum Congreß von 
bei Kabla, im Herzogthum Altenbur, 
Spielereien trieb, Johnſon Poften, 
in Templertracht, ausſetzte u. in gi 
Patrouillen reiten Ließ u. ſelbſt ritt, 
ben, daß ihn der König von Breußen, 
er angab, verfolgte, nicht aufbebe 
Sobnfon endlich mir der Kaffe eurfle 
Brüder jo in Hund drangen, mehr 
bisher, baß er endlich auf fein Ehre 
Degen verficherte, Daß das, was eri 
meiftertbum ausgejagt habe (j uber) 
u. daß er bif vor Kurzem: mit unbeli 
zu Old Aberdeen correipondirt dart 
zuhl des Condents nahm Diele Erk 
uicht unbedeutender Theil erflärte 
Dugeyen. 4757 erregten bie Cierile 


Treimauterei IL B. C. 


ordinis templarii), bie fi dur; | mißlungen war, bie Logen Kurlande für fein Cle⸗ 


"rater Archidemides ab aquila 
ten, ber fich aber zuerſt nicht Affent- 
bern unter dem neuen lateiniichen 
‚ aber behauptete, die wahre Weis⸗ 
u wollen, die beiondere Aufmer!- 
pter der Stricten Obſervanz. Dies 
Syftem hatte aber den Oberhof⸗ 
in Darmftadt zum Stifter. Anßer 
7 Jobannismaurerei hatte das Sy⸗ 
e,nämlih: a deu Jungſchotten; 
ſchen Altmeiſter, od. St. Au⸗ 
e) ten Provinz⸗Capitular 
Kreuze u. d) den Magus, ob. 
er Klarheit des Yichts, mel- 
» aber wieder folgende 5 Abthei- 
aa) den Ritter u. Noviz 
bb) benfelben vom 4. u. cc) deu⸗ 
abre; dd) ven Leviten, u. ee) den 
dem Convent zn Kohlo, wo eine 
er Etricten Obſervanz vorgenommen 
arl von Braunſchweig zum Groß- 
wurde, blieb von Huud, nachdem 
nte Legitimation nochmals auf feine 
Degen belräftigt hatte, nur Heer- 
Logen Ztricter Obſervanz in Cher- 
1, Dänemark u. Kurland. Noch 
fih aber ber alte myſtiſche u. leicht» 
yucch dieſen Konvent in ber F. ge 
) vermochte der Leipziger Weinwirth 
nen Logen 1772 — 74 durch Geifler- 
‚Blenden, u. von Gugomos (Eques 
ımphante) brachte, fi für einen 
i heiligen Stuhls in Cypern ausge⸗ 
Heifterericheinungen, Golbmachen u. 
miſſe berufend, ven Conventvon 
1775 zufammen, wo er aber ent- 
floh u. jpäter widerrief. Eben jo fan⸗ 
iſch⸗ myſtiſchen Martinifien Anhang 
in Schlefien entftanden die Kreuz. 
ı in Cherteutichland bie Aſiatiſchen 
aber alle waren nur von furzer 
r andern Seite wurten viele bisher 
iſcht, u. ſelbſt Schubart von Klee- 
'olger Rofas bei den 3 Weltkugeln 
annte bie Nichtigleit des Tempel⸗ 
. fegte feinen Hanımer nieder. Die 
zraunſchweig 1775 u. Wolfenbüttel 
afjelbe noch mehr wunfent, u. end⸗ 
ernunft bei bem durch ein Circular 
irl Wilhelm Ferdinand von Braun» 
ein Vater nach befien Tote 1733 ale 
r Stricten Obiervanz gefolgt war) 
nventzu Wilbelinsbab 1783, 
te Chfervanz, bie neuen Roſenkreuzer 
saten Theil nahmen. Die Rückficht 
war feit befien Tod (er fl. 1776 zu 
chwunden, ein anderer Heermeifter 
‚ der fchon früher zu Zurin erwählt 
‚est anerlannt wurde, Bernez, wurde 
icht beachtet, das ſchon ſehr wankend 
ıpelberrnigflem für aufgeboben er- 
ricte Obſervanz auf neue Grundſätze 
it veränbertem Syſerm zurüdge- 
{mebader od. Rectificirtes 
efer Eonvent war Durch bie Jarten 
„berhofpretigers Stark zu Darm 


worden, welche biejer, ala es ihm | 


ritaliſches Syſtem zu gewinnen, gegen bie Striste 
Obſervanz gerichtet hatte; durch denſelben erhielt 
aber auch Das Clerikaliſche Syſtem einen bebeuten- 
den Stoß u. löfte fih nun nah u. nach von ſelbſt 
auf, bei. durch Nicolais, Bieſters n. Gedikes ent» 
ſchiedene Sprache in ber Berliner Monateichrift, 
welche ten proteflantiichen Oberbofprebiger vor 
Stark von 1794 an geradezu Des Katholicismus be⸗ 
ſchuldigten, was fich bei feinem Tode auch ale wahr 
erwies. 

() Zweite Periode. Die Freimauerei 
feit dem Wilhelmöbader Convent 1783 
bie zurFranzöſiſchen Revolution. Die. 
hatte ſich geläutert; alle helldenlenden Maurer be⸗ 

rifien, daß man mit ben höheren Zwecken der 
Oberen mit Geifterfeben, Goldmachen ac. getäuſcht 
worden fet, daß zum Theil politiſche Zwede, zum 
zheil das Streben für ben Katholicismus Prose- 
Igten zu gewinnen unter ben Bildern, bei. ber 
höheren Grade, verborgen gelegen bätten, u. in vielen 
Spftemen zeigte fih (mie zum Theil fchen früber) 
das Streben, die F. in ihrer Reinheit barzuitellen, 
n. man juchte, da man ſich Über bie Mittel bierzu 
nicht einigen konnte, dies in befonteren Zyftemen 
u. ın inneren Crienten ob. Großlogen zu erreichen. 
Schon oben iſi geſagt, daß ſichi Großbritannien 
nächſt der altengliſchen Großloge große Logen in 
Yondon (1717), Dublin (1730) u. Edinburg (1736) 
bildeten, von Denen bie zmeite bef. wichtig mark. 
Diefe neuengliſche londoner höchfte Großloge nahm 
1770 nad tem Vorbild anderer Syfleme einen 4. 
Grad, Royal Arch, an, während bie altengliichen 
Logen von Port u. die ſchottiſche u. iriiche Groß⸗ 
loge fortfuhren, nur in brei Jobannisgraben zu ar- 
beiten. Die neuenglijhe Großloge verpflanzte 
tiejen Grad feit 1763 auch in ihre Provinziallogen. 
In Frankreich erlirten troß des Verbots ber 
5. buch Ludwig XV. faft feit dem Beginn ber F. 
hen Öreßlogen, u. 1735 nahın der Herzog von 
Autun, 1743 jelbft der Herzog Youis von Bourbon, 
Graf von Clermont, aljo ein Prim von Geblüt, 
das Großmeifterthum an. Dieje vornehmen Groß- 
meifter befümmerteft fich intefjen wenig um ihr 
übernommenes Amt u. ließen daſſelbe durch bepu- 
tirte Großmeiſter verwalten, non denen einer, Ya- 
corne, 1761 Zanzmeifter war. Gin Theil der Logen 
wollte ihn nicht anerkennen, u. es gab daher einige 
Jahre lang zwei franzöfifche beputirte Großmeifter, 
bis e6 dem Grafen von Clermont doch zu arg 
wurde u. er Lacorne abfettte. Aber nicht lonnte er 
die inzwiſchen erfolgte Bildung. von Großlogen zu 
Vordeaux, Lyon, Marſeille, Orleans u. Bouillon 
verhindern. 1767 erfolgte ein neues Verbot der F., 
das durch frühere, ebenjalls erneute ſcharfe Ediete 
ber Biſchöfe gegen fie ſchon vorbereitet war, aber 
eben jo vergeblich, als früher, denn 1771 gelang 
e6 dem Herzog von Chartres (jpäter von Orleans, 
während ber Revolution Egalite genannt), der fid) 
ale neuer Großmeifter an bie Spitze aller Syfteme 
u. die ihn fünumtlih anerfennenden Großlogen 
ftellte, bie F. wieder geftattet zu jeben. Er ernannte 
ben Herzog von Yureinburg zu feinem Admini- 
strateur genGral (deputirten Meifter). Ein Grand 
Orient de France, beftehenb aus Deputirten aller 
Logen, wurbe 1772 in Baris eingejett, u. ber Here 
zog von Orleans felbit zum Souverain grand 
maltre des tous les conseils, chapitres et lo- 


ges 6cossaises de France antgerufen. "Diefer 
große Orient hielt Ordnung unter ben Logen ı8 fuchte 
1776 bie höheren Grade einigermaßen einzuſchrän⸗ 
ten; eim Konvent zu yon verwarf 1778 das 
Tempelherrnſyſtem, das bef. in Lothringen u. Elſaß 
Eingang gefunden batte, u. bie Logen beflelben 
fchloffen fih nun dem Grand Orientan. Schon 1756 
Yatte die holländiſche F. unter ber Bedingung, 
daß alle hollãndiſche Yogen unter Einer Großloge 
zu Haag ftänden, die Anerlennung bes Staats er- 
langt u. 1770 ſchloß auch fie einen ereinigunge- 
vertrag mit der höchſten Ionboner Großloge. In 
Dänemark mwurbe von Staatswegen 1792 bie 
ganze F. unter den Grofmeifter Prinz Karl von 
Hefien geftellt. In Schw eben befiimmte 1785 
en Geſetz, daß Leine Loge mehr anders als unter 
ber Großloge in Stodholm arbeiten bilrfe, ıt. der⸗ 
ſelbe König, welcher die F. früher bei Tobesftrafe 
verboten hatte, ließ fich von den neuen Logen feterlich 
huldigen. Die ſchwediſche F. war aber nach franzö⸗ 
ſiſchen Formen geftaltet, arbeitete nach Clermon⸗ 
tiſchem Syſtem u. hatte dabei eine ſtarle Bei- 
miſchung von Roſenkreuzerei. 1765 führte Schubart 
von Rlecleib das Templerſyſtem bei ber ſchwediſchen 

. ein, u. um 1777 war bafleibe u. das Clermon⸗ 
tiſche Syſtem zu einem ganz weränderten, neuen 
Syftem umgebtitet, welches bem altenglifchen nahe 
kommt. Der Untergang des Tempelberrnordens 
a. die Wieberherftellung beifelben durch die F. ſoll 
nad dieſem Syſtem ohne alle Beimiihung von 
Katbplicismus verfinnlicht werben; das alte Syme 
bol fehlt u. wird geſucht; Wohlthätigkeit wird als 
Urzwed bes Tempelherrenordens betrachtet. Die 
ſchwediſche Manrerei hat 9 Grabe, nänılich Die Jo⸗ 
pannisgrabe ‚ ven erwählten Scyotten, ben fchottir 
ichen Meiſter, den Ritter in Often (Jobannisver- 
tranter), den Ritter in Welten (Tcmpelritter, 
Unterofficiant), dem Großofficiant, den Magister 
templi (Utor). Andere führen dieſelben Grabe 
mit einigen Abweichungen an. Indeſſen war bie 
ſchwediſche F. nicht fret von Smetenborgianismus 
u. damals die meiften Redner Smetenborgianer. 
Dadurch, daß Guſtav III. die F. gegen ven Adel, 
welder die Macht Damals in Händen bielt, benutzte 
n jeinen Bruber, den Herzog von Silbermanlarıd, 
zum Sroßmeifter ernannte, bekam bie F. bort eine 
eigentbümliche Beziehung. In Rußland konnte 
lange keine eigentliche Großloge zu Stande kommen; 
obſchon Katharina II. Protectorin der Loge Klio 
in Dioslau wurbe, mar diefe doch nicht Großloge. 
1768 ward vom ruſſiſchen Obrift, nachmaligent 
©enerallientenant Dielefino, einen gebornen Grie⸗ 
chen, das Meleſinoiſche Syſtem eingeführt; e8 
enthielt Die 3 Johannisgrade u. außer biefen 4 
Grade (das dunkele Gewölbe, fchottiicher Meiſter⸗ 
u. Rittergrad, Philoſophengrad u. Clericat); in 
das Clericat war viel Roſenkreuzerei verwebt. 
Dies Syſtem beſtand nur in wenig Logen in u. um 
Petersburg u. war außer Rußland wenig bekannt. 
1776 ward von England aus das Großmeiſterthum 
des von Jolachin anerkannt. 1786 waren bereits 
15 ruſſiſche Logen bekannt. In Polen eniſtand 
1769 die erſte Großloge aus der 1749 begründeten 
Loge zum guten Hirten in Warſchau. Als ter 
ruſſiſche General Igelftrön 1783 u. 1794 Warſchau 
bejegt hielt, wurden die Logen durch ihn gejchlofien. 
Später, als die Theilungen Polens eintraten, 


Freimuurerei I. ©... 


tbeile unter bie Geſetze der Staaten, : 
biefe geſchlagen wurden. Inter Schmei 
Loge zu Lauſanne den Titel eines Helm 
niſchen Directoriun:s an. Epäter ſchu 
ber Schweiz mehrere Logen zur Stricten 
u. Die zu Baſel nahm den Titel eines a 
Directoriums an, Dagegen erhoben fih 
zu Genf zu einem unabhängigen Gref! 
Doch wurde erſteres nach dem ernente 
F. 5 Bajel 1782 aufgehoben. 

m meiften aber zeigte fich das Ent 
Betten in Deutfhlanb. Hier um 
tificirte Wilhelmsbader Syſtem durch d 
her Herzog Karl Wilhelm Ferdinand 
hweig u. deſſen Loge Karl zur gehi 
repräfentirt. In Anfang gehörte die Rat 
loge zu ven 3 Weltkugeln zu Berlin zu di 
e8 begannen aber bald Streitigkeiten mi 
1784 ertlärte fich die Rationalmutterfi 
ibren Töchterlogen von allen maurerifi 
tungen, alfo au von dem Wilbelmsb 
ffir unabhängig; fie erfannte daber as 
jenem beit fen 4. Grad nicht für gi 
behielt, wie bisher, ihre 7 Grade kei. 
denn auch der Name Stricte Obfervanz 
auf das von ihr befolgte Syftem übe 
die leitende Loge bes Wilhelmsbaber S 
ein anderes Syſtem annahm u. bi 
Stricte Obfervany fih nach n. nad ı 
reits 1764 hatte in Berlim bie Loge ı 
ibre Gonftitution von ber Loge 
Braunſchweig erhalten, fie hatte 
von York, Prinzen von England, 176 
men u. durch beflen Bermitteln 
twion ven daher belommen. Sie 
deshalb Royal York zur Freundſchaf 
Logen zu ihrem Eyſtent u. nahm Die 
Mutterloge ein. Nur wenig fpäter bi 
der Seneralftabsarzt Ellermann, Der 
tion den Namen von Zinnentorf : 
hatte, bie Bildung eines befonteren : 
hatte von Hunts Yegitimation ala He 
fiebenten Provinz auf dem Convent i 
nicht anerkannt n. verfchaffte ſich dur 
jecretär ver Öroßloge in Schweden bere 
flärte Die Stricte Obſervanz für unedht 
1770 12 Xogen zu einer Großloge im i 
biefe erhielt ein Patent von London, u 
Sins u. Herftreiten, wo er ſich unbı 
(jo war es den Brüdern feiner Loge, | 
Nattonalmutterloge, eine Zeit lang ı 
Logen bed andern Syftems zu bejud 
dem bie ſchwediſche Großloge erklärt ba 
nendorf ohne ihr Biffen ibre Rituale c 
erklärte fi biete Großlege zu Berlin 
Landesloge von Deutichlant. Im G 
Stricten erflärte Zinnendorf iein Zt 
Yate Obſervanz, obihon es weit f 
als jene, u. ſchloß mit der höchſten 
in London, durch Bermittelung des 
Georg Karl von Heflen, 1773 en 
nach tem alle Logen in Deutfchland ih 
jolten. Auch Zinnentorf nahm 7 Or 
der ſchwediſchen an u. Die Yanbestege i 
bi8 jet. Die Yoge Royal York vcrei: 
mit ver Lunbesloge, trennte fich uke: 
der von berjelben u. reclamirte ibre . 


Tamen bie einzelnen Logen ber abgeriffenen Landes⸗ 1798 erging von ber preugifchen Xe 


Freimaurerei IL D. 


’e geheime Geſellſchaft unterfagt ſei, 
t, wenn fie ſich einer ber genaunten 
ı anfchließe; biefer Befehl if noch 

In Frankfurt a. M. hatte eine 
nzialgroßioge befanden; dieſe er- 
ch ten Tod des Provinzalgroßmei⸗ 
ermöge einer ausdrücklichen Bekim- 
ſten Großloge in Londen hätte bie 
in Frauktfurt a. M der großen Lan⸗ 
in ſich anſchließen ſollen, Dazu wollte 
icht bequemen, ſondern errichtete mit 
deichsadler in Wetzlar ren Eklekti⸗ 
ſo genannt, weil er aus Vielen das 
n wollte), Der nur bie drei Jobannis⸗ 
fi von Zectengeift u. Schwärmerei 


das alte engliibe Syftem feitbalten : 
gen traten ihm kei, doch wurde er 


dadurch auigelöſt, Daß der Reprä⸗ 
yſten großen Loge in London bie 
ovinzialloge wieder einſetzte. Allein 
te ſehr zum Nachdenlen Anlaß gege⸗ 
re Logen modelten ihr Ritual nach 
yäter conſtitnirte ſich Der Ellektiſche 
wozu ſich Die Darmiſtädter u. and. 


b die F. in faft allen genannten 
srtichritte erfreute, fo trafen fie Doch 
Periode in vielen Läntern Verbote 
n. So wurden in Neapel, Spa» 
ugal die Maßregeln gegen fie ge- 
wert u. 1774 in Danzig, 1776 im 
simaurer verfolgte. In Ofterreich 
Kaiferin Maria Tberefia 1764 die 
: fie bald wieder aufn. blühte unter 
ya ſchon 1755 eine Landesloge aller 
Staaten in Wien errichtet wurde u. 
55 eine Cabinetsordre gab, wonach 
öfterreihiiben Hauptſtadt nur brei 
jellten, zugleich aber tie F. vellig 
ater Schuß der Behörden geftellt 
Id IT. war ihr tagegen nicht geneigt, 
. die öfterreichiichen Logen bis 17494 
Einfluß bare das Aufblüben ber 
F. auch auf das Gedeihen ber ita- 
in allen greßen Städten der Lom⸗ 
uden Logen, ja ſelbſt in Rom wurde 
che ſtillſchweigend geduldet u. ſetzte 
droßen Orient in Haris in Verbin⸗ 
wurde bie päpftlihe Bulle von 1751 
ißigt, daß bie Freimaurer nicht mehr 
werten follten. Schon 1754 mar Die 
mberg unterjagt worden, wie denn 
n Geiftlihen u. weltlihen Dienern 
f8 von Hildesheim, Seitens deſſel⸗ 
urde, Yogen zu beſuchen. In ‘Pfalz. 
e die F. 1754 u. in Venedig 1755 


e Beriobe. Die F. mäahrend 
tion u. dem franzöſiſchen 
He. Tie Franzöfiihe Revolution 
der Inftituiion der F. böchit nach» 
ı. In Frankreich hörten jaft 
smmlungen auf, da bie Mitglieder 
od. guillotinirt wurden od. voll 
en; zu den Clubs traten; ſehr 
e auch ein, baf ber Herzog von 
ite) ale Großmeifter erſt Republika⸗ 
ann unter ber Quillotine fiel. In 





Großbritannien trug man baranıf an, baf alle 
geheime Geſellſchaften geichlolfen merken follten, 
was durch Parlamentsfchluß auch wirklich geſchah; 
babei wurde aber bie F. ausdrücklich ausgenom⸗ 
men, weil Wohlthätigleit einer ihrer Zmede ſei. 
In Deutihland trug Kaifer franz II. 1794 
beim Reichstage ebenfalld darauf an, alle gebeime 
Geſellſchaften, alfo auch Die F., in allen Reichslän⸗ 
tern zu verbieten, viele Reichsſtände, bef. Breußen 
u. Braunfchweig, reinonftrirten bierauf, Daß dies 
dem Kaijer zwar in feinen Yänbern iüberlaflen 
bleibe, es den Reiheftänden aber freiftebe, ver- 
möge ber beutichen Freiheit, dieſe Maßregeln in 
den ihrigen zu ergreifen ob. zu unterlaffen. Die 
öfterreichtiichen Logen deckten tarauf freiwillig. 1801 
mußte jeber öfterreichiihe Beamter einen Revers 
unterfchreiben, nicht Freimaurer zu fein ob. werben 
zu wollen; auch mehrere fatholiiche Staaten (Mainz, 

rier, Würzburg 2c.) ſchärften das friihere Verbot 
ein. Im übrigen Deutichland blieb vie F. befteben, 
tod ftellten mehrere Yogen temporär ihre Sitzun⸗ 
gen ein, theild (mie in Aranliurt a. M.) des Kriege 
wegen, theild um jenen Verdacht politifcher Lime 
triebe zu vermeiden. Auch inten Niederlanden 
beftand tie F. ſelbſt nach der franzefiihen Invaſion 
fort, eben jo wurde fie in Dinemartu.Shwe 
den nicht genen, In Rußland entzog 1794 
Katharina II., auf den Verdacht, daß bie Yogen 3m 
politiſchen Clube führen könnten, der Moslauer 
Yoge ihren Schu, allein dennoch dauerten bie 
Logen fort u. jelbft der höhere Adel nahm an ihnen 
Theil. Unter Baul I. wurden 1795 alle geheimen 
Bejellichaiten, alſo auch tie F., unterfagt, wobl um 
ben Daltejerorden zu heben, wenigftens wurden 
Die Logenmeifter auf gegebenen Handſchlag, feine 
Yogen mehr zu halten, zu Dalteferrittern ernannt. 
Aleranter I. beitätigte 1501 bies Verbot; 1803 
wurde er aber durch ben Staatsrath Böber bewo⸗ 
gen, fie zu geftatten; ja er ließ fich jogar jelbft von 
biefem aufnehmen. In den iunern Verhältniſſen 
der Logen änderte fich im Ganzen wenig, Die Sy⸗ 
ftemfucht hatte aufgebört, ja man ſchafjte in einigen 
Großlogen die höheren Giade ab u. criegte fie 
durch andere Inftitutionen. Dies war bef. bei der 
Großloge Royal York ter Fall. Nachdem bie 
Mutterloge Royal Perl in Berlin fih von ber 
geoßen Yandesloge 1778 mieter getrennt hatte, ar⸗ 
beitete fie nämlich eine Zeit lang nach dem frühe» 
ren Syſtem, dann trug fie dem Profeffor Segler 
u. ſieben Mitgliedern auf, ihre Rituale u. Berfaffung 
zu revidiren; Feßler gab ihr 1797 ftatt ber vier hö⸗ 
beren Grade ſechs Srtenptnißftufen Allerhei⸗ 
liges, Juſtification, Feier, Übergang, Heimath, Voll⸗ 
endung). Jeder dieſer Erkenntnißſtufen gebt eine 
Einleitung (Initiation) voran, welche ben Namen 
derſelben führt. Schon früher hatte Feßler um 1792 
in Schleſien den Bund der Euergeten (Woblthä- 
ter), auf maureriiche Formen geftügt, zur Beför⸗ 
derung der Sittenreinheit, zu gründen verfucht, er 
kam aber eigentlich nie Damit recht zu Stande, u. 
tie Euergeten löften fih 1795 wieder auf. Als 
tsehler aus Royal York ausgetreten war, gab er 
eine geichriebene Geſchichte des Freimaurerbundes 
heraus, bie an Logen auch anderer Syſteme ver- 
kauft wurde u. viel Gründliches über Geſchichte Der 
3. enthält. Die Großloge Royal York nahm 1900 
Das altenglijche (Yorker) Ritual für Die Drei Johan 
niögrate an u. vereinigte fich 1301 mit ber Oroßloge 


088 


für das Kurfürftentyum Braunſchweig⸗Lüneburg 
u. mit der großen engliihen Loge in Hamburg zur 
feinen F. in den 3 erften Graben. In vieler 
großen Provinzialloge in Hamburg Hatte ber 
Schauſpieldirector Schröder in ben letzten Jahren 
des 18. Jahrh. im Stillen eine ähnliche Anderung 
bewirkt. Er ging nämlich auf das einfache alteng- 
liſche Ritual zurüd, u. bies Ritual war es, weiches 
viele anbere Logen annahmen (Hamburger ob. 
Schröderfhes Syſtem); der dieſem Syſtem an- 
gehörende geſchichtliche Engbund it eine beionbere 
Bereinigung zum Behuf geichichtlicher Forſchungen 
ohne alle maureriihe Formen. Seit 1796 mar 
bie F. in Frankreich wieder aufgelebt, um 1800 
ftand fie fhon in voller Blüthe, u. ala das Napo- 
leonifche Kaiſerreich 1804 an Die Stelle der Revo⸗ 
Intton trat, wurde der Große Orient von Paris er- 
richtet, alle Logen Frankreichs unter denſelben ge- 
ftellt u. Napoleons Bruder Joſeph zum Großmei- 
fter ernannt, obgleich berjelbe nicht Maurer war u. 
auch nie eine Loge befuchte. An feiner Stelle be» 
forgte Cambackroͤs das Großmeiſterthum. Gr ver- 
einigte das bisher auf dem Kontinent unbelannte, 
1804 von dem Grafen von Graſſe u. Tilly aus Nord» 
amerifa babin gebrachte Syſtem des Suprôome 
Conseil, welches 33 Grade fannte, mit bem bes 
Großen Drient u. wurbe auch von diefem Syſtem 
Großmeifter. In Paris gab e8 damals 120 Togen, 
im ganzen Grand fien Reich 1200. Faſt fiberall, 
wohin bie Waffen der Franzoſen reichten, in Italien, 
Polen, Spanien, Portugal, lebte die F. wieber auf, 
u. viele franzdfifche Regimenter führten Regimente⸗ 
Iogen. In ten beftehbenden Syſtemen änderten bie 
franzöſiſche Invaſion wenig, nur im Königreid) 
Weftfalen wurde eine Großloge in Kaflel errich⸗ 
tet a. in Warſchau 1809 der Große Orient von 
Polen wieder proclanirt u. bie Logen in Polen 
mußten ſich bemjelben anfchließen od. beden. In 
Preußen ftellten die Berliner Logen vom kt. 
1806 bis Dec. 1808 ihre Arbeiten ein, um Colliflo» 
nen mit Sreimaurern ber franzöfifben Armee zu 
vermeiden, doch bauerten bie innern Driente der 
Großlogen in bejonteren Ausſchüſſen ohne mau⸗ 
reriihe Formen fort, un die Arbeit in den Logen 
außerhalb der Hauptflabt zu leiten. Wie die fran- 
zöfifche wirkte die englilche F. in biefer Zeit bedeu⸗ 
tend, u. engliſche Logen entftanden, mohin bie bri- 
tiihen Waffen reichten, in Portugal, Spanien, Si- 
cilien, Malta ꝛe. Auch in Schweden wuchs das 
Anſehn der de al® der bisherige Grofmeifter, Her- 
309 von Sütdermanland, 1809 nah Guftaus IV. 
Abſetzung als Karl XIII. König wurde. Derſelbe 
ftiftete 1811 ſelbſt für Freimaurer ven Karls XIIT. 
Orden, den außer ben Prinzen noch 30 Mitglieder 
befamen u. melcher ben Nittergrab bes ſchwebiſchen 
Syſtems bilbet. 

E) Bierte Periode. Seit dem Sturz 
Napoleons 1815 bis 1830. Nach dem zmeiten 
Pariſer Frieden ſchienen faft allenthalben für bie 
5. gute Ausfichten zu fein. Zwar fuchte fich bie u. 
ba (3.8. in Frankreich dag Misphraimſche Syſtem 
von 90 Graben, das von Agypten ftamnıen u. iiber 
Benedig nah Europa gekommen jein wollte u. in 
Paris eine Großloge zu bilten verjuchte) die alte 
Syſtemſucht u. die alte Täufchung zu erneuern, 
aber nirgenbs mit fonberlihem Erfolg, Groß⸗ 
britannien ſchützte die F. allenthalben, wohin 
ſeine Arme reichten, nur in Irland wurden 1820 


Freimaucerei II. E. 


bie Rogen, wahrſcheinlich wegen der man 
verübenden Orangelogen (. %.), für | 
Zeit lang mit ben andern gebeimen 
gelöhofen. In Frankreich wurke 
isherigen Großmeifler, Joſeph Rapele 
baceris, drei, Macbonald, Beurnonvil 
von Balence, zu Großmeiftern ernam 
eifrig fortbetrieben , in Sicilien ie 
nigfiens gebulbet; in Rußland a 9 
fie in bem Laiferlihen Bruder Alerant 
eifrigen Freimaurer, ber felbft zumeil 
mit feiner nähern Umgebung hielt, € 
Stüte zu haben, u. dort wurbe 1815 
1811 beftiebenden großen Directorialle, 
zur Ordnung die Großloge Aftria in 
eftiitet. In ben Niederlantenm 
Friedrich Großmeifter ber Großloge in 
in Dänemarku.— in der Shweiz;t 
in —EX Grade; in Deutſchl 
F. auf demſelben Fuß wie vor ben 
Preußen nahm bie Zahl der Logen I 
ob aber ber König Friedrich Wilhel— 
man neuerdings behauptet bat, wirt 
vom Kaijer Alexander zum Freimaure 
men worben ift, ift wohl höchſt zw 
Baiern blieb zwar die F. verboten, 
den 1805—15 nieuerworbenen Staaten 
in Anebach, Baireuth, Nürnberg, Re 
wurten gebulbet, nur burften keme nı 
werden u. ſammtliche Beamte mußten 
unterſchreiben, wodurch fie fich verpflid 
Loge anzugebören, auch nicht fpäter 
werden zu wollen; in hannover | 
Großloge fih wieder erneuert; bie Loge 
reichs Sahfen waren aber jeit 181 
nahme zweier Leipziger Logen, r 
bäugig blieben, zur großen Yanbesfe. 
jen zufammengetreten ; die große Lex 
burg u. bie des Eklektiſchen Bunde 
furta. M., wie die große Loge von 
u. mebrere tjolirte Logen, blübten, u. 
den, mo der Kurfürft Karl Friedrich 
wieder bergeftellt u. eine große Loge g 
bie fih an den Großen Orient in Pe 
wurden bie Lager durch Berorbnum 
Sroßperzoge von 1813 u. 1814 wien 
In Ofterreih, Spanien u. dem größe 
Italien blieb dagegen die F. unterjag 
daß die Freimaurer gehofft hätten, 
überall Genehmigung ihres Streben 
Da ftörte der Carbonerismus u. b 
der fpaniichen Yogen ben geboffte: 
ter %. u. bewirlte die Siflirung 
vielen Ländern. In Neapel u ti 
Teftland von Italien, fo wie in 
waren nämlich alle Logen, al® von 
zöfifhen berrübrend, geichlofien wı 
noch fetten viele Logen obne Wiſſen 
rung, ganz den allgemein anerlanr 
jdgen ber wahren F. entgegen, Die Arl 
ih nicht erlaubten Berjanımlungen 
teten falihe, niebere u. höhere Gral 
Politik ein u. conipirirten gegen ben 
verwandelten Die echte F. in Carbenar 
lagen denn viele Elemente des Auf 
weil die Yogen nicht Übermacht u. offe 
in biefen Alterlogen, u. die Berjchwsr 
niſchen, nach Amerika beftimmten Ce 


Sreimauserei IL E; F. 


eon, u. alfe bie erfie Spanifche Revelution, 
ſ. von ſolchen falſchen Freimaurern aus⸗ 
eun fein. Aid die Neapolitaniſche Revolution 
a. bie Spanische 1523 mit Waflengewalt 
üdt worden war, begann natürlich dort 
mwte Berfolgung der Freimaurer. Beſ. in 
2 gelten Freimaurer u. Negros (Viberale) 
ichbebeutend, u. ter politiihe u. religiöfe 
mus brauchte erflere Benennung, wenn fie 
natifirten Pöbel u. die Löniglichen Frei⸗ 
Lt gegen irgend ein Inbivituum anbeten 
ud in Rußland erging Ende 1522 ber 
be Befehl an ben Miuifter bes Innern, 
otſchubey, bie Logen bis auf Weiteres zu 
ı u. allen Mitgliedern einen Revers abzu⸗ 
„Weder in- noch auslänbifche Logen zu be» 
Da Kaiſer Aleranter ſelbſt eifriger Mau⸗ 
e, 30 bat man vermutbhet, daß tie kurz 
1818) aus Rußland vertriebenen Jefuiten 
ruſſiſchen Logen einen Schlupimintel geſucht 
„amı für ibre Geſellſchaft thätig zu fein; 
‚geben an, daß Lie Logen auf Anregung 

„noch Antere, baß fie teehalb geichloffen 
yären, weil man ſchon damals Spuren 
be 1525 erplotirenten Verſchwörung u. 
glieder von Logen compromittirt ger 
eshalb aus Vorficht jene Maßregel ge- 
hätte. Auch in Polen erfolgte 1622 bie 
mg ber Logen. Nah Mexico war tie F. 
‚ber Bortigen Revolution von England 
Bemmen, u. ber lebhafte Charakter der Mexi⸗ 
Basift biefelbe mit ſolchem Eifer, daß bald 
em überfüllt waren. Auch bier fpaltete bie 
sicht tie F., u. Ecoffinos u. Morlinos be» 
bie Anhänger ter franzöfithen (ſchotti⸗ 




























‚ alten lichen Maurerei. Bald mifchte fich 
in bie 5. u. bieje Namen wurben Bezeich- 
$ ber beiden politifchen Sauptparteien in 


1, woburdh die Regierung bewogen wurde, 
Ichließen. 
Europa Batte 1530 bie Julirevolution 
3 auf tie F. menig Einfluß gehakt. 
len reftituirten ſich zwar während ter 
m Smjurrection 1830 u. 1531 einige 
rben aber nach teren Unterbrüdung 
' en. Das von ten Niederlauten ge⸗ 
Belgien belam eine eigene Großloge in 
2. in Kurheſſen fand fih ber Kronprinz 
Bat bewogen, tie Großloge in Kaſſel u. die 
B Eucheffiihen Logen zu ſchließen. Sonfl 
bie Logen wie Früßer rubig fort, wenig 
Eyſtemſucht finden mehr Statt, u. außer 
teonerfen über bie in Frankfurt a. M. nur 
liten beftehenben Logen zur aufgehenben 
the, welche von ber höchften Oroßloge in 
ber zum Frankfurter Adler, welche von 
lege von Paris ihre Konftitution erhiel⸗ 
alannt, aber von ben preußiſchen Logen u. 
kiſchen Bunte in Frankfurt a. M., der 
iſb als Provinzialloge völlig von der eng- 
sBloge in London trennte, nicht aner⸗ 
hirben, u. über die Zulaßfäbigleit ber Juden 
. F. überhaupt, haben in ter lebten Zeit 
Gtreitigleiten der Yogen unter fid Statt 
en. Dagegen wurten Krauſe, Moßdorf u. 
sun, weil fie bie F. im philoſophiſcher u. 
Hinſicht nach nichtmaureriſchen Quellen 
beleuchteten u. ihre Schriften in den 
Inerfafsesiton. 4. Aufil. VI. 


& 
a 


689 


öffentliden Buchhandel gaben, um 1820 megen 
Verlegung ter Verſchwiegenheit arg angefeinber 
u. Erftere fogar ausgeſchloſſen; mas menigfiens 
an Moßdorf durch ungeforterte Wiederaufnahme 
gut gemacht werten if. 

F) Der Standter Freimaurerei in ber 
Gegenwart In Großbritannien, dem Mut⸗ 
terlande der F., blüht dieſelbe vorzugeweiſe, eine 
nicht unbeträchtliche Zahl neuer Logen entfteben, das 
jegensreiche Wirken gibt fih allenthalben und durch 
Stiftungen woblthätiger Iuftitute mannigfacherArt, 
bef. zur Unterfligung alter gebrechlicher ob. durch 
unverfchuftete Unglüdefälle verarmter Logenmit- 

lieder, durch Sorge für Wittwen u. Waifen, durch 
rrichtung von Unterridtsanftalten. Zerwürfniſſe 


‚innerhalb ber Logen kamen felten vor u. die entftan- 


benen wurden durch gegenfeitiges Entgegentommen 
bald ausgeglichen. An tie Stelle des 1813 geftorbenen 
Großmeifters ber Großloge von England, bes Ser- 
DEN von Suffer, welcher feit 1817 dieſes Amt be- 

eibet hatte, wurbe 1844 Lawrence Dunbas, Graf 
von Zetland, zum Großmeiſter erwählt, welcher auch 
jetzt noch als joldder fungirt. Die Logen in ten Co» 
lonien ragen vielfach Über ven langſamen Geſchäfts⸗ 
gang; bei.ift hies in Canada ber Fall, wo fi 
10 Det. 1855 in der Stadt Hamilton eine unab⸗ 
bängige Großloge neben der von England abhän⸗ 
gigen Previnzial ⸗Großloge bifvete. Auch die neuefte 
Zeit hat wieber gelehrt, daß in England die Beftre- 
bungen ber Logen darauf gerichtet find, die %. im 
ihrer Reinheit, namentlid frei von allen fremb- 
artigen, lirchlichen wie politifchen, Beimiſchungen 
zu erhalten. Bei ber zwifchen mehreren beuticen 
u. framzöfifchen Großlogen einer» u. ten Greßlo- 
gen bes preufjifchen Staates andererfeit6 ausge⸗ 

rochenen Differenz wegen Bulafjung ber Beken⸗ 
ner des mofaiihen Glaubens zu den Logenarbeiten, 
erflärte fih tie Grofloge von England für die Zu⸗ 
laflung folder in anderen gen gebörig recipirter 
Mitglieber. Beilpiele von Intoleranz ſowohl der 
anglitanifchen, wie der fatheliichen Beiftlichkeit gegen 
die Freimaurerlogen famen höchſt felten vor. Die 
Mitglieder der Logen betbeiligten fich unter Anfilh⸗ 
rung ihrer Großbeamten bei ten Grundſteinlegun⸗ 
gen öfferftlicher Gebäude Durch Aufzüge mit Fabnen 
u. befleitet mit den maurerifhen Infignien. Unter 
ter Großloge von England arbeiten gegenwärtig 
iiber alle Erbtbeile zerftreut 956 Logen; 126 bavon 
in London. Zwifchen den Großlogen von England, 
Schottland u. Irland befieht fortreährend ein gutes 
Einvernehnten. In Irland entftanden Mifhellig- 
feiten zmwifchen ber dortigen Großloge u. einzelnen 
Logen böheren Gradese, die jeboch durch kluge Maß- 
regein der Großloge befeitigt wurben. Unter ber 
Großloge ven Irland arbeiten gegen 700 Logen. 
Im Begenfage zu den vielen Ordensſagen bält bie 
Großloge von Schottlant an ber nriprünglichen 
Iohanniemaurerei, welche nur Drei Grabe kennt, 
grundgefetlich feft. Unter ber Großloge von Schott⸗ 
land arbeiten 536 Togen. oo. 

In Frankreich wurden zwar in vielen Stät- 
ten neue Logen gegrüntet, bieber in Ruhe geweſene 
traten wieder in Thätigkeit, bie F. verbreitete fidy 
in der eroberten Provinz Algier, ferner wohlthãtige 
Anſtalten für Unterricht, Unterftützung Armer u. 
Verwaiſter wurden geſtiftet, auch wiederhelt Beloh⸗ 
nungen für ausgezeichnete tugendhafte Handlungen, 
Unterſttzung in heurungszeiten anderen Un⸗ 


690 
lüdgereigniffen von ben Logen vertheift; aber es 
baben zwiſchen ben einzelnen Logen unter ſich, wie 
mit ben beiden Großlogen Grand Orient de 
France u. tem Supr&me Conseil mehrfache Zer- 
würfniffe ftattgefunden. Während von den oberfien 
Logenbehörten über Lauheit der Logen n. deren 
Mitglieder Klage geführt, auch einzelne ausgezeich⸗ 
nete maureriſche Schriftſteller von den Großlogen 
verfolgt u. aus dem Bunde ausgeſtoßen wurden, 
beſchuldigten die einzelnen Logen den Grand Orient, 
daß derſelbe ſich der wahren F. nicht thätig genug 
aunähnie u. bei, zwiſchen einzelnen Logen entſtan⸗ 
denen Zwiſtigleiten gar keine ob. nur unzuläng⸗ 
liche Maßregeln zur Beſeitigung der obwaltenden 
belſtände ergriffe. Es wurden in dieſer Beziehung 
ſehr ernſte Anträge wegen Umgeſtaltung ber ober» 
ſten Logenbehörden in einzelnen Freimaurercon⸗ 
greſſen in Auregung gebracht. Auch wurden hier 
u. da Klagen laut, daß in einzelnen Logen, ben 
Grundgeſetzen zuwider, Politik getrieben werde. 
Hierzu kam nod, daß 1845 der Kriegsminiſter Eoult, 
ſelbſt Freimaurer, einen Befehl erließ, in welchem 
er den Freimanrern in der ganzen franzöſiſchen Ar⸗ 
mee den Beſuch der Legen unterſagte, gegen welchen 
Befehl der Grand Orient de France Vorſtellun⸗ 
gen miachte (ob mit Erfolg, ift nicht weiter befannt 
geworden). In der Angelegenheit wegen ber von ben 
preußiichen Großlogen ausgeſprochenen Verwei⸗ 
erung, Iſraeliten in ihren Logen auch nur bes 
ſuchsweiſe zuzulaſſen, erklärte ſich der Grand Orient 
entſchieden gegen die von den preußiſchen Logen er⸗ 
geifienen Maßregeln, empfahl aber den franzöfifchen 
ogen feine Repreffalien zu brauchen, fonderu ben 
preußiſchen Logen angehörenden Freimauen, wie 
früher, den Zutritt zu geſtatten. Nach der Februar⸗ 
revolution des Jahres 1545 wurde vom Grand 
Orient eine aus ben Öroßmwürbenträgern beſtehende 
Deputation an die bamalige Proviſoriſche Regierung 
abgeſchickt, um derjelben im Namen der Sreimaurer 
u buldigen u. diefelbe ihres Geberjans zu ver- 
ern. Im Ganzen wurde die F. von der Revo- 
Yution wenig berührt. Tarin, Daß die jociafifti« 
[hen u. conimuniſliſchen Verbindungen, melde 
mehrmals durch offenen Aufftand zur Harrſchaft zu 
gelangen juchten, auf ihren Fahnen, Proclamatio⸗ 
nen 2c. freimaurerifhe Enibleme (vgl. Freibeits⸗ 
bäume) führten, hat man Grund zu dem Verdacht 
finden wollen, al® ob die F. u. der Socialismus u. 
Communismus ein gemeinſchaftliches Ziel verfol: 
gen, allein bei näberer Unterſuchung bat fich Liefer 
erbacht als grundlos erwielen. Non Frankreich 
aus, aber doch aus dem deutſchen Elſaß, entftand 
die erſte Idee, dem Erbauer Des Strasburger Mün— 
flers, Ermin v. Steinbach, ein Denkmal in feinem 
Seburtsorte Steinbad im Großberzegtbum Baten 
zu errichten; e8 kam Dies auch im Sabre 1544, 
unterfiütt von deutſchen u. fchmeizeriichen Frei» 
maurern, zu Stande, u. tie Erridtung, wie bie 
in manrerifchen Formen am 18. Aug. 1945 began— 
gene Enrblltungsicier wurde, ımgeachtet die F. im 
roßherzogthum Baden bis dabin geſetzlich verbo— 
ten war, von Seiten ber dortigen Bebörden in kei— 
ner Weiſe gebinbert. Bei biefer Gelegenheit wurte 
auch Lie Idee zu einem aligemeinen Freimaurer: 
eongref angeregt, u. in Verfolgung Derfelben wurde 
1846 ter erfte Congreß zu Strasburg, der zweite 
1847 zu Stuttgart u. der driſte 1845 zu Baſel ab: 
gehalten. In neueſter Zeit find die Veſtrebungen 


Freimanteret II. F. 


einer großen Zahl von franzöfikhen fe 
richtet, unter Auihebung ber beiden 6 
bebörten, des Grand Orient mu t 
Conseil, eine große Nationallege ı 
zu bilden u. bie Hochgrade gänzlid 
Bon verſchiedenen franzöſiſchen Leg 
ben letzten Jahren Berſuche u. An 
um mit deutfchen Logen in nähere | 
treten, Doch find marnende Stimmen 
artiges allzu inniges Bünbnif laut g 
den Vorgängen des 2. Dec. 1651 wur 
Beſchluß des Grand Orient afle?e 
Bei den fortmährenten, kei. von dem 
gebenten Anfeindungen u. zugleich, 

ben der F. in Frankreich zu fihern, 
9. Ian. 1552, den Prinzen Lucia: 
Grofmeifter zu wählen; derſelbe 
Febr. jeierlich in fein Amt eingefüh 
Sabre lang unbeſetzt geblichen u. di 
fter - Abjuncte verwaltet morten ı 
Großmeifter war König Joſeph Be 
jen. Im Oct. 1854 erhielt Die F. in 
nene Verfaſſung, durch welche Lie Lei 
zen beſtimmter geordnet u. feſtgeſet 
die Hochgrade nicht mehr mit Gelb ı 
können, jontern durch wmaurerilde 
Zafente verbient werben mäffen. ® 
führte der Großmeiſter das Dogma 
tutein, welches aus Mitgliedern des! 
beſteht u. den Zweck hat, die Dogme 
ſchen Wahrheiten) zu lehren, bie gen 
ber Ritualien zu bewahren, fewie in 
nıaurerijhe Kenntniffe unter ben 9 
Bundes zu verbreiten. 

Su den Niederlanden fe 
Leitung Les Prinzen Friedrich Ka 
meilter Dir Großloge ber Niederla 
die Logen ohne bei. aufiallente Eri 
Wirkſamkeit ungebintert fort, u, i 
jeeifchen Colonicn murben Die Met 
durch Errichtung neuer Logen zugä 
In mehreren nieteriändiichen Yer 
man fi) vorzugsweiſe mit geichicht 
ſophiſchen Unterſuchungen iiber die 
1556 in Haag das 100jährige S-iftu 
ſchenkte ter Großmeiſter Prinz Friet: 
das Logengebände, welches er 18 
Koſtenaufwande von 70,000 Thlen 
laſſen. Derfelbe kaufte auch die Freim 
u. Urkundenſammlung des maurerift 
Kae Klo zu Srantfurt a. M. ı 

54). 


In Belgien beſteben tie Loge 
ſetzter Thätigkeit unter dem Grand 
gique. Die Anfeintungen, meldet 
dem katholiſchen Clerus zu erbulten 
Veranlaſſung zu der Errichtung ven 
ben Schutze u. mit Beibitlie der Pose 
terricht nicht ausjchlichlich ter Geiſftli 
laſſen; auch wurden eigene Friedri 
um bie öfters behinderten Beertizun: 
ranten Willkür ter farbetiisen Geift 
jieben. Auch von tem Minifter Nerkar 
Tentenzen ber F. verdächtigt u. derien 
geben, Ben Zonterbundstrieg in der 
anlaßt zu haben; Durch den Gregmii 
ſchen Logen (Defacqz) wurden jered 
vollſtändig widerlegt Dieſe Berg 


Freimaureroi IL V 
üben eine größere Thätigleit der Logen 


m Zudrang zu beufelben zur Folge. 
aßte ber fortgelegte Kampf ber politi- 
chlichen Barteien den Grand Orient 
e, ben Art. 135 bes Reglemeuts abzu- 
ber die Betheiligung an ben politifchen 
Angelegenheiten verbietet. Gegen diefen 
Sroßloge von Belgien, als ein Attentat 
unbgeiet ber Maurerei, erging zunächſt 
Bermabrung ber Loge Apcllo zu leipzig, 
oßloge von Sachſen, welche zugleich allen 

den unter dem Grand Orient de 
ebenten Logen unterfagte. Dieler Ber- 
ben fi alle Großlogen Deutichlands 


Schweiz vereinigten fi 1844 bie 
: Großlogen, unter weichen bie Logen 
fanden, nänılih das Directorium zu 
Die große Landesloge zu Bern, zu 
ege Alpina, u. dieſe gab 1845 revi- 
eu berans. Dem Einflufie der F. wird 
ben, baf Lie politifhen Parteien, bie 
ben Scuderbunbslriege Dort einander 
äberftanben, fich einanter weniger hef⸗ 
en. Bis jetst ift es der Großloge noch 
n, alle Schweizerlogen unter ‘sich zu 
a nod einige wenige (brei) unter Ober⸗ 
srand Orient de France geblieben 
857 befindet fich der Gig ber Großloge 


nemarf bat man über die F. in 
10 uhren feine Kunde vernommen, 
45 die Loge Zorobabel in Kopen- 
jäcularfeft ihres 100jährigen Beſtehene 
1555 wurbe bier nach einen Decret 
großmmeifter6 König Friedrich VII. eine 
e, bie Große Nationalloge von Däne- 
est, u. zugleich vas Schwediſche Sy- 
en Andreasgraden eingeführt. Eben fo 
ntejondere Ereigniffe von Shweben 
den; wie jehr man ſich aber bort an 
iligt, beweift ber Umſtand, daß bie brei 
en in Karlskrona, Chriftianftab u. 
31 Mitglieder zählen. Auch bier lebt 
ın der Spite der Brüderſchaft. Die 
titung bed Bundes u. bie Begünfligung 
ra Seiten bes Hofes ſcheint in einigen 
er Benöllerung eine Mißftinnmung gegen 
gt zu haben, weiche fich in wiederholten 
Aftonblad fundgibt. 
tſchlaud bat bie F. in den letzten 20 
illenthalben einen neuen Aufſchwung ge- 
denn ed auch an Zerwärfnifien zwilchen 
:oßlogen unter einander u. zwiſchen ihren, 
hängigen Töchterlogen nicht gefehlt hat, 
och fir ein regeres Neben nicht nur bie 
(1837), Berlin (1540), Breslau, Bai⸗ 
ß (1341), Altenburg, Frankfurt a. M. 
e (1943), Braunſchweig (1544), Hal⸗ 
yannover (1546), zu Oldenburg (1852), 
(1855), Erlangen (1557) unter zabl⸗ 
eiligung der Mitglieder u. mit großer 
g begangenen Nubelfefte tes 100jäbri- 
16 ber Legen; fontern auch Lie Entſte⸗ 
uambaften Zahl neuer Yogen in allen 
Rn, wo tie 7%. geitattet ift, mie bie 
ahme ber Tbärigleit in ciner ebenfalls 
en Zahl folder Logen, weiche biöber 


feit einer langen Reihe won Jahren im Umthätigleit 
—— Aud durch Die deutſchen Logen wur⸗ 
den gemeinnützige Auſtalten zur Veförberung 
Unterrits in Kunſt u. Wiſſenſchaft, zur Yinderum 
bes Gienbes u. ber Armuth (nameutlih in bem 
Theuerungsjahren 1846 u. 1847), theils neu 
gründet, theile längft beftehende weſentlich gefürr 
dert u. erweitert. Aber auch im Deutichland finb 
Anfeindungen u. Bertäitigungen ber 5. von ein- 
zelnen katholiſchen Geiftlichen erfolgt, dieſelben ges 
ftatteten n. a. nicht, bag Kinber katholiſcher Eltern 
Geſchenke, vie alljähriich in Logen vertheilt wer- 
ben, annahmen, fie bebrohten fogar Mitglieber ber 
Logen mit Ercommunication u. verweigerten den⸗ 
jelben, wenn fie bie Logen nicht verließen, bie 


. Heilsmittel der Kirche u. bie Beerdigung anf den 


tatholiichen Kirchböfen. Wie ungegrünbet ver fo 
oft ausgeiprochene Verdacht, baß die F. verderblich 
auf Staat u. Kirche wirke u. ihre Belenner verleite, 
an Umwälzungen Theil zu nehmen, haben die Jahre 
1848 u. 49 bewielen; bie Logen ſelbſt haben fich 
von alleu politiſchen Veſtrebuugen fern gehalten, 
u. wenn auch einzeine Mitglieder fih mehr ob. we⸗ 
niger bei ben Bewegungeun, bie auf Umflurz im 
Staat u. Kirche gerichtet waren, betbeiligt haben, 
fo find dies fehr vereinzelte Faälle geweien. Ja, 
bie Thatſache, daß ſich gerabe jeit 1851 Die Logen 
in einer ſeit langer nicht gelamuten Weile 
füllten, namentlich aus bem gebildeten u. befigen- 
ben Stande, Ionnte wohl beweifen, baf in jener 
zablreihen Hinneigung zur F. das Beſtreben fich 

enbare, fi) für das confervative Princip zu ver⸗ 
einigen. Trotz biefer Thatſachen aus der neueften 
Geicdichte, erhoben ſich in neuefter Zeit bie heftigſten 
Anfeinduugen gegen bie %., indem man fie als 
ſtaats⸗ u. lirchengefährlich darſtellte 1852 über- 
reichte der Advocat Edert ber ſächſiſchen Stände- 
verſammlung bie bereits bei den Staatsbehörben 
eingebrachten ſchriftlichen Geſuche um Aufhebung 
bes Ordens ber Freimaurer, ald nach Organismus 
u. nad Wirkſamleit unverträglich mit vent Staate- 
wohle, nebfi einer umfangreichen Beweisichrift da- 
für, u, forderte zugleich Die Stäube auf, ſich bei 
ber Regierung bafür au verwenden, daß Letztere ben 
Orben ın Sachſen aufhebe u. beim Deutſchen Bunbe 
dahin wirke, baß bie Aufhebung bes Ordens in 
ganz Deutichland verfügt werte. Eckert betrachtet 
bie L als einen Weltorden, in welchem u. ınittelft 
deſſen ein Geheimbund bie Revolutionen gegen alle 
befiehenten Kirchen u. Monarchien, fowie Die Zer- 
ſtörung des Eigenthums, der Stände u. Inunugen 
zum Zweck einer theokratijch -focialen Drbens- 
republit feit 3 Jahrh. vorbereitet, vollführt u. ge- 
leitet hat. So unausgeſetzt Edert feit 1952 A 
feine Anficht gefrhrieben un. gewirkt bat, jo bat man 
ih Doch immer mehr von der Haltlofigfeit feiner 
Erfindungen u. Behauptimgen überzeugt u. feinem 
Geſuche nirgends nur irgend eine folge gegeben. 
Int Gegentheil hat bie %. von politiiher Seite bie 
glänzendſte Anerkennung gefunden durch ben Bei⸗ 
tritt des bamaligen Erbprinzen, jetzt regierenden 
Fürſten Heinrih LVII. von Reuß-Schleiz 13. Mat 
1852, des Prinzen Friedrich Wilhelm von Preußen 
5. Novbr. 1953, des Könige Georg V. von Han⸗ 
nover 14. Ian. 1857 u. des Herzogs Eruſt II. von 
Sadien- Koburg- Gotha 30. Jan. 1857, welcher 
Letztere jogar den 9. Aug. 1857 das Amt eines 
Meiſters vom Stuhl in ber eoge zu Gotha über 

4 & 


Wa 


nahm. Un ber orte ber fürffichen Befchüher lebt 
der gegenwärtige Prinz- Regent von en, 
welcher ftet8 den Bund vertreten u. verf bat, 
o daß ihm berfefbe jum Theil feine Erhaltung m. 
einen gegenwärtigen blähenben Zuſtand in Deutich- 
Iand zu verdanken bat. Bon kirchlicher Seite ber 
wurde von ber ftreng confelfionellen Partei jeit 
19353 bef. in ber Evangeliſchen Kirchenzeitung ger 
eifert u. ber Austritt der Geiftlichen aus bem 
Bunde verlangt, weil in ber F. eine Antipathie 
graem das fpeciflich Chriſtliche malte. In beſon⸗ 

eren Schriften flellten bie Hauptſprecher jener 
Bartei bie 5 u. das evangeliihe Pfarramt in Ge- 
genſatz u. Juchten nachzumeilen, wie das letztere 
mit der Theilnahme am Freimaurerbunde unver⸗ 
trägfich ſei. Im Folge dieſer Behauptungen erließ 
1856 die Generalfuperintendentur in Magdeburg 
ein oberhirtliches Schreiben, in welchem bie Geift- 
fihen u. Lehrer der Provinz Sachſen ermahnt 
wurben, die F. zu meiden, als etwas, mas weder 
ihnen, noch den Gemeinden fromme. Dagegen er- 
ſchien von acht Geiftlihen in Magdeburg 23. Mai 
1856 eine Erwidernng u. Beleuchtung, welche alle 
in jenem Hirtendrief angebeuteten Bedenten wider» 
Iegte: In den Rogen feldft gibt fich in neuefter Zeit 
altjeitig ein Beſtreben kund, von ben —— 
ſich zu befreien, u. tritt dies um fo lebhafter hervor, 
als es einer vorurtheilefreien Geſchichtsforſchung 
auf dem Gebiete der 5. gelungen ift, pie Schwäche 
des Grundes, auf melchen bie Hochgrade bisher ſich 
geftätst haben, nachzuweiſen. 

In den einzelnen dentſchen Ländern bat fich bie % 
folgendermaßen geſtaltet: in Preußen hat bie %. 
dadurch, daß der Prinz von Preußen an der Spitze 
fämmtlicher Legen ge u: en mit Eifer 
für die Zwecke des Bunbes thätig ift, unverkennbar 
neues Leben erhalten, u. baber mag es auch gekom⸗ 
men fein, daß vorzugsmweife in dieſem Staate eine 
nicht umbeträchtliche zen neuer Logen errichtet 
mwurbe, welche fih in Gemäßheit der Staatsgeſetze 
unter bie Leitung einer ber drei Großlogen geftellt 
baben, namentlich unter bie ber Nationalmutterloge 
zu den brei Weltfugeln. a) Die Rational» 
mutterloge zu den drei Weltlugeln in 
Berlin zählt gegenwärtig 94 arbeilende Töchter⸗ 
logen, von denen 9 außerhalb Preußen fich befinben. 
Im Fahre 1850 hat biefe Großloge ihre revibirten 
Statuten herausgegeben ; b) bie Große Laudes⸗ 
logeder Freimaurer von Deutſchland in 
Berlin zählt gegenmärtig 66 arbeitende Töchter- 
logen, von denen 18 außerhalb Preußen fich be» 
finden; e) die Große Loge von Preußen, 
genannt Royal Yort zur Freundſchaft, in 

erlin bat dermalen 25 Töchterlogen, welche fich 
ſämmtlich innerhalb bes preußiſchen Staates be» 
Fer Wie bereits ermähnt, entflanden Miß⸗ 

elligleiten zwifchen den drei preußiichen Großlogen 
u. denen von England, Frankreich, Nortamerila 
n. den anderen Großlogen Deutichlands darüber, 
daß bie erfteren u. die von ihnen abhängenden Töch⸗ 
terlogen Freimaurern mofaiichen Glaubens, un 
geachtet dieſelben durch Certificate als von geſetz⸗ 
mäßigen Logen aufgenommen fich auswieſen, den⸗ 
noch den De zu ihren Verſammlungen verfag- 
ten. Diejes Berfabren, welches bie preußiichen 
Logen dadurch zu rechtfertigen juchten, daß fie bie 
5. als ein rein hriftliches Sufticut erflärten, wurbe 
son ben Großlogen Englands u. Frankreichs durch⸗ 


Ircehhautetei IT. P. 
| au a w. es kam en 


oge von Gnglanb ihren 
den preußifchen Großlogen alle Berk 
letzteren nnterfagte u. auch bie 
burg, melde id über ein gleiches 
eines ihrer Mitglieber zu beklagen bett 
tehr mit den preußifchen Logen einfteki 
ter ihrer Leitung ſtehenden Logen es u 
ficate von preußiſchen Logen anznerie 
bem auch die Übrigen Großlogen Den 
in gleicher Weiſe mißbilligend über bı 
der preußiſchen Logen ausgeſprochen u 
ten, Daß Bekenner des moſaiſchen Gla 
fie ſich als Freimaurer gehoͤrig legiti 
weigerlich Theil an ben manrerilde 
Laugen nehmen fönnten, fo ift in jüng 
Seiten der preufiichen Logen das Zer 
durch ausgeglichen worden, taß ſowe 
loge Royal York zur Freundſchaft als 
ttonalmntterloge u den drei Weltl 
Bundeslogen bie Weiſung ertheilt ba 
kunft darauf zu achten, Daß bie befut 
maurer mit richtigen Gertiftcaten gere 
kommener Logen verſehen find, u. b 
darnach, ob ber Beſuchende fich zur ch 
figion belenne, nicht gefragt werben fi 
Verfahren bat fih 1857 die Große Laı 
Deutſchland angeichlofien. 

Im Konigreich Hanno ver erfren 
unter der Leitung des Königs, welcher 
Großmeiſter der dortigen Großloge de 
ungeſtörten Theilnahme. Unter ber € 
Königreichs Hannover befteben 18 2a: 
fi Innerhalb des Landes. Die frühe 
land beftandenen, aber längere Zeit inı 
nahmen 1843, indem fie —— ugleich 
in Aurich vereinigten, ihre Thätigkei 
1846 feierte Die voge zum Weißen Pi 
nover das bunbertjährige Jubiläum. 

Die Große Mutterloged 
tifhen Bundes in Frantf 
welche, mit ihren Bunbeslogen, fü 
Hochgraden fernhaltend, flet3 nur 
Johannisgraden arbeitet, gerietb 15 
ihrer Töchterlogen, der Loge Karl zum 
Lichte in Frankfurt a. M., in Zwieip 
tere angeblich Berſuche machte, pofttü 
Chriſtenthums in die Loge einzuführen 
Orundgeſetzen ber F. zuwiderhandeln 
Richtung nicht aufgeben wollte, ſo w 
ber Mutterloge ausgeſchlofſſen. Dieſ 
hatte jedoch zur Folge, daß die Logen i 
u. Mainz, welde mit ber Frankfurt 
zum aufgehenden Lichte gleiche Anfichte 
dem Eklektiſchen Bunte ausſchieden n 
eine neue, die fiebente in Deutſchlan 
bes Freimaurerbunbes zur Eintrach 
bon Darmftabt, grünbeten. Diele Or: 
vom Sandesherrn, bem Großherrog 
bie Sunction ihrer Stiftungsurkunk: 
wurde fie auch von ben preußiſchen Gr 
ber Landesloge von Sachſen u. ber ® 
Hamburg anerlanıt. Es bat aber Bi 
verlautet, baß antere Logen dieſem 
fit) angefchloffen hätten. wei nene i 

egründete Logen fchlofien fich dem 
unde an u. die Logen in Offenbach 
weiche ebenfalls dieſem Verbande arz 


Zreimanzenei IL &, 


em fie längere Zeit in Ruhe geweſen 
rärigleit von Neuem. Bon erſier Loge 
g aus, baß bie Freimaurerlogen fi) 
Husmwanderer thutig annehmen möch- 
Intrag von den Logen in Frankfurt 
u. zur weiteren Ausführung gebracht 
m Jahre 1546 erließ die Großloge 
ationgacte ihres Bundes. Es gehd- 
ig zum Eklektiſchen Bunde 14 Logen, 
Frankfurt a. M., 4 im Großherzog. 
3 im Königreich Baiern (2 in Nürn- 
'rlangen), 1 im Herzogthum Koburg, 


bum Naſſau (Wiesbaden, geftiiter | 


yanıburg. 
e Loge in hamburg, welche 1847 
revidirte u. veröffentlichte, zählt ge⸗ 


Logen: 5 in Hamburg, die Provin⸗ 


NRedienburg in Roſtock mit 3 anderen 
hen Logen, 2 im Großherzogthum 
; im Herzogthum Braunichmweig (die 
tel neu errichtet), 1 im Großherzog. 
‚1 in Lübed, 3 im Königreich Würt⸗ 
dogen in Ulm 1844u. Heilbronn 1855 
1 in Frankfurt (tie bisher unter dem 
nt de France geftandene jübifche 
ter Adler bat 1847, nachdem fie vom 
t ihre Entlafjung erhalten, Aufnahme 
ker Eroßen Loge von Hamburg ge- 
n Nordamerika. 
Be Yandesioge von Sadfen 
äblt 15Yogen u. zwar find zu ben 
Logen 4 neu errichtete in GOlauchau 
eigen (1847), in Annaberg (1555) u. 
18556) binzugefonmen, u. eine, bis 
zeweſene, bie in Zittau, hat ihre Thä⸗ 
begonnen; 1 ber früberen Logen be» 
Dieiningen. Die Große Loge zur 
ireuth in Baiern zählt gegenwärtig 
dem zu ben früber dazu gehörigen 
ireuth, Fraulenthal, Fürth, Hof u. 
uerdingẽ bie neu erſtandenen Logen 
(1846), Karlsruhe, Freiburg im 


47), Ludwigsburg (1555) u. Heidel⸗ 


inzugeloinmen find. Übrigens befteht 
Beſchränkung, Bag Staatsdiener ſich 
me an den Freimaurerlogen zu ent⸗ 
Großloge Supr&me Conseil ma- 
Luremburg, mit 2 Yogen in Ech⸗ 
‚emburg. 
ker ifolirten Logen ift eine Ver⸗ 
ſt eingetreten, es find deren noch 7, 
ltenburg, Gera, Hiltburgbauien, Je⸗ 
zeitend), Regensburg (je 1) u. 2 in 
en, die von Großlogen außerhalb 
abhängen, nämlich a) nur noch eine 
in Frankfurt a. M., welche unter 
e von England ſieht, die andere 


Großen Loge von Hamburg am | 


ob.), u. b) die Loge in Altona, welche 
äßig unter ter Großloge ven Dies 
nbagen ftebt. Ir einigen ber ränder, 
ißer bie F. ganz unterjagt war, haben 
terungen ter Errichtung ven Legen 
} nicht in ben Weg gelöst, fo im 
um Baden. Bier entſtaud bie erfte 
ieber nach Iljühriger Ruhe in Man. 
en bie J die maureriſche 
ichtung bes Erwiudentinals zugelafjen 





hatte (f. oben); bieranf folgte bie Errichtung ber 
Rogen in Karlsruhe u. in Freiburg im Breisgau 
1847 5 dieſe 3 badiſchen Logen ſchloſſen fi dem Lo⸗ 
— der Großloge von Baireuth an (f. oben). 
uch im Kurfürſtenthum Heſſen, wo bie Logen 
1824 ihre Thätigkeit einſtellen mußten, wurde in 
Beige bes freigegebenen Bereinsrechtes 1849 eine 
oge in Raffel errichtet, welche gleich Anfangs einer 
großen Theilnahme fich erfreute u. fich dem Logen⸗ 
unde bes Königreichs Hannover anſchloß; jedoch 
Ihon 1850 fiellte die Loge wegen eingetretenen 
Kriegszuftandes ihre Thätigfeit ein; nach Aufbebung 
beflelben wurde ber Loge 13. Febr. 1855 eröffnet, 
daß die Wieberzufaffung der %. in Kurbeflen 
Allerhöchſten Ortes nicht genehmigt worden fei. 
In der öſterreichiſchen Monardie, wo die F. 
jeit 1794 fireng unterfagt war, wurde 1848 ein 
Verſuch zur Reactivirung ber Fogen gemacht u. na» 
mentlih in Wien bie früher beitandene Loge zum 
un Joſeph unter reger Theinahme einheimir 
der, wie ausmwärtiger Mitglieder ine Leben gern- 
fen, allein ber bald darauf angeorbnnete Belage⸗ 
rungszuftanb machte ber weiteren Thätigkeit ein 
Ende, ohne daß es bis jetzt gelungen märe, die Auf⸗ 
hebung tes Berbotes zu erlangen. Ebenſo wurde 
im Königreich Böhmen ber Berſuch gemacht, bie 


| dort zeritrent lebenden Freimaurer in Logen zu 


vereinigen u. diefe in Thätigleit zu ſetzen, ja fogar 
eine Großloge zu bilden, allein es fcheint unter ben 
jegigen Verhältniſſen Die Sache auf ſich zu beruhen. 
Ein gleiher Berſuch wurte im Jahr 1848 ın Peſtb 
gemacht, es Sollte bort eine Loge errichtet werten, 
allein Die bald darauf eingetretenen Kriegsunruben 


haben die Ausführung unterbrochen. Es befinden 


ih gegenwärtig, nadıtem in Anbalt-Dejfau 
bie Yoge in Zerbſt u. in Yippe- Detmold bie 
Loge in Detmold in Thätigkeit getreten ift, feine 
Logen in folgenden deutſchen Ländern: in Kurbefien, 
Anhalt» Köthen, Hefien- Homburg, Yiechtenftein, 
Lippe: Schaumburg, Reuß jüngere Linie (reis), 
Schwarzburg⸗Rudolftadt u. Sondersbauien. 

Aber auch in anderen europäiſchen Yüntern, 
welche bie jegt Der F. zugänglich waren, hat die⸗ 
jelbe Aufnahme gefunten n. es find dort Logen ge» 
gründet worden, fo in Portugal, wo fi feit 
1797 Logen gebiltet hatten u. ven Geilt ber Dul⸗ 
bung verbreiteten, au in Spanien flub neues 
rer Zeit, namentlich in Diadrid u. Barcelona, Lo⸗ 
gen errichtet werden, bie unter franzöfiichen Oroß⸗ 
logen jeden; ebenje wirb von Logen berichtet, bie 
auf ten Joniſchen Injeln u. auf ‘Malta thä⸗ 
tig find, Diele find von Engländern errichtet wor⸗ 
ten. Aber auch aus der Türkei if firbere Kunde 
gelommen, daß bier unter ben Belennern des Is⸗ 
lam eine der F. ähuliche, wenn nicht ganz gleiche 
Berbintung beitebt, bie int früherer Seit von ben 
Sultauen beftige Berfolgungen zu erbulten batte, 
aber jegt, bei. in Belgrad, in ungeftörter Thätig- 


leit fich befindet. 


In ben außereuropäifben Erbtbeilen. 
Die in allen engliſchen, frauzöſiſchen u. niederlän⸗ 
diſchen Kolonien beftebenken Logen find in unaus- 
geichter lebhafter Zhätigkeit, bei. die franzöſiſchen 
Togen in Algier, tie engliſchen Logen in Of« m 
Weſtiudien, in Sanada, ja fogar in China haben 
ih 3 eugliſche Logen in Ganton, Honglong U. 
Shangbae gebildet Desgleihen find in Dceanten 
werihietene Logen (nach neueren Nachrichten be⸗ 


+ 


Reben dort Über 200 Legen) errichtet worden, m. 
ſelbſt in Berfien jollen Sreimanrerlogen befteben. 
In DOfindien ſteht die F. in befonberer Blüthe 
mit 57 Logen, darunter 11 Logen in Madras n. 9 
in Calcutta. Zwar wurben mehrere Klagen wegen 
Unregelmäßigleiten, die in ber zu großen Entfer- 
nung ven ber Großloge von England m. einem 
allzu abhängigen Berhältnig von biefer ihren Grund 
hatten, allein es fcheint neuerer Zeit dieſen Übel⸗ 
Händen genügende Abhülfe geworben zu fein. Es 
bat ſich dort wiederholt ber Fall ereignet, daß vor⸗ 
nehme n. gebilbete Hinbus in ven Logen Aufnahme 
fanden. In Oftinbien erfcheint eine Freimaurerifche 
Beitichrift. 

In Rorbamerifa bat fi nad den neneften 
Berichten bie F. fehr verbreitet, 1846 beſtan⸗ 
den in ben Vereinigten Staaten 31 Großlogen, 
mit 400 u. mehr Töchterlogen Bon vielen biefer 
Großlogen gingen Beſtrebungen zu einer Bereini« 
gung unter eine gemeinfame Großloge u. namentlich 
ber verfchiebenen Syſteme in ein einziges aus, allein 
bis jetzt ift dies noch nicht gelungen. In neuefter 
Zeit find namentlich in dem Weften viele nee Los 
gen errichtet worden; durch bie jahlreien Ein- 
wauberungen aus Deutfchland haben fich die deut⸗ 
ſchen Freimaurer zu befonberen Logen vereinigt, 
u. bie in New⸗Orleand beſtehende deurfche Yoge be⸗ 
findet fi in einem blühenden Zuftande. Gegen- 
wärtig beftehen in Nordamerika 25 beutfche Rogen ; 
im Allgemeinen befinden fich daſelbſt gegenwärtig 
35 Großlogen mit 3665 Töcterlogen. In ben 
größeren Städten if man barauf bebacht ge- 
weien, großartige Anſtalten als Aſyle für tete 
bedürftige Freimaurer u. deren Wittwen u. Wai⸗ 
fen zu gründen. Als bie Großloge in New⸗ 

ort im April 1848 veranlaßt wurde, die dortigen 

reimanrer zur Theilnahme an einer öffentlichen 
Breoceifion u. anderen Feierlichkeiten, aus Anlaß 
der in Europa zu Gunften ber freiheit ftattgehab- 
te Ereigniffe, uufzuforbern, gab fie abfchlägigen 
Beſcheid, indem es *— nicht mit ben Grunbjägen 
der F. u. der Genoffenichaft vereinigen laffe, an 
ſolchen politifhen Demonftrationen heil zu neb- 
men. 1848 erhob fich in Der ort ein Streit über 
dus Stimmredt ber geweſenen Meifter vom Stuble 
in der Großloge, woburd die Landlogen, beren 
Meifter wegen ber Entfernung die Sitzungen der 
Großloge nicht beiuchten, in Nachtheil geriethen. 
Bei fortgefetem Streit entflanden 1849 zwei Groß⸗ 
logen, bie eine unter Philipp, bie andere unter Wil- 
farb, von benen bie erftere die Rechte:ber geweſenen 
Meifter vertrat. Erſt 1858 haben fich Die beiden 
getrennten Parteien wieber zu einer Großloge ver⸗ 
einigt. In Brafilien ift die F. noch im gleicher 
Thätigfeit wie früher, 1845 zäblte man unter ber 
Großloge von Brafilien 79 einzelne Logen. Außer- 
dem Reben der Leitung des Maurerbundes in Ame- 
rita noch vor: bie Großloge von Canada, ber 
Großorient von Haiti in PBort-au- Prince, der 
Grand Orient Rational ber Republit Beru u. ber 
Grand Drient der Republif Venezuela. 

Literatur: 3. Anberfon, Neues Eonftitutions- 
buch ber alten u. ehrwürbigen Brüderſchaft ber 
Sreimaurer, Lond. 1723, aus dem Engliihen Frkf. 
17475 Der Signatflern od. die enthüllten ſämmt⸗ 
lichen 7 Grabe ber myfteriichen F., nebſt bem Or⸗ 
den der Ritter bes Kichts, Berl. 1811— 21, 16 Thle.; 
Sarſena od. der vollfemmene Baumeifter, Bamb. 


Freiimansera II. F. 


1816, 4. Aufl. ebd. 1920; 5. B. Kin 
Benac, er lebt im Sohne, od. des ! 
wahren F., Xpı. 1819, 3. Hufl.; Die 
Ruß, 2. Aufl. Lpz. 1827; Bäbide, Frei 
ton, Berl. 1818; 8. Lenning. Encofloy 
Lpz. 1922— 28, 3 Bbe.; (?eifiug) Eı 
Sefpräche für Freimaurer, Bolfenbätt. 
(Fiſcher) Elenfinien bes 19. Iahrh., e 
vereinigter Denter über Philojopbie 
ber F., Berl. 1602 f., 2 Bde.; ®.8 
Alugienklüthen, Hannov. 1815, 2 Tbtı 
mann, Aluzienblüthen aus ter Sch 
1819; ©. Friebrih, Sarons - Roft 
rtf.a.M.1825;G.von Wedekind, Der 
ehe Ob —— ee in ber 
u. die F. in gegeuſeitigen Berbältnifier 
Deſſelben. Bauſtücke, Gießen 1820 
(Jacobi u. von Sturf) Saint - Ricailı 
lung merfrwürbiger maureriſcher Briı 
maurer u. die es nicht finb (angebli 
Beannönien, 2 Aufl. Frkf. 1786; I 
icaile, ein Turnier im 18. Jahrh., 
2 Toeee Hero ( Keßler von Sprengeiſen 
für Freimaurer u. bie es nicht find, 
3 Thle.; Feßlers Sämmtliche Schrift 
Berl. u. Dresd. 1801. -4, 2 Vde.2 
18057 ; Freimaurerbibliothek, Berl.! 
8 Stüd; Alınanad für Freimaurer au 
jubr 1784 (Prag); F. W. von Ext 
Taſchenbuch für —— Ilmen⸗ 
1828 u. 1830, 5 Jahrg.; Uber die 
Freimaurer jũbiſchen Slaubens in Pr: 
das, was in jüngſter Zeit in dieſer? 
geſchehen ift, ein offenes Sentichreiki 
1843; Die F. mit offenem Gefichte u. | 
Händen bargeftellt 2c. von einen: uralı 
rer fir Br. Maurer, aber auch für br 
beante, Erl. 1843; Her. Nau, Vtr 
Freimaurers, Stuttg. 1944, 2 hl 
Bibliothek der $. u. ber mit ihr in Ve 
fetzten geheimen Geſellſchaften, jyrki. ! 
Kloß, Die F. in ihrer wahren Bebeutun 
Maureriſche Tempelbilder von Friedri 
F.A. Fallou, Die Myſterien ber F. ebl 
tinger, Rüdblide auf Die Bergangenbe 
ten in bie Zukunft, nebſt einigen We 
F., Zür. 1849; Zacharias Numoth 
matica latomorum (Dresp. 1540 —- 
Die 5. in ibren ſchönſten Lichte, € 
1850 , Borchhardt, Der Weg zum St 
u. beren Grundlage zur Bereinigung 
ſyſteme, Berl. 1850; Glöden, Aufſchir 
Berbulten zum Freimaurerorden im 
u. zur Großen Yanbesloge von Teutſch 
jonteren, Schwerin 18505, 3.5.7.2 
Die Denkmünzen ber Sreimaurerkrüt 
tenb. 1851; Anſchütz, SIchaunes < 
vpz 1853; Hottinger, Über bie ©r 
nifje u. bie Angriffe auf bie $., : 
1554; Hirſch, Die Humanität als Rel 
18555 Merzdorf, Leſſings Geſpräch 
maurer, hiſtoriſch⸗kritiſch erläutert, Ha 
Zille, Sanbkörner, Lpz. 1854; Derſelb 
ebd. 1855; Auwald, Bauſteine zum 
Menſchenthums, ebd. 1856; Aurhra 
riſche Vorträge, Hamb. 1856; Luci 
neue Bundesgrüße, ebd. 1856; Marke 
1856; Derjelbe, Katechismusreden, 


Freimanrerei bis Freimeiſter 


Die lonigliche Kunſt, Hannov. 1857; 
Freimaurerlalender auf das Jahr 
55, Gotha 1951 m. 1655; Nöhr, 
deutſche Jahrbücher für Kreimaurer, 
brg., New» Hort 1856 — 57; Bar 
bliographie ber F. in Amerila, ebb. 
mann, Tiderficht fänmtliher Logen 
ı, Hildeah. 1857; Gybert, Märtyrer 
rer Spaniens, Weintar 1554: Gegen⸗ 
anft ber 5. in Dentichland, Yp3 1654; 
vllopädie für Br. Freimaurer, Am⸗ 
Schiffmanu, Das Verhältniß der Frei⸗ 





05: 


zügen zu einer allgemeinen Geſchichte der F., 
Aarau 1814; Geichichte Ber Grundidee u. Verfaſ⸗ 
ſung der F., zeitgemäß dargeſtellt von einem Frei⸗ 
maurer (Ed. Bobrich, Zür. 18383; Urgeſchichte der 
F. in England von Jemes Orchard Halliwell, 
1840, 2. A. 1544, deutſch von H. Marggraff, mit 
hiſtoriſcher Einleitung von Gretichel, Lpy. 1842; G. 
Kloß, Annalen der Loge zur Einigkeit, der engli⸗ 
ſchen Provinzialloge, fo wie der Provinzial⸗ u. Die 
recterialloge des Elleltiſchen Bundes in Frauke 
furt a. De. 1742 — 1811, Frij. 18412; Die St. Jo⸗ 
hannisloge zu ben drei Keigbretern im Orient von 


n Thriſtentbum u. zur Kirche, Stettin ; Altenburg nach einbundertjährigenm Wefteben, eine 


3, Die Kuuſt ber F. im Yichte won Für⸗ 
Haunuev. 1858. Gegenſchriftenge⸗ 
depbatha et. Tenhwürkigfeiten u. Be⸗ 
ies Freimaurere, Lpz. 1836: G. U. V. 
ogenbuch, entbaltend Das vollſtändige 
Feremoniale aller drei Jobannisgrade 
pftein Der Großen Landeslege, ſowie 
u. Ceremoniale des 3.— 7. Grades 
yal Norker Evftene x. Ein Nachtrag 
a, Pp;. 1936 (beite wahrſcheinlich von 
renmund Welp od. Schuba]); ©. v. 
Die F. u. ihr Einfluß in der Schweiz, 
19; Derielbe, Nachtrag zur F. u. ihr 
ebt. 1511: Der Freimaurerorden tt 
nsärtigen Nichtigkeit dargeftellt, Lpy. 
itgegnung bierauf Die beiten Schriften: 
srerbund in feiner gegenwärtigen Be⸗ 
. 154%, u. Der Freimaurerorden un ſei⸗ 
irtigen Berentung, Diagteb. 1948); 
Wort in der Yogenirage vom Verfaſſer 
Der Freimaurerorden in feiner Nich⸗ 
p3. 1545; Jean te Schtobened, Jac⸗ 
Freimaurer od. die gebheimen @efell- 
rankreich, ihre Teudenzen, pelitiichen 
Zwecke, biftoriicben Überliclerungen, 
yräuche 2c., Grimma 1945; Eckert, Der 
rden in feiner wabren Bereutung, 
; Derfeibe, Der Tempel Salomonis, 
Derſelbe, Magazin Der Bemeisfüh- 
urtbeilung Des Freimaurererdens, al® 
utt aller Zerſtörnugsthätigleit. Schaffb. 
Ibe, Geſchichte meiner perjönlichen Au⸗ 
eimaurerordens, als einer Verſchwö⸗ 
yaft bei dem Miniſterium in Berlin u. 
ndlung als Verbrecher darauf, 1555; 
j, Die F. u. das evangeliſche Blarranıt, 
3 Thle. (Entgegnungen: Beleuchtung 
ber evangeliihen Kircenzeitung, Berl. 
‚ Shriitentbunm, Yegtes Wort über Die 
Profeſſors Hengftenberg, ebd. 1855; 
alyſe der F. u. das evangel. Pfurranıt, 
Derfeibe, Religion u. Kirche zur Be⸗ 
r Schrift: Die %. u. das evangeliiche 
d. 1554; Saufe, Die %. u. Profellor 
j, Lpz. 1655; Zur Beurtbeiluug ber 
ziſchen Schrift: Die F. u. Das evange⸗ 
mt, Berl. 15541. Zur Geſchichte: 
Geſchichte ber F., Freib. 1810, Acıa 
1, ou Chronologie de l’histoire de 
-Maconnerie Franc. et dtrangere, 
ıBte.;C.C. F. Kranje, Die Lrei älte⸗ 
n ber Freimaurerbrüderſchaft, Dresd. 
Ausg. ebd. 1320 f., 2 Vte.; F. Heft» 
drei älteften geichichtlichen Deulmale 
Sreiinaurerbrüterichait jammıt Grund» 


Denkicrift, Altenb. 1912: % A. Cdftein, Geſchichte 
der sreiniaurerfoge im Trient von Halle, eine Feſt⸗ 
gabe zur Säücularieier der Yoge zu den brei Degen, 
Palle 1344; 9.9. Yahmanı, Geſchichte ker F. in 
Sunfehmeig von 1744— 1544, Braunſchw. 1844; 
Schlemm, Geichichte der F. in Halberſtadt, Hal» 
berft. 1945, Beigts, Die Geſchichte ber gerechten 
u. vollfenmenen Zreimanrerloge Friedrich zum 
weißen Pferte in Hannover u. Säcularfeier der⸗ 
jelben Yoge, Hannov. 1546; Jördens, Verſuch 
einer Geſchichte Fer Loge Georg zum filbernen Gin» 
born im Orient von Nienburg a.t. W., ebd. 1846; 
Geſchichtliche Lberficht ven ber Gründung u. Thä⸗ 
tigfeit der St. Jobaunes Loge zum innigen Verein 
am Riefengebirge in Trient ven Yanbebut in Schle⸗ 
fien, Landeh. 1346; Georg Kloß, Geſchichte der 
F. ın England, Irland u Schottlaub aus echten 
Urkunden (1695 — 1754 Largeftellt, Lpz. 18475 
Keller, Geſchichte Des Eklektiſchen Freimaurerbun⸗ 
bes, 2. Aufl. Gießen 1857; Kloß, Geſchichte der 
ha in Sranfreih, Darınfl. 1852—53, 2 Me; 
erzdorf, Gefchichte Der Freimanrerlogen im Her⸗ 
zogthum Oldenburg, Oldend. 1952; Polid, Bei⸗ 
träge zur Geichiibte Der 75. in Mecklenburg, Ro⸗ 
ftod 1554. Zeitihriften: Wiener Journal für 
Freimaurer, Wien 1791— 56, 3 Jahrg.; Sour- 
nal für %., Altenb. 1804 ı. 5, 2 Vte.; Neues 
Journal für F., ebd. 1812— 230, 1. Bde; Beit- 
ſchrift für F., ebd. 1823 — 27, 5 Vde.; Neue u. 
neueſte Zeitſchrift jür F., ebd. 13832—42, 9 Mbe.; 
Rud. Richard Fiſcher, Maurerhalle, ebd. 1942 f.; 
l,atomia, Freimaurer. Vierteljahrſchrift, vpz. 1842 
bis 1958, 14 Bde.; Archiv filr F., berausgey. von 
Horflmanı u. Strauß, Hamb. 13513—47 , Erwi- 
nin, Feuille de correspondance macnnnique 
(franzöfifch n. dentſch), Strasb. 1546 f.; Freimau⸗ 
rerzeitung, Manuſcript für Brüder (redigirt von 
Rud. Ric. Fiſcher, jeit 1892 von Mor. Zille), Ypy. 
1947— 1555; Bruderblätier für Freimaurer, als 
Fortſetzung des Ziegeldeckers in Orient von Alten« 
burg, herausgeg. von B. rützelberger, Altenb. 
1848 -54; Aſträa, Taſchenbuch für Freimaurer, 
herausgeg. von Aug. W. Müller u. Ludwig Bech⸗ 
ſtein, Sondersb. 18410 - 1858; Triaugel od. Ata⸗ 
zienzweige am Lebensbaume echten Maurerthume, 
herausgeg von Ed. Röhr, Williamsb. 1.—4. Jahrg. 
(1855—5$), Die Baubütte, illuſtrirte Freimaurer⸗ 
zeitung (redigirt von 3. ©. Findre), Ypz. 1858. 
Greimeifter, 1) Meiſter, welchem eine gewiſſe 
Aufficht Über jeine SZunfegenofjen übergeben ift; 
2) unzünftiger Meiſter; 8) bejchränkter zünftiger 
Meifter. Daher Zreirecht, das Recht eines Frei⸗ 
meifters, u. Freiſchaft, Die ſämmtlichen Freimeiſter. 
Dit Rüdfiht auf bie einzeinen Haudwerler nennt 
man bie F. Zreiſleiſcher, Freiſchneider, Breiichmiede ic, 


0 


Freimund NReimar bis Preffänren 


Freimund Reimar, Pſeudonym des Dichter® | botenen golbnen Apfel u. den wunterie 


Friedrich Rückert. 

mũthigkeit, Anfrictigleit im Reben, wo 
es Wahrheit gilt, aber der Charafterflärte bedarf, 
um Nachtheil u. Gefahren nicht zu ſcheuen. Brei- 
mut bezieht fich mehr auf bie Gefnnung, ans wel⸗ 
her die freimätbige Rebe hervorgeht, ale auf bie 
Au erung berfeiben, 

nd (fpr. Brennb), John, geb. 1675 zu 
Croton in Northamptonſhire; Brofefior der Chemie 
in Orferb, dann Felbmediens, ging 1713 nad 
Xonbon u. mar feit 1727 Leibarzt ber Königin 
Karoline; er fl. 1728 u. fihr.: Emmenologia, 
Dr. 1703, Bar. 1727; The hist. of phyric 
from the time of Galien, Lond. 1725 f., 2 Bbe. 
(Bauptwert); Opera omnis medic., Lob. 
733 u. d. 


Freindaller, Franz Joſeph, geb. 1753 zn Yps 


1770 in das regulirte Chorberrenftift St. Kloriarı, 
fam 1777 als Conperatör nach Feldkirchen bei Linz, 
lehrte dann eine Zeit lang in feinem Stifte Homt- 
letit, war fett 1784 Pfarrer an verfchiebenen Orten, 
dann Profeffor der Dogmatil am Lyceum in Fin, 
1803 Stiftepfarrer in Nieberneulichen, 1806 in 
Vöcklabruck, 1812 Dekan u. ft. 1825. Er ſchr. u. a.: 
Bon ben Lehren bes Pythagoras, 1779: Handbuch 
zur Ertbheilung des Unterrichts für Convertiten, 
1813; u.a. Gab auch heraus bie Linzer theologiſch⸗ 
praktiſche Monatefchrift, 8 Bde., fortgeieht ale 
Duartalfchrift für katholiſche Geiftliche, Salzburg 
1812 — 21. 

Sreinsheim, alte Stadt im Kanton Dürkheim 
Des Laudcommiſſariats Neuftadt im baieriſchen 
Kreife Pfalz; viel Getreide-, Kirfchen- u. Wein- 
Bau; 2100 Em. 

Freinsheim (Sreinsbemius), Johann, geb. 1608 
in Ulm; wurbe 1642 PBrofeffor der Politit u. Be⸗ 
redſamkeit in Upfala, 1647 Bibliotbelar u. Hiftoric« 
graph in Stockholm u. ft. 1660 als Profeſſor in 


in Unteröfterreich, ftubirte in Wien — trat 


Heidelberg; er fchr. ein hiſtoriſchesGedicht: Deutfcher | 


Zugendjpiegel od. Geſang von dem Stamm n. 
Thaten Des neuen Hercule® (Herzog Bernhard von 
Weimar), Strasb. 1639, Kol. Außerdem Er» 
läuterungen zum Livius, Zacitus, Curtius, Flu- 
rus u. a. 


Freipaß, Schein für zollfrei in bie Zollvereins⸗ 


ftaaten eingehende Waaren, meift für folche Gegen- 


fände, welche auf die Privatrechnung ter Fürſten 
diefer Staaten eingehen. 


Freir (nord. Mytb.), einer ber Afen, Sohn 


Niords u. der Skade, Bruder der Freia, ge 


bot Über Eonne u. Regen, ftand den Ernten n. 


Allem, was auf ber Erte wächſt, vor u. gab allen 


Segen u. Frieden, daher man ihn anrief, wenn 
man ein gutes Jahr n. Frieden, wenn Jungfrauen 
einen Bräutigam, u. Weiber ihre im Kriege ge- 
fangenen Männer wieber haben wollten. 5-8 Ge⸗ 
mablin war Gertur, Tochter Gymirs u. Aurbobas. 
Rn hatte fie gejeben, als fie von ihres Vaters 

ohnung im ihren Frauenzwinger ging, u. er- 
krankte vor Liebesſehnſucht, bis fein Diener Sklirnir 
über die Flamme, welche Gymirs Wohnung ums» 
Ioderte, u. mit feinem Schwert, welches fich von ſelbſt 
ade bie Rieſen ſchwang, zu Gerbur ritt u. biefe 
Är ihm freite. Gerdur weigerte fi) lange, Fes 
verſchinaähte die 11 ihr ange⸗ 


Liebe anzunehmen, 





Draupnir u. nur durch Sanberfone 
wurde fie F⸗8 Gemahlin. Rım weh 
Gerdur in feinem Reiche Alfheim. Ibm ae 
gott gehörte der goldhelle Eher Gallind 
ihm auch als Reitpferb biente; anßerde 
noch das Roß Blodughofi u. das uno 
Stipblabnir; letzteres. ein Seien! v 
Yvalbs, war fo groß, daß es alle Afen | 
eingerichtet, daß es, wenn bie i 
waren, günftigen Wind befam, n. lieg fr 
einanter nehmen u. in Heinem Raume 


Zu Fee Umgebung gehörten bie Picta 


eifen). Im Kampfe mit dem Riejen % 


er benfelben, weil er fein Schwert an { 


geben batte, mit einem Hirſchhorn, ta 
Beinamen PBeliabalgr erhielt. Anbere 
befielden waren Banagod, Vanr, Fegi 
thumſpender). Seinen Sanpttempel 5 
pfala u. theilte daſelbſt Lie Verchrung 
Freirka (F. Gaudich.), nad 3 
maligem portugiefiihen Staatäminifter 
Pflanzengattung aus der Familie ber | 
zu Parivetaria Z'ournef. gehörig; Arte 
nefolia Gaud. Ne filifformis Enddl.), 
u.F. u a Endl. in Sikirien. 
eirecht (Rechtem.), fo v. w. Baulı 
reireiß, Georg Wilhelm, geb. in 
a. wurde Handlungslehrling, ſtudi 
—558 — u. wurde 1803 Begleiter | 
auf deſſen Reife nach Perſien; 1811 tre 
in Petersburg von dieſem, ging aber 1 
zu ihm, ba er, feine Reife nad) Afien 
Braftlien befuchte, verließ ihn indeß, 
von ihm fchlecht gehalten, von Neuem u 
dem Prinzen Darimilian von Neuwied 
filten. Später unternahm er dert bie 
der beutjchen Eolonie u. flarb dort 182 
Beiträge zur Kenntniß des Kaiferthumi 
Tranff. a. M. 1824. 
Freireuth, Ort, fo v. w. Fraurentl 
Freiſach, fo v. m. Friefach. 
SFreilam ſo v. m. Milchſchorf. 
Frefſamkraut, iſt Viola tricolor. 
Freiſaſſen, Ju. Freignt. 
Freisauff, Felix F. Ritter von Re 
1799 in Bellovbar, wurde 1818 Pia 
Pionniercorps; fungirte bis 1825 afe 
Geſchichte an der Bionniercorpsfchufe iı 
burg, bis 1828 bei ben aſtronemiſche 
bes Seneral-Quartiermeifterftabes u. wi 
unter Der Ernennung zum Oberliente 
ber 4 Sehne tes Erzherzogs Karl in 
matif ı. Geſchichte. Seit 1831 zum $ 
ernannt, nahm er 1938 feine Entlaf 
nun lediglich den Stutien u. fl. 1554 i 
Er for. : Elementarunterricht inter mat 
Geograpbie, Wien 18275 Neues FE 
Eftypographiiches Bilderwörterbuch Hi 
über Telegraphie, über Torfgereinnun 
heizung; auch erfand u. befchrteb er ten 
lationsofen, bie felbftwirtente Abbange 
u. entlih das fortichreitente Bewegu 
für Dampf» u. Eiſenbahnwagen. 
Freiſchaaren (Breifhärter), eine inn 
erft gebrauchte Bezeichnung für bemeifn 
lungen, weiche fi freimillig u. in der 
—— politiſcher Creignifſe biideten, mei 


Sreifchießen 


5 od. Neigung zu Abenteuern. So 
efcbe während des Sonderbundkrie⸗ 
weiz unter Ochfenbeins Leitung zu 
5 einen Zug gegen Luzern unternabe 
che beider Crhebung Schleewige u. 
ans allen Qauen Deutſchlande nach 
lbinſel zufammenftrömten ; bei dem 
aden 1549 fiellten fich F., aus allen 
wjammengemürfelt, in die Reiben 
tarmee, es traten %. in Ungarn u. 
berall aber n. immer mit gleich ges 
ꝛ, weil ibnen fteis Die geregelte 
sung, mehr noch aber jedwede milie 
in abging. WIE in Deuticbland in 
gung von 1849 faft Überall joge⸗ 
webren ins Peben traten, bildeten 
rten neben biefen auch noch F. aus 
melche geießlich won ben Gintritt in 
‚en auegeichloffen waren. Und wo 
aufe Der Ereiguiſſe Die revolutioni⸗ 
nen Aufitand verſuchte (Frankfurt 
n), überall ftrönten %. zur Unter⸗ 
ıfftantes zu, jedoch auch bier ohne 
nur zur Unbequemlichkeit der Orte, 
egogen. 
t, in der Schweiz Benennung ber 
iteniefte, welche alljährlich gefeiert 
Mittelpunkt des Feſtes bilder das 
ı, für welches Prämien Here 
ag fih auf große Summen beläuft, 
rn auf 179,000 res. Dieje Prä⸗ 
Koften ber eftlichleit werden durch 
räge befttitten. In ber Abhaltung 
chſeln Die verichiedenen Cantene 
t nach einem beftimmmten Zurmus. 
Haft fübrt ihre Fahne mit fich ; dieſe 
Fabnenburg aufgeftellt, welche zu 
eidgendijiichen geſchmückt iſt. Der 
cheiben vom Schießſtande beträgt 
Schritte. Alle Schützen tragen das 
3appen u. Die Kokarde ihres Can⸗ 
llendung des Schießen werben bie 
Fahnenburg vertbeilt. Die Theil⸗ 
n Kelten ift von Jabr zu Jahr im 
ergegangen find dieſelben aus den 
3 ber üblichen Schützenfeſten, melche 
be Buntes der $ Orte ſtaunmien. 
lufſchwung erbielten fie nach Det Zü⸗ 
yent 1452 ta8 Geſeenſchießen 
e: 1456 das Strasburger F., das 
siihen Stratburg u. der Schweiz 
. Jabrhuntert eutftand auch die alte 
13, in welcher Beſtimmungen fiber 
Theilnahme an denſelben getroffen 
Bee murten ſehr glänzend, wie zu 
och verfiimmerten tie bald Darauf 
iöfen Streitigkeiten über ein Jahr⸗ 
te Schützenfeſte; nur wurden 1604 
1605 zu Baſel, 1668 zu Zilrich 
ießen gefeiert. Später hörie ter 
chützengeſellſchaften auf; Das locale 
das allgemeine eidgenöſſiſche ver- 
sneucrer Jeit fand ſich wieder Sinn 
ed- Guiot von Aarau ifi ter Stifter 
Das erfte wurde 1522 zu Aarau 
rlich wurden fie nun wiederholt u. 
Auskehnung u. politiſcher Beden⸗ 
Rand zu Baſel ter Schweizerijche 


— — — 





— 


bis; Freiſing 097 


Shänmverein; 1838 bloß fih tie Franzöſiſche 
Schweiz an. Berner wurde das Feſt m. a. gefeiert 
1830 in Bern, 1842 in Chur, 1944 in Baſel, zu⸗ 
gleich Gedenkfeier der Schlacht von St. Jakob u. 
Veriöhnnungsfer Baſels mit der Schweiz, 1847 zu 
Glarus, 1849 zu Yarau, das 25jährige Jubelfeſt 
ber %., 1551 an Genf, 1857 su Bern. 

Frei Schiff, frei But, Grundſatz des Völker⸗ 
rechte, nach welchem alles But, ſelbſt feindliches, auf 
neutralen Schiffen nicht meggenommen werben 
darf, von der Frriedenscenferenz zu Paris 1856 
angenommen ; wat. Saperct. 

Frelſchöppen, fo v. w. Fehmſchöppen. 

Freiſchule, 1) Schule, wo Unterricht unent« 
geltlich ertbeilt wird; daber 2) fon. m. Arınerichnle. 

Breifchürfen, tie Erlaubniß, in einer Gegend 
zu ſchürfen u. Das Gebirge zu unteriuchen ; fie wird 
durch einen vom Bergnieifter ausgeftellten Schürf- 
zettel erlangt, u. fein Grundbeſitzer darf dann bas 
Schitrfen bindern. 

Freiſchũtz, 1) (Waflerb.), das Schutzbret an 
einem Ablaß; 2) ein Schütz, Le@fich mit Hülfe bes 
Teufels Freikugeln verfchafft hat, welche Arelihäffe 
thun, d. h. auch in ber größten Entfernung, mas 
man will, unfehlbar treffen. Von 7 treffen aber 
nur 6, die 7. (nad) Einigen die legte, nach Anderen 
unter 7 eine) nimmt ben IBeg, welchen ihr ber Teu⸗ 
fel vorichreibt. Dieſe Jägerſage bat zuerſt Apel im 
1. Th. feines Sefpeniterhuches in einer Novelle be- 
bantelt, Fr. Kind u. Maria von Weber zu ihrer 
Dper: Der $. (franz. Robin le bois) benutt. 
8) (Kriegsw.), ſo v. m. Franc Archers. 

ng (Breifingen), 1) Yantgericht im baie⸗ 
rifgen Kreiie Oberbaiern, 6! OM., 13,300 Em. 
2) Hauptftadt darin an ber Moſach u. tem Iſar; 
Sit des Appellationsgerichts für Oberbaiern, Wech- 
ſelgericht, Rentamt, Kapitel u. Generalvicariat des 
Erzbiſchofe von München; die Domlirche bat eine 
merfwiürdige Krypte, Briefter « u. Schullebrerfemi- 
nar, Lyceum, Oynmaſium; 5350 Gm., melde 
Salpeterfieberei, Brauerei, Branntmweinbrenneret, 
Wachsbleichen, einig u. Tabakfabrikation, Vieh⸗ 
ucht ac. betreiben. Auf einem nahen Berge iſt die 
Frühere Benebictinerabtei Werbenftepban, icht 
in ein königliches Schloß mit Muſterwirtbſchaft für 
Aderbau u. einer großen Obſtbaumſchule unige⸗ 
wandelt. — F. ift Fehr alt, es wird fchon 297 er» 
wähnt. 724 wurde das Bisthum gegründet (f. 
unt. 3); 955 wurde die Stadt von den Hunnen 
verbrannt u. 978 von dem Kaiſer erobert; eben fo 
1082 von Dem Herzog Welf von Baiern u. 1086 
ven den Sachſen; 1231 große Feuersbrunſt; 
3) ſonſt Bisihum von 5 DOM. u. 27,000 Ew., 
teflen Biſchef auf dem Reichstag Zi u. Stimme 
hatte. Das Bisehum wurde 724 (716) ge⸗ 
gründet u. St. Corbinian zum 1. Biſchof ein⸗ 
geſetzt; ſein Nachfolger Erimbert wurde 739. 
von Bonifacius geweibt; unter dem 10. Biſchof, 
Waldo (593 — 906), einem der Vorniluber vud⸗ 
wigs des Kinds, brannte die Kathedrale ab, welche 
Waldo wieder prächtig aufbauen ließ; Abraham 
(956 — 994) führte mährenn Heinrichs des Zän⸗ 
ters Unmündigkeit mit deſſen Mutter, Judith, vie 
Regentſchaft u. floh vor Otto IT. nach Krain. 
Goitſchalkt (bis 1006), der, mie einige fehter. 
Nachfolger, unter ten Wäbhlern des deutichen Kal⸗ 
jers ericheint, erwarb tem Bisthum das Diltye 
echt. Der 20. Biſchof, Meginward (1078 dis 


2 


enthums in Böhmen verdient u. farb in Bra 
tto I., Enfel des Kailers Heinrich IV. u. Gtief- 
bruder bes Kaiſers Konrad III., folgte 1137 auf 
Heinrich I. ; unter ihm wurbe %. von der Abvocatie 
der Grafeu von Scheyren befreit u. Die Grenze ber 
Biethlimer F. u. Regensburg feſtgeſetzt. Den Kai- 
fer Friedrich Barbaroffa begleitete er 1158 auf deſſen 
ug nad) Italien u. ß. im Klofter Diorimund. Gr 
ıft auch als Chronift berühmt, |. u. Otto. Dtto II. 
(1183—1220) erwarb der Kirche viele Güter; dage⸗ 
gen verichleuterte Gerold biefelben u. überantwor⸗ 
tete auch bie Stadt F. beim Herzog von Baiern; er 
wurde deshalb 1229 abgeſetzt u. in den Bann ge- 
tban u. fl. 1231; Konrad 1. fiel 1237 in öfterrei- 
chiſche Gefangenfchaft u. ſt. 1258. Unterbem 38. Bi⸗ 
ſchef, Berthold (1380— 1410), welcher bie meiften 
Städte feines Spreugels befeftigen od. verftärken ließ, 
machte Herzog Ludwig 1394 einen Ginfall in das 
Bisthum, u. Baiern (Geſch. VII. B) an). Kone 
rad V. wurde 1412 von feinen Kämmerliugen er- 
morbet. 1495—98 war Ruprecht von der Pfalz Bi- 
ſchof, melcher fpäter Die Tochter Georgs des Reichen 
Beirarhete u. Das Bisthum feinem Bruder Phi⸗ 
lipp überließ; diefer erhielt 1517 Die Abminiftration 
des Bisthums Naumburg u. ft. 1541. Ihm folgte 
fein Bruder Heinrich III. (fl. 1551); bie Kriege 
gegen die Türlen u. die Proteftanten nöthigten 
diejen zu großem Aufwand, weerhalb fein Nach⸗ 
folger leo (ft. 1559) den Schatz ſehr erichöpft 
vorfand; Mori von Sandizell, welcher 1567 ab⸗ 
dankte, zahlte einen großen Theil der Schulden ab. 
Diefem folgte Ernft, Herzog von Baiern, welcher 
1583 Erzbiihof von Köln n. 1585 Biſchof von 
Münfter wurde u. 1612 farb. Nach ihm war bis 
1618 Stephan Biſchof; unter befien Nuchfolger, 
Beit Adam, melchen der Kaijer Ferdinaud II. zum 
ürftbifchof erhob, brach der Dreißigjährige 
tieg aus; 1632 plünderten bie Schweren F. u. ber 
Biſchof floh auf kurze Zeit nach Tyrol. Bein An⸗ 
zug Bernharbs von Weimar 1634 u. der Schmeben 
1648 floh der Biſchof wieder, u. F. wurde aber» 
mal® geplündert; doch machte fich Beit Adam durch 
mehrere innere Einrichtungen um bas Stift ver⸗ 
dient; er fl. 1651. Ruhiger war die Regierung 
feined Nachfolger, Albert Sigismund, eines 
baierifhen Prinzen, welcher ſich be}. viel mit Sagen, 
Steinſchneiden u. Schnitzen beichäftigte; er ft. 1685, 
nachdem ihm 1683 Joſeph Klemens, Bruber bes 
Kurfüchen Marimilian Emanuel, als Coadjutor 
beigegeben war, melcher 1658 Erzbiichof u. Kur- 
fürn von Köln wurde; bis 1694 blieb er noch 
ürfibifchof von %., dann aber wurde auf päpft- 
lichen Befehl Iohaun Franz Edar, Baron von 
Kapfing u. Fichtened, als befonderer Biichof jür 
5. gewählt, der das Gymnaſium in F. errid- 
tete; er fl. 1727; fein Nachfolger, Johann Theo⸗ 
dor, Sohn tes Kurfürften Dlarimilian Emanuel, 
Biſchof von Regensburg u. feit 1723 fein Koabiu- 
tor, wurde ſpäter Biſchof von Füttich u. fl. 1763. 
Biſchof Ludwig Joſeph von Weiden 1769 bis 
1788 ließ Mooſe austrodnen u. Elementarſchulen 
anlegen , jein Nachfolger war Maximilian Pro⸗ 
cop, Graf von Törring » Settenbadh. Joſeph 
Konrab VI., welcher 1603 flarb, war ber lette 
Biihof von F., dem 1602 wurde das Bisihun 
. äcnlarifirt u. an PBialz- Baier als Fürftens 
um gegeben, nur die Beſitzungen beflelben in 


- Breifing.:: bie Freitog 


1098), machte fi um bie Verbreitung bes Chrte | 


Ofterreich n. Tyrol kamen au &alı 
cdeibed, klistoria Frisingensts, Augkk. 
2 Bde. Fol.; Zabellarifche Beireitun 
tyume %, Münden 1821; Schematien 
cefangeiftlichleit des Bisthuus %., Fu 
Breifingen, bei ben Meifterfängern 
welchen bei den Berſammlungen jeber, a 
machen tonnte, n. wobei fein Preis geı 
Freiſinn (Breifiunigkeit), eine auf 
ebler, uneigennütiger Zwecke gerichtete 


art. 
reiſprechung, fo v. m. Ablolutio 
eiftaat, jo v. w. Republik. 
reiſtadt, 1) Miuberberrichaft bei 
riſch im Bezirk Teichen (A fterreichiiche 
mit 4 Orten, die in adminiftrativer { 
die Bezirlsbauptniannichaft Zeichen | 
Stadt darin an ber Olfa, gräflices ı 
ſtüte, Schälereien, Gerberei, Leinwe 
w.; 3) Hauptfiadt des gleichnamigt 
ſterreich ob der Enns, an ber Feld⸗Aift 
Piariftencolleginm mit Hauptichule, 
von Zwiru u. Leinwand; 33uu Em.: - 
preußifchen Regierungsbezirks Yıcgnig, 
von ter Cher, meift eben, bemalke 
fruchtbar, 16,55 OM., 50,000 Em: 
ſtadt daſelbſt an ber Sieger, 4 Kirchen 
3 Hofpitäler, Waiſenhaus, Bibilgeiellis 
bleichen, Tuch⸗ u. Etrumpfwirkerei, © 
Lein⸗ u. Wollweberei, große Piertemärl 
mühlen, Weinbau; 3750 Ew.; 6) (pol 
lice), Stadt im Kreile Rojenberg 
hen Regierungstezirte Marienwerder 
7) Stabt an ber Schwarzach, im Lant 
marlt des baierifhen Kreiſes Oberpk 
fabhrt8- u. 2 andere Kirchen, Francitlar 
Hofpital; Drahtfabriken; 1500 Em. 
Freiſtadti G(Greiftãdtel), 1) Dachfl 
zirk Ungeriſch⸗Hradiſch des Kreiſes X 
ren); Fabrikation ven Böttcherwaaren 
fäſſern; 900 Ew.; 2) (Galgocz); 
Waag u. Hauptort bes gleichnamiger 
Kreife Unter - Neutra des Bermali 
Vresburg (Ungarn); —— 
Gruft der — amilie Erdẽd 
Weinbau, Viehmärlte; 5300 Em. 
Freiſtädte, 1) die 6 Leſviten⸗Si 
diſchen Yante (3 dies⸗ u. 3 jenfeits | 
Keves, Sehen, Kiriath Arba; Bezer 
Golan, wobin Leute flober, welche ı 
ſätzlichen Mord begangen hatten, u. 1 
vor dent Bluträcher, die Unterfuchn 
2) (Königliche $.), in Ungarn 
Kaffe, mit eigenem Rath, Serichteba: 
u. Freibeiten des Adel. 
reiſtaͤtte, fo v. w. Aſyl. 
reiftett , 1) Neu⸗F., Stadt amꝰ 
Rhein⸗Biſchofshein. des badiſchen 
kreiſes; Freiflußhafen, Stärkefabrik; 
Alt⸗F. Piarrdorf ebendaſelbſt, Fiſd 
fahrt, Hanf- u. Getreidebau; 1600 G 
Freiftift, 1) Stift, welches unmi 
tem Papfte fieht, 2) Stift, wo die Ne 
austreten u. ſich verheirathen können. 
reiftuhl, der Sit eines Fehmger 
reitag, ber 6. Tag ber Weck, 8: 
germanijchen Yiebesgättin Yreia (f. d.) ! 
ben Römern hieß er Dies Venerw; 


Freitrepre die Frejenal de la Sierra 


beißt er Dibuna u. iſt ber wöchent⸗ 
. Der Stille od. Bute F. im ber 
irche ift fo v. w. Eharfreitag. 
se, unbebedie, fleinerne Treppe vor 
ıe eines Gebäubes, die vom Terrain 
eſchoß ad. auf Terraſſer führt; ſolche 
jen entweber ganz wor bem Gebänbe, 
ı daflelbe — ſo daß Hallen 
en. An ber Thür erhält bie F. immer 
je6 Boden (Berron). Die Stufen 
anfleigenben Wangen; bei größeren 
Stufen zu lang en, um zwiſchen 
fich frei zu tragen, werben biefelben 
ide Bogen gelegt, auch wehl zu beiben 
Jlaftifchen Gruppen ob. Statuen, na⸗ 
erftatuen (Sphingen, Löwen zc.), ge 


= 1) fo v. w. Freiſtätte; 2) von ber 
Gerichtsbarleit befreite Gegend; 8) 
terfängern bie Losiprechung ber Neu⸗ 


‚ 1) Marktflecken im baierifchen Kreile 


en, mit Schloß Wolfſtein, Sieg 


richte, Perzellanertgruben; 600 Ew.; 
dadt an der Walbnab. 

el (Her.), |. u. Chrenftüde A) ꝑ). 
ter, in Quartierſtand beurlanbte 
u. Urlaub. 

yau, 1) Bezirkahauptmannſchaft im 
pau (öſterreichiſches Schiefien) ; 2) 
arin, am Auße der Goldkoppe; 
kürftbifchofs von Breslau, Wollzeug - 
ei, Vottafchefiederei, Wachobleiche, Pa⸗ 
500 Ew.; ſonſt war hier eine von J. 
ste Kaltwaſſerheilanfialt, bie aber wie- 
gen ift; viele Krane ber Gräfenberger 
ganz in der Nähe liegt, pfiegten ch 
lien; 3) Marktfleden im Kreiſe Sa⸗ 
eußiſchen Regierungebezirks Liegnitz; 


be, Stadt, fo v. w. Freienwalde. 
ig..., Artikel mit dieſem Adjectiv 
die bier nicht zu finden find, ſ. u. 


ß. 

ige, 1) Perfonen, die ſich von freien 
me Verpflichtung od. Zwang zu etwas 
ef. 2) Soldaten, welde, im Gegenſatz 
ribirten, ohne dazu verpflichtet zu fein, 
ıft getreten find. Einjährige $. in 
d folche junge Leute, welde fa elbfi 
melden u. unter Nachweiſung eines 
dungsgrades u. der Koſtenbeſtreitung 
irung die — — erhalten, mit 
ſtjahre ihre Dienſipflicht ableiſten zu 


der aröft il ber Land- | 
ihnen geht ber größte Theil ber Land. in welchen ınan feither gewobit bat, auszuwan⸗ 


: hervor. 8) Soldaten, bie bei einem 
ıngenen Aufruf, ſich feibft zur Theil⸗ 
iner bei. geiahroollen Unternehmung, 
Sturm auf eine Brefche, bereit finden. 

ige Arme, fromme Brüberichaft, die 
(desheim entfland, 1470 die Regel St. 
nunahm, in Halberfiabt, Köln, Hilbes- 
Niederlanden Häufer hatte, blos aus 
e Handwerlke trieben, beſtand, Kraule 
dte begrub u. Almoſen ſammelte; im 
iſt ſie erloſchen. Tracht; Rock grau, 


an Kapuze ſchwarz, beim Ausgehen ein | 





r 
Freiwiiges Hinten (Meb.), |. Wrthreface 2) 


n. — 

willige Jaͤger. Beim Beginn bes Kriegs 

von 1613 erließ der König von Preußen am 3. 
bruar einen Aufruf an die Jugend feines Bolfes, 
bie nicht militärpflichtig war, fih zum Dienft zu 
ſtellen u. die Equipirung nebſt Waffen aus eigenen 
Mitteln r ſchaffen, um auf dieſe Weiſe ein Volko⸗ 
* zu ſchaffen, zur Unterſtühnng ber gegen bie 
anzoſenherrſchaft aufgebotenen Armee. — 
wurde beflimmit, daß Niemand künftig eine Staate» 
ftelle erhalten könne, der nicht wenigſtens ein Jahr 
gebient habe. Aus ben fi Meldenden ſollten tbeile 
befondere Detachements zu Fuß od. Pferd gebildet 
werden, welche den Infanterie» od. Cawallerieregi- 
mentern beigegeben würben, theils fellten bie Ja⸗ 
er in bejondere Corps (Tübomiches, Reicheſchee 
icorp8) vereint werben. Offiziere u. Unteroffi- 
ziere follten die Fen I. nach einigen Monaten an 
ihrer Mitte wählen, u. fie bis dahin von Com⸗ 
manbirten ber Yinie eıngeübt werben. Die Sn I. 
follten ben Dienft der leichten Truppen verfeben u. 
von allem Garniſonbienſt, Ehrenpoſten, Bagage⸗ 
transport befreit fein. Der Andrang mar gleich 
Anfangs jo groß, bef. kei ber Garde, bak man 
außer ihnen ein befonteres Freimwilligee Gar- 
bejägerbataillon errichtete u. auch dem Garde⸗ 
füftierbataillon ein beionderes Jãgerdetachement 
gab, eben fo hatten mehrere Küfilierbataiflone der 
Linie Detachenients F⸗r J. Selten zählte ein foldhe® 
Detachement unter 100, öfters 100 — 150 Mann, 
Savallerie 60—80 Mann. Zahlreiche Beiträge au 
Geld von den Zurüdbleibenten erleichterten ben 
Unbemittelten, bej. bei dem Lützowſchen Corps, bie 
Ganipirung u. Bewaffnung. Im Ganzen traten auf 
dieſe Weile 7— 5000 Maun ein. Die Uniform ber 


Jägerdetachements follte grün mit den — 
es 


des Regiments, zu dem ſie gehörten, ſein; die 
Lützowſchen u. Reicheſchen Freicorps waren beſon⸗ 
ders beſtimmt. Das auf dieſe Weiſe geſchaffene 
Bellsbeer trug weſentlich zu ben Erfolgen ber preu⸗ 
Biihen Waffen während des Befreiungekrieges bei . 
Die anderen beutihen Staaten, Sachſen (ald Ban⸗ 
ner, | &.) die ſächſiſchen Herzogthümer, Braun» 
ſchweig, Heflen, Baiern, ahınten bie Einrichtungen 
ber Fen 3. mit Mobificationen nad. 

Freiwillige Nechtöpflege (3. Gerichtebarkeit, 
Jurisdictio voluntaria), f. u. Gerichtöbarfeit. 

Freiro d'Espadacinta, Stadt rechts am 
Duero, im Bezirk Moncorvo der portugieſiſchen 
Priovim Tras-cd-Montes; ſüdlich dabei ein Fort, 
Bleiglanzminen, Seidenwürmerzucht, Seiden⸗ 
ſpinnerei; 1650 Ew. 


Freizügigkeit, vie Freibeit, aus dem Staate, 


bern, ohne deshalb Abyaben, nämlich Abzugt⸗ 
gelber od. Nachfteuer (i. db.) zu entrichten. Die 
Deutſche Bunbesacte, im Art. 18, fihert ben Untere 
tbanen der Deutichen Buntesftaaten die Befugniß 
bes freien Wegziehens aus einem Bundesſtaat im 
ben anberen, der ibn erweislich aufuebnien voll, 
zu, wenn bie Leiftung ber Deititärpflicht im Bater⸗ 
(ande nicht bindernd int Wege ſteht. Bgl. Aus⸗ 
Warberuug. 

Frejenal de la Sierra, Stabt am Artila in 
der fpanifchen Provinz Badajoz (Üftremadura); 
32,000 Ew. 


Frojus (irr. Freſchũh, Yreintd), Start im Ar- 
rondifſement Draguignan des franzöſiſchen Depar⸗ 
tements Var, an der Mündung der Argens ins 
Mittelmeer; Biſchof, Kathedrale, Handelsgericht, 
3200 Ew.; Sardellenfiſcherei, Fertignng von Rohr⸗ 

eflechten u. Handel mit Fiſchen —5 ten. Über- 
Heister aus ber Römerzeit (Thor, Porte doree, 
Leuchtthurm, Tempel, Safferleinung): Die Umge⸗ 
gend bringt viel Südfrüchte; das Meer bildet in 

er Nähe einen Bufen (Golf von F.), an dem aud) 
der Filcherbafen St. Rapbael Tiegt. %. ift wegen 
der nahen Sümpfe ungefund. %. iſt das Forum 
Juli ber Römer; e8 lag in Gallia cispadana u. 
mar von Yulius Cäſar angelegt od. vielleicht nur 
coloniſirt (u. uriprünglich eine Anſiedlung der Mar⸗ 
ſeiller) u. von Auguftus verſchönert, indem derſelbe 
die Waſſerleitung, Bäder, einen Circus u. den Hafen 
anlegen ließ. gleich bejeftigt u. von einer für 
ben Haubdel glinftigen Lage, kam bie Stabt doch erft 
in der Pongobardifehen Zeit zur Blilthe, wo fie ber 
Eik eines eignen Herzogs u. Biſchefs wurde. Im 
Mittelalter kam bie Stabt an Die Grafen von ber 
Provence. Gegen Ente des 9. Jahrh. murbe %. 


von ben Sarazenen zerftört u. gegen das Enbe des’ 


10. Jahrh. von Biſchoſ Niculf mieber aufgebaut, 
wofür das Biethnum Die Hälfte Der Stabt erhielt, bie 
1189, wo Bilchof Bertrand einen Aufſtand gegen den 
Grafen Alfons von ber Brovence machte, meshalb 
ter Kirche die Schenkung entzogen wurde. Bei F. 

nbete Bonaparte 1799 bei feiner Rückkehr aus 

gypten u. fubr von bier 1814 nach Elba. %. ift 
die Baterftadt des Jul. Agricola, Corn. Gallus u. 
Sieyes. Bol. Palladius, Res Forojulienses, 
Ubine 1659. 

Frekaſtein, mythiicher Ort in Efandinavien, 
wo bie berübmte Schlacht worfiel, in welcher Helgi 
(j. d.) Hunbigabani Sigruns Gefchlecht vernichtete. 

Freki (nord. Myth.), Der Wolf Odins, ſ. d. 

en Gewicht, jo v. m. Ferlino. 

emantle (Sir Thomas), geb. 1798, ſaß im 
Parlament für Buckinghamſhire u. wurde im Mai 
1844 an Harbings Stelle Kriegsminiſter, jedoch ohne 
Sitz im Cabinet; er trat mit dem Peelſchen Mini- 
ſterium wieder ab. 

Fremde, Perfonen, bie in einen Lande ob. 
Orte weder geboren find, noch daſelbſt das Unter» 
thanenrecht erlangt haben. Sie genießen nur Schutz⸗ 
n. Gaſt⸗, nicht das Bürgerrecht. F., welche inner⸗ 
halb eines Staates eine in dieſem Staate verbotene 
Hantlung vollbracht Haken, werben nach ben Ge- 
fetten dieſes Staates beftraft (f. Verbrechen); nach⸗ 
geroielene Unwiſſenheit ift ein Milderungégrund. 

ine Rechtsverletzung außerhalb bes Staatögebic- 
te8 fann eigentlich nicht vom Staate beftraft wer⸗ 
den, ſelbſt wenn fich der F. in der Gewalt dieſes 
Staates befindet u. die That gegen ein Mitglieb 
dieſes Staates od. diefen ſelbſt gerichtet wäre, Doch 
weichen davon häufig die Particulargejeße ab. Ob⸗ 
gleich die Strafgewalt hiernach auf hie Grenzen bes 
Staates beſchränkt ift, fo werben Doch in der Regel 
Inländer, die in einem fremten Staat ein gemein⸗ 
vechtliches Verbrechen begangen n. ſich in ihre Hei- 
math geflüchtet haben, da heftraft, weil fonft, wegen 
ber zu verweigernten Auslieferung die Heimath 
ein Aſyl für Verbrecher fein würde. Alle Rechts⸗ 
verhältniſſe K-rin einem Staate, begreift man une 
ter ben Namen S⸗urecht. Jetzt, wo bie Übervöl⸗ 
ferung in ben meiften Staaten fü blbar wird, fucht 


0 Bee bi 


Brembenblll- :* 


man fi mehr gegen Aufietlung Fer zu 
ehedem, u. erichwert ten Fen ohne & 
ben meiften. Orten bie fefte Anfictiung! 
er ein beflimmtes Vermögen nahme 
fi eine Gemeinde zu feiner Aufnahme 
ber Berarmung, zu künftiger Beriorgar 
milie bereit erflären muß. Bal. Aus 
Im Alterthum wnrten an m 
3. D. in Tanris alle F., welche der € 
Küfte verihlug, den Göttern geopfert 
wurden alle F. Stiaven, u. daſſelbe fi 
eigen wilden Stämmen ber afrilaı 
u. Mittelafiens Statt. Bei ben Iubı 
Nichtjude, ber im Jüdiſchen Staate leb 
mochten entweder befiegte Urbewohner 
ob. Kriegsgefangene, bie im Lande blie 
willig ind Yand Gezogene fein. Eier 
ter Fremdlinge ber Gerechtigkeit ot. 
des Thors, über ihre verſchiedne € 
Hebräer (Aut.). Sn®riehenlant! 
Handelsftädten, auch in Athen, wo fi 
Kamilien fliegen, u. Korinth häufige 
Xenoi, bie ſich nur kurze Zeit an einem 
ten, theil® Dietoiloi, Schutzverwandte, 
u. Handeltreibende) eine Mittelllaſſe 
freigebernen Staatsbürgern u. ben & 
Athen. (Ant)I. Aa). InRomu.tenüh 
des Römischen Reich8 hieß F⸗r (Per 
ber, der nicht römiicher Bürger war, I 
bas Jus latinum ob. Jus italicum 
bie Freigelaſſenen, die nicht das Bürge 
ten. Liber ihr Verhältnis |. Rom (Anı 
Deutſchland Übte man gegen $. 
haft, | u. Deutſchland (Ant.) n) e 
wanternten Stämme während der 8 
derung betrachteten Niemand als f 
im fiegenben Heere war, alle Antern 
Eigentum u. wurden Leibeigene. Hör 
Beraubungen bes Eigenthums gegen | 
tern Ländern nah u. nach anf, fo 
F. in allen Ländern, wo deutſche St 
wandert waren, überall noch im M 
Eingebornen bedeutend nach; ſo wur 
ſchlag eines Fen geringer beftrait, « 
Eingebornen; ber %. batte vor Gerit 
ches Recht mit dem Gingebornen x 
ſchränkungen bes %. nahmen indefie 
tem Verhältniß ab, ala tie Kultur zu 
blieb noch bis auf die Franzöfſiſche g 
Heimfallgrecht, nach welchem bie Verl; 
in einem Staate verfiorbenen en der 
erfieren beimfällt, geltend, u. das W 
nach welchem ber Landesherr einen, ein 
in einem Lande Verweilenden als Ye 
traten konnte, war an manchen Cri 
früher aufgehoben worben. Auch das 
nach in Concurſen fremde Gläubiger t 
hen nachſtehen mußten, ift jetzt allen 
Das Abzugsrecht (ſ. Abzugegeld) ven ki 
Buntesjtaaten Durch gegenjeitige, fe 
ſchloſſene Verträge abgeſchafft. 
Fremdenbill (Altenbill), bie vı 
jecretär Lorb Grenville vorgeichlagene | 
lament 1793 genebinigte, 1802, 1503, | 
tas legtenal auf 2 Jabre genehmigt 
jeder Fremde bei der Aukunft in Ga: 
Sicherheitspaß von Staatsfecretär erbe 
u. dag die Minifer die (conftirutionse 


.. 7 Beembdenieaten - . 


„jeden Fremden nach Lilllür aus dem | baten Dagegen ter ſchon feit 1835 in Algerien neu⸗ 


meifen u. an einem beliebigen Punkt 
ite auszufeßen. 
legion (Légion des @trangers), in 
y den 9. März 1531 ans freimillig in 
Dienſt tretenten beutfchen, fpaniichen 
m, ſpäter polnischen Flüchtlingen er» 
ı Den Beſchränkungen ber franzgöfifchen 
ur Rermentung außerhalb des König. 
rebeſ. für den Dienft in Algerien be- 
ıhin Eude 1531, 1500 M. ſtark, ein 
on. Ste ift Ber franzöſiſchen Infanterie 
nterbalt u. Ausruſtun— gleich. Unter- 
ere find faft ausschließlich Franzoſen. 
de in Algerien foyleich an ben gefähr- 
chwerlichſten Boften verwendet u. ver- 
tem Feind (mo fie immer jebr tapfer 
Jeiertion u. in ben Lazarethen gleich 
an bedeutend. Tropbem mar ihre 
Zufluß aus Frankreich fortwährend 
betrug ſchon 1832 in 4 Baraillens 
1634 Durch Das Zuftrömen der Polen 
elge des Quadrupleallianzvertrago 
gin von Spanien wurde ſodann die 
Ordonnanz vom 30. Juni 1835 aus 
Dienfte entlaffen u. nach Spanien ein- 
daſelbſt gegen tie Karliften zu bienen. 
nger Theil ter Offiziere zog es vor, 
een Beftimmung zn folgen, mit Halb» 
ankreich zurüdzufehren. Am 16. Aug. 
. in Tarragona, bejebligt vom Oberſt 
‚ nabm zunächſt in der Divifion bes 
Baftor rühmlichen Antheil an den 
u. Gerechten in Aragonien. Im fol- 
e focht fie mit gleicher Tapferkeit unter 
bova in Navarra, ſodann unter bem 
{ beförberten Bernette u., als dieſer 
ed nabm, unter General lebeau. Un⸗ 
ansgezeichnerften Dienfte aber, welche 
ftete, wurde fie gänzlich vernachlälfigt, 
Sold noch Verpflegung, u. General 
t daher mie feine Vorgänger ben Ab⸗ 
Nov. 1336 erbielt nun Oberſt Con⸗ 
fl über bie $., u. obgleich bei der ver⸗ 
ge die ganze Truppe nicht nur demora⸗ 
‚Bte, ſondern auch durch Defertion zu 
; (die aus ben Überläufern eine eigene 
nten), durch Berlufte in ben Gefech⸗ 
Rrantheiten ſehr sufammengelgmoben 
a8 Corps nur neh 2300 WR. betrug, 
ion dennoch unter General Sarsfielb 
Tapferkeit wie früäber. Durch Die ſchwe⸗ 
im Gefechte bei Huesca (24. Mai 1837) 
egion bis auf 600 M. zujammen, u. 
;, von den Truppen der Königin im 
n, bald darauf bei Yarbaftro bie auf 
gemacht. Dieſer Reſt murbe zu Pam⸗ 
melt ı. ans tem Depot der Legion 
z verftärkt. Da jedech meber Bitten 
gen dazu geführt hatten, daß Die fpa- 
ung ihre eriprehuugen erfüllte, fo 
Frankreich ernſtliche Mahnungen er- 
irkte, Daß Die Yegion Die Erlaubniß 
Srantreich zurückkehren zu Dürfen. Im 
ı langten Die wenigen Refte der F. un⸗ 
bi des Oberſten Galant in Pau an. 
nn. Interoffiziere murden zum grögern 
anzöflichen Armee einzerleibt, die Sol⸗ 


gebilveten %., teren Stärke ſchon 1936 mieder 
1000 M. betragen batte. Diele neue F. erbielt im 
der + vielfache Belegenbeit-auf ten werfchieben- 
Ren Punkten in Algier dur Tapferkeit ſich auszu- 
zeichnen u. erreichte durch zabfreihen Zufluß bie 
Stärke von 2 Reyimentern in 6 Bataillonen, eine 
Kormation, die fie och gegenwärtig bat. Während 
des fo große Verfufte herbeiführenden Krieges mit 
Nußland in der Krim wurte in Frankreich durch 
failerliche® Decret vom 17. Jan. 1855 bie Bildung 
einer zweiten F. anbefoblen, melde aus einer 
Brigade zu 2 Infanterieregimentern von je 2 Ba- 
taillenen u. einem Bataillon ZTirailleurs befteben, 
bezüglich des Soltes, der Adminiſtration, Bes Dien- 
Res u. ter Ausrüftung wie die erfte den franzöſiſchen 
Zinientruppen gleichgeflellt ı. nur aus Schmeizern 
angeworben werden jollte. Der ichmeizeriiche Oberft 
Ocfenbein (f. d.) wurde, unter ber Erbebung zum 
Generalmajor, zum Commandeur derſelben er- 
nanııt, die Offiziere ſollten durchgebends aus Schwei⸗ 
zern befteben. Den im Dienft fih Auszeichnenden 
wurde ber Anipruc auf Grund u. Boten in Al» 
gerien ob. antern franzöfiichen Kolonien verfpro- 
hen, bie Penſions⸗ u. Verfergungsberechtigung war 
gleich ber in ben franzöflichen Truppen. Haupt 
werbeplatz für tie Yegion war Belancon. Jedoch noch 
vor beendeter Formation fam im März 1856 der 
Friede zu Paris zu Stande, u. dieje zweite 5. wurde 
in Folge deflen wieder aufgelöft. 

In England, das oft ſchon die Kriege 
mit fremden Truppen geführt hat (1800 — 15 be- 
fanden fi turchfchnittlich fiber 20,000 Mann 
fremde Truppen in engliſchem Solte), wurben 
Anfang 1855 von ter Regierung, mit Zufim- 
mung beiter Parlamente, ebenfallg Werbungen 
fremder Truppen angeortnet. Die geworbenen 
Truppen ſollten jebod nur für Die Dauer Des Krie- 
ge® im Orient formirt werten u. feine Anſprüche 
auf Retraitegebalte erbalten, außer baß bei ber 
Entlaffung ten Offizieren ein I5mionatlicher, ben 
Soldaten ein I2ımonatlicher Selb ausgezahlt wer⸗ 
ben follte. Das Handgeid betrug 6 Pfr. Gterf., 
die Bezüge an Geld m. Verpflegung fellten ganz 
wie bei ber englifhen Truppen fein. Yernere Ber 

Immungen waren: bie fremden Truppen bürfen 
in England nur verweilen, um eingeichifft zu wer⸗ 
ten, nie Dürfen zu gleicher Zeit mebr als 10,000 M. 
in Englaud anmefend fein u. nie bei Privatperfo- 
nen eingquartirt werten. Bei Shorncliffe u. Dover 
waren daher Yager zur Aufnahme der Yegionen er» 
richtet werden. Die Werbungen wurden, da An⸗ 
fangs namentlich der Zufluß von Deutfchland fehr 
gering, war, auch auf die Schweiz, Italien, bie 

ürkei u. felbft Nordamerika ausgebehnt. Die 
Britifh- Deutfhe Legion, melde Bezeicdh- 
nung zur Erinnerung an jene frühere, aus ben 
Trümmern ber hannöverſchen Armeen gebildete 
Legion, bie 1805— 15 in faft allen Tbeilen ber Erde 
für England mit Auszeichnung gefocdhten hatte, ge⸗ 
wählt wurde, ward auf 10,000 M. beftimnit, die 
2 Brigaden bilden follten u. Helgoland als Wer- 
berepot erhielten. Jede Brigade follte 1 Zäger- u 
4 Infanterie-Regimenter zäblen. Die Offiziere ma» 
ren meift Deutſche, ter Commandant ein früberer 
Braunſchweiger Offizier, v. Stutterbeim. Reglement 
u. Kriegsartitel waren die preußiichen, Die Bewaff⸗ 
nung mit Diniegewehren, bie Stellung in 2 Slier 


tern. Die Jäger waren ſchwarz, bie Infanterie 
dunfelgrän untformirt. Das 1. Jäger: u. 1. In- 
fanterieregiment wurden zuerſt nach bem Orient ge- 
bracht, Titten aber daſelbſt ſehr von ber Cholera, fo 
daß das erfiere bis auf 400 M. zuſammenſchmolz; 
das 2. u. 3. Infanterieregiment wurde 1855 u. 
Anfang 1856 ebenfalls nah bem Orient einge 
ſchifft. Die Werbungen hatten aufangs nur ge- 
ringen Fortgang gehabt, von Ende 1855 an aber 
befiern, fo daß fie im März 1856 geichloflen wer- 
den fonnten. Der inzwiſchen abgefihfcffene Arie 
den zu Paris verbinberte bie Theilnahme der Legion 
am Kriege. Sie ward nad) England zurüdgebracht, 
u. ſoweit fie e8 nicht vorzog, umter ben obenbezeich- 
neten Bebingungen den Abſchied zu nehmen, nach 
dem Gap ber guten Hoffnung übergeführt, um ba- 
ſelbſt eine Colonie zu bilden. Neuerdings ſcheint bie 
Legion nochmals Bermenbung finden zu follen gegen 
vie Rebellen in Oftindien. Die Übrigen Legionen, 
welche für England formirt wurden, erhielten nad 
tem Barifer Frieden ſämmtlich ihre Auflöfung. 
Die Schweizer-Legion, geworben in Schlett- 
ſtadt u. formirt in einem Lager bei Dover, bilbete 
2 Infanterieregimenter unter Oberſt Sulzer u. lam 
Ende 1855 nad Smyrna. Die it alien iſche Le⸗ 
ion unter General Read wurde zu Novara ge⸗ 

ummelt u. von den 3 Regimentern berjelben wurde 
das erfte zu Anfang März 1856 nach Malta einge- 
ſchifft. Die Bolnifhe Legion, vorerft aus den 
in Bomarfund gefangenen Polen u. Finnen gebil- 
det, Dann noch verflärkt durch polnische Flüchtlinge, 
war unter dem Befehl bes Grafen Zamoysly bem 
Korps des Generals Vivian zugetheilt u. befand 
aus 2 Savallerieregimentern, bie auch bie Benen- 
nung Kofalen des Sultans führten. Die Britifch 
türkiſche Legion, durch Werbungen in ben 
europäijchen u. afiatiichen Provinzen der Türkei zu- 
fammengebradt, beftand aus einen Corps von an⸗ 
geblih 20,000 M. Infanterie unter Vivian u. 
2000 M. Cavallerie (Bafchi Bozuks, |. d.) unter 
General Beatjon, hatte fchon während feiner Bil- 
dung an ben Sammelplätzen allerhand Unthaten 
verübt, fehr durch Defertion gelitten u. befand fich 
Ende 1855 u. Anfang 1856 in Kertſch, wo fie fich 
durch ihre vandaliſche Zerftörungsmuth auszeichnete. 
Die Difiziere waren meift oftindifche. Die Abficht, 
eine Britiih-amerilaniiche Yegion zu bilden, ſchlug 
fehl, da die Regierungen ter Norbamerikanijchen 
Staaten die Werbungen verhindert hatten. 

Fremder (Aftrol.), jeder Planet, fobalb er zu 
einer gewiſſen Zeit von allen Ajpıcten frei war. 

Fremdling, jo v. w. fremder. Sremblinge des 
Abort u. Fremdlinge der Gerechtigkeit, ſ. u. Hebräer 
Ant.). 

Fremdling Gremblingefalke), ſo v. w. Wander⸗ 
e. 


erh, fo v. w. Heimfallsrecht. 

remiot, Sta. Johanna Franzieka, geb. 
23. Jan. 1592 in Dijou, heirathete 1592 Chriſtoph 
von Rabutin, Baron v. Chantal; Wohlthätigkeit 
a. Krankenpflege bildeten faft ausjchlieglich ihre 
Thätigkeit, weßhalb fieau I,a mare de Chan- 
tal genannt wurde. Nach dem Tode ihres Ge⸗ 
mahls 1600 309 fie 1603 auf Schloß Chantal; fie 
gründete 1610 auf Wunſch des St. Franz ven 
Sales ten Orten ber Heimfuchung Mariä, deſſen 
Borfteherin fie wurde, in Annecy. 1641 wurbe fie 
Borftcherin des Kiofters zu Moulins u. ft. daſelbſt 


Fremder bie - Ieamont 


am 13. Dee, 1641. Bom Papf Benebict. 
fie am 13. Ron. 1751 beatificizt, son @l 
am 16. Juli 1767 canonifirt; ihr Sebi 
231. Auguf Ihre Bücher erichienen 1 
Paris 1750, 3 Bde.; ihr Leben habe 
ber P. Fiche Maupas du Tour, Marlı 
Beaufils, Sacarelli (Rom 1734, italie 

Fremitus (fat.), Das faſt unſichtb 
bes Körpers u. ber Glieder, ein 9 
Fieberfröftelns. 

Fremont, 1) Grafſchaft im Staate‘ 
amerika), 26 DOM ; Flüfle: Miffenri-! 
nabatona- River, Keg-Greel ; Bebaı 
grobe Brairien; Broducte: Mais, Bei 

chafe; nad Öbrift Sohn Charles Fr 

enannt; 1850: 1244 Ew.; 2) Graf 

iete (Territory) Utah, im Oſten gebt 
Nebo); Ylüffe: Bicollet-, Carſon⸗ u. ẽ 
Rivers; mehrere Seen, Darunter PByra 
let- u. Carſon⸗Lales; 8) Stäbtiicher Ui 
ship) in ber Grafſchaft Hancod des St: 
1500 &w ; A) (früßer Lower Santu 
ort ber Grafſchaft Saudusky im Staa 
Sanbusty- River u. ber Cleveland⸗2 
bahn; 6 Kirchen, 2 Zeitungen, Eiſenbah 
BVollenmanufactur, Dampfihiffiahrt ı 
fen des Erie- Sees; 2000 Em. Hi 
Stephenſon ob. Sanbusly, am 2. Xu 
Oberſt Sroghan gegen die Gnglänber 
vertheidigt; 3) Hauptort ber Grafiche 
Staate Miſſouri, am Sac-River; 6) | 
Grafihaft Yolo im Staate Californi 
cramento-Kıver; 1100 Einw. 

Froͤmont, Sohn Charles, gef 
Gübcarolina, wurde bereite in feiner 
in Gparieflon-Goßlege graduirt, lehrte! 
matil u. befchäftigte fich beſ. mit der Ci 
funft u. wurde bei den Miſſiſſippivern 
geftellt. Um 1840 zum Ingenieurli 
nannt, ftellte er dem Kriegsfecretär bei 
bie Feljengebirge vorzudringen. Sein 
angenommen, u. 1842 erreichte F. ınit 

leitern den Sübpaß, ben er nuter q 
feligteiten durchforſchte. Er beftimmıe 
Lage dieſes großen Pafles, durch wı 
Biele ihren Weg nad Californien ge 
ben, fondern fchilderte auch genau bi 
ſchen, geographiichen, botanifchen, geolo 
teorologiihen VBerhältniffe des Laudes 
ſpäter die felfengebirge auf einer nem 
ftieg deren Gipfel füblih von Lem Sük: 
fich feitwärts nach dem großen Salziee 
darauf ter Willesfchen Forſchungee, 
Zu Anfang des Winters 1543 brad 
Heinen Anzahl Begleiter abermals nad 

ebirgen auf u. erreichte nad vicı 

alifornien, Damals noch ein uneric 
befien geographiſche Berbältnifie veı 
feftgeftellt murben. Im Aug. 1544 1 
mals in Waihington. Während er abe 
zweite Erpedition beſchrieb, batte er ! 
einer tritten entworfen, u. 1845 wart 
dem Wege nah dem Stillen Ocean ır ı 
ſtoß für Die Vereinigten Staaten, fid | 
zu bemächtigen. In Folge einer Intrig 
durch friegsgerichtliche8 Urtheil feiner ' 
Briebenerichter u. Gouverneur in Cal 
raubt u. über.bie Grenze gebracht. Te 


Fremont dAblanesurt bie Yerre-Irban 
| tas Journal: Zur Erläuterung ber fon» n. fefttl- 


Entbedungsreiie nach ben Weſten un- 
ach Californien zuräd. Die Lalifor- 
a8 triegegerichtlihe Urtheil um n. 
350—51 als erfien Senator in den 
in Proceß, ben er bei tem oberften 


n Balhington wegen einer Landſtrecke, 


Mai 1546 von Alvarebo, Ergonver- 
tfornien, für 3000 Dollars gelauft, 
bt hatte, ta ihm ter Befi von ber 
eitig gemacht wurde, wurbe im März 
n Gunſten entichieden.‘ Bon ber rer 
: Barteı 1956 ale WPräfidentichafte- 
teilt, Ai er gegen den Demokraten 
i ber Wahl duch. Bgl. Leben bes 
ꝛw⸗Yort 1856. 

d'Ablancourt (fpr. Fremong d'Ab⸗ 
cola®&, Neffe bed bekannten Perrot 
‚ geb. in Paris 1625, wurde durch 
rmittelung Sefandter in Portugal u. 
fiſcher Refitent zu Strasburg; bei 
ꝛs Edicte von Nantes ging ex nad 
ex ale Hiftoriograph des Prinzen von 
Benfton erhielt u. 1693 ft. ; er ſchr.: 
oncernantes I!’hist. de Portugal 
), Baris 1701; ferner einen Katechib⸗ 
teformirten, ber ihn in manche Strei⸗ 
en boll. Seiftlichen verwidelte. 

8 Bea? (ipr. Fremongts Piel), einer 
Bipfel der Rody Mountains im We⸗ 
inigten Stasten von Norbamerifa, 


9. 

Stadt, fo v. w. Fresnes. 

road» River (Ipr. Frendſch VBroad⸗ 
iß in ben Vereinigten Staaten von 
‚ entipringt am Fuße ber Blue Ridge 
yaft Henterion des Saates Nord⸗Ca⸗ 
durch die Grafſchaft Buncombe in den 
fee u. milndet dort nach einem Lauf 
nin den Hoifton- River; im untern 
mit Dampfboten befahren. 

reek (ip. Frendſch Kriehl), 1) (Be- 
8 im Etaate Bennfgloanien, aus 2 
n gebildet, die fich in der Grafſchaft 
en, fällt nach einen Lauf von 35 Mei- 
Min (Grafſchaft Venango) in ben 
ver; 2) Städtiſcher Bezirk (Town- 
Veſſchaft Venango, am gleichnamigen 


ck (jpr. Frendſch Fi), Städtiſcher Be⸗ 
ſtamt in ber Grafſchaft Orange des 
iana (Nordamerika); 1300 Ew. 

iver, fo v. m. St. Français 1). 

un (ipr. Frendſchtaun), 1) Poſtort in 
p Wlerandria der Grafſchaſt Hunting- 
sate New⸗Jerſey (Norbamerila) am 
ver u. ber Delamware-Belvidere-Eijen- 
hen, 1000 Ew.; 2) Poftort in ber 
scil des Staates Maryland, am Elk⸗ 
Rerv-Kafiie-Philadelphia-Eifenbahn; 
Dampfichifffahrteverbinpung mit Bal⸗ 
Stäbtifher Bezirk (Township) in ber 
onroe im Staate Michigan, am Erie- 


v. 
Ferdinand Gotthelf, geb. 1787 in 
Dſchatz, fl. 1845 ale Pfarrer in 
re Orla ; erfchr.: Gedichte, Neuſt. a. d. 
gab beraus mit unger Den Neuftäbter 
euft. 1818 ff., u. Beide mit Meißner 


gigen Perilopen des neuen Weimarifhen Evan⸗ 
gelienbuches x., ebb. 1825 ff. 

Frentani (a. Geogr.), mit den Samniten ver- 
wandter Bollefammim Eabinerlande, deren frucht⸗ 
bares Gebiet Ager Frentanus ſich längs bes 
Abriatiihen Meeres vom Klufie Srente (j. Fortano) 
bis zum Aternus erfiredte n. an ba6 Rand der Mar⸗ 
ruciner, Beligner, Samnium n. Apulien grenzte. 
In den Kämpfen ber ihnen ſtammverwandten Sam- 
niter mit ben Römern hatten fie Letztere beglinftigt, 
mußten aber nach Beflegung ber Samniter ſich den 
Römern ebenfalls unterwerfen. Später fielen fie 
wieder von ben Römern ab u. lämpften im Bun⸗ 
besgenoffenfrieg gegen biefelben. 

Grenp(&eie v. Frentz zu Schlenberban) 
Die Rait find ein altes, ftiftemäßiges, im Jülich⸗ 
ſchen u. Berg’ichen angeielfenes u. ehemals zu ben 
reichsritterlichen Santonen um Rhein geböriges Ge⸗ 
ſchlecht, weldhes im Anfang bes 14. Jahrh. das Gut 
Sreng bei Köln erwarb u. fich darnach benannte, im 
16. Jahrh. durch Heirath in den Befig ber Schlen⸗ 
derhanſchen Güter kam u. 1650 in ben Reichefrei- 
berruftand erhoben wurte. A) Hauptlinie, Deo 
ren jegiger Chef: 1) frreiberr Adolph, Sohn tes 
1821 verfiorbenen Freiherrn Franz, geb. 1797, iſt 
N des Kreifes Bergheim in ber Rheinpro- 
vinz u. jeit 1848 Witwer von Amalie, geb. Gräfin 
von Biffingen-Rippenburg. Br Nebenlinie an 
Kellenberg. Kellenberg kam dadurch au bie Fa⸗ 
milie %., daß Winand Hierenymus Lamıbertina 
Irmgardie, bie Erbtochter bes berühmten Generals 
Johann von Werth un. Veliberin von —— 
Odenlirchen, heirathete, wodurch zugleich das Erb⸗ 
burggrafenamt des Erzſtiftes Köln an die Familie 
fam; der Stammhalter dieſer Linie ift: 2) Freiherr 
Reinhard, Sohn des 1942 verftorbenen Frei⸗ 
berrn Edmund u. der Kunigunde, geb. Gräfin 
Beiſſel von Gymnich, geb. 1527. 

renum (lat.), Zaum; taher das Deminntiv 
Freaulum, Band, bei. Schamlippenband ; F.Iinguse, 
AZungenband; F. musculi bicipflls, f. 'u. Armbän- 
der A) a). 

Brengel, Johann, geb.1609 in Annaberg, ſtudirte 
feit 1636 in Leipzig, wurde 1659 Collegiat im Hei- 
nen Fiürftencollegiun, 1659 Bicar in Magdeburg, 
dann Canonicus im Stifte zu Zeit m. fl. 16475 er 
ſchr.: Zehn andädtige Bußgefänge, 2. Aufl. 1655. 

Frequent (v. lat.), voltreich, ftart befucht; daher 
Frequentiren, einen Ort häufig beſuchen; Srequen⸗ 
tant, häufiger Beſucher; Frequentation, 1) öftere 
Wiederholung; 2) Umgang, Berfehr. Frequenz, Zu⸗ 
ſammentreffen vieler Venſchen, lebhafter Verkehr. 

uentativum, abgeleitetes Zeitwort, wel⸗ 
ches eine tranſitive Thätigkeit mit dem Neben⸗ 
begriff einer öftern Wiederholung anzeigt, z. B. 
bettein (von bitten), wackeln (von wägen). 
um (lat.), fo v. w. Fraternitas 2). 

Freren (Freeren), 1) Amt in der hanndverſchen 
Landrroftei Osnabräd (Lingen), 25 Gemeinden 
mit 12,850 Ew.; 2) Stadtn. Amıtöfig barin ander 
Aa; reformirte u. katholiſche Kirche, Salzfactorei. 
Branntweinbrennerei; 580 Ew. 

Frore⸗Drban, Walther, geb. 24. April 1812 
in Lilttich, ſtudirte in Paris die Rechte, wurde 1832 
Abvocat in Lüttich, ſpäter Diitglied der Hoipizien⸗ 
verwaltung, dann Gemeinderath, 1847 Mitglied 
der 2. Kammer u. am 8. Juni db. 3. Minifter ber 


20% 


2:0, 7 Bates - bis : Meeßadishlerer: . 1:77, 


öffentlichen Arbeiten n. 18. Iult 1818 der Fistanzen.ı| Late in Tonien ı. Marfeile mund 
Am 17.8ept. 1852 trat er aus dem Minifterium, ifl'| fpäter Robespierre verbächtig, zeirtte c 


aber jeit 9. Nov. 1857 wieber Finangminifter. 
if einer ber hervorragendſten Leitmänner ber libera- 
len Bartei; ber jchärffte u. gewanbtefte Redner ber 
‚ Kammer u. thätiger, einfihtsuoller Verwalter ber 
beigiihen Finanzen. Die beigiihe Nationalbank ift 
hauptſãchlich feine Echöpfung. Er fchr.: Bon den 
Collecten u. der Nothwendigkeit einer Autorifation 
% Geldſammlungen in Kirchen od. Privathäuſern, 
üttid 1846; La main-morte et la charitd, 
- Brüfiel 1854 ; 2. Thl. 1657. 

rores (franz., ſpr. Frähr), Brüber, |. Fratres; 

fo: F. igueraulias, |. Brilder ber chriftlichen Lehre. 

Freres Plymouth (ipr. Frähr Pliemöddh), 
eine 1850 in Waadtlande von Darby ans Ply⸗ 
mouth geſtijtete evangeliſche Secte, welche mit Bei⸗ 
behaltung der Dogmatik ber reformirten Kirche ſich 
von tem Kirchenverbande abgelöft haben u. nur 
Sausgottesdienfte halten, welche von bein Hans⸗ 
vater od. von einem, von bein Geiſte getriebenen, 
anderen Familiengliede geleitet werten. Sie zeich⸗ 
nen fih Durch firenge Sitten u. chriftliches, milb- 
thätiges Leben aus. 

Freret, (ſpr. Freräh), Nicolas, geb. in Paris 
1668; er war Anfangs Advocat, trat 1714 in bie 
Alabemie ber Infchriften u. wurde wegen eister 
dort gehaltenen unziemlichen Rebe Über ben Ur⸗ 
ſprung ber YWrauzofen verhaftet; im Gefängniß 
ftubirte er den Bayle, wurte Stfeptifer u. Atheiſt 
u. jpäter nach feiner Befreiung Erzieher der Kinder 
bed Marſchalls von Noailles. 1723 kehrte er nad) 
Haus zurüd u. ft. 1749; er ſchr.: Lettre de Tra- 
eybule & Leucippe, 1756; Examen critique 
des apologistes de la religion chretienne, 
1767; Ocuvres completes (enthaltend Abhand⸗ 
lung über Chronologie, Geographie u. Gejchichte). 
Baris 1796, 2 Bde., Fol., n. X. 1825. 

Frere terrible (fr., ipr. $rähr terribel), jonft 
namentlich bei den franzöfiichen Yogen ein Beamter, 
den das Amt oblag, den Muth des aufzunehmenden 
Maurers durd allerlei Schrednifje zu prüfen. 

Frerichs, Friedrich Theoder, geb. 1819 in Aurich, 
fludirte feit 1838 zu Göttingen u. Berlin Mebicin, 
prafticirte feit 1842 in feiner Vaterſtadt ale Arzt, 
wurde 1546 Privatbocent in Göttingen, 1850 Pro» 
feflor in Kiel u. Director ver Bolitlinit u. bes afabe- 
milchen Hofpital®, war auch während des Krieges 
Dberarzt der jchleswig-holfteiniichen Armee; 1551 

ing er als Profefjor ber Pathologie u. Therapie u. 
irecter der mediciniſchen Klinik nach Breslau; er 
ſchr: lieber Sallert- u. Colloidgeſchwülſte, Gött. 
1847; Überdie Brightſche Nierentrantpeit, Braun⸗ 
ſchweig, 1851. , 
Freron (ſpr. Frerong), 1) Elie Catherine, 
‚ geb. in Quimper 1717 (od. 1719), Gegner Bol- 
taire’8 u. ber Enchpkiopäbiften, fl. 1776 ın Paris; 
gab heraus: Lettres de Madame la Comtesse 
(ein kritiſches Journal), 1746 fi. , das bald unter- 
-brüdt wurde; fortgejettt als: Lettres sur quel- 
ques Ecrits de ce temps; als auch dies verboten 
wurde, gab erberaus: Annee litteraire, feit 1754 
fortgefegt von feinem Sohn, Royou, Geoffroy u. 
A bis 1790, 292 Vbe.; auch fchr. er Histoire de 
l’empire d ’Allemagne, Paris 1771, 8 Bte,, 
x. m. a. 8) Louis Stanislas, Eohn bes 
Vorigen, geb. 1765 in Paris, war in ber Ne- 
solution Konventsmitglieb u. Jacobiner; veran- 


‚&rpebition na S. Domi 


8 |: zu deſſen Sturz u. trat nach dem 9. Th 


Gegner ber Terroriſten auf; 1802 waı 
no Unuterprä 
bald nach feiner Ankunft daſelbſt. Er 
Vaters Annde littdraire fort m. bega 
Orateur «du peuple, erft jacobiniſch, 
gemäßigter. 
rerdti, fo x. w. Fraticelli. 
ſchweiler, Dorf im franycnib 
ment Niederrhein; bier in Framzoſij 
tionslrieg am 22. Dec. 1793 Gefecht 
Ofterreichern u. Franzeien, wo Picheg 
ber Letztern durchbrach. 
Frescomalerei (v. ital.), Malerei 
Mörtelgrund, mit dem ſich bie Farber 
binden. Die hierbei anzuwendenden F 
von ber Art fein, daß der Kalk dieſelbe 
bert, aljo Erd⸗ u. Diineral-, feine $ 
u. werben mit Waller angerieben. Fe 
Kult, welcher in einer Stärke von 1— 
den Diörtelgrund vermilcht mir feinem! 
trugen wird, iſt das Weiß n. zugleich dei 
der Farben. Das Verfahren erfordert 
Hand u. Sicherheit Der Ausfübrung, 
telgrund immer.nur eine kurze Zeit 
ben) friſch g bleibt, bie Karben 
Der in naſſen Mörtel aufgelöfte Kalt 
lich die Eigeuſchaft, die Karben währe 
nens an Die Oberfläche zu ziehen u. ı 
durch Abjorpiion von Kchlenjäure pa 
durchfichtigen Emails zu kryſtallifiren 
das Wigment firirt. Correcturen u. 9 
nur in feinen Abmeſſungen durch T 
möglid. Im Auftrodnen verändern 
ben u. werben mehr od. weniger hell, 
führung erihwert. Dian pflegt daher; 
nälden erft Cartons zu machen u. 
befindliche Zeichnung aufburdhjichiiges 
uzeichnen, u. die Umriſſe mittel « 
nſtrunents ganz leicht auf ben Dlör 
gen. Die F. ift Die älteſte u. Dauerbei 
Die Alten Icheinen die Behandlung di 
derſelben auf das Pollloınnienfle ı 
baben. Die wichtigften dieſer antile 
die fi) erhalten haben, find bie in 5 
Pompeji. Aud die hriftliche Kunft : 
Anjüngen dieſe Art ber Dialerei, ı. ü 
Ihmiüdte man das Innere ber Kirden 
gänge u. felbft das Außere Der Häuſer 
Eine berühmte Reihe jolcher Frescod 
in Baſel in dem Zobtentanze, genta 
des 14. Jahrh. Eine höhere Bere 
monumentale Kunft erbielt bie F. 
Blütheperiode der chriſtlichen Maler 
Wajaeld u. Michel Angelos berriici 
Batican find auf bieie Art genıalt. D 
ver 3. in ihrer Verbindung init ber \ 
lange Zeit außer Acht gelaſſen u. die 
vernachläſſigt. Erſt Cornelius rief fi 
Leben, u. die Deünchener Walerichule 
darin hervor. Die Bervolllenunnung 
ald Stereotomie (f. d.) erhielt, gab ih 
höheren Aufſchwung, u. namentid 2 
buch, welcher ſowohl in den Fresken der 
Muüncheu u. bes Lreppeubauies im Ne 
zu Berlin als auch anderweitig feine | 


Freſenia bie Fresusy " 
im biefem Bmeige ber Kunſt an ben Tag | 


fenie (F. De C.), Bflanzengattung, benannt 
feeienius 4), aus der Familie Compositae- 
oideae - Chrysocomeae-Chrysopsideae; 


in GSübafrile. 
fenins, 1) Johann Philipp, geb. 1705 
der⸗Wieſen in ber Balz, wurde — der 
* zu Gießen u. ſt. als Senior zu Frank⸗ 
M. 17615 er hr. : Streitichriften gegen bie 
huter, Frank. 1743—60, 24 Bde.; Predigten 
kmunionbud, n. Ausg., Frankf. a. M. 1833. 
tedbrid Anton, geb. 1745 in Erbach, war 
tor in Schlitz, ſpaͤter Pfarrer in Dued bei 
1 1783 Stabtpfarrer in Schli u. fl. daſelbſt 
» er fhr.: Gemeinnütige Kalenberlejereien, 
1186-89, 4 Bde; Allgemeiner beuticher 
slalender, Weißenburg 1789 f.; Prattifche 
ande, Gotha 1799. 3) Johann Chri- 
Snbwig, Bruder des Vorigen, geb. 1748 in 
 wurbe 1771 Advocat u. Procurator bei ber 
inifchen Weicheritterichaft u. kaiſerlichen 
xFriedberg, 1774 Ratb n. Conſulent bes 
son Görz, 1776 wirklicher Rath bes Land⸗ 
Heſſen⸗Darmſtadt, 1779 Rath u. Syn- 
Drittelfräntiihen Neicheritterfchaft in 
n. ging 1785 ale wirklicher Geheimer 
ech Helien- Homburg; fein Totesjahr ift 
wewt; er ſchr.: Meditationen für Rechtsge⸗ 
@ieken 1776 ff., 2 Bbe.; Für Regenten u. 
männer, Frif. 1776; als Dichter nıgchte 
‚belannt durch: Bolemon u. Kentas od. Über 
lerth ber Liebe, Frif. 1775; Nereis (&pos), 
176; Empfindfame Launen, ebd. 1777; Se- 
s proſaiſche Auffäte ; Zmillinge füre Thea⸗ 
eat. 1780 ; Hermann (vaterländiſches Schau- 
1782. 4 Georg, wurde 1633 Lehrer der Bo- 
we Senkenbergſchen Stifte zu Frankfurt a. M. 
2 Director dieſes Inftitute; er ſchr.: Ta⸗ 
wg zum Gebrauche auf botaniſchen Eycurfio- 
ber limgegenb von Sranffurt, Frff. 1832 f., 
geil. ; Grundriß der Votanik, ebd. 1840 ; Bei⸗ 
me Mylologie, ebd. 1850—53, 2 Bde. 
Mlte (a. Geogr.), Stadt der Marien in La⸗ 
j. angeblich Risciolo. 
on, 1. Schlußmodus in ber 4. Figur, wo 
verjat allgemein verneint, der Unterjatg be- 
er Schlußſatz bei. verneint, ſ. u. Schluß. 
BLon (fpr. Srälong), Wierander, geb. 1808 
Mäche, ftutirte bie Rechte zu Caen u. Paris u. 
1829 zu Angers Advocat; war auch bie 1832 
ertreter des bortigen @Generalprocurators; 
günbete ertasradicale Blatt: Leprocurseur 
most, u. machte 1842 u. 1846 Anflagen gegen 
rden von Angers wegen Veflehungen u. 
keiten anhängig. Als Mitglied des Be⸗ 
tho dieſer Stadt wurde er am 2. März 1848 
Beneralprocurator ernannt. In die Conſti⸗ 
ve Beriammlung gemäblt, trat er in ben Aus⸗ 
Ur Erihtung Des Geichworenencclegiume 
vess für den Verfaflungsentmwurf, wur vom 
zt. bie 20. Dec. Diinifter bes Unterrichts u. 
zw vom politiichen Schauplatz ab. 
Saay le Bicomte (ipr. Fränäh Wikongt, 
u fur Gartie), Stadt an der Earthe im Ar- 
ſement Mamers des franzöfiihen Depar- 
w Sarthe; fertigt Hanfleinwand u. Heine 
ten (Lintaux); 2500 Ew. 
Iwerfalc Bezifen. 4. Ruf. VA 


705 


ne, Marktflecken, f. Freenes. 
eöne (Charles du F.), 1. Ducange. 

nede ‚la, Stadt am Ronafpe in ber fpa- 

nifchen Provinz Teruel, bei Alcauuiz; 1800 Ew. 
Frednel (ipr. Fränell), 1) Augufin Jean, 
geb. 1785 in Broglie bei Bernay in der Normandie, 
wurde als Ingenieur in der Vendee angeftellt u. er» 
bielt nach Napoleons Rũckkehr von Elba, ba er fi 
zur föniglichen Südarmee begeben hatte, feine Ent» 
lafiung. Seitdem lebte er mit optifchen u. poyfila- 
liſchen Studien beſchäftigt in Paris u. erwarb ih 
buch feine Entbedungen u. Erfindungen in ber 
Optik um dieſe Wiſſenſchaft unfterbliche Verdienſte. 
Von großer praktiſcher Bedentung waren nament⸗ 
lich die von ihm conſtruirten Linſen für die Ein- 


richtung der Leuchttbürme; er ſt. am 18. Juli 1827. 


Kon ihm genannt iſt Die Fresnelſche Linſe ob. Fret- 
neſo Yaradeiepipedum, ein ſchiefes Parallelepipedum 
von Glas, deſſen eine Seite gegen bie Grundfläche 
um 54°, mithin bie andere um 126° geneigt ifl. 
Tritt in daſſelbe rechtwinklig zur Grundfläche ein 
linear polarifirter Lichtſtrahl ein, fo wirb er an ber 
einen gegenüberfiehenden fläche durch totale Her 
flerion zurüdgemworfen, gelangt zur zweiten Geiten- 
fläche, wird bier abermals reflectirt uw. tritt recht⸗ 
winklig zur andern Grundfläde aue. Bilder nun 
dabei Die Bolarijationsebene mit ber Neflerionsebene 
einen Winkel von 45°, fo ift Der austretente Strahl 
in Folge der zweimaligen Spiegelung circnkar 
polarifirt. 2) Fulgence, Bruber bes Borigen, 
geb. 1796 in Paris, ftubirte Anfangs Chemie, dann 
Morgenländiſche Sprachen, bef. bie arabifche, erfi un 
Paris, fpäter in Rom n. zuletzt in Kairo, wo er 11 
Jahre lang lebte; nachdem er durch den Fall eines 
Handelshauſes zu Alerantria fein Bermdgen ver- 
loren hatte, wurde er Eonfularagent u. fpäter Conſul 
in Dſchidda, mo er fich def. ber Pilger von Algier 
nah Mefla u. anderer von den türtifihen Behörden 
Bedridter annahm, fich aber auch wiſſenſchaftlich 
beidätigte, namentlich bie von Arnaub copirten 
Sabãiſchen Infchriiten zu erllären verfuchte, u. eine 
Handelsverbindung zwiichen Algier u. Borgu durch 
die Wüfte Sahara herzuftellen bemüht war. 1851 
ging er mit Oppert u. Thomas nad Meiopotamien 
u. beſchäftigte fi in ben Ruinen Babylons mit 
der Sammlung von Keil» u. fpätern griedhiichen Ju⸗ 
Ichriften n. der Unterſuchung ber alten Kanal u. 
Mauerüberrefte. Nach einjährigen Aufenthalt bort 
ging er nach Bagdad u. fl. bier am 30. Nov. 1855; 
er fchr.: Isettren sur les Arabes, 1937—39 ; u. be- 
gann auch eine Überfeung Der Werke von Berzelius 
u. eines chineſiſchen Romane (1823). 

$rednelia (F. Mirb.), Pflanzengattung aus ber 
Kamilie Coniferae - Cupressineae; Arten in 
Neubolland. 

Fresnes (ſpr. Frähn), Marlifleden am ber. 
Schelde im Arrondiſſement Balenciennes des fran- 
zöftichen Departements Nord; Slashiltten, Leinen- 
bleicherei, Steinlohlenlager ; 4900 Ew. 

Fresnillo, Aleden im mericaniihen Gtaate 

acatecas, am Fuße des Berges Proaño; reiche 

ilberminen. 

Fresnoy (ſpr. Fränoa), Charles Alphonſe du 
5 ‚geb. 1611 in Paris, wibmete fih ter Malerei 
u. ging zu feiner Ausbildung 1634 nad Italien; 
er fl. 1665 auf einem Dorfe in ber Nähe von Paris 
u. ſchr: De arte graphica (ein Gedicht Über bie 
Malerei), Bar. 1657 (franz. ebd. 1 058). 


706 Frebquel bie 


Fresquel, Nebenfluß des Aube, entfpringt bei 
Euftelnandary u. mündet bei Carcaffonne. - 
en, 1) von Thieren, Nahrung zu ſich neh⸗ 
men; daher Frefßbeutel (Hutterbeutel), Beutel 
von Zwillich od. einem ähnlichen Stoffe, bie in 
Bivonacs den Pferdenum den Kopf gehängt wer⸗ 
den, um ihnen ven Hafer zuzutheilen. Frefkraukheit 
ift fon. m. Gefräßigkeit. Der Mangel an Srefiuft ent- 
bt von jehr verſchiednen Urſachen; der Darmlanal 
ift entweder überfüllt od. es tritt Schwäche od. Träg⸗ 
beit defjelben cin; in erfterem alle dienen abfii 
rende, im zweiten Kalle Magen reizenbe u. ftärtende 
Mittel. Sreßrebe, ift eine Hrerbefrantbeit; Urfache 
derſelben iſt llberfütterung od. fchlechtes Sutter (dann 
a befteht in Magenſchmerz, Being» 
igung, Aufgetriebenbeit 2c.; Drittel: abführende 
Klyftiere, ſparſamere n. beffere Fütterung u. mehr 
Bewegung des Thiers in freier Luft; 2) von leb- 
loſen, be. ätgenden Dingen, etwas auflöjen, ver⸗ 
derben, vertilgen. 
Sreffer (Gärtn. n. Forftm.), fo v. w. Krebs. 
Freſſinet (ipr. Freffinä), Philibert Baron, geb. 
1769 in Marcigny im Departement Saoneu.Loire, 
trat im 16. Jahre unter die Waffen, wurde 1797 
©eneraladjutant u. in der Schlacht von Taufers 
DBrigadegeneral. Später nahm er in Savoyen Theil 
an den Gefechten von Kaftelletto, Diontanera u. 
Coni u. machte unter Leclere bie Erpebitivn nad 
©. Domingo mit, wo er fih das Vertrauen Chri- 
ftopb8 u. Youvertures erwarb. Nach Frankreich zu⸗ 
rüdgerufen, gerieth er während ver Überfahrt in 
englifche Gefangenſchaft. 1812 erbielt F. ein Com- 
mando in tem 14. Armeecorpe, überſchritt mit dein 
Prinzen Eugen bie Grenzen Polens u. trug wejent- 
lich zur Rettung der aus Rußland zurückkehrenden 
Trümmer der großen Arınee bei. In ber Schlacht 
von Lützen eroberte F. Eisborf u. wurde in Folge 
bavon Divifionsgeneral. Anfangs 1314 ging er 
nach Stalien, kämpfte dort gegen Bellegarbe, be» 
wirtte fpäter Durch feine Beredtſamkeit die Frei- 
fprebung des Generals Ercelmans, war während 
der 100 Tage tbätig, ging in Folge des Berban- 
nungsebictes vom 24. Inli nach Brüſſel, fchifite 
fih 1818 nad Amerika ein, bielt fih in Buenos 
Ayres ı. Rio Janeiro auf, kehrte nach Frantreich 
zurück u. fl. 1820. 
Freßkäfer, f. u. Schattentäfer. 
Freßkölbchen, fo v. w. Taftfpiten. 
Fret (fr., ſpr. Fräh), Fracht; dab. Frétenr, ein 
Schiffsherr, der ſein Schiff von Andern befrachten 
läßt. 


Fretbohrer, langer Bohrer, aus einer halben 
ſchneidenden Walze beſtehend, unten mit einer ge⸗ 
wundenen Spitze, oben mit einem bölzernen Griffe 
verjeben, zum Bobren ber Köcher in das Riegelholz. 

Freteau (ipr. Sretob), Jean Diaria Nicolas, geb. 
1765 in Mefiac bei Rennes, ftndirte in Rennes 
u. Baris Medicin u. prafticirte bierauf als Arzt in 
Nantes; 1793 wurde er Regimentschirurg an ten 
ambulanten Hofpitälern an ter Küfte von Breſt, 
1502 Wundarzt beim Bataillon ber Freiwilligen 
von der untern Yoire u. fi. 1523. Er ihr. u. a.: 
Trait& dlementaire sur l’emploi ldgitime et 
methodique des Emissions sanguines dans l’art 
de guérir. ®ar. 1816; Consi.lerations sur 
V’asphyxie de l’enfant nouveau-nd, ebd. 1316. 

Fröteval, Diartifleden am Yoir im Arrondijie- 
ment Beubome des fraugöfljchen Departements Loir 


Frendenfahne 


u. Cher; Eiſenminen u. Eiſenwerle: 9 


1194 Niederlage des Königs Philip 
Frankreich durch die Engländer. 

Fretiren, ein Schiff vermiethen, 

Frett (frettchen, Mustela Faro), 
Gattung Wiefel ; weißgelb mit rothen? 
aus Afrika, gilt irrig für einen Kater 
tis, ift es aber nicht, denn er ıft in dx 
verſchieden, wird zahm gehalten u. 
Kaninchen benutzt; über feine Be 
Srettiren, |. u. Kaninchen. 

Frette, eiſernes Band, das oben 
rammenden Pfahle gelegt wird, damit 
ſpalten u. ſplittern. 

Fretum (lat.), 1) Meerenge, 3.% 
Siciliſche Meerenge; F. Gaditäuum, 
Gibraltar, u. a.; 2) (Anat.), F. Hal 
Aortenzwiebel. 

Freude, angenehmes Gefühl au 
nebmung bes vermehrten Woblſeins 
fi vom Vergnügen baburd, bi 
ftimmte Beranlafinng bat, fich gern la 
wohl zur Stärke eines AffectS erbebi 
Entzüden wird, wo ber Geift, mi 
alles Übrigen, ih bloß dem Eindri 
digen Gefühle überläßt. Die wiedı 
aber dann auch dauernder, werden 
bezeichnet, die mit Seelenruhe verträg 
derſelben ſelbſt Nahrung zieht, dahir 
tigidje F., F. an Gott, häu 
Als allegoriſche Gottheit (fat. L ae 
bie F. dargeſtellt mit Kränzen, Zwei 
Symbolen heiterer Feſtlichkeit. 

Freudenberg, 1) Stadt im Kre 
preußiſchen Regierungsbezirks Arnd 
Stahlraffinir⸗ u. Stablbämmer; 
Stadt am Main im Bezirksamt 2 
batenichen Unterrheinkreiſes; Schi 
vöweuſtein-Wertheim-F. gebörig; 
Handel; 1650 Ew.; 3) Amt in ber 
bes Königreih8 Hannover, 2! COM. 
23 Gemeinden; 4) Flecken u.Amtafig! 

Freudenberg, ein altes, ter Yur 
feifion folgendes, ehedem in der Tr 
gütertes freiherrliches Geſchlecht, 
aber in Folge ihres Confeſſionswechſe 
formation aus ihrer Heimath ausm 
u. fih in Deutihland zerftreuten 
Schweden u. Rußland fi wendet 
Kriegsbienfte traten; von ibren Rt 
ihnen nur Neukirchen im Fürſtent! 
Der einzige noch Übrige Sprog ift fire 
Sohn des 1837 verftorbenen Freiber 
1815, er tft bairifcher Lieutenant 
unvermählt. 

Treudenderg, Geiftlider ! 
vom %., ſ. Montjoie⸗Orden. 

Freudenburg, Marktflecken im Ki 
des preußiſchen Regierungsbezirks I 
ruine u. 900 Ew. 

Freudenfahne, bei ten Leichenbe: 
Fürſten wurde fonft zuweilen zu Ent: 
jebr geichmiichtes Freudenpferd, auf w 
mal ein Ritter in glänzender Nüftun 
u. hinter dieſem bie F. von glänzen 
tragen. Oft ging audy neben dem 
ein ſchwarz bebängtes Trauerpfei 
Ritter ir bwarzer Rüſtung. 


Freudenfeld bu Frenndb 207 


afeld, Burkbarb Heinrich, geb. 1784 in | Herrſchaft am Schwarzwaſſer; Schloß, Dechants⸗ 
babilitirte fi 1899 als Privatbocent an | kirche, Piarifteucollegium, Säulen, Strumpf- m. 
phiſchen Facultät in Göttingen, machte | ZTuchweberei, Leinen- u. Wollipinnerei, Gerbereien; 
Miger ben DBefreiungelrieg mit, twurbe | 3000 Ew.; 8) Pfarrdorf im Oberamte Befigheim 
eſſor ber Philoſophie u. Geſchichte zu bes württembergifchen Redarkreijes, am Buße bes 
gte fih allmälig tem Katholiciomus gu | Strombergs, Hoflammeralamt, Töniglides Luſt⸗ 
2 zn Freiburg in der Schmeiz in ben | fhloß; 845 Ew., wovon 368 Juden, die bier eine 
ven; er wurde 1825 Rector bes Rnaben- | Synagoge haben. Der Ort war badiſch, dann kur⸗ 
zu Eſtavayer u. 1841 Profefiox ber | pfätziih u. ging nach u. nach in mehrere Hände, 
n. Geſchichte am Collegium zu Freiburg. bis er 1727 an bie Gräfin Wrbna (Grävenltz) ge- 
eitichrift für Poeſie, Unna 1812, 3 Bde.; | langte, die das Schloß erbaute, aber bald baranf 
bensbelennmiß der Römiſchlatholiſchen bier verhaftet wurbe u. (1732) Schloß u. Flecken 
infler 1920; Analytiſches Gemälde ber | an —— abtreten mußte. 
ı Gefchichte, Freiburg 1842 u. a. Greudentheil, 1) With. Nikol, geb. 5. Juni 
1geld, fo v. mw. Bauernmietbe. 1771 zu Stade in Hannover, ftudirte feit 1789 in 
a Maria, in der Katholifchen Kirche Die | Göttingen Philofophie u. Theologie, wurde 1792 
e ber Erlöfung, melde ber Jungfrau | Lehrer ber alten Literatur u. Geſchichte an ber 
beionderen Freuden gereichten: a) bie | Wichmannfchen Grziehungsanftalt in Zelle, 1796 
bung bes Logos; b) die Heimfuhung Subrector, 1505 Konrector u. 1809 Rector in 
Eliſabeth; e) tie Geburt Jeſu; dd Auf» | Stade; 1914 Pfarrer in Mittellicchen, 1816 Dia- 
m Tempel; e) fein Wieberfinden im | conus, fpäter Architiaconus an ber St. Nicolai- 
y bie Wiebererblidung Jeſu nach feiner | kirche in Hamburg u. 1825 Pfarrer au ber Kirche 
ig u. 5) bie Krönung der Maria im | zum Heiligen Geiſt daſelbſt; er ft. hier 7. März 1853 
diernach wird auch ter Rofentranz | u. jchr.: Gedichte, Hamb. 1503, 2. Aufl ebb. 1831; 
FM. geketet, entweder in 5 Geleten | Siona (Darftellungen des A. T. betreffend), ebb. 
erften Geheimniſſen, od. in 7 Gefegen | 1509, 3. Aufl. 1820, Euſtach von St. Pierre (drama- 
'; ſ. Roientranz u. Marienfeſte. tijches Gedicht), Oldenb. 1511 u. a. uı.; feine geiſt⸗ 
ıpferd, ſ. u. Freudenfahne. lichen Liederin@verd Sammlung geiſtlicher Lieber, 
iſtadt, 1) Oberamt im württembergi- | Hamb. 1517, auch im Hamburger Befangbuch von 
arzwalblreis, 9,7 OM., 29,510 Em.; | 1843. 2) Gottlieb Wilhelm, geb. 1792 in 
mftriebetrieb; Frucht⸗ Holz» u. Vieh- | Stade, feit 1815 Advocat bafelbft, 1516 Procurator 
veit 1320 kamen einzelne Theile des | für die Provinz Bremen u. Berben, 1519 Konfulent 
Württemberg; tie Bildung bes Amtes | ber Staber Bürgerfchait, 1831—33 Deputirter der 
1599, 2) Stadt darin, Sit der Be- | Ständeverlammilung für State, 1535 einer ber 
(mit Ausnabme bes forftamts), von Vertheidiger tes haunoverſchen Staatsgruntge- 
eiten ber etmas befeftigt; ewangelifche | fees von 1533; er gab 1835 fein Mandat als 

(in welcher bie nach 2 Flügeln abge- | Abgeortueter zurüd u. wurde 1545 zum Porpars 
ſchlechter einander nicht feben, mwäbrend | lament u. in bie Reichsverfammlung gewählt. 
Beiftlihen auf feiner Kanzel jeben); | Er jchr.: Darftelung ver Verhandlungen in 
tirche; mechaniſche Buaummolljpinnerei, | bes zweiten Kanımer der hannöverſchen Stände, 
'abriten, Weberei in Leinen« u. Halb» | verfammiung über ben Entwurf eines Criminal⸗ 
lle u. Halbwolle, Mühlwerle, Bürften- | gejewbuchs, Halle 1835; Über ben Diyflicis- 
„Nagelſchmiede; 4500 Em. Der Ort, | mus, Tüb. 1633; Blüthen aus meinen Weihſtun⸗ 
Rerreichiichen proteftantifchen Erulanten | den, Sannov. 1835. 

bieß urfprüngli, nach dem Herzog Sreudigkeit, Gemüthszuftand, welcher, aus dem 
Friedrichsſtadt, erhielt aber fchon | Gefühl von Entichloffenheit u. Muth hervorgehend, 
ı des glücklichen Gedeihens den Namen | fich zugleich Durch Selbftzufriebenheit u. Gemithg- 
roße Feuersbrunſt. rube anbeutet. 
iſtein, Schloß in Freiberg, ſ. b. 2). Freund, 1) ein durch Freundſchaft (f. b.) mit 
ithal, I) freie Minderberrſchaft im Kreiſe, Jemand Verbundener; 2) bei ven Kaufleuten Je⸗ 
Iſterreichiſches Schiefien), an der Mora | ber, mit tem fie in Handelsverbindungen ſtehen; 
brearzwafler; 134 OM., ſehr gebirgig | 3) jo v. m. Berwantter. 

u. Weiten (Spiten: Altvater, 4505 seund, 1) Herrmann, Bänifcher Bildhauer, 
ftein, 4420 Fuß; große Heide, Juſten⸗ | gebildet aufder Alademie in Kopenbagen, u. 1820— 
enberg, Hobeberg, Brügenberg ꝛc.), zu | 1527 in der Schule Thorwaldſens in Rom; ftarb 
Ginuewider), 2305 Fuß, find die Mine- | 1540 als Profeſſor der Bildhauerei an der Alademie 
Mayimilian» u. Antonibrunnen, Karls- | in Kopenhagen. Werke: Deukmal bes Reformators 
500 Em., Eiſenwerke. F. gehörte von | Zaufen in Viborg, Basrelief-Darftellungen aus ber 
16 den Herzögen von Cherfchlefien (von | Nordiichen Diythologie. 2) Wilhelm, geb. 1506 zu 
ann ben Herzögen ven Zroppau, bis es | Kempen in Bojen, ſtudirte feit 1825 in Breslau u. 
ıR 1454 an ten Areiberrn von Wrbna ! Berlin Philoſophie u. Philologie, errichtete 1828 
Nah ter Schlacht bei Prag flitchtete | in Breslau eine iſraelitiſche Schulanftalt, war Dann 
Wrbna ins Ausland, n. Ferdinand II. | Lehrer aın Eliſabetbgymnaſium in Berlin, wurde 
n Reſitz u. gab es 1621 dem Hoch u. | 1545 provijoriich lehrer am GEyinnaſium in Hirjch- 
ter Erzberzog Karl als beſtändiges Ci- | Berg, u. ba ibm als Ifraeliten eine befinitive An⸗ 
ed Ordens; 1639 wurde F. zur freien | ftellung daſelbſi verfagt wurde, fo ging er 1551 
anterberrichafe u. 1682 zum Fürſten⸗ | nach Xonten. Er ichr.: Wörterbuch der lateinischen 
en; 8) (Bruntali), Hauptſtadt ber | Sprache, Lpz. 18634 — 45, 4 vegi Geſaumtwör⸗ 





708 


terbuch ber Tateinifhen Sprache, Bresian 1844; 
Lateinifch-beutiches u. deutſch⸗lateiniſch⸗griechiſches 
Schulwörterbuh, Berl. 1848, 1. Bd.; gab auch 
Ciceros Rebe pro Milone, Bresl. 1838, u. Schlt- 
Ierbibliothel bes griechiſchen u. römifchen Alter⸗ 
thums, Berl. 1846 f., 2 Bbe., heraus. 

Freunde (Geſellſchaft der F.), fo v. w. 
Quãter. 


Freund Sein, ſ. u. Hein. 
—— 2 — Bergarten, Steinarten, welche 
Metallmutter abzugeben pflegen u. vorhanbenes 


anzeigen. 
"Yan liche Infeln, fo v. w. Tonga⸗Archipel. 
ndfchaft, 1) Diegegenfeitige Anbängticteit 


welche Berjonen von übereinſtimmenden Gefinnun- 
gen für einander empfinden u. durch Handlungen, 
welche auf Förberung gegenfeitiger Zufriedenheit u. 
Wohlſeins gerichtet find (Sreundſchaftodienſte, 
Freundfchaftöergeugumgen), bethätigen. Sie gründet 
fich auf das Bedürfniß des Gemüths, mit Andern 
in Gemeinſchaft au leben u. zu wirken, u. fie hat 
einen hohen Werth, indem fie zur ganzen geiftigen 
Entwidelung, zur fittliden Bildung, zur Erhöhung 
ber Lebensfreuden u. zur Milderung ber Leiden 
viel beiträgt. Die F. wird gewöhnlich in der Ju⸗ 
gend gefchloffen ı. erhebt ſich hier wegen bes wär⸗ 
meren ugenbgelühte zu einer Höbe, bie meift 
immer in ben fpäteren Iabren bleibt. Bei der Wahl 
bes Freundes darf nicht bie Gewohnheit bes täg- 
fihen Umgangs, nicht bie Überraſchung u. nicht 
eine gewiſſe Dienftfertigkeit entſcheiden, vielmehr 
bat man ernſt u. befonnen zu beobachten u. auf Die 
Stimme des Herzens zu hören. Ebenſo wichtig ift 
es aber auch, Die wahre Sreunbigaft zu bewahren, 
wofür die chriftliche Sittenlehre eine Menge 
Regeln angibt. 5 beit auch 2) der Umgang 
u. das Zufammenleben mit Perjonen, deren Nei⸗ 

ung auf Einen Zweck gerichtet ift, zu beflen Ver⸗ 
—** blos Selbfuht antreibt, der aber ohne 
Verbindung Mehrerer nicht erreicht werden kann. 
Es bezieht ſich daher auch F. auf Familienverbin⸗ 
dungen, ſofern ein domienintereſſe ein gemein⸗ 
ſchafiliches iſt, eben fo auf geſellige Cirkel für Le⸗ 
bensgenuß aller Art, die daher auch als freundſchaft ⸗ 
licher Cirkel ſich als eine Gemeinſchaft betrachten. 
Ein Freundſchaftsbündnifß ift dann auch ſchon eine 
ſolche, förmlich od. ſtillſchweigend geſchloſſene Über- 
einkunft, in welcher bie Leiſtung gegenſeitiger Hülfe 
u. Unterſtützung bedungen iſt. — Geachtet war die 
5 unter den Völkern bes Altertbums, bei. bei 

riehen u. Germanen. Die großartigften, durch 
Aufopferungsmilligleit der Freunde ausgezeichneten 

sen fommen zumeift in dem Jugendalter ber Na⸗ 
tionen, ben heroijchen Zeiten, vor, wo man ſich zur 
Ausführung von Großthaten vereinigte. In ber 
fpätern Bett ber Philoſophie wurde F. bei den 

riehen auch noch warm empfoblen, namentlich 
in ber Pythagoreiſchen Schule, welche foreihan Fen 
war, daß man ſie Pythagoreiſche F⸗en nannte; 
daher heißt Pythagoras der erſte Geſetzgeber der F.; 
Ariſtoteles widmete ber F. 2 (das 8. u. 9.) Bücher 
der Ethil. Auch unter den Römern wurde F. hoch 
geachtet, u. Cicero ſchrieb ein eigenes Buch De ami- 
citia, jo von ben fpätern Griechen auch Lucian den 
Toxraris, worin er einen Wettftreit zwiſchen einem 
Griechen (Maurfippes) n. einem Styiben (Toraris) 
Dargeftellt, welches Bolt höhere Begriffevon F. habe 
u. jchönere Beiſpiele echter F. aufmweiien könne. Bei 


Freunde: bis Irey 


ben germaniſchen Bolkern wurden F. « 
Tod, baufger zwilchen ganzen 
ſchlofſen, ſ. Biutbrüderfchaften, deren Kl 
ſchon in Griechenland, bef. bei den Ti 
dem Hieros Lochos vorkommen, woran 
henland dann bie Hetärien (f. b.) 
Als allegorifche Göttin galt bie F (lat. 
gr. Philia) ale eine Tochter der Nackt‘ 
bo8 u. wurde bargefiellt mit unverhäl 
neben ihr bie vereinigten Grazien. Ir 
lihen Sittenlehre iſt es zuweilen bezweil 
ob die F. als eine Pflicht bezeichnet we 
da fie im Neuen Teftanıente nicht aus! 
boten wird. Die meiften Moraliften 
aber für eine Pflicht, hauptſächlich weil 
derungsmittel der Sittlichleit überhaup 
Ehriftus felbſt als Vorbild ber ebeifl 
ſchaft erfcheint. Als Beifpiele edler n. | 
aud bon ber Poefie verherrlichter %-e 
Davids u, Jonathans, Die Damons ı 
bie Ludwigs von Baiern u. Friedricht 
reich (f. d. a.) Bgl. Stäublin, Borf 
Lehren von ber Fe wor 1826. 


reundſcha e Pole, ſ. u. Ma 

reundichaftsinfeln, ſo v. w. Ton 

reundſchaftsorden (Orden b 
Freundſchaft, Orden vom golde 
band), vom Kurfürſten Johann Ger 
Sachſen, zum Andenken an einen, ihn 
Kurfürften riedri III. von Brand 
Torgan gemachten Befuch u. Die daſelbf 
Allianz geftiftet. Orbenszeichen: ei 
mit zwei geharnifchten, in einander ge 
Händen u. ber Infchrift: Unis pour ja 
jedem der beiden Höfe erhielten 12 Her 
den. Er gi bald wieder ein. 

Freundskauf, ein Kaufcentract, di 
aus beſonderen freundichaftlichen Verb, 
Verläufer die Sache wiſſentlich um et: 
Preis verkauft, od. der Käufer wiſſe 
hoben Preis für die Sache gibt. 

Freusburg, Markiflecken an der Si 
Altenlirchen des preußiſchen Regie 
Coblenz, Bergſchloß, viele Eiſengruber 

Frevel, willlürliche Handlung, wı 
Recht u. Geſetz, abſichtlich einem Ande 
Staate geſchadet wird. Er ſetzt eine 
Sinn voraus, ber in dem Schaden i 
Seonbeiebigumg findet. 

Frevent, Diarkfleden im Arronbifier 
des franz. Departements Bas de Calais, 
Flachs- u. Mollfpinnerei, Leinweberei 

Frey, 1) Joh. Jak. geb. 1681 in ! 
dete fi zum Kupferftecher, vornebin! 
unter Wefterhouts u. Marattis Anfeitı 
1772. Bon feinen Blättern find bie 
Hieronymus, die Marter Des St. Seh 
nad Dominichiuo, St. Karl Vorremäu 
erwedend, nad Pietro bi Eortona, 8: 
tus, den Tempel bes Janus ſchließend, 
ratti, Bachus u. Ariadne nach Guid 
Jakob der Jüngere, Des Borigen : 
Tas Abendmahl von Leonardo da in 
Dlcopie bes Marco d'Oggiane u. X. 3 
Ludwig, geb. 1682 in Bafel, fluirt 
u. feit 1704 die Orientaliſchen Sprachen 
hielt fih danı eine Zeit lang in Yen 
lehrte 1705 nah Bafel zuräd; 17 


Frey don Schoͤnſtein bis Frever 


n Mlein-Hüningen, 1711 $ 
n Bajel u. fl. 1759. Er gab heraus: 
nonnulla ex commentario inedito 
nis ben Joseph, cum vers. lat., 
Suicers Thesaurus ecclesiasticus, 
2 Bbe., Fol.; Epistolae Clementis, 
Polycarpi atque duorum posterio- 
ria, Baſel 1742. 4) Franz An—⸗ 
. 1763 in Bamberg, war erft Geiftli⸗ 
rte dann bie Rechte, wurte 1795 Pro⸗ 
anoniſchen Rechts in Bamberg, 1798 
; Echöppenftuhle, 1801 Syndikus bei 
Höflihen Bicariate u. apoftolifcher No⸗ 
ehrer der Kirchengeichichte n. des Kir- 
n Lyceum in Bamberg u. R. 1820. Er 
Bon dem Rechte ber Staatsgewalt 
tirchengut, Frankf. 16055 Allgemeine 
Kirchen⸗ u. Kirchenftaatsrecht, Banıb. 
A. Kigingen 1522, Kritiicher Sommen- 
18 Kirchenreht nah Muhl, Bamb. 
3 Bte., 2. Anfl. von 3. Scheill, Kit. 
4 Zble. 5) Marimilian, geb. um 
1635 als baieriſcher Kanzlifl mit dem 
irector Greiner nah Griechenland, 
dann bei ber Entzmeiung ber baierifchen 
velbft zu Armansperg u. wurde Gabi» 
ar als foldher fehr thätig im Staaté⸗ 
in ber Yandescuftur; mit Armans- 
[rufung fiel auch F. u. 1837 veranlaßte 
präfident von Rudhart feine Zurüdbe- 
» Baiern. Er wurbe bierauf in ber 
Kerala angeftellt. 6) Jul., Pfeu- 


.A. Bergk. 

n Säönftein, altadelige®, reichsrit⸗ 
3 Geſchlecht in Steyermarf, feit 1823 
berrnftand erhuben; hermaliger Chef 
Karl, Sohn des 1825 verftorbenen 
ranz Xaver, geb. 1797; er ift penfienir- 
ialrath u. jeit 1849 in zweiter She ver- 
‚malie geb. von Winther. 

Freya (nord. Myth.), fo v. w. Geeia. 
j, ein urjprängli aus Graubündten 
Thon im 9. Jahrh. nach Oberſchwaben 
etes u. bier zur ſchwäbiſchen Reicherit- 
ihltes Geſchlecht, melches ſich ın meh⸗ 
heilte u. jetzt noch in Baiern u. Wärt- 
iſſig it: A) von ber Angelberger 
de ım 14. Jahrh. von Heinrich von F. 
de u. im 16. Qabrb. Die Freiherrn⸗ 
t, blüht noch die Öpfinger Eeitenfinie; 
:nberger Linie (im 13. Jahrh. von 
on %. geftiftet a. genannt nach ben 
nen liegenden Schloſſe Eifenberg im 
güffen), wurde 1644 in den Freiherrn⸗ 
ıu. blüht in 3 Hauptäften (von Wel⸗ 
IImentingen u. Raunau) u. mebreren 
m Almendinger Alte gehörte: 1) Mar. 
b. 1789 in München, murte 1517 Ne 
ı bafelbft, 1824 Vorſteber des Reiche» 
8 Miniſterialrath, 16538 Staatsrarb, 
1 Ditgiied der baieriichen Abgeordne⸗ 
n. führte 1840 interintiftifch das Burte- 
nnern; 1817 trat er ale Vorftand bes 
» zurüd u. Rarbam 21. Januar 1521. 
‚efte Geichichte von Tegernſee, Münch. 
—* aus Venedig, 1823; Über das 
ffentliche Gerichtsverfahreu, Yant-sh. 
‚chte der baieriſchen Laudß Ande, Sulzb. 


or der 


1828 f., 3 Bde.; Grundlinien einer Ge 
baierifchen Sanbfände, Mänd. 1832; € 
dentſcher Rechrsalterthimer, Maing 1828 
Inng bifterifcher Schriften u. Urkunden 
1827—37, 5 Bde.; PBragmatifche Gef 
bairifchen Geſetzgebung u. Staatsverw⸗ 
Marimilian I, 2pı. 18-39, 4 9 
Beiträge zur vaterlänbifchen Gefchichte 
graphie, 1937; äblungen aus ber 

Geſchichte, 1842—44, 2 Bde.; Betrad 
Erhebungen eines katholiſchen (Ehrifte 
ſetzte mit Hormayr Lange Regesta s.Rı 
carum autographa, Bd. 5—12, 1836- 
anßerdem: Dialeriihe Reife im ober 
Münd. 1830; Die Stauffen von Ehre! 


1833, 3 Bde; Die Löwenritter, ebd. 1: 


vellen, ebd. 1828 u. a. 2) Marie EI 
Tochter des Lundichaftsmalers I. Stunz, 
in Strasburg, genoß bei ihrem Vater Ur 
ber Malerei, legte fich aber auf bie Hil 
bereifte zu ihrer künftleriichen Ausbildu 
reih u. Italien, hielt ſich von 1821 bi 
Rom auf, beirathete 1823 den Freiberrn | 
von F., Bruder bes Borigen, in Münch 
Dafelbit 1. Ian. 1847. Werle: in der Le 
giſchen Gallerie eine Heilige Jungfrau 
Kinde u. bie drei rauen am Grabe Chri 

Freycinet (ipr. Fräffinäh), 1) Der 
Gebirg Coveyrau, im Arrondiflement * 
franzöftichen Departements Ardeche; hie 
Krater; 8) Buſen der Haififhbai an ber 
des Auſtraliſchen Continents (Gendra 
durch Die Halbinfel Beron gebildet; 3) 
auf ter DOfttüfte der Infel Vandiemen 
Tasmania (Auftralien); 4) Infel, zum ' 
Ardipel od. Niedrige Infeln gebörig. 

Freycinet (ipr. Fräffinäp), Eharles?ı 

eb. 1779, trat 1794 in die Marime, wı 

hiffefäbnrih, nahm 1800 an ter ( 
u. epumjegelung bes Gapitän Baut 
wurde bier Schifjslientenant m. erhielt 
mando eines Heinen Schiffe. Als dies Sd 
unfähig geworden war, ging F. 1804 w 
Europa, beiehligte dann eine Corvette 
1505—15 die Anfertigung der Karten be 
de France geftorbenen Baubin, vollendete 
Perons über dieſelbe u. wurde 1812 Fr 
plain; unternabm 1817 eine neue Reif 
Auftralgegenden, litt aber an den Malum 
bruch. 1320 febrte er nah Europa zurüd 
in Saulces bei Bienne als Schiffecapisänt. 
ſchreibung feiner Reife, Bar. 1824 f., 8 
to:aniiche Theil von Gaudichod, Bar. 18; 

Freycinetia (F. Gatnd.), Pflanʒ 
aus der Sanıılie ter Panılunene- Eunpaı 
Arten auf Südjeeinieln, Molulten, Oſtin 

Freydank, 1) fo v. w. Freidank; 2) 
beuricher Dichter des 16. Jabrh. lebte zu 
ien in Kärnten; er ſchr.: Abriß ber 
Geſchichte Des A. u. N. T. unter dem T 
Yayen Biblin, mit Holzſchuitten, Yraı 
1596, Pol. 

Freyer, Hieronymus, geb. 1675 zu G 
der Prieguig, ſtuderte jeit 1697 in Dal 
dDifeloft 1699 Yebrer am tüniglichen Pa 
u 1705 Inipector deſſelden; er fi. 174 
nen Schrijien, Die zum Theil 8 bis 12 
er.ebten u. in Schuien fehr viel gebraud 


710 


hören: Fasciculus poematum graecorum;; 
erentiana : Borbereitung zur Univerſalhiſtorie. 
revera (F. —*— flanyengattung ans ber 
amilie ber Umbelliferae-Scandicinae; Art; 
Gresanaı 1) in ien. 
reygeng, 1) Wilhelm von %., geb. 1783 
in Petersburg, trat 1804 ins RN CR ar 
Corps, war bei einer Gefanbtichaft nach Berfien, 
bann in der Moldau u. Waladei, 1807 Gefanbt- 
Ichaftsjecretär in Wien, wurbe 1811 nach Geor⸗ 
en u. 1812 nach Berfien geienbet, wo er die Grund⸗ 
age zum Frieden legte, u. lebte jpäter als ruſſiſcher 
Geheimrath u. Generalconful in Leipzig, Tehrte 
1833 nach Petersburg zurüd u. ging 1834 ale ruf 
fiſcher Conſul nach Benebig; er —* (meiſt franz.): 
Gedanken über die Luftſteine, deutſch, Gött. 1805; 
Lettres sur Alexisbad, Lpʒ. 1830, beutfch 1831; 
die Luffpiele: Doctor Gall anf ber Reife, Bött. 
1805; Genieflreiche, ebb. 1806. 2) Friederike 
von F., geb. von KRoubriaffinsfy, Gemahlin bes 
Borigen, den fie im Sept. 1811 nach Georgien be⸗ 
gleitete. Sie befchrieb dieſe Reife franz, Hamb. 
1816, dentſch von v. Strune, ebd. 1817. 


eyja, |. Freya. 

Pa FAR — Kobann Anaftafins, geb. 
2. Dec. 1670 in Gandersheim, wo fein Vater Kauf⸗ 
mann u. Bürgermeifter war, ftubirte feit 1689 in 
Jena Theologie, vollendete 1692 feine Studien in 

De, wo er mit Aug. H. Francke innige Freund⸗ 
ſchaft ſchloß, wurbe 1695 deſſen Vicar in Glaucha, 
einer Borfiebt von Halle, 1715 Franckes Schwie- 
gerſohn u. defien Adjunet an ber St. Ulrichslirche 
m. Director des Waifenbanfes u. ft. 12. Febr. 1739. 
Er ſchr.: Grunblegung der Theologie (das erfte 
Lehrbuch der Religion Kür Gymnaſien), Halle 1703 
u. ð. (lat. von Griſchow, 1734); Prebigten über 
die Sonn u. Feſttagbepiſteln, ebb. 1728; Bußpre- 
digten, 1734; gab heraus: Geiftreihe® Geſang⸗ 
buch zc., ebd. 1704 u. 1714, 2 Thle,, Auszug 1718, 
neue Ausgabe, ebd. 1741. F. felbft hat viele geift- 
liche Meder gebichtet. Lebensbeichreibung von A. 
H. Niemeyer, Halle 1786; 3. 8. Schulze, Dent- 
mal der Liebe u. Hochachtung für F., ebd. 1784; 8. 
Bafig, Biographiſche Skizze 5-8 in A. Knappe 
Ghriftoterpe 1852, ©. 211 ff. 

Freylinia (F. Benth.), Pflanzengattung aus 
ber Familie Personatae-Gratioleae; Arten: 
F. lanceolata @. Don. u. F. undulata Benth. 

Freyde, Injel an der Weftlüfte von Norwegen, 
Stift Trondhjem, Amt Ramsdal. 

eyr (nord. Myth.), |. Freir. 
edre, 1) (8. d Andrada), Gomez, geb. 1762 
in Wien, wo fein Vater portugiefiiher Gefanbter 
war; diente Anfangs in der portugiefiichen Armee, 
ging dann ın uffiche Dienfte, zeichnete ſich 1789 
ei der Erflürmung Oczacows aus, wurde in beflen 
Folge Oberft, befebligte 1792 — 94 eine portugie⸗ 
fiſche Brigade in Katalonien u. Ronſſillon, wurde 
nah dem Frieden Generallicutenant, trat 1908 in 
franzöfiihe Dienfte, machte ale Divifionsgeneral 
den Ruffiichen Feitzug mit u. war 1513 Comman⸗ 
dant von Dreeten, mo er gefangen genommen 
murde, Nah Portugal zurüdgelehrt, wurde er 
1817 tur den Marichall Beresiorb ale Theil- 
nehmer einer Verſchwörung gegen bie Engländer 
verhaftet u. erichoffen. 2) Dianuel, geb. 1765 
zu Oſuña in Andaluflen, trat früh in bie fpanifche 
Kavallerie, machte ale Lieutenant dem Krieg 1793 


Freyera bie. Freytag 


Bis 05 gegen Frankreich mit, fieg bie 
Iiegtenant, zeichnete fich 1808 ale Obri 
farenregiments aus, bedite uad ber 
Zalavera Cueſtas Rüdzug, wurde Ge 
nete ſich bei Acafa aus m. erhielt 
Armeecorps; vertheibigte Murcia u. 
vertrieb bie Franzofen aus biejen | 
Nach der Schlacht von Salamanca ı 
ber neuen Organiſation ber Armee bat 
n. erhielt eine Divifion, nahm Ende 1 
fer die Höben von Irun u. S. Martia 
ex viel zur Einnahme von &. Gebaflü 
weſentuͤch Antheil an bem Übergang 
daſſoa, an ber Schlacht bei Orthez u. I 
louſe u. wurbe Generallientenant. 18 
er das gegen ben Aufftanb ter Trup 
de Yeon 1820 beftimmte Corps, body t 
felbe faft ganz durch Anſchluß an bie G 
der König bie Konftitution angeno 
ſchloß er. fi derſelben au u. wurb 
fangen geist. Nach der Reftauratien 
er in Zurüdgezogenheit, erflärte fich 1 
belle, wurbe Dlitglieb ber Proceres, £ 
daut ber Garde u. Generalcapitän ; 
fl. 1834. 3) Agoftinhbo JozeF. 
Kae zu Coinıbra, mwurbe bei ber: 
ranzoſen in Portugal 1808 Soldat, 
in ven Schlachten von Albuera, Bitt 
prenäen aus, wurbe 1815 Kapitän, 
utirter von Eftremabura bei be 
fen Cortes, 1822 Vicepräfibent u. 9 
felben, wanberte nad} Deren Sturz 152 
reich u. England aus, fehrte 1826 31 
Major im eralſtab u. fänpfte er 
Abfolutiften. Bon Don Dliguel 182: 
trieben, ging er nach Frankreich u.1 
ayoren zu Don Pedro u. wurde befh 
arineminifter. Unter ibm fanbete 
Armee im Juni bei Oporto; er murt 
Oberftlieutenant, Oberfi, 18534 von 
zum Abgeorbneten bei ben Gortes gı 
Minifter des Innern, fiel aber kei 
Maria ta Gloria in Ungnade u. Iegt 
1835 alle feine Stellen nieder, wu 
1336 wieber angeftellt, mußte aber aı 
ber, wo tie Charte Don Pebros aufge 
wieber abdanten. Am 4. November 
ihn die Königin von Liffakon na T 
wegs wurde er aber von Nationalga: 
ten u. erichoffen. 4) Ramon, war ] 
neur v. Concepcion, 1823—27 mit | 
Dberdirector des Staates Chile, 1. b. 
Oberbefehlshaber ber Truppen, wur 
Prieto bei Maypu u. Camherayoda ge 
nah Peru u. madte von bort eine 
Chilce, ohne großen Erfolg. 
Freytag, 1) Friedrich Gottbe 
in Bforta, ſtudirte in Leipzig Jurispr 
bafelbft Advocat n. fpäter Bürgermeif 
burg, wo er 1776ſt.; er ſchr.: Anale 
de lıbris rarioribus, ?p3. 1751 ; Apı 
rarius, ubi libri partim antiqui. 
recensentur, ebd. 1752—56, 3 Bh 
ten von feltenen u. merfwürbigen Bũ 
1776, u.a. m.; Iberiegte auch Br 
Geſchichte der Manon Leicaut m. 
de Grieux, ebd. 1756; 2) Georg 
Friedrich, geb. 19. September 17 


Frezier bis Friaul 


e 1811 Repeteut in Göttingen, 1813 | 


yülfe in Königsberg, 1915 Brigade 
dirte 1817— 1819 Orientalifche Spra⸗ 
8 u. wurte dann Brofeflor der Orien- 
wachen zu Bonn; er gab heraus: 
historia Ialebi, Bar. 1819; Loc- 
se, Bonn 1823; Lexicon arabico- 
830—37, 4 Bde, Auszug aus bemfel- 
7; Hamäsa, Bonn 1825—52, 2 Bde; 
ber arabifchen Versolunſt, ebd. 1830, u. 
ırestomatlia arab., ebd. 1834; Hebr. 
1835; Arsbum proverbis, Benn 
3 Bte, u.a. 3) Guſtav, geb. 13. 
ı KRreuzburg in Schlefien, ftubirte feit 
slau u. Berlin Philologie, habilitirte 
Breslau für Deutſche Sprade u. Li⸗ 
bte von da mehrere Reifen nach beut- 
ftäbten, bei. um die technifchen Ver⸗ 
beutichen Bühnen Teunen zu lernen; 
miſche Laufbahn auf u. ließ ſich 1845 
s. 1848 in Leipzig ueber, wo er jeht 
y bes Winters zu verweilen pflegt, bes 
bt er gewöhnlich auf einem Landſitge 
po er feit 1854 zum Hofrath u. Vor⸗ 
3096 Ernſt von Gotha ernannt iſt. Er 
osvitlıa poetria, Breslau 1639; In 
el. 1844 (1vriſche Gedichte) ; Kunz von 
». Die Brautfahrt (Luſtſpiel), Bert. 
Balentine (Schaufpiel), Yp3. 1847; 
nar (Schaufpiel), Dresb. 1847 (ge- 
Dramatiiche Werke, Lpz. 1845—50, 
we arme Schneiderfeele (Bofle), Die 
(Lufipiel), 1554; Sol u. Habeu 
33. 1855, 3 Bde. 7. Aufl. 1858; mit 
t rebigirt er feit 1848 bie Grenzboten. 
pr. Fräſieh), Amadée Francois, geb. 
nbert, wurde 1701 Ingenieur, untere 
efehl bes franzöfiichen Hofes Beru u. 
—14), befeftigte St. Malo n. Landau 
zu Breſt 1773. Er ſchr.: Traite sur 
rtifice, Bar. 1747; Voyage Jde la 
I, ebd. 1716 (deutſch, Hauib. 1745); 
pratique de la coupe des pierres 
Strasb. 1769, 3 Bde. 

(F. Ste.), Pflanzengattung, nad 
anut, Familie ber Ternströnmiacese- 
iene, 13. Klaffe 1. Ordnung L.; 
ınescens, F. chrysophylla. F. ner- 
ıculata, F. sericen, (höne Bäume 


en ıc. 
iv. fr.), zerreiblich; daher Sriabirttät, 
t. 


fr. ſpr. Friang), Ledermaul; daher 
daſchwerk u. Leckereien, beſ. Italiener⸗ 
e Handel mit ihnen Friandhandel. 

pr. Friaug), Graf Fouis, geb. 1758 in 
incourt im Eommebdepartement, trat, 
in die Garde, wurde bald Inftructions- 
ı 1787 den Abidhieb, war aber 1792 
ataillonschef Lei der Barifer Rational- 
bei den Gefechten ber Diofelarnıee, 
Jourdan an ter Sambre, focht bei 
irus unter Yefchre, dann unter Cham⸗ 
als Brigadegeneral zu Kieber, befeh⸗ 
reifen bei Maſtricht, ſtaud 1795 un» 
or Luyemburg u. dann 1796 unter 
ceau u. Bernadotte, dem er nach Ita⸗ 
alf unter Deſaix Dialta erobern, war 


in Wgypten thätig, wurde Divifleuegeneral u 
bieft von Kleber bie Verwaltung von Ba 
Alegantrien u. Roſette übertragen. Nach fı 
Rudtehr.uuch Frankreich wurde er Generalin 
tor ber Infanterie; 1604 war er in Bouloyme, I 
1805 in Ofterreih u. Mähren, focht bei Auſte 
Jena u. Eylau, Edmühl m Wagram, wurl 
ten Grafenſtanb erboben, befebligte 1812 w 
eine Divifion u. focht bei Borobino, wo er 
wunbet wurbe. Als Oberft Ler Greiabiere 
fehligte er mim die Grenabiere Ler Garte, wa 
Dresden, Yeipig, Hanau u. 1814 überall ir 
Häbe des Kailerd u. 1615 bei Waterlvo. Een 
2. Refinuration außer Dieuſt fl. er 1529 auf 
nem Laubgute Ouillonet bei Deulun. 

ias, Stadt am Ebro, iu ber ſpauiſchen 


vi en s: 2000 En 
m urgus; % 


iad, Don Bernardin Fernandez be Bel 
Marqueſe de Billena, Graf ve Haro, vou Oro 
Herzug von $., geb. 1783 in Madrib, wurde | 
teuant iu der Gurde, niuchte als foldber beu $ 
in Portugal 1801 mit, wurde 1504 Caupitüu 
den Drayouern u. wohnte beim Zuge Innots 
nad Portugal bei, wurde 1808 von ben Frauz 
gefungen, entflob, war bey Baylen Abjutant 
General Euflanos, dann Obrifilientenunt u. O 
u. zeichnete ſich mehrfach während bes Unab 
gigleitolrieges cus, wer 1812—1820 Kanınıer 
bet Ferdinaud VII., nuch ber Revulutien von ! 
Leon Gefandter in Englanbd, 1621 Minifte 
wurbe 1923 nah ter Keftaurutich 15 Weiler 
Usutreis von Madrid verwieien ; 1827 erhiel 
bie Grlaubniß zur Rüdtebr, ergriff 1833 die € 
ter Königin Chriftine wit Eifer, war 1634 
1836 Geſandter in Frunkreich u. fHluß bier die L 
trupelaliung. 1837 von wiehreren Pruvinzen 
Smatsinitglied gewählt, nahm er bie Beru 
von Leon an, wurde 1838 Diinifterpräfiveit, | 
uber biefe Stelle 1839, bei Abbaukung ber Kön 
wieber nieber. 

Friaul, 1) eheinalige Laubſchaft im üfterr: 
ſchen Kronland Veuebig, bie jetgige Provinz Ui 
19 SM., 430, 000 Ew., in 16 Diftricte vertl 

reizt un bie venetianiſchen Provinzen Bell 
Treviſo n. Benedig, an das Adriatiſche Meer 
Grafſchaft Görz, Kärnten u. Tyrol, im Nord 
Oſten von Zweigen ber Juliſchen u. Karni 
Alpen, welche bie Gebirgapuffe von Chiuſa bi 
zone, Tolinein (Tulmino) u. bie Flitſcher K 
bilten, turchiihuitten, während inı $. eine v 
tbe.1® fruchtbare, theils ſandige u. an der Küſte 
funıpfige Ebene ſich ausdehnt. Huuptflüffe 
Tagliamento u. Livenza (Meduna). Das 

iſt fruchtbar an Getreide, Obſt, Wein, Miner 
u. Heilquellen u. hat beträchtliche Biehzucht. 
Bewobner werben Surlauer FR u. 

Jtaliener, aber von eigenthünilichem Charult 


reden einen eigenen Dialelt. Durch bie Pre 
gebt Die Eiſenbahn ven Trieft nad) Benenig. 
. nach der alten Stabt Forum Julii ben: 


theikte in ben alten Zeiten vas Schidjal ter n 
italienifchen ®renzlunder; Anfangs von celti 
Völkern bewohnt, wurde es nachher Tömife 
bei der Wöllerwanterung ließen ſich Germ 
bier nieter. Hier fetten Die Longobarben 
dein Eindringen in Italien zuerft einen ihrer 
zöge ein, u. 4 umfaßte damals da® Laud zw 
dem Tagliauiento (nad Anderen ben Fluſ 


712 


Fink Formio (Rifano). Im der fränkiſchen Zeit, 
wo 8. in eine Mark verwandelt wurde, kamen 
noch im Often Iftrien u. in Weften mehrere Städte 
diefleit der Piave dazu. Hauptftabt war Civitas 
Austrise, dad alte Forum Julium. Der erfte 
Herzog, vom König Alboin eingefeht, war deſſen 
Nefte Grafulf J. 568—588 (590); unter feinem 
Nachfelger Giſulf braden 611 die Avaren ans 
Bannonien in F. ein, er felbft blieb; feine Gemah⸗ 
lin Romilba ergab fih dem Khane der Avaren, der 
fie aber nachher ermorben ließ. Gifulfe Nachfolger 
wurbe fein Bruder Grajulf ale Vormund Air 
feine Neffen Tafſo, Cacco, Raboald u. Grimoald, 
die fih vor den Avaren mit ihrer Mutter gerettet 
batten ; von biefen traten Taffo u. Cacco die Re- 
gierung 621 an; aber weil fie von ben longo- 
bardiſchen Köuigen fih unabhängig zu maden 
ſuchten, Tieß fie ber König Aribald durch ben 
Erarchen Iſaak in Ravenna ermorben u. ernannte 
635 Graſulf II. zum Herzog, der bis 651 re- 
gierte; ihm folgte A330; auf diefen um 663 Welf 
(Lupus), der in der Abmefenheit des Königs Gri- 
moald fi von bem Iongobarbifchen Einfluß be- 
freite. Grimoald rief gegen ihn die Avaren zu 
Hilfe, gegen welche Welf 666 fiel. Statt Welfs 
Sohn Warnefried wählte ber König den Vecta⸗ 
ris zum Herzog, emen eblen Vicentiner, ber rühm- 
lid bis 678 regierte. Deſſen Nachfolger waren 
!aubarisu.Rodoald, welcher fetstere 694 (695) 
abgejett wurde, worauf ber König Kunibert den 
Ligurier Ferdulf zum Herzog erhob; biefer fiel 
705 gegen die Slawen, bie er in Das Land gerufen 
hatte, um mit ihrer Nieberlage feinen Helbenmuth 
darzuthun. Sein Nachfolger Corvul jaß 706 nur 
turze Zeit auf dem Throne, denn König Aribert, 
den er beleidigt hatte, ließ ihn blenden u. jette an 
feine Stelle ven tapfern Pemmo, ber lange Krieg 
gegen bie Slawen führte. Weil er aber ben Patri⸗ 
archen von Aquileja, Calliſtus, wegen eines Ge⸗ 
waltftreich® einterferu ließ, fo fette ihn König 
!uitprand ab (737) u. gab tie Herzogsmilrde Pem⸗ 
mos Sohn Ratchis. Als diefer 7441 König wurde, 
folgte ihm 745 in F. fein Bruder Aifult u. 749 
teilen Schwager St. Anfelmus, u. als dieſer, 
ein Freund Karla des Großen, vom König Defibe- 
rius verdrängt worben u. 751 in® Klofter gegangen 
war, fo wurde ein ebler Rongobard, Peter, Her- 
zog. Ihm folgte Rotgaud; dieſer war Herzog, als 
Karl der Große das Longobardiſche Reich ftürzte, u. 
wurde von dem Kaiſer als folcher beftätigt. Da er 
aber des Adelchis Verſuch, fi wider zum König 
einzuſetzen, 776 unterftütte, 309 Karl wider ihn; 
Rotgaud blieb in einer Schlacht u. mit ihm endi- 
gen die longobarbiihen Herzöge in F. 

Karl ber Große jettte nun den Franfen Marlar 
als Herzog ein, u. da dieſer zugleich tie Mark Trevifo 
mit zu bewachen erhielt, jo hießen bie Herzöge von 
5. von da an auch Markgrafen von Trevifo. 
Sein Nachfolger Hunrot I blieb 799 in ber 
Schlacht bei Terſacz gegen die Hunnen, mit denen 
er an 8 Jahre Krieg geführt hatte. Abm folgte bis 
19 Cadalcal(Cadolaus),tanı Bald erich, 
welcher Nieterpannonien u. Kärnten an der Save 
mit F. verband. Doch da 827 tie Bulgaren in ber 
Mark große Unordnung anrichieten, ourte Balderich 
abgeſetzt, u die große Markin 4 Grafſchaften: Kärn⸗ 
ten, Niederungaru, F. u. Sfirien, Krain u. Libur⸗ 


Friaul bis Fricaſſee 
Ben). den Noriſchen u. Juliſchen Alpen u. ben | 
5 


nien getheilt; bie Statthalter führten mn. 
Zitel Graf, bald Markgraf, bald Herjeg 
Eberhard, Schmaner bes Kailert Loth 
ber 868 (869) fi. ; fein Sohn Hunrot Lu 
874, worauf ihm fein Bruter Berengı 
biefer wurde 8838 König von Italien, 
währte ihm in feinen langen, unglüdlicen 
gegen Amulf von Kärnten u. Gnite ı 
leto einen fihern Zufluchtsort. Als ihn 
Arnulf ans Stalien vertrieben balte, ſi 
Walfred als Markgrafen von $. ein, 
aber ſchon 896 u. als Berengar 597 Ital 
eroberte, fette er Grimoald ale Marl; 
F. ein. Da unter ben ſächſiſchen Kaiſern aı 
von F. getrennt murbe u. bie Diarkgrafe 
fidenzen mechfelten, fo belamen fie ibre 9 
biefen Städten, fo bie Markgrafen von B 
Agnileja, von Trevilo 2c., F. ſank zu e 
ihaft herab u. blieb Reichſslebn, bie 1: 
Konrad II. diefeibe dem Markgrafen ver 
Poppo, fhentte, deſſen Nachfolger fie bi 
faßen, wo die Venetianer %. eroberten m 
Kaifer Marimilian I. eroberte es zwar ] 
nahmen es die PVenetianer 1515 mie 
öfterreihifhe F. (tie Grafſchaft 
Gradisca) war fchon früber an IR 
langt, indem tie Grafen von Görz, bei 
bem Mittelalter gebörte, ausgeftorben w 
venetianifche %. blieb, bie 1797 ke 
kam dann mit diefem an Oſterreich, 1% 
Königreich Italien, von bem es mit ein 
des öſterreichiſchen F. das Departement 
(53 OM., 290,000 Ew. Hauptftaht Uri 
1809 fam der übrige Theil bes äfterre 
ben illyxiſchen Provinzen. Beide kamen 
ber an Ofterreich, befien Kaifer den Zit 
309 u. das Mappen (einen gefrönter 
blauem Felde) von F. fiihrt. Ein Theil 
bört jetzt u Illyrien. 
riaul, Herzog von $., ſ. Duroc. 
iburgo, dentſche Colonie in der 
ſchen Provinz Rio Grande do Sul (S 
urſprünglich von Schweizern gegründet 

Fribus (Frübns, Frühbuß), St 
zirk Neudeck bes Kreiſes Eger (Böbme 
liges Zinn-, jetzt Braunſteinbergwerk, £ 
pelei; 1400 Ew. 

Fricandeau (fr., ſpr. Frikangdoh, Ki 
Frikandong), man häutet eine Kalboekeu 
det mehrere Stüde heraus, klopft viel 
fein u. bratet fie mit Butter in einem C 
braun. Zu der Sauce kommt Gewürz, fe 
ausgemwäflerte Sarbellen u. Citronenich 


Fricandelle (fr.), Buttergebadhnes 
fleiſch Semmel, Sped u. dgl., ıneift in 
ner Würſte. 

Fricaſſee (ir.), 1) gedämpftes Fieiic 
Kalbfleiſch, Hühnern, Tauben, wobei 
mit etwas Salz u. ein Paar Zwiebel: 
gekocht, heransgenommen u. in firiſch 
gelegt wird, dann läßt man es darine 
ſchneidet es in beliebige Stüden, tie 
geſchmort, dann mir Fleiſchbrübe n. & 
gedämpft werden. Die Dampibrühe m 
mit einigen Cidottern, etmas Wein, 8 
ed. Cifig abgerührt. Daher Aricafren. £ 
uatiſcher Tauz, eine burleste Banıcıma 


Fricator bis Frietien 


ver_ Leier, verfinnlicht Liebeserklärung, | * Idr.: Beicgreibung bes Münfters zu Ulm, Ulm 
8: 


t, Kampf, Beriöhnung. 
br, fo v. w. Mops. 
68, Rai, geb. 1779, trat 1800 in ben 
3 taatsbienft u. wurde 1806 Afleffor. 
Schlacht bei Jena trat er in Königeberg 
aant in die Armee, ging nad Danzig, 
ie Verteidigung von Fahrwaſſer über. 
irde, u. flüchtete nach ber Sapitulation 
ig nach Pillau. Nah dem Abichluß bes 
xiebens verließ er den Militärbienft u. 
erlanbesgerichtsrath in Königeberg. Im 
813 trat er zum zweiten Male in Die Ar» 
e Major im 1. oſtpreußiſchen Landwehr⸗ 
focht bei Dennewit u. eroberte am 19. 
as Srimmaifhe Thor zu einig Nach 
Gt bei Leipzig wurbe er nach Lftfriee- 
en, um bort ein Regiment zu organi- 
u Befehl deſſelben zu iibernebmen ; focht 
wurde bald Darauf Oberftlieutenant u. 
em Einzuge in Paris im Generalftabe 
Rah dem Frieden ber Ablöjungscom- 
B Rath beigegeben, fungirte er 1819 in 
ganifirten rheinischen Reviſions⸗ u. Cal» 
», erbielt 1830 feine ebrenvolle Entlaf- 
bem Militärbienfte n. ft. ven 7. Novem- 
n Berlin. Er ſchr.: Geſchichte der Blo⸗ 
Rüftrin 1813 u. 1814, 1854; Gejchichte 
nungen u. Belagerungen Danzige, 1354; 
bes Kriege in ben Sabre 1813 u. 14, u. 
Bände einer preußiihen Militärgeſet⸗ 
u. eines preußiihen Militärſtrafrechto. 
1) 3obann, geb. 1634, fludirte jeit 
trasburg u. Tübingen Theologie, wurde 
eflor ber Logik in Ulm, 1666 ‘Pfarrer ın 
ı, 1668 Dielonus in Ulm, ſpäter Pre⸗ 
Künfter bajelbft., mo er aud 1689 ſt.; 
srtbüümer Jacob Böhmes aus deſſen eig⸗ 
ten n ber Bibel widerlegt, Ulın 1680, 
129; Philoſophiſch⸗theologiſche Bedenlen 
mieten nebſt gründlicher Erweiſung, daß 
ten der Strafe u. göttliche Vorzeichen 
1681, 2. Aufl. 1687; Grüundliche Aus- 
arum bie evangelilch-Tutheriiche Lehre ber 
a a. römijch-fatboliiehen vorzuziehen fei; 
2) Johann, Sohn bes Borigen, geb. 
fm, findirte feit 1660 in Leipzig Theo⸗ 
a8 dann daſelbſt Collegia; 1698 wurde 
stonus in Ilmenau, 1699 Blarrer in 
01 Buebiger am Dlünfter zu Ulm, 1712 
yer Theologie u. 1728 Senior bed geifl« 
sifleriums u. Scholarch, er fl. 1739 n. 
6 bie Geptuaginta u. das N. T., Ip}. 
terpretationes in Morhotii Polyhi- 
ros IV posteriorcs, ebd. 1699; Biblin 
germanica, Ulm 1712, n. 9. ebd. 
we große dentſche Ulmer Bibel, ebd. 1714, 
cura ecclesine veteris circn canonem 
srne. ebd. 1728; außerdem verfaßte F. 
Schriften aus Anlaß eines tbeologiichen 
in ben er mit bem helmſtädter Profeſſor 
icius geratben war. 8) Glias, Bruter 
ent, geb. 1673 in Ulm, ſtudirte jeit 1693 
u. Jena Theologie, murde 1704 Pfarrer 
en, 1708 in Bermaringen, 1712 Pre⸗ 
ünfer zu Ulm, 1729 Gymuaſialpro⸗ 
‚ 1739 Senior bes geiftlihen Miniſte⸗ 
cholaxch n. Yrotebiblisihelar u. R. 1751; 


213 


5. Aufl. ebb. 1777; Lehre vom heiligen 
Abendinahl, ebd. 1725; Ulmifche Kirchenorbnung, 
ebd. 1740; er gab aud heraus: V. L. v. Secken⸗ 
borfs Hiſtorie des Lutherihume, Lpz. 1714, u. mit 
feinem Bruber: Schilters Thesaurus antiqui- 
tatum Teutonicaram, Ulm 1728, 3 Bde. Fol. 
Frickard (rider), geb. um 1429 in Brugg 
im Yargau, wurde 1469 Stabtichreiber in Bern; 
als bernerſcher Geſaudter war er 1476 auf bem 
Großen Tage zu Freiburg in der Schweiz wegen 
ber Kriedensunterhandlungen mit Savoyen u. &enf, 
1498 auf dem Reichetage in Freiburg im Breiegan 
der Streitigleiten nıit Marimilian 1. halber, 1499 
auf bem Friedenscongreſſe in Baiel, auf bem ber 
Sitpabentrieg beenbigt wurde; 1496 wurde er in 
ben Rath in Vern aufgenomnen, 1532 quiefcirt 
u. ft. 1519 in Brugg. fhr.: Belchreibung bes 
Zmwingberrenftreite® im Jahre 1470 (zuerft in ber 
Helvetiſchen Bibliothek, Zürih 1735, 3. Stüd), 
n. A. von Sinanuel von Robt, Bern 1837. 

ride, (Joh. Karl Beorg), geb. 1790 zu Braun» 
ſchweig, fludirte in Göttingen u. Derlin Medicin, 
wurde Vataillonsarzt bei der Hanſeatiſchen Legion 
u. machte 1814 Den Keine mit; nachbem er bier» 
auf kurze Zeit ale Oberflabsarzt in braunſchwei⸗ 

iſchen Dienften thätig geweſen war, ging er ale 

rzt nach Hamburg; 1841 reifte er nah Stalien u. 
ft. Ende deſſelben Jahres zu Neapel. Er ſchr.: Be⸗ 
richt Über eine Meile nah Holland ꝛc., Hanıb. 
1826. (Holländisch Amfterb. 1827, franzöftich Bar. 
1825); Annalen ber chirurgifchen Abtheilnng bes 
allgemeinen Krankenhauſes zu Hamburg, Hamb. 
1628 u. 1833; Die Bildung neuer Augenlider, 
ebd. 1829 ; Geſchichtliche Darſiellung des Ausbrucht 
der Afiatifchen Cholera in Hamburg, ebd. 1831. 

Frickenhauſen, Martifleden am Main, im 
Landgericht Ochfenfurt des baieriichen Kreifes Un⸗ 
teriranlen; Obſt⸗ u. Weinbuu, 1100 Em. 

Frickenhofen, württembergiſches Pfarrborf im 
Dberanite Gaildorf bes wüurtlembergiſchen Jaxrt⸗ 
treijes, 190 Einw. 

Frickthal, Thal nach den Dörfern Uber- u. 
Unter-$rid, jet in den Bezirk Yauffenburg bes 
ſchweizeriſchen Canton Aarau, im ehemaligen Breit 
gas, hatte 55 AM. u 19,500 Ew., theilte fich im 
die Landichaften Möhlibach, $: u. bie Derridaft 
taujenburg; war fehr alte efipung des Haufes 
Habsburg, bis 1802 dflerreihifh, fam aber im 
Frieden von Luneville an den Kanton Aarau. Vgl. 
M. Lug, Das vorderöſterreichiſche F. in bifiorifi$ 
topographiſcher Hinficht, Baf. 1801. 

Frietion (v. lat.), Reibung, der Wider 
land, welchen fefte Körper bei Kae auf ob. 
gegen einander leiften. Sie berubt grö tentheils 
anf ber Ungleichheit der Oberfläche ber Körper, 
indem bie hervorragenden Theile bes einen in 
die Nertiefungen des andern ſich einienten u. dann 
eutweder Die Erhabenheiten ber Mafle ihres Kör⸗ 
pers abgeriſſen werben müffen, ober ber eine Höre 
per über die Unebenbeiten des andern en fi 
hoben merben muß. Wo folche Erhabenheiten ficht» 
lich wahruchnibar find, nennt man ben Körper 
vaub; aber auch ber glatteſte Körper if dies nur 
relativ ın. nur weniger raub. Ohne F. würte and 
bei ber geringiten Senknng einer geraden Flache 
ein Darauf liegeuder feiter Körper eben jo afgleitem, 
ala trapfbar filifige Körper abflichen. Man une 


714 


ſcheitet nach ter Bewegung gleitende u. rollende 
od. wälzende F. A, Die gleitende F. tritt ba 
auf, wo der bewegte Körper parallel zu der Unter- 
lage über diejelLe hinweggeſchoben wird. Hierbei 
ift wieder eine F. der Rube u. F. der Bewegung zu 
unterfcheiden. a) Für die. der Ru he ift die Größe 
ber Kraft ein Maß, welche erforderlich ift, um den 
rubenben Körper auf horizontaler Unterlage in Ber 
wegung zu verfegen; für die lettere, um ihn im 
gleihmiäßiger Bewegung zu erhalten. Um. bie 

leitende F. ber Ruhe von Eichenholz auf Eichen- 
Bots zu unterfuchen, legt man auf ein horizontales 
eichnes Bret einen platten eichnen Klotz, an welchen 
eine über eine Rolle geführte Schnur mit einer 
Wagſchale fich befindet. Je ſchwerer der an ift, 
befio mehr Gerichte muß man auf bie Wag⸗ 
ſchale legen, um ihn in Bewegung zu feen ; allein 
das Verhältniß zwiichen biefen Gewichten u. dem 
Gewichte bes Klotzes wird ein unveränderlides 
fein, u. man nennt e8 ben Reibungscoeffici- 
enten (Brictionscoeffictenten) für Eichen auf Eichen. 
Er beträgt bei paralleler Yage ber Holzfafer 0,218, 
bei gekreuzter Lage 0,273. Für Eifen auf Eijen ift 
er 0,877, für Eiſen auf Kupfer 0,170, für Kiefern 
auf Kiefern 0,562. Die Größe ber reibenden Fläche 
ift, in fo fern man dabei von ber immer nur jebr 
unbebentenden Adbäfion abfieht, ohne Einfluß, jo 
daß, wenn berfeibe Eichenklotg Seitenflächen von 
ungleicher Größe bat, ein gleiches Gemicht zur 
Ueberwinbung der Reibung erforderlich ift, auf wel⸗ 
her Seite auch ber Klotz aufliegen möge. liber- 
dieß bat fich gezeigt, ba die Reibung ber Ruhe mit 
ber Dauer ber Berührung im Allgemeinen wächſt, 
nad) gewiffer Zeit aber einen höchſten Werth er- 
langt. Dieier Werth wird bei Metall auf Dietall 
faſt augenblidlich, bei de auf Holz nach einigen 
“ Minuten, bei Holz auf Metall erft nach einigen 
Tagen erreiht. p Die 5.der Bewegung ift bei 
Hölzern etwas Heiner ale die F. ber Ruhe, bei den 
Metallen bagegen ebenfo groß. Sie ift, jo lange 
fi Die Körper ohne Schmiere übereinander beme- 

en, von der Größe ber Geſchwindigkeit unab- 
Bängig; unter Anwendung von Schmiere fommt 
allerdings die Adhäſion mit in Betracht, u. dann 
wächſt die F. mit der Geſchwindigkeit. leitende 
5 findet unter andern andy bei der Drehung von 

apfen in ihren Pfannen, von Wagenachien inibren 
Unterlagen flatt. Sie läßt fich weſentlich vermin- 
dern, indem man durch eine zwedmäßige Schmiere 
Die Unebenheiten ber ſich berührenben Körper aus⸗ 
fünt; für Metall it OT, für Hölzer Talg das beſte 
Schmiermittel. BB Wälzende%. findet dann ftatt, 
wenn ein cylindrifcher od. fugelförmiger Körper iiber 
bie Unterlage hinwegrollt. Da hierbei Der jchmere 
Körper nicht um bie ganze Höhe der Unebenheiten 
gehoben werben muß, fonbern er ſich vielmehr um 
die Spitzen berjelben brebt u. dabei ber Schwer⸗ 


punft bes bemegten Körpers nur jehr wenig fteigt,. 


u. zwar um fo weniger, je größer ber Halbmeſſer 
bes fi wälzenden Körpers ift, jo ift die wälzende 
8. immer weit Heiner als bie gleitenbe, überhaupt 
aber dem Halbmefier des rollenden Körpers umge- 
fehrt proportional, überdieß wie bei ber gleitenben 
Laft deſſetben birect proportional. Legt man eine 
zu bewegende Laſt in cinen Wagen, fo ift die wäl⸗ 
zeude F. am Umfange ber Räder fo gering, daß fie 
bei Berehnungen faft vernachläffigt werden kann; 
es kommt dann nur bie gleitende F. in Betracht, 


Frietion bie Friderieia 


welche die Achſen der Räber in ihrem La 
u. dieſe kann durch Anuwendung von 
Glättung der Oberflächen ungemein 
werden. Auch iſt dann ber Wiberſtan 
auf dem kurzen Wege bes Umfango der! 
winden, während bie Laſt um eine ( 
dem Umfange des Wagenrates fertg 
Soll, wie bei manchen phufitalifchen X 
Reibung bes Zapfens im Zapfenlager 
vermindert werben, fo bedient man 
tionsrollen. Man legt nämlich bie Ad 
nicht in ein fefte® Lager, fonbern auf j 
theilweife übereinander greifente X 
durch die Umdrehung des Rades ſelbf 
verſeyt werben, fo baß bie F. auf tie « 
diefer Rollen ſtattfindende zurüdgefii 
Bolllommenfte in Betreff der uͤberri 
bat aber Repſold an Beſſelé Penbı 
leiftet. Ein Stahlcylinder füllt fehr 
Hillie von Glodenmetall aus, welche, 
Eplinber ein wenig gehoben mirb, vo 
bicht verihloffen werben fann, fo da 
Eplinber ohne wirkliche Berührung ber 
auf ben comprimirten Lufttheilchen 
ift nicht bloß ale ein Hinderniß de 
ſchädlich, fie ft in ungleich höherem @ 
Dbne fie würben alle Körper bei b 
Neigung ber Unterlage berabgleiten, 
nicht geben u. ftehen Tönen, würde 
Händen entgleiten, wie ein Aal . 
foınmt bie F. beim Gebraud ter La 
Anwendung, bean ba bier bie Kra 
Directe Sugtraft ift, fondern nur ı 
bung der Räder bewirkt, jo kommt 
an, daß bie gleitende F., welche 
fen ber Treibräber auf den Schier 
würde, größer ift als bie Summe ber 
welche beim Kortrollen bes übrigen 
zu überwinden find. Daber muß te 
cin bedeutendes Gewicht gegeben m 
miülffen nicht allein ftärlere, ſondern« 
Pocomotiven angewendet werben, wen 
rer Zug gezogen, oder eine größere S 
wunden werben fol. Sine andere Ar 
. ift das Bremsdynamometer cr. 
Zaun, welcher Dazu dient, um bie! 
Maſchine zu befimmen. Die F. ma 
als Wärme erzeugenbes Princip mid 
Erzeugung der Elektricität, in organi 
aber zu Erhöhung der Tebensthätigte 
bef. in thieriſhen Organiamen an C 
Senfikilität u. Irritabilität, meebal 
Krantheits- u. Schwächezuſtänden ei 
famften Erregungsmittel ift (1. Reibe: 
fitatifhen Gelege ber F. find keionte 
lonıb u. von Morin fubirt morden: 
defien fie fich bebienten, heißt Tribe: 
tiondmefler, Frietionsmaſchine). 

Brietiondfeuerzcug, jo v. m. Sm 
ſ. u. Feuerzeug. 

Frictionsräder (Brictionsicheiben 
u. Maſchinen Heine Scheiben od. Kin 
Beripberie man die Zapfen einer We 
dadurch die Friction zu minbern. 

Frictorium (rõm. Ant.), Gemad 
mo bie Betenden gerieben wurten. 

Beben fo v. w. Friedau. 

ridericia (FE. MMart.), Pflaayen 


Fridericia bie Friedberg 
| fetöR in ber Landſchaft Tüchtiges leiſtete, ging 


tBignoniaceae-Eccremocarpeas, 
Orb. L.; Arten: F. Guilielma, 
in Braftlien. 
ı (Briedrihsohbbe), Stadt im 
9 daniſchen Stifte Ribe, am Anfang 
Belts; ſchwache Feſtung, Zollfätte, 
baut Tabak; 4100 Ew. Leberfahrt 
erbaut durch Friebrich III. feit 1650 
befefligt, wurbe vor Vollendung 
57 bur 
Sturm genommen; bie gefchleiften 
n er 1709 m. 1710 in vollen Ber- 
Rand verjettt werden. Am 3. Mai 
sah ber Schlacht von Schleswig bie 
Sruppen in J ein u. beſtanden am 
. einen Artillerielampf gegen 6 dä⸗ 
enboste. Später mwieber in bäni- 
jelangt, wurbe F. durch bie ſchles⸗ 
he Armee nah den glüdlichen Ge⸗ 
mb88 u. Taulowlirde am 8. Mai 
loffen u. die Belagerung begonnen. 


— unternahmen am 6. Juli 
Husfall u. udthigten bie ſchleswig⸗ 


rmee nach langem biutigem Kampfe 
änae authenticae, ſ. n. Corpus 
ıs (lat), latinifirtee Name für 


‚ 1) gothifcher König u. Heid aus ber 
Furſt der Therwinger, |. Gothen. 

‚, Königin der Marlomannen; zum 
— ſchicte fie Geſchenle an bie 
ai u. bat den St. her fe 
n. Dieſer ſchrieb einen Brief in ber 
Retehismus an fie u. ermahnte fie, 
{ zu überreben, mit ben Römern 
alten. Gie bewirkte biejes u. kam 
tailandb, fand jedoch St. Ambrofius 


t, Stabt an der Donau im Oberamte 
es wärttembergiihen Schwarzwald» 
Ew. Dabei die v. Enzbergiiche Burg 
. (vormals Hohenberg) machte ſich als 
telafter berühmt u. hatte jeine eigenen 
8 1444 an Württemberg fam. 
Bridien), 3 däniſche Könige aus ber 
Skioldungr, der Sagenzeit angebörig, 
xt (Geld). 

‚1)fo v. w. Friedrich. 2) St. 2 
m unter König Chlodwig I. od. II., 
. 1. Jahrh., als Apoftel aus Schott 
allien, wo er angeblich in Poitiere 
ter des St. Hilarius wurbe, ging 
ufrafien, ſoll auch nah Rhätien u. 
— fein u. in Glarus einen 
At haben, weshalb er Patron des 
ur iſt u. im beflen Wappen ficht, 
ann am Rhein, wo er auf einer 
oiſchen — u. Rheinfelden ein 
zu Ehren des St. Hilarius ftiftete, 
fpäter das Rheinftiit Sädingen ent- 
5 6. Novbr. in unbelanntem Jahr. 
einrich Jalob, geb. 1502 in Landau, 
ıchener Alabemie unter Langer, jpäter 
ius zum Maler gebildet, wählte das 
& zum Sauptgebiete feiner Schöpfun- 
‚ er au im Portrait, im Genre u. 


ein fchwebifches Heer unter | & 





219 


1834 nad Rom u. von bort nach Neapel, lehrte 
1837 in feine Heimath zurüd u. fießelte 1542 nach 
München über. Ben feinen zahlreichen Bildern, 
welche fich ſchnell Die Gunſt der Kunftfreunte er- 
worben, find zu nennen: Ritter Zoggenburg; ein 
verwundeter Ritter von einem Knappen gepflegt; 
eine Jagdgeſellſchaft vor dem Schloſſe Zriiele; 
a dien Hohenſchwangau; Kloflergang von 8. 
ioloſtica 


Friedau, 1) Schloß u. Dorf im Bezirk St. 
Polten des Kreifes Ofterreich unter ber Enns; Kate 
tunfabrit, Eifenwaarenfabrif, Eiſenhũtte, Kupfer⸗ 
hammer; 2) Stabt an ber Drau im fieyeriichen 
Kreile Marburg; 750 Ew. 
Friedberg, 1) Stabt am Schlippenbach im Be- 
zirk Freiwaldau (öflerreihiih Echlefien), wit 
Schloß, Flahebau, Spinnerei; 930 Ew. Am 24. 
Juni 1848 u. 7. Auguft 1856 Beuersbrünfte. 2) 
Stadt an der Pinla im Kreife Gray (Steyermarf); 
Glashütte; 700 Ew.; 3) (Frimburt), Stabt 
an der Moldau, im Bezirk Hchenfurt des Kreifes 
Budweis (Böhmen) ; Yinnenfabrilation;, 950 Ew.; 
4) (Briebberg-@eer), früher gräflich Truchſeſſiſches, 
feit 1786 fürftlih Thurn- u. Taxiſches Amt u. 
Stanbesherrichaft in Oberamt Saulgau bes würt⸗ 
tembergiichen Donaufreiles; 3 OM., 3900 Ew.; 
vergrößert 1802; die Hauptftatt Scheer bat jebt 
1050 Ew. 5) — im baieriſchen Kreiſe 
Oberbaiern; 64 QM., 18,500 Ew.; rechte vom 
Lech; 6) Hauptſtadt darin, an der Ah; Schloß, 
Uhrmacherei, Baubmweberei, Hopfenbau; 2100 Ew.; 
bier im Gramzöfiligen Nevolutionstrieg 1796 Ge⸗ 
ſecht zwiſchen den Oſſerreichern unter Latour n. den 
Frangoſen unter Morcau. 7) Kreis in ber großher⸗ 
Joglich beifiihen Provinz, Oberheſſen; 40,000 Ew.; 
8) Kreisfiabt barin, in ber Wetterau, an dem Us⸗ 
bad), beitebt aus ber eigentlihen Stabt mit ber 
Ujer-Borftabt u. ber Burg (Burgfriebberg), 
weſche bi® 1837 ymwei beiondere Gemeinheiten 
bildeten; ehemaliges Burggraviat, jet großher- 
zogliches Schloß; evangeliiches Prediger. u. Schul⸗ 
lehrerjeminarium, Taubftummenanftalt (für Bro 
teftanten), Blinvenanftalt, mancherlei Gewerbe; 
5200 Ew. — 1217 geſchieht des Burggrafen vom 
. al8 zweiten laijerliden Beamten ber Wetterau 
rwähnung, u. au von Burgniannen u. Bür- 
gern ift Die Rebe. 1226 trat e8 mit 6 anberen 
täbten in einen Bund gegen das Erzftift Mainz, 
a. 1255 in ben großen Rheiniichen Stäbtebund. 
Zwiſchen ber Burg, welche unter 1 Burggraf u. 
12 Br ftand u. die aus 12 Ortichaflen 
befiebende Grafſchaft Kuichen ac. beſaß, u. ber 
Stadt waren oft Streitigkeiten, bie bis in bie 
neuere Zeit faR immer zum Nachtbeil ber letzteren 
fortbasserten. Auch verlor diefe im 14. Jahrh. ihre 
font wichtige Meile an Fraukfurt. Die Stadt F. 
fam 1802 an Heſſen⸗Darmſtadt, bie Burg 1806 
unter heſſiſche Hoheit, wurde aber nebſt ber Graf⸗ 
ſchaft Kaichen erſt 1817 ein integrivender Theil bes 
Broßherzogtgums, Bei F. 1762 Sieg der Frans 
zolen über die alliirte An u. am 10. Juli 1796 
Gefecht zwiſchen den Ofterreihern unter Graf 
Wartensleben u. ben fiegreihen Franzoſen unter 
Jourdan. Bgl. I.Molther, Rudimenta chrono- 
logine imperialis civitatis Fridbergensis (bis 
1634); fr. 8. Mader, Nachrichten von ber kaiſer⸗ 
fichen Raheburg E., 1766—74, 3 Th; Ph. Diele 


716 


fenbach, Beichichte der Stadt u. Burg %. in ber 
Wetterau, Darmft. 1857. 

Friede, 1) Zuftand der Ruhe u. bes Hechts 
zwilgen Staaten, dem Krieg entgegengeleßt. Je⸗ 
der gefchlofiene %. wird auf immer (Ewiger F.) 
angenommen; ein blos auf eine gewiffe Zeit ge⸗ 
Schloffener F. iſ Waffenftillland (Zeit⸗F.). 
Menſchliche Schwächen u. Leidenſchaften u. die ver⸗ 
ſchiedenen Anſichten über verſchiedene Verhältniſſe 
(3. B. Religion, Staatsverfafſungen) haben aber 
bis jetzt leinen wahrhaft ewigen Keen u Stande 
tommen laſſen, u. ſchwerlich ift derſelbe je zu 
hoffen, fo wünſchenswerth er auch zu allen Zeiten 
geihienen hat. Die Idee eines allgemeinen u. ewi⸗ 
gen Friedens, mit ber fich die Politik ebenjo, wie 
tie Poeſie u. Philofophie vielfach befchäftigt Bat, 
ſtoht in der genaueften Berbiubung mit der ethiſchen 
Anficht über ben Krieg. Wie fchon in ber heidni⸗ 
{den Zeit der Krieg als ein zufälliges u. darum 
binmegzuräumendes Übel angejeben murbe, wes⸗ 
halb die griechiſchen u. römifchen Dichter einen un⸗ 
geftörten Kriebenszuftend ale ein Merkmal des 
goldenen Zeitalters binftellen, u. wie bie alttefta- 
wmentliche Poefie das Meffiasreich als eine Zeit 
beichreibt, wo man bie Schwerter in Pflugfchaaren 
1. Die Speere in Sicheln verwandeln merbe, jo hat 
die ältere chriſtliche Kirche (3. B. Tertullian, Cy⸗ 
prian, Origenes u. X.) mit Rigorifität jeden Krieg 
als unrechtinäßig verivorfen, u. es find ihr eigene 
Secten, 3. B. die Onäler, Mennoniten u. a., bei⸗ 
getreten, während bie neuere chriftliche Moral zwar 
gegen die Vertilgungs-, Beſtrafunge⸗ u. Erobe- 
rungstriege ſich erflärt, dagegen ben Vertheidi⸗ 
gungstrieg mit reinen Begriffen des Rechts für 
vereinbar hält, obſchon fie mit firengeren Mora⸗ 
diften, wie Et. Pierre, Rouſſeau, Kant u. Anderen, 
auch deſſen Bejeitigung für wünſchenswerth erach⸗ 
tet. Als Mittel, durch Entfernung des Krieges ei⸗ 
nen ewigen Frieden herbeizuführen, hat man in 
Vorſchlag gebracht: zunächft die Vereinigung aller 
Völler in ein Weltreich, wie ſie 8. Heinrich IV. 
von Frankreich in ten beabfidtigten chriſtlichen 
Staatenbunde zu verwirklichen ſuchte, um dadurch 
tie widerſtreitenden Intereſſen der Völker zu been⸗ 
digen, cd. eine fo entſchiedene Trennung der Natio⸗ 
nen, daß damit jede Differenz verhüter würte; fer- 
ner bie Unterwerfung ber Völker unter eine höhere, 
ibre Streitigkeiten ſchlichtende Auctorität, Die ‚ale 
Weltgericht, wie vormals die Amphiktyonen im äl- 
teften Griechenland, die Nitterbünbe im Mittelalter 
u. ähnliche Bünde, ein fchretarichterliches Amt be⸗ 
Deibete, eine Ibee, die von Leibnitz, Kant, Kichte, 
Zachariä, Kraufe, St. Pierre u. A. vertreten 
wurde; endlich ten Sieg der Gerechtigleit u. der 
Friedensliebe über Die Seltitiucht, der theils durch 
Tas volifläntig realifirte Syſtem des Gleichgewichts 
ver Macht, tbeils durch eine erhöhte fittliche Voll⸗ 
tommenbeit des Men'chengeſchlechte berbeigeführt 
werben köunte. Danun alle dieſe Mittel fh als 
unzureichend zur Entfernung der Urſachen des 
Krieges gezeigt baben, u. da aud in ten Beſtim⸗ 
mungen der Deiligen Allianz, wonach bie Vorſchrif⸗ 
sen der Gerechtigleit, der chriftlichen Liebe n. des 
Frieren® ale Xichtichnur für die contrabirenten 
Regierungen gelten iellen, feine Gewähr filr einen 
ewigen Frieden liegt; jo bat in nmeucher Zeit 

iation diefe Idee in die Hand genen 
unter Hervorhebung ber religidjeun u 


| 


Driede 


ſtaatskonomiſchen Rüdfichten die Baı 
berjelben angefrebt. Der Gebanle an 
haft zur Herbeiführung eines em 
(Briedenögefellihatt) ermadte ; 
amerila, wo ber Urfprung ber Fi 
[&aften bie 1815 auräd et; er Y 
religiöfe Secten, bei. Die DOnäter, u 
durch Elihu Burritt (f. d.) gefürke 
ſich bald den Weg nach England, we 
dergleichen Geſellſchaften vorlommen. 
princip der Friedenegeſellſchaft mer 
Aufruf zu den Waffen zur Schlichtun 
Streitigleiten zwifchen ben Nationen 
barifher Gebrauch, ber von Religisn 
Gerechtigkeit, Humanität u. den In 
Völker eine ‚inftimmige Bermerfung 
hat. Nachdem bie Vereine 1843 eine 
funft in London gehalten u. bier beſchl 
in einer, fpäter an 54 Regierungen 
Zuſchrift die Bitte anezufprecdhen, jeden 
in feinen Berträgen durch eine Clauſel 
ten, bei eintretenden Streitigleiten & 
telung befreundeter Mächte ſich zu 
worauf ihre Deputationen bei Köri 
von Belgien u. bei König Ludwig 
Frankreich freunblicdes Gehör erhielten 
erfte eigentliche Zrtedenscongref 1548 
ftatt. Verden Berhanblungen lammana 
Idee einer jhiederichterlichen Entſchei 
durch teren Ausſpruch bie Streitigte 
Böllern geichlichtet werben follten, u 
Aufrihtung eines allgemeinen Gef 
darnach die Verbältniffe ber Nationen 
zu ordnen. Doch wurden gegen tiefe ® 
von einem Spanier Ramon be la Eayı 
Bedenken erhoben. Der zweite Rn 
wurde vom 22.618 25. Aug. 1949 N 
Die Säge bes vorgelegten Pregrammı 
gefnüpften Debatten bezogen ſich w 
ihiersrichterlihe Gnticheibung ver 
Streitigkeiten, auf eine ven Regierun 
zu empfeblende u. gleichzeitig zu ber 
mafinung, auf einen Völkercongreß 
ber internationalen Berbältniffe u. zuı 
eines Schiedsgericht®, auf Befordern 
densibee durch den Unterricht, durch 
feit, Durch bie Breffe u. durch Inſtit 
einen friedlihen Berlebr unter ben 
mitteln c. Dan bob Lie Nachtheile 
nicht blos mehr vom fittlichen, fente 
ftaatsölonomiihen Stantpunlte bereo 
welche das Militärweſen in Europa 
wurden zu jährlich 1400 Millionen x: 
repäiichen Staaten ob. ein Viertheil de 
Staatseinnahme berechnet, u. von en 
gliedern wurde auf ten von Jahr zu. 
gernten Aufwant auf bie Seemacht bir 
bei gleicher Bregreflion in Der nüchtern, 
mehr zu befchafen fein würde. Wei lı 
lecn wurde eine Deputation bes Feer 
fonımerb aufigenemmen. Der krit! 
cengreß verjammelte fi 12. Aug. 185 
furt a. M. Unter den Anmelenten 
auch ein Indianerbäuptling von dem 
Ugibway in Nortamerifz, der am 2 
Vortrags dem Präitenten eine Frieder 
reichte. Das von einem Aneſchoß az’ 
granım enihielt in AZgemeinen td: 


Friede 


als leitend betrachtet worben wa- 
rhandlungen bes dritten allgemei- 
reſſes zu Frantfurt a. M, Frankf. 
te Friedenscongreß, bei Gelegen⸗ 
Induſtrieausſtellung in England, 
1851 in London zuſammen m. 
h, unter Andern auch von 15 De⸗ 
fer Arbeiter beſucht. Nach erfolg⸗ 
tung von Creuznach aus Frank⸗ 
jährige Frankfurter Berfammlun 
eſchlüſſe einftinmig gefaßt, * 
‚er Diener der Kirche, aller Erzie⸗ 
iter an ber Preſſe ſei, ihren Ein⸗ 
ung ber Orundſätze des Friedent 
ber falihen Vorausieung über 
iſſenſchaft u. Thatſachen geltend 
an, daß es Pflicht der Regierungen 
igleiten ftatt durch das Schwert, 
jericht entſcheiden zu laſſen od. ſich 
iche Weije zu verfläntigen, u. daß 
e zum allnemeinen Bewußtſein ber 
verben müſſe. Die jpätern Verſuche 
inde, dein Krimlriege Einhalt zu 
‚iglos. Der in der Pfalz 1853 ge- 
Overein, Frieden zwiſchen allen Re⸗ 
effionen zu fliften u. die lörperliche 
ung ber Dienjchen zu fördern, wurde 
in Landau polizeilich aufgelöft. Ein 
rein für die allgemeine Friedendidee 
Rivenblattgeſellſchaft, eine 
it ins Leben gerufene Bereinigung 
Jungfrauen, deren Aufgabe haupt⸗ 
Rand, die Idee des Friedens in ih⸗ 
h ort u. Schrift zu verbreiten. 
entrichteten einen Jahresbeitrag u. 
re Olivenblätter, eine von Burrit 
geiorift, die das Schäbliche bes 
ohlthuende des Friedens zur An⸗ 
tfollte. Die erfien derartigen Geſell⸗ 
en in England (Olife leaf Socie- 
merita (Bund of Brotherhood) 
ſich von da nad) Holland, Belgien 
Wirft man einen Blick auf bie Be⸗ 
Trietensfreunde u. auf die gemon- 
‚ fo ergibt fi allertinge, dag man 
übungen der Verwirklihung bes 
3 nicht näher gerückt ift, wenn auch 
d nicht unwichtig ift, Daß man bie 
ung theil® dur die Schilderung 
eit des Kriege, theils durch die fla- 
agen auf biefen Gegenſtand hinge⸗ 
man längere Zeit wenig od. gar 
mieit gewibmer hatte. Auf der an 
man freilich dabei die Schwierig⸗ 
Realifirung aufs Neue ertannt u. 
Einfegung eines Echietegerichte 
für wirkſam erachten können, je 
ür daffelbe eine executive Macht 
e nöthigenfalle ven Krieten durch 
weiführte, fo daß fih bie Anficht 
Moral immer wieter in ben 
rängt, wonach ber ewige Friede 
dezn ben Chimären beigezählt wer- 
bei dem Auftande ber geringeren 
‚nieres Geſchlechtes ſchwer auslühr- 
riedendichluß, Briedenövertrag), ber 
welchen der Zuftaud des Krieges 
siegführenden Mächten beeubet u. 


217 
ter F. wieber irb. weil 
* uk bare * —E er —Se— 


iation, Sriedendvermittelung), welche 

nur mit UÜUbereinſtimmung ber ſtreitenden Theile 
geſchehen kann. &6 wird Keine ein zu ben Un⸗ 
terhanblungen günftiger Ort beflimmt, wo bie Ge⸗ 
fanbten zufammen kommen (Briebentcongreh, Brie- 
dendrath). Zuerft lonımen in ben Sriebensconferen- 
zen die Punkte zur Sprache, über die man ftreitig 
ift u. Über die man fich vereinigen will (Briebend- 
unterbandfungen). Iſt ein Theil burch die Kriege» 
ereigniſſe ſehr im Vortheil, jo verlangt er, wenn 
ihm nicht Großmuth od. Rüdfihten auf einen 3. 
Etaat andere Maßregeln gebieten, von dem untere 
liegenden Theil Gebietsabtretungen , oft unter dem 
Titel von Entſchädigung für die Kriegekoften. 
Meift vereinigt man fich zuerft über bie Haupt⸗ 
unfte bes -n6vertrage (Briebenspräliminarien. 
Pet dieſelben auch wohl in Form einer Punc⸗ 
tation auf u. läßt ſie auch wohl von den zur 
en des Fens Abgelandten unterzeichnen. 
In befonderen wichtigen Yällen, bei Beendigung 
von Kriegen, wobei viele Staaten interelfirt find, 
werben diefe $-nspräliminarien zu einem eigenen 
Bräliminarfrieden (wie der von Campo 
Formio 1797) anegebehnt, u. biefer von den Be⸗ 
vollmächtigten der Triegführenden Staaten unter⸗ 
zeichnet. Ein folder Präliminar⸗F. hanbelt nur 
von den wichtigfien Punkten, während das Detail 
des ns in einem auf jenen folgenden Defint- 
tipfrieden (wie ber von Luneville) beflimnt 
wird. Bon Yenspräliminarien u. von Prälimi- 
narfrieben verſchieden wirb noch oft vor dem Be⸗ 
ginnen der Unterhanblungen eine Bräliminare 
convention, d. h. eine vorläufige Übereinkunft 
über einen Punbkt geichlofien, ohne befien Zugeſte⸗ 
bung ſich ein Theil durchaus in feine Unterhande 
lungen einlafien will. Das Friedensinftrument, wel» 
des von den Geſandten zur Abichliegung des -n& 
unterzeichnet, von den Häuptern ber betreffenden 
Etaaten genehmigt u. nunterſchriftlich vollzogen 
wird (Sriedendratification), beginnt gewöhnlich mit 
Anrufung Gottes; darauf erfolgt die Veranlaſſung 
zum Vertrage, dann bie Namen der Geſandten u. 
Erwähnung ihrer Vollmachten; dann kommen die 
Hauptbeſlimmungen, daß künftig F. zwiſchen bei 
betreffenden Staaten fein ſolle, über Auswechſelung 
ber Gefangenen, Ammneflie xc., u. hierauf folgen bie 
eigentlichen Sriedensertifel, worin meift feftgefetst 
wird, meiches die fünftigen Grenzen ber Staaten 
u. ihre fonftigen Rechtöverbältniffe fein follen. Ort, 
Datum u. bie linterfchriiten beſchließen tiefe Ur- 
funde (Briedensintrumen). Sonſt war iiber ben 
Borrang ber Unterfchrift manche Streitigleit; jest 
bilft man ſich dadurch, daß in jebem Inſtrument, 
weiches der andere Theil erhält, deſſen Name 
obenan ftebt, od. Daß man Reverfe außftellt, worin 
gelagt iſt, daß künftig der gegenmärtige Aull nicht 
ale Regel gelten fol. Neuerdings unterzeichnen 
die Grogmächte nach bein Alphabet der Namen in 
frangöfiiher Sprade, obue einen Unterſchied zu 
machen zwifchen Kaiſer, König ac., wobei jebod In 
tem, jeber Bartei verbleibenten Inftrument ber 
Name dieſer obenan ſteht. Angehängt find oft noch 
eheime Artikel, die nicht, cd. wenigſiens nicht 
—3 ur Öffentlichen Kenntnig formen. rüber 
waren alle Friebensinftrumente lateiniſch verfaßt, 
feit 1737 werben aber alle, feit 1614 bie meiflen 


"Friedenöberg bie Friedensrichter 


Tamalbulenferffofter im Kreife | Stellung einnehmen. Der Name (engl. Jurtices 


ı Stattbalterfhaft Wilna; an⸗ 
:ifiopb Graf Pac. 

(Kirhm.), |. Literae paeis. 
1) (Ningpo), einft däniſches, 
‚bie öſtlichſte europäiſche Bes 
füne in Weſtafrika; 8) (Bree- 
recht, |. d.; 8) jo v. m. Fre⸗ 


ſP. 1) ſ. n. Friebe 2); 8) (Arte 
ngreß der Freunde bes 
ttfriedens), ſ. u. Friede 1). 
liches u. Volksfeft, zur eier 
B angeorbnet. 
f. u. Flagge. 
Pesce River, fpr. Pies 
Indianern Unjigah genannt, 
:hiet der Huoſonobaicompagnie 
en⸗Caledonien (Britiih Nord⸗ 
t im Weſten der Rocky⸗Moun⸗ 
dieſelben in der Rochy⸗Moun⸗ 
t nordeſtlich u. mündet in den 
uß des Athabasca⸗Sees; wird 
t fleinen Reoten (Canote) be⸗ 
Laufe iſt die Schifffahrt durch 
indert. 
e, ſ. u. Friede 2). 
(Principe de la Pac), 
iſcher Deintfter, die einen Frie⸗ 
1, dielelben erhielten u. A. Don 
zuuel Godoy, f. 6. 
, |. unt. Frietensrichter. 
n —5 — Eirene [Irene], 
je Gottheit, abgebildet mit Of, 
any n. eiienfofem Spieß, auch 
des Plutus (Neichthbums) auf 
Auf ihren Altar durfte nie 


t, Die den ſchlefiſchen Städten 
"u Glogau 1653 vom Kaifer 
antiihen Kirchen, f. u. Schle- 


Isculum pacis), ein Stüd der 
ırgie, daß fih nach Beendigung 
m. des Abendmabls (f. d.) Die 
ben Geſchlechts küßten. Spä⸗ 
sen größer wurden, wurde der 
igen abgeſchafft, u. man reichte 
Communion ein Bild des Ge⸗ 
velches alle küßten (Oscula- 
ibſel dieſer Sitte iſt der in ber 
tch übliche Oſterkuß u. ber 
neinben vor u. nach dem Abenb- 


(Kirchw), f. Libelli pacis. 
(Ealumet), bei den Nord» 
untverzierte hölzerne Tabaks⸗ 
lang, die bei Friedensunter— 
führer mit einigen Zügen an— 
Abgeſandten, jo wie anteren 
yrtramchen reicht. 


8, Friedensfchilling, fo v. w. 


‚ vichterliche Beamte nieberer 
tetionen jedech in den einzelnen 
ieden beftimmt find. Der lir- 
Id des Inſtituted ift A)in@ng- 
vo bie F. eine ſehr angelehene 


of the peace, lat. Conservator paeis) findet fidh 
bier ſchon im Anfang dee 13. Jahrb.; doch erſcheinen 
fie in diefer Zeit bei der großen Macht, melde Die 
freien Barone ausübten, als Berfonen von minde⸗ 
rem Sinfluffe. Eine größere Betentung erbielten fle 
erft unter Ednard III., unter befien Regierung 
(def. 1327 u. 1328) fie an Stelle der fett 1275 be» 
flandenen auferorbentlihen Eriminalcommiffionen 
geieit n. mit ausgebehnten Rechten begabt wurden. 

ah der heutigen Verfaflung find bie F. theile 
richterliche, theils Bermaltungsbeamte, aber mit 
Ansnahme der Londoner %. ohne alle Beſoldung, 
rıden ſelbſt Die Gebühren den Schreibern (Clercz 
ofthe peace) überlaffen zu werden pflegen. Jeber 
Engländer kann durch den Yorblieutenant ber Graf⸗ 
haft dem König die Beftellung ale F. nachfuchen, 
wenn er nur eines guten Rufes genießt u. nach⸗ 
mweift, baß er entweder ein Grundbeſihthum von 
100 Pfund Sterling reine Einkünfte eigenthümlich 
febenslänglich od. in 20jähriger Pachtung befitst, 
oder 300 Pfund Sterling Renten genießt. In je 
ber Grafichaft befteht als Bereinigung ber %. eine 
Friedenseommiſſion (Commilfien bes Köonigfrie⸗ 
bene), in welche die Gintragung geſchieht. Da 
bie Zahl der Einzutragenden nicht durch ein Geſetz 
beftimmt iſt u. in Der Regel das Bebärfuiß überfteigt, 
jo tbeilen ſich die F. in active u. nicht active; bie 
bie Zahl der Erfieren beträgt in England aflein 
ungefähr 4000. Der Seichäftstreis des englifchen 
3-8 umfaßt namentlih tie Handhabung der ge- 
richtlichen, Gemerbe - u. Sittenpolizei, Die Gerichts» 
barkeit iiber Die bei Erhebung ber öffentlichen Ab⸗ 
aben entſtehenden Sontraventionen, die Mitwir- 
ung bei gemwiffen militärifhen Angelegenheiten, 
3. B. Vereitung ber Soldaten, Belorgung ber 
Einguartierung 2c., Die gefammte Bermaltung bes 
Grafſchaftsvermögens n. auch eine bejchränfte Ge⸗ 
richtsbarteit in Civilſachen. Ju fetter Beziebung 
bat der %. bef. über Dienft- u. Gewerbeftreitigfeiten, 
Ehrenträntungen, Befipftörungen, Alimentations- 
ſachen ꝛc. zu ertennen. Die Geſchäfte werben theils 
allein, theils in einer Heinen Seſſion (Petty session), 
theile in einer großen Vierteljahrsverſammlung 
ſämmtlicher F. des Bezirkes ((seneral quarter 
session) beiorgt. Allein handelt der F. bei allen 
rein polizeilihen u. adminiſtrativen Angelegen- 
heiten, fo mie in Unterſuchungeſachen; eine Petty 
session bon 2 od. mehreren Fen wird erforderlich 
bei Aburtheilung civil» ob. firafrechtlicher fälle; 
in den großen Bierteljahrsnerfanmlungen wird 
über alle eigentlichen Zuchtpolizeiſachen (Misde- 
meanours). über die wider Die Urtheile der einzelnen 
F. u. der Heinen friebensrichterlihen Berſamm⸗ 
Inngen eingelegten Berufungen, ingleihen über 
fothe abminiftrative Angelegenbeiten entſchieden, 
welche die ganze Grafſchaft angehen. Während fo« 
nach in England das Amt tes %-8 ein reines Ehren» 
amt für unmittelbar aus ben Volk bersorgebende 
Männer ift, ift dieſer Charakter bei ver Nachahmung 
tes Inftitutes B) in Frankreich gänzlich verloren 
genangen. Der franzdfiiche $. (Juge de paix) iſt 
im Gegenſatz bes englifchen nur ein ſparſam befol- 
deter, richterlicher Subalternbeamter, bie unterfte 
Stufe ber ricbterliben Dienſthierarchie. Die F. 
wurden in Frankreich durch Geſetz vom 24. Ang. 
1790 eingefübrt u. ſollten allerdings ter Idee nach 
durch freie Wahl aus dem Bolt mit dem Berufe 


718 


Friebensinfirumente frauzbſiſch verfaßt, hierbei je- 
doch Anfangs bei Fen mit Frankreich meift ein be⸗ 
fonderer Artitel angehängt, worin beflimmt tft, daß 
Dies nicht als Regel gelten Tolle. Zumeilen tritt eine 
nentrale Macht ale Briedenögarant ein, d. h. bie- 
jelbe verfpricht, im Fall die Briebensbedingungen 
nicht erfiillt werben, dem verleisten Theil zn Ge⸗ 
währung berfelben zu verhelfen (vgl. u. Garantie). 
Die mit mehr od. weniger Feierlichkeiten verbun⸗ 
dene Friedenspublication ſchließt das Friedendgeſchäft. 
Die einzelnen Zen ſ. unter den Namen bes Orts, 
wo fie geichloffen wurben, od. unter ihren ander⸗ 
weitigen Namen, 3. 8. unter Byrenäiicher Friede. 
Dem Deutihen Bunde gebührt ale einer unab- 
bängigen Geſammtheit auch das Recht des Feno, 
d. b. Friedensverträge mit auswärtigen Staaten 
zu fchließen. Dagegen barf fein Mitglied derſel⸗ 
ben, nach einmal erfiärtem Bundeskriege, einfeitig 
Verbantlungen mit bem Feinde anfnfipfen, ob. 
Berträge u. Ben fließen (f. Deutſcher Bund). 
Bei den Alten ging ber Friedensſchluß mit be- 
jonteren $eierlichleiten vor. Man gab fih ven 
Handſchlag, rief bie Götter, bei. den Zens, den 
Nächer des Meineids, ale Zeugen u. Nächer ber 
Bunbessriihigen an u. fette dann die Bebingun- 
gen feft, von denen Wiebererflattung u. Entſchädi⸗ 
gung die gemöhnlichften waren. Bisweilen geſchah 
dies Alles von den Anführern beider Heere im Ans 

eſicht derſelben. Schon die Griechen fhlofien 
x durch Abgeorbnete, oft Herolde, verbanden 
Dpfer, teren Fleiſch jeboch nicht gegeflen, fondern 
weggeworfen wurde, und Libationen bamit. Bei 


ven Alten, wie im Mittelalter, murben die 


Sen meift beſchworen, and oft Geiſeln gegeben, 
was in neuerer Zeit ganz weggefallen ift, viel- 
mebr find Kunſtgriffe der Diplomatie eingetre- 
ten, doch wird die Etiquette nicht fo fireng mie 
im 17. u. Anfang bes 18. Jahrh. beobachtet, wo 
bein Frieden in Ütrecht 1713 ein rundes Zelt, mit 
fo viel Eingängen ald Gefandte waren, gebaut war, 
in welche die Sefandten auf einen Zrompetenftoß 
gleichzeitig eintruten, auf einen zweiten fi) begrüß⸗ 
ten, auf einen Pritten ſich an einem runden Tiſch 
nieberließen. Vgl. Friedenspfeife. 

Friede, Nebenfluß links der Freiberger Mulde. 

Friede, Orden des Friedens u. de Glan— 
Gens (l’Ordre de la paix et de la foi), wurde 
1229 vom Erzbifhof von Amene von Auch, Biſchof 
von Cominges geftiftet, um die Routiers (Straßen 
räuber u. Abenteurer), bie Albigenſer u. Kirchen- 
räuber zu befänpfen, aber 1261 von bem Groß— 
meifter Wilhelm von Marra wieber aufgelöft, u. 
einen Theil feiner Befigungen erhielt der Mönchs⸗ 
orben ber Feuillans. 

Friedebaun, Befehl tes Nichters, Ruhe ı. 
Friede zur halten. Er wurde fonft ſtets vor Eröff- 
nung des Berichts, auch vor ter Eröffnung des 
hochnothpeinlichen Hatsyerichts, ausgerufen. 

Friedeberg, 1) Kreis des preußifchen Regie— 
ruugsbezirks Fraukſurt; 20 OM., 51,200 Ew.; 
eben, mit ſandigen Höhen, bewaldet, au der Netze 
Bruchland, bei. zu Biehzucht geeignet; 2) Kreisftadt 
Darin zwifchen 2 Seen; evangeliſche Kirche, Syu⸗ 
agoge, Zuchtweberei, Gerberei; 5500 Ew. Hier 
1627 Niederlage des proteftantifchern Korps des 
Admimijirators von Magbeburg u des Grafen von 
Thurn durch die Kaiferlihen. 3) Statt am Dueis, 
im Kreife Löweuberg des preußifchen Reyierungs- 


— — — — — ——— ——————————— ——— —— ——— —— —— — — — — — 





Friede bis‘ Friedens... 


bezirke Liegnitgz; Sauerbrunnen; 
Steine, fertigt Strümpfe, Monſſel 
Spitzen; 2300 Em. 

Friebebredger, 1) Berfcher bes 
Verletzer des Landfriebens von 149 
gionsfriedens von 1555. Des Bricde 
dige Reichsftände wurden in bie Ach 
Gelbfirafen verurtheilt, andere Priv 
gegen mit dem Tode beftraft. 

edeburg, 1) Amt in ber 

Provinz Oſtfriesland; 4 OM., 71 
Gemeinden; 2) Dorf u. Amtefit bar 
das ehemals befeftigt war; 420 Ew 
der Saale, im Mannsfelder Seekre 
hen Negierungsbegirte Merfeber. 
Domäne; babei Die Sriebeburger Su 
ſchmelze; 750 Em. 

Triedebuße, Gelb, melches mı 
für den zu erbaltenden Schuß, Si 
tigung feiner Rechte, zahlte. Beſ. ze 
Sriedepfennig, wenn man ein Tiegent 
u. darin beflätigt wurde. Auch ber 
Freigeſprochene zahlte einen F. 

teded, 1) Minderberrichaft üı 
ſchlefiſchen Kreife Teſchen; 26 Ortfd 
Em.; 8) Stabt darin, an der Ofiro 
Wallfahrtskirche, 2 Hofpitäler, Tuch 
Ew.; 3) Stabt, fo v. w. Brieien. 

Friedemann, Friedrich Traugot 
Stolpen in Sachſen, wurbe 1813 
Gymnaſium in Zwidau, 1817 in ®i 
Hector des Gymnaſiums daſelbſt, 
Des Catharineum in Braunſchwe 
Gymnaſiums in Weilburg u. Che 
erhielt 1836 vun König von Hollan 
das Athenäum in Yureinburg nach de 
fügen zu organifiren, n. ging 1840 € 
tor nach Zditein, wo er 1. Dlärz 1 
jehr.: Praltiſche Anleitung zur Wer 
nifcher Verſe, Braunuſchw. 1824, ; 
1. Abth. 4. Aufl. Lpz. 1836, 2. Abt 
1510; De media syllaba penta 
Zwick. 1825 (in Spitzuers De versu 
Baränejen für ſiudirende Jüngli 
1827—40, 5 Bde.; Deuntſche Sch 
1929; Beiträge zur Keunliniß bet 
Nafjan, Weilb. 1833—36, 2 Be; 
giöfe Anregungen für ftubirenve I 
1537; Orationes Iatinne de scl 
eiis regundis, ebd. 1837; gab ber. 
des Tzihudefchen Strabo, ISIS: ı 
Epistolae, 1824; Vitae hominı 
morum a viris eloquentissit 
Braunſchw. 1825, 2 Bre.; Rubnte 
disseriationes et epist., ebd. 1823 
dus ad Parnassun, 4. Aufl. vpz. 
Ruhnkens Diciata in Ovidu H 
1831; Wyitenbachs Opuscula st 
Seebode die Mi-cellanea eritica 
fhrift für die Archive Deutſchlande, 

Friede mit Gott, 1) tie Seelcur 
Iihen Gemilths, auf Vertrauen zu 
ihn u. kindliche Unterwürfigkeit unter 
gen gegründet; 2) alle Zuflänte, ı 
in Folge der Rechtfertigung vor Eo 
fürchtet. 

Friedens ...., Artikel mit Nele 
meugelegt, |. u. Friede. 


"Zriedensberg bie Friebensrichter 
Berg, Lamalbulenferffofter im Kereife | 


uſſiſchen Statthalterſchaft Wilna; an- 
eon Ebrifiepb Graf Pac. 

‚Briefe (Kirchw.), |. Literae pacia. 
Iburg, 1) (Ningpe), einft bänifches, 
es gen, bie Aftlichfte europäiſche Be⸗ 
er Botdküfte in MWeflafrita; 8) (Bree- 
6 in Utrecht, ſ. d.; 8) fo v. m. Fre⸗ 


eon „1) ſ. n. Friede 2); 2) Grie 
ft, Congreß der Freunde bes 
‚en Beltfriedens), f. u. Friebe 1). 
feſt, kirchliches u. Vollsfeſt, zur eier 
nefluffes angeorbnet. 
flagge, f. u. Blagge. 
Muß (Peace Kiver, fpr. Pies 
nm den Intianern Unjigah genannt, 
zum Gebiet ber Huoſonebaicompagnie 
onie Neu⸗Caledonien (Britiid Nord» 
itſpringt im Weſten der Rody-Moun- 
‚bricht dieſelben in der Rocy⸗Moun⸗ 
je, fließt nordöſtlich u. mündet in ben 
n Ausfluß des Arbabasca-Gees; wird 
nufe mit fleinen Booten (Canots) be» 
unteren Laufe ift Die Schifffahrt burch 
len verbintert. 
‚freunde, ſ. n. Friebe 2). 
fürft (Principe de la Pac), 
ser Spanischer Minifter, die einen Frie⸗ 
rs haben, dieſelben erbielten u. A. Don 
o u. Manuel Godoy, f. 6. 
gericht, ſ. unt. Friedensrichter. 
gottinn griech. Eirene [Irene], 
egorijche Gottheit, abgebildet mit II 
orn, Kranz n. eiienlofem Spieß, auch 
8 Bild des Pintus (Reichthums) auf 
ragend. Auf ihren Altar durfte nie 


1. 

zkirchen, bie ben ſchlefiſchen Etäbten 
‚ Dauer u Glogau 1653 von Kailer 
protefiantifchen Kirchen, f. u. Schle⸗ 


Wuß (Oscnlum paeis), ein Stück ber 
hen Liturgie, daß fi nach Beendigung 
(ſ. d) m. Des Abendmabls (f. b.) Die 
en deſſelben Geſchlechts küßten. Epä- 
hemeinden größer wurden, wurde ber 
asrenungen abgeſchafft, u. man reichte 
iach der Kommunion ein Bild des Ge⸗ 
rum, welches alle küßten (Oscula- 
likerbfeibiel dieſer Sitte iſt Der in der 
Kirche noch übliche Oſterkuß u. ber 
Udergemeinden vor u. nach dem Abend» 


Hibelle (Rirchm ), |. Libelli pacis. 

zpfeife (Calumet), bei den Norb- 
eine buntverzierte bölzerne Tabaks⸗ 
4 Fuß lang, tie bei riebensunter- 
ber Anfübrer mit einigen Zügen an» 

nn dem Abgelantten, jo wie anderen 
zun Kortrauchen reicht. 

Ipfennig, Friedensfchilling, fo v. w- 


zrichter, richterfiche Beamte nieberer 
ren Runctionen jedoch in ben einzelnen 
r vericbieten beftimmt find. Der Ur- 
8 Vorbild des Inftitntesift A)in@nge* 
chen, mo bie F. eine ſehr angeſehene 


719 


Stellung einnebmen. Der Name (engl. Jurtices 
of the peace, lat. Conservator paci«) findet fidh 
bier [hon im Anfang bes 13. Jahrb.; Doch erſcheinen 
fie in dieſer Zeit bei der großen Macht, welche Die 
freien Barone ausübten, als Perſonen von minte 
rem Ginfluffe. Eine größere Bedeutung erbielten fle 
erft unter Ednard III, unter befien Regierung 
(def. 1327 u. 1328) fie an Stelle der feit 1275 ber 


ı flanbenen außerortentlichen Eriminalcommiffionen 


geieit u. mit ausgetehnten Rechten begabt wurden. 
ach der heutigen Nerfaffung find bie F. theils 
richterliche, theil® Bermaltungsbeamte, aber mit 
Ausnahme ter Londoner F. ohne alle Beſoldung, 
dem felbf Die Gebühren den Schreibern (Clercs 
ofthe peace) überlaflen zu werben pflegen. Jeder 
Englänter kann durch den Yorbiieutenant der Graf⸗ 
haft dem König die Beftellung als F. nachfuchen, 
wenn er nur eines guten Rufe genießt u. mache 
mweift, daß er entweder ein Gruntbefittfum von 
100 Biund Sterling reine Einkünfte eigenthümlich 
lebenstänglich ob. in 20jähriger Pachtung befitzt, 
oter 300 Pfund Sterling Renten genießt. In je 
ber Grafichaft Lefteht als Bereinigung ber %. eine 
Wriedendcommitfien (Commilfion bed Königfrie- 
dene), in welche bie Gintragung geſchieht. Da 
bie Zahl der Einzutragenden nicht burch ein Geſetz 
beftimmt iſt u. in der Regel das Bedürfniß überſteigt, 
fo tbeilen ſich bie F. in active u. nicht active; bie 
die Zahl der Erfieren beträgt in England allein 
ungefähr 4000. Der Geichäftstreis bes engliichen 
F⸗s umfaßt namentlih tie Handhabung der ge» 
richtlichen, Gewerbe - u. Sittenpolizei, die Gerichts» 
barkeit über die bei Erhebung der öffentlichen Ab» 
gaben entflehenben Contraventionen, die Mitwir- 
tung bei gewiffen militäriſchen Angelegendeiten, 
3. 8. Vereidung der Soldaten, Belorgung ber 
Einquartierung 2c., Die gefammte Bermaltung des 
Srafichaftsvermögens u. auch eine befchränfte Ge⸗ 
richtöbarteit in Civilſachen. In letter Beziebung 
bat der %. bef. über Dienft- u. &emerbeftreitigleiten, 
Ehrenfränfungen, Befipftörungen, Alimentations⸗ 
fachen ꝛc. zu ertennen. Die Geſchäfte werden theils 
allein, theils in einer fleinen Seffien (P’etty session), 
theil® in einer großen Vierteljahrsverſammlung 
fämmtliher F. des Bezirkes (General quarter 
session) beiorgt. Allein handelt der F. bei allen 
rein polizeilichen u. abminiftrativen Angelegen- 
beiten, fo wie in Unterſuchungseſachen; eine Petty 
session von 2 od. mehreren Fen wird erforderlich 
bei Aburtheilung civil» ob. ftrafrechtlicher Fälle; 
in den großen Vierteljahrsverſammlungen wird 
über alle eigentlichen Zuchtpolizeiſachen (Misde- 
meanours). über tie wider bie Urtheile der einzelnen 
%. u. der Meinen friebensrichterlichen Verſamm⸗ 
Inngen eingelegten Berufungen, ingleihen über 
ſolche abminifirative Angelegenheiten entfchieden, 
welche Die ganze Grafichaft angehen. Während for 
nach in England Das Amt bes Fes ein reines Chren- 
amt fiir unmittelbar ans ten Volk bervorgebente 
Männer ift, ift dieſer Charakter bei der Nachahmung 
bes Inftitutes B) in Frankreich gänzlich verloren 
gegangen. Der franzöſiſche $. (Juge de paix) iſt 
ım Gegenſatz des englifchen nur ein ſparſaim befol- 
beter, richterlicher Subalternbeamter, bie unterfte 
Stufe Der richterlichen Dienftbierardie. Die F. 
wurden in Frankreich Durch Gefeg von 2-4. Aug. 
1790 eingeführt u. follten allerdings ter Idee nach 
durch freie Wahl aus dem Voll mir den Berufe 


bervorgehen, Äberall bei entftehenben Streitigfeiten 
das näcdfte Bermittelungsanıt zu üben. Die F. 
follten zu diefem Zwecke für jeben Canton, zugleich 
mit 2 Beifigern (Prud’hommes asse:seurs) von 
allen Xctivbürgern bes Cantons auf 2 Jahre u. 
fo, daß bie Wahl feiner Befätigung Seitens Zer 
Kegierung mehr bedurfte, gewählt werden. Wähl- 
“ Bar follte jeber fein, welcher 30 Jahre alt war u. 
eine birecte Steuer von minbeflens 18 Arbeits- 
tagen (ungefähr 15 france) zahlte; juriſtiſche 
Studien waren nicht erforderlich. Allein ſchon nach 
einem Jahre wurbe durch Gelee vom 6. März u. 
16. Sept. 1791 die Stellung ber F. weſentlich ver- 
ändert. Die beiden Affefforen wurden durch Deich 
som 28. Febr. 1801 abgeichafft u. die Wahl dur 
Geſetze vom Jahre 1828 u. 1837 dahin modificirt, 
baß jetzt der F. Tebiglich von ber Regierung, u. 
zwar nur auf Widerruf ernannt, auch dabei nur 
auf ſolche Perjonen reflectirt wird, welche eine 
mehrjährige juriſtiſche Beſchäftigung bei einen 
Advocaten od. Notar nachweiſen können. Der F. 
ift in Frankreich daher jetzt nur ein Rocalbeamter 
ber Etaatsregierung für jeden Canton, welchem 
neben dem urfprünglich ihm zugemieienen Ver⸗ 
mitelungsamt noch eine große Anzahl anderer 
nieberer Geſchäfte Übertragen iſt. Die F. find 
Einzelrichter, benen zwei nicht bejolbete Ergäne 
ungsrichter (Suppleans), welche dem F. im Ber- 
inberungsfalle zu vertreten haben, ein Gericht®- 
Ihreiber (Grefhiers), bei größeren Friedensge⸗ 
richten mit mehreren Untergerichtejchreibern (Com- 
mis - grefliers) u. minbeftene zwei Huilfier® zur 
Seite ftehen. Ihre Thätigleit beſteht nach jetsigerBer- 
faffung a) zunächſt darin, daß jebe Klagſache, welche 
bor einen: orbentlihen Gericht erhoben werben fol, 
zunächft vor das Friedensgericht gebracht werben 
muß, Damit dieſes als Vermittelungsbehörde 
(Bureau de conciliation) zwiſchen ben Parteien 
einen Vergleich zu Stande zu bringen fuche. Mit 
dem Nichtericheinen ber Parteien in biefer Ber- 
handlung find inteffen weitere Nachtbeile, als bie 
Deaabluiig einer Buße von 10 France nicht ver- 
bunten. 5b) Als Civilrichter bilden bie %. bie erfle 
Inftanz in allen perjönlihen Klagen bis zum Be⸗ 
trag von 100 france, außerdem ohne Rüdficht auf 
biejen Betrag in allen Beſitz⸗ u. Orenzftreitigfeiten, 
allen Diietbftreitigleiten, Klagen über wörtliche u. 
thätliche Iniurien, Schäten an Feltern, Früchten 
u. Ernten, ſowie bei Streitigleiten über Mauth- 
lachen. Halt jid) ver Mertbketrag bei tiejen Sachen 
unter 50 Frauken, jo enticheiben bie F. dabei zu- 
gleich in letzter Juſtanz; war ber Gegenftanb von 
höherem Werth, jo tft von ihren Entſcheidungen 
noch eine Berufung an das ortentlihe Bezirks⸗ 
gericht geſtattet. c) In ſtrafrechtlicher Bezie⸗ 
bung fungirt ter F. als einjaches Polizeigericht 
(Tribnnal de simple police) u. bat in biejer 
Eigenſchaft auf Die Anträge eines Localpolizeibeam- 
teu, meldyer bie Functionen der Staatsanmwaltichaft 
verjicht, über tie Polizeiübertretungen (Contra- 
ventions de »imple police), d. h. folde Über- 
tretungen, die höchftene mit 15 Franlen cd. mit 
Stägiger Gefängnißftrafe bebroht find, jebod) auch 
bier mit Vorbehalt ter Berufung an das Zuchtpo⸗ 
lizeigericht, wenn auf Sefängniß oder eine Gelb» 
firafe von mehr als 5 Franken erfannt worden ift, 
zu enticheiben (og. Criminalgericht). d) Als 
Hülfsbeamte der Gerichtspolizei (Ofliciers de 


Friedensrichter 


police judiciairo) haben fie Denuach 
zunehmen u. barüber an ben Procure 
jirtögericht® zu berichten, die Gewißhei 
brechens ob. Vergehens auf frifcher That 
Dausjuchungen anzuordnen u. bergl. 3 
fogar von ben Unterfuchungeridter b 
erichts bie ganze Beneralunterfugun 
feinem Bezirte vorgelommenes Berbr 
tragen erhalten. e) Als eier Aomini 
bebörbe find ihm endlich noch mand 
freiwilligen Gerichtebarleit zugewiele 
Anlage u. Abnahme der Siegel bei 
di. Zufammenberufung u. ber Berfig ü 
ratbe, die Aufnahme ber Atoprionew 
Snftrumenten, Urkunden über die 1 
natürlicher Kinder u. fogenaunte Rei 
welche bei Eingehu Beer Ehen 
for: Aus den Gebuͤhren für biefe | 
häfte (Vacations) begieben bie F. ne 
ringen firen Beſoldung ben Haupihei 
nahme. Das neuefte Geſetz über i 
Stellung iſt die Loi sur les justices ( 
25. Mai 1838. Vgl. auch Henrion be 
la compdtence des juges de p 
Levaſſeur, Manuel des justices de; 
Bioche, Dictionnaire des juges de 
olice, 1852, 2 Bte. () Mit dem 
echte find in ber unter B) gefchilberten 
5. auch in die Juftigverfaffung anderer‘ 
— So finden fie fi in Weſenili 
elben Attributen verjehen in ber preußik 
provinz, Rheinbaiern u. Rh 
Wenn dagegen auch anberwärts in beutic 
die ſonſt kein franzöſiſches Recht baben 
8. eingeführt worden ſind, fo iſt bierb 
meift fir eine ganz verſchiedene, auf eige 
berubente Juftitution gebraucht worte 
insbefonbere D) von ten Fen, mie fie fe 
1855 im Königreih Sachſen durch & 
Aug. d. J. angeordnet worben fin. 2 
weniger ben der franzöfiiden, ale d 
Fen vergleihbar, obgleich fie ſich au 
weientlid untericheiden. ic merde 
rath der Verwaltung als cobrigleitu 
in der Zahl 15— 30 für jeden geri 
Sprengel aus der Mitte ber gröperen 
u, ſonſt durch Vermögen, größeren & 
od. perjönlide Stellung ausgezeichne 
vom König gewählt u. find als Gebi 
richtsamts Dazu berufen, bemjelbeu fü 
Bereich feiner polizeilichen u. gemeindee 
Amtsthätigleit zur Seite zu fliehen ı 
babung ter gejeylihen Ordnung is 
Gerichtöfprengels, ınit Ausnahme der: 
unterfiügend, theils ſelbſtändig mitzu 
Hauptaufgabe beſteht darin, daß ſie 
rechterhaltung der öffentlichen Rube 
die Abwehrung von Friedensſtörungen 
u. Bezirksarmeuweſen, den Zufiant | 
caliſchen Communicationswege, die öf 
lichkeit u. die Nabrungs- u. Erwerd 
ber arbeitenden Vollotiaſſen baupıjacı 
fein laſſen miſſen. Ihre Theilnahme 
ſchäften ber gerichtlichen Polizei beicr 
Anordnung von Verbaftungen von 
That ergriffenen od. flüchtigen Verb 
Dunn aber binuen 24 Stunden an bat 
abzutiefern find, u. auf Hausſuchunger 


Sriebenöteb bis Briebläuber . 


Der Berein fänmtlicher %. eines amte- 
ſchaftlichen Vezirks od. auch ein nad 
aus feiner Mitte zu befrellenden Aus- 
zugleich ber Kreistirection u. dem Amte- 
‚ ber Berein ber F. eines Gerichtsamte«- 
em Gerichtsamt ale kerathentes Organ 
jelegenbeiten bes reſp. Bezirks u. vertritt 
De einer Beineren Kreisverfammlung. 
sen ihr Amt, gleich den englifchen, als 
eſdliches, bürgerliches Ehrenamt auszu- 
10 anderen Staaten, 3. B. in Sachſen⸗ 
‚ find bie F. auch nur dazu beftellt, um 
ine abubalten, u. nebmen außerbem 
eitliche Stellung nicht ein. 
8ftab (Ant.), |. Caduceus. 

Wein, Schloß von Gotha, f. d. 
ich, jo v. w. Friedrich. 
ich, Andreas, geb. 1798 in Rappolis⸗ 
Colmar, erhielt ſeine erſte Ausbildung 
her Künſtler von ſeinem Vater, einem 
aer, bezog 1516 bie Dresdener Alabemie 
I9 nad Berlin, wo ihm tie Reflauratton 
m bes Zeughauſes übertragen wurde; 
panbte er ſich nach Paris, wo er unter 
tung weitere Kortichritte machte, reifte 
Rom, um au Thorwaldſens Unterricht 
1, u. ließ ſich 1826 in Straßburg nieder. 
meift in Sanbflein u. Granit audge- 
eößtentheile der monumentalen Kunft 
r Werten find bie vorzüglichſten: Tu- 
mimal zu Sasbach, Koloflalftatue des 
3erner von Habsburg im Münfter zu 
, Monument Ermin’s von Steinbach 
ch, Statue Franz Drakes in Offenburg, 
räber in Baden. 
ika, ehemaliger Name ter Stabt Pa- 
mptſtadt der braftlianifchen Brovinz Pa⸗ 


ike, |. Kriebrife. 

Sdorf, 1) Dorf am Dueis, im Kreife 
) preußischen NRegierungsbezirte Liegnitz, 
u. 1230 Em.; 2) Dorf ebenbajelbft an 
im Kreife Görlitz; Leinweberei, 1025 Em. ; 
u. Nieder⸗F., Dorf im Gerichtsamt 
es königl. ſächſ. Kreiſes Bauen (Ober- 
eberei; 2100 Em. 

vald, 1) Amt im Kreiſe Hekefeld ter 
n Brovinz Fulda; bat 5000 Ew.; 2) 
n u. Amtefit darin, hat 15U0 Em. Hier 
t. 1551 Bündniß zwiſchen Frankreich, 
rg, Heflen u. Kurfürft Moritz von 
gen Katier Karl V., |. u. Schmallaldi⸗ 


wirkten, 1) Handlungen, die gegen bie 
u. das Anfeben tes Gerichts laufen, 
serbieten ; 2) vom Richter dem obfiegen- 
um Beſten einen Friedebann ertheilen; 
käufer die Gewähr gerichtlich leiſten. 
ebot (Rechtsw.), fo v. w. Friedebann. 
Bf, fo v. w. Todtenacker. 
jen, jo v. w. Befriedigen 3). 
igen, 1) Pfarrdorf auf der Alp im Ober⸗ 
fingen des würitenibergiſchen Donau» 
2&w.; Qungerbrnnnen, Eijenerzgruben; 
f. Britingen. 
md, 1) Bezirk des Kreiſes Leippa (Böh⸗ 
M.; 39,600 Ew.; 2) Stadt darin am 
chloß mit Rüftlanımer; man fertigt Tuch, 
Is@eritom. 4. Aufi. VL 


721 


Kattun, Leinwand, Leber; 4500 Em. 22. Ian. 1653 
Brobe Yeuersbrunft. Iſt Hauptort Per 8) Herr⸗ 
chaft F. von 6 OM., die jet dem Grafen Clam⸗ 
Gallas gehört, u. von welcher Wallenflein den 
Titel als Herzog batte; 4) Martifleden au ber 
Mora, im Bezirk Sternberg bes Kreiſes C’imüg 
(Mäbren); 820 Em.: 5) Dori ebenbafelefi an ber 
Oſtravitza, im Bezirk Miſtek; große Eiſenwerle; 
1800 Ew.; 6) F. au der Spree, Etat im Kreife 
Lübben des preußischen Kegierungsbezirte Franl- 
furt; 2 evangeliiche Kirchen, Synagoge, Domaine; 
1100 Em. ; 7) Martıfleden im Kreiſe Kallenberg 
bes preußiichen Regierungobezirks Oppeln, an ber 
Steina; Leinmeberei; 1050 Em.; 8) Statt im 
Kreile Waldenburg bes preußtichen Hegierunge- 
besirta Breslau, an ber Steina; Handel mit Garn 
u. Leinwand (Frieblänter Leinwand); 1130 Ew.; 
9) Kreis des preußiſchen Reaierungsbezirke Könige- 
berg; 15,7, OM.; 31,500 Ew.; 10) Kreitftadt da- 
ſelbſt an der Alle, fertigt Leber u. Wollenzeuge; 2506 
Ew. Hier ben 14. Juni 1867 Sieg Napoleons über 
bie Ruſſen u. Preußen unter Bennigien; |. u 
Preußiſch⸗Ruſſiſcher Krieg 1806 u.7; 11) (Breu- 
ßiſch⸗F.), Stadt in Kreiſe Schlochau des preußi⸗ 
ſchen Regierungobezirks Marienwerder: Korn⸗ u. 
Malzhandel, 3 fiſchreiche Seen; 2070 Ew.; 18) 
(Mäaärkiſch⸗F.), Stadt im Kreiſe Deutſch⸗Krone 
bes preußiſchen Regierungsbezirks Marienwerder; 
viel Juden, Synagoge, fertigt Tuch, Branutrein; 
2300 Ew.; 13) Amt im hannsverſchen Fürſtenthum 
Obtingen, Landdroſtei Hildesheim; 6700 Ew.; 
14) Dorf u. Amtefi darin an der Leine; 350 Ew.; 
15) Stadt in Medienburg- Strelig, Kreis Star⸗ 
ard; 2 Kirchen, Gymnafium, Kupferichmieben, 
Tuch⸗ u. Leinmweberei, Zatalfabrif, Gerberei; 4500 
Em. Augelegt 3244 durch die Markgrafen Johann 
u. Otto III. von Braudenburg. 
iedland, Valentin, fo v. m. Troßenborf. 
riebland , Herzog von F., f. Wallenflein, 
Friedländer, 1) David, geb. 1750 in Könige- 
berg won jüdiichen Eltern, übernahm daſelbſt nach 
ben Tode feines Vaters teflen Dannfacturt:'aaren» 
geichäft u. widmete feine Muſeſtunden ven Wiiien⸗ 
ſchaften; in Berlin, webin er fit 1800 begab, 
nachdem er feine Handlung aufgegeben batte, 1° 
noß er ten Unggang Moſes Mendeleſohns u. 
wurde Afſeſſoer bei dem königlichen Manufactur⸗u. 
Commerzcellegiun, ſpäter zum Stadtrath erwählt 
u. ft. 26. Dec. 1834. Er ſchrieb: Gebete der Juden 
für das ganze Jahr (mit hebräifchen Lettern), Berl. 
1786; Auszug aus Mendelsſohn's Phädon, ebd. 
1787; Uberiegung bes Pretigere Salomo, ebd. 
17885 Senbichreiben an Teller (Selbftbiographie), 
ebd. 1799; Reben ber Erbauung tes ifraelitiichen 
Volls gewidmet, ebd. 1815; Liber die Berbeflerung 
der Ifraeliten im Königreihe Polen, ebb. 1819; 
Beitrag zur Geſchichte der Verfolgung der Juben 
im 19. Jahrh. ebd. 1820; Proben einer Überiegung 
einzelner Abfchnitte aus Jeſaias n. Hiob, ebd. 
1821; An tie Berehrer, Freunde u. Schiller Jeru⸗ 
falem® ıc., herausg. von W. T. Krug, Lpy. 1823; 
F. war auch Mitarbeiter an der Berliner Monate 
ſchrift u. an Ricolai’8 Allgemeiner deutfcher Biblio⸗ 
thek. 8) Michael, Nerfe bes Borigen, geb. 1769 
in Königsberg, ſiudirte in feiner Baterftadt, dann 
in Berlin, Göttingen u. Halle die Arzneilunte u. 
machte hierauf eine Reife durch Holland, England, 
Deutſchland, die Schweiz u. Stellen. Er war 1799 
4 


722 


einer der Erſten, ber deu Schutpädenimpfftoff nach 
Berlin verpflanzte. Brit 1800 lebt er in Paris u. 
machte fich bef. Dadurch verbient, daß er die Kennt» 
niß der deutſchen medicinijchen Literatur in Frank⸗ 
reich, fo wie bie der franzöfiihen in Deutichlanb 
xermittelte. Er war ein fleißiger Arbeiter am 
Dictionnaire des sciences medicales u. flarb 
zu Paris im April 18241. GErichr.: De l’&ducation 
hyrique de Phomme, Par. 1815, (deutich von 
fer, ?p3. 1819). 3) Lupmwig Hermann, geb. 
am 29. Aug. 1790 zu Königsberg, ftubirte daſelbſt 
u. in Berlin Mebicin; 1813 am Befreiungskriege 
Theil nehmeud, trat er als Oberarzt bei einem 
Hauptfeldlazareth ein. Nachdem er im Spätherbſt 
1814 ſeinen Abſchied als Feldarzt genommen hatte, 
begab er ſich nah Karlsruhe zu ſeinem Frennde Mar 
von Schenfenborf, mo ber Unigang mit Frau von 
Krüdener, Jung-Stilling u. Ewald nicht ohne Ein- 
fin anf jein Leben blieb, u. ging von bier nach 
Wien zurück, um ſich von Neuem dem mebicinifchen 
Studium zuzuwenten. Im Sommer 1815 bereifle 
er Italien u. habilitirte fich nach ber Rückkehr ale 
Brivatdocent der Mebicin in Halle, wo er 1819 
Profeſſor wurde u. 1851 ftarb. Er fchr.: Anfichten 
von Stalien, Lpz. 1818, 2 Bde.; De institutione 
ad medicinam, Halle 1823; Fundamenta doc- 
trinae pathologine, 2p3. 1828; Vorleſungen über 
bie Geichichte ter Heilfunde, Lpz. 1838 f., 2 Hefte. 
Friedlandshöhe, Badeort bei Pillen in 


Böhmen. 

Friedliche Tage, in ben deutſchen Geſetzbüchern 
Tage, an welchen nicht Recht geiprochen murbe. 
Nah tem Sachſenſpiegel find ſolche Tage ber 
Sonntag, Donnerftag, Freitag u. Sonnabend. 

Friedreih, 1) Nikol. Ant., geb. zu Würz- 
burg 1761, wurbe 1795 außerorbentlicher Brofeflor 
der Mebicin, 1798 Generalſtabsarzt der würzbur⸗ 

iihen Truppen, 1805 bei der Beſitznahme Würz- 
urge durch Baiern ordentliber Profefior der 
Medicin bajsfef u. ftarb, feit 1834 quiefcirt, 1836; 
er fchrieb: Über ten Typhus ꝛc., Würzb. 1814; 
Charakter der endemifchen Entzündung im Würz⸗ 
burgiſchen, ebd. 1818 u. m. a.; feine Beogramme 
gelanmet von dent Folg., ebd. 1824. 2) Joh. 
aptift, geb. zu Würzburg um 1792, wurde 
1832 Profeſſor ber Phyfiologie an ber Univerfität 
zu Würzburg, 1833 Gerichts» u. Yandgerichte- 
phufilus zu Weißenburg; ſchr.: Slizze einer allge- 
meinen Diagnoftit ber pſychiſchen Krankheiten, 
MWürzb. 1819, 2. Aufl. ebd. 1832; Handbuch der 
pathologiſchen Zeichenlehre, ebd. 1825; Notizen 
über Baierns Heilquellen, ebd. 1526; Verſuch einer 
Literärgejchichte ber Pathologie u. Therapie ber 
pſychologiſchen Krankheiten 2c., ebd. 1530, Syſte⸗ 
matiſche Literatur der ärztlichen u. gerichtlichen 
Pſychologie, Berl. 1533; Syſtematiſches Handbuch 
der gerichtlichen Pſychologie, Lpz. 1835, 3. Aufl. 
Regensb. 1852. Hiftoriichetritiide Darftellung ber 
Theorie 2c. ter piychijcben Krankbeiten, ebb. 1836; 
Zur piychiatrifhen Literatur des 19. Jahrh., Ne- 
gensb. 1842; Handbuch der gerichtöärztlichen Praris, 
Straubing 1543 — 44, 2 Bde., 2. Aufl. Regeneb. 
1855; Handbuch ber Gefunbheitspolizei, Anséb. 
1846, 2. Aufl. 16851; Compendium der gerichtlichen 
Anthropologie, Regensb. 1848, 2. Aufl. 1852; Die 
Jliade u. Odyſſee, Erl. 1851, 2. Aufl. 1876; Zur 
Pibel: Naturhiftorifche Fragmente, Rürnb. 1845; 
ber Handel» u. Gewerbsobjecte, Aneb. 1853; 


Friedlaubshöhe Bis Friedrich (Katfer) 


Über Knochen in forenfifcher Bezielerng, 
mit A. 8. Heſſelbach gb er berams: 4 
Natur- u. Heilkunde, rzb. u. Rürmab. 
2 Bde., n. die Bibliothet ber beutic 
ebd. 1825 — 1832; allein: Jahrbud 
phiſch⸗ mediciniſchen Geſellſchaft in Wü 
1828; Annalen der ausl. Mebicin, e 
Hefte; Magazin für philoſopbiſche, m 
gerichtl. Seelenfunte, ebd. 1523—183 
Blätter fiir Pſychiatrie, Erl. 1837, eir 
operum medicor, antiq. (ben Prı 
Rärbl. 1828, 4 Bde, n. m. a. 
Friedrich (lat. Fridericus, franz. Fı 
Frederick), deutſcher Vorname, beden 
Schub. I. Regierende Fürſten: A 
Raifer: 1) F. J., genannt ber Rotb 
barossa), ein Hobenflaufe, Sohn te 
des Einäugigen von Schwaben ıı. ber 
1121; wurde nach feines Vaters Tote 
nem Oheim, Kaifer Konrab III., alı 
Schwaben u. Elſaß belebnt u. nad 8 
1152 zum Deutfhen König erwäblt un 
bob durch fein energifches Auftreten | 
Anfehen ber kaiſerlichen Macht ſowoh 
fürften wie bem Papfte gegenüber; e 
vier Römerzüge, auf beren zmeitem 
eroberte; von Heinrich ben Loͤwen ve 
lüdte ibm ber vierte, weshalb er 
fegander III. u. den Lombartiichen 
anertennenb, nach Deutſchland zurüdte 
den Lowen ächtete u. benfelben 1190 E 
ner Länder berankte. 1189 unterna 
Kreuzzug, ſchlug die Sarazenen ke, 
tranf aber 1190 im Fluſſe Kalykadnet 
durch welchen er reiten wollte. Sem? 
Lande machte mancherlei Sagen rege 
jet in dem Munde bes Volkes leber 
fol er im Kyffhäuſer fchlafend fingen ı 
rotber Bart durch dein wor ihm fteben 
wachen fein. Wenn er ermadt u. u 
fommt, fol in Deutſchland die gelten: 
lommen. F. beihiittte Wiffenichaften 
war namentlich ver Baukunſt fehr ge! 
fein Wirken in Deutichland f. d. (Geſe 
mar vermäblt fett 1149 mit Abelaibe, 
Markgrafen Thibald von Vohburg, x 
fih 1159 ſchied, u. in zweiter Ehe 
Erbtochter des Grafen Neiuald vc 
feine Kinter waren: Heinrich VL, fe 
ale Deutiher König; Friedrich V., 
Schmaben; Konrat, Herzog ven 9 
Schwaben; Dtto, Graf von Burgu 
der nach feinen Bruter Heinrich \ 
König wurte; n. Sopbie, vermäblt m 
grafen Wilhelm III. von Montferrat 
hard, Hist. Friderici Imperat. ? 
17905 B. Hundesbagen, Kaifer F 
rejiaz I. Voigt, Gedichte bes Yen! 
u. jenes Kampfes mit Kaiſer F. 
1815; 5. Kortüm, Kaifer 8. I. mit sei: 
n. Feinden, Aarau 1815. 2) %. II 
Vor., Sohn Kailers Hei VI. u 
von Sicilien, geb. 26. Dec. 1194 in 
noch nit 3 Sabre alt, 1196 rin 
folgte aber feinem Vater, welder 119 
da fein wäterlicher Oheim, Philinn vr 
u. nach deſſen Ermordung durch Otto 
bach, Otto IV. von Braunſchweig di 


Friedrich ( Kaiſer) 


d erhielt. Dagegen wurde er ale F. VI. 
n Schwaben u. feine Mutter ließ ibn 
or 2 u. Neapel he Pi 
der ſt mit dem guelfiſchen Kai- 
V. entzweit hatte, — * derſelbe die 
jürſten, F. zum König zu wählen, u. 
ien 1212 in Dentſchland, wurde von 
aufiſchen Partei freudig empfangen u. 
breaben als geborener Herzog anerfannt. 
ıfönig beflegte er 1214 in der Schlacht 
es n. wurde 1215 in Aachen gefrönt. 
Pläne jeines Großvaters zur Erhebu 
hen Macht über da6 Papftthum, geriet 
: Rapfte n. deſſen italieniſchen Bunbes- 
langwierige Kämpfe, unternahm 1227 
n u. 1228 ben zmeiten Kreuzzug, ſetzte 
m fich bie Königefrone auf, lehrte 1230 
n zurüd ı. ließ fih vom Banne frei- 
jald Darauf empörte ſich fein Sohn Hein- 
‚ welcher als römifcher Körug u. Reichs⸗ 
Deutfchlant zurüdgeblieben u. vom Papfl 
‚gegen ihn anfgereizt worben war. Nach 
) zurüdlehrend, nahm er 1235 Hein- 
fangen u. ließ feinen zweiten Sohn, Kon- 
Imilepen Könige mählen, befiegte 1236 n. 
äntifchen Stäbte ver Lombardei, murbe 
einen natürlihen Sohn Enziozum Köni 
tien erhob, von Gregor IX. wieder mit 
relegt. Er überzog deshalb den Papft mit 
cberte 1241 Ravenna. Innocenz IV,, 
l er ſelbſt nah Gregors IX. u. Edle⸗ 
Eobe erwirkt hatte, beflätigte indeß den 
urte ber unverföhnlichfte Feind tes Kai⸗ 
ß benfelken durch ein Concil abſetzen m. 
ich Raſpe von Thüringen u. nach deſſen 
eim von Holland al8 Gegenlönig auf. 
lombardiſchen Stäbte kämpfte er aber» 
ich, obfchen fein Schn Enzio 1249 vor 
ıngen genommen wurde. F. ftarb, nach⸗ 
ordverſuch Peters de Vineis fehlgeſchla⸗ 
nn 13. Dec. 1250 in Fiorentino. F. war 
3 gebilveter Fürft voll großartiger Ent- 
ler Abfichten. Er befchligte die Wiflen- 
ftete in Neapel eine liniverfität u. gab 
is be Vineis u. Thaddeus Suefia meile 
Yunften des Hantels, ber Echifffahrt u. 
ohls. Seine Vorliebe für Italien ver- 
feinen Plan, die deutſche Kaifermürbe zu 
rt Macht zu erbeben, welche er anftrebte; 
mb (Geſch.) VIII. m. Neapel (Geſch.). 
Sujet zu Immermanns Tragdbie: Kai⸗ 
b II., Hamb. 1829, ı. zu einer ber bra- 
Didtungen in Ranpachs Hohenftaufen. 
zmählt feit 1208 mit Konftanzia von 
1212); in zmeiter Ehe feit 1225 mit 
ſ'ochter Johanns von Brienne, Könige 
lem (fl. 1228); in britter Ehe ſeit 1235 
ı, Tochter des Könige Johann von Eng- 
11); feine Kinder waren: aus erfter Ehe, 
18 zweiter fein Nachfolger Konrad IV.; 
Che, Heinrih, Titularfänig von Jeru⸗ 
Margarethe, Gemahlin des Lanbgrafen 
n Thüringen; Enzio u. Manfred, König 
n, u. Anna, Gemahlin bes byzantini⸗ 
x8 Vatakos, waren natürliche Kinder 
Er fr. ein Tateiniiches Werk Über tie 
‚ befte Ausg. von Schneider, Lpz. 1758. 
und, Geſchichte Kaifers F. IT., Züllich. 


1792; Huillard⸗Brehollet m. H. be Wibertis be 
@uynes, Hist. diplomatica Friderici II., Ber. 
1852—57, 5 Bde.; Abel, Kaifer Otto IV. n. König 
5. I, Bert. 1856 3) %. III., der Schöne, 

ohn bes Herzogs Albrecht L von u. 
ber Eliſabeth von Kärnten, geb. 1286; kam im 
Oſterreich 1308 zur Regierung, wurde aber 1314 
zum Deutfhen Könige gewählt u. von feinem 
Gegenkonig, Ludwig dem Baier, 1322 bei Mühl⸗ 
* gefangen. Mit feinem Gegner, Ludwig, Woh⸗ 
mung u. Gefellfchaft theilend, blieb er in ber Ge⸗ 
walt deſſelben bie 1325, wo er unter bem Ber- 
fprechen,, ber Krone zu entfagen, freigelafien wurbe. 
Als er dies Berfprechen nicht halten Konnte, ba feine 
Partei ihn ale Kaifer anerkannte, Tehrte er freiwillig 
nah Münden zur Haft zuräd. Ludwig, ſolche 
Treue anertennend, fette das frübere unbes- 
verhältnig mit & fort u. Übertrag ihm ſogar, als 
er 1327 gegen Polen zog, die Verwaltung feiner 
baierifhen Erblande u. mollte ihn ſelbſt zu feinem 
Mitregenten annehmen, was aber bie Reichefürften 
nicht bewilfigten. F. zog fi num auf den Gutten⸗ 
fein zurück, wo er rommen Betrachtungen lebte ır. 
13. Ian. 1330 farb. Seine Gebeine wurden in 
dem von ihm geftifteten Klofter Mauerbach beigeſetzt 
u. 1753 nah Wien in ben Stephaneben über- 
geführt; ſ. Deutſchland (Geſch) X. u. Oſterreich 
(Geſch.). Er war ſeit 1315 mit Iſabelle, Tochter 
bes Königs Jakob I. von Aragonien, vermählt (ſt. 
1330); feine beiten Söhne farben jung. VBgl. Fr. 


Kurz, Öfterreich unter F. dem Schönen, Linz 1818. 
4) F. IV., Sohn des Herzogs Ernf des Eifernen 
von Eſterreich u. ber Eymburgis von Maſo⸗ 


vien, geb. 21. Septbr. 1415 m Imnebrud, 
folgte 1424 ale %. V. feinem Vater in er⸗ 
reich unter Vormundſchaft, wallfahrtete nach dem 
Gelobten Lande u. trat, münbig geworben, 1435 
mit feinem Bruber Albrecht dem Berſchwender 
die Regierung in Steyermark, Krain u. Kärnten 
an, wurde bald nach dem Tode feines Bruders u. 
Vetters Vormund ilber bie Primen ber beiden an⸗ 
beren Linien, von denen noch bie Linie Nieder⸗ 
Ofterreich Ungarn u. Böhmen befaß. 1439 wurde 
er nad Kailer Albrechts II. Tode am Kaiſer ge- 
wählt u. 1442 in Aachen gefrönt. Uber feine un⸗ 
ruhige Regierung als Erzberzog in — u. ale 
Kaifer, ſ. Deutichland (Seh) XI. u. Ofterrei 
Geſch.). 5. fl. 19. Aug. 1493 in Lim. den 
letzten Jahren feines Lebens mar ihm ein Bein abe 
genommen worden. Er war feit 1452 vermählt 
mit Eleonore, Tochter des Könige Eduard von 
Portugal (fl. 1467); feine Kinder waren: Mari- 
milian I., fein Nachfolger, u. Kunigunde, uk 
lin des Herzogs Albrecht bes Weifen von Batern. F. 


‚war bei alfer Unthätigkeit Doch ein geiftreicher Mann, 


der Die Wiffenfhhaften, bei. die Botanik u. Aſtro⸗ 

logie, liebte; er hr. ein Tagebuch, welches ſich in 

Lambeeii Diar. itin. cell, u. deſſen Prodr. hist. 

findet. Vgl. Br. Kurz, Ofterreih unter Kaifer 
. IV., Wien 1812, 2 Bde.; Chmel, Geſchichte 
aifer F. IV., Hamb. 1540 — 43, 2 Bde. 

B) Könige: 23 Von Böhmen: 58) F., f. Fried» 
ib 143). Bd Bon Dänemark: 6) F. J., der 
Friebliebende, jüngerer Sohn Chriſtians L., 
aus deſſen zweiter Ebe mit Dorothea von Branden⸗ 
burg, geb. 1456, nach And. 1471, er war bei ſeines 
Vaters Tode 1481 zum Herzog von Schleswig u. 
Holftein beftimmt, erhielt aber von leinem Bruder, 


72% 


Kı:ig Johann I., 6108 einen Theil von Holſtein, 
baron Bottorp die Hauptſtadt war, mwurbe, ale 
Johanus I. Sohn, König Chriftian IL, vom Throne 
vertrieben wurbe, 1523 son den däniſchen u. fpäter 
von ben normwegiichen Ständen zum König gewählt 
u. regierte bis 1533, wo er ftarb, |. Dänemarf 
(Geſch.) III. Er mar vermäblt jeit 1500 mit Anna, 
Tochter bes Kurfürfien Johann von Brandenburg 
(ft. 1514), u. in ziveiter Ehe feit 1518 mit Sopbie, 
Zchhter des Herzogs Bogiflam IX. von Pommern 
(ft. 1568) ; fein Eobn aus erfler Ehe war fein Nach» 
folger Chriftian III.; Söhne aus ter zweiten Ehe 
waren: Johann, Abolf, Derzog bon Schleswig u. 
Holſtein⸗Gottorp, u. Friedrich, Bilchof von Hildes⸗ 
beim n. Schleswig. 7) F. II., Entel bes Vor., 
Sohn Chriftians III. u. der Dorothea von Sachfen- 
Lauenburg, geb. 1534, folgte feinem Vater 1559 
u. regierte bis 1588, f. u. Dänemark (Geſch.) TIL. 
Er war feit 1552 vermählt mit Luiſe von Mecklen⸗ 
Burg; feine Söhne waren: Chriſtian IV., fein Nach 
folger, Johann u. Ulrich, Biſchof von Schwerin. 
8) 5. IIL., Entel des Vor., Sohn Chriftians IV. 
u. ber Anna Katharina von Brandenburg, geb. 
1609, folgte feinem Bater 1648 u. regierte bie 
1670, wo er am 19. Febr. ftarb. Er mar ein eifri« 
ger Alchymiſt u. verſchwendete dadurch mehrere 

illionen Thaler; über ihn |. Dänemark (Geſch.) 
III u. IV. A). Er war vermäblt jeit 1643 mit 
Sophie Amalie, Tochter des Herzogs Deorg ven 
Braunſchweig ⸗ Lüneburg, welde ihm jeinen Nach- 
folger Chriſtian V. u. mehrere Züchter gebar. 9) 
F. IV., Entel des Bor., Sohn Chriftians V., geb. 
1671, folgte feinem Vater 1699 u. regierte bi® 1730, 
|, Dänemart (Geſch.) IV. Aa) u. Nordiſcher Krieg. 

r war vermählt feit 1695 mit Quife von Medien- 
burg u. feit 1721 mit der fchon früher von ihm ge- 
liebten Gräfin Anna Sophie von Reventlow. Sein 
Sohn aus erfter Ehe war Chriftian VI. Vgl. 4. 
Buſſäus, Leben od. hiftoriiches Tageregifter ber 
sornehmften Begebenheiten %-8 IV., Kopenb. 1782. 
10) F. V., Sohn Ehriftians VI. u. der Sopbie 
Magdalene von Brandenburg, geb. 31. März 1723, 
folgte feinem Vater 1746—66, mo er am 14. Ian. 
ftarb. Beſonders begünftigte er Künfte, Wiſſenſchaf⸗ 
ten, Gewerbe u. Handel ; |. Dänemark (Geſch.) IV. A). 
Er war vermählt feit 1743 mit Luiſe, Tochter bes 
Könige Georg II. von Großbritannien (fl. 1751), u. 
jeit 1752 in zweiter Ehe mit Juliane, Tochter bes 
Herzogs Ferdinand Albrecht von Braunfchweig 
(ft. 1796); feine Kinder: Ehriftian VII, fein Nach» 
folger; Friedrich; Sophie, Gemahlin des Königs 
Guſtav III. von Schweben; Wilhelmine, Gemah⸗ 
lin des Kurfürften palm I. von Hefien; Luiſe, 
Gemahlin des Landgrafen Karl von Heflen. 11) 

. VI, Sohn Chriftians VII. n. der Karoline 

athilbe von England, geb. 28. Jau. 1768, wurde 
1784 Mitregent feines Vaters u. 16805 König u. ftarh 
am 3. Dec. 1839 ; |. Dänemart (Geſch.) IV. A) u. B). 
Er war vermäblt feit 1790 mit Dearie, Tochter 
bes Landgrafen Karl von Heffen - Kafiel; feine bei⸗ 
den Sähne ftarben früh; von feinen Töchtern ift 
Karoline vermählt an Ferdinand, Erbprinzen zu 
Dänemart, u. Wilhelmine in zweiter Ehe mit Karl, 
Herzog zu Hofftein - Sonberburg - Glüidsburg. Ihm 
wurde 1845 ein Denkmal auf ter Schloßinfel bei 
Skanderborg geiett. 12) F. VII., Karl Chri- 
flian, geb. 6. Octbr. 1808, Sohn bes Könige 
Ghriftian VIII. u. der Prinzeffin Charlotte Frie⸗ 


Friedrich (Könige von Dänemark, Neapel u. Preußen) 


berife von Mecklenburg⸗Etreſitz, folgte fein 
ter am 20. Jan. 1848; f. u. Dänemart 
IV.B)u.c). Gr war vermäßlt zuerk Ik 
Brimeffin Wilhelmine von Dänemarl, gı 
1837, dann 1841 mit Prinzeffin Karol 
Medienburg - Strelig , geichieben 1846; fei 
1850 morganatifch mit Luiſe Rasmufien, y 
Dauner erhoben. Selbſt ohne legitime 
unterzeichnete er am 31. Juli 1953 bie A 
durch der Prinz — von Giädsk 
Ausfterben bes däntichen Mannesftammes 
zum Zhronfolger ernannt wurde. c) Bouꝰ 
18) 5.vou Aragon, zweiter Sohn Ferdi 
Könige von Neapel, aus dem Haufe Ar: 
hielt nach bem Tode feines Neffen, Ferdie 
welcher 1496 ohne Kinder farb, dae 
Neapel, wurde aber von Ludwig XIL u 
reich 1504 u. durch bie Zreufofigleit 
des Katholiſchen (welcher unter ber 
Apulien u. Salabrien für fich zu behalten, 
Bertrag eintilligte, fein Heer mit dem fra 
Deere zuvereinigen u. bie Stabt Neapel neb 
ihm anvertrauten Plätzen an Frankreich 
geben), gezwungen, bie Krone nieberzulg 
mit dem Herzogthbum Anjou zu begnügen. 
fortan in Tours u. fl. 1504. Gr war ven 
1478 mit Anna, Techter des Herzogs Amı 
Savoyen, u. in zweiter Che mit Iſabella d 
Er war ber legte ber Könige von Neapel aı 
niihem Stamme; f. Neapel (Geic.), | 
Söhne, Yerbinand, Herzog von Calabrien 
Infant von Aragonien, u. Cäſar, farb 
außer Landes. HBonPBolen: 14) 5.4 
u. 15) N Auguf II, f. Auguft 17) 
e) Bon Preußen: 16) %., ale König v 
Ben F. I., als Kurfürft von Brandenburg 
Sohn %. Wilhelms des Großen Kurfürk 
Prinzeſſin Luife Henriette von Uranien, gel 
1657 in Königsberg, folgte feinem Bater 
fürft 1688 u. este fih u. feiner Gemahlu 
Kurfürft von Sachſen die pelniiche Kre 
Kurfürft von Hannover die Ausficht a 
liihen Thron erlangt hatte, indem er 
durch Veriprehungen von Gelb u. Irı 
wann, am 18. Jan. 1701 in Königsberg 
auf. Alle Mächte, mit Ausnahme des I 
Frankreichs, erfannten ihn als König 
feine Regierung |. u. Brandenburg (Grid 
u Breufen (Geſch.). F. fl. 25. Febr. 1713 
vermählt jeit 1679 mit Elifaberh Heurien 
bes Sandgrafen Philipp VI von He 
(ft. 1683); im zweiter Ebe feit 1684 m 
Charlotte, Tochter bes Herzogs Ernft A 
Hannover (fl. 1705), u. in britter Ebe ſeit 
Sophie Luije, Tochter des Herzogs 5. von 
burg⸗Grabow (fl. 1735); feine Zocker ı 
war Luife Dorothea, Gemahlin bes Käni; 
Schmeben; fein Sohn aus zweiter Ehe ii 
foiger F. Wilhelm. Vgl. Paſendorf, D 
gestis F. III, Berl. 1786; F. Horn, 
Kurfürft von Brandenburg, erfier @önig d 
Ben, ebd. 1816; 5. Förfter, F. With. L 
1834 f., 3 Bde., dazu Urkundenbuch, n.! 
2 Bde. 17) 5. Wil helm J., Sobn rot 
ber Sophie Eharlotie von Hannover, geb 
1688, folgte feinem Water 1713 ale Kcuiy 
fürft; er war ein ſtreuger u. fpariımt 
nahm Theil am Nordiſchen Kriege 1715 


Briedri (Könige ven Preußen) 


ieden Vorpommern; f. Preußen li 


ſt. 31. März 1740. Gimme im 
dere Natur, aber in vieler Bezie⸗ 
sig, bielt F. Wilh. I. mit unerſchüt⸗ 
ırrfinn an vielen Sigenbeiten u. Lieb⸗ 
t, wodurch er oft zu Ungerechtigkeiten 
ı Mißgriffen verleitet wurde. Leiden⸗ 
te er große Soldaten u. fchente ferne 
ans ganz Quropa ein Sartebataillen 
miammenzureiben. Wiftenichaften u. 
te er gering, forgte dagegen für Die 
der materiellen Hülfsquellen feines 
üffiggang haßte er u. ließ nicht ſelten 
ertreter bie Gaſſen kehren. Abm ver- 
Schn u. Preußen viel von ihrer Größe, 
rfterem ein wohlgerũſtetes Heer von 
nn. einen Schatz von mehr ale S Mill. 
Seme Abende verbradte er in ber un⸗ 
ı Gefellfchaft feines Tabakecolleginme 
war vermäblt ſeit 1706 mit Sophie 
ochter Georg Ludwigs, Kurfürften von 
Könige von England (ft. 1757); Diele 
5. II., feinen Nachfolger; Auguft Wil- 
des Könige F. Wilhelm II., Heinrich, 
I. 2uife Ulrile, Gemahlin bes Känige 
Schweden. gl. 8. F. von Benden- 
keriftil aus dem leben F. W. I., Berl. 
2 Stüde; J. P. Erman, Instruction 
ır le Roi F. Guillaume I. au prince 
ı pour la campagne du Rhin, Berl. 
‚enftern, Über F. Wilh. I., Braunſchw. 
Srfter, Geſchichte F. Wilh. I., Potéb. 
ide. 18) F. II., der Große od. der 
Sohn bes Vor. u. der Sophie Dorothea 
er, geb. am 24. Ian. 1712 in Berlin; 
od von zwei Älteren Brüdern wurde er 
inz. Den erften Unterricht verbankte er 
erin feine® Vaters. der vermittmeten 
Rocoules, u. einem franzöfiichen Pro- 
uban de Jandun; vom fiebenten Jahre 
General Graf von Findenfein u. der 
Ralkftein feine Erziehung. Bon feinem 
er hatte er früh viel zu leiden, ba er 
haften n. Klinften, welche jener ver⸗ 
than war u. ſich mebr zu feiner Diutter 
ter hinneigte, jo daß biefer fogar mit 
ging, ihn zu Gunſten feines jüngeren 
uguſt Wilbelm, ven ber Threnfolge 
n. Der Prinz, melchem bie firenge mi⸗ 
ht, unter ber er gehalten wurde, zu⸗ 
verfuchte e@, 18 Jahre alt, heimlich 
aus nach England zu feinem Obeim, 
zu entflieben:; da fein Vorhaben aber 
te, fo ließ ihn der König 1730 nad 
renge Daft bringen. Der König, wel- 
Zohn duch ein Kriegsgericht ale De- 
Tode verurtbeilen faffen wollte, konnte 
die Verwendung bes kaiſerlichen Hofes 
6 von Polen ven diejem Echritte ab» 
rden; doch wurde 6 Liebling, Der 
on Katt, welcher zur Flucht Anlaß ge 
begleitet hatte, vor ben Fenftern Des 
yauptet u. ein anderer Miitſchuldiger, 
er Feldmarſchall, konıtte einem ähn⸗ 
al nur durch die Flucht entgeben. 
iger Saft murße ber Kronprinz wieder 
Hi geftellt u. milber bebantelt. Er ar- 
‚ ehe eran ten Hof zurädlehrte, ale 


72% 


jüngſter Kriegeratb an ber Domänenlammer im 
Küftrin. Wäbrend bes Arreſtes batte ibm fein Ba⸗ 
ter vergebene bie Freiheit, fo mie Die Erlaubniß zu 
reiten u. zu ſtudiren antragen laſſen, wenn er dem 
Throne entiage. Der Kronprinz erflärte, baß er 
dazu bereit jei, wenn fein Pater erfiäre, daß er nicht 
jein Sohn ſei, u. von dieſer Zeit an war von dem, 
bie ebeliche Treue über Alles bodhihägenden König 
nicht mebr von der Sache bie Rede. Seit 1733 
lebte er in Reineberg, wiſſenſchaftlich beichäftigt, be⸗ 
gleitete 1734 feinen Vater im Polniſchenẽnigẽowahl⸗ 
krieg u. zum Feldzug an ben Rbein u. lernte tert 
ten Prinz Eugen von Saveven perfänlich kennen. 
Seit 1740, nach feines Vaters Tote zum Throne 
gelangt, entfaltete FR II. raſch feine großen 
Herrſchertalente nidt nur als Beltberr im Kriege 
u. ale Meiſter in der Diplomatie, fontern auch als 
Beförderer ter geiftigen u. materiellen Wobltahrt 
feines Volles. Der Ausgangépunkt feines Stre⸗ 
bens mar, Preußen zu einer mit Oſterreich rivalifi- 
den Macht zu erheben u. Rang u. Anfehen mit den 
übrigen europäiſchen Königen zu theilen. Gleich 
nad Kaifer Karla VI. Tode trennte er fich daber 
ven ber öfterreichiichen Allianz, ohne Die von feinem 
Bater garantirte Pragmatiiche Sanction zu achten, 
u. machte alte Anſprüche auf einige fchlefifche Fürften- 
tbiimer geltend. Als Maris Therefia tieie zurüd- 
wies, begann er ben erften Echlefifchen Krieg (i. d.) 
n. erhielt den größten Tbeil von Schlefien. Der 
zweite Schlefifche Krieg (ſ. b.) endete nicht minter 
glücklich 1745 durch den Vertrag in Dresten, wel, 
her den Breslauer Frieden beflätigte. Die näch⸗ 
fien Jabre wanbte er zu inneren Nefornen m. zur 
beſſeren Irgarijation des Heeres au. Als ihn 1756 
eine von Ofterreich zu Stande gebrachte Coalition 
bebrobte, fam er ben Gegnern zuvor u. begann ben 
Eiebenjäbrigen Krieg ıf. d.), aus welchem er troß 
ber Ubermacht u. ber Zahl feiner Feinde 1763 fieg- 
reich beroorging. Mů Sachen verfocht er die In- 
tegrität Baierns im Baierifhen Erbfolgekrieg bis 
zum Frieden von Teichen (ſ. Baierifcher Erbfolger 
frieg), erwarb in ber erfien Theilung Polens 1772 
Polniſch Preußen u. Großpolen bis an bie Netze u. 
ſchloß gegen tie Vergrößerungspläne Ofterreichs 
1795 mit Sachſen, Hannover u. anderen den Deut- 
ſchen Fürſtenbund. Er flarb den 17. Aug. 1796 
in Sansfouci. Obmohl %. d. Gr. das Königthum 
als Seibfiberrichaft in demſelben firengen Sinne 
auffaßte wie fein Vater, fo war er doch eben fo weit 
wie Liefer Davon entfernt, die Schranten zu verken⸗ 
nen, welche tie Gebote der Pflicht u. des Rechte 
ter Herrſcherwillkür fetten. Er identifleirte feine 
Perſon mit dem Staate, aber nicht wie ZubwigXIV., 
indem er das Staatsmwohl feinen perjönlichen Nei⸗ 
gungen u. Wünſchen unterorbuete, ſondern viele 
mehr, indem er das Wohl des Ganzen ale fein 
eignes betrachtete. Infofern nannte ex ſich ſelbſt den 
erften Diener bes Staates, u. bie bobe fittliche 
Auftaffung feines Königlichen Berufes war es haupt- 
füchlich, welche den fiegreichen König zu weifer Mä- 
Bigung der friegeriichen Ruhmbegierde führte u. 
ibn ben Krieg nur al® Mittel betrachten ließ, bie 
Segnungen des Frievens in Künften, Wiflenchaf- 
ten u. Gewerben über fein Land zu bringen. Wie 
aber ter König das ererbte Herricheramt ale einen 
inlichen Beruf auffaßte, fo verlangte er auch von 
ven Beamten bes Staates, daß jeder fein perſön⸗ 
liches Intezeffe dem Dienſte des Ganzen unter⸗ 


726 
ordne, n. erzielte baburcch eine Ordnung u. Punkt⸗ 
lichkeit in ber Verwaltung, weldye an militärifche 
Difeiplin angrenzend, zwar oft etwas Peinliches ıı. 
Druckendes hatte, aber dem Staate eine große in- 
nere Seftigleit verlieh, deren derſelbe bei feinen zuſam⸗ 
mengewärfelten Lanbestbeilen, feiner geringen hi⸗ 
orifihen aner u. feiner Ianggeftredten Grenzen 
boben Grabe bedurfte. Der Grundzug feiner 
Regierung war ber ber Gefetzlichleit, u. die firenge 
Handhabung des Rechts ohne Anfehen der Perjon 
hob die fittliche Kraft des preußifchen Volkes u. gab 
demfelben, vereintmit ben friegerifchen Helbenthaten 
des Könige, das Bewußtſein bes nationalen Zuſam⸗ 
menbange. In der äußeren Bolitit war F. indeß 
weniger bebenflih von dem firengen Rechte abzu- 
geben, wo e8 einen politifhen Vortheil wahrzu⸗ 
nehmen galt, aber bie politifche Praxis feiner Zeit 
u. der kurz vorhergegangenen Beriode Ludwigs XIV. 
läßt dieſen Borwurf in einem milden Lichte erſchei⸗ 
nen. Der Kirche gegenüber verhielt ſich F. perſön⸗ 
lich indifferent, aber die Toleranz, welche ein zwei⸗ 
ter aupigrunbing feiner — war, war 
nicht ein Ausflug dieſes kirchlichen Indifferentis⸗ 
mus, ſondern ein wohlerwogenes politiſches Prin⸗ 
cip, welches F. als das Haupt ber proteſtantiſchen 
Furſten des Continento charakteriſirte u. der Staats⸗ 
ewalt eine noch feſtere Grundlage verlieh, indem 
ieſelbe ſich von der Kirche unabhängig machte. Wie 
F. der franzöftigen Modephiloſophie ergeben war 
n. in biefer Beziehung die Schwächen einer Zeit 
theilte, fo wangelte ihm auch aller Sinn für das 
wiebererwachenbe geiſtige Leben des beutfchen Vol⸗ 
les, u. in bem Kampfe gegen bie franzöfiiche 
Herrſchaft auf bem Gebiete ber Wiffenfchaft u. 
Kunſt fiand er ſelbſt auf Seite der Franzoſen. Von 
Voltaire eingenommen, fprach u. jchrieb er gern 
franzöſiſch, u. feine hiftorifchen u. politiichen Schrif⸗ 
ten gehören den wichtigſten Gejchichtsquellen 
feiner Zeit. Weniger glücklich war er in ber Poeſie. 
In feiner äußeren Erjcheinung zeigte er fich Ichlicht 
u. einfach u. die Popularität feiner Perföntichkeit 
ſpricht fi in einer großen Menge von Anelpoten 
aus, welche noch im Munde des Volkes fortieben. 
Ein Krüdftod war faft immer jein Begleiter, fein 
Lieblingsaufenthalt das von ihm erbaute Schloß 
Gansfouci bei Potsdam. Hier fürchte er fih für 
den Mangel häuslichen Glückes durch Umgang mit 
Gelehrten u. Schriftftellern, turh Natur» u. 
Kunſtgenüfſe zu entſchädigen. Gegen Ende feines 
Lebens wurbe 5. von gahr zu Sabr mißmutbiger, 
je mehr fich der Kreis feiner gelehrten Genoſſen 
in Sausſouci lichtete. Das Gefühl der Verein- 
famung drückte ihn eben jo fehr, wie ihn bie un- 
anälfigen Berleumbungen empörten, denen er faft 
überall in Europa ausgejett war. Als er ftarb, 
empfand ganz Europa feinen Tob als ein tief- 
einſchneidendes hiftorifches Ereigniß. Eine Reiter- 
flatue in Berlin (feit 1851) u. ein Stanbbilb in 
Breslau find dem Andenken 5-8 gewidmet; außer- 
bem wurbe ibm 1854 bei Leuthen ein Siegesbent- 
mal errichtet. Er war feit 1733 vermählt mit Eli» 
fabeth Chriftine, Tochter des Herzogs Ferdinand 
Albrecht von Braunfchmeig-Bevern; ta er hbiele 
Ehe gegen feine Neigung, auf Befehl ſeines Vaters, 
hatte eingehen müſſen, fo lebte er von feiner Ge⸗ 
mahlin getrennt, obgleich er fie jehr hech achtete. Er 
binterfieß feine Kinder, daher folgte ihm fein Neffe, 
ende. Fes wichtigfte, fa in alle Sprachen 


Friedrich (Könige von Preußen) 


Überfehte u. ſammtlich ohne feinen Ram 
nene Schriften find: Anti-Macchiar 
1740, 4. Aufl. 1759; Me&moires pour 
l’bistoire de Brandenbourg, Berl. 17! 
3. Aufl. 1767; Oenvres ou Po&sies dr 
philosopho o Sanssouci, ebb. 1160; 
tion militaire, ebb. 1770, 3..Xufl. 179 
de Voltaire, ebd. 1778; BReflexions a 
lents militaires ut sur le caractere 
les XII., £p3. 1786; Oeurvres posthı 
bält: Histoire de mon temps, Histe 
uerre de sept ans, kleine philofophi 
eipräcdhel, Gebichte ꝛc.), Berl. 1788, 
Suppl&öments aux oeuvres posthuj 
1789, 6 Bbe.; Oeuvres completes, 
2pz. 1790, 20 Bbe., n. Ausg. Poteb. 
Bde.; beutich find F⸗0 Werte üiberjekt 
Biefter, J. F. Zöllner, 3. D. Sander 
den Suppfementen, Berl. 1789, 19 Bde 
ſtändigſte auf Befehl des Könige Fri 
beim IV. von ber Alademie m Berlin x 
Prachtausgabe ber Werke Fes des re 
Berl. 1846—57, 30 Bde. Briefwechſe 
spondance familiere et amicale 
eri. 1787, 2 Bbe.; F. II. Eorreip: 
Voltaire, Berl. 1789—90,, 4 Bde.; Cr 
de F.II. avec Mr. Duhan de Jat 
1791; Correspond. entree entre F 
Marquis d’Argenson, Königsb. 175 
(beutichebb. 1798); Lettresineditesde 
Mr. et Madame de Cames, Berl. 1$4 
Briefe an feine Berwanbte, aelhriehen i 
ren 1732—1739, ebd. 1838. Uber ihr d 
berg, M&moire sur la dernitre ann 
Berl. 1787; Seyfrieds Lebens- u. 9 
gefchichte F. IT. &pz. 1784— 1788, 3 © 
Geſchichte F. II., Halle 1757, 2 Thle. 
mann, Über F. d. Gr., ebd. 1755; 7 
ment über F. b. Gr., ebd. 1790, 3 
fing, —5 — F. rg 1755 . 
trag zur Regierungsgeichichte 8. IL., 
Ch. Denina, —— nr la S, et le 
F. II , Berl. 1788; 3. Bourkais, Poı 
le Grand, Berl. 1788; Röder, De rı 
F. M., Hilbburgh. 1759—90,, 1 Bde. 
der Einzige, Berl. 1790, Bunte, Leben 
F. II., ebd. 1790, n. X. 1806; Game 
ur Schilderung bes Charakters u. der 
'q II., ebb. 1798 f., 2 Bre.; E. ©. 
Charakteriftit F. II., ebd. 1798, 3 Th 
F. II. Boruss. Rex, Regeneb. 1500; 
Über die Gefchichte F. II., ebd. 1505; 
Uber F. II., ebd. 1810; K. v. Seibel, 
feine Gegner, Gotha 1819 f., 3 Bde.: F 
d. Or. Jugendjahre, Bildung u. Geift 
Defi., Leben u. Thaten F. W. d. 
1840 ff.; B. Jomini, Hist. des gue 
deutich von Völbernborf, TÜR. 1S11, 
Minutoli) %. u. Napoleon, eine Para 
1840; (9. %. Unger), Aneftoten u. © 
aus dem Leben F. IL, ebd. 1756 f, 19 
Nicolai, Anekdoten von F. IL., ebt. 1 
6 Hefte; Kugler, Geſchichte %. d. @r., I 
1856; Macaulay, Fr. the Great. ! 
1857; Carlysle, History of Fr. II. 
Neuberg), Berl. 1858. 19) 5 Bi 
Neffe des VBorigen, Sobn tes Brinzen ! 
beim von Preußen, geb. 25. Sert Ii 


Friedrich (Könige von Preußen) 


5. IL, feinem Oheim, nad; feines Batere Tobe 
zum Kronprüngerflärt, machte ben Siebenjähri- 
ı Baierikchen Erbfolgeltieg mit u. folgte F. II., 
[mguft 1786. (Er fanbte 1789 ein Secı nad 
mb, um Die Kechte des Erbſtatthalters, feines 
agers, gegen bie Angriffe ter patrictiichen 
2 au wahren, erwarb 1791 Ansbach u. Bai⸗ 
ſchloß 1792 die Convention ven Pillnig mit 
reich, zu Folge welcher er in ben Franzöſiſchen 
lationotrieg (| b.) verwickelt wurde. In Be⸗ 
uf Polen machte er mit Ruflaud u. Sfterreich 
ufame Sache u. erwarb in ber zmeiten u. 
Zheilung Polens neue Gebietserweiterun⸗ 
Mit Frankreich ſchloß er 1795 ben Frieden 
efel. welcher für das Yanb keinen Gewinn 
R. Über feine Regierung ſ. Preußen (Geſch.). 
m 1I. flarb am 16. Nov. 1797. Er war 

t in erfter Che 1765 mit Eliſabeth, Toch- 
Herzogs Karl von Braunſchweig, geſchie⸗ 
269, u. in zmeiter Ebe 1769 mit Luife, 
bes Landgrafen Ludwig IX. von Heflen- 

t (ft. 1505); feine Kinder aus erfter Ehe: 
, Semablin bes Herzogs Frietrih von 
‚auß zweiter Ehe: Friedrich Wilhelm III, 
folger, u. tie Prinzen durwig Heinrich u. 
({f. d. a.); Wilhelmine, Gemahlin bes 
Bilhelm I. der Niederlande, u. Auguſte, 
bes Kurfürften Wilhelm IL. von Heſſen⸗ 
feine beiten Kınber von der Gräfin Sophie 
E Friederike v. Dönhoff, |. u. Graf v. Bran- 
Ein Denkmal wurde ihm zu Ruppin er⸗ 
Bgl. ( F. v. Coln) Vertraute Briefe über 
Verhältniſſe am preußiſchen Hofe feit 
F. II., Amſterd. 1807- 1809, 6 Thle.; 
nz, Leben u. Thaten F. W. II., Berl. 1798; 
Berfuch einer Darfiellung feines Lebens, 
798; L. Ph. v. Segur, Geſchichte der ver⸗ 
men Begebenheiten u. ber Regierung %. 
aus dem Franzöſiſchen, Ypz. 1801. 20) %. 
iefm III, ältefter Sohn des Vorigen u. Lu⸗ 
om Heflen - Darnıftadt, ger. ten 3. Auguft 
; machte ale Prinz tie Rheincampagne mit 
"= 16. November 1797 nad feines Vaters 
Sie Regierung an. In feiner Sorge für 
wrbeflerung tes Staatshaushaltes u. Der 
Mtsıng binterten ihn vielfach Die europätfchen 
Belungen, welche der Franzöſiſche Revolu⸗ 
zur Folge batte. Wegen ter Verletzung 
achſchen Gebiets durch Fraukreich ſchloß er 

e Sſterreichiſch⸗ruſſiſchen Allianz gegen Frank⸗ 
a, trat nad der Schlacht von Auſterlitz zu⸗ 
bes Vertrages in Wien 15. Nevember 1805 
üb, Baireuth, Kleve u. Berg gegen ten Beſitz 
muover an Frankreich ab, wodurch er Eng⸗ 
m Juni 1806 zur Kriegserflärung veran- 
Spater der Allianz mit Rußland u. Eng» 
egen Frankreich beitretent, wurde er mit die⸗ 
s einen unglüdlihen Krieg verwidelt n. 
ben 9. Juli 1507 den nachtheiligen Frieden 
fit ſchließen, worin Preußen miehr als bie 
jeiner Staaten verlor. Während bes Frie⸗ 
üchte er in dem ihm verbliebenen öſtlichen 
einer Monarchie das öffentlihe Webt mit 
eilter Dingabe zu fördern, bis ihn tie Allianz 
tanıtzeich 1912 nöthigte, gegen Nußland bie 
2 zu ergreifen. Der unglüdliche Ausgang 
ßen Arınee, welche Napolcen nach Moekau 
‚, beftimmte ihn, die Allianz mit Frankreich 









727. 


aufzugeben u. fih mit Rußland u. England gegen 
Napoleon zu verbinden. Seinem patriotiſchen A 
rufe an das preußiiche Volk 1813 erfolgte die 
fenerhebung deſſelben gegen bie Fremdherrſchaſft, 
welcher durch die Schlacht bei Leipzig dad Ende ber 
reitet murde. Seinen energiſchen Anftrengmgen 
nah ter Rüdtehr Napeleons von Elba mar es 
hanptſächlich zu Darren, Daß Die Macht des Kaifers, 
noch ehe er bie deutſche Grenze überſchritt, in ber 
Schlacht bei Waterleo gebrochen wurde. Im Wie 
ner Congreß erlangte er für feinen Staat eine Ge⸗ 
biet8ermweiterung um mehr als tie Hälfte feines 
früheren Umfangs. 1815 befuchte F. W. III. ven 
Kaiſer Alexander von Rußland ır. wohnte dem Con⸗ 
reß von Aachen, je wie 1820 ı. 1822 denen von 
Frorpau u. Verena bei. Er ftarb ben 7. Juni 1840. 
Über feine Regierung f. n. Preußen (Geſch.). Ihm 
find Dentimale in Teplig (1941), in Poſen (1843), 
Botstam (1545), Berlin u. Stettin (1849) u. RB 
nigsberg (1651) errichtet. Vermäblt war er feit 24. 
Dec. 1793 mit Luiſe, Tochter des Herzogs Karl II. 
von Medienburg- Strelig, mit ber er in ber zärtlich⸗ 
ften Gattenliche Ichte; fie ftarb 19. Juli 1819; zum 
zweiten Male vermäbhlte er fich in morganati 
Che, 9. November 1824, mit Augufle, geb. Gräfle 
Harrach, zur Fürſtin won Liegnih u. Gräfin von 
Sohenzollern erhoben. Seine Kinder aus erfter 
Ehe: —*8 Wilhelm IV. ſein Nachfolger; Wil⸗ 
helm, jet Prinz⸗Regent ven Preußen; Charlotte, 
als Alexandra Gemahlin bes Kaiſert Nikolaus von 
Rußland; Prinz Karl; Aleraudrine, Gemahlin des 
Großherzoge Paul Frietrih von —— 
Schwerin; Luiſe, Gemahlin des Prinzen Erich ch 
von der Riederlande, u. Prin Albrecht; ein Prinz 
u. eine Prinzeſſin ftarben in fruͤhem Alter. Er fchr.: 
Luther iu Beziehung anf bie preußiſche Kirchenagende 
von 1822 u. 1823, Verl. 1827; Reminifcenzen aus 
ber Campague 1792 in Frantreich u. Journal meiner 
Brigade in der Campagne am Rhein 1793. Über 
ihn vgl. Jahrbücher der preußiichen Monardie u. 
der Regierung F. W. III., Berl. 179S— 1801, 4 
Bde; Greufen in ben Jahren ber Leiden n. ber 
Erhebung; Abriß einer Gefchichte des preußiſchen 
Stantes unter 5. W. IIT , ebd. 1817; 5 Ben⸗ 
enberg, F. W. III., %p3. 1821; F. W. IIL, ein 
enkmal dankbarer Erinnerung an feine Regierung, 
Berl. 1810; F. W. TIL, eine biographiſche St 
Halberfi. 1840; K. F. Kiöder, Lebens- u. Regie- 
rungsgefichte F. W. III., Berl. 1841; & ®. 
Ebert 1840; 9. Döring, F. W. LIT. Pebens- u. 
Regierungsgeihichte, Quedlinb. 1841; ©. 8. Henfe, 
5. W. II. u. die berühmteften Männer des peu 
ßiſchen Staats, Sangerb. 1841; F. W. MI. Ieter 
Wille, Berl. 1841; Eylert, Charafterzüge aus bem 
Leben F. W. III., Magdeb. 1842—46, 3 Be, 


auch 1547. 21) F. Wiſhelm IV., Sohn bes Bo» 
rigen u. Zuifens, Prinzeſſin von Medienburg-Sire- 
li, geb. am 15. October 1795; machte alle Felb⸗ 


zuge des preußifchen Heeres von 1813— 1815 mit, 
wurde von Delbrüd, Savigny, Scharnhorft, ſne⸗ 
ſebeck, Ritter, Lancizolle, Schinkel u. Rauch unter⸗ 
richtet u. bereiſte dann alle Provinzen des preußi⸗ 
ſchen Staates. 1810 kam er nach feines Vaters 
Tode zur Regierung. Mit großen Geiſtesgaben 
auggeftattet, im Wefit einer umfaffenten Bildung 
beganıt er jeine Negierung mit liberalen — 
indem er den politiſch Verfolgten u. wegen Theil⸗ 
nahnie an den ſogen. demagogiſchen Umtrieben Ges 


728 Friedrich (Könige von Preußen, Sicilien, Sachfen u. Württemberg 


fangenen Amneftie ertbeilte u. ven Drud ber Cen⸗ 


Vaters auf die eventuelle Thronjelge I 


{ur erleichterte. 1847 ordnete er im Vereinigten | nach dem Tode des Kenigs Anıon 6.. 


Landtage eine Gefamntivertretung des Landes, aber 
obne 6 
ceffionen drängten ihn tie Ereigniſſe des Jahres 
1848, wo er während ber Berliner Märztage mans 
chen Kränkungen ausgejettt mar. 1849 fehlug er Die 
deutſche Kaiſerkrone aus, welche ihm die Srantiurter 
Nationalverſammlung anbot, ſ. u. Deutſchlaud 
GGeſch.) XIII. C) A). Den Wiſſenſchaften u. ben 
Künſten zugethan, war er dem Kriege abbold u. 
bewahrte auch mäbrend tes Orientaliſchen Krieges 
1854 — 55 eine ftrenge Neutralität. Seine fried- 
liche Politik war der Eutwidelung des nationalen 
Wohlſtandes günftig. Zwei Dial war er Atten⸗ 
taten ausgeſetzt, 1847 u. 1550; das erfte wurde 
von Tſchech, das zweite von Sefeloge verübt, beide 
ohne pelitiihe Motive. Im Dct. 1857 erfrantfte er 
bedenklich u. übertrug 23. Oct. 1858 die Regentſchaft 
befinitio an feinen Bruber Wilhelin, Prinzen von 
Preußen, welcher diefelbe ſchon vorher proviforifch 
eführt hatte. Zur Wieberberftellung feiner Gefund- 
kei begab er ih nach Meran u. Italien. Liber feine 
egierung |. Breußen (Gefch.). Vermählt iſt F. W.IV. 
in tinderlofer Ehe feit 1823 mit Elijabeth, Tochter 
des verfiorbenen Königs Dax von Baiern. N Bon 
Sachſen: 22) %. Auguft I. der Gerechte, 
Sohn bes Kurfürften F. Chriſtian von Sachſen u. 
ber Marie Antoinette, Tochter bes Kaiſers Karl VII., 
geb. am 23. Dec. 1750, folgte feinem Vater 17. Dec. 
763 als Kurfürſt F. III. unter Vormundſchaft 
feines Oheims Xaver u. trat die Regierung felbft 
1768 an. Die Wunden, welche ter Siebenjährige 
Krieg feinem Lande gefchlagen hatte, jute er 
dur) eine weile Staateregierung zu heilen, war 
et Mal (nad) Joſephs II. u. Leopolds II. Tode) 
eichsvicar, nahm Theil am Yaieriichen Erbfolge 
hieg, an dem Franzöſiſchen Revolutionekrieg 1792 
— 1796, rüflete 1805, mit Breußen alliirt, gegen 
vanfreich, focht 1506 für Preußen, dann nach dein 
ofener Frieden 1807 für Frankreich, trat dem 
beinbund bei u. wurde dafür von Napoleon zum 
Könige u. Großherzog von Warſchau ernannt. Er 
elite fein Rheinbiumbscontingent 1809 gegen 
fterreich, 1512 gegen Rußland, erklärte fih 1813 
gegen bie Allürten u. wurde deshalb nach der 
Schlacht bei Leipzig im October 1513 als Gefan- 
gener nad Friedrichsfelde bei Berlin gebracht. 
einem Lande 1815 wiedergegeben, mußte er laut 
Beihluß des Wiener Congreſſes fait bie Hälfte bej- 
jelben abtreten, |. u. Sachſen (Geſch.). Erfi. ven 
5. Mai 1827. Im murten 1750 in Leipzig u. 
1843 in Dresden Denkmale errichtet. Er war ver- 
mählt feit 1769 mit Marie Amalie, Tochter des 
Herzogs Friedrich von Pfalz⸗Zweibrücken (ftarb 
1828), welche ihm eine Tochter, Auguſte (ſ. d. 6), 
ebar. 23) 5. Auguſt IT, ältefter Sehn Des 
rinzen Max u. ter Prinzeſſin Karoline Maria von 
Parma, Neffe des Tor., geb. 10. Mai 1797, beglei— 
tete ben Borigen wäbrend ter Wechſelfälle 1509 
nad) Leipzig u. Frankfurt a. M., 1513 nach Re: 
gensburg u. Brag u. ging 1515 mit feinen Brüs 
dern in das öſterreichiſche Hauptquartier nach Die 
jon, wurde 1618 Generalinajer, 18530 General n. 
Chef ber ſächſiſchen Armee u. machte 1324, 1625 u. 
1828 Reilen nach ben Niederlanden, Paris u. Ita: 
lien. Bei den Unruhen im September 1830 in 
Sachſen wurde er nach der Berzichtleiftung feines 


chließende Stimme an. Zu weiteren Con⸗ an ben 


König. Auf einer Reiie im Tyrol kegrifl 
Seigen eines Sturzes aus dem 
Breunbädhl zwiſchen Imft u. Wens, ai 
1854. Über feine Regierung f. u. Zub 
Er madte, neh als König, zum Theil i 
feiner Yieblingsmiflenfchaft, der Botani 
fen, fo 19835 nad Iftrien, Dalmatien ı 
gre, 1844 nad) Belgien n. Englant. 7 
ihn: der Friedrich» Augufs- Iburm 
(September 1854), auf Dem Berge kei! 
Dresten. Er war vermäblt feit 1619 n 
Tochter bes Kaifers Franz von Ifterrri 
n. in zweiter Che feit 1833 mir Marie, 
Königs Max I. von Baiern. Aus beite 
er keine Kinder, daher folgte ibm iein 
hann. Vgl. Schladebach, F Auguft I 
Sachſen, Drest. 1554. H Ben Schr 
B. geb. 1676, Sohn des Landgrafen & 
en«Kaffel; vermählte ſich 1715 mit 
nore, Tochter König Karls XI. vor 
1719 zum König von Schweden gefrö 
er 1720 mit Bewilligung ber Stäntı 
rung u. ftarb, nuchdem er feit 1730 aı 
von Heſſen⸗Kaſſel gemorten war, 5. 
finderlos. Uber feine Regierung | 
(Geſch.) u. Heflen (Kurfürſtenth.) 3: 
war er feit 1700 mit Dorctbea von 2 
(ft. 1705) vermählt. I Bon Eic 
F. (I.), fo v. w. Friedrich 2). 20) 5. | 
ter Sohn Peters von Aragon u. Cenj 
Schwaben; wurbe, nachdem fen älı 
Jakeb nach der Succeffien in Aragoı 
die Krone von Sicilien 1295 zu Gunſte 
Anjcu verzichtet hatte, Doch 1296 zur 
Eicilien gewählt, friegte gegen Karl, 
Frankreich u. den Bapft u. fl. 25. Jun 
ibn ſ. Sicilien (Geſch). Wr war v 
Eleonore, Tochter des Könige Karl ] 
pel; von feinen Söhnen folgte ibm Rai 
hann war Regent für feinen unmün 
Ludwig. 27) ©. II. (III.) der Einf: 
tel des Vor., Sohn Peters IT., folg 
Jahre alt, ſeinem Bruder vLudwig, u 
gentjcbaft feiner Schweſter Eupbemia 
cher Kirn, erflärte er fich ber Königin 
von Neapel 1365 tributbar, entlagte d 
nig von Sicilien, filbrte tagegen ven 
von Trinacrien u. fl. 1377; f. u. Si 
mählt war er mit Eonflanze, Tochter 
Peter IV. von Aragon (fl. 1363), n. ir 
mit Antoinette von Tarent, Tochter 
Baur; feine einzige Tochter aus erfter 
vermählte fih mit König Martin Il 
gen. D Bon Württemberg: 38) 
beim Karl, Schn des Herzogs Fric 
u. der Friederite von Brandenburg» 
6. November 1754 zu Treptem in Him 
wo fein Vater ald preußifcher Ofnñzier 
ſtand; trat in preußiihe Kriegedienſte, 
bis zum Generalmajor, Ban Dann 173 
rallieutenant u. Genteralgouverneur ve 
in ruſſiſche Dienſte, nabm 1737 jenen 
lebte zu Montrepos bei Lauſanne u. zu 
bei Mainz, ftellte ſich 1796 den ren 
gen, lebte, nachdem dieſelben Nr 
obert ha.ten, in Ansbach, Wien m. Lent 


Friedrich (Andere 


m Dergegfoum zuräd, wo er am 22. 
im demſelben Jabre die Regierung an- 
nıde 1603 Kurfürft, 1805 König u. trat 
Kheinbunde bei, 1913 trat er gegen Na⸗ 
Beite der Alliirten, erwarb feinen Etaate 
weiten Bariler Frieden einen großen Län⸗ 
n. fi. 30. Oct. 1816, f. u. Württemberg 
Sr war vermäblt feit 1780 mit Augufte, 
ı Herzogs Karl Wilhelm Ferdinand ven 
eig (fi. 1798), n. in zweiter Ehe feit 1797 
tte, Tochter des Königt Georg TII. von 
mien; feine Kinter aus eriter be: 
‚ ſein Nachfolger; Katharina, Gemahlin 
Jerome Bonaparte von Weſtjalen; u. 
(. d. a.). 
ere regierende Fürſten: a) Mark⸗ 
Ancona: 29) F., Neffe König Hein- 
im 12. Jahrh. unter deſſen Regie 
‚8 n. Markgraf von Ancona (ſ. d. Geſch.). 
n von Anhalt: aa) Ron Anhalt- 
: 80) 5, Sohn Chrifians I. m. 
ı Bentheim, geb. 16. November 1613; 
in ſchwediſche, Tann in beifilche Kriege 
sernahm 1641 die Regierung ber An⸗ 
änder am Harze (Anhalt⸗Harzgerode), 
0 Senior tes Haufes Anbalt u. fl. 30. 
', f. Anhalt (Geich.) III. 2) a). Er 
ihlt feit 1642 mit Jehanna Eliſabeth, 
6 Grafen Johann Ludwig von Naffau 
a. in zweiter Ehe 1657 mit Anna Katha- 
ter des Grafen Simen VII. von ber 
ber ans erfiet Che: Fürft Wilhelm, fein 
‚u. Elifaberh Charlotte, vermählt mit 
g von Hclflein 81) F. Albrecht, 
Ärften Victor u. ber Albertine von 
rg, geb. 15. Aug. 1735, folgte feinem 
En 1765 u. fi. 9. April 1796, |. u. An- 
yun. B)b). Gr mar feit 1763 vermäblt 
ochter bes Herz0g8 5: Karl zu Holftein- 
769) ; feine Kinder: Yürft Alerius, fein 
no. Bauline, Gemahlin des Kürften Leo⸗ 
ppe. bb) Von Anhalt-Zerbft: 32) 
t, Sohn Chriftian Augufts, geb. 8. Ang. 
erte 1747 — 1793, wo er am 3. März 
war in finterlojer Ehe vermählt 1764 
inzeffin Friederike Auguſie Sophie von 
ruburg; mit ihm erloſch bie Yinie An- 
t, —28— III. C). cch Bon An- 
ben: 83) F. Ferdinand, ſ. 
eo Markgrafen von Ansébach: 
v. w. Friedrich 52). 35) F., fo v. w. 
33). © Martgrafen von Baden: 
Sohn des Markgrafen Hermann VI. zu 
er Gertrud, Tochter des Herzogs Heinrich 
ſen von Ofterreich, geb. 1249; folgte fei« 
1250 unter der VBormuntichaft feiner 
us feinem Beſitz Ifterreich aber vertrieb 
x, König von Böhmen; dennoch nannte 
mer Herzog von Oſterreich, unternahm 
feinem Greunde Konradin von Schwa⸗ 
sg nach Neapel u. wurde mit dieſem von 
Knjou gefangen u. 1268 in Neapel ent- 
Baden (Geſch.) III.A). 37) F. II. Sohn 
VIT. folgte jeinem Vater 1291 mit feinem 
idoſff V.n. reſidirte auf dem Schloſſe Eber⸗ 
.1333, f. ebd. III. A). Er war vermäblt 
be, Gräfin von Beichlingen; fein Sohn 
VII. (IX.) folgte ip. 38) 5. LII, 


regierende Furften) 


729 


Sohn Aubolfe V., feige biefem 1348 u. fl. 1353, 
f. ebd. Gr mar vermählt mit Margarethe, Toch- 
ter des Markgrafen Rudolf Hefſon von Baden, 
n. batte jom achfolger feinen Sohn Rubolf VIL 
29) 1 .. geb. 1458, Sohn des Markgrafen 
Karl I.; murde 1496 Biſchof in Utrecht, dankte 1516 
ab u. farb 1517 in Baden, eigentlich nicht regierend, 
aber in ber Reihe ale Ha graf mitgezählt. 40) 
F. V., Sohn bes Markgrafen Georg Friedrich von 
Baten-Durlad, geb. 1594; erhielt 1622 von fei- 
nem Vater, ber mit Friedrich V. ven der Pfalz ge- 
gen ten Kaifer verbunden gewelen war u. ben 
Krieg meiter gegen benfelben fortfette, bie Regie⸗ 
rung, mußte aber Baten-Baben herausgegeben, 
wurde 1634, weil er fich 1631 fir Guſtav Adolf 
von Schweden erflärt hatte, geächtet u. erhielt fein 
Land, das mit kaiſerlichem Eequefter belegt wurte, 
erſt im Weſifäliſchen Frieden 1648 zurück; er flarb 
1659; ſ. Baden (Geſch.) IV. u) c). Er war fünfmal 
verheirathet: 1616 mit Barbe, Tochter des Herzogs 

riedrich von Württeniberg (fl. 1627); 1627 mit 

leonore, Tochter des Grafen Albert Otto ven 
Solms (fl. 1633); 1633 mit Maria Eliſabeth, 
Tochter bes Grafen Volrad von Walded (ft. 1843); 
1644 mit Anna Maria, Wittwe des Grafen 7*— 
rich von Solms (fl. 1649), u. 1649 mit Eliſabeth 
Gujebia, Tochter des Grafen Albert von Fürften- 
berg (fl. 1676); von feinen Söhnen batte er ben 
Boigenben zum Nachfolger. 41) %. VI, Sohn bes 

or. aus feiner erfien Ehe, geb. 16. November 
1617, machte unter Richelieu u. dann unter heffi- 
hen Fahnen ben Dreißigjährigen Krieg gegen bie 
Ligue mit, folgte 1659 feinem Vater in Baden⸗ 
Durlach u. flarb 31. Jam. 1677; ſ. Baden IV.B)c). 
Er mar vermählt feit 1642 mit Chrifiine Magba- 
lene, Tochter des Herzogs Joh. Kaflmir von Zwei⸗ 
brücken⸗Cleburg (farb 1662); dann mit Johanne 
von Münzesheim; won feinen Kindern erfler Che 
folgte ihm Friedrich VII. 48) 5. VII, der Große, 
älteſter Sonn bes Vor., geb. 23. September 1647 
in Uckermünde, folgte feinem Bater in Baden⸗ 
Durlad u. ſt. 26. Juli 1709, |. u. Bauten IV. 8) c). 
Gr war jeit 1670 vermählt mit Maria, Tochter bes 
Herzogs Friedrich III. von Helftein-Sottorp, von 
feinen Söhnen folgte ihm Karl Wilhelm. e) der- 
309 von Baiern:. 43) F., zweiter Sohn Ste- 
phans I. u. der Margarethe, Burggräfin von Nürn⸗ 
berg; führte nach dem Tode feines Vaters, 1375, 
Anfangs bie Regierung mit feinen zwei Brü- 
bern, Stephan u. Johann, gemeinſchaftlich, erhielt 
1391, da der jüngſte majorenn geworden war, 
in der Theilung Landshut u. fl. 1393, ſ. Baiern 
(Geſch.) VII 2) b). ſ) Darlgrafen von 
Baireutb: 44) So v. w. Friebrid 54); 45) fo 
v. m. Friedrich 55). 5) Herzog von Böh- 
men: 46) $., Sohn des Könige Wladiſlaw II. 
von Polen, wurbe 1178 Herzog von Böhmen u. 
ft. 1159; ſ. u. Böhmen (Geſch.) III. h Bon 
Brandenburg: aa) Kurfürften: 47) $. J., 
Sohn Friedrichs V. von Hobenzellern, Burggra⸗ 
fen von Nürnberg, u. der Gliiaberh von Meißen, 
geh. 1372; felgte feinem Bater 1398 ale F. VI, 

urggraf von Nürnberg, leiftete dem Kaifer Sigis- 
mund bei ber Kaifermahl große Dienfte u. bieier 
verpfänbere ihm 1411 bie Dart Brandenburg, 
welche ipm 1415 nebfi ber Kar erb- u. eigenthüm⸗ 
lich überlaffen wurde; er fl. 20. (21.) Sept. 14405 
über feine Regierung |. u. Brandenburg Geſch.) 


730 Friedrich (Antere 


IV. A). Er war vermählt mit Elifabeth, Tochter des 
Herzogs Friedrich von Baiern⸗Landshut; von fei- 
nen Söhuen reſignirte ber ältefte, Johann der Al- 
chemiſt, u. die beiden anderen, u. Albrecht, 
waren feine Nachfolger. 48) %. II. ber Eifen- 
zahn, zweiter Sohn bes Vor., geb. 19. Rovbr. 
1413, erhielt nach der Nefignation feines älteren 
Bruders 1440 die Regierung u. überließ bas Land 
1470, ba feine Söhne, Iohann u. Eraſsmus, jung 
eftorben waren, feinem Bruder Albrecht III., 309 
an auf bie Plaffenburg in Franken zuriid u. flar 
bier 10. $ebr. 1471, ſ. Vrandenburg Geſch.) IV. A). 
Er war vermähft feit 1441 nıit Katharina, Tochter 
bes en Friedrich des Streitbaren von Sach⸗ 
fen; von jeinen Töchtern beirathete Margarethe 
den Herzog Boleflam von Pommern u. Dorothea 
den degeſ Johanu III. von Sachſen⸗Lauenburg. 
40) F. Wil helm, ber Große Kurfürſt, Sohn 
des Kurfürſten Georg Wilhelm n. ber Eliſabeth 
Charlotte von ber Pfalz, geb. 6. Febr. 1620, trat 
nach feines Vaters Tobe 1640 bie Regierung an u. 
führte dieſelbe, nicht nur die Unabhängigkeit Preußens 
von der Krone Polen erringend u. gegen Frankreich, 
olen u. Schweden, wiewohl mit abwechſelndem 
lück fechtend, ſondern auch fein Land nach dem 
Dreißigjährigen Krieg zu innerem Wohlſtande er⸗ 
ebend, indem er namentlich fremde Einwanderer 
in den aus Frankreich vertriebenen Reformirten 
heranzog; er fi. 29. April 1688. Über feine Re⸗ 
gierung vi das Ausführlihe unt. Brandenburg 
(Geſch) VI.C). Bermählt war er feit 1646 mit Luiſe 
Henriette, Tochter bes Prinzen Friedrich Heinrich 
von Dranien (fl. 1667), u. in zweiter Ehe feit 1668 
mit Dorothea, Tochter bes Herzogs Philipp von 
Holftein-Glädsbıng ; fein Sohn ans erfier Ehe war 
fein Nachfolger Friedrich III. od. als Ki 5.1 
50) 5. III., fo v. w. Zriebrid 16). bb) Mart- 
grafen: 51) F. der Dide, vierter Sohn Fried⸗ 
richs I., Markgraf von ber Altmark; fi. 1463, vgl. 
Brandenburg (Geſch.) VI.A). 52) F. älterer Sohn 
des Kurfürften Albrecht Achilles von Brantenburg, 
aus defien zweiter Ehe mit Anna von Sachſen, 
ges. 1460 in Ansbach; erhielt von feinem Vater 
nebach, u. nach feines Bruders Sigismunds Tode 
1495 das Fürſtenthum Kulmbach. Er regierte bie 
1515, mo er fi) wegen Geiftesgerrüttung auf bie 
Sehe Plaſſenburg zurückzog; dort fl. er 1536, ſ. 
nsbach (Geſch.) 53) F., Sohn von Joachim Ernft, 
Markgraf von Ansbach, geb. 1616; folgte ſeinem 
Bater 1625, fland unter der Bormunbfchait feiner 
Mutter, Sopbie geb. Gräfin von Solms, u. blieb, 
bevor er bie Regierung angetreten hatte, 1634 bei 
Nördlingen, |. Ansbach (Geih.). 54) F., Sohn 
bes Markgrafen Georg Franz Karl von Baireuth 
u. der Dorothea von Holflein- Bed, geb. 1711, 
trat nach bes Vaters Tode 1735 Die Regierung iiber 
Baireuth an u. ſt. 1763, |. Baireuth (Geich.). Er ftif- 
tete 1743 bie Univerfität Erlangen, weshalb 1543, 
bei der Eäcufarfeier, bier fein Stanbbild aufgeftellt 
wurde. Er mar mit Friederike Sophie Wilhelmine, 
Schweſter des Könige Friedrich bes Or. von Preußen, 
u. nach Deren Tode nit Sophie Karoline von Braun» 
ſchweig⸗Lüneburg vermäblt. 55) 5. Chriftian, 
geb. 1708, jlingfter Obeim des Vor. ; folgte dieſem 
1763 u. regierte bi® 1769; 8. ftarb linderlos u. fein 
Land fiel an Ansbach; ſ. Baireuth (Geſch.). k) Her. 
zöge von Braunfhmweig:aa) von Braun- 
Ihweig-Wolfenbättel: 56) F. ältefter Sohn 


regierende Fürften) 


Maguus’ II.; folgte 13S$ feinem Bater, 
Gegenkönig gegen Wenzel zum Deu 
ermwäblt werben, blieb aber auf ber Rüdrer 
Wahltage bei Fritzlar gegen Heinrid ve 
22. Aug. 1400; ſ. Braunjdhmeig Geſch.) 
war vermählt mit Anna, Tochter des. 
Wenzel von Sachſen u. hatte keine € 
ber folgten ihm feine Bräter Heinrid ] 
bard I. 57) Fder Unruhige, Sohn 
that als Prinz viele Kriegezlige, regiert 
mit feinem Bruder Wilhelm IL geme 
wurde aber von biefem gefangen gelekt' 
j. Braunſchweig (Geſch.) III. A). Bon 
mahlin, Anna, Zocter bes Herzegt 
Braunfhmeig-&rubenbagen, hatte er fı 
58) 5. Ulrih, Sohn von Heinrich I 
5. April 1591, folgte feinem Bater 1! 
1625 mit Kinig Chriflien von Däne 
am Dreißigjährigen Kriege (i. d.) u. | 
1634. Er war vermählt mit Anna € 
ibm ſtarb ber ältere Stamm Braunid 
feubüttel aus, u. fein Land fam an e 
von Braunfchweig - lüneburg, ſ. B 
(Geſch.) III. A). bi Bon Braunſch 
neburg: 59) F I der Andächti— 
Bromme Sohn Herzogs Bernhard, 
einem Vater gemeinſchaftlich ınit ſein 
Otto IL u. nach deſſen Tode 1445 alle 
‘His 1458, wo er ind Kofler ging; Af 
Regierung wieber 1471 u. fl. 1418, 
ſchweig (Gejch.)IIL.2). Er war vermäßl 
dalene, Tochter des Kurfürften Fried 
Brandenburg, u. hatte feine Kinder. 
vierter Sohn Herzogs Wilhelm von 
1574; folgte feinem Bruder Augnf üı 
regierte von 1636 — 1648; durch bie 
eines Secretärs Tochter wurde er 
adeligen Familie von Lüneburg, 1. 
Geſch.). DH Grafen von Breh 
Friedrich 117). 62) |. Friedrich 118). 
grafen von Elfaß: 63) 5. I. te 
ohn des Kaifers Albrecht I.; feit 12: 
init feinem Bruder Rubolf VI. u. 
Lubwigs von Baiern; ſ. oben Krietri 
faß A). 64) 5. II. von Zyrol, Sohn! 
folgte 1411 feinem Bruder Leopeld 
1439; fein Sohn Sigismund war fein 
u) Herzog von Franken: 65) F. 
thbenburg, fo v. m. Friebri 178). 
rafen u. Kurfürſt oou Heffen 
Seffen-KRaffel: 66) %. IL, % 
Helen, ſ. Friedrich 29. 67) F. IL, 
Landgrafen Wilhelm VIII. u. ber De 
helmine von Sachſen⸗Zeitz, geb. 14. 
wurde in Genf erzogen, wurde ale Gr! 
tatboliih u. nahm preußiſche Kriegi 
folgte 1760 feinem Bater u. fl. 31. 
Er gab im Nordamerilanifchen Krie 
nach 17,000 Dann Heſſen gegen 221 
in engliſchen Sold, gründete das Mu 
dericianum u. verſchönerte feine Re 
prachtvolle Bauten u. Anlagen, f. Hei 
Gr war vermählt feit 1740 mit Maria, 
Königs Georg II. von Großbritannien 
u. in zweiter Che 1773 mit Philippine, 
Markgrafen Friedrich Wilhelm von Br 
Schwedt (fl. 1800); feine Söhne aut erf 
ren Wilhelm IX., fein Nachfolger, u. 


Sriebei (Andere regierenbe Bärften) 


ebrih. 68) F. Wilhelm I., Urenkel 
Bohn tes Kurfürſten Wilhelm IT. n. 
in Anguſte von Preußen, geb. 20. zn 
x 1821 Kurpring von Heſſen⸗Kaſſel; 
Rarburg n. Leipzig, lebte mit feinem 
ie von befien ehelichen Mißverhält⸗ 
elpanntem e, trat, als fein Bater 
legte, bie Regierung al® Kurprinz u. 
n u. wurbe 1847 nach feines Vaters 
eh. Über feine Regierung f. u. Heflen 
e if feit 1831 in morganatifcher Che 
, Gräfin von Schaumburg, geſchie⸗ 
aun vermählt, tie er 1853 zur Für- 
au erhob. Die Kinder aus diefer Ehe 
nfalle zu Fürſten n. Fürſtinnen von 
mt; dieſe find: Augnfle, vermählt an 
zu Ienburg; Alegandrine, vermählt 
nen Felix zu Bohenlohe- Ohringen; 
itbeim. ori, heſſiſcher Rittmeifter; 
ieutenant bei der Garde, Marie, ver⸗ 
im Dilhelm von —— ya 
arl Heinrih u. Philipp. bb) Land⸗ 
n Dellen- Domburg: 69) F. 1, 
bn George II., Lanbarafen von Hei- 
idt, geb. 5. Märy 1553, erbielt nach 
ine® Vaters 1596 Homburg ale Frſt 
ſ. n. Heffen- Homburg. 70) F. I, 
ı des Bor. n. ber Margareiba Eltiabeih 
n, geb. 30. Mai 1633; nabm ſchwebiſche 
, verlor in ber Belagerung von Kopen⸗ 
ein Bein, trat dann als erallieute- 
denburgiſche Dienſte, wohnte 1675 ber 
Fehrbellin bei, nahm bie Reformirte 
te 1681 feinem Bruber With. Ehriftoph 
rafſchaft u. fl. 14. San. 1707 in Hom- 
n⸗Homburg. Er war vermählt jeit 1661 
the von Wespnrg, Wittwe des ſchwedi⸗ 
Oxrenſtierna (fl. 1669) ; 1671 mit Luiſe 
ochter des Herzogs Jakob von Kur- 
u) n. 1692 mit Sophie Yale eb. 
deiningen; fein Sohn au zweiter Che 
gende. 71) %. III. Jakob, Sohn u. 
e6 Bor., geb. 19. Mai 1673; folgte 
746; 1. Seffen-Bomburg. Er war ver- 
ifabetb Dorothea, Tochter bes Landgra⸗ 
[. von Heflen-Darmftabt (fl. 1721); u. 
riſtine, Tochter des Grafen Friedrich 


Na 
IV., Kari 2ubmig, Neffe bes Bor. 
Landgrafen Kaflmir Wilhelm , geb. 
24, folgte 1746 feinem Oheim F. II. 
ung u. fi. 7. Febr. 1751; f. ebd. Gr 
t mit Luiſe Ulrike von Solme-Braun- 
hn war der Folgende. 78) F. V. n d⸗ 
bes Bor., geb. 30. Ian. 1748, folgte 
: Vater unter Vormundſchaft feiner 
b Landgrafen von Heflen-Darmfladt u. 
: Regierung 1776 jefbft ; er verlor durch 
Rheinbundes 1806 bie Sonveränetät, 
er durch den Wiener Congreß 1816 
mrbe für einige @ebietsabtretungen 
nes Gebiet auf dem linken Rheinufer 
= fl. 20. San. 1820; f. ebd. Er war 
1768 mit Karoline, Tochter bes Land⸗ 
g IX. von Hefien-Darmflabt (ft. 1821); 
Friedrich VI., Ludwig, Philipp u. 
en ihm nach u. nach in der Regierung. 
zoſephLudwig, älteſter Sohn bes 


au⸗Ottweiler; er hatte feine Kin- | 





731 


Bor., geb. 30. Juli 1769, war öflerreichifcher Ge⸗ 
neral ber Kavallerie, md ſich in Franzoðfiſchen 
Revolutionskriege u. ben zu. flerreihe mit 
Keen 1805 u. 1809, bei mehreren Gelegen⸗ 

iten aus, befehligte 1813—16 das Rejervecorps 
ber öfterreichifchen Armee u. trug zum Gewinn ber 
Schlacht bei Leipzig u. a. Gefechte bei, folgte feinem 
Bater 1820 in ber Regierung u. fi. 2. April 1829; 


| f.ebb. Er war vermählt ſeit 1818 mit Eliſabeth, 


Tochter bes Könige Georg III. von Großbritammien 
(f. 1810). p) Grafen u. Fürſten von Hohen⸗ 
ollern: aa) vor der Theilung. 75) F. L, 
af um 980. 76) %. II., Graf um 1030. 77) 
.1II., ®raf um 1106 (na And. um 1165), be» 
Fa Begleiter Kaifer Heinrichs V.; bb) nad 
der Theilung: aaa) Altere (Schwäbiſche) 
Linie. 78) F. IV., erfier Sohn des Vor., grün 


dete bie Ältere Linie um 1170; ſ. u. Hobenzollern. 


79) %. Wilhelm, Sohn von Philipp Friedrich, 
geb. 1663, erhielt ten Klirfientitel u. fl. 1732; |. 
etd. 80) F. Ludwig, Sohn des Bor., geb. 1688 
in Strasburg, folgte feinem Vater 1732 u. fl. 1750; 
ſ. ebd. 81) F.Hermann Otto, Fürft von Ho- 
be a en, Sohn bes Kürften Hermann 
5. Otto u. der Marimiliane Gavre d’Ayfleau, geb. 
22. Yuli 1776, folgte 1810 feinem Bater, ging 
1813 mit ben amberen deutſchen Fürften zu den 
Alliirten über u. fl. 13. Eept. 1839. Er war ver⸗ 
mählt feit 1800 mit Pauline, Tcchter des Herzogs 
Beter von Kurland u. Sagan (fl. 1845) ; fein Sohn 
ift der Folgende; f. ebd. 82) F. Wilh. Her- 
mann, einziger Sohn des Vor., geb 16. Febr. 
1801, erhielt 1834 bei ber Kränklichleit des Bor. bie 
Regierungsgefeäft: u. folgte demſelben 1538, trat 
aber (durch Verzichtleiſtung vom 7. Dec. 1849) am 
8. April 1350 fein Fürftentduum gegen Zahlung einer 
Leibrente von 10,000 Thlrn. an Preußen ab u. erhielt 
unter Gleichſtellung mit ben nachgeborenen Prin- 
en des Königehaufes das Prädicat Hoheit. Er 
ebt feitbem in Schleſien. Nachdem feine erfie Ge⸗ 
mahlin, Kürftin Eugenie, Prinzeſſin von Leuchten- 
berg, anı 1. Sept. 1847 geſtorben war, vermäblte 
. wieber am 13. Nov. 1850 mit Freiin 
malie Schent von Geyern, von bem König von 
Preußen zur Gräfin von Rothenburg erhoben. Über 
feine Regierung f. ebd.; bbb) die Jüngere arg 
gräfliöendenbergifhe) Linie: 88) F. II. 
indem ber Stammmvater ber Linie, F. ıII., von dem 
eide Linien Durch zwei Söhne entfprangen, für F. J. 
gezählt wird), Sohn Heinricye III. ftarb kinderlos 
1263 ;-f. Hobenzollern. 84) F. III., Schn Kon⸗ 
rads von Hohenzollern, Neffe des Bor., Burggraf 
von Nürnberg, fl. 1297; |. ebd. 85) 8: IV., zwei» 
ter Sohn des Bor., geb. 1282, folgte ſeinem Bru⸗ 
der Johann I., der 1300 fl., erwarb Ansbach, Hof 
u.m.a.n.fl.1332. 86) $. V., Sohn Johanns II., 
folgte feinem Vater 1357 u. fl. 1398; über alle 
biele f. ebd. 87) F. VI., Sohn des Bor., geb. 
1373, folgte feinem Water 1398 in ber Burg⸗ 
graffchaft Nürnberg u. wurde 1411, Markgraf 
u. Kurfärt von Brandenburg, f. Sriebri 47). 
P Bon dolkein: aa) von Holftein-Got- 
torp: 88) & I., fo v. w. Friedrich 9 89) F. IL, 
Enkel nes Bor., Sohn Ädolfs IX., geb. 1568, 
war erft Bilhof von Schleswig, folgte 1586 
feinem Bater und flarb unvermäblt, 15. Juni 
1537. 90) F. III., Sohn Johann Adolfs, geb. 
22. Dechr. 1597, folgte 1616 feinem Bater u. ſt. 


732 


Friedrich (Andere regierenbe Firſten) 


10. Ang. 1659. Er legte für die aus ben Nieber- anmwenbete u. verbreitete n. bie Merinck 


landen Eingewanberten die Stadt Friedrichsſtadt 
an. Seine Gemahlin, Maria Elifabetd, war bie 
Tochter des Kurfürftien Johann Georg von Sach⸗ 
fen; ter ältere feiner Söhne, Chriftian Albert, 
folgte ihm. 91) F. IV., Entel des Bor., Sohn 
Ehriftian Alberte, geb. 18. Oct. 1671, folgte 1694 
feinen Vater; ale Schwager Karls XII. verband 
er fih mit Schweden gegen Dänemarl, das ihm bie 
Souveränetätftreitig machte, wohnte unter Kari XII. 
dem Polniſchen Kriege bei u. blieb bei Cliſſova 
19. Zufi 1702; f. ebd.; vermählt war er mit Heb- 
wig Sophie, Tochter des Königs Karl Al. von 
Schweben; fein einziger Sohn, Karl Friedrich, 
folgte ihm. bb) Bon Holſtein-Glücksburg: 
92) F. Sohn des Herzogs Friedrich Ernſt, geb. 1. 
April 1701, ſtand erft ın däniſchen Militärbieuften, 
folgte 1729 feinem Vater u. fl. 10. Nov. 1766; er 
mar vermählt fett 1745 mit Henriette Augufte, Toch- 
ter des Grafen Simon Adolf zur Lippe; fein ein- 
ziger Sohn war jein Nachfolger. 93) F. ö einrich, 
Sohn bes Vor., geb. 15. März 1747, folgte 1766 
feinem Bater u. fi. 1779; er war vermählt mit 
Anna Karoline, Tochter des Fürften Wilhelm Hein- 
rih von Nafſau⸗Saarbrück, u. da er keine Erben 
hatte, fo ſtarb mit ihm bie Linie Glücksburg aus. 
co) Bon Holfein-Plön: 94) F. Karl, Sohn 
des Prinzen Ehriftian Karl von Norburg, nad 
feines Vaters Tode 4. Aug. 1706 in Sonderburg 

eboren, folgte 1729 anf Johann Adolf in Holftein- 

1ön u. ft. 10. Oct. 1761; |. Holſtein; er war ver⸗ 
mählt ſeit 1730 mit Chriftine Erinengarbe, Tod)- 
ter des däniſchen Lehngrafen Chriftian Detlev von 
Reventlau, einer Nichte der Königin Anna Eo- 
phie von Dänemark (fl. 1779), da er nur Töch—⸗ 
ter hinterließ, fo ftarb mit ihm bie Linie Holſtein⸗ 
Plön aus. ddy Bon Holflein-Sonderburg- 
Auguftenburg: 95) F. Chriſtian J., — 
Chriſtian Auguſts, geb. 6. April 1721, folgte fei- 
nem Vater 20. Ian. 1754 u. fl. 13. Novbr. 1794; 
er mar vermählt mit Charlotte, Tochter des Her- 
098 Friedrih Karl zu Holftein- Plön (ft. 1770); 
Geile Söhne waren, außer ben Folgenden, noch 
Prinz Emil u. Chriftion, welcher von Karl XIII. 
adoplirt u. zum Kronprinzen von Schweden ge- 
mählt wurbe, aber 1810 flarb. 96) F. Chri- 
ſtian II., ältefter Sohn des Bor., geb. 28. Sept. 
1765, folgte feinem Bater 1794 u. fl. 14. Juni 
1814; er war vermählt mit Tuije, Tochter des Kö- 
nigs Chriftian VIII. von Dänemark (fl. 1843); 
ihm folgte fein Sohn Chriftian. ee) Bon Hol- 
ftein-Sonderburg-Bed (ot. neuere Glücs⸗ 
Burger Linie): 97) 5. Karl Lud wig, Sohn des 
Herzogs Karl Anton Auguft, geb. 20. Aug. 1757 
in Königsberg, machte als preußiicher Major 1778 
den Baterifchen Erbiofgefrieg mit, folgte 1775 fei- 
nem Öroßvater, dem Herzog Peter Auguft Frieb- 
ri‘, wurde 1789 preußifcher Generalmajor, 1795 
Generallieutenant, 1797 kaiſerlich ruſſiſcher Gene- 


‚mit feinem Bruder 


den preußiichen Staaten gemeinnügig n 
fhr.: Verfu über bie Schahjucht in Brı 
1800; Über die Wechfelmirtbihait u. 
bindung mit der Stallfütterung, ebd. 16 
1814; Geſchichte ber Einführung ker | 
fpanifhen Schafe, ebd. 1504 F.: gab 
Schriften ber löniglich eftprengifchen 
ölonemilhen Socierät, Königsb 1505- 
ihreibung von Möglin u. ber von ieir 
vorbereiteten Einrichtungen, Berl. 150 
zöge von Kurland: 98) F., Eol 
zogs Gotthard Kettler u. ber Anna v 
burg, geb. 1569, folgte jeinem Bater I 
iſhelm das Yar 


Kurland, nach Vertreibung feines Bi 


rallieutenant, 1810 königlich däniſcher General 


lieutenant u. fl. 25. März 1816; ſeine Gemahlin 
war Friederile, Tochter tes Grafen Yeop. fd non 
Schlieben (ft 1827), u. fein Nachfolger fein einziger 
Sohn Wilhelm. Herzog F. war ein eifriger u. in⸗ 
telligenter dandwirih, war Präfitent der landwirth⸗ 
Ihaftlihen Verſammlungen zu Möglin, wo er das 
Landwirthſchaftliche Inftitut eine Zeitlang befucht 
Hatte, u. war ber erfte, welcher das Thaerſche Syſtem 


| 


bie Polen auh Semgallen u. fl. 16 
fand (Geſch). Er war vermäblt m 
Margarethe von Bommern-Wolgaft u 
Kinter. 99) 5. Kalimir, Enfel des 
Salobe u. ber Luife Charlotte ve 
burg, geb. 1650, folgte 1653 feinem 
22. Jan. 1693, f. Kurland; er m 
mit Sophie Amalie, Tochter des Orı 
von Naffau-Siegen (fl. 168), u. ie 
Eliſabeth Sophie, Tocher bes Aurfür 
beim von Brandenburg; aus zweiter | 
der Folgende. 100) 5. Wilhelm, 
Bor., geb. 19. Juli 1692, folgte feinem 
nnter der Vormundſchaft feines Obeim 
u. ft. 21. Ian. 1711, ohne von fe 
Iin Anna Imanowna, Tochter des 
Iwan, Nachkommen zu binterlaffen; !. 
s) Bon Lothringen: 101) F., Sr 
erbielt, mit Beatrix, einer Nichte bes Ra 
vermäblt, um 960 Oberlotbringen u 
Lothringen (Geſch.). 102) F., Sch 
folgte 1024 feinem Bater u fl. um 
thringen (Geſch.). 408) %. I., jünger 
Herzogs Mattbiae von Lorhringen, 
deſſen Tode um 1181 die Herrichait B 
aber feinem älteren Bruder, dem He 
in mehreren Fehden ein bebeutentes 
folgte demjelben 1205 in Lothringen, 
Jahr darauf feinem Sohne $. ir bi 
ab; vermäblt war er mit Pupmilla 
104) 5. Il, Sohn un. Rachfolger t 
wurde 1208 von feinem Schwiegervat 
fen Theobald I. von Bar, in einer Fe 
u. ft. 1213 in Nancy, f. ebd. 105) 5 
bes Herzogs Matthias, folgte feinem 
egen 12 Jahr alt, unter der Vormur 
tutter Katharina von Yüneburg, u f. 
jeine Gemahlin mar Margarethe ven 
f. ebd. 106) 5. IV. der Kämpfer, 
balds II., geb. 1282, folgte feinem 8 


2 23. Auy. 1328 in der Schlacht kei 


u. Yotbringen. Seine Bemablin ı 
bon Ofterreih, Tochter des Kaiſers 
1332). D Markgraf u. Herzäue 
tua: 107) 5.1, Sobn Ludwigo IM. 
folgte feinen Vater 1478 u. ft. 1483; 
tua (Geſch.). Er war jeit 1463 vermẽ 
garetha, Tochter tes Herzogs Albre 
Baiern, von welcher er mehrere Kmde 
runter feinen Nachfolger Johann F 
$. II, Entel des Vorigen, Sohn tel 
Johanu Franz, geb 1500, * 


Friedrich (Uubere regierente Biften) 


nibaftlich mit feinem Brut ie 
it ſei ruber Ferbie | tieß, fo beerbte ihn F. mit der gebiffenen Wange, 


beitte mit diefem fo, daß er Mantus, 
Ir kelam; er erbielt vom Kaiſer 1530 
pürde u. 1536 wegen ber Anſprüche 
lin Margaretha das Marquiſat Mout⸗ 
540; f. ebd.; fein nächſter Nachfolger 
eſter Sohn Franz II. w Herzöge 
rzöge von Medienburg: 109) 

ohn bes Herzogs Adolf F. I. von 
»Schwerin u. der Maria Katharina 
bweig, geb. 1633; vermäblte fi 1671 
e Wilhelmine von Heflen-VBingenflein; 
Iruber Chrifian verbrängte ıbm aber 
erung, u. er fl. 1658; |. Diedienburg 
D) 5. Wilhelm, Sobn des Vorigen, 
achte feine Anfprüche geltend u. wurde, 
jofrathoſchluß eingefebt, er fl. 1713. u. 
er Linie Medienburg- Schwerin. Liber 
11) F., Sohn Chriſtian Ludwige, geb. 
ieſem 1756 u. regierte bis 1785, f. ebd. 
nz L., Neffe des Borigen, Sohu bes 
vig, geb. 10. Dec. 1756, folgte feinem 
Vorigen, 1785, wurde 1806 fouveräu 
ven Rheinbunde bei; 1813 Iagte er ſich 
:mfelben 106, nabın 1815 ben Titel ale 
in u. fl. 1. Febr. 1837. Gr war ver- 
fe, Tochter des Prinzen Johann Augufl 
Gotha (fl. 1808); von feinen Kindern 
‚greßherzog F. Ludwig vor Anmitt ber 
wife vermählte ſich mit Herzog Anguſt 
Gotha, u. Charlotte mit König Chri⸗ 
on Dänemark. Ibm folgte fein Enkel 
)%. Kranz II. Ürentel des Borigen, 
oßherzegs Paul Friedrich u. der Prin⸗ 
yrine von Preußen, geb. 28. Febr. 1823, 
ı Tode feines Vaters 7. Diärz 1642 zur 
.Medleuburg (Geſch.). Er iſt feit 1849 
Tochter tes Kürften Heinrich LAIIT. 
ritz verinäbit: Kinder: außer bem Erb⸗ 
neh bie Prinzen Baul u. Nicolaus u. 
aria. v) Markgrafen von Mei» 
bließlih der früheren Grafen 
nu. Brehna: INH) RK. L, Graf zu 
ndvoigt der Sorben; blieb 810 in einer 
erzog Lubelf von Sachien. 115) F. II., 
rigen, murbe 676 von ben Dänen er» 
3) %. III, Ecbn des Vorigen, angeb- 
ı König Heinrich I. um 930 eingeſetzter 
n Meigen, wahricheinlich wie die bei- 
erdichtet. Epätere: 117) 5. IV., jüng⸗ 
onrads, Markgrafen von Meißen, u. 
8 bes Reichen ; erhielt nach ſeines Ba- 
56 bie Grafihaft Brehna u. flarb zu 
13. Jahrh. 118) F. V., Graf von 
sohn u. Erbe des Vorigen; blieb unter 
ri II. vor Ptolemais. 119) 5. der 
üngere) ob. 5. von Dresbden, 
chs tes Erlaurhten u. Der Eliſabeth von 
Tochter eines Dienfimannes, wurde 
Aubdolf von Habsburg ın ten Stanb 
zı erhoben. Bon feinem Water nicht 
ger in ber Dart Meißen beftinmt, 
£ 1288 die Herrſchaft Dresden u. Ra⸗ 
ufte dieſe aber an feines Vaters Nach⸗ 
wich Zutta, Molgrafen von Meißen, 
t ihrer die Herrichait Gera. Nach F. 
» erhielt 5. Dresden u. Radeberg vom 
Meißen wieber zu Zehen. Da 5. 1316 


7 
von Jutta ven Echmarzburg feine Kinder hinter⸗ 


130) 5. Zeut (Tutta), der Stammier, Mart- 
graf von Landeberg u. Meißen, Sohn Dietriche 
des Weilen, geb. 1269; folgte feinem Vater 1255 
in Landoberg u. 1288 mit feinem Vaterabruder, 
Albrecht dem Eutarteten, feinem Großvater, Hein⸗ 
rich dem Erlauchten, in Dleifgen, gerietb aber dar⸗ 
fiber mit Albrechts Söhnen, %. dem Gebifienen ı. 
Diegmaun, in Krieg, kaufte, um bie Einheit "ver 
Markgrafſchaft Meiken zu erhalten, Albrechts bes 
Entarteten Anſprüche 1289 u. Friedrichs von Dres⸗ 
den (f. ten Vorigeu) Lanbesantheil ab; F. ſt. 1291; 
j. Meißen (Geſch.). 1821) F. der Gebiſſene, f. 

riedrich 182). 122) %. der Ernfthafte, ſ. 

riebrich 183). w) Kürften u. Herzöge von 

affau. aa) Von Naffan-Ufingen: 123) F. 
Auguft, zweiter Sohn bes Fürſien Far, geb. 23. 
April 1738, trat die Regierung nach feines Bru⸗ 
bers, Karl Wilhelms, Tode 1803 ann. fl. 24. März 
1816, f. Nafſau (Gefh.). Er war vermählt mit 
Luiſe, Tochter des Fürften Karl von Walted (fl. 
1816), u. ba feine beiden Söhne früh wieder ge» 
forben waren, fo erloich ınit ihm bie Linie Ufingen. 
bb) Bon Naffau-Weilburg: 184) F., Sohn 
Ernſt Kafimire, fam 1655 zur Wegierung u. fl. 1675; 
ſ. Naffau. 125) 5. Wilhelm, Sehn Karl Chri⸗ 
ftians, geb. 25. Oct. 1768, folgte 1788 feinen Vater 
u. fl. 9. Jan. 1816; er war feit 1788 vermählt mit 
Luife, Gräfin von Sayn⸗Hachenburg; fein Sohn n. 
Nachfolger war Herzog Wilhelm. ec) Von Naſſan⸗ 
Ottweiler: 120) F. Lu dwig, Sohn Johann Lub- 
wigs, ſolgte 1690, verband mit Ottweiler noch Ib» 
ſtein u. Saarbriid u. fl. 1728; mir ihm erloſch die 
tinie Ottmweiler. 1) Burggrafen von Rürn⸗ 
berg: 127) F. I. von Hohenzollern, kommt 1191 
al® Burggraf vor u. fl. 1218. 128) F. II, Sohn 
des Borigen, folgte 1218 feinem Water mit jeinem 
Bruder Konrad II., n. kommt zuletzt 1235 vor. 
1829) F. IIT., Neffe des Veorigen u. Sohn Kon⸗ 
rads IL, wurde un 1260 Burggraf u. fl. 1247; 
er war ein treuer Anhänger Rubolfe von Habs⸗ 
burg u. Abolfe von Ylaffau. 180) FF. IV., Sohn 
bes Vorigen u. der Helene von Sachſen, folgte 
1297. feinem Vater mit feinem Bruder Johann L. 
er war im Kaiferftreit ein Anhänger Albrechts von 
Ofterreich u. danu Lubwigs von Baiern u. fing in 
der Schlacht bei Mühlborf 1322 den Gegentaijer 

riedrich von Oſterreich; ex fl. 1332. Ihm folgten 
eine Söhne Johann IT. u. Albrecht. 181) 5. V. 
Sohn Johanns II., folgte nah ſeines Vaters Tede 
1357 (1358) u. regierte mit feinen Obeim Albrecht u. 
feit 1361 allein, abbicirte 1397 u. lebte auf der Plaſ⸗ 
fenturg, wo erim Januar 1398 f. — VI., ſo v. 
w. Friedrich 47). P HerzögevonOſterreich: 
183) F. I. der Katholiſche, älteſter Sohn bes 
Herzogs Leopold VI.von Ofterreich ; theilte 1194 mit 
feinen Bruber Leopold das Erbe, indem er OÖfter⸗ 
reich behielt; er machte 1197 einen Kreuzzug mit 
u. blieb 11. Aug. 1199 bei Joppe, f. Öfterreich 
(Geſch.). 184) F. II. der Streitbare, Sohn 
Leopolds VII., übernahm nad feines Vaters Tode 
1230 bie Regierung u. fiel 15. Juni 1246 bei 
Neuftadt gegen bie Ungarn. 135) F. III. (I. aus 
dem Hauſe Habsburg) der Schöne, |. Frieb⸗ 
ri 3). 136) F. IV. II mit der leeren Taſche, 
Herzog von Ofterreich- Tyrol, Sohn des Herzogs 
Leopold des Gütigen von Steyermark, folgte 1411 


784 


Friedrich (Andere regierende Bürften) 


mit feinem Bruder Ernſt u. theilte mit bemfelben, | Holland, wurbe 1621 im bie Neidted 


ſo daß er ſelbſt Tyrol erhielt, regierte, wegen Gigen- 
mächtigfeiten während des Coſtnitzer Concils geäch⸗ 
tet n. Dart verfolgt, von 1406—39, wo er 25. Juni 
farb, |. Efterrei (Geſch.) n. Tyrol (Geſch.). Sein 
Sohn u. Nachfolger war Sigmund, aus ſeiner 
zweiten Ehe mit Anna, Tochter des He og Fried» 
ri von Braunfhweig. 187) F. V. (III.), fo v. 
w. Sn 4). DI Herzog von Oldenburg: 
188 





in welche erft fpäter feine 


| 





FF. Auguſt, Sohn Chriſtian Augufs u. der 


Albertine von Baden⸗Durlach, geb. 20. Sept. 1711, 
commanbirte 1748 in Holland, wurbe 1750 Fürft- 
biſchof von Kübel, 1773 Graf von Oldenburg u. 
Delmenhorſt, 22. März 1777 Herzog von Olden⸗ 


burg u. fi. 6. Inli 1785; f. Oldenburg (Geſch.). 


Cr mar feit 1752 vermählt mit Frieberife, Tochter 


des Landgrafen Mar zu Heſſen⸗Kaſſel (fl. 1787); 


fein Sohn Wilhelm folgte ihm. Au) Bon ber 
Pfalz. aa) Kurfürften: 180) F. I. der Sieg- 
reihe (der böje Frig), Sohn Ludwigs bes 
DBärtigen, geb. 1425, folgte 1436 feinem Vater mit 
feinem älteren Bruder, Ludwig IV. dem Sanft- 
miütbigen, befam nach deſſen Tode 1449 die Allein- 
regierumg u. die Vormundſchaft fiber deſſen binter- 
faffenen Sobn Philipp u. 1454 bie Kurmwärbe, er 
fl. 12. Dec. 1476; f. u. Pfalz (Geſch.). Von Clara 
Dett hatte er 2 Söhne, von benen der ältere ven 
geiflihen Stand mählte; ber jlingere, Lubmig, 
der Stammvater der Grafen von Löwenſtein⸗ 


Wertheim wurde. 140) 5. II. der Weiſe (From⸗— 


me), vierter Sohn des Kurfürſten Philipp, geb. 
1485, war 1529, als Soliman II. Wien belagerte, 


Anführer des Reichsſheeres, folgte 1544 feinem | 


Bruder Ludwig dem Friedfertigen ale Kurfürft u. 
fl. 1556. Cr war feit 1535 vermählt mit Doro- 
thea von Dänemarf, hatte aber feine Kinder. Vgl. 
Hubert Tbomas, Annales de vita et rebus ge- 
stis Friederici II., frfj. 1624, deutſch: Spiegel 
des Humors großer Potentaten, vpz. 1629; Ed. 
von Billew, Ein Fürftenjpiegel, Berl. 1849, 2 Bde. 
141) 5. III der Fromme, Sobn des Pfalz- 

rafen Johann II. von Simntern, geb. 1515; nahm 

üb die Reformirte Lehre an, zeichnete ſich in Kriege 
gegen die Türken aus u. folgte 1559 dem Pfalz« 
grafen Otto Heinrich, da deſſen Linie ansgeftorben 
war, in ber Kur u. fl. 1576; fein Nachfolger war 
Ludwig VI., ſein älterer Sohn aus ſeiner zweiten 
Ehe mit Amalie, Wittwe Heinrichs von Brederode. 
142) F. IV. der Aufrichtige, Sohn bes Kur- 
fürften Ludwig VI. u. ber Eliſabeth von Heffen, 
geb. 1574, folgte 1583 feinem Bater unter Bor- 
mundfchaft feines Obeims Johann Kaſimir, trat 
nad) befien Tode 1592 die Regierung an u. ft. 1610, 
ſ. Pfalz. Er war vermählt mit Yuife Juliane, Toch» 
ter des Fürften Wilhelm von Nafjau-Dranien; fein 
Eobn Friedrich V. folgte ihm. 143) $. V., Sohn 
des Vorigen, geb. 16. Aug. 1596 in Aınberg, folgte 
dieſem 1610, ftand bis 1614 unter Vermundfchaft 
des Bialzgrafen Johann von Zweibrücken u. trat 
an tie Spitze ber Proteſtantiſchen Union. 1619 
von den Böbmen zum —— nahm er die 
Krone auf Zureden ſeiner Gemahlin an u. wurde 
am 2. Novbr. gekrönt; jedoch in ter Schlacht auf 
dem Weißen Berge bei Prag 8. Novbr. 1620 von 
ben Kaiferlichen u. Baiern unter Tilly gefchlagen 
(f. Dreißigjähriger Krieg), mußte er Böhmen ver- 
laſſen (man nannte ihn ſpottweiſe den Winter⸗ 
könig), floh durch Schlefien u. Brandenburg nach 





fein Kurfürſtenthum vom Herjeg Mar 
Baiern u. Ipanifchen Truppen befeht. 

ferneren Schidfale |. Pfalz (Geſch) 8. 
1632 in Mainz, ohne wieder zur Kur 
ne wie 
wurden. Er war feit 1613 vermäblt m 
Tochter des Könige Jalob I. von Englan 
fein älteter Sohn von berfelben war I 
bb) Bfalzgrafen: aaa) Simmern' 
144) 5. der Hundsrüder, Sohn‘ 
Nachfolger befielben, er fl. 1680. bbb) 1 
Landsberg: 145) F. Kafimir, z 
Johauns L. erhieltzum Antheil nachdes 
Landsberg u. ſt. 1645, ſ. ebd. 146) 1 
Sohn des Vorigen, folgte dieſem 16 
1686; über ihn f. ebb. cec) Jüng 
brüdenide kinie: 147) &., Sohn 
folgte diejem 1655 m. ft. 1661, f. ebd. 
meiftervon Brengen: 148) F. 4 
Sachſen, Hochmeiſter 1498S— 1510, 
(Geſch.). Co) Bon Sachſen. aa) 

fenvon Sadjen: 149) %., regierte 
Pfalzgrafen von Sachſen. 150) F., 

Sohn, wegen feiner Gemahliu Adel} 
des Markgrafen Udo vou Nordſfachſe 
Arftiften Ludwigs des Springers erm 
151) F., Sohn des Borigen, gelan 
Pfalzgrafſchaft, führte aber ben Zitel 
von Butelendorfu. fl. 1124, |. ebd 
fürftienvon Sachſen. (Über bie 
jelten |. Friedrich, Landgrafen von 7 
Markgrafen von Meißen.) 132) 5.1.2 
bare, Sohn des Landgrafen Friedt 
Thüringen, geb. 1369, folgte feinem 
jeinen jüngeren Brüdern, Wilhelm I 
1381 unter Vormundſchaft feiner Mu 
rina von Henneberg, erbielt 1382 nebfl 
bern in ber Erbtbeilung der Meißniſch⸗ 
Lande mit feinen PVatersbrütern, I 


Wilhelm, das Ofterland nebſt eimi; 


Stilden. Ein tapferer u. Anger Kür 
bie Littbauer, Ungarn, König Wenzel 
die Huifiten focht u. 1425 wegen tiefer 
Kaifer Sigiamundb die Kurmürte er 
Sadjen (Geſch). F. fl. 4. Jan. 14 
Schloſſe in Altenburg. Er war vermi 
tharine, Tochter Des Herzogs Heinrich 1. 
ſchweig (fl. 1422); feine Söhne mare 
folger 5 II., Sigmund, Bifchef ven 
Heinrich u. Wilhelm. VBgl. Schmamn 
tbeil F. des Streitbaren an ber Abwel 
golen, Wien 1557. 138) F. II. ter. 
tbige, Sohn tes Borigen, geb. 24. 


folgte feinem Vater 1428 in der Kur 


Herzegthum Sucdjen allein, in Ma 
übrigen väterlichen Ländern aber ınit 
dern Sigmund (meldyer jedoch 1431 
wurbe), Heinrich (welcher 1436 ſtart 


| beim III. gemeinſchaftlich, theilte m 


interimiftiich, welche Theilung, ala $ 
riebfertige, Landgraf von Thiringen, 
durch bie Erbtheilung zu Altenburg 14 
finitive wurte, fo Daß F. Dleiken u. bie 
beim aber Thüringen lan. Über ven 


ſtehenden Bruberfrieg ſ. u. Sachſen Et 


am 7. Febr. 1464 in veipzig. Er mar 
Margaretha von Ofterreich vermãbi:: 


Friedrich (Andere regierenbe Bürfien) 
| betrachtet wird), bes Worigen Iängee Bruber, 
vr. 1603 in 


regierte er mit feinem Bruber, Johann 


5* digen, während feiner ganzen Regie⸗ 
anmen. Er füftete bie Unicer tät @itten- 


=. 
KroR He Katholiſche Lehre zu verlafſen; 1519 














ſterreich; folgte feinem Vater ben 5. Det. 
ſchon ten 17. Dec. 1763, ſ. Sachſen (Geſch.). 
von Maria Antoinette von Baiern, Tochter 
Kari VIT., drei Zöbne: F. Auguſt III., 
Maximilian. 158) $.Augnfi III, |. Fried» 
ee)derzögevonSanien ausder@r 
Bifchen Linie: aaa von Sahfen-Wei- 
.WilhelmI. ältefter Sobn Herzogs 
ilhelm von Weimar, geb. 25. April 1562; 
em Bater 1572 unter Vormundſchaft des 
Auguf von Sachen, erhielt tie Re- 
Jelbſt bei feiner Mündigkeit nicht, ſondern 
Sabre fpäter 1566, nad des Rormunde 
1592—1601 Atminiftrator in Kur. 

bie minderjährigen Kinter des Kurfür- 
iſtian J., weshalb er fein Hoflager von 
ar nach Torgau verlegte; er kehrte 1601 nach 
er zurüd u. ft. 7. Juli 1602. Vermählt war 
mit Sophie von Württemberg (fl. 1590) u. 
wi mit Anna Daria, Tochter des Pfalzgrafen 
9 Lubwig zu Neuburg, welche ihm vier 
Johann Bhilipp, Frietrih, Johann Wil- 
E . Wilhelm II., u. zwei Töchter gebar. 160) 
> Sohn des Herzogs Johann von Weimar n. 
brothea Maria von Anhalt, geb. 1596; Audirte 
Ra, ging 1617 mit feinem älteften Bruder 
m Ernſt nach den Niederlanden u. 1618 nach 
keich, wohnte der Wahl u. Krönung ferbi- 
IT. zu Frankfurt u. dem Unionsconvent zu 
% wie ber Schlacht auf dem Werken Berge 
entihen Dienften bei u. blieb in ber Schlacht 
mru® 1622. An der Regierung nahm er kei⸗ 
Beil, obgleich eine Gefammtregierung Statt 
bbby) Herzöge von Altenburg, älte- 
finie: 161) F., zweiter Sohn bes Herzogs 
lhelm I. von Weimar u. der Anna Zorhie, 
2. Febr. 1599 in Torgau; erhielt inter Aue- 
etzung mit feinem heim Altenburg mit 
drei Brũdern -gemeinfchaftlich, ũberließ dem 
‚ Johann Philipp, die Alleinregierung 1620 
ww Sabre, trat 1620 in kurſächſiſche, dann in 
he Dienfte u. warb für ten Kaiſer; 1623 ging 
zraunſchweigiſche Dienſte, murbe bei Etattice 
en Kaiferlichen gefangen, 1624 entlajlen ır. 
m 25. Dct. 1625 bei Salſen als tTänifcher 
t; 162) 8. Wilbeim II. (fo genannt, weil 
{helm II. von Reimar, fein Vater, Stamm⸗ 
ber Aitenburgifchen Yinie ale F. Wilhelm I. 


nach des Vaters Tode am 12. 
mar; erbielt nebſt feinen drei Brüdern Altenburg 
unter Vormundſchaft des Kurfürfien von Sachſen; 
trat, nachbem er fich feit 1620 durch mehrfache Reis 
fen im Auslande ausgebifvet hatte, 1631 in kurſöch⸗ 
ſiſche Militärdienſte, madıte die Schlacht von Leipzig 
mit u. beehligte die fächflicde Armee eine Zeitlang 
in Schieften, bei Arnims Abwefenheit, verlieh, Ber 
nerallientenant der Tavallerie geworten, nach dem 
Prager Frieden bie militärifche Yaufbahn, übernahm 
1639, nach dem Tode Johann Philippe n. nachdem 
bie andern mei Brüter im Dreißigjährigen Kriege 
eblieben waren, bie Regierung u. ſt. 22. April 1669; 
? n. Sadfen. Er mar vermählt feit 1638 mit Sophie 
Elifaberb, Tochter des Markgrafen Chriſtian Wil- 
beim zu Brandenburg (fl. 1650), u. in zweiter Ehe 
1652 mit Magdalena Sibylla, Tochter Des Kurfür⸗ 
fen Johann Georg I. von Sachen u. Wittwe bes 
Kronpringen Chriftian von Dänemark. Sein ihn 
überlebender Sohn aus zweiter Ehe war der Fol⸗ 
gende; 163) %. Wilhelm III., Schn des Ror., 
geb. in Altenburg 12. Juli 1657, folgte feinem 
ater 1669 unter Vormundſchaft feiner Mutter 
brüber, des Kurfürften Jobann Georg II. u. bes 
Herzogs Mori von Naumburg» Zeig, fl. aber 
{bon 14. April 1672 an ben Dlattern. Mit 
ihm erloſch das ältere Haus Altenburg, f. ebb. 
ece) Bon Sadjen - Altenburg, jüngere 
Linie (früher Sachſen⸗Hildburghau⸗ 
fen): 164) F., Eobn Ernſt F. Karl, Herzogs 
von Sachſen⸗Hildburghauſen, u. der Grneftine 
Augufe Sophie von Weimar, geb. 29. April 1763, 
folgte feinem Vater 1780 unter Vormundſchaft ſei⸗ 
nes Großoheims, des Prinzen Joſeph F. von Hilde 
burgbaufen, u. übernahm, obichon früher volljäh- 
rig, die Regierung erft nach beffen Tode 1787. Gr 
vertauiähte 1826 feine Yande gegen das Dergathunm 
Altenburg, u. fl. 29. Eept. 1834; f. u. Sadien. 
Er war ſeit 1785 vermählt mit Charlotte, Tod» 
ter Des Großherzogs Karl II. von DMedienburg- 
Strelit (fl. 1818); feine Söhne maren Joſeph u. 
Georg (f. b.), welche ihm nacheinander in ber Re- 
gierung folgten, außertem die Prinzen Friedrich u. 
duard (f. d.); von feinen Töchtern war Charlotte 
vermäbhlt an den Prinzen Baul von Württemberg, 
Iherefe an ben König Fubmig I. von Baiern u. 
Luiſe an ben Herzog Wilhelm von Raffau. ddd) 
Von Gotha: 165) F. J., ältefter Sohn Erufe 
des Frommen u. der Eliſabeth Sophie von Sachſen⸗ 
Altenburg, geb. 14. Juli 1646, übernahm nach bes 
Vaters Tode 1675 die Gemeinregierung für fi 
u. feine ſechs Brüder, dieſe bewogen ihn aber, 
gegen das Teftament des Vaters, zu theilen, u. e® 
entſtanden fo durch Die Theilungen 1681 u. 1685 
außer Gotha die Linien Koburg, Meiningen, Röm- 
bild, Gifenberg, Hildburghaufen u. Saalfeld, f. ı. 
Sachſen (Geſch.); 5. fl. 2. Aug. 1691 auf dem von 
ibm erbauten Schloſſe Friebrihsmerth bei Gotha; 
er war zmeimal vermählt, mit Magdalena Sibylle, 
Tochter des Herzogs Auguft von Sachſen (fl. 1681) 
n. dann mit Ebriftine von Baden⸗Durlach, Wittwe 
des Markgrafen Albert von Ausbach (fl. 1705); 
die Kinder aus erfter Ebe maren: fein Nachfolger 
F. II., Prinz Jehann Wilhelm u. vier Priuzejſin⸗ 
nen. 166) %.11., Sobn des Vorigen, geb. 28. Juli 
1676, felgte einem Bater, 14 Jahre alt, unter Ober- 
bormunbichaft feiner Obeime, der Herzöge Bern» 


hard von Meiningen u. Heinrih von Römhild, 
wurte aber ſchon 1693 vom Kaifer für mündig er- 
rt u. ſt den 23. März 1732 in Altenburg; f. u. 
Sachſen⸗Gotha. Er war feit 1696 mit Magtalena 
Augufte, Tochter des Fürſten Karl Wilhelm von 
Anhalt⸗Zerbſt (fl. 1740) vermählt, won feinen 17 
Kindern überlebten ihn 9, außer zwei Prinzeifin- 
nen, noch: F. III, fein Nachfolger, u. bie Prinzen 
Wilhelm, Johaun Auguft, Ludwig Ernſt, Morit 
nn. Johann Adolf, welche alle ben Kriegedienft wähl⸗ 
ten. 167) %. III., Älteler Sohn des Vorigen, geb. 
14. April 1699; folgte feinem Vater 1732 u. fi. 
10. März 1772, f. u. Sachſen⸗Gotha. Er war feit 
1729 vermäbhlt mit Louiſe Doroihea, Tochter bes 
Herzogs Ernſt Ludwig von Sadjen « Meiningen; 
von feinen beiten ihn überlebenden Söhnen folgte 
ihm Ernſt IT., u. Auguft widmete fich den Kriegs 
bienft u. fpäter den Wiffenfchaften. 168) 5. IV., 
Entel des Borigen u. jüngerer Schn Ernfts II. 
u. Charlottens von Sahjen- Meiningen, geb. 28. 
Nov. 1774, trat 1792 in preufilche Dienfte, kam 
1793 als Oberft zu dem gothaiichen Regiment in 
hollãndiſchen Dienften, ging 1794 als General- 
major ab u. hielt fih nun ın Gotha u. ın Italien 
auf; bier wurde er um 1617 katholiſch u. kehrte 
1820 nach Gotha zurüd. Er litt an einem Kopf- 
übel, in deſſen Folge er auletst faft ganz ſprach⸗ 
unfähig war; dennoch trat er nad jeines Bru⸗ 
ders Auguſt Zode 1922 die Regierung an; er 
ft. 11. Febr. 1825 unvermählt u. mit ihm erloſch 
der gothaiſche Mannsftamm, |. u. Sachſen⸗Gotha. 
eee) Yon Meiningen: 169) 5. Wilhelm, 
aneiter Sohn Berubards I., geb. 1619, folgte feinem 

ater 1706 mit feinen zwei Brüdern, überließ aber, 
nebft feinem jüngern Bruder Anton Ulrich, Eruft 
Ludwig die Regierung allein. Nach deſſen Zode 1724 
führte er nebft Anton Ulrih die Bormundfchaft 
über feine minterjährigen Neffen u. ft. 10. März 
1746 kinderlos; f. Sadhjen-Dleiningen. Ce) Her- 
zöge von Schlejien: aa) Zu Liegnitz u. 
Brieg: 170)%.1., Sohn Herzogs Johaun in 
Schlefien u. Hedwigs von Liegnitz, geb. in Brieg 
1446 , folgte jeinen Vater erft 1454 im Herzog⸗ 
thum u. ft. 9. Mai 1458; |. u. Schlefien. Er war feit 
1475 vermählt mit Lutmilla, Zochter tes Könige 
Geurg Podiebrad von Böhmen, feine Söhne waren 
Sohann I. u Friedrich II., feine Nachfolger in Lieg⸗ 
nitz, u. Georg I. in Brieg. 171) 5. Il., zweiter 
Sohn des Vorigen, geb. 1450; jelgte nad ben 
Tode ſeines Bruders Johann II. 1495 in Liegnig, 
machte 1507 eine Reife ins Gelobte Land, erhielt 
nach feines jüngern Bruders Georg I. Tore aud 
Brieg zurüd, fübrte 1522 die Lutheriſche Yehre ein 
n. ft. 17. Sept. 1547, f. ebd. Eeine Gemahlin Eli« 
fabsth, Tochter Des Königs Kafunir IH. von Polen, 
ft. 1517; er vermählte fich wieder 1519 mit Sophie, 
Tochter bes Markgrafen Friedrich von Branden- 
burg (ft. 1537), deren beiten Söhne 5. III. u. 
Georg II. ihm in Lieguig u. Brieg folgten. 172) 
F. III., ältefter Schu des Vorigen, geb. 1520, er- 
hielt bei ber Xheilung mit feinem Bruder Georg II. 
Lieguitz, Goldberg, Hainau 2c., verließ aber, als er 
in Schulden geraihen war, jein Bürftentbum. Bes 
kannt durch feine Schwelgereien u. tollen Etreiche, 
nahnı er ſpäter franzöſiſche Dienfte, worauf der Kai⸗ 
fer das Land, hu Bunften bes Sohnes 5-8, ven 
Herzog Georg II., von Brieg, verwalten lieg. Ale 
F. 1559 zurückkam, ließ ihn der Kaijer Ferdinand 


Friedrich (Undere vegierende Fürſten) 


in das Gefängniß feen , wo er 15. Dec. 
ſ. ebb. ; feine Gemahlin Katharine, ; 
joge Heinrih von Medienburg, gebaı 
Tochter u. zwei Söhne, Heinrich u. $.] 
ihm nadeinanber folgten. 178) $. I\ 
Schn des Borigen, geb. 1552, folgte 15 
ſerlichen Befehl feinem Bruder, tem ver 
jchen Heinrich IX. in ber Regierung vı 
bie dieſem genommen wurde if. Schwe 
fand das Land fehr verſchuldet, ſucht 
lofe Lage deſſelben zu verbeflern u. ft 6. 
kinderlos, f. ebb. Bermählt war er tre 
mit Sidenie Sophie, Tochter des Hen 
Adam von Zeichen (fl. 1557); 1589 mi 
Tochter bes Herzogs Johann von Holſtei 
u. 1594 mit Anua, Tochter Des Herjot 
von Württemberg, Wittive bes Ler;: 
Georg von Wohlau (fl. 1616). bb) Zr 
174) 5. Wilhelm, Sohn Wenzel | 
1601, folgte feinem Vater 1617 ın Tefe 
glogau u. £ 1625 ; mit ihm enbete t 
weig in Oberſchleſien, |. ebb. Dd) De 
chwaben: 1753) F. J. von Büreı 
Hohenſtaufen, hatte dem Kaiſer Heizr 
egen deſſen Nebenbuhler Kudelf gel 
—* 1079 zum Lohn das Herzogthum? 
Elſaß, er fl. 1105; ſ. Schwaben (Geſch 
vermählt mit Agnes, Tochter tes K 
rich VI 176) F. J., ter Cinãugige. 
Vorigen, geb. 1090, folgte ſeinem Yateı 
1147 auf Schloß Hagenau, |. Schwab 
vermählt mit Judith, Tochter des Det 
ri des Schwurzen von Baiern, weich 
8. III. nech Konrad, Pialzgraf zu RI 
177) &. OIL, ſo v. w. Friedrich 1). 178) 
Rothenburg, Sohn des Kaifers | 
u. ber Gertrud, erbielt von feinem % 
Kaijer Friedrich J. 1152 Elſaß u. Edi 
Vormundſchaft feines Oheims, des Pfau; 
tab, begleitete denſelben auf jeinen 
Italien u. fl. Dort in Rom 19. Auguft 
Belt; er hinterließ von feiner Gemabli 
Tochter des Herzogs Heinrich von Bai 
jen, feine Kinter; } Schwaben — 
zweiter Sohu des Kaiſers Friedrich I. 
trix, geb. 1166, folgte 1169 auf den Bi 
der Vormundſchaft ſeines Vaters bie 1 
mit demſelbeu, 1159 ven Kreuzzug, erhi 
jen Zote 1190 den Befehl über das Hee 
fahrer u. ft. 20. Ian. 1191 vor Ptoler 
mählt; j.u Schwabeu. 180) F. VI., io 
ih 2). br Von Schwarzburg 
Günther, ſ. Günther. Fſyvandgi 
Thüringen: 182) F. J., der freu 
der Gebiſſene, Femirder gebiſſen 
lat. F. Admorsus), geb. 1250 (nach Autı 
55), Schi des Landgrafen Albredı beal 
ber Dlargaverhe von Oſierreich. Sein 
Kunigunden von Eiſenberg mebr als ji 
Margarethe entfloh daher 1270 u. beim d 
ihren Kindern jell fie F. im Muiter 
Trennung in die Wange gebiſſen, dieſci 
bleibendes Maal u. obigen Beinamen e 
ben. Mit feinem Bruder Diezmaun 
erieth er mit ſeinem Vater, welcher ihr 
haft berauben wollte, 1279 — 86 u. 12. 
trat 1256 als Pfalzgraf von Sachſen cı 
1291 nach dem Tote. Tuttas Mastgra 


Friedrich (Andere regierende Fürſten) 


Kbrecht 1294 Thüringen an ten Kailer 
Naſſau verfaufte, wurde F. Darüber in 
em Kaifer verwidelt, entging einem, um 
n 1295 in Altenburg von den Kaijerlicher 
zechten Mordenfall durch Lie Aufopferung 
r Leute, begann 1306 einen Krieg mit 
ert I., welcher 1307 nach den Schlachten 
. 1308 bei Borna eine für F. günftige 
nabm, erbielt, nachdem er ſchon 1300, 
ıter in das Klofler gegangen war, Thü⸗ 
. Diesmann in Belig genommen hatte, 
ianns Tode 1307 daſſelbe aueſchließlich, 
vom Kaiſer Heinrich VII. in allen Be- 
eſtätigt u. fiel 1312, in eine Fehde mit 
Otto ven Brandenburg vermidelt, bei 
m in deſſen Gefangenſchafl. Befreit, re⸗ 
bis 1322, wo er, vom Schlage ge⸗ 
ner Gemahlin Eliſabeih bis zu ſei⸗ 
1324 die Regierung überlajien mußte; 
ingen (Geih.). Er war erjt mit Agnes, 
son Kärnten (ft. 1293), u. dann mit 
Gräfin von Arnsbaugf vermäblt; aus 
amınte Sriebrich II. u. Eliſabeth, Gemah⸗ 
dgrafen Heinrich des Eiſernen von Helfen. 
„ter Ernſthafte, Sohn des Borigen, 
folgte ſeinem Vater 1324 unter Vor⸗ 
ſeiner Mutter, Eliſabetb, in Thüringen, 
ber Laufitz, wurde 1349 von mebreren 
ſtatt Karis IV. zum deutſchen Kaiſer 
rat aber zurück u. ft. 1349, |. Thüringen 
z war jeit 1329 mit Mathilde, Tochter 
Ludwig von Baiern, vermählt (fl. 1347); 
neun Kindern folgten ihm Friedrich TIL, 
u. Wilhelm; Sigismund wurbe Bilchof 
urg u. Ludwig Kurfürf von Mainz. 
I., Der Strenge (ber Zapfere ob. 
er Gütige), ältefier Sohn bes Bor., 
(nach And. 1333), folgte feinem Vater u. 
'angs für feine Brüter, Balthaſar u. 
bie Regentichaft bis 1376, mo fie in Er⸗ 
on Friedrichs Tote theilten; er ſelbſt er- 
m. ft. 1351 in Altenburg, |. Thüringen 
yermählt war er mit Katharine, Tochter 
ı Heinrich von Henneberg; feine Söhne 
riedrich ter Streitbure u. Wilhelm ter 
>85 IV., der Sriedfertige Ein— 
ohn Balthaſars u. ter Margarethe, 
ı von Nürnberg, n. Nefje des Vorigen, 
folgte jeinem Vater 1406 als Landgraf 
ngen u. ft. 1439 in Weißenfels. Er hatte 
emablin Auna, Tochter des Grafen 
on Echmwarzburg, keine Nachkommen, 
fen feine Lante an ben Kuriüirjt Friedrich 
nüthigen u. beffen Bruder Wilbelnt IIT., 
» Bon Tyrol: 186) j. Friedrich 136). 
fen von Walted: 155) 5. Auguſt 
Schn Ehriftian Ludwigs u. Der Johanna 
1⸗Idſtein, geb. 1676, folgte feinen Va⸗ 
wurde 1712 von Karl VI. zum Reichs⸗ 
ſoben u. fi. 1. Ran. 1725, ſ. Waldeck. 
ermählt mit Luiſe, Tochter des Herzogs 
von Birkenfeld, u. batte feine beiden 
yriftian Philipp u. Karl, zu Nachfolgern. 
tarl Auguf, Enfel Des Ter., Eohn 
ber Chriftiane von Pfalz⸗Zweibrücken, 
Scter. 1743, folgte 1763 feinem Vater 
nunbichaft ſeiner Diutter u. ft. 23. Sept. 
var nicht vermählt, baher folgte ihm fein 
I: 2eziton. 4. Aufl. VL 


| 


737 


Bruder Georg. 1) Herzöge u. Kurfürften 
vonWürttemberg:as» BonWürttemberg- 
Stuttgart: 184) F., Sohn des Grafen Georg 
zu Wiıttemberg-Mömpelgarb, geb. 1557, folgte 
feinem Bater in ber Grafichaft Mömpelgard, dann, 
als jein Better Ludwig 1693 kinderlos farb, in Dem 
Herzegihun Württemberg u. fl. 1605, j. u. Würt⸗ 
temberg (Geſch.). Seine Gemablin mar Sibylle, 
Tochter des Fürſten Joachim Ernſt von Anhalt; 
ſein Nachfolger fein älteſier Sohn Jobann Friedrich. 
190) 5. Karl, Sohn Eberhards III., geb. 1652, 
erbielt 1677 die Vormundſchaft über feinen Neffen, 
Eberhard Ludwig von Württeniberg, verlor fie aber, 
als er im Kriege gegen bie Kranzofen 1692 gefangen 
wurde; er fi. 1695 als kaiſerlicher Feldmarſchall, 
j. ebd. 191) F. Eugen, Sohn Karl Aleranders, 
Ir 21. Jan. 1732, war von feinen Vater Anfangs 
ür ben geiftlichen Stand beſtimmt u. wurbe Dome 
herr in Konftanz (nach gemöhnliher Angabe in 
Salzburg), trat aber wieter aus, nahm preußifche 
Kriegsdienſte, wobnte 1795 der franzöfifchen Erpe⸗ 
bition nad Minorca bei, zeichnete ſich im Sieben- 
jährigen Kriege gegen bie Ruffen u. Schweben aus, 
lebte jeit 1769 ın Mömpelgarb, murte 1792 Ge- 
neralgouverneur über Ansbach u. Baireuth, 1795 
preußiſcher Generalfeldmarſchall u. ach feine® Bru⸗ 
bers, Ludwig Eugen, Tode 1795 Herzog von Würt⸗ 


temberg; er ft. 22. Dec. 1797. Er war vermählt 


jeit 1753 mit Friederile, Tochter des Markgrafen 
Friedrich Wilhelm von Braudenburg- Schwert: ihm 
folgte jein älteſter Sohn Friedrich I., f. Fried⸗ 


nid 28, bb) Bon Württemberg-NReuen- 


flabt: 192) F. jüngerer Sohn Johann Friebriche, 
geb. 1614, erbielt 1649 von jeinem Bruder Eber⸗ 
barb IIT. die Ämter Neuenftabt u, Weinsberg n. 
wurde jo Stifter der Linie Württemberg - Neuen- 
ſtadt; er fl. 1782, f. ebb. 193) F. Auguf, Sohn 
bes Bor., geb. 1654; er ft. 1716, |. ebd. ; mit ihm 
farb dieſe Linie wieder aus. ech Bon Würt— 
temberg-Beiltingen: 194) F. Ferdinand, 
Sohn Manfrets, Herzogs won Württemberg Weil« 
tingen, regierte von 1662 — 1705; mit ihm ftarb 
bie Linie Weiltingen aus, |. ekt. 

II. Nicht regierendefgürften: 4) Prinzen 
von Anhalt: 195) F. Erdmann, britter Sohn 
bes Fürſten Auguft Yubwig von Anhalt⸗Köthen u. 


deſſen Gemablin Eniilie geb. Gräfin von Promnig, 


eb. 26. Octbr. 1731, war von 1750—55 in preu⸗ 
Bifchen Dienften, trat 1757 in franzöfifche Kriegs⸗ 
bienfte, wurde 1761 Generalmajor’. 1765 Generale. 
lieutenant, verließ ben franzöfiichen Dienft erfi 1793 
u. fi. 12. Dechr. 1797. Er erhielt von jeinem müt- 
terlihen Großvater, bein Grafen PBromnik, bie 
freie Standſchaft Pleß in Cherfchlefien u. murbe 
Stifter diefer Linie; feine Gemahlin war Luife, 
Tochter des Grafen Heinrich Ernſt von Stellberg- 
Wernigerode; feine Söhne, Ferdinand u. Heinrich, 
folgten ihm. Er war Stifter des mebiatifirten Für⸗ 
ſtenthums Anhalt⸗Pleß, f. Auhalt III. n) d). 196) 
ð Erbprinzvon Auhalt-Deſſan, einziger 

ohn bes Fürſten Leopold, geb. 27. Dechr. 1769; 
ſtarb vor feinem Pater 27. Mai 1514, er war ver» 


- mählt feit 1792 mit Amalie, Tochter bes Landgrafen 


uns V. zu Heſſen⸗Homburg (ft. 1946); feine 
inder, f. u. Anhalt (Geneat.) I. 197) 5. Frauz 
Nikolaus, Erbprinz von Anhalt Deſſau, Entlel 
bes Bor., Sohn des Herzogs Leopold u. der Frie⸗ 
derite von Preußen, geb. 29. nu 1531 u. feit 


— 


738 


1554 vermählt mit Antoinette, Tochter bes Prinzen 
Eduard von Sachſen-Altenburg. B) Prinzen 
von Braunfhmeig: 198) %. Karl Ferdi— 
nand, Berzog zu Braunſchweig-Bevern, geb. 
5. April 1729, jüngfter Sobn des Herzogs Ernſt 
Ferdinand von Braunfchmweig, machte ale Haupt- 
mann in bellintiichen Dienften die Feldzüge 1745 
u. 46 mit, trat fpäter in öſterreichiſche Dienfte u. 
wohnte den meiften Feldzügen bis 1748 bei, dann 
ging er wieder nach Hellanb u. murbe 1754 Ge⸗ 
neralmajor; beim Ausbruch des Na 
Krieges trat er ale Freiwilliger in das preußiſche 
Heer u. mohnte dem Felbzuge von 1757 Bei. ‚1760 
ging er nach Dänemark, mo ibn König Friedrich V. 
sum Generallientenant u. Vefehlehaber des Gre⸗ 
nadiercorpo, 1766 zum Gouverneur non Rends⸗ 
burgen. 1773 zum Inſpector über bie däniſche In- 
fanterie u. Gouvernenr von Kopenhagen ernannte. 
1783 vermähfte er ſich mit ber nermittmeten Her- 
zogin Anna Karolina ven Schleswig - Holftein- 
Glücksburg, geb. Fürſtin ven Naffan - Saarbrüd, 
u. ft. 27. Aprıl 1909 in Glücksburg; ber Pete bes 
Bevern'ſchen Stammes. 199) F. Auguſt, jänge- 
rer Sohn des Herzogs Karl u. ter Rhiltppine von 
Preußen, geb. 29. Oct. 1740; vermählte fich 1768 
mit Frieberife, Erbtochter bes Herzogs Karl Chri- 
ftian Ertmann von Württemberg-Üfß, folgte nach 
tem Tode feines Schmiegervaters 1792 in dem 
—— {8 no. fl. 8. Octbr. 1805; er hatte 
eine Kinter, baber folgte ihm fein Neffe Wilhelm 
in Ols. 7 Prinz von Caftilien: 200) F., 
weiter Sohn bes Königs Ferdinand III. von Car 
Rilien, wurde auf Befehl feines Bruders, tes Kö⸗ 
nigs Alfons von Kaflilien, 1277 im Burgos er- 
mordet. D) Bon Dänemark: 201) %., jüngerer 
Sobn tee Könige F. V., geb. 11. Octbr. 1753 u. 
fl. 7. Dechr. 1505; er mar vermählt mit Sophie, 
Techter bes Prinzen Ludwig von Medienburg- 
Schwerin; ber König Chriftian VIII. war fern 
Sohn. E) Bon England: 202) F. Ludwig, 
äftefter Eobn Könige Georg II., geb. 31. Jar. 1707 
ım Hannover; blieb, als fein Großvater König von 
Engiand murbe, in Hannover zuriid, ging aber 
1727, wo er zum Prinzen von Wales erflärt murbe, 
nach England, ftarb jedoch, bevor er ben Thron be- 
ftieg, 31. März 1751; er war feit 1736 wermählt 
mit Augufle, Tochter des Herzogs Friebrich II. von 
Eacfen- Gotha, u. hinterließ neun Kinder, unter 
ihnen ven nachmaligen König Georg III. F) Prinz 
ren — 203) F., Herr von Bozʒzolo, 
Entel des Markgrafen Ludwig III. von Mantna u. 
eimer ber beften Felbberrn Italiens zu Anfang bes 
16. Jahrh.; diente König Franz I. u. wurde in ber 
Schlacht bei Pavia 1525 von den Epaniern ge- 
fangen. 6) LandgrafenvonHeffen: 204) %., 
and Landgraf von Heffen-Runmpenheim ge 
nannt, Sobn tes Landgrafen F. II. von Heffen, 
eb. 11. Septbr. 1747, Bruder des Kurfürſten 
ilhelm I. von Heſſen⸗Kaſſel, murbe von feinem 
Vater, melcher katholiſch geworden war, getrennt, in 
Hanau erzogen; er trat 1760 als Oberſt in däniſche 
Dienfte, wurde Generalmajor, trat 1769 in nieber- 
ländiſche Dienfte, vermäblte ſich 1780 mit Karoline 
Polyrena von Raffan-Ufingen, wurde nieberlänbi- 
ſcher General ter Cavallerie u. Gouverneur von 
Mafıricht, hielt als folder 1793 Die franzöfifche 
Beſchießung aus, übergab aber bie Feſtung nad) 
dreimonatlicher Einſchließung 1794 u. privatifirte 


| 


Friedrich (Nicht regierende Fürften) 


mn auf feinem Schloſſe zu Rumpenbeim, 
Frankfurt u. feit 1514 in Kaflel: 1821, 
Tode feines Bruders verließ er in Felae 
belligleiten mit befien Nachfolger Kafie 
Gotha u. Hannover u. fl. 20. Mai 1531 
furt. Seine Kinter find ter Lantarıl 
ber Folgende, Georg, Gruverneur x 
burg, die Herzogin ven Cambridge u. 
berzegin von Medlenburg-Strelig. 2 
beim, Schn bes Bor., geb. 24. April 
früh in preußiſche Dienfte, machte bie & 
1806, 1513 — 14 mit, flieg zum Gem 
Souvernenr der Feſtung Yurenikurg. 
Sohn res Lantgrafen Karl, geb. 3. 
trat in däniſche Dienfte, we er bis 
marſchall, Statthalter von Schlesw 
ftein, Gonoerneur ber Ditmarfchen n 
dent ber ſchleswig⸗ beifteinichen Regi 
Megen eines Zwiſtes mit der bänrickeı 
legte er 1542 viele Stellen nieder ı. | 
1545. 207) 5. Wilhelm Georg 
des Yandarafen Wilhelm von Hefien ı 
Iotte, Tochter des serftergenen Ertprin 
von Dänemarf, geb. 26. Nov. 182U: er 
Generallieutenant u. Chef Des dritten 
regimente, auch Chef des ruſſiſchen Ma 
Huſarenregiments; vermählt 1544 m 
fin Alerantra, Tochter tes Kaiiert 9 
Rußland (fl. 1844), u. feir 1853 mir I 
ter des Prinzen Karl von Preußen. 

von Hohenlohe⸗Kirchberg: 208 
hard, Sohn bes Fürften Karl Augn! 
lobe- Kirchberg, geb. 1737 m Kirchberg 
ſtudirte feit 1752 in Sena, fam 175% i 
tembergiiche Militär, gerieth im Si 
Kriege in preußiſche Getangenidait, 

tem Hubertusburger Frieden in Ar 
fpäter Oherfllieutenant, dann Comn 
Fefung Sobenafperg, nabm 1776 ie 
verbeirathete ſich 1778 mit Albertine R 
von Caftell-Remmlingen, lebte mit vier 
lingen, dann anf Schloß Künzelsau, zul 
berg, wo er zugleich mit feiner Gattin 
1804 ftarb. Erfchr.: Morgen on. Ab 
auf 12 Wochen, Thringen 1779, ne 
Grüneifen, Stuttg. 1538; mit feine 
Geiſtliche Lieber von F. E. u. A. R., 1: 
Holſtein Sonberburg - Angı 
209) F. Emil Auguft, Brinz ven ) 
Sohn des Herzogs Erikſon II., geb. 23 
mwurte 1842 Stattbalter von Schleewi 
n. bis 1846 Löntglich Länifcher Gener 
Er proteftirte 15416 gegen ben Offenen 
ftians VIIT. u. verlich hierauf ten dãniſ 
dienſt. Rendsburg murte am 24. Mäı 
ihm üßerrumpelt u. Der Play mit ſchietn 
ihen Truppen, tie unter feinem Som 
ben, beſetzt. Er wurde Mitgliet ver * 
Regierung, welche hierauf ın Kiel zu 
war big zum 30. April 19848 Höchfſteem 
in Eclestwig - Helftein u. lebte jet Hi 
Auslante. Dur Erlaß vom 10. Mai 
er u. feine Familie non Der Amneitie ca 
Gegen ten Londoner Vertrag vom s. 
über bie bänifche Thronfolge, legte er ! 
ein. Ente December 1855 mwurte ibm 
unter Fiteicommiß ſteheuden @üter Re 
wald zu veräußern. Gr war fe 1% 


Friedrich (Nicht vegiegende u. Geifiliche Fürften) 


239 


te, GOräfin von Daneflield - Samede | Seebienft, wurde Oberfl, Inhaber bes Infanterie 


>) Von Medienburg-Sämerin: 
dwig, Sohn tes Großhennogs Fried» 
u. ber Brinzeifin Luiſe von Sachſen⸗ 
13. Inni 1773, wurde 1785 Erbprinz 
großherzog, ſtarb aber 29. Rov. 1819 
Bater; er war vermäblt feit 1799 mit 
chter bes Kaiſers Paul von Rußland 
in zweiter Ehe ſeit 1810 mit Karoline, 
Großherzogs Karl Auguſt von Sachſen⸗ 
1816), u. in dritter Ehe mit Auguſte, 

Landgrafen Friedrich V. von Heflen- 
on feinen Kindern aus erfier Ehe folgte 
»hn Paul F., u. Prinzeffin Marie ver- 
nit bem nachmaligen Herzog Georg von 
tenburg ; feine Tochter aus zweiter Ehe 
Gemahliu des Herzogs von Orleans. 
n von den Niederlanden (Ora- 
F. Wilbelm Georg, zweiter Sohn 
balters Wilhelm V. der Niederlande u. 
fe Sophie Wilhelmine von Preußen, 
br. 1774, trat früh in nieberlänbifche 
R kei der Gurte zu Pferd, fammelte 
Holland von Dumouriez angegriffen 
General ein Corps, führte Dies gegen 
en u. nahm denſelben @ertruidenberg 
mieber ab, zeichnete ſich in ben Rieber- 
an ber Y98, febr aus, murbe bei War⸗ 
verwundet, ſchloß eipe enge Freund⸗ 
m Erzherzog Karl von Oſterreich, wurde 
der General Der Cavallerie u. ging nach 
ng ber Niederlande durch bie Franzoſen 
inem Vater nad England. 1796 trat 
zalmajer in öfterreihiihe Dienfte u. 
ı bei. gegen Moreau u. vor Kehl au®. 
: zur Armee tee Erzherzogs Karl nach 
irde Feldmarſchalllieutenant u. erhielt 
798 den Oberbeiehl iiber das öſterrei⸗ 
in Italien als Feldzeugmeiſter; er AH 
vphus 6. Jan. 1799. 218) F. Dil- 
, zweiter Sohn tes Könige Wilhelm 1. 
ante u. der Wilhelmine von Preußen, 
’r. 1797, wurde am preußischen Hofe 
achte mit ven preußiſchen Heere bie 
1813 mit, trat dann in das nieberlän- 
u. gab tort, bei. in ter Schladht von 
nce 1915, Beweiſe von befonberer 
Er batte Anſprüche auf die Deufichen 
bes nieberländifchen Hauſes Oranien, 
n aber, als fle gegen Las Großherzog⸗ 
iburg vertauſcht worden waren, 1816 
men ven 190,000 holländ. Fl. Cintunften 
erhielt er den Titel Prinz der Nie- 
‚ wurde Scneralcommiffär des Kriegs⸗ 
4, Admiral, Generaleberſt u. Feld⸗ 
r Landmacht; 1530 nad) der belgiſchen 
führte er das bollänkifdye Sorp6 gegen 
ırde aber am 27. Septbr. zum Rildyug 
ſ. Belgien (Gei.) VL; 1831 feitete 
riff gegen Belgien, mußte aber beim 
er franzöſiſchen Interventionsarmee 
rin jegt nieberläntiicher Feldmarſchall 
ber Flotte, auch Ebef bes preußilchen 
sieregiments u. jeit 1525 vermählt mit 
ter bes Könige Friedrich Mühelm IM. 
n. M) Erzberzog von öſterreich: 
rdinand Leopold, Sohn des Erz⸗ 
l. geb. 14. Mai 1821, widmete ſich dent 


regiments Nr. 16 u. Schiffscapitãn. Gr that ſich 
im Syrien Feldzug 1840 hervor u. ſt. 5. Oct. 1947 
als Viceadmiral u. Obercommandant ber Marine. 
N) Pringenvon Preußen: 814) F. Heinrich 
Wilhelm, Frinz von Preußen, gewöhnlich Prinz 
Heinrich genannt, ſ. Heinrich. : Wilhelm 
Ludw Bi Sohn bes Prinzen Friedrich Ludwig Karl 
u. der Brinzeifin Friederile von Medienturg-Stre- 
ig, geb. 30. Oetbr. 1794, machte bie Kampagne 
1613 —15 mit, wurde General ber Cavallerie u. 
zefidirte bis 1848 in Düffelborf; er ift jetzt preußi⸗ 
{cher General der Kavallerie, Chef bes 1. Küraffier- 
regimente, auch Chef des ruſſiſchen Uhlanenregi⸗ 
mente Charlow u. feit 1617 vermählt mit Kulle 
Tochter bes Herzogs Alerius von Anhalt- Bernburg. 
a160) J. Wilhelm, Eohn des Prinzregeuten Wil- 
beim von Preußen u. ber Bringeffin Luiſe con Sachſen⸗ 
Weiner, präjumtiver Thronerbe von Preußen, geb 
18. Ortbr. 1931, erhielt eine forgfältige Erziehung 
u. bildete fi Durch Reifen in England, Rußland 
u. Stalien, u. ift Generalmajor, Commandeur der 
1. Gardeinfanteriebrigade, Chef eines ruſſiſchen Hm 
ſarenregiments u. Inhaber eines öſterreichiſchen 
SInfanterieregiments; jeit 25. Jan. 1558 vermäblt 
mit Victoria, Prinzeß Royal von geforkennien. 
II. Geiſtliche Fürften. A) Biſchöfe von 
Bamberg: 217) %. J. Graf von Hohenlohe, war 
1325 Domdechant in Bamberg geworben, wurbe 
27. Juni 1344 zum Fürſtbiſchof erwählt u. ſt. 
28. Dec. 18351. 218) %. II., Graf von Truhen⸗ 
bingen, wurde 1359 Domdechant, 1363 Fürſibiſchof 
von Bamberg u. fl. 19. Mai 1366. BD) &rz- 
biihofvon Bremen: 219) F. Prinz von Di- 
nemark, letter Erzbifchof von Bremen, wurbe 
1644 von den Schweden verjagt, |. Bremen (Geſch.). 
6) Erybiihöfe von Köln: 220) F. J., Graf 
von Schwarzburg, Bruder des Markgrafen Engel- 
bert von Friaul, wurte 1099 vom Kaifex Hein⸗ 
rih IV. zum Erzbiſchof ernannt; er war ein ge- 
waltiger Krieger u. ft. 1131, ſ. u. Röin. 221) 5.11. 
von Berg, Sohn Kaifer Adolfe, den Eapitel vont 
Papſte aufgebrungen; regierte von 1158 u. f. 
1158 in Pavia, ſ. ebd. 222) F. III., Edler von 
warden, murbe 1370 Erzbiſchof; krönte bie 
ifer Wenzel, Ruprecht u. Sigiemund, ftiftere bie 
Untverfität Köln u. ft. 1414 in Bonn, f. ebd. 223) 
. IV., Graf von Wieb-Runlel, wurde 1562 
Erzbischof, dankte 1567 freiwillig ab, als er mit 
bein Kaifer wegen Stellung tes Contingents in 
Streit lan, u. ft. 1568, ſ. ebb. D) Von Magbe- 
burg: 224) 5. 1., Graf von Wettin, Sohn des 
Grafen Dietri von Wettin, Erzbifchef 1142—52, 
j. Magdeburg. 225) 5. LI. vou Hoym, war 1356 
Biſchof von Merfeburg, wurbe zwar ſchon 1368 
von bem Gapitel von Magdeburg zum —— — 
gewählt, aber erſt 1382 anerlanıt u. regierte bis 
1358, f. ebb. 226) 5. (III.), Graf von Beich⸗ 
lingen, 1445—1464, f. ebb.; er führte zuerfi in 
feinen Urkunden den Zitel als Primas von Deutſch⸗ 
land. 227) (75. IV.) von Brandeuburg, Sohn des 
Kurfürften Joachim IL., geb. 1534, wurde 1548 
Biſchof non Naumburg, 1550 Erzbiſchof von Mag⸗ 
beburg (ter Papſt wollte ihm, ale dem Sobne 
eine® Jutherijchen Fürſten, bie Beſtätigung ver- 
weigern) u. 1552 aud Biſchof von Halberſtadt, 
ſtarb aber 3. Oct. 1552, f. ebb. E) Bon Mainz: 
228) F., Erzbiſchof von Mein, don 938. Ben 


\ 


Ad 


feikiem Bruber Oifeldert I 
—— ao Meife 


nase Wi 


ee 


ambur od. na ba) in Ha "hier 
ke 5 her hai re Em £ 
ring verbädhtig, ab u. R. 954, 1. Main (Seid). 

229) 8. Karl Anfepb, Baron von Erthal, geb. 
1719; 1774 Kurfürft von Mainz u. Biſchof von 
Worms; 309 proteftantiihe Staatsbiener im fein 
Land, war Mitglied des ürflenbundes, werleäte, 
nach dem Einfall ber Framzeſen, 1792 feine Refl« 
bens nad) area —— Se um Coab⸗ 
jutor u. ft. 1803, 1. Bildäfe von 
Utredt: 230) F. L, Ent 34 Herzogs Ratbob 
son land, wurbe um 825 Bildhof fl. 838, 
231) F. II. von Sirk, war erft Propft in Utrecht 
a. wurde nach dem Tode des Bifhofs Guide von 
Utrecht 1317 deſſen Nachfolger; feine Regierung 
war aber ſehr ſchwach, er machte viele Schulden u. 
. 2. Sur 1322 in Hotft. 282) $. von 
lantenbeim, —* Biſchof von Steaekurg 
u. —— Pat a n Utrecht; Sie pe 
ebrich 39 evon 
Bine urg: 234) 5. he 35 —* 

1558— 75; er war in bie Grambadieen 
Senn Are burg ( ): 
IE Kart, Graf von Schönborn» Pı 

Beh Boffeburg, eb. 1664; a Nr 


vicetan PR Er — in Würzburg, 
Fürf —— Mm "1748. 
en “4.n — Kane — 
ager — AR. bichte m se 
— mehrere chen ae ih sn 
anlden ah = jm Ziel m 3 Ban 
er * 
Sohn des Könige —— (von Neuhoff) — 


fica; lebte einige Jahre in England vom Unterricht⸗ 
geben in der Italieniſchen Sprache, verheirathete 
ſelbſt mit einer Dentichen, ſtand dann einige Zeit 
tm Dienſte des gen erzog® von Württemberg u. nahm 
fs 1797 aus Berdruß, weil ber Kan von. 2 
and eime Anleihe getabelt, bie er file ben Prinzen 
von Wales in Antwerpen unterhandelte, bas Leben. 


Er jr.: Mein. pour servir A l’hist, de la Corse, 


oph, geb. 4775 in Halle, ſtudirte daſelbſt Tbeo- 

e, wurbe 1807 
Tan 1811 am bie 
Ian u. f. bafelbft 1836; er jchr.: Der Segen Ja- 
1066 ꝛc. Bresl. 1811; Dissensiones de christo- 
logia Samaritanorum, Ypj. 1822; Statuta syn- 
:odalia a Wencesino E scopo "Wratielaviae 
a 1400 publicata etö., * 1827, u. m.a. 


Fern 1768, engl. Lond 1763. 8) Iobann Ebri- 


4) Theodor Heinrich, geb. 1776 in Könige 


in ber Neumark; K Bot, 
an = ; —— als 
freiimilliger Züger unter das rn orofche Corps, 


lebte nachher meiſt in Berlin n. seit: ſich! * | 


——— in ber Elbe; er ſchr. u. a.: Satyri 

Kr ar ke Berl. 1814, 3. Aufl. 1816: Zweiter ſaty⸗ 
r 

Dan 


eldzug, ebd. 1816, 2. Aufl. 18175 


Deutliche Bollstradht, ebb. 1815; Eatyriſcher ei | 


I, ebd. 1816—19, 7 Defte; Aimanach lu 

twänte für die Bühne, ebd. 1816; Sa 
ei fatgrifche Räfcher, Site 1818. 5) Salssc 
David, ah m — bildete ſich auf 
der Kuna Kipenhagen zum —2 


farrer in Autas bei Breslau, 
iverſitätsbibliothel in Bres⸗ 


ug, ebb. 1815, 2. — 1817; Dritter 





wieeia HE Behr 


| Fat 1795 = Dresben, wo ir 1817 


ffen 
ber Landſchaftomalerei in 
fäflang ber Natur u. bie Wi 
Stimmung in ber —— br. 
Richtum bn u. ga 
bem Kuffnwunge,. dem ben *255 32* de 
in ber meuften- Zeit gewonnen bat. D 
feiner Gemälbe melandeliih a 
tragen einen Hi romantiſchen 
Werle im Berliner Schloffe: Die Abtei 
- Ketichen: Der Tannenhügd 
6 Gerbärb Griebrig, a 
*2 Waller, geb. 1799 


L.: Geh 
3 


Guſtav Hern 
ne iher Roman), ebb. 1812—13 
i ‚ ebb. 1814, 2. Aufl. er ) 
on u. dem Vaterlande gem 
q ‚ 2. Aufl. ebb: 1819; — 
jahre ꝛc. ebb. 1820; Reife I 
a 


ber ſſenleben, eb. 1836-4 Bodens Der 
bımb : * jefuitifehhieranchifce € 


Darm. 
Heinrich Inſel, io ». 


rede 
Senbrit Inſel. 

RN a Stabt im Amte Zel 
hume — Thlüringer Walde; 
bon Dr Bleichen, Bergbau 

Einen Du de, Spielwaarenfahrit; 1 

Friedrichs .—nr Artikel mit bie 

kein... bie bier nicht zu finben 


| Ran a ; » a P 


ben; 4) —** 5)» —A 
Fort auf ber Guinea, 
preußiſche la durch va Großen 
von Brandenburg 1683 erbaut, og 
Afrilanifhen Compagnie in Emben; 
Holländer verfauft; 5) fo v. w. — 
Friedrichsd'or, preußiiche Golbmän 
1 Bar — k 5 Thaler Golb: 
arat 9 Grän fein, von ba an 21 Su 
‚ 35 Gtüd auf bie. Darf brutto, ! 
a die feine Mark, alies,ose Gramm ı 
hoſlandiſches Aß fein Gold baltend, 
Thaler Eourant mit tem 
Cours werth, feit 1. Jan 1832 allgen 
Thaler in ben —* preußiſchen Kaſſen 
u. daher auch im Berfehr fo beredimet, ji 
ag von 2} zer. nr Es fd h 
u. boppelte zu Gold ri 


Friebrihöderf bis Briebrichänrden 


a, ſogenannte Mittel- 5. von 1755 u. 1157, 


744 
1150 im Gange u. eıne Bambergifche Gehbuns- 
e 


äbr 3} Thaler Courant werth, find aus dem | Das bier gewonnene Glauberſalz brachte 


r verihmunben. 
ebricgödorf, 1) Colenie bei Suberote, |. d.; 
orf in Heflen-Homburg, nörtli von Hom⸗ 
‚ von autgemwanterten Wugenstten gegründet, 
dort noch die franzgcfiihe Sprache — 
Bildungbanſtalt für —— Fla⸗ 
n. Strumpfweberei; 750 Em. 
tiedrichs Ehre, Siernbild, zu Ehren Fried⸗ 
Rs Großen, 1757 von Bode gebildet; Schwert, 
rn. Lorbeerzweig, worüber eine Strahlen⸗ 
ri, Niebt zwiſchen dem Vierecke des Pegafue 
m Ropfe des Cephens u. wirb von 4 Sternen 
söße, vorher zur Rechten ber Andromeda ge- 
j, gebifbet. 
Medrichäfelde, Dorf im Kreife Riederbarırim 
ir Regierungabezirte Petsbam, ven 
ches Luſtſchloß, großer Garten, Vergnü⸗ 
der Berliner; 000 Em. F. wurde Fried⸗ 
‚ König von Sachſen, im Oct. 1813 bis 
1815 zum Aufenthaltsort angewiefen. 
Högraben, zmei Kanäle in tem Kreiie 
bes preußischen Regierungabezirts un 
1668 — 1696 angelegt, moturd) bie fie 
I u. Memel verbunten find; der 2) Meilen 
a Fuß tiefen. 40 Fuß breite Große %., zum 
zur duch mübiam erhaltene Dämme vom 
Daff, das hierdurch vermichen wird, ge- 
vereinigt bie mit bem Pregel verbundene 
it ber Nemenin; u. ber Kleine. (Neue 
Benburger Kanal) vereinigt die Nemo⸗ 
ker Gilge u. iſt 14 Meile lang, 4 Fuß tief 
Fuß breit. £ 
—— evangeliſches Pfarrdorf im 
Kreis u. Regierungsbezirk Oppeln; iſt 
böhmiiche Colonie, mit 1130 Cmw., bie viel 
rei treiben. 
BedrichBgrube, Bergwerksort im Krei'e Beu- 
preuß. Regierungstezirte Oppeln; 100 Ew. 
högrund, Dorf im Kreiſe Glatz tes 
Regierungsbezirts Breslau; Rortafchen- 
L, 2 Slasbütten; 220 Ew. 
| chſshafen, 1) Stadt, am Bodenſee, im 
* Tettnang, bes württembergiſchen Donau» 










» Schleß (ionſt Prierat Hofen), Sommer- 
Malt der königl. Familie; evangeliiche Kirche, 
Bepenfionat (Paulinenftift), Kurort; Hafen, 
8 bes wilrıtembergijchen Handels auf dem 
mit ter Schweiz u. Italien; Hauptzoll⸗ 
: Gifenkahnftation mit Moafchinenwerffätte: 
Gw. Der Ort hieß jrüber Buchhorn, hatte 
Inglich feine eigenen Grafen, murte dann 
Matt, hierauf baieriſch u. gebört feit 1809 zu 
kemberg; 2) fo v. w. Frederikohavn. 
tebrichspain, Dorf mit Gfashlitte im Kreife 
mberg des preußiichen Regierungebezirks 
art; 125 Ew. 
ledrichſshall, 1) Saline bei tem Derfe Lin⸗ 
(300 Ew.), im meiningichen Amte Hildburg⸗ 
u, im Rredgrunte; feit 1849 iſt tie Kochſalz⸗ 
ang aufge eben, u es wird nur noch Bitter⸗, 
jer-, Bieb- u. Düngeſalz gefotten, ba jenes 
ja rein bergeftellt werten konnte; außertem 
u jährlich an 300,000 Krüge Bitterwaſſer zum 
em verfendet. Das Salzwerk wor ſchon ver 


De sale aperiativo Fredericiann, Hildburgh. 
1767), als Briedrigsiet, in Ruf. Über das Kr 
Bitterwaſſer ichried Ciſenmann, Würzb. 1856, 
2. Aufl; 2) ſo v. w. Frederikebald. 

— — ). Frederikshamn. 

ichshof, evangeliſches Pfarrborf im 
Kreiſe Ortelsburg des preußiſchen Regierungsbe⸗ 
zirls Königsberg ; Bernſteingräberei; 1500 Em. 

Friedrichshohle, S-öble bei dem Schloſſe Ehren- 

fele im Oberanite Dünfingen des mürttembergiichen 
Donaufreilee, aus welcher die Ach hervorquillt. 


ee even. Inſel der Ertholmen in ber 
fliee, bei Bornbeim. 


Friedrichshuld, 1) (Trebſchen), Marktflecken 
mit Stadtgerechtigkeit im Kreile Züllichau bes preu⸗ 
Bifhen Regierungsbezirls Franlfurt; 400 Ew. Der 
Ort wurde 1712 durch ben grreiberru won Trofchle 
von Schleſiern u. Polen erbaut, Lie wegen ihrer 
Religion verfolgt u. ———— waren; 2) Bar⸗ 
chent⸗ u. Leinwandfabril, ſ. u. Billerbeck 2). 


Friedrichſhütte, 1) königliche Eilber- u. Blei⸗ 
ichmelzbütte im Kreiſe Beuthen des preußiichen 
Regierungebezirks Oppeln; zugleih ift ein Blei⸗ 
w. Sinnmwalswert Damit verbunden; 2) Dorf im 
Bezirl Tauß des Kreiles Pillen (Wöbmen), mit 
Slaabütte u. Spiegelfabrit; 3) Kupferſchmelzhütte 
bei Dein Dorfe Jba im Kreiie Rotenburg ter kur⸗ 
befftiben Brovinz Niederbefien; 4) Eiſenwerk bei 
Lanbach im Kreiſe Hungen der großberzoglich 
beifiicven Provinz Oberbefien. 

riedrichsinſeln, fo v. w. Nifobaren. 

Friedrichsorden, königlich württembergiſcher 
Orden, geitiitet am 1. Ian. 1830 vom König Wil⸗ 
beim I. von Württemberg, zum Andenken feines 
Vatere, Königs Friedrich, welcher am 1. Ian. 1506 
tie Königsmürde angenommen batte; für eine 
Klaſſe, für Civil-u. Mititärverbienft u. ale Zeichen 
beſondern königlichen Woblwollens. Er erbielt 
Anfang 1556 eine weſentliche Modification; dar⸗ 
nach wird er vergeben als beſonderes Merkmal 
des kẽniglichen Wohlwollens, ſowie als Anerken⸗ 
nung u. Belobnung ausgezeichneter Verdienſte ſo⸗ 
wohl im Militär- als im Civildienſt, um Die Per⸗ 
fon bes Könige, das königliche Haus u. den Staat; 
u. theilt fich in 4 Klaſſen: Großkreuze, Comthure 
1.n. 2. Kiafte u. Ritter. Diejenigen, welche bis 
19856 mir tem Orden kecorirt waren, wurden ber 
Kaffe ber Großkrenze zugetbeilt. Inſignien: ein 
goldnes achtipigiges meigemaillirtes Kreuz, mit 
beilen Goldſtrahlen in ten Winkeln, vern in ber 
Mitte ein Rundſchild, darin von matterm Volt das 
Bild von König Friedrich n. auf dem blauemail- 
lirten Rand tie Umſchrift: Friedrich, König von 
Witrttemterg, in Gold; hinten auf weißem Grunb 
die Worte: Dem Verrienfte, u. auf dem blauen 
Kante König Friedrichs Wablfprucd: Gott u. mein 
Recht, in Golt. Dazu ein achtfpigiger Stern mit 
4 Sauptieldern in Eilber u. Zmifhenftrahlen von 
Gold, im runten mattgeltuen Mittelihild das 
Bild vom König Frietrih, tarunter ber Wahl- 
ſpruch: Gott n. mein Recht. Bant königeblau, von 
der rechten Schulter nach der Tiufen Hüfte. Der 
Orten verleibt perfänlihen Abel u. Zutritt bei 
Hofe. Das Zeichen darf bem Wappen beigefügt 
werben _ 


742 


Friedrichtort, Seebatterie, früher Heine 
Mung an der Südoſtſpitze Des Herzogthume AH 
wig 5 one bes Hafens Re m ber 
Landſchaft Däniſchwalde; Zeng- u. Proviantbaus, 
dabei feit 1815 ein —ã — F. hieß früher 
Chriftianspreis, nach König Chriſtian IV., der 
bie Feſtung 1637 anlegen ließ; Bald darauf eraber- 
ten fie Die Schweden u. nad dem Kriege ließ fie 
ber König fehleifen. Aber Friedrich III, bante fle 
wieder auf u. nad ihm erhielt fie ven Ramen $. 
Bei F. 1715 Sieg der Dänen unter Abmiral Ga⸗ 
bei über bie Schweben. Am 19. Dec. 1813 wurde 
5. durch die Schweden unter General Poſſe be- 
choſſen, dann von dem bäniihen General Hirſch 
e apitulirt u. bie Feſtung an die Schweden übergeben. 

Friedrichdſalz —8 ſ. u. Sriebrihehall 1). 

Friedrichſsſtadt, 1) Nebenflädte von Berlin, 
von Magteburg, von Wittenberg, von Memel, 
pon Dreöben, |. d. a.; 2) Stadt im Südmeften 
des Herzogthums Schleswig, an ber Cider u. 
Treene, lutheriſche, remonftrantifch-reformirte, men⸗ 
nonitiſche, katholiſche Kirche, Synagoge; 2000 Em. 
— F. wurde 1621 von gefllichteten Nieberlänbern 
erbaut, am 7. Ang. 1850 von ben Dänen bejegt u. 
bei der Beſchießung am 29. Eeptbr. durch bie 
von der Tannſche Grpebition zerftört; 8) Stabt an 
der Dilne im ruſſiſchen Gouvernement Kurland; 
2500 Ew.; meift Juden, Synagoge; 4) Stabt auf 
der däniſchen Kleinen Autilleninſel St. Kroiy; 
1200 Em. 

Friedrichsſtein, 1) flirſtlich waldeckſches Schloß 
in Altwildungen; 2) Dorf u. Gut im preußiſchen 
Kreis u. Regierungsbezirt Königsberg, Hauptſitz 
der gräflich Bnborichen Büter, Schloß, Thier- 
garten, 25U Em. 

Triedrichäthel, 1) Dorf an der Havel, im 
Kreife Niederbarnim des preußiſchen Regierungsbe- 
zirls Potsdam; Glashütte, Ubrmacherei; 630 Ew.; 
2) Olas- u. Spiegelhütte im Kreife Kalau bes 
preußiichen Negierungabegiris Frankfurt; 100 Ew.; 
3) Solonie mit Kreuzburger Hütte, Eifenhilttenwert 
im preußiſchen Kreis u. Regierungsbezirk Oppeln, 
1070 Ew.; 4) Dorf im Kreile Saurbrüd bes 
preußifchen Regierungsbezirts Trier, Glashütte, 
Gifeugruben; 640 Ew.; 5) Dorf im fächftichen 
Amt u. Kreisbirectionsbezirt Zwidau, zu Wilten- 
fels gehörig; 870 Em.; 6) Darktfleden im Land⸗ 
amte Karlsruhe des babiihen Mittelrheinkreiſes; 
Zabalbau; 850 Em; gegründet von ausgewan⸗ 
berien franzöffchen Keformirten unter Markgraf 
Friedrich Magnus, 1699; 7) Eijengießerei, Stahl⸗ 
hammer w. Senſenfabrik im Oberamte Freuden⸗ 
ftadt des württeinbergiſchen Schmarzwaldfreifes; 
300 Ew.; 8) Ortſchaft in meiningjchen Amte 
Sonneberg, am Fuß des Hammer- u. Zinnberges, 
mit Biebaucht, Holzarbeiten, Holzhandel, Kohlen⸗ 
brennerei, bis 1837 auch Hochoien u. Eiſenham⸗ 
mer; 9) Schloß bei Gotha; 10) Kolonie in Grön⸗ 
land auf ber Südweſtkilſie. 

Friedrichſsthalia (F. Fenzl.), Bflanzengattung 
aus der Familie der Arnerifoliae-Borragineue- 
nnoglossese; Art: F. physaloides, in Süd» 
afrika. 

Friedrichswald, 1) Dorf im Bezirk Reihen- 
berg bes öfterreichifchen Kreifes Leippa (Böhmen) ; 
mit 2 Olashltten u. 650 Ew.; 2) Kirchdorf in 
at Wildenſchwert bes Kreifes Parbubit; 

50 Em. 


yın! 


Friebrichdort bis Friebrife 


Ft Hr „Stabttheil von 1 
tedrigdwerf (Ireberivend), Mıı 
Amte Kreberilsborg des bänifchen Stifte 


in ber Nähe des Sundes; große Kanen 
ben- u. Rugelgießerei, Salpeterfabrif n. 


mühblen ; 600 

Amte Geotha (ſonſt Erfa), an der Reli 
zoglichem, von. Friebrich I. erkautem 
Kammergut, Waiſenhaus; 450 Em. 

Friedrich⸗ Wilfelmbbad, Seebab 
unweit Putbus, mo bie Babegäfte lebe 
Augefiht der Infel Vilm, am Fuß de 
Goore, durch hohe u. walbige Ufer u. la 
Borgebirge nik. 

Friedrich⸗Wilhelmskanal, 1) (3 
Kanal), Kanal im Kreile Lebus bes 
Regierungsberirfs Franliurt a. d. O., 
bem Großen Kurfürften eröfinet; 3, 9 
50 u breit, 6 Fuß tief, bat 10 Schle 
Gefälle von 65 Fuß; verbindet die © 
Oper, geht bei Reubrüd aus ber Spree 
roſe u. fält bei Briejelow in tie Dker; 
Wilhelmslanul. 

Friedrike, weibliche Form von Fried 
würdig find: A) Abniginnen: Dr 
nover. 1) F. Luife Karoline 
Aleranbrine, Tochter des Herzogs 
Mediendburg -Strelit, geb. 2. März 1‘ 
Mai 1794 vermählt mit bem Prinzen | 

renßen, Bruder Friedrich Wilhelms I 

ec. 1796 Wittwe, zum zweiten Malan! 
Friedrich Wilpelm von Solms - Braun 
von diefem jeit 13. Sept. 1814 Witwe, 
Mal am 29. Mai 1815 an ben König 6 
son Hannover, Mutter des Prinzen $ 
Preußen, der Herzogin F. von Anbalt-: 
Prinzeifin von Preußen, des Prinzen Fr 
beim von Solms⸗Braunfels, der Brin; 
tine von Schwarzburg-Rubolftabt, get 
von Selns - Braunfels, bes Prinzen ? 
Karl von Solms- Braunfels u. des Ki 
von Hannover; fie fl. den 29. Juni 13- 
Schmeten. 2) F. Dorothea Wilheln 
Tochter des Erbprinzen Karl Ludwig oc 
der Landgräfin Amalie von Heſſen, gel 
1781 , wurde 34. Oct. 1797 mit Kenig 
von Schweben wermäblt, 1500 in Nr 
frönt, verließ Schweden 1809 in Felge 
entiegung ihres Gemahls, mir reelchem | 
holm eine Zeit.lang gefangen aebalten w 
id nah Baden, wurde 17. Febr. 151 
ſtav IV. geſchieden u. ft. in Lauſanne de 
1826; vgl. F., Königin von Schweten, 
aus ihrem Neben, Frift. 1856. D)An 
innen: a) Kürftin von Anbel 
3) F. Auguſte Sophie, Tochter dee d 
tor Friedrich von Anhalt» Bernburg, ge 
1744, vermäßlie ſich 1764 mir tem fi 
drih Auguft von Anhalt⸗Zerbſit u. verb 
das Land, um in Baſel zu leben. 17: 
Gemahl nah Luremburg ging, blieb f 
zurück, verließ Die Stadt aber, durch ki 
Berhältniffe bewogen, 1791 u. zog nach 
reichsunmittelbaren Beilgung ihres Ger 
deſſen Tote 3 März 1793 fie Koswia als! 
erhielt; jedoch ildertrug ihr ihre Shmiyi 
rina von Rußland, welche Jever nen ih: 


Zriedfaule bie Fries 


748 


e Abminiftration diefes Läntchene. | Zürich als Lebrer des Lateiniſchen an ber bortigen 


ben von Tilſit 1607 verlor fie die⸗ 
b Koswig u. fl. tort 12. April 
Luife Wilhelmine Amalie, 
inzen Ludwig von Preußen u. von 
Sept. 1796, am 1$. April 1818 
pold von Anhalt - Deffau vermäßlt, 
d. b) Markgräfin von Bai- 
Sophie Wilhelmine, Tochter 
Ims I. von Preußen, geb 1709 in 
ter Friedrichs II., vermäblte fich 
rich, Erbprinzen, dann feit 1735 
ı Baireuth u. fl. 1755; fie ſchr.: 
n aus dem Leben ter königlich 
nzeſſin F. Sophie Wilbelmine von 
zöſiſch, Braunſchw. 1510, 2 Bde., 
310-11. 6) F. Sophie Char- 
e, Erbtochter des Herzogs Karl 
aun von Württemberg⸗Ols, geb. 
kermäblte fih 6. Sept. 1768 mit 
h Augnſt zu Braunfchmeig, brachte 
dem braunſchweigiſchen Fl das 
ım DI zu u. fi. 4. Novbr. 1789. 
fo v. w. Bannjänle. 

Sagengeſch.), f. u. Rolf Krafi. 


‚ Martıfieden bes Kreiſes un. der 


nhain in Der kurheſſijchen Prowinz 
er Ohe; Braunkohlenwerk; 750 Em. 
Jorf im koburg⸗ gothaiſchen Amte 
u; 1050 Em. 

Ipr. Frendſchip), Stäbtifher Bezirk 
ost-township) in der Grafichaft 
Staates New⸗Yort (Norbamerifa), 
rf-Erieeifenbahn ; lebhafter Handel 
300 Em. 

m. Wechſelfieber. 

a6 Gebälk antiker Bauwerke, wel» 


Irditrap ruht u. nach außen das 


nah innen tie Eteinbalfen ber 
. Da bie Borberfläche mit Sculp- 
geſchmüdt zu merten pflegte, fo 
a biefen Theil des Gebäudes Zo⸗ 
ger); 2) bei Fenfter- u. Thür- 
er glatte oter verzierte Streifen 
faflung u. Verdachung, in gleicher 
3) an Façaden auch der durch ein 
16 begrenzte Raum unmittelbar 
t= ob. einem Gurtgefims, oft mit 
uch wohl mit Yufchriften verfehen; 
Delztäfelungen tie ſchmalen Strei- 
Füllungen; 5) bei Fußböden, zu 
: ter Breter nicht ausreicht, bie 
yartem Holze beſtehenden d—b Zoll 
‚ ta wo die Breter an einander 
müflen u. an ben Wänden entlang; 


n Die den ganzen Fußboden ın 


were Quadrate od. andere gerad⸗ 
eintheilenden I— 6 Zoll breiten 
ihen- od. Nußbaumbolz; daher 


8 u. ungeſchornes, ten geringer 
tes, wenig gewalktes u nicht ge- 
: Bett: u. Riertebeden, zu Unter« 
t einfachen u. geköperten, breiten 
yen (gefränfelten) u. feinen F. 

banres, geb. 1505 in Greitenfee 
1536 Profeſſor in Baiel, 1537 in 


chule, wurde 1547 Rector bafelbfi u. fl. 1565; 
er fhr. u.a.: Dictionarium Latino - Germani- 


| cum, Zürich 1541, 2. Aufl. 1556 u. 3.; Synopsia 


isagoges muricae, ebd. 1552; gab heraus: Ce- 





| 


porini compendium grammaticae graecae, 
ebd. 1560; Heficte Opera et dies, ebb. 1548. 
2) Jabob Friedrich, geb. 1773 in Barby; war 

ufange Dauslehrer in der Schweiz, wurde 1801 
Privardecent u. 1604 Profeſſor ber Bhilofopbie im 
Jena, 1805 ber Mathematik in Heibelberg, 1916 
Brofeflor Der theoretiſchen Philoſophie in Jena, 
15819 wegen Theilnahme am Wartburgfefle von 
feinen Lehramte juspentirt, aber 1824 wieder ale 
Brofeffor ter Phyſit u. Matbematil angeflellt u. 
fl. den 10. Aug. 1643. Wr ſchr.: Reinhold, richte 
u. Schelling, Lpz. 1503; Philoſophiſche Rechtoͤlehre 
ed. Kritit aller poſitiven Geſetzgebung, Jena 1804; 
Syflem der Philofophie, Lpz, 1504; Willen, Glau⸗ 
beu u. Ahnung, ebd. 15055 Neue Kritik der Ver⸗ 
nunft, Heidelb. 1607, 3 Bde., 2. Aufl. 1530 f., 
Spftem ber Logil, ebd. 1811, 3. Aufl. 1537 ; Popu⸗ 
läre Berlefungen über die Sternkunde, ebd. 1513, 
2. Aufl. 1833; Über die Gefährtung des Wohl« 
ftandes u. Charaktere der Deutihen durch bie 
Juden, ebd. 1516; Vom Deutihen Bunte u. 
beuticher Staatsnerfaflung, ebt. 1517; Handbuch 
der praftifhen Phileſophie, ebd. 1817— 32, 2 Bte.; 
Handbuch der piychiichen Anthropologie, Jens 1520 
f., 2 Aufl. ebt. 1837 — 39, 2 Bre; Die mas 
tbematifche Naturphiloſophie, ebt. 1522; Julius 
u. Euagoras (philoſophiſcher Roman), ebd. 1522, 
2 Bde.; Die Lehren ter Liebe, des Glaubens u. 
der Hoffnung, ebd. 1823; Eyflein ber Metaphyſik, 
ebd. 1524; Polemiiſche Schriften, Halle 1824; Die 
Geſchichte der Pbilojopbie ıc., ebd. 1537 — 40, 2 
Bde. Er gab mit Schmid u. Schröter die Oppoſi⸗ 
tiousſchrift für Theologie u. Philoſophie heraus. 
3) Elias Magnus, geb. 15. Ang. 1794 zu Werid 
in Schweden; wurde 1514 Docent, 1524 Prefeſſor 
ber Botanik in Lund, 1851 Director des Betaniſchen 
Gartens u. Brofeffor der praftiihen Xfenontie 
in Upfala; er war von 1844— 45 u. von 1517 — 13 
Mitglied der Reichäverfammlungen u. murbe 1549 
unter die Achtzebhn ter Schwediſchen Akademie auf- 
genommen. Er führte bie morphologiſche Behand⸗ 
lung der Botanik in Schweden ein u. erwarb fich 
um dieſen Zmeig der Naturwiſſenſchaft große Ver- 
bienfte; er fchr.: Obnervationesmycologicae, Ko- 
penh. 1815— 18, 2 Thle.; Symbolae mycol., Lund 
1817 f., 3 Hfte.; Flora Hullandica, ebt. 1517[.; 
Om brand och rost p& vüxter, ebd. 1521; Sy- 
stema mycologicum, Greifsw. 1821—29, 3 Bde., 
dazu Supplement 1830; Lichenographia Euro- 
aea, chb. 1823, u. Lich. eur. reformata, 1831; 
‚ichenes Suecicae exsiccatae, ebd. 1824— 23, 7 
Talc. ; dazu Schedulae crit. de lichenibus, ebd. 
1524f., u. Novae sched., 1826—28; Systeina 
orbis vegetabilis, ebd. 1825; Novitiae florao 
Suecicae, ebt. 1527, 2. Aufl. 1828; dazu Man- 
tissa I., ebd. 1832; Elenehus fungorum, ebd. 1828, 
2Bde.; Synopsis generis lentinorum, Upſ. 1336 
n.a.ın.; gibt fit 1835 das Corpus florarum pro- 
vincial. Sueciae (3uerfi die Flora Scanien) heraus. 
4) Bengt Fredribk., geb. 1799 in Heljingborg, 
widmete fi in Yund Dem Studinn ter Medicin 
u. wurde bier 1824 Docent ter Naturgeichichte, 
1826 zugleich Bataillonsarzt, 1829 Docent ber 


Ti: 


Anatemie, 1830 Hegimentsarzt u 1831 Profeffor 
ber —— ; in demſelben Daher wurde er 
——— der oelo iihen Sammlung bes natıir« 
eh ven ——— nad Stodholm berufen 

er ſchr graphia tany- 


Mono 


Pot Kor * —— —— entomolo- 
gicae. Stodb. 1824; mit Etſtröm ben Terxt .$ = 


— — — 


RA 'Skandinaviens fiska 
1 37 
“a Iehthyolog. bidrag, 1. Tb., ebb. —— 
ea cl bidrag till Skantdinaviens Faun * 
9. 5) a 1801 ——— fdete 
zum Yanbi — unter ber Leitung bon 
. MNottmanm, 0 anf der Münchener Alademie. 
in eg Talent reifte — feines 
Aufenthalts in Ptalien von 1823—27. Nah 
Deutfhland zurüdgefehrt, lieh er ſich erft in Mün« 
den, von 1831 an aber in Karleruhe nieder, ba 
er kom — von Baden als Hofmaler 


berufen wurbe; er ftarb bafelbfi 1933. Bon jenen 


Gemälden find bie befannteften ; Anficht von Lk 
im Beſitz des Fürften von Thurn ır. une 

rento mit bem @e urtshaufe e Zaffo's, efferfalt 
bes Lirie bei Yjola di Sore, Anfiht von Heinelberg, 
Puzzuoli u. ber Golf ven "Baji. 6) *— 
jüngerer Bruder tes Vor., geb, in Heide 


konb jeine Ansbildung als Land — vor | 
züglih in Düffeldorf, dann auf Reifen im en | 
al m 


bie er gemeinfam mit Andreas Achenbach, € 
Pofe unternahm; er kehrte 1946 nach Deutjhland 
url. Seine Arbeiten find fe eheiheht, barumter: 
Ne chlucht bei Nemi, Anti ten von Genfer» ır. 
ofer, Fernſicht auf dem Montblanc. 
Fries, Grafen von $., 1) Johann, ſtammte 


aus einer angefehenen Kamifie im Cijaf, twib- 


mete fi der Handlung u. etablirte ein Ge— | nonvullis modis, quibus V. Testamı 


ſchäft im Muühlhauſen, welches er fpäter mach 
Ink verlegte, Mir zu großem Neichtbum * 
langt, machte er ſich auch um ſein neues 
terland ſehr verdient, indem er mehrere Fabril- 
zweige in ben —— Erblanden an⸗ 
legte, Die öſſerreich 
fanden unterftügte i. im Siebemjäbrigen Kriege 
bem Etaate weſentliche Geltvorſchüſſe Teiflete. 
Dafür wurbe ee von der Kaiferin Maria Therefia 
1752 geabelt, 1757 zum Gommerzienrath ernannt 
u. in ben Reichsritter u. 1762 unter Ernennung 
zum Hofrath in ben Reichsfreiberenftand erhoben. 
Als er 1744 ber Konferenz wegen eines neuen 
Zolltariſs zwiſchen ben deuiſchen u. nieberlänbiichen 
Propinzen in Brüffel beimohnte, ergriff er bie 
Gelegenheit, dem ungariſchen Kupfer neue Abjab- 
wege zu verſchaffen; Dann eröffnete er jeit 1777 
ein Hanbelsgejchäft mit öſterreichiſchen Producten 
auf ber Donau nach Nezuf, gründete ein deutſches 
Sanbeltbaus in Eonftantimopef u. war 24 Jahre 
Director ber £ f Bergmwerlsprobucte, 1783 wurbe 
er in ben Neichsgrafenftand erhoben, nachdem er 
1771 wegen des Befiges ber Derrichaften Nenner» 
Iche u. Oberſchweiningen im Nittercanton Nitmübl 
unter bie Nitterichaft bes Fränliſchen Kreiies auf 
genonmien worden war; er ft. 1785 in Pödlau, 
7, Sraf Morig, Sohn des Vor., geb. 1777, er 
ala Kunftireund befannt u, ft. 1825; er var 
vermählt Thereſe, geb, Prinzeß von Hohen · 
lohe· Waldenburg» Schillingefieit; Jetziger Chef: 
3) Graf Morig, Sohn des Ver, geb. 2. Mäyz 
1304, vermählt jeit 1536 mıit Elorentine geb. von 


5 Del: fortgejeßt von &3. Pe 


rich IT, Ersbife 


| Ehriftian Gottlieb 





eis bis Frieſel/ 


Pereira⸗Arnſtein; ſein Üterer — 
1839 geboren. 

Frleſach, Stabt an ber 
Re von Klagenfurt; —— aa 
Berg« u. Eiienmwerfe, ah, 
Bar (St. Barbara) u. —— 


fair kim a 
Erzbisthum —— 
b bie 
F. 1275 rg —8— den öhmen 
vom Herzog A as =, 


1481 von ben — erobert, aber | 


‚wieber Daraus vertrieben, | 


Friefad, Stadt im Kreife Weſthad 
* en —* ins, 
liegt am um wo ber Frieiarfer 4 
Kamal, Horſtgraben) einmändeh; 
eg lasl 
ient zur erung ump 

u. zum Holzſlößen. 


efe, 1) Abraham, 1516 

feit. 1585 im — — Thern 

Bee ei ii 1615 — arrer in Liegnitz 

Chronologiae secundum 3 
— — — delineatio 


0. 10 


rege 
ar — Eee — 
ft. 1750; er ſchr —— 


ticae, damb RS Demonstratio ext 


Novo adlegatur eto., ebb. 1730 1. 
geb. 1717, ma 
une: Hofrath u. Pröfbent bes on 
Gonfiftoriums u. ft. 1795 in Warfchan 


jhen Armeen in ven Nieber- gun Folen,® 


Tble riedbrid beif, 


| — war braltiſcher Arzt u. 


mebicmalratb in Breslau, wo er 1827 
u. a.: Antiippbilitiche Barmetsiegie 3 
1791; Ardiv ber praftifhen Heillunde 

fien 1. Sübpreußen, ebd. 1799 — 1904; 
ber neueften britiichen Arzueilunte u. Oi 
tunſt, ebd, 1501 F.; mit Rowead: 


preußiſches Ardhiv der die Ausro 


abrung n u. Verhandlungen, eb. 
Bde berſetzte aus dem nglifchen: | 
Die Sautkranfheiten, Brest. 1799 — 1801 
J. Addington, Praktiſche Bemerlungenüb 
poden, ebd. 1802; Bryce, Praktifche Beol 
iiber die Impfung der Kubpoden, ebd. I: 
Frieſel (Miliaria, Meb.), 1) Grich 
fießer), meift mit Fieber verbundner Ausbı 
birfenlornähnlicher Bläschen auf ber änfi 
a bes Rumpfes, auch an ben Sliederz, 
Geficht u. an ben Händen, u ewõ halich Ah 
Flãchen, doc nicht häufig über den gem 
leihmäßig verbreitet, felten zufammenfa 
reımen u. Stechen in ber Haut. Die 
enthaften eine waſſerhelle 
weilen auch bie an von 


zehn (fer 
Aryſtall rieſel, M. oryatallias) =. 


Briefel bie Frieſen 


Bann auch manchmal mit einer milch⸗ 
figleit, Milchfrieſel (M. lacten), 
Eiterfrieſel (M. purulenta), ob. 
n nech größere Blafen über, Blafen- 
. bullosa), die jedoch immer einzeln 
find bald von einem rethen Hof um- 
ft mehr von geräthetem Anſehn, Ro⸗ 
I. rubra); bald ohne jenen u. weiß, 
. (M. alba). Das %. ericheint meifl 
matiſches Leiden in Begleitung mäßig 
r, nervöſer, fauliger, gafiriſcher, latar⸗ 
sorzüglich auch rheumatiſcher Fieber u 
nebeiten, bei. von Störungen im Unter- 
:in Kolge von, in Fiebern im libermaß 
en ichmergtreibenden u. erhitzenden Mit⸗ 
yalten. Idiopathiſch lommt es noch am 
ei Wöcknerinnen (Wocenfriefel) u. 
einer rbeumatijchen Conſtitution in 
vegenten Frankreichs u. Zeutichlande, 
elbft epidemiſch, fehr jelten anſtedend 
fieberbafte 7%. verläuft in 4 Seite 
ım ber Vorboten, tes Ausbruchs, des 
u. ber Abjchuppung. Eintritt meift 
Froſte u. Darauf jelgenter, mit Fröfteln 
er Hitze, welcher bald ftarke, klebrige, 
9 motrig u. fauer riehente Schweiße 
ei bie äußern Theile leicht kalt werben; 
von Angftgefühl u. Brennen in ber 
Derzficpjen, Ohnmachten, Huften, flüch⸗ 
uch anhaltendem Stechen in ter Vruft 
erleibe, den rheumatiſchen Schmerzen 
mpfintungen in ten Gliedern, fo wie 
stechen u. Pelzigſein darin. Der Aus 
»s erfolgt bald fhon am 2. Tage, 
elbſt erſt am 14. u. keineswegs immer 
tifhen Tagen, weshalb er auch nicht 
ſch it, oft nur zum Theil od. gar nicht, 
auch die Zufälle Darauf bald unmerk⸗ 
merflid mindern, bald nit. Der 
A entweter in 24 Stunden vollenbet, 
m ibm neue. Gewöhnlich dauern bie 
noch Länger darnach fort. Die Abe 
it Meienartig u. erfolgt am 9. bie 
Das Chroniſche ®- entſteht theils, 
acute wiederholte Anfülle macht, theils 
Folge innerer Störungen, für Die es 
ı bilbet, auf. Die Entftehung des 15-6 
einer eigenthümlichen Schwäche od. 
enter Zhätigleit ber Haut u. kommt zu 
ch Berftepfung der Ausführungsgänge 
drüschen der Haut. Die Gefahr deſſelben 
ächlich durch Das begleitente Fieber od. 
runde liegenden Kranfbeitszuftände bes 
ebr ſchlimm find tie Verbindungen mit 
uligem Fieber, eft auch Die mit Wochen 
u. Kintbetterin). Yeicht wird das 75. 
»adurch, baß man fih ver Erkältung 
j in Acht nehmen kann. Bei leichtern 
ngt das F. meniger Gefahr, bildet aber 
ıe unvollkommene Krifis u. zieht bie 
eicht in die Länge. Die ärztliche Be⸗ 
nuß fi bauptfächlich nach ten bamit 
n Gieberzuftänden richten. Zu warmes 
t eben fo ſehr zu meiten, als zu kaltes. 
antipblogiftiiches Weriabren iſt eben 
db, als ein Ei reizendes n. erhitzendes. 
Bfriefel (Sudamina, Hidron), mehr 
larker Schweiße, vorzüglich auf ber 


| Vruft u. am Halle ausbrechender Bläcch 


ſchlag, blos im Außern dem F. äbnlich. 

Frieſel, Beiname mehrerer Thiere wege: 
friefelartig punktirten Oberfläche, fo ein € 
(Echinus miliaris), mehrere Perzellanfd 
(Cypraes poraria tt. a.), die Briefelfclang« 
cenchris) u. a. 

—53 (Meb.), ſ. u. Flechte. 
rieſen (in ihrer eigenen Sprache Friſ 

Freſau, im Mittelalter lat. Friſtsned, 9 
genannt), ein germaniſches Bell, das von 
ber an ben Geftaten ter Norbjee wohnte, 
Name jedoch zu verſchiedenen Zeiten eine vı 
bene Verbreitung batte. Zur Römerzeit faf 
F. (Frisil) haupiſächlich in Der heutigen niet 
diſchen Provinz Friesland, von mo fie fi 
auch weiter öftlich (nach Ptelemäus) bis zu 
(genauer wohl nur bis zum Laubach im © 
giſchen), ſowie mweftlih an ber Nordſeekü 
zur Mündung des fürlichften Rbeinarmes 
Maas herab ansdehnten. Nah Plinius mi 
ſes weſtliche Frieſenland, ob. die fpäteren 
vinzen Nord⸗ u. Sidholland, von mebrer: 
neren Volkerſchaften bemohnt, Die er Friſii, 
Frifiabonee, Marſacii u. Sturii nennt, 
anderwärts zu ben riefen gerechnet werden 
Frieſen waren fireng von bei benachbarten 
teren u. Batavern unterfchieben. Tacitus 
ſcheidet Frisii majores u. F. minnres, en 
nach ihrer Stärke, ob. mahrfcheinlicher nad 
Wohnſitzen, öftlich ın. weſtlich ber Zuiderzee. 
Drufss den Römern zinspflihtig gemacht 
ben fie benfelben treu, bis fie 25 n. Chr. 
den Drud der römijchen Serrichaft erbitter! 
fanden u. die Römer theils verjagten, theil 
rieben. Man hatte den römiſchen Prir 
Olennius bort gelafien, welcher ten Trib 
unmäßiger Strenge eintrieb; nur mit w 
Soldaten rettete er fih in das römiſche 
Flevum, wo er von den 5. belagert wurde. 
wurde er durch 2. Aprenius entießt, doc 
tiefer bald darauf bei Baduhenna eine 5 
lage. Corbulos Verſuch, tie freigeworden 
wieder zu unterwerfen (47 n. Chr.), blieb, 
jeiner Zurüidterufung, obne Crjolg. Inte: 
trängten ſich %. in das römiiche Gebiet anı 
u. der Yſſel ein, mußten fich aber wieder 
zieben. Bei Diejer Gelegenheit werten bie fri 
Fürften Verritus u. Malorix genannt, welc 
terhandlungen balber nah Rom famen, bi 
edlem Nationalftolz auftraten u. Bas römiſch 
gerrecht zum Geſchenk erhielten. UÜbrigens 
die F. ſchon damals von Aderbau u. Bir 
bei. hielten fie große Ochienbeerven, wesb 
Tribut an die Römer zuerft aus Ochſenhäu 
fand. Ale Anwohner des Meeres werten 
römifchen Kaiferzeit öfter mit ben benac 
Sachſen als tätige Seefahrer u. fühne Se 
genannt. Schon frühzeitig mochten F. nach - 
nien libergefiebelt fein; im 5. Jahrh werke: 
neben ben Sachjen u. Angeln al® Groberei 
loniften Britanniens genannt. Nach ter 
wanderung, etwa vom 6. bis 11. Jabrh 
finden ſich einerſeits die Frieſen von der 
mündung bis gu dem Buſen Zintial in der 
Brligges, aljo über die niererlänbilche 
Beeland vorgeſchoben, während anderer 

Reu zu der friefijge Name an ber Ne 


non ber Ems über. bie Weſer u, bie Elbmũ 
rg bis Tendern Im Poland: 


Int kan ya vi menden Thciie. des =: 
zogthums O zwiſchen Weſer u. Elbe ei» 


oe Kü — wie namentlich ba 


nen weniger 
ne zu fein, ſondern —— —* Ta 
wahrſcheinlich —5 nur durch Übertragung er⸗ 


Bl Kenia bes Krränttichen Reiches wirb 
alles riefiiche Bebiet pwi * ha u, ** 


eg 


ntenfönig Dagobert * zu. Wiltenburg 
= Ki ef — ine in — ——— 


ea untermor« 

fen u Frieslauns * * 
der —* Bilcefs ilfrieb glücllicher, weil jeine 
Belehrungsverſuche durch ben Herzog Ad gill L, 
der etwa zwiſchen 630⸗679 (688) in dem heutigen 

ollaud heit u. zu Medenblick ob. Stavern re 

irte, pute wurden. Abgille —— 

abbotl., wurde 693 bei Dorſtedt durch Pip 
von Heriftall befiegt, mußte fich ben, Fa 
nigen unterwerfen u. bie Ausbreitung bes Chriften- 
tbume gejtatten. Der englüce Diijfionar Ville 
brorb wurbe zum Enpif of der F. geweiht, u 
nahm bie Wiltenburg zu feinem ie, die nun 
ben Namen Utrecht erbielt. Zwar fuchte Nabbot 
nad) Pipins Tode 714 das Frankenjoch abzuſchüt—- 
teln u. Das Chriſteuthum zu verbrängen,, doch blic» 
ben feine Anftrengungen gegen Kar Diartell,ver- 


blich, jo baf er 717 a einer völligen Nieder- | 
dung, mit welder fie allmäli 


age verfprecem mu te, jelb 
Er ft. 719 noch als Heibe, 
Poppo, Herzog bes öfilichen Frieblandé, ber in 
Weftiriest anb als. Bormund für Adgill H,, ven 
minderjährigen Sohn Nabbots, regierte u. eben 
falle Vaſall der Franken mar, Aus letzterem 
wu fand das Chriſtenthum auch unter den F. 
öftlich der Fly Verbreitung, wo namentlich Win- 
N ob. Bonifacius als jehr thätiger Prediger bes 
Evangeliums auftrat. Poppo, ber einen —— 
ber F. erregt hatte, fiel 734 in einer Schlacht ge 
Karl Martell u batte Adgill IL , ven erſten Ole 
lichen König od. Herzog ber 8, al& Vaſallen ber 
anfen zum Nachfolger. Doc mar bas Heiben- 
um u. bie frreibeitsliche der F. noch nicht befient, 


Ehrift zu werben. 


bio endlich 784 Karl ber Grohe ben. bamaligen | gundiſchen 


ein Nachtelger war | 








en Weſtfrieeland befanmt iſt. 
Theil de rc ande; yroifchen 


——— ie in 


denen Örajen u. Schuhen 


Doch erloſch — bald die — 
er 
bei der ſchwachen Regierung ber Karol 
entſtand eine Art won Bundesſtaat, der 
fogenanntenSiebenSeelande, teren 
Ki im Gegenſatz zu den bem Gräufifchen 
mie Stammesgenofien Freie | 
—* u. erg die ai — 
exen auf ein Jahr gewählte Richter 
den der Gaue, aus weichen bi die Seeland 


; bildeten. Gin Austhuß ber Letzteren u. 


traten jährlich zu einem großen Yanbtag 
ber bei Upſtalsboom bei no gehall 
Durch innere Fehden, be). de 

jebod der Bund zerrüttet; 1323 wur 
einmal — ber allgemeine Landtag 
im 14. Jahrh. auf. Die Gaue zwiſchen 
Ems traten mit ber Stadt Gröningen 


zur hr 
den Lande (Groningen en Omm- 


wuchſen. Zu Aufang bes 15. Jahrh. 
Provinzen von Gröningen u. Drenth 


Stift Utrecht, welches ſchon vorher 


ſchaft Über beide beſaß. In dem wun ve 
genannten Frieslande, zwiſchen Fly: 
deſſen größter Theil die gegenwärtige 
diſche Provinz Briesland (}. d.) bilnet, 9 


Fleſen obgleich in Parteien een 


beit tapfer gegen bie beflänbiichen & 

tinger u. Berloper) ab, untermwarten ſich 
dem Deutichen Reiche. Bis 1498 bebaupt 
Herzog Albrecht non Sachſen als Erki 
1523 wurde Friesland durch Karl V.meit } 
be vereinigt Sum Feicl 


Briefen bie Friefiſches Necht 


747 


Ems wurde ben befläntigen Febden ung w. Phyfil beichäftigte n. auch an meh⸗ 


‚Hung Edzard Cirkſenas zum Anführer 

ein Ende gemacht. Sein Bruder Ule 
ı, ber ihm ale Anführer folgte, wurde 
Friedrich III. 1454 zum Reiche rafen 
nit dem Yande zwiſchen Ems u. eier, 
eaffchaft Oftfriesiand, erblich belehnt. 
ſtarb 1744 ınit Karl Edgard aus, wor. 
land an Preußen fam (|. Oftfriesianb). 
Beier im friefiiden Bangerlandn. 
ı bildete fich die Herrfchaft Jever, wäh« 
eſiſche alte Rüftringen mit bem fädfi- 
tiand u. Norbfiedingen unter bie ſäch⸗ 
n von Didenburg kam. Das von F. 
nd Wurften an dem öftlichen Ufer ber 
e päter mit dem fogenannten Herzog⸗ 
en vereinigt. Nordfriesland, zu 
ch ſpäter das entferntere Helgoland ger 
; ein von Deutſchland getreuntes Leben. 
Emmius, Rerum frısicarum histo- 
er 1590; Leyden 1615; Sirerb, Be- 
van Qud-en Nieuw Friesland, 
1765, 2 Bbe.; Hamconius, Frisia, 
520; Oklo van Scharle Chronik, 
en von Cornelis, 1742; Binfen, Cro- 
hist. Geschiedenis van Vrieslandt, 
1646; Schotanus, Greschiedenissen 
ınd, Braneler 1653; Thaborita, His- 
"riesiand, veeuwarden 1824, 2 Bde.; 
erg, (root Placaat-en Charter- 
warden 1763; de Eraue, Gesta Fre- 


rtum 1837; Wiarba, Oftfriefifche Ge⸗ 


rich 1790— 1317, 10 Bre ꝛc. An 
für frieſiſche Geſchichte u. Alterthum 


eutſchland Ehrentrauts Frieſiſches Ar⸗ 


rüctk 1947 ff., in ven Niederlanden De 
‚ Gröningen 1550 ff. 

Secte ter Wierertäufer, |. d. 

‚an Geſchützröhren die Verzierungen, 
Reifen, Stäben, Rundſtäbchen, Kar- 


| angemwentet, wo fie nur als Mittel 
ung u. Trennung ber einzelnen Theile 


ein altes Gefchlecht, welches feinen Ur⸗ 
der Schweiz herleitet u. urkundlich feit 
ihrh. anjäffig im Ofterlande vortommt, 


ammſitz Kauern bei Rouneburg gilt; 


uch Roͤtha bei Yeipzig mit Zubehör an 
‚ welche jeit 1653 in den Freiherrnſtand 
u. in zwei, von den Nachkommen Job. 


[ugufts, königlich polniſch u. furfürfl- | 


en Senerallieutenante ıft. 1737), ge⸗ 
inien blüht: A) Altere, ebema- 


a’fhe Hauptlinie, gefiftet von 1) | 


‚uf, älterem Sohn Chriſtian Augufis, 
war ſächſiſcher Oberfilieutenant u. Ber 
Lotta u. Mitbefiger von Rammelburg; 
war vermählt mit Karoline Wilhemine 
nheim u. er Söhne, durch welche 
inie in zwei Äfte tbeilte: a) Älterer 
gangen von Heinrich Abolf, älterem 


or., jetziger Chef ift: 2) Freiherr Rir 


ohn des 1844 verfiorbenen Freiherrn 
eb. ben 9. Aug. 1808 in Thurmsdorf 
befuchte 1811 — 25 bie Fürſtenſchule 
„ bann bie 1529 die Vergakademie 
‚ mo er fih bei. mit Geognoſie, Mi- 





rereg Reifen zum Behnf der geognoftiihen Ran- 
deaunterſuchung Theil nahm, bie 1830 die Unie 
nerfität Böttingen, wo er vorzugeweiſe Ratur- 
wiffenſchaften, u. entlih bis 1832 Leipzig, wo 
er die Rechte Autirte. 1634 wurde er Accef 

bei der Lanpesdirection in Dresden m. 1835 bei 
der Kreisdireetion in Leipzig; bei letter Bchörbe 
wurbe er 1836 elerentar, 1841 Supernumerar⸗ 
u. 1846 wirklicher Regierungerath, 1841 gleich 
Directorialmitglied der Sächſiſch⸗baierſchen Eiſen⸗ 
bahn; 1846 ale Regierungerath ine Minifterium 
bee Aunern verſetzt, übernahm er mäbrend bes 


| DWaiaufftandes 1549 die erledigten Geſchäfte bes 


Minifteriums des Innern u. wurde am 6. Mai d. J. 
zum Staateminiſter in dieſem Departement er» 
nannt; 1853 ſchied er aus dem Miniflerium 1. 
wurde Kreisdirector in Zmidau, übernahm aber 
mit Unfang des Jahres 1859 das Finanzminiſte⸗ 
rium; er iR unvermählt, bat auch noch mehr Bru⸗ 
der, &) Jüngerer Aſt, außgegangen von Georg 
Mer, jüngerem Sohne von %. 1), jetziger Chef if: 
3) Freiherr Guſtav Adolf, Schn bes 1845 vers 
Kr nen Johann Georg May, geft. 1817; ift eben- 
als unvermäpft u. bat auch mehrere Briter; B 
YAnger: od. Rötbaiſche Hauptlinie, Stif 
ter: 4) Freiherr Johann Friedrich Ernſt, 
jüngerer Bruder von F. 1), geb. 1725, war Be⸗ 
fiter von Rdıha u. Mitbeſiger von Rammelsburg, 
vermäblt mit Chriftine Jakobine, geb. Gräfin 
ven Wertbern u. d 1768; jetiger Chef: H Ic» 
hbann Friedrich, Sohn bes 1524 verilorbenen 
reiheren Johann Georg Friedrich, geb. 1796, er 
it Föniglich ſächſiſcher Kammerberr u. —— u. 


in zweiter Che vermählt mit Mathilde geb. Gräſin 


von Kanit. 

Friefenbeim, Dorf unmeit bes Rbein, im Cau⸗ 
ton Diutterfiabt des Yanbcommiflariatd Speier im 
baierſchen Kreiſe Pfalz; 3 Kirhen; 2100 Em.; 


1814 gi ver die Berbünteten über den Rbei 
cfiehen, fie murben früher häufiger al | 1814 gingen bier bie Verbündeten über den Rbein 


Der riefenpeimer - Kheindurchtih bei Manheim 
wurbe am 27. Juni 1840 eröffnet. 

Frieſenſtein, Spitze des Landohuter Kamm, 
2851 Fuß hoch. 

Friesheim, katholiſches Pfarrdorf im Kreiſe 
Eus kirchen des preußiſchen Regierungsbezirts Köln, 
1125 Ew. 

Frieſia (F. De C.), nach Fries 3) benannte 
—— ber Familie Tiliucene-Elaceo- 
carpeae; Art: F. peduncularis De C. auf Van- 
Diemensland. 
— — Grün, fo v. w. Braunſchweiger 

n 


4 Krieg, ſ. u. Oftfriesiant. 
i ed Pferd, |. u. Pferd. 
riefifdeß Net, das alte, in verſchiedenen 
Aufzeichnungen enthaltene Recht der freien Frieſen. 
Die älteſte Aufzeichnung iſt bie Lex Frixionum, 
wahrfcheintih im 3. 802 geſammelt, ein altes 
Voiksrecht, nach Art der übrigen jegenannten Leges 
Barbarorum, faſt nur Beflimmungen liter Ver⸗ 
ehen n. Bußen enthaltenb, mit Abbitionen won 
Bulentar u. Sarmund, neuerdings einzeln beraus- 
aegeben von @aupp, Lex Frisionum, Bresf. 1832, 
Naͤchſt ihre entſtanden feit bem 13. Jabrh. auf dem 
Grund der in den Frieslanden erbaltenen freiem 
Voileverfaſſung eine Anzahl theils von Willtüren 


748 
u. Sahungeun, welche anf ber allgemeinen frieflichen 


Landtagen aufgezeichnet ob. doch beftätigt find, theil® 
auch von Geſetzen, melde ſich aber bie einzelnen 
friefifchen Gemeinten felbft gaben. Man bat dabei 
zu untericheiben: A) Allgemeine Rechte. Zu 
Diefen gehören: a) bie um das Jahr 1200 noch in 
altfriefiicher Sprache verfaßten 17 Bolkeküren 
(liodkeste), u. b) bie in der erflen Hälfte des 
13. Jahrh. ebenfalls noch in altfriefiſcher Sprache 
gefchriebenen 24 Landrechte (Condrinchta); c) 
die allgemeinen Bußtaren (Bota); d) bie Wen- 
den, db. i. Geſetze Über Beſchränkung des Rei⸗ 
nigungseides; e) die Overlüren (neue Küren), 
jedenfalls auch noch nor dem 9. 1252 verfaßt; 
C) bie fogenannten I,eges Upstalbomicae, im 
3.1323 ın einer großen friefiihen Randsgemeinde 
u Upftalsboom (unweit Aurich) verfaßt. B) Ber 
h ndere Geſetze, welche nur fir einzelne frie⸗ 
fifche Gaue Geltung hatten; die meiften derſelben 
faınmen aus dem 13 u. 14. Jahrh. Als die be- 
deutendſten derſelben find peruorgubeben a) das 
Togenannte Altfrieſiſche Land recht, die Rechte 
u. Willfüren bes heutigen Frieslands; zu dem⸗ 
ſelben gehört namentlich auch das Scheltena⸗ 
zeht (Schulzeurecht), bie Beſtimmungen über das 
Verhältniß des vom Grafen von Holland u. Biſchof 
in Utrecht beſtellten Grafen u. deſſen Stellver« 
treters, des Echelta, u. Des von ber Vollsge⸗ 
meinde beftellten Richters, des Aſega, enthaltend, 
wahrſcheinlich aus nem 14. Jahrh.; b) das Land⸗ 
recht der Rüftringer, mit ten allgemeinen 
friefiichen Geſetzen im 14. Jahrh. zu einem bejontern 
Rechtsbuch unter dem Namen des Aſegabuche 
4f. d.) verbunden; e) die Willfüren Der Brol» 
männer, der Bewohner bes Brofmerlanbes, ber- 
ausgegeben von Wiarda, Bresl. 1820; DtasHun- 
figoer Landrecht vom 9. 1252; e) das Em- 
figer Landrecht mit ben im 3. 1312 für die 
nördlich von der Stadt Emden belegenen Landſchaſt 
verfaßten fogenannten Emfiger Domen (b. i. 
Weisthümer). Das letttere Landrecht bilbet wieber 
Die Duelle des Oftfriefifchen Landrechts aus 
dem Anfang des 16. Jahrh., herausgegeben von 
Wicht, Aurich 1746. Anſchließend ift endlich auch 
f) das Dithmarſer Landrecht von 1447, in 
welchem ſich ebenfalls eine Autonomie auf gleicher 
Grundlage kundgibt (herausgegeben von Michelſen, 
Sammlung Dithmarſer Rechtsquellen, Alt. 1842). 
Sämmtliche Friefiſche Gejetze zeichnen ſich durch 
die Feſthaltung der veingermantichen Rechtselemente 
ans; fie bilden deshalb auch tie befte Quelle zur 
Erkenntniß der alten Volkerechte. Die befte Sanım- 
fung bat neuerdings K. von Richthofen, Frieſiſche 
Rechtsquellen, Berl. 1840, geliefert; ein mejent- 
liches Hülismittel zum Verſtändniß derſelben bietet 
deſſelben Altfrieſiſches Wörterbuch, Gött. 1840. 
Frieſiſche Reiter, ſo v. w. Spaniſche Reiter. 
Frieſiſche Sprache u. Literatur. Die. ©. 
ift eine Zweig der Germanifchen Sprachfamilie, Die 
während tes Mittelalters von dem Volke der Frieſen 
in den Küftenländern des nordweſtlichen Deutich- 
lands geiproden murbe. Diefes Altfrieſiſche 
bildet in ber Reihe der Glieder ber, Germanifchen 
Sprachfamilie gewiffermaßen ven Übergang zwi⸗ 
ſchen den ſächſiſchen Mundarten (Alifächitich n. bei. 
Angellähftih) u. den altſtandinaviicheu Spraden. 
Durch bie politifche Abfonderung ber riefen von 
ten Nachbarvdlkern u. das zähe Halten derfelden 


Zrieſtſche Reiter bis Friefiſche Sprache 


an ihren Sitten, ihren Nechten u. ine 9 
entwidelte ſich ihre Sprache langjamer als 
beren germanifchen, aber fie blieb and gel 
weshalb die altfriefticden Sprachhentm] 
13. u. 14. Jahrh. noch dieſelbe Enteitte 
der Sprache zeigen, wie bie althochden 
wie bie angelfähfiigen u altfächfliden t 
10. Jahrh. Mit Ausnahme einer Anzahl ve 
namen u. kleinerer Sprachreſte, find ki 
quellen für das Altfriefiſche Die frieſiſchen 
bücher (f. Friefiſches Recht). Die ipra 
ſachlich bebeutent ten unter denſelben fit: 
figer Domen von 1300 od. 1312, Der Br 
aus der zweiten Hälfte bes 13. Iahrh., 2 
ber Rüftringer aus ber erfien Hälfte des 1 
u. dus unter allen riefen gültige Ajcgatn 
iſt Rechtfinder, Rechtiprecher), um 1200 m 
Geſetze der einzelnen Gaue find, wenn wi 
deutſch od. lateiniſch, gewöhnlich in der den 
nen Mundart, wie ber rüſtringer, brofma 
fivelgoer, bunfigcer, weſterlauwerſcher 
abgeraßt. Durch den Laubach werben die 
in zwei Öruppen geſondert. Eeit tem! 
wurde das Friefifhe im Weften durch bi 
ländifche, in ben oftfriefifchen Gebieten 

Niederdeutſche u. Hochdeutiche, in Ner 
durch DaB Nieberteutiche u. Däniiche im 
zurüdgedrängt, fo daß es nur in eimela 
den des geiammten alten Frieſenlandet 
mundart ein fünmerliches Dafein friftet 
in Schule, noch Kirche, noch in gebilbel 
gebraudt wird. Dan nennt bieies henti 
im Gegenjag zu dem Altfriefiihen Wer 
u. unterſcheidet gegenwärtig noch füı 
fiihe Hauptmundarten: a) Das Weſtf 
auh Bauernfrieſiſch od. Landfri 
nannt, weil es, obne Schriftfprache zu 
noch von den Yandleuten geiprochen wirt 
mwärtig auf Molguerum, Hinbelenen, A 
Teeumarben u. Umgegend befchräntt. Mi 
jen find bei. feit dein britten Jabrzeb 
Jahrh. um Wiederbelebung des Weſtirie 
tig geweſen u. haben es zu einer Schrii 
erheben geſucht. Unter ben älteren 3 
frieſiſcher Dinudarr ift Gysbert Japicz t 
tefte, teffen Friesche Rymlerve von € 
Wörterbuch, 2 Bre., Leenw. 1324) neu 
geben murben. In neuerer Zeit wert 
vorzilglichften n. Iprachgewantteften D 
verba (Ytlijke friesche rymkes, Zı 
Poftbumus(Prieuwke fen friesche rıjı 
Grön. 1524; In Jouwerkoerke, ekt 
vor Allem E. 9. Hulbertäma ıft. 22.2 
gefhägt. Des Letzteren wichtigfte peen 
ſind: De Lapekoer (pjeudenyu wen Ga 
Deventer 1522 u. ö.; deutſch ven Lie 
1817); De Noärchen Ruen ıcettr. 1 
Treemter (ebd. 1836); Van Eolus (7 
Twigen (ebt. 1540) 20. Sonſt verſuchte 
noch Fräulein van Alten, P. Deketb, & 
van der Veen als weitfrieftiche Dialektdi 
äußerfi witige Volkskomödie Waatze 

brilloft (Xeeum. 1512 u. 8.) flamınt au 
fang des vorigen Jahrbunderts: ein belie 
buch ift It libben fen Aagtje Ysbra: 
1927). Hettema in Leeuwarden, E. u.. 
bertsma in Deventer u Antere bei: 
mit ber Herausgabe u. Bearbeimng 


Friedland bie Yrimann - 
| Tamen), Viehzucht, mit Zucht von Pferben, 


chte⸗ u. Geſchichte quellen. In dieſem 
se 1829 von J W. te Crane m. An⸗ 
ssch Genootschap voor Geschied-, 
ı taa!kunde zu Franeker gegründet, 
in Jahrbuch n. et 1950 bie gebalt- 
rift De vrıje Fries heranegibt. E 
108 tmeftfrieffiche Überfegung des Evan⸗ 
tbäi wurde (Lond. 1858) anf Koften 

Louis Lucian Bonaparte gebrudt. 
n weitfriefiicher Eprüchmörter veran- 
Holfft (Breba 1812) u. Scheltema 
26). b) Das Norbiriefifche hat fich 
ider rein vor däniſchen u. nieberdeut- 
ſen erhalten in einem Theile der Weſt⸗ 
lante cd. Echleamigs bis Ribe, vor⸗ 
ber Landſchaft Bredſtädt, in Böding- 
rbe, an etlichen Orten in Karrbarke, 
sen Inſeln Der genannten Küfte, na- 
Spit, Föhr, Amröm, u. zwar in ver⸗ 
ındartiihen Abweichungen. Lexikaliſch 
Mundart ron Dutzen (SGloſſarium 
kopenh. 1837) bearbeitet; reihe Ma⸗ 
Kenntniß derſelben bat Element (ſ. d.) 
richiedenen Schriften gegeben. Sehr 
jungen in dieſein Idiom verfaßten 

£ufifpiel: Di gidtshals; Leieluft, 


miberburg 1333 ac.) u. Koode Hoiffen 


856; Döntjes en Vertelser, Berl. 
ihe verwandt mit ben Norbfrieflichen, 
der Eprade von Amröm, doch ſtark 
utſchem u. Hochdeutſchem verſetzt, ft 
änter Dialekt; vgl. Olrichs, Klei⸗ 
uch zur Erlernung ter Helgoländer 
mb. 15:46. dy Das Wangerogifche, 
on etwa 350 Bewohnern der Juſel 
a der oldenburgiihen Norbtüfte &- 
I. Ehrentraut, Frieſiſches Archiv, ⸗ 
, Bd. 1. © Das Saterſche, nur 
Moräften umfclofienen Dörfern des 
im Oldenburgiſchen geſprochen, vgl. 
u. Poſihumus, Onze reis naar Sa- 
Franeler 1536. Das Wangerogiſche 
find bie einzigen Refte bes Oftfrie- 
elches fonft ganz durch das Wieber- 
sem Lante verdrängt merten ift, weun 
tefem manche frieſiſche Wörter u. Aus⸗ 
en haben. Bgl. Stüremberg, Oſt⸗ 
örterbuch, Aurih 1857; Chrentraut, 
rin, Osnabr. 1847 x. Eine Gram⸗ 
iefiichen lieferte Raft (Frisisk Sprog- 
enh. 1525; holländiſch von Hettoma, 
); das Beſte jedoch gab Grimm in 
en Grammiatik, u. in lexikaliſcher Hin⸗ 
en im Altfrieſiſchen Wörterbuch, Gött. 
dich veraltet find jet Wiardas Frie⸗ 
erbuch, Aurich 1766; Geſchichte ber 
1784. 
d, 1) Provinz in Königreich ber Nieder⸗ 
utſchen Meere, zwiſchen ter Nordſee, der 


ten Provinzen Drenthe u. Groningen, 


iebrig, durch Dämnıe geichilet, fanbig u. 
zuch fruchibar, nur mit feinen Flüſſen 


were, mündet in ben Meerbuſen glei⸗ 
)), mehr Seen (durch Zorifteben ent- 


elen Kanälen; Ein. (Ariefen) 263,762, 
siete, hängen am Alten, ſprechen eige⸗ 
(f. u. Frieſiſche Sprace), find redlich 
bern Aderbau (Getreide, Erbſen, Klee- 


| — 


749 


erben, Schafen, 
Schweinen n. haben etwas Inbuftrie. F. fenbet 5 
Deputirte zu ten Generalftaaten. Sauptftabt Leen⸗ 
warben. Einzelne Landſtriche finn närtiih Doſter⸗ 
u. Wefter-Goe, in der Mitte Zevenmouben, 
Wolden. Die Provinz zerfällt in 3 Gerichte- 
be;irke: Leenwarden, Heerenveen u. Sneek. Die 
alte u. mittlere Geſchichte von F., f. unt. riefen. 
2) (mittf. Geogr.), auf ber Charte ber Gebrüter 
Zeni aus dem 14. Jahrh. große, von geringeren 
umgebene Infel im &. von Island u. im NO. 
von Scotland zreifhen 61 — 63° nördl. Br., an⸗ 
eblih dem Könige von Norwegen gehörig. Co- 
umbus hatte von tiefer Inſel Kunde, n. man bielt 
fie im 16. Jahrh. für Amerika, während fie doch 
wohl nur Lie Karder war. 9) Diftrict, ehemals 
(unter hollänbitcher Herrſchaft) ter Name ber hen⸗ 
tigen Grafſchaft Wercefter in ber Weftprovinz ber 
englifhen Capcolonie (Sütafrife). 

esländer Rindvieh, |. u. Rindvieh. 
ießlander Epiß,, f. u. Hund. 


eslaͤndiſches Grün, ſo v. w. Brauuſchwei⸗ 
ger Grün. 


Frieslands⸗ODrden, fo v. w. Kronenorben in 
Friesland. 

Frieſoythe, 1) Amt im oldenburger Kreiſe 
Kloppenburg, an ber Gnterems u. Socfte, im foge- 
nannten Saterland; 6000 Ew.; 2) Stadt u. Antefig 


‚am ber Soeſte, Leinmeberei, Vienenzucht, Yandbau, 
Biehzucht, Bieh⸗ u. Pferdemärkte; 1050 Ew. 


Frigento (ſpr. Fridſchento), Stadt im Diſtrict 
San Angelo der neapolitaniſchen Provinz Prinei⸗ 
pato ulteriore; hat (mit Avellino) Biſchof, ZVu00 Ew. 
Dabei eine ſchwefelige Quelle, deren Ausdünſtungen 
todilich find. 

Fiee (Brigge, norb. Myth.), Tochter Fiörgyns, 
Gattin Chins, die oberſte ter Aſinnen; wahrſchein⸗ 


lich Gsttin Des Lebens, denn fie wußte eines jeben 


Schickſal; nad Andern Schutzgöttin der Erte. Ihre 
enfaler, ihre vertraute Dienerin 


die Aftn Fylla, ın ihren Geſchäften verfenvete fie 


bie Afin One. 


Frigĩd (v. lat.), 1) lalt; 2) taltfinnig, gleich⸗ 
gültig; daher Frigiditat. 1) Rötte, Gleichguültigleit; 
2) mãnnliches Unvermögen. 
igidarium (röm. Ant.), das Zimmer, worin 
der genommen wurden, f. u. Bad IIL 
Frigſdus (a. Geogr.), Heiner Küſtenfluß in 
Benetia, Nebenfluß des Eontius, nach ter Kälte 
feines Waflers genannt; jet Wippad. Am F. 
ſchlug Theobofius den Eugenius in einer entſchei⸗ 
denden Schlacht. 
Frigiliana, Markifleden am Mittelmeere in ber 
anifdeen rovinz Malaga; Fabrikation von Seife, 
Stärke u. Bapier, Zuderraffinerien; 2300 Em. 


Frigor (fat.), Kälte, Froſi. 

Frilinge (germ. Aut.), fo v. m. Freie. 

Frimaire (fpr. Frunähr, d. i. Reifmonat), im 
franzsfiſch⸗ republikaniſchen Kalender ter Monat, 
iwelher bie Zeit vom 21. Nev bis 21. Dec. unıfaßt. 

Srimänn, 1) Klaus, geb. 1746, däniſcher 
Pyrifer, fl. 1829; 2) P. H., geb. 1752 in Kopen⸗ 
bagen, hänifcher Gonferenzratb: er fi. bafelbft 13395 
dänticher Dichter, beſies Werk: Arel Thordſen u. 
Schön Walburg. 


falte 


750 


Frimmersdorf, latholifches Pfarrdorf in Kreife 
Grevenbroich tes preußiſchen Regierungsbezirke 
Düſſeldorf; 1000 Ew. 


Frimmerſdorf bis Friſchbalg 
| 


Frixion (fpr. Fririong), 1) Ile 
Baron $., geb. 12. Sept. 1773 in Bent 
wurde 1794 Hauptmanı u. 1807 Ch 


Frimont (ipr. Frimong), eine fatholiihe, aus | Regiments u. nach ter Sqlacht ke 


Lothringen ftanunenbe, dann nad) Ofterreich über⸗ 
geſiedelte, jet in Ungarn anfälfige Familie, welche 
1766 in ben Reichsadel-, 1808 in ben Freiherren⸗ 
ftanb erbeten, 1821 zu neupolitanifhen Kürften 
von Antrobocco ernannt u. 1828 mit ber öfterrei- 
Hilden Grafenwürde begabt wurte. Bel. befannt 
find: 1) Dominique be ö- war Maior im 
franzöfiichen Heere, verließ die franzöftichen Dienfle 
u. fi. 1766 als Gouverneur der Intendanz zu 
Sinftringen in Deutſch⸗Lothriugen. 2) Graf Jo⸗ 
bann Philipp, Sohn des Vorigen, geb. 1759, 
mwanterte 1791 aus Fraukreich aus, nahin Dienfte 
im Condeſchen Corpsé u. giug uach Auflöſung bei- 
felben als Oberſt eines Jägerbataillons in öfter- 
reichifche Dienfte, too er bis zum Feldmarſchall⸗ 
lieutenant flieg. Er zeichnete fih in dem Feldzuge 
von 1812 aus u. übernahm nach bes Fürſten von 
Schwarzenberg Aögaug von bem öfterreichsfchen 
Auriliarcorps, deſſen Conıniaudo hinter ber Pilica. 
1813 u. 1814 befebligte er bie Cavallerie u. ten 
rechten Flügel ber Arınee won Stalien unter Feld⸗ 
eugmeifter Hiller, 1815 Das Heer gegen t, 
lieb aber mit 60,000 Nanu aın Yo ſtehen u. 
entjendete ben Feldzengmeiſter Biauchi, welcher 
dem — Kbnigreiche Neapel bald ein 
Eude machte. Mit ber Haupimacht zog F. gegen 
bie frunzöfifche Alpen, kam Suchet mit der g 
der Päſſe derfelben zuvor, ftlirnite ort Escluſe, be- 
fegte Grenoble u. Lyon u. eutſendete einen Theil 
des Heeres gegen Beſançon (j. Neapel, Geld.) ; 
1821 erhielt ex den Oberbefehl über das öfterrei- 
hilche Heer, welches 52,000 Mann ſtark nach Nea⸗ 
pel ging, um bajelbft bie Nuhe wieber berzufellen, 
rüdte in Neapel ein u. uutertrüdte bie revolutio⸗ 
näre Bewegung, |. ebd. Der Köuig von Neapel er- 
ante ihn zum Fürſten von Antrobocco u. ber 
Kaifer von Ofterreich zum General ber Kavallerie 
u. zum Grafen. 1825 erhielt er das Generalconı- 


mando in ber öfterreichiichen Yornbarbei u. wurbe | 


hr re fl. 26. December 1831 al8 Hofe 
iegsruthepräfident in Wien an ber Cholera. Gr 
war vermählt mit Katharine geb. won Mitter⸗ 
pucher. 3) Graf Adalbert, Sohn bes Voriger, 
eb. 11. April 1817, er ift unvermäßlt u. außer 
einem ebenfalls linderloſen Better, dem Freiherrn 
ee 1798, ber einzige mänuliche Sproß bes 
auſes F. 
Sringille, Finle, Gattung ber Singvögel, 
Finke. 
ringiren (Sringen), das Auswinden gelärbter 
Zeuge, u. Sringir⸗ (Zring-) eiſen, ein Haſpel, mit 
welchem dies gefchiebt, f. u. Färbekunſt. 
riniates (a. Seogr.), fo v. iv. Briniates. 
rio, 1) Borgebirg au ber ſüdlichen MWeftfüfe 
von Afrika, 15° 23° JUN. Br., 290 42° öſtl. v. 
(ven Ferro); 2) (Cabo F.), Borgebirg an ber 
Sftküfte Brafiliens (Atlautiſcher Oceau), norböftlich 
von Rio be Janeiro. 
Friolzheim, Pfarrdorf im Oberamte Leonberg 


des wilrtieinbergiichen Nedarkreifes, Waldjamen- 


händler; 714 Em. 

Fripon (fr., fpr. Fripong), Schelm, Spitzbube; 
Briponnerie, Saunerei, Schelmeuftreich; Friponni⸗ 
ren, Sauner-, Schelmenftreiche machen. 





Baron. Er machte ben Krug n E 
wurbe bort I811 Brigabegeneral, Ki 
December 1812 bis —* 1513 bie 
in ber Provinz Plafencia, decte iu 
bei Bittoria ben 21. Juni 1813 mi 
Rückzug der Armee u. übernahın i 
Berwundung Foys in der Schlacht kei 
bie Leitung von keilen Divifion u. v 
der Schlacht von Zouloufe tie Arüdı 
bian. 1814 nahm er ben Abicieh. 
Nicolaus Buron %., Bruder tes Y 
23. April 1782 zu Benbiere@ im Der 
Meurtbe, wurte 1794 Bataillent 
eichuete jich in ber Schweiz 1796 auf 

herer 1798 bie Arrieregurbe u, mı 
reau auf ben Schluchtfelte von Hoh 
Brigabegeneral eruunnt. Nach der 
Anfterlig Befehlehaber in Benetig, e 
eine Brigade in ber Diviſion Bouvel 
Angriffe von Colberg u. Etraliuud I 
Juſel Däuholm u. befeßte Bremen, 
Jutlund. 1809 are . bei Eglia 
Bagram Generalftabschef des Corpe 
u. zeichnete fih an ber Brüde von } 
bag er zuu Divifiousgenerul u. ®ı 
murbe. 1810 war er beim Korps bei 
EBlingen, Chef bes Generalftabes üı 
nach ber Wieberberftellung ter Bon 


glied des Kriegeninifteriums, 


Friſch, 1) ein wenig falt; 2) um 
(Silttentw.), von Diineralien, weiche ı 


| gebrannt find; baber Friſche Schlacken 


flüffigen Erzen fommen; 4) erſt ve 
ſchehen, verfertigt; Daher voin Brodi 
an demſelben Tage gebacken, u. Friſch! 
ſolches Brod zu verlaufen bat; 5) 7 
lebhaft. 

Friſch, 1) Ioh.Leonb., geb. 166€ 
wurde, nachdem er un. a. auch Lange 
Dolmetfcher gewelen war, 1706 Zu‘ 
Gonrector u. 1726 #ector am Grar 
Berlin u. fl. 1743. Er ſchr.: Franzẽ 
u. deutſch⸗frauzöſiſches Lexikon, Berl. 


u. ð., zulegt Lpz. 1743; Lateiuiſch 


deutſch⸗lateiniſches Lexilon, Berl : 
Origo characteris slavonicı, eb! 
Hefte ;gab heraus: Grammatica mar 
major, ebd. 1718; Beſchreibung vo 
fecten in Deutſchland, ebd. 1720— 
(n. A. 1768); Beſchreibung aller B 
lands, ebd. 1755, beentigt ınit bem 3 
Kol., durch feinen Schn Jeſ. Lee 
Chriftepb, Maler, geb. 1730 in! 


nad ter Provence u. nach Rom, wo 


Jahre aufbielt; nach feiner Rücke 
1793 Nector u. Sofmaler, 1302 F 
fpater Director der Alutemie in ! 
1805. F. multe hauptſächlich Dedenaı 
Königlichen Schlöffern zu Berlin u. $ 

Friſcharbeit, Die Arkeit tes Ci 
friſchens (ſ. Friſchen), ſowie Des Auf 

Friſchbalg (Hüttenmw.), der Blaſeb 
Friſchfeuer. 


Friſchblei bis Friſchling 


751 


3, 1) Blei im feiner metallenen Be⸗tigleit bat, Eiſen zu friſchen, u. in welcher ber 


3) f. u. Blei II. 2). 
den, jo v. w. Bobenplatte bes Gifen- 


h. 
ıftrich, Diet, weiches zum Saigern fil- 
æupfers gebraucht worten ifl. 

en, 1) durch das Friſchen geſchmeidig 
'oheiſen; 2) Eiſen, weldhes im Hohofen 
en weil das allzuftarte Gebläfe 

übt. 

‚t) jo v. mw. Abfriſchen u.2) Erfriſchen; 
.), von Hunden u. anteren Thieren, 
ex Die Sriſche, ein Ort mit Üafler; 4) 
on wilden Schweinen, Junge belom- 

v. w. Auefriihen; 6) (Büchſenm. n. 
‚2 Siücken Metall an tem Orte, mo 
ngelörhet werden ſollen, glatt feilen; 
n.), Silber, welches vergoldet werten 
m Drahtbüfchel abreiben; 8) Bergb.), 
re f., Stollenörter treiben; 9) (Hütten⸗ 
.w. Anirijchen 3); 10) Friſcharbeit, fil- 
Rohſtein in dem Friſchoſen (einer Art 
it Kalkſtein Ichmelzen u. das Geſchmol⸗ 

auf ten: Boten dis Tfens befindlichen 
n lafjen; ift der Robftein anf Dem Blei 
ner Scheibe erfaltet, jo wirb er abge⸗ 
beißt Sriſchlech; bie Arbeit wird 10—12 
rigejetst, u. dann hat das Blei (Heich- 
‚ Silber aufgenommen, daß «8 auf den 
-2 Diarl enthält, u. das Silber wird 
h Treibarbeit gewonnen; 11) filberbal- 
r Blei zuſetzen, bamit das Silber vom 
onımen werde u. nachher beim Saigern 
ich berausichmelze; dieſes F. geichieht 
chmelzofen (Brifchberd); Das Geſchmol⸗ 
n eiierne Pfannen (Arlichpfannen) ge⸗ 
arch Lie Frifch- u. Baigerftüde entfteben; 
n beim Saigern Blei u. Silber auege⸗ 
ig heißen tie zurüdgebtiebenen Srüde 
de; 12) beim Eiſenhüttenweſen bas 
des Robeifens in Schmiebeeiien, baber 
Friſchluppe, Friſchſchlacke, Friſchzacken zc., 
III. n) b). 

Gebirg (Bergb.), Gebirg, welches 
sarbeitet wird. 

Geſtein (Brtfchgeftein), vermöge feiner 
icht geminnbares Geftein, welches ben 
yau nicht notwendig macht. 

Haff, Strandfee in ten preußiſchen 
bezirken Danzig u. Königsberg; erftredt 
ing bis Krifchhauien u. Rönigeberg, ift 
ang, 3 Meilen breit, 14 CD. groß 
uß tief, nimmt 2 Arme ter Weichſel, 
Alte Weichjel n. Nogat, außerdem bie 
Targe, Friſching u. Pregel auf u. wird 
:ifche Nebrung, cine 9! Dieilen lange u. 
breite, aus loien Sanddünen beftebende 
ven der Oſtſee getrennt, mit welcher es 
hmale un. 12—15 Fuß tiefe Wleerenge, 
ner Tief, in Verbindung flebt. Die 
daſſelbe find ſumpfig, Die Düuen er- 
Höhe von 180 Fuß. 

Netter (Bergb.), gefunde, reine Luft, 
h Maſchinen in die Gruben gebradıt 
Luftwechſelmaſchine. 

Wind, günſtig u. ziemlich ſtarlker 


ker, 1) eine Hütte, welche bie Gerech⸗ 


Friſchberd (f. d.) n. der Friſchbammer, ber bei ber- 
jelben das gefriichte Eifen zuſammenſchweißende 
Hammer, bie vorzüglichfien Theile find; 2) fo v. 
w. friichberb; 8) euer, welches zum Friſchpro⸗ 
ce eriorberlich ift, um den Friſchofen auszufüllen; 
4) das flärffle Feuer, wel um Brennen ber 
Ziegel angewendet wirb u. nad dem Schmauch⸗ 
jener folat. 
Frifh gebn (Hüttent.), heißt, wenn beim Echmel- 
gen ein Muß zum Leichtflüſſigmachen zugeſetzt wird. 
Friſchgeſtübe, Geftübe, weiches noch nicht zum 
Ausftoßen eines Herdes gebraucht worden iſt. 
bh latte, Bleiglätte, welche nicht al® ſolche 
verfauft, ondern bie wieder rebucirt merken fol. 
Friſchherd (Griſchofen), Borrichtung zum Frie 
ſchen bes Tiſens (J. b. III. 2) b), beſteht aus einem 
Herb von etwa 6 Fuß Länge, 3 Fuß Breite u. 15 
Boll Hühe über der Slttentobfe, über welchem eine 
Eſſe erbaut if. Der eigentliche Arbeitsrannı be- 
ftebt in einer Vertiefung von vierediger Geftalt, 
beren aus Eifenplarten beftehente Waͤnde Zacken 
genannt werben; auf eier dieſer Wände (Form⸗ 
saden) liegt tie innerbalb eines eilernen Form⸗ 
laftene wieder ven einer fupfernen Form umgebene 
eiferne Die, Durch welche ter von einen Gebläje 
erzeugte Wind in den Arbeitsraum einftränit. Das 
in lange Matten (Gänze) gegofiene Eiſen wirb 
durch die Zeitenöffnung ilber bie dem Gebläle ge- 
genüiberjtebente Wand (Gicht za cken) in dae Feuer 
geſchoben. Iſt das Vorderende der Ganz abge⸗ 
ſchmelzen, fo wird das bintere nachgeſchoben, bid 
diejes endlich ſelbſt zum Schmelzen kommt. 
Friſching, Fluß in preußiſchen Regierunge- 
bezirk Königeberg; entfiebt weſtlich von Friedland, 
fließt durch die Kreiſe Preußiſch⸗Eylau, Königsberg 
u. Helligenbeil u. mündet in das Friſche Haff 
riſchklehnſtöcke i. ı. Friſchen 11). 

Friſchlech, I. u. Friſchen 10). 

Friſchlin, Niloremus, geb. 22. Sept. 1547 zu 
Pablingen im Württeinbergiihen; wurde 156* 
Profeſſor ver Poerik u. kııry darauf der Mathema- 
tit in Tübingen, 1575 vom Kailer Par II. zum 
Dichter gekrönt u. 1582 Necter in Laibach; er febrte 
1554 zurück, trieb fih Lange in Frankfurt, Warburg, 
Yeipzig, Dresden, Prag u. Wittenberg umher, 
mwurte 1558 Nector der Martinsichile in Braun« 
ſchweig, aber wegen feiner Hänteljucht von bier 
wieber vertrieben u., ınit ber württembergiichen 
Regierung in Streit wegen der Ausantiwortung 
des Berinögens feiner Gattin verwickelt, wurde er 
erſt in Diainz feftgeiegt, Dann nach Der Feſte Hohen⸗ 
urach geführt, Bei einen Berfuh in ter Nacht 
vom 29—30. Nov. 1590 zu entflichen rin das Seil, 
u. er zerfchnietterte fih am Felſen. F. war ein guter 
Philolog (fchrieb Anmerkungen zu Perfius u. ben 
(reorgiea un. Bucolica des Virgilius; überjegte 
ben Kalliuachos u. Ariftophanes) u. Grammatiler. 
Seine Werke erfchienen als: Operum poetic. pars 
epica, Stra&b. 1599 (vermebrt 1612); Para sce- 
nıoa, ebd. 1592 u. 1604; Llebrais (Geſchichte der 
jüdiſchen Könige, Die er auf Hohenurach fchrieb), 
ebd. 1599; Orationes insipniores, cbd. 15935 
Carmina, eb. 1622; er fchrieb auch eine Yateie 
niſche Grammatil, 1593. Vgl. Konz, Kleinere pro» 
faiiche Schriften, 1. Th. 1821; Sr. Dav. Strauß, 
Leben u. Schriften 56, 1856. 

Friſchling, ein junges Wildſchwein. 


achen —— lee. mw. Seifen). 
ofen, ſo v. w. Friſchherd. 
Güttenw.), ſ. u. Frijgen 11). 
— —— weqhe beim: Grid 
—* — allen, 1. u. Frriichen 12 
chmelzen, aus le Eryen das Eier 
lei herauoſchmelzen. 


‚she ; uſatz von 
fchichmiede ; ſo v. w. Friſchſeuer 1). 
Be fo v. m. Rohſiahl. | 
ck ij. ic Friſchen 11). j 
„‚Suildun 9 (3agbw.), 1) fo v. PB 
‚Burgamı. °. 

—— die eifernen Yletten, 


ber Arbeitoraum bes herdes ——— 
——— ander: 


Außer. dem —— u. 
es noch den S 
Herdes, die —5* bie deniſelben gegen⸗ 
überfteßente Wand u. ben Boden unter weicher ſich 
ein mit Waſſer gefüßter Raum — bamit das 
Schmel en dieſer Platte utet w 
Friſo (fr., ſpr. Er — a So ob. Silber 


—* 


enes krauſe iedenen 
————— auch von * ders Ein- 
—— gebrandht. 


Eee 
eur (pr ), D . 
as Brifiren 


we 2 
*. a 1728 in Sallanb; trat in fei- 
em 16. "Jahre i in ben Ba rnebiterorden ſich 


) 


u. Harem San 


aurifch achen bider; Ir̃ 


ordnen; baher Friſur, bas G@lättet u: 


Haare u. das Anorbnnen einer Hact 
Kleidungsftüden, Borbängen u dat. 
fen, ob. einen Streif (bies Alles yujan 
[altig.s ob, a ens —2* 
* u. anderer 


fenttichften Theile —5* find 2 ſu 
Platten ‚fol 


‚als dae Tuch breit 

Platte fiebt feft, bie obere wirb bu 

einer Welle beftänbi bin u. her 

Seite ber oberen Platte wird } 

bas Tuch ng rn 3: 
8 Zud nad u. bie 

2 — mal wieberhelt Solch 


f. ii etwas 


"Fr — fe'%. 0: fon 


Banb 1) e) bb). 
Friſon (fr-, * ee 1) gel 
eogt Sf jo». * 


ſ.b. — 2* io v. wo = 
5* fonts > ae 
1) im B 

beflen —— a 


mit Sifer dem Studium ber wibmete. (% oth-, Drbnungs«., *8 
Sein Orden aber ſandte ihn bald n ne ber Beftinimm ves Gerichte (Ri 
‚Theologie zu fiudiren, baum nach Lo ob. nach ber inft ber 


— Be — Barnubitrucolegium, mo, * ® 


1763 wurde er nad 
ch re en. u. ibm der Lehrſuhl 
an großen St. Uleranderscollegium übertragen; 
1756 wurbe er Brofeffor au ber Univerſität zu 
Piſa, kehrte 1764 nah Mailand zurüd u. wurbe 
dehrer der Mathematil an ber Scuole palatine; 
er fi. 22. November 1784 m. ſchr. u. a.: Dis- 
quisitio mathematicain causam. physicam fi 
zae et ma nitudinis tellyris nostrae, J 
land 1751; Saggio della morale filosofie, Lu- 
1755; Nova electricitatis theoria, Mii- 
and 1755; De atmosphaera coelestium vorpo⸗ 
zum, Lucca 1759; Del modo di regolare i siumi 
a torrenti ‚prineipalmente dei Bolognese e 
:della Romagns, Lucca 1762 u 1768, Florenz 
1770; Saggio sopra l’architettura gotion, fi- 
bomo 1766; De gravitate universali corporum, 
Mail. 1768; Cosmographis phys. et mathem. 
: Mail. 1774 f, 2 Bbe.; Opuscoli filosofici, Mail. 
4781; Opera (Tom I.: Algebram et geome- 
-triamı analyt. Continens, Toın II.: Mechani- 
cam universam et ınechanicae applicationem 
‚ad aquarum fluentium theoriam cont.), Mail. 
2 


b, [. d 
—A (a (@. & rs tleines Boll, wohnte 
mit auf den Infeln 3 iſchen ben öftlichen u. wef- 
lihen Rheinmünbungen; vgl. Frieſen. 
Friſirbohrer, Behrfpike, welche neben einem 
Zapfen 2 Icneibenbe Seiten bat u. zur Erweite⸗ 
einer Schraubenmutter gebruucht wirb, wenn 
der — ber Schraubie darin verſenlt werben ſoll. 
Friſiren (v. fr.), 1) die Haare einer Perücke ob. 
am Kopfe vegelmäßig Iränfeln, toupiren u. in Loden | 


der Bhilofophie 





| zwar ohne daß es einer Ung 


| bes Richters (C 
— lebte er dann in ——*8 —J chters (Tonvent 
Dailand 


ie a übrte $.) bie Bormahıne 5 
rocehhandlung geſcheben muß. DM 
F zunüchſt Dilatoriſche u. Pe 
jene ſind ven ber Art, bafı ibn 
Gi ben Berluft bes Rechts, ber ve 
proceljualiihen Hanblung, für meld 
war, mach fich zieht, fondern nur bie l 
ſäumniß bewirlten Koften ob. em 
Strafe; bie F. wirb erneuert u. bei 
Berfäunmig mit höherer Strafe u. 
ber vorzunehinenden Haudlung bebı 
fie eine Peremntorifche F. wird, ben 
erſt wieberholt u. ermenert werben 


ſäunmiß einer Peremtori da 
| rar Ka > gen 


5. Gebraud zu machen Der, 1 


bebarf, wenn bie Beremtort 

beftimmte (Fatale im ber engeren er 
Regelmäßig find alle geletlichen Fe 
bon ben richterlichen b agegen genieim 


nur erft bie britte geſetzie F. wein | 


Gerichten auch frei fteht) alle 3 A«tı 
hältnißmäßig längere peremtoriide 
nommen find. Ein fernerer Unterſch 
bie richterlichen Feen auf Auſuchen 
(Briftgefach) verlängert toerbeu fünn 
lung, Briflerftredung, Proregatioı 
bie gejelichen bugegen wicht. Bei 
ff obeu) unterideibet man ned abiı 
ebingte Nothfriſten, bei melden be 
F. durch das Geſetz fo beftiummt ift 
eiuem gewiſſen Borgang von fd 
innt; u. — od. gemiſcht 
alia um quid), 


FZriſtungebrief bis Fritſch 


| feiner Heimath, fühnte feinen Frevel dabdurch, d 


Ertheilung eines richterlichen Decretes 
Zeitrechnung in Anſehuug der F⸗en 
lich juriſtiſche; nur fangen im 
ch beſtimmten Sen erſt ben Tag nach 
lationdtag der richterlichen Berfügung 
i, u. die Erben einer Partei, welche vor 
jur Vornahme einer Handlung beſtimm⸗ 
, genießen die volle F. wieder, welche 
ber Zeit der Antretung ber Erbſchaft 
t wird. Im Sächſiſchen Recht ift bei. 
Ihe F. merlwürdig; fie kommt von ber 
aligen VBorlabung ber, von denen eine 
eitraum von 14 Nächten in fich faßte; 
us 6 Wochen u. 3 Tagen. Dieſe 5- 
ei ber füchflichen Verjährung von Jahr 
nnus saxonicus) zu dem Jahre noch 
ıet (vgl. Maurer, Geſchichte der altger- 
Berichtöverhanblungen S. 147). Die 
sen in ben älteren Proceßerdnungen 
as Eude eines Proceſſes oft auf eine 
e; neuere Proceßgeſetzgebungen haben 
mäßige Ablkürzungen dieſem libel zu 
ht. Bol. Termin. Der beutiche Un⸗ 
proceß, nach materiellem Recht fire- 
; bie, blos bei formellen Recht mög- 
riften nicht. Selbſt die F. zur Einrei- 


dejenſion hat nur den Sachwalter trefs, 


umnißnachtbeile: Geldſtrafe n. Beſtel⸗ 
uderen Defenſors, nicht Das Präjudiz des 
er Defenſion. Eben jo iſt der Gebrauch 
üttel gemeinrechtlich an feine Präcluſion 
ende Nothfriſt gebunden. Im Aullage- 
°, ſelbſt nach der Peinlichen Gerichts- 
rt. 21 u. jetzt nach ten neueren Straf- 
ingen finden Norbirifien Statt. 2) Die 
Geſtundung bei jeter Zahlung, bie zu 
fen Zeitpunkt geleijtet werben jollte. 
jöbrief, fo v. w. Auftaudsbrief. 

J. u. Friſiren 1) u. 2). 

k, Stadt, fo v. w. Freiftabtf. 

je, j. u. Yippenfliege. 

agl., fpr. Friddh, v. lat. Fretum), fo v. 
en 


ox. Friddh), William Powell, geb. 1819 
in Vorljhire, bildete fich zum Maler in 
ie von Saß u. trat ſchon 1540 mit 
älde auf, teilen Stoff ben Romane 
its, das Herz von Midlothian, entnom⸗ 
Faſt alle ſeine ſpäteren Bilder ſind Dar⸗ 
on Scenen aus den Werken der bedeu⸗ 
zliſchen Dichter u. or 
Clyde, F. of Forth, F. of Tay ıc., 
treffenden Hauptnamen. 
gſaga, altnordiſche Sage, von Sritbjof, 
ſtens, eines Bonden (freien Bauern) zu 
selher mit Ingeborg, Tochter Beles, 
von Syrſtrand, bei Hilding erzogen 
tbjof liebte FIugeborg u. warb nad) Be- 
ei deffen Söhnen, tem wilten Helge 
chlicheu Halfdan, un Ingeborgs Hand. 
chlugen fie ihm, als einem Bonden, ab; 
adurch gekränkt, verging ſich an Helge 
ur Strafe Angantyrs Schatz holen. 
rde er, weil er den Branub von Balders 
anlaßt hatte, Sanbflüchtig n. kam zu dem 
‚ Ring (Hring), ber inzwilden Inge— 
ıthet batıe; biejer vermachte ihm or 
h feinem Tode. Frithjof ging num n 
sReriten. 4. Aufl. VL. 


iR 
weifel 


783 


er einen neuen Tempel baute, u. erhielt von Half⸗ 
dan (Helge war erfchlagen worden, ba er einen fin« 
nifchen Zempel zerfiören wollte) bie Hand Inge⸗ 
borgs; Rings Reich verwaltete er blos bis zur 
Müntigleit des Sohnes beffelben. Dies ber Inbakt 
ber, durch Tegners (. b.) Bearbeitung berühmt ge⸗ 
wordenen F. Die isländifche F. (von Frithiof 
bem Starfen, |. u. Saga) überſetzt von Mohnicke, 
Stralf. 1530. 
ithleif (m. Geſch.) fo v. w. Frikleif. 
ifigern, fo v. w. Fridigern. 
ritigild, fo v. w. Fridigild. 
tilarta (F. L.), * anzengattung aus der 
amilie ter Liliaceae- Tulipacese, 6. Kl. 1. 
Ordn. Arten: F.imperialis(Kaijertrone), 
and Perfien ſtammend, mit großen, braunrothen, 
in Gärten mennigeroth u. gelb variirend, gloden- 
förmigen, abwärts bängenden Blumen, über denen 
noch ein Blätterbufch befinblich; Die betäubend rie⸗ 
hente, fonft efficinelle, ſcharf ſchinedende, fauſt⸗ 
große, ſchuppige Zwiebel ift giftig; ber in ben am 
jedem Blumenblatte befindlichen Nectarien abge⸗ 
jonberte Senigiaft erregt Erbrechen; F. persice 
(Perſiſche Shahblume), mit purpurrothen, 
hängenden, ührenftändigen Blumen; F. melea- 
gris Schahbiume,Kibigei), in Südeuropa, 
mit etublumigem Stängel, hängenter, glockenför⸗ 
miger, faft eıförmiger, würflig gefledter Blume; 
F, verticillata u. m. a., fünmtlich beliebte 
Zierpflanzen in Gärten. 
Fritillarienfalter, ſo v. w. Scheckfalter. 
Fritillus (tdm. Ant.), ſ. u. Würfelſpiel. 
Fritſch, Ahasverus, geb. 1629 in Mücheln 
bei Naumburg, hatte in ſeiner Jugend, die in den 
Dreißigjährigen Krieg fiel, unſägliche veiden zu er⸗ 
dulden, friftete auf dem Gynmnaſium in Halle küm⸗ 
merlich jein Yeben, ſtudirte feit 1650 in Jena bie 
Rechlswiſſeuſchaften, wurde 1657 in Rudolſtadt 
Hofmeiſter des Grafen Albert Auton von Schwarz⸗ 
burg, 1661 Dof u. Juſtizrath des regierenden 
Grafen Ludwig Güncher, 1679 Kanzleitirector u. 
Confiftorialpräfient u. 1692 Kanzler; er fi. 24. 
Aug. 1701. F. bat jebr viel geichrieben über Bür⸗ 
gerlihes, Staats⸗, Lehens⸗ u. Kirchenrecht, Landes⸗ 
polizei, politiſche Sittenlehre (berausgeg. von ſei⸗ 
nem Schne 1732, 2 Bbe., Fol.); auch eine Dienge 
theologifche Schriften, u. a. Undpriftliches Chriſten⸗ 
tbum; Das wahre apofteliihe u. heutige faliche 
Chriſtenthum gegen einander gehalten; Chriſten⸗ 
tbumefragen (u. A. von Delitzſch, Dresd. 1841); 
Himmelsluft u. Weltuniuft, Jena 1670, mit einem 
Anbang: Himmliſche Nieder; gab auch Liederſamm⸗ 
(ungen beraus, in been er eigene Productionen 
aufgenommen bat, 3.8. 121 neue hiinmeljüße Jeſue⸗ 
lieder 2c., 3. Aufl. 1658. gl. Epiller, Kleine 
Schriften bes A. F mit Biographie, Kob. 1792. 
2) Thomas von F., geb. 17UU in Yeipzig, wo 
fein Bater, Kaſp ar F., Buchhändler war; ftubirte 
bie Rechte, wurde in Dresden angeftellt u. ging 
1740 in Aufträgen bes Hofes nach Paris; er wurde 
unter Kaifer Karl III. Reichshofrath, ging nad 
deſſen Tode mieder nah Sadien, murbe Freiherr, 
unterjchrieb als ſächſiſcher Bevollmächtigter ven Hu⸗ 
bertusburger Frieden u. ft. als Couferenzminifter 
u. Geheimer Rath 1775 in Drespen. Anonym ere 
(dien von ihn: Zufällige Betrachtungen über bie 
Sinfamleit, Xpz. 1761—63, 3 Ste. s Johaun 


45% 


Heinrich, geb. 1772 in Quedlinburg, ſtudirte feit | 
1791 in Halle Tbeologie, wurde Prediger in feiner 
Baterftadt, 1504 Oberpfarrer dafelbft u. fl. 1829. 
Eridr.: Sammlung von Prebigten, Halberft. 1797; 
Handbuch für Prediger zur praftifhen Behandlung 
der fonn» u. fefttägliden Evangelien, Magdeb. 
1511 f., 2 Thle., 2.9. ebd. 1818; der Epifteln, ebd. 
1813, 2. Aufl. 1818; der Leidensgeſchichte Jeſu, 
ebd. 1514; Handbuch der praftiichen Glaubenslehre 
der Cbriſten, ebd. 1516—2U, 2 Thle.; I. A. Her- ! 
mes nach feinen Leben, Charakter u. Wirken bar- 
geftelle, Qnedliub. 1827; Lebensumriß bes Kanz⸗ 
lers Nienieyer, ebd. 1528, 

Fritſch, freiberrliche Familie in Sachſen begü- 
tert, murte 1730 in ben Reichsadel⸗ u. 1742 in 
den Freiherrenſtand erbeten; fie blühte früher in | 
.2 Linien, ven denen bie jlingere 1790 in ben Gra- 
fenftand erkoben wurbe, 1527 aber wieter ausftarb. 
au älteren Familie gehören: 1) Freiherr Kart, 

chn Des 1536 verftorbenen Freiherrn Jatob Fried⸗ 
rich, des Stifters tiefer Linie, neb. 1769, war wei« 
marijcher Gebeimer Rath u. Stuatsminifter u. fl. 
16. Octbr. 18515 er war vermäblt mit Henriette 
geborene Wolfolehl won Reichenberg. 2) Freiherr 
Karl, ältefter Sohn des Borigen, geb. 7. Mai 
1804, ift großherzoglichen. herzoglich ſächſiſcher Ger 
heimer Rath u. Gejandter beim Deurichen Bundes⸗ 
tage in Fraukfurt u. ſeit 1842 Wiitwer von Karo⸗ 
line geborene von Ziegeſar. 

ritſche, Friedr. Gotthilf, geb. 9. Febr. 1799 
in Dresten, wurde nach Bellendung feiner theolo⸗ 
ifhen Studien zu Leipzig Katechet an der Petri- 
fire daſelbſt, 1524 Conrector in Banken, 1530 
Profeſſor an der Fürftenfchule zu Grinma u. 16542 
Oberpfarrer, Generaljuperintenbentu. Conſiſtorial⸗ 
rath in Altenburg; er ft. daſelbſt 4. Ian. 1951 u. 
fhr.: Gebete u. Betrachtungen fir höhere Bil- 
bungsanftalten, Grinima 1934; Abendmablsreden 
für böbere Yiltungsanftalten, ebd. 1842; Fr. Aug. 
Wolf, haralterifirt als Prediger, ebb. 1342; auch 
mehrere Predigten. 

Fritte, 1) Glasmaſſe, Glasſtoff, halbverglaſte 
Körper; 2) die zu ſchmelzende Maſſe im Blaufar⸗ 
benwerk, ſ. d. 

Friture fr., ſpr. Fritür), in einer Pfanne ge⸗ 
bräunte Butter, od. Speiſebereitung damit; wie 
Würſtchen, Fiſche u. a. feine Farcen ꝛc. 

Fritz, verkürzter Name von Friedrich. 

Fritzchen, 1) Diminutiv von Fritz; 2) von Fried⸗ 
rite; 3) Vogel, jo v mw. Gartenrothſchwänzchen. 
Frritzlar, 1) fonft Provinz in Kurbeflen; beſtand 
aus mehreren getrennt liegenden Stüden; 60,000 
meift katholiſche Ew.; jetzt Kreis der Provinz Nie 
derheſſen; 6,9 ODE. u. 29,300 Em.; 2) Amt darin, 
5000 Ew.;‘3) Hauptjladt Darin, an ber Edder, 
Krugtöpfereien u. mehrere geiftlihe Stiftungen; 
3000 Em. — F. ift eine fehr alte Stadt, Bonifa⸗ 
cius fol bier 732 eine Kirche gebaut u. eine Klo⸗ 
ſterſchule errichtet baben, meiche er anfangs ſelbſt 
leitete, nachher aber an Wigbert, erften Abt da⸗ 
ſelbſt, übergab. 774 wurde 5. von den Sachſen 
überfallen u. verbrannt; 756 wurde hierher auch 
ber Sit tes 741 gegründeten Bisthums auf dem 
naben Burberge verlegt u. mit beim Klofter ver- 
einigt, aber ſchon unter Dem zmeiten Biſchofe wieder 
getrennt u. mit den Bisthum in Mainz verbunden. 
906 hier Sieg des Grafen Abalbert ven Yabenberg 
Über tie Rorhenburger, f. Dentichland (Grid). 










Fritſch bis Fritzſchia 


919 Reichſtag, wo Heinrich ter Vegler 
ſchen König gemählt wurde; 1232 vom! 
Heinrich Rafpe, ber fi an dem Erzt 
Mainz, welchem F. gebörte, rächen wellie 
Einmohner verhöhnt hatten, erftürmt u. 
1400 hier liberfall u. Tod des Herzeg 
von Braunfchmeig durch ven Graien ve 
f. Braunſchweig (Geſch.). 1631 ven 
grafen Wilhelm von Heſſen erftürn, d 
wieder geräumt. Bis 1802 blieb F. 
wurde dann heſſiſch, gehörte 1807 —181 
falen u. fanı dann wieder an Heſſen. Bgl 
De antiquitatibus Fritzlar., Marb.! 
rißdewer?, Eiſenwerk bei Yanreig 
rigower See, Strandſee im frei 
bes preußiichen Regierungs bezirks Sıeu 
am Kanıminer Bodden; darau Zrigen 
Fiſcherei; 570 Ew. 
Fritzſche, 1) Chriſtian Friedr. 
in Naucnborf bei Zeig; wurde 1799 
Steinbah bei Borna, 1509 Zupern 
Dobrilugt, 1527 Profeſſor der Therle 
n. ft. 19. Oct. 1850 in Zürich. Er je. 
lationis notione biblica, Yp;. 1529 
Gutachten eines offenbarungsgläubigen 
fehrten über das Verterbliche des Kati 
er durch Wegicheider u. Geſenius vert 
Schleswig 1939; Welche Zeit iſte 1 
Gottes, Halle 1330; Borlefungen über 
mahl, das echte Lutherthum u. bie linion, 
De anamartesia .J. Christi, eb. 1535 
Nova opuscula academica, Zür. | 
2) Kari Frieder. Auguft, ültefter 
Borigen, geb. 1501 in Steinbach, wurd 
vatbocent in Leipzig, 1525 Prefeſſer de 
Dafelbft, 1826 in Roſtock, 1541 in Gieß 
6. Decbr. 1846; er fchr : De nonnu 
dae Pauli ad Corinth, epistolae 
18241; Kommentare zum Matthäuse 
zum Marcus (elb. 1530) u. zum 
(1536— 43, 3 Bbe.); Über Theiunds U 
die Schrifterllärung, Halle 1531; De 
tione N. T. critica, quam C. Li 
edidit, Gieß 1841; un. a. 3) Franz 
Bruber des Vor., geb. 1506 in Steint 
erft Collaborator an ber Thomasſchul 
u. 1828 Profeſſor ber Verekrjamteit u. 
ratur in MRoftod; er ſchr. Quaestioı 
neae, 2p3. 1526; Qunestiones Arist 
ebd. 1935; Streitihriften gegen C.° 
des Aſchylos Eumeniten, ebd. 1534 1.5, 
Lucians Alexander, Demenax, Gellue 
u. bie Dialogı Deorum (ebd. 1829); 
phanes Thesmophoren, 1838, u. Fröſche, 
4) Dtto Fridolin, Bruber des Ter 
in Dobrilugt, 1836 altatemijcher Lehr 
1837 Profeſſor der Theologie in Zür 
Dberbibliothelar dafelbft; er ſchr.: De 
Mopsv. vita et scriptis, Halle 1836; 1 
Stellen der Johanneiſchen Briefe, ın 
academ. Fritzschioram (nämlid re 
nem Bater u. feinem älteften Bruker), 
Confessio Helvetica porterior, 13 
Grimm, Handbuch zu den Apokryrhen 
£pz. 1851—56, 4 Hefte; gab auch ben 
(vp3. 1812— 44, 2 Bde.) u. das Buhl 
1848) beraus. 5) Julius, f. u. Krig 
Vrisigie (F. Cham.), Pflanzen: 


‚sent bie Frobergl 


Ims Srigfche (1833 Lehrer der Vo⸗ 
‚dann in Petersburg; ex ſchr.: Bei⸗ 
niß der Bollen, Berl. I 1. Seft; 
n polline, ebd. 1833; Über ben 
b. 1837); an der Familie der Me- 
Melastomeae-Rhexieae; Arten in 


ıb, ſo v. w. * 
lat.), 1) leichtfertig, nichtig, das Edle 
eringfhätend, 2) im juriſtiſchen 
In. ftrafbar, Frivdla appellatle, F. 
‘ct Brivolität, leichtfertigleit, aus nie- 
jeweile entiprungen. 

mmeridy Frimalbefi von F., Abr 
ariihen Nationalmufeum in Peſth, 
Hinte u. C. Dianolesto 1833 — 36 
5 Rhotopegebirg u. ten Balkan in 
tereflen bereifen u. machte jo ben An» 
imiß ber bisher ganz unbelannten 
ei; er ſchr.: Succinctae diagnoses 
antarum nov. in Turcia europ. 


ridzeri), Aleranter Maria Anton, 
er, geb 1741 in Vicenza, erblinbete 
n Vebensjahre, zeigte aber jehr viel 
iſik, erlernte mit Leichtigkeit mehrere 
welche er ſich ſelbſt baute, u. compo- 
ı Knabe Manches. 1762 wurbe er 
cenza, ging aber 1765 nad Frank⸗ 
u. an ben Rhein, wo er fi hören 
. ausgezeichneten Beifall fand. Cr 
e Zeit in Paris auf, lebte dann im 
zt ın Antwerpen, wo er 1525 flarb. 
!brere Opern componirt. 
e Myth.), Dem uordiſchen Freir (f. b.) 
Bott, beffen Namen auch noch lange 
bes Chriftentbums gebraucht u. auf 
Gott angewendet murbe. 
Friedrich, geb. 1782 zu Ober⸗ 
Rubolftäbtiichen, widmete ſich beim 
jtwefen u. ftupirte Dann ſeit 1500 in 
ati u. Naturmiflenichaften, wurde 
r eines medienburgifchen Edelman⸗ 
wer an ber Muſterſchule in Frauke 
ebte 1505 — 10 als Brivatlehrer in 
er mit Peſtalozzis Inſtitut in enge 
at, fegte dann feine Studien in Göt⸗ 
irde in Der Peſtalozziſchule zu Berlin 
im Lützowſchen Corps die Feldzüge 
14 mit, wurbe dann Inſpector Des 
n Muſeums in Berlin, nıhm aber 
itlaſſung u. grünbete in Grießheim 
seine Erziehungsanftalt, bie er kurz 
den mit Langetbal u. Wilbenborf, 
ei Rudolſtadt überfiebelte Er ftarb 
in Marienthal bei Bad Liebenftein. 
iiher Grundſatz war barmonifche 
ber Seite menſchlicher Thätigfeit in 
ım, u. feine Metbote faub bef. in ber 
rn u. Nordamerika Anklang u. Ber- 
ihr. u. a.: Die Menfchenerziehung, 
Bd., u. gab feit 16850 F⸗s Wochen 
Freunde der Menſchenbildung, Lie⸗ 
‚ heraus. Er ift auch Gründer ber 
ſ. d). 2) Karl Boppo, Bruder 
. 1756 zu Oberweißbach inı Fürſten⸗ 
Eurg- Rubelftabt, ſtudirte feit 1805 
ogie u. Philologie, faın 1807 au das 


"Ausweilung in Frankfurt a. 


25 


Symnafium in Rubolſtabt, an welchem er ſpäter 
Brofeffor wurde; als er 1815 bie Hofbuchbruderet 
in Rubolftabt gelauft batte, legte er fein Amt nie⸗ 
ber u. fl. 1824: er gab heraus den Eutropius, Ru 
doiſt 1816; Gallus Catilina, ebb. 1820 (dem er 
auch beutfch überfeßte, 1621); Ilecentiorum poe- 
tarum carmina, ebd. 1821—23, 4 Bde; Samm⸗ 
fung franzöftidher Klaſſiler, ebd. 1821 ff., 4 Bde 
8) Karl, Neffe des Bor., geb. 1808 zu Griesheim, 
wo fein Vater Pfarrer war, wurbe Director einer 
weiblichen Bilbungsanftalt in Hamburg, mußte aber 
bie Leitung wegen ſeiner fociafiftifchen u. frei ei en 
Richtung 1851 nieberlegen ; er fchr.: —8 48 
Mädchen u. Kiudergärten. 4) Julius, Bruder 
bes Bor, geb. 1805 zu Grießheim un Rudol⸗ 
Kädtiichen, ftudirte in Jena, ging aber, politiſch 
compromittirt, nach ber Schweiz u. gründete eine 
Berlagsbuchhandlung (Literariſches Comptoir), im 
welcher viele revolutionäre Schriften, welche ber 
Cenſur wegen in Deutfchland nicht veröffentlicht 
werben konnten, erichienen. Im Zuni 1845 wurde 
er auf einer Durchreife Durch Köln aus diefer Stadt 
u. aus dem ganzen preußiichen Staate ausgewieſen. 
1848 wurde er für Neuß als Abgeordneter in das 
Barlament zu Frankfurt gemählt, ging mit Rob. 
Blum im October d. J. nah Wien, um ven Aufr 
ſtändiſchen eine Adreſſe von einer Partei des Par⸗ 
lament® zu überbringen, u. nahm bort als Haupt⸗ 
mann anı 26.— 28. Detbr. Theil an tem Kampfe, 
Nach ber Übergabe Wiens wurde er am 4. Novbr. 
mit Blum verhaftet u. kriegsgerichtlich zum Stran 
verurtbeilt, aber begnadigt. Er ging nach Frankfu 
zuriid, folgte dem Rumpfparlament im Juni 1849 
nah Stuttgart, lebte einige Zeit in Kurhafen, 
dann auf Selgofand u. wanderte im September 
1549 na Amerika aus. Dort etablirte er erſt in 
New NMorl eine Seifenfabril, 30g aber 1850 nad 
Nicaragua, mo er 1551 bei der Commiſſion zur 
Unterfuhung bes Kanalbaues war. Später ging 
er uach San Francisco, wo er feit 1855 ein Jour⸗ 
nal herausgab; aber Ente d. J. wendete er fich wie» 
der nach den oͤſtlichen Staaten u. lehrte 1857 für 
fürzere Zeit nach Deutichland zuräd. Gegen feine 

. legte ber ameri⸗ 
kaniſche Conful, weil F. Bilrger der Vereinigten 
Staaten fei, Proteft ein. Er jchr.: Grundzüge einet 
Syftems ber Kruflallogie, 2. Aufl. Lpz. 15175, Ey⸗ 
ſtem ber ſocialen Bolttit, 2. Aufl. Manh. 1847, 
2 Thle.; Die Republifaner (Drama), Yp3. 19495 
Briefe Über tie Wiener Octoberrevelution, gt 
1849; Aus Amerika, Erfahrungen, Reifen u. Stu⸗ 
dien, Lpz. 1858, 2 Bde. 

Wroden, 1) (Brobenius), Johann, geb. 1460 
zu Sammelburg in Franken, bildete fich in Baſel, 
war bei Amorbach u. Petri Corrector, legte 1491 
eine Buchbruderei an u. gründete ein bedeutendes 
Verlagegeſchäft. Er drudte u. a. die Werke beb 
Grasmus u. bie lateinischen Kirchenväter. Er ftacd, 
als er damit umging, auch bie griechiichen Kirchen⸗ 
väter herauszugeben, 1527, melde Abſicht feine 
Söhne, 8) Hieronymus u. 3) Johann, & 
fein Eidam, Nicolaus Epiſcopius, ausführten. 
Die Werle, welche aus ber Frobenſchen Officin ber- 
vorgingen, ſind faſt alle in gr. Kol gedrudt. 4) F., 
Stallmeifter bes großen Kurfürften von Branden⸗ 
burg, fiel 1675 bei Febrbellin. 

Heobere, Regina, |. —8 

toberg (u. Geogr.), Graft voft bes Deutfchen 


756 
Neihe, an ber Doubs, zwiſchen bem vormaligen 
Stifte Bafel u. Hochburgund; feit dem 16. Jahrh. 
bem Hochſtift Baſel gehörig, welches 1780 F. an 
Branfreich gegen Franquimont abtrat. 
 Frobefius (eigentlid Srobes), Johann Nicolaus, 
eb. 1701 in Solar, ftubirte feit 1720 in Helm- 
ebt, dann in Marburg Theologie u. Philofopbie, 
abifitirte fih in Helmftebt, wurbe bier 1737 Pro» 
eſſor in der philoſophiſchen Facırltät, 1740 Profeffor 
der Logik u. Metapbufil ır. f. 1756; er ſchr.: Syste- 
matis — Wolßi delineatio, Helmſt. 
1734; Encyclopaedia mathematica memorialis, 
ebd. 1743—46, 6 Vbe.; Christiani Wolfii philo- 
sophia rationalis, ebb. 1746; Scriptorum atque 
argumentorum, quibus numinis diviniexisten- 
tia comprobatur, recensio, ebd. 1746; Biblio- 
aphiae ae enopraphe um exegeticae et cri- 
ticae specimen L—VI., ebd. 1748— 53; Histo- 
rica et dogmatica canonis trigonometrici 
dilucidatio, ebb. 1750; Rudimenta biographiae 
mathematicae, ebd. 1751 — 54; Polyhistor 
heliographicus sive solaris, eb. 1755. 

Srobing, Johann Ehriftoph, geb. 1746 in Ohr⸗ 
druff, wurbe 1776 Conrector an ber Neuftäbter 
Schule in Hannover, 1795 Pfarrer in Lehrte u. 
1799 in Markoldendorf; er fl. 1805 u. fhr.: Ka⸗ 
Ienber für das Voll, Hannov. 1783 — 1805; Der 
Jugendgeſellſchafter, Stend. 1784; Der Boltslehrer, 
Nürnb. 1787 f., 2 Thle.; Die Bürgerftube, Hann. 
1788 — 1800, 4 Thle.; Sefpenfter - u. Hexenbüch⸗ 
Iein, ebd. 1798; Das angenehme Mancherfei, Halle 
1799, Nützliches Xefebuch, ebd. 1803, u. a. m.; 
außerdem: Gedichte, Lpz. 1791; Geſangbuch für 
den häuslichen Gottestienft, Hannov. 1797; Ger 
finge für Kinder, Celle 1799; Chriftliche Morgen- 
u. Abendlieder für Familien, Küneb. 1802. 

Frobiſher (ſpr. Frobiſcher), Martin, geb. zu Don- 
Cafter in Morkihire, fuchte 1576 mit drei Meinen 
ie eine norbmweftlihe Durchfahrt, entdeckte 
mehrere Infeln im nörblichen Eismeere n. am 11. 
Aug. die Straße Srobifber. 1577 u. 78 bewog er bie 
Königin Elifabeth zu einer neuen Erpebition, wo er 
Diefelben Länder befuchte, jetoch ohne das verſpro⸗ 
chene Gold zu finden. 1595 folgte er Drake nach 
Weſtindien, befehligte 1588 gegen die Unüberwind⸗ 
Tide Flotte, führte 1590 mit W. Raleigp die Flotte 
gegen Spanien, wurde 1594 Heinrich IV. zu Hülfe 
geſendet u. farb an ten am 7. Nov. 1594 bei Breft 
erhaltenen Wunden. 

robifherftraße, Meeresarm tes nörblichen 
Atlantifhen Dceans, zieht fich im Norden ber Hud⸗ 
fonsfiraße, von ber Davisſtraße weſtwärts ab, in 
ben Baffin-Parry» Archipel (Arktifches Nord⸗ 
amerila) hinein. 

Sroböfe, Johann Chriftian Wilhelm, geb. 1798 
in Norbhaufen, ſtudirte feit 1817 in Göttingen 
Theologie, wurbe 1820 NRector in Uslar, 1821 
Hector in Hameln u. fl. 1825; er ſchr.: Ernfte u. 
kräftige Worte an Eltern, Lehrer u. Erzieher (aus 
Luthers Echriften), Gött. 1822; überfette ins 
Deutſche Zencphons Memorabilia Socratis, ebb. 
1824; Ciceros Reben gegen Catilina, ebb. 1824, 
n. teilen Reben pro lege Manilia u. pro Archia 
poeta, Hannov. 1825. 

Froc (Bro, Brot, engl. u. fr.), orbinärer ge- 
Töperter Serſch. 

Frode, mehrere bänifche Könige aus dem Haufe 
ber Stieldungen (f. Dänemark [Gefch.]), der Sa⸗ 


in Berlin, 


| dorf 


Froöbeſtad bie Frobburg 


engeit angehörig; ber erſte derſelben 
tzer der Dlühle Grotta. 
ödeburg (Geogr.), fo v. w. rd 
odesham, Marktflecken am ® 
engliſchen Grafſchaft Cheſter, mit S 
Salzwerken, Schiffemerfte, Seibenfab 
wollenweberei; 2000 Em. 

Frodoardus, aus Champagne, ı 
fl. 966 als Pfarrer u. Chorherr in Cor 
Annales, sive chronicon ab anho 
Historia eccilesine Remensis u. & 

Froen, 1) Kirchipiel im nee 
Aggerbuus, ift gebirgig, bat 171 OM. 
in 4 Gememben; 2) ®emeinbe in ben 
3) Injel an ber Weſtküfte von Reı 
Stift Bergen gehörig. 

Brohberg, Negina, geb. Saleme 
ir ‚ochter wohlhabenter ji 
lebte feit 1813 in Bien; fie fchr. zablre 
darunter: Louife, Berl. 1808, n. Ciyg 
Schuld, Lpz. 1837, 2 Thle.; Terganz 
funft, Gera 1840, 2 Tble., :c. 3 
Quftipiele: Onkel u. Neffe, So ! 
feine Schulden, Die Geichäftige, 4 

end, find von ihr; gelammelt in ih 

ten 1827—28. 

Frohberger, Chriſtian Gottlieb, 
Wehlen bei Pirna, ſtudirte ſeit 1760 
deipu Theologie, wurde 1774 Pfarrer 

ei Herrnhut u. fl. 1827; er fr 
bauungsbuch für evangeliiche Chriften, 
Geiſtliche Lieder, Lpz. 1782; Yon ter 
eines evangeliſchen Predigers. @ört. 17 
rungen für junge Ehriften u. Chriftinne 
erften Abendmahlsgenuß, Zitt. 1789; 
banten über bie Bermaltung bes * 
£p3. 1793; Briefe Über Herrnhut u. 
evangeliiche Gemeinte, Budiſſin 179 
heraus: a Hauspoſtille, ebt. 17 
u. deſſen Paſſionepredigtein, ebd. 1795 

Frohberg⸗Montjdie, ateliges € 
tem Eljaß, wurde 1743 in ben Reid 
erhoben u. 1817 in Baiern als Gra 
culirt: 1) Philipp Joſeph, Lat 
beutfhen Ordensballey Elſaß u. Rı 
beimerath bes Kaifers Karl VIII. u 
in ber Schweiz, wurde 1730 in ben 
u. 1743 in den Reichsgrafenſtand erbel 
Karl Magnus, Bruber des Veri 
Stammvater bes noch in Baiern El 
ſchlechts. Chef der A) Linie zu © 
3) Lud wig, Sohn bes 1555 verfier 
Ernft, geb. 15. Eept. 1831: B) te 
Ranßhofen: 4) Graf Johann 
Sohn des 1857 verftorbenen Grafen 
Nov. 1842. 

Frohburg, 1) Serichtsamt im ld 
[chen Kreile Yeipzig, mit 9341 Em. i 
u. 22 Dörfern; 2) Amtseſtadt Darin ar 
Schloß, Zeugmweberei, Töpferei; 2° 
F gehörte — den Serren re 

eitenlinie der Altenburger Burgar 
ſchen 1172 vorfonmt, im 14. Iabrb. a 
nah benannten Marihällen ven f., 
fige Kirchenpatronat feit 1413 dem 
St. Georgenftift. Hauptbrände 16% 
biglährigen Kriege 1632, I644 u. 
am 8. Oetbr. 1813 Gefecht zmiichen | 


Froblich bie 


Irgruine am ſudlichen Abhange bes 
ber Schweiz, der Sit eines vom 
b. berühmten Grafengeſchlechte, von 
mern bie Vollsſage berichtete, daß 
ber Zinfen, Zölle n. anderer Ge⸗ 
bes Wagenzuges noch auf ber eine 
ten Brüde zu Olten geweſen, wenn 
n ſchon in den Burghof eingefahren 
hlecht der Grafen von F. erlofch mit 
nan® VI., Prälateu in Et. Urban, 


I) Abrabam Emanuel, geb. 
u Brugg im Aargau, murbe 1817 
that, 1527 Brofeflor an der Xarauer 
jeit 1636 Dialonus in Aarau; ber 
ſchweizeriſche Fabeldichter ber@egen- 
Schweizerlieder, 1827, n. Aufl. 
«In, Yarau 1825, 2. Aufl. 1829; 
m St. Johannis in Liebern, Lpz. 
an Wieg' u. Sarg, ebd. 1835; die 
h Zmingli, Zür. 1840, u. Ulrich 
‚1545; dann: Auserlefene Pſalmen 
ber filr die ewangeliich « reformirte 
ons Aargau, Aarau 1844, 2. Aufl. 
n Kirchengeſang ber Proteftanten, 
oftlieber, Zür. 1852; Der junge 
‚3. Aufl. ebd. 19416; Reimſprüche 
hufe u. Kirche, ebd. 1550; Gelam- 
auenf. 1853, 5Bde. 2) Friedrich 
uber des Bor., geb. 1803 zu Brugg 
nten Yargau, war 1820 auf dem 
Zürich, wo er, mit Nägeli be- 
als Liedercomponiſt auftrat; 1823 
Zajel Jurisprudenz u. Mufit fort, 
in Berlin u. Aarau, wurde 1830 
r Aarau u. ftarb daſelbſt 1836, er 
ucherlei für die Kirche, bei. aber 
en Bruter F. 1), W. Müller, 9. 
u. And., u. zulettt: Herz, bu bi 
en, von Madernagel; PR Frölich. 
rübder (Fratres gaudentes, Fre- 
ation), 1) Brüder des Ritterordens 
ngfrau Maria, 1233 geftiftet, 1262 
n IV. mit der Regel St. Auguftine 
nnten mit Frau u. Kindern leben, 
iebte; 1559 aufgehoben; 2) Abthei- 
ner, welche fi von der firengen 
1, Güter u. Einkünfte hatten. 
Einftebler, Orden ber (Des 
onne humeur), geftiftet 1739 vom 
u. Herzog Friedrich III. von Gotha 
edrichswerth für Ritter u. Damen, 
ophiſche Sonderling Cachedenier die 
. Zweck: Erheiterung u. Verebe- 
ligen Lebens am Hof, Den ehe 
ter den Mitgliedern, freimüthige Aus 
Anfichten, frauzöſiſcher Geſang bei 
ive In joie! begrüßten fich Die Mit⸗ 
hen übrigens Verſchwiegenheit aller 
Jedes Mitglied hatte jeine eigene 
ugarten u. einen eigener bezeichnen 
eu. Kachetenier u. Dem. Jacquin 
jen Bürgerlichen ber 71 Dlitglieber. 
nfang des Siebenjührigen Krieges. 
eigenthümlicher Rod von oliven- 
„Strohhüte mit rojeifarbigen Bän- 
Gürtel, Schäferftiab. Zeichen: ein 
# Dyal mit der ee hin⸗ 


bie Banern entweder Pferbe⸗obd. 


Trohubieufe BT: 


ten Name un. Nummner bed Mitgliebes; Baubs. 
weiß mit grünem Rand. 
at er Sonntag, der Sonntag Lätare. 
dhlicgleit, die herrſchende Stimmung ber 
Freude, fofern fie fih im Außeren auf eine un« 
geywungene u. gefällige Weile anbeutet. Luſtig⸗ 
eit unterfcheibet fich davon theils burch einen h 
beren Grab bes Freudegefühls, theile durch Aus⸗ 
brüdhe , welche nicht ſelten Anderen läftig werben. 
—5* Gerichtediener. 
obnaltar, fo v. w. Hochaltar. Broßnamt, 
Hochamt, bas an ihm gelejen wird. 

Frohnau, Dorf im Gerichtsamte Annaberg bes 
föniglich ſächſiſchen Kreifes Zwidau, am Schreden- 
berg; Eiſenhammer, Spitenliöppelei, Bergbau; 
860 Ew. In der biefigen großen Mühle war ur- 
ſprünglich der Sit; tes darnach benannten Müblen- 
amtes Annaberg (f. d.); auch war bier eine [päter 
nad) Annaberz verlegte Münze, in welcher 1498 
bie erfien fogenannten Schredenberger (ſ. d.) ob. 


Engelsgroſchen geprägt wurben. 
„grehnbete, 1) fo v. w. Frohn; 2) fo v. w. 
rfrichter. 

Frohndienſte (Brobnden, Srobnen), perfönliche 
Dienftleiftungen gemeiner Art als Reallaften ber 
Bauergüter (Brobngüter), an den Gerichts- ob. 
Gutsherru (Zroßuberen), entweder ohne allen Cohn, 
od. gegen verhäftnißmäßig nur geringe Bergil- 
tung. Die fie Leiſteuden hießen Sröbner. Die 8. 
fanden ihre Gutftebung meiſt in den mitt 
alterlichen Vogt⸗ u. Gutsherrſchafteverhältniſſen, 
iudem entweder freie Leute mit ihrem Eigen⸗ 
thum einem mächtigen Herrn od. einer geiſtlichen 
Stiftung als Hörige, Shut -, Dienft- od. Zinge 
leute übergaben, ob. inbeu die Bauern fi für das 
Gigenthum ob. bie erbliche Belehnung mit einem 
Gute, welches ihnen von dem Gutsberrn eingeräumt 
wurbe, Ratt bes Kauf- ob. Bachtgeldes zu Dienften 
u. Ziufen verpflichteten. Später fanden fie in Ver⸗ 
trägen u. zum Theil in willfürliden Anmaßun- 

en ber Qutsherrichaften, die durch langes Her⸗ 
ommen befefligt wurben, vielfache Vermehrung. 
Die 5. werben eingetheilt: A) in vertrags- od. 
obfervangmäßige u. in gefetliche, b. h. 
folche, bie ihren nächlten Grund in allgemeinen 
Landesgeſetzen haben. Kerner B) nah tem Sub- 
jecte bes Berechtigten in: a) Landfolge 
(Sequela territorialis), Dienfte, welche ber Lan⸗ 
desherr von ben Unterthanen fordern darf. Sie 
find entweber aus ber in der Landeshoheit Tiegen- 
den Grafengewalt entflanben, wohin bie Dienfle 
ur Aufſuchung, Arretirung u. Bewachung ber 
Berbredher, bie Angarine et Parangariae, 
Kriegsfuhren, Spannbienfte zur Ausbefferung ber 
Wege u. Brüden ıc., od. aus ber in ber Landes» 
heben enthaltenen Schutgberrichaft, wohin bie 

agdfrohnen, die Burgfeſten ob. A 
ꝛc. gehören; by in ſolche, welche dem Gerichts. 
herrn od. Gutsherugeleiſtet werden mäj- 
jen, u. endlich co) in Gemeindedienſte Mach⸗ 
barpflichten, Reihedienſte), wie die Wacht- 

. wo jeder der Reihe herum wacht, welche in ber 

emeinteverfaffung ibren Grund haben u. von 
jedem Nachbar geleiftet werden. Selten kommen 
bieie F. bei Stadtbewohnern (Brobnbärgern) vor. _ 
C) Rah ber Art der Leiſtung in: a) Spann- 
(Pferbe⸗) F. u. in HandeF.; hiernach find 
audfröhner. 


738 
Das nöthige Geſchirr n. Gerätb muß won dem 
Pflichtigen ——— werben. D) Rüdfichtlich 
der Zeit ber Zeiftung: a) in gemeſſene F. 
bei welchen Zeit, Ort, Zahl n. Art ver Dienfte be- 
Aimmt it; wm inb)ungemeffene %., bei welchen 
bald nur das eine ob. andere, Bald gar nichts feft- 


geſetzt iſt. Im biefem letzteren Falle muſſen die F. 


zeleie werden, in ſo weit es nach dem Bedürfniß 
er ordentlichen Bewirthſchaftung des berechtigten 
Gutes gefordert werben kann, od. es ſeit rechtsver⸗ 
mwährter ne gefcheben it; c) in orbentlide u. 
in dd außerordentliche, je nachbem fie flir ein 
zu beſtimmten Zeiten wiederkehrendes Verhältniß 
eleiſtet werben, ob. dieſes der Zeit nach unbeſtimmt 

. EB) Dem verfhiebenen At nad, zu 
welchem bie %. geleiftet werden; jo Bau⸗F., ein 
neues Öutegebäube aufzuführen; Jagd⸗F.e., um 
Treiberbienfte bei einer Jagd zu leiten, Sagbzug 
anfzuftellen 2c.; Forft-$. —— — um im 
Forſt des Gutshern Holz zu fällen ob. abzufahren 
2c. Mehrere von biejen können ordentliche ob. außer- 
orbentliche fein. Auch Zwangdienſte gehörten 
De vermöge deren die Kinder der Unterthanen 
e Verbindlichkeit haben, dem Grundherrn eine 
gewiſſe lang entweder unentgeldlich, ob. für 
einen, oft mır geringen, in ben Frohnreceſſen be- 
immten Lohn u. eine eben fo beftimmte Koſt Ge⸗ 
nbdebienfl zu leiften. Häufig bat ver Zwang» 
Dienfiderr in die Wahl bes Berufs der jungen 
wangbienftleute, d. i. derer, welche zum 
Zwangdienſt verbunden find, eben deshalb mit zu 
prechen. Da bies aber ben Frohndienfipflicätigen 
große Beſchwerde bringt, fo ift diefer Zwangedienſt 
ben meiften Staaten abgeiafft. Die F. können 
nur an Werktagen gefordert werben, u. die Dienft- 
eit dauert in der Hegel von Sonnenaufgang bis 
onnenuntergang, mobei bie Zeit mit eingerechnet 
wird, melche ber Frohnpflichtige auf den Hin» u. 
Herweg verwenden muß. Sie werben nur nad 
vorgängigem Anfagen geleiftet, ein nicht Geforder⸗ 
ter ıft niet verbunden, nachzubienen. Iſt bie Zeit, 
zu welcher fie geleiftet tcerben, feft beftimmt, fo ift 
e8 dem Dienftberrn nicht erlaubt, flatt eines ganzen 
Dienfttags zwei halbe zur fordern, ob. umgelehrt. 
Seber Dienſt, deſſen Onalität u. Onantität, muß 
von dem, welcher das entiprechente Recht behauptet, 
erwieſen werden, u. weder für geineflene noch für 
ungemeffene 5. flreitet eine rechtliche Vermuthung. 
Die F. können durch — Stellvertreter ge⸗ 
leiſtet, müſſen, wenn nicht alle Frohnpflichtige zu⸗ 
gleich erforderlich find, der Reihe nach gefordert, 
u. Können von Kranken nit durch Stellver- 
treter geforbert werben. Die F. erlöſchen durch 
Berjührung binnen 30 Jahren resp. 31 Jahren 
6 Wochen 3 Tagen, von da an gerechnet, mo ber 
Berechnete die Dienfte fordern fonnte u. nicht ge⸗ 
forbert bat. Ob flatt ber wirflichen Dienfte Geld 
(Brobngeld, Frobnpfennig) geleiftet u. geforbert mer- 
ben Tann, hängt von Herkommen u. ande 
ab. Daffelbe gilt von ber Entſchädigung, welche 
ber Berechtigte den Fröhnern an Nahrungemit- 
teln 2c. (Brobnbier, Frobnbrod, Srobnkäfe, Frobn⸗ 
lieferung) zu leiften bat. Bisweilen ift biefe auch 
gefetslich beſtimmt. Über die gefeifleten F. werben 
sit Verzeichniffe geführt (Frohnregiſter), bie unter 
ewiſſen Vorausfegungen für ben Frobnbof (ben 
obnberedhtigten Herrenhof), wie für bie Frohn⸗ 
pflichtigen Beweiskraft haben können. X em 


Frohndienſte bis Frobebeif 


wird der Bewels bei Streitiglenen über 
od. den Umfang ber Frohnberechtigung 
receſſe, d. i. ſchriftliche Verträge zwiſe 
herrn u. Frohnern, Lehnbriefe dm 
bisherigen Gewohnheit 2c. geführt. 
zei hat aber überhaupt bie F. zu beſeit 
ie bilden eine drildende Laſt des Ba 

eines ber größten Heınmnifle für die € 
einer rationellen Landwirtbichaft u. ı 
haupt in Teiner Weife me 
neueren VBollswirtbichaft. Zunãchſt Im 
ungemeflenen Frohnen durch geietlid 
tungen ein gemeſſenes Biel zu jeten. 
Zeit hat fich bie Ablöfungsgejetgetung 
gung ber $. auf dem Wege ber Gin 
gefehlichen Smanges für den Beredtig 
bh mit einer Seldabfinbung zu be 
Aufgabe gefiellt. Manche Arten ker] 
dere die F., melde ans gerichts- x 
Verbältnilien hervorgegangen find, t 
Zagdfrohnen, find auch ganz unent 
gehoben worben. 

öhner, f. Frohndienſte. 

ohnfaſten (Kirchenm.), fo v. w 

ohnfeſte, das ẽffentliche Gefän— 
Heinen Städten u. Meinen Gerichten. 

Frohngewicht, in Augsburg chen 
Schwergewicht. 

Frohnhauſen, 1) Amt im Kreiie | 
turbeffifchen Provinz Oberheſſen; 2% 
Dorf darin, unweit ber Lahn; Amel 

robnleihnamafeft, Frouleich 
ohnloͤcher, bie Grindellbcher be 
näcft bes Pflugmeſſers. 

a 6, f. u. Geſpilderecht 

rohnrecht, 1) das gemeine Stan 
Rechte des Frobnberrn. | 

Frohntanz, Tanz, 3- B. in de 
Stäbthen Langenberg bei Gera, 8 
der Rügegerichte im Freien getanzt 
Tänzern Kuchen gereicht warb, ber | 
ben Bortanz hatte u. Keiner ben Tanz 
Pfändung ausichlagen Durfte; früher « 
1656 am britten, feit 1728 am vierter 
tage. Dan weiß nicht, was die Yet 
Fees iſt, cb er wirklich eine Frohne 
nad foll er von einem beuticdhen Ka 
welchem bie bortigen Leute nicht ebre 
neten, zur Strafe eingelegt worden 
er vielleicht einer heidniſchen gottegtien 
feinen Urfprung verdankt. Diefen Tuı 
waren auch Untertbanen aus mehrere 
ſchen Dörfern gendthigt, ba aber ti 
Nütersporf) im vorigen Qabrb. lina 

elonımen waren, fo wurben fie ven 
jedoch ohne Erfolg, verllagt. Der F 
1832 eingeftellt. Vgl. S. Behr, Us 
Fron, Gera 1795. 

Frohntheil, frühere Benennun: 
zehnts, f. d. 1); daher Arobner, melde 

Frohsdorf (eigentlich Froichdert. 
Krottenborfgenanne), 1) Herriche 
mit Schloß an ter Leitha in Niederei 
weit Wiener-Renftadt gelegen; 500 C 
ſchaft gehörte der Familie Krettendor 
fe an die Grafſchaft Bütten,, 1542 tar 

eufel, 1600 ging e& durch Kauf «' 
Soyss über u. 1822 Taufıe adı 


AcFrohſe bie Fromm 


äter kam es in Beſitz bes Herzogs von 
en es 1844 die Herzogin von Angeu⸗ 
Bon biejer fam es 1551 an ben Gra⸗ 
bord. 

Rarktfleden linls an ber Elbe u. ber 
teburger Eiſenbahn im Kreile Kalbe 
ven Regierungebezirles Magdeburg, 
„Schiffmühlen; 1000 Ew. Hier 1278 
ſchen tem Erzbiſchof Güntber von 
I. Markgraf Otto IV. von Branben- 
yer ber Letztere gefchlagen u. gefangen 


anbanerndes Fefübl von Moblbefin- 
u Gebrauch aller Kräfte. Vgl. Schelle, 
Minn, Lpz. 1504. 

F. I., König zu Oviebo, Leon u. 
hn Alfons I., regierte von 757 — 56, 
zeſch.). 2) 5. II., Sohn bes Könige 
. Oraf von Galicien, entthronte feinen 
% III., u. wurde von demſelben 875 
:6d. 3) 5. III., Schu u. Kachjolger 
önig ven Leon 923 — 24, |. ebd. 
(fpr. Froafſahr), Jean, geb. 1337 in 
‚wo ıbın 1856 ein Standbild gewid⸗ 
er ft. 1401 zu Chimai im Hennegau, 
) ein Deufmal errichtet wurde. Er 
erften frauzöſiſchen Hiſtoriker, |. Frau⸗ 
ur; auch Dichter; er fhr. :Chronique 
'Angleterre, d’Ecosse, d’Espagne, 
(den 1326 — 99), Yyon 1559 — bl, 

1506, 12 Bde., Fol.; von Buchon, 
b, 15 ®be. u. im Pantheon litté- 
536, 3 Bde., Hauptquelle ter Ge- 
ittelalters; feine Gedichte, herausgeg. 
Par. 1529. 

I) Wilbelm, geb. zu Anfang bes 

Riesbach bei Zürich, verließ, ale bie 
in Zürich eingeführt wurde, feine 
gab fih uch Solothurn, wo er daß 
rmwurb, trat bald darauf in franzöfifche 
pfte als Oberſt von verichiebenen 
nientern gegen die Hugenotten 1. 
. mit 6000 Schweizern die Schlacht 
‚; er fl. 1562. 2) Erasmus, geb. 
b, wurde Jeſuit u. flubirte in den 
hrätz, Leoben u. Wien; nachdem er 
in Klagenfurt u. Wien Mathematik, 
Münzkunde gelehrt hatte, wurbe er 
xlar u. Broleffor der Geſchichte u. 
ıer am Thereſiannm in Wien, zu« 
: bes Miünzcabinets u. fl. 1758; er 
r tentanıina ın re numarıa veiere, 
Animadversiones in quosılam nu- 
‚ebd. 1737, n. X. Kler. 1751; An- 
et rerum Syriae, Wien 1744, Fol.; 
rum nuninmata rarıora, ebd. 1753 
‚, de Minnisarı aliorumque Arme- 
ıumis, ebb. 1754, u.a.m. 3) Wolf⸗ 
1748 zu Stubing in Nieberbaiern, 
n Benedictinerftiit Et. Emmeran in 
in welches er 1764 trat, wurde 1773 
Theologie in feinem Stifte; ſpäter 
fit ftlich geiftliher Rath an die Uni⸗ 
ſtadt, ging 1790 nad Rom, lehrte 
Der nach Regeneburg zurild u. wurbe 
or in St. Emmeran; er ſchr.: Be⸗ 
ie Zoleranz (aus dein Sranzöflichen), 
3; De libertste animae humanae, 


753 


Ingolf. 1754; Die Religion aus der Philofophie, 
Angsb. 1784; Vhiloſophiſche Gedauken ilber bie 
Körper- u. Geiſtesnatur, Ingolf. 1735; De con- 
jugio sacerdotibus permitiendo, ebd. 1787, u. 
m.a.;4) Fröblich. 

Zrolidhta (F. Afch., Hoplotheca Nutt.), nach 
I. A. von Froͤlich (Mebicinalrath zu Ellwaugen, 
welcher 1841 ftarb u. bie Gattungen Hieracium 
u. Gentiana bearbeitete) benannte Pflanzengattung 
aus der familie ber Aizoideae-Amuranthaceae; 
Arten in Amerita, vgl. Hoplotheca. 

Srolovia (F. De C.), nad Frolow benaunte 
Pflanzengattung aus ber Familie der Compositae- 
Cynarese-Carlineae, zu Haplotaxis De C. ges 
börig; Art: F. Iyrata Ledeb., auf dem Altai. 

Frolow, Nicolai Grigorjewitich, geb. 1912, 
wurde im Pagencorpe erzogen u. trat 1830 al® 
Fähnrich in den Diilitärkienft; 1335 verließ er bene 
jelben, brachte ein Jahr in Dorpat u. gegen zehn 
Jahre im Auslande, mit bem Studium ber Na⸗ 
turgeſchichte beſchäftigt, zu u. ftarb beu 15. (27.) 
Ian. 1955 im ruffiidben Gouvernement Tſcher⸗ 
nigow. Er überleite den Kosmos vou U. von 
Humboldt u. gab in den legten Jabren das Maga- 
zin für Erblunte u. Reiien heraus, wovon brei 
Bande gebrndt erichienen find. , 

F Fromage (ir., fpr. Fromahſch), Käfe; fo: 
.üe Lbrie. 

Bromage de Feugroͤs (ſpr. Fremahſch dFö⸗ 
räbe), Charles Michel François, geb. 1770 in 
tietie bei Liſieux, war 1791—93 Lehrer in Kifieug, 

befuchte daun tie Ecole normale u. die Veterinäre 
ſchule zu Alfort, mo er 1601 Profeſſor ber Chirurgie 
u. ter Gerichtlihen Medicin wurde. Als Veteri- 
naire en chef beider Gendarmerie ber laiſerlichen 
Garde machte er den Ruffüichen Feldzug mit u. ftarb 
auf tem Rüchzuge ter franzöfiichen Armee von 
Meskan. Er ihr. mit Ehabert: De la garantie 
dans le commerce (des anımaux, ®ar. 1805; 
Traitd de l’engraissement des anımaux do- 
mertiques, ebd. 1505, 2. Aufl. 1506, u. ın. a.; 
auch war er Serausgeber ter Zeitſchrift: Cor- 
respondance »ur la conservation et l’amelio» 
ration des animaux domestiques, 1810 f. 
romberger „ in Gegeuten, no tie Büchſen⸗ 
macher Schleſſer beigen, die gewöhulichen Schloſſer. 

Frome (ipr. Grob), 1) Fluß in ter engliſchen 
Grafihaft Dorietihire, entſpringt bei Beaminſter 
a mündet bei Wareham in ten Peole Harbour des 
Kanals la Manche , 2) Fluß in ber engliichen Graf⸗ 
haft Somerſet, mündet bei Bath in ben Avon; 
3) Stadt in Somerſetſhire, an F. Alebrauereien, 
Wollmanufacturen; 10,000 Ginw. 

Froment (fpr. Fromang), Anten, geb. 1509 zu 
Tries in der Daupbind, war ſeit 1532 uuter vielen 
Anfehtungen ein thätiger Befürterer der Reforma⸗ 
tion in Genf, wurte daſelbſt 1537 Piarrer in ber 
Vorſtadt St. Gervais u. 1554 Diitglied Des Rath 
ter Zweihundert; fein Todesjahr ift unbefannt; ex 
fhr.: Deux epistres preparatoires nux histol- 
rer et aux acten de Gencre, Genf 1554. 

Fromentine, Meerenge bes Atlantiſchen Cceans, 
trennt bie Iuſel Neirmoutiers von ber Weſtküſte 
Frankreichs (Departement Vendee). 

Fromm, 1) ſittlich gut, aus Gotteefurcht u. in 
Sottfeligleit; daher fromme Handlungen (l'ia 
opera), fromme @tliftungen (P’ixe cause), wenn 
fi ein jolcher religidjer Sinn lund gibt, 1. Fröm⸗ 


. 760 
migfeit; 2) fanftmüthig, Ienlfam; 8) auch Yon 
Thieren: Wild macht man f., indem man in 
einem Bürfchwagen lange, obne zu ſchießen, auf 
bem Platze, wo dies fteht, umherfaͤhrt. 
ommann, 1) Sobann Ulrich, geb. 1669 
in Tübingen, ſtudirte bis 1693 daſelbſt, dann noch 
in Jena, eipaig u. Altdorf, wurbe 1698 Diakonus 
in Böblingen, kurz baranf Diafonus in Tübingen, 
1711 dafelbfi Broteflor ber Theologie u. Superat- 
tenbent des Theologiihen Seminars u. fl. 1715. 
Er bat geiftliche Lieder gebichtet. 2) Erhard Au⸗ 
dreas, geb. 1722 zu Wieſenfeld im Koburgijchen, 
[mbirte in Altdorf Theologie n. Philologie, war 
ann Landpfarrer, 1756 Brofefforder Griechiſchen u. 
Drientalifchen Literatur an bem Alademiſchen Gym⸗ 
naflum in Koburg u. ſt. 1774. Seine Werte: Opus- 
cula philologici atque historici argumenti, 
Kob. 1770, 2 Bbe. 3) Benjamin Gottlob, 
ans Wolkenſtein im Sächſiſchen Erzgebirge, wurde 
an ber 1727 mit königlichem Privilegium errichte- 
ten Buchhandlung des 1719 gegründeten Waifen- 
paufes in Züllichau erfter Director u. fl. 1741; 
n folgte als foldher der nachherige Gatte feiner 
ittme, 3.3. Denbeler, u. biefem fein Sohn, 
Ra) Nathan. Sigmund, geb. 1737 in Züllichau; 
er erhielt bereits 1757 burch den Ankauf der alten 
Groß'ſchen Buchhandlung in Leipzig von feinem 
Lehrherrn 3. ©. Beyer Antbeil aut derfelben u. er- 
Taufte enblih 1785 vom Waifenhaus das ganze 
Geſchäft mit Privilegium; er fl. 1736 Sein Sohn, 
8) Kari Friedr. Genf, geb. 1765 in Zaticau— 
lernte den Buchhandel bei Mylius in Berlin ı. 
übernahm nach feines Vaters Tode bie Peitung von 
beffen Handlung. 1799 zog er, nachdem er das 
Sortiment an Darnmann verkauft hatte, nad 
Jena u. mibnete fih ausſchließlich dem Verlags⸗ 
geihäft, mit welchem er 1799 eine Druderei vers 
and. Er war in Deutfchland einer ter Erften, 
welcher für eine elegante typograpbiiche Ausſtat⸗ 
tung forgte; er ft. 1837. Sein einziger Sohn, 
4) Erich r. Johannes, geb. 1797 in Züllichan, 
erlernte den Buchhandel in väterlichen Gefchäft, 
ſtudirte von 1815—18 in Sena u. Berlin, arbeitete 
dann in mebreren ausmärtigen Buchbandlungen 
n. trat 1825 als Theilnehmer in das väterliche Ge⸗ 
ſchäft. Im Jahre 1830 nahm er wieter ben Sor- 
timentshandel auf u. führte ſeit 1837 das Geſchäft 
allein fort, welches er zu einem ber bedeutendſten 
Berlagtgeichäfte bilringens erhob. Für bie all- 
emeinen Intereflen des Buchhandelg wirkte er mit 
tfolg u. war viele Jahre Mitglied des Vorſtandes 
Des Börjenvereins der beutfchen Buchhändler. Er 
Ir. : Das Burfchenfeft auf der Wartburg, Jena 
ı. 


Sromme: fo v. w. Pietiften. 
‚Hrommel, Karl, geb. 1789 in Birkenfelb, erhielt 
feine Ausbildung als Maler unter ber Leitung von 
FA Jak. Beder, machte aber vorzugsmeife bie Kup⸗ 
erſtechkunſt zu feinen Studien. Zu feiner Vervoll⸗ 
fonımnung bereifte er Fraukreich, England u. Ita- 
lien, lernte 1824 in England bag Verfahren des neu 
entbedten Stablätzens Tennen u. lehrte nach feiner 
Rüdkehr diefe Kunft in einer von ihm u. dein Eng- 
länder 9. Winkfes gegründeten Schule. Er wurde 
Ipäter Profeffor an der Akademie in Karlerube ı. 
1830 Galleriebirector bafelbft, von welchem Boften 
* 1858 zurüdtrat. Man bat von ihm zahireiche 
enbichaften, namentlich italienifche n. füddentfche, 





von benen fi mehrere in ber 
Runftballe in Karlaruhe befinten; ſeine 
jehr geihäßt. Er geb heraus: Lindem⸗ 
mels Skizzen aus Rom u. Umgegenb, 9 
Aufl., Stuttg. 1354— 1656. 
Tommer Betrug, Betrug in (ange 
t. 
romme Stiftungen, fo v. w.9 


en. 

Frömmigkeit, im Allgemeinen ki 
Religion, d. h. die Religion, wie fie in 
ihr beiennenden Subjecten lebt, u. be 
Denken u. Handeln befiimmt, alſo iv 
giofität. Die Elemente der Hriftlichen 
Erfenntniß Gottes, das Bewußtſein dei 
feit von Gott u. die Hingabe bes ı 
Willens an Gottes Willen. Sie art 
melei aus, fofern fe anf bie Außen 
ber Religion einen befonteren Werth | 
recht benierkbar ju machen fucht. We 
von F. ergeben ift, beit ein Froͤmmle 
beutihe Wort F., deſſen Etymelogie 
ermittelt iſt, brauchten Die Griechen Ci 
Lateiner Pietas. 

Fronde (fr., ſpr. Frongt), Partei, 
während ber Minderjährigkeit Ludwigt 
1649 dem Card. Mazarin widerſetzu 
bielt ihren Namen von Bachaument 
witzelnd fagte: das Parlament füme ih 
die Kinder, bie im Stattgraben vor 
Schleubern fpielten (Frondesa); led ır ! 
gegen einander u. gegen bie Borüiberge 
griffen fie eilig bie Ylucht, wenn fie en 
beamten von Weiten füben. . Diet & 
nugenb, trugen bie Anhänger der F. 
in Ser einer Schleuber u. nannten fü 
(Schleuderer). An ber Spitze ber F. ſi 
ihr Srundelement waren zwar tie m 
Regiment unzufriebenen Großen, aber ih 
fih auch Viele aus tem Belle an. Si 
Aufftände, in Deren Folge ber Hof P 
zarın Frankreich verlajjen mußte; endl 
der Regierung die Partei zu theilen u. fı 
f. u. Frankreich (Geſch.) VII. »). Bal. 
Hist. de la Fronde. Paris 1527, 3 
Frondiren (v. fr., ſpr. Frongdiren), üb 
rung ſpöttelu. 

röndenberg, Dorf an der Rub 
Hamm, des preußiichen Regierungeb 
berg; freimeltliches Fräuleinſtift u. 55 

Srondefeiren (v. lat), Bläner 
Daher Frondeſeenz, Ausſchlagen ver ® 

Srondieularia (F. Defr.), Kor 
foſſil find viele Arten im Tertiär⸗ u. 8 
jo: F. angusta, F. ornata d’Orb., 
d’Orb., F. Cordaı Reuss. u. a. m. 

Frondiculina (F. Münst., Betre 
ber Schnörtelforallen, das Gebäuſe i 
breitoval u. ſtark zuſammengedröückt, 
Kammern, auf ber Mitte der leuten 
furze, von Strahlen umgebene Rüı 
st Art: F. ovata Afünat,, termär. 

rondipdra (F. Blaine.), Ker 
aus der Ordnung Scleropodia, lebe 
meer; foffil find: F. reticulata Bi. 
sillii DL.. tertiär. 

Frondiroftres, bei Dumiril A: 
Salbvedfligier; begreift verfchtebene 4 


Frondos bis Fronte 


„ ale Pentatoma, Lygaeus, Coris — 


o. lat.), belaubt; Sroudoſitat, Belaubt⸗ 


cg „ſ. Frundaberg 

ı Quartal-, Weihfaſten), bas 
eteljährige Faſten, wozu jeher Katho⸗ 
i 


iamsfeſt (com altbeutichen Fron, 
nam, Leib, Festum Theopho- 
voris Christi), das glänzendfte Feſt 
en Kirche, zur Erinnerung an bie 
3 Altarfacramente®. Durch die hei» 
Yalconieri, Priorin des Kloſters 
elius bei Lüttich, zuerft angeregt, 
3 von dem Bijchofe von Yüttih, Ro⸗ 
ta, für deſſen Diöceſe eingeführt. Ein 
irchenfeft wurde es jedoch erſt durch 
rbans IV., des früheren Erzdiakons 
m Jahr 1264, u. Clemens V., vom 
Die Kirche bat dazu ten Donnerflag 
tfaltigleitsfonntage beftimmt, wo bie 
Meuftranz in glänzender Brocefion, 
n u. andere Orofe nıit unbebedtem 
nen, u. mo bie Häufer u. Straßen, 
7 Zug geht, mit Teppichen u. anderen 
bmüdt find, unter Gejängen u. Ge⸗ 
alb der Kirche umbergetragen u. an 
ierzu errichteten Altären ber Gegen 
wird. 
t (Araunleiten), Marltfleden an ber 
riſchen Kreiſe Grätz; Servitenflofter, 
haus, Eiſenhammer; 950 Ew. 
.), 1) Stirn; 2) Vorderſeite. 
), 1) Belaubung; 2) Stamm ber 
Belaubung ter Palmen; 4) ber We- 
gamen. 
Ientranfheit, |. u. Fallenjagb. 
Fleden im Arrondiffement Libourne 
en Departements Gironde, am rech⸗ 
erbogne, Weinbau (Sronſae, berühm⸗ 
vein); 150p Em. 
Serzog von F., |. u. Richelien. 
front (fr., fpr. Yrongt a Yrong), 
Stirn, Dann gegen Diann. 
Herrentag), jo v. w. Sonntag. 
». lat.), 1) was fich auf die Stirn ob. 
ı bezieht; 2) auf den Vordertheil fich 
ber Frentäle, Stirnſchmuck; ob. das 
rbertbeil des Altars hängende Tuch; 
d auf die VBorberfeite einer Soldaten⸗ 
Fronte 2) bezieht, Daher Brontalfener, 
zu Slanfenfeuer das Feuer auf bie 
ndes. Frontalmarſch, das Vorrüden 
btheilungen nach ber Front der Auf 
yef. fchwierig, wenn bie Bataillone in 
find. Für bie Lineartaftil des 19. 
yer Frontalmarſch ein wichtiges Ele⸗ 
heutige Taltik dagegen hat das Vor⸗ 
e nur eine untergeorbnete Bedeutung 
ich blos Übungsfache. Frontalſchlacht 
hlacht), eine Schlacht, in welcher die 
ediglich Front gegen Fromnt ſtreiten. 
zr. Frongt), 1) bie vordere od. Ge⸗ 
8 Denichen od. Gegenſtandes; daher 
iner Truppenaufitelung, welche dem 
all eines Angrifſes zugelehrt werben 
it das erfte Glied feine Gtelle, Bas 


701 


Commando: Brent! bezieht ſich daher immer auf 
eine Achtel-, Viertel- od. halbe Wendung nach dem 
erfien Gliede bin. Zuweilen, wenn ein Truppen« 
theil in Flanke od. Rüden angegriffen wird, wirb 
jedoch auch von einzelnen Gliedern od. Rotten nach 
anderen Seiten hin, al® nach dem erſten Gliede zu, 
P. gemacht; 8) fon. w. Façade; 4) 8. einer Beflung, 
od. w. Befefligungsfronte. 

Fronteira (jpr. Frontera), Stadt am Zatas, 
im Bezirk Aviz ber portugiefiihen Provinz Alem⸗ 
tejd; 2500 Em. Hier 1663 Sieg ter Bortugiefen 
unter dem Prinzen von Schaumburg über bie 
Spanier. 

—— ſo v. w. Frontale. 

ontenbauſen, Diartifleden an ber Großen 
Bils, im Landgericht Vilsbiburg bes baierischen 
Kreiſes Nieberbaiern; fonft Hauptort einer Graf 
ſchaft; 1100 Em. 

Frontignan (fpr. Brongtinjang), Stadt am 
Etang Magnellonne, unweit Des Mittelmeeres, im 
Arronbiffement Montpellier, des franzöſiſchen Des 
partements Herault; Weinbau (Srontignan, rother 
u. weißer, ein füßer Diuscatwein), Muscatrofinen, 
Mineralquellen; 1500 Em. Nah Gin. das alte 
Forum Domitii. 

Frontinus, Sertus Iulius, 71 n. Chr. Prätor 
in Rom, nabm dann unter Pertlius Cerialig Theil 
am Britaunifchen Kriege u. führte nach des Ober- 
feldberen Tode die Armee zum Siege Über bie 
Siluren; er wurde fpäter, 97, unter Nerva Cu- 
rator aquarum, 102 Angur u. farb 106; von 
feinen, die angewantte Mathematik betreffenden 
Schriften ift übrig: De ayuaeductibus urbis 
Romae, hberausgeg. von I. Polen, Papua 1722, 
von Adler, Altona 1792, von Dederich, Bafel 
1841; auch deutſch von Deberich, ebb. 1941; Stra- 
tegematica, herausgeg. in Stewechs Scriptt. rei 
milit., Leyden 1592, von B. Scriver, ebd. 1644, 
von Fr. Oudendrop, ebd. 1731 u. 1779, von 
Schwebel, Lpy. 1772, von Wigmann, Gbtting. 
1793; jünmtliche Werke (auch Die ihm untergeſcho⸗ 
benen: De re agraria, 2 Fragmente De lımi- 
tibus, 2 Fragmente De coloniis), herausgegeben 
von Scriver, Amfierd. 1661. 

—8XA (Kirchw.), jo v. m. Frontale. 

rontifpice (fr., ſpr. Frongtiſpihs), jo v. w. 
Fronton. 
—Aã— ſo v. w. Frontalmarſch. 
onto, 1) Marcus Cornelius F., aus 
Eirta in Afrila, war Lehrer der Berebtjamfeit u. 
Sachwalter in Rom u. ftanb bei den Kaifern Hadria⸗ 
nus u. Antoninus Pius in hoher Gunſi, jo Daf-er 
zum Lehrer der kaiſerlichen Söhne M. Aurelius u. 
x. Berus gewählt wurde. 143 n. Chr. bekleidete er 
auch eine Seit lang das Conſulat. Sein großer 
Reichthum geftattete ihm, Beſitzer ber Gärten des 
Mäcenas zu werten, u. feine gefeierte Beredtſam⸗ 
teit machte ihn zum Muſter einer befonderen Redner⸗ 
ſchule, die fich Frontenläni nannte. Durch Kräuk⸗ 
lichkeit u. Verlufte in feinem Familienkreiſe gebeugt, 
farb er um 170 n. Chr. Veigelegt wirb ihm eine, 
nur in Fraginenten übrige Schrift: De Jdifferentiis 
vocabulorums. Exempla elocutionum (in Butfch 
Sammlung der Lateinifhen Grammatiker); erft 
1815 wurden feine Epistolae won Mai entbedt, 
berausgeg. Mail. 1815, Frkf. 1516, von Niebuhr 
Berl. 1516; außerdem griechiſche Briefe, Decla⸗ 
mationen (Laudes fumi et pulrveris, Laudes 


negligentise etc.), bifleriihe Fragmente (De 
beillo Fartbico . rindpn historine) Biere Werke, 
au oın 1623 u. Celle 1932. Bol. Ei 
8 —— onpp. notitia et —— Jena 
1816, Fol. 2) F. aus Emeſa, Rhetor in Rom, zur 
Zeit des Alerander Severus, bes Longinus Oheim; 
er Ihr. viele Reben; übrig find nur 4 ölonomiſche 
Schriftchen; in der Sammlung bes Gaifianus 


Baſſus. 

Fronton (fr, fpr. Frongtong), 1) fo v. w. Gie- 
bel; 2) die breiedige Giebelflãche, welche von wen 
zwei Dachſeiten eines Satteldaches gebildet, ge- 
mwöhnlich bie Mitte einer Façade etwas voriprin- 
gend einnimmt; je Heiner das Verhältniß der Höhe 
zur Breite ift, deſto befler nimmt fi das F. ans, 
1:6 —9 iſt das befte Berhältniß. %-6 befinden ſich 
aud an Feuflerverdachungen, über Dachienftern zc., 
wo fie indeflen ein Berhälniß von 1:3 — 4 er- 
halten ; 3) (Schiffb.), fo v. w. Spiegel . 

Frenton (ipr. Frongteng), Marktfleden im 
Arrondifiement Teulonſe des franzöfiihen Depar- 
tements Haute⸗Garonne; in ber Umgegend wird 
guter Rothwein gebaut; 2250 Einw. 

Fronton le Due (ſpr. Frongtong 1’ Düd, lat. 
Ducäus), Iefnit, geb. 1559 in Yorbeaur, lehrte 
Rhetorik m. ſpäter Theologie in Pont a Dloufien, 
Bordeaur u. im College non Clermont zu Paris, 
wo er 1624 flarb. Er jr. u. a.: Controverſen 
gegen Dupleifis Mornay's Buch über tas Abend⸗ 
mahl, u. gab heraus: Auctarium zu den Biblio- 
thefen der Kirchenväter, Par. 1624, 2 Be, Fol; 
ferner den Chryſoſſiomos, Paulinus, Johannes 
Damaflenos, Nilephoros Kal. u. m. a. 

‚ Grontrapport, ‚ein Rapport über die Stärke 
einer Truppenabtheilung bei einer Parabe ob. einem 
Exerciren. 

Front Royal (ſpr. Front Roil), Hauptort ber 
Srafihaft Warren im Staate PBirginia (Nord- 
amerila), am Shenanboah- River u. der Aleran- 
bria-Strasburg-Cijenbahn u. am Fuße der Blue - 
Ridge; 6000 Ew. 

Frontveränderung, Die Bewegung einer Trup⸗ 
penabtheilung, woburd deren Fronte nad) einer 
anderen Seite bin, al8 zuvor, gelehrt wird. Die 
Mittel zu einer F. für eine Heinere Truppenabthei- 
lung, 3. B. ım Bataillon, find Die Schwenfungen 
um ein Pivet, entweder um einen lũgel od. um die 
Mitte (Achsſchwenkung), ſodann die faͤcherförmigen 
Aufmärſche. Mit denteiben Mitteln muß im We⸗ 
jentlichen auch eine größere Truppenmenge, bie in 
mehreren Treffen aufgeftellt u. aus gemifchten 
Waffen zuſammengeſetzt fein kann, bewerlftelligt 
werden. 

Sronmbribge (ipr. Frumbridſch), Stabt in ber 
enabiden Grafſchaft Gloucefterfhire; Eiſenhütte; 
w. 


Frora, kleiner Fluß in der ſchottiſchen Graf⸗ 
ſchaft Sutherland. Ger] 
Froriep, 1) Juſtus Friedrich, geb. 1745 
in Lübeck, ftubirte in Leipzig Theologie, wurde ba- 
jelbft Brofeflor der Theologie, 1771 in Erfurt 
Vrofeffor der Theologie u. der Orientaliſchen 
Spraden; 1781 kam er als Konfiftorialrath, 
Superintenbent u. Oberpfarrer nad) Büceburg, 
welche Amter er aber 1792 wegen religidfer Strei- 
tigfeiten verlor; er bielt fich feitvem in Wetzlar 
auf. wurde dort Prediger u. fl. 1800; er ſchr.: 


Bibliothek, Hk. 1769; Corani caput 


Fronten bie Brei 


rimum et secundi versus priores, 
atine, 1769; Qiklierbef ter ' 
ſenſchaften, Zange 17,1 9,2 Ete, 
den über die wichtigſten Yebren ter de 
ligion, Erfurt 1773 ſĩ. 2 Bte.: Üder di 
istungen zwiſchen ben Lutherauern n.| 
in der Grafihaft Schaumkarz x, | 
1790. Seine Gemablin, Amalie Heur 

eb.Beder, gef. 1754, überlegte aus 
Alien: Die neue Clementine et. Bri 
riette von Berrille, Beim. 1752: Ri 
wechjel mit dem König von Vreußen, 
u. ichrieb ben Roman: Amalie won Rı 
1783, 2 Bde. 2) Ludw. Frietrid 
1779 in Erfurt, wurbe 1800 Erieamtecı 
cin in 3ena, 1802 Brefefler daielbſi,l 
wo er eine öffentlihe Entbintungean 
aus welcher die lönigliche Uiniverkäi 
vorging. 1507 in Berlin, 1505 in D 
fefior ter Chirurgie, Gekurtebütie u. 
börigen Klinik, 1810 ber Anatemie ı 
arzt des Königs von Württemberg i 
er entiagte 1616 tiefer Ztelluug ı 
Weimar als greßberzoglicher Therme 
übernahm 1822, nach beim Tote jene 
vaters Bertuch, tie Zeitung tee Lan 
comtoirs u. ft. 28. Juli 1547. Grid 
ftellung ber neuen Theorie ver Fbyfeg 
Weimar 1500, 3.%. 1802; ber pei 
cin, ebd. 1907; Bibliothek für verak 
tomie, 1. Bt#. 1. u. 2. Erüd, ebd. 150 
ber Geburtshülfe, ebb. 1502, 9. X 1! 
roplasmata, ebd. 1502; Berl 
gleihende Anatomie, Lpz. 1809 f, 4 


aus bem Gebiete der Natur- m. He 


1821 — 36, 50 Bte.; mit dem Tel 
Notizen 2c., ebd. 1837—1S54U ñ.; & 
Demonftrationen, I. — 11. Heit, eb 
3) Robert, Sohn bes Ter., geb. | 
ftubirte Mebicin, wurde Rrojefier ü 
Medicinalrath, Lehrer ver Anatenın 
demie ber Künſte, Brofecter u. Conie 
thologiihen Diufeums det Charit! in 
Meticinalrath u. jpäter Mitglied be 
fihen Deputation des Minifteriums 
nabm er bie Leitung bes Yandesint 
in Weimar bis 1555, wo er das & 
Denide verkaufte. Er ſchr: Chirurgi 
der Ligaturſtellen am menſchlichen Kö 
1830; Symptome der afiartichen Cbol 
Über bie Heilwirfung der Eiektricit 
Chirurgische Rupfertafeln, I. — 8. H 
bis 1840; Klinische Kupfertafeln, 1.— 
ebd. 1528— 37 ; Atlas ber Hautkrankt 
bis 1839, 8 Liefer, 1 Supplem., ebr. 
anatomicus, ebd. 1850, 2. A. 1852 

Froſch, 1) (Rana ZL.), Gattun: 
Leib geitredt, edig, Haut glatt, Hinte 
ftarf, mit ganzer Shwimmbaut, Te 
men mit borfienartigen Zäbnen, die 
jeder Seite der Obren eine Blaie (St 
I beim Qualen ausdehnt, Zunge b. 
en, vorn tief ausgerantet, balb verf 
terbeine länger als bie vorderen, doch 
ben Laubfröſchen; den Laich jet ba: 
Klumpen ab, das Übrige über bie j 
ſ. u. reiche; Die Fröſche können gut 
büpfen; Arten: ſehr zahlxeich, darum 


Vroſch Dis Fröſche 


froſch (R. enculenta), dunkelgrün, 
geftreifen oben, mit einigen dunkleren 
n meift ſchwarz gefledt, 3 Zoll groß, 
al in ſtehenden Waflern, hüpft oft 
. geht nicht weit vom Waller weg, 
der 8 Tage, frift a junge 
en, Würnter, fol auch junges Waſſer⸗ 
Bailer zieben u. alte Fiſche anbeißen, 
» Stimme, dient Störchen, Hechten, 
rratten u. anderen Thieren zum Fraß; 
r Holgende im Winter im Schlamm 
er. Die Schenkel (Frofchkeuien) wer- 
Bervohnern von Sübeuropa, bei. 
bob auch in Holland u. Deutichland, 
n geipeifl. Sie werben mit etmas 
m Pfeffer beftrent, mit Citronenfait 
eine Stunde barin liegen gelaffen, 
er geihmort u. fo verſpeiſt, eb. auch 
uce, morin fie vorber noch ein wenig 
n. Auch kann man fie in geſchlagene 
‚ mit Harer Semmel beftreuen u. in 
e baden; b Brauner ®rasfrofch 
ria), Rüden glatt, fcharflantig, Hin- 
‚ Kreuz böderig, Leib körnig, if 
un, ſchwarz gefledt, mit ſchwarzem 
bem Ohr; iſt der im Frühjahr zuerſt 
‚ lebt bie erſte Zeit nad feinem Er⸗ 
Baffer, daun auf bem Lande, frißt 
ten, wächſt 2 Jahr, vermehrt ih 
ymmt nach Regenmetter oft ſchaaren⸗ 
orſchein (Brofchregen); c) Baſtard⸗ 
je, Jak, R. paradoxa), mit gro- 
3, ber mehrere Jahre ſiehen bleibt, 
groß wie ein Waſſerfroſch, gräwtich, 
, Schenkel braun geftrichelt; aus Su⸗ 
iana; dd Ochſenfroſch (Brüll- 
ıugiens), oben grün, umten gelblich, 
t, 8s—10 Zoll groß, brült laut, wie 
bt gern in Duelle, die fie rein hal⸗ 
len aber aud junges Waflerg 
o v. w. Laubfroſch. 
¶ Iroſchleingeſchwuiſt, Chir. Ranula), 
ich ſchmerzloſe, allmälig entſtehende 
r Seite des Zungenbändchens, od. an 
len unter der Zunge; enthält meiſt 
tige od. gallertartige Feuchtigleit, doch 
eitge, käſige od. kalkartige Maſſe m. 
n Berftopfung des Aus brungtgen- 
nfpeicheldrilfe od. in krankhaften Auf⸗ 
n Balgdrüſen od. ift Balggeſchwulſt sc. 
fall muß man fie mit dem 
öffnen, u. um den Ausfluß des Spet- 
halten, ein Röhrchen von Geld ob. 
gen; in letzteren fällen burd Gin» 
e Sonte in bie Offnung des Ganges 
n. ähnliche Geſchwülſte erfordern bie 
nit dem Meſſer od. der Scheere,; 2) 
des Zahnfleiiches an den Echneibe- 
erbe; bei Füllen fehr gewöhnlich; hin- 
ie groß if, das Thier zuweilen am 
> dann mit einem Einſtich geöffnet 
ben), od. auch gebrannt (Nachen⸗ 
gl. Bohne 7); 3) bei Pferden an ben 
n eine harte, durch ben Drud zu 
flüde erzeugte Haut. 
nerw.), lange papierene Hülfe, mit 
ver gefüllt u. zidzadförmig zufam- 
. Aingezliubet erplobirt der F. in meh⸗ 


effer ob. 


268; 


reren Schlägen u. wird baburch nach verichiebenen 
Richtungen hin gefchleubert. 

Froſch (in anderer Bebeutung), 1) (Böttcher), 
der an den Enten ber Dauben gebildete, über ben 
Boden hervorragende Rand; 8) (Bauf.), ein am 
Fuße eines Gebäudes eingeihlagener Piahl mit 
einer Rolle, um welche das Seil des Flaſchenzuges 
beim Aufziehen bes Holzwerkes gelchlungen u. fo im 
die für Anwendung ber Zugkraft nöthige horizon⸗ 
tale Rage gebracht wird; 3) bei angefauiten Ballen 
das ck Holz, welches viejelben wieder ergänzt; 
das Faule wird abgefchnitten u. ſodann ber 2 an⸗ 
gepfropft; 4) (Tiſchl.), ein dreieckiges Bret, weiches 
au bie Wand genagelt, Blumenbreter, Regale zc. 
trägt; 5) jo v. w. Erhöhung, Anſatz; 6) der untere 
Theil des Biolinbogens; 7) (Buchdr.), eine am 
Dedel aufgezweckte sungenförmige Klappe von le 
ber, welche die linke Ede bes Eiuſſechbogens be⸗ 
dedt u. dazu dient, den gebrudten Bogen leichter 
faffen zu können u. den darunter liegenden beim 
Auslegen nicht mit aufzuheben ob. zu beichäbigen ; 
8) an einigen Eätteln tie löffelförmige orte 

Yung am hinteren Ente derſelben; 9) (Ma- 

isw.), Fröſche, fo v. w. Däummlinge, Hebedau⸗ 
men; 10) an ber Tuchprefle eine eichene Boble mit 
einer ſtählernen Platte, in deren Pfanne tie Spitge 
einer Spindel gebt; 11) die beiden kurzen Holz⸗ 
Rüde, woburd bie beiden langen Stäbe des We⸗ 
berblattes zu einen Rahmen verbunden find. 

Froſch (lat. Ran), Johann, geb. in Bamberg; 
ſtudirte in Wittenberg Theologie, beherbergte Lu⸗ 
ther während deſſen Aufentbaltes in Augsburg, wo 
er Brior war, u. begleitete denſelben nah Sachlen, 
murbe 1522 evangelifcher Prediger in Augsburg, 
aber als bie Reformirten bort Oberhand gewannen, 
6 = er die Stadt verlaffen. 

oſchadern (Arteriae raninae, Venae ra- 

ninae), Blutgefäße, Die (eine Arterie u. eine Vene) 
als äußerfte Zweige der Zungenarterie u. Zungene 
vene auf beiten Seiten des Zungenbändchens nach 
der Zungenjpite u verlaufen. 

Sr artige Amphibien, fo v. w. Fröſche 1). 

o un Chriftoph, geb. im 15. Jahrh. im 

Neuburg bei Ottingen in Baiern, kam 1519 nad 
Zürich u. etablirte ſich daſelbſt als Buchbruder; er 
drudte nicht allein die Schriften ber ſchweizeriſchen 
Keformatoren, Zwingli's, Bullinger's, Biblien- 
ber’s x., jonbern auch eine Menge lateiniiche m. 
giehiße Kiaffiler, bei. auch aber feit 1524 bie 

ibelüberfegungen; er fi. J. April 1564 u. hinter» 
fieß fein Geſchaft feinem Neffen, Chriſtoph 
bem Jüngeren, welcher 1585 ftarb. Vgl. S. 80. 
rer Chr. F., erfter berühmter Buchdrucker m 

40. 


ürich, Zür. 18 

sfbiß(Bot.), Hydrocharismorsusranae, 
oſchdorf, fo dv. w. Frohsdorf. 

e, 1) Nadtbäuter (Amphibia nuda), 


ob. Arofgertige Amphibien (Batrachier, Batrachia, 


Bairnchii), die vierte Ordnung der Amphibien, die 
fih Durch einen nadten, (Slüprrigen, DE 
gen Leib a. durch ein Herz mit nur einer Kammer, 
aber zwei Borfammern auszeichnet; die, welche 
eine Verwandlung durchlaufen, athmen in ihrem 
Larvenzuſtande, fo lange fie alſo noch fogenannte 
Raulquappen find, buch Kiemen, u. bei. it bie 
grabweile Entwidelung, welche die Athmenwerk⸗ 
kuge bier zeigen, inbem fie erſt außen ſtehende, 

um innere Riemen ı. enblich Lungen werden. 


16% 


Trhfegr bis: Froſchlaich 


Eine Heine Abthellung biefer Orbnung, bie Fiſch⸗ | macht fie für bie Einbriide ber Amel 
molche, bie feine Verwandlung burdläuft, bebäft r empfindlich, ihr leiſes Gehör vertreibt ik 


Dagegen ihr ganzes Leben hindurch, Äußere Kiemen- 
Bet n. eine innere, unvelllommen ausgebildete 
Lunge; die Lungen find bei biefen nur einfache 
Säde ohne innere Zellen; bie Gattungen vieler 
Ordnung haben ferner vier, zwei od. gar feine 
Beine u. in ber Iugenb immer einen y% 
im ausgebilbeten Zuſtande aber einen Schwanz ob. 
keinen; die Zehen find ohne Krallen ob. Nägel u. 
bie Gier (Froſchlaich) ohne Schafe; letztere werben 
erft, wen fie von dem Weibchen gelegt find, vom 
Männden befruchtet. Man theilt dieſe Ordnung 
in folgenbe ee a) Bröfche (Ranae), b) Ge⸗ 
ſchwaänzte Fröſche (Mole, Salamander, Ba- 
trachia caudata, Salamandrina), c) Fiſch⸗ 
molde (Batrachia ichthyodea) u. d) ⸗ 
fen- od. Schleichenlurche (Batrachia an- 
guinen) ; 2) (Ranae), Familie der Radthäuter, Im 
ausgebildeten Zuſtande obne Schwanz u. mit vier 
Beinen, von denen die hinteren länger find, bie 
Hinterfüße immer mit 5, die Vorberfliße bei wer 
nigen nur mit tier, meiftens aber auch mit fünf 
Zehen, Kopf platt, Echnauze abgerunbet, Mani 
weit gefpalten, Geftalt n. Yage ber Zunge verſchie⸗ 
den, an ben Kiefern u. dem Gaumen gewöhnlich 
feine Zähne, bie äußere Ohröffnung mit einer 
Knorpelplatte (Trommelfell) bebedt, Die Augen mit 
zwei Augenlibern u. einer Nickhaut, ber Körper iſt 
kurz, platt od. gewölbt u. von einer Haut umgeben, 
die nur an ter Wirbeljäufe, an einigen Stellen bes 
Kopfes, über den Schultern n. bem Vecken mit dem 
Thiere verbunden ift u. fo dem Thiere das Ber- 
mögen ſich aufzublafen gibt; bie Haut If gewöhn- 
lich mit Drüſenhöckern bejett, aus denen fich 
Blige, oft fehr fcharfe Flüſſigkeit abfonbert, Hals 
tur, bie Rüdenwirbel haben ftatt der Rippen nur 
etwas verlängerte Seitenfortfäte; die Lungen find 
wei jehr ansdehn⸗ u. zufammenziebbare, weitzellige 
de, die, fo lange der Frofch auf der Oberfläde 
bes Waffers ift, immer aufgeblafen, ift er aber auf 
dem Grunde beflelben, — u Deasa find; das 
Einathmen geſchiebt durch die Kehl⸗, das Aus- 
athmen durch die Bauchmuskeln; die Stimme der 
F. iſt ein Qualen, Unken, Brummen, Pfeifen ob. 
Knarren, nur die Männchen haben eine laute 
Stimme; fie leben in Waſſer od. auf dem feſtſen 
Lande, paaren fich aber alle nur im Waffer; bie 
Weibchen legen bie Eier in Gallertiumpen ob. 
Gallertſchnüren ins Wafler; die Gier finfen nad 
einiger Zeit unter u. endlich kommen die Iun 
Kaufquappen) hervor; biefe haben Anfangs keine 
üße, eine Art Hornſchnabel, an den Seiten bes 
Halfes Kiemenfranjen u. am Ende bes Körpers 
einen langen fleiihigen Schwanz; bie Franſen wer- 
ben bald zu eigentlihen Kiemen an vier Kiemen- 
bögen; fpäter entwideln ie nad jebesimuliger 
— die Hinterbeine, dann auch die Vorder⸗ 
eine, endlich verſchwindet allmälig auch der 
Schwanz u. die Kiemen, die Augen werben ſicht⸗ 
Bar, der Schnabel fällt ab, u. fo hat der Froſch feine 
volllommene Geftalt erreicht. So lange der Froſch 
noch Kaulquappe ift, lebt er von Waflerpflangen, iſt 
er aber ausgebildet, fo nährt er fih von Thieren, 
bei. von Infecten; ven Winter bringen bie in ber 
gemäßigten u. kalten Zone lebenden iu Erſtarrun 
‚anter ber Erde od. im Schlamme zu. Die F. fin 
‚Über die ganze Erde verbreitet, dre nadte Haut 


geringften Geräufdge, u., mit Unönahme 
ten, find es muntere, oft auch liſtige, ber‘ 
Tbiere: Zu ihnen gebören bie Exttngen: 
fröte od. Pipa (Pipa), Hornfroid (Ceratı 
Laubfroſch —53* Froih (Bana), F 
Waſſerkröte, Pelopates), Unte (Boat 
Feflelfeoich (Alytes), Kröte(Bufo) u a. 
röſche (Tandiw.), fo v. m. Erlege. 
röfchel, 1) «(Bröfhen, Wrölßefeing, 
ſpritzen), ein eilerner Ming, welcher ha 
Unftedtiel eines Saugwerles gelegt wird, 
eripringen befielben zu hindern; 2) (Be 
tlict gezinnmertes Holz, Das auf dent 
n. in den furzen Stößen befeftigt if, ım' 
ten mit Fahrthaſpen befeftigen zu Lönnes. 
ofcheppig (Brokäpfeffer), if Ba 


Froſchfiſch, 1) (Batrachus Scha, U 
de» zart ‚ Gattung ber bidköpfig 
floffer (ber Stachelfiofier bei Cuvier); 9 
ach, breiter als ber Leib, Mund wen, 
del ſtachelig, in ber erſten Rüdenftofte 
cheln; halten fich in beiden Weltmeeren 
, loden andere Fiſche burd | 
ihrer Bartfafern an; Art: Kröteniile 
Tau Bloch.), mit glatter q 
Haut u. ein Rappen über dem Ange, 
weißigefledtz im Carolina ®rungend 
grünniens) , fhuppig, obne Kappen, 6 
er angegriffen wir; 2) (Lophins), 
derielben Familie Der Fiſche; 8) fo v.w. 
3 jo v. ıw. Weſpenfalle. 
1 


aeceeleratus Z. 


ofchgefchwulft, jo v. w. Froſch ( 
Froſchhecht Paddenhechh, nem 
im April zur Froſchlaichzeit laichenden 
Be Beulen (Kochkunft), ſ. u. Frei 
rofhfopf (Kaniceps Cw.), € 
Schellfiiche (f. b.), mit jebr plattem Ko! 
Haut verienfter Rüdenfloffe; Arten: 
$. (R. s. Gadus raninus et Batracht 
nioides, Phyecis ranina 22.), tunte 
ſchwarzen Flofien, Kopf breiter als 
Maul meit geipalten, mit einem ol 
Bartfäben an ber Kehle; die erften 3 
floſſenſtrahlen fehlen, Länge 1 Fuß; aı 
diſchen Küften 2c.; Dreifächeriger 
furcatus s. Phycis fusca), in ben 
Meeren. 
Froſchkrabbe (Brofgerebs, Ranit 


| Gattung der Spinnentrebie (ter Ne 


Cuv.), alle Bruftfüße floffenförmig, S 
ſtets ausgebreitet, ohne Floſſen, Sc: 
eiförmig, Füße platt, mit Nägeln; 2 
zähnte %. (R. serrata, Cancer ra 
Scerenfüße ſtark gezähnt, Schale fall 
mit Spiten beſetzt; —* auf die Dit 
in Oftindien; Yaustreb8 (R. dorsip 

Frofglaig ‚ bie in einer zäben, tu 
allertartigen Maſſe eingebitllten re) 
Änder fie im Mai bänfig in ftebent 
worin, nachdem das Männden bie id 
befruchtet hat, fie durch Sonnenwärme 
belebt werden, indem dann ber um t 
krümmt liegende Schwanz ſich let 
Larve eine längliche Korm annimmt 
zur Saulquappe wird. Gonk ber 


Froͤſchloingeſchwulſt 6; Froſten 


irch Zuſammenkochen mit Baumöf, 
wi (UVleum spermatis ranarum); 
‚pflafter (Emplastrum de spermate 
: fi bie u. ba in Credit erbalten. 
gelhmulft, fo v. m. Froſch (Ehir.) 1). 
I (Bauf.), fo v. m. Knagge. ' 
el (Sroſchkraut), die Pflangengattung 


be, fo v. w. Froſchartige Amphibien. 
ı8ler (Literat.), |. u. Rollenhagen. 
tlein, it Venanthe Phellandrium. 
zader, |. Froſchader. 

drant, in der öſterreichiſchen Artil⸗ 
ument, um den Mörſerrdhren eine 
yerichtung zu geben. 

el, |. u. Sattel. 

apper, Arnıbruft mit Rählernem Bil⸗ 


ede, |. u. Stachelſchnecke. 

Gel, f. u. Cicaden. 

te (Brofchvereinerungen, Batrachi- 
ernugen von frofchartigen Thieren; 
ilamanderartigen Thiereu, fo heißen 
adriten, von cigentlichen Fröſchen 


en. 
el, Fan fo v. w. Seeteufel. 
erich, ift Alisma Plantago Z. 
lee (Areeiäwiller), Dorf im Arron- 
Benkurg tes franzöſiſchen Departe- 
din; 700 Ew. Hier 22. Dec. 1793 
en den Tfterreihern u. Franzoſen, 
ie Linien ber Letzteren durchbrach. 
ef im anbalt « bernburgifchen Amte 
iher&lebener Eee, fonft mit Stift; 
1540 Em. 
‚ 1) füirlichfte Legation im Kirchen⸗ 
eil der Campagna; 34,06 OM., mit 
grenzt an Neapel, das Mittelmeer, 
Relletri, den Bezirk von Rom u. bat 
itaniſchen Provinz Terra bi Lavoro 
Lonte Corvo; der nordöſtliche Theil 
ch Zweige Der Apenninen, bewäſſert 
it feinen Nebenflüſſen, ten ſüdweſt⸗ 
hmen bie unwirthbaren Bontinifchen 
2) Haupiftadt darin an ber Coſa, 
jaten; College, ein 20tägiger Marlt 
. ein Gtägiger im Novbr., Weinbau; 
bieß bei den Alten Fruſino, ſ. d. 
„Stadt im Diftrict Iſernia ber nea⸗ 
Provinz Moliſe; Seminar, Meffer- 
einbau; 3800 Ew. %. wurde durch 
> zerſtört. 
jel im Stor-See in dem ſchwediſchen 
35 darauf der gleichnamige Flecken 
tcomtoir. 
ältegrab, bei welchem Waller zu Eis 
erhält. Man untericheibet am Ther⸗ 
Srabe des F⸗es von tem Eispunkt 
doch am Duedfilbertbernometer 
— 35,50, weil dann bafjelbe jelbft 
gen das Weingeiftthermometer audh 
roftgrade, wie folche in Bolarzonen 
i6 zu 70° u. darüber) anzeigt (gl. 
bat Blach⸗F. einen oberflächlichen 
n Regen, u.Bar-% , der eintritt, 
b mit Schnee bebedt ift. Sehr fürch⸗ 
ädte (Nacht-%.), Nächte, in denen 
Binterszeit, bei. im Frühherbſt n. 


Spãtfrühjahr, friert, wegen bes Schadens, ben 
fie den Gewächſen (den Blüthen, tem Weinac.) 
bringen. Gewöhnlich tritt felcher F. erſt in den 
Morgenftundben ein; am machtheiligften tft er nach 
Regen u. bei Nebel; belle Kräfte, wo es bei heiterem 
Himmel friert, weit weniger. Man bat bie Ge⸗ 
wächſe durch Broftableiter, Stroh⸗ u. Sanfieile, bie 
man um Yruchtbäume windet u. mit bem Ende in 
ein Gefäß mit Waller legt, ſchützen wollen, doch 
fcheinen fie wenig zu beifen, eber Rauch, bei. in 
Beinbergen. Der %. bringt unter Schneebebedung 
weniger tief, als in von Schnee entblößten Stellen 
in bie Erbe ein, in Deutſchland in ftrengen Win- 
teen bis 3 Fuß, in nördlichen Ländern 4 Ruß u. 
barliber. 8) Das unangenehme Gefühl, welches bie 
Entziehung der Wärme auf die Nerven macht, im 
keichterem Grabe Sröftein, zumal im VBorübergeben. 
Dies Gefühl gründet fich auf die Zufannenziebung 
ber empfindlichen Kajern durch die Kälte, kommt 
daher auch krankhafter Weiſe vor, ohne daß dem 
Körper von außen ber Wärme entzogen wird, bef. 
bei Kiebern. Augemeſſene Körperbededung, kör⸗ 
perlihe Bewegung, kräftige Nahrung, Anregung 
des Blutlaufs durch geiftiges u. gewuͤrzhaftes Ge⸗ 
trãnk, welches jedoch durch Einſchlafen zum Er⸗ 
frieren führen laun, ſchützen auch bei ſtreuger Kälte 
gegen %. Hohe Froſtgrade find mit Zittern bes 

rpers u. Zähneklappern begleitet, ferner mit 
Rothe bes dem Fee ansgeſetzten Theil, wenn die 
Haut deſſelben fein u. blutreich ift, Erftarrung ber 
Gelente, Echmerz u. Brennen, wenn bie Theile, 
wie bei. unter den Nägeln, der Zuſammenziehung 
nicht nachgeben lönnen, Beförderung ber Abſon⸗ 
derungen in Organen, bie der Kälte blos geftellt 
find, wie die innere Nafe, bei jehr hoben Froſtgra⸗ 
ben Kraft⸗ u. Gefühlloſigkeit, Echläfrigleit u. 
Schlaf, ter bald zu einem Todtenſchlaf wirb. 

Froſtbeulen (Arofballen, Perniones), örtliche 
Entzündungen, als folgen bes Erfrierens eines 
Theile, entfteben meiſt zur Winterzeit, bei. bei wie⸗ 
derfebrender Kälte (auch wohl als Borboten berfel- 
ben) u. beläftigen durch Auden u. Brennen. Die 
Füße, zumal bei Behinderung ber Blutcirculation 
durch enges Schuhwerk, haben daran zu leiben. 
Sie verlieren fih nach u. nach, werben aber am 
fiberften geheilt, wenn man ten Xheil jo lange 
mit Schnee reibt, bis man von ber Kälte deſſelben 
nicht mehr afficirt wirb, od. auch ihn eben fo lange 
in eiöfaltes cd. Schneewaſſer fiedt. Bei höheren 
Graden tes Übels wird ber Schmerz heftiger, es 
entſtehen Bläschen auf ter Haut u. oft bedeutende 
Geſchwüre; ja in den beftigften Graben wird ber 
Theil brandig. Hier find äußere entzündungs- 
widrige Mittel, Thedens Schußwafier, Goulard⸗ 
ſches Wafler, Campher, Salmiak in Waſſer aufge- 
löſt, Blutegel u. nach Befinden erweichende Salben 
(Broftfaiben, |. d.) sc. rätblih. Schut dagegen: Ab» 
bärten gegen Kälte u. Temperaturwechjel, Taltes 
Waſchen, Jalbige Einreibungen. 

Froſtbohrer (Brokteiien, Jagdiv.), große Boh⸗ 
rer, mit welchem man bei jcharfeın Froſle ob. bei 
trodenem Wetter die Löcher zu ben Forleln ber 
Garne u. Tücher in die Erbe bohrt. 


gräßeln, j. u. Froſt 2). 
‚ 1) Kirchipiel in Norwegen, Gtift 
Throndhiem, auf einer Yanbzunge am Throud⸗ 


biems Fjord; hat 2 OM. u. 4300 Ew.; 2) Ge⸗ 
meinde bajelbfl. _ 


766 2. Wroßfücher 
Froſtfleber (Febris algida), Fieber, bei wel⸗ 
chem ber Fieberfroſt anhaltend fortbauert, ohne daß 
Fieberhitze folgt, ob. Loch nur auf kurze Zeit u. nur 
theilweife nachläßt; ftets ein bedenkliches Zeichen. 

Sroftfalbe (Wählerſche %.), befieht aus 24 
Loth Hammeltalg, 24 Loth Schweineſchmalz, 4 Loth 
Eifeneryd, zufammen in einem &ijentopf jo lange 
gelocht, bis Die Maſſe ſchwarz geworben if; dann 
wird binzugejettt 4 Loth venetianifcher -Terpentin, 
2 Loth Bergamottsl u. 2 Loth armenifcher Belus, 
jenes mit etwas Baumöl fein abgerieben. Die 
Salbe wird auf Leinwand geftrihen u. täglich 1 
Mal auf die kranken Stellen gelegt. 

Froftipanner (Broftigmetterling, Broftwette, 
Phalaena geometra brumata, Acidalia brum. 
Ochs. ), Art der Gattung Spanner (Schnetter- 
ding); grau mit dunkleren Streifen; das Weibchen 
hat nur Flügelſtümpichen; Raupe bellgrün (auch 
Dunkler) mit belleren Längsftreifen u. bunlier 
Nilckenlinie; beften 1 od. 2 Blätter zufammen 1. 
fammeln fi zu &—5 in den Knoſpenblättern, frefr 
fen tie Knoſpen aus u. thun den Obſtbäumen 
(Zwetſchenbäumen bef., auch den Finden, Ulmen, 
Birken u. a.) großen Schaden. Der Spanner 
triecht mit Anfang des Winters aud. Das Weib⸗ 
Ken kriecht auch bei kalter Witterung auf bie 
Bäume, legt feine Eier ab; man fucht fie durch an⸗ 
gezündete Feuer, worein die Männchen häufig flie- 
gen, durch um ben Baum geichnierten Wagentheer, 
auch durch Feftftainpien bes Bodens um bie Bäume 
zu vertilgen. 
ie (dän. Geſch.), fo v. w. Frode. 
rotſcher, Karl Heinrich, geb. 1796 zu Wegra 
bei Neuftadt a. d. Orla, wurbe 1817 Collaborater 
an ter Thomasfchule in Leipzig, 1819 Hector 
des Tyceums in Schneeberg, 1820 Lehrer au ber 
Nikolaiichule in Leipzig, Seit 1522 zugleich Un⸗ 
terbibliothelar an der Rathsbibliothek daſelbſt, 
1825 Conrector an der Nikolaiſchule u. Profeflor 
an ber Univerſität daſelbſt, 18935 Rector bes 
GEymnaſiums in Annaberg u. 1843 Aector bes 
GSymnafiums in Freiberg; er gab heraus XZeno- 
phons Hiero, Duintilians 10. Bud, Salluftius, 
Zufinus, Rutilius Lupus; Muretus (bid 1858 
3 Bbe.); Eloquentium virorum narrationes de 
vitis hominum eruditione et virtute excel- 
lentium, 2 Bde.; Bellejus Paterculus; Gronovs 
Observatt., befielben Not. in Terentium, Ci- 
ceros Reben für ven Sulla, filr den &. Deiotarus 
n. bie zweite Bbilippica; Plutarchs Leben bes De⸗ 
mofthenes u. Cicero nebft Commentar; mehrere 
Reden des Deniofthenes; Wyttenbachs Leben des 
Ruhnkenius mit kritiichen u. grammat. Bemerkun⸗ 
gen über echte Yatinttät. 

Frottiren (iv. fr.), 1) überhaupt reiben ; 2) bei. 
einen äußeren Körpertheil, um dadurch eine höhere 
Lebenstbätigkeit in ibn zu bringen, durch Bürſten 
(Seottirbürften, |. u. Bürfte I), Heiden mit wollenen 
Tüchern (Frottoir, ſpr. Frottoahr). Daher drotteur 
(fpr. Frottöhr), Frottirer, Reiber, ꝛc. 

Froͤttſtedt, Pfarrdorf im Herzogthum Gotha, 
an der Hörſel; 300 Ew.; an der Thüringenſchen 
Eiſenbahn gelegen, von ber hier eine Zweigbahn 
(Pferdebahn) nah Waltershauien geht. 

Froward (Brouard), Borgebiry in ber Magel- 
haensſtraße, bildet tie ſüdlichſte Spige bes Feſt⸗ 
landes von Südamerika (Patagonien). 

Ernzen: Straße, Meerfiraße am nördlichen 


Be Frucht 

Gingange der Hubfonebai in Nordam 
fen ber Infel Southampton u. ber 
Melville. 

Frucht (Fructus). 1) die Samen 
reifenden od. fchon zur Reife gelommen 
(Gruchthauen). Eine echte %. (F. ven 
weldge nur aus ben ausgebildeten, zu 
ber Blüthenhülle umwachſenen -nere 
Samen, od. nur ans ten nadten Sam 
eine unechte %. (F. involucratus, F. 
Dagegen eine ſolche, weiche einzeln ek. ı 
bener Anzahl in den verbidten, ſleiſchi 
nen Dedichuppen ob. in ben fleiihig 
fruchtartig gewordenen Fruchtboben cin 
Einfad (F. simplex) ifl Die F., wenn 
nur 3 Fruchtknoten hatte, fich im ihr 
nur 1 F. bildete, vielfad (F. m 
wenn fie and mehreren Fruchtknoten en 
entſtanden, bie zufammen ein Ganzes bi 
einfache F. hat 3. B. ber Kirſchbaum, a 
aber Die Brombeere, ber Hahnenfuß, da 
tenfraut. Bei letzteren nennt man de 
Sag en, welche bie wielfache 75. zufan 


Theilfrüchtchen (Carpella, Car 


Kammer (Camara, Camera), ct. 
Wunderbaum u. der Wolfemilch Spri 
od. Kuopflapfeln (Cocen) Bei de 
laſſen oft deutlich 3 Hüllen er. Hã 
ſcheiden: eine Äußere (Epicarpium). e 
(Endocarpium) u. bie zwij beide 
Mittelhillle ob. Fleiſchſchicht (Mesocarp 
cocarpium), So iſt z. B. bei ter ii 
blaue, rothe, grüne od. gelbe Oberhaut! 
das fogen. Fleiſch Die mittele, u. bie har 
die innere Hülle (das Kernhaus). Di 
find aber nicht innmer alle Deutlich entei 
verwachſen jo innig mir einander, da 
zwei ob. eine wahrnimumt. Die einzeln 
Blätter, welche tie F. zuſammenietz 
Klappen (Valvulae). u. die Stelle, 
ſammenſtoßen u. gewöhnlich eine ve 
zeigen, nennt man Nähte (Suturae) 

ahl jener Klappen ift bie F. zwei=, | 
ünfflappig ıc. (F. bi -. tri-, quadrı- 
valvis eic.). Hat die 5. keine Sche 
(Dissepimenta), jo ift fie einfäde: 
eularis); ift fie aber durch Scheidewän 
(Locula, Loculamenta) getheilt, ie 
fie, je nach der Zahl der Fächer zwei⸗, 
fünf, ſechs⸗ bis vielfäcdherig (bi-, trı 
quinque-, sex-, multilocularis). 3 
wänte verlaufen entweder in bie Cucr 
gewöhnlich ift, der Yänge nach, u. jie jint 
Dig, d. h. von ihren Aubeftungspunft 
gegenüber liegenden Punkte völlig er 
unpoliftändig, wenn fie bie gegenüi 
Punkte nicht erreichen, fo daß die Fache 
durch bie Scheidewände getrennt find 
beim Mohn. Zuweilen haben bie < 
einen beſonderen Samenträger (Spern 
Spermntophorum), u. ſtebt dieſer u 
eine flängelartige Achie bildend, je beiß 
hen (Columella); ift er Dagegen brei 
fo nennt man ibn Samenkuchen 
Die Früchte ſpringen entweder an ten 
fie berften unregelmäßig an anderen « 
einander. Erſtere können wieder uni 
einen od. mehreren Löchern, ter Yaüı 


gruht 


n ber Mitte der Naht in Spalten, 
ven Nabt, cd. nur bis zur Mitte, od. 
aufipringend, wo wieder ber aufe 
yeit furz, alfo bedelartig fen kann 
ifſpringend); ob. Die Hälfte ob. ſaſt 
Kapfel ausmacht (nmfchnitten auf- 
Springen die Klappen fchnell, mit 
wobei fie ſich auch wobl fpiralig zu⸗ 
ſo nennt man die Frucht elaſtiſch 
Oft baben die Früchte auch an ihrem 
ſel, die theils durch den Kelchſanm, 
e ftebenbleibenden Griffel od. Narben 
em. Dahin gebört die Kruchtkrone 
ans einem Haar⸗ od. Borſtenbüſchel 
mebreren Kränzen ven Haaren, Bor- 
pen beftebt, u. ſitzend od. geftielt tft, 
n Conipofiten ; der durch den Griffel 
', fabenförmige Schmanz (Cauda); 
efpittte, gerade od. frumme, durch 
arbe entjtantene Schnabel (Ro- 
sähnte, flügelartige Hahne kamm 
blih ter Flügel (Ala), d. i. eine 
tartige Verlängerung. Unter FSrucht⸗ 
endlich verftebt man ein faftreiche®, 
be, das den inneren Fruchtraum 


beift man bie Früchte auf folgende 
Echte Früchte (Fructus veri): 
nadte Samen (Semina nuda), 
anz frei liegen, ob. von ten, oft mit 
ichienen, auch wohl fleiichig gewor⸗ 
bedten umgeben find. Dahin gehört 
tige Samen (Semen bacentum) 
ie Zapfenbeere (Galbulus) von 
ie Japfenbeere mit Samen- 
alerocarpium) beim Taxus u. bie 
er Japfenbäume; B) Nuß (Nux), 
ht mit nur einer bolzigen ob. ein« 
1) Eigentliche Nuß Glans), wie 
iußſtaude u. der Eiche, bei letter 
ipihen; 6b) Nüßchen (Nuculne). 
die fih gewöhnlich in ber Mehr 
Alüthe bilden, wie bei ten Yabia- 
folien. Xft beißen fie aud, na⸗ 
ı Umbelliferen u. Rubiaceen Spalt- 
:hizocarpia, Cremocarpin) ; ©) 
ıcht cd. Achäne (Achenıum, 
e Frucht der Scheibenlopf⸗ ı. Häuf- 
Sie ift von ber Kelchhülle umwach⸗ 
einem Pappus verieben; dy Grä- 
zalg⸗, Kerıt-, Grasfrucht, Caryo- 
t aufipriigendes Nüßchen, das von 
en Dicht umhüllt ift, mie bei ben 
iedgräſern; e) Schließlapfeln 
die Frlichte ber Malve, Karthäufer- 
mit ſchon etwas leberartiger nicht 
Hülle. () Kapfel (Capsula) mit 
erartigen Hülle: a) umſchnit⸗ 
(Capsula circumscirsa) in ber 
efaf in der Mitte auffpringent, wie 
t; 6) Dedelfrudht (Pyxidium, 
nit einem Dedel aufipringend, wie 
ute u. ben Laubmooſen. Bei let» 
t man jedoch lieber ben Ausdruck 
iiter(Sporangium);c) Schlauch“ 
ulus), dünnhäutig, einfücherig, ein⸗ 
j, aus nur 1 Wruchtblarte entſtan⸗ 
ven locker umfcließent, auflprin- 


767 


| genb ob. aufberſtend; dy Balgkapſel (Follicu- 


ins), eine Spaltfrucht, bie nur in 1 Naht anf 
fpringt u. die Eamen an beiden Rändern trägt, 
wie beim Sturmhut u. Nitteriporen; e) Frucht 
Behälter (Conceptaculum). oft auch zur Balg⸗ 
tapfel gezählt, wie dieſe, aber mit freiem Samen- 
träger, mie bei der Seidenpflane; N HSülfe (Le- 
gumen), einfächerig, od. nur mit Querſcheide⸗ 
mwänben, zmweillappig, bei denen ohne Querſcheide⸗ 
wände bie Samen au ben Rändern ber einen Naht, 
wie bei den Leguminoſen. Sie kann wieber bilnn- 
bäutig u. aufgeblafen, atfo ſchlauchartig, wie bei 
ber Blaſenſchote (Coluten) fein; od. ſchneckenförmig 
gereunden, wie beim Schneckenklee; cb. gegliedert 
(Sliederhülfe, Legumen articulum, Lomentum), 
d. 5. durch Einfchnitte od. Duerwänte in Glieder 
getheilt, die fich einzeln ablöſen, mie beim Hufeifen- 

ee, dem Süßklee u. mebreren Caifien. Die F. 
der Röhrencaſſie bat Ouerſcheidewände u. in den 
Fächern Fruchtmark; 5) Schote cd. Schötchen 
(Siliqua u. Silicula), find Kapſeln mit 2 Klappen, 
die fi bei der Reife von bein bie Scheidewand 
bildenden, fteben bleibenden Samenträger ablöfen. 
So bei ten Eruciferen, Scheten find länger al® 
breit, Schötchen fo breit od. breiter als lang; I) 
Schotenkapſel od unechte Schote (Capsula 
siliquaeformis, Siliqua spuria) iſt eine Schote, 
beren dünne Scheibemand (Samenträger) jo ges 
ſchwunden if, daß nur ber Wand, an welchem bie 
Samen fiten, geblieben ift, wie Beim Echöll»- n. 
Helmkraute; D Dornlapiel (Ceratium), eine 
ſchotenartige Kapjel mit ſchwanmmiger Scheidemand, 
fid ven der Epite nad umten zu Idjeub, wie 
beim Glaueium; k) Springfrudtceh. Knopf⸗ 
fapfel (Rhezma, Elaterıum, Coceum), eine 
elaſtiſch mehrklappige, von einem Fruchtſäulchen 
abſpringende Kapiet, Die eigentlich aus mebreren 
einfäcdherigen zuſammengeſetzt ift, reie beim Wun⸗ 
derbaume u. der Wolfjomilch; h Kammer (Ca 
mara, Camern), ein einſamiges Theilfrüchtchen, 
mit leberartiger Hülle, ohne Scheidewand u. einer 
Naht anjfpringend, wie bei Ranunculus; m) Flü⸗ 

elfrucht (Samara), eine einjamige F. od. Theil» 
ht, bie an der Spitte od. an ten Seiten in einen 
bäutigen Flügel verlängert ift, wie bei ter Ulme, 
Eſche u. dem Ahorn; ») Kapfel (Capsula), im 
engeren Sinne jede nicht zu den oben genannten 
Kapfelfrüdhten gebörente ein» cd. mehriächerige, 
lederartige od. důnnhäutige aanc. D) Beere 
(Bacca), mit nur einer fleifchigen, fpäter zu⸗ 
weilen eintrodnenden Hülle, bie oft mit be Kelch» 
lappen gefrönt; a) eigentliche Beere (Bacea), 
ein« ob. mehrfücherig, wie beim Nachtichatten, der 
Heibelbeere u. Weinbeere; b) bie Kürbisfrudt 
(Pepo), mit mehr leberartiger, holziger ob. doch 
dider Rinde über dem faftigen Fleiſche (P’ulpa), 
dabei unterfländig u. die Samen an der Innen⸗ 
wand ber Hülle durch fadenförmige Samenträger 
befeftigt, wie bei der Gurte, dem Kürbis n. der 
Stachelbeere; ce) die Orangenfrudt (Ilespe- 
ridium), eine vielfächerige Beere mit brilfiger 
leberartiger Rinde, tie vom faftigen Fleiſche 
durch eine dünne Haut, die auch Die Scheidewände 
bildet, getrennt ift, wie bei der Citrone; dd Gra- 
natfrudt (Balausta), eine Beere mit Quer» u. 
Längsicheibewänvden, derber Rinde u. ſaftigem 
Fruchtmarke, eigentlich mehrſamige Spaltfrüchte, 
die in zwei Kreiſen übereinander mit der Frucht⸗ 


768 


bodenſcheibe (Diseus) verwachſen find, wie beim 
Granatbaum; e) trodene Beere (Bacca ex- 
succa), eine Deere, deren Fleiſch bei ber Reife 

anz eintrodnet u. ſchwindet, wie beim Spanijchen 

feffer u. Spargel, E) Steinfrudt (Drupa), 
eine %., deren Samen von einer holzigen od. ſiein⸗ 
harten Hülle (Kernhaus) umgeben find, die wieder 
von einer Fleiſchhülle u. einer Fruchthaut umgeben 
werben. Die fleiichige Hülle wird entweder wie bei 
der Kirſche u. Pflaume bei ber Reife noch jaftiger u. 
fleifchiger, ob. fie wirb leberartig wie bei ber Mandel 
u. Walnuß, od.holzig faferig wie bei der Cocoſsnuß. 
F) Apfelfrudt (Pomun). Sie befteht eigentlich 
aus einem Kreiſe einfäheriger Kapieln, die mit dem 
fleiſchigen Kelche n. Fruchtboden verwachſen find. 
Zuweilen iſt fie Nein u. von außen ben Beeren 
aͤhnlich. Sie ift von den Keldhlappen gelrönt, welche 
bie jogen. Blüthe bilden, fo bei Birne u. Weißdorn. 
6) Biel» od. mehrfache F. (Fructus mul- 
tiplex), wie 3.8. bie Knäuelbeere (Mora), ber 


Za 


Fruchtbalg bis Fruchterinit 


ſein gelangen u. auch als befruchtete Rei 
bilden, ale nach ber F. ber Geſchled 
wäre. Beim Menſchen können ; 1 
fruchtbare Ehe gar wohl 16 Kiuter {u 
Begünftigung wohl 30—32) gerechnet ! 

HL, die aber gleichwohl nicht leicht 


bei feinem Tode zurücklaſſen wird. 1 
Frau hängt von mehreren Berimgunge 


Mangel nicht immer in Kranfbaftigt 


- auch in ber Conftitution begrünber ift. 


bat großen Einfluß. In heißen 
Peger bei. tbar. Die Far 


bei Menichen gewöhnlich durch tas 


lichen 
gebildet mit Füllhorn, 


Menſtruation, deren Ende durch ven 
angedeutet. Als allegoriſche Gottheit 
Feld⸗F. (fat. Fertilitas), als ang 
. (lat. Fecunditas), wurh 
Ahren, Früchte 


dieſe mit vollem entblößtem Buſen, 


Himbeere od. Magnolie. I) Sammelfrucht od. 


zuſammengeſetzte %. (F. compositus), bie 
von den Früchten eines ganzen Blüthenſtandes ge- 
bildet wird, an deren Biltung alſo mebrere Blü⸗ 
tben theilnehmen; a) Haufenfrucht (Sorosis), 
aus Beeren zufanımengejeit, bie dicht um ten 
Stängel od. die Ährenſpiudel fteben od. Durch flei- 


ſchige Dedblätter u. Blüthenhüllen gebiltet wer- 


ben, wie bei ter Ananas u. ber Maulbeere; b) 
Zepien (Strobilus), eine Fruchtähre mit holzigen 

edblättern, od. dieſen u. Blüthenhüllen, wie bei 
den Früchten der Zapfenbäume u. Birlen; e) Kätz⸗ 
henjrucdt (Julus), eben fo, aber mit bäutigen 
Schuppen u. Heinen Balgtapfeln, wie bei ber Weide 
u. Bappel. II. Unechte Früchte (Fructus in- 
volucrati s. spurii), Früchte ob. eine Anzahl von 
Früchten, die von ber Fruchtbodeuſcheibe od. Ylüi- 
thenhülle od. fleiichigen Blüthenſtiele umgeben ob. 
getragen werben; A)Rojenfrucht od. Hahnen— 

utte (Uynorrhodon), bei der die freien Nüßchen 
von der fleifdhig geworbenen od. gefärbten Frucht⸗ 
bobenfcheibe u. Kelchhülle umhüllt werden, wie bei 
der Roſe; B) Korollentapfel (Dielesium), 
Spaltfrüchtchen in eine verbärtete Blüthenhülle 
eingeſchloſſen, wie bei der Spinacia u. Mirabilis; 
C) Korollenbeere (Sphalerocarpium), eben 
jo, aber bie Blüthenhülle fleifchig geworben, wie 
bei Ilippophae; D) Feigen- od. Stielfrucdt 
(Syconus, Sycone), wo die Früchtchen in dein 
becher⸗ od. birnenförmigen, fleifchig gewordenen 
Blütbenftiele figen, wie bei Dorstenia u. Ficus; 
E) Kelchbeere (Polychorion), wo ber fugelige, 
fleiihig gewordene u. gefärbte Fruchtboden die 
Nüßchen auf jeiner Oberfläche trägt, wie 3. 3. bie 
Ertbeere. 

Be al8, fo v. w. Balglapſel, ſ. u. Frucht. 

ruchtbare Zeichen, in der Aſtrologie Krebs, 

Skorpion u. Fiſche. 

Fruchtbarkeit, bei organiſchen Weſen tie Fä⸗ 
higleit ihrer Vermehrung durch Abſetzen von Kei- 
men, die dann aus eigenem Vermögen fi) zu We— 
fen gleicher Art entwidelt. Bei Organiemen mit 
getrennten Gejchlechtern wird F. immer auf das 
weibliche Geſchlecht bezogen u. dann durch vor⸗ 
herige Befruchtung bediugt. Unter Thieren ift die 
5. der Iufecten u. noch mehr ber Fiſche eine un- 
aeheuere. Es ift Ordnung ber Natur, daß durch⸗ 

item nicht jo viele Individuen zum Da- 


ueben fich. 

Fruchtblaſe, bie bei eintretenberl 
das Vordrängen der Eihäute in ten ! 
ich bildende Blaſe, welche im Fort 
pringt u. dem Schafwaller Ausflug u 

Fruchtboden, 1) fo v. w. Kornbode 
bie Bafis, auf welcher bie Beirudtun: 
Blüthe ſtehen, |. u Blüthenſtand p). 

Fruchtbranntwein, Branntmeik ı 


Obſt, Runlelrüben u. Kartoffeln bere 


genſatz zu dem aus Wein u. Weinhefe 
Fruchtbringende Geſellſchaft 


orden), am 23. Aug. 1617 von Keſp 
leben (ſ. d.) in Weimar unter Betbı 


3 ſächſiſchen Herzögen u. 2 anhaltini 
geftiftete Geſellſchaft, welche den Zwe 
ihre Mitglieder, im Gegenſatz zu der 
Höfen überhandnehmenden Aueländt 
redeten, deutſch ſchrieben u. deutſch ebr 
mit einander verkehrten; fie hatte ibr 
in Weimar, dann in Köthen, zulegt in 
Zeutiebens Tote war ftets cin reg 
ihr Präſident, 1628 Fürſt Yudwig ve: 
tben, 1650 Herzog Wilhelm von Wei 
1667 war ein Interregnum, dann F 
von Sachſen⸗Weißenfels, u. unter ı 
waren auch ber Große Kurjürft u. Kẽ 
ſtav von Schweben Vlitglieber. Sie w 
demia della crusca nachgebiltet. : 
war ber intianifhe Palmbaum (Toct 
ter Devife: Alles zum Nuten. I 
batte einen bejonderen Ramen (5. ?% 
reiche, Der Nährende, ver Bielgekörnt 
ſende ꝛc.), deilen e8 ſich in Der Geſell“ 
mußte, u. wählte fich bei ter Aufnabı 
beres Sinnbild u. einen Wahlipruc: 
zeg Wilhelm ven Weimar der Sch 
batte zum Symbol eine von einer R 
cheue Birne u. zum Wablſpruch: Gr 
In Spielereien verfiel die F. E dur 
Verſuche u. in der byperfritiichen Berl 
deutichen Orthographie. lberbaupt kt 
kein großer Gelehrter an ibr Theil m 
Sie beftand bis zum Jabr 16%. > 
Neuſproſſender deutſcher Balmbaumt, 

F. W. Barthold, Geſchichte ber F. @. 
G. Krauſe, Der Sn G. älteſter Erd 


1855. 
Fruchterinit (Petref.), ſo v. mw. C 


Fruchtdarre bie Fruchtitein 


arre, ein Ort, wo das Getreide vor ob. 
reichen getreduet wirt. Dielurläinbi- 
befteben aus Scheune, Darrlammer u. 
ere ift überall niit Wiubthboren, um 
; veraulafjen, verjeben. Die Darrlam- 
der Mitte zwifchen Tenne ıı. Scheune 
"Dede gut verwahrt, um das Nerflüch- 
ite zu verhindern. Auf der Hälfte der 
Yarrlammer find einige ftarle Ballen 
ı, von benen aber feiner iiber ben Ofen 
[uf dieſe werden Stangen loſe hingelegt 
das Getreide gefchichtet. Wenn taffel e 
jo padt man es zufanımen od. legt es 
in u. troduet es allgemach. Gin in ber 
Darrfammer ftehender Ofen erwärmt 
te yon zum Trocknen des gebrofchenen 
fleiben zum Theil den Malzbarren. 
iebſtahl, f. u. Diebftaht. 





768 


ge thülle (Bhyfiol.), fo v. w. Eihaut, f. u. Ei. 
udhtfafer (Galerucitae Zatr,), Abtheilung 
ber Familie Cyclica. Die Fühler find halb fo lang 
als ber Körper, auch länger, gleih did (ob. am 


Ente wenig verdickt), zwiſchen ben Augen einge» 
fügt, am Grunde ein wenig genähert. Dazu die 


Gattungen Galeruca, Taſter in der Mitte ver- 


dickt, Das Kinn quer, Leib eifermig od. etwas vier⸗ 


'auf auf dem Halm, bie deutſchen 


: verboten jeten liftigen Vertrag mit 
r, weburch bieler veranlaßt wurbe, feine 
nte au Getreide od. Wein ſchon zum 


“einen geringeren Preis, als ben zur - 


ertrages od. I4 Tage nach ber Ernte 
inzugeben. 


Ein ſolcher Bertrag wurde 


betrachtet u. ſollte mit Verluſt des Ca- 
rdem von Amtswegen an Ehre u. Ver⸗ 


aft werten. Gleiche Strafe fellte Die: 
en, melce einen Kruchtzing fanfen wür- 
ihnen jährlich mehr als 5 Procent Des 
eintrüge. In bie neueren Strafgefet- 
id dieſe Strafbeſtimmungen nicht über- 


werb (Rechtsw.), ſ. u. Acceſſin. 
ſenzen, künſtliche Parfüme, welche im 
t aus Ätherarten beſtehen. So iſt z. B. 


eclig; zerfällt in: 4) nicht ſpringende (gleich⸗ 
füßige); Untergattungen: ad Eigentlicher F. 
(Galeruca Grofr.), Fühlhörner mit verlehrt le⸗ 
elförmigen Gliedern, Füße gleichgroß; Art: 

——— (G. tanaceti), ſchwarz punk⸗ 
tirt; G. calmariensis, thut den Eſchen gro⸗ 
Ben Schaden; b) Luperus, bie 2 legten Kiun⸗ 
taftenglieder wenig serlihieben, Fühler mit walzigen 
Sliebern, von Körperlänge; d Adorium (Vi- 
des Weber), vorletztes Kinntafterglied größer; 
Art: A. bipunctatum; u. B)fpringente (un» 
gleihfüßige, Erdflöhe) F.; mttungen: a) 
Gigentliher Erkfloh ([.d.); D Octogo- 
notes, dent Adocium ähnlich; d Vediony- 
chis (Zatr.); 4 Psylliodes (Latr.); ©) 
Dibolia (Zatr.)ua.n. 

ruchtkern, f. u. Kryptogamen. 

ruchtkẽnoten (Germen). ſ. u. Blũthe n) a). 

ruchtlager (Apothecium). ſ. u. Kryptegamen. 

tuchtrialerei,, tiefer Zweig ber Malerei, 
welcher ſchon nach ben Dem Zenris nachgeſagten Tas 
lenten von ben Alten febr cultiwirt wurbe, wurde 
feit der Regeneration der bildenden Künfte vor⸗ 
zugsweiſe von den Nieberläntern gepflegt u. ver- 
bunden mit ber Blumenmalerei. Die Erzeugniffe 
der F. (Aruchtſtücke) gehören zu der ala Siillleben 
bezeichneten Gattung von Gemälden. Beſ. haben 


- fi darin durch Sorgfalt der Nachahmung u. ber 


zl balbrianjaures Amyloxyd in Allchol ' 


anasöl eine Löſnng von butterjau 
rvd in ben s—1ofachen Gewicht Altos 
fer Suftanz reichen 20 Tropfen bin, um 


er einen augenchmen Auanasgeſchmack 
f DW. Preyer. 


‚ Birnöt ift eſſigſaures Arhyloryd u. 
Imyloryt in Waſſer geiöft. 

fig, ſo v. w. Getreideeſſig od. Obſteſſig. 
iegen (Carpomyeae), bei Yatr. 7. Ab⸗ 
Gattung Musca, Flügel in der Rube 
ed. ausgeipannt, eft zitternd, gelblich 
gefledt, Augen entfernt; Yarven meiſt 
u. Samen. Gattungen: Diopsis, Ce- 
‚sis (Tephritis), Ortalis, Tetanops, 


L. 
{ge , gibt bie Gegenftänte an, bie man 
iß ihrer Beichaffenbeit zu ber des Bo- 
nas anbanen kann, fowie Die Orbnung, 
Bezug auf ibre mehr od. weniger große 
gie mit ſich ſelbſt u. mit anderen Ge- 
einander folgen Können. Die F. wirb 
RN el für gleichbedeutend ge- 
ſind beide fehr von einander werfchte- 
us, Über Fruchtfelgen, Gotha 1857. 
ılter, jo v. w. Gebärmutter. 
jutchen (Anat.), jo v. w. Schafsbaut. 
ihler, Lie Raupen, welche im Obfte, 
flaumen, Birnen ꝛc. (angeſtoche⸗ 
fih finten;_ fie konimen von Schaben 
Birnen, Apfeln, Pflaumen von Ti- 
ella, in Reinbeeren von Tinea uvella 
alis vitana, 
Lerifon. & Ruf. VL 7 


Q 


Ausführung Die Niederländer ausgezeichnet, u. zwar 
vor Allen: Gillemans, Berbruggen, be Heem, 
Mignon, Huyſum, Ruyſch, van Royen u. Fone 
tenav. Unter den Neueren Theod. Mattenheimer, 
Seb. Wegmayr, H. A. Friedrich, Fr. X. Nachtmann, 


Fruchtmotte, fo v. w. Carpocapsa, 3. B. der 
Äpfel-Wickler (C. pomonuna) n. tie Wöberſche 
Fruchtmette (C. Wocberiana), deren Raupe im 
Splinte junger Obflbänme. 
Fruchtfarte, aufbewahrte Säfte verichiebener 
Früchte, 3.3. Himbeeren, Erdbeeren, Johannis» 
beeren, Weichſelkirſchen ac. chne Zujag von Zucker, 
beſ. dienlich, um Couſerven, Gefrornes, Gelees, 
tühlende Geträuke ꝛc. in Jahreszeiten zu bereiten, 
wo bie Früchte ſelbſt fehlen; lettere werden hierzu 
erbrüdt, gerieben, od. zerquetſcht, gelind unter 
anften Umrühren über bein euer in einem ver⸗ 
zinnten Keſſel od. Topfe erhigt, od. auch einige 
Stunden od. Tage an einem mäßig warmen Orte 
ſtehen gelafien, damit fi der Saft befier abicheide; 
berjelbe Wird daun durch einen reinen leinenen 
Beutel gepreßt; hierauf läßt man ihn ae * 
ihn durch ein wollenes Tuch, füllt ihn auf Flaſchen 
u. bebedt feine Oberfläche 1—! Zoll body mit fri⸗ 
{chen Brovencer- od. Mandelöl ed. mit einer | Zoll 
biden Yage geichmolzenen, weißen Wachſes; dann 
wird die Flaͤſche mir Wachspapier u. Blaſe zuge⸗ 
bunden in den Keller geſtellt. 
Fruchtſtein, 1) (Petref.), fo v. wm. Pfennigſtein; 
2) (Min.), Thonſtein mit runden Zeichnungen u. 


Sieden. 40 


770 
tftiel (Bot.), ber frühere Bluthenſtiel. 
‚T. u. Fruchtmalerei. ö 
twaffer, fo v. w. Schafswaffer. 
twechfelwirtäfchaft, |. Feldſyſteme =). 
twein, fo v. w. Cider. 
twucher (Criminalr.), ſ. u. Darbanariat. 
uchtzehnt, |. u. Zehnt. 

ruchtzins, |. u. Zins. 

ructidor (fr.), Fruchtmonat, im franzöftichen 
republilanifchen Kalender bie Zeit vom 18. Auguft 
Bis 16. September umfaflend. Merkwürdig ift ber 
18. Fructidor des Jahres V (4. Eept. 1797), an 


u 

Tu 

u 

cu 
VIru 


welchem Jigegn geſtürzt wurde; ſ. Frankreich 


(Geſch.) VIII. C). 
Fructif, nach der Fruchtbildung, nicht nach ber 


DBlütbe. 

Fructification (v. Tat.), 1) das Fruchttragen, 
ber Act u. die Zeit, wo eine Pflanze ihre Früchte 
ausbildet; 2) (Foecundatio), jo v. w. Befruch⸗ 
tung. Daher Sructificationdorgane, Organe, welche 
zur Hervorbringung keimfähiger Samen od. Spo- 
zen dienen, ſ. Befruchtungsorgane; 3) bie Zeit ber 
Befruchtung, od. auch 4) der Fruditreife, 

Fructuariae, fo v. w. Fruchtpflanzen. 

Fructuarius, jo v. w. Usufructuarius, . u. 
Niesbrauch. 


Fructuds (v. lat), fruchtbar, viele Früchte tra⸗ 


gend; Sructuofität, Fruchtbarleit. 

St. Fructudfud, 1) Biſchof zu Tarragona, 
wo er 259 ten Märtyrertod auf Dem Scheiterhau⸗ 
fen ftarb; fein Tag: 21. Ian.; 2) 5. ſtamnite aus 
öniglichemn Geſchlechte in Spanien, ftubirte in Pa⸗ 
Iencia, verfaufte dann ſeine Güter u. ftiftete aus 
bem Erlös Klöfter; in einem derſelben, Complu⸗ 
tum, wurde er Vorſteher; im Begriff eine Reife 
ins Gelobte Rand zu machen, wurde er als Biſchof 
nad Duma in Balicien berufen; 656 wurde er Erz⸗ 
bifchof von Braccara od. Braga n. ftarb um 675. 
Nach ihm nannten fi Die Mönche u. Klofter- 
frauen des F., ein in Spanien 656 geflifteter 
Orden mit milder Regel, worin auch ganze Fa- 
milien aufgenemmen, bie Väter mit den Söhnen, 
die Mütter mit den Töchtern in eigene Klöfter zu« 
ſammenkamen, Kinder vom 7. Jahr an Aufnahme 
fanden, alle legten nur einfache Gelübte ab. Er- 
loſch bald. 

Fructus (fat.), 1) Frucht, ſ. d.; 2) Früchte, in 
ben Officinen vorrätbig gehaltene Früchte. F. aca- 
elarum, ſ. Prunus spinosa; F. castanraruın equl- 
warum, |. Aesculus Hippocastanum; F. cynes- 
bati, |. Rosa canina; F. ——— ſ. Aescu- 
lus Hippocastanum; F. Illae, ſ. Syringa vul- 
garis; F. momordicae, Kürbisfrucht von Momor- 
dien balanmiua, fo v. w. Balſamapfel 1); F. usae 
marlnae, ſ. Epheira distachya. Andere ſ. n. den 
betreffenden Pflanzennamen. 3) (Rechtsw.), ſ. u. 
Acceſſion a) bb). 4) F. medil tempöris®n der ta» 
tbolijchen Kirche der mäßige, zur Hulfte des wahren 
Eintommens berechnete Ertrag von Stellen, mel 
hen Die Bilchöfe im erften Jahre nach einer Vacanz 
bezichen. 

Fruga, Stabt im Kaiſerthum Marocco, in ber 
weiten, getreibereihen Ebene, worin Maroceco 
jelbft liegt; meift von Berbern u. Juden bewohnt. 

Frugäl (v. lat.), 1) genigiam, mäßig; 2) ein- 
Tab. Daher Irugatität, Genilgjanteit, Einfachheit. 

Frugardit (Diiner.), jo v. w. Idokras. 


Fruchtſtiel bie - Wrüßfing 
Ä 


Fruges (fat), 1) Fruchte, bei. 2)f 

u. zwar hauptſächlich 3) Hülſenfrũche 
ruges (ipr. Frũhſch), Martıfleden i 

biffement Montreuil des franzäfiden 
ments Pas de Calais; Tuchmanufatar 
banbel; 3000 Ew. u. Mineralquelle. 

Frugivöra, Familie der Bentelthit 
Oberkiefer 2—6 Schneibezähne hat, } 
tiefer nur mit 2 großen Schneibgähne 
2 mittleren, ebentall® großen, entze 
leben von Früchten u. Blättern: bie | 
— (Petaurus), Phalanger 

halangista), Koala (Phascolarctos 
ruhratte ob. Hadenthier (Aypsipryma 
guruh (Halmaturus) u. Wombat (Phas 

Freugödni, Carlo Inuocenzo Maria, 
in Genua; war Profeflor der Rhetorili 
u. Rom, bielt fi dann in Barma z 
auf u. R: in Genua 1769. Er ſchr.: & 
ber Geſammtausgabe feiner Werte, % 
in y u. zu Lucca in 15 Bon.; Auswdl 
1782, 4 Bde. 

Frühauf, Augufte, geb. Mayerht 
in Karlerube um 1810, wo ihr Vater & 
war, debutirte am dafigen Hoftbeater, © 


tin des Sprachlehrers F. u. ging [päter a 


furt a. M. 

Frühe Gerichtszeit (Rechte Gi 
frühe), bie Tageszeit von früb 9 od. | 
wo fih das Gericht verjammelt; bie 2 
darauf wird als ftehente Formel, mau 
ben ſächſiſchen Landen, ben Gerichtevs 
einverleibt, um anzubeuten, daß ſicht 
ladene zu rechter Zeit, die entiveber ge 
berfömmlich beftimme ift, wor Gericht 
babe. In der Regel währt jeter Termi 
jen vom Beginn der Gerichtafrütie bis‘ 
5 Uhr. Ausnahmen machen Schwärun 
Picitationd- u. PBublivationdtermine u 
vor dein Handelsgericht, welche ci 
12 Uhr enbigen, jo wie Termine in 2 
fügigen Sachen, welche nach Yerlauf cın 
von der im VBeftellzettel angegebenen } 
Fe enden. 

rühgeburt, 1) fc v. w. Fehigeburt, 
liche %.), Das gefliſſentliche Bewirlen 
tigen Abgangs der vLeibesfrucht im v. M 
man fürchtet, daß ein reifes Kind me 
faltung des Beckens ber Mutter, amt 
engerung der Conjugate bis auf 3’—. 
gewöhnlichen Wege ohue Aumentung | 
blutiger Operationen geberen werten fü 
(aber nicht ohne Gefahr) durch allmäblı 


nung des Muttermundes u. Durch fün 


bintung dur bie Wendung, od. Zan 
werben, milder aber burh I finung! 
mittelft eines durch ven Diuttermund c 
Troilars nach vorhergegangener Erwei 
Muttermundes mir Preßſchwamm n } 
wirktes Augfliegen des Schafiratieri 
dann bie Geburt meift nad 2—5 Tage! 
erfolgt. Die Operatien bringt feltener | 
öfter aber dem Kinde Gefahr. Bgl. 
er F., Augst. 1820. 

rühling (Brüblingsjasr), 1) tie 
von dem Tage an, an welchem bie Se 
bar) beim Auffteigen in ben Aquarer tr 
bin, wo fie den weitelten Abftand xeı 


Srüplingtabenid bis Hrummniarli 


. dem bepnnlt 
äbert, alſo bie Zeit vom 20. od. 21. | 


übltugtanfang, wo Tag u. Nacht fid 
üblingödeuinsctium), bi zum 21. ob. 
Sommersanfang. Auf ber füblicgen 
bt ber F. mit dem 22. ob. 23. Sept. 
t unferm Herbſte. Mit Brüblingsen- 
ı bie meiften alten, bei. den Aderbau 
ller ihr nenes Jahr; im F. feierten 


ländliche Feſte, fo bie Griechen bie 


santhila, didia, die Römer bie 
atinas, Arvalien, Lupercalien, Ce⸗ 
alien, Matronalien, Ver sacrum; 


ermanilchen Völler das März⸗ u. 
e Skandinavier u. Slawen x. Im 
haben bie Srüßlingöfete der Düſſel⸗ 
ıchener Künſtler fih wegen der glän- 
rifh angeorbnneten Aufzüge, bie ben 
erfelben bilden, großen Ruf erwor- 
jabr), im gemeinen Leben bie Zeit, 
gel die firenge Winterlälte aufhört, 
tritt ber fäftigen Sommerbite, ber 
inbeſtimmbar u. nach ben —— 
iedener Dauer. Innerhalb der Wen⸗ 
(u. auch Herbſt) in dieſem Sinne gar 
nt. In ben höheren nördlichen, fo 
bpol näher liegenden Gegenden be- 
rbſt) nur wenige Wochen. 3) (lat. 


riſche Gottheit, von Neueren ale 
liches Mädchen, Blumen tragend n. 


efränzt, bargeftellt. 

adoni®, Adonis vernalis. 

beet, mit einer Wanb gegen Norden 
r Cultur der Frühlingspflanzen be⸗ 


fliege, fo v. mw. After⸗ od. Köcher⸗ 
'AneR). 
tafer (Scarabaeus s. Geotrupes 
hochgewölbter, ſchön ſtahlblau ger 
unftirt geſtreifter, 7 Lin. langer, ge⸗ 
fer Deutſchlands. 
euren, Gebrauch von Arzneien in 
eit, um vom Winter genährte Krant- 
ißlichleiten,, bef. bes Unterleibs, zu 
Bewegung in freier Duft ber Wirk- 
Ineien in dieſer Zeit förderlich if, 
frübjahr vorzüglich die angemefjen- 
(auegepreßte Kränterjäfte) bietet; 
zrunnen, Molten u. a. Mittel am 
i, Taſchenbuch ver F., Lpz. 1842. 
unkt, ſo v. w. Widderpunkt. 
um, ſ. u. Cicadenen) a) dd). 
ſeichen, die 3 erſten Zeichen der 
wer, Stier n. Zwillinge, weil wäh⸗ 
ings die Sonne fich in dieſen Zeichen 
befinbet. 
(Srübmette), f. u. Mette. 


Beichlennigung ber Ansbilbung des | 


es Geiſtes, jo daß felbige noch Bor 
m Rebensperiobe erfolgt. Kinder er- 
m erfien Kalle noch in ben Kinber- 
Be eines erwachſenen Menſchen, od. 
in bem früheren Kindesalter zur 
bt leicht entwidelt fich der Geiſt iu 
t. Oft aber eilt diejer bem Körper 
@eikted) ;, fie wird meift auf Koſten 


771 


ber Befunbheit, ja bes Lebens erkauft, n. 
ten leitet ein nike Es ie eine Sen . 


"Fein e (Bergb), 1.n. Saidt. 
[} } . u. 
: en Dejeuner, gr. Arifton, lat. Pras- 


dium), bie Rabrung, bie in ber Morgenzeit geneffen 
wird; ift in ber Regel nur für thätige Perſonen nicht 
u umgeben, obne gs in der Vormitt i 
mächt zu fühlen. Die Wahl u. bie Zeit, auch ob es 
auf ein- ob. gweimal genoffen wirb, wird durch 
Körperconfitution, Lebentorbnung, C x 
beftimmt. In ber Regel fol bas & träftig fein, 
ohne zu überreigen m. ohne allzufehr zu fättigem, 
allo nicht leicht Die Hanptmahlzeit bes es. Es 
beſteht baher auch gewöhnlich mehr in fläffigen, als 
in feften Stoffen. Das allgemeine Wohlbefinden 
hängt jehr mit ber Anorbuung des %-6 jeben 
zuſammen, weswegen auch gewöhnlich mit bemie 
ben im ben verſchiedenen Lebensaltern gewechſelt 
wird. Nach franzöfiicher u. englifcher Sitte, we das 
Mittagsefjen in die Nachmittagsftunden von 4—6 
Uhr verlegt worden ift, pflegt man um 11 ob. 12 
Uhrein Gabelfrühſt üd (Dej. & la fourchette), 
meiſt aus einer ob. zwei warmen ob. auch Falten 
Speifen, Eiern, Coteletten u. bgl. beſtehend, ein» 
nehmen. Bei ben Engländern heißt dies zweite 
5 Luuchfrühſtück; aud bei den Römern m. 
riechen war bies gewöhnlich; f. u. Mahlzeit. 
uition (v. lat.), Genuß. 
entariae legen (Anneosarlae leges), röe 
mifche Gefetznorfchläge, Daß auf Koſten des Staate⸗ 
ſchatzes Getreide unter Das Bolt ausgetheilt werben 
jollte; fie find: a) Frumentarla lex Semprenia, 123 
v. Chr. ‘von Ti. Gracchus gegeben, daß jebem 
Hausvater alle Monate 5 Modii Weizen aus dem 
Magazinen, um 6 As für den Modius, geliefert, 
ber Sehibetra aber (gegen 50 5) aus der Staats» 
tafle zugeſchoſſen werden follte. Cine Erneuerung 
biefer Lex wurde verfucht 100 v. Chr. durch bie 
b) F. lex Appuleja, von dem Tribunus 2. Satur⸗ 
ninus, woruach ber Preis für den Modius ser 
anf 3 As berabgeiettt werben follte; da der Ouä« 
flor Urbanus, DO. Cäpio, dem Senat fagte, ba 
bie Staatskaſſe folhe Zubuße nicht leiften lönnte, 
unterfagte diefer das Borfchlagen tes Gelches, 
ba aber ber Tribun dennoch die Stimmurne 
ausfeen ließ, fo brauchte der Senat Gewalt m. 
vertrieb bie zum Abftimmen Berfammelten. e) F. 
I. Octavia, nad Einigen 120, nach Anderen wahr⸗ 
Iheinlicher exrft 57 v. Chr. von M. Octavius vor⸗ 
eichlagen n. mit Zuſtimmung bes Volles burchge- 
A baß bie Plebejer etwas mehr, als nad ber 
F. i. Sempronia jahlten. 4) F. I. Cassia Te- 
renila, 72 v. Chr. von den Conſuln C. Caſſius u. 
M. Terentius mit Zuftimmung bes Senats vor⸗ 
geiehlagenee Geſetz, daß alle Jahre eine keftimmte 
uantität Getreide gleichmäßig aus ganz Sicilien 
aus Staatsmitteln gelauft würde, a ju Ber- 
theilungen gebraucht werben follte. e) F. J. Cledia, 
59 v. Chr. vom Bollstribun P. Clodius vorge» 
ihlagen, baß dem Volle das Getreide aus den 
öffentlichen Magazinen ganz unentgeltlich geliefert 
werben follte. 

Frumentarüi (röm. Ant), 1) Magayinver- 
walter, Brivatcommifläre u. anbere mit bem Ge⸗ 
treibe beichäftigte öffentliche Berjonen, deren Ober» 

Magistercensus hieß; A) Getreidehänd⸗ 
ler; 3) römlide ——— ben Gonjulu u. 


712 
Katfern zu Ehren’ geichlagen, welche Thenerungen 


ntatio (lat.), Vertheilung von Getreibe 
(Framentum) unter bie Armen, entweder nnent- 


geltlih, ob. nach den Frumentariae leges (f. d.) 
u geringem Preife. Jeder Getreideempfänger er- 
ielt eine Marte (Frumentaria tessära) mit Be⸗ 

zeichnung der zu beziehenben Portion; ausgetheilt 

wurbe es von ben Frumentarii. 

Frumentius, Apoftelder Abyffinier, ein 

orener Römer, gerietb als Jüngling mit feinem 

beim Metroboros in abyffiniiche Gefangenichaft, 
wurde Diener u. Liebling des Fürſten, Erzieher 
von defien Sohn Aizan u. Regierungsveriveier wäh- 
rend deffen Minderjährigkeit; 326 Biſchof von 

Aurume geworben, breitete er das Chriftenthum 

daſelbſt aus, f. Habeffinifche Kirche. 

Frumentum (lat.), Getreide. 

F rundöberg, Burgruine bei Ruſchein, im Be⸗ 

dirk Glenner des Schweizercantons Graublinbten; 

Stammburg ber Ritter von $. 

Frunds 8 1) Ulrich von F., Herr von 
Mindelheim, Urheber ob. boch erfter Hauptmann 
des Schwähilhen Bundes. 8) Georg von F., 
* 1475 in Mindelheim; zog mit dem Schwä⸗ 

chen Bund gegen Herzog Albert von Baiern, 

bildete ſich in den Kriegen Kaiſer Marimilians J. 

gegen die Schweizer u. befehligte von 1512 an 

die Kaiferlihen Truppen in Stalien, focht 1525 


bei Bavia, führte dem Kaifer mehrmals Truppen, | 


fo, 1526 12,000 Mann, die er auf eigene Koften, 
wmittelft Berpfänbung feiner Otter, geworben hatte, 
zu u. verftärkte hierdurch das Heer bes Conne⸗ 
table von Bourbon, der in kaiſerlichen Dienften 
Rand, fo daß biefer Rom ftürmen konnte, führte 


dann den Schwäbifhen Bund gegen Ulrich von | 


Württemberg u. befehligte in den Niederlanden 
unter Philibert von Oranien gegen bie Kranzofen. 
Er verbefierte Das Fußvolk (Landsknechte) weſent⸗ 
lich u. gab demjelben mehr Feftigleit u. Zuſammen⸗ 


bang. Man erzählt von ibm, Daß er in Worms | 


auf dem Neichstage 1521 zu Lutber gefagt habe, 
als diefer auf dem eo zum Reichstage war: 
Möndlein, Mönchlein, Du gehſt einen ſchwereren 
Gang als ich u. mancher Feldoberſt je gethan! F. 
fl. 20. October 1528 in Mindelheim, verfchuldet 
wegen der Sunme, welche er auf die Anmwerbung 
von Truppen verwendet hatte. Er war ber ftärffte 
Mann feiner Zeit. Vgl. Barthold, Georg von F., 
Hamburg 1833. 
rufino (a. Geogr.), Stadt der Herniker in 

Latium, im Thale bes Cofjasfluffes, Tag an ber 
Via Praenestina u. Cavicana, erhielt jpäter eine 
Eolonie u. war bei. dadurch berühmt, daß nirgends 
fo viele Prodigien vorlamen, als bier; jet Fro⸗ 
finone. 

325 (0. lat.), Tänſchung, Vereitelung. 

ruſtulia, Pflanzengattung aus ber Familie 

der Diatomaceae - Diatomene - Frustulieae: 
Eüßmwafferpflanzen, aus vierfeitigen, an beiden 
Enden zugeipitten Stäbchen, mit einem Längs- 
theilungsftrich bezeichnet, beftehend. 

Frutex (Mehrzahl FrutYces, lat.), Strauch, d. 
i. eine Pflanze, mit holzigem Stamnıe, befien eben- 
falls holzige Äfte fchon in geringer Höhe über bem 
Boten beginnen. Das Zeichen dafür ift H, wie 
beim Baume, zumeilen aber auch daffelbe mit zwei 
ſtatt einem Querfiriche. Prutieäte, Gefträuche. 


‘ 


" Arumientaile bie Feyrel - 


tigen, 1) Amt im Edbwei 
a ee Dee 


Solar zum Sochgebirge auffteige 
Klima, Alpenwirtbicyaft u. etwas 8 
nufactur; 10,250 Ew.; 2) Martıfleden 
daſelbſt, bat mit den eingepfarrten 1 
3500 Ew., Poftbureau, Schieferbrüche 
fol 933 von Rubolf König von Bur 
fein; 1827 brannte ber Ort gan ab. 

Fruytiers, Philipp, geb. um 11 
werpen, Maler u. Kupferfiecher « 
Schule; feine Lebensumftände u. jet 
find unbelannt. Bon feiner künſtleri 
feit find nur einige Stiche übrig, Bild 
Ambr. Sampello, eines Dominicanerı 
Jakob Epelheer van Lawain. 

Fry (ipr. Frei), Elifaberb, geb. 2. 


| in Norwich, britte Tochter tes Gn 


Duälers John Gurney, gründen 
väterlichen Gute als Mähchen eine Sd 
Kinder, deren Aufficht fie ſelbſt führ 
lebensirob u. heiter, neigte fie fich erſt 
einer ſchweren Kraukheit u. nach einer 
mit bem amerilanifchen G:uäter W 
ber religiöfen Richtung zur, in melde 
Wohle ver leidenden Dienjchheit wit 
heirathete fie ben reichen Londoner Kai 
jepb Sry u. benugte nun in Lontı 
Stunden des Tages zum Beſuch rı 
bäufern, Hofpitälern, Irrenbäujern, ( 
u. brachte def. in die Hoheit der me 
fangenen in Newgate, welches fie Ki 
fuchte, durch religiöfe Unterhaltunge 
tbaten den Geift der Ordnung, Reli 
beitfamfeit. Sie hatte dazu den kritik 
verein zur Beſſernug weiblicher Gei 
gründet, der bald alle Gefängniſſe Fre 
1. Irlands in feine Wirkſamkeit se 
fegensreich für die ehrliche Armutber 
Rathſchläge für Beſſerung ter Gefang 
fanden auch im Ausland, beſ. ra 
land, Dänemark, Nordamerika, Gebö 
daß gefangene Weiber unter weiblich 
ſtellt wurden. Sie machte auch ſelbſt 
fünf Reiſen zu dieſem Zwecke ins X 
den 13. October 1845 auf einem | 
Ramsgate. Vgl. Memoirs of ıhe | 
2. A., Lond. 1848, 2 Bde.; Leben ı 
bigfeiten der Frau Eliſabeth F. (ven 
Hanna Deore), 2. Aufl. Samb. 1851, 

Frydank (Arpgedant, Pit), for.ı 

Fryeburg (Ipr. Freiburg), Poftert 
ſchaft Orforb des Staates Maine ıX 
am Saco-Niver u. dem füröftlichen 
Wbite-Mountain-Range, Akademie; 

Fryke-Dal, durch jeine Schenkti 
nnete® Thal im ſchwediſchen Yän Karl 
mehrere feine Seen, bie Durch Kanäl 
find, u. am Norbenbe berielben der C 
am Sübdende der fleine Handelsplatz A 

Fryxell, Andere, geb. 1795 in Dalı 
1828 Rector der Marienichule in Zt 
Profeſſor, 1836 Pfarrer zu Sunne m 
legte aber fein Amt 1847 nicber, um! 
biftorifchen Stubien zu witmen, bei 
für die Geichichte Schwebers ven grı 
tung find; er fchr.: Berättelser u 
historien, Stodb. 1832—54, 19 Üte. 


F⸗ſchlüſſel 


e Somberg, Stockhh. 1842 f. u. v. A.); Hand- 
rõorenda Sveriges historia, ebd. 1836 
43, 4 Bde.; Om aristokrat-fordömandet 
aska historien, Upf. 1845 — 50, 4 Thle.; 
diſche Schulgrammatit, Stodh. 1825, 10.9. 


ſchlüfſel, fo v. w. Baßſchlüſſel. 


(chineſ.), 1) Stabt 1. Ranges, ſ. u. China 
c.); 2) Departement, ſ. ebd. 


ds Vafcha, Dichemed, ER 1815 in Eon- 
wopel, war eine Zeit lang Dilitärarzt in Tri⸗ 
w hierauf, mit dem Range eines Chadſcha, 
e im Überjegungs » Bureau. Zum erften 
Ber aufgerüdt, ging er fpäter als Yegations- 
e nad Yonbon, murde dann als Geſandter 
Spanien u. Portugal geſendet u. nach feiner 
Br 1844 zum Dolmetiher bes kaiſerlichen 
# ernannt; 1849 ſandte ibn ber Großherr 
yecialcommilfer nah der Moldau u. Wala⸗ 
von da 1850 als Botſchafter nach Peters⸗ 
Während feiner Auweſenheit daſelbſt rüdte 
t Rath bes Großveziers auf, wurde im Au⸗ 
852 Deinifter des Auswärtigen u. im März 
auf fein Sefuch, wegen des ſchroffen Auf⸗ 
des ruſſiſchen Fürften Gortſchalow gegen 
Rinifterium, von dieſem Poſten enthoben. 
ge nun in Zurückgezogenheit, bis er 1854 
Basina u. Triklala gejenbet wurbe, um die 
Ken Banden von bort zurüdzutreiben. Dies 
führte er in wenigen Monaten glüd- 
88, kehrte ſodann nach Conſtantinopel zurück 
ehe it Oetober 155-4 Mitglied ber Tanſimat⸗ 
fon. Ente April 1555 wurde er an Ali 
Stelle zun zweiten Male Diinifter des Huße- 
it dem Diinijterium Ati» Baichas trat er 
rüd, wurde jedoch chen im November 
Mitglied bes Cabinets u. 1858 Bertreter 
orte bei den Parijer Conferenzen über bie 
furſtenthümer. Er ſchr. eine Grammatik der 
sifchen Sprache u. mehrere Gedichte. 


Udes, lebte als Proteſtant u. Liberaler 
sbez, im Departement Aveyron, u. war 
s Napoleons Zeit Gerichteprochrator. Er 
mit dem Deälter Jauſion u. ben Kauf» 
Baſtide⸗Grammont auf gutem Fuß, ent- 
ſich aber 1817 wit ihnen u. wollte von 
wegziehen. Er verkaufte daher feine Be⸗ 
en u. kündigte ſeine Capitale. Jauſion u. 
ſchuldeten ibm u. vereinigten ſich, um F. 
orden. F. wurde den 19. März Morgens 

berüchtigte Haus eines gewiſſen Bancal, 
u er vorüberging, geſchleppt, dort gezwun⸗ 
sige Wechſel zu unterjchreiben, u. darauf er: 
. Die Dlörder trugen den Störper, wie einen 
Kaufmannsmaare gepıdt, aus der Stadt 
maben Aveyron. Tags darauf wurde ber 
m gefunden. Die Iujührige Tochter Ban- 
welche während des Mords in einer nahen 
er geweſen war, wurde, nachbem bie Behör⸗ 
ge vergeblich geforicht hatten, Beranlafjung 
stpedung ber Unthat, worauf ihre Eltern 
er Jauſion u. Baſtide eingezogen wurden. 
nd bes Proceſſes fagte eine Mab. Manſon, 
ene Frau eines Offiziere, Tochter bes Pre- 
wichtspräfidenten Enjalran, aus, daß fie, zu⸗ 
n Baucals Haus gelommen, der Morbihat 
em habe. Durch ihre Ausjage wurden bie 


bis Auch: .778 


meiften bei bem Morde thätig Geweſenen zum Ge⸗ 
ſtändniß bewogen; nur Jauſion u. Baſtide ge 
ben nicht. Trotz ber Machinationen ber Damals in 
Süpfrantreich ſehr mächtigen, die Proteſtanten ver» 
folgenden katholiſchen Partei wurden Jauflon, Ba- 
flide u. ihre Mitichuldigen, Collard, bie Wittwe 
Bancal (Bancal jelbft hatte ſich entleibt) u. Bar 
zum Tode, bie Übrigen zum Gefäüngniß verurtbeilt, 
Zwar caffirte der Caſſationshof diefes Urtheil we⸗ 
pen Fehler in der Form, allein ein anderes Ge- 
chworenengericht zu Alby entſchied auf ähnliche 
Weile. Das Urtheil wurde den 3. Juni 1318 an 
Jauſion, Baftide u. Collard wirklich vollſtreckt, 
Bar erhielt ftatt der Todesſtrafe 20jährige Karren 
firafe, die Bancal lebenstängliches Gefängniß. Bis 
auf den letzten Augenblid leugneten Jauſion n. 
Baſtide. Nach ihrem Tode wurde bie Sade im 
Sctober 1818 aufgenommen, um einige Indivi⸗ 
duen ſchärfer anzuullagen, einige neu zu beſchuldigen. 
Hier verwirrte ſich aber die Sache fo, daß man 
auf die Bermuthung kam, an Jauſion ſei ein Ju⸗ 
ſtizmord begangen worden; doch gab die Unter⸗ 
ſuchung kein neues Reſultat u. es wurde auch keiner 
der neuen Angeſchuldigten überführt. 

uang, Muünze u. Gewicht, jo v. w. Fouang. 

uca, Juan de F., eigentlih Apoftolio Ba⸗ 
lerianos, Seefahrer im 16. Jahrh., aus Cepha⸗ 
lonien; er wurde als Pilot vom Vicekönig von 
Derico ausgeſandt, um den Diftrict Anian, am 
ber Weſtküſte von Amerila, zu fuchen, fanb ihn 
auch, wurde aber ſchlecht belohnt. Er ſoll eine 
Durchfahrt der Nordweſtküſte nach dem Mittelmeer 
geiunden haben, was ſich in der That neuerdings 
beſtätigte. Seine Reiſebeſchreibung im 3. Theile 
von Burdas Sammlung. 

Fucacöae, Tunge, nach Endlichers Spflem eine 
Familie der Algen mit leberartigein Yager, Blatt⸗ 
nerven, olivenfarbig, aus ungleichen Zellen be» 
Neheud; bie Sporen ſchwarz. Sie wadlen f 
ohne Ausnabme nur im Meerwaſſer, in allen Klie 
maten. Biele von ihnen enthalten außer Chlorna⸗ 
trium viel Jod u. Brom, u. darauf beruht ihr tech⸗ 
niſcher u. mebiciniicher Gebrauch. Jod wird na» 
nientlih gewonnen aus mehreren Fucusarten, f. 
Fucus. Andere, 3. B. Arten von Laminaria u. 
Sargassum, werben gegefjen; mehrere dienen zum 
Dingen ze. (vgl. Tauge). 

Fuca: Straße (Straße von Iuan de F.), 
Meeresarın des Stillen Oceans, trennt bie Iufel 
Duadra u. Bancouveur im Süden vom Feſtlaud 
der Bereinigten Staaten von Nordamerila. 

Fucechio (ipr. Futſchetio), 1) Yago di F., See 
in der toscaniihen Präfectur Florenz, der durch 
einen Ranal zum Arno flieht; 2) Marltflecken im 
ber Nähe deffelben; Leinen u. Hanfweberei, Land⸗ 
u. Weinbau; 4000 Ew. . 

Fuchs, 1) Untergattuug ber Gattung Hund, mit 
länglicher Pupille, nicht ausgezadten Vorderzähnen 
u. langbebaarten, teulenförmigen, gelenkt getrage⸗ 
nem Schwanze Die Arten find, außer den unter 
a) bis h) grannien noch: der Nilfuch6 (C. nilo- 
ticun) in Ägypten; ber Blaßfuchs (U. pullidus) 
in Kordofan u. Darfur; der Schmalfuchs (C. 
famelicus) in Rubien u. Korbofan; ber Step- 
penfucht od. Karagan (C. melanotus) 
im Süden der Kirgiſenſteppe; der Kothfuchs 

C. tulvus) in Rordamerita; ber Azoras F. 
Ic Azarae) in Barıguay n. Braftlien; der Qu rj⸗ 


77a 
Shrige F. (O. merotes) im Norbamerilar ber 


Baner: m. Bd. Silberfuche (O. argentem) 


K; a) Otmeiner Fuchs (Birl- 

Inst, Oanis vulpes Z., Vulpes vulgaris), fat 
2808 l = Pr Sätwartze 3 Fuß 4 Zoll), 
a Bub eiber fuchrother) Farbe, 
Kehle u. Bi ve —* Bauch weiß, mit fpitsiger 
Schnanze, Rat! atigeitt, — ſchwarz - ob. 
weißipiäigen Schwanze, an demfelben bie Biole, 


eine feine, etwa eine Hanb breit unter dem Anfang 


bes Schwanzes auf dem obern Theil deſſelben 
be —* bie wie Veilchen riecht. Wenu ber 
verwundet iR, fährt er nach diefer Viole. Die 
üchfin heißt äbrbete. Barietäten:der®rand- 
Kohl⸗) leiner n. rother, mit ſchwarzer Blume, 
graner Ke le, meift die Jun nn 5) m 
einem fchwarzen Kreus 20 dem 
Schwarze %., ſchwarz ob. (Brunn) intel 
braun; ber Orane 
gem nm; Rothe, der Birt- .„ mit weißen gehlen, 
uchen u. Spiyen. der Ruth Jägerſpra 
beim Wolf, der Schwanz beißt Sei Tg 
(Stange),errenntob.trabt, mauſet, ſchreit 
wie ein un beilt(veiht) 2c. Verbreitung: in 
fat ganz Europs, Sibirien bis zum öftlichen Ocean 
n. in Amerila, über bie Iufelfette, bie fi es Bor- 
gebirge Alaska hinzieht. Cr liebt die Wälder vor⸗ 
Nalid in ber Nähe ber Dörfer, mo er fein Revier 
— doch nie im ber Nähe feines Baues jagt. Der 
erſebi die Stärke durch Liſt, Gewandtheit u. 
harte er macht fih Höhlen in bie Erbe 
(Juchtbaue, ſ. u. Bau); oft wohnt er mit dem Dachs 
zuſammen, Beibe durch eine gemeinfchaftliche Röhre 
eingebenb, der eine rechts, ber anbre links Der 
4 Geflügel, Gier, junge Hafen, Igel — Mäufe, 
ebfe, Honig, Schlangen, in Geſellſcha ft jagt £ 
auch alte Rebe, frißt auch im Nothfall —** 
verſpart das von einer Mahlzeit ne —* 
ch od. — (rollt, von der Füchfin renmt) 
m Februar ( 
3—8 Tagen 14 Tage lang blinde Junge. Man 
kann Baftarbe mit —— erziehen u. den F. auch 
ähmen. Der F. wird von Flöhen geplagt; Krank⸗ 
55 — Haube, Anszebrung u. Hundemuth; Nu⸗ 
sn Bertilgung ber Feldmänſe u. Daufreürke, 
älge zu Beyer, ‚ Haare zu Hüten u. dgl.; & 
ben: an ber Niederjagd, auch an Reben u. an Fe⸗ 
bervieh. Er wirb 12—15 Jahre alt. Die Iucht- 


jagb gehört zur niebern Jagd u. wird vom Aus- 


gang Octobers bis zum Februar, ob. der Bertil- 
ung wegen das ganze Jahr betrieben. Man 
Fine ten $. — Ausgraben (ſ. d. 3) mit dem 
dZuchseiſen (f. d.) od. Schwanenhals, dem Teller⸗ 
eiſen u. der Fuchsangel (ſ. d.). Ein Kr der ih 
in einem fchledht gelegten Gijen nicht bat fangen 
laſſen, beißt verpönt (verprallt), u. ift nun fo 
vorfichtig, daß er [9 ſchwerer fangen läßt. Das 
Schießen ber Füchſe geichieht auf dem Anftante, 
indem ınan in ber Nähe des Fuchsbaues auf einem 
Baume eine Suhshütte macht, ob. indem man fich auf 
bein Mechfel anſtellt; dann ſchießt man bisweilen 


auf tas Reizen; cd. iubem man ſich auf einem Lu⸗ 


derplatze (einem Orte, wehin man ben F. durch 
todtes Rich firrt) anftellt; gemöhnlic macht man 
auch bier cine zur Hälfte tm bie Erbe gegrabene 
Hütte (ygynderhütte, Suchtbütte). Auch ſchießt 
man ben F. gel egentlich bei Treibjagten n. auf 
ber Haſenſuche Das Sudögegen (Buhähege) mit 


ollzeit)n. wölftnah I Wochen 


‚ fiber» ob. wolfsgran, ber | 





Bude 


Winbhunden IR in Englaxb fer gi 
Butjäger folgen u * 
zu Pferbe; meiſt 
weißen — Me 2 
Hüten belleidet. Die Leibenfaft für 
fo ſtarl, bafi man in Grm 
feltenen u. oft vom Eontinent 
gebrachten De fe einen Hãrin geſchwan 
an ber Erde ſchleift, in den Schweif 
binbet u. dieſes durch einen > mei 3 
* F. vet oe nr 
pur, bie jo gu ; 
felbft, wird dann mit Hunden — 
den ſupponirten F. findet. Seltener 
find das Ausräuhern, das Anegir 
das Vergiften, wo man pulverificte | 
(Nux vomica) in — Fleiſchwũt 
n. nt — ielig iſt der 
He äunter welchen mat 
n bem Hr Fü, find bier u. d 
ei —— man inwendig Tellereiſe 
bäume ſtellt; by Blaufuchs (Eiafı 
1 opus L., Vulpes arctica, V.ı 
alba), im Sommer ſchwärzlich, im 
weiß ob. blaugrau; — ge dicht 
den Polarge genben Afient 
2 &icer, frißt Sifee, Bye Heine 
eeren; liſtig u. gefellig; Liefert jeht 
Te Pelzwerk; ©) risfuhsn 
cher F. (C ea — C.r 
oben re melirt, Kopf 
außen, Ö sfeiten u. — gel 
ngen e; et ſt weiß 
5 bgemäffet; Länge i Ar Zoll 
n Nordamerika; ) ne anii 
ai (C. decussatus), oben jdr 
mehrt, ein Kreuz über Nüden n. | 
wie Schnauze, Unterbau und 8 
Sue pie weiß, übrigens vein | 
den gemäßigten Gegenden Norbameri 
nur Abart von Canıs fulvus, ber ſchi 
roth, an Hals u. Bauch weiß, an bı 
gran if; e) Ifatis ob. Eisfuche 
satis), einfarbig ſchneeweiß, ald 
ſchwärzlich, Ohren eirund, zugeſpitzt, 
Be Spige ſchwarz; Fänge 1 5 
inien; in Nordaſien; DM Der Kith 
lox), "oben fahl röthlichgelb, une 
Schwanz an ber Spike (war; in 
rien bes oberen Miſſouri; g) Der: 
Corssac), oben fucherdthlich graulid 
Hals gelblich, Kinn, Keble u. Bauch me 
an ber Spite ſchwarz; Länge 20 Zof, 
etwa 1 Buß; in ber ganzen Tartarei; 
(Canis Zerda, Mega otis Cerdo} 
öhriger $.(Canis megalotis). im! 
fern, ; u. Chrentbier; 2) eine Abart 
f.u. Pferd; 3) fo v.m. Kotbe (btauße 
4) (Blaue Kante), einige Tagſchme 
ber Gattumg ber Ceffügeljakter: IE) 
(Kleine Aurelia, Papilio nympl 
ratus urticae L., Vanessa urt. La 
braun; ſchwarz gefleckt, Borterflüg 
ſchwarzen Puntten u. einer Reihe hellbl 


ı fliegt fehr frühzeitig, Raupe (idhiwarz, 





| nesss p.), Fl ei Tot 


Neſſeln; by) Großen 
.nym h. ph. polyel 
mit ſchwarzer 


beit) geſellig auf 
Yurelia Pa 


Fuchs 


775 


:inen gelben Streifen mit drei ſchwar⸗sanandis corporis hum. malis etc., Saſel 1542, 


be mebrern blauen Flecken; Raupe 
jelbbornig, auf Nüftern, Weiden ıc.; 
großer. (P.n.p. xunthomelas), 
nie, der bintere bat eine blaue Binbe, 
neblich mit blaflerer Mittelbinde; 3) 
iumen ſchädliches Inſect; der Schmet⸗ 
ß, braunroth, mit großen ſchwarzen 
ellbraungelbem Grunde; die unteren 
lügel ſind mit einer Kante eingefaßt; 
tterling legt feine Eier auf bie Kirſch⸗ 
ıe, u. aus biefen kriechen im zeitigen 
Raupen aus, bie fich zmilchen ben 

roßes Neft ſpinnen u. die Bäume 
"Abhaltung u. vertilgung ber Raupen 
die Stänme mit Theerbändern u. 
tefter. | 
anderer Bedeutung), 1) ein Stubent 
emefter (Graſſer %.); im zweiten 
ist er Brandfuchs, vgl. Schul- 
3.), jo v. w. Füchschen; 3) (Hũtteuw.), 
ein Klumpen, welcher fich mitten im 
u. nicht mehr vom Feuer geſchmolzen 
;4) (Glashütte), eine Cffnung mitten 
Glasofens, Durch welche das Teuer 
ihlägt u. die Glashäfen erwärmt; 5) 
nen‘. Ihießen ot.madhen, wenn 
en des Geſteins das Pulver durch das 
usfährt; man fagt auch, das Loch 
; 6) F. bohren, bei dem Bohren 
lnebeuheiten auf dem Boden erhalten, 
daſſelbe nicht tiefer bohren kann; 7) 
bringen, aus der Grube Erz ent- 
ben‘. ſchleppen, faul arbeiten; 
ırd, ein Bull, ter ohne die Abficht bes 
nacht worden ift, ſ. Billiard IV. A); 
Kupferjheitemünze am Niederrhein, 
nnig; 11) im Hole), |. Feuer 4); 
t des Hopfens, entſteht, wenn Die 
Herbſt entweder fehr troden u. heiß 
‚die Reife des Hopfens durch anhal⸗ 
Näſſe verzögert wird; dadurch ge- 
umenzapfen, chne viel Mehl u. Harzöl 
ı einen krankhaften Zuftaud, bekom⸗ 
srothe Farbe u. fallen ab. Man muß 
Stangen nach u. nach herausziehen u. 


altes tyroliiches, feit bem 17. Zabr- 

in Oſterreich heimiſches Geichlecht, 

in ben Freiherrn⸗ u. 1751 iu den 
tand erhoben wurde u. 1766 die Überft- 
neiſterwürde im Erzberzogthun Ofter- 
etiger Chef: Graf Auton, Sohn des 
enen Graien Ignaz, geb. 2. März 1796 
sit Sidonia geb. Gräfin Wurmbraud⸗ 
mählt; eı hat nur eine Tochter; fein 
r Ignaz, geb. 1791, ift öfterreichifcher 


) Leonbard v. F., geb. 1501 zn 
n Schwaben, war zuerft Schullehrer 
de 1521 Profeſſor ter Medicin in 
ann in Ansbach, 1526 wieder in In« 
35 in Tübingen, wo er 1565 farb. Er 
iger der hippokratiſchen Medicin u. 
wurde von Karl V. geatelt. Gr gab 
Hratijche u. galenſche Schriften, auch 
ſius lateiniſch heraus, u. fhr.: Me- 


dus, Baſel 1541, Bar. 1550; De: 


1568; Institutionis medicae, ebd. 1567, 1618; 
Opera, Fıff. a. M. 1604; De historia stirpium, 
Baf. 1542 u. 3., zulett Lyon 1555, beutich ale New 
Kreuter⸗Buch, Baf. 1543, Fol., auch franzöſiſch, 
Er u. fpanifh. 2) Hans Chrifſoph, 

Nor u. Senior zu Wellenburg u. Arnſchwang; er 
Ihr. das fomifche Epos: Der Ameifen- u. Milcken⸗ 
trieg, 1600, Strasb. 1612, n. A. von Büſching, 
Lpz. 1806. 8) Gottlieb, geb. 1720 in Lippers- 
dorf im Chererzgebirge, fludirte feit 1745 in Yeip- 
zig Theologie, wurbe 1751 Diafonus in Zehren 
bei Dieißen, 1769 Biarrer in Taubenhein bei Frei⸗ 
berg u. fl. 1799 in Meißen, wohin er fi zurüd-» 
gezogen hatte; er fchr.: Der Dichter auf ber 
Reife nach Leipzig (herausgegeben von Gottſched), 
Lp3. 1746; Neue Yieder, ebd. 1750; Gebichte eines 
Bauernfchus, Dreaden 1752, neue Aufl. 1771; 
Lieber zur Hausanbadıt, Meißen 1758. 4) Abolf 
Friedrich, geb. 1758 zu Neuenkirchen in Med⸗ 
ſenburg⸗Strelitz, ſtudirte jeit 1771 in Göttingen 
Theclogie, wurte 1775 Conrector am Gynaſium 
zu Prenzlau, 1751 Rector der Doniſchule zu Ratze⸗ 
burg, 1810 Zuperintentent in Güftrew u. fl. 1828; 
er ſchr.: Sefchichte Des Süftremihen Symnafiums, 
Schwerin 1501, u. Üüberiette bie Bautinifchen Briefe 
an vie Römer (Stendal 1759) u. bie Oden des Horaz 
(NRoftod 1803 ff.). 5) Kari Heinrich, geb. 1773 in 
Heidelberg, ftubirte Dafelbft Theologie, reurde 1799 
Feldprediger bei tem pfätzifchen Eontinent, 1804 
PBroieffor ter Theologie, 1805 Confiftorialrath in 
Bamberg, kam 1810 in gleicher Eigenſchaft nach 
Regensburg u. 1817 nad Anebach; 1335 wurde 
er zum Oberconfiftorialrarh n. zweiten Hauptpre⸗ 
diger in München ernannt u. ft. daſelbſt 18475 er 
jhr.: Mititärreden, Bamb. 1505; Annalen der 
proteftantifchen Kirche in Rönigreiche Baiern, Nürn- 
berg 1819 ff.; Die Einführung ber Kirchenvorftänbe 
od. Preshvterien, ebd. 1522; Uber Sonntagsfchu- 
len u. Sonntagsfeier, ebd. 1826 u. a. m. 2 Jo⸗ 
hann Nepomuk, geb. 15. Mai 1774 zu Matten⸗ 
zell in Baiern, ſiudirte Chemie in Berlin, dann in 
Paris bei Haug, wurde 1505 Privatdoceut u. 
1507 Profeſſor der Chemie u. Dlineralogie in 
Landshut, 1523 Konfervater der mineralogifchen 
Sammlungen bes Staates in Münden u. er⸗ 
hielt außertem 1535 das Amt eines Oberberg- 
u. Sulinenratbed. Er leiftete auch als Borland 
bes Polytechniichen Vereins Der Wiffenfchaft ausge⸗ 
zeichnete Dienfte. Wichtiger noch als feine Ent⸗ 
bedingen auf tem Gebiete ber Mineralogie m. 
feine demifchen Unterfuchungen waren feine Lei⸗ 
ungen in techniiher Beziehung, inden er das 
Waherglas erfand u. zunächft anf Die Wandmalerei 
als Stereohremie anwandte. Er nahm 1849 feine 
Entlaffung, wurde 18554 in den erblichen Arelftand 
erhoben u. ft.5. März 1556. Erjchr.: Über pen gegen« 
feitigen Ginfluß ver Chemie u. Mineralogie, Münch. 
1524; Uber die Theorie der Erde, ten Amorphis⸗ 
mus fefter Körper 2c., ebd. 1844, u. m. a. 7) 
Johann Friedrich, geb. 1774 zu Themar im 
Franken, ftudirte in Jena Mebicin u. dabei Hu⸗ 
maniora, wurde 1504 Profeffor der Anatomie in 
Würzburg, 1505 in Jena u. fl. ba. 1528; er ſchr. 
u. a.: De perforatione membranae tympnni 
praecipue de vera hujus operationis indica- 
tione, Jena 1809; De strumue exstirpatione 
per ligaturamı, ebd. 1810; Hist. anatom. pro- 


776 
lepsus vesicae urinar. inversae in corpore fe- 
mineo observati, ebd. 1810 — 14. 8) Kon- 
rad Heinrich, geb. 1803 in Bamberg, ftu- 
Dirte 1821 — 25 in Würzburg, wurde 1831 Pri- 
Yatbocent u. 1836 Profeflor der Poliklinik u. Ber 
terinärmebicin bafelbft, fpäter ber Materia medica, 
1838 Brofeffor u. Vorftand der Poliklinik zu Göt⸗ 
tingen u. fi. hier 2. Dechr. 1855; er fehr.: Hiflo- 
rifche Unterfuchuugen über Angina maligna u. 
ihr Verhältniß zu Scharlah u. Eroup, Würzb. 
1828; De lepra Arabum, ebd. 1831; Bemerkun⸗ 


F über Gehirnerweichung, Lpz. 1538: Die krank⸗ 


aften Veränderungen der Haut 2c., Gött. 1840 f., ! 


3 Abtheilungen; Lehrbuch ber fpeciellen Nofologie 
n. Therapie, ebd. 1545 — 49, 1 Bde. ; Bericht Über Die 
mediciniſche Klinik im Jahre 1653—54, ebb. 1855. 
9) Auguft, geb. 1518 in Deffau, ftubirte in Leip- 
as u. Berlin Philologie, privatifirte dann in feiner 
aterftabt n. ft. daſelbſt am 8. Juni 1843. Er ſchr.: 
Spaniſche Grammatik, Lpz. 1537 (die er noch als 
Gymnaſiaſt fchrieb); Quaestiones Xenophon- 
teae, ebd. 1835 (Preisfchrift); Beiträge zur Kennt- 
niß Der romanifchen Sprachen, Berl. 1840, 1. BD. ; 
au Geſchichte u. Beurtheilung ber Pa AR 
efj. 15412; Deffau, Wörlitz u. Oranienbaum, 
ebd. 1843; Gejchichte des Schriftthums der Grie- 
Sen u. Römer, ber romanifhen u. germanifchen 
Bölfer, Halle 1546; Liber das Verbältnif der ro- 
maniſchen Sprache zum Yateinifchen, ebd. 1849. 
Fuchsaffe (Maki, Lemur), 1) Gattung ber 
Salbaffen, mit fuchsartiger Schnauze; 2) Affeuge- 
ſchlecht mit anne buſchigem Schwaunze, ſ. u. Satı. 
Fuchsangeln, ſcharfe eiſerne Halen, welche durch 
wei eiſerne Kränze (dentſche F.), od. Durch eine 
apfel mit Feder (italienifche F.) audeinauder 
u. zuſammengedrückt werden. Andre F. ſind die 
lothringiſchen, fränkiſchen, thüringi— 
ſchen. Sie werden 4 Fuß über der Erde an einen 
Baumaſt gehängt, der Fuchs, Wolf od. Marder 
(dann ſind ſie kleiner) will ſpringend den zwiſchen 
den Haken aufgeſteckten Biſſen abnehmen, die 
Schnur, an die der Biſſen befeſtigt iſt, zieht die 
aken zuſammen, ſie greifen in die Schuauze u. das 
hier iſt gefangen. 
Fuchsbaum, fo v. w. Fuchsſchlagbaum. 
uchöbeere, fo v. w. Brombeere. 
uh8blume, fo v. w. Viole, ſ. u. Fuchs 1). 
ſchen (Log.), kategoriſcher Schluß mit vier 
en j. Sophisma amphiboliae unter 
ophiftit. 
uchſsducaten, goldene Spielmarfe von ber 
Größe eines Doppelducatene, am Hofe des Kurfür- 
ften Friedrich AuguftsT. von Sachſen um 1700 ge 
möhnlich, mit dem Bilde eines Fuchſes. 
ü [e fo v. w. Forindianer. 
ichle, — Thiere mit langhaarigem, 
erade ausgehendem Schwanz u. ſenkrechtem Sch. 
hate: dahin die verſchiedenen Arten F. 
Fuchseiſen (SSchwanenhals, Shwanen- 
eiſen, Berliner Eiſen), Inſtrument, zum Fans 
gen der Füchſe, wilden Katzen u. größeren Vögel. 
Man hat große, mittlere u. Heine $. Die Dide ver 
Bügel ift in ver Mitte ! u. in der Breite 3 Zoll, 
egen das Gewerbe zu aber werben fie über 1 Zoll 
art u. breit. Die Bügel find oben durch eine 
Schraube (Dorn), melde durch bie an benfelben 
befinblihen Baden läuft u. inwendig eine Mutter 
bat, werbunben; auf der anderen Seite aber hält 


Fuchsaffe bis Fuchsinfeln 


fie die zufammengebogene 1 Fuß fange 
breite u. 1 300 ftarle, gegen tat 
aber in ber Dide etwas abnchmenke, 
liegende Feder vermittelft zweier Zapf 
men. Das Gewerbe ſelbſt beſteht in ! 
geln aus 12 Zähnen ob. eingefeilten Kir 
1% Zoll ftarl. Durch die rechte Saite t 
u. Gewerbes läuft eine Schranke, melde 
die 4! Zoll fange, eiferne Röhre Piein 
durch welche bie Schnur zur Bejeſtigun 
dens u. zum Abzug gebt u. nad augen 
der Ausbiegung ber Feder das Schle 
ie Kapfel wird aus 2 Seitenbleche 
Durd eine Schraube ift unten das 1';3cH 
blech, welches oben Riefen bat, berejtiat 
ben 1 Zoll fangen, inwendig eingeſchraub 
baleu, ber ausmendig, wo er au’ bie 
Stellblechs ftößt, eine eingefeilte Kim 
biejer ein feines Loch zum Einbinden d 
ſchnur bat. Über dieſem Etellbaten bah 
tenbleche 2 Löcher, in welche beim Steller 
chen eingejett wird, damit fich ter Auf 
— Loeſchnellen nicht verlett 
dem Schloſſe liegt der 23öllige Abzug 
welcher auf bie in Das Gewerbe des and 
vermittelft einer Schraube eingefügte, 3 
u. * Zoll breite, eingekrümmte Schn: 
nit einem löffelförmigen Ende greift. Di 
ftange bat unten bei der Einfügung in ti 
eine ſtarke Kimme. Yu tiefe greift beim 
ber 1% Zell lange, } Zoll flarte u. ? | 
voru feiljermig zugeſpitzte Schnelifif 
chſeln, 1) Füchie jagen; 2) ven 
ber Nausgeit, unangenehm riechen. 
Tucdöente, fo v. w. Brantente, |. x 
Fuchseule, ſo v. w. Mittlere Obrer 
Fuchſsgabel, Gabel, weiche beim 
der Füchſe u. Dachſe gebraucht wird. 
Fuchsſsgans, jo v. w. Brandente. 
Fuchsgrube, fo v. w. Fluchtbau de 
—288 ein Deckneg von 5 bis 
tenlänge, 3 Zoll langen jpiegeligen M 
über die Anagänge der Röhre vom B 
wird; an jeder Ede Des Netzes iſt eine 
einer Bleikugel, damit fich ber in die F. 
u. fortjchleppende Fuchs noch mehr mi 
in felbige verwidele. 
Sudenunb, fo v. w. Spitz. 
Fuchſſia (F. Z.), nach Fuchs 
Afamzengattung aus der Familie Ocı 
uchsieae, $. &l. 1. Orbu. Z.; Arte 
cinea, zierlider Strauch mit ſcharlach 
ßem Kelch, Heiner vwioletter Blumen 
eaberten Blättern, in Südamerika zu 
färben benutt; F. macrostemma, it 
Aufguß der Blätter als Tühlendes I 
Fiebern gebraucht; F. racemosa, auf£ 
mit dunlkelrothen, wie Oliven greße 
Beeren, Die Blätter als auflöfentes 3 
wendet; F. fulgens, F. globosa. F. 
in Mertco, u. m. a., bei und ale Zie 


Töpfen cuftivirt. 
Gussindianer jo v. m. Ferintiar 
uchsinſeln, 1) fo v. w. Kor alu 
walangeinjelu, von den Ruſſen fr 
Oſt rova genannt), die öſtliche Grupre 
inſeln (Nocdweſtküſte von Nerdameri 
vulcaniſch, häufige Erdbeben; geringe 


Fuchſit bie Fucndbank 


Kartoffelban; viele Flichſe (daher ber Name). 


777 
Fucinus (a. Geogr.), See im Gebiete ber Mar- 


eiſten der Inſeln find bewohnt; bie Einwohner fer in Mittelitalien, worin ficb tie Gebirgswäſſer 


gen fih bauptjähli mit ber Jagd auf 
e u. Eisbären, deren letsteren Pelze einen 
en Ausfubrartifel bilden. Die ganze Gruppe 
den Rufjen u. wird von dieſen in zwei Be⸗ 
etbeilt: a) Bezirk von Kodjak, umfaßt 
kin Kodjak (Kariah), Tichirilow (lllamof), 
, Afognac, Alasla; b) Bezirk von lina- 
a, umfaßt die Inſeln Unalaſchla (Agum 
a) Umnak, Akutan, Unimak, Sannach (Iſan⸗ 
pie Schumaginſchen Inſeln, Nagay nn. meh— 
inere. 

hſit (Diin.), Smaragde bis grasgrüne fein- 
ge Maſſen, eine Varietät des Kaliglimmers, 
ehremeryd grün gefärbt; Fundort: Schwar⸗ 


1. 
— ſo v. w. Chinche. 
mit der Gans, unſcheinbares nördliches, 
ne Sterne enthaltendes Sternbild, in ber 
vage, norbmwärts iiber dem Delphin u. zu— 
mörblich über dem Pieil. 
Smonat, früber jo v. m. Februar. 
neß, eine Art Jagdnetz 11. d.). 
len, fonft Belnftigung Vornehmer; 
* Perjonen ftellten fid in zmei Reiben u. 
je zwei ein langes Net od. Tuch in bie 
„ein lebentiger, auf die Netze gelaßner Fuchs, 
Buch ſchnelles Anziehen ver Netze fo oft in 
ft geichnellt, bis er tobt od. ganz ermattel 
Die Füchſe wurden dazu in Fuchtzwingern 
Dahrt m. in hölzernen Fuchskaſten transportirt. 
äle, Fuchsreizen, |. u. Fuchs 1) a). 
zaute (Dter.), fo v. m. Alopecie. 
riedarad, ift Carex vulpina. 
ſcheibe, drei Foranibenförmige Hölzer, 
ichen ber abgezogene Fuchsbalg ausgejpannt 
ocknet wird. 
— Affen, ſo v. w, Mali A). 
siäwanz, 1) ver Schweif eines Fuchſes; 
» Säge, deren breites, vorn ſpitz zulaufendes 
in ber breiteften Stelle mit einer hölzernen 
abe verjeben ift u. fein gezahnt ift; 3) ein 
Segel; 4) jo v. m. Fuchsichwansgras 2). 
zsſchwanzgras, 1) das Pflanzengeſchiecht 
urud; 2) ift Amarantus Caudatus; 3) ift 
um salicaria; 4) fo dv. w. Nirbaare. 


yeramwängiger Affe, jo v. w. Schweifaffe, 
aft a 


tel, Spielart beim Billard, |. d. IV. co). 
4 ſ. u. Hund. 
ucht, bei Füchſen fo v. m. Raute. 
thurm, Thurm bei Jena, ſ. d. 
todſturmhut, ift Aconitum vulparia. 
witterung (Iagbiw.), ſ. u. interung 
Bzange, ein beim Ausgraben ver Füͤchſe 
andtes Inſtrument, |. Ausgraben 3). 
htel, veraltet für Degen; daher FSuchteln, 
and mit flacher Degentlinge wiederholte 
je auf den Rüden geben; jeuft Strafe für 
ffaiere u. Yunler; 2) von Pferden, beim 
e Vorderfüße nicht gerade aufheben u. 
en, fonbern fie bei jebem Schritte, ſowohl 
mitte, als im Trabe, auswärts werfen ; zeigt 
che in den obern Gelenkverbinduugen u. iſt 







s verbefiern. 
ri «Fucinöae, Facareae, Fuceideae), Kamilie 
yon, jo v. w. Tange. 


ber Apenninen ſammelten obne einen fichtbaren 
Abfluß zu haben; jegt beißt er Yayo —— od. 
Lago di Celano. Die Verſuche zur Ableitung bes 
Waſſers, f. u. Celano 2). 

Fucoiden (Bucites), foifile Algen, die im Meere 
gelebt haben (alfo Tange) u. Geber auch durch ihre 

orkommen auf eine marine Bildung fchließen 
laſſen. Sie bilden gewöhnlich ein ungegliebertes 
Yanb von uriprünglich bäutiger od. leberartiger 


Waſſe, das bald flach, bald cvlindriich m. meiſt rer 


gellos veräftelt, cd. Blattartig ausgebreitet erſcheint. 
Hierher gebört die Gattung Chondrites, Sphae- 
rococcites, Cylindrites u. a. m. In den Schiche 
ten über ter Juraforınation kommen fie im Grün⸗ 
ſande jo zahlreich vor, daß man Dielen Sucolben- 
fandflein (Flyſch) genannt bat. Einige bat man 
auch im Übergangatalte, Vergtalle u. Zechftein ent» 
edt. 


Fucolögie (v. fat. u. gr.), Yehre von ben Algen. 


Fucus, Pflanzengattung aus der Familie ber 
Furaceae; Algenkörper oberwärts platt od. flach, 
zuweilen Durch Luftblaſen aufgetrichen, äſtig, an 
den Spigen zu Bruchtförpern anjchmwellend; Hül⸗ 
lenfrüchte Dicht gedrängt. Merkwürdige Arten: F. 
vesieulosus (Blafentang), af in 
allen Dieereu, fonft unter dem Nanıen Meer» 
eihe (Wuercus marina), fo wie die Davon 
bereitete Kohle als Vegetabiliſcher Mohr 
(Aethiops vegetabilis) officinell, jetzt nur noch 
zur Mäſtung der Schweine u. zur Bereitung 
der Soda benutzt; ber Algenkörper iſt oben ſchmal 
blattartig, mit einein Mittelnerv, ganzrandig, 
zweilappig geſpalten, durch Luftblaſen hier u. da 
aufgetrieben; Fruchttörper am Ende elliptiſch, 
ſtumpf; bis 1 Fuß laug, Zoll breit. F.nodo- 
sus, häufig au der Nord« u. Oſtſee; F.amyla- 
ceusa, gibt das Material zu ten Salanganen- 
neftern; viele fonflige Arten gebören jet zu are 
deren Geſchlechtern. Zur Jodbereitung dienen: F. 
vesiculosus E., F. nodosus L., F. ceranoides 
L.,F. serratus Z. u.a. Sie werden namentlich 
an ber Küfte der Normandie (unter dem Namen 
Barec) u. auften ſchottiſchen Inſeln (als Kelp) 
gefanımelt. F.tenax Turn. lieiert ben Chinefen 
einen guten Yeim (Haithai); F.iodiferus fol 
in neuefter Zeit in Montevideo zur ütterung bou 
Lamas benutt werden, deren Mit pi Heilung 
der Schwindſucht dient; F. natans L. (Sargas- 
sum bacciferum Ag., Seetang) bildet bie Fu⸗ 
cusbänte (f.d.) im Atlantiſchen Ocean. 

Fueuß (Tat), ſ. Schminte. 

Fucusbank, 1) Große %. (F. von Eorvo 
u. Flores, Sargalfomeer [Mar de Sar- 
gasso]), langes, ſchmales, unterfeeifches, von Co⸗ 
lumbus entbedtes Hochland im Atlantifchen Ocean, 
das fih von 19° nördl. Br. an bis in die Nähe ber 
Azoren (Norbwefttüfte von Afrika, 39° nörbl. Br.) 
erſtreckt u. mit einer Alge Fucusnatans Z. bewachſen 
if. Ihre Hauptachſe liegt etwa 7° weſtlich von 
ber Azoreninſel Corvo. 2) Kleine F., liegt zwi⸗ 
ſchen den Bermudaſs⸗ u. ben Bahamainſeln (Oſt⸗ 
füfte des ſiidil. Nordamerikas 200 bie 30° nördl. 
Br.), Winde u. Strömungen ändern theilweiſe bie 
Lage u. den Umfang biejer Bänke. Beide find von 
einer großen Anzahl Heiner Geethiere bewohnt. 


778 


* — ‚von Stenhouſe aus Seesigen, haupt⸗ 
füdlih aus Fucus nodosus, F. vesiculosus, F. 
serratua, x. bargefiellter Körper. Es iR im frifch 
deſtillirten Zuſtande farblos, wirb in wenigen Ta⸗ 
gen aber vom lichte gelb u. braun, Salyläure färbt 
es grün, Kali anfange gelb, dann roth; (per. Gew.: 
— 1,150; 66 fiebet gwilchen 171—172°. Wenn man 
bes F. mit 8—9 Th. Ammonial mifcht, fo erhält 
man eine bellgelbe kryſtalliniſche Maſſe, das Sucut- 
amib, Cso Hız Na Os, das dem Furfuramid ent- 
ſpricht. Leitet man einen Strom von Schwefel- 
waſſerſtoff Durch eine alkoholiſche Löfung von Fucus⸗ 
«mid, fo erhält man das bem Thiofurol eutſpre⸗ 
ende Thiofucuijol, Ciq Ha Ss Os. Kocht man 
Fuensamid mit Kali» od. Natronlauge, fo erhält 
Man eine mit dem Furfurin iſomere Baſe, das 
Swcufin, Co Hız N2 Öse, das in kleinen platten, 
Pernförmig vereinigten Nadeln krpftallifirt u. fich 
m Waffer u. Allohol löſt. Die Löfungen reagiven 
deutlich allaliſch. 

sn (Chem.), fo v. w. Algendt. 

uddea (fpr. Foddih), oftindijche Münze, fo v. 

w. 2 Pice = 3,85 Pf. 

Fudder (fpr. Fodder), Bleigewicht in England, 
hei Rollenblei = 20, bei anderem Blei = 191 
Hundredweight od. 20 Zollcentner 38,2 Pf: 


Fuddie, Infel zur Gruppe der Hebriden (Weſt⸗ 


füfte von Schottland) gehörig; zwilchen Barra u. | 


South⸗Uiſt gelegen; fehr gebirgig. 

Fuder, 1) fo viel, als auf einen zweilpännigen 
Bagen gelaten werben ann ; Daher 2) Wiefenmafi, 
.B. eine Wiefe von brei F., auf welcher brei F. 
* erbaut werten; 3) ein in mehreren beutjchen 

taaten, gu Deren Hanbelspläßen, in ber Schweiz, 
Dänemark u. Schweten ꝛc. übliches größeres Wein- 
gebind, gewöhnlich zu 6 Ohm od. 12 Eimer, bie 

enaueren Angaben finden fi in ben geographi- 
pen Artifeln der betreffenden Länder u. Stäbte; 
4) auch ein Maſt trodener Dinge, fo hält 3.8.1 
F. Getreide zu Hildesheim 40 Scheffel; 5) in Berg- 
werten fonft ein Daß fiir Erze, Kieſe, Eijenfteine 
x, — 3 Karren. 

Buego, 1) Biffayerinfel, fo v. w. Siguyon; 
2) Inſel im Archipel bes Grünen Vorgebirges; 
bier am 10. April 1847 Ausbruch bes Sultans 
nad faft funfzigjühriger Ruhe. 

Fuen, Münze, ſo v. w. Sen. 

uencaliente, Marttfleden im Aleudiathal ber 
ſpaniſchen Provinz Ciudad Reals; Mineralquellen 
u. Bad; 1800 Ew. 

Fuencaral, Stadt in der ſpaniſchen Provinz 
Madrid; Muskatweinbau; 2200 Em. 

Buengiröla, 1) feiner Fluß in ber fpanifchen 
Provinz Malaga, mündet in das Mittelmeer; 
8) Saftel de F, Sort an ber Mündung befielben. 

Fuen⸗ho, Nebenfluß des Hoangho in China. 

Buenfalida, Stadt in der fpanifchen Provinz 
Toleto; 2700 Ew 

Buen-Santa (La), Marktflecken rechts am Zu- 
car, in der jpantjchen Provinz Cuenca; 1700 Ew. 

Buente (ſpan.), Duell, Brummen, daher mehrere 
ber folgenden geograpbijchen Namen. 

Fuente⸗Cantos, Warkıfleden in ber fpanifchen 
Provinz Badajez (Eftrematura); 5000 Ew. Ger 
burtsort des Malers Zurbaran; hier 1508 u. 1813 
Sieg der Franzofen. 


‚ Bueufel bis Fuentes 
‚Cw Hıs Oıs, ein dem Furfurol ent- | 


Fuente de la Stabdt u 
in ber ſpaniſchen Provinz Alicante; 2:1 
ee * — «m 
in der fpanifchen Provinz joy; 461 
‚Buente el Sanco, Statt in ber ip 
vinz Zamora (Leon); 2600 Ew. 
Füente Ia Bene, Stadt am Gau 
ſpaniſchen Provinz Zamora (Feen); 25 
Fuente Dyejäüne, Stabt am Gust 
ſpaniſchen Provinz Corbova ; Wol- w! 
@erberei; 2250 Em. 
Fuente-Peläyo, Marttfledten in di 
Provinz ee Wollzengweberti, 1 
Tuente NRabia, 1) Stabt in be 
Provinz Toloia, auf einer Halkinfet 
ichen Meerbuſens, mit ort, von Ph 
gelegt, u. Feſtung an ber Bidaſſoa; 
lebhafte Fifcherei, 2500 Ew. — Nach 
F das Dale ber Ulten, nach Anderen 
tönig Spintilla gebaut werben fein; 1 
von Alfons IX, von Caſtilien genen 
von den Sranzofen erobert u. von ha 
nachdem biefelben F. 1522 ein Ja 
belagert hatten, 1524 wiebererobert; 
berlage ber den Ort belagernben frau 
Condé u. dem Herzog von Epernen; Ii 
Franzoſen genommen, aber bald den &r 
der übergeben; im Franzöſiſchen Newel 
1794 von den Franzoſen unter Müller 
im Frieden zurüdgegeben; 2) Meerbuf 
uentes, 1) Sort in ber Tombarb 
vinz Como an ber Abba u. tem IR 
bes Comerſees; angelegt 1603 von bei 
Statthalter Fuentes in Mailaud, wur 
ben Franzoſen zerſtört; e8 beberrict tem 
das Addathal, Baltallına , von Chiare 
8. de Ehre, Stadt am Ebro in ber ſpa 
vinz Saragoffa; Mineralquellen; 17% 
1706 Sieg ber Engländer über bie 8] 
Fuentes, 1) Don Bedro Hent 
Toledo u. Azevedo, Örafvong 
Grafen Alba de Lifte ge von Qu; 
tbarina® von Toledo Pimentel, wurt 
in Ballabolid u. lebte als Secretär 
Bhilipp II. von Spanien Hofe. Rad 
dem Herzog von Alba 1580 feinen 
zug in Portugal mitgemacht hatte, 
1582 General über ſämmtliche Trup 
tugal. Als folder ſchlug er, als 1569 | 
mit Unterftügung einer englifcyen Fle 
26. Mai bei Veniche in Eſtramadura 
Torres Vedras fih zum König von F 
rufen ließ u. nach Liſſabou vorbrang, 
anı 3. Juni zurüd u. zwang die englifd 
Rücklehr. 1592 ſandte ihn Der Königin 
ſchen Niederlande; er ftanb bier nad 
bes Herzogs Farneſe von Parma, Stal 
Niederlante, deflen Nachfolgern, Gra! 


von Mangfeld u. danu Erzherzog Er 


reich, zur Seite u. wurbe 1595 nach de 
Letzteren Statthalter ber Niederlande. 
durch feine firengen Maßregeln unter 
ländern eine ſehr gereiste Stimmun 
Spanier entftand, jo ſah fich Philipp I 

‚zurüdzurufen, u. arı feine Stelle lamd 
Albrecht von Ofterreich. $., der 15462 


zurückgekehrt war, wurde Mitglied de 
ihes; jeine Macht aber ſank unter te 


‘ 


Fuentes dHonor bis Fuge 
dem Böilien feines | 


‚p ITL, ber ſich ga 
bes Herzoge von Lerma, ergab; um 
: gefürchteten F. geneigt zu erhalten, 
ber König 1600 zum Statthalter von 
on bier aus veranlafte F. burch Ber- 
I franzöfiigen Marihalle Herzog von 
erſchwörung zum Sturz Heinrich IV. 
ch, bie aber an ben Tag kam; ebenſo 
ndere Intrigue von ihm, um ben Ha⸗ 
feille in feine Gewalt zu befommen, 
3 beim Wiederausbruch bes Krieges 
mien u. Frankreich drang F. an ber 
5,000 Dann in Frankreich eın, wurde 
rot vom Herzog von Engbien am 19. 
Ichlagen u. blieb ſelbſt. 2) Bartbo- 
., angeblich fpanifcher Seefahrer, der 
em Hafen von Callao auegefahren, 
efttüfte Amerilas bin», einen großen 
jelegelt, durch mehrere Seen hindurch 
inem aus Bofton kommenden Dale 
fol, woburd eine norbweftliche Durch» 
eifelt geworden wäre. 1708 warb bie 
ft wiederholt, aber dennoch berubt fie 
f einem Schiffermährchen. 

o'Honor (8. de Duer), Marktflecken 
hen Provinz Salamanca, öſtlich von 
0 Ew. Hier am 3. — 5. Mai 1811 
länder, Bortugiefen u. Spanier unter 
iber die Franzoſen unter Maflena, |. 
Bortugiefiicher Befreiungstrieg. 
eu⸗fu, Stadt in ber chineſiſchen Pro- 
‚am Fuen⸗ho, ift ſtark bevöllert, hat 
Danbel, viele Yabrilen, Reiobrannt⸗ 
fdrennereien u. befuchte Heilquellen. 
yan.), alte Vorrechte, welche die bas⸗ 
nzen in Spanien u. Navarra fonft ge 
che ber König beſchwören mußte, |. u. 


) Fluß in Derico; entfpringt im Staat 
ucchfließt ben Staat Cinaloa u. mün⸗ 
Bucht bes Californiſchen Meerbufens; 
1 %., Departement bes mericanifcgen 
dloau.3)(Montesclaro6), Haupt. 
Neden darin am Fuerte, mit 5000 Ew. 
ntura (Borteventure), eine ber grö- 
ſchen Infeln, nur etwa 15 Meilen von 
ven Küfte entferntg ift von NO. gegen 
teilen lang u. von D. nah W. 5 Mei- 
:gt fich an ber Sübfpie nach W. um 
Halbiniel Hanbia; 35,7 (nad Un- 
M. mit 14,000 Ew. Die Infel if in 
gelig, fonft aber ziemlich eben, vulla- 
unge, arm an Quellen n. Bäumen, 

in der warmen Jahreszeit jehr heiß; 
nfruchtbar,, jo daß in ber naffen Jah⸗ 
fräuter reichlich gedeihen; es gibt Zie⸗ 
Ejel u. Mauleſel; die beträchtlichften 
ind Orfeille u. Barilla, wovon viel 
db. Der bejuchtefte Ankerplatz ift Puerto 


), |. u. Mettus. 

K, 1) vom BVollstribun Q. Fufius, 
daß Clodius wegen bes gegen bie 
erübten Frevels nicht vom Boll, fon- 
rälor u. einer anderlefenen Amel 
tet würde. 2) (Judiciarial. F.), 
9 9. Chr., daß bie in bie Provinzen 
ıgiftraten eine beftimmte Anzahl Be⸗ 


779 


gleiten haben foflten, welche Klagen wegen uner⸗ 

bter Vereicheru " ber Magiftrate anfleliten. 

fipins. Die Fuldia gens wear ein plebejiſches 

Geſchlecht; befannt daraus find: 1) Lucius %., 
Freund des M. Amiline Scaurus, war ein 
rühmter Yurift. 2) &., unter Sulle & hoben Stel- 
len gelangt, machte er den Krieg in Spanien 
Serterius mit, wurbe aber von bemfelben ge 
gen. 3) F. and Horazens Satyren befannter Wu⸗ 
cherer. 4) F., Juriſt unter Beſpaſianus, welcher 
a) ar tz baber P 

Fuge (lat.), 1 ucht; daher Fugae su ws, 
eine der Entweichung verbäcdtige Berfon; ar Bei 
anbhängigem Eriminalproceß entweder in Haft ge- 
bracht, od. fie muß genügenbe Gaution leiften; 
2) (Muf.), Fuge. 

Fuga, Ferdinand, geb. 1699 in Florenz, wib- 
mete fih ber Bild» u. Baukunſt, fuchte in Rom 
feine weitere Ausbildung u. ließ ſich bort ale Hof- 
architekt Sienrene’ XII. nieder. Er vollendete ben 
Bau ter Scuberia u. anderer zum Quirinal gebö- 
riger Bauten, veflaurirte die Kirche Sta. Maria 
maggiore, erbaute die Kirche Della morte, bie Ba- 
läfte Betroni u. Eorfini u. ſchuf außerdem in Nea⸗ 
pel mehrere vorzligliche Bauwerke, ald: dase große 
Hofpital (Reclusorio), ben Palaft des Herzogs 
Giordani u. bes Prinzen Caramanica. Er fl. 1760 


in Rom. 
gacität (v. lat.), Flüchtigkeit. 
ugara, jonß eine Flötenftimme von fehr enger 
Menfur in der Orgel; jet außer Gebraud. 
Fugäto (ital., Muf.), 1. u. Fuge. 
vacui (lat ), Scheu vor ber Leere; früber 
als Erklärungsprincip von Erſcheinungen, welche 
man jetst richtiger aus bem Drud ber Luft ableitet. 
Fugbank (Böttch.), fo v. w. Bankhobel. 
Fuge, 1) jo v. w. Cinſchnitt u. Falz; 2) ber Ort, 
mo zwei Dinge zufammengefett find; 8) (Bauf.), 
ber Zmifchenraum zweier Werfftüde, wo biefelben 
im Mauerwerk zufammenftoßen; auch der mit Kalt 
ausgefüllte Zwiſchenraum ber gebrannten Steine 
im Mauerwerk, wobei man volle u. offene $. 
unterfcheidet; erftere werben bei folhen Mauern 
angemenbet, bie feinen Abput erhalten; letztere 
aber bei jolhen, bie abgeputzt werben, bamit ſich 
der Mörtel in ben en Ienfept u. fo beffer haftet. 
Außerbem unterfcheibet man Lagerfuge, in hori⸗ 
gontaler, u. Stoßfuge in verticaler Richtun 
uge (lat. Fuga, Muf.), ein aus wenigſtens 
zwei Stimmen beftebendes Tonftüd, worin jebe 
der Stimmen ihre eigene Melodie führt u. nicht 
blos eine ber anderen zu Begleitung bient, fonbern 
ihren eigenen Charakter behauptet; C ontrafuge 
enannt, wenn ihr Gang dem Gange einer in dem⸗ 
Riten Tonftüd vorbergegangenen F. entgegengeſetzt 
iſt; fteigt 3. ©. die erſte F. vom Grundton zur Do- 
minante hinauf, fo fteigt tie Eontrafuge von ber 
Dominante zum Grundion herab. Die anfangenbe 
Stimme trägt zuerft den Hauptfa vor. Wird bie- 
fer von ben anderen Stimmen genau u. ununter- 
brochen nacdhgeahmt, fo nennt man Lies eine Ca⸗ 
noniſche %. (f. Canon 2); im anderen alle aber 
nennt man den Sat eine Periodiſche F. ob. 
ſchlechthin F. u. bezeichnet ben Theil einer F., wo 
bas Thema eher eintritt, als es bie vorhergehende 
Gtimme vollendet hat, mit Stretto. Bei ber in⸗ 
neren Einrichtung ber F. kommen in Betradt: a) ber 
Sanptjay (Thema, Subject), welchen bie 


Ethmm en u. ber dm Fortgang, 
ee —— in fo * er den 


anderen Stimmen gleichſam zum Wegweiſer dient, 
gewähnlih Führer (Dux) genannt wird. Bon 
der guten Wahl u. aaa ea he Fuüh⸗ 
rers hängt gewöhnlich bie Güte u. Schönheit ber 
amgen F. ab. Engführungbdes Thema findet 
att, wenn bei Durchführung einer F. dafielbe vor 
inem Schluffe, wo bie verfchiebenen Stimmen 
näher auf einanber folgen, beantwortet; Ermwei- 
terung, wenn ein Intervall des Thema in ein 
Ößeres verwandelt wird, fo eine Duinte m eine 
fte rc.; b) ter Geführte (Comes, Ant- 
wort), welcher, nachbem ber Führer fein Thema 
vollentet bat, auf eier anderen Stufe ber Ton⸗ 
leiter, gewöhnlich der Quinte, eintritt u. Das Thema 
entmeber ganz genau od. de ähnlich wiederholt; 
e) der Wiederſchlag (Repercussio), b. i.- bie 
Orknung, in melder ſich Büßer u. Geführte wech⸗ 
jelsmweife in ben verjchiedenen Stimmen bören laflen, 
u. die dadurch betingt ift, Daß Der Gefährte bas 
Thema auf einer anderen Stufe ber Tonleiter aus⸗ 
führt, als der Führer, u. beide fich nicht zufammen 
hören lafien können; d) die Gegenhbarmonie 
(Sontrajubject), die Melodie, welche im Fort⸗ 
ang der F. Die Stimme, welde ben Haupte 
7 vollendet bat, gegen ben nur eingetretenen 
Führer od. Gefährten hören läßt; oft wirb aber 
auch gleich beim Anfang bes Hauptjates ber Führer 
mit einer Gegenbarmonie begleitet; enthielten The- 
mata mehrere der zum Grunde liegenden diatoni⸗ 
fen Tonleiter fremde Töne, fo nannte man erftere 
chromatiſche Fugenſätze; e) die Zwiſchen— 
harmonie (Zwiſchenſatz), bie kurzen Sätze, 
welche, ſo lange der Hauptſatz ſchweigt, ſich zur 
weiteren Fortführung der F. hören laſſen u. auf 
den Haupiſatz wieder anſpielen, od. doch mit dem⸗ 
ſelben in einigem Zuſammenhang ſtehen. Die F. iſt 
A) Eigentliche (reguläre) F., wenn dieſe fünf 
Haupterforderniſſe recht angewendet u. wo ſie nicht 
fo ſtreng angewendet find; B) Uneigentliche 
(irreguläre) F., mo dies nicht fo ſtreng der Fall 
it; C) Contrapunktiſcher Sat (Fugato), ein 
m Fugenform gearbeiteter, meift als Theil eines 
größeren Ganzen ausgeführter Satz; D) Strenge 
$., wo nur das Thema mit feinem Contrafubject 
durchgearbeitet wird; E) Freie F., wo zwiſchen 
den Repercuffionen des Hauptſatzes auch andere zum 
Ganzen paffende Säte gehört werben; F) Kunſt⸗ 
fuge (Ricercata), ift bie ftrenge $., bei welcher 
man künftlihe Nahahmımgen u. andere contra= 
punktiſtiſche Künfteleten noch mehr ansführt; G) 
Doppelfuge, wenn in einer %. zwei od. mehrere 
—— verbunden u. durchgeführt find; M) 
ughetta, wo der Hauptjat weniger durch⸗ 
gearbeitet ift, al® gewöhnlich. Jede biefer Fen kann 
weis, Dreis u. vierſtimmig fein; mehrſtimmige F⸗n 
ndet man jetzt jelten. Hinſichtlich des Intervalls, 
worin der Gefährte dem Führer antwortet, kann 
6 Secund⸗, Terz⸗, Sertfugen geben; doch 
ft die manienina bei Weitem die gewöhn⸗ 
lichſte. Über den äfthetiichen Werth ver Fen ift viel 
an worben, jedoch haben bie großen Leiftungen 
achs, Händels, Haydn's u. Mozarts dieſer Gat⸗ 
tung muſikaliſcher Compoſition eine unzweifelhafte 
Berechtigung zugeſprochen. Vgl. Marpurg, Ab⸗ 
handlung von der F., Berl. 1753, 2 Thle.; Che⸗ 
zubini, Traité de contrepoint et de fugue, 


j 


D 


Fuge bis Jugger 


gebaut, fo v. w. Falzbanl. 
obel, fo v. w. Bankhobel. 
gelfe, Bezirk auf der bäntichen | 
land; 43 OM. mit 8900 Gm. m 21 & 
bierzu_ die Cilande Famse, anf ber 
ar eine Kirche u. 400 Ew.: % 

talde, von jener weſtlich, OM.; 4 
Astöde, füblich von ben worigen, mit 11 

Fugemeſſer (Sageriſen, Glaſer), ein 
beiden Seiten mit einem Halen, um 
Glasſcheiben bie ſtehen gebliebenen Ja 
fneipen; vgl. Abfiebern. 

Fügen, Pfarrdorf des Zillertbales 
Kreile Inmebrud; Schloß, Pulvermi 
abel» u. Eiſenzeugfabrik; 2000 Em. 

FugenPäfer (Byrrhus Z. ), Gattung 
börnigen Käfer. 

Fugenleim, Art Harz, womit biei 
Fugen bes Bienenftodes überzieben. 

Fugenfanitt, 1) Die Bearbeitunge) 
ber flächen der Wertftüde, welche bil 
machen, fih ohne Berbindungemittel 1 
runber ob. ſchieſen Mauern u. in og 
bungen zu halten u. fo bie verlan N 
Baumwerts uſtellen. 2) (Deralt.), ei 
—— —— die — 

ugenſtein, fo v. w. Kreuz 

—5 Friedrich Heinrich, geb. 175 
bronn, bildete ſich zum Maler in Stat 
Guibal, ſtudirte dann in Halle die I 
aber wieber zur Malerei über, inden 
Dresden umter Ofers Leitung begab. 
tamı er 1774 nad) Wien u. vervolllonumn 
kaiferlicher Penflonär nach Rom gelaub 
feines dortigen Aufenthaltes von 1775 - 
dort nah Neapel berufen, um bie Bil 
Königin mit Fresken zu fchmüden, teb 
nah Wien zurüd, wurde bort Vicedire 
Maler» u. Bilbhauerfchule u. fpäter 2 
Gemäldegallerie zu Belvedere, Hofma 
feffor u. ft. 1818. Obwohl fi F. ber 
anfchloß, welche zu feiner Zeit die beutl 
fer in Rom zu Gunſten einer Regenerat 
ſchmacks veranlaßten, fo konnte er fit 
Zrabitionen der Zopfzeit nicht ganz lot 
mälde: Johannes in der Wüſte, im ber 
zu Wien; Adam u. Eva, Johannes | 
eine heilige Magbalene, im Belvedere di 
tanut find feine. 20 Eompofitionen zu 
Meſſias, geftochen von H. Leypeld. 

Fugger. Diefes in einer Linie jeit 15 
in ber anderen feit 1803 fürftliche, in 
Württemberg begüterte Haus, ftammt ı 
bannes F., einem Webermeifter in Sri 
Dorfe auf bem Lechfelde bei Augsburg, 
Auna Meisner aus Kirchheim verdeit 
2) Johannes, der ältefte Schu de 
wurbe ebenfalls Weber, lieh fi, um 
Waaren Hanbel treiben zu fünnen, in 
nieder u erlangte 1370 dafeltfi durch 
mit Klara Widolph Das Bürgerrecht. 
Tode beirathete er eines Rathoͤherrn Zt 
fabeth Gfattermann, wurbe einer ke 
ner Zunft u. Freiſchöffe bes Febinge 
ſt. 1409 u. hinterließ 5 Söhne, ven 
dreas u. Zalob ihre® Baters Geichätt 
fortſetzten, große Reichthümer enmark 
ter zweier abeliger Familien wurdes 


nt ber reiche F., des Borigen Älterer 
:athet mit Barbara Stammler vom 
x Stammpvater der I. abligen Linie 
» (fo genannt nad dem Jalobs Soh⸗ 
n Kaiſer Friedrich IIL verliehenen 
che aber ſchon 1583 wieber ausſtarb. 
johanns zweiter Sohn, Zwölfer u. 
ı Augsburg, trieb ſchon ausgebreite⸗ 
fl. 14. März 1469 u. wurde Stamm- 
inte #8. von den Lilien, indem feine 
) Ulrich, geb. 9. Dechr. 1441, ſt. 
0, %) Georg, geb. 10. Mai 1453, 
1506, u. 7) Jakob, geb. 6. Dlärz 
Decbr. 1525, welche ben Hanbel n. 
Großartigfte trieben, fi) mit Frauen 
n Geſchlechtern verbeiratheten u. das 
rau in Tyrol bauten, vom Kaiſer 
. geabelt wurden u. ein Wappen mit 
ı. blauen Lilien erhielten. Sie hatten 
gegen Verpfändung ber Grafichaft 
ber Herrihaft Weißenhorn 70,000 
‚im Auftrag des PBapftes Julius II. 
ten ald Subfidien zum Krieg gegen 
it. Ulrih u. Zualtob flarben ohne 
kam das ungeheure Bermögen in bie 
welcher auch durch jeine zmei Söhne 
eb. Imhof, ter Stanınıpater ber noch 
ien %. ift. Die beiven Söhne waren 
‚geb 14. Oct. 1489, fl. 3. Dec. 1535, 
‚geb. 10. Jan. 1493, f- 14. Sept. 
anden bei Kailer Karl V. in großem 
r wohnte bei bein Neichätag zu Augs⸗ 
ihrem Haufe u. erhob fie 14. Novbr. 
fen u. Baunerherren auf ber 
rafenbank, gab ibnen die verpfändete 
berg u. Herrſchaft Weißenhorn erb- 
ch, verlieh ibnen durch den Siegel- 
Rechte, ſowie das Recht, Gold⸗ u. 
zu fchlagen. Sie unterftütten da⸗ 
iſer mit Geld, uamentlih 1535 bei 
ach Algier. Anton hinterließ 6 Mil⸗ 
men baar, cbne Jumelen u. Güter. 
vb erzählt, daß er, als Kaifer Karl V. 
lgieriſchen Kriegszuge bei ibm ein⸗ 
er Schuldverſchreibung dieſes Kaiſers 
ı Zinimtholz im Kamin angebrannt 
Däne). Auch bie folgenden Kaiſer, bei. 
ertheilten den Fen Vorrechte u. rei» 
cch gaben fie ten Handel nicht auf, u. 
hneu fo reichen Segen, daß fie im 17. 
⸗ 6 Derrichaften, 57 andere Orte u, 
erinu. bei Augsburg befagen. Dabei 
e die Wiſſenſchaften u. Künfte, nuter⸗ 
u. Mufiter, bejaßen tie Toftbarften 
u. waren ſehr wohlthätig; fo banten 
ı der Armen bie Suggerei in Augs⸗ 
ifteten viele Krankenhäuſer, Schulen, 
ch für die Kirche forgten fie u. legten, 
on abgeneigt, zahlreiche Spenden für 
: Kirche nieder. Bon Raiınund u. 
m bie noch beftehenten zwei Linien: 
ndus⸗Linie, gegründet von %.8); 
me vier Söhnen wareu Ulrich (fl. 
ſtoph (ft. 1579), umbeerbt geftorben, 
ganze — Vermögen an ſeine 
zöhne, Jobann Jalob u. Georg, welche 
ni Aſte gründeten: a) der jet ausge⸗ 
aunn⸗Fakobb⸗Aſt, gegründet von 


78T 


10) Joha un Iatob, ättefem Sohn von Raimun- 
bus, geb. 23. Dec. 1516, erhielt bei der Theilu 
Pfirt, Altlirch u. Ifenheim, war Kanzler u. Ra 
dreier beuticher Kaiſer u. ift auch ala Gelehrter be⸗ 
fannt; er fl. 14. Juli 1575 u. am 15. Sept. 1857 
wurde in Augsburg fein, vom König Ludwig ber 
Stadt geſchenltes Standbild aufgeftellt. Seine Enlel, 
Söhne von Konftantin I., fitfteten brei Zweige, 
welche alle wieber erloſchen find: aa) Pfirtſcher 
Zmeig, ausgegangen von 11) Kranz Benne, 
Konftantins I. ältefiem Sobne, geb. 1601, ft. 1652; 
ber Letzte beflelben war: 12) Graf Johann Em- 
manuel, geb. 1761, fl. 1646. bb) Sulmertius- 
ger Zweig, ausgegangen von: 13) Couftan- 
tin II. zweitem Sohn Konftantins I. ; erloſch 1738 
im Dannsflamin. co) Adelshofer Zmeig, 
entftammt von 14) Johann Fried rich, drittem 
Schn Conftanting I. ; zu Diele gehörten: 13) Mar 
Joſeph, geb. 1677, war Geheimer Kath u. Feld⸗ 
marſchalllicutenant u. ft. 1751; u.16) Graf Ignaz 
Joſ. Conſtantin, geb. 172U, mar baieriicher Geh. 
Rath u. Conferenzminiſter u. ft. 1791 ; mit feinem 
Sohne, Joh. Bapt. Nepomuk, erloich 1795 diefer 
Zweig. 5b) Der noch blühende Georgs-Af 
(Kirhberg-Weißenhorn), gegründer bon ze 
17) Georg, zweiten Sohn von Raiımundus, geb. 
21. Nov. 1517, erbielt bei der Theilung mit jeinem 
Bruder Johann Jaleb tie Grafichaft Kirchberg u. 
Weißenborn u. ft. 12. April 1579. Diejer Aſt war 
jeit 1615 in zwei Zweige getbeilt, ift aber jetgt wie⸗ 
ber vereinigt u. repräjentirt bie Raimundus⸗Linie, 
deren Beſitz in den baieriichen Herrſchaften Wei⸗ 
ßenhorn, Wullenſtetten, PBiafienbofen u. Morſtetten 
u. der württembergiſchen Grafſchaft Kirchberg mit 
einigen Rittergütern, zulammen 4,33 COM. u. 
13,300 Ew. beftebt. Jetziger Chef ift: 18) Graf 
Raimund, Sohn des 1846 verftorbenen Grafen 
Joh. Nepomuk Friedrich, geb. 29. Juni 1810, 
folgte feinen Bater in Folge von befjen Abbication 
20. Juni 1839, er iſt erblicher Reichsrath ber Krone 
Baiern u. baieriſcher Major à la suite; ſeit 1842 
vermählt mit Bertha, Tochter des verſtorbenen 
Fürſten Johann Alovs III. von Ottingen-Spiel⸗ 
berg (geb. 1818); Erbgraf iſt Franz, geb. 1843. 
b) Antonius⸗Linie, gegründet von F. 9); 
feine drei Söhne, Marcus, Johann u. Jakob, grüne 
beten brei Äfte, von denen noch bie zwei leiten blü⸗ 
ben: a) Marriher Alt (Nordendorf) ge 
gründet von: 19) Graf Darcus, älteſtem Sobn 
von Antonius, geb. 1529, war ein Freund der Ge⸗ 
lehrten u. ft. 13. Juni 1597; erfchr.: Wie u. w 
man ein Geftüte von guten edeln Kriegsroffen au 
richten foll, Augsb. 1578 u. d., n. U. von Wolſtein, 
Wien 1788, 2Bde. Diefer Alt ſtarb 1671 wieder ab. 
byHansſcher All Kirch heim), gegründet von: 
20) Graf Johann, zmeitem Sohn von Antonius, 
jein dritter Sohn Chriſtoph (geb. 1566, ftarb 1615) 
wurbe Stammvater zweier Zweige, welche noch 
blühen u. bie gräfliche Antonius »Yinie vepräfen- 
tiren: aa) Johann⸗Erneſtiniſcher Zweig 
zu Glött, befittt Gldtt u. Oberndorf, 1,3 DM. 
u. 3WO Em. ; Stifter: 21) Graf Johann Eruft, 
älterer Sohn Chriſtophs, geb. 1590, war Reiche» 
bofrathepräfinent; jepiger Chef ift: 32) Graf Fir 
belis, Sohn bes 1626 verftorbenen Grafen Sol. 
Sebaſtian Eligius, geb. HH März 1795, juccebirte 
feinem Vater, vermöge libereintunft mit feinem 
Älteren Bruber Karl (geb. 1789, fi. 1855) im Jah 


feit 1820 vermählt mit Therefia, geb. v. Pell- 
hofen; Erbgraf it Ernft, geb. 1821. bb) Otto⸗ 
Heinrihiher Zweig zn Kirchheim, dazu 
ehsren die Herrſchaften Eppeshaufen, Kirchheim, 
—* ꝛc.; 1,2s5 DOM. 2500 Ew; Stifter: 23) 
Graf Otto Heinrich, jüngerer Sohn bes Gra⸗ 
fen Chriſtoph, geb. 1592, nahm am Dreißigjährigen 
Kriege Theil u. fi. 1644 als f. f. Kriegsrath, Ge⸗ 
neralfeldzeugmgifter u. baieriicher Geheimerath u. 
Oberfilämmerer. Bon den von feinen zwei Söh⸗ 
nen andgegangenen Nebenzweigen if ber Norden⸗ 
borfer 18418 mit Graf Karl Anton mwieber verblübt; 
you dem noch blühenden ift jetiger Chef: 34) Graf 
Bhilipp, Sohn des 1837 verftorbenen Grafen 
FJoſeph Hugo u. ber Anna Maria geb. v. Desloch, 
eb. 9. November 1820, feit 1838 Erbe von Ho- 
ened u. 1840 Nachfolger feines Better Mar; er 
iR unvermählt. ce) —R— (Wöllen« 
burg) Iugger-Babenhaufen, gegründet von: 25) 
Jakob, jüngfien Sohn von Antonius, geb. 1547 
n. geft. 1598; deflen Stamm wurde fortgejetst von 
26) Johann, zweitem Sohn bes Bor., geb. 1563 
m. geft. 1633; feine Söhne: 27) Graf Jakob, geb. 
B6UB, diente als Oberſt unter Wallenflein im 
Dreißigjährigen Kriege u. fiel 24. Auguſt 1632 bei 
Sur. 28) Graf Johann Franz, Bruder bes 
or., geb. 1613 u. ft. 1685; wurde ber Stamm- 
Dalter; von feinen Nachkommen murbe 20) Graf 
Anjelm Maria, geb. 1. Zuli 1766, am 1. Aus 
um 1803 vom Kaijer Franz nebſt feiner männ⸗ 
ihen Deſcendenz nach dem Recht der Erfigeburt 
in ben Reihefürftenftand erhoben; bas Für⸗ 
entbum Babenhauſen, beſtehend aus den Herr- 
haften Babenhaulen, Boos n. Kettershaufen, 
TOM. mit 11,000 Ew., wurde aber fchen 1805 
feiner Souveränetät entkleidet u. der Krone Baiern 
untergeben; bafür wurde der Graf Anſelm Diaria 
1808 Kronoberftlänumerer u. 1518 erblicher Reichs⸗ 
ratb in Baiern; er fl. 22. November 1521. 30) 
Fürft Auton Anſelm, Sobn des Vor. geb. 13. 

anuar 1800, jolgte 1821 jeinen Vater u. fl. 23. 
Mai 1536; er war jeit 1525 vermäblt mit Fran⸗ 
zisfa, geb. Brinzeffin von Hobenlohe⸗-Bartenſtein⸗ 
Jartberg (geb. 1507). 31) Fürſt Leopold, älte- 
ſter Sohn des Vor., geb. 4. October 1827; folgte 
feinem Qater 1836 unter Vormundſchaft, ift Stan- 
desherr u. Fürſt zu Babenhanſen (f. d.), Boos, 
Pleß, Wald, Wöllenburg, Markt, Bieberbach ꝛc. 
Graf von Kirchberg u. Weißenhorn u. ſeit 1857 
vermählt mit Anna, geb. Gräfin Gatterburg (geb. 
1838). Bgl. Grenealogia domus Fuggeranae, 
Augsb. 1618, deutſch Augsburg 1620, u. vermehrt 
ale Pinacotheca Fuggerorum, Ulm 1754. 

Fuggerei, Binnenftadt in ber Zatobervorftabt 
ae Otte (lat. Di ),t 

etta (ital., Diuf.), Heine Fuge, f. u. Fuge. 

Fugitiv (v. lat.), flilchtig. ji sus 

Fugitivus (röm. Aut), 1) lüchtling; bef. 
2) entlaufener Sklav, zu deffen Aufſuchung bie 
Fugitivarii beftellt waren. 
.Fuglefang, Bergſpitze bes Langfjeld - Gebirges 
in Norwegen; 5000 Fuß hoch. 

Buglöe, 1) Inſel an der Nordweſtküſte Nor- 
wegens im Anite Norbland; ein fteiler Felſen, der 
IE 1990 Fuß über das Meer erhebt u. der Schiff⸗ 
ahrt gefährlich ift; 2) bie norböftlichfte der Faröer⸗ 
Inſeln, Hein, jedoch bewohnt, bat eine Kirche. 


m 


— — 


Juggerei bis Fühlkäfer 
1826, if erblicher Reichtrath ber Krane Baiern u. | 


.Juss.), Pfanyengete 
— tn ibiscens; 
übamerila. 


ugſchnitt (Bauf.), fo v. w. agenj 
gung, 1) Ereigniß, ‚She 
berbeigefübrt worden zu ſein, het 
ches durch Vorſicht nicht bat vermieden y 
nen; 2) Ereigniß, in welchem man ab 
eine Weisheit unterfcheibet ; vgl. Berieb 
Fühlen, 1) einen finnlichen Gintrad 
Taflfinn, ob. durch bas Gemeingefüh 
2) überhaupt Empfiubungen baten; 8 
mit dem Sanbfäuftel das Geftein un 
ea Ioder ob. feft fei; 4) bas Gefteinf 
es ift ſchon etwas locker. 
Gene fo v. w. Fühlfäben. 
lergänge (Ambulacra), Na 
durchbohrte Warzen, welde in Rımm 
Schale ber Seeigel binweglanfen; gem 
foldyer Rinnen fünf Baar. Aus ten 
das Thier feine Fangarme herans. 
Wühle® (Bäplier), Bolt, |. Fonlabt 
Fühlfäden (Bühler, Tentarula). 2- 
förmige, einſtülpbare Auswüchſe an t 
mebrerer Weichthiere, zum Fühlen. 
üblfarrn, ift Onoclen. 
ühlhebel, befleht in einem mal 
Hebel, deſſen kurzer Arm durch eine 
jenen Körper gebrüdt ift n. eine Bewegr 
melche in bebeutenb vergräßertem Mi 
längeren (vielleicht funfgigmal fo langen) 
Kreistheilung verfehenen Hebelarm mi 
abgelefen wird. Er bient, um ſehr Meis 
rader Linie fortichreitente Bewegungen 
Linie) od. Drehungen eines Körpert 
machen. Man kann bie Feinbeit ber 
dadurch noch weiter treiben, daß man 
Arm des erſten Fes auf Den kurzen ei 
wirken läßt. Einen mit einer Waſſern 
denen F. (Niveau-F.) bat Nepielt 
Meflungen des Secundenpenbils u. 
bes preußifchen Maßes conftruirt. 
Fühlhörner (Antennae), beornart 
liche, gegliederte Spitzen, welche Juſe 
Augen auf der Stirn ſitzen, dienen zu 
der ihnen aufſtoßenden Dinge; fie f 
artig (setacene), fabenförmig (Aliform 
förınig (moniliformes), durchblättert 
tae), in eine Granne geendigt (nristats 
Endknöpfchen verjeben (capitatae) x. 
ften drei Glieder heißen Wurzelgl 
oberen Geißel (Flagellum). 
Fühlhornträger, Art ter Gattin 


no 

ihltafer, 1) (Psellaphii Zatr.). 
Familie der Käfer mit drei Fußgliede 
fhnurenförmig, am Ende verbidt, ve 
des halben (vorn fchmäleren), länglu 
Körpers, Kopf flumpf, Blügelbeden ball 
unter Steinen in ber Erbe. Einige 
ben ſechs⸗ u. wenigergliederige Fübler, a 
lentäfer (Claviger), Augen u. Firm 
Oberliefer kurz, eine Fußklaue; in Amt 
wo fie die Ameifen füttern n. an ihren ö 
jungen; Arten: Yangbörniger 8. 
cornis), zimmibraun, bei ter ge 
Brauner. (U. testaceus); br Ar 
Augen deutlich, Fühlhörner einglieden 


. Fühlkraut Bis Fuhrmann ' 


rige Fühler, ale: ed Chennium | Taflo entnommen iſt 


ſchnurenförmig, faft durchblättert, 
ẽßer u. an jedem Fuß zwei Klauen; 
deriger$$.(Ch. bituberculatum, 
), braun, mit vorftehender Stirn n. 
tten Linie an ben lügelbedrändern ; 
ih; dy Dionyx, zwei Fußkrallen, 
rglied fehr Mein, 8.— 11. -bider; 
s Leach., zweites Fuhlerglied bider, 
rcopagus Leach., zweites Füb- 
6; 8) Ctenistes; h Bryaxis 
gentlichef.(Pselaphus /Terbst.), 
ihlerglieber größer, Oberkiefer horn⸗ 
dreijeitig, Art: Eingedrückter F. 
), ſchwarz, mit eingebrüdtem Hals- 
) |. u. Geißelläfer (Scydinenus). 
', ift Biophytum sensitivum. 
(Erpeton Lacep., Rhinopirus 
ng der Schlangentamilie Schlinger; 
‚ah, hinten breiter, mit großen Blat- 
yerleib beichuppt, Bauch beichilbert; 
pten Naie zwei meiche Vorſprünge; 
beihe %. (E. tentaculatum, Rhi- 
eton Mess.), blaßröthlich, Länge 
n oflinbiichen Inſeln. 
u, . u. Fühlhebel. 
en, ſo v. w. Sinnpflanzen. 

e. ſo v. m. Rungelichlange(Caecilia). 
ſtäfer, jo v. w. Samenkäfer. 
1) das leiſe Gefühl mit dem Ellen⸗ 
zliede ſtehenden Soldaten von ſeinem 
sach ber Seite bin, nach welcher bie 
rößere Abtheilungen (im Bataillon) 
ach ber Mitte, ſchwankende Abtbei- 
n Drebpunkt; 2) von zwei feindlichen 
an fie baben F., wenn bie eine bie 
us den Augen verliert, 3. ®. eine 
e feindliche Arriiregarte; 3) in der 
die F. Das leiſe Anlegen der eigenen 
des Gegners. 

‚fe v. w. Halsbafenwurm. 
uß in preußiſch Sachien u. Anhalt, 
Bernburg in die Saale. 
‚9. m. Fünen. 
fo v. w. Erzieher; 2) (Guides), in 
een, 3. B. bei ten nach franzöſiſchem 
bten, Die Untereffiziere auf den Flü⸗ 
Pelotono), welche bei allen Richtungen 
bie Frontlinie zu bezeichnen baben u. 
amärjchen an der Epite ihrer Ab» 
; 3) bei ten alten Landoknechten ein 
er die Beſtimmung batte, den Kühn 
zu weifen cd. tie Fourierdienſte zu 
Anfang des 17. Jahrh. hatte ſich der 
t Fürfprecdher der Soldaten bei ben 
jeſchwungen u. bei ben Naiferliden 
fung Des 15. Jahrh. mit den Fähn⸗ 
bt über ben Feldſcherer u. ten Mes 
Compagnie; 4) bei mehreren Ma⸗ 
yeil, welcher bie Richtung eines in 
tzten Körpers beſtimmit; 3) fo v. w. 
(Muſ.), ſ. u. Fuge n). 
ofepb, geb. 1500 zu Kratzau in Böh⸗ 
ih zum Maler unter Berglers Lei- 
1. ging dann nah Rom, mo fich fein 
ch geltend machte, daß ihm neben 
nofdmüdun der Billa Maſſimi mit 
ı Stoff tem Befreiten Jernſalem von 





| u. vereinigte in 


‚ Übertragen wurde. Naqh 
Dentſchland zurildgelehrt, wurde er PBrofeflor der 
Wiener Alabemie. Anfangs feine Thätigkeit ga 
dem romantifchen Fache zuwendend, fehloß er fi 
jpäter ber firengfirchlicden Richtung Overbeds au 
Teinen Sernälden Tiefe der Kuffaf- 
fung u. Ernft des Gedankens mit edler Formgebung, 
ohne jedoch Lie Klippe der modern⸗kirchlichen Ma⸗ 
lerei, den Mangel an kräftiger Individnaliſirung 
ber GSeflalten, zu vermeiben. 1841 erhielt er für 
feinen Triumph Cbrifti bie öfterreichifche goldene 
Künftfermebaille, wurde 1944 von ber Alademie 
in München zu ihrem Mitgliebe n. 1845 von der 
öfterreicifchen Regierung zum alademiſchen Rathe 
ernannt. Werke: Jeihnungen zu Tiecks Bhantafus, 
Goethes Erltönig, Umrifle zu Hermann u. Dore 
tbea, Bürgers Balladen ; Gemälde: Tie trauern- 
den Juden (titbographirt von Hanfflängl.), Die 
Menſchwerdung Cbriſti (lithogr. von E. VBeder), 
Der Bang nach bein Olberge (litbogr. von Peybeid), 
Der Triumph Chrifti (in der Raczynſliſchen Gal⸗ 
lerie in Berlin), Chriſtus auf dem Meere (lithogr. 
von Schaller), Gott Bater Moſe die Geſetze er- 
theileud (im Belvedere in Wien), eine Pieta (ge 
flohen von Petrraf); Fresten: in der Kirche des 
Et. Nepomuf n. in ter Altlerchenfelder Kirche zu 
Wien ; Nabirungen: Das Baterunſer (9 Blätter), 
Der Triumph Chrifti (11 Blätter). 
ihrig, von einem jungen Hunde, fo alt, daß 
er an der Feine ausgeilibrt werten kann, d. i. we⸗ 
nigſtens 1 Jabr alt; ibn f. (gänge) mahen, an 
Die Leine gewöhnen. 

Fuhrmann, Sternbild in der Milchſtraße, ofl- 
wärte vom Pegaſus, nordwärts zwiſchen Stier u. 
Zwillinge, Inienber Mann, hält in ter Haud Steig⸗ 
bügel u. Zaum u. trägt auf dem Rücken eine alte 
u. zwei junge Ziegen; enthält nach ben alten Aſtro⸗ 
nomen 5 Sterne, darunter Die Yöde n. die Ziege; 
nach neueren 66 Sterne, worunter der Steru ers 
Größe Capella u. ein Stern zweiter Größe. Nach 
Ein. fell es der Atbener Erichtbonioa ſein, welcher 
zuerft Pferde an einen Wagen ſpannte; nach Anb. 
Mortiles. 

Fuhrmann, 1) Matthias, mar Mitalieb tes 
Eremitenordens des beiligen Paulus n. fl. 1773 
als Generaltefiniter der öfterreichiichen ‘Provinz in 
Bien; er jchr.: Altes u. neues Tfterreih, Wien 
1734—37, 4 Thle.: Altes u. neues Bien, ebd. 1739, 
2 Thle.; Yeben u. Wunderthaten bes äfterreichiichen 
Apoſtels Severin, ebd. 1746; Hiſtoriſche Beſchrei⸗ 
bung u. kurzgefaßte Nachricht von der k. k. Reſi⸗ 
dengſtadt Wien, ebd. 1766 f., 2 Bde.; Allgemeine 
Kirchen⸗ u. —A von Oſterreich, ebd. 1769. 
2) Wilbelm David, geb. 1764 in Sceft, ſtu⸗ 
dirte in Halle 1733—86 Theologie, trieb aber vor⸗ 
zugsweiſe Yiteratur, Philofepbie u. Kirchengeſchichte; 
1780 wurbe er reformirter Pfarrer in Marl bei 
Hamm, 1807 an Eylerts Stelle zweiter reformire 
ter Bretiger in Hamnı m. fl. dal. 1933; er jchr.: 
Chriftliche Moral für pen Kanzelgebrauch in alpha» 
betifher Ordnung, Dortmund 1797 — 1803, 6 
Be; Chriſtliche Glaubenslehre in alpbabetifcher 
Orbnung, Lpz. 1802—3, 3 Bde.; Handbuch der 
ttaffifhen Literatur od. Anleitung zur Keuntniß ber 
grieilben 1. römiſchen Klaſſiker, Rudolſt. 1804 

is 1810, 4 Bde.; Handbuch der theologiſchen Lie 
teratur, Dortm. 1808, 2. Aufl. Lpz. 1819— 21, 
2 Bde; Anleitung zur Geſchichte der Hafjlichen Lite» 


RR 


xatur ber Griechen u. Römer, Rudolſt. 1816, 
2 Bde; Kleines Handbuch zur Kım.ıtniß der grie- 
chiſchen u. römiſchen Haffiigen Schriftfteller, ebb. 
1823; Handwörterbuch der hriftlichen Religions » 
u. Kirchengeſchichte zc., Halle 1826— 30, 3 Bde.; 
Handbuch ver neueften theologifchen Literatur, Ifer- 
lohn 1835, 1. Bd. u. v. a.; auch lieferte er ben 8. 
bis F Zei Er J. * Stobmanns biftorifch- 
biographiſchem Wörterbud. 

Führung, 1) die Leitung eines Pferdes mit dem 
‚Bügel, ſo eine ſchwere, eine leichte F.; 2) ſo 
v. w. Fügung 2); 3) 3. des vinfels, 8. des Stiſtes 
die mehr ob. weniger freie n. leichte Weiſe, ſich die⸗ 
ſer Inſtrumente zum Malen od. Zeichnen zu be⸗ 
dienen; 4) was ein Schiffebebienter für fi) laut 
Schiffsordnung auf das Schiff mitnehmen barf; 
5) das moraliſche Verhalten Jemandes; daher Füb⸗ 
rungdatteft, cin Zeugniß über bafjelbe von ber Po⸗ 
lizeibehörde ausgeftellt. . 

Führungsbogen, wenn zwei Räber in einander 

reifen, ber Bogen, der zwiſchen zwei Zähnen ob. 
Fricbftäden. 

Führungslinie, die Richtung, in welcher ber 
Kopf tes Kindes bei der Geburt Durch das Becken ge- 
langt; fie wird künſtlich beſtimmt, indem man durch 
ben Winkel, in welchem fich tie Achjen des obern 
u. untern Bedens fchneiben, eine Bogenlinie zieht. 

Fuhſe, fo v. w. Fuſe. 

Fuimus Troes! \lat,, wir find Troer gewefen!), 
zuft Panthus bei Virgil, Lei der Eroberung Trojas 
aus, daher jprichwörtlich fo v. w. Alles ift verloren! 

&uirena (F. Rottb.), Bflanzengattung, benannt 
nad) Georg Suiren (Arzt in Kopenhagen, geb. 1581, 
durchreifte zuerfi Skandinavien im botanischen In« 
terefie u. ft. 1626), außer Familie ber Uyperaceae- 
Fuireneae-Ficinieae, 3. Kl. 1. Orbn. L.; Arten: 
aſiatiſche, afrikanische u. amerifanifche GSräler. 

u⸗-kian, Provinz, fo v. w. Fo⸗kien. 

ulahdu, d. b. Land der Fulah, Lie urfpräng- 
liche Heimath Diejes Volles, wilde, unwegſame, 
didbewaldete u. an munterbar geflalteten Fels— 
maſſen reiche Gebirgslandſchaft, ſchwach bevölkert, 
aber voll Raubthiere, zwiſchen dem oberen Bafing 
u. dem Koloro in Senegambien (Weſtafrika). 

Fulahs, Völkerichaſt, welche einen der 3 Haupt⸗ 
theile der Bevölkerung Senegambiens (Weſiafrika) 
ausmacht u. in Fulahdu (ſ. d.) urſprünglich wohnte, 

egenwärtig aber ſich in Weſtafrika weit ausgedehnt 

at, indem fie nicht allein in den Bergländern Durch 
Eroberung Das Reich Timbo in Fouta Dhiallon (f. d.) 
gründeten, jondern auch ten Kiften ſich genähert 
haben, wo fie jett in Reiche Fouta Toro am Sene- 
gal- herrſchen u. eine Anzahl Heiner Staaten bie 
zum Caſawaaſa bin bilden, endlich auch unter beim 
Namen Peuls in Abhängigleit von den Diiolof- 
berrichern leben, theils auch als fefte Auſiedler, 
theils als Nomaden in den Reichen Kayor u. Wallo. 
Noch größere Bedeutung haben die nach Oſten in 
das Innere des Continents ausgewanderten F. er- 
langt, welche in den Nigerländern ben Nanıen 
Sellatab (f. d.) führen. Sum Theil find die 5. 
heidniſch, zum Theil muhammedaniſch. 

— prache, Sprache der Fulah, hat eine etwas 

utturale Ausſprache. Die Subſtantiva haben keine 
Formen für die Cafus, leßtere werben durch Prä- 
pofitionen ausgedrückt; zur ilbung des Plurals 
dienen mannigfaltige Formen, 3. B. sudu Haus, 
Plural chudi, haire Stein, Plural käje, rulde 


— — 


Fuührung bis Julba 


Wolle, Plural dule, baba Sater, 
räbe. Es gibt fein grammatiſches 9a 
baben bie Subftantiva Diminutiv- u. } 
forınen ; die Adjectiva ftehn ihrem Sul 
mit dem fie im Numerus übereinfin 
nddo mòjio ein guter Menſch, yimt 
gute Dienichen; ber Comparativ wir 
(übertreffen) ausgebrüdt Perſonlich 
find min ih, an bu, kanko er, fie, 
minnen ihr, kambi fie; fie haben 
gs abgefürzte, theils erweilerte 
oſſeſſiva erſcheinen als Suffixe: de 
Buch, defterema dein Buch ꝛc. Di 
find: 1 gotel, goo, 2 diddi, 3 tatti, 
6 jeogom, 7 jedidi, 8 jetatti, 9 jene 
Drbinalia (mit Ausnahme von ko-ı 
werben durch bie Endung ol, bol gebi 
der zmeite, tattabsl ber Dritte x. 
haben keine Endungen für bie Perſen 
aber wie bie. Subftantiva im Pim 
3; B. mi yidi ich liebe, min jidi m 
wawi bu fannft, addon bawi ihr ia 
turum wird Durch ein tem Pronen 
vorgeſetztes ma u. Abwerfung bee € 
bildet: mami yid ich werbe lichen, ba 
durch Die Endung no: mi yidino ich 
Iniperativ yéd liebe, Infinitiv 5 
Granımatif von Machrair, Yond. 18 
Bulbe, fo v. w. Fellatab. 
Yulbert, genannt ber Sokratet 
ten, ftanımte wahrſcheinlich aus Itafi 
Rheins bei Gerbert gebildet, eräffuete 
Chartres eine Schule, wo Berengar rı 
Schiller mar, wurde 1007 Biſchef ve 
fl. 11. April 1029. Er jchrieb Brich 
Hymnen, Aufjäge, herauegeg. von 3 
1585; von Ch. Villiers, ebd. 1605, ı 
ber Bibliotheca maxima patrum. 
gen bie Verweltlihung ver Biichan 
gegen ihre Theilnahme am Kriege. 
ulcaldüa (F. Poir), Pilanʒeng 
Bamilie Compositae-Mutisiaticea 
arradesiese; Art: F. laurifolia. 
Bulcard (Fulcer) , aus Chartret 
beim König Balduin von Ieruialen ı 
peregrinantium Francorum. cuı 
rusalem pergentiun, eine Geichich 
fahrer bis 1127 im 4. Bante v 
Scriptores historiae Franc. 
Bulcinius, C., ging 435 v. Ihr 
fandtſchaft nach Fidenä, um ten Gru 
biefer Stadt an Die Bejenter zu uns 
ber Bejenterfönig Tolumnius ließ 
jeinen Collegen töbten Zu Rem wu 
ben Roftris Denkſäulen geſetzt. 
Fulco, 1)—5) 8. 1.—V., Grafe 
ber Nette zugleich König von Jcruicl 
Geſch.). 6) Gründer des Aulco-Cfte 
femme im 12. Jahrh., f. u. Efter 
eit 882 Erzbiſchof zu Rbeims; tbatr 
len, krönte Karl den Einfältigen zum. 
unter ibm Graf u. 900 auf Anſift 
Grafen von Flandern, wegen eine 
Kirchengüter ermortet. 
Fulcra (lat.), Stüten. 
‚ Fulda, 1) Fluß in Norddeutchle⸗ 
in ber bairifhen Proviny Unterfra 
norbmweftlichen Rhön, am Fuß der lt 


Fulda‘ F 


dem Dorfe Oberuhauſen, ale eine ſehr 
alte Qulle aus dem Faldaer Brunnen; 
verliert ſie ſich unter ſchwammigem 
‚tt bei dem genanuten Dorſe 4 Fuß 
bereer; nach u. nach treten 7 Bäche 
in erhält der Fluß den Namen F. von 
; achten fie von bier ein an jeltenen 
hes Wieſenthal durchfloſſen bat, ver⸗ 
ren Namen wiederum mit dem des 
r Waſſers u. ter Wanne, tritt bei 
nach Kurheſſen ein, von wo ihre Haupt⸗ 
bisher mehr weſtlich war, eine nord⸗ 
darauf tritt ſie ins Großherzogthum 
durchfließt daſſelbe auf der Oſtjeite bes 
etwa 5 Stuundeu weit, bildet dann 
wiſchen Kurheſſen u. Hanuover u. ver⸗ 
ei Münden mit der Werra, wodurch 
itſteht; in ihrem 54 Stunden langen 
fie rechts die Haun u. Loſſe, links bie 
tz, Joeſſa u Eder anf u. iſt von Hers⸗ 
große Kähne ſchiffbar. 2) Provinz in 
us dem Titel eines Großberzogthums, 
ſetzt ans den heſſiſch gewordenen Thei⸗ 
thums F., ben Auitern Friedewald u. 
Fürſtenthums Niederheſſen, aus dem 
Herofeld u. ber abgeſenderten Herr⸗ 
alkalden auf dem Thüringer Walde; 
eil grenzt an Kurbeſſen, die großher⸗ 
che Provinz Oberheſſen, an die kur⸗ 
oinz Fulda, das baieriſche Unterfran⸗ 
mariſchen Kreis Eiſenach; iſt gebirgig 
je tes Vogelsgebirges u. der Hehen 
häler find zum Landbau geeignet u, 
nibrend auf ten Höhen ein rauhes 
bt, unter weichen die Lauten oft leiden. 
Bunte ijt der Biberficin von 2165 Zuß 
ſe F., u. der niedrigfte Bunfı ift nech 
seresböhe, höbere Berge liegen in dem 
n Theil Schmallalden, vor allen ber 
he Inſelsberg, ber Seunberg, Gieſel⸗ 
rehang, Siiller⸗Stein u. a.; bewäſſert 
da mit der Haun, Flieder u. Lüder, u. 
ig. Producte ſind Eiſenerz, das in 
verarbeitet wird, viel Holz, bei. Bu⸗ 
lohle, Getreide, Flachs; einen wichtigen 
et die Viehzucht, ſowie die Spinnerei, 
Zaummell : u. Tuchweberei, Gerberei; 
ner der Previnz, welche Lie ärınften in 
ſein ſcheinen, folgen I in Der 
Sitte des Laudgehens u. ziehen, Ar⸗ 
durch das Mainthal ar den Mittel⸗ 
1; 41,5 CD. mit 135,700 Ew., meift 
Zbeilt ſich in die vier Kreiſe: F. Hün⸗ 
db u. Schmallalten. 3) Kreis Darin mit 
das alte Buchonia (Land Der Buchen) ; 
ht mit 20,009 Ew. 5) Sauptftabt der 
er Fulda, über bie zwei lange fleinerue 
ven, bat acht Vorſtädte (darunter Als 
iterburgı; Sitz ter Regierung u. eines 
„des Biſchofs ſür Kurheſſen, eines 
andrathamtes u. anderer Bebörden; 
debäuten der Stadt zeichnen ſich vor 
3 ter Dem, mit ten Gräbern bes 
u. Kaiſers Konrad J.; daneben Die 
dichaeliskirche, von deren erfter Anlage 
J— 522 noch deutlihe Spuren vorhan⸗ 
18 Reſidenzſchloßz, vor melden 1542 
ud bes Bontfacius, von Henſchel in 
Rerifon., 4. Aufl. VI 


Tür 


Cr gegoffen, aufgerichtet murbe; bad Gymnaſial⸗ 
u. Bas Bibliothekgebäude. Unter ben Plätzen ift ber 
ſchönſte der Domplatz, mit zwei Cheliefen gegierk, 
F. befigt außerdem vier fatholiihe Pinrrlicchen, 
eine evangeliſche Kirche, katholiſches Prieſter⸗ m. 
Schullehrerieminar, Gymnaſium, Temijchule, zwei 
Nouuenktlöſter (weibliche Unterrichtsanftalten), 
Real» u. Handwerksichule, viele andere Schulen, 
Yaudesbibliotbel, welche 1775 errichtet wurde ıL 
einen Theil der Bibliethet des Kloſters Mein 
arten erhielt, Waiſeubhaus, Hoſpital, Landkranu⸗ 
enhaus. Die gewerbliche Thätigleit ift umfünge 
reich; bier die größte Baumwollenfabrik Kur⸗ 
heſſens, Fabrikation von Eſjſig, Leiuwaud, Garn, 
vorzüglichen Blasinfirumenten, Bleiſtiften, Papp⸗ 
ſchachteln, Wachelichtern, Strohhüten, Bier; außer⸗ 
dem Gerbereien, Färbereien, Wachsbleiche, Salpe⸗ 
terſiederei, zwei Buchhandlungen, cine Lithogra⸗ 
phiſche Anſtalt u. eine Buchdruckerei; 10,000 Ew., 
ohne Garniſon. Dabei der Frauenberg (mit 
Anlagen u. einem Berguügungsort, Frauciscauer⸗ 
tiofter), u. ter Calvarienberg, au teilen Suße 
ber BYonifaciusbrunnen, tie Faſanerie Adoilfsech), 
Luſtſchloß mit ſchönen Garten u. an Dim Jo⸗ 
bannisberg ein Dem Selterſer ähnlicher Mi⸗ 
neralbrunnen. Bgl. Schueiter, Tepographie, 
Fulda 1806; Buchonia, Zeitichrift für vaterläu— 
diſche Geſchichte ꝛc., ebd. 15265 — 1820;: Piiſter, 
Yantestunde von Kurheſſeu, ebd. 1841. — F. 
war in den älteſien Seiten ein Zbeil der Provinz 
Buchonia. 744 veraulaßte St. Bouifaciud ben 
Abt Sturm, ein Benedictinerkloſter bei einer Furth 
über Die Fulda im Bau Grabfeld zu bauen, welches 
Papſt Zacharias I. 751 unmittelbar unter den 
Römiſchen Stuhl ſtellte. Bald Darauf wurde ınit 
dem Kloſter eine Gelehrteuſchule verbunden, welche, 
beſ. ald Hrabanus Maurus Dajelbjt Yebrer war, 
einen heben Ruf erlangte. 965 ertbeilte Papft 
Schaum XVII. dem Abte von F. den Primat unter 
allen Abten in Gallien u. Deutſchland; 9949 bes 
ftätigte Sylveſter II. dieſes Recht u. fügte das 
Recht, an Den Römiſchen Stuhl zu appelliven u. 
Kirchenverſammlungen zu halten, binzu. Das 
Kleſter wuchs an Macht u. Reichthum, u. die Abte 
thaten viel jür Gelebrſamleit u Wiſiſenſchaften; 
aber bie Sitten Der Dlönde arteten dabei jo aus, 
bat; Abt Richard 1021 irländische Röuche zur Her» 
ftellung ber Zucht lommen laſſen mußte. Ihr Kloſter 
wurte ein eignes Hochſtift, u. ibre Äbte waren 
Reichsfürſten (Fürſtbiſchöfe). Abt Marquard ums 
gab %. um 1150 mit Mauern. 1331 Aufruhr 
der Bürger unter ben Klojtervogt, Graf Johann 
von Ziegenhain, gegen den Abt Heinrich von Dome 
burg, weil er ihnen zu fireng regierte, 12 der Rädels⸗ 
jührer wurten enthaupter u. ihre Güter eingezogen. 
1356 erhob Karl IV. ben Abt zum Erzkanzler ber 
Kaiſerin. 1513 wurde Die Abtei Dirichfelb dazu 
geſchlagen; 1525 ward es von ben Bauern verwüſtet. 
In der Zeit der Reformation erhielten tie neuen 
Ideen auch im Gebiete ter Stiftes Fulda Eingang, u. 
1542 wurde bein Abt Jehann eine Reformations⸗ 
ordunng auigebräugt, weiche ter Evangeliſchen 
Yehre weitere Ausbreitung dort verfchaffte. 1973 
begann Abt Baltbafar Die Gegenrefermation. Als 
Landgraf Wilhelm V. 1631 einen Vertrag mit 
Guſtav Adolf von Schweden abſchloß, erhielt er 
das Stift als ſchwediſches Lehn u. begann nun bie 
Ausbreitung ver Reformation im Sulbaifigen ernſt⸗ 
o 


Allerdings war er der letzte, ber mit fürftlichen 
Ehren begraben wurde; fein Nachfolger Adalbert 
wollte durchaus nicht an bie Säcularifirung bes 
Stifte glauben u. nicht von feiner Stelle meichen, 
ſelbſt als ber Fürſt von Oranien erihien, war er 
noch nicht and bem Schloffe gemichen. 1806, als 
ſich der Fürſt von Dranien weigerte, Dem Rhein- 
bund beizutreten, mebiatifirte Anfangs Napoleon 
die andern Erbftaaten des Fürſten u. nabm ihm 
im Oct. 1806, als er gegen Frankreich gefochten 
hatte, auch %., welches 1809 mit den Staaten bes 
Fürften Primas verbunden wurde. F. blieb bie 
1813 beim Großherzogthum Frankfurt u. wurde 
1815 an Preußen abgetreten, das es in demſelben 
Sabre an Hefien u. zum Theil an Weimar abtrat. 
Hier am 2. Nov. 1813 Vertrag der Altirten unter 
Führung Ofterreihs mit Württeniberg (ſ. d. Geſch.), 
woburd biefes der Sache jenes gegen Napoleon 
beitrat. Am 2. Nov. 1850 wurbe $. von den Preu⸗ 
en befeht, aber nach dem Zujammenftoß ihrer 
orpoften mit ben Ofterreichern am 8. Nov. bei 
dem naben Bronzell am 9. Nov. freiwillig geräumt 
n. von den Baiern bejeßt. Vgl.: Brower, Anti- 
uitates Fuldenses, Antw. 1617; Chronik von 
.744 — 1838, Baba 1839; Dronte, Traditiones 
et antiquitates Fuld., Fulb. 1844. 6) Sonft De- 
partement im Königreich Weftialen, nach dem Fluß 
. benannt, 101, OM., 259,000 Ew., Haupıftabt 
aſſel. 
ulda, Friedrich Karl, geb. 1724 in Wimpfen; 
wurde bolläntijcher Feldprediger, daun Prediger 
anf Hohenaſperg, ferner in Muͤhlhauſen in Wilrt- 
temberg_u. enblich in Enfingen, wo er 1768 ft.; er 
fehr.: Über die zwei Hauptpialelte der Dentichen 
Sprade, %pz. 1772; Sammlung u. Abftanımung 
der germaniſchen Wurzelwörter, Halle 1776; 
Örundregeln der Deutfchen Sprache, Stuttg. 1778; 
Verſuch einer allgemeinen Idiotikenſammlung, Berl. 
1788. Sein Gothiſches Sloffar ftebt (umgearbeitet 
von Reinmwald) in Zahns Ausgabe des Ulfilas; er 
gab auch eine Geſchichtskarte in 12 Blättern, Ba. 


au au Malsnatchirhse a Por 5 Lg or 


Fuleli (Butelt, deleui 
bes Indus im ber Provinz 
Bräfidentihaft Bombay ( 

ch bei Hyberabab mit ben 
rın bes Indus 

Sulfüla (a. Geogr.), € 
Latium; jet Monte Fusco 

Fulgent (v. lat.), gläı 
Schimmier. 

Fulgentius, 1) Fer 
Funr des Folg., ging m 

rianern vertrieben, in bie 
binien, wo er lange im K 
nus mit ihm lebte; 523 nı 
murde er Dialon zu Cartha 
De duabus in Christo r 
Theopafcitenftreites), De 
centiae; Breviatio canon 
Epistola pro tribus cap 
phalos (546 geichrieben, 
Berdbammung ber brei Ca 
Fulgentii Ruspensis; 0) 
Ehifflet, Dijon 1649. 2) 
bius Gorbdianus (F. A 
Leptis in Byzakene, aus eir 
giihen Geſchlecht, Procura 

inſiedler u. Mönch im Kle 
auf in einem andern Kloſte 
den Arianern vertrieben wu 
u. wurde nach feiner Rildfet 
Vorſteher eines Kloftere ı. 
Bon dem arianiſchen König 
Dinien verwiejen, baute er 
liari ein Klofter; er wur 
Eril zurlidberufen, zwar a 
nern vermwiejen, aber als Tb 
war, gin er in fein Bist 
533. 1 r.: Opera (dari 
nımum; Contra objectic 
Thrasimundum regem \ 
natum contra ‚Arianos; I 


Halgid bie Fuller. 


De prisco sermone (in den Sammlungen 
amsatiler yon Sothofrebus u. Putfche). 
Igid (v. fat.), ſchimmernd, glänzend. 
tum (a. Geogr.), Municipalflabt in Um⸗ 
est Foliguo. 
‚ füblicher Rebenfluß des Ganges in der 
 Dabar der inbobritiihen Präſidentſchaft 
,‚ nimmt ben Mabonah auf u. mimdet 
here Monghir. 
orellen (Zuigorelle), bei Tatreille Abthei⸗ 
us der Familie der Cicaden; die Fühlhörner 
nter ben Augen eingefügt, bie Stirn if oft 
yert. Dazu bie Gattungen A) mit vorſtehender 
‚2 Nebenaugen; Zaternenträger (ſ. d.). 
t vorſtehender Stirn, ohne Nebenaugen, 
edem Fühlhorn ein Heiner Anhang; Otio- 


ı (Cobax), aus der neuen Welt. C) Kopf 


Kortiay, Fühler außerhalb der Augen, 2 
mgen;a) Walzencicade (Lystra), Kör- 
lügelveden verlängert; Art: L. lanata, 
bamerita; b) Minircicabe (Cixius), 
mer unter den vorftehenden Augen einge- 
ruſtſtũck rautenförmig, Leib länglich breiedig, 
ecen lang; Art: Gerippte M. (C.ner- 
Flata nervosa Panz.), braun, Flügel⸗ 
durchſichtig braungefleckt; auf Wieſen in 
ec) Tettigometra (Latr.), bie 
wmer liegen beim bintern Winlel des Kopfes 
I vorbern bes Bruſtſtücks, die breifeitigen 
er nicht vor; Art: T. virescens, mit 
en Flügeln. D) Kopf ohne Fortſatz, feine 
gen: a) Schedzirpe (Poeciloptera), 
auf einer Erhöhung, der Rückenſchild groß, 
itzig, bie Stägelbeden nod einmal jo lang 
Körper; Art: P. phalaenoides, da8 Ded- 
mit zarter Wolle bebedt; b) Flata 
) Kopf kegelförmig nad) der Spitze zu edig, 
Stirne längliche Erhöhungen, Augen vor- 
„_Räffel länger als die Hälfte des Körpers; 
F. candlelarıa, aus China, ſchön gezeichnet; 
Belcicade (Issus Fadr.), Yab-turz, faft 
5, Wlügel breit, an der Wurzel u. an ber 
gebogen, Mittelbruftring von ber Länge 
ruftrings; auf Bäumen u. Sträudern, 
‚ Art: Käferartige B.(Ix. coleoptratus, 
pis c.), Ylügelbeden lederartig mit braunem 
u. Adern; im Grafe in Deutfchland. Bei 
Battungen, von C) u. D) an, find bie Fühler 
[8 ber $opf, bei den folgeuben eben fo lang 
ger, bie Augen gemöhnlich in einer Aus- 
g unten am Auge; dd Anotria (Äirdy); 
enzirpe (Asiraca), Kopf etwas flumpf, 
ang, ſchmal, vorn abgeftutst, Fühler länger 
of u. Bruft; Art: A. clavicornis; ſy Keu- 
pe (Deiphax Fabr.), Kopf vorn etwas 
, Stirn verlängert, ſchmal abgeſtutzt, mit 
orfenen Seitenräudern, bie Fühler in ber 
Angenrandhöhle, kurzes Halsſchild, an den 
chienen Zähne; Art: Gerandete Keu⸗ 
pe (D. liubata), Kopf braun, Flügeldeden 
4, braun geadert; 8) Derba, noch ziemlich 
ant. Noch wird hierher gerechnet bie Flach⸗ 
(Bicania Germ.), Kopf fury, faft jo breit 
ı Halsihhild, Stirn nicht Ütergebogen, feitlich 
wöibt, Augen vorſtehend, Fluͤgeldecken groß, 
ibgeſtutzt, breitranbig, flah; Art: Augige 
jirpe(R. ocellata), Flügelbeden gegittert. 
göfo,, Campo, fo v. w. Campo Fregoſo. 


287 
(lat.), Blig; daher Yutgueisen, biigen, 
plängen, en hen länzend; Fulgurales 
ibrl, Blitbächer, ſ. u. truftifce Sprache; Ua 
quration, 1) bas Bliken, We en; 2) SiL- 
berblid. Daher Fulgurateres (rõm. Ant.), fo v. m. 
Bidentales, 
urit (Min.), fo v. w. vige 
am (ſpr. Fullhãm), Kirhipiel au 
Themſe in ber engliſchen Grafſchaft Middleſer, 
(ich von London; Palaſt des Biſchoft von London; 
Zöpferwaaren ; mit bem gegenüberliegenben Butney, 
an der Londoner Südweſt⸗Eiſenbahn, 17,000 Cw 
Fuli, eine Sorte türkifher Schuupftabal, ſ. ı 
"Plane 2). 


3x 


ulianfer (Sulianten),, fo v. w. 
ulica (Bläß- od. Waſſerhuhn, |. m 
Öattung aus ber Familie ber rallenartigen Sump 


v8 | allidae s. Fullcarlae). 

Eu igno, |. Boligns. 

Fuligo (fat.), Ruß. F. splendens, Glanzruß. 
F. taedae, Kienruß 2c. Fullgreis linctara, |. Ruß⸗ 
tinctur. Sutiginds, ſchwärzlich braun, beraucht. 

&uligo (F. Pers., Rußſchwamm), Bilsgat- 
tung aus ber Familie ber Gasteromycetes- Lri- 
chospermei-Aethalineae; Arten : auf Blättern u. 
Stämmen als ftaubiger od. feuchter mebrfarbiger 
Überzug; gewöhnlich zu Aethalium u. Retieularia 
Fr. gerechuet. 

Yuligüla (F. Leach., Moorente), Untergat- 
"galt Gattung Ente d). 


ifante 1). 


ule, Stadt, fo v. w. Föll. 
ulla, deutiche Göttin, entipricht ber norbifchen 
Fylla, Ipendet Segen u. Überfluß. 

Füllbaum, auf die obere Offnung eines Schach⸗ 
tes gelegter Baum, worauf die Halpeltügen ruhn, 
u. worauf ſtarke Breter gelegt werden, damit bie 
dalpeljieher darauf ſtehn können. 

Füllbecken, ein runder, kupferner Napf, an bei⸗ 
den Seiten mit Henkeln, vorn mit einer Schnauye, 
worin ber gare Sob bes Zuders in die Kühl- 
pfannen gebracht wird. . 

ulle (Roc de %.), Pyrenäenipige im fran⸗ 
zöftichen Departement Arriege. 
fe, 1) womit eine Speife angefüllt wirb 
3. B. gehacktes Fleiſch, geriebene Semmel u. ei 
u einem Teig gemacht; 2) (Fülweln, Yülbier), 
ein od. Bier, mit welchen das Faß wieber an⸗ 
efüllt wirb; 3) Vertiefung, welche ba bei bem 
Heiler entfteht, wo das euer am flärkfien brennt. 
Fülleborn, Georg Guſtav, geb. 1769 in Glo⸗ 
au, wurde 1791 Profeſſor am Elifabethanum in 
reßlau u. ft. 1803; er fchr. : Beiträge zur Geichichte 
der Bhilofophie, Züllichau 1791— 1800, 12 Stüde; 
Kleine Schriften zur Unterhaltung, Bresl. 1797; 
Rhetorif, ebd. 1802, 4. Aufl. 1523; gab heraus: 
Berfius mit ÜÜberfeguug; ©. E. Leſſinge Nachlaß 
zur Deutſchen Sprache, alten Literatur, Gelehrten⸗ 
u. Kunſtgeſchichte, 1795, u. Garve's Überfegung 
ber Bolitit des Ariftoteled, 2 Bbe., 17991802. 
ullen, ein junges Pferd, ſ. d. 
uller, Sarah argaret, ch. 1810 in Cam⸗ 
bridge » Bort (Staat Maſſachuſetts), erhielt von 
ihrem Bater, einem Rechtögelehrten, eine gelehrte 
Bildung, dirigirte 1839 bis 1944 in Bofton einen 
Verein von Gelehrten u. emancipirten Damen, 
ging dann nah New⸗NYork, um an Hor. Greeleys 
ribune zu arbeiten, reifte 1846 nad) Frankreich, 


' wo file bef. die George Sand ranger u. La⸗ 


Tas Füllerde bis.: Sulstioston] 


mermeis auffuchte, damm nach England u. Sta, | bie Sprengladung hineingefüllt wird 
gen, wo fie ſich in Mailand, Florenj u. beſ. in | wird, hierauf mit einem Holzpfropi verfei 
Kem aufhielt. gie vermähblte fie ih 1848 mit Füllmund (Baut.), fo x. w. Grunda 
dem Marcheſe Giov. Angelo heit, einem Wer | Die aus Feldſteinen verbuntene Grunte 
publitkaner, übernahm während der Belagerung | Lehm⸗ cd. jogenannten Wellerwänden. 
Roms bie Leitung eines Hofpital® u. ging na fo, Peter, u. feine Anhänger Sell 
ber Einnahme der Stadt wieder nach Florenz, | ı. Peter. 
ans Stalien verbannt, fanb ber Marcheſe 18. Juli Fülloſen, ſ. u. Ofen. 
1850 mit Frau m. Sohn bei ihrer Rückreiſe nach Sullopfer, Cpfer, welches bei ten 
Amerila im Folge eines Schiffbruchs ihren Tod. bracht wurbe, wenn einer zum Priefe 
Sie ſchr. Essay on Goethe; überſetzte auch Eder» | wurde. 
manns Geſpräche mit Goethe, fchrieb noch Papers Ballpfable, 3—5 Fuß lange vViãble 
on literature and art, Lond. 1846, 2 Bhe. | Gen bei maifiven Schleußen ter Zi 
(Sammlung ihrer Artikel in der Tribune); Wo- | zwiihen den Hauptrammpfühlen ausge 
man in the nineteenth century; rebigirte 1810 Hquader, vie Läufer bei Mauer 
bis 1544 in Vofton die Zeitung The Dial. Ihre hauenen Sanbfleinen, die eine Hin 
Memoirs gaben Efarle, Emerfon u. Channing, | von Ziegeln od. Bruchfleinen haben. 
Lond. 1852, 3 Bde., heraus. lquart (Bülkenne), die Luc 
Füllerde, 1) fette Erde zur Ausfüllung ber welche von ber Polizei zum Nachfüller! 
Deiche ; 2) trockne, von vegetabiliihen Stoffen freie | als Zuſatz verflattet wird; man rede 
Erbe, mit weicher bie Gewölbekappen oberhalb | Quart Bier 7 Ouart Wafler. 
ausgeflilit werben, welche auch unter das Pflafter üllſchnüre, fon. m. Herp (Sem. 
gebracht wird. rel (Kochk.), fo v. mw. Fülle 11. 
Füllfaß, ı) — etwas damit zu füllen, ſo Uſtange, ſo v. w. Schürbaum. 
3 (Zuttkorb, Bergb.), Körbe, zum Kohlentragen; NMftimme, 1) Stimme, melde t 
u) (Müll), f. u. Füllkleien. ſtimme im Einklange ob. in Den Octaven 
gunbale, 1) ein großer, hölzerner Trichter zum | ob. durch Verteppelung ter Accerbiat 
ih en ber Bier- u. Weinfäfler; 2) ein ähnlicher | Verftärkung berfelben dient; 2) (Orgelb. 
richter, einen jungen Bienenfchwarm bamit in | DQuint- u. Terzftimmen. 
ben Stod iu bringen. Füllſtube (Zuderf.), ein Zimmer, i 
Füllhölzer, 1) die Hölzer, welche Gei Döbel- | die Kühlpfanne mit dem völlig geicte 
deden zwiſchen bie Hauptbalken gelegt werten; | ftebt, u. aus welcher ber Zuder mt 
2) bei Blodhäufern bie Breter, welche Die äußeren | Wänten ſtehenden Zuckerformen gerült : 
änte ausfüllen. Züllung, 1) fo v. w. Fülle 3; 9) 
Füllhorn (Cornu copiae), ein mit Blumen | ber Flaſchen u. fleinernen Krüge mit S 
u. Früchten gefülltes, meiſt gewundenes Horn, | nen (3. B. Eelters, Ragezpı vca fr 
Symbol des liberfluffes, Attribut des Neichtbums | 3) bei Luſtfeuerwerken der Werfiag int 
u. der Glücksgöttin (Fortuna). Nach ben Mythus hülſen; 4) Das fenerathaltente Diittel 
fol e8 das Horn der Ziege Amaltbea, od. Bas | Den Wünten von eilernen Geldichränt 
dem, in einen Stier verwanbelten Acheloos abge- | Yeerranm zreifchen Raubgemäuer u. Ker 
brochene Horn fein. Eiſenhohkfen; 6) in der Weberci ter tb 
Füll horn, 1) (Cornularia Zamark), Sattung | weben, zwijden beide Ketten, ohne zut 
der Korallinen (der eigentlien Pelypen bei Ofen), durch geichefiene Dide Faden; er gibt 
Stanını röhreniermig, häutig, gele erböht, Täng» ! des Piques mehr Körper; 7) jede vern 
ih; Art: C. cornucopine (Tubularia ec. L.), | einer erhöhten Einfaſſung verſebene Fla 
Röhren einfach, unten verbilunt, gebogen u. run | Mörtel- oh. Gypsbewurf als Terzierun 
gli, mit einer Art won Burzeifproffen: 2) eine | feiten des Gebäubes u. ber Zimmern 
rt foffiler Muſcheln, fo v. mw. Pferbeichwanzftein, | 8) au Thilren, mo fie ſchwächer, als bie 
f. u. Acarbo d); 3) (Bot), Gattung ber Gräfer, | find; bie Thüren Haben 2, 4 ct. mebri 
fo v. m. Cornucopiä. überfchoben, wenn fie auf der eine 
Füllhuhn, junges Huhn, welches als Zins | tiefer, anf ber andern höher, als bie) 
meift fir ein Stück Rindvieh gegeben wirb, das | Liegen; 9) (Schifjem.), bie dünnen u. kurz 
in bie Waldungen ch. auf andere Grundſlücke bes | Planken, mit Tenen tie Niürergatten 
Zinsberehtigten zur Weide geht. Kiel bededt werten. 
Ukarren (Salzm.), ein Karren mit einem Füllwerk (Fülmaner. Bau, N: 
Fa e, in welchem die Sohle aus den Ealzbrunnen plekton u. Diamikton. 
in Die Sietehänfer gebracht wird; zum Füllen der Bully, Dorfim Schweizercanten W 
Fäfler betient man ſich der Füllſchlaͤuce. Martinach ander Rhone n. am une fi 
Nfleien, in Sachſen Kleien, welche Die Bäder | bar von allen ſchweizeriſchen Gemeinden 
außer ber Metze bezablen u. zwar auf 28 cheffel | Eretins; 1050 Ew.; bie Umgegend b 
Weizen ein Füufaß voll — 2 Drestner Scheffel. | gemein reichhaltige Flora. 
Fülllager (Braum.), hölzerne, ungefähr 2 Elle | Fulmar, fox. mw. Gisfiurmecatl. 
weite Tröge, auf welche Die Bierfäffer beim Sue :  Fulmen (lat.), Blits: Daher Fuimie 
elegt werden, damit Die ausgeftogenen Hefen ſich Ken; 2) verpuffen; 3) fürchterlich drol 
in den Trögen fammeln. nant, blitzend, drohend; Fulminatien. I) 
Füllloch, bei ven Hohlkugeln einiger Artillerien Wettern; 9 Exrploſion mit lebbaiter E 
ein kleines Loch feitwärts des Branbloches, durch 8) das VBerlündigen tes päpfilichen Sa 
weiches, nachdem der Brand bereits eingefetzt iſt, | Fulmicdton (Technol.), ſo v. w. Sdich 

















Yalmılkan bis: Fsia 


R == Cı Ns. Einige Chemiker neh⸗ 
nallfauren Berbintungen das Rabical 
ennen bie Knallſäure Bulminaufänre. 
Anficht hat dieſe für ſich nicht darſtell⸗ 
ie Eigenfchaft, ein Äquivalent Metall» 
arling aufzunehmen u. eine gepaarte 
ſanſäure zu bilpen, bie ein Aquivalent 
u. mit einen Aquinalent Waller das 
t. Knallſaures Silberoxyd wäre nad 
Silberfulminanſäure u. knall⸗ 
rorpblalifupferfulminanfaures 


trix legio (lat ), |. Donnerlegion. 
sure, fo v. w. Knallſäure; die Salze 
-e beißen Fulminate. 

1) Stadt im Bezirk Neu⸗Titſchein bes 
reijes Olmütz, im fogen. Kubländchen 
leſiſchen Grenze; bat Echloß mit Gär⸗ 
rllofter, Tuchweberei, auch Wollzeug-, 
u. Xeinweberei u. 3800 Gm.; war 
tſitz ber Herrnbuter vor ihrer Über- 
& der Oberlaufig; 2) Stadt in ber 
rafichaft York, Haupıfig ber engliichen 
1723 von ibnen gegründet. 

‚Dorf des Stubayer Thales im tyro- 
insbruck, welches flarle Eiienwaaren- 
.Handel mit Eifenwaaren betreibt. 


war jeit 751 Abt von St. Denys u. | 


jler) Des Könige Pipin bes Kurzen; mit 
»f Burchard von Würzburg ging er 749 
: Bapft Zacharias, um deſſen ei⸗ 
ven neuen König der Franken einzu⸗ 
eſſen Bevollinächtigter war F. 755 u. 
in Kom u. diente nach Pipins Tode 
roßen; er ft. 794. 

Ipr. Fölt'n), Robert, geb. 1767 in ber 
ancafter in Pennſylvanien; war erft 
‚dann Schüler des Malers Welt im 
das Kunſtſtudium auf, um fich in Ber- 
t Ramjey ter Mechanik zu widmen. 
ne Marmorjägemühle, einen Kahn, der 
Bafier ſchwamm, u. m. a. Mafchiuen, 
nu bie bes erften, für Die praltiiche An⸗ 
igbaren Dampiichiffes, oben an ftebt. 
Paris u. England fanden keinen Bei⸗ 
ndte fi daber nach Amerika u. ließ 
ort 18507 das erfte Dampffchiff vom 
fangs fand er auch bier wenig Anerfen- 
r aber erbielt er Patente zur Danıpf- 
ıf ben vorzüglichften Flüſſen Amerikas, 
in Gelbverlegenheit, mußte er bie mei- 
zatente verkaufen u. ft. 1815, 100,000 
miden binterlafienb; 1838 votirte ber 
niiche Kongreß feiner Familie 100,000 
ıtificatton. Auch bie Dampffregatte u. 
3, eine Zerſtörungsmaſchine für ben 
ren Ideen von ihm. 
pr. Fult'n), 1) Grafſchaft im Staate 
Rordamerifa), 244 OM.; Klüffe: Sa⸗ 
ver u. Eaſt⸗Canada⸗Creek; Boben hü⸗ 
eis gebirgig, im Allgemeinen fruchtbar ; 
Rais, Hafer, Kartoffeln, Rindvich; bie 
ca» Eifenbahn durchſchneidet den jild- 
heil ber Grafſchaft; organifirt 1838 u. 
u Robert Fulton (f. d.); 1850: 20,171 
tfladt: Johnetowu; 8) Grafichaft im 
Rfylvanien, 18 QM.; Fluſſe: Eonole- 
ing « &reefe (Rebenfäfle bes Potomac/ 


Rider), theilweis gebirgig (Clove⸗Monntain 
Sidelling⸗Hill im W.), im den Thälern frı 
im Hochlande bicht bewaldet; Producte: 
Weizen, Bauholz, Rindvieh; ein großer 
ter Grafſchaft ft noch unangebant; eine . 
beichäftigung bilbet die Gerberei; 1847 9 
1650: 7567 Ew.; Hauptort: Mc. Eon 
3) Grafichaft im Staate Arkauſas, 40 
lüffe: White-River u. Big⸗-North⸗Fork; 
ügelig x. namentlich an ben Fläüſſen ſehr 
bar, mit fhönem Weideland; Probducte: 
Weizen, Hafer, Riudvieh; 1850: 1810 Ew. 
unter 50 Sklaven; Hauptort: Zalem; 4) 
[haft in Staate Ohio, 15 OM.; vom ⁊ 
River burchflofien; Voden eben u. fruchtbar 
ducte: Mais, Weizen, Hafer, Rindvieh, Sd 
1516 gebilbet; 1850: 7791 Ew.; Hauptor 
ver; 5) Grafihaft im Stante Indiana, 17 
von Tippecanoe » River burchfloflen; Bode 
u. ſehr fruchtbar, ſchöne Brairien u. Wald 
Broducte: Wais, Weizen, Hafer, Eifen; 18 
ganifirt; 1850: 5992 Em.; Hauptort: Ro 
6) Srafichaft im Staate Kentudy, 94 DOM 
Miſſouri-River u. Dem Staate Teuneſſee be 
Boden fehr fruchtbar, Brotucte: Mais, 
Tabak, Rintvieb, Pferde, Schweine; 18 
bildet; 1850: 4446 Em., werunter 943 & 
Hauptort: Sidman; 7) Orafichaft im Staa 
nois, 40 QVi.; Aliffe: Ihinois - River € 
River, Otter-, Putnamse⸗ u. Kopperas»' 
Boden bilgelig, ſehr fruchtbar u. trefflich 
baut, ſchöne Prairien u. Waldungen; Br 
Mais, Weizen, Hafer, Kartoffeln, Rindvieh, 
Schweine; Steintoblen; Dampifchifffahrt 
Illinois» River; bie PBeoria  Dguavla « Eil 
berührt tie Rorbgrenze ber Grafichaft; 
22,508 Emw.; Hauptort: Lewiſton; 8) Stä 
Bezirk mit Poſtamt ( Post-township) in be 
ſchaft Oswego bes Staates New⸗Nork, o 


‚wego-River u. ter Oswego⸗Syracuſe⸗Giſe 


5 Kirchen, Band; 2600 Ew.; U) Stäbtifd 
zirt (Townsbip) in der Grafſchaft Schoße 
Staates Rem-Yort; 2700 Ew.; 10) Haup 
Grafſchaft Itawamba bes Staates Miſſiffi 
Tombigbee⸗River, der hier ſchiffbar wird, bi 
wafler auch für Dampfboote; 400 Ew.; 11) 
fer Bezirk mit Poſtamt in ber. ©raffchaft 
ton bes Staated Ohio; 3300 Ew.; 12) 
(Post- village) in ber Grafſchaft Hamil: 
Staates Ohio, am Ohio⸗River, unmittelb: 
bald Cincinnati, als deſſen Borftabt es zu 
ten iſt; 4 Kirchen, Schiffsban, Dampfi 
3000 Ew.; 13) Städtiſcher Bezirk in bei 
haft Fonntain im Staate Judiana; 110 
14) Hauptort der Grafſchaft Callaway bei 
tes Miffeuri; Staatö-Irrenheilanftalt, To 
meninftitut, 5 Kirchen, Alademie; Töpfer 
1000 Einm. 

Fulton Lakes (ipr. Yulı'n Leble), eine 
Heiner Seen in ven Graſſchaften Hamilton 
fimer des Staates New⸗York, die mit dem 
River in Verbindung fteben. 

Fulus, Düne, jo v. w. Flue. 

uluia, 1) vornehme Römerin, des DO. 

Geliebte, erfuhr von dieſem den Plan be 
nerifchen Berfhwörung , worauf fe benie 
Gicers entbedia, |. u. Rom (Geld). 2) 8. 
dee M. Fulvino Bomkalio, Gemahlin D 


dins Pulcher, baum bes Curio nm. enblidh bes 
Trimmvir Antonius, ehrſüchtig u. entſchlofſen, re⸗ 
durch Letzteren n., bei deſſen Aufenthalt 
ypten, durch feinen Bruder, ben Conſul L. 
Antonius, Rom ſaſt unumſchränkt; ihre Eiferfucht 
e ren Schwiegerjohn Octavianus fachte ben 

Dre ieg in Italien au. Gie ging felbft na 

ränefte u. ſammelte ein Heer; aber Idlagen flo 
noch Brundifium u. von ba na acebonien 
u. ft. bald baranf, 40 v. Ehr., in Stcyon. Cicero 
war ihr Tobfeinb, u. als ihrem Gemahl ber Kopf 
bes ermordeten Feindes gebracht wurbe, durchſtach 
fle deſſen Zunge mit Nadeln. 3) 3. Ylautifa, Ge⸗ 

mahlin des Kaiſers Caracalla. 

Fulvia lex (nicht — Vorſchlag eines 
Suloius, 146 v. Chr., daß alle italieniſchen Bun⸗ 
desgenoſſen das Bürgerrecht erhalten ſollten. 

lv ufäwefelfänte, Zeriegungsprobnet ber 
Indigblau⸗ u. Indigblauunterfchiwefeljäure. 

Yulvius. Die Fulvia gens, ein plebejifches Ge⸗ 
ſchlecht, ſtammte aus Tusculum; zu ihr gepörten 
bei. bie Familien der Centumalus, Flaccuẽ, Robi- 
lior, Pätinus u. Vevatius (f. d. a.). 

Fulvus let) braungelb. 
| m. , chemiſches Zeichen für Kumarfänre. 

: maramid, |. Fumarſäure. 

maria (F. L.), Pflanzengattung aus ber 
Familie ber Papaveraceae- Fumariaceae - Fu- 
marieae- Corydalideae, Diabelpbie, Heranbrie 
L., Kelch ——— Blumenkrone vierbl 
das obere an ber Baſis geſpornt, Staubgefä 
zweibrüderig, Schötchen nicht anfſpringend, nuß- 
artig, eiuſamig; Arten: F. officinalis Erdrauch; 
bas Kraut (Herba fumariae) Ielaig, bitter; ber 
friſche Saft wirb zu Kräutercuren gebraucht; Erd- 
raudertract(Extractum fumariae), ber einge: 
biete Saft ift ein auflöfenbes, magenſtärkendes Mit⸗ 
tel bei Verſtopfungen u. Schmäche ber Eingeweibe; 
F. vesicaria, Blaſenerdrauch; viele anbere ſtehen 
jest unter Corydalıs, Adlumia, Cysticapnos x. 

um (rdöm. Ant.), Rauch⸗ — 
Fumarolen, 1) Dampfquellen), en 
en im Erdboden, namentlich vulkaniſcher Gegen⸗ 
en, aud denen fortwährend Dämpfe ſtrömen; 
uptſächlich find dieſe Dämpfe Wafierdampf, einige 
. erhaliren indeſſen auch ſchwefelige Sänre, Schwe- 
lſäure, Schwefel, Salzfäure, Salmiat, Kochſalz, 
Borjäure, Kohlenſäure, Stidftoff 2c., zumeilen in 
folher Menge, daß man dieſe Subftanzen fabrik⸗ 
mäßig daraus gewinnt, fo aus der Fumarole der 
©olfatara bei uoli den Schwefel u. aus ben 
fogenannten Suffioni bei Toscana die Borfäure; 
2) die aus ben Dampfquellen ſtrömenden Dämpfe. 

Bumarfäure (Baramalealiäure, Fled- 
tenfäure Pelouze), Fu Cs Ha Os, in der Fu- 
maria officinalis, in Glaucium luteum u. Co- 
rydalis bulbosa, ibentifh mit Pfaffse Lihen- 
fäure, aus Lichen islandicus, ifomer mit ber 
Eauifetfäure. Ihr Hybrat bilbet feine weiche glim- 
merartige Blättchen ob. lange rhombiſche Prie- 
men, ift Schwer ſchmelzbar, noch ſchwerer fubltmir- 
bar; fie fällt Baryt⸗ u. Kochfalze nicht, fällt Sil- 
berſalze vollftänbig, bildet fih auch, wenn Apfel- 
fäure längere Zeit erhitzt wird. 
Cs He N3 Os, entfleht, wenn man fumarjaures 
Athyloryd mit wäflerigem Ammoniak in verfchloffe: 
nen Gefäßen b alte: Temperatur 
felbft iiberläßt, —2 — nicht kryſtalliniſches, in Tal- 


Jumaramid, 





Felvia lex bis Funchal 


verbinbet ſich mit Queckſilberoryd. 
Sumarfaures 


tpploryb (Bumei 
aromatiſch riechenbe (äh 
durch Deftiflation von ı 


alloheli 
von Fumarhydrat dargeſtellt; Fumerie 
Ratron find leicht ei, kryſtalliſite 
faured Ummeniat, ſauer, bildei lange, 
prismatiſche Säulen; Sumerfaurer 9 
Etrontian find ſchwer löslich, kryſtalliſu 
ſaures Bleioxvd kryſtalliſirt ans Wafl 
glänzenden Nadeln; Sumarſfaurche 
weiß, pulverförmig, ſehr ſchwer Lösh 
verpufft beim Erhitzen, u. v. a. 

29 (fpr. Bübmä), 1) Marti 
Maas, im Arronbiffement Rocrey, 
Departement Ardennes; große € 
Glasfabriken; 5000 Ew.; 2) fonft He 
auch die Stadt Revin [2000 Ew. 


Hauſese Eroy, fpäter Chimay, wurd 


ſchof von Trier in Anſpruch, von | 
von Frankreich 1680 in Beſitz genor 
Anſprüche des öſterreichiſchen Hauſe 
Therefia 1769 — 

Fumel (jpr. Fuhmel), Stadt am 
ronbiffement Villenenve d'Agen des 
tements Lot⸗Garonne; Bapiermühlen 

Fumet (fr., ſpr. Sümeh), 1) Gen 
fen; def. 2) forte: ch bes Wilbp 

gumi ation (v. fat.), 1) Räude 
w. ‚1. u. Bad (Med.) IL» 

mmel, erhabener Ranb an 
ſchuhen; wirb mit dem Summelheife 


chen, Fummelbein), gemacht. 


umds (v lat), vol Rau, dun 

nn, 1) Münze u. Gewicht, fı 

2) (Han), chineſiſches Läugenmaß,! 
Theil eines Tſchich — 1,6 Bar. Linie 
unai, Stabt auf ber Japaniſcher 
unambulift (vo. lat.), Seiltänza 
unaria (F. Hedio.), Laubmoo 

ber Familie ber Bryaceae, äußere: 
beſatz mit 16 Ichiefen, an den Spik 
bängenben Zähnen, die den inneren 
tigen, an ber Spike freien Zähnen gei 
Buchſe [chief geneigt, mit verengti 
Haube baudjig-fappenförmig, Bücher 


' bie männlichen ſcheibenförmig; Art: 


metrica, durch bie gebrebten, bt 
Fruchtſtiele merkwürdig, in feuchten ! 
verlaflenen Koblenmeilern u. fonft büı 
einfach, jehr lurz, Blätter zufammenne 
kurz zugeipigt, ganzrandig, mit auelau 
ruchtftiel hin⸗ u. hergebogen, an ber 
ümmt, Büchſe tief gefur t, Dedel 1: 
unaßa, Dorf mit Höhle, fo v. w. 
nealienfe, Vorgebirg auf ter 
Inſel Balma (NRorbweftlüfte von Art 
nal, 1) Diftrict (Tapitamia) I 
fiihen Injel Madeira; 2) Hauprftabt 
ber gleichnamigen Bat (durch 4 Fern 
den Südwinden ausgefetst, unficherer 
wegen vieler Klippen ſchwer zu lantı 
— mit zablreichen Rel 
pi iikemifgen $ 3) ni 
rafilianiſchen Provinz Minat- 
Diamanten. 


Fuucheno bie Function I 


dungars), Reich im norböftlichen 
ifa, zwiſchen Nubien u. Suban. 
arl With. Ferd. v.%., geb. 1761 
; trat 1780 ale Lieutenant in bie 
du Corps, nahm, Mißverhältniſſe 
nen Abichieb, trat jedoch 1791 ale 
der in das neu errichtete ſächſiſche 
t, fam 1805 ale Major in ben 
achte ald Apdjutant bes Generale 
jeldzug von 1806 mit, begleitete 
Berlin u. den Dlinifter des Aus⸗ 
Boje, nach Pofen, um bort Frieben 
zu jchließen, wurbe 1807 Obrift- 
jelabjutant, Oberfi u. Generalad- 
im Gefolge feines Könige bem 
furt 1608 bei, wurbe 1809 Gene- 
neralinfpector der Cavallerie, be- 
ig nah Plauen u. Frankfurt a. M. 
poleon nah Wien. 1810 erhielt 
iebrigebe ‚u. führte biefe dem ſäch⸗ 
nter Reynier 1812 zu, wurde bier 
IL der ſächſiſchen Cavallerie, ale ber 
hen Feldzug auszeichnere, folgte 
mad öhmen, erhielt jedoch nad) 
eine Anftellung, fondern privatifirte 
14 erhielt er vom ruffiihen Gou⸗ 
ı Abfhieb, wurde jedoch nach des 
rt 1815 aus ber Gefangenihaft 
. 1818 ging er mit diplomatiſchen 
London u. Paris u. privatifirte 
Burzen, wo er 19828 ale königlich 
:allieutenant ber Cavallerie Rarb. 
ihn für einen ber ausgezeichnet- 
er ſächſiſchen Armee. Gr ſchr.: 
ce Friedrichs IL, Zullichau 1792; 
1 Zeiten ber Kreuzzuge, Lpz. 1821 — 
Erinnerungen aus ben Feldzuge 
lorps unter dem General Reynier 
, Dresb. 1830, w.a.m. 2) Jo⸗ 
ich, geb. 1804 in ranffurt a. M.; 
te in Heibelberg u. Jena, wurde 
erländiihen Gemeinde in Frank⸗ 
830, Dann politiſcher Schriftſteller. 
on gegen bie deutichen Fürflien u. 
ı dem Männerbunde veranlaßten 
e Verhaftung u. Gefangenhaltung 
M. u. 1834—37 auf dem Har- 
ainz. Außer mehreren politiichen 
iften (Eul enjpiege) Deutiche Bolle- 
Zeitfpiegel, feine, Scherz m. 
yr. er: Das Candidatenweſen in 
t. 1775 u. 1830, Offenb. 1830; 
nme, Frkf. 1832; Gemeinfaßlicher 
ften deutſchen Geſchichte, Offene. 
‚eitrag zur geheimen Geſchichte ber 
evolution, Manh. 1843; 8) Za⸗ 
onynı für Kunz; 4) (9. &), po- 
in Oberfranten, fl. 1839 u. gab 
18: Kryptogamifche Gewächſe des 
Gefrees 1501 — 36; 39 Hefte ge- 
gamen, meift Moofe; Moosıafchen- 
v1. Nach ihm iſt die Pflanzengat- 
d.) genamut. 8) j. Funk. 

‚. Sat. Funetie), 1) Berrig.ng; 
; baher Fuuctioniren, ein Anıt ver- 


a 


Organe ;4) eine abhängige, b. h. aus unabhängig ver 
änderlichen (Bunctienaigröße) u. einer ob. mehreren 
unveränberlichen (conkanten) Größen zufanmenzu- 
ſetzende veränberliche Größe, die man in ber Hegel 
mit x, y, z bezeichnet. In ber Gleichung y — ax 
+ bifty eine $.vonx, au. b find beflänbige Größen, 
ber Werth von y hängt alfo von dem Werth von 
x ab, wird x Hein, fo nimmt auch y ab, wächſt e#, 
fo wählt y mit. Die Lehre von den Formen u. 
Werthen ber Ken ift die Analyfis. Um zu bezeich⸗ 
nen, baß eine Größe eine F. von einer andern fe 
hat man folgende Bezeichnungen y = f(x) = F(x) 
== y (x) = ıy (x) u. lieſt bies Alles y iſt eine F. 
vonx;fu.F sc. heißen Sunctiondzeichen. Um anzu⸗ 
beuten, daß y zugleich eine %. von x u. z ift, fchreibt 
man in bie Klammern ber vorigen Bezeichnung®- 
weifen flatt x beide Größen x, z hinein, mit einem 
dazwilchengeftellten Komma, aljo y = f (x. z) x. 
Man theilt die F⸗en ein: a) nach ber Dtenge 
der in ihnen vorfommenden Beränterlichen, 
Sen mit einer y= f(x) u. mit mehre⸗ 
ren BeränberlidenZ= F (x, y). Beifpiele: 


yttve—ı,smactbyte 


b) in unmittelbare u. mittelbare, bie ange- 
führten find unmittelbare, denn die unabhängig 
Beränberliche ift unmittelbar gegeben; hat mar da⸗ 
gegen y — f(z),z=y (x) ob. anders geſchrieben 
y = f [pr (x)]. fo if y eine mittelbare F. von x, 
denn ber Werth von x ift mittelbar erſt durch z ger 
eben; beftimmtes Beiipil: y- vz,z=a + 
2x; eJinalgebraijhe u.transjcenbente, 
durch jene wird eine Abhängigkeit durch eine end⸗ 
liche Anzahl von Operationen dargeftellt (wie bei 
allen vorigen Beilpielen) ; der Wercb tıauöfcenben- 
ter Feen iſt nicht Durch eine enbliche Anzahl von 
Operationen barflellbar, er führt zu unendlichen 
Reiben, z. B. log. nat. I + x)= x —ıx’ + 
ix ıy%! ı x5 — in infin ; trausfcenbente 
F-en find alfo überhaupt ſolche %-en, in welchen 
die unabhängig veräuberliche Größe nach anderen 
Nechnungeoperationen, als benen bes Abbirene, 
Subtrabirens, Multiplicirens, Dividirene, Voten» 
zirens mit conflanten Erponenten u Wurzelaus⸗ 
zieben® unterworfen find, in welchen mithin bie 
veränberlihe Größe ale Erponeut, cd. des Loga⸗ 
ritbinus, ob. eine trigonometrifche F. berfriben, ob. 
ein Integral vorkomnit, das nicht algebraijch an⸗ 
gebbar ift; dy in rationale u irrarionale; 
alle Ausdrucke, in welchen gebrochene Expouenten 
od. Wurzelauebräde vortommen, bie fich nicht weg" 
ſchaffen laflen, find irrational, 3. B. y— a — 
zxIu Va! — VX; dagegen y — a?—XxX 
— Ya! — YVx" on’? — x" rational; e) in 
ganze u. gebrochene, zu letzteren gebören bie, 
wo bie veranterliche Unabhäugige x mit negativen 
Erponenten od. im Renner vorlommt, zu erfteren 
alle übrigen, 3. B.: ya +bx + 0X? ne ge⸗ 
a Ax + yx? 
brochene $.; NM in gefonderte (eyplicirte) u. 


ungeſonderte (implicirte), eıftere find von 


Kant die Einheit der Handlung, 


Rellungen unter eine geme] ſt⸗ 
By die naturgemäße Thaͤtigkeit nee 


ber Horm y == f(x), legtere von ber f(x, y) == U, 
18. x 4 Y —_ 1-0. Gin gefonberte F. 


u? bi 
umfehren heißt bie Bunctionalgröße als F. ber zu⸗ 
vor abhängig veränderlihen auebrüden, aljo ans 


ber Gleichung y — f (x) eine Gleichung x = f (y) | 


ableiten. 

Fund, 1) ſ. u. Funddiebſtahl; ©) (Sundpunkt, 
Bergb.), ein Ort im Felte, mo ein Erzgang zuerfi 
entblößt wird u. Kübel ı. Seil eingemorfen wer⸗ 
ben. Der Finder bat bei dem Mutben das Vor- 
recht vor anderen (Fundrecht), bie Fundgrube fidh 
beftätigen zur lafien, daß diefelbe ihm, wenn ein Ans 
derer Muthung einlegt, angeboten werben muß; 
das um ben F. befintfiche —* heißt Fundarube. 
Der F. wird vermeſſen, d. b 42 (60 od. 28) 


Lachter auf jeder Seite des F⸗es abgeſteckt. Ent⸗ 


ſteht über ven F. Streit, jo muß ber Fundeld abge⸗ 
legt (J. beſchworen) werben, d. b. ter ältere Finder 
muß in Gegenwart Der Berggerichte u., inbem er 
ben Zeige- u. Mittelfinger sur den Rundbaum des 
Bundihachtes legt, eittih erhärten, daß er felbfi der 
wahre Finder jer. 3. entblößen, eine entbedte Grube 
mit Arbeitern belegen. 
und (engl., pr. Fönd), fo v. w. Fond. 

da, 1) (lat.), Schleuder; ein eilerner 
Schleuderkorb an Dem Scorpion; 2) ruffiiches 
Bund = 0,75 Zollpfuud. 

Fundah, ehemals wichtige Handelsſtadt von 
70,000 Ew. im Neiche Nyffe (Innerafrika), jett 
in Aninen, liegt etwa 8 Dleilen von dem Zuſam⸗ 
menfluß bes Niger u. Birne entfernt, mitten zwi⸗ 
fchen beiden Strömen. 

Sanatten Kircheugeſch.), fo v. w. Bogomilen. 

undament ıw. fat.), 1) Grundlage zu etwas; 

2) (Baut.), Grundbau u. Grundmauer; 8) eine 
zum Karren Der Buchdruckerpreſſe gehörige, vier⸗ 
eckige, mejfingene, eiferne od. hölzerne Tafel, auf 
welcher Die Zorn, wenn gebrudt wird, feſt rubt. 
Auf bie völlige Gleichheit u. horizontale Fage dieſer 
Blatte kommt bei einem guten Drud viel an. 
. Tundamentäl (v. Iat.), was einer Sache zum 
Grunde liegt; daber Fundanentafgefege, fo v. w. 
Grundgeſetze; Fundamentalbedingung, Grund⸗, 
; Fundamentalartikel des Glaubens, 

rtifel, Die won ſolchen, welche durch Chriſtum ſelig 
werden wollen, nicht geleugnet werden dürfen; im 
Gegenſatz zu den nicht fundamentalen, die 
unbeſchadet der ewigen Seligkeit geleugnet werden 
können. Schwierig war es immer, zu beſtimmen, 
welche Artikel fundamental u. welche nicht funda⸗ 
mental ſind. Zuweilen nennt man auch die Artikel 
fundamental, wodurch der weſentliche Charakter des 
ne anderen Religionen gegenitber be 

ingt if. 

Fundamentalbaß, die Bafftimme, ber welcher 
bie VBezifferung: Generalbaß angebracht ift. 

sundamentalbret (Fundamentbret), ein aus 
mebreren Slücken von cirea 1—: Zoll Stärke 


m — —— — 


Fund bis Funbation 


bie F⸗e verbinden, beißen Aundemtateti 
durch drei Fımbamentalfinien gelegte El 
Bundamentalebene; das von den drei Fuu 
linien in einer Ebene begrenzte Dreied | 
damentaldreied; bie von ten tier um 
ebenen tes Ranmes begrenzte Fyramıte | 
damentalppramide; 2) (Phufil), zwei ’el 
auf der Thermometerfcala, teren Zwi 
(Funbamentafabftand) in eine gewiſie Jr 
Theile ber Grabe getheilt wirt. Wan ı 
den Gefrierpuntt u. ben Ziebepunft be 
bei 28 Zoll Barometerbrud zu wüblen 
den Zwiſchenraum nach ter Reaumurk 
in 80, nach ver Celſiueſchen in 100, nah 
beitihen in 180 Grabe. 
undamentalfterne (Haup tſtern 

von Beſſel ausgewählte, mit beſondert 
feit beobachtete u. unter Benußung dk 

enanen Beobachtungen, namentlich is 
Pen, berechnete Firfterne, welche tem? 
gegenwärtig bei allen feinen Peckie 
Beftimmung der Zeit u. folglich zur Cor 
Uhr dienen. Indem naãmlich in ben Tal 
wie fie z. B. jeden Jahrgange bes Ber 
buch ber Aftronomie beigegeben fint, a 
Rectafcenfion derſelben zu einer gemifl 
3 B. für den Anfang bes Jahres, Ton 
u Neränderung berjelben in Folg 
cejfion, Nntation u. eigenen Acreegang 
find, fo erfährt man durch Beobach 
mination am Mittagsrobhr ven Unterj 
der von ber Ubr angezeigten u. ber vera 
ten Culminationszeit. Jene 45 F., 
Beſſel in ben Fundamenta astronot 
veröfjentlicht wurden, find übrigens fey 
fie nach nahe gleichen Zwiſchenzeiten, 
Ichnittli) von einer balben Stunde 
culminiren. 

Fundamentalverſuch Pboſ.), irg 
periment, welches eine theoretiſche sc: 
denten Entſcheidung bringen fell. Bi 
rühmtheit bat Boltas F. erlangt, 
weiſt, daß bie Quelle ber galvaniſchen 
bie Berührung verſchiedener Meiallt 
Reibung, ſowie chemiſche Zerſetzung, 3ı 
der Elektricität nicht notbwendig fd. 
ein Zintkild u. ein Meſſingſtück zu eine 
zuſammen; halt man nuu das Zinkende 
u. bringt Das Kupferende mit einer lu 
denſatorplatte in Berührnng, wäbrend 
dere Condenſatorplatte ableitend bzrü 
man dann einen anſebnlichen Ausſchla 
blättchen, während derſelbe ganz tchtz, 
das Stäbchen am Kupfer anfaßt. Ande 


beſtehendes Bret, weiches ben oberen Theil der ſtelle iſt aiſo Jahre lang eine elefiremt 


Windlade in Der Orgel bedeckt u. worauf die Bar- 
allelen gelegt werten. Seiner vielen Pächer wegen 
wird es auch Sieb od. Cribrum genamnt. 
Fundamentalphiloſophie, fo v. wm. Allgemeine 
Elementarpbilojopbie, |. u. d. 
Tundamentalpunft, 1) (Math.), in der Me 
tbode tes Bargcentrifhen Calculs von Möbins 
gewifie unveränderliche Bunfte einer geraden Finie, 
einer Ebeue od. im Raume, in welde folche Ge- 
wichte verlegt gebacht werben, daß ein zu beftim- 
mender Punkt als ibr Schwerpunkt erfcheint; für 
bie — Linie find zwei, für die Ebene drei, für 
deu Raum vier Fee nothwendig. Die Linien, weiche 


| 
| 
| 


— Diefer F. iſt von Fechner mii 
bes Bohnenbergerſchen Elektroſkepe u 
kommnet worden. 
Fundamentum (fat.), Grunt: | 
Klaggrund, |. u. Klage; F. probaileni 
„grund. 
Fundänus lacus (a. Geogr.\, !.e 
Fundäo, Markiflecken am Meriu. 
Guarda ber portugiefiihen Previzz : 
2600 Ew., Weinbau u. Tuchweberti 
Fundation (v. lat.), 1) Begrüntun 
gun ;2) Bermädtniß, Stiftung, weit 
ce eine Pfrinbe, ein Veneftcimm, | 


Fundbuch bie Ynblliu 


E 

ı Einem (Bunbator) für Fünftige Reiten 
vird; dies gefchiebt entweder mündlich 
z im letzteren Falle werben Zundatione 
mben ꝛc. gefertigt. Man unterfcheibet 
e: a) die Anmerlung bes rundes u. 
Die Stiftung, wo ſolche erforberlich (Fun- 
tie)s b) Die Beftreitung ber Erbaunnge- 
structin)ı. c) bie Anweiſung ber 
3efeltungen ber dabei nöthigen Perſonen 
ı specie). Fundiren u. botiren Tann 
fitiensfähige. Bei der Errichtung einer 
Sie F. zugleich Auipruch anf Bat Patro⸗ 
d.). Zur Gültigkeit einer F. gehört die 
der Stiftung, d. h. die Anerkeunung 
des Staates od. der Kirchenobern, wo⸗ 
ztijtung ihre geſetzliche Eriftenz erhält. 
en Stifungen ſteht die Erection in ka⸗ 
nteru den Biſchöfen, in proteſtantiſchen 
erium od. Dem Landesherrn zu. Der 
die fonft zur Erection befugte Behörde 
aufſicht über ren u. muß dieſe ſchützen, 
r F. in der Art Kenntniß nehmen, daß 

itewidrigen Zwecken geichebe, daß ba® 

ung der F. angewieſene Capital (Bun⸗ 
at) auch zureichend für ten Zweck u. für 
ung ſei, u. daß dieſe Verwaltung eine 
rch pünktliche Rechnungsablegung u. ge 
ole der Abſicht Des Inſtituts entſpre⸗ 
denn ehemalige Foen den Staatszwecken 
jen Geift ter Zeit witeriprechen, fo hat 
as Recht, dieſelben aufzubeben od. ab» 

ber dieſe Abändernng muß moglichſt im 

Fundators gefchehen u. 3. B. Klofter- 

t fronımen, woblthätigen Zwecken, 3.8. 
der Erziehbungsanftalten eines Landes, 

unmittelbar zum Beten des Staates 

perten. 

9. fo v. mw. Fundregiſter. 

»bſtahl (Furtum inventionis), bie wi⸗ 
Anſichnahme einer fremden beweg⸗ 
einem Anderen werlorenen Sache, mit 
dieſelbe für ſich zu behalten u. damit 

hümer zu entziehen. Der F. ftellt ſich 

en nach eigentlich mehr als eine Art der 
ung heraus, indem die Anſichnahme ber 

Sache an u. für ſich allein noch nicht 

eriſche Handlung betrachtet werben kann, 

fe erſt in der widerrechtlichen Behaltung 
ionsaneignung ber durch Zufall in ben 
gten Sache liegt. Manche neueren Straf⸗ 
haben daher auch den F. ausbrüdlich 
terſchlagungen u. Veruntrenungen ge⸗ 
ch ſtatt der allerdings noch immer ge⸗ 

ı gebliebenen Bereihnung F. den Aus⸗ 

unterſchlagung gewählt. Ale Borans- 

ir ben Thatbeſtand des %-8 find aber 

r feftzubalten: a) daß die Suche eine 

forene mar, d. h. baf fie aus ben Hän- 

prünglichen Beſitzers bereits weggekom⸗ 
hne daß derſelbe Dies wollte u. fich deſſen 
mde; b) taß der Antere, welcher bie 
ch nahm, der Finder, durch Unterlaſſun⸗ 
ſitive Handlungen zu erlennen gegeben 
ſich um die Wiederherſtellung des frühe⸗ 
ißigen Beſitzverhältniſſes nicht lümmere 
ve vielmehr als feine eigene anſehe. Als 
beshalb in erfter Hinficht nicht betrach⸗ 
wenn bie Sache noch gar nicht aus dem 


703 


Befitge bes urfpringlicden Inhabers gekommen war 
u. berjelben ſich zu einer Zeit bemüchtigt wurde, 
wo ber diefelbe an ſich Nehmende vermnthen ınußte, 
bag ber Eigenthilmer wobl die Kenntniß, wo bie 
Sache zu fuchen fei, noch baben werde Hier liegt 
vielmehr dann ein eigentliher Diebftabl vor. Iu 
weiter Richtung kann nicht jeres längere Ver⸗ 
—** ber geinubenen Sache, ebenſowenig die 
Anſichnahme mit der Abſicht, ein daran zuſtehendes 
Recht geltend zu machen, als F. beftraft werden, 
weil im erften Falle wohl eine Vermutbung, aber 
feine Gewißheit fiir Die Abficht bes diebiſchen Wer 
haltens fpricht, im zweiten Diele Abficht Direct man⸗ 
gelt. Um im dieſer Hinſicht Lejtimmtere Kriterien 
jür die Abficht des Winters zu bekommen, buben 
nenere Belege pofitive Vorſchriften darüber aufge 
ftellt, was von dem Finder zu beobachten ift, nm 
etwaiger Berantmwortlichfeit zu entgeben, u. 3. 9. 
eine öffentliche Belanntmachung od. eine Anzeige 
an die Ortsobrigkeit dem Finder zur ‘Pflicht ges 
macht. Meider fi Darauf Der Eigenthümer binnen 
anbermweiter Friſt, gewöhnlich von brei Monaten, 
nicht, jo Wird daun dem Finder das Hecht gegeben, 
ohne weitere Haitverbindlichkeit über Die Sache ver- 
fügen zu können. Am Allgemeinen wird ber F. ges 
linber, mie antere Unterſchlagungen beftraft, 3. ®. 
nah tem Sächſiſchen, Thilringijchen, Hannover⸗ 
hen, Württeinbergifchen, Großberzoglich Heſſiſchen 
Strafgeſetzbuch nur mit der Bäifte Der Strafe Des 
gemeinen Diebſtahls. Beſtritten ift Die Frage, ob 
auch die Verheimlichung eines gefundenen tzes, 
mo der Finder deuſelben ganz ed. zum Theil abzulie⸗ 
fern verbunden war, ale F. zu Betruchten ſei, meil ber 
Schatz eigentlich im Augenblide, wo er gefunden 
wird, och eine Res nullius ift u. darum der Fin⸗ 
ber der erfte ift, welcher ilberbaupt einen Veſitg an 
ber Sache erhält. Da aber der Schat im Augen- 
blide feiner Hebung fofort zur Hälfte dem Grube 
eigenthümer zufällt, ſo nimmt der Finder immer 
eine freinde Sache au ſich, u. won dieſem Geſichté⸗ 
puntt aus muß der Fall unter Die Fundunterſchla⸗ 
gung gerechnet werden; auch ſind neuere Geſetz⸗ 
gekungen, 3. B. die Württembergiſchenen. Thürin⸗ 
gügen, ausdrücklich derſelben Anficht gefolgt; au⸗ 
ere, wie die Öſierreichiſche u. Badiſche, ſirafen da⸗ 
gegen ben Kinder in ſolchem Falle nur mit dem 
eriuft feines gefetlichen Antbeils am gefundenen 
Schatze. Für das Gemeine Recht ift Die gänzliche 
Straflofigleit des Fes behauptet worben von Wal- 
ther, Über ben Funddiehftahl, Miuchen 1844. 
Bundgrübner, 1) Befiger einer Fundgrube; 
x) ter eine Zeche allein baut od. biejelbe in Lehn 
t 


at. 

Fundi (a. Geogr.), Stadt in Latium an einer 
engen Bucht des Fandänus lacus u. ber Via Appia, 
j. Fondi. Der See war durch das Eindringen des 
Meeres gebildet u. umfdloß eine fumpfige Infel 
von ! DOM. Flächeninhalt, worauf ber berühmte 
Täcnberwein wuchs; jetzt Lago bi Fondi. 

Fundibälum (röm. Ant.ſ, Balliſte zum Schleu⸗ 


dern in 2. 6 welcher Erz führt 
_ ang, Gang, we 
Fan gm y ı Findig machen, ſ. u. 


indig machen, fo v. w. 
Finder. 
ndiren (v. lat), eine Fundation machen. 
undirte Schuld, fo v. m. Eonfolibirte Schufb. 
ditöres (lat), Schleuberer, |. Rom (Ant.)- 
Fündling (Geol.), jo v. w. Erratiſcher Blod. 


79% 


‚fo v. w. Inventarium. 
ad t, f. u. Fund 2). 
ndigein (Visum repertum), ein wiffen- 
ſchaftlich ausgearbeitetes Gutachten eines Arztes 


od. Chirurgen bei einer gerichtlichen Befictigung; 


f. u. Befichtigung 2). 

Fundueclu (Zwmbrtiy), Vorſtadt von Conſtan⸗ 

tinopel, |. d. B) m). 
bu, Diünze, fo v. w. Fondul. 
undallo, ägyptifhe Zechine = 3% Thlr. 

Fundülus, bei Yackpibe Kamilie der Karpfen, 
Körper länglich, rundlich, Kopf beichuppt, oben nie- 
bergebrüdt, viele Zähne, vierftrahlige Kiemenhaut; 
Art: Mudfiſch (F. mudfish, Cobitis hetero- 
elita L., Poecilia coenicula Schn.). 

Fundus (fat.), 1) das Uinterfie einer Sache, 
Boden; 2) Grund u Boben, Grunbflüd ; F. detalis, 
Grundſtück, das eine Frau ihrem Manne in bie 
Ehe ale Brautgabe mitbringt; F. demimans u. F. 
serviens, f. u. Dominans; 8) (Anat.), F. veatri- 
cuili. Blindfad bes Magens. 

Fundy⸗Bai, große Bucht bes Atlantifchen 
Dceans in Nordamerika, im D. von Reufchottland, 
im N. n. NW. von Neubraunſchweig, im W. vom 
Staat Maine begrenzt, im ©. dem Ocean offen, 
40 Mi. lang, 12 Mi. breit; enthält mehrere Heinere 
Baien, darunter bie bebeutenpfte bie Baffama- 
quoddybai (zwiſchen Reubraunfchweig u. Maine); 
ſehr fiſchreich u. bemerkenswerth a | ihre hohe 
Fluth, bie bie zu 70 Fuß feigt. 

Bundzettel, 1) Verzeichniß beflen, was eine 


rau au Gold, ie u. Mobilien in bie Che | 


ringt; 2) jo v. w. Sunbregifter. 
unebre (fr., jpr. Bünäb’r), traurig. 
unecdhoregraphie, f. Funichoregraphie. 

nen, 1) Stift in Dänemarf, begreift bie In⸗ 
feln $., Langeland u. Taafing; 63 HM. u. nabe 
an 200,000 Ew.; theilt fi in die 2 Amter Odenie 
u. Svendborg; 2) Infel-%.; 56 OM., 176,000 
Em. (meift Dänen), welche außer Getreide viel 
a u. guten Hopfen bauen u. ſtarke Vieh-, bei. 
ferdezucht treiben ; Die Infel ift von Seeland durch 
den Großen, von Schleswig durch den Kleinen Belt 
getrennt, ift an ven Küften hügelig, fonft aber eben 
u. äußerſt fruchtbar, hat mehrere Heine Flüſſe (Aae), 
zahlreiche Buchten (Fjords) u. Vorgebirge (darunter 
Fyens⸗ u. Knuds⸗Hoved); Hauptftadt des Stiftes 
u. der Inſel ift Odenſe. — F. (lat. Fionia) fol 
nad altnordiſchen Nachrichten von Odin angebaut 
u. bevölkert worden fein, Daher hieß es au Odinsey 
(Ddinsinjel); nah Einigen wohnten Hier die Phun⸗ 
dufi des Prolemäos. König Stiold eroberte fie dem 
Sitifchen Reiche, Doch blieben auch hier einzelne See⸗ 
könige, bis Germ ter Alte auch F. (Fyen) zu fei- 
nem Reiche fchlug, ſ. Dänemark (Geſch.) II. A). 
Sm 11. Jahrh. kam 5 an Schleswig, aber im 16. 
wieder an Dänemark. 1658 wurde %. von ben 
Schweden erobert, aber 1659 von ben Dänen wies 
bergenommen, jeit melcher Zeit es däuiſch geblie- 
ben ift. Seit Iuni 1848 wurbe F. eine Zeit lang 

von ſchwediſchen Truppen beiekt. 

Buneralien (v lat.), 1) Keremonien bei Lei» 
henbegängnifien; 2) die bei Begräbniffen vorneh- 
mern. fonft wichtiger Perſonen gehaltenen Bredig- 
ten u. Reden nebft tem Lebenslauf ber Berftorbe- 
zen, 3) Begräbnißtoften, Daher Funeralkaſſe, Be⸗ 
gräbnißtafie. 

Funeſt ww. lat.), traurig, unglüdlich. 





Jundregißer bis Fuͤnftirchen 


anf, in ber Reiße ber ei 
2102 ungen eg 


ünfeck 1) eine von 5 geraben S 
ichlofiene Figur, die Summe aller 3 


der, © rling, |. 
: —— u Ban 


v. iv. Beſch⸗Barma. 

Fünffingerklaue (Bünffingerfreite) 
jo v. w. Zeufelsflaue. 

ale ift Potentilla. 

inf: Franftbaler, die franzöſiſch 
ftüde, ſ. u. fsranc. 

Fünfhäfen, fo v. w. Cinque ports 

Fünfbaus, Sechhaus u. Währi 
vor ber Wiener Borſtadt Mariahilf, ı 
zeug-, Sammet- u. vielen anberen Fa 

Fünfhundert, Rath der ., ſ. u. 
(Geſch.) VIII. B) u. c). 

Fünfinfelbafen, Hafen auf ber Kle 
Antigua. 

Fünf Infeln, Heine Infelgruppe « 
tüfte der englifchen Kolonie Neufübmalı 
lien), unmeit der Müntung des Shoalb 

Fünfkirchen, 1) Bezirk des Kreiſel 
im Bermaltungsgebiet Odenburg (ling 
DOM.; 2) (Pecs, Quinque Ecclesiat 
ſtadt des Kreiſes u. alte Lönigliche Hreit 
der Kreis- u. Bezirksbehörde, Biſchef, 
Atademie, Prieflerfeminar,, Obergymms 
tbebrale u. noch 6 anbere Kirchen, Helri 
tats⸗ u. Stadthaus, Poſtamt; 13,5W 
garn u. Deutiche, welche Gerberei, Tebe 
Saffran-, Rübfenbau, ferner Seitennö 
Hantel mit Bein, Ol, Knoppern ıc. Kt 
Stadt befitt auch ein Theater, viele Ver— 
pläge, warme Bäder; in Der Nähe wer! 
tchlen gegraben; die Lönigliche Aater 


Tünfticgen bie Bungee 


nah Saab verlegt. — F. Rand fehon früh m. 
edeutend; 1009 wurbe das Erzbiethum Fi 
et; 1543 wurbe %. ben Ungarn von ben Tür- 
mmen u. auf dem bafigen Schlofie fl. 
tan Solyman; 1586 wurde F. von ben 
wiebererobert. 
‚eine ber 4 älteften Familien bee 
— Hfterreich, deren ©lieber 1603 in 
i ⸗ u. 1690 in ben Grafenſtand erho⸗ 
urden. Das Haus tbeilt ſich in zwei Linien, 
: Steinabrunn u. die zu Ehlumel. Chef A) 
inie an Steinabrunn, melde bie Herr- 
u Steinabrunn u. Neu⸗Ruppersdorf befitst, 
Graf Otto, Sohn tes 1515 verflorbenen 
BIohann, geb. 19. März 1500, Landesprä- 
u. Bräfibent der Orundlaftenablöfungs - u. 
Iungs - Landescommiülfion im Herzogthum 
weg u. feit 1826 vermählt ınit Luiſe, geb. 
s won Wurmbbrand (geb. 1802); fein älterer 
Ä it 1827 geboren. B) Linie au 
weh, welde die Herrihaft Moramet in 
ua befitst ; jetziger Chef iſt: 2) Graf Friedrich 
Auil, Sohn bes 1507 verfiorbenen Grafen 
m Franz, geb. 29. März 1805, Nittmeifter in 
wer u. jeit 1832 vermählt mit Sidonie, geb. 
s Chotet von Ehotlowa, (geb. 1805), Fein 
r Sohn nun it 1834 geboren. 
nfEönigthaler, eine 1801 auf das Jubiläum 
euhtichen Krone geprägte Mebaille mit ben 


* 5 Könige. 
e, fünf angleih von Einer Mutter 
us er, bie erweislich höchſte Zahl menſch⸗ 


tbarkeit; doch find ſolche Kinder nicht 
rchiſten, zur Zeit ber Republik in 
eine Seete, welche bie alte weltliche Herr⸗ 


xrwarfen u. auch bie Herrichaft Über England 
a balb wieberfehrenden Jeſus in Beſchlag 
w wollten, mit welcher Regierung bann das 
Weitzeich beginnen follte (baber der Name). 
e Erſcheinung Jeſu follte ein, aus ihnen ge- 
e Rath ber Heiligen einfiweilen bie Ad⸗ 
tion führen. Sie hatten 1657 eine Ver⸗ 
ung gemacht, aber am Abende vor tem Aus⸗ 
wurben bie Räbelsflihrer von Cromwell in 
wer gelegt u. bie einzelnen Krieger&phrifti 
en 










afnationen, fo v. w. Irokeſen. 
— u, Fiſcherei B) d) ff). 

ill iagsſtücke, in Lübed u. Holſtein bie 
eu 12 Schillings⸗ u. biſchöflich⸗lübeckiſchen 
* — welche 5 Schillinge nach dem 17 

gelten. 
sffee, See auf den Karpaten, im Kreiſe 
bes Berwaltungsgebietes Kaſchau (Ungarn); 


hoch. 
—528 — ſ. u. Saifeipiter. 
anner, auf dem Thüringer Wald ein 
täunenes Bauholz, 90—95 Fuß lang, unten 
sben 4—5 Zoll tid. Dagegen Fünfzebner auf 
arz ein Erüd tännenes ob. ſichtenes Bau- 
0—32 %. lang, unten 8—10 u. oben 5—8 


ꝛ mig (Muſ.), ſ. u. Quintett. 
kreuzer, öfterreihiihe Qupfermünze 

07, zu 15 Xx. Wiener Währung n. von Gul⸗ 

——— jpäter auf 3 Ir. Schein 


Funfıigerausiäuß, Hnsiäub don 50 Berfo- 
nen, weldger von bem, vom 31. März bis 3. April 
1848 in Frankfurt a. M. tagenden Rorparlauent 
gewählt war, um nad deſſen Auflöfung die Buxbes- 
verfamlung zur Wahrung ber Intereflen ber Nation 
u. bei Berwaltung der Bunbesangelegeuheiten bis 
zur Berufung ber conflituirenden Verſammlung zu 
berathen; Präfibent war Soiron ; beim Zuſammen⸗ 
treten ber Rationalverfammlung am 18. Mat 1848 
Dr feine Wirkſamkeit auf , f. Deutfchland KILL. 


Fungi (Bun), Boll in Nubien, Roferres m. 
Faffokl (Afrika), hat wohlgebauten Körper, dunkel⸗ 
tupferbraune Hautfarbe, nicht wollige® Haar m. 
regelmäßige Gefichtszlige ohne Negertypus. Die 
%. follen im 16. Jahrh. von Sübweſt her eingewan- 
dert jein u. fih bee Reiches Sennaar bemächtigt 
baben. In Rubien haben fie jedoch durch Bermi- 
ſchung mit arabifchen Ankömmlingen ihre Sprache u. 
Eitten verloren, in Roferres u. af oll erfolgt daſſelbe 
durch Vermiſchung mit ben Negern mehr u. mehr. 

Fungi, Schwamme, Pilze, 3. Klafle bes End⸗ 
liherfchen Pflanzenſyſtems, parafitifche, auf mehr 
ob. weniger zerjetten organiihen Subflangen le⸗ 
benbe Gewächſe, aus Zellen gebiltet, meift nicht 
von grüner Farbe, durch Keimzellen (Sporae, 
Sporidiae) ſich fortpflanzend; dieſe find meiſt ein- 
fach, ohne alle Hülle u. frei, ob. liegen auf faden⸗ 
förmigen Zellen (Hyphae), ob. find in Schläuche 
(Ascı) eingefchloffen, bie in bfafenartigen Hüllen 
(Peridia) liegen, bie Übrigens mit gallertartiger 
Maſſe od. feinem Haargefleht (Capıllitium) er» 
füllt find, od. bie Asci find in eine befondere haut» 
artige Schicht zufammengeftellt; dieſe Klaſſe theilt 
man in bie Familien der Gymnomycetes, Hypho- 
mycetes, (sasteromycetes, Pyrenomycetes u. 
Hymenomycetes. 

Yungie (F. Lam., Pil zſtern, Pilzkoralie), 
Gattung der vielflrahligen Korallen, mit fcheiben- 
förmigem, unten ſtrahlig geftreiftem, vertieften, et» 
was rauhem, oben converem Korallenflamme; Ar⸗ 
ten: F. limacina, F. agariciformis zc., im In⸗ 
—* Ocean; — festen snerf Co 
auf, häufig in der Kreibe, fo: F. coronula Goldf., 
F. — v. Hag. u. F. undulata Goldf. 

Fungibiles res (Bungibie Dinge , Sungisitien), 
Sachen, welche ſich durch ben Gebrauch abunten ob. 
verringern, wie Geld, Lebensmittel zc. 

Fungi ſ. Pilgbewohner. 
Fungin, von Braconnot u. Banquelin zuerft 
unterfchiebene, bem verhärteten Eiweiß ihnlide, ir 
concentrirten Kalilaugen, nicht aber in Waſſer ob. 
Alkohol lösliche Subflanz, aus weicher bie meiflen 
Schwänme fafl ganz beheben: ed ift weiß, weich, 
eruch- u. geihmadio®; liefert bei der Deftillation 
— * Es iſt wahrſcheinlich ein Gemenge von 
Celluloſe mit einer ſtickſtoff⸗ u. ſchwefelhaltigen 
Subſtanz. 
gina, Pilzforallen. 
giren (v. lat.), verwalten, verrichten, ver⸗ 
ngiten, Berfteinerungen von Mabreporen. 
ngma, ber bei ben Chineſen übliche Namen 
für die zum Koreaarchipel ‚gehörige In el Dud- 
paert (bei den Eingeborenen Dt ufe, von ben Japa⸗ 
nem Sutſima genannt), hat 13 OM., if art 
beodlfert, im Innern bergig (6000 Fuß hoch) u. mit 
der Stabt Moggan. 


. Yungbs (ve. lat.), 1) ſchwammartigz a) ſchwam⸗ 
mig; daher Sungontät, 1) Schwammartigkeit; 2) 
ſchwammiger Auswuchs. 

(at.), 1) Bitz, ſ. Fungi, 3.8. F. cbir- 
urgeram, jo v. w. Bovift; F. melltensie, f. Cyno- 
morium coccineum SF. salyels, |. Weidenſchwamm; 
F. samktiel, |. Hollunderſchwamm; 2) Auawuche 
durch Inſectenſtich, wie F. bedeguar., f. Bedeguar; 
m). Schwanm, 3. 8. F. artienlerum, |. 

ftepichwannn; F. ceräbri ı. F. durae matris, ſ. 
Gehirnſchwamm; F. baematödes, f. Blutſchwamm; 
F. medullaris, ſ. Markſchwamm. ur 

Bung-Yang-Fu, Stadt in der chineſiſchen Pro⸗ 
sinz Nyanbeei, Hiegt am Hoaiho; mit Fo⸗Tempel 
u. Kloſter. 

Funichoregruphie (v. lat. u. gr.), Beſchreibung 
der Beiltängerfunft u. Anleitung zu derſelben. 

Wenientärmajhine, ſ. Veras bobranlifche 

aſchine 


ne. 

Senienfina, Gattung von Seefebern nach La⸗ 
marck. 

Funiculus (lat.), 1) (Anat.), Fäden, Strang, 
Gebilde länglicher Form, durch lockeres Zellgewebe 
verbunden, z. B. F. spermaſſeus, ſo v. w. Samen⸗ 
ſtrang; F. umbilicälls, ſ. Nabelſtrang; Funleull ner- 
vel, Nervenbündelchen; ®) F. umbllichlis, Bot.), 
Rabel- cd. Samenſitranug, eine fadenförmige Ber⸗ 
längerung, durch welche zuweilen der Samen am 
Samenträger befeſtigt iſt. 

Funing, Bezirksſtadt in der Provinz Peiſcheli 
in China, nabe am Petſcheli⸗Golf. 
Funing⸗Fu, Bezirksſtadt in der Provinz genen 
in China, am gleichnamigen Dieerbufen, Hafen, 
Fiſcherei, Handel. 

Bunt, 1) Joh., Theolog, folgte feinem Schwie- 
gervater Oflander als Hofprediger nach Preußen, 
wiberrief 1556 dort defjen Irriehren, wurde ber- 
zoglicher Raıh, ward aber wegen ſeines Rathes, 
feinem Preußen zu trauen, auf Antrag einer pol 
niihen Coinmiſſion 1566 zu Königsberg mit 2 
anderen Räthen, Schnell u. Horft, entbauptet. 2) 
Gottlieb Benebd., geb. 1734 zu Hartenflein im 
Schönburgifcben ; wıırde 1756 Hauslehrer in Kopen- 
hagen, 1772 Rector an ber Domſchule zu Magbeburg, 
1755 Gonfifteriafrath u. ft. 1814; er ſchr.: Kleine 
Beichüftigungen fir Kinder, Diagdeb. 1772; Geſam⸗ 
melte Schriften, Berl. 1820, 2 Thle. Zu feinem 
Andenken wurde eine wohlthätige Stiftung errichtet 
u. feine marmorne Büfte im Dom aufgeftellt. 3) 
Nikolans, geb. 1767 zu Wefterdeich In Siltbith- 
marichen, ſtudirte feit 1786 in Stiel Theologie, 
wurde 1790 Adjunct in Altena, 1791 Compa—⸗ 
ſtor n. 1809 auch Inſpector des Waiſenhauſes 
daſelbſt; er ft. 1847 u. er ſchr.: Predigten über 
die chriftliche Pflichtenlehre (mit C. Venturini u. 
% M. Olshauſen herausgegeben), Altona 1798 ff., 
8 Bde. Uber die Verbindung der Vollsſchulen mit 
den Inbuftrieichulen, ebd. 1802; Geſchichte u. Be⸗ 
ſchreibung des Maifen-, Schul- u. Arbeitshaufes 
in Altona, ebd. 1803; Previgten zur Belebung bes 
Glaubens an tie göttliche Weltregierung, ebd. 
1809 ff. F. veranftaltete auch eine Bibelausgabe, 
ebd. 1815, zu Deren Rechtfertigung, ale fie von ber 
Regierung confiscirt wurde, er fehr. Geſchichte ver 
neneften Altonaer Bibelausgabe 2c., ebd. 1823. Er 
gab auch H. Müllers Lehrbuch ber Katechetit her⸗ 
aus, ebd. 1816. 4) Joh. Yr., geb. 1804 in Leipzig, 


beinchte 1818—2i die bafige Kunſtakademie u. fu-. 


ange "ie ‚Beifiie 


Dirte His 1829 auf ber Alahemie in D 
ſich ber Bilbbanerei zu widmen. Rat 
Aufträge bes Grafen Ginfierel (ihn 
Züngern ein Kind vorſtellend) ausge 
Leipzig das Denkmal Hillers gearbein 
er 1832—36 nach Italien, wo er unter‘ 
arbeitete ; er lehrte banıı nach Leipzigy 
endete unter andern 1840 bie Statue 
nah Thorwaldſen, bie bei deu Band 
läum auf dem Markte zu Leipzig arı 
5) Heinr., geb. 1509 in Herford, N 
1829 auf ber Alabemie zu Düſſeltor 
Ichaftsmaler. Bon bort ging er 1536 
furt a. M. u. folgte 1554 einem Rufı 
gart, wo er an ber bortigen Kunfri& 
der Lanbfchaftemalerei wurde. Eeine 
find fehr geihägt u. finden fi in v 
ſammlungen u. öffentlichen Gallerien 
Bunte, Karl Bbilipp, geb. 1752 
bei Brandenburg, wurde Vehrer am | 
in Defjau, dann Injpector au Schul 
daſelbſt, erhielt 1804 ven Titel als 
rubolftäntiicher Regierungsraub u. ftarl 
1607 auf einer Retie in Altona. Erm 
fruchtbarer Schrififtellee im Fache N 
Jugendbücher u. fchr. u. a.: Neues El 
1797 — 1806, 6 Thle.; Allgemeines 
Bürgerfhulen, Berl. 1795 f, 3 3 
1801 — 5; Naturgeichichte jür Kinder 
10. Aufl. von Yıßpold, 1841; Nam 
Technologie, Braunihm. 179U—92,3i 
von Miebemann, 1812; Auszug I 
3. Aufl. 18085 Handwoͤrterbuch ve 
1605, 2 Bde., neue Aufl. 1815; Re 
Braunſchw. 1800—5, 5 Be; Au 
Hamb. 1804— 6, 2 Bde., umgearkei 
u. Müller, Alt. 19846; Muthologie 
Hannov. 1808, 2. Aufl. von !ippeld, 
auch den Tert zu Bertuchs Bilderbud 
Funkeln, 1) (Scintillatien‘ 
(Meteorol.), die ſcheinbaren Schwait: 
m. arbeveräuberungen, welche vie 
mentlich Die Firfterne, unter gemif 
gen zeigen; tie Planeten, namentli 
Saturn, funtein nicht. Gewöbnlich 


der Nähe Des Horizonta ſiebenden 


lebbafter, als bie böber ſtehenden; v 
ift es bei ftarfem Froſte u. hellem 
wenn in ben obern Regionen ter Atı 
bafte Winde wehen, n. dabei beitere 
Himmel in kurzer Zeit wechſelt. Dal 
das F. der Sterne nicht felten ala 3 
Stürmen an. Bei regelmäßig mebe 
winde zeigen nur Die Sterne in der! 
rizonts einige8 %. In den Tropenge: 
5. Der Sterne in heiteren Nächten u. 
vegenlojen Zeit nur bi8 15° über den 
bemerten, die höheren Sterne Ice 
milden, planetarifhen Lichte. D 
F⸗s der Sterne berubt einestheild auj 
Drehung, welche Das Licht in war 
feuchter u. trodener Luft erleidet; ar! 
fo fern e8 in einem Wechfel in ber Hel 
bung des Sterns beftebt, in ter I 
Lichts. Da nämlich 2 von Einer li 
gehende Lichtſtrahlen, Deren Wellen um 
Anzahl halber Welleniäugen unter t 
riren, beim Bufommentreffen ſich ein. 


u 2. en: Ha Feabtrsten : 


n, fo iſt e8 erklärlich, wie bie 
auf einander folgenden Lichtfirablen, 


nige durch dazwiſchen tretenbe Luft- 


anderer Brechbarkeit gegen bie anbern 
zögert werben , fih mit biefen anbern 
nen, fo daß taraus ein abwechſelnd 
veniger helles Echeinen hervorgeht. 
des Fes bei den Bluneten erflärt ſich 
die von verſchiedenen Punbkten ihrer 
sgehenden Strablen ſich gegenieitig 
was bei ben Firfternen, bie nur ale 
nen, nicht möglich ift. Die Gleichmä⸗ 
uftichichten in ten Tropengegenden 
wtigen Diangel ber Scintillation. 2) 
sen, das vielleicht eleftriiche, in ge⸗ 
den ungemwöbntlicher Aufregung Thier⸗, 


l 





Loire bei St. Etienne u. münbet bei St. Rambert; 
jein Waſſer eiguet fich gut zum Stablbärten. 

Yurbaun, 1) nad altenı Gerichtaftyl Die Boll⸗ 
ziehung eines Urtheils; 2) bioweilen auch der rich» 
terliche Echuggbriei. 

Fürbitte, ſ. u. Gebet. Zürbitte der deiligem f. 
u. Heilige. 

Furca (fat), i) Gabel; 2) gabeltärniger Kör- 
per; daher Furcätus (Bpt.), gabelig, yabeläftig, 
was nur einmal in zwei Hite or. Zinken getheilt iſt. 
8) ein wie V, Y oder geſtaltetes Holz, welches 
Sklaven zur Strafe am Halſe in ter Statt umher⸗ 
tragen mußten; cin ſolcher Bejirafter hieß Fur- 
cfer; 4) Galgen, Kreuz. 

Furca, Berg, ſ. Furka. 

Furcae Caudinae (a. Geogr.), die Caudini⸗ 


“A 


denſchenaugen, bei höchſt angeregtem ſchen Päſſe, ſ. u. Caudium. 


en, entſtrömende Licht. 

1) eine bei Berbrennung ob. elektri⸗ 
en Etatt fintende, auf ben relativ 
n bejchräntte Lichteriſcheinung, gewöhn⸗ 
m glübenten ch. brennenden Körper 
nem Umfang anegebend, je daß er fi 
suchtenter Punkt, od. wenigſtens von 





Grüße zeigt. Dlit Bunkenglüben bes | 


rein Ölinmen, Das fi daun tweiter 
es entfteht auch, mie gewöhnlich, Durch 
menber Theile von großen brennenden 
en, cd. auch, wie bein Keueranfchlagei, 
ben Maſſen, vgl. Feuerzeug. 2) Elet⸗ 
. u. Elettricität V. a). 3) Spottname 
en kölniſchen Stadtſoldaten, wegen 
Röcke; beim kölner Karneval beliebte 


dte. 

hen (Med.), Erſcheinen von Funlen, 

ir den Augen, die nicht vorliegen; Ur⸗ 

uingen im Nervenſyſtem, Daher zuweilen 
Schlagfluß. 


ig, in Urkunden ber Sonntag Invo⸗ 


) F. Spr., Pflanzengattung aus ber 


amilie der Liiliaceae- Agapantheae, 


rd. L. Arten: F. ovata, F. sub- 
18 Japan; bei uns Zierpflanzen in 
ı Sreien; 2) F. Willd., jo v. w. As- 
‚et Sol., Gattung der Juncaceen; 
st., fo v. w. Luimmitzera Willd,, 
ber Familie Der Combretacene. 
leine bewohnte u. ben Portugielen ge- 
ber Guerimbagruppe an ber Küfte dee 
‚afrika. 

8 polnische Pfund, 0,14 Zollpfund. 
ıt.), 1) Leiche; 2) Leichenbegängniß. 
(Con fuoco, ttal.), feuerig, mit euer. 
rotta, Borftabt Neapels, |. u. Reapel. 
Bo, Stadt, fo v. w. Fornovo. 

‚Dieb. Daher Suracität, Stehlerei, 
eberei. 

9, fo v. w. Darfır. 

ebirgszug in Südafrika, weſtlich vom 
er weiches ſich binier der Küſte Mo⸗ 
ebt. 

Kanal im Diſtriet Campos der bra- 
rovinz Mio de Janeiro, angelegt im 


18. Sabrh., um Den Küftenfee Feia mit | 


hen Meer zu verbinten. 
‚Suret, ſpr. Führang, Führeh), Neben⸗ 


se rechte; entipringt im Departement 


Wurde, 1) die mit Dem Pflug eb dem Halen 
emachten Pflusichnitte. Je nach ter Anzahl ber 
—* die man einem Acker gibt, unterſcheidet man 
einfurchige, zweifurchige ꝛc. Beſtellnug. Jede erſte 
heißt Sturzfurche, Wendefurde od. 
alzenfurche, wird fie aber mit dem Halen ger 
geben, Ruhrfurche. Die %., welde unmittelbar 
vor der Saat gegeben wird, beißt Saatfurde; 
bie F. zwijchen 2 Berten, Beetfurche; die, welche 
um den Rand eines fertig befiellien Ackers gezogen 
wird, Imfabrtefurde Waſſerfurchen End 
tiefe mit Dem Pflug gemachte Einſchnitte an den 
niedrigfien Stellen bes Selber, um Regen⸗ u. 
Schneewaſſer abzuleiten u. die Krume vor über. 
flüffiger Feuchtigkeit zu bewahren; 2) io v. w. Ge⸗ 
leiie; 3) Erhöhungen, melde das Garn auf ber 
Spindel macht; 4) (Sulens. Anat.), längliche, 
ihmale Berticfung in einem Knochen, am Heinen 
&ehirn, in der Yeber x.; 5) Eindrüde u. Streifen 
in den Gelchügröhren, welche Durd) tie Einwirkung 
der Geſchoſſe unter tem Ginflug dee Spielraum 
entfteben. 
urchenfrebs (Penaeus sulcatus), f. u. Gar- 
neelenfreb3. 

Furdenmold (Menobranchus Harl.). Gat⸗- 
tung der Fiſchmolche, hat 3 äußere Kiemenbüfchel, 
bleiben lebenslänglich; Yeib wie bet Triton; 4 
Zehen an allen Küken; Seitenftreifiger 8. 
(M. lateralis), braungrau, ſchwarz gefledt, mit 
helleren Seitenftreifen, 2—3 Fuß lang, in Seen 
Nordamerika's. 

Furchennapf (Siphonaria Sowerby). Gat⸗ 
tung der Schnecken, den Rapfſchnecken fehr ähnlich, 
die Schale ift aber rechts verlängert u. bat eine 
leichte Kurche fiir bie (lammförmige) Kieme. Art: 
S. Concinna u. andere. 

rchenqualle, ſ. Walzenqualfen. 
urchenſchrift, ſo v. w. Buſtrophedon. 
urchenzieher, ein von Aſcheberg conſtruirtes 


Geräãth, hat den Zwechk, die Winterſaaten mit Waſſer⸗ 


furchen zu verſehen u. die Ränder, welche beim 
Ziehen dieſer Furchen gebildet werden, breit zu legen. 
Furchiceidle (ſpr. Furlidſchole, Punta F.), 
Berg auf ber Inſel Corſica, im Arrondiſſentent 
Sartine; 4812 Fuß hoch. 
Furcht, 1) das bange Gefühl, welches von einer 
berannabenben Gefahr od. Schaben erregt wird. 
Was %. erregt beißt fürchterlich od. in hohem 
Grade, furchtbar. Die vorwaltende Reigung zur F. 
GGurchtſamkeit) iſt gewöhnlich in zu lebhaften Bon 
ſtellungen von einer der eigenen Kraft überlegenen 


706 
äußeren Gewalt begrünbet u. b t bes 
Gemüthe um fo — je Sefhräntter Ay A 


niffe von ben eigentlichen Berhältnifien ber Anßen⸗ 
weit zu une find. Vurchtloſigkeit iſt Mittelzu 
wiſchen F. (wo diefe Statt, haben Könnte) u. Muth, 
indem in ihr die Kraft, ein Übel zu bekämpfen, noch 
mangelt. Häufig ift fie blos Folge ber Unkunde 
Fa PA od. aud X —— H —* FR 
äbrlihen Zuſtande; 2) 3. Gottes, |. Gottesfurdt. 

istzllee Bruder (Freim.), fo v. w. 

Frere terrible. 
reocerea, fo v. w. Gabelſchwanzthierchen. 
urconia (a. Geogr.), Stadt der Marſer in 
Latium; die Trümmer j. durcone. 
ee (F. Vent.), fo v. w. Fourcroya. 
ureüle, fo v. w. Unpaariges Gabelbein. 
Caudinae (a. Geogr.), fo v. w. 
Furcae Caudinae. 
reularia, fo v. w. Rotifer. 
ure (fpr. Fuͤhr), Nebenfluß ber Iſere rechte, im 
franzöfiichen Departement Iſere; entipringt bei La 
Tour⸗du⸗Pin, durdfließt den Baladru- See u. 
miindet in 2 Armen gegenüber St. Quentin. 

Füred, 1) Dorf anı Plattenfee im Kreife Syalab 
bes Vermwaltungsgebiete® Obenburg (Ungarn); 
bat Sauerbrunnen u. Bäder, bie zu ben befuch- 
teften in Ungarn gehören; fie find Eigenthum ber 
Abtei Tihony, die 1055 König Andreas I. ftiftete 
u. fpäter in ein triegsfeftes Schloß verwandelte; 
das Schloß verüdete nad) u. nach, bis öfterrei- 
chiſche u. 1719 ungarische Benebictiner davon Bes 
fig nahmen. Die Mineralquellen ſcheinen erft gegen 
Ende des 18. Jahrh. in Gebrauch gekommen zu 
fein; u. aus biefer Zeit ftanımen auch bie älteften 
Einrihtungen bes Badeortes; 1822 wurben bazu 
talte Bäder im See errichtet, 1831 ſämmtliche 
Quellen neu eingefaßt. Die Duellen find erdig - 
falinifche Eijenfäuerlinge, werden fomohl zum Trin- 
ten als zum Baden gebraucht u. haben eine rei» 
zende, flärtente, nebſtdem auflöjende u. eröffnenbe 
Wirkung; Poftanıt; 1150 Em. Beſchreibung ber 
Duellen von Eranz, 17775 2) (Tisza⸗F.), Be- 
zirt des Kreiſes Heves ebendaſelbſt im Verwal⸗ 
tungsgebiet Peſth⸗Ofen; 3) Marltflecken darin, an 
der heiß: Sig der Bezirksbebörde, Boftanıt, wiele 
Riemer, die bei. treffliche ungariiche Sättel fer- 
tigen; 5500 Ew. Der Ort erlangte als einziger 
Übergangepunft an der obern Theiß ftrategijiche 
Wichtigkeit im letzten Revolutionskampfe. 

Fureedabad (ſpr. Feridabad), Hauptort einer 
Lehnsherrſchaft (Jaghir) in den nordweſtlichen Pro⸗ 
vinzen des britiſchen Oſtindien, an der Straße von 
Delhi nah Muttra; 4— 5000 Ew.; ummauert; 
Bazar; früher wurden daſelbſt viele Bogen u. Pfeile 
fabricirt. 

Fureedkote (Ipr. Feridkote), 1) Fürftenthun in 
Sirhind in Oftindien unter britiiher Hobeit, 14 
OM., mit 45,892 Ew.; 2) Hauptftabt gleiches 
Namens, 

Wureedpore (pr. Feridpur), 1) Hauptort Des 
gleihnamigen Diftrict® (410 DOM. mit 855,000 
Em.) ter britiihen Präfidentihaft Bengalen in 
Dftindien, am rechten Gangesufer (bier Podda 

enannt) ; Reid» u. Gemüſebau, Handel; 5000 Ew.; 
iher eine Zufluchtftätte flir die Strompiraten; 
2) (Burcedpoor), Stadt im Diftriet Bareilli der 
norbieftlihen Provinzen, an der Straße von Ba- 
reilli nach Shahjehanpore; 3000 Ew.; fruchtbare 


Fürchterlicher Bruder is Teria lex 
| Umgebu 


befonbers mit Baummeell 


bejebter Bazar. 

—ãe See auf ber dãniſchen In 
norbweftlich von wo Se 

Furetidre (ipr. Küretiähr, Anteine 
in Paris, ftubirte die Rechte u. mm 
fpäter Geiftliher u. Abbe, ſchrieb Sem 
n. Berfen unter mehreren Titeln, 6 
Berfafler des Diet. univer. de la lan, 
wozu er die Idee gehabt hatte, u. bei 
fih feiner, ihnen vertrauungsvek ı 
Hefte bedient hatten, ba biele aber 
Mitglieder ber Alabemie waren, fo ba 
daß er 1686 aus biefem Inſtitute 
wurde. Er fi. 1688 u. fein Dictionna 
selle de la langue Franc. eridien H 
2 Bbe., Hol., 3 Bde., 4., neue Auf 
nage, Par. 1701 u. Amſterd. 1725,48 

ie felb 1) Bfareborf im Oberum 

bes wilrttembergifchen Neckarkreiſet, 
bie Kreiberren von Gemmingen-Fürfei 
ein Schloß; 2) Fleden im Kreiſe Bin 
berzoglich beifiihen Provinz Rheinheife 

Fürfur (Furfires), Kleien. Ferfa 
larum, Manbeltleien. Farfares trifid. | 
Daber Farfuracöas, mit feinen ſprenar 
pen befett, u. Farfuratie (Furfurisca). 

Se (Chem.), |. u. Furfurel. 

urfurdl (Kleienöl, Künftlid 

fendl), Cıo Ha O4, ein ätheriiches 
bildet, wenn Schwefeljäure auf vegetab 
einwirkt, auch in ten Producten ber t 
ftillation Des Zuders bat man es gef 
beften erhält man es durch Deitillatie 
Mehl, Sägelpänen ꝛc. ınit verbünnt 
fäure, concentrirter Salzfäure or. Chlo 
deftillirt erfcheint es als jarbloſe Klüir 
an der Luft allmählig bräunt, durchdrit 
ähnlich ſchmeckt, angezündet mit Leuchte 
brennt, ſich in Waſſer, Alkohol u. A 
163 9 ſiedet, bet der Deſtillatien fid 
etwas zerfeßt. Spec. Gem. — 1,10 
peterjäure behandelt, gibt e8 TC’raliäure 
felammonium entſteht das Thiofur 
HEHAO2 Sa2. Das F. reihet ſich an da 
delöl n. an das Ol der Spiraea ulmar 
man F. mit Ammoniakflüſſigkeit dige 
wandelt es ſich im eine gelblich weiß 
feſte Maſſe, welche in Waſſer vollkomn 
iſt. Dieſer Körper iſt das Furfurcier 
N O3. Durch ſiedendes Waſſer u.‘ 
es allmälig wieder in F. u. Amme 
Wenn man das Furfurolanid mil 
Kalilauge bebandelt, jo bilver fib ein 
urfurin, Czo Hız Na Os, Die mi 
furolamid polymer tft, in weißen, jeit: 
Nadeln kruftallijirt, vie ſchwach kur 
unter 100° ſchmelzen, ſich jchen i 
Waſſer ı. leicht in Atfobol u. Ather löien 
verbrennt es mit rußender Flamme. 
bildet es Neutralſalze, aus teren Yaıı 
Ammoniak gefällt wird. Bein Rode 
aber Amoniakſalze. 

Furgg (Geogr.), fo v. mw. Hobgaut. 

Furia lex, I) vom Dictater gun 
368 v. Chr. gegebenes Seien wegen di 
Cnruliſchen Adilen; 2). Futialex:3 
lez, 137 v. Chr. von ben Bolletrikune 


Furie bis Furniusß 


d, daß C. Maneinus ben Numantinern, 
ohne Einwilligung bes Senats u. Volks 
racht hatte, anegeliefert werben folle: 
almia lex, 2 0. Chr., beſtimmte bie 7 
‚ welche frei gelaflen merden durften, 
iß zur Anzahl der Sklaven Eines Be- 
2—10: bie Hälfte; von 10—30: 4; 
0: 4; aber nie über 100. 
ſo v. m. Erinys; 2) wildes, böfes, rach⸗ 
ib; 8) Furia luſernalis, angeblich Heiner 
Infect aus den lappländiſchen u. bothni⸗ 
en, auch in dem nörblichfien Livland (ale 
nicht dider al ein Haar, ringsum mit 
ven beſetzt; er ftürze fich aus ber Luft 
n u. Vieh herab, errege fürchterliches 
ndflede u. bald plöglicen, bald lang- 
‚ wenn ber Burm nicht berausgeichnit- 
luch Halsſchmerzen fol er verurfachen, 
n von Leinöl aber gut bagegen fein. 
efchrieb ihn unter obigem Ramen zu- 
fah dieſe Nachricht als gegründet an 
le; &. ©. Hagen in Königsberg (1790) 
ser (1795) ſprachen ebenfalle von ber 
inem wirklich eriftirenden Thiere, u. 
te fogar für analog der Filaria medi- 
er fälſchlich Seitenborften zufchrieb. 
yachtungen haben keine Beftäti ung da⸗ 
‚ vielmehr haben fie es wahricheinlich 
die F. ı. die plötzlich entftebende ſchwarze 
tn Halsübeln die Bräune jei. Indeflen 
heben u. Livland nod immer der 
davon. 
ein Seidenzeug; bedruckter Atlas. 
alte römiſche Goitheit, hatte unweit 
t der Tiber, einen Hain, in welchem 
getödtet wurde. Ihr Dienſt war ſchon 
zeit nicht mehr gebräuchlich. Ihr Feſt 
wurde am 25. Juli in Rom gefeiert. 
o. lat.), wild, raſend, heftig. 
(hal wüthend, tobend, bezeichnet ben 
en Charakter einer Muſik u. zugleich 
art bei entiprechentem Tempo. 
(früber Auftus), bie Furla (Fasla) 
patricifches Geſchlecht nit den Fami⸗ 
:nleo, Bibacuılus, Camillus, 
„Fuſusés, Leptinus, Aufcus, Me⸗ 
Philus, Purpureo u. a. (ſ. d. a.). 
to, Giuſeppe, geb. 1775 in Padua; 
Lehrer an einem Seminar, 1817 Pro⸗ 
geſe des N. T. an der Univerſitätin Pa⸗ 
ector eines Seminars, nahm aber 1822 
ed. Er ſchr.: Le antiche lapidi del 
üste, Bad. 1837; Illustrazioni di 
monumento sepolcerale scoperto 
tta di Padova. ebd. 1938; be orgte 
rabdrud von Morellis Werte: De 
ptionum, ebd. 1519—23, 5 Bde, ıı. 
usgabe von Forcellinis "Thesaurus 
‚ebd. 1828 - 34, 4 Bpe., wozu er 1816 
[ppenbir beforgte. 
n (Hüttenmw.), fo v. w. Xorlaufen, 
naterial u. Zufchläge zu dem Schmelz- 


(jpr. Förrlong), euglifches Läugen⸗ 
alifche Ben ; i 


Dorf im gleichnamigen Thale auf ber 
San Miguel (NWeüſte von Afıila); 
hivefelquellen. 


mean? (pr. Furnoh)/ 1) Inlelgruppe in ber 
Baßſtraße, zwifchen dem Auftraliihen Gontinent 
u. der Juſel Bandiemensland , befieht ans 3 grö- 
Beren (F. Cap, Barreninfel, Clark) u. mehreren 
Heinen Juſeln (Pafſage, PBrefervation, 
Bart, Night u. a); 2) (Great Islaud), 
Hauptinfel dieſer Gruppe, 8 Meilen lang, 2— 3 
breit, ftrauchbewacdlien, von Kängurubs, Robben, 
giftigen Schlangen bewohnt; des Fiſchfangs wegen 
von den Briten bejucht; babe 8) Surneauz 
Schweſtern ([he Sisters), 2 kleinere Infeln nörbe 
ih von F.; 4) Gruppe aus dem Paumotu⸗Ur⸗ 
dipel od. Niedrige Infeln (füböflliches Polyne⸗ 
fien) ; entredt 1773 durch Eoot. 

Yurner, Bernharb Gerbranb, geb. zu Leeuwar⸗ 
den in Friesland, widmeie fich den Rechtéwiſſen⸗ 
ſchaften u. wurbe 1596 Hiſtoriograph ber friefifchen 
Stände; er ft. 1616 in Leeuwarden u. fchr.: An- 
nalium Frisicorum libri tres, Franeker 1609; 
Hortiegungen: Trias nitern, Reeuw. 1612; Trias 
tertia (nad) feinem Tode), ebd. 1617, u. gab her⸗ 
aus: Bekas, Chronicon continens res gestas 
Episcoporum Ultrajectensium ac Comitum 
Hollanıline, Franeker 1611 f. 

Furnes (ipr. Fürn, flim. Veurne), 1) Bezirk 
in ber beigifchen Provinz Weftflandern, 31,377 Ew.; 
2) Hauptftabt darin, früber am Meere, jetzt eine 
Stunde davon entfernt, am Kanale von %. (von 
Brügge Über Rieuport u. 5. nach Düutirchen), große 
Ciſterne, Handel mit Getreide, Butter, Käle; 4680 
Ew.; die Feſtungswerle wurden 1782 gefchleift; 
feit Kurzem if F. durch eine Zweigbahn mit ber 
Eiſenbahn von Brügge nach Eourtrat verbunden — 
ö: iſt wahrſcheinlich unter Herzog Balduin dem 

ifernen im 9 Jahrh. erbaut od. wenigſtens wie⸗ 
der bergefiellt worten; Balduin III. ermeiterte 
es u. baute das Schloß; 1297 wurde vom Grafen 
Robert II. von Artois verbrannt, nachbem er bier 
einen Sieg Über die Flamänder erfochten batte ; 1390 
wurde es mit Mauern umgeben, 1480 bis 1578 3m 
verſchiedenen Malen befeftigt; 1459 von den Fran⸗ 
3ofen eingenommen; 1583 von Alerander Farneſe 
Kar Spanien erobert, blieb e8 bei den Niederlan⸗ 
den, 1743 von den Franzoſen erobert. 

Furnes, Richard, geb. 1791 zu Eyam in Der- 
Lyihire, erlernte Das Gerberbaubwert, wurde aber 
ſpäter Schullehrer in Dorn bei Sheifield, wo er als 
ollsrichter aufırat u. 1858 ſtarb; erfchr.: Bag 
Bag u. Medicus Magus. 

Furni⸗Inſeln, zwiſchen Nilaria u. Samos im 
Ag iifchen Meer, Mein u. uniruchtbar; mit bee 
reichen, Ofen äbnlichen (daher der Ramer Höhlen 
in den Felſen; von einigen Hirten u. Fiſchern ars 
Samos ı. Patmos bewohnt. 

urniren, fo v. w. Fourniren. 

urnius. Die Furnia gen war ein römiſche 
plebejiiches Geſchlecht, deſſen Glaͤeder bei. aus DE 
legten Zeiten derddepublit betannt find: 1) Cajıı 6 7 
war 50 v. Chr. Bolkatribun u. Anhänger Cätar 
melcher ihn 49 mit einem Briefe an Cicero, 
Fremd, fhidte, nach Cãſars Ermordung trat ec I 
Bartei des Antonius, u. dieſer braudte Er 
Berufiniichen Kriege ale Bermittierniit Ortariaczt 
nahın ihn 39 v. Cbr. mit in den Krieg gegen 
Barther u. machte ihıı 35 aum Steubalter in EI 
aften, wo er gegen Sert. Bompejus tümpfte- 
dem Antonius deſiegt war, erbiels X. von Dt 
nus Bergeihung, Wurde 29 ». Er. pm For. 


ur Zeranlogie 
ernannt u. trat von dem politijchen gend, 
beichäftigte ſich aber .mit ben Willeuichaftem - 2) 
Cajus F., war 25 v.Chr. Legat des Augnſius in 
Spanien, daun Statthalter dort, wo er bie Unter⸗ 
werfung der Celtiberer vollendete; 17 9. Chr. wurde 
er Conſul u. ſtarb in demſelben Jahre. 
Furnolögie (v. lat. u. gr.), Lehre, Ofen zwed⸗ 
mäßig anzulegen. u 
urd, Flüßarm bes Tocatins in. ber braſilia⸗ 
niſchen Provinz Geyaz (Südamerika), bildet mit dem 
Tocatins die Inſel Santa Auna. 
Furor (lat.), 1) Wuth, 3. B. F. amatorvus, Lie⸗ 
bes⸗, F. uleriaus, Mutterwuth; 2) Wahnfiun; 3) 
Begeifterung; fo F. peelicus, dichteriſche Begei⸗ 


fterung. 
Yuröre (ital.), 1) ſo v. w. Furor; 2) begeifler- 


ter. Beifall; daher Burore machen, großen Beifall 
einärnten.- 
Furquete (fpr. Fürkeht), im 15. u. 16. Jahrh. 


die Gabel ver Viusfetiere, auf welche das Gewehr 
bein: Abichiegen aufgelegt murbe. 

Furrap, 1) Diftrict in dem Perfiſchen Bafalleıı- 
fürftenegum Herat in Afghaniſtan; 2) Stabt ba- 
ſelbſt, vielleicht einſt Parra, bat Fabrilen, Handel 
u. 5000 Ew. Es liegt am Jurrabrud, welcher in 
Herat eutſpringt u. in ben Zahreh⸗See mündet. 

Furreiſen, eiufacher Pflug mit ſpitzem Schaar 
zum Aufreißen des Bedens. 

Furrer, Jonas, geb. um 1805 in Winterthur, 
ſtudirte Die Rechte u. wurde Cantonsfürſprech in 
Zürich. Der liberalen Partei angehörend, war er 
1837—-39 Mitglied des Erziehungsrathes, dann 
Präſident des Großen ddathes. Beim Sturz ber 
liberalen Partei trat er aus, wurde aber 1542 wie⸗ 
derinken Großen Rath gewählt u. 1844 defien Präſi⸗ 
dent. 1845 wurde er Bürgermieifter u. Präſident ber 
Tagſatzuug, wo er fich bei. ber rabicalen Partei ent» 
gegenitelite, aber thätigft für das Einjchreiten gegen 
den Sonderbund wirkte. Er war dann Präfibent 
der Commiſſion für die Eutwerfung der neuen 
ſchweizeriſchen Buutesverfaflung, wurde 1548 Mit- 

lied des ſchweizeriſchen Stäuderathes u. 1849 er⸗ 
Her Bräfident Des neuen Buntesratbed. Seit 1850 
leitete er tag Departement der Yuftiz u. Polizei u. 
wurde 1557 zum vierten Male zum Buudespräfi- 
denten erwäblt. Er jchr.: Das Erbredt ber Stadt 
Winterthur, 1832. 

Burrudabad (Farakpabad), 1) Diftrict in 
den nordweſtlichen Provinzen des britijchen Oſt⸗ 
iudien, 380 DOM. mit 1,064,600 Ew.; 2) Haupt- 
ftabt darin, eine Stunde vom rechten Gangesufer, 
breite mit Bänmen beſetzte Straßen u. Plätze; be- 
beutenber Handel, befonders lebhaftes Bankgeſchäft; 
56,300 Ew. Stadt u. Umigegend beherricht ein 
bochgelegenes Fort, weiches jriiyer dem 1802 pen- 
fionirten Nabob von F. zur Refibenz diente. Die 
Umgebung ift fruchtbar u. gut angebaut. 3 Stun- 
den öſtlich der Stadt liegt das britiſche Cantonne⸗ 
went von Futtygurh. 

urrudnuggur (Barakpnager), kleine muham⸗ 
medaniſche Herrichaft im ſüdweſtlichen Theile des 
Baſallenſtaates Ihujhur im Gebiete der nordweſt⸗ 
lihen Provinzen des britifhen Sftintien, 1 OM. 
mit 4400 Em. in einigen Dörfern. Der Inhaber 
führt den Titel Nabob u. hält 25 Dann Soldaten. 
ee fo v. w. Vorſehung. 
urjeus, aus Irland; nachdem er ſchon in ſei⸗ 
nem Vaterland ein Klofter mit ſtreuger Zucht ge- 











‚Dis tit 


grüubet hatte, ging er nach Britannien 
in, Oftanglien Die Abtei Kuobberkburg, 
tung: ex nachmals jeinem Bruber Zei 
lieh u. fidy mit feinem anbern Bruder | 
beiddaulichen Vebem in einer Einöde wid 
Eroberung Dftanglieus durch König 
Diercia verließ. F. vor den Verjolgung 
Britannien n. wanderte nad Frankte 
unterftügt vom König Chlodwig II., 
— bei Paris gründete u. zwiicen ı 
’ 


fla = = 

Särinänger Drden, Orden zu Chre 

au Maria, 7455 in Rüruberg vom kai 

r ben fränkiſchen Adel geftiftet. 9 
golbene Gürtelipange. 

iriprech, in ber Schweiz fer. w. 
rt (vom Althochd. Furisto, da 

Erſte, lat. Princeps), 1) im früben 3 
v. w. Herzog; 2) ſpäter ein dem freienf 
Angehöriger, der ein urſprüngliches Ach 
zogihum, Pfalz⸗ Mark⸗ od. Yandgraik 
exworben od. ber (noch ſpäter) den Zu 
chen wenigftens erlangt hat; 3) überke 
gierenben im Gegenfaß zu dem Volle. % 
tiobeneunung aller Serrjcher, bie mehr 
weniger als Kaijer, König u. Kurfürk f 
Erzherzöge, Großherzöge, Herzöge, | 
Zandgrafen, Markgrafen, Burggraten, 
net ſelbſt die erfleren mit. Die Söbm 
Häujer, jo wie die ber meiſten mebiatif 
in ber Regel ten Titel Priuz, ter eigı 
gleichbedeutend ift, außerdem it heil 
föniglichen Häujern ber Titel Erzherzo 
Herzog uoch üblich; 5) kei. Zirel wei 
bie eine Stufe unter ben Herzögen fr 
veräne FK-en in Diefem Sinne 
Deutfhland nur: Schwarzlurg, 9 
Walted, Liechtenftein. Die Fürftenwi 
weilen, be}. in neuerer Zcit, aud al 
böhung mit dem Eritgeburtorechte ı 
ba ber ältere, die Peajerategütere! 
bie iibrigen Grafen heizen. Ka ohni 
gibt es viele, u. faft alle alten Dvna 
haben nach u. nach deu Fontitel erb. 
len erhalten einzelne Perſonen ven ; 
erben ihu jedoch nicht auf ibre Nach! 
halten dadurch auch nicht Ebenbürtig 
Blücher, Harbenberg ben Titel 5. fü 
Sonft war ein großer Unterichiet zwi 
fürften, d. 5. folchen, welche au’ d 
Sit u. Stimme hatten (waren lie f 
gewefen, fo führten jie oft ten Zitel 
Grafen), u. ſolchen, bei welchen ties 
war; jetzt ift dieſer Unterſchied, da de 
biefer ebemaligen Reichofürjten mer 
feine Summe auf tem Bundestag ba 
beutend geworten. Die Fen u. di 
fürftlihen Stamm erbalten jegt ; 
Durdlaudt, im alten Ranzleiftel veu: 
fürſtliche Gnaden, od. höchſtens 
Durchlaucht, noch früher nur Exrc 
Neben den Feen kommen noch ver: 
werſonen, Lie leinen Fürſtentitel bab 
noch den fürſilichen Perſeuen eteue! 
werben, wie De Land⸗ u. Marlgrai 
wirklichen Reichegrafen, and vice, 
Dyuaſtenſtande gehören. Rei ten 
unterfhiet man auch weltliche ı 


Für bie 
e waren zu geiftlihen Kurfürften, 
ſiſchöfen gemäblte Berjonen u. brauch⸗ 
—28— Geblüt zu fein. Die 
then Kürftenhäufer im allgemeinen 
man in alte u. neue, u. erftere 
Ihe ver ten Augsburger Neichötage 
Stimme auf bein sürftentage hatten, 
Ihe erft Später vom Kaifer zu Reichs⸗ 
ıt wurben. Dan bält bie neueren 
nicht für volllommen ebenbürtig mit 
dieſer Unterfchieb jedoch blos in Be⸗ 
in der Reichsverfaſſung begründete 
zu Legalauſträgen beſtand, g iſt er 
unwirkſam; daher kommen Ehen 
i. alten Fürſtenhäuſern häufig vor, 
ir Mesalliancen zu gelten. Auf dem 
6 Zeichen bes Fürftenrangs ein Für⸗ 
doch bei ben jetigen Souveränen bes 
ses bie Bügel einer Königelrone, ale 
suveranetär über fich bat, Doch follen 
rzöge ten Fürften- u. Herzogshut 
»lben führen; |. Fürſtenrecht. 6) 8. 
iſident Der Minnehöfe 7) 3. dieſer 
»b. 12,31. 14, 30. u. 16, 11. wird 
an bezeichnet, dem ſchon ber jüdiſche 
h jenen Namen beilegte, weil nach 
an Anſicht feinem Reiche alles Nicht⸗ 
Weltliche, unterworfen war. 
der Kegelſchnecke. 
Walther, aus dem Canton Uri; 
1397 mit Werner Stauffacher aus 
rnold Melchthal aus Unterwalden, 
ind vom Drucke ber kaiſerlichen Land⸗ 
eien; er ft. 1317; ſ. u. Schweiz 
‚ch. Evang. geb. 1755 zu Frauen» 
‚war Director der bortigen Garten- 
u. ft. 1946 in Miinchen; cr gab ber- 
u. Bauernzeitung, Bafl. 1831 big 
reine Gartenzeitung, ebd. 1522—45; 
eit 1846 vereinigt unter dem Titel: 
auenterfer Blätier Gortgeſetzt von 
Zugen F.); u. ſchr.: Der verftänbige 


ı Staui, Paſſ. 1335— 35, 4 Thle.; | 


npelkuch zur Ertragserhöhung ber 
u. Gartenwirthſchait, ebd. 1838; 
chichte Frauendorfs, Regeusb. 1811, 
ulius, geb. 1805 in Zerkowa (in Po⸗ 
ben Eltern, ſtudirte erſt feit 1829 im 
hule in Poſen, dann in Breslau Orients 
yen u. Theologie u. begab ſich 1833 
»w er Privatdocent der Morgenlänbt- 
n iſt. Er ſchr.: Lebrgebäube ber 
zdiome, Lpz. 1535; Perlenſchnüre 
monien u. Lieder, ebd. 1836; Con- 
ihrorum sacr. V. T. hebr. et 
1837 ff.; Über die Echtheit des So⸗ 
; Hebräifches u. chaldäiſches Schul⸗ 
er das A. T., ebd. 1842; Die jüdt« 
ipbilofopbie tes Mittelalters, ebd. 
.; Urkunde zur jüdiſchen Geſchichte 
t; Gefchichte ter Juden in Aſien, 
bliotheca jud., ebd. 1849 -53, 
räiſches 1. halbälfhes Handwörter⸗ 
51 ff.; er ũberſetzte auch mit Zunz 
itiſche Bibel, Berl. 1838; gab heraus: 
zerot, 1852; mit Pbilippi: Der lite⸗ 
:ächter, 1833, u. Der Lrient, 2p}. 


szifon. 4. Aufl. VI. 


Zürftenberg 801. 
| gürftaller, Sofeph, geb. uAnfangbes 18. Jahrh. 

in Gerling in dem falzburgilchen Lantgerichte Saal- 

felden, ging auf einer Steife nah Italien in Neapel 
| unter das Militär, kehrte aber wieder in fein Vater⸗ 
| land zurüd u. wurde Sacriſtan, fpäter Schullehrer 
. u.ft. 1775. Er bat Karten von Salzbırry entworfen 
ı m. gezeichnet: Das uralte hohe Ersftift u Fürſten⸗ 
thum Salzburg 2c.; Atlas Salisburgrensia. 

Fürftenau, 1) Amt im bannöveriichen Fürften« 
thum Obnabrück; 7°, OM., 11,000 Ew.; %) 
Stabt hier, Schloß, Leinweberei; 1250 Ew.; bier 
im Oct. 1351 Feuerobrunſt; 8) Refivenzfchloß der 
Grafen von Erbach⸗Fürſtenan an der Mümling, 
dicht am Dorfe Steinbach, gehört zum Kreife Er⸗ 
bad) der großhersoatich beififhen Provinz Starken» 
burg; Schöne Gartenaulagen; 4) Dorf int Amte 
Pirna des ſächſiſchen Kreisdirectionsbezirks Dres» 
ben, nabe ber böhmifchen Grenze; 450 Ew.; in der 
dafigen proteftantiihen Kirche ift ein Marienbild, 
zu dem jährlid am Sonntag nach Mariä Heim⸗ 
ſuchung die benachbarten Böhmen zahlreiche Wall⸗ 
fahrten madıen. 
ı  Fürftenau, 1) Kafpar, geb. 1772 in Münſter, 
| von jeinen Bater ale Obocbläter ausgebildet, machte 

fpäter tie Flöte zu feinem Hauptinſtrumente m. 

trat 1799 in bie biihäflide Kapelle. Er machte 
i 1793 eine Kunftreite Durch Deutſchland u kim 1794 
als Kanınermufitud u. erfter Flötift nach Tidenburg. 
Seit 1511 lebte er meift auf Kunftreiten n. ft. 19195 
er fchrieb gegen 60 Compofttionen für fein Juſtru⸗ 
ment. 2) Anton Bernhard, Sehn u. Schiller 
des VBorigen, geb. 1792 in Münſter, nuternahm 
1803 feine erfte Kuuſtreiſe n. wurde 1805, erft 12 
Jahre alt, als herzoglicher Kammermuſikus in Ol⸗ 
denburg angeſtellt. Als die Capelle 1811 aufgelöſt 
wurde, brachten Bater u. Sohn den größten Theil 
bes Jabres auf Kunſtreiſen zu u. Namentlich ber 
Letztere erwarb fich ten Ruf des größten Flötiſten 
feiner Zeit. Nach feines Baters Tode nahm er 
eine Anjtellung an der Königlichen Capelle zu Dres⸗ 
ten an a. ft. daſelbſt 1552. Für fein Juſtrumeut 
ſchrieb er an 10V verichietenartige Compoſitionen 
u. eine Flötenſchule. 3) Morig, Sobn u. Schiller 
tes Borigen, geb. 1524 in Dresden, erjter Flötiſt 
bes Dresdner Orcheftere. 

ern j. u. Filrflenrath. 

üritenberg, 1) iF. an ber Oder), Stabt 

an der Orer u. ter Bahn ven Fraukfurt nach Schle- 


— — an um ur he — — — — — — — = 





ſien im Kreiſe Guben bes preußiſchen Regierungs⸗ 
bezirks Frankfurt a. d. O.; Fähre über die Oder, 
Schloß, Leinweberei, Schuhmacherei; 2150 Ew.; 
beſ. bekannt durch den dortigen Oderzoll. — F. ſoll 
vom Markgraſen Albert dem Bären von Branden⸗ 
burg erbaut worden ſein; Kaiſer Karl IV. ließ 1370 
das Schloß bauen; dann kam F. an die ſchleſiſchen 
Herzoge von Schweidnitz u. Jauer u. wurte 1431 
von ben Huſſiten verbrannt; bis 1517 gehörte F. 
zu der Gifterzienjerabtei Neuzelle; 2) Pfarrdorf 
im Kreife Biren des preufißchent Regierungsbe- 
zirks Minden, mit Märkten, Gtashütten. 1600 Em. ; 
3) Spige der Sächſiſchen Schweiz; 4) Berg be 
Grünhain im ſächſiſchen Kreistirectionsbezirt Zwi⸗ 
dau, wo Prinz Albert von Sachſen durch Triller 
befreit wurde; 5) Dorf an der Weler im braune 
(hweigiihen Kreife Holzminden, mit herzoglicher 
Porzellanfabrit u. 550 Ew.; 6) Yurgruine am 
Rhein im Kreife St. Goar bes preußiichen Regie⸗ 
rungsbezirks Coblenz, bei dem Derie Oberdiebach; 


— — — 


802 
T) Stadt in Medienburg-Strelit au der hier fchiff- 
bar werdenden Havel, zwifchen 2 Seen gelegen; 
Schloß, Synagoge, TZuchmeberei, Tabatfabrit, leb⸗ 
bafter Getreidehandel, 9 jährliche große Butter- 
märlte, 2800 Ew.; 8) Stadt im Bezirk Eiſen⸗ 
berg bes Fürſtenthums Waldeck; 700 Ew.; 9) 
Stanbesherrihaft der Fürſten von %. in Baden, 
Württemberg u. Hohenzollern; umfaßt die Land⸗ 
rafſchaft Stühlingen u. Baar, die Grafſchaft Hei⸗ 
igenberg, die Herrſchaften Jungnau, Trochtelfin⸗ 
gen, Hauſen, Meßlirchen u. m. a., im Betrage von 
38 OM. mit Über 100,000 Ew., ſ. Fürſtenberg 
(Geneal.); 10) Stadt im Amte Hüfingen bes ba⸗ 
diſchen Seekreiſes; dabei das Jagdſchloß die Länge 
u. die Ruinen einer Burg, des Stammorts der 
Fürſten von F.; 350 Ew. 

Fürſtenberg, altes deutſches Geſchlecht in 
Schwaben, deſſen Glieder von den Grafen von 
Urach abſtammen. Heinrich J., jüngſter Sohn 
des Grafen Egon von Urach, erhielt bei der Thei⸗ 
lung mit feinen Brüdern 1236 den Yürftenberg 
(f. d. [Geogr.] 10) u. ſt. 1284. Seine Nachlommen 
wurben 1283 Pandgrafen inder Baar. 3m 14.u.15. 
Jahrh. bewohnten fie die Burg auf bem Sürftenberg 
u. erhielten davon den Namen; im 16. Jahrh. er- 
heiratheten ſie die Grafſchaft Heiligenberg u. wurden 
12. Mai 1664 vom Kaiſer Leopold J. in den Fürſten⸗ 
ſtand erhoben; 1806 verloren fie ihre Souveränetät, 
u. ihre ſtandesherrlichen Berhältniffe zu Baden wur⸗ 
ben durch die Ubereinkunft vom 14. Mai 1825 u. Die 
zu Württemberg burch die königliche Declaration 
vom 23. Juni 1839 beftimmt. Das Haus blühte 
feit 1559 in zwei Hauptlinien, ber Kinzigerthaler 
u, Heiligenberger, welche von ten Söhnen Fried» 
richs III. gegründet waren; leßtere ftarb 1716 aus 
u. das Geſchlecht wurde von ber Heiligenberger 
fortgeführt; jet beſtehen bie drei Linien: die fürft« 
liche Linie in Schwaben, die fürftliche Linie in Böh⸗ 
men u. bie landgräfliche Linie in Ofterreich, |. unten. 
Wappen: Hauptihild geldener Adler im rothen 
Felde wegen F., das Mittelſchild quadirt, im erſten 
u. zweiten Feld eine ſilberne Kirchenfahne in Roth 
wegen Werdenberg, im dritten u. vierten ein eckig⸗ 
geihobener Rechtequerbalten in Silber wegen Hei- 
ligenberg; Einfafiung Silber u. Blau; mit dop- 
pelten Wollen getheilt, wenen Blumeneck. 

. Die jüngere Heiligenberger Linie, 
gegründet von 1) Graf Joachim, jüngerem Sobne 
Friedrichs III., geb. 1538 u. gel. 1598; er hatte 
drei Söhne: 2) Friedrich IV., geb. 1563, folgte 
1598 feinem Vater, war bis 1608 Oberftbofmeifter 
u. Marſchall des Kaiſers Rudolf II., ftanb auch bei 
Kaifer Mattbias in Gunft u. ft. 8. Aug. 1617. 
3) Egon VIII, geb. 21. März 1558, widmete 
ſich dem geiftlichen Stande, verließ denjelben aber u. 
trat als Hofmarſchall u. Geheimrath in baieriiche 
Dienfte, ging 1629 als liguiftiicher General nad) 
Mantua, vollzog 1631 in Franken u. Wiürtten- 
berg das Reftitutiongedict, machte als baierijcher 
Geueralfeldzengmeiſter unter Tilly 1631 Die Schlacht 
bei Breitenfeld mit, wo er den rechten Flügel coın- 
mandirte, u. ft. 24. Aug. 1635. Seine Söhne wa- 
ren %. 6)— 5). 4) Jakob Ludwig, jingfter 
Bruder bes Vor., geb. 1592, machte als General 
ber Artillerie auf Seiten der Yigne den Dreißig- 
ec Krieg mit u. ft. 15. Novbr. 1627 als fai- 
ferlier Kath u. Oberſi. Er war Stijter ter Do» 
nauejchinger Linie, welche aber bereits mit 


Füurſtenberg 


feinem Sohn: 5) Franz Karl, geb. 16261 8 
19. Juli 1692, wieber erloſch. 6) Fürſt gran 
Egon, ältefter Sohn von F. 3), geb. 1625, wurde 
1664 in ben Fürſtenſtand erhoben, 1665 
bifchof in Straßburg u. fl. 1. April 1652. 7) 
Hermann Egon, Bruber bes Vor., geb. 16H, 
war Oberhofmeiſter bes Kurfürken Ferh 
Maria von Baiern, wurbe ebenfalls 166L mie 
ürftenftandb erhoben n. ft. 10. Sept 1674 8) 
ilbelm Egon, Bruder bes Vor., geb. IE 
war Geheimer Rath bes Kurfürfien Dig fe 
von Köln; auch er wurbe 1664 vom Kara 
pold I. in ben Fürftenftand erhoben; gi 
war er, wie feine Brüder, ganz ben fr | 
Intereſſen ergeben u. förberte bie Pimp 
wigs XIV. gegen Deutſchland; beebalb if 
Kaiſer 4. Febr. 1674 in Köln anfbebenzafs 
Bonn, dann nach Wienerifch-Neuftadt ie 
er enthauptet werben follte; jedoch ir 
Trantreiche rettete ihm das Leben u. ink Ä 
wurbe er nad dem Frieden von Riga 
auch wieber in feine Ehren u. Würden 
1682 von Lubwig XIV. zum Erzbifchef vor 
burg u. endlich von dem Papft zum Turms 
boben; er fl. 10. April 1704 in dar 9 
Egon, älteſter Sohn von F. 7), geb. 16%, 
ein Günftling bes Kurfürfien Auguf dei 
u. blieb nach deſſen Wahl zum König ven @& 
1697 als Statthalter vou Sachen zurid ul 
10. Oct. 1716 in Hubertusburg. Kit iach 
die Heiligenberger Linie u. bie Yürftemeiie ff 
auf bie ältere Kinzigerthaler Linie übet. 
II. Die ältere Kinzigertihaler N 














wurde gegrünbet von: 10) Graf Chrikey) 
älterem Sohne Friedrichs IIL., geb. 24. Ir 
u. gen 17. Aug. 1559. 11) Graf Wratillet 
Entel des Bor. u. Sohn des 1599 veriuil 
Grafen Albrecht I., geb. 1584, lebte mg aM 
Niederlanden, war gräfitent Des Reichit 
in Wien u. ft. 10. Juli 1631. 12) Gral 
ftopb II., ältefter Bruder des Vor., ger MM 
geft. 1614, wurde durch feine zwei SöwiP 
liſiaw u. Friedrich Rudolf ber Summa 
Linien, der Meßkircher u. der Stuhling, M 
denen die letztere nody blüht: | 

A) Meßlircher Linie; Etifter: 19 3 
tiffaw II., älterer Sohn von F. 12), 0.4 
ft. 1642. 14) Karl Egon Eugen, 
Bor., geb. 2. Novbr. 1665, wurde 1697 ⸗ 
felbzeugmeifter des Schwäbiſchen Kreiies, I) 
jerlicher Feldmarfchalllieutenant u. fl. 1702 @| 
in ber Schlacht bei Friedlingen erhaftenen 8 
ben, wo er den linken Flügel gegen bie Arazl 
commanbirte. 15) Fürſt Karl Friedrtid 
kolaus, Neffe des Bor., Sohn des 1741 nd 
benen Fürſt Froben Ferdinand (unter relac 
Meßtircher Linie 1716 den Aürftentirel cibul 
7. Septbr. 1744, u. mit ibm ſtarb die Ro 
Linie aus. 

B) Stühlinger Linie, Stifter: IM) 
Friedrich Rudolf, jüngerer Sehn ven k! 
geb. 1602, war kaiferlicder Oberfeldzeugree 
ft. 26. Oct. 1655; 17) Graf Brojaer fe 
nand, Entel des Bor. u. Sohn tes 1031 39 
benen Grafen Marimilian Franz, geb. 12% 
1662, war öſterreichiſcher Feldzeugmeiſter & ! 
21. Rov. 1704 vor Landau. Bon jene LU 


führte der Ältere, 3of. Wilhelm Ernft, die du 


ingere, Ludwi Egon, flif- 
like Subfbiaffinie In Beitee (, 
inie, welche 1716 bie Fürften- 
744 alle Befigungen bes Hauſes 
‚e vereinigte u. 1762 bie Ansedeh⸗ 
würde anf alle ehelichen Nachkom⸗ 
rend bieber dieſelbe nur ber jebes⸗ 
babt hatte; fortgeführt von: 18) 
Vilhelm Ernft, älterem Sohn 
2. April 1699, murbe 1716 Reichs⸗ 
44 die Meßkircher Linie u. fl. 29. 
hen; er war zu feiner Zeit vielfach 
ätig. Er war vermählt in erfler 
Inna, geb. Gräftn von Walbftein, 
ne, von welchen ber ältere in den 
ierte, der jüngere bie jnhfidiarifche 
Böhmen ftiftete. a) Fürſtliche 
aben; Stifter: 19) Fihft Jo⸗ 
Johann Nepomul, geb. 21. 
ft. 2. Juli 1783; von feinen brei 
ürſt Karl Joachim 17. Mat 
ı endete biefe Linie u. bie Reicht⸗ 
b) die Fürſtliche Linie im 
ve mit den Gütern ber erften Ge⸗ 
urch Teftament vom 3. Aug. 1756 
er berfeiben war: 20) Fürſt Karl 
Sohn von %. 18) u. der Gräfin 
jeb. 7. Mai 1729 u. fi. 11. Juli 
Karl Joſeph Alois, älterer 
geb. 1760, mar Generalfeldmar⸗ 
bifchen Kreiſes u. fiel 25. März 
. 22) Fürft Karl &gon, Sohn 
). Octbr. 1796 in Brag, Befitzer 
errfchaft in Böhmen, folgte 17. Mai 
ichsfürſtliche Linie erlofh, in ben 
hwäbifchen Erblande u. vereinigte 
figungen ber Kamilie, mit Aus⸗ 
hen Güter, in feiner Hand. Im 
yundsacte wurde der Fürft 1806 
at, nachdem er in frei ur u. 
— 13 ſtudirt hatte, in bie öoͤſter⸗ 
n. Als Ordonnanzoffizier beglei- 
ürſten Swaren bergned Baris, 
dem Frieden den Militärbienft 
uf dem Schloß Heiligenderg am 
in Donaueſchingen reſidirend, 

ch in den damaligen Theuerungs⸗ 
zu lindern u. unterfläßte zugleich 
ge Unternehmungen, Künfte u. 
jte eine Münyfammlung, ein Na⸗ 
eine Supferflichiemmlung, eine 
ftete ein Krankenhaus in Donau» 
inbeninftitut in Neidingen, eine 
ür verwahrlofte Kinder u. legte 
hn Deutichlands u. bedeutende 
inen böhmiſchen Befigungen an, 
ung mehrerer Muſierwirthſchaf⸗ 
ig der Lanbwirtbfchaft bei, rief 
haft eine Sparfafle ins Leben 
erjorgungsanftaft für bie Witt- 
ner Beamten. Schon früßer zum 
ernannt, ſaß er von 1831 an in 
r des Großberzogthums u. ſuchte 
ı wirken, um einen Bruch zwiſchen 
E abzuwenden. Trogbem erfuhr 
ächften Jahren mannigfadhe An⸗ 
rde bei Ausbruch der Revolution 


durſtenberg 


von 1848 Raben er noch am 
Lanbtage, nach —5 — Aufſtandes, er 
genommen hatte, fhieb er aus der Kammer aus m. 
ebte abwechielnd in Böhmen, Wien u. Berlin. Er 
ftarb am 22. Dctbr. 1854 im Babe Iſchl. Br war 
vermählt feit 1818 mit Amalie, Tochter des Groß⸗ 
herzogs Karl Friebrich von Baben. Ein dichteri 
Denlmal fette ihm K. E. Ebert, Prag 1855. Nach 
feinem Tobe theilte fich die Linie wieder durch feine 
zwei älteften Söhne, Karl Egon ı. Mar Egon, wie 
vorher in die Schwäbiſche u. Bohmiſche Linie: 
au) Kürfilihetiniein Schwaben: Stifter: 
28) Fürſt Karl Egon, Ältefler Sohn bes Vor., 
eb. 4. März 1820, folgte feinem Bater 1854 alg 
Kür zu F., Yandgraf in der Baar u. zu Stühlingen, 
raf zu Heiligenberg u. Werbenberg, Freiherr zu 
Ounbelfingen, Herr zu Haufen ım Kinzigthal, 
Meptirh, Hohenhömen, Wildenftein, Waldsperg, 
Werenwag, Immenbingen, Weitra u. Pürglig 2c., 
2 babifcher General u. feit 1844 mit Henriette, 
ochter bes Fürften Heinrich XIX. von Reuß-Greiz 
eb. 1824) vermählt; der Erbprinz, Karl Egon, 
ift geb. 1852. by gürftfiheLinie in Böhmen, 
beſitzt bie böhmischen Fideicommißherrſchaften Bü 
fig, Kruſchowitz, Niſchburg, Skrziwan, Podmoll, 
Wſchetaben ıc.; Stifter: 24) Fürſt Marimiliau 
Egon, jüngerer Bruder des Vor., geb. 29. März 
1822 u. folgte feinem Vater Karl Egon 1824 in ben 
böhmifchen Fideicommißherrfchaften; er ift öfter 
reichijcher Rittmeifter in der Armee., 
Yeandgräfliche finie in Oſterreich gu 
Weitra, befitt in NRieberöfterreich das Fideicom⸗ 
miß Weitre, Beinpoh u. Waſen, in Mähren bie 
Herrſchaft Taykowitz, in Preußiſch Schlefien Haſſitz 
mit Kunzendorf, u. ihre Glieder führen ben Titel 
als Lanbgrafen; Stifter: 25) Landgraf Ludwig 
Auguft Egon, jüngerer Sohn von %. 17), geb. 
4. Februar 1705, war KReichsgeneralfeldzengmeifter 
u. fl. 10. November 1759. a) Hauptlinie: 
Stifter: 26) Joach im Egon, älterer Sohn des 
Borigen, geb. 22. December 1749, er legte unter 
andern das große Hüttenwerk Neu⸗Joachimsthal in 
der —*— ürglitz an u. ſt. 26. Januar 1828. 
27) Landgraf Johann, Enkel des Bor., Sohn 
bes am 4. Yebruar 1856 verftorbenen Landgrafen 
Friedrich Karl Joh. Nepomud Egon, geb. 21. Mä 
1802, er ift öfterreichiicher wirklicher Geheimera 
n. Oberftceremonienmeifter u. ſeit 1836 vermäbhlt 
mit Karoline, geb. Prinzeß von Auer&perg (geb. 
1809), fein älterer Sohn Eduard ift 1843 geboren. 
28) Landgraf Joſeph, Bruder bes Bor., geb. 22. 
Februar 1808; ift wirklicher Geheimerath u. Se» 
natspräfident bes Oberſten Gerichtshofs in Wien 
u. feit 1844 vermählt mit Erneftine, geb. Prinzeß 
von Setingen (geb. 1803). 29) Landgraf Karl, 
Bruder bes Vor., geb. 15. Juni 1809, ift Oberft- 
lieutenant in ber Armee. 30) Landgraf Fried⸗ 
ri, Bruder des Bor., geb. 8. October 1813, i 
Geheimerath u. feit 1853 Fürſterzbiſchof von Ol⸗ 
müßt. b) Landgräfliche Linie in Mähren: 
Stifter: 81) Landgraf Friedrich Joſeph, jün- 
gerer Sohn von F. 25), geb. 24. April 1751 u. gef. 
1. Juli 1814; er war vermäblt mit Joſephe, geb. 
Gräftn von Zierotin (fl. 1857). 32) Landgraf 
Friedrich, Sohn des Vor., geb. 29. September 
1793, er it wirklicher Geheimerath, General der 
Cavallerie, Kapitän ber f. k. Trabanten-Leibgarbe 
n. Inhaber bes Drogenerregimentg Nr. 5; er iſt 


wupermählt u. ber legte männliche Sproß ber Land⸗ 
iſtichen Linie in Mähren Bel. Münd, Ge⸗ 
dire des Haufes u. Landes F., Aachen 1830— 
1932, 3 Bde. 
eſtenberg, eine alte, angeblich vom Grafen 
Otio von Oldenburg abftammenbe, feit dem 11. 
Jahrh. in Veftfalen in dem Schloffe Bürfienderg an 
der Ruhr ſeßhafte Familie, aus welcher Wilhelm v. 
F., ber Heermeifter des Deutfchen Orbens in Liv⸗ 
land, ſtammte, u. von welcher ein Zweig nad) Kur- 
land überfiebelte, wo berfelbe 1780 aueftarb, von 
welcher aber jetzt noch eine zahlreiche Nachlommen- 
ſchaft in Deutichland lebt, welche in Weftfalen u. in 
den Rheinlanden reich begütert u. feit 1660 in ben 
Sreiherenftand, bie eine Linie feit 1840 u. resp. 
1843 in den Grafenftand erboben ift. Der Stamm 
vater if: 1) Freiherr Chriftian Francis— 
cus, geb. 1689, war failerliher Kämmerer u. 
Reichshofrath, auch) Turlöiniicher Gebeimerath u. 
abeliger Rath vom Herzogthun Weftfalen u. ft. 
1755; von feinen Söhnen find bei. bekannt: 2) 
reiherr Lothar Clemens, ältefter Sohn bes 
or., geb. 1725 in Aachen, mar kurlölniicher Ge⸗ 
— u. ft. 1791 in Herdringen. 8) Freiherr 
ranz Friedrich, Bruber bes Bor., geb. 7. Au⸗ 
gut 1729, war Doniberr in Münfter u. Gebeimer 
nferenzratb u. Minifter des Kurfürften Dar 
Friedrich von Köln u. Münſter, in welchem Poſten 
er buch bie zweckmäßigſten Anftalten in Aderbau, 
Gemerbe, Juſtizverwaltung, Verbeſſerung der 
Schulen, durch Stiftung einer Militärakademie ac. 
das durch den Siebenjährigen Krieg fehr mitgenom⸗ 
mene Land bald wieder zur Bluͤthe brachte. Er 
legte, al8 1788 ber Erzherzog Mar zum Coabjutor 
—— wurde, ſeine Stellen nieder, fuhr aber als 
eneralvicar fort für das Wohl des Landes zu ſor⸗ 
gen, namentlich machte er ſich damals um bie höhe- 
ren Lehranſtalten des Landes fehr vertient. Er ſt. 
16. Septeinber 1511 in Münfter. 
Sean von F., Miünft. 1842. 4) Sreiberr Kranz 
gen, Bruder des Vor., geb. 10. Mai 1737, war 
Donicapitular in Halberftabt u. Münſter, Fürſt⸗ 
bifchof in Halberſtadt u. Münfter u. ft. 11. Auguft 
1825 in Hildesheim. Lothar Clemens’ zwei Söhne 
ftifteten zwei Linien: I. Altere Yinie, Fürften- 
berg Herdringen, bat das Erbtruchießamt im Her- 


Fürftenberg, bie. 


ei EEE EB 


Pal. Eller, 


zogthum Weftialen u. ift feit 1843 gräflich nach tem | 


Recht der Erftgeburt; Stifter: 5) Freiherr Fried⸗ 
rich Leopold, älterer Sohn von X. 2), geb. 31. 
Juli 1766 in Adolfsburg u. fl. 25. October 1835. 
6) Freiherr Kranz Egon, Sohn bes Vor., geb. 
23. Auguft 1789 u. geft. 25. September 1932; er 
war vermählt mit Ferdinandine geb. v. Landoberg⸗ 
Velen. 7) Graf Franz Egon, Sohn des Vor., 
geb. 15. Anguſt 1318, wurbe 1843 in den Grafen» 
ftand erhoben; er ift erbliches Mitglied des preu- 
Biihen Herrenhaufes, Rittmeifter im 11. Laub» 
webrhujarenregiment u. feit 1847 vermählt mit 
Karoline geb. v. Stael» Subthaufen; fein Sohn 
Engelbert ift 1850 geboren. 8) Freiherr Fried» 
rich, Bruder bes Bor., geb. 1528, ift unvermählt. 
U. Jüngere Linie, 3.:Stammbeim, feit 1540 
gräflich nach dem Rechte der Erftgeburt, Stifter: 
9) Freiherr Theodor, jüngerer Sohn von F. 2), 


geb. 17. Jan. 1772 u. geft. 7. Juni 1828 in Nebeim. 
\ Landgrafen 


10) Graf Franz, Sohn des Vor., geb. 24. März 
1797 in Herbringen, murbe 1540 in den Grafen- 
ſtand erheben u. ift Diitglieb des preußifchen Herren⸗ 


FZurſtengroſchen 


hauſes. Er iſt bef. als Freund ber Lunß ke: 
als ſolcher hat ex ſich namentlich durch feine Beie: 
derung bes Ausbaues bes Kölner Doms, ki die 
durch die Erbauung ber Apollinarisfirde auf km 
St. Apollinarieberge bei Remagen bewieſen r 
an ber Bolitif Bat er ſich weſenilich betheifit 
Mitglied der Provinziallanbtage, het Bein 
Landtages 1847 u. 1848 u. ber erſten faımer 
1850. Gr ift feit 1829 vermäßlt mir Paukze 


v. Romberg, fein ältefter Schu Gisben ij M 
" 





geboren. 
ürſtenbruck, Marttfieden im Beat 
ve Kreifes Gitſchin (Böhmen); 65 
tftenbund. Als nad tem Baiexe 
folgekrieg Kaiſer Joſeph IL von Neuemdie 
feine Erbſtaaten durch bie Erwerbunz ru 
zu arrondiren, ließ er dem Kurfürſien zes | 

















Ausnahme von Quremburg, | 
vertauſchen, u. veriprach ibn ben Titel 
von Burgund u. dem mutburaglicen 
Herzog von Pfalz-Zweibrüden, vie € 
Mil. Gulden. Der Kurfürft ging auf da 
ein, aber der Herzog von Zweibrüden mitind 
wendete fih an König Friedrich II. ven Freu 
ber Bitte, ben Plan zu vereiteln. Tiefer 
ber Kailerin von Rußland bie Berfiberm 
Taufch von ihr nur in dem Glauben, riak 
Theile von Bortheil, vorgeichlagen werten 
aber keinen Theil dazn zwingen wolle. Anhpel 
reich, ald Mitgarant bes Teſchener — 
klärte, daß Oſterreich die Sache aufgegeben 
von Joſeph II. war aber feine genũgende 
zu erlangen. Friedrich II, melder fi 
durch eine Vergrößerung ber öſterreichücha 
bedroht ſab, ſchloß darauf am 27. Juli 
Berlin mit Sachſen u. Hannover eine jet. 
unter dem Namen des Deutfchen free. Set 
titel beftimmten in derjelben tie gegen die 
hung Baierns zu treffenten — * I 
trat auch Diainz, Trier, Hefien-Kafiel, Bil 
Baden, Jmeibrüden, Braunichmeig, ä 
Weimar, Gotha u. Anbalt-Deflau den Y 
Bgl. Dobm, Über ben deutſchen F., Berl 
Joh. Miller, Darftelung bes Deutichen Fr 
1787, 2.2.1789; Ab. Schmitt, Preußen: MM 
Bolitit; Die drei Fürftenbunde von 1755,19 
1849, Berl. 1850, u. Derf., Geſchiche ve] 
Gilden deutſchen Unionsbeſtrebungen x., IM 
A 851. — = 
encollegium, fo v. w. Kürftear: 
5 eneck, Shih in Eirerfeld 2. _ 
ürftenfeld, 1) Stadt an ter Feiſtrigz ei 
im Kreiie Grätz (Steyermarfi, mir Tom! 


des Malteferordens, Auautinerfieiier, 22 


fabrit, Schloß; 2500 Eiw.; 2) Kleiter, fü! 
Snvalidenhaus, an der Ammer, im Yan 
Brud des baieriſchen Kreijes Ibsrbalern. 
Fürftenfeldbrud, Landgericht u. ateden | 
w. Biud 6) u. 7). 
Fürftenfelde, Stabt im Kreiie Köniaibe 
preußifchen Regierungsbesirts grankiurt: 2 
rſtengroſchen, tbüringijche Suderac 
alihaſar feit 1397; Geister 
ber Breitgroſchen, aber nur füntlin: 


2 Sgr. 


Füchengut bis Wärkenfpiegel 


', bie einem regierenden Herrn ob. 
zugehörigen Effeeten. Das %. genoß, 
is factii$ u. resp. auf uladen. 
‚bie Jeuog im Deutſchen Zollverein 
wu 


en, Bergrüden, eine Meile füdlich 
idt im Kreife gleiches Namens, bes 
gierungsbezirts Erfurt. 
ehedem eine breite rothe Müge mit 
iingebräme, welche oben meh ben 
ig, der oft mit einem, mit Perlen 
et verjeben war. Gr murte im 14. 
3 Auszeichnung der Kurfürften (daher 
ftenhut), dann aud von Herzdgen 
g shut) u. a. Kürften getragen, iſt 
auf Wappen gewöbulich. ſou⸗ 
aſteht er jetzt in einer offenen Krone. 
3 5-8 ift entweder unmittelbar auf 
d. auch auf Heimen. Von den grüf- 
, mit dem Prädieat Erlaucht, wird 
ebraucht. Der Hut der nenfranzöfl- 
t eine Toque von ſchwarzen Sammt 
ven, bei ben Herzögen mit Hermelin 
niit goldener Spange verjehen m. 
eftedt. 

He (Alt u Neu⸗F.), zwei Dörfer 
han des böbnifchen Kreiſes Eger, 
Spiegelſchleife u. Polirmähle u. zu⸗ 
w 


ein, ſo v. w. Demoneſoi. 
jer, großherzogliches Luſtſchloß, ſ. u. 


ntel, ein meiſt rother, mit Herme⸗ 
Mantel, wie ihn ſonſt die Fürſten 
jetzt die Rectoren u. Prolanzellare 
ſitäten tragen. 
ßige Perſonen, ſ. u. Fürſt. 
b, das zweite Collegium ber ehema⸗ 
Reichs tage, gebildet aus den reichs⸗ 
— Grafen, freien Herrn u. Prä⸗ 
iſelben beftanden bis zum Lumeviller 
) 100 Stimmen, welche nach einer 
zwei Bänken, der geiſtlichen u. welt⸗ 
eführt wurden. 94 Stimmen davon 
ve Virilſtimmen, bie eigentliche Yär- 
drafen hatten nıır 6 Euriatfiimmen, 
‚ wetterauifche, fränkiſche u. werfä- 
anf; tie Prälaten, die nidht ale 
Birilftinnme führten, batten zwei Eu- 
ie rheinifche u. ſchwãbiſche Prälaten⸗ 
m Yuneviller Frieden fank die Zahl 
bedeutend herab. I. Anpidi, Der 
ah dem Yuneviller Frieden, Berlin 
Weitere unter Reichstag. 
bt, 1) ebedem das Recht bes Kailer®, 
tſcher Fürften, in Leib, Ehre u. Lehn 
a. Ob u. wie er hierbei ein Todes: 
1. wie executiren dürfe, ift unter den 
eitig. Der Kaiſer richtete burch den 
u. bedurfte nach dem Weſtfäliſchen 
5 8. 54) dabei der Zuziehung von 
nicht, fondern es wurde dies feinen 
eim geftellt. 2) (Privat⸗F., Jus 
ıstrium, ‚Jarisprudentin heroica), 
Hertommen, welche ein Fürſt in An⸗ 
eines Haufes zu beobachten bat, nad 
itigleiten entidyieben u. Vermählun⸗ 
ıofhaften n. andere Familienſachen 


angeorbnet, bie Dispofition über das Privatflürſten⸗ 
gut beſtimmt u. das Schuldenweſen bes Flrften üb. 
ber Glieder feines Haufes geordnet wird. Die Bor» 
ſchriften fügen ſich auf Familien e⸗ 
ſetze u. Obſervanzen; ihr Inbegriff, ſelbſt wenn de 
in Staategrundgeſetze verflochten wäre, bleibt 
privatrechtlicher Natur. Sammlungen von Qu 
len u. einzelne Grörterungen darüber enthalten: 
Struve, Jurisprud. heroica, Jena 1743—53, 
7 Bde.; Neumann, Institutiones juris princi- 
um privati, $ranff. 1747, befien Meditationes 
yaris etc., ebd. 1751 — 56; Mofer, Berfänfiches 
Staatsrecht der deutichen Reichsſtände, ebd. 1775; 
deſſen Deutſches Familienſtaatserecht, ebb. 17755 
Gribner, Prineipia jJurispr. priv., ebd. 1745: 
Bitter, Primae lineae jar. priv. princ., ®&tt. 
1768—69, zulegt 1739; Struben, De origine 
nobilitatis etc.. Jena 1745; Maier, Allgemeine 
Einleitung in das Privatfürftenrecht, Tüb. 1783; 
Kohler, Handbuch bes deutſchen Privatfürftenrechte, 
Eulzb. 1532; Bauer, Beiträge zum beutfchen Pri⸗ 
vatfürftenrecht, Gött. 1839, m. in bie Schriften über 
bentihes Staatsrecht von Maurenbrecher, Zöpflu. A. 
Fürſtenried, Jagdſchloß im Kandgeriht Mün- 
hen bes Kreiſes Oberbaiern, 1716 vom Kurfürk 
Mar Emannel erlauft u. zum Jagdſchloß benutzt; 
ftebt jet (1559) Teer. 

Fuͤrſtenruf (Jagdw.), eine Fanfare, mit welcher 
bei Barforcejagden den hohen Herrichaften ein Zei- 
chen gegeben wird, wen fi) die Jagd meubet. 

{ ie | nepfe, fo v. w. Heerſchnepfe. 
Fürſtenſchulen (andſchulen), die vom Kur 
fürften Moritz zu Sachſen 1543 aus ben eingezogenen 
Kloſtergütern geftifteten u. noch beſtehenden Yanb- 
ſchulen Pforta, Meißen u. Grimma (urſprünglich 
in Merſeburg), in denen eine Anzahl —2— 
(Alumnen) freien Unterricht, Koſt u. Bohrung 
erhalten, ob. nur eine gemiffe Heine Summe für 
diefelben zahlen. Die Frei⸗ u. Koftftelfen werben 
tbeil® vom Landesherrn durch das Confiſtorium, 
tbeil® von beſtimmten Städten vergeben. Anbere 
Schüler wohnen un. fpeifen ber den Lehretn, neh⸗ 
men aber am linterrichte Theil u. find einer weni⸗ 
ger firengen Orbnung unterwerfen (Ertraneer, 

eftgänger). Die Schule zu Schleufingen zählte 
man ebenfalls zu den F., aus wohl, Doch uneigent⸗ 
lich, die zu Koßleben. 

‚gürftenfpiegel, Schrift, worin ein Fürft nad 
feiner Denk-, Handlungs- u. Regierungemeile dar⸗ 
geftellt wird, nıeift zur Bildung für junge Fürſten, 
u. entweder in Biographieen Aroßer n. ebler Für⸗ 
fien beftebend od. nad) ihnen entworfen, ob. auch 
aus ber Lebend- u. Regierungsgeſchichte ſolcher 

Ürften ale Ideale dargeſtellt. Solche F. find: 

enophons ſeyropädie, des Synefoe Rede repl 
Paorleras anden Kaijer Arladios; Agapetus Zykdn 
Paaıkıan ; Petrachs Schrift: Derepublien optime 
adıninistranda et de officio et virtutibus im- 
peratoris, Saavedras y Farardo Empresas po- 
liticas, Senklons Telemach u. Direction pour la 
conscience d'un roi. Engels F. Bon Fürften ſelbſt 
geichrieben ift ber Dentiche %., au® dem 16. Jahrh. 
(vom Herzog Julius u. Elifabeth von Braunſchweig), 
berausg. von F. 8. von Strombeck, Braunſchw. 
1826; auch Wladimir Monomadus, des Groß- 
fürften von Kiew, Schriit Über die Zugend, gehört 

terher, u. Senecas Schrift: De «leınentın ad 
eronsın Caeuarem, hat nıan ale % angenom⸗ 


806 
men. Als ein neg 5. Darſtellung. 
bie ein — nicht ſein De tan Mackhiavelli’s 
ncı 

een , 1) gräflich-bockbergifche Stanbes- 
* nein. ne bee preußiicgen 
— — Breslau; 2) et De 
alzbrunn , mit 300 Ew. u. bem — 

—5— ſoll vom polnifchen Herzog Bol 

im 12. Jahrh. erbaut fein; daun fam es an bie 
jerzöge von Schweidnitz, welche Burggrafen hier 
ielten. 1475 nahmen die Böhmen das Schloß u. 
Dann wurbe es von Ranbrittern bewohnt, 1509 an 
ben Landeshauptmann Kourad von Hochberg ver- 


änbet, zu ano bes 17. Jahrh. von einen 
ben vo ende er n. 1646 von den Schweben 
ee Das jetzige Schloß baute Graf Konrad 


Eruft May von gosterg, e3 enthält eine reiche 
Biblio Semälbe- u. andere Sammlungen, 
Schloß elle; babei bie fogenannte alte Burg, eine 
tünftliche Butgruine; 3) konigliches Schloß in 
Bexrchtesgaden, |. b. 2). 
ürſten ‚ eine vormals benen von Diebe 
gehörige Berrfeaft iu in Heflen; als die Diede 1807 
ausflarben, fo erhielt ber bamalige Löniglih weſt⸗ 
iſche Staaterath u. Minifter des Auswärtigen, 
ter Alexander le Camus, geb. 1774, dieſe Herr- 
daft nebfl dem Grafentitel, welcher ihm 1812 von 
Rapoleon beftätigt wurde. Nach Auffölung bes Kö. 
nigreih® Weftfalen fiel F. wieder urbeflen 
zuria, b boch behielt Ah — Peter Alexau⸗ 
rafentitel; Graf Peter Alex. war 
mãhlt mit Adelheid geb. Gräflu von 
fl. 1824; fein em er Sohu ift Gra Moll ge 
8. März 1818; er ift Lanbrath des Kreifes Ro 
burg in ber Dbeisuft u. unvermählt. 


fage, |. u. Gens) 

th Gum, 3 If. Forf : 2) Kreis im preu⸗ 
PEN eh Regierungebegit öslın an ter Dfifee, 433 
D eine weite, reich mit Tannen 
bewalbete Sanbebene, mit einigen Küftenflüflen, 
Wworunter bie Perfante am bebeuteubften ifl. 

ürftenverein, Bund ber Herzöge, Fürſten u. 

Grafen, gegen bie Rurfürften u. Railer Leopold I., 
1692 durch bie Verleihung ber Kur an Braun- 
[ec „Lüneburg veranlaßt; löſte fich bald wie⸗ 
er aut. 

Würftenwalde, Stadt an der Spree u. Berlin- 
Seantfurter Eiſenbahn, iu preußifchen Regierungs- 

ezirk Beantfurt, Säle u. Marienlirche, Tuch⸗ u. 
Wollzeugweber 900 Ew. 

Fürftienw —— Fr Freiherrliche Familie, ſtammt 
aus der morganatiſchen Ehe des Pfalzgrafen Fried⸗ 
rich Ludwig von Zweibrücken mit Eiilaberh eppe 
von Meißenheim u. blüht in 2 Linien in Oſterreich 
u. Baiern; bie ältere Linie in Ofterreich führt 
Das rädicat Burgfaß zu Odenbach; 1) Freiherr 
Karl, geb. 17. Juli 1769, war öfterreichifcher 
Felbmarie alllieutenant u. Capitäntieutenaut ber 
1. Arcierenleibgarbe, auch Inhaber des 56. Infan- 
terieregiments; er ft. 4. Juni 1856 in Baben; 
jetsiger Chef iſt: 2) reiherr Franz, Sohn bes 
Bor., geb. 1533; er ftebt in öſterreichiſchen Mili- 
tärbienften u. ift unvermähft; fein Bruder Karl ift 

336 ge 

Fürſtenwerder, Marktflecken im Kreife Prenz⸗ 
low des preußiſchen Regierungsbezirk Potsdam, 
awiihen 2 Seen; 1500 Ew.; babei das gräflich 

erinſche Schloß Wolfshagen. 


ee ne Berk 


enmeifterei 
Run fpiegel, 1663; 
—— (Um 1627) x. 

rterer (Büterer), 6 lebtei 

ale Wappenmaler in Münden; er | 

eine Umdichtung ber Artusfage —* 

f Gedicht, wovon inbeß nur eim 

e gebr find; Hand ſchriften a! 

ien; er ſchrieb auch ei ) 


ebenfalls nicht gebrudt 

— Stelle in Auen Omi 
durchpaſſiren ann 

Furth, 1 Stabt an Al Shan: m. 
Cham bes baieriſchen Kreiſes Oben 
hätte, Papiermũhle; 3150 —F 2 
richteamt Chemnitz bes —2— ſachſ 
een re Baunmwollipinnfasrl 


diſcher Iubufrie u and. 
Tabat, Spiegeln, —ã Y Zehen 
ei ten u. Sale Kurzwaaren; 
(bie bel. Ka Ei 
—— n. a.; 14tägige 
Michaelis; Hofpital, Sreitmaurerlogt: N 
u. Freundſchaft; 16, 000 Ew. Darunter 
Geit 1835 iſt $. burch eine Gifenbahe 
Deutichland) mit dem 14 Stunte ent 
berg verbunden. — %. entftand bu 
einer Kapelle, angeblich von Karl tem 
St. Martin zu Ehren aufgeführt. D 
reihe Wallfahrten raſch in Aufnahn 
—— m ba k 
e Bogtei über tten na 
Grafen von Kaſſel, Die Markgrafen ve 
bie BQurggrafen von Nürnberg. Im 
gen Kriege wurbe es von ben Ed 
dann von ben Kailerlichen u. 1634 
ben Kroaten niebergebrannt. 1650 bt 
ber ab. 2) Flecken an der Weſchnit ir 
penpeim ber großberzeglich beffilhen ; 
enburg (war 1802 kurmainziſch): 
Furtum (lat.), fo v. w. —28 
Burtiv, heimlich, verſtohlen. Furibi 
die Eigenſchaft einer Sache, daß ſie 
Sie hindert die Verjährung, auch bei 
in gutem Glauben (bonae fidei pos 
rtwangen, Marktflecken im 4 
des badiſchen Oberrheinkreiſes; fertigt 
Uhren (namentlich Spielubren): Ei 
1790 Ew.; am 23. Juni 1857 durch 
großen Theil zerſtört. 
a ale ſchwediſches Edifi, fi 
doch ohne Geſchü 
Furunkel (Forunciilus), eine bit 
* blaurothe Entzüubungegeihti 
Groöße einer Haſelnuß bis zum ter ü 


Bürwaßrhalten bis Fuſinoyama 


sıtfleht bald ohne fichtliche Urſache, balb in 
von Kacherien, an äußern, vorzüglich fettrei- 
autfiellen, iſt mehr beichwerlich als gefährlich, 
egt nur felten Sieber, Nervenzufälle ob. 
ne Geihtwüre. Es erfcheint entweber einzeln 
vöhnlich in größerer Anzahl. Manche Per- 
find bef. dazu geneigt. Er läßt ſich ſchwer 
len, gebt bagegen oft Ichnell in @iterung über, 
—X8 weich zu werden. An der Spitze er⸗ 
dann ein wenig Eiter, meiſt mit Blut ver⸗ 
in ber Tiefe fchreitet bie Eiterung laugſam 
smmt zum Stilftand, u. es bleibt ein Eiter⸗ 
Eiterpfropf, abgeftorbenes Zellgewebe) zuräd, 
eigung, fih von Neuem zu entzlinden. Bei 
ilung lommt e8 darauf an, durch etwas rei- 
Mittel, insbefonbere Breiumfchläge ıc., bie 
ng zu befördern u. fo alles verborbene Zell- 
zu entfernen. 
rwahrhalten, etwas aus Gründen als wirt- 
nehmen; geſchieht es aus unzureichenben 
ven, fo iſt es entweder, wenn man bod) 
ve bafür bat, Meinen, wenn blos eingebil- 
dründe, Wähuen; geſchieht es aus zurei- 
AGründen, u. dieſe find nur jubjectiv, fo iſt es 
be, find fie objectiv, fo iſt es Wiſſen(ſ. d. a.). 
zwort, 1) im alten Gerichtefiyl jo v. w. Ver⸗ 
Borbehalt, Schutzrede eines Sachwalterd, 
ion; 2) (Gramm.), fo v. w. Pronomen. 
m n. laſtraße, Meerenge im Baffin⸗ 
⸗Archipel (Arktiſches Nordamerika), awiſchen 
ijel Codburn u. der Halbiuſel Melville, führt 
em For⸗Kanal (im DO.) in den Boothia⸗Golf 


m (lat.), fo v. w. Achtelnote. 

fe, Kanal in der lombartifchen Provinz Bre⸗ 

z ift aus dem Oglio abgeleitet, beginnt bei 

Austritt aus den Ifeofee, gebt linte dem 

mtlang bis Palazzolo, menbet ſich bier oft» 

u. verliert fi) bei Rovato im Lande, in 

e Arme gerbeitt 

änus (F. L.), Pflanzengattung aus ber Fa⸗ 

yer Santalacene, 4. Kl. 4 Orb. L.; Art: 

npressur, am Cap, u. a.in Neuholland. 
arlum (F. Lx.). Pflangengattung aus ber 

e ber Warzenpilze, Gy mnom„cetes- Tu- 

larini; Arten: rothe ob. gelbe erhabene 

: auf abgeftorbenen Vegetabilien bildend. 

äro, Meiner Küftenfee in ber Provinz u. 

Snigreiche Neapel; ſonſt P’alus acherunia, 

mröle (ital.), Rundfläbchen. 

ayafuga, 1) Nebenfluß des Magtalenen- 

z in der jüdamerikaniſchen Republit Neu⸗Gra⸗ 

8) Stadt im Departamiento Cundinamarca 

Granada. 

chendſch, Statt in Herat in Afghaniftan ; 

au (100 Sorten), hier alte® Gebäute, vor- 

von Abraham. 

ein, organiihe Baſis, bie fih aus dem 

Dippelihen Ol, Ken Ammelin u. äbnlichen 

n, unter Dem Cinflufie der Yuft freiwillig 

; feine Zuſammenſetzung ift nicht bekannt. 

ert (Diin.), Varietät des Stapoliches, von 

jer Farbe. 

col (Shem.), fo v. m. Algendt. 

e (Bubfe), Nebenfluß linke der Aller in Han⸗ 
eutfpringt bei Großſlöte in Sildeaheint, 
das Ehwarzmafier, tie Eriche (Erle) u. 

if u. mündet bei Zeile. 


7 
Fufel, 1) ſo v. w. Zufelöl; 2) ſchlechter Brannt- 
wein 


ufelätber, fo v. w. Amyloxyd, ſ. n. Amyl 
elbrenner, Pſeudonym für Wallmark. 
ufelier (eigentl. Fusilier), 1) jeber mit 
einer Flinte bewafinete Soldat, beſ. 2) in man 
Armeen (3. B. in ber preußifchen) leichter Infan⸗ 
terift, bef. zum Zirailliren u. leichten Dienſt. Die 
5. find in eigene Bataillons formirt u. bildeten 
fonft in der preußiichen Armee eigene Brigaben, 
nd aber jettt in derſelben bie 3. Bataillone ber 
eldregimenter ; in anderen Arıneen beißen fle 
hüten, Jäger u. find in für ſich beſtehende Ba⸗ 
taillene, in Brigaden u. Halbbrigaben formirt. 

Fuſeliren (v. fr.), Einen erſchießen, als Todes- 
firafe, ſ. d.; Daher Füfelabe, das Erichießen ganzer 
Maflen auf einmal. 

Fusella (lat.), Sechezehntheifnote. 

Sufelöle (Chem.), fllchtige Ole, welche fich bei 
ber meingeifligen Gährung der Dlaifche bilden u. 
bei der Deftillation der gegobrenen Flüſſigleiten 
mit dem Allobol übergeben. Sie beſitzen verfchie- 
bene Eigenichaften je nach dem Material u. ent- 
ftehen unter gewifien, noch nicht genau ermittelten 
Verhältnifien, jedenfalls durch die Srlenung zufäl- 
liger Beimengungen; fie find bie Urſache des ben 
verſchiedenen Branntweinforten eigenthlimlichen 
Aromas. Das Fuſelöl bes Kartoffelbranntweins 
ift unreiner Amplallohol (Amvlorythybrat), es if 
in Waſſer faft unlöstih, mit Alkohol aber in jebem 
Berbältuiß miſchbar, ift rothgelb u. riecht wiber- 
lich, Kopfweh u. Übelkeit erregend ; durch Schütteln 
mit Waſſer läßt es fi) abſcheiden. Der Getreibe- 
branntwein enthält ein Fuſelöl, welches aus einem 
Gemiſch von Onanthäther, Amylalkohol u. einem 
im Setzeibe wahrſcheinlich fchon präformirten äthe⸗ 
rifhen DI, bem Korndl, neben Margarinfäure be- 
ſteht; e8 bildet eine grünliche ſchmierige Maſſe von 
unangenehmen GEeruch. Bei ber Weingährung 
wird hauptſächlich Onanthäther erzeugt. Das Arom 
vieler anderer Branntweine, wie des Aral, Wach⸗ 
bolterbranntiweins ꝛc. rührt jetenfalls von in ben 
Pflanzen ſchon fertig gebildeten flüchtigen Stoffen 
ber. Im Bier wird bie Bildung des Fuſelöls durch 
das im Hopfen enthaltene Hopfenöl verhinbert. 

Fufi, ein einfam emporragender großartiger, 
mit Schnee bebedter Kegelberg von 12,678 Fuß 
Höhe, auf ter Injel Nipon, landeinwärts ber 
Bai von Yeto, bis SU englifche Meilen meit fichtbar. 

‚Fusia lex, 1) von dem Volkstribun C. Fu⸗ 
fins, baß Niemand mebr als 1000 As als Yegat 
vermachen folle; wer mehr annähıne, ſolle e8 vier» 
fach erftatten; 2) F. I. de eomitlls, von dem Prätor 
Bufius, 60 v. Chr., daß in den Tribuscomitien jede 
der verſchiedenen Klaffen in jeber Tribus bei. vo» 
tire, um die Meinung jeder Klaffe zu erfahren. 

Fufldium, Barzenpilsgattung aus der Familie 
ter Gymmomvcetes-Stilbosporei; Arten: F. 
eandıdum, aurantiacum, Ninden, 
Stängeln. 

Fuſien, See in der Provinz Yünnan im SW, 
bon China. 

Fusiformis (ot), 1) ſpindelig, fpinbelfdrmig, 
ein walzenrunder, nad beiten Enden allmälig ſich 
tegelförmig zuſpitzender Pflauzentheil, beſ. von 
Wurzeln gebraucht; 2) oft auch fo v. m. rübenförmig. 

Fufineyama, Vnuldan auf der Inſel Nipon (Gas 
pan in Aſien). 


auf 


808 
Sufton (v. Tat), 1) Ansgieung, Verbreitimg;; 
2) Schmelzung, 3) Verſchmelzung verſchiedener 
Intereſſen u. Warteien, fo im politiſchen Sinne, 
. DB. die F. ber Legitimiften u. Orleani— 
en in Frankreich, wonach dem kinderloſen Gra⸗ 
en von Chambord die Krone u. den Orleans die 
ronfolge in Frankreich gegenſeitig zugeſichert 


werden ne: 
Fufiiporium, Filsgattung aus Der Familie ver 
Hyphomycetes - Sepedoriei; Arten auf Pflan- 


zentheifen. 
uslee (Chronol.), ſ. Fasli. 
(Pes), 1) der Außentheil bes Thierkörpers, 


zum Gehen u. Steben verliehenes Organ, |. Füße; 
2) bei den Schneden ber Theil des Körpers, mel- 
‚Gen fie, um fortzulriehen, aus dem Schalen- 
gehäuſe bervorftreden, 3) bei Mufcheln Die zu- 
geihärfte Vorderſeite des Bauches; er bekommt 
mehrere Geſtalten (geißel⸗, haken⸗, axtförmig), wird 
von den Thieren zum Fortſchieben im Sande, zum 
Einbohren, zum Verſchließen der Schale ꝛc. ge 
braucht; in den Schalen ift oft eine Offnung zum 
Auslaſſen deſſelben; die neuen Naturforfcher be- 
flimmen nach temfelben mehrere Gattungen; 4) 
(Fagdiv.), hie Sohle es Wildes; 5) ber Theil 
eines Gegenftandes, worauf berfelbe ruht, nament- 
lich wenn diefer Theil breiter geftaltet ift, als Die 
übrige Körperform; 6) (Her.), ter unterfte Theil 
eined durch 2 Linien getbeilten Schildes; 7) (Waf- 

ferb.), p v. mw. Deichanter. 
‚ 1) ſehr gebräuchliches Yängenmaß, vom 
menfchlichen Fuß entnommen; gewöhnlich wird er 
in 12 Zolle, der Zoll in 12 Yinien x. getheilt, u. 
heißt dann Wertihub, Schuh, gemeiner .; 
oft wird er aber auch in 10 Zoll getbeilt, nament- 
lich beim Feldmeſſen, u. beißt dann Decimalfuß 
(vgl. Decimalmaß). Die Alten kannten ſchon den 
5. ale Maß, Die Römer nannten ihn Pes, die Grie- 
n Moos. Sie tbeilten ihn in 4 Palmi (Duer- 
bänbe, f. Balmus u. Palaiſte), 12 Zolle (Pollices), 
16 Duerfinger (Digiti). Die verſchiedenen An— 
nahmen bes Fußes, als F. Des Heinen Stadiums, 
des Kleomediſchen Stadinms, des pythiſchen od. 
delphiſchen Stadiums, des Stadiums des Erato⸗ 
bene® (vgl. Stadium), des geometrischen Fußes, 
es griechiich = elumpifchen Jußes des königlichen 
ob. phileteriſchen Fußes, find in Groſſes Metrolo⸗ 
giſchen Tabellen genau angegeben. Jetzt iſt der 
ewoöhnlichſte der Rheinlaͤndiſche od. Preu— 
7 F., 130,13 pariſer Linien od. 313,8535 Mil⸗ 
limeter lang, 28 — 27 franzöfifche od. parifer F. 
u. 67 ungefäbr = 69 englifche (genauer 1200 rhein- 
ländiſche F. — 1169 englifche $.), Das Verhältniß 
n. Die Größe der verjchiedenen Fuße anderer Länder 
u. bedeutender Städte find unter Diefen aufgeführt, 
auf welche wir Daher verweilen; 2%. machen 1 Elle, 
6 eine Klafter, 10 od. 12 eine Ruthe (vgl. Faden, 
Lachter, Yard, Toife). 2) Ein Stüd Holz, welches 
in 10 od. 12 5. getbeilt ift; 3) als Werthbeftim- 
mung der Münzen, |. u. Münzfuß. 4) Ein Vers⸗ 
glied aus 2, 3 od. 4 Sylben beftehend, deren Ber- 
hältniß zu einander Durch Länge u. Kürze beftinmt 
wird. Dieſe Füße find die Meinften hpthmifchen 
Größen, worin Arfis u. Thefis wechleln. Es un- 
terſcheiden fihh Vers⸗ u. Wortfüße; jene werben 
in Beziehung anf den Vers, dieſe in Beziebung 
auf die einzelnen Wörter betrachtet, 3. B. 
Nachti | ga, das Lied er tönet 


NVJuſion bis Tu 


enthält, als Wortfüße, einen Creticut, einen Jan 
bus n. einen Amphrbradhys (-- - ’.-:.-) 
als Bersfüße aber 4 Trodäen: - -— | -.-; 
5) (Muf.), fo v. mw. Taftabtheilung, 158 
(Sufton),, bei gedeckten Orgelſtimmen ) ein 
geimung ‚ welche anbeutet, baf eine ſolche um de 
ctave tiefer geſtimmt ift, als fie nad Hr 
der Pfeife fein würde; ein Ton Fi g 
demgemäß eine Pfeife von nur 4' Länge, siitde 
den Zon einer ungebedten Stimme ven Kling 
Fuß, 1) Nicolaus von F. ge. 15a. 
ſel, wo er fih dem Stubium ter Ram 
mete, ging in feinem 17. Lebensjahre nad Yanb 
burg, wo er ben Unterricht bes beräfunmäht 
enoß, wurde 1776 Adjunct ber Alcteme ie 
Pen ften für bie höhere Matbematt, m 
Brofefior der Mathematik am adligen Up 
corps, 1797 Brofeffor der Mathemdi ii 
Marinecorps u. 1800 Secretär ber Winkle . 
Wiſſenſchaften. Außertem wurke a 
glied verjchiebener Commilfionen zart 
tion ber Schulen, Akademien n. 
ernannt u. fl. 4. Jaunar 1828 m 
Er fehr.: Instruction detaillde por pi 
les lunettes etc., Petereb. 1774; 
tions et exp&riences sur les aimans 
etc., ebb. 1774; Reflexions sur les 
des &toiles, ebb. 1792; Berfudh einer 
Widerſtandes zwei⸗ u. vierräbriger fe 
Kopend. 1799 (Breisicrift): Entwurf ame 
meinen Feihbant, Peter&b. 1776; Eclareueumi 
sur les &tablissemens publics en ſirent 
des veuves que des morts ete., et. M 
Lehrbuch ber reinen Mathematik, texte Pad 
1804, 3 Thle.; Eloge de Mr. L. Erler, d 
1783 (deutich Bafel 1706). 2) Jobann, AM 
zu Tolna in Ungarn; war Anfangs 
u. Informator bet einem Etelmann n. fat tel 
fem Gelegenheit, fein muſikaliſches Talent 
bilden, er wurde dann Diufifmeifter m Pre 
u. kehrte, nachdem er ſich unter 
in Wien mweiter auegebiltet batte, nad 
zurück, wo er Sapellmeifter wurde u. 184 
Er componirte Sonaten für Pianoferte 1 
line, Trios u. Quartetten für Mlaeisfurz 
Slavierjonateu, Tänze 20; ferner Yiter 
fänge ‚auch geiftlihe Mufifftüde, Duc- x 9 
Dramen u. die Duverture zu Schillers Ir 
Meſſina. 3) Paul Heinrich, geb. 21.8 
uni) 1797, wurde 1819 Lehrer der beixren 
thematik am erften Cabettencorps im Perl 
auch 1819 Abjunct Der Alabemie, 1835 ı 
orbentlicher u. 1826 erbentlicher Alatemile:, I 
wo er fein Lehramt am Cadettencorps surjah, 
glieb des Verwaltungscomité Der Aledemie, 
auch Secretär ber kaiferlichen freien ẽlenen 
Gejellichaft u. 1835 Präſident des gelehrical 
richt8comite bei ter vierten Abtheilung ter & 
des Kaiſers; — war er ſeit 1241 
ipector bes Erziehungshauſes u. fl. 1%. 
Berichte, welche alljährlich von ibm in tea 
lichen Sitzung der Alatemie vwerlefen Hurt, 
balten die Gefchichte Der Akademie Hr mel 
30 Jahre. Außerdem gab cr beraus Corte 
dance matheinatique et phys'gie de gie 
cel&bres geomötres du XVIII siecle: ! 
lerı comment. arithmetie. collerta-. HE: 
v. F., geb. 13. (25.) Dec. 1506 in Peictids: 


Fuſſach bis Fußarterien 


tudien in Dorpat; 1830 wurde er der 
in Peking als Aſtronom beigegeben, 
alt man bie —— Ortobe⸗ 
rer Punkte im ſüdöſtlichen Sibirien 
ur. 1934 n. 1835 verweilte er in 
ı, Königäberg u. Baris mit aſtrono⸗ 
en beichäftigt u. nahm darauf Theil 
ton zur Beſtimmung bes Niveaus 
u. Schwarzen Meeres. Einige Zeit 
t ter Univerſität in Petersburg u. fl. 


1. 

Flußen. 2) Dorf am Bodenſee; bier 
‚499 Sieg der Schweizer über Mapi- 
terreich. 

i, dreijeitige Eifen mit vier 3 Zoll 
|, von denen immer eine emporftebt, 
iſchen Die Wolfsgruben ber Feldſchan⸗ 
reichen od. in zu ſeichte ÜUberſchwem⸗ 
fen werden, ba® Hindurchgehen 
ldaten zu hindern. Auch um das 
Feldfrüchten, Obft u. dgl. zu hin⸗ 
fie an Orte, die man unzugänglich 
eworfen. Das Yegen von %. ift aber 
icht ohne ee Genehmigung 
fie leicht Den Unſchuldigen fchaben 


zelbſtſchuß. 
, einig rten Stadhelichneden, 3.2. 
aus, M. pedalium, M. ferreus. 


n, alle bie untere Ertremität mit 
ıden Schlugabern. Sie find, außer 
rterien (Arteriae glutaeae), ber 
:erie (A. ischiadica s. glutaea 
rHüftloharterie, welche zu den 
fen liegenden Muskeln u. zum ober- 
Schenkels gehen n. aus der Beden- 
ngen, ſämmilich Fortſetzungen od. 
der Shenfelarterie (A. crura- 
externa) zweiten Hauptaſtes ber 
elche, nachdem fie im Bauchringe bie 
edenarterie, bie umſchlungene Hüft-, 
farterie (f. Baucharterien) un. bie 
arterie (ſ. Schamarterien) abgegeben 
rihentelarterte (A. femo-alis 
in der Scheite der Schenteigefäße, 
inne zreiichen den angiehenben Sen. 
dem Baftus verläuft Bon ihr ent- 
oberflählihe Banchdecken⸗ 
epigastrica superficialis), wel 
n Fläche der Bauchmuskeln in bie 
e äußeren Schamarterien (A. 
t.), melche zu den Leiftenbrüfen, bem 
weiblichen Körper zu den Scham- 
Mons veneris gehen. Dieinnere 
ie des Schentels (A. circum- 
ı interna), ſchlägt fich dicht um das 
3 Schenkelknochens nach inmen herum 
‚, in bie Muskeln vertbeilente Afte. 
hentelarterte (A. femoris pro- 
ft Anfangs dicht hinter dem Stamme 
telarterie, gibt banıı bie äußere 
:ie (A. circunflexa fem. externa), 
vordere äußere Fläche tes Schenfel- 
a u. in die benachbarten Muskeln 
ere Diusteläfte, A. perforantes u. 
sfäße für den Knochen abgibt. Die 
ıarterie (A. popiıtaen), die Fort⸗ 
tammes ber Schentelarterie, liegt in 
oben vor dem Nerven u. ber Bene 


tiefer unten neben u. zwiſchen demſelben, gibt bie 
obereäußere, oft mit einem Aft für das innere 
Gelenk, die obere innere, bie untere innere, 
oft mit einem mittleren Aft filr Das Inmere des 
Selentes, bie untere äußere Kniegelent- 
arterie, welche nebft ber rüdlaufenden Schien⸗ 
beinarterie nınd Kniegelenk herum ein Gefäßnetz 
(Rete articulare genu) bilten, u. mehrere Afte 
in bie Haut u. Muskeln ver Wade (A. surales s. 
gastrocnemiae); fie theilt fih dann in 2 Hanptäfte: 
a) die vordere Schienbeinarterie (A. tibıa- 
lis antica), bie fich über ben oberen Rand ber 
Zwiſchenknochenmembran hinweg nach ber vor- 
deren Fläche bes linterichentels begibt u. neben 
dem vorderen Schienbeinmustel, von ber langen 
Strede der Zehen bebedt, am Unterſchenkel verlänft, 
u.dierädlaufende Schienbeinarterie (A. 
recurrens tibialis). zur Kniefcheibe u. zum Kniege⸗ 
Ient, die äußere vorbere u. Lie innere vor⸗ 
dere Knöchelarter ie (A.malleolarıs anterior 
et posterior), zum Gefüßnet ber Kudchel abgibt n. 
auf dem Rüden bes Fußes angelangt, Fußrüden- 
arterie (A. dornalis pedıs s. pediaea) heißt. 
Aus ihr entfpringen: Die Äußere Fußwurzel⸗ 
arterie (A. tarsea externa), von ber ein Zweig 
zur feinen Zehe geht; bieinnereKußmwurzelar-. 
terie u. bie Mittelfußarteric (A. metatar- 
sea), bie ſich mit einem Afte der äußeren Fußwurzel⸗ 
arterie zu tem Sefähbogen des Fußrückens 
verbindet, aus dem Areifcentuechenäfte ausgeben, 
weiche fih in bie Rüdenarterien der Fuß—⸗ 
eben tbeilen. Die Enbäfte der Fußrückenarterie 
ind bie erfie Zwifhentnodhenarterie bes 
ußrüdens (A. interrossea dorsalis prima 
s. dorsalis hallucis), bie auf ben Zwiſchenraum 
bes erften u. zweiten Mittelfußknochens verläuft n. 
* in eine Arterie für den inneren, eine für den 
nßeren Rand der großen Zehen. eine für ben inne⸗ 
ren Rand ber zweiten Zebe ſpaltet. Cin tiefer Aft 
für bie Sohle (Ramu« plantaris mer 
welcher, ben erſten Zwiſchenknochenmuskel durch⸗ 
bohrend, zur Fußſohle geht. b) Die hintere 
tienbeinarterie (A. tibialis postica), ver-⸗ 
läuftan der hinteren Fläche bes Unterichenfele hinter 
dem inneren Knöchei herum zur Fußſohle. Afe: 
Wadenbeinarterie (A. peronnea s. fibularis 
communis), läuft am inneren Rande des Waden⸗ 
beines herab u. fpaltet ficy über dem äußeren Knd⸗ 
chel in die das Zwiſchenknochenband durchbohrende, 
in Dad Äußere Gefäßnetz bes Kudchels eingehende 
A. peronaea anterior s. perforans, u. in bie zur 
Kerle verlaufende u. daſelbſt ein Gefäßnetz bil- 
dende A. peronaea posterior; A. malleolaris 
posterior interna geht um den inneren Knöchel 
vorwärts zum inneren Gefäßnetz bes Knöchels; A. 
malleolarıs transversa s. posterior externa 
geht Dicht Hinter dem unteren Ente des Schien⸗ 
beins, hinter ber Achillesjehne nach außen zu dem 
äußeren Gefäßnetz des Knöchele. Die innere 
Hußfoblenarterie (A. plantaris interna) ver- 
läuft am Inneren Rande der Fußſohle, theilt ſich m 
mehrere Alte, hilft den oberflächlichen Gefäßbogen 
der Fußſohle bilden u. enbigt als A. tibinlis plan- 
tarı- hallucır am inneren Rande ber Sohlenfläche 
ber großen Zeche. Die äußere Fußſohlenar⸗ 
terie gebt zum Äußeren Rande bes Fußes u. hilft 
ben oberflächlichen u. tiefen Fußſohlenbogen bilden. 
Ws leigieren entipringen 4 gemeinfchaftlidhe 


— 


Behenarterien (A. digitales communes ». 
interrosseae plantares), bie in ben Seien: 
räumen ber Knochen vorwärts laufen u. Afte an 
die Zwiſchenknocheumuskeln u. für jebe Zehe eine 
äußere u. eine imere, an bem äußeren u. inneren 
Rande berfelben verlaufende Arterie abgeben. 

#artiflerie, |. u. Artillerie I. A) a). 

#bad (Pediluvium), entweder Waflerbab 
mit Zufäßen wie Senf, Aſche, Salz, od. troden mit 
erwärmtenm Sand ob. warmer Kleie, |. Bab I. A) 


b) bb). 
baflen (Anat.), fo v. w. Ballen 11). 

udbäander (Ligamenta extremitatis infe- 
rioris), bie bie Knochen ber unteren Grtremität 
mit einander verbindenden Bänter. A) Am Hüft- 
elent (L. articulationia coxae): ba8 Kapjel- 
Band besHüftgelentes(Ligamentum capsu- 
lare femoris), das flärkfte u. feftefle Kapfelband bes 
Körpers, befteht aus 2 innigft vereinigten Platten, 
von benen bieäufßere aus ſchräg herabfteigenden, über 
einander gelegenen Faſerſchichten gebilbet ift u. auch 
wohl als Faſer ka pſel, jowie bie innereale Syn- 
ovtallapfel, unterfchieben wirt. Es heftet fidh 
an den knöchernen u. Inorpligen Rand der Pfanne 
u. an ben Schenfelhals u. umgibt fadförmig das 
. ganze Gelenk. Es wird verflärkt durch das Ring⸗ 
and des Schenkelhalſes (Zona orbicula- 
ris), dad vom vorderen Hüftbeinflachel um ben 
Schentelbals herum wieter zu bemjelben Anſatz⸗ 
punkt verläuft. Dasrunde Schenlelbanb (L. 
teres) liegt als ein flarker fehniger, cylinbrifcher, 
nad) oben dreiediger Strang innerbalb bes Gelen- 
tes, beftet fih an die raube Grube der Pfanne, wo 
es von einer brüfig-fettartigen Maſſe umgeben if, 
u. an bie für daſſelbe beftimmte Grube des Schen- 
tellopfes. B) Am Unterſchenkel: aAm Knie⸗ 
elente: das Kapfelbandb des Kniegelen- 
es; bafielbe heftet fich an den Umfang ber überknor⸗ 
pelten Gelenkflähen der Gelenthügel des Schentel- 
knochens, an die Ränter u. innere Fläche der Knie⸗ 
fheibe, an ben Äußeren converen Ranb ber 2 (je 
auf einer Hälfte ber überknorpelten Gelenkfläche ber 
Zibia einer), im Innern des Gelenkes gelegenen, 
vorn burch ein eigenes Querbanb (L. cartila- 
ginum interarticularium genu transversale) 
verbundenen halbmondförmigen Zwifden- 
elenfinorpel (Cartilagines semilunares s. 
alcatue s. Junatae), u. an ben Umfang ber Ge⸗ 
lenkfläche ber Schienbeintöhre, umjdließt das Ge⸗ 
lent als eine weite, fadartige Umkleidung, welche 
weniger zur Befeftigung beffziben, als zur Zuſam⸗ 
menbaltung der Gelenkſchmiere beſtimmt jcheint, 
2 Halten, Ylügelbänder (L. alare externum 
8. minus u. internum s. majus) bilbet, bie beibe 
in das Schleim band (L. mucosum) jufammen- 
ießen, welches fich in ber Grube zwiſchen ven Gelenk⸗ 
ügeln anbejtet. Es wird verftärkt durch das 
Kniekehlenband (L. poplitaeum s. posticum 
genu), einen dünnen, vom äußeren Gelenthügel 
bes Schenkelknochens zum inneren Rand bes in- 
neren Condylus des Schienbeins fich ziehend. Das 
innere Seiteuband des Knies (L. laterale 
genu ıntern.), durch Stärfe u. Breite ausgezeich⸗ 
net, beftet fich an bie Tuberofität bes äußeren Con- 
dylus bes Schenkelknochens u. an bie äufgere raube 
Fläche des oberen Theiles des Körpers u. des Köpf⸗ 
hen bed Wadenbeins, erhält von ber Aponeuroſe 
des inneren Vaſtus Verſtärlung, dient zur Förde 


Tußartillerie bis Zupbänber 


rung ber Seitenbeiwegung ber Tibu 
tung ber Zwiſchenlnorpel. Das laı 
Seitenband, von runblider Serı 
das folgende, erſtredt fich von ber ' 
Condylus externus femoris zur äı 
läche des Köpfchens bes Wabenbeins 
ußere Seitenbanb (L. genu 
ternum breve), wenig kürzer als ba 
bünner, erfiredt ſich von bem umti 
Theile ber äußeren Flaäche bes äußeren! 
des Schentellnochen®, zur cberen u. bi 
Stelle bes Köpfchens des Wabenbeint 
bere Kreuzband (L. cruciatum 
IR be t wig —A 
elbſt, heftet ſich an bie innere Flä 
Gelenthügel® des Schenlelbeins u. a 
vor der Erhabenheit zwiſchen ben Gel 
Schienbeins. Das hintere Kreus 
als das vorige, beftet fi in die Gu 
genannten Erhabenheit dicht am bins 
ibia u. an bie, gegen bie Grube zrij 
lenkhügeln gerichtete Fläche bee innen 
bes Schentelbeins. Beide bieneu zu 
en Befeſtigung des Kniegelenles 
cheibenband (L. patellae) if a 
das ftarke, fehnige Ende der gemein 
fen der Stredmusteln be Kup uf 
an ben unteren Rand ber Knieſcheibe 
beroftät bes Schienbeins. b) Jwild 
u. Wadenbein: Kapfelbandtı 
beintöpfhens, am Umfang dieſet 
am Rante ber feitlichen Gelenfflä 
beins angebeftet, bilbet eine eigene 
Das awilh entuohenbandbesll 
ben Kaum zwilchen bem äußeren Kant 
being u. bem inneren bes Wadenbein 
mit Offnungen für durchgehende Blutı 
ven, bient mehreren Musfelu zur Ur 
deres oberes Knöochelband (L 
lare s. malleoli externi, anticu 
vorberes unteres Knöchelba 
res oberes u. hinteres unter 
band, heften fih ſämmtlich in bie 
das Wapenbein beftimmten Ausſchnit 
beine u. an ben äußeren Knöchel tes 
() Bänder am eigentlidhen I 
Bußgelente: Kapielbant bes 
es, beftet fih an ben Umfang te 
des Unterjchentel® u. der oberen Se 
Sprungbeins, eine bünne, ſehnige, in 
Synovialhaut ausgelleibete, das gan; 
fchließende Membran. Sie wird au 
Seite unterftütt durch das dreied 
Seitenband (L. deltoideum s.| 
Deltaband), das, mit feinem ſchma 
unteren Theil bes inneren Knöchelt 
u. nach unten breiter werbenb, fib a 
Eprung- u. Ferjenbein anlegt. Te 
innere Seitenband gebt ve 
Rande ber unteren Fläche des Sci 
Sprung« u. Ferſenbein; tas Außer 
Seitenband (L. lat. extern. antıı 
lare tali) vom vorderen Rande deeẽ 
hel® zum Halfe des Sprungbeins: de 
hintere, oberfläblide Zeiier 
ber Grube am hinteren Raute tie ü 
chels zum Höder an ber hinteren dlächt 
beine; das äußere, hintere, tie! 


Tupbänkcgen Eis Be 


ienbein, alfo bie ber; wirb von Eini 
eren Fläche bes — ——— das Ä — * — J — 


r inneren Fläche des Äußeren Kud⸗ 


tlere Seitenband (L. lat. ext. 
ibulare calcanei 8. perpendicu- 
er Mitte des unteren Raubes bes 
hels zur äußeren Fläche bes Ferſen⸗ 
t berabfleigend. b) Eigene Bän- 
en den Kußwurzelfnoden: 
pjelbänder der Fußwurzel— 
: fih an den Rändern der fi berüß- 
ikflächen anbeiten; bergleichen be- 
ı dem Sprung- u. Ferſenbein, dem 
ahnbein, tem Ferſen⸗ u. Würfelbein, 
ı u. den feilfürmigeu Beinen, dem 
irfel- u. Ferſenbein. Eigene Bän- 
a den Zarjustnodhen; folde 
nf dem Rüden, theils an ber Eoblen- 
an ben Seiten ber Fußwurzel, find 
ſtraff u. verbinden bie einzelnen Beine, 
men fie auch ihre Bezeichnung erhal⸗ 
der. ce) Bänder zwiſchen Fuß— 
Rittelfußluoden, theils Kapiel- 
e das erfte feilförmige Bein mit dem 
ißknochen, das dritte feilförmige Bein 
ten u. dritten Mittelfußlnochen, das 
it bem vierten u. fünften Mittelfuß- 
nden; Hülfsbänder, welde anf 
e theils auf ber Sohlenfeite, theils an 
Flächen ber — Fußwurzel⸗ 
nochen gelegen find. d) Eigene 
: Mittelfußgfnoden; .beren be- 
n der Bafis bes Mittelfußes, verbin- 
m u. dritten, britten u. vierten, bier» 
Mittelfußknochen u. beftehen jebes 
en ob. Lagen, bie auch ala Dorjal-, 
ateralligamente, je nach ihrer Tage 
t, Sohlen⸗ ob. 


ıpitulorum ossium metatarsi, Ca⸗ 


mente), bie an ber Sohlenfeite von 


n Ende ber Kuochen zu dem anberen 
H von den Flechjen ber Beugemusleln 
Nur Las erfte zwifchen ber großen u. 
fommt vom äußeren Selambeine. 


ber Zehen; biefe find theils Kap⸗ 


bie von dem limfarge des Köpfchen 
zu bem ber Bafis tes nächften geben. 
knöchelchen find durch beſondere 
an die Seitenbänder des erſten Ge⸗ 
Ben Zehe angeheftet, u. zwiſchen bei⸗ 
n iſt das L. aubcartilagineum aus- 
welchem ſich die Sehne des langen 
roßen Zehe hin» u. herbewegt. Aur 
er Kapjelbänter liegen an der inne⸗ 
n Eeite jedes berfelben von einem 
t andern gehende Seitenbänber (L. 


en, fo v. w. Fußſchemel. 
Bierdem.), jo v. w. Hufbein. 
yung, |. Stiefeln, Schuhe, San⸗ 
rein 
Vorfehrung beim Bruch dee Unter- 
diefem während der Heilung eine 
zu geben; dahin gehören auch bie 
eben, |. d. 

1) (Anat.), ſ. u. Yußrüden; 2) 
i ten Jıfecten ter Ichte Theil des 
er Klaue an bis rülwärts zu bem 


eitenfläche ber be» 
wochen unterfchieten werten. Bier 





81 


zum Untericheibungszeichen ber Infecten gebr : 
8) (Podophylium), Gattung aus ber Kamilie ber 
Berberideae. 

Fußblock, ein einigeibiger Blod, ber irgend 
wo feft gemacht wird, um einem Xalel, einem 
Taue od. einer Tecofle die entiprechenbe Richtung 
zu geben. Bupteil eines Gegel®, Unterleik (|. Leit). 
Sußfirand,, ein ganz flacher Strand; Sanbfüfte, bie 
ſich glatt in die See verläuft. 

Hboden , der Boben eines Zimmers ober 
anderen Raumes in einem Gebäube. Je nad 
ber Beſtimmung bes Raumes wirb ber F. aus 
Gtein ob. Holz gefertigt; Keller, Hausfluren, 
Küchen, Speifelammern, Waſchhäuſer ıc. erhalten 
ſtets fleinerne, ee aber hölzerne, in ſüd⸗ 
lichen Ländern inbeilen auch fteinerne F. Die ftei- 
nernen F. werben entweber aus hart gebrannten 
Biegelfleinen, bie auf die breite Seite, in Ställen 
aber auch auf die hohe Kante in Sand gelegt u. 
mit Kalt vergoflen werben; od. aus Platten von 
Sanbftein, auch von Marmor, ob. von Gype in 
verſchiedenen Figuren u. Farben (f. Eſtrich) gefer- 
tigt. Die hölzernen F. beſtehen entweber aus 
zufammengeleimten ob. ın Nuth u. Faden geſetzten 
Bretern, welche auf ben Ballen mit Bobenipie ern 
(f. d.) befefligt werden (Dielen); od. aus Parquets 
auf einem Blindboden (f. Barquetboben). Der F. 
ber Alten befand meiflens and einem Eſtriche von 
Kalt, auch oft von Mofail, wie man noch 
in ben auigegrabenen eften häufig findet; böl- 
zerne F. en nicht üblich geweien zu fein. Bei 
dem Ekrich⸗F. wurben auf eine Unterlage von Stei⸗ 
nen (Statumen) Steinen u. Kalt (Rudus) feft 
gerammt, auf biefe eine Lage von zerftoßenen pe 
eln u. Kalt (Nucleus) gefügt u. hierauf ber o 
5 (Pavimentum) aus fleinernen, oft mit einem 
einen Mörtel Überzogenen, oft aud mit Moſaik 
— Platten, ob. aus ſchräg auf bie hohe 
ite gelegten, je 2 unter einem jpitigen tel 
ufammenftoßenden Ziegeln (Spicata testacea, 
picatum opus) gelegt. Der F. auf den platten 
Dicern wurde noch fetter gemacht. 

Yußbret, 1) ſo v. w. Deichlelfteg; 2) — 
ein Bret unten am Drucktiſch, worauf der unge⸗ 
brudte Kattun liegt. 

decken, |. Teppich. 
deich (Waſſerb.), fo v. w. Banquet 3). 

ußndienft , Frohndienſt durch Botenlaufen. 

iße (Pedes), die dem thieriſchen Körper zu 
feiner Erhebung Über ben Boden (zum Sußen) u. 
zu feiner Fortbewegung barauf verliehenen Organe. 
Sie find nicht weſentlich zum Beſtehen des Thier⸗ 
keben® (wie Kopf u. Rumpf); daher ermangeln 
ihrer (find Sußto®) ganze große Klafien von Thieren, 
namentlich Zoophyten u. Mollusten, Würmer (von 
denen wenige nur analoge Organe haben), Fiſche 
u. von Amphibien die Schlangen. Infecten ha⸗ 
ben in dem Zuſtande ibrer velllommenen Ent⸗ 
widelung wenigſtens 6 F Spinnen, Krebſe 8, 
einige Cruſtaccen (Vielfuͤße) noch mehrere (der 
Erbvielfuß z. B. 100 auf jeder Seite). Von Am⸗ 
phibien haben Fröſche, Eidechſen, Schildkröten 
wei Fußpaare, ein vorderes u. ein hinteres. Vögel 
* ohne Ausnahme zweifüßig, indem ihr vor⸗ 
deres Fußpaar zu Flügeln ausgebildet if. Säug- 
tbiere find, wegen des conjtanten Charakters 
eines vorderen u eines hinteren Fußpaares, au 


Bierfüßler benannt; doch find bei ben vogel⸗ 
artigen Übergangsthieren (Fledermäuſen) bie Bor- 
derfäße zum Flug, bei den filchartigen vorzüglich 
die Hinterfüße zum Schwimmen organifirt. Meiſt 
iR bei Säugtbieren das hintere Fukpear das am 
kräftigſten ausgebifbete n. vornehmlich zum Tragen 
u. zur Fortbewegung bes Körpers gefchidt, das 
vordere Fußpaar aber mehr ein umterftüigemdes 
Drgan u. vorzugsweiſe zu Nebenzweden, Feſthal⸗ 
tung des Raubes, Scharren, Klettern, Vertheidi⸗ 
gung ꝛc. dieuend. Bel. bei Meunſchen bat das 
vordere Fußpaar als Arm u. Hand eine höhere 
Lebensbeltimmung, daher em Menſch auch ale 
zweiiüßig, in Behauptung einer aufrechten Hals 
tung fiber bie Vierfüßler fich erbeht. Bei Menſchen 
bilden (nad) Vollendung des Wachsthums) bie bei- 
den 5. etwas mehr als die Hälfte ber Körperlänge 
(13 bi8 !); Die Spaltung bes Rumpfes in die 
Schenkel fällt aber in bie Mitte der Körperlänge 
od. wenig barıınter. Die %. beſtehen: a) aus dem 
Oberſchenkel, von ber Hifte bi8 zum Knie; b) 
dem Unterſchenkel (mit 2 Inöchernen Grund⸗ 
lagen), ven da bis zu den Kndcheln, u. cd dem 
Plattfuß (Fuß im en Sinn), als Unterlage 
u. vormärts geftredter Theil. Diefer befteht wieder 
weſentlich aus aa) ber Fußwurzel (Hintertheif), 
bb) dem Mitteifußu. ec) fünf Zehen (Borber- 
theil), vgl. Diefe alle, auch Fußbänder, Fußgelenke, 
Fußknochen, Fußmuskeln. Beiden %.derSäng- 
thiere ift der Bau mannigjaltig abweichend, nach 
Ratur u. Beftimmung jebe® Thiergeſchlechts. Nur 
bei Affen iſt das Oberichenfelbein viel länger als 
das Schienbein des Unterſchenkels, obgleich chief 
in den Hüuftknochen eingefügt, Daher ihre kauernde 
Stellung (au bei Bügeln ift ter Oberichentel 
Durch Länge ausgezeichnet). Sonft ift bei Säug- 
thieren ber u der längere Theil u. der 
größere Theil des Fußes von ihm gebildet. Bei 
den meiſten Nagern, Wiederkauern, auch einhufigen 


Thieren find beide Unterſchenkellnochen zu Einem 


verwachſen. Allen Vögeln aber, wie auch Fröſchen, 
fehlt die Heine Röhre. Die änzelnen Knochen, welche 
den menjchlichen Plattfuß Bilden, find Bei den hoch⸗ 
beinigen Thieren aus dem Hunde- u: Katzenge— 
fchlecht n. bei Denen mit Hufen u. gefpaltenen Klauen 
jehr in die Läuge gezogen, indent biefe Tiere nur 
mit den Zehen aufıreten. Auch if die Zahl ber 
Knochen der Fußwurzeln meift, wie bei ven Men- 
ſchen, 7, doch ihre Form ſehr verichieden. Die 
Bobt der Mittelfußknochen entipricht gewöhnlich 
er ber Zehen, die von 3—5 wechſelt. Die Nagel- 
glieder derſelben find mit Nägeln, Krallen od. 
Klauen (ſ. d. a.) überzogen. Das vordere Fuß- 
paar der Säugthiere entipridht ınebr ob. minder 
ber Arm= u. Handbildung der Menſchen. Zu ihm 
fonımt noch Die Schulter, welcher das Schulterblatt 
zur Grundlage dient, das jedoch megen ſchmäleren 
Rumpfes des Thierleibes mehr ſeitwärts als hin⸗ 
terwärts liegt. Nur ſolche Thiere haben Schlüffel- 
beine, bie eine vorzügliche Gelenkigleit ter Vorber- 
füße bebilrfen, namentlich die viel Hettern (Affen, 
Faulthiere, Eichhörnchen), fliegen (Fledermänſe), 
Tr (Maulwurf, Igel, Spigmaus, Stachel⸗ 
wein, Armadill, Ameifenbär) u. gut ſchwimmen 
Biber). Der Oberarmknochen variirt bef. in feiner 
änge; ſehr lang ift er beim Drang -Utang, bei 

letermäufen, Faulthieren, fehr kurz bei Wieder- 
auern, Einhufern, Cetaceen. Den Unterarm ba- 


| 


2 Füge bis Ban 7 


ben Affen mie bei Menſchen gebiftet. 9 
mãuſen ift Die Speiche fehr lang, bas El 
bein nur wie ein Fortſatz. Be Wieden 
Einhufern ift das Ellenbogenbein fall d 
Länge nach mit der Speiche verwachſen. 
dung bes unteren Theile ber Borkertäf 
eben jo wie bie ber Hinterfüße. F. dei 
beftebeu aus 3 Haupt- u. mehreren 34 
u. merben getheilt in Lende (bei Aubere 
tel, Femur, oberſtes Gelenlh), Ede 
Anderen Scienbein, Crus, mittelſtet 
SB (bei Anderen Fußwurzel, Pes 
eient) u. Zehen (Digiti, die vorden 
mit 3, bie hinteren mit 2 Kuochen. 
Schenkel find meift befiedert u. fleüchi 
Waſſervögeln der Schenlel nur halt: 
meiſt mwalzenförmig, mit einer gelte 
förmigen, hbärteren (bei Raubvogeln je 
felten befiederten Haut bebedt u. 8 
Mäunden einiger Arten einen beiomm 
(auch 2). Zeben find nur 4, ſelten 31 
hinten, Daumen) u. gewöhnlich frei, I 
vögeln mit ganzer cd. halber Schwin 
bunden. Die $. heißen SanygrüßeıP 
bulatorii , alle Zehen frei, eine binten; 
füße (P. gressorii, 2 Wortersche | 
verwachfen); Lauffüße (P. cursoni, 
fehlt); Rennfüße (P. didactyli, 2 Be 
Kletterfüße (P.scansorii, 2 Zehen 
2 nach vorm); Klammerfüße (P. pr 
alle 4 Zehen nach vorn); Wadfüße (E. 
yon gehen nur auf den 
&wimmfüße (P. natatorii or. P 
mit einer, zwiſchen allen Borberzeben ı 
ten Haut); halbe Shwimmfüße (I 
mati, bie Schwimmhaut reicht nur ki 
der Zehen); Ruderfüße (P. stegani 
hen find durch Schmwimnibaut verbun 
penfüße (P. lobati, der Saum ant 
Zehen ift getbeilt) :c. F. der Inſec 
aus ber Hüfte (Coxa, womit fie an 
befeftigt find), den Echenfel, tem 
den Fußgliedern u. ber Klaue. chen! 
bein find bei einigen mit Stacheln or. 
bgt. verlieben; bie Zahl ber Fußglieden 
den u. hat Grund zur Eintbeilung 
gegeben (Tetramerı mit 4, Dimeri 
gliedern ıc.); bie Klaue ift meift zwei 
MWaflerinfecten baben gefteberte od 
Schwimmfüße Vgl. Zehen. 
ußeiſen (Rechtswiſſ.), ſ. u. Geſch 
Fußen, von Vögeln, ſich nieberlait 
Füßen, 1) Xandgericht im baier 
Shmwaben; 7 OM., 14,000 Em.; 2) 


darin an dem Lech; umfangreiche % 
Kirche der ehemaligen Benetictinerabi 


Magnus; Verfertigung von mujilalii 
menten, Holz⸗ u. Marmorwaaren; 
ber nahe Durchbruch des Lech kur 
der St. Mangentritt — Derüı 


| die Römer den Namen ad Fauces d 


ad Fauces Julias erhalten baben:: 
ten ibn für das Abodiacum der Y 
wurbe frühe ein Benepictinerficher N 


nus (St. Mang), angeblich des er 


nars in Deutjchland, gegründet, DM 
Bertilgungemittel gegen Ratten ı. R 
Umgegend Wunder gethan haben jch. 


Fußfaäule bis Fußknochen 813 


baut; in derſelben wurde 22. April | Fußknochen (Oesa pedis, O. extremitatis in- 
wiſchen Baiern u. Oſterreich abge⸗ ferioris, Anat.), bie Mndchernen Grundlagen des 
rreichifcher Erbfolgekrieg; 13. Sehe | Fußes von ber Hüfte an. 1) Oberichentef- 
ier Mierage ber Franzoſen unter | knochen (Os femoris), ter fängfte u. flärffte 
‚ bie Ufterreicher, S., Franzöſiſcher Knochen bes Skeletts, gehört zu ben Röhrenknochen 
9. 5. fam 1802 an Ottingen-Wal- | u. wird, wie biefe, in den Körper ı. zwei Ertremi- 


an Baiern. täten getbeilt. An der oberen, mit den Becken ver⸗ 
Ebierarzneif.), fo w. m. Klauenfenche. | bundenen Extremität befinbet ſich zuerft ein über 
(Bet), f. Pedatus. fuorpefter, glatter, ugeliger Kopf, deſſen Umfang 
fe v. m. Steingallen. ungefäbr 3 einer Kugel beträgt u. der fih an dem 


‚ Geburt, ber welcher tie Füße äußeren n. oberen Theile etwas weiter berab er- 
urt fi ftellen; bei ter Wentung ſtreckt, als an dem inneren u. uuteren. Die Achie 
ser Darauf bin gewirkt, eine 5. zu , des Kopfes ift bei der auirechten Stellung des 
a zugleidh die Füße gehörig eut- ! Körpers einmärts u. aufwärts gewendet. In ber 
Das Echmwierigfte bei derſelben ift | Mitte deſſelben, etwas mehr nach unten u. innen, 
des Kopfes, ungeachtet bei gut ge» | befintet fich eine rauhe, nicht überknorpelte Grube, 
ı Diefelbe auch von der Natur allein in melcher Das runde Band befeftigt if. Die glatte 
Släche tes Kopfes ift mit einem rauhen Raude um⸗ 
' (Articulationes pedin), die Ger | geben, an welchen Las Kapfelligament angebeftet 
n Ertremitäten. Sie fint: A) das iſt. Unterhalb deffelben gebt der Kupf in den biln- 
. Hüftgelent, wird Durch Die neren, oberwärts von ber Anlage des Kapſelbandes 
Kopfes des Schenkellnochens in die rauben Hals über, welcher ven ihm ſchräg aus» 
üfttknochens (ſ. Becken) gebildet u. wärts zum Körper cd. Mittelſtlich bes Knochens 
uder (j. Fußbänder) fo befeftigt, Daß : abgeht u. mit denſſelben einen ſtumpfen Winkel 
ine freie Rewegung nach alleır Sei⸗ bildet, welcher beim männlichen Geſchlechte gewöhn⸗ 
ſt. B) Das Kniegelenk if ein lich 135 Grad beträgt, beim weiblichen etwas weniger 
‚ tur das wechjeljeitige Zneman- ſtumpjf iſt u. fich mehr einem vechren Winkel nähert. 
trhöbungen u. Vertiefungen des un⸗ Da, we ter Hals in Ben Körper iibergebt, befinden 
8 Schenkelknochens (. Fußlnechen) ſich zwei große Höder, Die NellbilgeliTredan- 
ed Schien⸗u. Wadenbeins ıf. Fuß- teren‘. Der an ter äußeren Seite liegende, der 
st u. durch ftarfe Bäuder (1. Fuß⸗ große obere od. üußere Trochanter, ſteht 
gt; geftattien dem Fuß nur Die : als ein beträchtlicher Knocheuproceß vor; nach außen 
y vorn bis zu völliger Ztredung, | ift er conver n. rauh von der Anlage mehrer 
im einen Ipigen Winfel ven 30 big | Muskeln, einwärtsé conver, fo Taß er eine Grube 
OS herfchentel n. in figender Stellung | bildet, |. u. Fußmuskeln. An ber inneren Zeite u. 
otirend. Wichtig ift ffir Dafielte Die | mehr nach binten, zugleich etwas tiefer, als ber 
(de teils daſſelbe n. die betreffenden | große Trochanter, liegt der kleine, ein rundlicher, 
Drud ſchützt, tbeils ibm als Stütz— | ad) unten u. innen gelicheter Knechenfertſatz. An 
ien dient. () Das F. im engeren ihn ſetzen ſich ebenfa 

{et des Plattfußes, Durch Die obere 


—— — 


8 mehrere Diusteln, |. Fuße 

| musteln. Bon einem Trochanter zum anderen läuft 
ulationefläche Des Sprungbeins (f. | ſowohl auf der vorderen, ala auf ber hinteren Fläche 
Die der unteren ausgehäblten Fläche | tee Knochens eine rauhe Yinie (L.inen inter- 
3 bewirkt, in welche jeineärts beide | trochanterica), zur Anlage eined Theils Des 
ach außen auch ber untere Theil des | Kapfelbandes n. mebrer Muskeln dienend. Der 
nit eingeben. Es wird burch ein | Körper des Knochens ift vorn leicht conver, bin- 
Fußbäuder) zufammmengebalten u. | ten etwas ausgeböhlt; er hat eine faft cylindrifche 
ag u. Bengung Des Hlattfues u. in | Geftalt. Dan tbeile ihn in zwei Flächen, in eine 
vordere u. eine hintere; die hintere wirb durch eine 
raube, ftarf hervorragende Yinie (T.inen aspera 
femoris) in zwei Theile geſchieden. Dieſe entfpringt 
mit zwei Schenfeln, einem ftärleren, von ter Wur⸗ 
zel des großen Trochanter, n. einem ſchwäche⸗ 
ren, von der Wurzel des kleinen. In der Mitte 
vereinigen fie ſich beide zu einer Linie, abwürté 
treten fie wieder in zwei Schenlel auseinander, von 
denen ter äußere in tie Tuberofltät des Gelent- 
kopfes, Der innere in ben inneren Gelenkkopf über⸗ 

| gebt. Neben der rauhen Linie befinden ſich an un« 

| beftiunmten Stellen einige, meift zwei Ernährungs⸗ 
ubl; 3) jo v. w. Piedeſtal. ' (fcher. Die raube Linie dient mehreren Musteln 
r (Belbfehm.), ein Hammer, deſſen | zum Anſatzpunkte. Die untere Ertremität des 
zKnorreu befteben, welche die Beulen | Knochens ıft der breitſte u. ftärkfte Theil des Kıro- 
8 gleich Ichlugen. chens u. bat eine faft herzförmige Geftalt. Site be- 
|. u. Feuerläfer Mc). ficht aus ben beiden neben einander liegenden u. 
‚Pollicops), Gattung ter Enten- | binterwärts ftärfer al8 vern herverragenden Ge- 
lentinöpfen (Condyli femoris), einem äußern 
tehlenbr.), fo v. w. Fußſcheite. u. einem inneren, welche an ihren unteren, von 
Jagdw.), ſo v. w. Forſtläufer. vorn nach hinten u. von innen nach außen gewölb⸗ 


11, auch, wiewehl minder, Adduction 
Die Fußwurzel u. Mittelfußtnochen 
biartbroſen ſtraff verbunden. D) Die 
it den Mittelfußtnodhen durch 
rthrodien) verbunden, daher ſewohl 
auch ſeitwärts u. nach der Fußſohle 
viewobl letzteres weit weniger als 
zum Theil von Mangel an Übung 
i die große Zebe etwas beweglicher 
englieder find unter fih durch 
iGynglymus) verbunden. 

1) (Jagtw.), Die Scheulel; 2) fo 


814 _ 
ten Enben überfnorpelt find. Beide Gelenktndpfe 
find Durch einen Einſchnitt von einander getreunt, 
welcher vorzüglich in feinem binteren Theile be- 
teächtlich tief u. bier nicht überfnorpelt il. Der 
vorbere Theil des Einſchnittes iſt viel flacher u. 
überfnorpelt. Die Vertiefungen in beiden Theilen 
werden als befonbere Gruben (Fovea inter- 
condyloides posterior et anterior) unterſchie- 
den. An dem nicht überknorpelten Theile der Ge⸗ 
lenttnöpfe find mehrere unregelmäßige Raubigkeiten 
u. Bertiefungen von ben an fie befefligten Gelenk⸗ 
ligamenten bemerkbar. Der innere Gelenlknopf if 
etwas dider, ale ber äußere, ragt mehr nad) innen 
hervor, als biefer nach außen, erftredt fich auch 
etwas tiefer herab u. iſt rundlicher u. länger, fein 
binterer Theil gemölbter. Der äufere ſteht mehr 
vorwärts als ber innere u. Fi gerader als dieſer. 
An die hintere Fläche beider ſind mehrere Muskeln 
(u. Fußmusteln) befefigt. In Hinſicht auf feine 

ubftanz kommt bas Scenteibein darin mit ben 
übrigen Röhrenknochen überein, baß es im ber 
Mitte im Körper bicht u. feft, in den Extremitäten, 
vorzäglih in ben unteren, ſchwammig if. Das 
Schentelbein zeigt fich beim Embryo erfi gegen bas 
Ende des zweiten Schwangerfchaftsmonats. Beim 
reifen Embryo ift die Richtung des Knochens ganz 
erade u. ect am Ende bes zweiten gebensjahres 
ängt er an fih zu krümmen; feine Krümmung ift 
beträchtlicher beim Manne, als bein Üeibe. Die 
untere Extremität beginnt erſt im legten Schwan» 
erſchaftsmonat mit einem runblichen Knochentern 
in ihrer Mitte zu verfnöchern. In der oberen Er- 
tremität fängt die Verknöcherung bald nad) der 
Geburt zuerft gewöhnlich im Kopfe an. Die Tro- 
chanteren bilden fich erft nach dem britten u. vierten 
Lebensjahre, ald ganz getrennte Theile aus eigenen 
Kuochenternen. Der Hals ift eine Fortſetzung bes 
Körpers u. beim reifen Embryo nur unvollkommen 
angebeutet. Der Kopf u. Die beiden Trochanteren 
bleiben noch lange Zeit nah dem (intritte der 
Pubertät, zum Theil bis zum vollendeten Wachs⸗ 
thum, von einander getrennt. Am frübften ver⸗ 
wächſt der Heine Trochauter mit bem Körper, nach 
dieſem der Kopf, dann der große Rollbigel u. zu⸗ 
legt bie untere Extremität. B) Unterfchentel- 
Inodhen: a Schienbein (Tibia), der Haupt- 
tuochen des Unterfchentels, auf dem eigentlich allein 
bie Yaft des Körpers im Stehen aufrubt. Der länge 
nad kommt e8 dem Schentelbein ziemlich nabe; 
bie Knochen der oberen Extremität übertrifft es 
nit nur an Stärke, ſondern auch an Länge. Nebſt 
bem ihm auswärts liegenden Wabenbeine vermit- 
telt e8 die Verbindung des Schentelbeins mit Dem 
Plattfuß. Es gehört zu den langen od. Röhren⸗ 
Inochen des Skeletts. Man unterfceidet an ihm 
zunächft Mitteltheil u. obere u. unteres Ende. 
Das obere Ende, auch als Kopf bezeichnet, ver- 
mittelt bie Gelenkverbindung zwiſchen Ober- u. 
Unterſchenkel. An ihm befinden ſich ein äußerer u. 
ein innerer Gelenthügel (Condylus externus et 
internus). Beide find überknorpelt, oben flach 
vertieft, nehmen die entiprechenden Gelentflächen 
bes Oberſchenkels auf, haben einen runden rauben 
Rand, an den fi das Kapfelband anjett, find 
durch eine mittlere Erhabenheit (Eminentia 
media) getrennt, Die gegen bie Grube zwifchen den 
beiten Gelenkhügeln des Schenfelbeind gerichtet, 
ſehr uneben ift u. in zwei ftumpfen Spiten verläuft; 


Fuſknochen 


zwiſchen beiden iſt eine rinnenartige 
Bor u. hinter dieſen Spitzen befinbet fi 
Grube. Am binteren Gnbe der Sei 
äußeren Gelenflöpfe bes Schienbeint 
des Randes, befindet fich eine Hein 
fatte, übertnorpelte Gelenffläde zu 
6 Köpfchene de3 Wadenbeins. Int 
orderfeite des oberen Endes, auf ber 
bergang® in den Körper, ift ein fl 
(Tuberositas tibiae), wo fi das 
band u. eine Musfeliebne aniegen; fe 
innen, etwa® unter ihm, fiuben fi, 
mehrere Muskeln, raube Etellen. 2 
hat im Allgemeinen eine ziemlich gera 
gebenbe Ritung; nur wenig ift er ı 
wölbt, binterwärts ausgehöhlt; er 
prismatifch, doch oberwärts am breitej 
aus er fich bis etwas umter der Mitte ı 
von da an aber wieber etwas breiter ı 
unterſcheidet an ihm drei Fläch en u de 
Winkel. Zwei Flächen liegen vorwärts; 
nur von der Haut bededt, ift ziemlich 
breitefte; bie Äußere ift ganz flach, chen 
ler als die innere u. wendet fich unter 
nah vorn, ift von den Dlustelanfil 
rauh; die hintere, von der Anlaye met 
fein raub, ift oben breiter, in ter Xi 
ſchmal; obermärts unterfcheidet man : 
bon außen nach innen herablaufende li 
obliqua). Etwas über der Mitte, vaı 
unten, findet fi ein anjebnliches Ern 
(Foramen nutritium). Bon ben drei 
der vorderfie als Shienbeintan 
tibiae) bezeichnet, längs des Unterſchen 
inneren Knöchel herab im Yeben deutli 
bauptjächlich in der Mitte jcharf u. bi 
daher auch bier ein Stoß od. Sci 
Schienbein, wegen Quetſchung ter | 
pfindlih; der innere fängt oben rund 
erft in der Mitte Deutlicher u. verliert 
ber Gegenb des inneren Knöchels: 
ninmt von dem äußeren Gelenfbüge 
ſprung u. läuft im die Äußere Fläche aı 
befonders dem Zwijhentnocenband il 
interosseum) zur Anlage. Das unt 
Schienbeins ift weniger dick u. breit, a 
u. vieredig, fo baß fich vier Flächen 
faflen, eine vorbere, etwas cormere, 
bintere, oben glatte, unterwärts böder 
eine äußere, mit einer leichten Aust 
cisura fibularis), welche Das unte: 
Wadenbeins aufnimmt; eine innere r 
in einen anjebnlichen Dreiedigen Fert 
neren &nöcdel(Malleolus intern: 
Neben dem binteren Rande dieſes I 
fih eine flache Rinne (Fossa malle 
für die Flechſe Des binteren Schien 
Der innere Knöchel Dient, um das St 
db.) von ber inneren Seite ber zu | 
Berrentung des Fußes nach innen 
Die untere Fläche des unteren Theilti 
von vorn nad hinten verlaufende Yınzei 
etbeilt, bildet tie Gelenkfläche tea < 
er inneren Structur nach verbäli fi 
bein wie andere Röhrenknochen, in ıh 
it die Maſſe feit, eine Markböble sı 
hindurch, deren Yänge der Hälfte tes 
chens gleich fommt. Beide Enten jint 


Fußknochen 


n3. Das Schienbein entwidelt ſich aus brei 
wlernen, der Körper bildet fih beim Embryo 
e bes zweiten Monats, im lettten Monate 
Sat fich erfi ver Knochenlern des oberen En- 
a8 untere Ende verfnöchert erft nach der Ge⸗ 
erft mit völlig beeudetenn Wachsthum ver- 
\ wi auch die Enden völlig mit tem Körper, 
x da® untere zuerfl. b) Wadeubein (Fi- 
Perone, ber an ber äußeren Seite bes 
Benteie neben bem Schienbein liegende Kno⸗ 
an unterjheibet an ibm: das obere 
(8öpfchen, Capitulum), welches ftumpf- 
Rh nach innen eine fhiefabgefchnittene, runde, 
ssrpel Überzogene Fläche zeigt, die fih an 
nliche an ber äußeren Seite, etwas unter- 
es Gelenkkopfes des Schienbeines, befien 
6 Wabenbein nicht völlig erreicht, auſchließt, 
8 von ber Anlage ber, daſſelbe mit dem 
ein vereinigenden Bänber rauh u. nad 
mit einem, ber Sehne bes zmeilöpfigen 
Isnustels (f. Fußmusteln) zur Anlage die⸗ 
Döder verjeben ıft. Der Körper, im Ber- 
feiner Länge binn, eigentlich gerabe, 
mehrfach gekrümmt, breijeitig u. breiedig. 
ere Kante iſt am ſchärfſten, an dem oberen 
= inneren befindet fi) das Ernährungsloch 
en nutritiun), Durch welches die Arterie in 
aufnehmenden Kanal eintritt, bie äußere 
R am längften u. am meijten abgerundet. 
inneren Fläche beinerkt man eine, biefelbe 
Sülften theitende, ichräg herablaufende, dem 
Bulnschenbanbe zur Anlage bienende erha⸗ 
wie. Das untere Ende mehr platt, länger 
B obere, in eine ſtumpfe Spitze auslaufend, 
ben äußeren Kuöchel (Mallsolus ex- 
9 ift nah oben u. innen an einen über- 
tem Ausſchnitt des Schienbeins eingefilgt, 
em, unterbalb bes Schienbeind hervorragen- 
heil, nach innen zu etwas ausgehählt, mit 
überzogen u. hilft Die Gelenkverbindung mit 
prungbein bilden. Das Wadenbein bildet 
m Enibryvo langſam aus, erlangt erft nach 
itten Monat gleiche Länge mit dem Schieu⸗ 
perfnöcyert früher am unteren, ala am oberen 
u. früber an der äußeren Fläche des Kör⸗ 
18 an ben Übrigen. cd Knieſcheibe (Pa- 
ber unmittelbar unter der äußeren Haut 
vorderen Seite des Kniegelenks liegende, 
eſentlichen Theil beflelben bildende Knochen. 
b für fich beftehend ift er organifch doch ale 
ennter Tbeil bes Schienbeins anzufeben u. 
fich zu tiefem, wie ber mit der Ellenbogen- 
erwachſene Elleubogentnorren. Seine Form 
lich glatt, doch fo, daß man brei Ränber, 
bereit breiten (Bafig) u. zmei in eine ſtumpfe 
zuſammenlaufende Seitenränber unterſchei⸗ 
m. Seine vordere Fläche iſt gewölbt u. rauh, 
tere in ihrem größeren oberen Theil über- 
t. Die Kuiejcheibe nimmt bier mit einem 
ung bie mittlere Vertiefung zreifchen der 
n Fläche der beiden Gelenthilgel des Schen- 
ens ein. Bon beren unteren Theil, od. der 
hebt ein ſehr ftarfes Band, das färkfie 
(rt im Körper Knieſcheibenband, li- 
tum patellae), an, welches aber als eine 
ung ber gemeinfchaftlichen Sehne der großen 
ınsleln des Unterſcheulels angeſehen werben 
vie ſelbſt fich an ben oberen Theil ber vor- 


815 


berem Fläche der Knieicheibe fügt. Bon ber Knie 
ſcheibe aus abwärts enbigt fi dieſes Band an 
einer eigenen Rauhigleit bes oberen Theiles bes 
Schienbeins auf feiner norberen Seite. Auf biefe 
Weiſe ift ber Knieicheibe in ihrer Anlage an dem 
Kniegelenk ein freier Spielraum verlieben; daher 
ift bei geftredtem Knie, während die Stredmusteln 
bes Unterſchenkels erſchlafft find, die Knieſcheibe 
nut der Band, ſowohl auf- u. abwärts, ald aud 
jeitwärts, in etwas verſchiebbar; fo wie aber jene 
Muskeln wirken, wird dadurch Die Knieſcheibe in 
bie Höhe gezogen u. firirt; ift aber das Knie ge⸗ 
Bogen, fo it die Kniefcheibe, wegen ber Krümmung, 
in welde die Sehne der Stredmusteln bes Unter 
ſchenkels dann kommt, mechauiſch zwiſchen den 
Gelenkhügeln des Schentelfnochens feft gehalten. 
Dier zeigt ſich auch ber Nutzen ber Knieſcheibe, u. 
warum jelbige fein bervorragenber Theil des Schien- 
bein® fein konnte, weil dann das Knie nicht Die ab» 
gerunbete Geftalt haben würde, bie ihm für viele 
Lebenszwede von Vortheil ift. Nun wirkt bie Knie⸗ 
ſcheibe wie eine Rolle, über welche die Stredjehne 
wegläuft u. fi Daun in einem für bie Bemegung 
vortheilbaften Winkel an das Schienbein anjekt. 
Dei neugeborenen Kinbern ift die Knieſcheibe noch 
ganz Knorpel, u. ihre Verlnöcherung beginnt erſt 
gegen das Ende des erften Jahres cd. zu Anfang 
des zweiten. C) Eigentlide Fußknochen: a) 
Kußwurielfnoden. Deren find fieben, welche in 
zwei Reiben liegend, bie Fußwurzel (Tarsus), 
d. b. den zwifchen ben Unterichentel- u. Mittelfußkno⸗ 
hen gelegenen Theil des Piattfußes bilden, u. zwar: 
aa) in der erfien Reihe: «) das Sprungbein 
(Talus, Astragalus). ber erfte unter ben Fuß⸗ 
wurzelknochen; feiner Geftalt nach unregelmäßig, 
ift er entfernt einem Würfel ähnlich; wird ober» 
wärt® von dem beiden Knöcheln eingefaßt, in bie 
Gelentflähe des Schienbeins aufgenommen, mit 
welcher er ein freies Gelenk bilder, woburd bei. 
Beugung u. Stredung des Fußes möglich wird, 
unterwärts fteht es mit dem Ferjenbein u. vor⸗ 
wärts mit dem Kahnbein durch ftraffe Gelenke im 
Berbindung. Zum größten Theil ifi es nıit Knnore 
pel überzogen. 8) Das Ferjenbein (Calcaneum, 
Calcaneus), ber ftarfe Knochen, ber am Zuße unter 
dem Sprungbein (j. db.) mit ihm u. vorwärts mit 
den Würfelbein durch ftraffe Gelenke verbunden ift 
u. beim Steben ben größten Theil ber Körperlaft 
wägt. Er ift unregelmäßig vierfeitig; bie obere 
Fläche ift abgerumber u. fürzer, als bie mehr ums 
ebene, untere; bie Äußere, bie auf ein ob. zwei 
tleine Höder nach vorwärts, unter denen eine Furche 
binläuft, ziemlich eben; die innere ift von oben 
nach unten ausgehöhlt; hinten bildet ber hier didere 
Knochen den Ferſenhöcher (Tuber calcaneı), 
an befien oberen Hälfte ſich die Achillesſehne anjett, 
unten befinden fich zwei ftumpfe Erhabenheiten. Der 
obere Theil des Körpers hat eine ſchief abwärts 
laufende, mit Dem Sprungbein articulivenbe Fläche. 
Dieje ift Durch eine trichterförmige Rinne, die einer 
ähnlichen am Sprungbein entjpricht, u. mit biefer 
die Höhle des Tarſus (Sinus tarsl, 8. Sulcus 
sustentaculi tali superior) bildet, von einen 
vorderen geriat geichteben, welcher eine flach) aus⸗ 
ehöhlte Kuorpelfläche zur Aufnahıne des Sprung- 
Beine, nad) vorn eine dergleichen faſt ſenkrechte für 
das Würfelbein u. unen einen Höder für den 
kurzen Zehenbeuger hat, Ein innerer Fortſatz 


816. 


%. 
(Processus interior, 3. Sustentaculum tali), 
eigentlich ein Borfprung bed Vorigen nad) innen, 
bietet durch feine iberfnorpelte u. ausgehöhlte 
Fläche dem Sprungbein nad innen eine Stüße 
dar. Inter ihm ift eine Rinne (Sulcus sustenta- 
culi tali inferior) fiir Gefäße, Nerven u. Mus» 
kelfehnen. Der Knorpel bes Ferſenbeins zeigt ſchon 
in dem fechsmonatlichen Fötus einen Knochenkern. 
Erſt im S — 10. Lebensjahre bildet fi noch ein 
Knochenkern im Ferjenböder, ter bie gu den Jah⸗ 
ren der Mannbarkeit Epiphyfe bleibt. bb) In der 
zweiten, vorberen Reihe: «)bae Kahnbein 
(Os naviculare, Os scaphoideum), liegt zwifchen 
dem Sprungbein, ben brei Feilfürmigen Kuochen u. 
neben dem Würfelbein nad innen. Die obere 
Fläche ift gewölbten. uneben, an ber unteren 
ſchmälern ift eine Furche flir Die Eehne des hin- 
teren Schienbeinmuskels u. neben biefer am in⸗ 
neren Ente eine im der Sußplatte bervorragente 
Tuberofität; Das äußere Ende articulirt durch eine 
Knorpelflähe mit bem Würfelbein, Die hintere aus⸗ 
ehöhlte u. überknorpelte Fläche mit bem Kopf des 
Shrungbeins, die vordere hat Drei Abtheilungen flir 
bie Aulage ber keilförmigen Beine. Die Berknö- 
cherung dieſes Knochens beginnt erft meift zu Anfang 
bes zweiten Lebensjahres. A) Das Würjelb ein 
(Os cuboideum), von einigermaßen würfelför- 
miger Geftalt mit überknorpelten Flächen, durch 
ftraffe Gelenkbänder nach hinten mittelft einer etwas 
converen Fläche mit Dem Ferſenknochen, nach vorn 
mit der Bafis der Mittelfußknochen ber vierten u. 
fünften Zebe, durch die innere Fläche nad ver- 
wärts mit dem britten feilförmigen, mehr nach 
bintermwärts mit dem kahnförmigen Knochen ver- 
bunden. Steben ter äußeren Slüde findet fich nad 
unten eine fchiefe Erbabeitheit, u. neben dieſer bes 
innt eine über bie untere Fläche binziehende Rinne 
Air bie lechje des Peronarus longus. Die Ber: 
Indcherung tiefes Knochens fängt n Ende des 
achten Lebensmonates Fer Frucht an. Die keilför— 
migen Beine (Ossa sphenoidea, O. cunei- 
formia), drei neben einander liegende, von ihrer 
gem fo benannte Knochen ber Fußwurzel, bie in 
serbinbung mit einem Theile des Wiürfelbeing, 
dem fie einwärts zur Seite liegen, Den vorderen 
Theil berjelben bilden u. durch Überfuorpelte Flä— 
gen mittelſt ftraffer Selente, binterwärte mit Dem 
ahnbein, vorwärts aber mit den drei erften Mittel⸗ 
fußlnochen verbunden find. Der erjte ift der größte 
n. entfpricht Der Lage nach Der großen ehe, der 
zweite, der Meinfte, entſpricht nur gleiche Meile ber 
zweiten Zehe, jo wie ber dritte der dritten Sehe. 
Sie zeigen beim nengeborenen Kinde noch feinen 
Knochenkern. b) Die Mittelfußknochen (Ossa 
metatarsi), beren find fünf. Man benterkt an jedem 
von ihnen ein hinteres, verdidtes, zur Seite 
wegen Anlage ber benachbarten Mittelfugtnochen, 
u. nad) binten wegen ber F-wurzelknochen über: 
fnorpeltes Ende (Basis); einen Körper mit 
ebener oberer Fläche u. zwei Seitenflächen, Die unten 
in einen ziemlich fcharfen, etwas ausgeſchweiften 
Winkel zujanımenftoßen; u. ein vorderes Ende, 
das durch ein überknorpeltes Köpfchen mit dem 
erften Gliede ter betreffenden Zebe in Gelentoer- 
Bindung ftcht. Der zur großen Zehe gehörige Mit— 


Fußknochen bis. Füßli 


Gliedknochen (Phalanx) ber großen 3 
die Der anderen weit an Größe, ſchliep 
einer, an feiner Baſis befindlichen fla 
vertiefung an ben Kopf bes erften Mitte 
u. —** einer an dem vorderen Er 
befindlichen, rollenartigen Gelentfläi 
gleiche der Baſis ber zweiten Phala 
letztere von da an nad dem verten 
koniſch zuläuft. Die Titrigen Zehenkn 
jebe brei Gliedknochen, von Deren ber e 
ob fie gleich nach allen Dimeufienen 
find, als bie ver großen Zebe u. an: 
von der zweiten bie zur fünften Ze 
abnehmen, Doch binfichtlich Der Gel: 
befchriebenen gleihen. Die zmeiten « 
Gliedknochen find dünner u. kürzer alı 
walzenförmig u. an beiden Enben mitı 
Gelenkflächen verſehen. dI Die Sea 
chen (Cinſenbeine, Ossa lenticule 
moidena) find kleine, elliptifche Kıcde, 
zwei an ter Beugejeite bes erfter Gelech 
Zebe, auch wohl ein daſelbſt am pre 
bisweilen audy an anderen Zehen fine 
bis auf eine Heine Knorpelfläche, we 
Bertiefung des Kopfes Des Mittelfußfze 
Ben, rauh u. uneben, minbern beim & 
Drud auf das Gelenk u. bienen zur € 
der Bewegung beim Beugen der Ich 
knöchern felten völlig vor ben Jahren 
barfeit. 
Fußkrampf, Krankheit ver Stube 
fi verhüten, wenn man tie Sitzſian 
bilnn u. nicht zu glatt macht; am befke: 
bie Zehen ber Vögel nicht ganz herum. 
5. wendet man warme Bäber an. 
a eneit, fe v. m. Klauenien 
ußkuß, ein im Orient gewöbniiche 
Unterwürfigkeit u. Verehrung. Im 
führten ihn erſt die ſpätern römiſce 
u. auch bei dieſen kommt er ſelten ser. 
verlangten ihn feit dem S. Jahrh., ati 
Demüthigung ber weltlichen vor Der geii 
Bapft Conſtantin I. ließ fich Den x zu 
Einzug zu Conſtantinopel 710 won 
nian II. gefallen; Valentin I, 2: 
.von Jedermann ſchon au, u. ſeit 
wurde e8 eine von Päpſien geferterz 
gung. Der Papft trägt bei Liefer Ft 
einem Kreuze bezeichnete Bantoffeiit, a 
wird gefüßt. Fürften u. Proteftanien 
laffen, fie küſſen dafür bei Audienze 
die Hand. 
Tußlamperie, 4 Ei8 63. habe ! 
dung der Zinmerwänte; fie ichiier t 
Verunreinigung, dient zur Befzjnan 
ten u. wird an hölzerne in ter M. 
Ditbel befeftigt. Unmittelbar über tı 
ift an ber meiſt mit grauer Uirarke i 
3. eine ſchmale Leifte, Auffeifte. bi 
die Wand ver bein zu naben Arrüde 
ſchützt. 
Fußlaus, ſ. n. Laus. 
Fuͤßli, zahlreiche Züricher Künftier? 
bedeutendſten Glieder folgende warcı 
thias, geb. 1595 in Zürich; lebte izr 


telfußknochen iſt am ſtärkſten u. bat an ber Baſis | dig; malte Schlachten, Sceftürme, Fer 


nach unten eine Tuberofität, eben jo nach außen 


ft. 1664. 2) Johann Kaipar, te 


ber fünfte. c) Die Zehenknochen. Der erfle | 1707 in Züri), Mater; ft. 1781: er 


Jußmaſchine bis Fußunskeln 


i. gupegtie gi 1753; Geſchichte 
zen der beſten Maler in der Schweiz, 
80, 4 Bde.; Verzeichniß Der beften 
„ebd. 1771. 8) Hans Rudolf der 
. 1737, Maler, Zeichner u. Kupferäter, 
fhr.: Verzeichniß ter nach berühmten 
er Schulen vorbantenen Kupferftiche, 
-1806, 4 Thle.; Annalen ber bilbenten 
öfterreihiihen Staaten, Wien 1801—2, 
Johann Heinrich, ber Jüngere, geb. 
ürich, Bruder bes Borigen, ftubirte 
manbte fich jpäter der Malerei zu. Als 
es Briten machte er mit Diefem große 
1772 nah Rom u. von dort 1778 nad 
»o er Präſident ter Londoner Kunft- 
rde; er fi. 1525 in Puttney- Hill bei 
n ben Engländern ibren größten Mei— 
it, war. ein Künftler von nur geringer 
u. feine meift ben Werten Sbafefpeares, 
Dante’s entnommenen Ecenen kommen 
ne manirirte Nachahmung Michel An⸗ 
. Er befaß eine greße Vorliebe für das 
Sraufenerregenten, Phantaftifchen u. 
n, u. der Austrud feiner Figuren ftreift 
ın Die Caricatur. Gr gab Bilfingtons 
of painters heraus u. Jchr.: J,ectures 
„1801 (deutſchvon Eſchenburg, Branıt- 
); Sammlung hiftorifch merfwirdiger 
jenven, Zr. 1796, 2 Hefte; feine Werke 
), Yond. 1831, 3 Vbe., heraus. 3) Jo⸗ 
ar, Bruder des Vorigen, geb. 1745; 
zuchhändler in Zürich; jchr.: Archiv Der 
richte, Wintertb. 1775 — 86, 8 Hefte; 
Liebhaber der Entomologie, Zür. 1775, 
.; Neues Magazin ꝛc., ebd. 1792—$8, 
. 6) Jobanı Rudolf ter Jüngere, 
h 1709, Miniaturmaler; ft. als Raths⸗ 
ch 1793. Er begründete Das von dem 
ortgeſetzte Allgemeine Künſtlerlexikon, 
-1777, 2. Aufl., ebd. 1779. 7) Hans 
es Berigen Zobn, geb. in Zürich 1745, 
r Per valerländiſchen Geſchichte ur. Mit⸗ 
chen Raths in Zürich), nachher Mit⸗ 
ejepgebenten Raths in Vern, zuletzt 
3 Großen Cantonraths in Zürich u. 
fette das Allgemeine Kilnftlerlerifon, 
241, fort; jchr.: Uber das Yeben u. bie 
el Sanzios, Zür. 1815, u. gab das 
ye Muſeum, Zür. 1783 —-90, 8 Jahrg., 
chweizeriſches Muſeum, 1793 — 96, 
raus. 8) Wilhelm, geb. 1803, frei⸗ 
atsmann, war Oberrichter in Zürich, 
1839 fein Amt u. ft. 1546 in Zürich; 
ündens Kunſtſchätze, Münch. 1841; 
e wichtigſten Städte am Rhein, Zür. 
de., 2. A. vpz. 1810. 

in⸗ (Chir.), Apparat um Fußkrum⸗ 
eilen. 

er (Kriegsw.), Mörſer ohne Schild⸗ 
ıe Laffete, welche unten auf einem an⸗ 
ich plattenförmig enkigenten Fuß ru- 
lenachfe bildet mit der untern Fläche des 
nlid) einen Winkel von 60 — 85 Grad. 
Ber auf Schiffen, wenig mehr im Ge- 
man tie Richtung bei ihnen nicht än⸗ 


keln, alle bie untere Extremität be- 
usleln. A) Oberfhentelmusteln: 
2erifon. 4. Aufl. VL 


817 


Aa) Beugemusfeln: der innere Hüftbein— 
mustel (Musculus iliacus internus) beftet ſich 
an die innere Fläche bes Hüftbeine, die innere Lefze 
von deſſen Kamme, das Ligamentum ıleolumbale 
(f. Becken) u. an ten Heinen Trochanter (f. Fuß⸗ 
knochen). Ter große runde Leudenmuskel 
(M. psoas major); Anbeftung: an bie Seiten- 
flähen der Körper u. Der Querfortſätze bes 12. 
Bruft- u. 1.— 4. Lendenwirbels u. au ben feinen 
Trohanter. Der kleine Lendenmuskel (M. 
soas minor), eigentlich nicht hierher, ſondern zu den 
Baucmusteln gehörig, indem er bient, ven Rumpf 
egen das Becken vorwärts zu beugen, liegt an ber 
Ißern Fläche des origen, beftet Fr mit ein ob. zwei 
Zipfeln an ben legten Bruft- u. erften Leudenwir⸗ 
bei u. durch eine lange platte Flechfe, Die in die Hüft« 
u. Bedenaponeurofe übergeht, an den Hlift-Schame 
beinbäder. Der ShambeintammmmstelM. 
pectinaeus) gebt vom Schambeinkamme ſchräg 
auswärts u. rilckwärts zur rauhen Linie unter ben 
kleinen Trochauter u. zieht den Schenkel zugleich ein⸗ 
wärts gegen den andern. Bb Stredmnsteln: 
der große Geſäßmuskel (M. glutaeus maxi- 
mus); Anbeftung: binterer Theil der äußern Lehre 
des Hüftbeinkammes, hintere Fläche des Kreuz⸗ 
u. Zchwanzbeins, der hintere Theil tes Sitzknochens 
u. Bie untern Bedenbänter (f. Beden). Der mitt» 
lere Geſäßmuskel (MM. glutaeus medius), zur 
Hälfte vom Torigen betedt, beginnt an ter obern, 
äußern bogenförmigen Linie, äußern Kläche, äußern 
Lefze des Kammes des Hüftbeins u. jetzt fich au den 
großen Trocanter. Kleiner Geſäßmuskel (M. 
grlutaeus minimus), wird vem Vorigen bebedt; 
Anheftung: die untere, äußre, begenförmige Pinie 
des Hüftbeins u. ber große Trodyanter. Tie Ges 
jäßmusteln ftreden Den Schenkel, ziehen ihn aus» 
wärts von dem andern ab u. können ihn zugleich 
aus: u. rückwärts rellen. Ift der Scheitel feitge- 
ſtellt u. das Beden vorwärts geneigt, fo ziehen fle 
das Hüftbein rüdwärts in Die gerade Stellung. 
CV Den Schenkel auswärts rollende 
Musteln, ſämmtlich vom großen Geſäßmuskel 
betedt: Birnfürmiger Muskel (M. pyrifor- 
nis), kemmt mit mebreren Bündeln von ter vordern 
feitlichen Fläche des Kreuzbeins, tritt durch den gro» 
Ben Ausjchnitt des Sitzbeins aus Dem Becken heraus 
u. ſetzt ſich an die Spige bes großen Lrochanters. 
Der obere Zwillingemustfel (M. gemellus 
superior) eutfpringt vom Stachel des Sitgbeines, 
ter untere Zwillingsmustel(M.g. inferior) 
vom Sigfnorren; beide beiten fid) au tie Fossa 
trochanteriea u. haben den innern Hüftlocdh- 
mustel (M. obturatorius internus), ter vom 
anzen innern Umfange des von ihm verjchloffenen 
üftlcches n. Der Hüftlochmembran entipringt, Durch 
bie Heine Incifur des Sitgbeines heraustritt, dann 
flehfig wird u. ebenfalls zur Trochantergrube gebt, 
zwijchen fich, indem fie Th wie eine Scheibe (Mar- 
supium carneum) umſchließen. Der vieredige 
Schenkelmuskel (M.quadratus ſemoris); An⸗ 
heftungen: ter Sitzknorren, ber große Trochanter 
u. bie hintere intertrochanteriſche Linie. Der äußere 
HSüftlohmustel (M.obturator externus) ent- 
fpringt am äußern uͤmfang bes Hüftloches u. ar 
der äußern Fläche ber Hüftlochmembran, legt ſich 
verſchmalert in bie Rinne zwiſchen dem unterm 
Rande der Pfanne u. dem Sitzkuorren, verbindet 
fich mit dem Kapſelbande u. b ehigt fi unter der 


si 
pereinigten Flechſe Der Zwillings⸗ u. innern Hüft- 
Iochmustein als rundliche Flechle in ber Trochanter- 
geube. Der Schenfelbindenjpanner (M. ten- 
sor fasciae latae) geht vom obern, vordern Hüft- 
beinflachel zur breitern Schentelbinde (j. Fußmuskel⸗ 
Binden). Dd) Anzieher des Schentel®: Tan- 

er Schenkelanzieher (M.adductorlongus); 

nbeftungen: abfteigender Aft des Schambeines, 
mittler Theil der rauhen Linie des Schenfellno- 
heut. Kurzer Schenlelanzieher, vom ab- 
fteigenben Aſt des Schambeins zum obern Theil ber 
rauben Yinie. Großer Schenkelanzieher (M. 
adductor magnus), vom ab⸗ u. auffteigenben 
Schambeinafte u. Sitfnorren zur ganzen rauhen 
. Linie des Schenkelknochens, bis zum Innern Gelenk⸗ 
hügel bin, bat in feinem untern Biertheil eine Spalte 
um Durchgange ber Schenfelgefäße. Da dieſe brei 
—R obgleich ohne —— Flechſe, mit 
einander verbunden ſind, werden ſie auch zuſammen 
als dreiköpfiger Schenkelmuskel u. der 
erſte als langer, der zweite als kurzer, der dritte als 
großer Kopf deſſelben (Caput longum, parvum, 
magnum museuli tricipitis) bezeichnet. Sie 
ziehen beſ. einen Schenkel nach innen gegen den 
andern, dienen daher z. B. zum Schließen beim 
Reiten. B) Den Unterſchenkel bewegende 
Muskeln: Gerader Schenkelmuskel (M. 
rectus femorir), liegt an der vordern Fläche des 
Oberſchenkels, zunächſt unter der Haut u. ber Schen- 
kelbinde (f. Fußmuskelbinden) nur in feinem obern 
Theile von der Schneibermustel (ſ. u.) bebedt u. gebt 
von dem untern vordern Hüftbeinftachel zur Knie⸗ 
fcheibe. Schenfelmustel(M. cruralis),liegthin- 
ter dem Borigen, zwijchen den beiden folgenden, von 
ihnen größtentheils bebedt, an ter vordern Fläche 
des Schenfel® u. geht von der vordern rauhen Yinie 
zwifchen ven Rollhügeln u. Der vortern Fläche Des 
Schenkelknochens zur Knieſcheibe. Sein unterfleg 
Bindel, das von ihn betedt, von Dem untern 
Biertheil Des Schenkelknochens mit zwei Fleiſch— 
aden entipringt u. in zwei Schenfeln an Die Kap⸗ 
laut des Kniegelenks gebt, wird aud als un- 
terer Schentelmustel (M. snberuralis) un» 
terfchieden. Innerer großer Schenkelmus— 
tel (M. vastus internus), liegt an der innern 
Fläche des Schenkelknochens u. gebt von ber innern 
Lefze der rauhen Linie zur Knieſcheibe YAeußerer 
großer Scheufelmuetel (M. vastus exter- 
nus), liegt an der äußern Fläche der Schenkel u. geht 
vom großen Rollhügel u. der äußern Tefze ber rauhen 
Linie zur Knieſcheibe. Die Flechſen der genannten, 
den Unterſchenkel ftredenten Muskeln vereinigen 
fi au der von ihnen dicht umfchloffenen Knieſcheibe 
zu einer gemeinfcaftlichen Ausftredflechje dee 
Fußes (Tendo extensorius communis pedis), 
bie, mit dein Sniejcheibenbante vereinigt, fih an 
Den Höder des Schienbeins anjeßt. Dir Schnei— 
dermuskel (M. sartorius) geht vom vordern, 
obern Hilftbeinftachel, Dicht unter der Schenfelbinde 
liegend, ſchräg ab= u. einwärts zu dem intern Ge— 
lenfbügel des Schienbeins, beugt den Unterjchentel, 
denſelben zugleich nach innen ziebend, u. dient Dazu, 
im Sitzen einen Fuß über den andern zır jchlagen. 
Halbjehbniger Muskel (M.semitendinosus) 
liegt, nebſt den drei folgenden, an Der bintern Seite 
des Schenkels u. gebt von tem Sigbeinkuorren zum 
innern Gelenthügel des Schienbeins bis zur Tu⸗ 
beroſität deffelben hin. Halbhäutiger Muskel 


Fußmuskeln 


(M. semimembranosus) hat dieſelben %ı 
punkte. aweifüpfiger Schenkelmu 
biceps femoris), heftet ſich mit jeinem la 
an den Sitzbeinknorren, mit dem tımzen a 
Linie, vereinigt an das Köpfchen des X; 
Die drei ebengenannten Musteln beugend 
Kniegelent. Der Kniefehlenmustel 
plitaeus) beftet ſich an ten äußern Ex 
Schenkelknochens u. Die fchräge Yinie be 
beine, beugt den Unterfchentel u. dreht iin 
Der [hlanfe Shentelmustel (N, 
liegt innen am Schenlel, oberflählid 
Schentelbinde, bie Anzieher betedent, 
an ben abfteigenden Aft bes Schamkrint 
genben bes Sitbein® u. an ben innen 

es Schienbeins, beugt den Unterſchealtl 
benfelben etwa® nach außen, unterſtün 
töpfigen u. Schneidermustel. CO Zur 
bes Plattfußes im Fußgelerkt 
Muskeln. Aa) Beugemusteln:m 
Schienbeinmuskel (M. tibialis ai 
von ber vorbern, äußern Flüche des She 
in eine rundlidhe ftarfe Sehne auslıuun 
innern Rand des Fußes gelangt u. ven hi 
flachenb, fih an das erſte Keilbein u. ten 
telfußfnochen anjett ; ber dritte Wal 
mustel (M. peronaeus tertiur). de 
vorbern u. innern Fläche Des Mitteltheil 
denbeins aus, mit ben fangen Aueltrede 
(der jelbft mit ben Fuß beugen bilkt!, 
Wabenbein berabgeht u. am bintern En 
ten Dlittelfußtnocene fih endigt. 88)? 
musfeln: verlange u. kurze Es 
mustel (M. peronaeus longus etbrı 
erfter von ber äußern Seite Des Schient 
Kopf nes Wadenbeins, letzter von bir ä 
u. dem äußern Mintel Des ISadenkeine! 
mitihren Sehnen in einer Rinne am au 
ihren Yauf nehmen u. an der Kußjeble m 
telfußfuochen ſich anfeßen; Der binte: 
beinmusfel (M. tıbialis postiev 
von ber bintern Fläche des Schien⸗ u. 
aus mit feiner Schue am innern &ı 
geht u. an Fer innern Seite des Zpri 
Pa Ih gelangt, mo er, jich ſpaltend, 

ußwurzelkuochen ſich anlegt; die fix 
denmuskeln (welche die Waren bii: 
die äußern, auch als Zwilling 
(M. gastrocnemii) bezeichnet, von Ar 
zweitöpfiger Diuskel betrachtet, ven te: 
lentbügeln bes Oberſchenkelbeins auegi 
nere aber, eigentlih Waren 
solaeus), vom Kopf tes Wadenbeins 
bintern Fläche des Waben- u. Schienbe: 
ſprung nimmt, beide aber in bie arck: 
Körpers (Achillesſehne ſ. d.) auslaufen, 
ſenbein ſich anfügt; der Fußſohlent 
plantaris), ein Musktel, deſſen kurzer? 
von äußern Swillingsmustel der & 
am äußern Gelenkhügel des Oberiche 
ſitzt u. in eine ſchmale, bandartige, jchr | 
ausläuft, die am innern Rand de 
ſehne herabgeht u. ſich meiſt in der Kz: 
Fußgelenks verliert, welche er während 
feitter Wateninusfeln anipaunt. DJ 
Fußmuskeln zur Bewegung: 
Aa) Stredmueleln: Der lauge 
ber großen Zeche (Extensor longu 


9. gupmusleie: 


folgenden, zwiſchen dem vordern 


dritten Wadenmuekel am Kopfe bes 
T — voii Sdienbeins u. 
ochenbande entipringend, zur 
, bie auf der vorbern Fläche der 
einem Schleimbeutel umgeben iſt, 
Bhalany ber großen Zehe enbigt. 
meinſchaftliche Streder der 
en Zehen (Extensor digitorum 
gus), der mit Dem vorigen gleichen 
jefähr in ber Mitte des Unterſchenkels 
fi in vier Sehnen fpaltet, beren 
e in der Gegenb bes Yußgelente mit 
Heide umgeben worden, zu einer 
n obere Fläche des erften Gliebes 
zmei Schenteln ſich an Das dritte u. 
en, mittlern, an das zweite Glied 
. Der kurze Streder ber vier 
n (Extensor digitorum commu- 
tipringt am vordern Fortſatz des 
dem Sprungbein, befleht an® vier 
äuchen, von denen jeber ſich durch 
hne an der Rüdenflädhe bes erften 
ehe in die Sehne des langen Stre- 
er kurze Streder der großen 
ch eben fo zu diefer Zehe u. beren 
. Bb) Beugemusfeln (Flexo- 
3e Beuger ber vier Zehen 
ntfernung der, mit ihm genau ver⸗ 
ſohlenaponeuroſe gefehen werben, 
r Fußſohle von dem Knorren dee 
: einem Muskelbanch, der für jede 
n Beben einen befondern Heimen 
deſſen Sehne, an der Sohlenfläde 
ngliedes fich Ipaltend u. Die Sehne 
fnehmend, fich an der zweiten Pha⸗ 
alfo die Zehe im zweiten @iltebe 
nge Beuger ber vier Zehen 
er bintern Seite des Schienbein® u. 
ochenbande, feine Sehne geht mit 
Scienbeinmustels in einer Furche 
nöchel unter dem Sprung: u. Fer⸗ 
ne beſondere Sehnenſcheibe u. mit 
entel werfeben zur Fußſohle, trennt 
Sehnen, bie hinter Denen des kurzen 
burch Die Spulten derſelben am er- 
hervortreten u. fi) an bem britten 
um bie ehe im britten Gelenk gu 
ratmustel des Sylvius (Ca- 
ylvii) liegt in ber Fußſohle unter 
enbeuger, entipringt von der untern 
enbeins, gebt ſchräg vor- u. ein⸗ 
and der Echne des langen Bengers 
bt dieſelbe nach außen, wodurch die- 
vird, ftatt von außen nach innen 
"Richtung beim Beugen der Zehen 
e Regenmurm- ob. Tpulför- 
eln (Musculi lumbricales) ent- 
ede der vier Zehen einer, von ber 
en Beugers u. geben jeder an bie 
iner Bebe. Der lange Beuger 
‚ehe ıft ein ftarter Muskel, der, von 
de des Wabenbeius un. dem Zwi⸗ 
d, neben dem bintern Scienbein- 
ngt u. deſſen Sebne von einem 
. einer Sehnenſcheide umgeben, in 
rche an bem innern Sn 


fenbein, bie Sehne bes kungen ges. 


⸗ 
u 810 


meinſchaftlichen Beugers in ber Fußſohle kreuzenb, 


fich an bie zweite Phalanx ber großen Zehe *2 
nachdem ſie, von dem Abzieher —* de das bie 
ambeine vereinigenbe Banb hin hen 
Der kurze Beuger bergroßen Dede 
ans einem längern, vom vorbern Fortſatz des 
Ferſenbeines entipringenben, u. einem kürzern, 
von dem dritten keilförmigen Knochen ausgehenden 
Kopfe, welche beide fich einander nähernd den Mit- 
telfußtnochen der großen Zehe in ber Fußſohle be» 
beden, fih an ven Sefambeinen u. ber Bafls bes 
erften Gliedknochens anlegen u. bie Zehe im erften 
Selen? beugen. Der ture Beuger ber klei⸗ 
nen Zehe gebt von der Sehnenfcheibe des langen 
Wadenmuskels u. der Baſis des fünften Mittelfuß- 
knochens zur Baſis bes erfien Gliedknochens der klei⸗ 
nen 3ehe, die er im erften Gelenk beugt. Cc) An⸗ 
u. abziebende Musteln (Adductores et ab- 
duetores): a) für bie große Zeche: ber ab» 
ziehende Muskel derfelben (Abductor hallu- 
cis), der, an bem innern Rande bes Fußes ge⸗ 
legen, von bem Knorren bes Ferſenbeins, bem er» 
ften keilförmigen Bein u. bem erſten Mittelfußlkno⸗ 
hen entipringent, fi an das innere Sefambein, an 
die Bafis der erften Phalanr u. deren: Kapfelbanb 
anlegt u. die Zehe von den übrigen abzieht. Der 
anziehbende Muskel (Adductor hallucie), 
der von dem vorbern Fortſatz des Ferſenbeins u. 
ber Bafls bes dritten ıı. vierten Mittelfußknochens 
u dem äußern Sefambein u. der Baſis der erſten 
Ghalanr geht u. die Zehe zur zmeiten binzicht. Der 
Duermusteldes Fußes (Transversalis pe- 
dis), der von dem Kopfe des fünften Mittelfußlno⸗ 
chens ſchräg nach dem äußern Sefambein u. ber er» 
ften Bhalanz verläuft u. gleiche Wirkung mit bem 
Vorigen hat. b) Zur zweiten Zehe: ter erfte 
äußere Zmwifhentnodenmustel (Inter- 
08seus externus primus), von der Bafis des er. 
ften n. zweiten Mittelfußlnochens entfpringeub u. zur 
innern Seite der Baſisé der zweiten Zehe hingehend. 
Der zweite äußere Zwifdhentnohenmus- 
kel entfpringt an der Bafis bes zweiten u. dritten 
Mittelfußlnochens u. geht an bie äußere Seite ber 
Bafls der erfien Phalanx. ©) Zur dritten Zehe: 
der erfie innere Zwifhentnohenmustel 
(Interosseus internus primus) gebt von der in» 
nern Seite des Mittelfußknochens zur innern Geite 
ber erften Phalanx; ber dritte Äußere Zwi- 
ſchenknochenmuskel entipringt von ber Baſis 
bes britten u. vierten Mittelfußknochens u. geht zur 
Außenfeite der erften Phalanx. d) Zur vierten 
Zehe: ber innere zweite Zwiſchenkno— 
chenmuskel, von der innern Seite bes vierten 
Mittelfußknochens entipringend, heftet ſich innen 
an die Baſisé ber erſten Phalanr; der vierte 
äußere Zwiſchenknochenmuskel heftet fich 
an die Baſis des vierten u. fünften Mittelfußknochens 
u. die äußere Seite ber Bafis ber erſten Phalanx. 
e) Zur fünften od. fleinen Zehe: ber britte 
innere Zwifhentnodhenmustel entipringt 
an ber inneren Seite des fünften Mittelfußknochens un. 
legt fih innen an die Bafts der erften Phalanx. Die 
Zwiſchenknochenmuskeln liegen zwiſchen den Mite 
telfußfnodyen u. bie innern zieben ihre Zeben nach 
der großen ehe, bie äußern nadı dem äußern Rande 
des Fußes bin. Der abziehbende Muskel der 
Heinen Zeche (Abductor digiti minimi) Ente 
ſpringt an dem Kuorren bes Gerfenbeine, geht am 


80 
äußern Rande bes Fußes hin, nach bem flnften 
Mittelfußtirochen u. ber Bafis der erſten Phalanx u. 
zieht bie Zehe nach außen. 

Amustelbinden (Fasciae musculares ex- 
tremitatis inferioris), bienen zur Befeftigung n. 
Unterſtutzung der von ihnen umfchlofjenen Muskeln. 
Ay An der Hüfte: Fascia iliaca überzieht 
ben innern Hüftbein» u. großen Lendenmustel bis 

um Poupartſchen Bande, geht in deſſen hintern 
and u. die Fascia transversalis (f. Mustelbinden 
im Bauche) Über, bildet eine Scheide um bie Schen- 
telgefäße u. beftet fi an dae Tuberculum ileo- 
ectinaeum, theil® geht fie in das tiefe Blatt der 
reiten Schenkelbinde über. Fascin glutaea 
beftet fi an bie Dornfortjäte des Kreuzbeins u. die 
äußere Leize des Hüftbeinlammes, überzieht nit ei⸗ 
nem oberflächlichen Blatte den großen Geſäßmus⸗ 
tet, ſenkt ſich mit einem tiefen Blatte zwiſchen biefen u. 
den mittlern Gefäßmustel, umichließt ben Epanner 
der Schenkelbinde u. geht in leßtere über. B) Am 
Oberſchenkel: die breite Schentelbinde 
(Fascıa lata femoris) umſchließt die Schenkelmus⸗ 
tein von außen, ſenkt fich zwiſchen dieſelben hinein, 
bildet hierdurch das äußere nu. innere Zwi⸗ 
ſchenmuskelband, beftet fih an die rauhe Linie 
des Schenkelknochens, an die Afte u. den Kamm 
des Schambeine, jo wie an das Boupartiche Band, 
theilt fih in mehrere Blätter u. Fortſätze u. bildet 
Scheiben für die Schenkelgefäße u. einzelne Muskeln. 
Bor den Schentelgefäßen, am innern Rande deyſel⸗ 
ben, bildet eine Abtbeilung derſelben eine, nach hin» 
ten mit ber Gefäßfcheide verbundne, fentrechte, nach 
innen concave Falte (Processur falciformis fa- 


sciae latae), die bie eirunde Grube nach oben, außen - 


u. unten begrenzt. Die ovale Grube (Foven ova- 
lis) verlängert ſich nach oben in den trichterförmi« 
gen, durch eine, zwischen dem Gimbernatfchen u. 
Poupartſchen Bande u. Der Schentelgefäßicheibe be=, 
findliche, von einem Theile ber Fascia transver- 
salis (Septum annuli cruralis) zum Theil ver- 
fchloffene Öffnung, dem Schenkelring (Annu- 
lus cruralıs), mitder Bauhhöhfe communicirenden 
Schenfeltanal(Canaliscruralis). DO Am Uns» 
terfhentel: die Unterfhentelbinde (Fa- 
scia 8. Vagina cruris) heftet fi an ben Kamm des 
Schienbeins u. bes Wadenbeins, überzieht Die Dius- 
fein an der vordern Fläche Des Unterſchenkels, nimmt 
hinten zwiſchen ein vorderes u. ein hinteres Blatt 
ben Gaſtrocuemins u. den Soleuns auf, befeftigt fich 
an die Achillesjehne, bildet Dicht über dem Yußge- 
lent, an der vordern Fläche, das Ligamentum 
transversum s. vapinale cruris, von 
ber Zibia zur Fibula, das Kreugband der Fuß— 
murzel (l.ıg. cruciatum tarsı) an der Dorfal- 
fläche der Fußmurzef, aus zwei fchrägen, fi) durch“ 
kreuzenden, vom innern Knöchel zum Ferſenbein 

ebenden Lagen beftebend u. drei Scheiben für ben 

dusc. tibialıs anticus, Extensor hallucis lon- 
gus, Extensor digitorum longus u. Peronaeus 
tertius bildenb ; das äußere geſchlitzte Band 
ber $ußmurzel (Lig. lacinıatnm tarsı exter- 
num) vom Äußeren Knöchel zum Ferſenbein, zwei 
Scheiben fiir ben Musc. peronaeus longus u. 
brevis bilbend ; das innere gefchligte Band 
der Kußmwurzel vom innern Knöchel zum Fer⸗ 
jenbein, brei Scheiben fiir den Musc. tibialis 
posticus, Flexor digitorum communis, Flexor 
hallucis longus bildend, u. geht bann in bie 


Zußmustelbiuben: bis Zußfchemel 


Dy eigentliche F. Über. Diele int: hie Fu 
rüdenbinde ber Scheidenhant der 
rüden (Fascia dorsalıs pedis, s. Nembras 
vaginalıs dorsi pedis), fie überzieht ben Yufräde, 
hängt mit ber vorigen u. folgenten zajamıne a 
geht an ben Qehengliebern in bie Ecren qus 
ber. b) Die Aponeurofeberufishlee, 
scia s. Aponeurosis plantaris) if am 
befeftigt, haltet fih vorn in fünf Zipfel, dern 
ber ſich mit drei Schenleln an bie 
einer Sehe beftet u. bildet in bie Tieft ter 
hinein brei Scheiben für Musteln. cd Die öge 
nenfheiden der Beugemustente 
ben (Vaginae tendinum muse., flesonemg 
jehnige mit Synovialhäuten ausgefieibee 
für Die betreffenden Fiechien. d) Sehnen 









elegt wird, wen 
Stempel angetrieben werben. 
Fußpunkt, 1) (Afteen.) , fo v. w. Rate; 
eines Serpenbifels, |. u. Perpenbifel. 
Fußreihe (Her.), bei Schiltern, weit 
5 Reiben getheilt find, bie unterfie Rekt, 


Keibe. 
Sußreifer (Vogelſt.), fo v. w. Kraleln. 
ßrieinen (Hutm.), ein Riemen and 
roßen Ringe an jeder Seite; er bient zu 
Iten ber Belle auf dem Bode, iutem za 
ben Füßen in die Ringe tritt. 
Bußring, metallener Ring, der als b 
um ben F etragen wird, |. u. Ring. 
ußrofte (Kobleubr.), fo v. w. Fußſder 
Broften,, Die Farbenflecke, melde de 
beim zweiten, britten u. folgenden Regen 
vorhergehenden Grundfarbe (Fuß) beficken 
damit nıan daran erfennen kaun, daß die J 


gehörig durchgefärbt find. 

— (Dorsum pedlis, bir oft, 
wölbte, auswärts abhängige Theil des 
deſſen oberer Theil bis zu den Zehen and db 
blatt unterfchieten wirb. 

Fußfad, großer Sad von großem I 


Ahnlichem, mit Pelz gefüttert, um darin de 
balten. 
















Zum Weben bes glatten Zeuges fint nat € 


gelöperten u. gemuflerien Zeuge mehtt 
welche, wie das Pedal einer Orgel, nd 
ber Patrone geireten werben; 2) je b.=. 


Jubſchwanzthierchen bis . Yußwaßlgen 


föwensthleechen, fo v. w. Springſchwamj · 


n. 
chwebe ( Chir.), Beinbruchmaſchine (ſ. b.), 
gebrochene Sieb zur Heilung zu Bringen: 
ſchweiß, Neigung zu Harler Transfpiration 
Fußballen u. ven Fußſohlen, die manchen 
fanden Berfonen eigen ift, die aber wegen 
enen Geruchs, welcher fie begleitet, bef. zu 
Sommerszeit, Anderen läftig wird. Rein⸗ 
ber Füße, bef. durch öfteren Wechſel ber 
pfe, trägt viel bei, ben %. zu mäßigen. Den 
‚Ayutreiben gilt für gefährlich; er muß dann 
varme, reizende Fußbäder, warme Fußßbe⸗ 
3, viel Fußbewegung ꝛc. wieder hergeſtellt 


Ihwinden (Pferdew.), fo v. w. Huf⸗ 
en | 


euche (Thierarzneif.), fo v. w. Klauenſenche. 
ohle (Planta pedis, Anat.), bie untere 
‚ bie beim Auftreten Die Bafis für ben 
bildet, doch Dies nicht gleichmäßig, 
rie, wie der ganze Plattfuß, auf Der inneren 
ver Länge u. Quere nach ausgeichweift iſt, 
5 die Körperlaft beim Stehen be. nur auf 
eflen: binten mit ber Ferſe, vorn mit ben 
n Enden der Mittelfuhfnocdhen, auswärts 
tinber) mit bem hinteren Enbe bes fünften 
wüfnochene aufruht. Gebildet wird bie F. 
Gen nad innen: a) durch den allgemeinen 
erzug, ber fich bier aber durch ftrafferes Un- 
r, daher auch Hautrunzeln, durch Feſtigkeit 
be auszeichnet, die in dem Berbältnig zu⸗ 
„als die F. beim Gehen (zumal ohne Yuß- 
mg) einem ſtarken Druck ausgeſetzt wird, fo 
theilweiſe durch Verdickung ber Epibermis 
bekommt; b) Die Auſoblenſehate (Apo- 
us plantaris), ſ. Fußmustelbänder np) b); 
rere zur Beugung u. Seitenbewegung ber 
rienende Dinstleln u. beren Sehnen; dy meh» 
beim Fußzehen gebörige Arterien, Benen u. 
; e) bie untere Fläche Des Inöchernen Platt» 
vebft ben zur Zuſammenhaltung ber ee 
Beben, welche biefen bilden, Dienenben ⸗ 
uf dieſer unteren Fläche. 
alt (Derald.), fo v. w. Schilbesfuß, f. u. 
e 


Reine, die tie Dachtraufe bildenden Steine, 
ferfleine. 

(Fuſſtab), 1) eine dünne, an beiben 
mit Eiſen befchlagene Yatte, anf welcher 
: in Zolle eingetheilte Fuße a Rz 
itte od. durch ſchwarze u. weiße Difarbe 
en find. Je nach ber Anzahl ber barauf 
eten Fuße nennt man den F. Sechs⸗, 

Zehufußſtock; er dient bei jedem Baue 
Feldmeſſen zur Abnahme der erforberlichen 
3) fo v. w. Zollftod. 

& 1) (Herald.), jo v. w. Buß; #) ſchwache 
Stzer, auf dem Boden eines Boots od. einer 
ppe, gegen welche die Seeleute bei dem Ru⸗ 
re Füße flemmen, um bie Ruber mit mehr 
n fich zieben zu können. 
tapfen, jo v. w. Tappe. 

Iteppiche, |. Teppich. 

hier (Tarsiux), Gattung ber Halbaffen, 
en vier, unten zwei Borbergäbsen, großen 
„ jehr langen, dünnen Hinterbeinen, fangem, 
ye buſchigem Schwanze ; Art: Bemeines. 


(T. spectrum), rotbbraun, 7 lang; auf Am⸗ 

beina, felten. * B; auf 
Fußton, bei ber Orgel bie Bezeichnung ber 

Zonböhe; dabei nimmt man bie Länge ber 

vun Maßſtab, weiche ber tieffie Ton bes | 

n 


angt. 
Fußtritt, eine von Bretern zuſamme 

Erhöhung, auf Me man tritt. arfehe 

ufvenen, fie entipredhen in ihren tieferen 
Zweigen ganz benen ber Schenfelarterie u. fanımeln 
fih in ber Schentelvene, welche an ber inneren Seite 
ber gleichnamigen Arterie liegt (Vena cruralis, V. 
profunda femoris, V. superficialis cruralis). 
Die oberfläglihen Venen machen durch viels 
fache Anaftomofen ihrer Afle Nee. Solche find bef. 
anf den Zehen (ITete venosum s. Plexus venosus 
dipitalis pedis dorsalis et plantaris), anf bem 
Fußrücken u. der Soble, an ven Schenteln, bef. an 
beren hinterer Fläche. Merkwürdig unter ben Haut⸗ 
venen ift Die große Roſenader (V. saphens 
magna), welche am inneren Fußrande aus bem 
Rüden » u. Sohlemnetze entipringt, vor dem inner 
ren Sindchel u. an der inneren Seite be® Unter» u. 
Oberfchentels in bie Höhe läuft u. fi) am Poupart⸗ 
ſchen Bante in die Schenlelvene ergiet. Sie wird 
bei. in ber Gegend bes Knöchels zum Aberlaffen 
benubt. Die kleine Rofeuader (V. saphens 
parva) entfteht am äußeren Fußrande, gebt hinter 
dem äußeren Knöchel an ber äußeren Seite bes 
Unterſcheulels in die Höhe u. ergießt fich in bie 
&nieleblenarterie. 

Fußvolk, ſ. Infanterie. 

ußwaſchen, 1) der im Orient übliche diäteti 
Höflichleitsgebraud, daß der Hausvater feinen 
ften bei ihrem Gintritt die Füße entweber feld 
wuſch, od. durch einen Diener wachen ließ. A 
Homer gedenkt biefer Sitte bei ben Griechen, b 
leiteten bier biefen Dienft nur Stiaven. Noch jetzt 
it bei den Hindus es eine ber erften Höflichleiten, 
bem eintretenven Gaſte Waſſer zum F. anzubieten; 
8) (Pedilavium, Mandatum), ber in Folge ber 
ſymboliſchen Handlung Jeſu an feinen Yingern bei 
Einfeßung des Abendmahls in der Römiſch⸗ u. 
Griechiſchkatholiſchen Kirche flattfindenbe feierlicge 
Gebrauch, daß am Grünen Donnerftag ber Papft, 
die Bilchöfe, der Patriarch, gefrönte Häupter xc. 12 
od. 13 Armen die Füße wachen u. dieſelben barnadh 
bei Tiſche bedienen. Obgleich ſich das Wert des 15-6, 
als ein von Jeſu von feinen Gläubigen geforbertes, 
Durch die erfien hriftlihen Jahrhunderte, nament- 
Iih an Täuflingen u. Katechumenen vollzogen, er» 
halten hatte, beitanb Doch eine Ungewißheit Über ben 
Tag, an welchem e6 gefeheben follte ; baber beſtimmte 
bie Synode zu Toledo 694 ben Grünbonnerflag 
als dieſen. Das F. güt in der Griechiſchen Kirche 
al® Sacrament, die Abenbländifche Kirche hat aber 
Dagegen ſtets proteftirt u. nur von Bernbarb von 
Claitvaux wurde es ale ein Sacrament ber Ber« 
gebung ber täglichen Sünden eınpfohlen. Es if 
aber in beiden Kirchen feine öffentlidhe Daubtung, 
weiche in dem Gotteshauje ob. an allen Gomumaunt« 
canten vollzogen wird, fonbern geidieht in Re⸗ 
idenzen von Fürften n. geiſtlichen Würbenträgern 
an einer beftiminten Zabl Berfonen. In der Brie- 
chiſch⸗katholiſche n Kirche wird bas F. in Ruß⸗ 
fand vom Kaifer in feiner Keſidenz unter großer 

rlichfeit vollyogen; ebenjo im den g iſchen 
* vor beu Sloßeroberen. In der Nom iſ ch⸗ 


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nn Temmaemns ame Tem . 


Uujmaller bis Jutehpeer Silci 


ieht u. eine große Menge von Taf ı 
4 ift aus dem alten Chiton entftante 
Fuſte (BAR), an den italieniſchen 
ztzweimaſtiges Schiff mit breiedigen 5 
ital., , genbelem.), ſo v. w. 
(v. lat. u. gr.), 

4 Fuß langer Stock, mit eichem ea 
befeftigte Schieuder im der 


Fuſkie, das Kind eines Weißen n 
De eh letztere Tochter eines Bi 


Ripatin (v. lat.), Prügeltran 


>> t 
we: [Ir Ast u zur emule Kute RR (Suftel), jo v. w. Kiie 
ie en» Zoe surteienmen, n, der gelbe kryſtalliniſche7 


rem Sommer ee — | 
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——— — reiddt bis an Me — r 
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—J (von Rhus cotinus), | 
ae u. A ommenfegung aber fi 


N ati, engl., pr. soft), 
Big e, Unbrauchbare an einer Waare. 


sm wer: "Et rer zug: De , zediaung (Bufiiceinung), Abzug weg 
Scnecab. wewit ' baften an einer Waare, ct. megen | 
Sr *. wen fir . baren, ſo wegen zu viel Unreiniglei 


bei Kaffee, Rofinen u. dal. 


ze me zone ne we! —— (lat.), 1) Spindel; 2) ior 


Bu (DMineral.), fo v. mw. Star 
Dbiaflon u. Futa Zoro. 
‚ADO-, Alt-$.), Martıflı 


WMagarn); 2600 Ew.; 2) (Uj-,Rı 
ide: Dorf ebenbafelbft, nabe ter 
1300 Ew. u. Überfahrt über bie Don 
Wntebgunge (Bategandig, t.i : 
mer Ssähte in dem Diftricte Bart 
ireſtlichen Provinzen bes britiiche 
a) Weſt⸗F., Statt an ver Straße 
nad Moratabab, lebhafter Verkebr 
Anar: 5 — 9000 Cm. In ber Nähe: 
an den Sieg ber Briten unter Sir 
crombie über bie Robilla - Fatanen 1 
mal: bo Oſt⸗F., Stadt an ter Zn 
reilli nach Shpahjebanpore, am Bba: 
Nãde eines fhönen Mangowaldes: 2 
armer Ort. %. murde 1774 vom Rıl 
begründet, als berfelbe in Felge eini 
Briten einen grepen Theil von Rebil 
Futehpoor-Sikri (Aatibnur - Zie 
Diftriet Agra der nordweſtlichen Fror 


riichen Oſtindien, an ber Straße tu 


Jedpere: 5950 Em. ; einſt eine ber Er 
. Wogulreiche®, jest faft vollig in Ruin 
1 Meite langen, ganz aus Quadern erb 
mit Baſtienen umgeben. über alle T 

weg tagt noch jebt Lie in ziemlich ci 
“ erbaltene Moſchee binmweg, einer dir 
Bauwerke Atbare u der moslenmi'c-: 

tektur. Zonft von Bauwerlen —8 

greßartigen Palaſtes des Atkar u. 
rei ich gemeiſelten Elephanten? 
der Stadt die jetzt verfallenen Damme 
Fluß Kbari zu einem an'ſebnlichen Zi: 
an deſſen Ufer ſich ein für Elepbanter a 
beſtiimmtes Ampbirbeater mit Mine 

Moſchee u Valaſt bieten wegen ibrer r 
eine weite Audſicht über die angenehm 


fie ſich Roch jept iR der Ort ziemlich lebbat a 
ee im ben Leib | guten Bagar. 


Füterer bis Futter 


Uri‘, fo v. w. Fürterer. 
Bezeichnung ber Runen nach ihren 
jeichen ( ubork), entipredenb dem 
occidentaliſche Alphabet. 
Iat.), von geringem Werthe; daher 
El ‚ Nichtswürdigkeit. 
nt.), Cpfergefäße in dem Tem- 
‚, ohne Füße. 
A 1) Stabt in der hinefiihen Bro- 
befeftigt u. liegt am Siho od. Min 
i mte Brüde, ganz von Quaderſteinen 
ale 100 Bogen), bat mehrere höhere 
, Seiten» u. Baummollmanufactkreit, 
fen ⸗n. Stabhlmaareufabrilen, Schiffe 
ı Handel, viel (den beſten ſchwarzen) 
der Nähe mit einem ſeit 1844 den 
jeöffneten Hafen u. über 4 Mill. Ew.; 
ber chineſiſchen Provinz Kiangft, liegt 
ıg, war ehemals bedeutend, ift jetzt 
rfallen. 
Ztabt auf ber japanifchen Inſel Nipon. 
irhabad, Stabt im Diftrict Aurenga- 
ımftaate® Hyderabad in der inbobriti» 
ntichaft Bengalen (Borberinpifche Halb⸗ 


or Gatebpur, d.i. Siegesftabt), 1) Dorf 
ı Diftrict Etawab ter norbmeftlichen 
ın der Straße von Etawah nach Calpee; 
n Diftrict Mymunſing ber britifchen 
ft Bengalen; 3) Stabt im Rajputen⸗ 
muttel, mit ftartem Kort, Sig eines 
aron); früher beteutender als jebt; 
? Gebiete von Dude, 6 Meilen von 
, Etadr im NRajputenftaate Kerowly; 
t bes gleichnamigen Difirict® (70 Om. 

Gm.), lebhafter Handel, fihöne Ka⸗ 
u. großer Bazar; 20,550 Em. Die 
d ſchon vor ter mubammedaniſchen Er- 
cheint ihren Namen erft 1194 in Folge 
Zbabab »ettins über tie Hindus er- 
en; 7) Stadt im Diftrict Sanger u. 
ın dem Einfluß des Unjon in die Ner⸗ 
x ; NRefibenz breier Heiner Gonbiürften ; 


3 alle Nahrungsmittel ber Thiere; 
flanzen, Pflanzentheile, Wirthicbafts- 
rifrüdftände, mit welchen vie land⸗ 
hen Hausthiere genährt werden. Man 
‚em: in Grünfutter, bad in den 
äbeten Gräſern u. Kräutern beftebt; 
d. Rauhfutter, als Heu u. Grum- 
bu. Kraftfutter, wozu Körner u. 
ören. Eine andere Gintheilungeart des 
in faftiges: rag, Klee in grünem 
artoffein, Ruben 2c.; u. trodenes: 
met, Etrcb, Körner —* od. in Kurz⸗ 
‚für vierde u. dunt vieh zu kräftigerer 
us einem Gemenge ven Getreidekör⸗ 
mgeſchnitteuem Heu cd. Strobhädiel, 
Hein gebauten Wurzelgemäcdhfen., mit 
‚leien befichend; u lauges Futter, 
u. Sırob. Eine audere Eintheilungsart 
iht auf deſſen Nahrungewerth: Ma- 
gefutter, wozu das Halm⸗ u. Blatt⸗ 
‚u Kraftiutter. Nur bei Schwei⸗ 
das Kraftfutier ten Nabhrungsichlaud 
Bzufüllen; anteren Tieren muß des⸗ 
u Kraft⸗ noch ein Dagenfüllungejutter 


gegeben werben. Der Umfang bes Kraftfutters ift 
vier - bis jechemal g geringer, ale ber bes M 
fülungsfuttere. Die größte Menge leigteren 6“ 
bie ein Thier in 24 Stunden gebeihlihermeife 
u. verarbeiten kann, beträgt beim Pferde 25 bis 
30 Bid. Heu od. 100 — 120 Pd. Grünfutter; beim 
Rinde 30—40 Bfb. Heu ob. 120— 125 Pfp. Srin- 
futter; beim Schafe 4— 44 Bft. Heu od. 12 — 16 
Pd. Srünfutter. Soll das F. ausſchließlich ans 
umfangreichen Futtermittelu befteben, dann ift nach 
ber Nährkraft zu berechnen, ob in ber fraglichen 
Gewichtömenge die erforderliche Nährkraft enthal- 
ten ift od. nicht; im letzteren Kalle muß durch Kraft⸗ 
futter nachgebolfen werben. Die Nährlraft in bem 
F. wirb nad Heumwerth berechnet; 100 Pid. gutes 
MWielenbeu fommen in Rährkraft gleih 33 Bd. 
Noagenförner, 30 Pfd. Weizenkörner, 38° Bir. 
Gerftenlörner, 40 Bd. Haferlörner, 30 Pſd. Erb⸗ 
ien, 32 Bio. Biden, 32 Bid. Bohnen u. Yupinen, 
48 Bid. Leinkuchen, 50 Pſd. Rübslkuchen, 42 Bid. 
Roggenkleie, 75 Pfd. Efparfettegrummet, 62 Po. 
Eſparſetteheu, 90 Bid. Yuzerne- ob. Kopftlechen, 
100 Pfd. Heu von Widfntter, 133: Bid. geringeres 
Wiefenben, 166% Pi. geringes Wieſeuhen 200 Bid. 
ſchlechtes Wiefenhen, 15U Bid. Strob von Samen⸗ 
eiparfeite, 170 Bit. Etrch von Samenlopiklee, 
400 Pfd. grüner Klee, 66% Pid. Spreu von Sa⸗ 
meneipariette, 133) Pfd. Spreu von Samentopf- 
tee, 150 Pfd. Epreu u. Überlehr von Getreide, 
160 Bid. Linien» u. Wickenſtroh, 170 Pb. Erbien- 
n. Bohnenftrob, 200 Bid. Gerften» u. Haferſtroh, 
250 Pfd. Roggen - u. Weizenftrob, 200 Pfd. Kar⸗ 
toffeln, 300 Pd. Kohlrüben, 350 Pfd. Runkelrüben 
u. Möhren, 500 Bfb. Waflerrüben, 50U Pb. Kohl⸗ 
rübenblätter, 600 Pfd. Runtelrübenblätter, 200 
Bid. Rübenprefrüdftände, 126 Pſd. Branntwein⸗ 
ſchlampe von Getreide, 300 Bfd. Branntwein⸗ 
fhlamye von Kartoffeln, 150 Pfd. VBiertrebern. 
Was das Kraftiutter anlangt, jo darf bie geringfie 
Dienge deſſelben nicht weniger ale * der — 
Futtermenge ausmachen u. dafür iſt dee 
füllungsfutters abzuziehen. Hiernach wäre die * * 
Menge Magenfüllnngsfutter neben Kraitfutter in 
geriugfier Dienge bein Bierb auf 18— 20, beim 
ind auf 20 — 25, beim Schaf auf 2,3) Bir. 
trodenes Dalmfutter au jegen. Die gerinfte Menge 
Diagenfüllungsfutter, bie neben — ifutter in größe 
ter Menge ertorberlich ift, ift beim Pferb auf 4—5, 
beim Rind auf 5— 6, beim Echaf auf 1 — I Pib. 
trodene® Halmfutter zu ſetzen. In ber Regel iſt es 
aber unftatthait, das Magenfüllungsfutter in fo 
feiner Dienge zu verabreichen. Am richtigften ver- 
fährt man, wenn das Pferd 8, das Rind 10, das 
Schaf 1 "gib. Magenfüllungsfutter neben dem 
Kraftjutter erhält. Nach feiner Zujammenfegun 
befteht alles %. aus Sauer⸗, Waſſer⸗ u. Kohlenſto 
allein, od. aus dieſem u. Stidftoff u. einigen Salzen. 
Bon großer Wichtigkeit für die Ernährung iſt bie 
Gegenwart cd. das Feblen vou Stidftoff in dem %- 
Die ftidftoffhaltigen Währfioffe werten in jedem 
Auttermittel angeıroffen; fie erjcheinen ale Eiweiß, 
Kleber od. Pflanzenlein u. Yegumin. Jeder dieſer 
Stoffe dient zur Ernährung, u. es if mejentich 
gleich , weicher verabreicht wird, ba fich jedes Thier 
aus jedem berielben feine Körperbeftanttpeile in 
büden vermag. Die ftidftefihaltigen Nährfioffe 
werden zur Bildung ber Organe u. bildſamen 
Stoffe in Blut verwandelt; außerbem enthalten fe 


Futter bis Futtermaner 


au bie wichtigſten nnorganiſchen Stoffe, bei. | woran bie Fenferftügel gehängt werber 
a 


phosphorſaure Salze u. Gaſe u. Eiſen, bie eben⸗ 
falls zur Bildung der Körpertheile dienen. uͤbrigens 
bleibt es fih für die Ernährung gleich, in welcher 
Form bie ſticſtoffhaltigen Nährſtoffe in den Körper 
eingeführt werten. Sie zerfallen in fette Körper u. 
In Zuderftoffe. Die fetten Körper (Dfe) gehören 
nicht nur zu ben weſentlichen Beſtandtheilen bes 
tbieriichen Körpers felbft, jontern fie vermitteln 
auch bie Aufrechterhaltung ver thieriſchen Lebens⸗ 
Vorgänge u. die Erzeugung ber Körpermärme. Bon 
den Zuderftofien: Stärte, Gummi, Pflanzenfchleim 
u. Pflanzengallerte, kommen beide erftere in größter 
Dienge vor u. können die fetten Körper erſetzen. 
In jedem Zutterftofie muß nun nicht blos ein flid- 

oftbaltiger n. ftidfteifloier Näbhrſtoff vorhanden 
ein, wenn er iiberhaupt eine Näbrwirkung äußern 
fol, ſondern beide müſſen auch in einem beftimm- 
ten Mengeverbälmiß zu einander fleben, wenn fie 
bie möglich größte Rupreirtung heroorbringen jollen. 
Deabalb find vie verfchtebenen Futtermittel nach 
ibrem Näbrſtoffgebalt jo zu milchen, wie e8 Der 
Stoffverbrauch im thieriichen Körper u. bie ver- 
ſchiedenen Nahrzwecke erfortern. Hierbei fonımt es 
Darauf an, tbeild Die Stoffmenge, Die ein Tbier zu 
feiner Erbaltung u. zu den verſchiedenen Nutzungs⸗ 
zwecken bedarf, tbeils ten Nährſtoffgebalt zu kennen, 
den bie verichiedenen Futterſtoffe nach Art u. Dienge 
befiten. Bon Wichtigleit iſt auch die Zubereitung 
des Fes, indem dadurch das 5 aufgeſchloſſen, ver- 
daulicher u. nabrhaiter gemacht wird. Die Futter- 
bereitung geichiebt Durch Zerkleinerung, Erweichung 
u. Miſchung der Futterſtoffe. Die Zerfleinerung er- 
ſolgt durch Schneiden auf der Häckſel⸗, Kartoffel», 
Ruͤbenſchneide⸗, Schrot⸗ u. Quetſchmaſchine; bie 
Erweichung durch Aufbrühen, Dämpfen, Selbſt⸗ 
erbiten; die Miſchung in ber Art, Daß dem Magen⸗ 
ülungefutter Kraftfutter zugeſetzt wirt; letzteres 
ift entweder ſolches, das fndftofje od. fett- u. öl⸗ 
haltige Subftanzen enthält. Eine neu erfundene 
Methode, wenig u. nur kurze Zeit fich haltendem 
$. längere Dauer zu geben, ift tag Cinjalzen 
Des 5-8. Alle grünen Pflanzen u. Blätter, Kohl⸗ 
Töpfe, Rüben u. Kartoffeln, Tegtere gedämpft, find 
dazır geeignet n. werben gemeiniglich in, mit Stroh 
ausgelegten Erbgruben geftumpit u. mit Viebfalz 
üiberfireut cd. auch in Haufen über ber Erde ge- 
fpeichert. Beim Zutterbau unterjcheidet man bei 
auf den Wieſen u. befländigen Weiden (f. Wieſen⸗ 
bau u. Weiden), auch natürlicher Futter— 
bau genammt, u. den auf dem Acerlande (1. Futter⸗ 
pflanzen n. Weiden), auch künſtlicher Futter— 
bau genannt. Der Futterbau ift die Grundlage 
jeter Yandwirtbichaft, Injofern von ibm die VBiehhal- 
tung u. Die Diingererzeugung abhängt; bef. feit 
Schubert von Kleefeld bat ber Futterbau auf dent 
Felde große Fortſchritte gemacht u. Die Landwirth⸗ 
haft bedeutend gehoben, indem es möglich wurde, 
bie reine Brache u. die ertraglofen Wieſen abzu- 
fchafien, den Viehſtand anfehnlich zu erhöhen, Das 
Rindvieh auch den Sommer iiber in bem Stalle zu 
füttern u. Durch alles diejes der Dlingerproduction 
großen Vorſchub zu leiften. Vgl. Hoffmann, Syſtem 
Des Futterbaues, Wien 1853. 3) Das, was einem 
Thiere auf einmal zu frefien gegeben wird, } B. 
das zweite u. dritte F.; 4) die Zeit von einem 
Abfilttern zum andern; A b. m. Atzungsgerech⸗ 
tigfeit; 6) der hölzerne Rahmen in dem Fenſter, 


ſter; 7) (Maſchinenw. u. Uhrm), ein € 
Metall, welches an Dem Orte ei 
ein Zapfenlod od. eine Pfanne angebra 


| joll, um dadurch bie Friction zu vermn 


größeren Mafchinen nimmt man zum | 
Stüd hartes Holz, bei. Buchenholz, me 
Futterbolz beißt; 8) (Anterfntter 
Stoffe, welche zum inneren Überng ter. 
ftäde dienen; daher Futterbardent, di 
Butterfattun, Yutterleinleinwend, Iuttı 
j. u. Bardent, Slanell, Kattun, Lermme 
Zutteral, Kapfel, um etwas ba 
bewahren, 3. B. Brillen», Sen 
Geigenfutteral 2c.; je nachdem fer 
Leber u. dgl. find, werten fie von w 
Hanbmerlern, gewöhnlich von den Fette 
od. öfter von Buchbindern gefertigt. 
— jo v. w. Häderlingäke 
utterbau, Anbau von ausſchuͤtja 
rung der landwirthſchaftlichen Hauetha 
Gewächſen, ſ. u. Futter 2). 
utterbeutel, fo v. w. Futterſad 
utterblech, eine Sorte Eiſenblech, 
utterboden, ein Behältniß, in w 
zur Vinterfütterung der lanbwirtbichaiti 
thiere beſtimmte Raubfutter aufbewahrt 
findet fich gewöhnlich unter dem Dache be 
ben Biehſtälle. 

Futterbohne, fo v. m. Saukehne 
Futterbrei; die Nahrung, melde 
ihrer Brut reichen; fie bereiten biefelk 
menftaub, Honig, Wafler u. Miftjunde 

Yutterbret, bei hölzernen Treppe 


San 
uftergra®, 1) jo v. w. Wielengra 
w. Grünes Futter; 3) fo v. m. auf 
Wieſen angejäetes, zum Biehfutter eige 
te8 Gras (vgl. Fioringrae), bei. m ı 
wöhnlich. 

Futterig, 1) von Wolle u. Zub, 
Sutter, d. h. allerlei Unreinigleiten, en 
rührt größtentheil® daher, wenn Die übe 
ſtällen angelegten Futterböden nicht gut 
2) von ber Melle, Deren Haare nicht 
jonbern kartig find u. Daher beim Bao 
reißen; es entfteht, wenn Die Schafe bu 
milſſen. 

Futterkammer, Kammer, meiſt Bi 
auf welcher das Futter für das Vich aufb 


Futterkattun, geringe Sorte be 
Zeuges, zum Unterfutter dienend. 
Gele jo v. w. Futterpil. 
utterlade, jo v. w. Häderlingsbs 
Futtermachen, eine Betrügerer ker 
bem fie dem vom Steine gehenden Meb 
weg anzeigen u. Diefes Mehl für ſich te 
Futtermarſchall (Zuttermeikter), ein 
ter, welcher dem Futteramte vorſteht 


Buttermauer , Mauer, zur Belleid 
ung der Erdwände an Kanal 
fragen, Zerraffen, Flußufern u. Ad 
ftimmt. Befonders bei letsteren ſind fe, 
allgemeinen Sturm der Feitung rad 
bes Grabens unthunlich zu machen, an: 
unentbehrlich. Entbebrlicher find fie act 


escarpe, ba fie hier zwar den Belayerer in? 


Futtern bie Iutawiblie 


n, aber auch ben Beingerten Sinbern, 
&lle auf den Feind zu machen, wäh- 
eine fchräge Contreescarpe erleichtert 


| &pfel u. Hem, au Hafer (dann Körme, Körnung, 
biefe vorlegen Lörnen); auf ein Std Rothwild 
rechnet man bei ftrenger Kälte täglich A— ! Metge 


Als mindefte Höhe der F. bes 
rd 24 Fuß angenommen, ta bann 
jung 30 Fuß hohe Sturmleitern, 
indhaben find, angemwenbet werben 


ıcht man fie jedoch, bei. bei Außen⸗ 


— 16 Fuß bo. IR die 8. an ber 
in bie Höhe geführt, wie bie Feder⸗ 
liegt, jo heißt fie ganze F.; da⸗ 
. wenn fie nur bie zur Höhe bes 
; reicht. Ihre Stärke hängt von 
yon tem Drud ber babinter lafteıt- 
eift macht ınan bie F. an ber Contre⸗ 
oben ftart u. gibt ihr nach Außen 
veilen jedoch bat man bie innere u. 
uch parallel erbaut u. bie Mauer 
an den Erdboden (en surplomb) 
ter Göcarpe, wo fie mehr Drud 
auch noch dem Kanonenfener zu 
st, werben bie Fon oben 5—6 Fuß 
erhalten gleichfalls ihrer Höhe 
Böihung. Halbe F-n macht man, 
Widerſtandsfähigkeit für den Erb- 
meit ftärfer u. zwar oben fo flart, 


nn fie eine ganze wäre, auf dem | 
beginnt, fein würde. Der Erbbrud | 


veſentlich; Montalambert u. Carnot 
gerüdte 5-n vorgefdlagen, wo 
nnter den Fen dieſelben brüdt, ſon⸗ 
iß des Walles am Fuß der %-n be- 
ftigleit der %-u wirb noch durch 
höht, die bei Uferbauten oft vorn, 
ber, damit fie nicht Den Stürmen- 
en das Teuer ber Feſtung geben, 
trde fo angebracht werben, baf fie 
‚5—10 Fuß in die Wallbdſchung 
in Abftänden von 15—18 Fuß von 
Der Umftanb, baf ber leichte Nach⸗ 
‚arpenfuttermanern ber Erzeugung 
br günftig ift, hat zu mannigfachen 
der Conftruction geführt. Dahin 
t die Kafematten, welde man er⸗ 
ın die Strebepfeiler überwölbte, u. 
henden Fen, weiche allerdings mit 
Ramen führen. Diefe freiftebenben 
halbe %. aufgeführt u. jo weit vom 
dt, daß hinter ihnen, etwa 6—8 Fuß 
njohle, ein Gang, ber ſogenannte 
yon 5—8 Fuß Breite bleibt. Meift 
freifichende Mauer Schießfcharten 
eingejhnitten, um fo eine niebere 
ung zu erhalten; auch bie freiftehen- 
halten Strebepfeiler, welche zugleich 
Traverfen verjehen. Werben biefe 
snächft an ver Mauer auf 3—5 Fuß 
für Gewölbe bemtzt, fo entſtehen 
ı freifiebenden Bogenmauern. Die 
ihe der Fen greift fletd nach Außen 
Regenwafler von ber Mauer abzu- 
ihr Cordon (f. d.). 
) Hausthieren Futter reichen; bier- 
ilel über jedes einzelne, bei. Bier, 
af, Schwein, Ente, Gans, 
auch Stubenvögel; 8) dem Wilde 
te Sätterung geben ; dazu bienen für 
n, Roßlaftanien, wilde en, Erd⸗ 


' Safer w. 1 — 2 Bip. 





ubn, | 


Heu. Bon Zeit zu Zeit wer- 
den würflich geichnittene Röhren beigegeben. Auch 
gibt man einen Tag um ben andern etwas Balz, 
auch pulverifirte Eberraute, Rainfarren u. Salz zu 
ichen Theilen ift gut; wilde Schweine erhalten 
icheln, Erbäpfel, Erbien, Roggenichrot mit ge- 
ſchnittenem Klee, Malz u. wildes Obſt, Haſen 
Erbſenſtroh, Rebhühner Weizen⸗ u. Gerftengarben, 
weiche an einem Stock aufgebunden werden; 8) 
(Schiffb.), auf der inneren Seite mit Bretern be- 
ſchlagen; 4) (Zimmerm.), fo vo. w. Anjfüttern. 
tterpflanzen, find Gewächie, welche auf dem 
Aderlande fünftlich bebufs der Weite, der Grün⸗ 
fütterung auf dem Stalle od. ver Heubereitung an» 
gebant werben. Dan theilt fie einin grasartige 
(f. Grasbau); frautartige, wozu bei. die ver- 
ſchiedenen Kleearten, die Hilliengervächle, Ginfter, 
Kugeltiftel, Senf, Spargel ıc. gehören; in kohl⸗ 
artige (j. Kopftobl) a. in ranleubde (ſ. Kürkie). 
Unter allen dieſen F. finb die frautartigen u. unter 
biejen wieber bie Kleearten bie wichtigften, weil fie 
den Boten chemiſch u. pbufilalifch verbeflern u. das 
meifte u. befte Butter liefern. 
Sukserehe (Zhierarzueit.), ſ. u. Freßrehe. 
utterfad, 1) Sad, un Hafer zum Pferde 
futter darin zu holen; 2) Sad, welchen man ben 
Pferden mitteilt eined Bundes über den Kopf hängt, 
damit fle in Ermangelung einer Krippe Daraus 
frefien können 
utterfchneide,, fo x. w. Häderlingebant. 
uttertaffet, fo v. w. Zinbeltaffet. 
— u ‚ Pflanze, f. u. Treich. 
ttertuch, Flanell u. Boy, zum Unterfutter 
ber Kleiber. 


Fütterung, 1) (Ofon. u. Jagbiw.), f. u. Füt⸗ 
tern 1) u. 2); 8) (Schiffeb.), die Bekleidung des 
Schiffes, Sowohl von Holz, als von Metall, bei. Kur 

fer, Zint od. Lige, um den Rumpf bes Schiffes zu 
hüten ; theil® gegen Eindringen bee Waſſers, theils 
gegen Anfat von Gras (Bart) u. Muſcheln, theil® 


. bei Booten, tie oberfte 
eite unter dem Setzbord. 
tterwiden, 1. — 
uttygurh. 
A Eh von Berflen, fo v. w. 


anle an der Innen⸗ 


| die unvermeibliche ach B. Aulerfütterung. 


litãrſtation im Diftrict Furruclabad ber norbwefl- 
lichen Provinzen im britifchen Oftindien, 4 Stun« 
den von ber geuaunten Diftrictshauptitabt, am 
Iinfen Ufer des Ganges gelegen, über ben hier eine 
Fähre führt. Die Station wurde bereite 1777 be 
gründet, bat eine Kirche u. gilt für ziemlich gefunb. 
Zutäna (Hoorne), bewohnte Injel der Sa⸗ 
moa⸗Gruppe od. Schiffer- (Navigator-) Injeln im 
öftlichen Polynefien; daneben bie Injel Eatuna, 
beide gebirgig u. vulkaniſch, von zahlreichen Klippen 
umgeben ; 1616 von Maire u. Schouten entbedt. 
turibile (lat.), was Ir unter einer Be⸗ 
bingung, die nicht zur Wirklichkeit kommt, zuge 
tragen haben wurde; von ben Scholaftilern in ber 
Lehre von Gottes Awiffenheit angewendet, 


Fataritio (fat.), das Gein einer Sache in | 


der Zufunft, verbunden mit bem Nichtſein berfelben 
in ber Gegenwart. 
Futürum (Gramm.), Form bes Berbum, 


welche bie prakt e Zeit ausdrückt; man nnter- | 


per ein F. simplex, welches einfach ben Zuſtand 
der Zukunft angibt; u. F. exactum, welches einen 
in ber Zukunft ale vergangen gedachten Zuſtand 
ausdrückt. 

Futwa (Inttooba), Stabt im Diſtriet Patna, 
der britiſchen Präſidentſchaft Bengalen, am Einfluß 
des Poonpoon in den Ganges, 12,000 Ew.; großer 
Bazar. Der Ganges ift hier beſonders heilig, wes⸗ 
halb zahlreihe Wallfahrer bier baden. ber den 
Poonpoon führt eine ſchöne Brüde. 

Fuur (Zuurfand), Inſel des Lymfjorden im bä- 
niſchen Stift Viborg (Jütiand); fie ift 4 OM. groß, 
bat Töpfertbon, Oder, Borzellanerbe, Alaune u. 
Bitriolkiefe; 800 Bewohner, die von Landbau u. 
Fiſcherei leben. 

urlaner, Bewohner von Friaul. 
Bang, 1) Bezirkeſtadt in der chineſiſchen 
Brorinz — 2) (Poyang), großer See in 
der chineſiſchen Provinz Kianft, wird durchſtrömt 


vom Kanliang- Fluffe u. fol mehr als 120 DOM. 


umfafien. 

uyen, 1) Provinz in Cochinchina, zu bem 
— Reiche Anam gerri; 2) Stadt ba- 
elbſt, mit Hafen u. 10,000 Ew. 

üzegy, griechiſch⸗katholiſches Pfarrborf im 
a — des Verwaltungsgebietes Groß⸗ 
wardein (Ungarn), Marmorbrüche; 280 Ew. 

Füzer, katholiſches u. reformirtes Pfarrdorf im 

Kreiſe Abauj⸗Torna des Verwaltungsgebietes Ka⸗ 
Idan (Ungarn); altes Bergſchloß, Glashütte; 
700 Em. 


— —— Marktflecken im Kreiſe 
Bekes⸗ Cſanad des Verwaltungsgebietes Groß- 
wardein (Ungarn); 1550 Ew., die Landbau u. 
Biehzucht treiben. 

F. V., Ablürzung für Folio verso, auf ber 
Rüuckſeite Des Blattes. 

Byend: Hoved, Vorgebirg, welches bie norb- 
öftlichfie Spike der dänischen Infel Fünen bildet. 

Fyers, Bergbach in der ſchottiſchen Grafichaft 
Inverneß, mit 60 Fuß hohem Wafferfall. 

Fylgien (nord. Myth.), Geburtsgöttinnen, 
welche dem Denichen von dem erften Augenblid 
feines Lebens beigegeben werben, bie goldenen Fä⸗ 
den feines Geſchicks jpinnen u. fie im Himmel be» 
feftigen. Sie find gut u. bös, reiten zuweilen auf 
Wölfen u. haben Schlangen ale Zügel. Wenn fie 
gut find, heißen fie Hamingien. Vgl. Rornen. 

Fylla (nord. Myth.), Göttin der Anmuth, jung- 
fräutiche Afin ; hat loſes Haar u. ein Goldband um 
ben Kopf, trägt Friggs Käſtchen Eſt vor, wartet 
ihrer Schuhe u. hat Theil an ihrem heimlichen Rathe. 


Feturiie bis Tvzenoor 


ne⸗Bufen (Sixe Boſen, ihr. Fei 
—— Bucht des a 
{hen Dceans in ber ſchottiſchen Graf 
bezingehiiherdi = R 

ris, 1) Bogtei im ſchwediſchen 
barin Gamla⸗ (Alt-) Upfala, f.t.; 2) i 


hier; entipringt aus zwei Armen aus 


mora⸗ u. dent Wenbaljee, tie fid bei f 

gen; fällt in ben Eckolnfiorden. 
riswall, eine in der älteren ſche 

ſchichte berühmte Ebene in ber Rübe we 

Fyrk (Burka), 1) frühere däniiche 8 
1%. = 4 Schilling ob. 6 Pfenmige bin 
— 1 Neichethaler; 2) ebemals Kane 
münze, 4 ®- = 1 Der Kupfer, 3518. 
Silber; 3) m Pommern 235 5. = 11 
== 2 Pfennige. 

Fyſingen, 1) Bogtei im ſchwedilda 
bolm, benannt nach 8) ven erh, 
barin Sigtuna (f. d.) u. Rofershugl 
Luſtſchloß mit Anlagen. 

2 fterlein, Rogel, fo v. w. Trilieni 
ufer. 


Fyt (ipr. Feit), Johann, ge. 1625 
pen, war Jagd⸗, Thier- u. Blumen 
1700. Einer ber vorzüglichſten Be 
Faches, defien Gemälde von einem tik 
ber Ratur zeugen u. Durch Klarheit. Kıaf 
bes Coloritd ausgezeichnet find. Nicht mei 
tend als Kupferäter, gab er 16432 3wei & 
Rüde heraus, welche wegen ter ebenfe 
— Nabelführung zu ben Dei 

abirfunft des 17. Zabrh. zählen. Ge 
allen größeren Gallerien, verzugeweik 
Dresden, im Lonore zu Paris u. in ber 
Binakotbel. 

Syyabab (fpr. Feiſabad), 1) Ban: 
im früheren Königreih Cube in CR 
Fluſſe Ghoghra, der hier fchiffbar ift; It 
wurde von Saabet-Ali-Khan, erftem 
Oude, zur Nefibenz erhoben, ter bie 
feine Nachfolger Sefbar- Yang u. Shujal 
mehrere Baläfte u. andere Baumerf 
Unter Letzterem hatte Die Stadt ihre bi 
erreicht; ale er jedoch 1775 eine X 
Lucknow verlegte, fiebelten bie ungefet 
wobner fajt alle dabin über, jo dag? 
gerieth. Die einft wichtige Induſtrie bi 
jet auf Baummwollen- u Dietallwaare 
Während ber Rebellion von 1557—5 
bäufig genannt. 2) Sauptflabt ber La 
dakſchan in Usbekiſtan (Mittelaſien), 
ſchanfluß; Nubingruben, Goldwäſcherei 
ein Erbbeben faſt gänzlich zerſtört. 

Fyzepoor (ipr. Feispur), Stabı 
Candeiſh, der britiihen Präſidentſchait 
Oſtindien, 6—700U Em. ; bat in neuere 
rere fehr jchöne Häuſer Durch einheimiid 
u. Baummollenhändier erhalten. 


®: 56 Bad.‘ 


3 G 
. 0 


3, g. 1) ale Buchſtab, lat. (in welcher Sprache phos, Jugendnährerin). Weil aus ihr betäubenbe 


J ſtatt des früheren C, von Sp. Carvilius 
hrt mwurbe) u. romanifh (7, g; griechiſch 
Bamma);imSHebräifchen I beißt es Gimel, 
Bameel; ter 7. Buchftabe der abenblänbi- 

der 3. ter griechiſchen u. morgenlänbijchen 
Sen; Guttural, bie Mebia derſelben bildet 
mer leichter Berührung ber Oberfläche ber 
» Durch Derborträngen ber Kult zmiichen die⸗ 
Dem hinteren Theil des Games, während bie 
e ſich an bie Unterzähne legt. Nach n bildet 
& biejem einen Rafenlant, 3. B. in Gang. 
WB Zahlzeihen a) Griechiſchen y= 3, y 


b) im Laternifchen = 400, (5 == 400,000; 
>er Aubricirung 7. 3) Als Abkürzung: a) 
saifchen Inichriften, Huntichriften zc. für Ga- 
rens; b) (Hanbigsw.), eben auf Courszetteln 
>: c) (Num.), im Mittelalter jo v. w. Sena- 
2) (Solhichm.), fo v. w. Garni; e) (Med.), fo 

Gummi; D) (Herald.), fo v. w. Geld; g) 
), auf bem Revers neuerer Münzen: aa) 
„die Münzſtadt Poitiers; bb) nei: 
ve; ce) Öflerreihiiche, Nagybanya in 
arn; dd) preußiiche, Stettin. 4) (Diuf.), 
oniſche Klangftufe, die wahre Duinte 
zugleich ift ter Ton g bie 8. Stufe bes diato⸗ 
Bromati hen Klangfyftems. In der Solmifa- 
Bird G burch sol re, sol re ut od. auch blo® 
wol bezeichnet (vgl. gin u. ges, auch G dur u. 
Al). b) Das g1 oße Gift das tieffte der Dien- 
ämme, bas fleineg aber beflen Octave; © 
Eſte Saite der Violine; d) das Vorzeichen bes 
afchläffels (G-ichlüjfele), doch hat ſich 
@ im ber Länge der Zeit ein gamz anderes 
sn B gebildet. 5) G demifches Zeichen für 
Bfäure. 


„officielle Abkürzung des Staates Georgia 
anrerifa). 
I (griech.), 1) bie Erbe, feit Ältefter Zeit von 
beiechen als tie Allmutter ob. die Göttin ver- 
welche das Leben aus ihrem Schoße gebiert 
: ihrer Bruft nährt. So wurde fie in Do⸗ 
mit Zeus, dem Allerzeuger, verbunden; bei 
x ift fie Die Mutter ber finfteren Weſen u. ge- 
ſen Giganten, gehört zu ben Göttern, bei 
m geichworen wird, u. erhält ale Opfer ein 
zes Lamm. In ber Theogonie des Hefiodoe 
fie aus bem Chaos u. erzeugt ſelbſtändig 
Ich den Himmel (Uranoe), Gebirge (Dre) u. 
Teer (Pontos); von Uranos wird fie Mutter 
itanen, Kyllopen u. Hekatonchiren; befruchtet 
em Blute des von Kronos verſtümmelten 
E gebiert fie die Erynien, Giganten u. Me⸗ 
Nymphen; mit Pontos gepaart ben Nereus, 
Nas, Phorlkye, Die Keto n. Eurybia. Sie erzog 
Enkel Zeus u. verhalf demſelben zum Throne 
delt. Unter den Menſchen heißt fie Mutter 
utochthonen u. iſt Nährerin ber Sterblichen, 
er Jugend (baber ihr Beiname Kurotro⸗ 






| 


Dämpfe auffliegen, als deren Wirkung bie Weifjage 
galt, jo war fie bie Vorfleherin der Oralel, wie zu- 
erfi die des Delphiſchen (f. u. Delphi). Berehrt 
mwurbe fie in Athen, Sparta, Olympia, Delphi ıc., 
wo ihre Statuen flanten, welche fie barftellten 
emen Schlüffel haltend. Epäter verſchwindet ihr 
Dienft u. fie wurbe mit Kybele u. Demeter identi- 
fiir. In Rom bieß fie Tellus u. hatte eine 
männliche Gottheit, Tellumo, zur Seite; man 
opferte ihr dort nah Numas Inftitutionen an 
den Gaatfeften im Januar bie Fordicidia (f. d.), 
wobei trächtige Thiere geichlachtet wurden; 2) in 
neuerer Zeit Titel von Scrijten, in melden bie 
Foſſilien, Berfteinerungen u. dergl. eines Landes 
beſchrieben werben. 

aab, 1) Job. Kriebrich v. ©., geb. 1761 zu 
Göppingen in Württemberg, war württember⸗ 
giicher Brälat u. Oeneralfuperintentent u. fl. 1832; 
er fhr.: De locis quibusdaın Siracidae, üb. 
1809; Handbuch zum —— Verſtehen der 
apofryphiihen Schriften des A. T., ebb. 1818 f., 
2 Bde., u. andere Schriften über Kritil u. Ere⸗ 
gefe des U. T., Kirchen» u. Dogmengeſchichte. 
8) Ludwig Friedrich von F., geb. 1800 in 
Zübingen, bildete fih in Stuttgart zum Architelten, 
bereifte zu feiner weiteren Ausbildung Frankreich 
u. Italien, begann 1825 in Stuttgart feine praf- 
tiſche Bauthätigkeit ſowohl im Hochbau, wie aud 
im Straßen», Brüden«, Wafler- u. Eiſenbahn⸗ 
bau u. wurde 1846 Oberbaurath. Außer vielen 
Privatgebäuben baute er u. a. die große Infan- 
terielaferne u. das fronprinzliche Palais in Stutt⸗ 
gart u. reflaurirte das Hoftheater bafelbfi. 

Gaabenfeefund (ipr. Gobenfeefund), trennt 
bie Infeln Seeland u. Falfter, genannt nach Baa- 
benfee, einem lleinen Hafenort auf der Nordweſt⸗ 
küſte der letztern Inſel. 

Gaal, 1) Sohn Ebeds; half den Sichemiten ge⸗ 
gen Abimelech, wurde aber von biefem geſchlagen 
u. floh aus Sihem. 8) Georg v. G., geb. 1783 
in Presburg; wurde 1811 erft in Eiſenſtadt, dann 
in Mien Bibliothefar n. ft. 1855 in Peſth; er 
ichr.: Gedichte, Dresd. 1812, 2. Aufl. Zerbft 1825; 
Theater der Magyaren, Brünn 1820; Mäbrchen 
ber Magyaren, Wien 1822; gab heraus: Polym⸗ 
nia (eine Sammlung lyriſcher Gedichte verſchie⸗ 
dener Verfafler), Brünn 1821, 4 Bde.; Spräde 
wörterbuch in jech® Sprachen, Wien 1830; Sagen 
ir Novellen, nach bem Magvyariichen, ebd. 18345 

berießungen aus dem Ungariichen u. a.m. 8) 
Jo ſeph, geb. 1811 in Groß-Karoly, wurbe 1333 
in der Statthalterei in Ofen u. 1848 im Finanz⸗ 
minifterium angeftellt; er jchr.: Szirmay Ilona 
—— Ofen 1837,2 Bde.; auch Luſt⸗ u. Trauer⸗ 
piele. 

Gaapen (Bapen, Zeitwort), in ber — 
ſprache die Offnung einer Planke, bie nicht ſeſt an 
ber nächften fitst. 

Gaas (a. Geogr.), 1) Bergu. 8) Stabt im Süben 
bes Stammes u. Süboften des Gebirges Ephraim. 


Baba (a. Geogr.), fo v. w. Gebe. 
Baba (a. Geogr.), 1) fefte Stadt der Sogdiauer, 
da, wo bie große Wüfte anfüngt; 2) Luſtſchloß ber 


perfiihen Könige im Perfis, füböftih von Pa⸗. 


ſargada. 

Gabaath „Stadt in Judäa im Stamme Ben- 
jamin; bier Grab Eleazars. 

Gabal, Sonnengott der Syrer, bei. zu Emeſa 
u. Seliopoli® verehrt, vorgeftellt als Xöme am 
Hanpte mit Strahlen. 

Gabala (0. Geogr.), Stabt in Kaiflotis (Sy⸗ 
rien), jet Dſchebili, mit Ruinen eine® Theater& 

Babäli (a. Geogr.), Bott im Aquitanifchen 
Gallien, im jetigen Gevandon; fie waren zu Cã⸗ 
ſars Zeit den Arvernern unterworfen; in ihrem 
Lande fand fi viel Siiber u. wurden gute Käfe 
bereitet: ibr Hauptort war Anderitum. 

Gabalis, Reman bes Abbe Billars, |. d. 

Gabanholz, eine geringere Sorte Rothholz. 
Ramımıt von einer Art Uhespesia (Caesalpinia) 
u. iR dem Nicaraguaholy jehr ähnlich, e6 wurde zu⸗ 
erſt Durch bie Portugieſen aus Sierra Leone nad 
Eurepa gebracht. 

Sabaniza türk.), jonſt der faR fradfärmige, 
nur von bem Sultan ge ie koſtbare Pelz, im 
Sommier mit Zobel, im Wiuter mit ſchwarzen 
Fuchte jellen gefüttert; Dagegen Gaben, Regenman⸗ 


en ). GStabt in Judäa, im 


Gabaen (2. Ge | 
Stenme Benjamin. Ihre ariprünglichen Gino. 


inder, unterwarf ben 
a ieten te in Gehorjam. ie fl Amala 
Du 





Jonas. 

848 (a. Geogr.), eine ber Hauptſtädte des 
oberen Galiläa, unweit Ptolemais. 

Gabardan (Gavarban), eheinalige Landſchaft 
im fürweftlihen Frankreich, bildete einen Theil ber 
früberen Provinz Gascogne, jet deu ſüdweſtlichen 
Theil des Departements Lot u. Garonne u. den 
örtlichen bes Departements Landes. 

Gabäre (ipr. Gabahr, Gabarre), franzöfiicher 
Name 1) für allerhand Heine Schiffe, als Ausleger, 
2) Patache), Lichter, Schute u. dgl. Gabarier 
re Gabarieh), Beſitzer eines ©. Gabaret (Ipr. 
Gabareh), noch kleinere Barke. 

Gabürus, Bai mit guter Rebe an ber Rord⸗ 
füfte ber norbamerilantiden Injel Cap«-Breton. 

Saba, Fluß im jüblichen Frankreich, entſpringt 
im Departement Hautes-Byrendes n. fällt im Des 
partement Landes in ben Adour. 

Gabäfa, Dorf in der ſpaniſchen Provinz Huefca 
(Aragonien), babei tiefe Stalaktitenhöhle mit vie 

len Berfteinerungen. 

Gabatha (a. Geogr.), Stadt in Judäa im 
Stamme Juda; bier das Grab Habakuks. 

Gabbatha ſyriſch⸗chald., von Luther Hoch⸗ 
planet überjegt), eine Erhöhung, worauf ber 

Richterftußl der römiſchen Proprätoren bei Ge- 
richtsverhandlungen geftellt wurde. 

Gabbe, Vogel, jo v. w. Meve. 

Gabbiäno, 1) Amt der farbinifchen Provinz 
Caſale; 2) Marktfieden u. Hauptort deffelben rechte 
am Bo; 2350 Em. 

abbro (Geogn.), ein körniges Bemenge von 
Diallag u. Labrador; gehört zu den plutonifchen 
Sebirgsarten u. kommt häufig in Begleitung bes 
Serpentins vor. rüber bezog man ihn von ber 
Juſel Eorfica u. verarbeitet ihn zu Tiichplatten u. 


Gabe: bie. Gabela 


anberen Gegenflänben, er wurde el. 
binande von Medici unter dem Lam 
Corsica nach Florenz gebracht u. ber 
Gabbronit (Babrenit, Diin.), jo 
Ipolith. 


Babel, 1) Körper, mit 2 Spitze di 
einem Stiel; 2) bef. Werkzeug von Eil 
jen, ınit 2, 3 ob. 4 Zaden (Zinlen) 
bamit anzufpießen. Die Miten kanzıen | 
Effen nit, ſondern fie afen mit den &u 
G., ald Zubehör zum Meſſer, cine ital 
findung, war im Mittelalter ſehr fein, 
men inı Hortus deliciarum ber 
Landsberg, Abtiffin von Sobenftein i 
1195), Gen auf einer Darfiellung i 
ken dem Meſſer vor. Noch im Sa 
Jahrh. waren Gen feibft bei Hofe zen: 
rei) fam es im Klofler St. Maur äh 
braud ber Gen zu einem heftigen Ste 
ben alten u. jungen Mönchen, indem j 
Sünde hielten, das Fleiſch andere ald mi 
ten zu eſſen, bie jüngeren aber kie ©. 
wiſſen wollten. Nach; England fell y 
Tb. Sorgate die G. aus alien ge 
In Spanten, bem Innern Rußlandi 
fennt mam fie nicht nn. bebient fich Rai 
ſer u. Gen beim Eſſen Heiner höhe 
hen; 8) großes Inftrument zur Lank 
Jagd m. Fiſcherei; fo Die Heugakelı 
gem, hoͤtzernem Stiel u. 2 od. 3 gehoge 
um Getreibe u. Heu damit auf ben Su 

en; bie Miftgabeln, mit kürzeren 
Zinken; 4) (Dachs⸗ u. Fuchsgabel), 
etwas weite G., um in Netzen gefange 
dem Bau gegrabene Thiere, bei. reißenl 
Damit gegen die Erbe zu brüden; 5) d 
weih im 3. Sabre, mo es zwei Zinte 
Gabelbirſch; 6) Inftrument zum Anip 
Seefiiche, welche mwäbrend ter Ehte ı 
zurüdgeblieten find, 7) (Sabeldeichſe 
mige Deichfel für Einipänner; 8) (Mei 
Meßgabel; 9) fo v. w. Stimmgabel; 
technologiſche Inftrumente, bie einer ( 
minber gleichen, fiir ſich ob. als Thai 
ihine vortommend ; 11) (Her.), for. ı 
ten; 18) fo v. w. Kabel. 

Mabel (bibl. Geſch.), |. u. Tobiae. 

Gabel, 1) Bezirt des böhmiſchen Ir 
2) Stadt u. Bezirkshauptort darın, an 
bad; Schloß, Baunıwollenfpinnereien 
dei, Strumpfwirker; 2400 Ew. Bier 1 
zwifhen ben Ofterreichern u. Preuß 
Sieger; im Baierifher Erbioigelrieg ı 
1778 die Verſchanzungen Yaudent | 
burg vom Prinzen Heinrich umgangen 
ber Befatung gefangen. 3) Diarfınedı 
len Adler im Bezirt Seuftenberg det 
Kreijes Gitſchin; Flachefpinnerei, Gen 
bau; 750 Ew.; brannte 1657 ab; 4) (e 
w. Dichebel. 
gaben, * an der Narenta mi 

inz Bosnien (Herzegowina); 2 Ki 
bei; 6000 Ew. ws 


Gabelauker bis Gabalthier 


er, ſ. u. Anker 1) (Bauw.). 
id 
P fo v. w. Furca. 

‚ das Männchen vom Reh im 2. Jahr. 
ften (Bot.), find an ber Spike ge- 
flanzenbaare. 

), Hans Konen von der ©., geb. 13. 
Altenburg, ſtudirte feit 1825 in Leip⸗ 
gen Rechtswiſſenſchaften, Cameralia 
eiſe Orientaliſche Sprachen, wurde 
raſſeſſor, 1831 Regierungs⸗u. Kam⸗ 
Altenburg; trat 1847 als Geheimer 
em Altenburgiſchen Staatsdienſt u. 
narſchall des Großherzogthums Wei- 
nde März 1848 als einer der 17 Ber- 


er für die ſächſiſchen Herzogthümer 


rta. DM. u. wurte dann Bundestags⸗ 


zur Auflölung ber Bundesverſamm⸗ 
12.3. Ente November 1545 wurde . 


Afitent in Altenburg, gab jeted im 
feine Entlaffung, je wie ind. 3. auch 
Ihallamı in Weimar aufhörte. 1850 
Nitglied Des Staatenhauſes für Alten- 
rfurt u. wurde 1851 Präfident ber 
ı Herzogthum Altenburg, was er ge⸗ 
859) noch Er ſchr.: Eldmens de 
ire Mandschoue, Alteub. 1832; 
ter Syrjäniſchen Grammatik, ebd. 
ige zur Sprachenkunde, Lpz. 1852, 3 
imatik ber Dajal-, der Dalotas u. 
ide); Srammutit u. Wörterbuch ber 
‚57 u. m. a. Mit Löbe gab er den 
berans. 
ſo v. w. Gabelhirſch, |. u. Gabel 5). 
[e, ſ. u. Seile. 
2 fo v. w. Banzerbahn, |. u. Seehahn. 
„ſo v. w. Daphnie. 
m, 1) was in zwei Enten ausgeht; 
:bungsart des Epalierbaums in ber 
Y. Eie ift die vorzüglichfte Form des 
16. Das Zwergbäumchen muß 6 Zoll 
’ veredelt u. von den nächften Bäum- 
‚len entfernt fein. Durch gehöriges 
wird ihm Die eigenthümliche Form ers 
erald.), wenn trei Yinien in der Form 
n Schild in drei Theile theilen. 
bſtück, ſ. u. Frühſtück. 
ich Her.), fo v. m. Gabelſchuitt 1). 
er, ſo v. w. Milan. 
ns, Art der Antilope, ſ. d. h) u. unter 


ire (Bot.), an der Spitze getheilte 


ſch, ſ. u. Gabel 3). 
3, gabelförmiges Stück Holz, in den 
acht, um zmei Theile fefter dadurch zu 


n, 1) ein in zwei Spiten gabelig ge 
‚wie 3. 8. bei der gabelhörnigen An- 
anoceros fureiferu), auch wohl fir 
nige Geweihe ber Hirſche gebraucht, 
artige, gabelige Berlängerungen auf 
‚. ber Bruft ter Infecten; 2) jo v. w. 
‘otrupes dichotomus), eine Gattung 
fäfer (Starabäen). 

f, fo v. w. Goniocephalus, ſ. n. 


ESchloſſ.), fo v. w. Blämifches | 





MD. 


Gabelfreuz (Heralt.), ſchwebendes Kreuz, bef- 
fen Enben wie eine Gabel geftaltet find. Das um⸗ 
bogene ©. (Zirkelkreuz) hat die Gabeln un- 
ter fih einmwärts gebogen. 

Gabellaffete (Baunlaffete), f. u. Laffete. 

Gabelle (fr., ſpr. Gabell, lat. Gabella), 1) Ab⸗ 
zugsgeld, Nachſteuer; Gabella emigratlenis. fo v. 
w. Abzugsgelt. 6. herediiarla, fo v. iv. Abſchoß. 
2) indirecte Steuer (Accife u. Zoll, Conſumtions⸗ 
abgaben); bei. 3) Abgabe für Salz, in der Revo⸗ 
on aufgehoben, unter Napoleon wieber ein⸗ 
gerübrt. 

Gabellus (a. Geogr.), Nebenfluß des Babus in 
Oberitalien; j. Secchia od. Gavecello. 

Gabelmaß, Inſtrument, womit der Durchmeſ⸗ 
ſer der Bäume gemeſſen wird. 

Gabelmaſt, ein Beſahnmaſt, au welchem eine 
Raae ungefähr unter einem Winkel von 20 Grab 
angebracht if. 
abelmotte, fo v. w. Gabelſchwänzige Perlfliege 
‚ (Perla bicaudata), f. u. Berlfliege. 

Gabelmüde (Anopheles), f. u. Stechnilden. 

Gabeln, 1) mit einer Gabel anipichen; 2) 
(Jagtm.), fo v. mw. Aufipießen 1). 

abelpfiug (Landw.), ſ. u. Pflug. 

Gabelrad, ein Rab, in tefien Stirn hölzerne 
od. eiferne Gabeln befeftigt find, um Seile, Ketten, 
ae .n. Kaſtenwerke damit aufzuwinden od. 
in Kreiſe herumzudrehen. Nach Erforderniß bil⸗ 
det die Höhlung der Gabel ein Dreieck, Biered od. 
einen balben Zirkel. 

Gabelraupen, f. u. Raupen. 

Gabelöberger, Franz Xaver, geb. 9. Febr. 1780 in 
Münden, wurde durch Familienverbältniffe an ber 
Beendigung bes Studiums der Wiffenfchaften ver- 
bintert w. wurde 1809 Schreiber, 1513 Kanzlift des 
töniglihen Generalcommiſſariats bes Iſarkreiſes, 
1523 Geheimer Kanzlift im Miniſterium des In⸗ 
nern u. ſtarb als Gebeimer Miniſterialſecretär am 
4. Januar 1849 in München. Seit 1917 ſich ber 
Stenographie mit großen Eifer widmend, wurde 
er Begründer eines rationellen Syſtems dieſer 
Kunft (Sabelsbergerſches Syſteni), |. u. Stenogra⸗ 
phie. Er ſchr.: Anleitung zur deutſchen Redeſchreib⸗ 
kunft, 1834, 2. Aufl. 1550, Stenographiſches Leſe⸗ 
buch, 1538; Neue Bernelllonimmung in der deut⸗ 
ſchen Redezeichnung, 1543, 2. Aufl. 1849; Lehrge⸗ 
bäude ter Stenegraphie, Münd. 1850. 

Gabelſchnitt (Gabeiftrich, Her.), 1) in Form 
eines Schächerkreuzes getheilt; 2) ſ. Gabelforin 2). 

Gabelſchwanz, 1) Raupen, die am Ende des 
Leibes ein gabelförmige® Horn haben, bei. bie 
Raupe von Harpyia (Cerura Vinula u. Ermi- 
nea); 2) Schmetterling, ſ. u. Cerura; 3) jo v. w. 
Springſchwanz (Podura u. Smynthurus), ob. bie 
am SHtuterleibsende er Springgabel biefer 
Heinen ungeflägelten Injecten aus ber Orbnung 
der Orthoptera Olir. 

A Gabelshafer, fo v. w. Doppelter Hafer, ſ. u. 
vena. 

Gabelſtück, 1) (Schiffb.), fo v. w. Gabelholz; 
2) tleines Kammergeſchütz, das auf dem Oberver⸗ 
ded ber Schiffe mit feinem Schiltzapfen in einer 
eifernen Gabel befefligt ift u. fich nach allen Seiten 
richten 9 Bgl. Drehbaſſen 

Gabelthier (Furcocerca Lam.), Gattung ber 
Monaden (Infufiousthierdhen) ; burchfichtige®, bis⸗ 
weilen gewimpertes Thierchen mit einem Gabel» 





ſchwamze; Art: Grünes G. (F. viridis), in 
Gräbern. . 

Gabelung (Bot.), fo v. w. gabefförmige, d. i. 
zweizadige Spaltung, Bifureatio); gabeläkig, ga- 
Selig (furcatus), mas zweizinfig gefpalten ift; 
Gabelranke (Capreolus), eine gabelig gefpaltene 
Ranke (f. u. Ranke); gabeltändig (interfurcalis) 
in ter Achiel zweier Gabeläfte ſtehend. Ift Übrigens 
die Gabelſpaltung bei der weiteren Theilung in 
Zweige, ſich immer wieberhofend, fo nennt man 
dies gabelfpaltig od. dichotom, @abelfpaltung od. 
Dichotomie (diehotomus, Dichotomia). 

Gabelweihe, fo v. w. Milan. 

Gabelwerk, in den Windmühlen eine Vorrich⸗ 
tung, durch welche ber Beutel horizontal geichättelt 
wird; es fan, wenn der Wind flärfer geht, auch 
ſchärfer geftellt werben. 

Gabelwurm , fo v. w. Rüſſelwurm. 

Gabelzug, die Art, einen Baum zu beſchneiden 
n. zu jieben, wo man dem Stamm nur zwei Haupt- 
od. Mutteräfte läßt, aus welchen die Nebenäfte ber- 
vorkommen. 

Gabenherr (Salzw.), fo v. m. Bornmeifter. 

Gabets, Menſchenrace, fo v. w. Cagots. 

Gabia la Grande, Marktflecken am Reuil in 
ber ſpaniſchen Provinz Granada; Kallbrennertien; 
3500 Ew. 

Gabian, Marktflecken im Arrondiſſement Be⸗ 
ziers des franzöſiſchen Departements Herault; 
1000 Ew.; zwei Mineralquellen, deren eine Steinöl 
(Ouvon ©.) gibt; dabei der Diamantenberg 
mit ſchönen Quarz Kroftallen. 

Gabie, Bott ber Liven, der in naffen u. furzen 
Sonmmern, wenn man das Getreide im Haufe trod- 
nen mußte, angerufen wurde, baf er bie Flamme 
anfacben möne. 

Gabiene a. Geogr.), Diftriet in Suftana (Per- 
ſien, im Weſten Des Gebirgs Zagros. Hier 316 
v. Khr. Schlachten des Eumenes gegen Antigonos, 
die erfie unentſchieden, in der anderen erlag Eu— 
meneð. 

Gabli (a. Geogr.), eine ber größten u. mächtig- 
fien Städte des Latiniſchen Bundes, nörblid am 
Albanergebirg, Colonie von Alba Yonga; mit Rem 
duch die Gabina via verbunden; hatte in ihrer 
Nähe viele Steinbrüce. Hier führten die Belasger 
den Dienft der Juno ein, die Daher den Beinamen 
Gabina hatte. Hier fol auch Romulus erzogen 
worden fein, u. von bier empfingen bie Römer bie 
etruſtiſche Difciplin. ©. ftritt Anfangs mit Rom um 
bie Herrichaft. Auf Antftiften der Bolffer erflärte 
G. 523 v. Chr. den Römern Krieg. Diefe verheer⸗ 
ten das Gebiet u. belagerten G. lange vergebens; 
da kam Sert. Tarquinius, Sobn bes Königs Tar- 
quinius, ftellte fidy beleidigt won feinem Vater u. 
bot den Gabiniern feinen Dienft an. Nachdem er 
fih ihre Zutranen erworben u. die einflußreichften 
Bürger aus dem Wege geräumt hatte, öffnete er 
feinen Bater Die Thore. Zu Augufts Zeit ftanden 
noch einige Häuſer; jet nichts mehr, es ftand 
beim jetigen Gallicano. 

Gabinia (a. Geogr.), jo v. wm. Samaria 2). 

Gabiniae leges, 1) Gabinla lex tabellaria, ſ. 
u. Tübellariae leges; 2) a) vom Volkstribun 
Aul. Gabinius 67 v. Chr., daß En. Bompejus anf 
3 Jahre innerhalb des Mirtelmeeres zum VBejehis- 
baber ter, gegen bie Seeräuber zu ſchickenden 
Flotte gewählt u. ihm gleiche Gewalt mit ben Pro- 


Gahdung dis Wabtenz ” 


confuln in den Provinzen 50 rämıide 4 
Meere landeinwärts gegeben, and bie‘ 
ftattet würde, See⸗ u. Yanbtruppen ax 
niß anzuwerben u. ohne Nechenfceft t 
aus dem AÄrar zus nehmen; f. Seeräuke 
bon bemfelben 58 v. Chr., als er Conful 
ben Provinzialen nicht Geld auf Bi 
wilrde od., wenn es gejchäbe, he 
ben Wechfel verklagt werben dürften; eo) 
Senatu legatls dando, daß der Senat ta 
tigen Gejanbten ben ganzen Februn 
Aubienz ertheilen folle. 

Gabinius. Die Gabinla gens war az 
plebeiſches Geflecht; 1) Aulus @., 1 
nebft Cn. Bapirtus u. Al. Famia, ven R 
bie Achäer zur Erhaltung bes Friedens gek 
von denfelben beichimpft u. fertgejagt. IC 
G., 139 v. Chr. Bollstrikun, gab DieGak 
tabellaria, f. ı. Tabellariae leges. fig 
67 v. Chr. Bolkstribun, Freund bes Im 
welchen er die Grabinia lex (ſ. d. 2}a}ted 
ging im folgenden Jahre mit ihm nad 1 
theiligte fich an den Kriegen gegen Kich 
bie Bartber, 65, Tchlichtete dann m J 
Streit zwiſchen Ariſtobulos u. Hyckanel 
ſten des Erſtern u. bekam von bemielken: 
Geldſumme; 64 wurde cr Prätor u. ch 
Conſulat, während deſſen Cicere, fa 
durch feinen Verbündeten, Clodius, mi 
trieben wurde. Als Proconſul (nom 2a 
ber erſte Fall dieſer Art) in Syrien, führ 
gegen Arabien (f. d. ſGeſch.)), befiegted 
Difsen Juden unter Aleranter, fette! 
mäos Auletes für 6000 Zalente (über i 
Thaler), ftatt des Archelaos, wieder in 
ein u. ſaugte feine Provinz faſt ganz 
Sabre 54 nah Rom zurückgekehrt u. me, 
jungen angellagt, wurde er auf iınmer ı 
Cäſar 49 v. Chr. zurüdgerufen, gine 


i Tode Des Pompejus nach Dalmatien, 


glücktich foht u. 47 v. Chr. in Salen 
Aulus Sal. Siſenna, Sobhn tee 
nad) ſeinem Vater 57 v. Chr. in Syr 
waltete dieſe Provinz, während ſein 
Agypten 309. 5) Publius Gab. 2 
Feldherr Des Kaifers Claudins; ſiegren 
Germanen. 6) G., um bie Witte be 
n. Ebr. König der Quaden, ſ. d. 

Gabinus cinctus (röm. Ant.), eir 
Art der Schilrzung Der Toga, mit de 
Schulter gefchlagenen Zirfel derſelben: 
beiligen Gebräuchen u. feierlichen Gi 
üblich, f. u. Toga. 

Gabion (Ir., ſpr. Gabieng), Stanz! 
Gabionnade, Korbſchanze, Korbbecher. 

Gablenberg, Piarrmeiler, gebört 
zirk der Reſidenzſtadt Stutigarı u 
1250 Ew. 

Gablenz, 1) Nebenfluß ter Themai 
2) Dorf im Gerichtsamte Chemnitzet 
ſächſiſchen Kreijes Zwickau, mit Thenmi 
jammenbängend; Spinnfabriten; 1500 

Gablenz, ein altes freiberrliches Od. 
ches wahrjcheinlih aus Bolen ven der 3 
abſtanmt u. in Die Yaufits überſiedelte 
beren ſoll Schlefien feine urjprünglit 
fein, nach Einigen auch Gablenz . k. 2 


Gabler bis Gabriel!  - 


‚Adolfv. G. geb. 1764 in Weide, 
urfürftlich —2 Dienfie, wurde 


1812 Generalmajor u. Brigadier; 


Reynier war er in dem Feldzuge 
Commandant der Avantgarde des 
u. zeichnete ſich in mebreren Gefech⸗ 
us; 1817 wurde er Generallieute⸗ 
efehlshaber ter ſächſiſchen Occupa⸗ 
ı Srantrei, 1830 Gouverneur von 
daſelbſt 11. Mai 1543; er war feit 
t mit Charlotte v. Stieglig (geb. 
Chef ift: 2) Freiherr Heinrid v. 
Borigen, geb. 21. Novbr. 1804 ın 
niglich ſächſiſcher Rittmeiſter u. uns 
Bruder Auguft, geb. 3. Nov. 1510 
großherzoglich jachfen - weimariicher 
. Rittmeifter u. feit 1840 vermählt 
b. Freiin v. Lüerobe, fein älteſter 
inrich Abolf ijt geboren 1841. 
Matthias, geb. 1736 zu Spalt ın 
in den Jefuitenorben, wurde 1770 
'bilofophie in Ingolftadt, Später kur⸗ 
liher Rath, 1752 Stadtpfarrer in 
er fih um Kirchen» u. Schulweſen 
achte; er ft. 1505 u. ſchr.: Bon ten 
per, Ingolſt. 1776; Theoria mag- 
1; Naturlebre, Münd. 1776— 79, 
b. Bhilipp, geb 4. Juni 1753 in 
., ftubirte 1772— 75 in Iena Theo» 
790 Repetent in Göttingen, 1753 
bilojephie in Dortmund, 1755 Pro⸗ 
logie n. Dialonus in Altborf, 1504 
17. Febr. 1926 als Geheimer Kir⸗ 
torialratb ſtarb; er fhr.: Entwurf 
tie tes N. T. Altorf 1735; Hifto- 
inleitung ins N. T., ebd. 1789; 
ſiſche Schriften, herausgegeben von 
‚Tb. % u. J. ir. Gabler, Ulm 
Er jelbft gab Eichhorns Urgeſchichte, 
‚2 Bte., u., als Nachtrag dazu, 
ie Moſaiſche Schöpfungsgeſchichte, 
aus, fo mie mit Häulein, Ammon 
allein: Neues theologiſches Jour⸗ 
8-1811, 16 Bde. Vgl. W. Schrö⸗ 
igen an J. P. G., Jena 1827; 
dr., Sohn des Vor., geb. 1786 in 
sit 1807 Hauslehrer bei Schiller in 
in Nürnberg, wurde 1511 Lehrer 
n in Ansbad, 1517 PBrofeffor in 
21 Rector, 1524 Brofeflor der Haf- 
u. pbilojephifchen Bropädeutif am 
tu. Kreisichelareh, 1525, an feines 
Stelle, Profeflor ter Philoſophie in 
53 in Teplitz; er fchr.: Lehrbuch ber 
Prepädeuniit, Erlang. 1527, 1. Bd. 
vsophlae ergareligionein christ. 
1536; Beiträge zur richtigen Beur- 
gelichen Philoſophie, ebd. 1643, 1. 
odor Auguſt, Bruder dee Bor., 
Ittorf, wurde Bfarrer in Kammer⸗ 
Lichteuau, 1320 Delan u. Stadt⸗ 
eim an der Donau, 1830 in Qulz- 
als Hauptprediger nach Baireutb u. 
proteflantifcher Daupiprebiger ach 
er Obercenfiftorialraty wurde u. 
er ſchr.: Liber die Einführung ber 
1823; Wünfche u. Hoffnungen ber 
Geiftlichkeit in Baiern, 1829., 


851 

Gabler, 1) ber zweijährige Hirſch; 2) fo v. w. 
Kother Miları. 

ablon, Stadt, fo v. m. Gabel 1\. 

Gablonz (Böhmisch G., Gablunzka), 1) Ber 
zirk des böhmiſchen Kreiſes Yeippa von 2 OM. mit 
26,400 Ew.; 2) Marttfleden u. Bezirksort darin 
an ber Neiße; ift Hauptfig der Glas⸗ u. Schmelz» 
perleufabrilation u. eines Über Europa binausra- 
genten Handels damit, auch Tuchfabrilation, 
Baumwoll⸗ u. Wollfpinnerei, Weberei; 1550 Em. 

Gabolto, Martkiflecken im Kreife Saros bes 
ungariihen Bermwaltuugsgebietes Kaſchau; hat 
mehrere Mineralquellen u. 750 Em. 

Gabor, f. Gabun. 

Gabduat, el, Ort in der zu Ägypten gehören- 
den großen Oafe, wo ſich unter anderen Alterthü- 
mern römiſche Gräber mit Malereien finten. 

Gaboung, Infel im Philippinenardipel (Siüd- 
oflafien). 

Gabrantuicorum sinus (a. Geogr.), Meer- 
buſen auf ber Oftküfte von Albion; jegt Brivling- 
ton-Bai. 

Gabröta silva (a. Geogr.), Wald in Germa- 
nien; jet Böhmerwald, nad Anderen ber Tbil- 
ringerwald bis zum Fichtelgebirge. 

abriaß (a. Yit.), j. Babrias. 

Gabriel (d. i. Stärke Gottes), 1) beiden Zu» 
ben einer der 7 Erzengel, kommt im Alten (Dan. 
8, 16. 9, 21.) u. im Neuen Teftament (Yu. 1, 19 
1. 26.) ver, bier verlündet er dein Zacharias bie 
Geburt des Johannes u. der Maria die Geburt 
Chrifi. In der rabbinifchen u. apofrypbifchen 
Theologie, wo tie Lehre von den Erzengeln weiter 
ausgebiltet ift, eriheint G., mit verjchiedenen 
Dienflleiftungen, ftet3 unter Diefen. Bei den Mu⸗ 
bammedanern einer der 4 Engel ber Dffenba- 
rung u. Aufzeichnung Der göttlichen Ratbichlilife, 
welder Muhammed bei Abfafjung Des Xoraıs in» 
Ipirirte. 2) ©., war Praefectus urbi in Gonftan« 
tinopel; ein Epigramm von ihm in ber Griechi⸗ 
ſchen Anthologie. 3) Sohn Samuels, im 11. Jahrh. 
König der Bulgaren (ſ. d. Geich.)). 4) James 
Wallace, engliiher Seecapitän, trat 1794 in 
bie Marine, wurde 1500 Yieutenaut, 1814 Com- 
manbeur, 15915 penfionirt u. ftarb 1849 zu New⸗ 
burg bei Worcefter. Er zeichnete ſich bei mehreren 
Gelegenheiten aus, namentlich als erfter Pieutenant 
der Fregatte Pomone; er rettete Die Brigg Atalante, 
eroberte 16 franzöſiſche Schiffe unter ven Batterien 
von Sable d'Olonne, ſchnitt eine franzöfifche Brigg 
im Angefichteber Batterien vor Oneglia ab ır. enterte 
das franzöfifhe Schiff Jupiter mir 12 Kanonen. 
Die Pomone eroberte gleichfalls das amerikaniſche 
Schiff, auf dem ſich Lucian Bonaparte befant. 3) 
Baul Iof., geb. 1785 in Anıfterdam, widmete 
ſich aufänglich der Miniaturmalerei u. bildete ſich 
jeit 1805 in Paris. Nach feiner Baterftadt zurück⸗ 
gefehrt, wurde er Durch einen Zufall darauf geführt, 
plaflifche Arbeiten auszuführen, fand Geſchmack an 
dieſem Kunftzmeige u. entwideite darin rafch fein 
bebeutendes Talent. Bon Ludwig Bonaparte un» 
terftüßt, wandte er fi) abermals nach Paris, arbeite 
tete unter der Yeitung Cartelier's, gewann für ein 
Modell des Hercules mit dem Kretijchen Stier ben 
erftien Preis, ging barauf nad) Ftalien, um von 
Canova zu lernen, u. kehrte 1913 nad Anıfterbam 
zurüd, wo er 1820 Director der königlichen Ala« 
demie wurde. Werte: Stanbbild Wilheims I., ver» 


‚Güde ‚bis Gabebuſch 


xl, fo v. w. Dohle. 
olbenſchnäbler), bei Ofen Zunft 
Kletterſchwanz, mit dickem, kolbigem 
neiſtens mit Kletterfüßen; die Gat⸗ 
s, Corythaix, Musophaga, bie 
ttvõögel, Pfefferfreſſer u. Hornvðgel 
näbler). 

r. Galong), Franç., geb. 1667 in 
1727 Prior ven Notre-Dame de 
eaumont fur Dije u. ft. daſelbſt 1725; 
te sans fard, Köln 1696, 2 Bbe.; 
sseau, 1712; L’Ilomere veng$, 
mes ou Dovises chretiennes 1714 
secretaire du Parnasse, 1723; 
etzung Anafreons, Par. 1712 u.1754. 
Wwaralja, Halics), Marltflecken im 
d des Verwaltungsgebiets Presburg 
hloß der Familie Forgacs, Poſtamt, 
imirfabrik (ſeit 1165), Fabriken für 
nkelrübenzucker, Bleiſtift, Papier; 


Sschn Jacobs u. der Silpa, Leabs 
7 Söhne: Ziphon, Haggi, Suni, 
. Gri, Arad (Areli).,, Sein Stamm 


—ü —— —ñ — — ñ—— — —ñ—s — — — 


— — —— — — — 2—3 


beim Auszug aus Agypten 45,650 
seim Einzuge ins Gelobte Land nur 


belam die reichen Gegenden jenſeit 
zwiſchen dem Gebirge Gilead, bis 
zareth u. bis zur Grenze Paläſtinas; 
züglich Viehzucht u. lagen ſpäter oft 
t den, durch den Jabok von ihnen 
nmonitern , bereu fie ſich unter 
Jephthah ermehrten. 2) Propbet zur 
dieſen ſehr ergeben; er hatte eine 
ung Davids aufgeſetzt, die wahr⸗ 
der Hauptquellen des 1. Buchs der 
Chaldäiſcher Götze, welchen die ab⸗ 
ꝛliten gegen das Ende bes Exils ver⸗ 
bbiner nehmen ihn für den Planeten 


Statt in dem türkiſchen Paſchalik 
dafritka), ſüdweſtlich von ber Stadt 
auptſtadt des gleichnamigen Sand⸗ 
em ein Paſcha vorſteht, u. der wich⸗ 
lag für beim Verkehr zwiſchen Zri- 
Innern Afrikas. Die Stabt zählt 
ift reich au fliegenden Waſſer, bei. 
alquellen. 

Geogr.), 1) Stadt in Judäa, im 
be; %) zur paläftiniihen Dekapolis 
Stabt in Peräa, öftlih vom See 
n Hieromak; mit heißen Schwefel- 
:ba). Die Umgegend Gadaris. Die 
ven bewohnt, wurde von den Juden 
von Pompejus wieder hergeftellt. 
zeſus das Wunder an ten beiben 
zuftus ſchenkte &. dem König Hero- 
n Zobe kam es zu Syrien. Ruinen 
Jorfe Omkeis. 

Gadadhara), Fluß in Alien; ent- 
em öſtlichen Zweige bes Himalaya» 
des chinefiihen Lehnſtaates Butan 
indobritiſchen Präſidentſchaft Ben⸗ 
rahmaputra. 

h, ſo v. w. Wittliug. 
Grittle⸗G.), Dorf in ber eng 
ft Hertford, mit 650 Ew. u. einem 
Eduard I. ein Barlament hielt. 
siton, 4 Aufl. VL - 





Gaddi, ein Mann aus ben Stamme Manaffe, 
von Mofes auf Kundſchaft nad Kauaan gefenbet. | 
Gaddi, 1) (Babe), geb. 1249, floventinifcher 
Maler u. Mofaicift, arbeitete in Florenz am Dom 
u. in Rom anı Sta. Maria maggiore, im Styl dem 
Cimabue verwandt, dem er auch eng befreundet 
war, u.ft. 1312. Von feinen Moſailbildern ift eine 
Krönung ber Maria in der Kirche Sta. Maria del 
iore in Florenz u. eine Himmelfahrt Maris im 
ome zu Pifa bortrefflic erhalten. 2) Taddey, 
Sehn des Vorigen, geb. um 1300 in lorenz, 
Maler u. Moſaikarbeiter, Schüler feines Vate 
dann Giottod, ten er im Colorit u. Faltenwu 
uod übertraf, aber in ber Großartigfeit der Com⸗ 
pofitieu nicht erreichte, auch baute er den Glocken⸗ 
thurm ber Kirche Sta. Maria bel Fiore u. nad 
Einigen bie Brüden Sta. Zrinita u. Ponte Vecchio 
in Florenz; er fl. nach 1366. Werte: Veben ber 
Jungfrau in S. Croce in Florenz. Aus feiner 
Familie ftammen viele Carbinäle u. Biichöfe, Mär 
cenaten ber Kunft. 3) Angelo, Sohn des Vor., 
eb. 1327, Schüler feines Vaters, malte viele 
—* in verſchiedenen Städten Italiens, ohne 
jedoch den Ruhm feines Vaters zu erreichen; fpäter 
wibinete er ſich laufmänniſchen Geſchäften u. fl. 
1389. Werte: Die Gejchichte von ter Findung 
bes Kreuzes in S. Eroce in Florenz; die Geſchichte 
Marias im Dom in Prato; zwei jeiner Tempera⸗ 
bilder auf Goldgrund finten fid im Berliner Mu⸗ 
jeum, das eine St. Yaurentius u. Sta. Katharina, 
das andere eine thronende Maria darſtellend. 

Gaddir (a. Geogr.), alter Name von Cadix, ſ. d. 

Gade, Niels Wilh., geb. 22. Oct. 1917 in Kopen⸗ 
hagen, war erſt Biolinift in der königlichen Kapelle 
dajelbfl, gewann 1841 für feine erfte größere Com⸗ 
pofition, Nachllänge von Oſſian, den von Kopen- 
bagener Muſikverein ausgeſetzten Preis; vom 
Könige unterftügt begab er ſich zu feiner weiteren 
Ausbiltung 1843 nach Yeipzig, wohin er nach 
einer 1844 unternomunenen ttalieniihen Reife zu⸗ 
rüdfehrie, um an Mendelsſohn's Stelle während 
deſſen Abmejenheit bie Direction der Gewandhaus⸗ 
concerte zu übernehmen. Seit 1846 ließ er ſich in 
Kopenhagen nieter u. wurde Dort Urganift u. 
Muſildirector u. 1650 Hofcapellmeifter. Bon ihm 
find außer ben Nachklängen von Oſſian 5 Sin⸗ 
fonien, ein Quintett u. ein O:ctett, nıchrere Stücke 
für Geſang mit Orchefter, jo Erlkönige Tochter ı. 
Frühlingephantaſie u. viele Heinere Compofitionen, 
im Ganzen gegen 40 Werte, erichienen. 

Bade, Heinrich Moritz, geb. 1796 in Kiel; 
Profeflor der Naturwiſſenſchaften, früher in Rotter⸗ 
dam, dann in Lüttich; er jhr.: De insectorum 
vermiumque structure, 1817; Beiträge zur 
Anatomie u. Phyfiologie der Meduſen, Verl. 18155 
Dieu dans la nature, Bonn 1825; Stillieben, 
Kiel 1833. 

Gadebuſch, 1) Amt im Großherzogthum Ded- 
lenburg- Schwerin; 2,9 ODL.; 4500 Ew.; 8) Stabt 
daſelbſt an einen See, Amtefig, Schloß, Brannt« 
meinbrennerei, Brauerei, Leinweberei, Schuh⸗ 
macherei, viele Schmiete u. Sattler; 2300 Ew. — 
G. ift eine alte Statt; fie wurde ſchon 1151 von 
Heinrich dem Löwen verwüſtet, 1201 von König 
Woldemar von Dänemark genommen; fie erhielt 
1218 das Lübiſche Recht. Zwiſchen G. u. Grevse⸗ 
muͤhle 1253 Schlacht auf ber Rambeeler Haide 
zwilchen ben Söhnen Herzog Seintiche I. Hieros 


PAY GSabeir bis Genie 

en Sachſen u. ' kung ven Berlin, ebb. 1913; Freim 
—A — 7 der am 20. Dec. | ebb. 1315: Der Berliner Nachweijer 
Bran Die der Schweden nnter Steenbod über ! 2. Aufl. 1330; Zur Statiſtit ber ben 
He Bi f. Nordiſcher Krieg. Bei G. blieb , n.de6 deutſchen Buchbanteis, ebt. 15% 
Theodor Körner 26. Auguft 1813 in einem Gefecht | Bantel von mehreren Seiten betreften, 


gegen bie Bramofen (vgl. Worbepdir otanum fretum (a. Geogr 
8356 ‚f. —& Gadium (mittellat.), fo v. w. Zeh 


160.1 Eiodwerlt; 3) Gemaiı üe Toclın Bedyeiny 
2) jo v. m. Sto € ' n { Oßerbaste, 
hAlfe, Geiellihaftr; in Bermabter: Geben | fm ame Sein, Amt Dberbatt, 
Ehe Beifafle Babeling, ein Verwandter; | fentrecht anffleigenten Gadmentut. 9 
ein . ; i i Gipfeln, u 
One Eden Sat ken Be | va Berne Gr 
er : ? ⸗ iſt. 
of Forth; beide mit den Städten Curia na —* A N v. w. Schellñſche. 
menin m; jegt nach Cinigen Richeſter, na @abolinerde,, fo v. mw. Nttererke 
dern Brampton. ĩ einem jchmähiig 
ben ganksrefei Siekfeim: 1100 Gm. | Lopen mob ac Einem Khmäbig 
ber banndvrifepen Xanbbrofei di vueflappe. | beutlich kryſtalliſirt vor, meift derb we 
Gaͤderopus, Mufcel, |. —7* —— nierenförmig unb in Sörnern. ih 
Gaberdlchen, Diartifeden, y von ben Bhönie | hat mujdligen ob. unebenen Brud ı 
Gades (Bakeire, a. Aa veſi genommene | ſeine Härte iſt 6—7, fein ſpecifüches 
ciern gegrülntete eb. heit lag anf ber Weftfeite | 44,3; befteht aus Tiefelfaurer Niterer 
Stadt im Wärifchen Spanien, ie en Borgebirg ge- | erde, Eerorpbul, Lanthanorob u. Eile 
einer zwiſhen Calbe u. vem De N dem Feſtlande verſchiedenen Mifchungsverhältnifien: 
tegenen lieinen Infel, me te de Suazo) verbin- | Fahlun, Finbo, Brobtbo ı. Nıterko in 
tur eine Brüde uiedt g" Mei aber viele Cinw. | Bitterde in Rormegen, meift in Gramitei 
ten war: an fih war akt! ven Feftlanbe Gador, 1) Marktflecken am Aime 
daten fi nt Dem gegen Fear) war, u auf ſpaniſchen Provinz Almeria, mit ſebrerg 
we amd der Daten 1. Tune dero ob e ‚Ser minen u. 2500 Ew., Tiegt am Fuße teri 
ter nalen Memen Intel & N ar turch Handel, | be ©., Gebirgejug ber Brovinz Almen 
— Tri m tie Ginm. ber gleihlaufend, zwiſchen 6168 u. 7150 F 
mer mu Seren "ca bie Römer fih an⸗ Gadfchena Luſtſchloß, ſ. Gatichin 
EINE OENT wer Sa it dem römifchen Badeden (pr. Gädsden), 1) © 
ur mr Ne — a8 Municipium | Staate Florida Mordamerikai, 55 O2 
Ro. on NIENINENE. SS u mar ter Sig | Appaladhicola- u. Ocklokonce⸗River: & 
mn Sa. ba! an zurten in ©. | u. fruchtbar; Probucte: Tabat, Suder, 
— — 5 men reihen | taten, Baumwolle; 1550: S7S3 Em. ine 
Kun Nr SE SER Sant eh ehe | Sklaven; Hauptort: Duincn: 2) Fe 
Immer, TV :N en ns Grafichaft Cherofcetes Staates Alabanı. 
. wii Sm N . ter; Handel mit Baumwolle, Damı 
Geietedr Ne Sieingebent. vze Art Get ——— —I am Alabama⸗3 
same. © 2 a. 28 adsden⸗Vertrag, zwiſchen den 
, Gatyeiea Gabbeliide Ertace = Siserafur, Staaten ven Nortamenton. Merice.i 
ORT, —2: ratificirt am 30. Juni IS54, were: 
Sedraitic gene —— a Gar 7 ien Acres Land in Niedercan 
—— 8: 325 aan —— 244. ' 3 Mill Pinfler von Dierico an bie 
E- .me.: ea. Bam zer: 8) Fre} : Stoaten von Rordamerifz abgerzeren ı 
ers terio, ar $üelu ve Grat. Az-rcılanpr- Stande gerade im Deckr. 1553 v: 
[iind mir Grzueu Sehe, Hari ———— 33* adsden, nordameritaurbert 
GUIDE, Sigel in ber nike 
Nirinrußen, aud Juten u. Zigeuner. Im 3. 1659 Kent, nertweflid von Recheſter: mitt: 
hielt (4 einige Ztürme vom Terre tes Hemaanı cine Scene zwiſchen Prinʒ Penn —* 
Wygruihi am, nachtem es 5 Jahre verber ven Faiñeñ Im Zbaleipeare'a eng Same? 
Outrinsgh, Regnnentsckerhten ven Kjeichin, ereberr Gadfüll, im Lamaismus eine x’ 
merten mac: 150% von Vaiepa beieitigt, um eine lengs ed. Friefter, ]. u. Lamaiemus. 
nne siehe rent m aufzunehmen, teurte es 17yy Gadu, ter eine ter beiden Lime 
von Peter nem Örchen belagert, 1730 wurde G. landes . d. in Senegamdien, Weſtaig 
sone ner ölulhen Regierung tem Hetmann Apoſtol Gaduin (Ebem.. Ca Ha Os IV. 
aeſebeuft, firl getuch balb wieder an Lie Krone zurüd. ! De Jongh im Leberthran entdedie et 
adicke, Ayla Chriftian, geb. 176% in Bere | ifl bunkelbrann, ohne Geruch ıı Geier: 
fm, wurte Aflociv tes ‚neuftriecemteirg in Wei⸗ in Alkohol ı. Ather, un:eriich in Wañe:: 
mar, 1801 Auchhändler in Berlin u, ft. baf. 1857; | fäure löſt cs mit vorker arde anf, Zur 
er Jh. u u: ubrilenlexikon won Dentidland, kalien fällen ea wicter, ım lÜlteriduf t 
lm 1,08 fh, 2 Vde.; Der Buchhaudel, ebd. | tft es löslich u. dur‘) Säuren jãllbar: zei 
Inu, vertton von Vertin, Bert, 1806; Beſchrei⸗ holten Abdampfen der alteholiſchen Leiur 


Gabus bi6 Gaciſche Byradem. Literatur 


, Mobifienti N) in , 
er mic * u — 


Scheüſiſh 

ze (Chem.), eine der Hypogäafäure, 
‚ welde durch Behandeln derſelben 
Säure entſteht, fie iſt farblos, kry⸗ 
chlos, bei 38° ſchmelzbar, verflüchtigt 
ſetzung, löſt ſich "leicht in Allohol 
t in Waſſer; das Atherjalz iſt eine 
teit, ohne Geruch, flüchtig, unlsslich 
ih in Alkohol. 

Gaels), nennen fi im ihrer 
he bie celtifhen Bermohner Irlands 
mbe. Obgleich in bem ſchottiſchen 
(Lorlande) der Name Erse, b. i. 
der Ausipracdhe Ersh), für bie Cel⸗ 
(nicht für das Bolt) der Hochſcho t⸗ 
ders) od. Bergichotten vielfach 
ichnung Gaeliſch (engl. Gaelie) ges 
ſo iſt derſelbe doch den Hochländern 
nt. Letztere nennen ihr Bolt ſelbſt 
‚ach anderer Orthographie Gaedhel, 


ihre Sprache Gaoidbilg: ganz ebenfo 


Irländer in ihrer, dem Hochſchotti⸗ 
verwandten Sprache u. werben auch 
hotten mit diefem Namen bezeichnet. 
dafjelbe Wort, wie Gadhel, nur nach 
Siprache geichrieben. Einige neuere 
benutzen bie doppelte Schreibweile 
bezeichnen mit Gadbeliſch den ganzen 
ifchen Zweig der celtiſchen Völler n. 
hrend fie die Ramensform Saeliſch 
otten u. das Hochſchottiſche beichrän- 
ıtericheibet man zwiſchen Gael Al- 
Gaelen von Albion (od. Schottland) 
ınach, d. i. Gaelen von Grin (ob. 
den Kymren in Wales lautet bie 
Gwyddel. Die nichtceltiichen Be⸗ 
lands werben von ben Hochländern 
e Mehrzahl Gaoill, db. i. 

genannt; das Yand der Hochſchotten 
ch, das Land der Nichtcelten aber 
ie Gaelen find bie nächften Stamm⸗ 
7 celtiichen Irländer, wie auch ihre 
det, | Gaeliſche Sprache u. Literatur. 
tiger Abnahme begriffen, haben fie 
auf ben heutigen Tag theilweiſe ihre 
‚ Gebräuche bereahrt, ſ. Hochſchotten. 
ihlreichen (meift höchſt unkritiſchen) 


Urſprung u. Nationalität ver Gaolen: 


Highlandes of Scotland, Lond. 
; Wilſon, The Archaeologia or 
nnals of Scotland, Edinb. 1851; 
eltica, Stuttg. 1839 — 42, 3 Bde. 
Bprade u. Kiteratur. Die G. ©. 
nne ift Die Sprache der Hochichotten, 
Sinne (wo mehrere neuere Sprach 
chreibweiſe gabhelifch vorziehen), 
g der Eeltiihen Sprachgruppe, wel⸗ 
be, das eigentlih Gaelifhen. 
auf der Inſel Dan) umfaßt, wäh- 
ꝛ Zweig durc das alte Britanniſche 
deren Reſte, das heutige Kymriſ 

etoniſche (Armorikaniſche), repräſen⸗ 
ie älteften Sprachpentmäler bes Ga⸗ 
eiges zeigen nur eine gering bialel- 
venbeit zwilchen dem eigentlich Iri⸗ 


Gaeliſchen der Hochſchotten; erſt um. 


‚tionen u. Juter 


nenerer Zeit haben ſich, wenigfieu® in ber Schri⸗ 
—— — vier geſocdert. 
Man mnuterſcheidet in der oltoſprache ywei- 
Barietäten, das Weſtgaeliſche in ber Grafichaft 
Argyle n. ben w landen, u. das Norbe 
gaelifchein der Graſſchaft Inverneß u. ben närb» 


»D> 
jol⸗ 
werden 


lang I) 

anf ber erften Syibe. A bat einem breifachen Lautz 
a, bumpfes ö (vor eh u. dh) u. kurzes e od. ä; o 
lautet bald offen, wie ü, bald gefchleffen, wie eh, : 
bald lurz u. bumpf, wie in den beutfchen Eudſylben 
en, er 2c.; i lautet wie im Deutſchen; o balb-wie 
im Deutfchen, bald dem au fich nähernd, bald wie 
bumpfes 6; u wie im Deutſchen. Außerbem:. gibt 
e8 noch bie Diphthongen ae, ai, a0, oa, ai, 60, 
eu, ia, io, iu, Oi, us, ui, a. Dipbtbongen aoi, 
eoi, iai, iui, uai, beren Ansſprache gleichfalld in 
verfchiebenen Fällen verſchieden if. Die Conſo⸗ 
nanten twerben, wenn fie allein ſiehen, ziemlich twte - 
im Dentſchen ausgelprochen, nur daß e u. g vorm. : 
nad einem hellen Bocal faft wie kl gt d n.a 
aber vor u. nach e od. i wie tseh, dsch, sch lau⸗ 
ten; 1 u. n werben etwas monillirt; r bat eine 
ſcharfe, für ven Fremden jehr ſchwierige Ansiprache. 
Denn die Eonfonanten afpirirt find, lautet bh wie. 
w, ch wie im Deutichen, dh u. gh faft wie j, fh 
iſt ſumm, mh wie w, doch etwas nafal, ph wie f, 
sh wie h, th wie h od. iſt ſtumm. Die 6. S. 
einen befimmten Artilel. Die Subſtantiva haben 
zwei Geſchlechter, Maſculinum u. Femininum, u. 
zwei Zahlen, Singular u. Plural. Sie werben 
nach verichiebenen Deckinationen flectitt, je ma 
bem ber letzte Bocal ein voller sd. heller it. Die: 
Declination geichieht nicht nur durch Beräubernu- 
gen am Ende, jonbern auch am Unfange des Wor⸗ 
te, , ®. am bard, ber Barbe, Gen. a’ bhaird,: 
Dat. a’ bhard, Blur. Rom. ne baird, Gen. nam“ 
bard, Dat. na bardaibh. Die Adjectiva werben: 
anf dieſelbe Weife flectirt. Der Somparativ wirb 
durch Aubhängung von e ob. id an den Genitiv des 

ofitivs gebildet u. bient auch al® Superlativ; Die 

fen find 1 aon, 2 dA, 3 tri, 4 ceithir, 5 chi 

6 se, 7 seachd, 8 ochd, 9 naoi, 10 deich; bie 
Drbinaljahlen werben burd bie Enbung amh 
gebildet, mit Ausnahme von an ceud, ber erſte, 
an dara, ber zweite. Die Pronomina personk-. 
lie find mi ich, tu be, e, se er, i, si fie, sion wir, 
sibh ihr, iad fie; Bofieffiva: mo mein, do bein,- 
a fein, ar unjer, bhur euer, an, am ihr. 
dere Pronomina find a welcher, so bieler, co Wer. 
Das Berbum bat ein Activum u. ein Paſſivum, 
einen Indicativ, Negativ od. Interrogativ, Con⸗ 
junctio, Imperativ u. Infinitiv, zwei einfache 
ten, Präteritum u. Futurum, in deu gewöhnlichen 
brei Berfonen u. zwei Zahlen. Auch bie Conjn⸗ 
gation gefchieht burch Veränderung am Anfang u. 


‚| Ende der Wörter, 3. B. bhuail: mi id {dl 


buailidh mi ich werbe fchlagen, ta mı ag bualad 

ih fchlage (eigentlich ich bin im Schlagen). 8 
ibt zwei Conjugationen u. mehrere unregelmäßige 

—* Bon Adverbien, Präpoſitionen, Conjnne⸗ 


jeetiouen iſt nie Beionderes 38; 


38 
bemerten. Die Mor ‚gefhtehe durch Ablei⸗ 
ob.- Die Syutar iſt 
yeinfach. Der Anfang des Baterunfers: au⸗ 


—— nꝰ athair a ta arrıneanh, 


Himmel; fei-gebeiligt bein Name: Wörterblicher: ı. 


auffer ben; ältereım bon —*— Edinb 1741) 


Shaw (2 Bor. LToudi 1780), Macſarlan (E —* 
1771552 Bbe,; gonb. 1815) u. Allan (Ebinb, 180 
bie neueren: von. ber Higkdand or 


ds — dom —* *— u. —— 


(% 
—— 1901, 2. Ku 1819); —— 
ben teichungs tafein, Halle 18223 
—— ee Forbes (Lonb. 1843); Ber: 
ns e,, Rowiand, Mona antiqua restau- 
—* Lond. 1766, u.beſ. Kellen Practical grammar: 
of. the'anicient Gaelie, Lond. 1903, u. Öregeen 
A diction.of the Manks lang, Douglas 1836. 


Die ©, 2. beſteht faſt nur in Dichungen der |; 


Barden, bie bis im die legten Gabrbunberte u. 
—* mündlich überliefert, boch auch nieberg 
ben. bier u. da in ben Familienarchiven als 
nannte Laibhair'deargh (db. t, rotbe Bilder) * 
bewahrt wurben. —* wurden dieſelben erſt 
geſammelt m. a in ra ſeitdem durch Maca. 
—5** engliſche Bearbeitung einer Anzahl alter 
ae: —— —S ken halb⸗ 
nm en Bar an (j. D,) en wur. 
ben, bie Kinfeetfomtet auf bieje Gattung von poe⸗ 
tiſchen Denkmäler gerichtet wurde. Außen 'den 
gaelijchen Dichtungen Offians, bie 1807:in London 
u 1808 in: Edinburg par we wurden noch viele 
anbere Barbenlieber, von Diacbonalb, Bal- 
lencey, Harold, John Smith, Miß * Suli⸗ 
van, Walfar, Moury, Salloran u. A. — —* 
Auch wurde für biefen Zwed bie Hig land S oviety 
begrlnbet, zu welcher neueſter Zeit noch Die Os- 
sianic Society zw Dublin trat, vie ſeit 1955 in 
ibren. Transactions eine Anzahl alter. gaelifcher 
Poefien veröffentlicht hat. Nenere gaelifche Diche 
ter find mm wenige aufgetreten; ber befanntefte 
unter benielben bürfte-Aler, Macbonalb: fein, ver 
in ber erften Hälfte bes 16. Jahrh. dichtete Die 


Profaliteratur beftebt fat nur aus religiöfen Schrif« | 


ten; fr das älteſte gebrudte Buch gilt bes Biſchofs 
Garfevelt Überfetgung von John Knors Liturgie‘ 
(Edinb.; 1567). Die Bibel ift mehrfach gebru 

das A. T. u. a. zu Edinburg 1807., das N. T. zu 
Einburg 1813 u. zu London 1855. Alle gaeliichen 
Drudwerfe verzeichnet 9. Reid, Bibliotheca 


Seoto-Celtica, Epinb. 1832. Bal. MLauclen, 


Geltic Gleanings, Ebinb. 1857. 
Gakta, 1) Meerbufen u. 2) Seeftabt baren, m 
ber — — Provinz Zerra di Lavoro, eine 
rie Feſtung, auf einem in bas Meer hinaus 
reichenden Felfenvorgebirg erbant, fo bafj vom 
Lande ber nur ein fhmaler, durch mebrere, etagen« 
weile über einander liegende Batterien gebedter 


Zugang übrig bleibt; fonft ſehr freumblich gelegen 


1. bon vielen Tandbäufern umgeben; ber Plan ber 
Weftungsmerfe rübhrte von Karl V., die Details bon 
ben Franzoſen nach ber Eroberung ber Stabt durch 
sſhen 1799 u. 1806; fie finb noch 1852 u. 1853 

vet werten; G.hat guten Daten, Sijchef, Rate» 


gu naom- 
beicheart'dinm, d. bi En welcher iſt im 


1namı“ Qaclae 51 —R 


— te ne 
en ner f.d.) Amme bes Mict, 


fe, 
Ä 
$ 
; 
T2} 


H Bub Gas van 

Rei wre ©. a 

Staat: mit. reyabl ’ 
Ye 





en 
tond von Aragenteır bie Stabt ein n. 
mehrere Werke, je: Die Citadelle, an. 


Im Spaniſchen Er 
bielt es eime breimonatlidhe Belagera 


— wieber an ben König 
1606 er ber 


Bez 
Im Nov. 1848 Mlhtete $ Papft Bine D 
u. veftbirte bier bie zum Sept. 1849, 
welcher Zeit G. ber uns mehrer 
des Könige son Neapel n. 
herzogs von Toscana, — anbtes 
maten war. Im Mat 1849 wurte G. 
® niern bejegt. 3) Mola di @., Fk 
daſelbſt, in der Nähe von jenem, and 
von Rom nad Neapel; 2000 Ew. 
Gotta , Herzog von., |. Gaudin 
Sattäni, Honvratus, Herzog . 


— Grein on 





Gaetanut As Gagel 


be 1837 Stalthalter von Sicilien, 
litaniſcher Staatominiſter bis 1848, 
jeſtand trat, u. fl. 1857 im Neapel. 
d, ſo v. w. Cajetanus. 
aiatet), Bolt in Abyffinien (Write). 
t, Gartan, fo v. w. Caffarelli 
) I v. an ; —— * ſo 
necht; 2) Gaffelamt, fo v. w. Zuufi; 
erren, Rathsherren, bei ben Zunftwer- 
u. Gaffelkaecht, fo v. w. Jungmeiſter 
iner Zunft; Gaffeimetfter, jo b. w. 
3) (Seem.), eine Art Raa, bie ſtatt 
e, am Eube durch eine Art Gabel am 
jt iſt; Saffelſegel, folche l, bie 
en, jonbern an Gaffeln angeſchlagen 
ine Übung beim Boltigiren (1. b.). 
Kunern, eines ber älteften Geſchlechter 
Is in Schiefien, das urfprünglich Sa⸗ 


eron hieß. Schen im 13. Sahrh. foll | 


ich begütert geweſen fein, im 16. Jahrh. 
b in die 3 Linien G.⸗Oberſtradam 
I..Trembatfchau, von denen nur no 
sem jegigen freiherrlichen Geſchlechte 
arimilian, war k. k. Rittmeifter u. 
1677 im Kriege gegen bie ungarifchen 
aus; bald darauf aber wurbe er 
ndet von ben Rebellen gefangen ge- 
ebendig geipieht; 2) Adam Abrah., 
‚trat in däniſche Kriegsbienfte, wurde 
nant u. Gouverneur vou Nyborg u. 
rühnen, er war vermählt mit Chriſtine 
olle. Jetziger Chef ift: 8) Freiherr 
geb. 28. März 1797, wurde 1840 ın 
n Kreiberrenftand erhoben n. ift könig⸗ 
x Geheimer Regierungerath u. erfter 
föniglihen Creditinſtituts für Schle- 
54 war er Mitglied ber erften preußi⸗ 
: u. Bicemarichall des ſchleſiſchen Pro⸗ 
8, dann wurde er zum Mitglieb bes 
: auf Yebenszeit ernannt; er war feit 
It mit Johanna geb. Röftel (ft. 1858); 
sohn Rudolf, geb. 4. März 1821, iſt 
ruſſiſchen Dienften. 

Marktflecken des Bezirka Weyer in 
ser Enns (Traunkreis); Eiſenhammer; 


tadt in Tunis (Norbafrika) am Rande 
bat 2000 Ew., große Krapp- Henna⸗ 
ion u. Obfthanbel nad dem Innern. 
Geogr.), Stadt u. Kaftel in Lycien, 
angelegt, Ruinen bei jegig Gagge⸗ 
inem nahen Ylüßchen fund man ben 
es, |. Gagat. 
ro, Stadt im Diftrict Saharunposr 
Delhi in der indobritiſchen Präſident⸗ 
en (Vorderindien). 
fürſtliche Familie in Rußland, t 
ten Golibeßovſti⸗Starodubfti ab. Ihr 
Michail Lapin⸗Golibeßovfti u. feine 
hießen mit Zunamen Gagers, b. i. 
Zu bemerken ſind: ı) Fürſt Matwei, 
ter dem Großen erſt Statthalter (Woje⸗ 
tichinſt in Sibirien, danu (1207) PBrä- 
rwaltungerathes von Sibirien m. von 
meur bajelbft, wo er in Tobolſk eine 
ung banre. Er war ſehr prachtliebend 
ben Kaifer in Ungnabe gefallen, 1721 
g öffentlich hingerichtet. 2) Gawriil, 
sch längere Reifen. im Unslaube, wurbe 


ruffiſche diplomatiſche 


MW 


Ranmerjunker, 1781 Obexproturecx, 1996 Menator, 
1c2 im Rirchbork — 
im 0808 je u. eini 
s) Fürſt Georg . eb. 1781; at irip urens 
vp8 , wurde Tegatissraith 
er 1692 Aard. 4) Bürk Mleramder, rmfkiker 
er arb. 4 erander, 
Grenerallieutenant, welcher ſich in —— gen 
die Kantafusnäller auszeidmete, bei. auf dem Zuge 
en Dargo, wurbe 1847 Gouverneur von Autats, 
ebligte 1853 Die Milizen an ber tilrkiichen Gremge, 
wurte in der Schlacht von Ticholock, 16. Inni 
1854, ſchwer verwundet u. erhielt baranf, zum 
Generallieutenant ernannt, base Commando über 
bie 19. Infanteriediviſion u. war 29. Sept. 1855 
bei bem Sturm auf Kars, wo er wieder verwandet 
wurde; nad) einer Babereife in Dentichlaub kehrte 
er im Februar 1857 ale Generalgouverneur von 
Kutais auf feinen Poſten zurüd; im Begriffe, ben 
Fürſten Sonftantin Dabeihlalian von Svanetien 
zu fangen u. nach Tiflis zu ſchicken, wurbe er von 
dieſem in feinem Schlofle mit mehreren DoichRichen 
verwunbet u. farb 6. Movbr. 1857 in Kutais. 

Sagad, Bolt, fo v. w. —— 

Sagat (Pechtohle), eine Art Bramlohle, 
welche ſich in lleinen Stücken in den Braunkohlen⸗ 
lagern mancher Gegenden findet, jo bei. im Thale 
Hers des Arrondiſſements Pamiers, bei Dransfeld 
in Haunnover m. in England. Es iſt von ſchwarzer 
Farbe, hat mufcheligen Bruch u. ſtarken Blanz; 
man verarbeitet es zu Knöpfen, Roſenkraͤnzen, Arm⸗ 
bänbern u. allerhand Schmudjachen. 

Gagauda (a. Geogr.), Nilinfel in Äthiopien. 

Gage (fr., ſpr. Gahſch, germähnlich Gahſche, 
vom wiittellat. Gagium, f. d.), 1) Pfand, 

6. damour, Liebespfand; 2) Gehalt, Beſoldung, 
vorzugäweile ber Schaufpieler u. Sänger; 3 
San), fo. v. w. Cage. 
age (fpr. Gelbich), geb. in England, trat früh 

in englifche Kriegsdienſte u. ſtieg bald bis zum 
General. Ws Generallieutnant war er britiicher 
Generalgouverneur in Bolton u. befehligte bort, 
als 1775 der Rorbamerilanifche Fretheitokrieg be» 

nn. Über feinen Antbeil an demſelben u. wie er bie 

rovinzialverſammmlung von Maffachufetts ſtören 
wollte, ‘ Nordameritaniicher Freibeitetrieg. Zurück⸗ 
berufen ſtarb er in England. 

Gagẽa (G. Salisb.), Pflanyengattung aus ber 

milie ber Liliaceae- Tulipaceae, 6. $4. 1. Orbu. 

; mit feheblättriger, aufrechter, oben abftehenber 
Biäthenpälle, mit den 6 Eitaubgefäßen bleibend, 
ohne Honigbehälter, Staubbeutel ſenkrecht eingefligt, 
Griffel ungetheilt, Narbe breifeitig, Samen abge- 


rundet, Blüthen immer gend mit grünem Nüden- 


Brei aut ben gr ättern; wur ſogn mit 
t mengezogen; Arten: G. lu- 
con, — — auf Atem, in 
ti ; G. pratensism. 

& . —* —— — üdern. Die Heinen, 
ſchleimig, füßlich⸗ ſchmeckenden Zwiebeln erregen 
we "pie Sn ttung Myrica. Daher 

Bagel, vie Pflayzenga a. 

Per ätherifches 8 ans —* Gale; man 
erhält es durch wiederholtes Deftilliven ber Blät⸗ 
Bat Ye Geud ver Ban ai Denis — 
“ iber; Ipecifihes der 





in Wifobol, leicht Idelich in Ather; 
dt 0,026; bei + 12% wird es faR feſt, indem 
RG das Gtearepien auoſchedet. . 





auiſ⸗ 

— ie Vu 1792 für bie A | 
migin | Beim, Anbringen ber 
Er Oi en 
1801 — > 
3 ————— wirlle er für 





— 


b 
— u & — 


ſchrieb anonym —— bes —2 
nt —— —* algeſchichte ber Deutſchen, an 
großartigen Erfolg hatte. Da feine 
——** he Erg Tyrols fehlſchlugen, 
ging er nad Wien u. trat. mit ie Berfafn in 
binbung, um für eine zulinftige Berfafjung 
Deutſchlands thätig zu fein: ‚Auch den Freiherrn 
—* — u. mehrere deutſche Höfe juchte, er filr 
1813 Be tigter des Prinzen bon -Oranten 
u. bes Kurfürfen von Heſſen bei dem für bas 
nörbliche, Deutſchland ‚ein —— —æes, 
har ‚Im Auftrage hei fteren ging er ſodann 
Schweben uEnglanb u. lehrte nad) ber Ber- 
‚weibung ‚Napelcons’aus Deutichland zurüd, um 
ala & ter für bie: ——— u. Naſſau am 
Wiener * e Theil zu.n Ben Bode 
neigung gegen as kipe rlüebe ‚für die 
Nieberlande u. bie Aug nicht wenig 










— } 







wange |. dir 
nene 


—A— 





Dien 


rert 


Dragouerregi 


gewinnen u. wurde im April in 


wurde er 


Antheil an der Bolt, 
5 Bbe.; Anſprache am bie beu 
Borgang in in, Lpr. 1838; 


Hi 7" 


gegen Nußlanb mit; 
eben u. Yeipzig, 1814 trat ı 
Vaters Munich in nmieberlänbiihe 9 


über u. wurde bei Duatrebras verw 


1815 ſetzte er ſeine Studien in Heide 
lehrte 1817 ala Hauptmann im ben nid 
zurück; 1824 u. 25 wurbe er! 
milit rcommiffion beigegeben u. fian! 
Jahre den Arbeiten bes General 
bor, wo er bie jüngeren Offiziere in 
matit u. ben Krie —— — n 


1830 wurde er Chef bes Stabo bei be 


8 Bernbarb von Weimar u 


ſolcher, jeine ſchon früher bemäbrte 2a] 


Nene an ben Tag legend, an vem 4 
Belgien Theil. 1838 wurte er Comm 
iments u. begleitele eimen 
biichen Prinzen nach Petersburg Seit 
gabter ber Kavallerie u. 1844 Generel 
abjutant des Königs, werweilte er vor 
bem tieberländiihen DOftintien, ı 
Colonien inipiciren. Nach br 
überneur vom Sa ur 
eommanbant von Sibholland, Als € 
1848 von dem lebhaften Berkangen ergal 
politiien Neugeftaltung Deuticlaudt 
jeberlanven beurland®, 


er bas ihm von deu Siebzebnern Übertea 
Seine Ah | mando gegen bie badiſchen Jujurgenit 
Mäßigung mit: militärijcher Energie ! 
sbegasın den Kampf, 


SER. fiel aber jchos 


Gegen. bis Gage. 


‚20. April 1848 bei Kanbern, wo ihm 
ıtmal geſetzt wurde. Bgl. Leben bes Ge⸗ 
rich von G., von Heinrich von Gagern, 
Bde.3) Heinrich Wil helm Auguſt, 
Vor., geb. 20. Aug. 1799 in Baireuth, 
ie militärifche Yaufbahn beftimmt, feine 
che Ausbildung von 1812—14 auf ber 
: in Münden, machte den Feldzug 
eiwilliger mit u. betheiligte fi h⸗ 
Studien in Heidelberg, Göttingen u. 
: bei den burſchenſchaftlichen Beſtre⸗ 
21 wurde er Yanbgerichtsafleflor in 
t Regierungsafleflor u. 1829 Regie⸗ 
n Darmftabt, 1532 coutrolirender 
Pinifterium des Junern u. ber Zuftiz. 
ihen Anfichten in Bezug ſowohl auf 
tag, wie auch auf bie ſtändiſchen u. 
itiſchen Rechte der Kinzelftaatsbürger 
zin Wiberfpruch mit dem herrſchenden 
ba er als Abgeorbneter zum Landtage 
e Rebaction ber Abrefle an ven Groß⸗ 
iahm, wurde er in Folge ber barin 
nen freilinnigen Anfichten penfionirt ı. 
mierherrnichlüſſel genommen; er wies 
nfion zurild, machte fi) durd Anlauf 
ähig, wurde 1534 wieber gewählt u. 
8 purlamentariicher Yübrer an bie 
beralen Partei. Nach dem Landtage 
vo er fi) abermals bemühte politifche 
ı liberalen Sinne durchzuſetzen, 309 
in väterliches Gut Monsbeim zurüd; 
er Präſident Des Landwirthſchafilichen 
Rheinhefien u. zäblte zu ben populär⸗ 
n unter den Verfechter eines Lelon- 
lismus; 1947 trat er für bie Statt 
er in Die Kammer u. fuchte ben bereits 
ritichriit veröffeutlichten Proteſt gegen 
Regierung beabſichtigte Beſeitigung 
iſchen Gerichtsverfaſſung auch in ber 
ichzuiühren. Für den Yanttug 1847 
ewählt, wurde er wieder Präſident 
lſchuſſes. In Folge des politiſchen 
Anfangs März 1848 trat er an Die 
ugebilderen liberalen Miniſteriums mit 
n Leitung tes Auswärtigen u. Junern. 
d tes Verparlaments in Frankfurt 
rer ter gemäßigten Richtuug, u. feine 
eutung flieg bald in einem fo hohen 
bir tie Nationalverſammlung, welcher 
Abgeortneter angehörte, am 19. Dlai 
unten mwäblic, ſ. Deutſchland (Geſch.) 
u. d). Bei feiner Wiederwahl zum 
im Juni legte er feine Minifterkelle 
ber. Am 17. Decbr. 1545 wurde er 
»Reichéminiſterraths, gab aber ten 
y feine Entlaſſung, weil ber Reiche- 
) vorgelegte Programm, worin bie 
inführnug ber Verfaflung verlangt 
annahın. Er mar nacber die Seele 
artei, welche aus vormaligen Mitglie- 
snalverianımlung beftebend ben 25 bis 
y in Botba einen Konvent hielt u. fich 
ünigsbündniß erklärte. 1550 nahm er 
tes Volkshauſes an dem Erfurter 
heil u. ging im Sommer d. J. nad 
ten Herzog.bümern feine Dienfle zu 
als Diajer dem Generalſtab aygregirt 
Januar 1851 reichte crieine Entlaffung 
Diousheim, u. als er bie;eö Qut 1851 


— — — — — —— — —— — — — — — — — — — 


339 


verlauft hatte, en er 1852 nad Heibelberg. Er 
ſchr.; Rechtliche Erörterungen über bie ber Pro- 
vinz Rheinheſſen Tandesherciiche verheißene Garantie 
ihrer Rechtsverfaſſung ꝛc, Worms 1847; Leben 
bes Generals Friedrich von G., Lpz. 1857, 2 Bde. 
4) Mar, Bruber ber Borigen, geb. 1810 in 
eilburg, trat 18529 in nieberläntiigen Staats⸗ 
bienft u. nahm Theil au dem Kriege gegeu Belgien. 
1833 trat er in ben Privatftand, war aber, ſpäter 
wieder im naflauifchen Miniſterium des Außern 
befchäftigt. 1818 ging er als Vertrauensinann für 
Naffau u. Braunfehreeig zum Bundestage nad 
Frankfurt u. trat als Abgeorbneter in bie Reichs⸗ 
verfanmlung. Er wurde bann bei ber Centralgewalt 
Unterftaatsiecretär im Minifterium bes Auswärtie 
gen u. ging als ſolcher in Folge ber Waffenftill- 
ſtandsverhandlungen nach Holftein. 1850 nahm er 
als Abgeorbneter für Limburg u. Naffau Theil an 
bein Erfurter Parlament. Seit 1851 wieber in 
naſſauiſche Staatsbieufte eingetreten, wurde er, 
zum Ratholicismus übergetreten, Referent bei ber 
neuen Sentralorganifation bes fatboliihen Schul» 
weiens, wurde aber 1854 nach Wien berufen u. 
von ber Öfterreihiihen Regierung zum Hof⸗- u. 
Minifterialratb im Minifterinm bes Auem ãrtigen 
ernannt. 5) Karl, Bruder von G. I), geb 1769, 
ftubirte auf der Karlsichufe, trat früh iu franzöſiſche 
u. ſchwediſche Kriegsdienſte, nahm dann pfälziſche 
u. naſſauiſche Dienſte u. ſtarb als baierſcher Geue⸗ 
ral a. D., geiſtestrand den 7. Dec. 1849 in Bocken⸗ 
beim. 6) Kari Adam, geb. am 21. Dec. 1774 
in Maifjelbrig auf ber Inſel Rügen, trat 1790 
als Junker in das preußische Regiment von Kno⸗ 
belsberf, nahm an ter Rleincanıpagne Tbeil u. 
wurde 1704 Zeconbelieutenant. 1506 befreite er 
mir von Eiſenhardt bei Gotha 600 preußifche 
Kriegegefangene u. zeichnete ſich kei Yübed fo aus, 
daß Blücher ibn feinen Schützenofficier von Yübed 
zu neunen pflegte. 1810 wurde er Capitän beim 
Teibinfanterieregimient u. erbielt 1811 cine Com⸗ 
pagnie des neuformirten Nermalin’anteriebatail- 
lons. Als Commandeur cines Bataillons des 
4. eſtpreußiſchen Juſanterieregiments nahm er an 
der Belagerung von Spandau Theil u. wurde 
nach der Schlacht bei Luckau Commandeur des 
5. Reſerveregiments (jetzigen 17. Infauterieregi⸗ 
ments). Bei Großbeeren u. Tenuerwig trug er 
weientlih zum Siege bei. nahm 1514 Lafere ı. 
wurbe bafelbft Commaudant, ftand 18145 beim 
Nerliben Corps, wurde 1528 Commandeur ber 
5. Anfanteriebrigate, 1531 Generalmajor, 1533 
Commandant ven Minden, 1837 als General. 
lieutenant verabichiedet u. ft. am 5. Febr. 1946 in 
Berlin. 7) N. von G., war früher Offizier in 
preußiichen Dienften u. machte als Major den Feld⸗ 
ng in Holſteinen. Schleswig mit; nach ber Schlacht 
ei Idſtedt 1550 übernahm er nach der ſchweren 
Verwundung des Arigadeconmanbeurd Das Cont- 
mando ber erften Brigade, arancirte bald darauf 
um Oberſtlieutenant, zeichnete ſich bei ter Be: 
chießnug Friedrichſtadts, wo er unter von ber 
Zaun commandirte, aus u. erbielt anı Ente des 
Fedzuge, nach dem Abgange des General von 
erhard, die Führung der Avautgarde. Er lebte 
darauf in Holſtein u. ſchr. einige tleine Abhand 
lungen über Epiſoden aus der dritten ſchweswig⸗ 
holſteiuſchen Camragne. 
Gages (ipr. Gaſch), Iran Bonarenture Du⸗ 
gıont, Sıaj te G., geb. 1602 in Dıuma , begleitete 


30 
Bhilipp V. nad Spanien n. diente in ber Wallonen- 

arbe, wurde 1740 Generallieutenant beim Feldzuge 
Der Spanier in Italien, 1742 Oberbefehlehaber 
über die fpanifch-itafienifche Armee, fiegte 1743 fiber 
bie Ofterreicher bei Campo⸗Santo, nahm Nocera, 
Lodi u. Mailand, nöthigte 1746 ben Yürften von 
Liechtenftein zum Ruckzuge, mußte ſich aber nad 
dem Rüdzuge des Infanten Don Philipp felbft 
zuruckziebn. Nach Philippe V. Tode übergab er 

en Oberbefehl Dem Marchefe de las Minas, wurde 
Commandant in Pittoria, dann Generalcapitän 
von Navarra u. ft. 1754 in Pampluna. 

Gaggenau, Dorf im Amte Raftadt des babifchen 
Mittelrheinfreifes; Glashütte, Eiſenhammer; 1200 
Einw. u. die Billa Amalienberg. 

Saghra, f. Gagıy. 

um (mittelfat.), 1) Unterpfand, Succum- 
benge ; 2) eine bem Richter od. dem Herrn zu 
zablenbe Strafe; 8) Lohn, Sold, |. Gage. 

Gägler,, Bogel, fo v. w. Bergfink. 

GBagliarde (fr., ſpr. Galliarb), Tanz, ſ. Gaillarbe. 
Saßgns (fr., ſpr. Oamieh), emonnen. 

Gagnebina (G. Neck.), —— aus 
der Familie der Mimoseue-Acacieae; Arten: 
auf St. Moritz. 

Gago, die alte Hauptflabt des einft mächtigen 
Sonrepreiches im Innern Nordafrika's, Tiegt füb- 
Hg von Timbuktu auf einer Inſel bes Niger, 
ift jest aber verfallen ı. unbedeutend. 

Gagry (Kotoſch), rufjifches Fort an ber norb- 
öflichen Küfte des Schwarzen Dieeres, am Fluſſe 

agrypſch, etwa 11% deutſche Meilen von Suchum⸗ 
Kaleh, liegt in einer 400 Schritte breiten Schlucht 
zwiſchen einem Ausläufer ber Kaukaſiſchen Gebirge 
a. dem Meere u. ift zu Lande ber einzige Berbin- 
dungsweg zwifchen den Abchaflern u. den Tſcher⸗ 
Teflenftämmen, welche den meftlichen Theil der Kau⸗ 
kaſiſchen Berglette bewohnen. Im J. 1830 wurde 
©. von ben Ruſſen unter General Heffe beſetzt u. 
befeftigt, fpäter mwieber geräumt. Der Hafen ift 
offen u. bietet den Fahrzeugen gegen bie Stürme 
bes Schwarzen Meeres nur wenig Schut. 

Gah (perj. Ehron.), 1) Abtbeilung bes Tages; 
in den 7 Sommermonaten theilte man ben Tag in 
5, m ben librigen in 4 ©8; 2) tie 5 Erfagtage, 
welche man dem Jahre beiflgte, um es zu 365 
Zagen zu bringen. Alle diefe G⸗s wurden ale 
Ba Izeds, Töchter Ormuzds, verehrt. 


1 
3 G. Eddin Mohamed, Statthalter, dann 


kel des Vorigen, regierte 1236—1244, ſ. ebd. 5) 
Malt. 


Zungen einen vortheilhaften Einfluß. Man gähnt 
u od. mehreren tiefen Achenzügen; am an- 


Gaggenan bis -GBähten 


regendſten u. Befriebigenbfiem IR aber 
nur dann, wenn bie Yuft, unter Erwei 
tnorpligen Theiles ber Euſtachiſchen AS 


ſelbſt u. durch fie bis in bie Paulenhöhle 


angt, was fich bef. durch ein eigenes & 
Sm anbeutet. Meift ich @. 
Schlafbebürfnig ein, wenn max ſich de 
noch erwehren will, eben fo, wenn ınan, 
zu voller Munterleit gelangt zu fein, 
Schlafe ermadıt; es fl daun mit dem 
von Streden der Slieber u. Reiben der! 
verbunden, welches ebenſo Anre 
Mustel- u. Nerventhätigkeit if. Sc 
rene Kinder gähnen, auch Thiere mit La 
beim Schläfrigwerten u. beim Erweh 
auch in anderen Zuftänden von Febenk 
entftebt Neigung zum ©., fo beim 
Talter Luft, ebenjo vor Eintritt von 
Krämpfen od. Ohnmachten. Diehrere me 
verbuntene Gähnacte nennt man && 
Auch it G. der gewöhnliche Begleiter w 
weile; ja ſchon bie lebhafte Vorftellung, ı 
vom ©. erregt es jelbft. 

Gahnia (G. Forst.), Bflanzenget 
einem jchwebifchen Arzt F. Saba ben 
ber Familie der Cyperacese - Cladies 
auftraliiche Gräſer. 

Sabnit (Automolith, Win.), kry 
Octaedern, oft in Zwillingstryflallen wi 
iſt dunkel lauchgrün, graulichgrün cd. Bü 

at weißen Strich u. Fettglanı; fpec. S 

rte = 8; ift fantenburchicheinent im 
ſichtig; befteht aus Thonerde u. Zinken 
ort: Fahlun u. Stor-Zuna in Schwede 
in New⸗Jerſey u. Hatdam in Eonmectic 

Gahnmufdeln, fo v. w. Gienmuich 

Gaͤhrbäder, Bäder in Flüſſigkeiten 
Stoffe einer weinigen Gährung unterlie 
der fich entbindenten Koblenjäure als £ 
von mandherlei Nuten, wie Weintrefta 

Gaͤhrbottich, Bottich von der Geht: 
geflutten Kegels, worin die abgekühlte 

ehuf der Gährung abgelaſſen iaı 
wird. In manchen Brauereien ſteht 
beſonderen Zimmer, Der Gäbrkammer 
gebraucht man auch den Bierbottich fa 

Gahre, 1) der Zuſtand, in melde 
per gährt; 2) bei ven Bädern vom Zei 
von letsterem bie G. bekommen, 
es im Ofen aufgeben läßt, dann be 
u. mit Waffer beftreiht u. nachher Ei 
Eigenfchaft, meldye ver Tabak durch ein 
rung befommt, wenn er lange liegt, 
man durch feinen Geruch erkennt (vl. 
4) ©. des Aderlandes ift derjenige 
fene u. zerſetzte, für atmofphärtice Ei 
empfänglich gemachte Zuftand bes Bede 
er im Stande ift, alle dem Pflanzenteb: 
ligen Stoffe zu entwideln u. fabren zu 

egen alle zum Leben u. Wachien ter } 
Bo eberfichen Stoffe zu entwideln u. im fd 
men. Die ©. kommt bauptjächlich bei X 
der Brauche in Betracht, u. wird erzielt ! 
zeitige Bearbeitung u. Abwerbielung vı 
u. en 5) wenn das Eiſen m 
weiß od. grau wird, wie es werten fel 
w. Be bei. Sefen; vgl. @ 

Gaͤhren, 1) f. u. Gährung; 8) E 
ben Wellen, durch das Beizen antaelı 


Währing 


| 


Weißgerbern geſchieht bies in ein 
—— —J ſo — 


rm. 

eine eigenthiimliche Zerfegung orga- 
nzen unter dem Einfluß eines andern 
d. unorganiihen Körpers, des Bi 
od. Kerments. Die Wirkung bie- 
beruht aber leineswegs auf leiare 
wandtſchaft zu dem gährenden Stoff 
terial), indem zwifchen beiden Körpern 
jer Austauih von Klementen nicht 
‚arakteriftiich file feine Wirkung ift 
ſchon in jehr geringen Mengen große 
&ährungsmaterial in ©. verſetzen 
die Einwirtung des Fermenté auf 
e Subftanz ordnen fich entweder die 
en in ber Weife, daß ein nener Kör⸗ 
er Zufammenfegung, aber verſchie⸗ 
haften entftebt, wie bei ber Umwarid- 
rkemehl in Zuder; ob. bie organiſche 
It in mehrere Stoffe, wie ber Zuder, 
ei der ©. in Alkohol u. Kohlenſäure 
daſſelbe un iſt nicht im Stande, 
fähigen Subftanzen in G. zu ver- 


jemeinen gibt e& filr jebes Gährungs- | 


eftimmtes Yerment, dieſes kann a 
ıen Stadien feiner Zerfegung bie 
mehrerer Fermente annehmen u. in 
‚ungsfähigen Subflanzen ©. erregen. 
ermenten unterjcheivet man folche, 
reits angefangen haben, chemilch zu 
melde jelbft ſchon in Zerſetzung über- 
‚ wie bei. bie eimeißartigen Körper, 
olde, an denen keine Veränderung 
werben kann, wie das Platin u, bie 
. Die Wirkung der Fermente ift zur 
ht genügend erflärt. Berzelius u. 
ıchten den ®rund des Bährungepro- 
Birkung ber katalytiſchen Kraft 
auf das Gährungsmaterial; dadurch 
n38 die Thatjache mit einem Namen 
icht erflärt. Liebig glaubt, das gr 
wirkſam, wenn durch Zutritt von Luft 
ihm eingeleitet ift, u. fieht die Zer- 
ährungsmiaterial® als eine Folge ber 
3 Ferments an. Ferment iſt alfo nach 
Zerſetzung begriffener Körper, deſſen 
n Zuſtande ber Bewegung befinben; 
ng theilt fh ben Elementen bes Gäh⸗ 
18 mit, u. bie Folge bavon if, daß 
in neuen Körpern gruppiren. Diele 
e bereits von Stahl angebeutet wurbe, 
inge eine Menge von Gährungs- 
‚ aber nicht alle, iR 3. B. die Wirkung 
a. ber Schwefelläure, u., abgejehen 
ich biefer Erflärung nicht einzufehen, 
jeder in Zeriegung Übergegangene 
Stande fein follte, das Gleichgewicht 
Atomencomplexes zu fidren, warum 
em Gährungsmaterial nur durch ein 
erment eingeleitet wird. Eine eigen- 
ſcheinung bei dem Gährungsproceß ift 
iftreten lebender Weſen, durch 
ctung man ebenfalls die G. zu er⸗ 
H bat. Ehrenberg u. Schwann ha- 
tuft mikroſtopiſche Keime von Pflan⸗ 
n nahgewiefen, welche, wenn fie anf 
eu Boden fallen, ſich eutwickeln u. bie 
par noch unertiärte Weite veran- 





-&1 


laſſen follen. Aber auch nach biefer Anficht lafſen 
fig kaum einige —— —— erklären, 
wie bie geiſtige ©., die Fuͤnlniß u. manche Schim⸗ 
melbilbungen. Blonteau nimmt an, daR jede ©. 
anf ber Gegenwart von Pilzen berube, fo foll die 
rege durch einen Bit, 'Torvula cere- 
visiae, bie Eifigfäuregährung durch Torvula 
aceti, bie Milhläuregäbrung durch Penicillium 
glaucum x. bebingt fein. Eine allgemeine Ans» 
mwenbung auf alle Gährungsprocefie läßt aber diefe 
Erklärungsweiſe fchon deshalb nicht zu, weil bei 
vielen Gährungsvorgängen niemals die Gegenwart 
organiicher Weſen nachzuweiſen ift u. felbft Da, we 
gewifle Zerfetumgeprocelie mit gewiſſen Organis- 
men gleichzeitig auftreten, noch nicht erwieſen ift, 
ob bie letgteren bie Urfadhe jener Immantfung ob. 
nur eine fie begleitende ob. gar zufällige u. flir den 
Proceß ſelbſt bedeutungsiofe Erſcheinung find. 

Da je nach der Verſchiedenheit ſowobhl des Gäh- 
rungsmaterials als des Fermente die Gährungser- 
ſcheinungen ſich weſentlich ändern u. daher die Pro⸗ 
ducte der G. ſehr verſchiedener Natur ſind, ſo unter⸗ 
ſcheidet man mehrere Arten von G, unter denen bie 
ſogenaunte aygeiftige G. bis jetzt noch am beſten 
—— iſt, deren Weſen aber ungeachtet vieler müb- 


ſamer Uinterfuhungen noch faft gänzlich unergrün- 
det if. Die geiftige ©. beſteht in bem Zerlatlen 


bes Krümelzuders ın Alkohol u. Koblenfäure (Ci⸗ 
His Oi = 2C4ı Hs O2 + 4 CO2) Nach den 
bis jetst gemachten Erfabrungen ift nur ber Krü⸗ 
melzuder (Trauben⸗ od. Fruchtzucker) fähig, Direct 
in geiftige &. überzugehen, alle anderen Zuder- 
arten, wie der Rohr⸗ u. Mitchzuder, fowie bie 
Stärfe, empfangen das Vermögen zu gähren an 
durch ihre vorhergebende Verwandlung in Krümel- 
zuder. Damit nun ber Krümelzuder in bie gei- 
ftige ©. übergehe, müſſen mehrere Bedingungen 
erfüllt fein, es ift nämlich erforderlich: Wafler (ber 
Zuder muß darın aufgelöft fein, u. zwar in einem 
entiprechenden Verhältniß, concentrirte Zuckerlö⸗ 
fungen gähren wenig od. gar nicht); eine mäßige 
Temperatur (mit erhöhter Temperatur geht bie &. 
fchneller vor ſich, doch darf fie nicht + 40° über- 
ſteigen, bei niederer Tentperatur findet zwar auch 

G. Statt, aber nur unvollkommen, fie hört 
ganz auf bei einer Temperatur von 1°); atmoſphä⸗ 


riſche Luft u. ein Ferment. Letzteres ift bei der gei- 


fligen G. ein organifirtes Weſen, eine Pflanze auf 
ber niebrigften Stufe ber Drganifation, bie Hefe 
(f. d.). Dieſelbe bildet fi unter dem Einfluß ber 
Luft u. Wärme immer nur bei Gegenwart von 
Buder u. Broteinftoffen, fie erfcheint theils auf 
der Oberfläche der Ylüffigfeit u. beißt dann Ober- 
befe, theils am Boden, Unterhefe, weshalb man 
angenommen bat, daß vielleicht zwei Arten bi 

Pflanzen befteben; bie Oberhefe bilbet theils ein⸗ 
zelne, theild baumartig veräftelte Maſſen von anein- 
anber gereibten Zellen, beren a gewöhn- 
ch aan — Iren Millimeter beträgt, jo daß etwa 
eine Billion auf ben Raum von einem Cubikzoll 
gehen; bie Unterbefe beſteht and ijolitten Zellen 
von geringerer Größe. Bon Einfluß auf die gei⸗ 
fige ©. — allerdings die Bildung dieſer 
pilze, aber welchen Antheil bie Lebensthätigkeit jener 
Organismen bei ber Zerſetzung des Zuders bat, 
iſt noch nicht mit Beftimmtbeit nachgewieſen wor- 
den. Bon ter Unhaltbarkeit der Anflcht aber ift 
man übergent, dab die Hefenzellen Infuforten 
fein, weichen Die Zutteriäfung zur Nahrung biene, 












ah a ai 
E a bean ‚ wobei bie Gele zu @Bobe i 


sen. Be | 


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"on &harlarb-u my — ge faft ale iD ‚Äpfeln entha 
feßung begtiffenen roteinſubſſanzen, bie — ne Sie hi 
enbybrate, namentlich aber — 


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Fame dem, Klar — eu Am 





aus [ae 
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ung |-ten. 





Gahraung bis Beik.;i 


nte® (Ca He Os + 4 O = Ca Hu 
Y), tft alfo keine eigentliche ©. rüber 
n, daß gewille Schimmelpflangen,, bie 
eifigmutter (M ycoderma aceki), zu 

u. ber Eifigfäure in derſelben Be⸗ 
1, wie bie Hefe zum Zuder u. Alkohol. 
e nur in fo fern richtig, ale eine Heine 
ſſigſäure zu verbänntem Alkohol ge- 
o gut wie eine Heine Ouantität Eiftg- 
rybation einznleiten im Stande iſt. 
tter wirkt nur durch deu Eifig, bem fie 
en enthält. Umgelehrt lehrt bie Er⸗ 
die Effigmutter in größerer Menge 
r Efiigfäure entftebt. ) Faulige ©. 
jäulniß, ſ. d. m) Juder-G. nemt 
h Schweielfäure od. Diaftafe bewirkte 
I der Holzfaler u. des Stärkemehls in 


erjeßungen organiicher Körper durch 
r zu rechnen: bie Bildung bes ätberi- 
‚ aus Diyronfäure unter Mitwirkung 
3, die Zerſetzung der Kette durch fau⸗ 
subftanzen in Kettiäure u. Glycerin 
nte Ranzigverten), die Bildung von 
uder bei der Einwirkung von Diaftafe 
änre auf Stärlemebl u. Cellulofe, bie 
r Hippurjäure durch Säuren ch. Als 
zorſäure u. Glycin, der Ruberythrin⸗ 
ırin u. Inder; ferner bie Bilbung von 
we aus Weizenkleie u. Yeberabfällen, 
n durch Einwirkung von Säuren auf 
Spaltung des Salicind in Saligenin 
ıter Mitwirkung des Emulfine, bie 
ı balbriaufauren Ammoniak bei ber 
von faulenden Kibrin auf einer Lö⸗ 
ein, ıc. 
dere Art ter ©. ift auch bie Ber⸗ 
iefeibe ift cin: Tangfame Orybation 
influffe eines Ferments. Beſ. gecig- 
vejung einzuleiten, tft ber Sauerftoff 
von Ozon; das Ferment ift auch hier 
Zerſetzung übergegangener eiweißar- 
zuweilen vertreten aber auch unor- 
ftanzen, wie Platinſchwamm, Alla- 
: Stoffe verjchiedener Art, tie Stelle 
e, die blos tur ihre Berührung 
fen. Die Vermefung wird bei. be- 
, eine mittlere Temperatur, außerbem 
egenwart von Wafler eine weientliche 
&s unterliegen be). leicht ſolche orga⸗ 
n ber Berwefung, melde leicht ihren 
geben u. bafür Sauerfloff aufnehmen. 
ige Proceffe find 3. B. tie Biltun 
orf, Braun- un. Steintohlen, nad 
bt auch bie Entftehung ber Diaman- 
rwefung von Pflanzenjubftanzen, bie 
ng buch Verweſung von flidftoff- 
ern, wobei fih Ammoniak entwidelt, 
Yegenwart von ftarten Baſen durch 
n Sauerftoff in Salpeterfäure Über⸗ 
+80=-N 05 +3HV) Auch 
fung treten Organiemen auf, mie der 
eihe aber ben Proceß eher zu hin- 
unterftügen fcheinen. Eine bejonbere 
efung iſt dic Bermoberung, welche 
ſem Luftzutritt ſtattfindet, baber jehr 
igt. Eine greße Anzahl organifcher 
ı wird durch Den Sauerſtoff der Luft 
riſche u. fette abiorbiren Gaure⸗ 


Munchen, bildete 


ſtoff u. werben zu Harzen, Säuren u. trockenen 
GSubſianzen. Liebig hat dieſe langſame Verbren⸗ 
nung ob. Orydation ber organiſchen Subſtangen 
mit dem Namen Eremakauſis belegt. 

Gahrungdtoff «Bäbrungsmittel, Gäßrungs- 

Zymoma), fo vd. w. Ferment. 
iatheddin (orient. Geſch), |. Gahiath. 

Gaibach, Dorf im Landgericht Volkach des hai» 
riigen Kreiſes Unterfranken; Schloß der Brafen 
von Schönborn, Tonftitutionsfänle auf bem Son- 
nenberg, mit bem Kandelaber 991 Fuß hoch. Hier 
im Mai 1832 Conflitutionsjefl, welches die Ver⸗ 
balzang Behr's zur Folge hatte. 

Salderis, Sohn Redelchare, Fürft von Bene- 
vent, regierte 879— 581; ging nachher nach Con⸗ 
fantinopel u. wurde Stattbalter von Oria 

GSaidulf, Herzog von Bergamo (f. d., Geſch.), 
im 6. u. 7. Jahrh. n. Chr. 

GSaiduroniſi (Beideronifi, Baidero Ri, b. i. 
die Eſelinſel), Heine Inſel an ter Sübfpite von 
Attila, weſtlich vom Borgebirg Sunion, jonft In⸗ 
ſel Des Batrofios (Vallum Patrocli), fo ge- 
vannt nach dem Agypter Batroflo®, der bier, von 
Btolemäos Lagi geichicdt, den Athenern gegen An⸗ 
tigonos zu Hülfe kam. 

Gaifro, König von Aquitanien, fo v. w. Waifar. 

Gaih (Geh), 1) Diſtrict im Arabiſchen Meere 
in der Provinz Mekran (Makrau), im S. des aſiati⸗ 
ſchen Reiches Beludſchiſtan; 2) Hauptort darin, an 
einem Nebenfluß des Sirri. 

Gail, Rebeufluß der Drave; entfpringt in Ty⸗ 
rol, tritt in das füdliche Kärnten, durchfließt bier 
dad Gailthal, deſſen Bewohner ihre eigenthümlichen 
ſlawiſchen Sitten bewahrt haben, u. mündet rechts 
unterhalb Billadh. 

Sail (ipr. Gehl), 1) Jean Baptifte, geb. 
1755 in Paris; wurde 1791 Profeffer der Grie⸗ 
chiſchen Sprade anı College de France, dann 
Conſervator an ber königlichen Bibliothek ı. ft. da⸗ 
ſelbſt 1829. Er ift Wiederherfteller der Griechiſchen 
Yiteratur in Frankreich; überjeßte den Theokrit, Bar. 
1792—94, 2 Bde.; Die Todtengeſpräche Yuciane, 
ebd, 1780— 84; Auszüge aus Yucian u. Xenopbon, 
ebd. 1786, 2 Bde. ; gab heraus: Theokrit, Bien, 
Moſchus, Analreon, Thukydides, Homier (gried., 
franz. u. lat. 1801, 7 Bde.); Herodot (1823, 
2 Bde); Discours grees choisis de divers ora- 
teurs, ebd. 1788, u. ſchr.: Nouvelle gram- 
maire grecque, ebd. 1799; Essai sur l’eflet etc. 
ds desinences grecques, lat., franc. etc., ebd. 
1808 ; Essai sur les prepositions grecques, ebd. 
1821; Le philoloque, 1814— 15; 22 Bbe.; Geo- 
graphie dd Herodote, 1823, 2 Dre. 2) Sopbie, 

eborene Garre, Gattin des Vorigen, geb. 1776 
in Melun, entwidelte früh ihre muſikaliſchen Ta⸗ 
lente ale Klaviervirtuofin u. ließ bereits 1790 
einige Kompofitionen für Pianoforte ericheimen, 
beirathete 1794 ben Borigen, trenute fich jedoch 
mieber von ihm, ba ihre co nicht glücklich war, u. 
warf ſich mit erneuten Eifer auf Das mufilatifche 
Stubium. Nachdem fie mit ihren Romanze großen 
Erfolg gehabt hatte, wantte fie fih 1813 der Oper 
zu; fie trat auch ſelbſt als Sängerin in Frankreich 
u. 1816 in England auf, gab 1818 gemeinjam 
mit ber Catalani Concerte u. ft. 1819 in Paris. 
Sie ſchr. bie Opern: Les deux jaloux, Mad,.de 


-Launay & la 'Bastille, Augela, Lu möprise, 


a) Wilbelm,- geb. 1804 in 
ſeit 4817. auf ner boriagen 


I,a: wördnade, 





sä Fee 2 Solleetionen dithog 





dem Titel: —— an j, Rom u. 


iel D 
—— — mit — * * > 
zn —————— Gas», Lein⸗ 
— Bitriofbergwert; 1760: 


xt: 1960:@iw. 
* 1399 de Be vor; bus 
* ®. 5 vom Kaiſer on —2* 


ie ‚ worunter ein 
(Anat 


Aſylrecht v iTodt⸗ 


Geile 
Gailenreutb, BR ping im Bandgericht — 
ſtadt des beirijchen — ns bier bie 


Gailenrenther Höhe, 
Gaillae (fpr. jan), 1 
Franzöfiichen Departement Tarı 
Ew. in 8 Eantonen; 8 
Tarn (bier ſchiffbar); Giv 
ſchaft, — von — * 


Seiten ven (be; Sl; abe), © 


daher Satllarbi 
Mu 


u ee ement im 


, 23 OM., 72,000 
aup abt darin, am 
ibunal, Uderbangefell- 
— [| 


SH ine el Un 
un ichen ent 
if Kat. (fr., — Seh), —2 er Bruber; 


fichteit, 


Geller (for. Sale rd), ) Basr. Henri, 
Bent be Oftel Bei Soiſſone u. fl. 1806 in Gt. 


n bei Chantilli; er ihr: 
usage des dames, "Bar. 1749 


Postique france. & 
‚, 2 De. ; Bist. de 


‘Marie de Bourgogne, «bb. 1757; Histoire de 


Francois L., ebd. 1766— 1 


709, 7 Bbe., RU. 


3818 * Bde., 1819, 4 Bde. (bentfch Brannfehn. 
1767-69, 4 ne); Bist de „de Öheslemagne, 1772, 


Pr ‚n.% 1819, 2 


: His. de la riwn- 


ts de la France et de.’ lee ebb. 1771 
1772, 11 Vbe., u. W. 1809, 6 Big. U. hl 
deutſch Berl. 1197); Hist, du ia rivalit6 de la 
France et de!’ Erpagne; ebd. 1801, 8 Bbe., a. 


id. 1807, u. m. a. = Kar 
Yu. 1865; 0 gab Dis 





‚geb. 1826 u. f. 10. 
ae 








eisböhroust 
ah "bie: | 
———— 
Bias. r. Galljarb), 1) veral 
»füher beiterer u: ſchueller Tanz —— 
urſpruͤnglich aus Mom 


I | cafe); 0) eine -Nrtfranzöfiicher Re 
m ehr 
in | Gaillarbia (G. Fouger.), El 


aus ber Familie ber Compositae-Sen 
ee 
| ieta), in 

ber * * allen), cultiirt 


ments aid an der Seine; Kirche mıtı 
Grafen von Soifions-Beurben, Sub, 
u. Treffenfabrifen; im ber Näte ein 
Quelle; 1500 Em. Dter Vertrag U 
ben ae ‚Ständen n. den ig 


—26 de Feldherr ur 
Kaifer Areabüns; ieh im Auftrage ® 
Rufinus töpten. Urs aber Eutropiut ſu 
deſſelben bemächtigte u. deſſen Pia ie 
bed Kaijerd einnabm, kündigte G. den 
borjam auf, ‚vereinigte fi mit Zriki 
'ben Arcabins, ihm jeine Minifter® 
Saturninus zur Hinrichtung ansjule 
Borbereitungen, ſich ſelbſt in a 
macht zu fehen: als feine Saufen: 
nopel überfallen u. aufs — 
Areadius geächtet, v Thracic 
joftomus Frieden berm —* G. fir 
gegen ben Hunnenkoönig —* 00 m 

Gaines (ipr. Bühne), St 
Poftamt (Post-township) in ber # 
leans: des Staates Neiv- Port (M 
3000 Em. 

Gainedborougb (ipr. Gäbneter 
ort ber. Grafichaft Iadjon im Sta 
(Norbamerika), am Eumberland-Riv 

Gainedville (pr. Gäbnswill), 1 
| Bezirt mit Poftamt (Post-township) 
haft Wyoming bes Staates Nen- 
amerika), ven ber Buffalo - Neim- No 
durchſchnitien; 1900 Em. ; ;®) Daupt 
| Ihaft Hall im Staate Georgia ‚amt 
River; 3) Poſtort in ber —— 
Staates Alabama, an ber Mündung | 
River in den Tombigber - River; Has 
fabrt, 3 Kicchen, 2 Bettungen; 1800 61 
ort ber Grafſchaft Green in Staate 9 

Gaings (boil.), ſonſt fo v. m. fleı 

—— — (ipr. Gehnsborte 
rechten Uſer bes Trent u. an ber Ma 

eld-Brimaby-Eifenbabn , in ber em; 
haft Rincolnibire, aut gebaut, icön 
bafter Handel u, Schifffahrt, Brauerei 
Hier 1010 Yanbung der Dänen. 

Gaindborougb (fpr. Gebmsberr 
geb. 1727 gu Supburg in Suffollſbi 
Vandichaftse- u. Bildnigmaler; bin 
Lehrer nad ber Natur, ſowie vor 
Ruievael u. Wynants Gemälden u ı 
in der Kunfl ver Landſchaft. 
wetteiferte er mit Joſua Reptolbs; ı 
Bonbon, Werle: 'Ube wondman in 
‚der Mitrresfivann, in ber Devonski 





Bee Bajubrlıd" 


Blätter Rabirungen, Zigeunet bRP- 


5— im Departement Magdalena 
i Republik Reu-Granaba, bil⸗ 
Rändung in das Caraibiſche Meer 
Sta. Marta bie gleichnamige Bucht. 
ipr. Gährloch), Kirchſpiel an ber 
Aai bes Caledoniſchen Meeres ¶ Theil 
n DOceans), an ber Weftlüfle der 
afichalt Roß; amiehmliche Fiſcherei 
octfiſche); 5600 Em. 

pr. Gährſeh), Infel ber Orkney⸗ 
‚de von Schottland); 50 Ew.; au 
en, 

fammenfegungen, ſ. Geis. 
im Diftrict Anßerrhoden des Schwel⸗ 
enzell, in hoher, geſunder Gegend; 
e Molkenauſtalt; 1200 Ew.; eine 
Kapelle am Stoß, bekannt durch 
400 Appenzellern über 3U0U Oſter⸗ 


Berg im öfterreihiichen Kronland 
er Sala; 3912 Fuß boch. 

ı, Dorf im Cheramt Waldſee bes 
ven Donaufreiles; 230 Ew. Hier 
ze Weljs IV. durch Herzog Fried» 
chwaben. 

eider), Getreidemaß in Bamberg; 
te — 98,7, jür rauhe == 120,8 Par 


fpr. Bäsfert), Thom., geb. 1780, 


ford, wurde 1811 bafelft Profeflor 


ı Spracde, buneben auh 1815 — 47 


Harrer) in Weſtwell u. ftarb ale 
zriechiſchen Literatur u. Eurator ber 
Bibliothek anı 2. Iuni 1955 iu Or. 
‚ectiones Platonicae, Orf. 1820; 
n Serobot, 1524, 2. Aufl. 1840; 
; Etymologicum magnum, 1848, 
6 Kirchengeichichte, 1854. 

General, j. Geismar. 

;aijpib), Stadt im Bezirk Znaym 
Zeites Brünn, 2 Schlöſſer, Mine⸗ 
Ew. 

Kreis des ruſſiſchen Guberniums 
lst, flach, ſehr fruchtbar; die Ein⸗ 
120,000) beſchäftigen fich hauptſäch⸗ 
iu (Weizen, auch Mais, Kartoffeln, 
u. Bienenzucht; aus dem Getreibe 
eils Branntwein gebrannt; einige 
aben große Heerben Angoraziegeu, 
nen bebeutenden Gewinn abmwerfen; 
daſelbſt; 6000 Ew.; beſtehend aus 
Auflen u. Zigeunern. 
rt), Solbatenrod mit Schnüren. 
ig, geb. 1810 in Kroatien, ftubirte 
den n. teutichen Univerfitäten u. 
amals ben Plan zu einer panjtawi« 
hie, begann auch mit Kallina ein fla- 
ogilon. Nachdem er in Petersburg 
antichaften angelnüpft batte, wandte 
gram, errichtete eine Druderei u. 
die Kroatifche Zeitung (feit 1836 
mg, feit 1844 Kroatiſch⸗ſlawoniſch⸗ 
‚eitung), durch welche er bie füldfla- 
ng cd. den fogenannten Illyrismus 
tie Sütflawen zum Haß gegen bie 


reiste. Im März 1848 ging er an 
Bien. 


r troatiſchen Deputation 


sr 


ei von ba eis tihulirer 1 —** Pe 
e Nigitatten Magyaren fegte er fort’. 
bewerte bie Beididung bes Slawencongreiiek in 
Prag durch füdllawilche Deputirte, er ſelbſi wurde 
in bie Deputatton fiir Kroatien bon den Stubenten 
zu Agram gewählt. Da ex. ipäter für feinen Plan 
auch in Serbien zu.wirten fuchte, wurbe er Enbe 
1353 in Agram verhaftet u. nach Wien gebracht. . 

Gaja (röm. Ant.), fo v. w. Eaje. . 

Gafa , Stadt, jo v. w. Gaya 1). 

Sajal, Radſchaſchaft im fogenannten Diftrict 
der 22 Radſchas (im: M. des afiatiichen Staates 


jänns un. Gajaniten (Kirchengeich.), ſ. u. 
Monophyſiten. 

Sajat, Parktflecken an ver March im Kreife u. 
Berwaltungsgebiete Breöburg (Ungarn); 3700 Ew. 

Gajath (m. Geſch), fo v. w. Gahiath. 

GSajazzo, Stadt, jo v. w. Cajazzo. 

Gaſjevſti, 1) Simeon Feborowitſch, geb. 
1779 in Poltawa, ſtudirte Medicin in der Chirur⸗ 
giſchen Schule (jetzt Mediciniſch⸗ chirurgiſche Aka⸗ 
demie) zu Petersburg, reifte im Auolande u. wurde 
darauf Profeſſor der Therapie u. Klinik, u. 1819 
Leibarzt. Später vertauſchte er bie alademiſche 
Laufbahn gegen bie- abminiftrative ıı. wurde 1831 
bie 1842 Seneralflabdoctor un Kivilbepartement, 
ber erfle von den eingebornen Ruflen. Er jchrieb u. 
a.: vernubus; Über dag Nerven» u. Faul⸗ 
fieber 1813; liber die Cholera im Guberninm 
von Drenburg; Bemerkungen über die Belt; Me⸗ 
diciniſch⸗ topograph. Bemerkungen über St. Beters- 
burg, 1817; Inſtruction zur Untericheibung bes 
wahren Todes vom Scheintode (in das rufftiche Ge⸗ 
fegbuch aufgenommen), n. überſetzte Römers Me⸗ 
biein. «polizeiliche Chemie, Petereb. 1817. 2) Paul 
Iwanowitſch, Neffe des Bor., geb. 1797 in 
Poltawa, im Dienfte jeit 1810, war u.a. Cenſor u. 
befteibet feit 1843 bie Stelle ale Director bes De⸗ 
partemente im Dinifterium ber Bolteauftlärung. 
Als fleißiger Überſetzer bearbeitete ex: bie 
Gelängnifle in ihrem gegenwärtigen Auftanbe zc., 
nach dem Franzöſiſchen von Billermet, St. Pereröb. 
1622; Geichichte von Polen von &. S. Banbtte, 
aus dem Polniſchen, ebd. 1830; einige Romane u. 
Novellen, ebenfalls nach polniſchen Ortginalen. 

Gajula (arab.), Maulthier⸗ ob. Kumeelfattel 
ter Damen in Marofto. 

Gaius, 1) ſo v. m. Cajus; bef.2) Rameeinesrö« 
miſchen Zuriften, welcher unter Hatrian, Antonin® 
Pins u. Marcus Aurelius kebte, u. von dem ein wei⸗ 
terer Zumame nicht befannt ift, ba bie Annahmen, 
daß er Titus G., od. Gabius Baſſus, od. ©. Bompo» 
nius geheißen habe, nur willfürlich find. Bon jeinen 
Schriiten find Gommentare übertie 12 Tafeln, zu ber 
Lex Juliaet Papia Poppaea, zu den prätorifchen, 
äbiltfchen u. Brovinzialebicten x. belannt; feine 
Hanptichriften aber find bie Commentarii IV 
Institationum u. die Libri VII rerum quoti- 
dianarum s. aureorum,, welche beide, namentlich. 
das erfte, bis zu Juſtinian bie erfte Anleitung für 
ben Unterricht in ben römifchen Rechtsſchulen bil⸗ 
beten. Die Juftitutionen find in eimer breifachen 
Geftalt auf unſere Zeit gelommen: a) in einem 
Auszuge, welchen Alarich II., König der Weſtgo⸗ 
then, im das für bie römischen Untertbanen ſeines 

eiches beſtimmte Rechtsbuc,, das fogenannte Bre- 
viarıum fuereiennn (f. d.) aufnehmen ließ; 


b) in ber Überarbeitung, welche Iuftinian ihnen im 





— ee 


42 Alabemie ber) GEbſchen 


u. u. auch bei einer IP üteren Reifen von 
1824 nur zum orden. Wie! 


tute —— — 

Schriften haben Ph bald ax —— 
Säfhen 1820, e 
u 1820, 245. von 
J —e institutiones conjunctas, Bert. 160; 

Heffter, Bonn 1830 n. im Bonner Corp. jar. anto- 
Just.:ba84. Buch, welches pie Actionen ei 
Berlin 1827, von Lachmann, Bonn 1 

4. —— * 1855; in 


iac von nie 1836 u. son Domenget; 
1843. außerdem Brimimanı, Notao subite- 
neae, Schlesw. 1821 + Bons, Scholtenzu G., 
1821; Dupent, Di 
1822; Unterholzner, onjectura& de supplendis 
lacunis in Gaji Inst, Comm. .IV. oceurres- 
cihus. Brei. 18 
Ömifche Rechtogeſchichte durch &. 
—* 1823; u: Beiträge Bun. Kritik u. zum Bew 
Anbıriß: ber’ —— des G., %p}.- 
ſchmaunn, Studien zu G. Lpz. 1854. Im ben 
Pandekten find von ©. 533 & 


Gegenſatz ber Brocnleignifhen u. Sabinianiſchen 
Rechtefchule. als entſchiedener Anhänger ber letz⸗ 
teren auftritt. Rad bem Umſtand, daß er immer 
nur mit dem einen Namen worfontmt, daß er vor 
Balentiniand Citivgeſetz (vom Jahre 426 v. Chr.) 
von Andern nicht als Autorität angerufen wird n. 


aud unter feinen Schriften fich. feine Werte befin- 


den, welche auf.eine unmittelbar praftiiche Anwen⸗ 
bung bes Rechtes Bezug nehmen, muß man —5* 
Ben, daß er wahkſcheinlich nur ein Gelehrter, be 
wohl auch eine Rechtsſchule hielt, nicht aber ein 
Juriſt mit dem Rechte des. Reſpondirens war. 

a, Pfarrdorf im Kreiſe Ober-Bacs bes 
— Temeswar (Ungaru), Poſt⸗ 
amt; 2200 Ew. 


Gala (v. arab. Chelat, Ehrentieib, fpan.), fefle. 
liche, Prachtkleidung; baberen & feſtüch (en grande 


tenue) u. reich gekleidet, wie es bei. am Hofe u. 


bei uniformirten Corps ‚Sitte iſt. 


war ſo beſtimmt vorgeſchrieben, daß nicht nur die 


Herren, ſondern auch das Geſolge, bie Diener, ja’ 


bie Bierbe ihre ®. hatten u. es nicht nur Große 
(Doppelte) ©., prädhtig u. auch geftidt, ſondern 


auch Kleine (Halbe) &., noch immer in ſchweren, 


feidenen od. ſammtnen Kieibern, gab u. man für 
Couren, Tafeln, Bälle, Trauer, Ordensfefte eine 
eigene @. hatte. Sekt iR bie ©. faft nur nod in 
gen U un —— — u. zeichen: 


.242. Ja! ... ‘ .. 


| Wache, — 


Ri 
tigße 2 Spetiihentation für 
deckung Iexer —*** iſt * dje — Ber‘: 
chichte ‚einer großen an —— 5*— 


—X —— in —— r 
Paris. australis, in Heuboflanb 


uisit. in Comm. IV., en: 
23: Gchraber, "Bas ewinnt Wie 

tutienen? 
1835; ° 


tellen aufgenommen. 
©. erſcheint ale ber letzte Juriſt, melder in dem. 


Die ©. kam: 
zuerft durch den ſpaniſchen Hof nach Europa u.- 





Miofchus, 
Hauptort —A— 
"Ham fabanijch 





, Eudi fo v. w. 
54 (v. g% Gala, 6), 4 
.% ben WBärter. : 
Galactia (G. P. Be.), Bflon 
be —— — der Papilionsosse- 


üblichen: Arte gem. 


" ans be ber amilie Com ce 


Ordn. ber 19. L.; Ur 
zu Centuuren galas 
im rien e⸗ 


(@elartine, im), 
aus dem Gafte bes Ferner 


todendraon utile, Familie der Un 
* bildet eine m 


—** 


oryd reducirt wird; fie bildet eine iyrı 
kryſtalliſirbare Mraffe, reagirt Kart Ianet, 
Ios, löslich in Waſſer u. Alkohel, m 
Ather, durch effigiaures Wleioryb wird 
ihre Sal; e haben die Formel Cıs Hs O1 
fie find meif löslich in Waſſer, die Allat 
a er bei en — durch Alte 

alat v. gr.), prime 
ae Diangel ber. 0. oo, 


Galartoedle, An eines 
ters —— Iacteus) ber Braftprüfe I 


— etometer caactoſtop, Di 
Raebumeifer), Inftcument zur Pe 


Galackophaten bis Melnilos 847 : 


em Gehalt an Butter u. Taſein, Ge}. | Milchtrinken, ale Cur; Balacteppertes, Milchfieber, ſ. 
ver Verfälſchung u. Berblinwmig Fieber; Salactorrboe, zu ſtarke, krankhaft vermebrte 
Das Inftrument, welches Cadet | Vilhabfondermg ; Geiertäns, Milchbereitung ; Sa⸗ 
nmenbete, war nur ein Aräometer, | Iactotröppie, Ernährung durch Milch; Batacturie, 
chtigleit der Milch angab; na Jo⸗ | Aogans eines milchartigen Harns. ——* 
jan die Milch in eine verticale gra⸗ alaez, Stadt, fo v. w. Galatz. u 
bre u. vergleicht bie Höhe bes nad GBalägia (a. Seogr.), Flecken ber Cheruſler, 
ih abfegenden Rahmes. Je mehr | am Ente bes Harzes, mit Salzquellen; jest Halle 
eſelbe einnimmt, defto beſſer ift bie | an der Saale. 
erfäbrt nach dieſer Methode nur ben Galägo (Ohraffe, Otolienue), Gattung ber 
re Milch u. zwar nur fehr annähernd, | Halbaffen, mit großen, häutigen, aufrechten Chrem, 
Innung ber Milch auf die Schnellig- | langem bufchigem Schwanze, etwas verlängerten 
bung von Einfluß, die Abfonberung | Hinterbeimen, oben zwei od. wier, unten ſechs Vor⸗ 
ber auf die Zemperatur u. bie Zeit, | berzähnen u. großen Augen; nächtliche Thiere Afri⸗ 
ı Meiten verflofjen ift, bedingt wird. | ta, auf Bäumen, meift von Infecten lebend. Art: 
5., welcher in ver Schweiz hauptſäch⸗ Gemeiner ©. (U. senegalensis), grau, unten 
t wird, beruht auf ähnlichen Srunb- | heller, 7 300 lang, mit 5 Zoll langem Schwarze, 
allier u. Henry benuten zur Be⸗COhren länger als der Kopf; am Senegal, felten. 
Güte der Milch ein Aräometer, an @alaft..: (v. gr.), fo». w. Galact... 
rung die Striche, bis zu melden bas- Galam (Kajaaga, Kadihaaga), Landſchaft 
Ri einſinkt, durch rotbe Grade an- | in Senegambien (Weſtafrika), werlih von Fonto 
Simons Methode gründet fih | Toro, ſüdlich von Bondu u. Bambuk begrenzt, 
aſein u. Butter, bei. bei ganz gelin- | nordwärts an den Senegal anſtoßend u. vom 
ag, buch Galläpfeltinctur od. durch Falema durchſtrömt; ift febr fruchtbar, bergig u. 
ng vollftäntig nietergeichlagen mer- | mwalbreih, wirb von 100,000 mubanınıebaniichen 
an beftimmt, wie viel bem Bolumen | Serracolets bemobnt, welche ſich in einer Reihe 
ce Lölung von befannter Stärle zur | von Städten am Senegal angefiebelt baben u. 
normalen Milch nöthig war, u. das | ftarfen Handel nach ber Sabara, mit den in ibrem 
anderen Milchiorten vergleicht. Der | Yande angelegten franzäfiihen Handelspoflen St. 
3. beruht auf einer in der natürlichen | Charles u. Bakel (Baquelle) n. den Negern im 
Der Deich jelbit begründeten Eigen- | Süden treiben, indem tie Mauren ber Sahara 
ı; je mebr Fettkügeichen in einer ger | ihnen Gummi u. Satz, Die Franzoſen Baumwol- 
Mitch fich befinten, defto undurch⸗ | lenftoffe, Glas, Gewehre u. Wunition, die Neger 
her au Fetttheilen ift fie; alfo tan | Bold u. Kifenbein bringen. Das land zerfällt in 
39 bes Grates ihrer Indurchfichtig- | zwei Durch ben Faleme getrennte Staaten, Ober» 
dienen, ibren Gehalt an Rabm zu | u. Unter-G., deren Hauptſtädte Dramanet u. 
Srad ter IInburchfichtigleit ver Milch Zuabo find. 
ur bei febr dünnen Yagen berfeiben Galambutter (Bambut- od. Bambarra⸗ 
en. Der ©. beftebt aus zwei Plan-⸗ | butter), butterartige®, lange aufzubewahrendes, 
ſtilch wird zwiſchen beite Gläſer ge- | weißes od. röthlich⸗weißes Pilanzeniett, welches 
Hanınıe cines Wachsfted® dient als | aus den Früchten eines zur Familie der Sapoteen 
bie Undurchſichtigkeit zu beurtbeiten. | gehörigen afritaniihen Bauınes (Bassia longifo- 
Diiidhlage wird durch einen grabuir- | lia butyracen) erhalten wird; es befit ben Ge⸗ 
ıngegeben; eine Tabelle beſtimmt ven | ſchmack der Cacaobutter u. wird wie tbieriiche But⸗ 
ür jeden Grad. Der Gunipen> | ter benugt; man kaun es lange aufbewahren, ohne 
beftebt aus einem graduirten Cylin⸗daß es ranzig wird. 
Soll 3 Yinien hoch n. bat 1 Zoll 4 Yie Galän (v. fr.), Liebhaber, bei. mit böjer Neben⸗ 
fer. Bis oben mit Milch gefüllt, | bereutung; vgl. Galant. 
iner ganz ebenen Stelle an einen 11 Galanda, 1) Fleden, fo v. w. Galantha; 2) 
emen Ort geflellt. Binnen 12 Stan» | Gebirgeftod, fo v. w. Calanda. 
ich der Rahm eben vollitändig an. Galandria (ital.), Kriegefabrzeug, in 9. Jahrh. 
m G. gebörige Tabelle gibt an, wie | bei den Benetianern üblich. 
v0 Maß Viilch entbaltıen, wenn ber 
. Grad einnimmt. Der Lebmann⸗ 
t aus 4 hohen, in ein Holzgeſtell ein- 
indergläjern, die mit einander in ber 
ren, Daß ihr Inhalt Durch eine Grad⸗ 
m I—100 in gleiche Theile gebracht 
enbung des ©. ift es weſeuilich, ob 
od. altınelfend, ob bie Milch Mor⸗ 
: od. Abendmilch ift, u. ob man von Ä 


anga radix, |. Galgantwurzel. 

Galanoß, Demetrios, geb, 1760 in Athen, fin» 
birte Die Wiflenfchaften dajelbft, dann in Miſſo⸗ 
lungbi u. Patmos, lebte dann Im Conftantinopel, 
wurde 1756 Yebrer ber Griechiihen Sprade in 
Caleutta u. lebte feit 1792 in Benares, dem Stu⸗ 
bien des Sanskrit fi) wirmend u. mit gelehrten 
Arabnıianen, bei. mit Kandardaſa, verkehrend, deren 
Tracht u. Sitten er angenommen hatte, er fl. da⸗ 
. zulett beim Meiten gemonnenen ſelbſt 1832. Eeine zablreichen ũberſetzungen aus 
det. tem Sanatrit in das Altgriechiſche befinden ſich auf 
ragen (a. Geogr., d. i. Milchefler), | ber Univerfitätsbibliotbef zu Athen, von benjelben 
tam Abhangeres Kaſpiſchen Gebirges. gab Einige Joannes Dumas in Verein mit Geor- 
‚öra (v.gr.), Die Miihabjcheidung bet | gios Typaldos, Borfteher ber öffentlichen Biblio⸗ 
fördernde Vlittel; Galactophora vana, | tbek in Athen, u. beim Cuſtos Ö. Apoftoltus Ko 
.d.; Galactopianie, Diilchverjegung ; } mito® als Anu. Tukavov Adraluv WIR 
Miüchbereitung; Gaiactopofle, das ueray.puiaewy 7200000405, Athen 1845) heraus 


88 - 


(vgl. Canalya); 1. BWb. (enthält.die Balabarate), 
Athen 1847, 3. Bb. (enthält Ten. Yeswdarov 
ueios), 1848, 4. Bb. (Pnyyou Bavos 4 Tevee- 
koyfa 1ou "Payyoü), 1850. 

Galand (Batanden, v. fr.), 1) gewunbene u. 
mit Auder liberzogene Pomeranzen- n. Kitronen- 
fchalen; 2) Bandſchleiſen zu allerlei But, 

Galänt (fr., v. arab. Challa [ogl. Gala]), ge- 
putzt, geſchmückt, artig, böflich, bei. gegen Frauen⸗ 
zimmer; daher Balanterie, Artigfeit, böfliches Be⸗ 
tragen gegen Damen, welches feinen Grund aber 
weniger in ber Achtung des Geſchlechts ob ‚ber Vor⸗ 
güge deſſelben bat, fonbern mehr wegen bes guten 

ones od. auch in ber Eigenſucht zu gefallen, 
beobachtet wird. Dan verbindet oft Damit auch bie 
Bedeutung des Verhältniſſes zum weiblichen Ge⸗ 
ſchlecht, wegen Befriebigung finnlicher Luft. Daber 
das Zeitalter Yubwigs 
Galanterie hieß u. Galante Krankheit ald euphe⸗ 
miftiicher Ausdruck für fupbilitiiche Krankheit gilt. 

alant, 1) Wilter, jo v. w. Cyperwurzel; 
2) Galant da null, ift Cestrum nocturnum. 

Galantai ed Beflenyi, |. Bellenyi. 

Galanteriedegen, ein kurzer Degen, welder 
feit Ludwig XIV. mehr zum Staat als zur Ber» 
theibigung an der linfen Seite horizontal getragen, 
feit Dem 19. Jahrh. außer Diode gelommen. 

Galanteriewaaren, Artitel, welche als Zier- 
ratben, Putzſachen, Kleitungsftilde u. dergl. zum 


Lurus dienen u. in feidenen Zeugarten, Bändern, 


Galonen, Kopfputz, Fächern, Haudſchuhen, Flor, 
Schmuck, Berlocken, Colliers u. a. m. beſtehen. Sie 
werden von Galanteriearbeitern, allerhand Künſt⸗ 
fern u. Handwerkern, zum Handel geliefert. Unter 
den deutichen ©. zeichnen fich bei. Die Augsburger, 
Berliner, Nürnberger, Karlöbaber aus, unter den 
freinden aber bie Bariier, Mailänder, Genfer :c. 
Die Kaufleute, welche mit &. handeln, beißen Ga⸗ 
Ianteriebändter; die kleineren, meift Italiener, zogen 
fräber hauſirend umber. 

Galantha, Marktflecken im Kreife u. Verwal⸗ 
tungsgebiete Presburg (Ungarn); 2 Caſtelle, Poſt⸗ 
amt, Kürbiedibereitung; 2000 Ew. Nah ihm 
nennen fich tie Efterbazy: Eſterhazy von ®. 

Galanthis (Drytb.), jo v. w. Galinthias. 

Galant-homme (fr., ipr. Salangtomm), einer, 
ber feine Manieren im Umgange namentlich mit 
Damen bat. 

Galanthus (G. L.), Pflanzengattung aus der 
Bamtlie der Amaryllideae- Amurylleae, 6. Rt. 
1. Ordn. L.; mit ſechstheiliger, einfacher Blüthen⸗ 
hülle, die drei äußeren Yappen abflehend, die brei 
inneren aufrecht, fürzer u. ausgerandet, ſechs Staub⸗ 
gefäße, alle gleich. Arten: Schneeglödden (G. 
nivalis), niedliche, weiße Frühlingsblume, in Gras» 
gärten im Februar u. Märzoft noch unter dem Schnee 
blühend, die äußeren Btütbenlappen rein weiß, Die 
inneren vor der Spite mit einem gelbgrünen, halb⸗ 
mondförmigen Flecke; G.plicatus. am Kaulaſus. 

Galantin (fr., jpr. Gulangtäng), füßer Herr, 
lücherlicher Yiebhaber. 

Galantine (fr., fpr. Galangtibn), 1) Zwiſchen⸗ 


gericht von fettem Hühnerfleiſch u. dgl. ohne Kino» | 


hen; auch 2) ein mit einer 
Hübnerfleiich gefillter Kalbskopf. 
yalap (Yamı.). fo v. m. Galab. 
‚ Salapagar, Dlarkifleden in ber fpanifchen Pro⸗ 
vinz Madrid, bei Gscorial, Gold» u. Silberminen; 
500 Em. Geburtdort bed Don Carlos, 


arce von junge 


IV.das Zeitalter der 


— — ç — — — — — m 








: ee bi Melainndine ::. 


Galapagos (Arkipielagebeie 
ner Sallovegoo], auch Schildiröteni 
nannt), 1) Infelgruppe im Stillen £cea 
weſilich von der nördlichen Weſtlũſte £a 
zu beiten Seiten bes Aquatore, pet 
75° w. 2. (von Ferro) gelegen, aus zeh 
u. vielen Heineren Inſeln befichend, fa 
ſüdamerilaniſchen Republik Ecnader 
1854 durch Kauf an bie Vereinigten & 
Nordamerika übergegangen, Gejammm 
137 OM.; eurchge nd vullanijchen 
mit einer großen enge noch thäsiger V 
Hauptinſel Albentarle allein fünf) u. ung 
fleil aus ber See emporfteigene, erioide 
das Meer unmittelbar an den Küſten 
daß kein Ankergrund zu finden if: brem 
Klima, Mangel an Trinkwaſſer, Begeu 
ganz eigenthümliche Faunga u. (Flora, 
des Aquators ohne Farbenpracht;: we 
gleich den amerilaniſchen ähnlich, Bochum 
zahlreiche Eidechſen u. Schlangen, vick& 
(daher der Name der Oruppe) von au 
Größe, oft bis zu 600 Pfund ſchwer (Tr 
dica), von den Benschnern biemelen y 
das in ihrer Blaſe befintliche Wailer zu 
von Säugetbieren nur Ratten u. Müxk 
Dienge, urfprünglich nicht einbeimiich, 
Schiffe hierher gebracht; von den 1W 
man bis jetzt dort gefunden hat, ſind äl 
©. ausſchließlich eigenthümlich: im Zi 
pborbien u. Borrerten, böber binaut # 
ton u. Cordia; Einwohner find einige I 
dianer, außerbem noch eine Berbrecere 
größeren Injeln find: Albemarle, Jau 
rougb, Chatham, Charles Heoed, Abin 
los, Euro, Norfolk. 2) Gruppe Heu 
inſeln zum Lucayasarchipel (Weſiindi 
nördlich von ber Kleinen Bahamabanl 

Galardia (Bot.), je v. m. Gaillar 

Galaͤſus (Gateius), Kleiner Fluß 
Tarent, milnbete in ben Tarentiniſcher 
jest Galeſo. Au jeinen Ufern weitere 
Schafe, u. an bemfelben ſchlug Harnil 
bei der Belagerung der Burg von Ta 

Galäta, 1) (a. Geogr.), Stadt 
Siciliens, Eli von Agarboruum: 
(Caleta); 2) (n. Geogr.), Zoritatt rı 
nopel, |. d. B) k). 

Galäta (a. Seogr.), fo v. m. Cala 

Galäta:Buruni, Vorgebirg ir 
Meer, au ber Küfte der türkischen 1 
garien. 

Galatea, 1) Nereite, |. m. Acis: : 
malten verfertigte, nachber belebte Zi. 

Galatea, 1) (Hipparchia (ialatlı 
terling aus ber Gattung der raudäugig 
J. u. Bretſpiel: 2) Krebs, ſ. u. Galate 
Muſchel, j. u. Kreismuſchel. 

‚ Galateadae, bei Leach Familie ter 
zigen Krebſe (Astacini); Das vierte 
länger, zweizebig, das flinite, Sechite u 
einiach, Das achte Hein, zweischia: ter. 
ftebt ans mehr als einen Siück Der: 
börner find lang, ſchuppenlos: teure 
tungen: a) Yangarmtrebs ılal 


Hinterfüße fabenförmig, ſchwächer air 
| eingefnidt, Schwanz ausgebreiter, m 
| hervorſpringend ; Art: vöwenkreve 


G. Leo), Scheren ſehr lang, walzer 


Galatella bie Galaxibdi 


nittenen Bauche find vier Füße; Stirn 
eu Stadheln; im Mittelmeere, eßbar; 
era u.a. by) Borzellantrebe, ſ. d.; 
>pus (Leach., Macropa Lair.), 
ım Laufen, Körper did u. body, Schwanz 
wenig gelrümmt; dd Aeglea, von 
ch gezähnte Kinnbaden unterjchieben ; 
tea, gebildet aus der Art Galatea 
te durch ihre Menge das Meer roth er- 
; N Monolepis Say, gleicht in 
Schwanz dem Porzellantrebfe, fonft ber 
'galopus. 
ı (G. Cass.), Pflanzengattung aus 
Compositae - Asteroıdeae - Asteri- 
'eae-Euastereae, aus Arten von 
imengejett. 
‚f. u. Salatia u. Eelten 
„Brief an die G., ſ. u. Paulus. 
t, Maler, wahrſcheinlich zur Zeit ber 
näer; malte einen fich erbrecheuden Ho» 
in von Dichtern, welche, was jener von 
fangen. 
Statt, ſ. Calata 1). 
1) (a. Geogr. Sallogräcia), Land⸗ 
aaften, nach den Galätä od. Kelten (ſ. d.) 
Ihen Bapblagonien, Bontus, !ylaonien, 
‚ Phrygien u. Bithynien; Gebirge: 
rmenion u. Dindymos; Klüfjfe: Sun- 
lys; im Norden rauh durch Gebirge, 
ruchibure Ebenen, vorzüglich beſaß es 
den für feinwollige Shake, Korn, DI, 
‚ab es im Überfluß. Beriifmte Städte 
ca, Beifinus, Gortium, Tavium ꝛc. 
Gottheit der Galatä bie Agdiſtis u. 
ihr früher Menjchenopfer. — In den 
n gehörte ©. zu Groß⸗Phrygien; im 
Chr. zogen Celten bier ein, denen um 
‚3. Jahrh. v. Chr. bier fefte Site gege- 
j. Eelten. Da Diele vorzüglich zu drei 
ı Trolmern, ZTeltofagen u. Tolifto- 
ten, fo entftand eine dreifache Landes⸗ 
das Land ber Trokmer erfiredte fich 
Halys, das ber Teftojagen im Gebiet 
das der Toliftobogen im Weſten um 
jede Abtheilung zerjiel wieder in vier 
deren jeber ein Tetrardh, ein Dikaſtes u. 
ylar vorftand. Die Verfaſſ ung war ari- 
n Senat von 300 Alten hielt Die geſetz⸗ 
alt in Hänten, ihre Lanbtage hielten 
Eichenwalte. Bon den 12 Tetrarchen 
eg einer zum Hauptanführer ermwählt. 
fung löſte fi inteflen in Monardie 
n bie Tetrardhen ihre Würde erblich 
ꝛn. Dejotar erhob ſich zu bem erſten 
Fürſt von G., melden Pompejus, 
Bundesgenoß er im Krieg gegen Mi— 
veſen war, zum König machte u. ihm 
menien u. ein Stück vom Pontus zu 
: gab. Sein Nachfolger Amyntas, ein 
3 Antonius, erhielt noch Stüde von 
plaonien u. Pifidien, aber nach deſſen 
das Yand, mit Lykaonien verbunden, 
der Römer u. eine Proprätur, welche 
Paphlagonien u. ben ſüdlichen Theil 
n vergrößert wurde, fo daß nun ©. 
zen Dieere bis zum Taurus u. zu Pi- 
Conftantin ber Große trennte dieſe 
ieber von G., u. Theodofine I. theilte 
Leriton. 4 Aun.gvi. 


840 


G. in Galatia prima, bie nörblichen Gaue ber 
Trobmer u. Tektofager, mit ber Hauptftabt Aufyra; 
u. 6. secunda (O. salutaris), ben füblichen Gau 
ber Toliftobogen, mit der Hauptftabt Peſſinus. 2) 
Stabt im unteren Italien, zwijchen Capua u. Cau⸗ 
dium; 3) fo v. w. Gallien. 

Galatina, Stadt in ber neapolitanifchen Pro⸗ 
pin, Terra d'Otrauto, an der Straße von Tarent 
nad ira; Handel; 4000 Ew. 

laß, Hauptftatt bes gleichnamigen Kreifes 

(32! DOM. mit 78,470 Ew.), an ber Donas; 
30,000 Em.; befleht aus Aftflabt u. Neuftabt, do 
ift nur letztere einigermaßen nad) europäiſchem Ge⸗ 
ſchmack gebaut; Sıt der Kreisbehörbe, des Crimi⸗ 
nal» u. Landgerichts, mehrerer Conſuln; Normal⸗ 
idule, 7 Kirchen, 1 Klofter, 1 großer Bazar; Frei⸗ 
bafen (1855 von 848, 1556 von 653 Schiffen be- 
ſucht) mit ſchönem Kai, Schifiswerfte, vielen 
Magazinen u. Speichern. ©. ift Hauptftapelplat 
für die Producte ver Moldau u. Nieberlage für die 
eingeführten Artifel. Ausfuhr: Weizen, Mais, 
Roggen, Serfte, Hafer, Wolle, Seife, Wach, 
Honig, Eichen- u. Fichtenholz, zufammen mit 
einem Werthe (1552) von 4,671,000 Fl. Unweit 
ber Stadt die Ziglira genannten Ruinen einer 
alten Setung, vielleicht Da Nentidava des Ptole⸗ 
mäus. — G. ſoll das Arxiopolis ter Alten ſein, 
weniäftene in feiner Näbe fteben. 1. Mai 1789 von 
ben KRuffen erobert, welche hier 15. Aug. 1759 eine 
Niederlage unter Geisinar durch bie Türken erlitten. 
11. Aug. 1791 fanden in ©. die Friedensprälimi⸗ 
narien zwiſchen Rußland u. ber Sferte, 1521 ein 
Kampf zwifchen Griechen u. Türken u. 10. Mai 1928 
eine Nieberlage ter Türken durch die Ruſſen ftatt. 
Vom Herbft 1548 bis Herbft 1554 mar G. vorüber- 
ehend von türkiſchen, ruſſiſchen u. öſterreichiſchen 

Fr bejetst. 

alaure, Nebenfluß der Rhone links in Frank⸗ 
reich; entipringt im Arrondiſſement Et. Marcellin 
bes Departements Iſere, tritt in das Departement 
Drönie u. mündet im Arronbiffenent Balence. 

Galäva (a. Geogr.), Ort auf der Weſtſeite Bri- 
tanniens; jest Lorton od. Ouſe Bridge. 

Galax (li. 7.), Pflanzengattung aus ber Fa⸗ 
milie der Ericaceae-Pyrolaceae, 1. Ordn. 5. Kl. 
L.; Art: G. aphylla, ın Birginien. 

Galaraura (GL. Zamour.), Gattung ter Ko⸗ 
rallinen; Stamın pflanzenartig, gabelig, gegliebert, 
nit hohlen Gelenten u. nicht ſichtbaren Zellen u. 
Polypen ; vielleicht blos Pflanze; Art: Lange ©. 
(G. oblongata), u.a. Bei And. unter Tubularia. 

Galaria, Feſt des Apollon Galarios in Böotien, 
wo ınan Gerftenbrei in Milch gekocht opierte. Im 
Böotien war ein Bach Galaxios mit milchähnlichem 


affer. 

Selaria (G. L.), Pilanzengattung aus ber 
Familie der Iridene, Monatelphte, Trianbrie I.; 
Arten: G. ciliata, G. narcissoides, G. ovata 
u. a., Zwiebelgewächſe vom Cap. 

Delartad ar), Pr arüchfiaße 

alaxias, }. ıı. Hecht. un 

Galaridi, Stadt in der Nomarchie Phthiotis 
u. Bhotis im Königreiche Griechenland, unfern bes 
Vorgebirgs Andromachi am Korinthiſchen Golf, am 
weftlichen Ufer bes Kriſſäiſchen Buſens auf einem 
niebrigen Borgebirge ; mit gutem Hafen, Gemeinde» 
fhule, Friedensgeri t, Lazareth u. Zollamt; vor 
dem griechiſchen Aufſtande ein gr bebeutender 

alten ur —— 


h 


Sanbefapfah, x 18 en 3 
som ört; 1855 mit gegen 6006 Gin., bie na 
Zentig een bläherven Handel treiben. : - 
‚ga L Römer. lienname ber Sul- 
picia gens. Publius Sutpicine G. 211 
d. Chr. Eonful, wo er Rom vor einem Angriff 
anutbale | — 210 in Macebonien gegen 
bilipp n. häer mit abwechſelndem Glüde, 
endlich fiegreich; 203 u. 202 Friegte er wieder gegen 
bilippus u. beftegte venjelben ; jpäter war er bes T. 
8. Blaninin Legat. 2) ScerviusSulp.®.,144 
‘2. Chr. Eonful, guter Rebner, durch Habſucht u. 
Grauſamkeit berlichtigt, bei. 151 ala Felbherr gegen 
bie Luſitanier, wo er 50,000 Mann treulos n. ver⸗ 
tragewibrig niebermachen ließ. Hierburch erregte 
er 


Caligula Statthalter in Afrika, unter Nero Statt- 
* des Tarraconenfiſchen Spaniens. Weil er 
ier ſehr geachtet war, ſo gab Nero insgeheim den 
Befehl, ion binzurichten. Dadurch * ufftand 
ezwungen, wollte er venfelben eben beginnen, als 
di Nachricht von Neros Tode eintraf. Er wurde 
um 68 n. Chr. von den römischen Prätorianern 
m Anguftus ausgerufen, ging, 70 Jahre alt, nach 
om, beleibigte aber bald Alle durch Kargheit n. 
Strenge u. nahm ben Piſo Licinius zum Sohn u. 
Nachfolger an; da wurde Otho von den Soldaten 
zum Imperator auegerufen u. ©. 15. Januar 69 
ermorbet, |. Rom (Geſch.). Bgl. Fr. Horn, G., 
Otho u. Bitellins, Verl 1812. IL. Dogen von 
Venedig: 8) ©., um bie Mitte bes 8. Jahrh. auf 
kurze Zeit Doge, f. u. San 9) G. aus He- 
raclea, Doge 765—787, |. ebd. 10) Giovanni 
G., Sohn des Vor. 787—804, wo er mit ſeinem 
Sohn, 11) Mauritio, ſeit 196 Mitregent, durch 
eine BVerſchwörnung vertrieben wurde, f. ebd. 
SGSalba, Käfer, |. u. Springtäfer. 
Galbandl, Gaibarumdi (Oleum galbanı), 
ſ. n. Galbanum. 
Galbänum (röm. Ant.), grasgrüne, weibliche 
Kleidung. 
Galbänum (G. Don.), Pflanzengattung aus 
der Familie ter Umbellifeme - Sılerinae, 4 Kl. 
1. Ordn. L.; Art: G. officinale, in Perſien hei⸗ 
miſch, Mutterpflanze des Galbanumharzes. 
PR da Galb., Mutterbarz, 
arm.), Gummiharz einiger in Syrien, Berfien, 
Arabien u. Athiopien einheimifchen, aber noch nicht 
‚näher beigunten Pflanzen (Galbanam oftieinale 
‘Don.; Bubon, Gälbanum, B. gummiferum, 


umgeben if, |. n. 


beim Bert 


Bar Gargrai 


wurbe aber 1521 von ben Türken 


Forula Ferutägo, F. rg 
I: 
——— © —— Fee 
6 h grasls), beſtehend aus zufemı 


blaß⸗ ob. rothgeiben, 
Heineren - von 


en Das * fen im —* 
wird meiſtene in Pillenform ale ul 
fiendegei 


tin, 1:4 Thi. Safran bereitet, dB 
n. bes Mittel, auch alt Gel 
(Tınotura galbani), 1 Thl. G. mit 31 


geiſt ausgezogen, bei ilblen @eidwän 


Knochen, angewendet. Durch Dei 
Maffer erbält man das Belbänumdt, & 
farblofes, erft bremmend, dam MN 
Ichmedendes DI, welches — mu 
1. fetten Ölen auflöft. Bei der trodenen 
ebt zuerft eine gelbe, faure — 
leichtes, bellgrünes, bei förkerer Dide 
zulebt ein bunfelbrannes Ol von widecũ 
albois (pr. Gälboab), Ricoles 
thurin ve ®,, geb. 1778 in Rennes, t 


‚Unteroffizier unter die Jäger zu Pferd 


reur u. wurbe 1807 dem Bringen ve 
als Generalſtabsoffizier beigegeken. 
Dienftreife gefangen, wurbe er nach de 
von Eintra Trelgenehen u. baraut 1309 
gelb uge d. $. in Deutſchland thätig 

nude nach Aragonien; 18912 war a 
chef u. fämpfte 1813 als Oberfi tes 
legersregiments bei Lũtzen u. Dresber 
trebras ſprengte er 1815 zmei ſchetu 
n. erhielt einen Schuß in die Vrufl. 
Marechal de camp ernannt, comma 
1837 die Divifion der Aisne u. gir 


Afrika zur Übernahme Des Commant 


fanteriebrigabe. Nach ber Expeditien 
tine erhielt er das Commanto tiefer P 
plus tr aus Gefnndheitsrüdfichten naı 
ehrte aber 1845 nach Afrika zurüd, : 
bie Section der Reſerve u. fl. 1551 m 
Galbüla, fo v. w. Glanzvogel. 
Galbülus (Bot.), 1) Zapfenbeere 
beerenartiger Same, ber von ten fie 
denen u. mit einander verwachſenen 
rucht; 2) fo v. 
uß; 4) for. m. 
‚ aus Indien, in gi 


Beere; 3) jo v. w. 
Galdagummi 


loſen, undurchfichtigen Gräden lem 


Weingeift Ideliches Harz, gelblich, ar 
——— dem Bruche matt, leicht 
unen wie Weibramd rieche 

pflunge unbelannt. 2 


Galbar bis Galterenquate 


Stadt auf der Inſel Camaria (Weſt⸗ 
lt, mit 2000 Ew. 
r. Gehf), Thomas, geb. 1642 zu Sern⸗ 
hire u. ft. 1709 ale Dechant in York; er 
Historiae poeticae antiqui scripto- 
375; Hist. anglicanae scriptores V, 
%0l.; Hist. britannicae, saxonicae 
lanicae scriptores XV, ebb. 1687, 
‘e., Fol.; ten Jamblichos, ebd. 1678; 
us Itinerarium, ebd. 1709; Khetores 
d. 1676; Opuscula mythologica, 
ıhysica, Sambritge 1671, u a. m. 
at.), 1) Helm, f. d.;2) (Anat.), Galea 
ı, Aponeurotifche Hanbe (f. d.), Seh⸗ 
8 Schädels; 8) (Bot), eine ſtark ge- 
lippe ber Rachenblüthler od. der Orchi⸗ 
‚auch wohl dag kappenförmige Blatt von 
ꝛc. Daher Galeatus, gehelmt, was einen 
ı bat ob. mie ein folcher geftaltet if. 
ra (G. Lindl.), Pflanzengattung aus 
Orchideae-Vundese; Arten in Süb- 


a (G. Prest., Fragifera), Unter- 
Gattung Trifolium aus der Familie 
naceae-Loteae-Trifolieae; Arten: 
ınter Trifolium geftellt. 
> tital. Galeazza), bei ten nörhlichen 
ein Heines Schiff ınit zwei Maften 
rjegel. Im Mittelmeere zur Zeit der 
ie größte Gattung von Kriegsſchiffen, 
n. Segeln verjeben. Diefe &-n führ- 
Jatterien, waren 160— 180 Fuß lang 
8 1000 Mann Beſatzung. In der vene- 
lotte ge es fogar einen Galeaſſctadmiral. 
i, Domenico Varia Gusmano, geb. 
!ehrer Der Phyfit in Bologna u. f. 1775. 
jte fich mit anatomiichen Unterfucchungen, 
Itate meift in ben Commentarien der 
tebergelegt fint. 
d, italieniicher Vorname, bef. in ber 
scontt u. Sforza gewöhnlich; I. Herr- 
Mailand: A) Aus dem Haufe 
:1) G. J., Sobn Matteo's Visconti, 
nn Mailand, geb. 1277; vermählte ſich 
von Eſte, der reihen Wittme Minos 
‚u. focht Lie dadurch entftandenen Tebh- 
en Bater u. für Kaiſer Heinrich VII. als 
dherr u. Ghibellinenfübrer aus. 1322 
ven Zater ; war in Dlailand von Ludwig 
eine Zeit lang verhaftet u. ft 1328 vor 
Bann. 2) &. II, zweiter Sohn von 
zisCconti, wegen Ehebruch mit feiner 
ibella Fieschi, Gemahlin von Luchino 
iach Holland verbannt, von Matteo II. 
berufen; empfing nach ſeines Oheims 
Tode 1354 die Hälfte von Mailand, 
„Novara, Bercelli, Aſti, Tortona ı. 
u. theilte nach Dlatteos II. Zope deſſen 
‚mit jeinem Bruder. Er war ein pracht⸗ 
ürft; beprädte feine Untertbanen bart, 
aber bie Literatur. Zuletzt fürdhtete er 
[ungen feines Bruders u. veftpirte baber 
weiches er 1356 erobert hatte, u. ftarb 
raften Geizhals gewvorden. 3) Gian G., 
Sobn des Vor., nabm nad feines Va⸗ 
urch Liſt feinen Obeim gefangen u. ver- 
obfchon er defjen Tochter zur Gemahlin 
3; 1395 erbielt er vom deutſchen Köuig 


Demel ben Titel Herzog von Mailand, 
ul nem Lande noch Piſa, Siena, Parugia, 

u. Bologna n. ſtarb im September 1402 ix 
Marignano; |. u. Mailand. B) Wus dem Haufe 
Sforza: 4) G. Maria, geb. 1444, war feit 1466 
Herzog u. wurbe 1476 in ber Kirche ermordet, 1. 
Mailand (Geih.). 3) ©. Biovanni, bes Bor. 
Gobn, geb. 1469, folgte feinem Vater 1476 u. wurde 
von feinem väterlicdden Oheim u. Bormund, Lubovico 
Moro, 1494 vergiftet. II. Geueral: 6) G. von 
Mantua, diente zuerfi unter Alberich von Barbind 
u. befehligte 1403 die Benetianer vor Padua. Er ver- 
ſprach dem Franz von Karrara, Herrn von Babua, 
als tiefer capitulirte, Leben u. Freibeit; dev Rath 
der Zehn aber vermeigerte bie Beftätigung biefer 
Capitulation u. ließ ©. fpäter vergiften. 

Galeere, 1) (Balee, Gatele), Ruderfahr- 
zeug mit Lateiniſchen Segeln (j. d.). In früherer 
Zeit das wichtigfte Kriegsichiff, Flach gebaut, ſehr 
lang, aber leicht zu bewegen, mit 3— 400 Mann 
befetst ; geeignet, um einige ſchwere u. mehrere leichte 
Geſchütze zu führen n. an den Schanzen für bie 
Soldaten mit Bruſtwehren verfehen, entipradden 
fie damals vollfommen ihrem Zwecke. Genua u. 
Venedig batten die ſchönſten aufzumeifen. An ber 
Klippenküſte Schwebens find in ber Scherenflotte 
noch ähnliche Fahrzeuge zu finden, melde man 
Halbgaleeren nennt. Die vornehmfte ©. hi 
Reale, an deren Borb der Admiral war, auf bie 
folgte die Capitana. Größere Gen, mit 20 bis 
25 Ruderbänken, hießen Londres; Heinere, nur 
mit 16—20 Rudern auf jeber Seite, hießen Halb» 
galeeren. G-n mit platterem u. breiterem Dinters 
tbeil bießen Baftarvden ———— 
Der Aufſeher einer G. hieß Argouſin. Da dieſe 
Schiffe kein Verdeck hatten, konnten fie bei ſchwerem 
Wetter die See nicht halten, dagegen eigneten ſie 
ſich mehr zur Fahrt zwiſchen Klippen u. Untiefen. 
Die G⸗n And eine alte Erfintung; ſchon bie Grie⸗ 
chen hatten ſolche Nuder (ſ. Trieren) ; im 13. Jahrh. 
waren fie die einzigen raile, deren man fich im 
Kriege bediente. Im 14. Jahrh. tbeilte man fie 
hen in drei Klaffen, im 16. erichienen fie auch 
außer dem Dlittelmeere, 3. B. in ver Oftfee. Seit 
der Mitte bes 17. Jahrh. find fle, Durch beqguemere 
Schiffe erfegt, größtentheils abgeloınmen; ®) fo v. 
w. Galeerenqualle. 

Galeerenanker, , Heinfte Sorte Anter, f. d. 

Galeerenknoten, tient zur Befeſtigung von 
Hebebäumen u. Ziebftangen an einem Tau, um 
en leben viele Menichen wirffam werben zur 
laſſen. 

Galeerenofen, Deſtillirofen, welcher eine dop⸗ 
pelte Reihe Kapellen enthält, zwiſchen denen die 
Feuerung in einem Kanal geſchieht; die Retorten 
liegen fo darin, daß ihre Hälſe zu den beiden langen 
Seiten bes Dfens bervorragen. Man menbet ſolche 
G. in Fabriken an, bef. zur Deftillation des Schwe- 
fels, des Bitriolöls :c. . 

Oaleerengualle(Arethusa Broion, Physalia 
Lam.), Gattung ausder Familie der Blafenquallen, 
allertartige, Längliche, querliegente, ſchwimmende 
laje, ohne Schwimmböhlen, mit oben auffigen- 
dem (als Segel zu gebrauchendem) Kamme, unten 
nit einer Menge langer, fatenförmiger (in der 
Bitte) u. kurzer u. walzenrunder (nah außen), 
mit vielen Saugmärzchen beiegter, herabbängender 
Fühler, welche, jo wie das Ballet, worin dar 

5 ” 


Baltarenfiiaen :5i6 : Adnln. 


fe in 
402 inſchwimmenben ‚Del. 
Bei, rn I Hu en be on 5 
werdenden —5** u. Gier. Arten: Gemeine ©. 
. garavella), voth u. blau, bie m einer 


totanp, hurdfichtig, mit. 
nee —— — 


die eigentlichen 
ſollen .en. ber —*— an ren, Da —— 


Mandellern, u. a, 


daß ſte am 
.gen daher, welche auf der linlen Seite rudern 


"Malt dem rechten, die anderen mit bem Iinten Beine |. 


‚kefeftigt. Wegen ber. geringfien Vergehen werben 
fie hart gelctigt, u. elöfioerkämmelungen, bie 
‚eine Unfähigkeit zum Rubern bewirken, werben mit 
dem Tode beftraft. Beim Antritt. ber Strafe wer- 
.ben fie gebranbmarlt, ihnen bie Haare glatt abge- 
Ichnitten u. ein Sanger Rod, ber bis auf bie Yüße 
„gebt, gegeben. Die Strafe wird auf eine Anzahl 
‚Sabre od. auf Lebenszeit erfannt, in welchem Falle 
‚fie den bürgerlihen Tod zur Kolge hat. Da jest 
die Ruberfahrzeuge faft ganz außer Gebranch ge- 
‚Iommen find, fo werben ©. zu anberen Arbeiten, wie 
Hafenarbeiten, Feſlungsbauen zc., gebraucht u. feit 
ber. Mitte des 17. Jahrh. andh nicht mehr Die alten 
:@oleeren, fonbern eigene Häufer (Bagnos) zu 
‚Wefängniflen ber ©. verwendet. Eeit 1817 ver- 
‚wandte man bie G. in Frankreich zu Tonlon, Breft, 
a a. Orten zu — Da aber 
Bring aſſe derſelben f nicht vollftänbig be- 
:Ihäftigen ließ u. der Verlehr berfelben mit freien 


‚ Arbeitern manche Übelflände im Gefolge hatte, fo 


: bob Naprleon III. bie Bagnos gänzlich auf u. lieh 
‚an bie Stelle ‘der Galeerenftrafe Die Deportation 
treten. Dies Verfahren hat ſchon großen Rutzen ge- 
eigt. Ehedem brauchte man in Italien auch bie tür. 


Aichen Gefangenen in berfelben Weife verwandten. 

:. Baleerenſtock, ein rundes Holz, bie Galeere 
. Daran am Ufer zu befeftigen. 

: Galdga (Agaligo), zwei Heine Infeln im 
Indiſchen Meere, zwiſchen der Sechellen- u. Mas⸗ 
carenen⸗Gruppe durch ein Riff verbunben; ift rei 


ch 
am Kocospalmen u. von 200 Em. bewohnt, welche | 


‚ Aderbau treiben. n. viel Cososwußäl bereiten. 





Geſandtſchaft in Bruſſel, daum Legati 
—— — —⏑⏑⏑⏑—— 


Galẽga (G. L.), Pflangengatiung ı 
milie ber Papilionaceae - Lotene-( 
Diadelpbie, Defanbrie Z; Kelch gl 
zähnig, verwellend, —* pi, € 
einb ** ber zehute bis zur Mitte d 
alle pfriemmlich, Griffel fabl, fäblih; Ms 
fürmig, Hülſe zweillappig, Tineal, fü 
böderig, ſchief geftreift; Arten u.a: 6. 
nalis (Geisrante), in Deuticland 
ger Zone, ſonſt officinell al Herba 
x. G. rutno caprarise, jet als 
Werth der Pugerne gleihlommendes A 
angebaut; G. orientalis, blanblähe 
pflanze in Kleimafien. 

Galega (Gateia), Fahrzeug mit a 
Ruder. 

Galen, Bolt, fo v. w. Gaelen. 

Galen, Städtiſcher Bezirk (Townsk 


Staa⸗Graſſchaft Wayne im Staate Obie (Mb 


vom Erie-Kanal burchfchuitten ; 5000 

Gälen, eine der tatheliichen Corte 
Grafenfamilie, welche zuerft in Meftfalm 
gem batte, won ba im 16, Jahrh. mac & 
land überfiebelte u. jet in Weftialen, # 


‚Erblämmereramt bes Fürftentbums Mi 
‚| in Hannover ımb Oldenburg angeſche 
| 1809 in den Grafenfiand erboben it. © 


find: 1) Heinrich, 1552—57 
ne —— | 


des Schwertordent in 
Chriſtoph Bernhard, Sohn bei 
Dietrich, geb. 18. Oet. 1600 


1662 aud zum Adminiſtrator ter Abtei 
1664 mit dem Markgrafen Friedrich 
zum Director ber Reichsarmee gegen | 
gewählt u. begab fich felbfi auf ven 8 


plat; Dann führte er gegen bie Rieder 


erft 1665 mit England, bann 1672 mit 


verbindet. Er trat fpäter bem Bun 


burgs u. Dänemarts gegen Schweben 
‚hielt in Folge Davon das Herzogthum V 
ſt. 19. Septbr. 1678 zu Abans. 8) Fr 
bann Heinrich, Bruder tes Ber., 
Söhne, von benen 4) Chriſtoph Hei 
jüngere, 8. 8. Kämmerer u, Re 
1702 von Kaifer Leopold I. in_ ben Ri 
Raub erhoben wurbe u. fich in Ofterreu 
en erwarb; er war vermählt mit I 
Kaas geb. Gräfin von Saurau, him 
keine männlihen Nachkonrmen, fo tef 
ihm biefe Öfterreidhiiche Linie wieder am 
jebt noch in Weftfalen blühende Pinie f 
5) Kranz Wilhelm, Älterem Brute 
ihre lieber wurden 1804 ale Grtlär 
Fürſlenthums Münfter in den Grafenſta 


jegiger Chef if: 6 ia®, 
Viren Gefangenen zu G., ba bie Türten bie chrifi⸗ eh A 


tember 1800, ift feit 1825 vermählt 
Maria geb. von Kettler (geb. 1803): | 
Sohn Friedrich, geb, 1825, if Capl 
St. Lamberti⸗Pfarrkirche in Corsfelt. 
Ferdinand, geb. 1803, Bruder de 
finbirte in Heibelberg u. @öttingen ie 1 
bann auf Reifen u. wurde Attacht ker. 


? 


GSalen 36 Waleverivche 


n Abweſenheit des Geſandten interimiſtiſcher 
ftöträger war; er ging von bier als Geſchaäfto⸗ 
nah Darmflabt u. darauf an ben belgi- 
dof; im November 1837 trat er von feinem 
ı zurüd, da er die Maßregeln feines Hofes 
den Erzbiihof von Köln in Brüſſel nicht 
ztigen wollte. Im Jannar 1843 wurde er 
dter in Stockholm, 1845 in Kaflel, von 
-52 in Dresten n. dann in Mabrid. Er ift 
35 vermählt mit Anna Iſabella, geb. Gräfin 
ocholtz » Affeburg; fein Sohn Clemens ift 
oren. 
(Biogr.), f. Galenos. 
lena (pr. Galihne, d. i. Bleiglanz), Haupt» 
er Sraffchaft Io Davieß im Staate Illinois 
nmerila), am eore- River; mehrere fchöne 
r, katholiſches Waiſenhaus, Klofter der Si⸗ 
"Mercy; Gewerbtehätigleit, Handel, Dampf- 
rt nach St. Louis, St. Baul® u. anderen 
efädten am Miffiffippi; weigbahn nach 
em Anfhluß an die Sllınoid » Central» 
. Die Stabt murbe erft 1526 angelegt; 
iber 8000 Ew. In ber Nähe reiche Blei - 
ferminen (1952 über 40 Mill. Pfund Blei 
ıte 


eng, (G. De C.), Lieberſche Kränter, f. u. 
fis u. Lieberſche Kräuter. 

Ene, fo v. w. Theriak. 

lenia (G. L.), Pflanzengattung, nach Ga⸗ 
ſenannt, aus der Familie der Portulacoae- 
Maae. 2. Orbn.8. 81. L.; Arten: G. linearis, 
Win Afrika; G. procumbens, auf dem Kap. 
Hentca (%og.), bie vierte Schlufifigur, f. u. 


10. 

Aenifche Arzneien, zufanmengefehte Me⸗ 
ente, weiche blos durch mechaniſche Miſchung 
tech Kochen bereitet werben, wie Pulver, Lat⸗ 
w, Decocte ıc. im Gegenſat der chemifchen. 
ulenifche Binde (Fascia (saleni, Chir.), 
Aptbinde mit vier, ſechs u. acht Köpfen; 2) 
4 de0 Salen (Cancer (zaleni), bie vier- 
e Hauptkinbe, f. Binden (Chir.). 

Hemifche Facultäten, |. u. Facultäten. 
Heniften, 1) die Anhänger ber Galenifchen 
e, f. Galenos; 2) Partei der Wiebertäufer 
‚ geftiftet von Galenus von Haën. 

Teno®, ruifiiche® Beinmaß, 8 — 1 Wedro. 
LEnos, Claudius, geb 131 n. Chr. in Ber- 
n, wo fein Vater Nikon Architelt war; er 
e Philoſophie u. Medicin erft in feiner Va⸗ 
2, daun nach jenes Baterd Tote 152 in 
na, Korinth u. Alerantrien, bef. Anatomie, 
kgekehrt nach Bergamum, 158, übernahm er 
te Cur ber äffentlichen Kimpfer; ein Auf 
Bajelbft beflimmmte ihm aber, fi 164 nad 
u wenden, mo er durch glüdlidhe Euren, 

aftlihe Borlefungen u Iiterarifche Thätig- 

eoßen Auf erlangte. Bon 167 an lebte er 
erichiedenen Orten Griechenlands, kehrte 
nah Rom zurüd, war eine Zeit lang im 
ze der Kailer Marc Aurel u. X. Verus zu 
ja, dann Yeibarzt des Kaiſers Commodus 
sm. Zuletzt wendete er fih wirder in fein 
land u. fl. um 200. Er fuchte alle zu feiner 
in den medictniihen Schulen berrfibenten 
u in Verein zu bringen, ftellte zunächft bie 
kratiſ hen vebriätze ais Grundſätze auf, brachte 
ven aber mit Platoniſchen u. Ariſtoteliſchen 


Lehren in Verbindung. Im feinem Vorn 
Dialeltiter u. weitſchweifig, aber kritiſch 
ſichtig. Das ganze Gebãude ber theoretiſchen 
war viele Jahrh. hindurch beſ. ans ſeinen 
genommen. Die Galeniſchen Lehren gin 
au, nad Untergang ber Griechiſchen 
in die Schriften der Araber Über u. beh 
fi bis in bie letzten Jahrh., wo erſt elı 
Einficht u. tiefere Forſchungen auf dem Ge 
geittunf die Berdienfte des G. auf ihren 
erth zurückbrachten. Die Zahl feiner a 
echten griechifchen Schriften, melde fich 
Zeige ber Debicin beziehen, ift 100, b 
verbädhtigen (worunter auch, wie von ben fı 
mehrere bfo8 in lateinifcher Überfegung 
find) 18, die der offenbar unechten 24; vo 
man nur ei außerbem find 18 G 
tare über Hippolratiſche Schriften von ihı 
ten; über 300 find ganz verloren. Die beril 
Schriften G-6 find zur Anatomie: 7Tepl 
uıxav Eyyeıpnosov, 9 Bilder, IIeo) bore 
yleBov za) — Hepl veobuv ds 
Ieol untoas dvaroung, IMeol uvor xı 
IIepl Toy Tas avanvons aırıov, Ileol ı 
rog, Ileol ÖGyENOEwS Gpyavov ; zur Phr 
IIsol zoelas tov Ev avdomnou Ooluarı 
17 $: zur Buthologie: /Tepl ıwv nıene 
toner, 6 B., Ileol dia opas voonuaım 
ı0r &v 1ois voozuacıy alııwv, IIepl a 
uaray Jdıayogas, Meer ıwr dv Tai 
xzugper, ITeol diny.opüg nupstov, I 
e«duou u. a.; zur Arzneimittellehre: 7Tı 
gews xal durausug Toy anlov ge, 
9 B., ITeol ovuvsdosus yapuuzay Ti 
ronovs, 10 8., /Ispl 0uV9. yapu. ıwy xa 
78., Ilegl avudorwv, ITeoı ıns Inpıa 
Therapie: Texvntargıen; Bepanevren, 
14 B., u.v.a. Seine berühmtefe Schrift ı 
taroıxn (im Mittelalter Microtechnum ı 
num genen), welche fange Zeit Lehr n.€ 
war. Die Galenfhen Werke erichienen zue 
weife) griechiſch, Vened. 1525, 5 Bbde., Fı 
1538, 5 Bbde., Fol.; Hauptansgabe (mit H 
von R. Charter, Bar. 1679, 3 Bbe., gr. 
von Kühn, 1821 — 33,20 Bde. Bon la 
Oberfeiungen erfchien bie frübefte in 2 Bi 
1490, Fol. (n. Aufl. 1502), u. in 3 Br 
Fol., u. d. Auch einzelne Schriften fin 
herausgegeben ; in nenerer Zeit find noch € 
Schriften entvedt u. herausgegeben wo 
Minas, Par. 1844, u. Andr. Darenibı 
19419; Lebensbeſchreibung von Euſtachiu 
1577, Bar. 1660. 
Galenſtock, ein bober u. von Gletſd 
ebener Gebirgeflod der Alpen auf der G 
—“ Wallis u. Uri, nördlic 
urfa u. füdlih vom Zbierderg fein 
Sun ift 11,073 Buß über dem Meere. 
Galeobdölon (G. Sm.), Pflanzenga 
ber Bamiliederl.abiatae-Stachyılene-L: 
14. 81. 1. Orbn. Z., der Gattung Lam 
(ich, aber die Unterlippe mit brei |pitiger 
Art: G. Iuteum, deutihe Waldpflanze, n 
rothgefleckten Rachenblumen, ehemals zu 
gezogen u. als Herba laamii lutei offici 
Galeocerdo (15. Müll. u. Henle), 
tuug, zue Ordnung der Körnſchuppen, | 
find lebend, einige Torf. 


3 


Galeddes (Walzenſpinne), Gattung aus 
der Kamilie der Afterjlorpione (f. b. u. a.). 
Ieolaria (G. Lam. ), Sattung der Röhren» 
würmer, von Serpula durch mehrſchaligen Dedel 
gerfchieben, barunter G. caespitosa aus Neu⸗ 


holland u. a. | 
Galeomyomadia (gr. Lit.), der Katzen⸗ u. 
Mäufelrieg, |. u. Prodromos. 


@Baledne (Batione, Seew.), fehwere Dreimafter, 
ehemals in Spanien u. Portugal gebräuchlich, auch 
roße Kauffahrer wurben fo benannt; fie waren 
Ir bochborbig u. hatten manchmal 4 Batterien 
ber einander, in Spanien hießen fie |päter Carra⸗ 
ca8; der Name Galione wurde vorzüglid ben 
ſchweren Schiffen ber ſpaniſchen Silberfiotte (f. d.) 


gegeben. , 

GBaleopithäcus, |. Galione. 

Galeopfi3 (G. L.), Pflanzengattung aus ber 
Fewine der Labiatae-Stachydeae-Lamieae, 14. 

[. 1. Ordn. L., Staubgefäße genähert, unter ber 
Dberlinhe gleihlaufend, Staubbeutel mit 2 Klap- 
pen aufipringend, Oberlippe gewölbt, Unterlippe 
an ber Bafis beiderſeits mit einem fpiten hohlen 

ahne, Mittellappen ftumpf od. ausgeranbet; ein- 

eimifche Arten: G. Ladanum, mit purpur- 
rothen Blüthen, doppelt jo groß als die Keldhe; G. 
versicolor (Curtis (G. canabina Roth), 
rauchhaarig, bie Gelenke des Stängels ſtark ange- 
ſchwollen, —** Kelche, ce blaßgelbe,roth- 

efleckte EN Blüthen, beibe auf ſandigem Boden 
Mn Getreidefeldern; G. Tetrabit, rauchhaarig, 
afig, mit 2—4 Zoll langen, ovallänglichen Blät- 
tern, lange, borfenförmig Racpeligen elchen, pur- 

urrothen Blumen, in Waldungen, Heden; jonft 

a8 Xraut als Herba cannabis sylvestris offici- 
nel; G. ochroleuca Lam. (G. grandi- 
flora Hof., Roth), häufig in ber Rheinpfalz, 
Weftfalen u. a. Gegenden Deutichlande, auf Sand⸗ 
boden, Getreibefeldern, mit 1—1} Fuß hohem, äfti« 
gem, ſtumpf⸗ vierfeitigem Stängel, ter wie bie 
eirundslanzettförniigen ob. ovalen Blätter, mit wei⸗ 
chen Seibenhaaren dicht betedt if, u. gelben Blü⸗ 
then, viermal größer als Die Kelche. Die ganze 
Pflanze i blafgelbtic rün. Das blühend ge- 
troduete Kraut ftand al8 Blankenheimer Thee 
ob. Lieberſche Auszehrungskräuter als 
Mittel gegen die Lungenfucht in ausgebreitetem 
Rufe, u. ſchon bie älteren Arzte haben das Kraut 
gegen Lungenfranfheiten angewendet. In den Ars 

eunen wirb Das Kraut, dort Ganot genannt, zu 
gleichem Zwede benugt. 

Galeöt, fo v. w. Galeerenſklav. 

Galedta, Vorgebirg auf der Sütoftfüfte der 
Kleinen Antille Trinidad. 

Galeöta, toriiche Zeichendeuter, bef. in Hybla 
(1.d.) in Sicilien, genannt nach ben bunten Eidechſen 
(Gafeotä), Deren fic ſich bei der Reiffagung bebienten. 

Galeöte, 1) jo v. w. Halbgaleere, f. u. Galeere; 
2) jo v. w. Galeone; 3) die Heinfte Art Galeeren 
mit 19 — 20 Ruderknechten u. ohne Kanenen; 4) 
länglichrundes Fahrzeug ven mittler Größe mit 
einigen Kanonen od. auch Mörfern. 

Galedtes (G. Cup., Calotes Cur., Galeote), 
Eidechſengattung aus der Familie der Baumaga« 
men, f. u. Agame pr). 

Galey 08, 2 Städte in Thracien, bie eine auf 
ber Gübtüfte von Edonis, öftlich von Apollonia; bie 

te an ber Südſpitze von Sithonia am Toro⸗ 


Galeobes bie Galernaja Gawanj 


öilgen Meerbufen, u. nachmalt mit Ebeikah 
zu 


u 
acedonien sa. And. waren heide a 
Stadt u. es ſoll — e Cavala ſei 
Galtra, 1) Dia in ber |pazii 


vinz Granada; Schwefelquellen, romiſche Ja 


ten u. Bauüberrefte; 1900 Ew.; 9 

ber Norboftfüfle ber Kleinen a hr 
(. de Sampa, Zambabai), Baier Geraiiiiig 
Meeres, an ber Nordweſtluſte bes Depertzmai 
Magdalena der ſüdamerilauiſchen Repuikl Bes 
granaba; darin die Infel Arena. 

GBaltra, 1) (Tairo, Gulo barbarıs), ii 
Säugethier aus ber Gattung Bielfref if 
Gattung der Blätterſchwãmme aus ber 
> Sales ) Sg 

aleria, 1) (Belarina, a. .), AR 
Innern Siciliens, am weftlichen —8* 
fie war von Siculern unter Morge ig 
ipäter von Campanern befekt; j. Gr) 
(Borto di &.), Hafen an ber Werte ine 
worin ber Fango mündet. 

Galeria, zweite Gemahlin bes sah 


lius, |. d. J 

Galeria (Aftermotte), nad Halle 
tung ber Lichtmotten. 

erichlum (tim. Ant.), 1) He is 
ide ſ. d. 
SER at 
0, 10 v. w. ngen a 

Galerites (G. Goldf., Conulus a Du 
Klein, Echinoconus Blainv., Petri), GM 
ber Geeigel; ihr Körper ift Halbkugelfärmig 4 
gelförmig erhoben, unten flach od. coman, DW 

roß u. in der Mitte ber unteren Fläche, der 
hen Munb u. Rand od. am Rand ber al 
—5— Stachelwarzen Hein; Arten: G. deyc 

m., im unteren Jura; G. vulgaris Leu.l 
häufig im Kreidegebirge, meift ald Jenerkaz 
Ihofstnöpfe); G. albo-galerus Lam, 
in ber Kreide. 

Galerius, 1) G. Trachalus, warsiıl 
Conſul, zu feiner Zeit berübmter Rebner = 
von welchen das Gerücht ging, daß al 
Kailer Otho die Reben machte, welche mE 
Eenat u. vor bem Heere hielt; 2) Cajns MH 
lerius Magimianus mit dem Benz 
menterius aus einem Dorfe bei Sardicen 
cien, Hirt, dann Soldat; ſchwang fi tur 
feit zu den höchſten Stelen auf; DieclenusM 
tirte ihn 292 n. Chr., gab ibm jeine Techte 
via, ernaunte ihn zum Täſar u. ertheilte ibm M 
cien u. Illyrien. Bon Diocletian gegen die 
gefendet, wurde er von benfelben 236 ın 
tamien geichlagen, im folgenten Jabre ei 
reich, nöthigte ex fie um Frieden zu bitten 34 
die beiden Auguſten abdankten, erhielt &., 
Conſtantius Chlorus, Die Würde einca AB 
über bie öftlihen Theile Des Rẽmiſchen Rat) 
nahm zwei Dlitregenten an u. fi. 311 am —T 

en feiner Ausſchweifungen. Über ſeine Re 
Rom (Geſch.). Er mar abgeſagter Feind da 
ſten, gegen welche er auch eine Berielgunge 
aber vor feinem Tode hob er bie jmd 
gegen bie Ebriften auf. 

Galernaja Gawanj (Bairereabenn Fi 
ſtadt von Petersburg, gegründet 1721 auf: 
lichen Spite ber Injel Naffti- Oſtrer: ded 
war urſpruͤnglich zur Aufnahme der 


Galerne bis Galgen 


welche früger in jener Gegend beim 
ino lag; zu biefen Zmede wnrbe ein 
in von ungefähr 500 Metres Fänge u. 
ı Breite gegraben, welches fich bis heut 
alten bat, u. verſchiedene Gebäude auf- 
96 wurde noch ein zmeites, kleineres 
jegraben u. bie Ufer mit Granit belegt. 
riegsflotte in Kronftadt flationirt, ıfl 
nbafen verödet u. bient ten ärmflen 
Petersburgs (Matroſenwittwen, nie 
eamten) zur wohlfeileren, obgleich un⸗ 
hnſtätte, Da bei heftigen Seeſtürmen 
eil häufig überſchwemmit wird. 

‚ kalter Nordweſtwind in dem nord⸗ 
rankreich; iſt der Vegetation ſchädlich. 
ie (v. gr.), Geſichtéfehler, krankbaftes 


a u. Galerucitae, Käfergattuug u. 
, ſo v. w. Fruchtkäfer (f. d.). 

(röm. Ant.), 1) tegelförmige Mütze; 

wurde fie in Etrurien von den Lucu⸗ 
Rom von den Pontifices getragen; 6. 
w. Alhogalerus, ſ. u. Flamen. 2) 
8) falſche Haartour, ſ. Perüde. 
irg (ipr. Gehlsburg), Poſtort in ber 
inor des Staates Illinois (Nordame⸗ 
rt Military⸗Tract⸗Eiſenbahn; Knor⸗ 
37 gegründet), fruchtbare, wohlbebaute 
1200 Ew. 
Fluß in der neapolitaniſchen Provinz 
ranto; entſteht in Montes di Martino 
ı den Meerbuſen von Tarent. 
8 (Seliffon), Provinz mit gleichnami⸗ 
m Reiche Macaflar auf ber ſüdlichen 
n Celebes (Sütoftafien), die Bewoh⸗ 
geihidte Schiffer belannt. 

(a. Geogr.), |. Galäſus. 

1) Ort am gleihnamigen Vorgebirge 
üfte ber nördlichen Halbinfel der Mo⸗ 
Dſchilolo — 2) eine ber 
eln; waltig, reih an oſtindiſchen Pro⸗ 
entlih Gewürze); bie Bewohuer find 


yenetianifche Glaskoralleu, für den Han- 
afrikaniſchen Küſtenläudern 

1, Borgebirg, im Süden der Juſel Te⸗ 
ser Weſtküſte Afrika's. 

(fr., italieniſch Galeta), ſchlechte Flod⸗ 
onnene Ausſchußſeide. 

(G. Cur., Meerjau), Gattung bes 


‚don Monmutb (Galfredus Mo- 
). geb. zu Dionmutb, war erfi Archi⸗ 
Libß u. wurde 1152 Biſchof zu Aſaph; 
ı Unruhen in Wales zu König Hein- 
ber ihn zum Abt von Abindon machte; 
ı3biichof von Canterbury zur Rüdfehr 
thum aufgefordert, leiftete er keine 
e verlor er feine Stelle, bald darauf 
lbtei. Gr fchrieb eine Geichichte der 
Walterd Brut-y-Brenhined; De 
siasticorum; De corpore et san- 
ini; Carmina ; Commentaria in 
Merlini u. eine Lebensbeichreibuug 


luß in Ungarn ; entfpringt am Szanda⸗ 
eife Neograd u. minder bei Fenyszarn 
en iu den Zagyva ein, 


| werben durch das Loos 


I 


Galgäcus, im 1. Jahrh. n. Chr. Fürſt ber Ca⸗ 
lebonier, f. Schottland (Geſch.). 
Galgäla (a. Geogr.), fo v. w. Gilgal. 
Galgaliel, im Talmud FZürf ter Sonne ob. 
der fie regierente Engel. 
Galgant, 1) Echter ©. (Kleiner ©.) Wur⸗ 
zel von Alpinia Galanga, konnt aus Oftinbien 
in fingers⸗ bis daumensdicken, äftigen, uicht geſpol⸗ 
tenen Stüden vor, ift aufen u. innen dunkelroth⸗ 
braun, bolzig, faferig, ſchwer zu pulvern, riecht, bei. 
ericben, angenehm gewürzhaft, fchmedt feurig, 
Par. aromatiſch, flärler ala Ingwer u. wird ale 
wirkſames Verdauungsmiittel in ihrem Baterlaube 
häufig angewendet; die dünneren Stücke (Galanga 
minor) werden als kräftiger vorgezogen; daraus 
wird ein ãtheriſches II Galgantöl (Balgantwargeläl) 
gewonnen, es ift gelblichweiß, ſchmect aromatijch 
campberartig u. riecht ähnlich Lem Cajeputtzl; es 
ift nicht ſehr flüchtig, löslich in Alkohol u. Ather, 
wenig löslich in Alfalien; an ber Luft verbidt es ſich 
u. wird geruchlod. 2) Deutſcher ©., die Wurzel 
von Cladium mariscus; 3) ®roßer ©., bie 
Wurzel von Kämpferia Galunga. 
Galgas (Waarent.), fo v. m. Golgas. 
Galgbrunnen, fo v. w. Schöpfbrunnen. 
Galgen, 1) eigeutlich zwei in bie Höhe gerichtete 
Pfoften, über bie ein Querbolz liegt; 2) ba an einer 
folhen Vorrichtung gewöhnlich bie zum Henlen ver- 
urtheilten Verbrecher aufgelnüpft merden, das Ge⸗ 
rüft, woran Dies geichicht, auch wein es von ande» 
rer Figur ift. Beſtebt ber ©. aus einer runden, 
gemauerten , terraffenförniigen Erhöhung, um bare 
auf auch köpfen u. räbern zu Töunen, u. find auf 
demſelben fteinerne Säulen (meift 3), zwiſchen de⸗ 
nen Hölzer (Salgenboölzer) befeftigt find, um an den⸗ 
jelben den Miſſethäter aufhängen zu fönnen, jo heißt 
ber ganze Bau Hochgericht; ift Dagegen feine 
gemauerte Terrafie erböbt, u. beftebt der ©. blos 
aus drei gemanerten Säulen od. erhöhten Pfoften, 
fo heißt er Dorfgalgen; u. wenn er blos aus 
einer Säule, in bie eine Pfeſte rechtwinkelig einge⸗ 
laſſen ift, befteht, Schnellgalgen (Kniegal- 
en, Soldatengalgen). In ber Gaunerſprache 
heißt ber ©. bie Feldglocke. Die ©. liegen meiß 
außerhalb bewohnter Orten auf boben Punlten 
(Balgenderg) u. wo möglich auf nicht angebantett 
Stellen. Da Errichtung od. Ausbefferung eine ®- 
nach altem Borurtbeil auriidig macht, Jo werbef! 
gewöhnlich, wenn dieſelbe voriommt, alle Baug€ 
werle Des ganyen Diftrictes, in dem ter ©. erri 
tet werben fol, verfammelt. Der Richter reicht 7 
dieſem Geſchäft ben erſten Stein u. haut Das Hot 
aus dem er gebaut werben fell, an, u. alle Gewer 
arbeiten banıı fanımt u. fonders an ten &., ob 
Ginige beftimmt, bie EK 
bauen. Wenn zur Galgenftrafe verurtheilte Berbr 
cher eutflohen find, jo wird ibr Nam ea ten C 
gefhlagen, f. Strafe; 3) erhöhtes Querbelz 
bintern heile des Karrene, worauf beim Zruck e 
der Dedel rubt, |. u. Budpruderpreile: #) Bean _ 
ein Gerüfte ani Bord, nah Art Tee G:-#, Ar 
die Schifisglode zu tragen, au! der Hräulaar 
fabrern 2 Krahnen binter ber Yeicharüfte, um n e 
Boot darauf zu hiſſen; Gelgemiseiazue . EIN an 
ebautes Nuberbect bei der Ar:T.ateem, Tat 
* ©. gehißt wir: Zu; P. an Bet X* 


PU ru vr 


dem Eingange tes Ecshör. an _ 
flellen; 6) ker Vene En: Din oo 


a. 
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bio sb, Galgen n Eee are) 
833 — | 


en 









), Gattung aus der * 
| Sinpwanze, N 












nfche | en (ib. 
® —— 


TI EFiIT 






vu 1780% De en dei genbau benutzt; 
—— guereggianti, | € 
Br eu bon a 2p3. 1790); ialo- 
gues e commerce des bles, gend. 1 
peutfd gr Beicht, Öfogan 1802, 2'Bbe.) u. m. a. 
‚ach feinem Tode erſchien : Correspondance in- 
7 e de (4, 17651783 avec d'Epinay le | 
n d’Holbach ete., Par. 1818, 2 Bde. 
al no, Don Antonio Alcala-®,, eb. 1790 
TCabix, Eefe politico Be — 18 Cor⸗i 
ter 1822 23 zu yet hören AR 
ſchlug er einen — nt Maffe ge | 
na or. heniag, — * zu rer an 
nad Cabir begeben en habe var ‚nad 
weigerte, daß eine Rege einge Ku * 5 —— 
rbe, indem ein ——— Bi ömig | ©. geprägte M ib: 
hindere bie conflitntionellen 9 enmafje: 16) u. bi 
—— Einnahme des ALL —B er —— tifticher 


Krk 1833 zurüid u. wurde 1834 De- 


r Eabir; 1835 verhaftet, erbielt er feine 

Bon Medi Dat A rüd u. trat num für 

in die Schranten. Nach der Revolution von 
a 1836, welche filr ben Ultrafiberafismus 


a austief, verlor ©. febr an Anjeben, trat. 
er bo als Deputirter für Madrid in bie Cortes 
En Tann (Stantsir.), fo d. m. Shalib- 


bie. b 
* * —* —— in Cayenne (franzd« 























c J 
A — — — —* 


— sen 8 ter od. 2762,6 Par. CM 
100 Fanegas von Ferrol = 132,912 
fel; die Fanega von Coruña if 10 gr 
alfo — 69,1997 Piter od, 3336, Par & 
L | 1007 anegas von Coruña —= 120,15 
alibli, jo v. w. Galipfi. * | jet; Weinmaß: der Moyo (Mil) bat 4 
alicia la nneva, for. w. Xalieco. 16‘ Oli, 68 Azumbres, 272 Q 
jalirten, der norbweſſilche Theil Kur Qnhrtillo = 0,516377 Yiter or. 29,0 cl 
it bem Titel eines Kön bitzoll, 1 Uafin fa — 1,0989 Fraufimtr 
1,730,000 Ew. zählen; gre "| 2,9818 preuß. Eimer; Gewichte: Hante® 








Galietis bie Ball  -- 857 


Bfunb (Libra gallega) iſt == 21 ca- 
f. n. Centner (Cornña); 100 Libras 
‚23,073 preuß. Pfund; Sole: u. Sil- 
as caftilifche. ©. hat ein eigenes Ge⸗ 
sebrere Freiheiten; theilt fich neuerer 
ovinzen Coruña, Zuge, Drenfe, Bon- 
t feinen Ramen von den Ealläci(f. b.), 
dlichſte Portugal bewohnten. Ale die 
e befiegten, wurbe ©. römifche Pro- 
n, wie das übrige Spanien, nnter bie 
Vaudalen, Weftgotben u. Sarazenen 
er zum Gebiete der Könige von Leon 
Ferdinand der Große erbob &. um 
ttgreich u. gab es feinem Sohn Gar⸗ 
age. Unter gleichen Umftänben kam 
hI., Grafen von Portugal, f. d. 
:r Ferdinand bem Ratbotiihen hatte 
on ©. faft ganz unabhängig gemacht, 
nd nur dem Namen nad noch Spa» 
n mar; zwar brachte Ferdinand den 
orfam zurück, mußte ihm aber große 
räumen. ‚Übrigens vgl. Spanien 


G. Zund.), eine Säugethiergattung, 
mähnlich, aber nur in Südamerika; 
yarbarus Zund., in Brafllien, 
reifem Haupte u. weißem Kebiflede; 
s, oben grau, unten ſchwarz, eine 
von ber Stirn jeberfeits zum Halfe 


General, fo v. w. Galyzin. 
Marſchallin, fo v. w. Ancre 2). 

a, Stadt im Kreile Mitterburg (Pi- 
reihifhen Küſtenlandes; 4 Kirchen; 


Baltt, Salllab, d. i. Diftrict, a. Geogr.), 
bor bem Eril ein Diftrict im Stamme 
‚ber Nordgrenze Kanaand; 2) fpäter 
Provinzen Paläflinas, u. zwar bie 
grenzt im Weften von bem Dieere u. 
ı Norden von Cöleſyrien, im Oſten 
u. See Tiberiad (Salilaͤiſches Meer, 
ıretb) u. im Süben von Samaria, 
Gegend um Tyrus u. dem on 
ebirg Carmel u. Stythopolis; 10 MI. 
MI. breit; war fehr gut an ebaut u. 
:in: a) Obergaliläg (Galllaea su- 
ördliche, gebirgige Theil, welcher ſich 
bis Bala u. von Thella bis Meroth 
ier Theil hieß auch S. der Heiden (C. 
il fi bort viele Syrer, Griechen u. 
) jeibft Agnnter angefiebelt batten; 
aliläa «6. Inferier), ber filbliche, 
on XZaloth bis Berjaba u. von Tibe⸗ 
(on. Die Saliläer zeichneten ſich durch 
feit u. antere Tugenden aus, rebeten 
bebräiichen Dialekt, welcher fidh bei. 
tere Ausſprache auszeichnete, u. be 
meiſt mit ber Fiicherei. Wegen ihrer 
mit heidniſchen Völkern litten fie öfter 
ınglüd, u. weil Heiten unter ihnen 
rben fie von den Judäern meift ver- 
ıt beshalb ein Weltintereffe, weil es 
8 Chriſtenthums war; denn aus ©. 
8, e8 war der Schauplaß feiner Wirk⸗ 
bier lagen Nararetb, Kana, Kaper- 
‚ ber Jordan, See Tiberiad, Berg 
lilder waren feine erften Apoftel; baber 


erhielten auch bie erſten Ehriften von ben Inden 
den Spottnamen Galiläer. Jetzt bildet &. einen 
Theil des Ejalet Syrien. 

Galiläa, eine in England übliche Bezeichnung 
ber Vorhalle vor den Portalen gothiſcher Kirchen. 

Galilän, in der Griechiſchen Kirche der 3. Oſter⸗ 
feiertag ob. die 3. Woche nach Oftern, od. die Zeit 
von DOftern big zur Himmelfahrt, weil Ehriftus in 
diefer in Galiläa weilte. 

Galilei, 1) Salileo, geb. 18. Febr. 1564, 
erhielt von feinem Bater eine jorgfältige Erziehung 
u. ftubirte, obwohl er ſchon als Knabe mehr zu me⸗ 
chaniſchen Arkeiten fich binneigte, in Piſa feit 1581 
Mebicin u. Bhilofophie; bald jedoch wäblte er bie 
Mathematik zu feinem eigentlichen Studium, nad“ 
dem er in einem Alter von 19 Jahren Durch Beob⸗ 
achtung der Schwingungen einer Rampe im Dom 
zu Bifa auf die Gelee vom Pendel bingeleitet wor⸗ 
ben war. 1586 erfand er bie Hydroſtatiſche Wage; 
1589 Brofeffor der Mathematik in Piſa gemorben, 
eiferte er bef. gegen die geiſtloſe Nachbeterei ber 
Artftoteliihen Philoſopbie, namentlich mies er bie 
Schwäden u. Unrichtigkeiten von phyſikaliſchen 
Aufftellungen ber Ariftotelifhen Schule nach, indem 
er unter Anderem bie Lehre vom Kalle angriff u. 
durch feine deshalb angeftellten Verſuche auf dem 
Thurm in Piſa zeigte, daß das Gewicht auf bie 
Geſchwindigkeit fallender Körper keinen Einfluß 
habe. Seine Feinde zmangen ibn, fein Anıt nieder» 
zulegen, worauf er 1592 Profeſſor ber Mathematik 
ın Padua wurde, mo er zuerft die Stalienifhe 
Sprache bei feinen Vorträgen anmwandte u. rafch 
einen enropäifchen Ruf erlangte; 1597 erfand er 
den Proportionalzirkel u. ſpäter machte er wichtige 
Beobachtungen Über das Wefen bes Magnete u. 
mittelft eines um biefelbe Zeit erfundenen, von ihm 
verpollfonmneten Fernrohres viele wichtige aſtro⸗ 
nomiſche Enttedungen. So bemerkte er zuerft bie 
Mondberge u. berechnete deren Höhe aus ihrem 
Schatten, entbedte einen Jupitertrabanten, ben 
Saturnring, die Sonnenfleden u. ſchloß aus ber 
gortbene ung derielben auf eine Umdrehung ber 
Sonne. Um dieſelbe Zeit begründete er das Geſetz 
des Falles. Sein wiltenichaftlider Ruf nahm num 
eine immer größere Bebeutung an; Cosmo II. von 
Toscana berief ihn 1010 wieder nad) Pia ala er- 
fien Lehrer der Mathematit, mit der Erlaubniß, 
fich feinen Wohnfl, wo es ihm befiebe, zu mäblen. 
®. zog, dem Rufe folgend, auf das Luſtſchloß Alle 
Selve zu feinem Freund Salpiati u. machte bier 
Beobachtungen über das Schwimmen fefter 8 
u. über die Bewegungen einzelner Planeten. Da 
biefe Beobachtungen das von der Katholiſchen Kirche 
verdammte Copernikaniſche Sonneuſyſtem beflätig- 
ten, gerieth er in Streit mit dem Clerus; er hoffte 
in Rom Schuß gegen fanatifche Mönche zu finten, 
ſah fi aber getäufcht u. mußte verſprechen, zur 
Bertheidigung bes Copernikaniſchen Syſtems meer 
etwa® zu reden, noch drucken zu laflen; 1618 ſchrieb 
er über drei damals erfchienene Kometen. Giner 
feiner Schüler benußte biefe Echrift anonvm zum 
Angriff gegen bie Zefuiten u gerne darüber mit 
bem Sefuiten Garaffe, weicher G. für ten Bertafier 
hielt, in Streit; @. wertbeitigte fih in feines 
Sapgiatore, zog fih ater dadurch tie Kam 
(haft bes Orben® zu, deñen Tirtelaunse? 
fortbauernd ausgelegt wear. Unier Tem Zu 
des Großherzege lebte m. lekrıe er inte: ʒ 


858: 


bis er 1632 feine berühmte Schrift: Dialogo dove 
ne’ congressi di quattro giornate si discorr& 
de’ due massimi sistemi del mondo, Tole- 
maico e Copernicano, worin er drei Perſonen re- 
denb einführte, eine, melche das Copernikaniſche, 
eine, welche das Ptolemäiſche Syſtem vertheidigte, 
u, eine, welche beide Syſteme mit einander ver- 

ich, die Streitfrage aber unentichieben ließ, ver⸗ 
Bfienttichte. Dieſe Schrift, obgleih mit römi⸗ 
fcher Eenfur gebrudt, benußten feine Feinde, um 
ihn beim Papfte Urban VIII. zu verdächtigen. 
Duch den Tod Cosmos II. feines Echutzes be- 
raubt, wurde er 1633 vor bie Inquifition in Ron 
gefortert, mußte bort feine Behauptungen knieud 
abichmören u. wurde ſodann auf unbeftimmmte Zeit 
ind Gefängniß gejeßt. Unverbürgt ift Die Sage, 
daß ©. beim Auffteben, nachdem er den Schwur 
geleiftet, mit dem Fuße ſtampfend vor fi) bin ge- 
murmelt babe: E pur si muove! (Und fie bewegt 
fih bo!) Man ließ ihn jpäter wieber los, ver- 
wies ihn Anfangs in den biſchöflichen Palaſt zu 
Siena, jpäter in Bas Kirchipiel Arcetri bei Florenz. 
gie beichäftigte er fich mit Unterjuchungen, welche bie 

Kiftit u. Mechanik betrafen, entbedte noch, ob» 
fhon halb blind, Das Schwanlen bed Mondes u. 
wies darauf hin, daß man die Beobachtungen der 
Bahn ber Trabanten Des Jupiter zu Yängenbeftim« 
mungen nußen könne. Umgeben von zahlreichen 
Freunden u. Schülern, welche ihm die leiden des 
Alters, Blindheit, Zaubheit u. Gliederſchmerzen, 
leichter ertragen ließen, ftarb er 8. Jan. 1642 hm 
wurde in Piſa eine Statue errichtet. Seine Reli- 
quien, Inſirumente u. Arbeiten IH feit 1841 in 
dem Gebãäude bes naturwiſſenſchaftlichen Muſeums 
in Florenz (G. Zribune) aufbewahrt. Seine erſte 
Schrift war: Operazioni del compasso geome- 
trico e militare, 1606, feine fette: Discorsi e 
dimonstrazioni matematiche, 1638; er ſchr. 
auch: Studi sulla Divina commedia, 1588, her» 
ausgeg. von D. Bigli, Flor. 1855; feine Werke er- 
ſchienen Bologna, 1656, 2 Bde.; Flor. 1718, her» 
ausgeg. von Vonaventuri u. Bottari, Padua 1744, 
4 Bde., Mailand 1808 — 11, 13 Bde.; Flor. 
1842 — 56, 15 Bde. von Alberi (5 Bde. aftrono- 
mifche, 5 Bde. Briefe, 4 Bde. phyſiſch⸗ mathema⸗ 
tiſche Schriften, 1 Bd. literarifche Arbeiten); es 
bensbeſchreibung von €. I. Jagemann, Weimar 
1787; Neli, Vita e commercio lett. di G. G., 
Lauf. 1793; Benturt, Memoire e lettere di G. 
G., Mail. 1818 - 21; Mar. Marini, G. e l'inqui- 
sizione, 1850; Libri, Hist. de la vie et des 
oeuvres de Gr.. Bar. 1841 ıbeutfch, Wiesb. 1812); 
Cattauro, Cluni su la vita diG. G., Dail. 1543. 
2) Bincenz, Sobn des Vor., wandte zuerft ten 
Venbel, ven fein Vater erfunden batte, auf die 
Uhren an (1649), welche Erfintung Huygens fpäter 
noch verbeſſerte. 

Galileiſche Fernröhre, Fernröhre, aus einem 
convexen Objectiv u. einem concaven Ocularglas 
ſo zuſammengeſetzt, daß das Ocularglas um die 
Länge ſeiner eigenen Breunweite innerhalb der 
Brennweite bes Objectivs ſteht, ſomit die Strahs 
len, welche convergirend, u. ebe fie ſich zum Bilde 
vereinigt baten, auffallen, parallel in das Auge 
leutt. Die Läuge tes Nobres tft alfo der Differenz 
ber Brennmeiten Der beiden Yinfen gleich. Unzwed- 
mäßig an ihnen ift tie mi ftärferen Vergrößerun— 
gen verbundene Kleinheit des Gefichisfeldes, daher 


Galileiſche Fernroͤhre bis WBalione 


ärti ber 
—— Mepfiake zu ee 
gebraucht werben. 
Galimafröe (fr.), gehadtes Fleiſch mit Pie 


brübe. 
alimathiad (Reth.), fo v. m. Galrmatiien 

Galinära, Infel mit Caſtell au ber Eli 
des Buſens von Genua. 

Salinasinfel, fo v. w. Gallima. 

Balinder (in. Geogr.), farmatiider kuci 
Kurland, f. Preußen (Geſch.). 

Galindo, (Cayo-G.), Inſel an ver Rah 


ı ber Großen Antille Cuba (Spaniidh Def 


Galinger (a. Geogr.), fe v. w. Kalle 
Galinier, Autoine, geb. im I IM 
Cauſſel, trat 1809 in bie Militäricule am 
Cyr u. diente unter feinem heim, ben 
von Dalmatien, von 1810—14 in SRmn 
ber Schlacht von Waterloo penſionin uke 
1822 wieder angeftellt, machte 158 ge 
bition nad) Morea mit u. erhielt baiwaluk 
als Bataillonschei; 1831 kämpfte a a 
wurbe 1632 Oberſtlieutenant u. 1% Ua, 
1841 Marechal de camp geworten, amt 
er nach einander mehrere Snötivifienen ı KM 
16. Febr. 1851 in Diontauban. 
alinfogea (G. R. et P.), Pilungn 
nad) Gelinfoga (erſtem Arzt der Königin von Op 
nien u. Intendanten bes Töniglicyen Gau & 
Mabrid) benannt, aus ber Familie Compems 
Senecionideae-Helenieae-Gali 
2. Orbn. L.; Art: G. parviflora, ein in 
u. Beru wildwachſende, einjährige, m 
Auguft blübente Kutterpflanze, if ſehr 
u. wird von den Schafen gern geftefien. 
Galinthlas (Batanthie), Tochier bei JM 
in Theben, Dienerin ber Altınene. Als ihre 
in Geburtswehen lag, hatte die eiferjühuz 
die Parzen vor teren Tbüre geſtellt, wi 
Hänte verfchränften u. ibr tie Niedertunk vol 
derten; ©. aber täufchte tie Parzen mit ter ill 
Nachricht, daß Allmene eben einen Knaben DM 
habe. Da ſchlugen jene ftaunend die Hin 
einander, u nun gebar Allmene augenti 
Kind; es war Hercules. Zur Strafe we 
von Here in ein Wiejel verwandelt; Kerintt 
errichtete ihr isı Theben einen Tempel s. Kit 
bie Galintbiadia, ein feierliches Opfer, in 
Galiola, öfterreichiihe Inſel im Art 
Meer, am Eingang des Quarneromeerbiiut. 
Galion, 1) (Gilgun, Dikilianı, Wil 
der Eunbajee, an der öſtlichen Nerdlüſte Da \ 
Ben Sundainfel Java (Südaſien); 2) Fi 
Kleinen Antille Martinique: Franzeſijch Wñin 
Galion (Baljen, Seew.), der an Reꝛtene 
ber Schiffe angebrachte Vorbau, welcher dem ẽa⸗ 
ſchnabel (Rostrum) der Alten entrniät: 
führten nur Die Kriegeidiffe ben G., ie 39 
ihn auch alle größeren Kauffahre. 
GSaliondſchi Aga, auf türkiſchen SHE 
Borfteber der Matroſen. um 
aliöne, 1) im Mittelalter großes zur 
32—5U Kanonen führte; ſpäter 2) bi u 
niern große Kriegsſchiffe mit 3 Mohn a d 
vier Verbeden, Die über 4000 Yaltın npF* 
ten; fie dienten Lei. zur Überfabri ver her 
Amerifa nad Spanien u. bilteien die ZN“ 
weshalb fie auch, zum Schutz gegen Leit" 










Galiota hie "Galizien 


em Geſchüutz u. Soldaten beſetzt waren. Daher 
wi, welcher feinen Handel nach Amerika auf 
Schiffen trieb, im Gegenſatz der Flottiſten; 
6 nach Amerika gehende Schiff. 
alidta, VBorgebirg der Weflipitge ber weſtin⸗ 
a Juſel Trinidad. 
ote (Schiffaw.), fo v. w. Gafeote. 
stipka (G. Aubl.), Pflanzengattung aus ber- 
sie Diosmeae - Cuspariene, 5. Kl. 1. Orbn. 
merfwürdige Art: G. Cusparia (Bon- 
Ba trifoliata W., Cusparia febrifuge 
&.), bober, immergrüner, ſüdamerikaniſcher 
n, mit weißen, traubenftändigen Blüthen, von 
se echte Angufturarinde u. ein jchönes, 
B, dem Buchsbaum übnliches Holz kommt. 
u @altpein, jo v. w. Angufturin, ſ. Cuſparin. 
slipölt, f. Gallipoli. 
Bliyot, das Harz des amerikaniſchen Ter⸗ 


us. 
diſſoniere (ipr. Galiſſonnichr), Roland Mi⸗ 
Barrin, Marquis de la G. geb. 1693 in Roche⸗ 
nahm 1710 Seetienfte, wurde 1735 Schiffs- 
In u. 1745 Generalgonverneur von Canaba, 
1749 nach Frankreich zurüd, wo er Chef 
wbre wurde, berichtigte 1750 mit Lord Stan» 
ie Grenzen Canadas, ſchlug 20. Mai 1756 
lichen Admiral Byng bei Port Mahon u. 
ei in Remours. 
altte ( Galita), jetiger Name der Inſel Ca- 
fd.) im Mittelmeere, an ber öftlichen Nord⸗ 
non Algerien. 
wütich (Batigih), 1) Kreis im ruifiichen Gou⸗ 
Koftroma mit 50,000 Einw., welche all⸗ 
da ber Boden meilt jandig ıı. moraftig ift, 
ser Anzahl nad) ten Hauptftäbten auswan- 
wo fie reichlichen Erwerb finten, ba fie in ganz 
and als bie beiten Stellmader u. Dfenjeger 
mit find. Sonft find die Hauptzmweige ber In⸗ 
ke: Berarbeitung von Häuten u. Leder u. Han⸗ 
üt Felderzeugniſſen, Talg, Lederwaaren, Fi⸗ 
‚ Bilzen u. ſ. w.; 2) (bei den Einwohnern Sa⸗ 
„Kreisſtadt daſelbſt am Salitſcher Ger. Die 
wohner, Meritſchi, bebielten bis heut zu 
ihre beſondere, ſogenannte Emmaniſche 
he bei. Früher war ©. die Hauptſtadt des 
entbums gleiches Namens u. wurde u. a. von 
s&han vergebens belagert; &. bat 17 Kirchen, 
alte Klöfter; 6000 Em. Zu der Nähe ber 
t fiebt man bie Überreſte eines alten Erd⸗ 
1, welcher bie Stadt gegen Feinde ſchützte, da⸗ 
er Rame Stolbijchtiche. 
aligin, Familie, fo v. w. Galyzin. 
altum (G. 1), Pflanzengartung aus ber 
lie der Rubiacene - Coffeucene - Stellutae, 
„J. Ordn. L.. Rand tes Kelches unmerflich, 
Benfrone rabjörmig od. flach, vier», felten drei⸗ 
ig, Frucht rundlich dreiknotig, troden, Frücht⸗ 
Richt aufſpringend, eiuſamig; Arten: zahl⸗ 
Aber 160, gegen 30 einheimiih: G. ve- 
Eabkraut, Bettſtroh U. L. F.), in Wäl⸗ 
u. Wieſen gelb blühend, zum Gerinnen ber 
benutzt (wie auch mehrere andere Arten); die 
el zum Rothfärben; auch die Knochen ber da⸗ 
jefütterten Thiere werben, wie von Färber⸗ 
roth; G. mollugo, in Seden; (v.syl- 
C um, in Wäldern, ebenfalls mit roth färben- 
urzel; G. Aparine (Klebkraut), in 
ex, Unkraut, das fich eben fo wie ber Same 


an anbere Gewächſe, auch an bie Kleiber anhängt; 
G. rubrum, G. palustre, n.a. Es gibt Pflauzen⸗ 
verfleinerungen, tie dem G. ähnlich And, in Stein⸗ 


oblen. 

Galiväten, Schiffe in Ofiindien, zu Waaren- 
verjenbungen. 

alizenftein (Färb.), fo v. w. Zinkoitriol. 

Galizien , 1) öfterreichiiches Kronlant, welches 
bie Königreiche ©. u. Lodomirien, die politifch zum 
Deutihen Bunde gehörigen Herzogthümer Aufch« 
wig u. Zator u. das Großherzogthum Kralau ume 
faßt; grenztim N. an Polen u. Rußland, im O. 
an Nußland, im ©. an die Bulowina u. Ungarn, 
im W. an die beiten Schlefien ; Flächengehalt 1422,56 
DOM. mit 5,056,000 Einw. Das Yanb liegt ter» 
raſſeuförmig auf ber Norbfeite der Karpaten, Die es 
füdlich in einem großen Bogen von Schlefien au 
bis zur Bukowina umichließen, norbwärts fich nur 
bis gegen 4 Meilen landeimwärts erfireden, dann 
ein fruchtbares Hügelland bilden u. fich endlich zur 
bügeligen Ebene verflachen, fo daß ber nördliche 
Theil eine ansgebehnte Ebene ausmacht; Flüſſe 
find zahlreich u. fübren viel Waſſer; die Weichjel 
durchfließt den nordweſtlichen Theil des Laudes, 
wird bei Kralau fchiffbar, biltet dann Die Grenze 
gegen Bolen u. nimmt die Biala, Sola, Skawa, 
Raba, Donajec, Wislola, Sarı u. Bug anf; ber 
Dniefter fließt nah SO., nimmt linte den Pipe, 
Stripa, Sercb u. Podhorce, rechts ben Stry, 
Swica, Lomnica, Viftriza auf u. geht dann über 
auf das ruſſiſche Gebiet; der Prutb, zu welchem bie 
Czeremoſze fließt, verläßt Das Land nach kurzem 
Lauf; einige Scen find nur im D. bes Landes u. 
bie fleinen Karpatenfeen (Meeraugen); Dagegen 
gibt es Mineralquellen in großer Menge, fie 
werben aber wenig bemtzt; im Klima ift ©. das 
raubefle Land bes Reiches, dennoch ift es im Gauzen 
ſehr fruchtbar; Bropucte: der Yanbbau, obwohl 
nicht forgfältig genug betrichen, liefert Getreide, Ha⸗ 
fer, Buchmeizen, Hirje, Flachs, Hanf, Hopfen, Tabal 
u. a.; die Ralbungen find im N. zwar ſehr gelich⸗ 
tet, aber im S. noch in großen Reichthum vorhan« 
den; von Thieren gibt es viel Rindvieh, durch 
Kraft u. Leichtigkeit ausgezeichnete Pierbe, Schafe, 
zum Theil veredelt, Schweine, Geflügel, Bienen, 
Fiſche, viel Wild, Bären u. Wölfe find felten ge⸗ 
worden; eine Art Schildlaus liefert die polnische 
Cochenille; das Mineralreich bietet Marmor, Ala« 
bafter, Schwefel, Eifen, Steintohlen, Kupier, Gal⸗ 
mei, Feuerfteine, eine Menge nugbarer Erden u. 
bef. Salz, welches theils aus Steinialzlagern (bei 
Wieliczka u. Bochnia), theild ans Sulzquellen ge 
wonnen wird; die Einwohner find zum groͤß⸗ 
ten Theile flawiihen Stammes, u. war Ru⸗ 
thenen im öſtlichen, Polen im weſilich u Theile 
des Landes; Juden leben unter beı übrigen 
zerftreut, aber in größerer Anzahl, aus in irgend 
einem öfterreihifchen Lande; außerdem Deutiche, 
durch Kaifer Joſeph dort augefietelt, Armenier 
u. wenig Slowalen; dem religiöſen Bekenniniß 
nad ift bie große Mebrzahl karbuliich, u. zwar 
über 2 Millionen römiſche Katholilen unter einem 
Erzbiſchof in Leniberg, mit zwei Sufftaganbiihdien 
in Tarnow u. Braemyil u. Über 2 Mill. Griechiſch⸗ 
Katbolifche, unter einem Metropoliten in Lemberg 
u. einem Biſchof in Przemyſl; bie Armenier baben 
einen Erzbiſchof in Leuiberg, Die nichtu irten Grie⸗ 
hen einen Siſchof in Czernowis, bie Proteſtanten 


us 
— F 
Serena ne jet Im erg, 
mertli — begriffen; das Mei st cite | Set 
u. Wolltoeherei, 


u. —— ‚ee ſtarl ift die Brammtmwein- 
Beurer ir. Production von Feuerfteinen, 

e fr noch viel ftärfer war; der Handel, 

rch gute Straßen u. viele 346 

bare Fe * bisher unbedeutend, fängt 

Aa an, lebhafter zu werben; am fiärfften ifl ber 

Durchfuhr⸗u Speditionshandei nad) Rußlaud u. 

en Donaulänbertt; ; Hauptartitel 

ibe, Bieh, Yeinwand, 

he Boltaunterricht ift zu be 
pilrfnig nicht entſprechend; 

falten ſind bie Univerfitäten in 


Iuben eit 
iche u. —* 


ve Samuel 


fa, 13 Elsa e — in —J— zwei 


ſchulen, ei tmuſterſchule. ünzen, 
Mafe u. —— Ad geſetzlich bie herr chi⸗ 

ſchen. ©. wurde früber von einem eigenen Landes⸗ 
gubernium regiert, 1953 aber eine Statthalterei 
errichtet, Die 1854 ins Leben getreten iftz die fan« 
Fa A de beftebt aus Abgeordneten, bie aus 
chſtbeſteuerten, Stäbten u. Landgemeinden 
—— 

anf 8,715 r iet 

das Großhe en, 


ieh gr Bulowina 1850 davon 
einem Kronland erhoben; eingetbeilt war 
in bie meutefte 
in die beiden Berwaltu biete Krakau u. Lem⸗ 
Po ‚getbeilt, biefes enthält die 12 öftlichen Kreife: 
mes Sanot, Sambor, S 
Zul Stanislamoro, —— 


u. & ortlow, welche im 110 Bez 

erfallen u jenem, — die 6 weſtlichen Kreiſe: 
— — Rzejjom, Sander, Tarnow, Wa⸗ 
—— u, als ſiebenter Kralan; dieſe zerfallen in 

67 Bezirke. Wappen: zwei gölbene Kronen in 

ı Selbe, von Lubomerien, ein blauer Schild 

we „rot n. weiß gefhachten Duerbalten; 


% 5 lieien. 

izien (Geſch) G. heißt eigentlich Halicz; 
a a ns 
piden, nach der Bölfermanberung bon s 


ut 


Ehrowaten bewohnt. Seit dem Ende ve Biden | 


G. zu Rußland, Dleg- hatte es erobett; 
en Ende des 10. Jahrh. eroberte es Miecziflaw IL, 
ig von Polen, von bem ſchwachen Jaropolk; 
aber 981 entriß es Wlabimir I. vom Rußland 
demfelben wieber. Als nah dem Tode des Groß. 
färften Jaroſlaw 1054 defien fünf Söhne das Reich 
Iten, kam ©. mit ann u. einem Theil von 
en an ten vierten, den Fürſten Igor, 
der 1058 auch noch Smolensk dazu erhielt. Furſt 
Jagor — wie die andern, unter dem älleſten 
Bruber, dem Großfürften Iſäſiaw, in einer Art 
Lehnsverhältniß, |. Rußland (Gefch.). Igor, in den 
Strubel des Bürgerfriege gerifien, flarb zuerfi un⸗ 
ter feinen Brüdern; KRofifiate riß bie e Bere 
num an fich, ıl. 1097 tam ®. an deſſen Sohn Wo⸗ 
leder. Diefer machte mit bem Fürften von lad: 
mir oft Einfälle in das Yand des Polenkönigs Bo⸗ 
leſlaw, n. da ſich dieſer des Feindes nicht mit Ger 
walt ertvehren konnte, fo erbot ſich Peter Wlaſt, ein 
Bünftling des Königs, jenen durch Liſt zu fangen. 


wiewohl 


— —— weh, = 
* | 


u Lemberg u. Kras | aller 


blieb nun in bem 


tin 18 Reife, jeit 1855 aber ifteo | 





Be 
5538 cin — 


ei — a tr 1120: 
| um grofies 







1 
— 


7 u ® 






ra sfger A HT 








1189 Ach Nie Be Herricaft e ah ac 


Tubigen Sen 
—— 


een: 
rs Hülfe wieder auf den Thron eh 
tu. G. mi Wladimit verbu IE 5 


| folgte. Dielen aber fam ber, bon ven ( T : 


—8 ſich —* 
eroberte * Mabimir u. Swerigorod, m 
m 2 — ———————— 
man Igor Aber 

——— Uneini “ ee 5 


Boiaren machten änbe, Ungarn u. Beim 
ten mit Krieg; Roman vertrich mit Hülle 
arn feinen 'ruber Wladimir vom Throne 
band Swenigorod wieder mit ©.; 
murbe von Aleranber von Beh air Hüte nt 
lenfönigs Leſchko Des Weißen vertrieben. 
(Gerste kurze Zeit nachher bie Gunft des Kinigfl 
bread, welcher ven Vagnaten Benebic nd‘ 
ſchickte, Roman gefangen nehmen u. dar dl 
bas Härtefte bebrilden ließ. Doc enıilch It 
u. nit Wladimir ausgelöht, wertrich er te 
garın, u auch Swätoflaw murbe von en 
entiafien. Da aber die Brüder ih peu 
durch Graujamleiten werhaft machten, reum# 
Andreas zu Hilie u. ſchlugen vie Furſten 
fangen genommen u. ermordet wurden. 
bielt ben Thron zurüd, Doc biieb im mr! 
— ———— Gewalt, werke ste 
in den Hänben-ber Bojaren rupee. Eis A 


Galizien bis Ball 


m unter Wladiſlaw förmlich gegen 
uflehnte, ftillte Andreas den Aufitand. 
rtrieben die Bolen den ſchwachen Da⸗ 
t. Andreas jeßte nıın ben Bojaren 
ürften von ®. ein. Gegen tiefen 
ilfe bei ben Polen; dieje ſchlugen 1214 
nnten aber ©. nicht ganz erobern, 
fo verglich fih mit Andreas dahin, 
adimir erhalten, G. aber an Andreas 
an, fouımen u. dieſer Leſchkos Toch⸗ 
beiratben ſollte Coloman wurbe 
ı ©. vom Erzbiſchof von ran gekrönt. 
Landes wurbe indeß bald wicher ge- 
önig ten Römiſch⸗katholiſchen Glau⸗ 
hren wollte; die Bojaren, damit un⸗ 
anden ſich mit dem Fürſten Mſtiſlaw 
», den ber inzwiſchen mit Andreas 
to gegen ®. anfgebett hatte. 1218 ver⸗ 
w tie ungariichen Magnaten, nahm 
g Eoloman u. ließ fih von ruſſiſchen 
Colomans goldner Krone als Czar 
n. Darauf ſchloß er mit Andreas 
tractat, dem zufolge deſſen Sohn An⸗ 
chter heirathete u. Die Krone erbielt. 
war nicht beliebt, u. nach Viſtiſlawe 
trieb deſſen andrer Schwiegerſohn, 
I von Wladimir, feinen Schwager 
Daniel kamen 1244 Abgeſandte des 
Batu, Die eutweder Abtretung Dee 
G. op. Anerkennung der Obergewalt 
'n; Daniel verſtand fid) zur Tribut⸗ 
ber, un fib ven den Tataren zu bes 
„it Innocenz IV. um Hülfe, indem 
zur Römiſchen Kirche überzutreten; 
. 1249 ließ er fid zu Drogitjchin von 
hen Yegaien zum König von ©. rd» 
liche Hilfe blieb indeß aus, u. Da nad 
Tode 125-1 deſſen Nachfolger Alexan⸗ 
chts fiir Daniel tbat, jo brach Liefer 
indung mit Rem ab u. tratzur Örie- 
zurüd. Mit dem König Bela IV. 
erbunden, fiel er darauf in Schiefien 
ig Zroppau ver. Der Tatarenthan 
pite indeß Mißtrauen gegen Daniel, 
e Die Beieftigungen Der Städte jchlei- 
„Stoſchek, Kremene;, Yuzl, Lemberg 
ge deſſen zu Pörjern berab. Daniel 
G. folgte ibm fein jüugfter Sohn 
selher von feinen Schwager, beim 
yelg von Yitbauen, als terjelbe in das 
tiefes Fürſtenthum erbielt u. Li⸗ 
G. vereinigte. Da er balt darauf 
m in ®. fein älterer Bruter Yeo, der 
geſitzthum Riem vernadhläfftgend, auf 
ilt vermenbete; er befeftigte auch Lem⸗ 
m. 1250 machte er einen wergebli- 
ben Polen Krakau u. Sendomir zu 
h zogen aus Krakau viele Yeute wegen 
:ichenten Hungersnoth nah G., was 
des Laudes von ten günftigften Fol⸗ 
t Lithauen lag Yeo ftets in Streit. Er 
ela IV. von Ungarn gegen ten beit» 
‚ führte zuerft ruſſiſche Hüljstruppen 
uch gegen tie Zataren trat er mit 
serhinderte das Vorbringen derfelben 
u einer Schutzwehr gegen die fernern 
Lataren in Wefteuropa. Nach feinen 
kam ©. mit Wladimir an Mod⸗ 


881 


tan, u. nach bes Fürſten Georg Tobe 1336 er- 
launten die Bojaren von ©. deſſen Neffen Bole- 
flamw, Sohn ber Schwefter Georg® u. des Fürſten 
Troiden von Dlafiovien, als ihren Herrn an, nach» 
bem er ihnen gefchworen, ihre Geſetze nicht ändern, 
das Staats - u. Kircheneigenthbum nicht antaften 
u. in wichtigen Angelegenheiten bie Bojaren u. 
Das Volk um ihre Zuftimmung fragen zu wollen. 
Er hielt feine Zufage ſchlecht und ftarb ſchon 
1340, worauf fen Schwager, König Kaſimir 
von Polen, das Fürſtenthum G. u. Lem⸗ 
berg filr fi in Befit nahm. Ben nun an ſchwand 
der Glanz Des alten Königshauſes von ©., denn 
die Schätze u. Reichthiimer wanderten nach Kralan 
n. das Fürftentbum felbft wurde zerftücelt. 1352 trat 
König Ludwig der Greße von Ungarn dent polnis 
ſchen Könige feine Anſprüche an G. ab, welcher 1366 
Wladimir an Yithauen abtrat. 1377 ftarb Kafimir, 
worauf Yubwig der Große von Ungarn ®. u. Wla⸗ 
dimir zurück erbielt u. in beiden Kürftentbilimern bie 
Römiſch⸗katholiſche Religion einführte. 1352 famen 
dieſe Fürſtenthümer durch Hedwig, Tochter Lud⸗ 
wigs u. Gemahlin bes Königs Wladiſlaw ven Po⸗ 
len, wieder an Polen u. blieben mit dieſem Staate 
bi8 1773 vereinigt, wo in ber erften Theilung Po⸗ 
lens die halbe Moimorichaft Kralau, Die Herzoge 
thümer Auſchwitz u. Zator, Theilevon der Woiwod⸗ 
ſchaft Sendomir u. Yublin, ein Theil von Chelm, 
ganz Rotbrußland u. Theile von Belz, Volhynien 
u. Bobolien, endlich Halıcz u. Pokutien (zuſammen 
1400 IM.) als Königreih G. u. Lodomerien 
an Ofterreich famen, nachdem Maria Thereſia 
ſchon ſeit 1769 das galiziſche Wappen geiührt hatte. 
Diefe Provinzen biegen Oſt⸗G., nachdem 1795 in 
der Dritten Zheilung Polens noch ter Reſt von 


Krakau, Chelm, Sentomir, Yublin, Mafovien u. . 


Podlachien u. Tbeile von Brzesc⸗Litewski, (860 
SM. n. 1,307,000 Einm.) als Meft-®. zu Ofter- 
reich geichlagen worden waren. Seitdem verſchwand 
audy Der Name Lodomerien aus der Kanzleiſprache 
u. konmt nur noch im Zitel u. Wappen ver. 1809 
trat Ofterreich im Wiener Frieden ganz Weſt⸗G., 
Theile von Oſt⸗G. u. ben Zamoscer Kreis an das 
Großherzogthum Warſchau u. an Rußland den Kreis 
Tarnopol ab. 1915 blieb das Abgetretene bei Po- 
len, der Tarnopoler Kreis tourte von Rußland zu» 
rüidgegeben u. Theile ven G. wurden zur neuen 
Republik Krakau verwendet, welche aber mit biejer 
18546 an Sſterreich aurüdfielen. 

Galizin, 1) (Geneal.) fo v. w. Galyzin; 2) 
Etabt, fo v. m. Gaißin. 

GBalizur (©. Raflet), im Talmud, Engel, vor 
welchem Moſes zitterte, ald er im Himmel war, um 
das Gefet zu empfangen. 

Galkar, Radichafchaft im Diftrict der 24 Ra- 
dſchas im Norden des Staates Nepal (Afien). 

Gall, ı) Nicolaus, |. Gallus; 2) ©., geb. 
1745 in Weil, war Katechet an der Normal⸗ 
ſchule in Wien, wurde 1775 L k. Hofcaplan, 
1739 Pfarrer in Burg⸗Schleinitz, 1787 Domherr 
u. Scholarch der Metropolitankirche in Wien, 1788 
Biſchof in Linz u fl. 18075 er ſchr.: Sokrates 
unter den Chriften, Wien, 1754, 3 Bochn.; Sonn- 
n. fefttägliche Evangelien, Wien 1782—84, 2 Hefte; 
Andachtsübungen, Gebräuche u. Ceremonien ber 
katholiſchen Kirche, ebd. 1799 u. a. m. 3) Franz 
Joſeph, geb. 9. März 1755 zu Tiefenbronn im 
Wuürttembergiſchen; war erſt praltiſcher Arzt in 


Wien bis 1805, Yon we ex. es wuiernahm.,. ſeine 
rei ſche Lehre (Bad Geänekichte, 
Kranisitopie, |. 8. )d räge bar 

zu verbrriten. Gr machte 


land, 
die neues Anffehen machten. Er fl. 22. Ang. 1928 


iſche 
un kranken u. gefunden Zuſtande bes Mi 
Wien 1791, 2 he. (mit nenem Titel, z. 1800); 
Introduction au cours de physiologie da’ ser- 
venu Bar. 1808; (mit Spurzheim) Asm. con- 
oaernant les retherches sur le 7 ner- 
veax Paris u. Strasbing 1809, ut, ebb.; 
‚Des dispositions innéos de l’ame et de l’esprit, 
«bb. 1812; (mit Spurzheim) Anatomie et phy- 
siologie du systöme nerveux, Par. 1810— 20, 
4 Bde., 2.U. 1822 — 25, 6 Bde. nebſt Atlas von 
180 Kupfertafeln (Hauptwerk); Sur les fonc- 
tions du cerveau et sur celles de chacune de 
aas parties, ebd. 1822, 2 Bde. 4) Heinrich 
Ludwig Lampert, geb. 28. Dec. 1790 in Alden⸗ 
hoven bei Säfich, war 1811— 13 Untergeräts- 
ſchreiber in Kleve u. Düffeldorf, nach der Schlacht 
von Leipzig erfier Commis in dem Bureaux des 
'inspecteurs aux rovues im Generalftabe 
Machonald in Eleve, dann Generalfecretär in Lu⸗ 
mburg u. Kreuznach, wo ex in ber bſterreichiſch⸗ 
ſchen Aominiftrationscommilften arbeitete; 
1846 wurde er Regierungsfecretär in Trier, wo er 
:fih während ber großen Getreibetbeuerung 1816 
u. 3817 burch Linderung ber Hungerénoth ſehr 
verdient machte; als Techniker trat er zuerft 1817 
auf, wo er eine Dampfbremnerei conftruirte u. fein 
Haus mit Gas erleuchtete; 1818 übernahm er das 
Commiſſariat einer Auswanderungsgejellichaft in 
Bonn, ging 1819 nad) Nordamerika, tehrte aber 
ſchon 1820 wieder zurüd; 1823 wurbe er Kreis⸗ 
fecretär in Zrier, 1825 folcher in Weblar; 1826 
‚erfand er die verichloffene Gührung bei der Wein⸗ 
gährung mittel Gasröhren, jowie ein Verfahren 
in einem Apparat zur Trefterweinbereitung; 1828 
das Berfahren, die überſchüſſige Säure des Tre- 
ſterweines durch Waſſer zu nerblinnen u. den feh⸗ 
lenden Zudergehaft durch Zuckerzuſatz zu eriehen; 
1831 emen Dampfapparat zur ung von 
Schweiß bei Eholeraanfällen u. ein Verfahren zur 
Schnellgerbung; 1836 ging er nach Galizien u. 
1836 nach Ungarn, mo er auf dem Gute bee Baron 
Ghillann eine Verſuchs⸗ u. Lehrauftalt mit Werk⸗ 
Flätten zur Anfertigung von Deftillirgeräthen er- 
richtete; 1839 trat er in die Dienfte bes Baron 
Eötods als Oberinfpector der landwirthſchaftlich⸗ 
technifchen Gewerbe, führte au) 1842 die Dampf- 
- wälche ein, mezu er einen bejonberen Apparat er- 
fand; 1849 Tehrte er nach Trier zurück, wo er fich 
mit der Erfindung u. Verbeſſerung technifcher 
Apparate, mit der Weinverbeflerung u. Schrift- 
fiellerei befchäftigte. Unter anderen erfand er einen 
Futterbämpfapparat, einen tragbaren Dampferzeu- 
ger zum Kochen, Reinigen ver Fäſſer, Waſchen ıc., 
rauchverzehrende Dampfkeſſelbfen; 1852 lehrte er, 
aus fanren Trauben angenehme Weine zu. berei- 
ten u. fertige geringe Weine durch nene Gährung 


von. 


Id re 





Immerwä 

des Mangels u. des 

bengen, ebd. 1825; Anleitung für de 
t | 


zur Syrup- u. Buderbereitung 
6b. 1825; Über bie Be der 
Obſtweine u. des Bieres u. | 
weinausbeute aus Treftern ıc., ebb. 
die Verbeſſerung der Weine u. bes 1 
verichloflene ung, ebb. 1826; 2 
weinbrennerei mittelft Waſſerdãmpfen 
Re Ir ei nice Dampftd 
«bb. 1830; Anmeifung zum Fruchtme 
Waflerdampf, ebd. 1832; Der Gall 
ländiihe Dampf-Brennapparat in ſt 
Vereinfachnug, ebd. 1834; Borichläg 
tung von Verſuchs⸗ u. Yebranftalten 
wirtbichaftlich » techniſchen Gewerbe x 
Berfahren die Gährungegefähe da 
Sänerung zu ſchützen, ebd. 1536; 
mwälche, Befth 1842: Die brennfı 
Dampferzeuger, Trier 1350; Prakti 
ſehr gute Mittelweine aus unreiien 
vortreffliche Rheinweine aus den Zı 
reiten, ebd. 1854, 2 Hefte; Nachric 
Beinbereitungs- u. Beinveretelu 
ebd. 1854; Die Fuüllflaſche u. deren 
als fiherfies Mittel die Ausbiltung : 
befördern, ebd. 1854; Verbeſſerung 
dfen, woturd 4 an Brenuftoff eripaı 
1854; Darftellung des Suftems von 
renten Dampfapparaten, ebd. 1555; 
Gall's Weinbereitungsmethoden ver 
ebd. 1858. Außerdem gibt er drei 
heraus: Das Neuefte u. Rüpticfte, 2 
Praktiſche Diittheilungen zur Fördern 
wirthſchaftlichen Gewerbes, ebd. 18: 
meiner Deuticher Telegraph, Stuttg 
5) Ferdinand, Freiherr vi 
13. October 1809 in Battenberg 
thum SHeflen), ftubirte 1826— 30 die 
fehaften u. trat -1834 in Oldenburg 
er ‚murbe 1842 Intendant tes $ 
nburg u. ging in gleicher Eig 
nad) Stuttgart. Lu Folge feiner 
wurde der Deutſche Buͤhnenverein ac: 


Sala bis Balläpfelfaure 


852 wurbe. Er fchr.: Reife durch 
Sommer 1536, Brem. 1935, 2 Bbe.; 
Salons (Beobadhtungen während 
alts in den Jabren 1837 — 38 in Pa⸗ 
1844 f., 2 Bde; Der Bühnenvor- 
44; Borſchläge zu einem deutſchen 
ebd. 1845. Er iſt auch Gründer bes 
für deutfhe Bühnen. 6) Louiſe 
in des Dichters Levin Schüding, |. 


:emonienm.), ſo v. w. Gala. 
Sofia, Gemahlin des C. Silins; 
Kaiſers Valentinian u. der Juſtina, 
:odefius des Großen; 3) Gemahlin 
nftanrius, Mutter bed Gallus. 
ı. Geogr.), jo v. w. Calläcia. 
. Gallabon (Spielm.), fo v. m. 
Eriiett (f. d.) 
r. Galläb), Jean Pierre, geb. 1756 
de Benetictiner u. Profeſſor der Bhi- 
sem Kollegium feines Ordens, trat 
ter Revolution, teren beftiger Geg⸗ 
8 dem Urbenn. gab 1792 das Jour- 
serand; wegen eines Appel à la 
r. 1793 (4. Aufl. 1514), nad ber 
idwigs XVI., wurte fein Verleger 
r ſelbſt aber verhaftet; 1794 be⸗ 
er die Quotidienné u. den Cen- 
ırnanx, tmeldyer ibm Die Verban⸗ 
ıch zwei Zabren zurüdgerufen, wurde 
des Journal de Paris (1799 bis 
trofejlor Der Rbilotopbie u. Elequenz 
vie der Geſetzgebung u. fl. zu Paris 
Er ſchr.: Hist. de la evolution 
dor; Hist. de la revolution du 
et de Bonaparte, Bar. 1914 f., 
de la rev. (du 20. Mars.; Moeurs 
® du XIX. siecle, ebd. 1817, 
de France depuis la mort de 
iscqqu'nau irnité de paix du 20. Nov. 
0,2 Bpe., 1325, 3 Bde. 
c. Galläb), Youis, geb. 1510 in Tour» 
maler u. Haupt Der neuen beigifchen 
weit fie in der Richtung des von Paris 
daturalismus fich an bie nieterlän 
venetianiſche Nunft Des 17. Jahrh. 
fange Schiller von Hennequin in 
ielt er 1932 für fein Gemälde: 
tier was des Kaiſers iſt“ den erften 
zen Alabemie, gung darauf nach Ant⸗ 
Ina Paris, von wo aus er nad 
dbelte. Durch fein großes Gemälde: 
j karl V., welches 1541 eine Reife 
e Städte, namentlich in Deutſchland, 
er fich einen enrepäiſchen Ruf, vor» 
teifter iım Colorit, in der maleriichen 
moniſchen Geſammtwirkung. In der 
Tournay iſt von ibn: Chrijtus den 
3; im Palais vurembourg in Parie: 
Autiocbiene Durch Yoemund. SpA: 
ibm find: Egmonts lette Stunde 
Hung, im Gefängniß mit Den Bir 
ı (im Belig des Coniuls Wagner in 
Zrüſſeler Schützengilde erweiſt den 
t u. Horn, teren abgeſchlagene Häup⸗ 
yerdedten veichnamen liegen, die letzte 
linſpieler; Johanna vor Dein Leich— 
nahls, Philipps des Schönen von 


Burgumb; bie Familie bes Gefangenen xx. In die⸗ 
jen Bildern fpricht ſich eine energifche Auffaffung 
ber Wirklichteit aus, wie fie aus in maleriſcher 
Daiehung mit der höchften Dkeifterfchaft behandelt 
in 


Galland (pr. Gallang), Antoine, geb. 1646 
in Rollot in der Picarbie; reifte in Colberts Auf⸗ 
trag nad) den Orient, um bort alte Deukmäler u. 
Inſchriften zu unterfuchen, u. ft. 1715 ala ‘Brofeflor 
ber Arabiihen Sprache am Räniglihen Collegium in 
Paris; er ſchr. u. a.: Mille et une nuit, Bar. 
1704— 09, 12 Bde. u. a. (deutih von I H. Voß, 
Bremen 1751— 35, 6 Bde.; f. Taujend u. eine 
Nacht); Traits de l’origine et des progres du 
cafd, Caen 1699; Welution de la mort du 
Sultan Osman etc., Pari® 1678; Les paroles 
remarquables etc. tirdes des ouvrages des 
Orientaux , Wyon 1095. 

Gallant, Bai im Silden von Patagonien (Süd⸗ 
amerifa). 

Galläpfel (Gallae), kngelförmige Auswüchſe 
von 3 —1 Zoll Durdinefier, äußerlich glatt ob. 
auch höckerig, mit ungleichen Zaden, von vers 
ſchiedener Farbe; es find Auswuchſe, bie an ben 
Blättern u. andern zarten Tbeilen mehrerer Eichen» 
arten (bef. Quercus cerris, auch (). pedunculata 
u. Q. aegilops) durch den Stich der Eichengallweipe 
entftehen. Sie müſſen cingefammelt werben, ehe noch 
das Inſect ſich Durchgebobrt hat, u. wenn fie vorzüg⸗ 
lich fein follen, mit einer dichten Subſtanz ertüle 
fein. Ibr Hauptbeſtandtbeil ift bie in ihnen enthal⸗ 
tene Galläpfelfäure (j. Gallusſäure)en. der Gerbe⸗ 
ftoff, weswegen fie auch zur Färberei u. verfchiedenen 
technifchen Zwecken, bei. zur Bereitung ber ſchwarzen 
Zinte, benutzt werben. Die beften ſchwarzen ob. 
dunfelblauen, fehr höckerigen n. ftachligen, ftommen 
von Aleppo, fie enthalten vorzüglich viel Gerbe⸗ 
Roff u. Gallusſäure; hierher gehören auch Die Cy⸗ 
priſchen G. melde aber nicht in Cypern, jendern 
in Karamanien wachlen, von deuen die höckerigen 
od. ftachligen ((rullae spinosae) tie beften find; 
dann folgen die won Tripolis in Syrien, dann bie 
ſchwärzlichen, grünen od. gelblihen, ven Smyrna 
u. Acre. ine geringere Sorte ter aus Syrien 
fommenden ®. find die Sorianer ®., die man 
auch ©. aus Surinam nennt. Aus ten Abruzzen n. 
andern Gegenden Italiens, aus Iftrien u. der Pro» 
vence fonımen auch &., aber geringere. Noch Ichlechter 
find Die ungariſchen u. böhmifchen n. am ſchlechteſten 
tie von unjern Gichen von rother Farbe, die beim 
Trodnen ſehr einfchrumpfen. Die hinefiihen ©. 
(Pertſe) foınmen von einer andern Pflanze, ihre 
Rinde ift glatt, grau rörblich u. zerbrechlich u. etwa 

Zoll did, im Junern befintet fih ein Lraunes 
art mit Infecten, fie enthalten wiet Gerbeſäure. 

Gallapielbad (Färber), eine Brühe von gekoch⸗ 
ten Salläpfeln, in welche feibene u. baumwollene 
Waaren gelegt, gegallt werden, um fie dadurch zum 
Schwarziärben vorzubereiten. Bei baummollenen 
Waaren wird bieje Vorbereitung (Sallirung) aud 
zur rothen u. andern hohen Farben angewendet. 

Gallaͤpfellack, ſchwarze Malerfarbe; ; bereitet, 
indem man einer Galläpfelablochung Eijeneitriol« 
auflöjung fo fange zufügt, als noch ein Riederſchlag 
enzftebt, diejen durch Ruhe fich zu Boden jenten läßt 
u Daun auslaugt. 

Galläpfelſäure u. Galläpfelſaure Salze, 
fo v. w. Gallusſäure u. Gullusfaure Salze, 


0) 
... Balläapfeltinetur (Tinctura gallarem) ser 
wäßrige od. geiftige, ftet® gefärbte Aus; ber Gell- 
äpfel, je mach längerer ob. fürgerer —— 
der Luft, od. auch Aufbewahrung in ve 
Gefäßen, wechſelnde —* Gerbſaure u. Gallus⸗ 


'nenmt, 


eu run 
Dunkel — Am m i 
ben weiten Hochebenen, welche 


Gekipkliingdani)bis. Vallacrache 


@. an, daher 


Linie Kia fh Elsı 
Slam»). -: 


fäure enthaltend, dient beſ. als Reagens auf Eiſen⸗ H vom & 
alge, mit beren Löſungen er dunlelblanſchwarze ſchen Gebirge an basgany 
ER h be — een —— — ben ars red ran 5 
o bie. «|. 
de, bes —* zunehmenden Schwäche des altabeffaiß 


gan bes Antimon⸗, Bleioryds weiß, bes Molyb- 


noryb6 braun, bes Uranoxybo corhbraun, bes Wis 


u röthlich, des Gilberorgbe [hmupiggetb. 
Imelpen, fo o. w. Cyniprere. _ 
‚Galleräte, Marttfleden in ber Lombarbilcgen 
zn Mailand, Hauptort bes gleichnamigen 
— Baumwollenſpinnerei, Kattunfabrif, 
weizereien; 6000 Ew. 2 
are (ipr. Gallart), Marlilleden, fo v. 


w. Grand Gallarques. 


GSGau as gräfliche Familie in Böpmen u. Shie 


fien, aus dem Bisthum Trident Rammenb, jeht 
ausgeſtorben; bekannt ift bei. 1) Matthias, Graf 


son ©., geb. 1589 in Trient; biente erfi u Spa» 


niichen Kriege gegen Savoyen, trat bann in bie 
Dienfte. der Katholiichen Ligue u. focht unter Wal- 
lenſtein in Rorbbeutihland, nach dem Frieden zu 
Zübed, 1629, in Stalien, machte dann 1631 bie 


Schlacht bei Breitenfeib mit, land mit bei Rürn- | 
‚berg gegen bie Schweben, befehligte bei-Rüten ben | 


rechten Flügel, erhielt nad) ben Tote Wallenfteins, 
ben er bauptiädlich an den Kaiſer verrieib, mit 
en IV, als Feldmarſchall den Oberbefehl 
‚über bie faiferlihen Truppen, gewann nach ber 
Schlacht bei Nördlingen, 1634, bem Kaiſer Slib- 
dentfchlanb wieber u. befebligte 1635 am Rhein 
egen Herzog Bernhard von Weimar, eroberte 
Tain, u. Franlenthal, ging dann nach ber Franche 
Eomte u. 1636 nad) Böhmen, von wo aus er gegen 
Baner 1637 nah Torgau zog, u. vereint — 
mit Maradas u. Götz, ließ aber troß feiner Über⸗ 
macht Baner entlommen, nahm dagegen, Wraugel 
u. Baner trennend, Bommern u. 1638 Medien- 
burg, Niederſachſen u. die Mark u. ging mit .einer 
ſehr geichmwächten Armee Ende 1638 nah Böhmen 
zurüd. Wegen ber Erfolglofigleit diefer Feldzüge 
wurde ©. feines Commandos entſetzt. 1643 erbielt 
er troß feiner Unfähigkeit u. feines Unglüds das 
‚SIbercommanto wieder, folgte Torſtenſon nad 
Schleſien u. Holftein u. meinte ihn bier einfchlie- 
n u. gefangen nehmen zu können, während Tor⸗ 
on, burch die Kaiferlihen durchmandvriremd, 
ihn längs der Elbe bie Magdeburg zurldbrängte. 
Dort murbe das ſehr durch Katiguen u. Krant- 
beiten exichöpfte katlerliche Heer, vefien Kavallerie 
Irre bei Juterbogk zerjpiengt worden war, ge- 
lagen u. entkam mit genauer Noth Ende Der. 
mit 20009 Mann Berluft nach Wittenberg. In 
Folge befien wurde G. feines Commandos noch⸗ 
‚mals eutjeßt. Nach der Schlacht von Jankowitz 
„1645 wiederum angeftellt, follte er bie Flüchtlinge 
ſammeln u. ftellte eine neue Armee zu — ber; ft. 
aber 1647 in Wien. 8) Graf Philipp Sofepb, 
ft. 1757, u. da mit ihm das Haus ©. ausſtarb, jo 
‚erbte deſſen beträchtliche Güter, darunter die Herr- 
haft Friedland, welche ı raf Marthins nach ber 
‚Ermordung Walleufteins erhalten hatte, fein Neffe 
Graf Ehrifiian Philipp Slam u. nahm ben Namen 


‚füllen die grasreichen 


ih | Dia 


bes bis hinab zum Rilien 
Gall Ar in ber — 


bedeuten, doch kennt das Volt ſelbſi KA 


b, Männer, feine Sprüche Ilmormi 
Ormanın. Das Bolt if eine der ji 
Aritas, bat lafjeedraune Hautfarbe, 
fräuleltes Haar, träftigen Wuchs, 5 
meiſt ablerartine Naſe. Bejouders iſt 
Geichledht der ©, in Abeſſinien durqh 6 
Körperforinen ansgezeichnet. Der Chen 
wirb ale energiich, intelligent u. ehrl⸗ 
daher find fie ale Sklaven ſehr geſucht 
te Reiter u. unerſchrockene Krieger, t 
ufig graufam u. räuberiſch. In den 
be6 Imern treiben fie ausſchließli 


u. bem Nabus au bis inf bes Agusl 


Heerden. Im i anbe jebı 
‚Yeoion u. Gobkhem, — fie wei 


eligion ıı. Sprache ber Nachbarn anı 
treiben neben Viehzucht —— 


‚füblichen Abeſſinien jedoch reden fie et 


ihre eigene Sprache, die ſich in einem 
left bei ben Danalil u. Adal wieder 
ber Größe dieſes Boltes u. feiner Kri 
es doch lein größeres Reich, ſondern ze 
größere u. kleinere Stämme, die fid 
genfeitig ſelbſt bekriegen, um an Ei, 
eute zu maden. Die Religion ifi balt 
Betiihbienft, fie beten die Geſtirne, Fen 
an, Doch haben fie auch zum Theil ven 
nismus angenommen. Vielweiberei 
kommt aber gleichwohl ſelten vor. 
Balladiprade, die Sprache te 
Afrita. Sie hat keinen Artikel. 7 
tiva baben ein boppelte® Genus, ! 


‚u. Semininum ; zu letzterem werben al 


gerechnet, welche auch oft die Stelle 
vertreten; ſonſt wirb der Binralis i 
durch die Endung oda gebildet. In! 
tion ift ber Accufatio bie einfachfte Fer 
her ber Nominativ entweder durch ein 


| n od. durch fonftige Modification der 


bildet wird, 3.38. bati, Nom. batir 
had'a, Rom. had’ı die Mutter, lafa. 


die Erbe. Der Genitiv wird durch 


hinter dem Subftantiv, von weldem 
angezeigt, 3. ®. aban mana ber Hert 
Der Dativ wirb burch bie Boftpofition 
tiv ebenfalls Durch Poſipoſitionen auty 
Adjectiva find meiftens von Berbt 


fie fieben flet6 nach tem Gubkantivn 


Gallate 


Genus u. Numerus übereinftimmen. 
sine Formen für die Steigerungegrabe. 
find: 1 toko, 2 lama, 3 zadi, 4 
any, 6 dya, 7 torbä, 8 zadetä, 9 za- 
ıdanY, 11 kudatoko, 12 kudalama, 
4, 30 zodoma, 40 afurtam&, 100 
: Ordinalia werben auf eigentbilinliche 
; ber erfte wirb dur das Verbum 
: fein, ausgebrüdt, die folgenben aber, 
ftets der nächſt vorhergehenden Zahl 
itlih verbunden mit -) anfügt, 3. ©. 
ber zweite, lamatiuna ber britte ıc. 
6 auch eine Orbinalbildung durch bie 
tokofa der erfte, lamafa der zweite ac. 
; werben durch Wiederholung der Car⸗ 
sgebrüdt. Die perſönlichen Prono- 
uch, ati bu, inier, ischin fie (Fem.), 
n ihr, izan fie. Die Poſſeſſiva ko 
n, za fein, schi ihr, kena unſer, ke- 
ani ihr, werben dem Nomen juffigirt: 
na Bater, had’ıko meine Mutter. Das 
ift ufi, Demonftrativum kuni (ale 
biefer, zuni jener; erftere® bient in ber 
Form kan auch als Relativum. Ins 
enu wer? malı wa8? Das VBerbum 
Bicativ, Imperativ, Infinitiv u Par⸗ 
n Präſens, Doppelte® Präteritum u. 
. Hormen für die Perjonen in beiden 
3. Ind. Präſ. Sing. adema ich gehe, 
jehft, adema er geht, ademti fie geht, 
1a wir gehen, ademtu ihr gebt, ademu 
nıperf. ademe, ich ging, Perf. ade- 
ı gegangen, ut. ademufandyıra ich 
‚ Jınperat. ademi geb, adema geht, 
gehn, Bartic. Präj. ademetanı ich 
ntiti du gebenb ꝛe. Es gibt 3 Conju⸗ 
außerdem abgeleitete Formen für das 
Detium, Cauſativum u. Frequentati⸗ 
Infang des Vaterunſers lautet: abba- 
‚ mackake ha galatefatame, d. 5. 
(im) Himmel, Nanıe» Dein möge ge- 
m. Grammatik u. Wörterbuch von 
ind. 1545. 

die mit Gallusſäure gebilbeten chemi⸗ 


(pr. Sallatäny), Albert, geb. 1760 in 
erte nach Amerifa aus, wo er 1780 
Befreiungskriege Theil nahm u. 1783 
ranzöfiichen Literatur an der Harvard» 
. 1793 Senator ter Bereinigten Staa- 
tamerifs wurbe; fpäter war er, feit 

Jefferſon u. Madiſon Secretär ber 
ermittelte 1513 in Gent ben Trieben 
‚ erhielt Diplomatifche Sendungen nad 
Frankreich, privatifirte 1526 in New⸗ 
bis 1539 — der Nationalbank. 
lter beſchäftigte er ſich mit geographi⸗ 
zraphiſchen u. Sprachſtudien, wie er 
europäischen Sprachen kanute, u. ftarb 
uft 1549 in Afteria bei New - Port. 
moir on the North-eastern Boun- 
Norf 1543; Synopsis of the Indian 
ırd- America. 

‚ 1) Srafidaft im Staate Kentudy 
3), Lur den Ohio⸗River vom Staate 
ennt, im Eüten von Eagle⸗Creek be- 
M., Boden hügelig u. fruchtbar mit 
mungen, Brobucte: Mais, Weizen, Ta⸗ 
Besifon. 4. Aufl. VI 


bis Galle 


865 


bat; 1850: 5137 Ew., worunter 704 Sklaven; 
Hauptort: Warfawa; ©) Grafſchaft im Staate H- 
linois, vom Saline » Ereet burchfloffen; 14 OM., 
Boben kuchikar mit Waldungen u. Weidelanb; 
Probucte: Mais, Bauholz, Tabak; Pferde, Rind» 
vieb, Schweine; Salz (Saline in ter Nähe von 
quality); 1512 organifirt u. nach Albert Gullatin 
(f. d.) genannt; 1850: 5448 Ew.; Sanptort: 
quality; 8) Stäbtifcher Bezirk (Township) in ber 
Grafſchaft Columbia des Staates New⸗York; 1600 
Ew.; 4) Hauptort ber Graffchaft Copiah bes Staa⸗ 
tes Miſſiſippi am Bayou⸗Pierre; 5) Hauptort der 
Grafſchaft Sumter in Staate Tenneſſee; Alabe- 
mie; 1400 Ew.; 6) Hauptort der Grafichaft Dar 
vieß im Etaate Miffouri, am weftlichen Zweig bes 
Grand⸗River. 

Gallatin's⸗River, der öſtlichſte der ) Quellen⸗ 
nal des Miffouri. 

allatſch, Statt, fo v. w. Galatz. 

Gallaudet (Ipr. Gällahdet), Thomas H., geb. 
1787 in Philadelphia, ftubirte Rehtsweiffenfchaften 
in Hartſord, dann Theologie im Seminar zu An- 
bover; wurbe zum Prediger orbinirt, witınete ſich 
Ipäter dem Taubſtummenunterricht; ging 1815 
nah Europa, um bie beften Unterrichtsmethoden 
fennen zu lernen, leitete nach feiner Rückkehr bie 
Errichtung des Taubſtummeninſtituts zu Hartford 
in Connecticut u. wurde zum Director deſſelben 
ernannt; er wurde 1838 Kaplan am Irrenhauſe 
in Hariſord u. ſtarb daſelbſt am 9. Septbr. 19515 
er bat Mehreres über Taubſtummenunfterricht ac. 
geichrieben. 

Gall d'Inde, Schoten von Mimosa tinerea. 

Galle, 1) (Bilis, Fel), eine allen Thieren, bie 
mit einem Herzen u. einem Blutcirculationsſyſtem 
verjehen find, eigene, aus dem Blute durch Die Les 
ber abgeſonderte gelbe, grüne ob braune Flüſſigkeit. 
Die Buuction der ©. bei der Verdauung beftebt 
barin, mit dem Darmfafte in Gemeinſchaft zur feis 
nen Zertbeilung ber Fette mitzumirten, Me vor- 
ſchnelle Janiß des Darminhaltes zu verbüten, 
den Speijebrei zu verblnnen u. ſich durch ihr Harz 
mit den jchlechten unlöslichen Stoffen derjelben zum 
Kothe zu verbinden, u. hilft die Säure des Speife- 
breies tilgen. Auch bei vielen niederen Thieren, de⸗ 
nen bie Yeber fehlt, findet ınan gelb gefärbte Ge- 
fäße in ber Gegend des Magens u. einen gallen- 
ähnlichen Stoff, ber fich in den Magen ergieft. Bei 
ben Menjhen u. vielen Thieren wird fie, zu— 
gleich mit dem Bauchſpeichel, in den Zmölffinger- 
darım nur dann ergofien, wenn fi Spetjehret darin 
befindet, außerbem aber in ber Gallenblaſe ange- 
faınmelt. Hiernach unterfheidet man Yeber gat le 
(Bilis hepatica) u. Gallenblaſengalle (Bilis cy- 
stica), die dann beide während Der Berbauun * 
exgießen letztere iſt in jeder Rüdficht intenfiver. 
Die bei Menichen in der Gallenblaſe fich befindende 
©. beträgt im Durchſchnitt eine Unze u. bei jungen 
Perſonen meift etwas mehr als bei alten. Die ©. 
ift leicht Veränderungen unterworfen, fpielt Daher 
auch eine wichtige Rolle in Krankheiten, bie Dann, 
wenn fie ala Urache anderer pathologiſchen Erſchei⸗ 
nungen erſcheint, als Galentranfheften (ſ. d.) u., 
wenn dieſe fieberhafter Natur find, als Gallenfieber 
(ſſ. d. u. Fieber B) a) bb) bezeichnet werben. Schon 
die Alten erfannten e8, daß die ©. fiir bie Geſund⸗ 
beit höchſt wichtig fei; die Arzte ber Hippokratiſchen 
Schule fteliten fie nicht nur, nebft bem Blute u, ! 

5 


Q 


Schleime, als Elemeitarfeuchtigteit. bes Körpers 
anf, fonbern unterſchieden auch eine gelbe u. 
Yhwarze ©, ielde letztere aber nur eine in 
"ranfbeiten vorlommende Verberbnig bes Blutes 
her Biortaber ift. Auch brachte man bie ©. mit ber 
Temperamentenlebre in Beziehung, jo daß bas 
Borwalten ber G. unter ben, bier Elementarfeud)- 
tigleiten dem choleriſchen Temperamente, wie bas 
ber ſchwarzen ©. dem melancholiſchen zum Grunde 
liegen ſollte. Erfahrungsmäßig iſt auch Die G. mit 
ben pſychiſchen Leben in einem nachſten Zuſam⸗ 
menbange, ſo daß bei. Zorn u. Ärger * Ner⸗ 
veneinwirkung auf die Leber die Natur ber ©, ber- 
Anbern u. ibre Erzeugung u. Ausfonberung beför- 
dern, haber die Störungen ber Verdauung durch 
bergleihen Gemütbsbewegungen; baß aber auch ge 
genjeitig reichliche Erzeugung einer intenfiven od. 
auch reizenben &., wie bergleichen bei Yebensnffer- 
tionen bäufig Statt bat. Zum mediciniſchen od. 
‚auch techniſchen Gebrau wird ‚bei. bie Rinde- 
alle benußt. 2) (Ebein.). Die ©. bildet im fri- 
Id uſtande eine gelbliche braune od. grünge⸗ 
Arhte ſchleimige fabenziebenbe purchicheinende Fluſ⸗ 


ſigkeit von eigentbilinlichen Geruch u. bitterem, bin- 


terber ſüßlichem Gefhmad, zeigt gewöhnlich eine 
ſchwach alfaliide, nur in Krankheiten jelten ſauere 
Reaction, oft ift fie ganz neutral, Auch in ſehr ge- 
ringen Mengen zeigt fie Die Pettentoferſche 
Gallenreaction, welche barın beftebt, daß bas 
alloholiſche Extract mit einem Tropfen Zuderld- 
"Jung u. wenig englifcher Schwefeljäure verjegt, ſich 
erit firfchrotb, Dann purpurfarben u. zuletzt intenfio 
violett färbt. Die Ochſengalle, welche am genaueften 
unterſucht iſt u. von ber ſich die G⸗n auderer Thier⸗ 
Yaffen meiſt nur durch die quantitative Zuſammen⸗ 
ſetzung unterſcheidet, beſteht aus den Natronſalzen 
der Giykocholſäure (Cholfäure od. Gallenſäure) u. 
Taurocholſäure (Choleinfäure), Gallenſchleim, Gal⸗ 
lenfarbſtoff, Choleſterin, Fett u. unorganiſchen 
Salzen. a) Die Glykocholſäure = Usa Ha 
N O1 + HO, wird erhalten, intem man friiche 
Ochſengalle im Waflerbabe zur Trodne abdaınpft, 
ben Rüdftanb ip abjolutem Allohol auflöft u. Die 
Lüffigfeit mit Ather verfegt. Es bildet fih ein 
arzartiger Niederſchlag, der fih mit der Zeit ganz 
od. zum Theil in ein Haufwerk nabeliörmiger, 
Recnörmig gruppirter Kryſtalle von glykocholſaue⸗ 
zem Kali u. Natron (Platners Erpftallifirte 
©.) — Man wäſcht dieſe Maſſe mit einer 
Miſchung von Ather u. Alkohol, ſodann mit Wafſſer 
aus u. behandelt den Rüdftenb mit ſiedendem 
Waſſer, in welchem er fich zum größten Theile IR. 
Der unlöslihe Rüdftand ift eine in Waller unlbo⸗ 
liche Diobification ber Glykocholſäure (Parachol⸗ 
fäure). Die wäfferige Yöfung wird durch Blei⸗ 
eifig gefällt, der Niederſchlag durch Tohlenfaueres 
Natron zerſetzt abgedanıpft, in abfolutem Alkohol 
gelöſt u. mit Kiber gefällt; das fo erhaltene reine 
Iplodholfaure Natron wirb mit verbilunter Schwe- 
eljäure zerlegt u. Die fi) in Kryſtalle abſcheidende 
Glykocholſäure Durch Auswaſchen mit all gerei- 
nigt; fie Erpftallifirt in feinen weißen Nadeln, bie 
din viel Waſſer Iöfen, in Allohol find fie leicht, 
in Äther ſchwer löslich. Die wäferige Löſung ift 
von bitterſüßem Geſchmack u. röthet Kadınus, Mit 
Allalien zerfällt fie unter Aufnahme von 2 Aquiv. 
ier in Glycin u. eine hiethofffeeie Säure, bie 
fäure (Cholfäure Lehmanns), Cas 

s 





‚orub € 
Mein nicht kryſtalliſtrbar zu fein, 


wird mit Schwefelmafjerfto 


leicht 18slich in Altohol. Ihre 


Mu une 
| 


Ho Oro, welche in Tetrardern keyſtal 
108, glänzend u. fpröbe if, ſich in Me 
fer (iR u. rare il röthet. Durd 
Säuren wirb bie Biyfocheliänre auf gl 
iwik Burd) Ukkalien zerſetzt; bie hierbe 


Cholfänre wird aber foglei ı 

——— J ine hg —* m 
ebaitert oloibin "ob. 

6 boloibinfänre, Cıs Hss Os, * 


Säuren u. 


ren mwällerige Löſungen ſuß fehmeden, ! 
ren, fchmwefelfauere Alkalien, neutrale ı 
Bleioryd ıı. Silberfalze nicht gefällt weri 


'effigfaneres Bleioryd gibt einen barzähı 
derſchlag, Der in kochendem Waſſer u. in 


Allohol idslich if. Um die Tauredeli 


lichſt rein barzuftellen, Fällt man bie ( 


neutralen eſſigſaurem Bleioxyd, ban 
bi eifigfaurem Bleioryd; dieſer legt 
lag wird mit kohleuſaurem Natron 
tete Rüdftand mit — extrahirt n. 
koholiſchen Löfung durch Ather das tar 
Natron ziemiih rein ausgefällt. Es 
barzige dickflüſſige Maſſe; Dieie wird in 
1öft, eſſigſaueres Bleioxyd gefällt; er 3 
r erlegt n.t 
tene Taurocholſäure im Sacuum 6 
Diele beiden Säuren finden fih in te 
meiften Thiere, beren Verfchierenbeiten ı 
verjchiebenen Berhältniß begründen ifl, i 
Natronfalze dieſer Säuren auftreten. 
nahme hiervon macht die G. der Schwei 
delach u. Streder fauben, daß der Haı 
tbeil Derfelten das Natronfalz einer eigen 
ftidftoffhaltigen Säure Ki welche fie ed) 
linfäure nannten. Die aud dem 9 
abgefchiebene Säure ift weiß, harzäbnx 
in heißem Waſſer u. läßt fich zu Fĩden 
Sie ift unlöslich in Ather, wenig örnd 
—* 
NO + HO. Beim Kochen mit &4 
od. Safpeterjänre zerfällt fie in Glycin. 
fäure n. eine der Choloidiniäure 


Galle. bis Ballen. -,, 


ie bar, indem man friihe Schweine. | 


auberfafzlöjung fällt, ben Niederſchlag 
ft, mit Ather fallı u. den Nieberichlag, 
yocholinſaurem Natron beftebt, durch 
e zerlegt. d) Gallenſchleim (Gallenbla⸗ 
rtheilt ber ©. bie fchleimige fabenzie- 
ffenbeit, er ift mit Epithelialzellen ver- 
in durch Filtriren theilweis, durch Eſ⸗ 
Alkohol vollſtäudig gefällt werben, wo⸗ 
flüſſiger wird. Er geht leicht in Fäul⸗ 
lche ſich auch auf die anderen Beſtand⸗ 
überträgt. Daher von Schleim be- 
t fo ſchnell in Zerſetzung übergeht. e) 
ff findet ſich im Organismus in ver⸗ 
odificationen, die gewöhulichſte derſel⸗ 
das Gallenbraun (Cholepyrrhin 
liphäin Sim.), es bildet ein roth⸗ 
tallinifches, geruch⸗ u. geſchmaclloſes 
(es ſich in Waſſer nicht, wenig 
ichter dagegen in Alkohol mit gelber 
benſo in Alkalien; bie alkaliſchen Lö⸗ 
sen an der Luft gelblichbraun. Mit 
:e allmälig verjegt jürbt fich der Gal⸗ 
erſt grün, dann blau, violett, roth u. 
Salzjäure füllt ihn aus feinen Löſun⸗ 
ver Farbe; Der Niederſchlag ift in Sal» 
it rotber, in Alkılien mit grüner Farbe 
Gallengrün (Biliverdin Berzel.), 
ines antorpbes ‘Pulver, geruch⸗ u. ger 
inlöelich in Wailer, wenig in Allohol, 
it rotber Farbe in Ather löslich. Ber⸗ 
dieſen Stejf für identiih mit dem 
ec) Bilifulvin nannte Berzelius 
kebol löslichen, in Heinen rothgelben 
H ausſcheidenden Farbſtoff der G. Die 
hlausleerungen werden zuweilen von 
off veranlaßt, aber nicht immer, wie 
aubte; in vielen Fällen iſt es ber Blut⸗ 
ch Genuß von Calomel aber Schwefel⸗ 
wie nach längerem Gebrauch von eiſen⸗ 
iſſern Schwefeleiſen, welches in fein 
zuſtande die grüne Farbe hervorbringt. 
erin (Choleſtearin, Galenfett) 
itterglänzende, dünne rhombiſche Blätt⸗ 
aſſer unlöslich, im kochenden Alkohol 
ch beim Erkaſten kryſtalliniſch abſchei⸗ 
b in fetten Olen u. Taurocholſäure. 
utrirte Schwefelſäure wird ed roth ge⸗ 
illt in drei polymere Kohlenwaſſerſtoffe 
riline), Phosphorſäure bewirkt eine 
jegung u. Die Bildung zineier ben vo» 
ren Koblenmwafjerftofften (Cholefte- 
läßt ſich nicht verjeifen. Es findet fich 
G. in den meiften thieriſchen Flüſſig⸗ 
ößter Menge aber in ven Salleufteinen 
rzeliud u. Muider nehmen in ber ©. 
eu Beftanbtbeil an, das Bilin (Bal- 
erſelbe jellte gummiartig u. gelblid) ge- 
stidftoff u. Schwefel enthalten u. durch 
ung barzartige Säuren liefern; durch 
handeln mit Säuren entfteben Fel⸗ 
.Cholinfäure; es verbinde ſich mit 
1. Sholinfäure in mehreren Berhältniffen 
yen auf Dieje Weile gepaarte Säuren: 
jäure u. Biliholinjäure, bie er- 
entijch mit dem Ballenftoff Berzel. (Pi⸗ 
:enard) fein, der früher von Berzelius 
ptbeftaubtheil der ©. angejehen wurde. 


— — — — — — — — — — 


57 


Galle (in anderer Bebeutung), 1) (Laudw.), 
entweder Naßgalle, feuchte Stelle in einem 
Ader, rührt von Meinen Quellen ber u. muß 
dur offene ob. bebedite Abzugsgräben u. aus⸗ 

egrabene Keffel unſchädlich gemacht werben; ob. 
Suandgalle (Braubader),, niworige od. ſau⸗ 
dige Stelle in fonft guten Adern, kann buch 
Abfahren des Sandes u. Auffahren guter Erbe 
verbeffert werben; 2) Rüde in gegoffenen Metall- 
waaren, entſteht leicht, wenn die Gußform feine 
beſonderen Winbpfeifer hat; 3) Das alte Bette eines 
Fluffes, wenn derfelbe einen neuen Lauf befommen 
bat; 4) (Waffergalle), ein unvolllemmener 
Regenbogen il. u. d.);3) (Wind galle), ein heller 
Fleck am Himmel, der Sonue gegenüber; wird als 
ein Zeichen eines naheu Sturms betrachtet, 6) ber 
Schwanz des Rothwilds; 7) (Glash.), fo v. w. 
Glasgalle; 8) (Harzgalle), Bleden in Nadel⸗ 
beihälzern, von durch Riffe ber Rinde austreten« 
dem Harze; 9) (Pferdewiſſ.), 1. Gallen. 

Galle (Boint de &., Punta de G.), be 
feftigte Statt auf der Südlüſte der Injel Ceylon, 
Hafen, Station der engliihen Dampfpadetboote, 
lebhafter Handel, reiche Umgegend; Z000 Em. 

alle, 1) Cornelius der Ältere, geb. 
1570 in Antwerpen; Kupferſtecher, war der Schü⸗ 
ler feines Vaters Bhilipp G., bildete fich fpäter in 
Ron u. erwarb fih als Kilnftler in feinem Fache 
einen bedeutenden Auf. Er ftarb un 1641. Zu 
feinen beften Blättern zählt man: Judith, den Ho⸗ 
lophernes entbauptend, eine Himmielfahrt Chrifti, 
beide nach Rubens, eine Kreustragung nah Van⸗ 
dyck. 2) I. ©., geb. 1512 in Pabfthaufen bei 
Gräfenbainichen, war erſt Obſervator der Sterne 
warte in Berlin u. ift feit 1553 Profeſſor ber 
Altronomie u. Director der Stermwarte in Bres⸗ 
lau; er bat 3 Kometen (2. December 1539 in ber 
Jungfrau, 25. Jan. 1840 im Drachen u. 6. März 
1540 im Schwan) entdedt u. den von Yeverrier 
theoretijch enttedten Blaneten Neptun am 23. Sep⸗ 
teınber 1516 aufgefunden, Er ſchr. Grundzüge Der 
ſchleſiſchen Klimatologie, Bresl. 1557. 

Gallego, — des Ebro; entſpringt auf 
den Pyrenäen in ber Provinz Hueſca u. mundet 
bei Sarayofja links, nachdem er den Balfa, Huarga 
u. Ajabon aufgenommen. 

Gallego, in einigen Provinzen Spaniens ber 
auffallend kalte Norboftwind. 

Gallego, Don Juan Nicafio, geb. 1777 in 3 
mora; 1805 königlicher Hofcapellan in Madrid u. 
geiftliher Director der Erziebungsanftalt für bie 
Edelknaben des Königs, nahm 3 Jahre hindurch 
als Deputirter au ben Situngen u. Arbeiten ber 
Cortes Theil, wurde nach der erften Reftauration 
eingelerfert u. verwielen, 1920 Cauonicus in Se⸗ 
villa, königlicher Ratb, 1533 Mitglied ter Studien 
u. ber königlichen Akademie; er ſchr.: Oda a Bue- 
nos Ayres, 1807; Elegia al Dos de Mayo, 
1808, u. a. 

Gallegos, Fernando, geb. bei Salamanca; 
ipanifcher Deuter, blübte in ber Mitte des 16. 
Jahrh., bildere fi nach v. Eyd u. anderen Nieder- 
lindern Werte: in Salamanca mehrere Altar» 
blätter, namentlich das Hauptaltarblatt der Ka⸗ 
thedrale. 

Galleiche, ſo v. w. Burgundiſche Eiche. 

Gallen, 1) im Galläpfelbad färben; 2) 
(Jagtw.), fo v. w. Urin laſſen. sg 









v Selen (DBierbew.), mehrere Arten äußerer 
en an Pferben: a) Steingallen, rotber 
ed 
ber Wand u. dem Strahl, meift an ber in- 
meren Seite ber Vorberfüfie, Sie entftehen bei. 
zu hartem Boden, worauf bie Pferbe ſtehen, 
von zu binnen Auewirken ber Hornſohle m 
Shen, Man bat fie nicht zu flicchten, wenn 
das Pferb auf fteinigem Boben ohne Beſchwerde 
‚wenn jie Heinen Umfang baben, blaßroth od. 
elb u. bie davon abgeichrittenen Hornfpäne 
fit Dann beilen fie von felbft. Iſt aber bie 
nbung bedeutenber u. ſchmerzhaft, fe muf ber 
lag verbeſſert u. entzlinbungswibrige Mittel 
Heitfalken ꝛc. angewenbet werben. b Fluß⸗G., 
wwäflerige Geſchwulſt ber Borber- od, Hinterfüße, am 
Knie, od. zwilchen dem Schienbein u. bem Hufe von 
der Ordfie einer Hafelnuf Dis zu ber eines Hühner» 
eies; ift nicht jchmmerzbait, bo 
derlich. Ericheint fie an beiben Seiten ber Sehne, jo 
nmennt man fie durchgeheubde G. ift fle unbeweg⸗ 
‚te figende G. —— — 
wohnlich von zu gro vengung od. n 
——— m gar Ki 
michläge von er mit ob. 
mit Pa od. bei ſtarlem Ki e Goularb- 
es Bleiwaſſer zeigen ſich heilſam sTonfe dienen 
eibungen von Campherliniment ob. graue 
Duedfilberfalbe mit Campher od. Terpentindl. e) 
Spatgalle, Blußgalle am Spatknochen, m 
) 


ererbte Übel, Übrigens wie jene zu — 
—— elentgalle, durch ds ffung ver- 
aßte fadartige 


Sprunggelenls ber Pferde mit Anfällung von Ge⸗ 
Yentflitiiigfeit. e) Auswuchs unter ber- Sum e von 
ber —* einer Bohne; wird mit einer 
weggeſchafft; e) Anſchwellung des Gaumens um 
bie Vorderzaͤhne; vergeht leicht wieder bei kühlen⸗ 
ei andlung. 
allen, Auswüchſe auf ber unteren Seite ber 

Blätter von Quercus Cerris, wo fie in einer 

urche ber Mittelrippe mittelfi einer ſcharfen Kante 
eſtgewachſen find. Sie gehören & den Heinften 

ormen der Gallauswüchſe der Eichen, u. man 
at fie ſpringende Eynipsgallen genannt. Sie find 
1 Linie lang u. 4 Linie im Querdurchmeſſer, läng- 
lich oval u. laufen an beiden Enden in einen funzen 
Etiel aus; Lie Farbe ift lichtgrün od. röthlich. Die 
Larve der Gallweſpe, welche diefe Auswüchſe er- 
zeugt, liegt, zu einer Kugel zufammengerolit, in ber 
— ſehr bünnmwandigen Galle. Bgl. 
—— ofengalle). 

Et. Gallen, 1) Eanton in der Schweiz; grenzt 
im Often an das Fürſtenthum Liechtenftein u. Ty⸗ 
rol (Vorarlberg), davon durch ben Rhein geſchie⸗ 
den, im Süben an Graubilndten u. Glarus, im 
Weſten an Schwyz, ven Züriher See u. Zürich, 
im Norben an Ehnrgan u. den Bodenfee u. um⸗ 
ſchließt den ganzen Canton Appenzell. Der Flä- 

enraum bed Cantons beträgt 35,57 DM. u. be- 

tt eine große Mannigfaltigkeit von höheren u. nie 


eren Gebirgsgegenben u. ausgebehnten Ihalflä- 
Ne | alfen ift zu nennen tie Muſſelinſtidere 


hen. Die hödften Gebirgszüge ftehen im St. 
ben bes Kantons, bie mit ewigem Schnee bebedite 
Scheibe auf der Grenze von St. ©., Glarus n. 
GSraubünbten, von welcher aus eine Kette oftwärts 
zum Calanba, eine zweite erfi mit jener parallel 
u. dann von. ben begletfherten Grauen Hör 


in ben Eden ber Hornſohle bei bem Ballen, 


_ Kammed, Alvier, Gemäberg 
Kurfirſten der Leiſtenlamm. 


in dem Gange hin⸗ 

lich zu ;3 

Necker, die Glatt, 
Wallenſtadter 


rung des Kapielbanbes des 





ren. 


nern norbivärt zum Rhein Bei Car 
britte enblich nad Morbweften zieht, 
in ben mweftlichen Theil bes Canton b 
fenftabter See fenbet. Eim anderer &ı 
Gonzenlette, zieht vom ben Gonzen | 
er! am Wallenftabter Sce bin u. p 
nach Zürich hinein u. nörblich zur Thun 
u. Faul 
bad ch bie Th an F 
u. davon burch die Thur 9 en, 
ber britte Zug vom Seutis aus, ber id 
weten u. Norbmweiten zur Thur, mit | 
Eilberplatte, Lütiſpitz, u. mad) Often 
bis zum WBobenfee verzweigt, mo in 


| firft, bie Kanzel, ber Hohelaſten, Kamm 
die höchſten Erhebungen bilben. Inn 


arten berriden Nagelfiue» u. Molal 


ſtellenweiſe mit eitander abwechſelut 

auch bebeutenbe Braunfchlenflöge ca 
nördlich u. Füblih vom Sentie; I 
Grauwacke u. Tboniciefer ſüblich mW 


Sammtliche Fluſfe des Cantone 
Gebiet deb: ; biefer ſelbſt bike 
Grenze auf einer Gtrede von mehr a. 


ben u. nimmt die Tamina, Garen, I 


Lauter, Stockbach, Simmi u. a. auf m 
fer Miet Die Golb- u. Gteinad; ie 
Theil bes Eamions flieht bie The, | 
Se — * * 
Murg n. Linth. Der Boden⸗, Bela 
Züriher See gehören dem Kanten zw 
ae außer biefem — en 
Soile, Scott , Bi 
re an —— ra 


Klima ift nad Lage u. Höhe der & 


ſchieden, jeboch im Ganzen weniger rar 
vermutben folte. Die Broducte 
reich; unter ben metallifchen find vorzä 
nen die großen Eijeulager.am Gonzen, 
ber u. Kupfer (früher auch Bolt), 
Braunkohlen, Dineralquellen bei Pfäff 
Grabe, Buche, Sargans u. Mur 

dungen find jehr ausgedehnt. Im 

bie wild lebenden Gattungen im fleten 
begriffen, wie bie Gemſen, Murmelth 
Berghafen, Hirfchen. Rebe ; der Länmeı 
Eisärken der nen Hörner, En 
Rheinthal; Fiſche Tiefern bie Seen, v 
Wallenftadter, bann ber Rhein u. bie ZI 
rellen. Der Aderbau wird vorzuglich 


den nörblichen ——— des Kantong, fi 


Bedarf an Getreide nicht deden, babe 


treide ans Schwaben eingeführt wirt 


wird Wein gebaut im Rheinthal u. mit zı 
Ertrag Obft ; die Viehzucht, durch aneget 
fenboben begüinftigt, macht einen Haupter 
liefert Pferde, Rindvieh, Ziegen, Schaſen 
Alpenwirthſchaft herricht beſ. vor im! 
gans. Hinfieli der inpuftrielle 
gehört St. ©. in bie erfte Reihe ber &ı 


wanbmeberei ift Dagegen j — 
wird das Gewebe * — 
viel nach Italien u. Spanien auczeft 
dem wirb Bardhent, — 
ber gefertigt; auch bie Seidemecherei 


Ch Bules 


t febhaftn. ansgebehut, der Imere 
ehoben durch drei Eiſenbahnen, beren 
on (von Rheineck über St. G. nach 
von Sargans nad) Rapperswyl) von 
eften durchſchneiden, bie britte aber 
bis Rheineck das KRheinthal burche 
169,625, wovon 105,370 Katholiken, 
ı eigenen Bisthum St. Gallen ver- 
gen find Reformirte. Die Berfaf- 
1831 eine repräfentatio-bemofratifche 
dur ſämmtliche Hfimmfähige Bür- 
Bezirten bes Kantons wirb frei m. 
ofe Rath gewählt; er beftebt ans 
m, S8—90 Katholiten u. 60—62 
auf zwei Jahre gewählt, u. übt bie 
aus mit allen ber Souveränetät zu⸗ 
eitogafiven u. Wahlen; doch kann 
Bol gegen ein vom Großen Rath 
ey ein Veto einlegen, was innerhalb 
heben muß. Die vollziehende Ge⸗ 
tleine Rath von fieben Mitgliedern, 
vier Jahre gewählt, einen Landam⸗ 
Spite; jede politische Gemeinde bat 
erath, jede Ortögemeinbe einen Ber- 

Die Rechtöpflege wirb durch Be⸗ 
in Criminal» u. ein Santongericht 
In ben Rationalrath fenvet der Can⸗ 
ı Stänberath zwei abgeorbnete,; zum 
gent Felt er 7785 Manu u. zahlt 
träge. Das Schulweſen iſt unter 
ben befriedigeuber, bat fich aber bei 
en ebenfalls gehoben, obwohl hier 
u. Armuth ber Eitern große Hinder⸗ 
bie fieben Realichulen u. die Canton⸗ 
jerühmt. Die ECinnahmen beizn- 
19,879 Fr., die Ausgaben 1,178,905 
Bebräudjlichen Münzen, Maßen. 
b bie neuen ſchweizeriſchen überhaupt; 
gte Münzen in Gold: Doppel» m. 
en; in Silber: Conventionsipecies 
‚20, 15 u. 10 Krenzer; ale Scheibe- 
u. 3 Kreuzer, Batzen, halbe Batzen, 
be Kreuzer. Alte Maße waren: ber 
Ya 12 Linien — 307,54 Millimttre, 
le von 735,5, bie Wollenelle von 
.; ber Schneller Baummoll-WMRouf- 

1000 Faden a 4—5 Fuß. Als 
ir ber Mitt & 4 Biertel à 4 Mäßli, 
er an verjchiedenen Orten verjchieben 
7 20! Liter; Weinmaß: das uber 
od. 30 Eimer a 32 Maß od. 41,98 
s. Silbergewicht bie kölniſche Mark. 
in, bie Stadt St. ©. umfaſſend; 
des Cantons an der Steinach u. 
ı von Rheineck nah Winterthur, 
ragen u. Gräben audgefüllt. Bor⸗ 
ide find: Die ehemalige Benebictiner- 
tatholifchen Haupt» ob. Abteilirche, 
cine des St. Gallus u. anderer Hei- 
ı bu8 alte u. neue Pfalggebände, 
des Biſchofs, theils Sitz der Regie⸗ 
tongerichts, des Kanton u. Alt-Stif 
; Cantonalzeughaus; außerhalb ber 
a8 Waiſenbaus, die Reale u. hö⸗ 
chulen nebſt dein VBibliothel- u. Mur 
das Bürger- u. das Fremdenhoſpi⸗ 
Bankgebäude u. das Gemeiudehaus; 
rmirten Stahtkirchen zu St. Lauren⸗ 


zen n. St. Mangan ſind neuerlich prächtig reflawrixt. 
Bübungsanfalten a. literariſche Hilfsmittel And: 
die Tatholifche Cantonſchule mit Lehrerieminar, die 
vormalige Stifte -, jet Cantonbibliothek mit mehr 
als 1000 alten Handichriften, bie unichägbare Dent- 
male altbeuticher Geſchichte n.Sprachlundeenthalten; 
das evangeliihe Gymnaſium, 1842 durch eime 
Indnſtrieſchule erweitert, Sonntagsihule, Bür⸗ 
gerbibliotbel ob. Babiana, im 16. Jahrh. von 
dem Bürgermeifter Joachim von Watt (VBabiauns) 
begründet u. dann ber Statt geſchenkt; damit ver⸗ 
bunden das Museum Sangallense, eine Samm⸗ 
lung von fläbtifhen Familienwappen, Siegeln, 
Kupierftihen u. PBrojpecten; das Naturbiftorifche 
Mufeum; bie Literariiche, die Naturwiſſenſchaft⸗ 
lich -Tanbwirtbichaftfiche, welche jährliche Ausftel- 
Inngen veranftaltet, n. zwei Yejegelellichaften, ſowie 
der Kunft- u. Bewerbeverein befinden ebenfalls eigene 
Sammlungen von Büchern u. Kunſtſachen; auch 
eriflirt eine Jugendbibliothek, Bibelgeſellſchaft 
Muſikaliſche Sejellichaft, eine Buchhandlung, et 
Buchdrudereien; 1851 wurbe bier ein St. Gallus 
verein gegründet zur Stiftung eine® katholiſchen 
Seminare. Die Indufrie der Stabt liefert Lein⸗ 
wand, Baummwoll-, Wol- u. Seibenzeuge, Leber, 
welche Producte ein lebhafter Handel vertreibt; 
11,230 Ew., wovon über 8000 Reformirte, bie 
iibrigen latholiih. Zu der Umgebung ber Stabt 
find viele fchöne Spaziergänge angelegt, anziehen⸗ 
der aber bie fhönen Ausfihten von allen Höhen, 
bef. deu Freubenberge; 1 Stunde entfernt die 
über die Sitter führende Krätzerubrücke, 690 
Fuß lang. St. ©, if der Geburtsort von G. I. 
Zollikofer u. Chriſtoph Sirtanner. Bol. St. G. u. 
ſeine Umgebungen, St. Gallen 1856. 

St. Gallen (Geſch.). Die Stadt u. ehemalige 
efürſtete Abtei St. ©. verdanlen ihren erſten Ur⸗ 
* tem Einſiedler St. Gallus (j. d. 15), einem 
Schotten u. Schiller des Columbanus, der gegen 
Ende des 6. Jahrh. in Bregenz u. Arbon das Chri⸗ 
fienthum prebigte, aber zu Anfange bes 7. Jahrh. im. 
die Sindden am Sentisgebirge fich zurückzog u. einer 
Zelle an dem Orte, wo das Klofter St. ©. fleht, baute,. 
worin er mit wenigen Jüngern wohnte u. nach bez 

Grundſätzen feines vehrers lebte. Nach dem 
bes St. Gallus blieben feine Jinger zuſammen in 
ber Lehre u. Zucht ihres Meifterd u. wurde be6+ 
halb von ten fränkiſchen Königen u. ben alema- 
niſchen Herzoͤgen reichlich begabt, jo daß fi bie 
Anzahl der Brüder, melche anfänglich keine be⸗ 
flimmte Orbensregel hatten, miehrte u. nah u. 
nad) aus der Einfieblerzelle das Klofler St. ©. ent» 
ftand, berühmt durch Männer, wie Notler, Ede 
bard, Walafrid u. A. Und weil von Anfang an bie, 
Yünger bes St. Gallus ſich mit Unterricht beſchäf⸗ 
tigten, eine Art hohe Schule bildeten u vieler be⸗ 
nachbarter Edellente u. großer Herren Kinder er⸗ 
zogen, fo wurbe ihr Klofler durch verjchievene Ber- 
abungen n. Stiftungen in dem benachbarten 
Thurgau u. Rheinthal bald reich u. mächtig. Auf 
ihr Berlangen gab ihnen Pipin den erften Abt, Oih⸗ 
mar (720— 760), u. das Recht, Die Nachfolger jelbitäm 
wählen, worauf fie bie Regel des Benedictinerordens 
annahmen. Abt Gosbert (816—837) begründete im 
Jahre 816 bie berühmte Bibliothef. In jpäterer Zeit 
belamen fie neue Yänbereien geſchenkt von Ludwia d. 
Frommen u. Karl d. Diden. Auch durch G- 
fung von Gefällen, Laud u. Leuten erhoben big 








Me Bere be ber Pr & e, 


% —— u. 
bie Sotiesbausleute fd. h. die un 


gehohſen tten 
— ——* 9. — hatte “ mike 
en’ Amahl von bei dem Hiufier gebitei | 
— ae ve 10. ee ln ke er 00 
die Hunnen anfing, eine —— * bauen, bit- 


— —— 7 — 5 
entſtanden, weichem bie deutſchen Kaiſer 
Rechte ‚einer Stat verliehen, u. wiewohl bit Stabt: 
in vicen Städen den Abten unterworfen war, fo 
beiten: boch die Wlirger dabei ihre eigenen RNechie 
u. Freiheiten, melde fie ans Bergünftigung ber 
Kater: u. vermittelft ihres eigenen Fleißes Dann u. 
warn vermehrt hatten. Kaiſer geieerig & II: nahm 
Die Stadt als freie Reicheſtadt In den Keichsſchutz 
u. gab ihr den Bären ius Wappen, ber von Be 
rich III. noch mit einem: goldenen Halsband 
(dmmidt wurde. Die hohe Gerichtsbarkeit ver! eh 
ihr erſt Kaifer Sigismund im Jahr 1430. Aus bie» 
fen Doppelſtellung ber Stadt St. G. entſtand eine 
— ene Reihe von Mißhelligleiten mit den 
ten, we 
Kin Reiler, theil® durch Husfpruch ben 
übte beigelegt wurben. Bad 





- Stadr-&t. ©: tänflich- Überliehen. Ener 
| Side 2. 6, tie üben 


öfter® durch — * — | 
| ber Stadt beſeſſen 
Barger Ende bes 17.507 





= m. 
Macht, - inberm | 
—* As: Fre u Anfang erh ee 13. Dabrh. | 
bie Stabi‘ AM un bie 62 die opel Mori Abt U⸗ anf Seite 
rich VIEL. —— * 
6Fbie Grafſchaft To jr ei bie Der aipar fein 
bee Erwerbung Toggenburgs übernahm ber Abt 
bie Berpfl ‚ber Feuten bie —“ ‚den er» 
balten, ihnen: > —* — 
Meſchlecht ausftarh, — 
1208) arte — * ürften Her 
De ar nike war Ulrich Ye 
audrer gaben bem — * 
ya ſeinem Schutze ı5 zur Au — 
| in I en bet 
cent/KIT. efpeite bon Äbten Hab Reit, eine Int 
zus no ® — te, ine denen meiſt 
2 
3070 Hei der Gegenwahl | Ruboife, w Heineiche I 
1348 !bei ber Gegenwahl Konrade u. Heinrichs, 
nit. bem Bilchef von Eonflanz negen 
ll. aber mit den Lanbleuten bon * dem 
—8 ihre em als ie 
\ . te we 
5 — — 
„14, ! 
bes 15. Sahrh. in ber — 
—— —— 
‚nt ben- — Cantonen 
vg / a. Slums 
vdas ©: G. hr felter 
: g: wurbe bb der Waht-eitet 
eben Abtes ermeuert —— * 
n eich 


















ng unverrich ubeinander 
üich u. Glarus abermals — 
ers welche Die Beſchwerden ber & 
lebigtem, i in Betreff ver Religion wu. der 
eine. neue ‚Berfajfintg gaben u. bat 
allen: Gebäuden, Rechten ı u. oͤrut 


Aber ſchon im Jahre I 
hielt ber indeß nen erwählte Abt D er , 
bie —— Abtei nebſt Toggenburg auf ei 
durch Bermittelum; ‚ber —— 
zurückerſtattete In Folge * 
Friedens wurde das ſtaatsrechtliche Band, 
die Schweizer Kantone als it gi an dt 
land bisher noch Imüpfte, Hl “2 
von St. &, blich jedoch a Reichefürfl, Die 
hörte aber auf Meichsftabe zu fein Die Nun | 
lichen Berbältnifie ber Abtei u. Stabt ar 
Schweizer Eidgenoſſenſchaft waren — 
wurde daher beiden, ale ben älteilen me 
Orten, ‚geftattet, zum allgemeinen 
Tagfatung j je einem —— am ſchiden a 
welches nur noch ber Stabt Biel —— 
Trotz dem herrſchte fortwaͤhrender Stra 
Stadt u. Abtei, der durch einen Bergleich me! 
beigelegt werben jellte, wo das Kehe 5 
Mauer eingefaht wurde, Die Etabt ihm 
an ber Gerichtöbarkeit des Mofiers auch, #* i 
genen der Abt die — —* 
‚ der Stabı bba 15 
bes 18. Jahr 


jenf e 
rl 
2 


St. Ballen bis Ballenberg -, 


en 


ätigleiten ber Äbte gegen bie Lente in | al® materiell. Der Aujihwung der Geifter, ber ſich 


t Toggenburg, meiſt Keformirte, einen 
g(ToggenburgerKXrieg). Die Abte 
nburg mit ber Verpflichtung Übernom- 
en Rechte u. Freiheiten aufrecht zu hal⸗ 
ıfe der Jahrhunderte u. bei. nachdem 
irger zum größten Theile der Refor- 
ugeichlofien batten, entzogen fie ihnen 
. bebandelten fie ale Leibeigene. Diele 
ntone Glarus u. Schwyz an, welde 
ten Schutzverbindung ihre Schirmber- 
. auch dem Rufe Folge leifteten. Auch 
her Cantone traten zu Gunſten ber 
r ald Vermittler auf, aber vergebens. 
Zürich u. Bern namentlid erklärten 
meiften Rechtaunfprüde ber Toggen⸗ 
gründet, fontern fhidten auch Ge⸗ 
ı Abt, um ibn zur Nachgiebigfeit zu 
37). Unterdeſſen batten die Übrigen 
'antone u. der Abt mit Hülfe ihrer 
Partei im Canton Schwyz, melde 
enburger war, geftürzt, fo daß ber 
idvogt Joſeph Stadler fogar Deshalb 
‚ eine Menge einflußreicher Männer 
urten, werauf ber Abt gegen Die 
r mit Waffengewalt vorfchritt, u. an⸗ 
en Züri u. Bern mit einer ftarten 
t zu Hülfe zogen (1712). Run er- 
1, Uri, Schwyz, Unterwolten u. 
ten des Abtes ven Zürichern u. Ber- 
3. Der päpſfiliche Nuntius zahlte ih- 
ö0 Kronen aus Der päpftlichen Kaſſe 
‚ aus. Die Toggenburger mwehrten 
der Züricher manubaft, u. der Abt 
önchen entfleb nach Lindau, ven wo 
schsjürft bie Hülfe Dee Kaifers erbat, 
Zchwäbiſchen Kreiſe, aber ohne Erfolg, 
eſſelben auzunehmen. Die katholiſchen 
den, obgleich an Manuſchaft weit ſtär⸗ 
ergen (25. Juli 1712) gänzlich geſchla⸗ 
fie ihen anı 11. Auguſt einen für fie 
Frieden ratificirien, worin fie auch 
ußten, ſich in ben Krieg zwiſchen Bit: 
einerjeito u. ter Abtei anbererjeits 
ı milden. Als hiernach auf Betrieb 
e Sache auf tem Reichätage in Re 
ängig gemacht wurte, beſchloß ber 
Antrag Züri u. Bernd, daß Dies 
enẽfſiſche Anlegenheit ſei. Es kameu 
ächtigte ter Kriegführenden in Ror- 
ıen, welche ſich wegen eines den Tog⸗ 
ünſtigen Friedensvertrages verſtän— 
ie epiguus des Abtes zu erbal⸗ 
eniflehene Abt ſtarb (1718) u. fein 
irch einen in Baden (in der Schweiz) 
dem erſten gleichen Friedensverira 
dandſchaft u. ſämmtliche Lande, 3 
Grafichaſt Toggenburg wieder einge⸗ 


beſaß nur ein kleines Gebiet u. 
‚ich: deutiche Städteverfaſſung; die 
hte die Stadt Wyl im Thurgau, die 
Goiteshausleute u. die Grafſchaft 
welche beide mit der Stadt den jetzi— 
t. G. bilden. Die Regierungen. Ver⸗ 

nach dem Muſter Der deutſchfürſt⸗ 
zer Zeit eingerichtet; jedoch galt noch 
s, ale römiſches Recht, ſowohl formell 


—— ——— — — — —ñ —ñ — — — —ñ— — —ñ— —ñ — —— — — — —— 


in Deutſchland durch Die Regierung Friedrichs des 
Großen u. Joſephs II. fundgab, veranlafßte ben 
Narfebenben Abt Beta ſchon frühzeitig, au Verbeſ⸗ 
ferung ber Verfaffung u. Verwaltung feines Lau⸗ 
Des zu denken, aber Feine Mönche widerſetzten fich 
fo beharrlich, daß er ſich im Jahr 1788 entſchloß, 
den Papſt zu bitten, feine Würde ablegen zu hürs 
fen. Allein der Papft reilligte nicht ein, fondern er- 
mahnte die Mönche zum Gehorſam. Im Jahr 1795 
verfammelten fich Atgeortnete ter Gemeinden in 
Goſſau, ven einem Volksredner, Johann Künzli, 
geleitet, u. der Abt bewilligte ibnen, trotz alles Wi⸗ 
derftantes von Seiten der Mönche, Gleichheit ber 
Abgaben, Faften u. politiiche Freiheit. Die Schutz⸗ 
cantone ratificirten Die neue Berfaffung, jedoch nur 
nah Widerftreben 11797). Im folgenten Jahre 
löſte fich Die alte Eitgenoffenfchaft auf u. Et. G., 
Appenzell u. Rbeintbal bildeten zuſammen, zur 
eitber Helvetifchen Republik, den Canton Sentis. 
(8 hieranf 1799 bie Oſterreicher in die Schweiz 
einrildten, verfuchte ber neue Abt Bancratius Vor⸗ 
ſter bie unbeſchränkte fürftlihe Gewalt wieberher- 
zuftellen, mußte aber nach ter Züricher Schlacht 
(25. September 1800) flüchten. Durch die vom 
Conſul Napoleon Bonaparte (der in der Zertlüfe 
tung der Schweiz eine Stütze feiner Politik ſah) 
gegetene Mebintiondacte (19. Februar 1803) wurbe 
t. ©. ein jelbftändiger Santon mit eigener Ver⸗ 
faffung. Der Wiener Kongreß gab den Schwei- 
ern anı 20. März 1815 eine nene Bundesver⸗ 
aſſung, werin auch St. ©. als felbftändiger Can⸗ 
ten anerlannt u. tem Abte Bancratius mit fel- 
nen Beamten eine Penflon von 8000 Gulden 
bewilligt murbe. Nach ber Franzöſiſchen Revolu⸗ 
tion von 16830 gab fih St. G. eine repräfentativ- 
temoktatifche Berfaffung, wonach den Volke in den 
Volksverſammlungen das Recht vorbehalten if, 
von feinen Vertrelern beſchloſſene Geſetze zu ver⸗ 
werjen. Dieſe Verfaſſung hat ſich auch nad) ber 
Unigeſtaltung ter Schweizer Bundesverfaſſung im 
Jabr 1647 erhalten. Cine von Zürich über Win⸗ 
tertbur, Wyl, Et. G. nah Rorſchach führende 
Eiſenbahn erböbt tie Gewerbthätigkeit bes Can⸗ 
tens. Da 2t. ©. katholiſch u. reforinirt ift, hat die 
Unterrichtöfrage einige Dale Lie Gemüther lebhaft 
bewegt, innere politifche gu en fat gar nicht. 
Pol. Ildefons von Arx, Geſchichte Les Canton 
Si. G., 1510—1813, 3 Bde.; Ehrenzoller, Jahr⸗ 
ehr der Statt &t. G. St. Gallen 1524— 1832, 
2 Dke. 
Gallenanis, Andreas de G. |. Audreas. 
Ballenafparagin, f. u. Gulle 2). 
Gallenberg, ein altes in Krain angeleffenes, 
der katholiſchei Confeſſien folgendes Grafenge⸗ 
ſchlecht, welches mit den Grafen von Schärffen⸗ 
berg einerlei Urſprung bat. Ortolf IL, Sohn 
Ortolfs J. Herrn zu Schärffenberg, erbaute um 
1000 das Stammſchloß Gallenberg u. nannte ſich 
nach demſelben. Georg Sigmund, Sohu bes 
1664 verſtorbeuen Johann Adam, war Landesver⸗ 
weſer des detzopitum⸗ Krain u. wurde 1666 vom 
Kaiſer Leopold J. in den Reichsgrafenſtand erho⸗ 
ben mit der Würte eines Obererblandjägermei⸗ 
fter8 in Krain u. der Windiſchen Mark, u. bieier 
Arel ter Fantilie 1815 betätigt. 1) Graf Robert 
Menzel, geb. 1783 In Wien; widmete ſich vor- 
züglih der Mufit, war bei Barbaja in Italien, 


7% 

in Wien u. bafelb bes Opern- 

— —* a * 
te dann abwechſeln 

| - Rom u. ft. 1839; 






En — bes * * 29, Deremnber 
t. Kämmerer u. 

Hi 8 ——— 

— 


I, hen bereie Ei mit * —2 


tern et en en Säi here — 
v Minden ſich eigne Gänge 

aus ber Leber in Hi, Sie je 9* 

ten, einer äufern Zellbant, n 
blaſtnarterien, Gallen 


blaſenvenen u. rei 
eg —— ge u. — 


den Pferden), dem Hirfchgejchle t, ben Gets en 
er —— en, | 
2. nö Fiſchen. 2) (3oot.), fo v. m. 
allenblajenarterie, Arteria cystica, 
g ber Feberarterie, |, Ba au: 
blaſenkrankheiten. Die wichtigſten find: 
1) bie Gallenbfafenentzünbung, meifl mit Leberent— 


verbunden u ſchwer zu unterfheiden, wirb | | 
ER —e— 


ten durch, in ihr vorhandene od. im 
— eingeffemmte Galleufein 
Ar l 


e verau⸗ 


Aber — in — Tresen | 
ge er nad au t werben m 
—* ung in bie — ua fe den Tod bringt, 
ung nach außen, 
ni ieh zur Ballenblafenfikeil 
wird, |. Fiſtel (Ehir.). ie Ballenblafeuwwaffer- 
ydrops vesicae feilene). überm ner er Au⸗ 
5* einer, gewöhnlich mit ausgeſchwi ter 
mp * rc. vermiſchten Galle in ber 
fenblafe, in Ige bon ee En Onbung 
⁊. u. nase er Berftopfung des Aus hrun 
en ges eine oft enorme Anſchwe Lungber Sallenbife 
ildend, fi bisweilen burch Schwappen in ber Ge⸗ 
gend der Gallenblaſe verrathend, bildet, wenn fie 
aufbricht, Gallenfifteln, erheif t die — der 
Gallenſteine, Enifernung der Entzündung, in ſelt⸗ 
nen“ Fällen die "Entleerung air ‚dem Troicar 
(8 —5 od. einen CEinſchnitt. 
allenblafenfchleim., f. u. Galle 2) d). 
Galenseehen on 2) e) ua). 
enbrechen rechen von gallehaltigem 
Dageniuhalt. — ⸗ 






utegel, innerlich Calomel ꝛc. Bei 
denen Gallenblaſenſteinen die Behandlung 





Valeuilaſe "tie —— 


Gallenbla hᷣde 
Ga —— 
—— ni u. Gallenblaſe; 28 
Serial 
hepe ——— * f 


ingeweiber 
Bu 












ngen, u — 
eben x n. un 

5 bald als Begleiter u. Urſache auern 
beiten en oft ben herrſcheuden Ares 
Wake: ilben. Neigun 1 
ber Spätfommer u. Herbit. 


opfun 


ſonderun ar F 
—— Be (Bilis 


En — 5———— ber ei 
ina eiten bed Körpers neben 
dem hleme u, der Galle, außen wc 

lich in dem untern ——— —— 

gi erlennen u, jaben die Milz ale ne 
urbe biefe in vermebrter u. in 

bereitet, fo erſchien fie ala krankhafte = 
ke re 
v o ieh man 

Galle I Bine sorbanben fern n. baren 


| dert werben, u. ſchrieb ihr al@ folcher bie 
von mancherlei Krankheiten zu, 3. B.ber 


u. nahm eine ſchwarzgallige Confituine 
stitutio atrabilaria) u. feıen si 
Febres atrabilares) an. In ber ß 
v bie ſchwarze Galle als eine gie 

bräuntiche, weinbefenjarbige, Taffeciy« RM 


Gallenmaterie 
rlich, oft aashaft riechende Fluſſig⸗ 


zu erkennen, welche bald aus entar⸗ 
yd. einem Gemiſch von dieſer u. an⸗ 
abgeſonderten Fluſſigkeiten des Ma⸗ 
nfanal®, beſonders aus ſchwarzem, 
ute beſteht u. durch Erbrechen ob. 
. beide zugleich auegeleert wird. In 
ellt ſie namentlich, wenn dies in chro⸗ 
ufe geſchieht, die Schwarze Krank⸗ 
otrates cd. Meläna (Morbus niger 
dar. 8 leidet dabei nicht blos die 
n öfter Die Milz, auch andere Ver⸗ 
e. Zu ©. neigen ſich vorzüglich Men⸗ 
srifchem Temperament. 

terte, fo v. w. Galleuſtoff. 

wen, Yarven der Gallweſpen. 

7, 1) (Meb.), ſ. Cholera; 2) (Thier⸗ 
ger Durchlauf mit Abgang flintender, 
°, viel Unrube, Anbeutung fchmerz- 
:, Auftreibung des Leibes zc., eine 
Krankheit, der bei. Schafe in heißer 
erworfen find. Veranlaſſung: ſchlech⸗ 
angel an reinem od. friihem Waſſer. 
t Dagegen Kleienwafler, Waſſer mit 
ollen ꝛc. 

re, ſo v. w. Glylocholſäure, |. u. Gaulle 


eim, |. u. Galle 2) d). 

ade, fo v. w. Gallmücke. 

n (Dal.), gelbbraune feine Farbe, 
Aalgalle bereitet, getrodnet, dann in 
oͤſt u gereinigt n. wieder eingetrocknet. 
ne (®allenconcremente, Cholelithia- 
je Soncremente in ber Gallenblafe, 
Sallengängen, von der Größe einer 
er eines Taubeneied, auch Heiner u. 
bis zum Umfang eines Hühnereies, 
oval, glatt u. ſag od. vieleckig, weiß, 
aun, bunlelgrün, ſchwarz cd. gemifcht, 
niſch, ftrahlenförmig, in ber Mitte 
sere Kerne, geftreift od. blättrig, felten 
nehrzählig verfommenb. Sie find meift 
efterin, welches zumeilen ben Haupt 
er G. ausmadıt; viele G. bilden Ge- 
bolefterin u. einer Verbindung des 
js mit Kalk, fogenannten Pigment- 
nb die ſchwarzen od. grünen G., fie 
andere Motification bes Pigmente, 
tKaffu. wenig od. feinem Cholefterin; 
n &., welche vorzugsweiſe ans koh⸗ 
phosphorfaurem Kalt befteben, nur 
Yie Kerne ber G. befteben meift aus 
igmentlalt. Manche fogenannte Ber 
ntſchieden ©. find, enthalteneine eigen- 
taflinifhe Säure, die Litbofellin- 
ldet fechsfeitige, im Waffer unfösliche 
lilzt bei 205° u. verwandelt fich, längere 
: Temperatur erbitst, in eine amorpbe 
‚ fie gibt die Pettenkoferſche Gallen- 
ıt bie Formel: Cao Hass O7 + HO. 
laſſen bisweilen wenige od. feine Be⸗ 
er jedoch durch Verftopfung ber Gal⸗ 
Temmung u. daraus entftebente Ent 
ben, fo wie Anfammlung ber Galle 
blaje, Auftreibung derſelben, Gallen- 
icht, Verdauungsbeſchwerden, Gelb» 
sen in der Gegend Der Gallenblaſe, 
lung berfelben die Steine bisweilen 


bie Gallerie 873 


äußerlich gefühlt werben‘ Yinnen. Der Übertritt 
der Steine in den Darmlanal u. Abgang burch den 
Stuhl erhebt manchmal augenblidlich Die Zufälle. 
Diefe Gallenfteinkrankbeit betrifft vorzilglih das 
mittlere u. höhere Yebensalter, mehr fette, lippig 
lebenbe, viel figende, an Gicht, Hämogrhoiden, Ver⸗ 
ftopfung leidende Perfonen , mehr Brauen al 
Männer. Sie kann lange Zeit ohne Gefahr u. ſelbſt 
ohne bemerkt zu werben befteben, u. eigentfich erft 
bann treten "Symptome ein, wenn bie ©. in zu 
proben Menge fih anfammelı ob. den Gallenaus⸗ 
ührungsgang verftopfen, wodurch es zu chroni» 
ſcher Entzündung der Gallenblafe, Gelbſucht, Gal⸗ 
leublaſenwaſſerſucht, Verknöcherung der Gallen- 
biafe, Abſceß u. Ergiegung des Eiters in den Un⸗ 
terleib mit tödtlihenn Ausgang ob. nach außen 
(Sallenfiftel) kommen fan. Gegen bie fogenann- 
ten Sallenfteinfymptonte find viele Mittel, bef. 
anflöſende, allalinijche u falinifche, ganz vorzüglich 
aber Zerpentindt mit Schmefelätber (das Duran- 
de’fche Dlittel) empfohlen worden. Warme flber- 
Ihläge, Väter u. Kipftiere, fowie Opium, thun 
gegen die Gallenſteinbeſchwerden die beften Dienfte; 
brigens ift noch leichte Diät, reichliches Bulle‘ 
trinten u. gehörige Körperbemegung zu empfehlen. 
Bon Mineralbädern ftebt vorzüglich Karlabad in 
Ruf. Auch bei den Pferden, ven Rindvieh ꝛc. 
tommen bäufig, nıeift runde, bräunliche, röthliche, 
gebliche Salleufteine vor. 

Gallenfteinfett (Batenwase) ı. Gallenftein- 
fänre, fo v. w. Choleſterin u. Cholefterinfäure. 

— „ſ. u. Galle 2). 

Sallenſucht, fo v. w. Gallſucht. 

Sallenwefpe, fo v w. Gallweſpe. 

Sallenwürmer, ſo v. w. Gallengangewürmer. 

Gallenzuder, fo v. w. Bilin, f. u. Galle 2). 

Galledne (Schifiew.), 1) fo v. mw. Gateaffe; 
2) jo v. w. Galione 2). 

@oalleote, jo v. w. Galiote. 

Galler (Bäler), ein altes adeliges Geſchlecht, 
tatholiiher Konfeifion, in Steyermarl, Kärn⸗ 
ten u. Krain, welches 1607 u. 1611 vom Ey 
berzog Ferdi von Ufterreih in ben frei« 

ern» u. 1680 vom Kaiſer Leopold I. in ben 

eihsgrafenftand erhoben wurde. Das ältefte 
Glied der Yamilie, welches vorlommt, iſt Werner 
von G., welcher 1141 erfter Propft im Domflifte 
Sedau war u. 1190 flarb. Die G. theilen fid 
jetzt in zwei Linien: I. Linie, beren Chef if: 1) 
Graf Leopold Erhardt, Sohn bes 1792 ver- 
ftorbenen Grafen Klemens Auguft, geb. 16. Aug. 
1792, iR 8. k. Rittmeifter u. vermäblt mit There 
Eliſabeth, geb. Prabitſch; fein ältefter Sohn Gte- 

an, geb. 27. Juli 1833, if f. k. Lieutenant; 
.Linie, beren Chef ift:2) GrafarlLeopold, 
Sohn des am 13. Oct. 1818 verftorbenen Grafen 
Franz Karl, geb. 13. Dec. 1807 in Grat; er ift 
unvermäblt u. hat auch feinen Bruder. 

Galleria (G. Fahr.), Schmetterlingegattung 
aus ber Kamilie ber Schaben, mit großen Kiefer⸗ 
taften,, unter den Schuppen tes Kopfſchildes ver» 
ftedt, Fippentafter kürzer als der Kopf, ritdmärts 
gebogen, Fühler kaum von Körperlänge. Die Rau 
pen wohnen in bebedten Gängen ((saleria) ber 
Bienen- u. Hummelzellen; Art: Honig od. Wachs⸗ 
ſchabe ((r. cerella), ſ. d. 

Gallerie, 1) ein im oberen Geſchoß eines Ge⸗ 
bäubes an ber Längenjeite deffelben hinlaufender 


27% 


ſchmaler Gang, welcher nach Außen mit einer Brü⸗ 
Aung verfehen, fonft aber offen ift. 2) Zimmereine® 
Gebäudes, welche bebeutend länger als breit find n. 
vorzugsweiſe zur Aufftellung von Kunftgegenftän- 
den bieuen; auch eine Reihe von Zimmern, zu einem 
ähnlichen Zwecke eingerichtet; vgl. Bildergallerie. 
3) Im innerfi Ausbau von Theatern Die amphi⸗ 
tbeatralifch angelegten oberen Zujchauerräume im 
Gegeniak zum Parterre u. Parquet (erfte, zweite, 
dritte G.), Doch verſteht man unter ©. auch wohl 
nur die der Dede des Zuſchauerraums zunächft be- 
fiudliche G., welche fiir die geringere Klafle bes 
Volkes beftinmt ift; 4) fo v. w. Emporlirche; 5) 
in Feftungen langer. ſchmale, meift bedeckte Gänge, 
um gebedt nach Außenwerlen gelangen zu lönnen. 
Meift find fie zugleich zur Bertheibigung des Gra⸗ 
bens beftinnt, deshalb 5—6 5. im Fichten weit, 
7—8 F. bed mit Schußipalten verſehen; 6) jo v. 


w. Diinengang, f. u. Mine; 7) auf großen Schif- | 


fen won mehr ald 50 Kanonen der4—5 Fuß breite 
offene Gang außerhalb des Hintertheils, ber zu bei« 
den Seiten an die, mit ihr in gleicher Höhe liegen 
den Seitengallerien ſiößt; unter ihm befinden ſich bie 
Abtritte für die Cifiziere, zu benen Thüren aus 
ber. untern Kajikte führen. Bei ben Dänen u. bei 
den Engländern ift die obere G. nicht mehr vor⸗ 
handen, fondern Las Hintertheil iR völlig rund 
u. gleich den übrigen Theilen des Borbe, mit 
Stüdpforten verjeben. 8) Hinter- od. Adhter- 
G., der am Hed der Schiffe veripringende Bal⸗ 
con. Dreiteder haben deren auch zwei; falfche G. 
wenn tiefe nur in gallerieartigen Verzierungen bes 
Mr wie auf den meiften großen Kauffahrern u. 
elbft auf Fregatten; 9) (Hüttenw.), langgeftred- 
ter Zug an Hütten⸗ u. Laboratoriendfen ; baber 
@allerieofen, jo v. w. Galeereuofen. 

®allertalgen (Nortochinea), 25. Familie in 
Reichenbachs Bflanzenipitent. 

Gallerte (Gelatina), jeder Durchfichtige Saft, 
welcher beim Erkalten zu eimer zitternden Maſſe 
erinnt; fo Säfte od. Vene fchleimiger u. faurer 
rüchte ©. von Fobannisbeeren, Himbeeren (G. 
ribesiorum, G. rubi idaei), dipdurch Cinbiden 
u. Zuſatz von einem Theil Zucker auf zwei Theile 
Srüchte Die gehörige Conſiſtenz erhalten haben ; ſehr 
eoncentrirter Abſud von Isländiſchem Moos, durch 
Zuſatz ven Süßholz od. Zucker wohlſchmeckender 
gemacht (G. lichenis islandiei), fo auch von Ca⸗ 
raghaen; Hirſchhorngallerte (G. cornucervi), 4 
Pfund gerafpelies Hirſchhorn wird mit 6 Pfund 
Waſſer lange gekocht, bis eine herausgenommene 
Probe beim Erkalten gerinnt, u mit Citronenſaft, 
Manteliyrup, Zuder ob Gemürzen verfebt, ale 
jebr nährendes Mittel in Gebrauch; G. von Fleifch, 
vgl. Bouillontafeln; Thierifche &., ſ. Yeim. 

Gallertflechten (Collemaceae), 22. Familie 
tn Reichenbachs Pflanzenſyſtem. 


Gallertkrebs, ein im mindern Grabe bögarti- | 


* gefräßernes Aftergebilde, wie Gallerte durch⸗ 


(Tremella Nostoc), ſ. No- 
Mais, Weizen, Hafer, Rindvied, SteinleF. 


cheinend, ſchheinbar ftructurlos u. vom Organismus 
getrennt, ſich im warmen Waſſer löſend; kommt in 
Weichtheilen u. au Knochen vor. 
Gallertſäure, fo v. w. Bettin. 
Gallertſchwamm 


VGallertalgen bis allla.:. 


GSallerythebnſäure (Blaugalluſã 
entſteht bei ber Einwirkung ven zweijeh loble 
ren Kalk auf Gallusſäure; fie ſcheint and gl 
zu werben, weun bie Nieberichläge, mede U 
moniaf mit einer Löſung von Chlorcalcıem, h 
barium od. Chlorftrontium u. Gallusfänre zitı 
der Luft in Berührung fommen. Die 6, Ai 
in Waſſer mit rother Karbe auf, ihre Berkite 
gen mit Bajen find blau gefärbt. 

Galleta⸗Carne, jo v. w. Fleilbzmiehd in 

Galletti, Johann Georg Auguf, gi M 
Aug. 1750 in Altenburg, wohin ſich ie Ans 
(jein Bater war als Hofjänger bei ter Ip 
ftellt) bei einem Landtag begeben hatten; aut 
1772 Colleborstor u. 1753 Rrofeſſot cu Aue 
ſium zu Gotha, legte 1519 feine Stellentrufk 
März 1828; er ſchr.: Geſchichte u. Pa 
Herpgthume Geiba, 1779—$1, 41 Be: 
Thüringens, «bb, 1782—85, 6 Vde 
von Deutfchland, Halle 1757— 6, 10 & 
ber großen Halleſchen Weltgeihich, WR 
bes Dreißiigjäbrigen Kriegs, ebd 1:91 IR 
Geographiſches Tajchenworterbud, & MI 
Aufl, Beth 15821; Allgem. Weltkunde, dt Wi, 
9. Aufl. ven Cannabich u. H. Ram 
Lehrbuch der deutſcheu Staatengeihuhte, 
1757, 2. Aufl. 1807; Lehrbuch der 
Staatengeichichte, ebd. 1733, 4. 8.1515; Bi 
Weltgeihichte, Gotha 1787 — 1919, u 
1—12 n. Aufl.); Geſchichte von Span ie 
tugal, Erf. 1809—10, 3 Bbe.; & 
beihreibung 2c., Berl. 1525—26, 3 Dt; 23 
Lehrbücher der Geichichte u. Geogrape. - 

Gallſiord, Meerbufen an ber Küpe watab 
holmslän (Schweben). 

Gallglas, Glasſcheiben in der Mitte mt’ 
len Erhöhungen, bei. zu Laternen gebräudi. 

Gallhuminſäure (Dielangaliutii 
Metagallusfäure), Cı2 Hs Os +HU9 
Reh beim Erhitzen der Gallus» n. ter Oil 
auf 250° od. durch Erhiden Der Porogalute 
bilket eine glänzend ſchwarze, amıerpbe, ga" 
geſchmagloſe Maſſe, it uniẽslich in Korn 
bol u. Ather, löslich in Alkalien, Säuren 
aus dieſen Löſungen in ſchwarzen, ges 
Flocken. 

Galli, 1) (a. Geogr.), der rẽmiſche Rama 
Bewohner des jetzigen Frankreichs if. d. u. duß 
2) (Aut.), sach den Fluſſe Gallos in Di 
(deffen Waſſer man für begeifternd pic: 223 
phrygiſche Priefter der Kybele, bie an tea 
unter geräuſchvoller Muſik umherzogen, in SM 
faftiichen Geſängen (Galllambi) ihre Mynerue 
fünbeten ı. ſich auftas Ausichweifertite ta39 
Sie hatten einen (in Beziehung auf Ans |: # 
manuten Borfteher (Archigallus) u. car 
von Almoſen; nad Andern mußten ale v.@ 
mannt jein. 

Galli, Ferdinand, ſ. Bibbiena ?.. 

Gallia, I) (a. Geogr.),i. Gallien; D:2. 08 
Grafihaftim Staate bio (Nerdamait‘, 27 
im O. Durch ben -Chie-Kiver vem Zr? 
getreunt, von den Racoon u. Eynımasulit 
flofien; Beben Hügelig u. fruchtdat: Fat 






ftoc u. Zitierpilz. 
Eallertthiere, io v. w. Gedärmethiere. | 


fen; 1790 von Franzoſen celenijtsi BF 
Sauerica (Gi. Geugr.), |. Galeruca. u 


Name), 1850: 17,063 Ew.; Hauptei: &# 


Galliambiſcher Werd bis  Gullennifche Kirche 


(cher Werd, aus einem volltänbigen | 


Anakreontiſchen Verſe zufammenge- 


us — 
— N u ⏑—— — — us — 


az gebraucht wurde, ſah man mehr 
hat er folgende Form: 


wi | 


.—.| — — .——.——, 


einer trochäiichen Dipobie in Der vor⸗ 


ſ. Gaillard. 
Marktflecken in der ſardiniſchen Pro⸗ 
Seidenſpinnerei, Bauuwollweberei, 


50 Ew. 
lliſche Fußbelleidung, hölzerne Sohle, 
ait Oberleder. 
che Kirche, Name der Katholiſchen 
iklreich, zur Bezeichnung ihrer frühe⸗ 
g u. ihrer eigentbiimlichen Rechte. 
älteften Zeit au bis zu Lud— 
Ye Gründung chriitlicher Gemeinden 
ng jedenfalls von Kleinafien aus u. 
die Hanteleverbintungen der Hein» 
ibte mit der beriihmten Handelsſtadt 
yon) veranlaft. Bereits in ber zwei⸗ 
2. Jahrh. gab es bier u. in Vienne 
tengemeinden, mwäbrend anbermärts 
aus verihiebenen Elementen ber 
Römtiden Viythologie zulammenge- 
ube dem Chriſtenthum fräftig wiber- 
bfenbung ven fieben römiichen Miſ⸗ 
Gallien im 3. Jahrh. u. Die Grin. 
meinten in fieben Städten, wo fie 
en (farunter Dienpfius, ber erfie 
wis, u. Saturninus, Etifter der Ge⸗ 
ulouſe), ift geſchichtlich nicht ficher 
ıgegen trat nah 177 Irenäus ale 
ES pite ber Gemeinte in Lyon, u. das 
fand von bier aus den Weg nach 
ie nah Spanien. In ber Verfol- 
elten die Chriſten in Gallien bef. 
Sonftantiu® Chlorus, welder ihnen 
ye gewährte, zugleich machte fich aber 
riftliche Richtung, die Irenäus ben 
enüber zu vertreten wußte, mehr u. 
Gemeinten geltend. Auch an ben 
Streitigfeiten Des 5. u. #. Jahrh. 
de in Sallien lebhaften Antheil, u. 
in Orange (Arauflo) u. Valence 
für bie von bem Biſchof Cäſarius 
geftellten Lehrſätze, die fich für den 
finiamms ausſprachen, jeboch bie 
siehre mit ihren Ausmüchjen verwar⸗ 
wußte fich bie Kirche in einer gewiſ⸗ 
jleit u. Unabbängigfeit zu erbalten; 
en handelte jhon 362 eine Synode 
batte eine eigne Yiturgie ı. Metro» 
ng, die Synoden wurden im vollen 
Der Könige, weldhe ten Synobalbe- 
enehmigung zu ertheilen hatten, ge- 
nd keine engere Verbindung mit bem 
ch ftatt, indem man benjelben nur 
en Streitigleiten der Biſchöſe unter 
Schied srichter in Anſpruch nahm. 
8 hierbei nicht an Differenzen zwi⸗ 
at u. ber Kirche, inbem jener bie 


|“ 


alle, als auf die übrigen Verhältniſſe; 


875 


Immnnitäten, namentlich In Being auf bie Ge⸗ 
richtsbarkeit u. bie Kirchengüter, zu beichräufen, u. 
dieſe ihre Privilegien zu wahren u. zu ſichern ſuchte. 
Ganz anders aber wurbe das Verhältniß der G. 8; 
zu Dem Römiſchen Stuhl zur EN der Karolinger, 
u. es trat biefelbe in eine bei Weiten größere Ab⸗ 
hängigkeit, als früher. Hierzu wirkte unter andern 
der Umftand, Daß man bie Verbindung, in melde 
der Papft beionbers durch Bonifacius mit ber 
Deutichen Kirche gelommen war, auch auf tie älte⸗ 
ven fränkiichen Kirchen Überzutragen fuchte, daß 
die Biſchöfe in Soiffens, Yyon, Tours u. ander⸗ 


: wärts mit Rom um fo lieber in Verkehr traten, 


je mebr fie faben, mie dadurch das Anichen ber 
Kirche u. der Geiſtlichkeit unter dem Rolle wuchs, 
u. daß Bonifacius ſelbſt 742 nach Gallien als Le⸗ 
gat geſendet wurde, um hier dieſelbe Kirchenord⸗ 
nung wie in Deutſchland zu begründen, was er 
auch auf den Synoden in Yeftines (Synodus Lip- 
tinensis) u. Soiffons zu Stande bradıte. Bier» 
durch wurbe nicht nur eine genaue Verbiubung mit 
Kom bewirkt, bei welcher Bıpin ſehr bald dem Papft 
Zacharias Tragen über firchliche Kinrichtungen vor⸗ 
legte, ſondern Bonifacius ſetzte es auch durch, Daß 
mehrere galliſche Erzbiſchöfe die nämliche Unterwer⸗ 
fungsacte wie in Deutſchland unterzeichneten u. bie 
neuen Metropoliten ihr Ballium von Rom erba⸗ 
ten. Wie nun zu biefer Abhängigkeit Die gegenfei- 
tigen Dienfte, die fih tie Päpfte u, Die Karolinger, 
bef. in ber fränkiſchen Revolution unter Pipin u. 
bei der Übergabe des Exarchats, leifteten, nicht 
wenig beitrugen, jo fam bei. durch die Pfeudoi⸗ 
fiortichen Decretalen bie päpftiiche Gewalt im 
Fraulreich deshalb auf eine ſehr hole Stufe, weil 
fie hier unter ſchwachen Königen durch die Macht 
der Vaſallen u. durch tie Vermehrung ber päpſtli⸗ 
chen Orden vorzugsweiſe getragen wurde, u. es 
wurde umſichtigen Päpſten, wie Nikolaus J., Ha⸗ 
drian II. u. ſpäter Gregor VII. nicht ſchwer, für 
ihren Supremat daraus erhebliche Vortheile zu zie⸗ 
ben, obſchon bie Könige Collatoren u. Lehnsherren 
ber Biſchöſe blieben u. erft jpäter unter ten Cape⸗ 
tingern bein Bapfte das Beftärigungsrecht derſelben 
überließen. Allein ver Stolz römiicher Yegaten, bie 
Dienge des nach Rom gebenben Geldes u. bie 
päpftliche Aumaßung gegen bie Koönige öffnete die⸗ 
jen u. dem Clerus ber Nation die Augen, 1. 
biefer benutzte bie Beſchräukung ter päpftlichen 
Gewalt, um Freiheiten file die ©. K. zu gewin⸗ 
nen. Im dieſem Sinne wurde im März 1268 
die Bragmatifhe Sanction Ludwige IA. 
erlafien, weiches ten Prälaten u. Collatoren ihre 
alten Gerechtſame u. den Kapiteln das Wahl⸗ 
recht wiedergab, tie Einrichtung ter Abgabe an Die 
Römiſche Curie von der Unterſuchung ihrer Dring⸗ 
lichleit u. ber Zuftimmung ſowohl des Königs al® 
bed Nationalclerus abhängig machte u. uirgejegliche, 
jremte Ginmifhung in Die Atıgelegenbeiten ber 
Nationallirhe nachdrücllich abwies. Gleihmohl 
feblte es nicht am heftigen Streitigkeiten, Lei. zwi⸗ 
ſchen dem Bapft Bonifacius VIII u. König Philipp 
dem Schönen, welcher deu päpftlichen Ausſpruch in 
feinem Streite mit König Ednard I. von England 
nicht nur nicht vollzog, fentern fegar den päpftlichen 
Legaten verhaftete, gegen die weiteren Schritte des 
Bapftes die drei Stänte feines Reichs zujammenrief 
n. ben Letzteren ſelbſt 1303 gefangen nahm. &o 
wurde die Bragmatiiche Sanction vielfach verletzt, 


38 
bei vem Shine, aumentſich uufiden 
— —— 


— in Bour⸗ 


om 8: ' Ge ket das 





den Anfall 8 Mn 
t ben Anfa * Ds 


£ubwig XII. das von 

in Kraft zu erhalten; aber in ben wich 

erloſch fie du — 
3 I, 1616 in® a mit X.. 

f. Concordat I. D). Kur die 8 






* En & g ber. im" 
en — Bean Kae = |: 
——— 2e wi rbie | 


unter den Geifilihen au | förbern ſuchten. Hierher 
gehört bei. ber Biſchdf Chrodegang von Met im 
8. Zahrh. der das jegenannte canonifche Leben ber 


Brebige u. den 


en 
gefang nee er 


wirten. EM gelang es erſt durch zwei Sänger 
— u. —* bit u — 4 
= Gallien fendete, u. durch bie * nien in 


Mes u. Soiflone, den fränkiſch- galliſchen Kirchen⸗ 


gelene zu verbrängen u. ben römiſch —— | 


an befien Stelle zu ſetzen. Übrigens re 
fich auch unter dem Volle Stimmen gegen bie bi * 
archiſchen Übergriffe, 3. B. Peter be Bruys 1104 
in Südfrankreich, ber gegen Kinbertaufe, 
Cdlibat predigte, fein Aller Heinrich 1116, der 
Die Verderbniß unter dem geiftlichen Stande ans 
— * ic A: — — Waldeuſer a 
er ‚ die en Satungen gegenüber au 
die yes Schrift beriefen. er 
Bon Ludwig XIV, biszur Reſtau⸗ 
ration 1814. Die wiſſenſchaftlichen Beftrebungen 
umter Lubwig XIV. u. Nichelieu, namentlich hie 
hiſtoriſchen Forichungen.. der Benuedietiner, bes 


ori MET LE MAaniſc eee 


lich die Entſcheid dben Re 
Po 








——— fo wie De det 
ichen Altertbums, fo mie 

nabme an ben Kämpfen mit ber rg 
ten das Intereſſe an den U ungen Über ie 
Fre ber Gen K. immer mehr an. ei 
durfte es nur bes re ic melden * 
wig XIV. 1673 auf alle ——— 
mer ausgedehnte Regale (das h 
bes Könige, bie Einfünfte Kerle TE 
ihrer Erlebigung zu —— er 
Pamiers u. Alet zur Hspellati 

ber heftigen Oppofltion bes 34 Hr 
dehnung, um bem zu yeigen, | 
Saden, worin das Ads ihm m * 
























Ve ee ber Seal ni 
nige inſchrãn 

— 1682 bie won Ludwig XIV. 
ertwirfte  Declaration bes from 

Clerus (Deelarationes cleri galliew) 

— —— u Stande, welche bie frabe 
Kirche in 4 ——— ausfpridt: Ay 

ſten ſiud in en tine 


änberlich (irreformabile), wenn bie f ** 
beiſtimmt. Dieſe Artilel wurden won dea 
behoörden feierfich angenommen (u. mäflen mt 
nem bis jetzt wicht aufgebobenen Königin © 
auf allen Univerfitäten u. Priefterjeminarin 
werben). Zwar wurden fie zur 
Papfles, welcher fie in Rom vom Hauke 
en lieh, in Schreiben ar benfelben Sr 
ten u. Dem Könige für unfräftig erflä 
Widerruf nie unter bie Reichs⸗ — 
aufgenommen, daher jene Artilel jeibfl alt 
Kirchengeſetze gültig blieben. Dagegen heh 

bie Staatsgewalt zur Unterbrüdnng aller 
riſchen verſuche gebramcen ; wie im 14. er 


er | die Dominicanerm. Franciscaner betrieben 


betrieben es jetst bie Jeſuiten u. Kapuzimet. 
gelang es nicht mit bem Janſeniemus (| d), r 
biejer an den gallicaniichen Parlamenten cum 
fand, aber befto erfolgreicher war dad Ec 
gen die Proteftanten, gegen melde fir 1699 W° 
bebung des Ediets won Nantes, meldes tod 
Erſcheinen 1599 u. durch jeine Neuerung“ 







| 1615, 1643 ben Hugenotten Religionefraihet 


tet batte, erwirkten, wodurch dieſe für unfihe ei 
wirrden, eine Corporation in Frautreich je 
Während im 17: Yabrbuntert 

Gelehrte, 3. B. Betavius, Petrus de Dirt, gä 
billon, Richard Simon, Fenelon, Befue et " 
ber Gen K. die Willenkhaft fürderkn, ee 
Jahrh. tie Gelebrjumteit n. 

n. bas Anſehen der Kirche immer ** 
wurde von bein Vertretern des A * 
terialismus mutergr ben, fo Se 
ſchurterte Geträube in der Revolaen 1M 
yufamınen Räte. Die jäprlicgen Enitse Vf 


Gallicaniſche Kirche 


Lloſtergeiſtlichleit wurben vor ber 
WRIN. Franc, Darunter 130 Mill. 
hum der Kirche( 31, Des gefammten), 
t gab fie an den König, außer dem 
eingeführten geringer Zehnten, 
von 18 Mill. auf 5 zu 5 Jahre 
es Darlehn. Alle dieſe n. die zur 
Schulden nöthigen Abgabeı ber 
gen jährlich 11 Mill. Franes, wo⸗ 
außer ben Steuern der auslindi- 
‚3! Mill. erbielt. Die Rational- 
welcher der fchlecht beiolbete niebere 
ch an ben britten Stand, der hohe 
ben hoben Adel anſchloß, fchaffte 
n für die Seiftlihen ab, erflärte 
fir Nationalgüter, jeßte 1790 die⸗ 
ide Adminiftration, beſchloß ihren 
Rejeltung der Geiftlicen aus den 
einem Minimum von 1200 Livres 
rten, bobalfe Abgaben nah Rom u. 
den, mit Ausichin der klöſterlichen 
errichteanftalten, auf, verpflichtete 
zum Eibe (Geſchworue Geiſtliche, 
‚es sermentes) auf Die neue Cou⸗ 
e, ba viele Prieſter biefen Eid ver- 
ı insermentda ot. refrnctairer), 
ng, Haft u. Todesftrafe. Unter 
zierung 1793—95 wurde Die Kar 
m allen ihren Gegnern, von Pro⸗ 
iſten u. Tbeiften, * angefeindet, 
daturaliſten das Chriſtenthum u. 
n abſchafften, indem fie nur den 
ınft, ven einer feilen Dirne reprä- 
‚I. Frankreich Geſch.) VIII. A). 
r Wendepunkt; fchon am 7. Mai 
Decret des Nationalconvents den 
wieder ein, u. in ber am 22. Aug. 
VII. ertaffenen Bulle Auctorem 
Wietereinfübrung des mittelal» 
Vlaubens mit Anwenbung aller 
Die Mehrzahl wendete fi dem 
der zu; eine Meine Anzahl edler 
eligidje Berbättuiffe mit den neuen 
en Yebens in Einklang bringen 
1796 ten non der Öffentlichen Mei⸗ 
behandelten Berein ber Theophil⸗ 
seeitigten Biſchöfe hielten 1797 in 
snalfynote zur Ausfdbnung mit 
n ansgemwanderten Bilchöfen, doch 

Brieftereib trennte bie Kirche 
t ber erilirten. Indeſſen batte 
der Staatsgewalt bemächtigt, 
mals fruchtlofen Synode (29. 
ß er am 10. Septenber 1801 ein 
‚ncorbat I. FE) mit dem Bapfte, 
Berfafjung der Kirche wieder her⸗ 
ım 4. Octbr. wurden bie öffentli- 
ıgen der Theophbilantbropen auf 
18 gejchlofjen. Damit verband Bo⸗ 
yril 1802 Organifhe Artikel, 
gallicanifchen Grundſätze ſyſte⸗ 
aatsgeſetz erhoben. Sie machten 
1. Vollziehung päpftlicher Verord⸗ 
t, die Kraft der Concilienſchlüſſe, 
er Legaten u. die Abhaltung von 
he von der Genehmigung der Re⸗ 
u. ſchafften die alten Privilegien 
wie die Zahlungen für geiſtliche 


877 


Amtsverrichtungen, ab, fiellten bie Kirchenpolizei u. 
ſelbſt Die Geiſtlichen als Staatsblirger unter ben 
©taatsrath, gaben ben Erzbiſchöfeun Difciplinar- 
juriediction Über die Bifchöfe, unterwarfen dieſe ber 
Prüfung von Examinatoren, welche bie Regierung 
ernannte, n. bie Cinrichtung ihrer Seminarien dem 
Urtbeil des Regenten, bejablen, bie vier Artikel 
(f. 0b.) in denſelben zn lehren, ſchloſſen Ausländer 
vom Clerus aus, verboten bie Trauung vor ber 
Civilſchließung der Chen, welche ber Civilgerichts⸗ 
barkeit unterworfen blieben, ſprachen dem Klerus 
die Führung der Civilftanderegifter (Über bie Ge⸗ 
burten, Ehen, Todesfälle) ab u. fetten die Beſol⸗ 
dungen der Erzbijchöfe auf 15,000°, der Biſchöfe 
auf 10,000, der Pfarrer auf 1500 u 1000 France, 
außer ten Accidenzien feft. Frankreich erbielt nur 
10 Erzbisthümer u. 50 Bisthümer n. fiir jeden 
Friedensgerichtsbezirk 1 Pfarrer nebft Hülfspries 
ftern. Obichon ein Theil ber Geiftlichleit u. bes 
Volkes mit diefem Eoncorkat, deſſen Einführung 
am zmeiten Ofterfeiertag 1502 gefeiert wurde, zu⸗ 
frieden mar, fo zeigte ed doch ter höhere Klerus 
demſelben abgeneigt u. proteflirte 1303 gegen meh⸗ 
rere Bunte Ber Organifchen Artitel, namentlich ge⸗ 
gen bie Einmiſchung der Regierung in geiftliche & ⸗ 
gelegenheiten, die Ebeſachen, das Lehren der vier Ar⸗ 
tilel u. das Verbot der Mönchsorden, freilich erfolg⸗ 
los. Auch der Papſt Pius VII., Der 1804 den Kai⸗ 
jer geſalbt batte, klagte über Verlegung des Cano- 
niſchen Rechts turch bei Code Napoleon ı. ſchlu 
ſich auf die Seite ber kailerlichen Gegner, worau 
die Belegung des Kirchenftaats 1808 u. tie Ge- 
fangennehinung des Papſtes 1809 erfolgte. In 
Folge dieſer Gemalttbätigleiten bildete fich eine 
ſireng papiftiiche Secte in frankreich, die Kleine 
Kirche, auch Reine Katholilen genannt, Die beim- 
lihen Cultus bielt u. mit den Jeſniten conipirirte, 
jedoch ohne große Bedeutung zu gewinnen. Indeß 
weigerte ſich ber gefangene Papft, hie von Napo⸗ 
leon ernannten Biſchöfe canoniſch einzulegen u. 
andere Acte ber püpftlichen Autorität für Frank⸗ 
reich zu vollzieben u. dies nöthigte den Kaifer 
zu Berathungen mit ber &eiftlichleit, weiche zwar 
18509 — 11 durch Ausſchüſſe u. auf dem, im Au⸗ 
uft 1811 in Baris gehaltenen Nationalconcil 
ür die Bevollmächtigung ber Erzbijchöfe, Die Biſchöfe, 
falle der Papſt es wermeigerte, ſelbſt einzufeten, 
in: alten Gallicaniſchen Kirchenrecht Gründe fand, 
aber doch die Zuftinnmung bes Bapftes für nöthig 
erflärte. Pius gab fie Durch ein Breve von Savona 
den 20. Sept. 1811, ja er fchloß, Durch tie Umftänbe 
ebrungen, ben 25. Ian. 1813 ein Concordatin 
Kontainebleau (f. Concorbat I. FE) mit Napo- 
leon ab, das fie ohne Vorbehalt n. andere noch unan⸗ 
enehmere Stipulationen beftätigten, erllärte es aber, 
Pobat er 1814 wieber iu Rom war, für ungültig. 
II. Bon der Reftauration 1814 bis auf 
bie neuefte Zeit. Nach ber Reftauration famen 
bie ausgewanderten Bifchöfe wieder in ihre Site 
zurüd, u. die Bourbons fuchten in jeber Weife den 
päpftlicden Wünjchen zu entipredhen. Das am 
11. Juni 1817 zu Rom abgeſchloſſene Concordal 
beflelben mit Ludwig XVIII. ftellte bad von 1516 
wieder ber, hob das von 1801 auf u. verhieß ber 
Kirche Dotation in Grundeigenthum u. Renten, blieb 
aber wegen des Widerſpruchs der Kammern ohne 
Geſetzkraft (f. Eoncorbat I. x). Nur die Zahl der 
Bisthlimer für Has auf feine alten Grenzen be- 


en : D ( 2% 
Bulle erbieit bie ini 
————— Formel: bie Clauſeln m 
nen zu, en, welche sit ber Charte. 
pen iten bes Reichs 11. der G⸗n 8. im Wider⸗ 


ſtehen. Allein-ber ae neigte fich unmer 

mebr ben hierarchiſchen T wie die 

Unfehfbarteit der. Kirche = M 

natß, be Maiftre u. ar mit großer Lebhaftigleit ver⸗ 
t mwurbe, fo arbeiteten bie Co 

b.): ale geheime Berbinbungen von Geiftlichen n 

Beltieuten, an bem Umfturz ber in ber Revolution 

a Bollsrechteu.ber gallicanifchen 


zu faustifiren. Die Kolge davon war, daß ſich 
manche bem T Deiemus u.) aturafiemns, andere ber 
u andere einer gänzlichen Regeitexar 
zumeigten. Zu Letzteren ge — — St. Simon u. 
rg ic Ihre Hoffnungen waren um fp 
weniger himären, ba bie rirten Bourbous 
mit der. Eongregation u. ben Sefniten een 
liche Sache machten, u. der größte Theil ber 
ber Dynaftie nicht geneigt war u. dadurch ge ber 
Hierarchie abhold wurde. Die Zahl der Theilneh⸗ 
mer an ben, gegen jene Reaction wirkenden u. ſtre⸗ 
benden geheimen Geſellſchaften wucho immer mehr. 
In dem offenen Kampfe zwilhen St. Simon u. 
2amennais, ber fich jeit 1826 entipann, fprach fich 
ſchon — bes franzöfilhen Epiſtopato, an dem 

Bekenutniß ber Gen haltend; gegen Lamen- 
nais aus; 1827 wurbe der Zefultisruns vom Gra⸗ 
fen Montlofier angeklagt, u. 1828 nıußten bie Je⸗ 
fuiten u. bie von ihnen geleiteten Seminarien Preis 
gegeben werben; |. u. Kongregation 4). 1829 trat 
&t. Simon mit feiner Idee, eine Univerfalreligion 
zu ftiften, deutlicher heroor, wogegen bie Reactions⸗ 
partei die Wirkſamkeit der Journale u. der Kanı- 
mern zn bemmen fuchte. Neben St. Simon traten 
1829 noch andere antikirchliche Richtungen auf, 
3 3. bie Aufforderung bes ka —* 
‚eines Swedenborgianers, einen einfachen natioug- 
Iem, erhabenen Cultus zu gründen; die Geſellſchaft 
Uni deo, welche alle franzöfifchen Gottgläubige zu 
einer Tichlihen Bereinigung verſammeln wollte, 
‚welche die religiöfen Menfchenrechte fichern u. bie 
allgemeinen Religionselemente anerlennen ſollten; 
auch die Templer (f. d.) ſuchten fich AU emeinbeit 
zu —— mit en bem deutſchen Kationalie- 

6 Ähnlichen Glaubensanfihten. Mittlerweile 
uote bie Regierung, foweit e8 ben Kammern ger 
genüber möglich war, bie Intereffen des Clerus u. 
der Kirche zu förbern, u. das Sacrilegiumsgeſetz 
1825, das jede Verletzung der Staatskirche mit 
ben börteften Kirchenftrafen bebrohete, war ein be 
bentenber Gieg ber Kirche. 

Allein bie Julirevoiution 1830 machte biefer Rich- 
tung ein Ende, bie Jeſuiten u. Trappiften mußten flie- 
— erzbiſchöfliche Palaſt u. mehrere Kirchen wur⸗ 
pi eftürmt u. neben ber Verkürzung ber Einkinjte 
Des höhersn Clerus verlor bie Katholiſche Kirche das 
Recht der Stantsreligion. Dieſe Zeit benutzte aber 
auch ber kirchliche Liberalismus. Wie Lamennais frü⸗ 
ber die Verbindung des abſoluten Königthume mit 


Umſtand, daß * Auzon u. der für die 


Auzous bielt 


Papftes ın. jedes Kirchenoberhauptes, fie KIM — 


gi 
un * —— —* 1533) bi de 
Demofratie mit dem um x. dv * 
in — en —— — bes Abriet 
u. die —— 
gellagt —* FE u. — 
rung des Königs a ae 
bas — bes Abbe Chatel, win 





























4 
ni 
= 


"ar " N 
Keen magte. Dur —— Fe 
ſich en a rieſter zu ( - 


u. Bladhe der ) 
— in den — 


angel 

bie ee nung, a. er 

mehrte v Anhang, ie ni 

— ſſen ſich —* Der 
Reformator Chatel in *— An 


2 Im 1831. Dies jchabete ibın ke 





Kirche jehr ae rieſter —— ea 7 
trennt hatten. Blachere war ſchon frühe 
miſchen —5* übergetreten, Auzou bci 
jest blos auf eine Reſorm — 
chie; zwar wurde zu Ende 1832 cine Annan 
verfu t, aber auf einer Synede bei I 
fatboliiheu Klerus 5. Decvr. 1532 mu 
zum Bildof-Primas — —* x 
Chatel u. Auzou noch mehr. J 
N in ber ſie ſich — 
Neue Parteien, Die aus Chatele Kirche 
gen, waren bie des 1835 ausgefiohenen Fr 
jeune, ber jedoch bald megen Gaunerelen 
geſetzt wurde; bie des Prieflers Pillet, Di 
in Veecq eine Eglise unitaire et reform 
eröfjnete, aber. da er bie von dem Prüfe 
gelte Kirche erbrochen hatte, zur Gefi 
verurtbeilt u, feine Gemeinde auhgelöft num 
die vom Abbe Merigot u, Abbe Blume 153 * 
Eglise constitutionelle de France 
Allmahlig erlaltete die Theilnabmt an Thal, 
feinen Anſichten ſehr ſchwanlend u. außen 
obne Eitelkeit war, u. im Nov. 1842 nahm 
Sache durch polizeilide Schließung mon» 
ger Vorträge u. mit ber — — 
löniglichen Poſtamt ein raſches * 
— an den urjprünglichen Pe 
der neuen Kirche, fie belämpfte die Autor er 
Glaubensjumbole ber alten Kirche, emr 
aud ben Cöolibat der Priefter, bat adırlı 
Faften, Ercemmunication, Eenjuren, 
ber Abfolution u. bes Begräbnifies, © 
u, Emwigleit der Höllenftrafe (nal. Auen, f 
sion de foi, 1833, u, B&ponse de | lie Aut 
alse aux attaques de l’Eglise von, I 
Ir Sıb mar in Clichy; Auzou werjaßtt he 
fie einen Katechismus u. eine Agende I 
auch dieſe Gemeinde, bie von der Kirdr, M 
Staat mande Verfolgung zu erleiden dar, 10 
ed zu feiner Bedeutung brimgen, Nah SW 







.- 


55. Gaallecanifche Kirche 


idwig Philipp ſuchte derſelbe mit dem | 


gutes Einvernehmen zu kommen n. 
‚ef. von feiner Gemablin Diarie Ama» 
väbhrend feine Schmefter, Madame 
n Zendenzen abgeneigtmwar. Einzelne 
‚3. B. daß dem verſtorbenen Gre⸗ 
biſchof von Duelen 1631 ein chriſtli⸗ 
ß verfagt wurde, daß 1935 der Graf 
in Gegner der Ieiuiten, anf Befehl 
von Clermont die Zröftungen ber 
t erhielt, die Verweigerung cines 
ienftes bei dem Zode des Herzogs 
wegen feiner proteftantiihen Ge⸗ 
u. äbnliche Tbatiachen zeigten Lie 
ellung, welche bie Kirche im Laufe ber 
mmen hatte. Zmar gelang es nicht, 
Stimme gegen bie Iefuiten, gegen 
iders die Profeſſoren Dlichelet u. Cuui- 
Kammern Eoufin u. Tbiers 1845, 
Preſſe, namentlich bei dem Proceß 
ſirers Affnaer erboben, zu beſchwichti⸗ 
Regierung behandelte Doch dieſe An⸗ 
it großer Milde, indem ſie nur die 
efnitenſtellen auf kurze Zeit ſchloß 
tfranzoſen vom Pater Reothaan ab⸗ 
Die Erböbnung der geiſtlichen Beſol⸗ 
die Verwilligung großer Summen 
en förderte das freundliche Einver⸗ 
önigs mit der Geiftlichkeit n. dem 
ideß auch durch die Ertheilung der 
de an zwei Erzbiſchöfe von 1847 den 
inſchen entgegenlam. 
irrevolution von 1548 berührte bie 
sten meniger, als die Inlirewo- 
die Conſtitution vom 4. November 
1552 gibt Jedem Das Religionsbe- 
s. veripricht fiir die Ausübung Den 
ie Geiftlichen ver verfibiedenen Culte 
et, cine Peieltung vom Staate 
‚ der Unterricht ift frei, dieſe Frei— 
nach Ten durch Die Gelege beſtimm⸗ 
igen, binſichtlich der Fäbigkeit ı. 
nter ber Aufſicht des Staates aus⸗ 
ns war Damals ber politiſche Einfluß 
Gunſten der Yegitimijten nur gering, 
ſten leiſteten der Geiitlichleit bei ben 
n Widerſtand. Der niedere Klerus 
789, im Geheimen mit der radicalen 
balb 1949 ein Privatconcil in Paris 
‚ in Rundicreiben von politifchen 
m Socialismus abgemabnt wurde. 
iniſter Fallour ſchritt man febr ener- 
Schullebrer u. Profeſſoren, welche Die 
es Socialismus geiördert hatten, u. 
ehrere Entlaſſungen. Allmählig trat 
as mit feiner Thbätigkeit offener ber» 
tigkeit der Jeiuiten in Pfarreien, 
iinarien u. Collegien dehnte ſich aus 
der Furcht der Miittelflaffen vor dem 
einen Stützpunkt, fo daß bie Tribu- 
annıngegefege gegen dieſelbe nicht 
hen wagten, u. jelbft bie jeit 1799 
se verſchwundenen Domtinilaner ge- 
er Gingang. Dagegen wurde jene 
eRichtung befämpft u. nichtchriftliche 
interbicte genöthigt, ihre Stellen auf- 
den: Kailer Loruis Napoleon, ber 1854 
ı Titel Geheiligte Taiferliche Majeſtät 


— — — — — — — — — 


erhielt, wird der latholiſche Clerus in Ehren gehalten, 
obſchon ihm manche Schranken gezogen find. Die ki» 


turgienen. manche Gewohnheiten ver Gen K. find in 


ben lebten Sabren verlafien u. an deren Stelle bie 
Römiſchen Yiturgien eingerübrt worden. Der Ma» 
riencultus wird fehr gepflegt u. Die Sentinare u. 
Erziebungsbäuier der Jeiniten baben eine große 
Anzahl von Zöglingen aus becbgeitellten Familien. 
Unter den Zeitſchriften vertritt der Univers bie ultra⸗ 
montane, ber Anıi de la re'irion aber tie liberal» 
tirhlihen Interejien. Gegen alatboliihe Reli⸗ 
gionsparteien ficherte zmar Die Charte von 1814 n. 
183U u. das Staategrundgeſetz von 1818 u. 1952 
Zoleranz zu, allein bieje Dulbuny, Die zuweilen 
nur auf bie chriftlihen Dauptlirchen u. nicht anf 
einzelne Religionsiecten bezogen ward, wurde in 
der Wirklichkeit nicht immer ausgeübt. Am Ent 
ſchiedenſten trat feit 1349 ber Clerus gegen ben 
Socialiemus u. Communismus auf, der auf ter 
Kanzel u. in Flugfchriften, bei. auch Durch eine anti» 
jociatiftiihe Propaganda betämpft wurde. 

Das geiammte Erziebungs- u. Unterrichtsweien 
ftebt zwar jeit 1808 unter Der Univerfität, u. nur 
wer Dlitglied der Univerſitätu bei derſelben grabuirt 
ift, kann Öffentlichen Unterricht ertbeilen. Die Se—⸗ 
minarien Des Clerus find Davon ausgeichloilen u. 
fteben unter ten Biichöien. Das Eleinentarſchul⸗ 
weſen ift Durch das Geſetz von 1333 organifirt, Aufe 
ſichtsbehörden find Las Yocal- u. Arrondiſſements⸗ 
comite, der Rector der Akademie u. ter Qultusnti- 
nifter ; die Yebrer, welche von ben Comites ernannt 
werden, bedürfen feines alademiſchen Grades, ſon⸗ 
tern nur eines Yäbigleitsbrevete, Der Einfluß der 
Geiſtlichen ift nur gering, Die Beſoldung für eine 
niedere Elementarſchule beträgt 200 France n. für 
eine höhere 400 Franes nebft freier Wohnung ale 
Minimum, die Schuipflichtigleit iſt nicht zum Ges 
jet erboben. Allein ber Clerus, dem meniger Die 
nationale, al® die kirchliche Bildung des Volles 
am Herzen lag, nabm in Berbintung mit den reli« 
—* Vereinen den Unterricht der Jugend ın Ans 
pruch u. gerieih dadurch, bei. jeit 1842 Durch das 
Verlangen nach unbefchränkter Uiterrichtofreibeit, 
mit Der Univerſität in einen beitigen Kampf. 
Nachdem in mehreren Schriften die Univerfität 
beftig angegriffen worden war, bei. Durch Den Je⸗ 
juiren Desgarets (le monopole universitxire, 
1543) u. den Abb! Conibalot (M&moire adresse 
aux évêques de France 1814), u. nachdem jelbft 
Gebetsvereine geftiftet worden waren, um von Gott 
eine Bejreiung vom Univerjitäteinonopel zu erlan- 
gen: brachte Die Regierung zur Ausführung tes Art. 
69 der Eharte von 1330, einen Entwurf iiber ben 
Secundärunterricht vor die Pairolammer, umı biefe 
Angelegenheit, wie den Primärunterricht durch das 
Geſetz von 1533, zu ordnen. Die Biſchöfe erklär⸗ 
ten fich auch Dieamat gegen das Project u. juchten 
bei Dem Könige um gänzlidye Unterrichtafreiheit 
nach, jedoch vergeblich. Durh die Bemühungen 
Vontalemberts nahm zwar die Pairokammer den 
Geſetzentwurf an, in der Deputirtenfanmmner wurde 
er aber zurücdgelegt. Su ging dieſe Angelegenheit 
unentſchieden auf das Jahr 1548 iiber. Der Klerus 
benutzte die in ber Konftitution von 1345 gewährte 
Unterrichtsfreibeit möglichft, ohne das dort verhei⸗ 
Bene linterrichtsgejeg abzuwarten, u. feit dem Er⸗ 
fheinen des Geſetzes vom 15. Wär, 1850 find 
durch die kirchlichen Beftrebungen eine große Anzahl 


bereichern als 52 Didcefen gegenwärtig 

damit verfeben. Der Elerus, ber. ſeine Bilbung 

Sei der Gnficteit nicht beichten 5. end) {of 

nicht ſehr beachteten ran in Paris, Lyon, 

Borbeauz u. Rouen, — auch in einer von 
u 


nacht Ecole ecclesiastigue Pe 


6tudes) in 

wiffenfchaftlichen Gebiete wenig geleiftet, u. mament- 

üch fteben bie exegetchen u. bibliichen i 
der zoſen ben Leiſtungen ber deutſchen Gelehr⸗ 
ten weit nach. Bei ber in den niederen Schich⸗ 
ten des Lantvolles herrſchenden Neigung zum 
Wunderglauben fanden myſtiſche Schriften ihr gro⸗ 
hes Publitum, u. ebenſo war bie aſletiſche Literatur 
ziemlich reich ausgeſtattet. Nicht gering iſt gegen- 
wärtig bie Zahl —— Kanzelredner. Die 
feit 1841 erſcheineude Revue critiqne iſt Die ein⸗ 
gi e tatboliiche Yiteraturzeitung in Fraukreich Biel 
enber ift bie praftiihe Thätigleit auf dem 
tirchlichen Gebiete geweſen, u. namentlich bat bei 
dem Berfall ber Sonntagsfeier, bei ber Einförmig- 
keit des Gottesbieuftes: u. bei. dem nadhtbeiligen 
Einfluß eines Theils ber Fiteratur auf das religidie 
“ Leben bie Afiociation andere Wege fir, religiöfe 
— eingeſchlagen. Es gibt Geſellſchaften für 
rbreitung populärer Schriften, für religiöſe u. 
ttliche Zwecke, melde bie Bebürjtigen auch Mir bas 
irchliche Yeben zu gewinnen juchen, ob. welche ben 
wilden Ehen entgegenarbeiten; eine großartige 


a ee zur Erhaltung bes katholiichen ®laubens | 


Europa für die in proteftantifchen Ländern 


befindlichen armen katholiſchen 


propagation de la foi), die bef. in Norbame⸗ 
rifa jehr einflußreih iſt; Vereine für bie Krippen 
Les cräches), bie für Kinber in dem zarteften 


ebensalter forgen ꝛc. Bon ben religiöfen Orben | 


wirkten file ähnliche Zwecke bie Jeſuniten, bie bei. 
das Unterrihtsweien im Auge batten (f. oben); 
die Trappifien, denen man in Algier ein großes 
Land anmwies, wo fie mehrere hundert arabiſche ver- 
woaifte Kinder aufnahmen u. unterridhteten; bie 
Dominilaner, um deren Verbreitung Lacorbaire 
fi) bemühte u. anb.; währenb die immer zablrei- 
her werdenden Yrauentiöfter ebenfalls Lehran⸗ 


falten gründeten, od. Bereine für hülfebedürf⸗ 


tige n. gefallene Mäpchen flifteten. Die größte 
Thatigkeit nach biefer Seite hin zeigten bie geiftli- 
Ken Congregationen; eng verbunden u. im Beſitz 
eines großen Vermögens verichafiten fie ſich Ein- 
fluß auf die Gefängniffe, Gemeindeſchulen u. felbft 
merfautile Unternehmungen. In manden Orten 


hatten fie, namentlidy bie umter dem Namen bas | 


and bes guten Hirten (La maison du Bon- 
asteur) befannt gewordene, Klöfter mit jehr aus⸗ 
edehnten Grundftüdeu inne u. gaben hier vielen 
enſchen Beichäftigung, 3. B. in Angers, Stras- 
burg, Paris, Lyon. Die Brüderſchaft der hriftli- 
hen Schulen (Freres des écoles chretiennes), 


bie früher ale Freres ignorantins verhöhnt wor⸗ 


ben war, erfreuen fid) gegenwärtig ber Gunft bes 
Publikums in hohem Grade. Frankreich zerfällt in 
rchlicher Hinficht in 15 Erzbisthlimer (Paris, 
Cambrai, Lyon, Rouen, Gens, Rheims, Tours, 


Bourges, Albi, Borbeaug, Auch, Toulouſe, Air, 


aris erhält, hat geither. auf bem | (( 
wenent- (| 


Gemeinden ſeit 
1839, eine. Miffionsgeielidhaft L’oeuvre de la 


rannen), |. Rom (Geſch.) 





" Sallicanifher Kitche Hit. Dallienus 


er |. 


R, Art Laute, ſ. d. 
Gallieinfum (rim. Ant), Tpeiw 
ber Hahn kräht, d. h. gegen Morges; m 
Stationen bes bürgerlichen Taget ie 
Mitternacht au. 
Gallieismus, 1) das Streben, Ey 
——— —— in andere * 
n. Deutſche, Überzutragen; 8 
a ——— — 
prache eigenthlimlich iſt; t 
—— — 
dicken im Gpanifcen in! 
‚im i in 
Anhanger ber Franzoͤſichen Schule, im 
——a— —— Ehe 
(4) boroß), 
ſchen Provinz Rumelien, Lima a 
am Tſchengel⸗Dagh u. müntet in d 
alonidhi. 
Gallicölae, 1) Infecten, fo v. w. 
2) io v. w. Galimüden. 
Gallicum fretum (a. Geogr. 
von Calais. 
Gallicus, bei den alten Römern | 


Oſtind. 


Gallious morbus (fat.), $ran; 


Gallicus sinus, 1) Bufen ven‘ 
dae ganze Mittelmeer an ben Küſten 
theiltin Gallicas sinus major, bengrö 
n.Gallica sinus minor (Sinus ealı 
nern wefllichen. 

Gallien (GallYa, a. Geogr.), bar 
ben bie Römer a) (6. transalpina) t 
hen dem Rheine, den Alpen, bem 
Meere u. den Pyrenäen, f.u. gurs 
u. b) (6. clsalpına) das von Telten ba 
italien, |. Italien (a. Geogr.). 

Gallienus, Publins Licinins, S 
ſers Balerianus, feit 253 Mitregem 
folger deſſelben. Gleich nach ſeiner Th 
drangen von allen Seiten Barbaren 
miſche Reich ein, u. in ben verichieten 
erhoben ſich Gegenkaiſer gegen ibn ( 

. Er wur 

—— = Mailand 268 ermordet. 

ger Redner, anmuthiger Dichte 
Gärtner u. trefflicher Roc. 


die Luftieuche, 


Gallier bis Gallipoli 


zewohner aller Gallien (ſ. d.) ge⸗ 
in Frankreich u. Italien. 
NRarſchallin, fo v. w. Ancre 2). 
zeſtein, Geſtein, welches mit dem 
öſung zeigt. 

t, Martıfleiten, jo v. w. Galignana. 
fer Ber, fo v. w. Galliambi⸗ 


Geogr.), eine Stabt im Stamme 
nbere im Stamme Benjamin, nörb- 
em. 
a8 (angeblich v. lat. bavon, daß ein, 
ien Mathias wegen eines entiwende- 
us] vor Gericht fprechender Sach- 
llus Mathiae [der Hahn bes Ma- 
wirrenb, gejagt babe: Galli Ma- 
bes Hahne)), Wortgewirr, Unſiun, 


yerne. 

ühnerinſeſ), Infel zur Biſſagos⸗ 
(Küfte von Nordmweftarrito). 
Hühner, Scharrvögel), Orb» 
l, Echnabelgrund u. Nafenflappen 
hneiden des Oberliefers ilbergrei- 
e höher ftebenb als die vorberen, 
'äufe lang, ftart, Flügel kurz, Flug 
pfe oft nadte Hautftellen; trinken 
nn meift Körner, Doch auch Infecten 
ben meift in Polygamie u. nur das 
et. Hierber gehören die Familien 
Syrraptidae), Hübner (Gallina- 
od. Steißhühner (Urypturideae); 
her zählen auch die Tauben in biefe 


ıis caput (Anat.), |. Schnepfen- 


fo v. w. Heerſchnepfe. 
(a. Geogr.), 1) hühnerreiches Eiland 
Meere, Ligurien gegenüber; jetzt 
6. sylva, Fichtenwald in Campa⸗ 
ıä, zwilden ten Mündungen bes 
'iternus ins Etrurijche Meer. 
I) Galinas), Fluß in Ober⸗Guinea 
indet in den Atlantiſchen Ocean; 
), Vorgebirg am Karaibiſchen Meere, 
olf Maracayles, an der Grenze ber 
nezuela u. Neugranada; der nörd⸗ 
n Südamerika. 
n, ſo v. w. Schildläuſe. 
(G. Zath., Rohr huhn), Gattung 
ner, deren Zehen aber nur einen 
aum haben; Art: Grünfüßiges 
a. chloropus), ſ. u. Robrhuhn. 
uder Des L. Annius Seneca u. hieß 
us Annäus Novatus, aber von dem 
i8 G. adoptirt, erhielt er die Namen 
räüus G.; er war 53 u. 54 unter 
onjul in der Provinz Achaia u. hatte 
Korinth. Er nahm bier den Apoftel 
ie Juden in Schug m. wurde unter 
ıem Bruter hingerichtet. Nach ihm 
Hleichgilltigleit gegen Berfchiebenbeit 
weil man aus Apoftelgefchichte 18, 12 
aß ihm Heidenthum u. Judenthum 
veien fei, während er nur Streitig- 
ıubensjahhen als nicht vor den welt⸗ 
uhl gehörig abwies; daher Gallioni⸗ 
stiften hinſichtlich ber Religion. 
fiton. 4. Aufl. VI. 


881 


Gallione u. Balliote, fo v. w. Galeone u. 
Saliote. 

Gallionella (G. Ehrend.), Gattung ber Ba⸗ 
cilarien; gepanzert, zweiſchalig, rund, biltet ket⸗ 
tenartige Fäden, bie aus chlinbrifchen od. fcheiben- 
artigen, kieſelhäutigen Thieren befteben; am häu⸗ 
figſten im Meerwaſſer; iſt oft als Pflanze (Con⸗ 
ferve) angeſehen worden; die foſſilen Arten ſind ſehr 
verbreitet u. finden ſich in vielen Polirſchiefern; 
G. distans E. bildet faſt allein ben Polir⸗ 
ſchiefer von Bilin, „I, bis , Linien groß; G. 
ferruginea E., in vielen GSienwäffern, in Mi⸗ 
neralquellen gewöhnlich für Eifenoxyd gehalten, in 
Rafeneifenfteinen, Gelberbe u. Halbopal von Bilin, 
ER T bis R L Linie. 

Galipkli, 1) Seeftabt u. ſchwache Feſtung is 
der neapolitanifhen Provinz Terra di Otranto, 
auf einer Inſel im Meerbufen von Tarent; hat 
eine Vorſtadt auf dem Feſtlande, mit dem es durch 
eine Brüde verbunten ift, Kaftell, Biſchof, geiftli- 
* Seminar, Klöſter, Handelshafen mit — 

em Eingange, Baumwoll⸗ u. Wollweberei, Aus⸗ 
fuhr von TI Gallipelisl, Baumöl zu Speiſen u. 
bei. in England zu Baummollen- u. Wollmanu⸗ 
facturen ; das befte Bugliadl), Baummolle u. Süb- 
früchten; 8500 Ew. — ©. hieß bei den Griechen 
ihrer Ichönen Lage wegen Kallipolis, die Römer 
nannten es Anza; es war eine Anlage der Gries 
hen, nah And. ter Senonifchen Gallier (daher fie 
Plinius auch GSallipolis nannte). G. wurbe frü 
Biſchofſtadt. 2) Liwa im tirkifchen Cjalet Ebrene 
(f. d.) u. zwar bie fübliche Spitze beffelben, bie 
Halbinfel ©. an der Straße der Darbanellen nebft 
dem Küjtenftrich über den Bufeu von Saros u. dem 
von Enos hinaus bis gegen das Kap Maronia; 
3) Halbinfel darin, fonft Thraciſcher Cherfo» 
nes; gegen Often von ber Darbanellenftraße be⸗ 

renzt, bildet die Yandzunge mit dem Feſtlande bem 
Meerbufen von Saros; der Boben ift meiſt fallig 
u. unfruchtbar; dad Gebirge Takir⸗Dagh durch⸗ 
zieht die Halbinjel, welche etwa 10 Meilen lang if 
u. auch einige Heine Flüßchen hat. 4) (türkiſch 
@altpoli), bie bedeutendſte Stadt am Helles» 
pont, im türkiſchen Ejalet Edreneh, Sig eines 
Kaimalanıs u. geiehiichen Biſchofs, hat viele Mo⸗ 
ſcheen, Springbrunnen, fowie Ruinen u. Denk⸗ 
mäler aus ter römiſchen u. byzantiniſchen Zeit, 
zwei Häfen, von denen der eine Kriegsbafen, aus⸗ 
gebehnten Handel; 30,000 Einw., Türen, Grie- 
hen, Armenier u. Juben. — ©. hieß bei ben Grie- 
hen Kallipolis u. war erjt unter ben jpäteren mas 
cedonifchen Königen gebaut, wurde früh zum Nie 
fchofsfig erboben u. von ben byzantiniſchen Kaiſern 
befeftigt. Die Stadt war höchſt wichtig als Schlüf- 
fel des Hellespont u. als Stapelplag bes griechiſchen 
u. italienifhen Handels. Hier jete 1189 Friedrich 
Barbarofja mit feinem Kreuzheere Über ben Hel- 
lespont. Nach ter Groberung Conſtautinopels 
durch Die Lateiner 1204 kam ©. unter bie Herr⸗ 
Ichaft der Benetianer. 1306 fetzten fich hier unter 
Roger Flor die Catalonier jet u. ermordeten 
nad ihres Auführers Tode faft alle Bürger, lange 
Zeit vergeblich von bein Kaiſer u. den Genuefen bes 
lagert, zogen fie 1307 ab, nachdem fie ſelbſt vie Werke 
zerflört hatten. 1356 von ben Türken erobert, war 
®. die erſte Stadt, welche biefelben in Europa bes 
fetten. Bon dieſen wurbe ©. wieder befeftigt, 1301 
von Bajazet noch mehr verftärkt u. mit einem Hafen 


882 


verfehen. 29. Mai 1416 Seefleg der Benetianer 
unter Peter Yorebano über bie Türken. Als nad 
Muhameds I. Tede 1421 Muftapha den Thron 
einnehmen wollte, bemächtigte er ſich G⸗6; allein 
Murad II. eroberte ©. u. hieß ben Ufurpator da⸗ 
ſelbſt hingen. Im Orientaliſchen Kriege 1854—55 
lanteten bei ©. bie franzöfifchen Hülfstruppen u. 
hielten die Stadt während des Krieges beſetzt. 

Gallipphlis, Hauptort der Sraffihaft Sallia im 
Staate Ohio (Nordamerika), am ChiosRiver, leb⸗ 
bafter Handel, fruchtbare IImgegend; 2400 Em. 

Galliren, Gallirung, ſ. u. Galläpfelbad. 

Sl ‚|. Celtiſch u Franzöftich. 

Galliſcher Krieg, 1) Krieg der Gallier unter 
Brennus gegen Rom, 391 v.Chr., |. u. Rom (Geſch.). 
2) Krieg ber Römer gegen die Cisalpiniſchen Gal⸗ 
liter, 226—220 v. Chr., [. ebd. 3) Krieg ber Rö⸗ 
mer unter Eäjar im eigentlichen Gallien, 58—51 
v. Chr. A) Helvetifher Krieg. Als 58 v. Chr. 
die Helvetier einen ſchon vor zwei Jahren unter 
Leitung eines helvetiihen Edeln, Orgetorig, gefaß- 
ten, daun aber durch Defien Tod verzögerten Plan, 
ihr Vaterland zu verlaffen u. neue Site in Gallien 
zu fuchen, ausſühren wollten, heabfichtigten fie ih» 
ren Weg oberhalb Geneva burch das den Römern 
unterworfene Yand ber Allobroger zu nebmen. Bei 
Geneva angelonnnen, ſchickten fie Geſandte au Cä- 
far, welche venfelben um freien Durchzug durch Die 
römifche Provinz bitten follten. Da ibnen Cäſar 
dies abſchlug u. fie ben Durchgang nicht mit Ge- 
walt erzwingen konnten, fo nahmen fie ihren Weg 
durch Das Land ber Sequaner u. Aduer. Diefe 
aber riefen Cäſar um Hillfean, welcher auch nicht zö⸗ 

erte, Diefelbe zu gewähren, um fich ſelbſt zum Herin 
es Landes ber Hülfeſuchenden zu machen. Am 
Arar, Über ven Shen drei Züge ber. Helvetier gegan« 
gen waren, traf er noch ben vierten, Der and Zigu- 
rinern beſtand, ſchlug Dielen u. jegte ten übrigen 
nad. Nachdem er bie Anforderungen einer helve— 
iſchen Geſandtſchaft abgejchlagen batte, faßten bie 

duer Mißtranen in Bezug anf die Freundſchaft ber 
Römer, was tem Cäſar micht entging. Nachdem er 
durch die Verbeißungen des Divitiacus u. Liscus, 
Oberhäupter der Aruer, wegen ber ausbleibenden 
Getreidezufuhr beruhigt worden warn. bein Dum— 
noriy, dem Bruder des Divitiacus, deſſen beab- 
fihtigte Verrätherei verzichen hatte, folgte er dem 
Hauptheere ter Helvetier. In Folge einer Täu— 
ſchung bes Yegaten B. Conſidius, ter Die römifche 
Befatzung eines Berges filr eine feintliche bielt, 
ging bie Gelegenheit vorüber, bie Helvetier zu 
überfallen u. aufzureiben; doch holte Cäſar die— 
ſelben bei Bibracte (jetzt Autun) ein u. ſchlug ſie 
gänzlich, ſo daß nach Cãſars Angabe von 368,000 
nur noch 110,000 übrig blieben, welcher Reſt nach 
Helvetien zurückgeſchickt wurde. ) Krieg gegen 
Arioviſt. Eine nene Gelegenheit, ſich in die inne— 
ren Angelegenheiten der Gallier einzumiſchen, bot 
ſich dem Cäſar bei den Streitigkeiten der Sequaner 
mit Arioviſt, einem germaniſchen Häuptling, Dieſen 
nämlich batien die Sequaner gegen die Aduer zu 
Hilfe gerufen, um denſelben ten von ihnen unter den 
gallischen Völker haften behaupteten Vorrang ftreitig 
zu machen. Als aber Arioviſt, nachdem er Die ertetene 
Hülfe geleiftet hatte, tn Yante ter Sequaner ſich 
lass it. neue Echaaren Germanier nachzogen ır. 

äntereien fir ſich forberten, fürchteten Die Sequa— 
ner ganz ven deu Germanen aus ihren Lande ver- 


Gallipolis bis Galliſcher Krieg 


| drängt od. unterjocht zu werben. Zir ickn bike 


58 v. Chr. ben Cäſar, ber burh die Beim 
ber Helvetier in große Achtung bei iburı ade 
men war, zu Billfe. Cäſar eilte, ba er ben Ind 
auf friebligen Wege nicht zun kan 
konnte, nach Veſontio (Beſanhen 
ſelben gänzlich ſchlug u. nad Deudhland za 
ph nöthigte. C) Belgilier Erin 
age der Sequaner war inbefi babundı nid ae 
fert, benn ftatt der Germanen baufien jöpt ik 
mer in ihrem Sande, u. biefe erlaubten Id, ® 
rend Cäſar nad Cheritalien gegangen mir, 
Gewalttbätigleiten. Die Sequaner inte = 
bie Belgier auf, mit ihnen bie Dan ui 
Römer zu ergreifen, u. biefe aus kurdi,adE 
möchten nun von den Römern um 
bracht werben, gingen auf den Boriölg zu 
Cäfar, durch Die Remer, ben einzig | 
Stamm, ber bem Bunde ber übrignlle 
davon benachrichtigt, eilte im Jabr ii 
u. fam ben Belgiern zuvor; er veridhld# 
der Axona (Niene), u. als fih die Bi 
fie vergebliche Angriffe auf vie rämilı IE 
bracte u. auf die Brüde über bir um | 
hatten, zurüdzogen, verfolgte er fi, *1 
dem Rückzug u. unterwarf die 
vafer u. Ambianer, auch di U 
wurden ſpäter von ihm befiegt u. unlme 
Lic. Craſſus batte lee die Roncier, Ui 7 
Dfismier, uriofoliter, Scjuvier, Uulalne# 
boner, die jümmtlihd am Creaı moin es 
worfen. D) Eigentlicher Gallildt WM 
Gegen den Drud, welchen Die rümiihen Se I 
gen nun in Gallien ausiibten, erbalu #F 
nächſt Die Seeftaaten im 3. 56; die Me 
P. Craſſus verloren mehrere Treffen u m 
roßer Gefahr, ganz aufzerieben zu matt 
Megten fie wieter u. ſelbſt in einer Serüladt 
terlagen die Veneter; auch vie Untlet u 
Titurins u. Craſſus die Sotiater; vd 
fich faft ganz Aquitanien den Nömen IE 
werfung der Dienapier beenbigte in 
3.55, wo er auch die nach Gallien berike®# 
menen germaniſchen Ufipeter it. Tendiad 
u nah Deutſchland zurückwarf We 
feine Groberungen nad Britannien u. DE 
auszudehnen ſüchte, fielen die Menapiete 38 
ner von den Römern ab, wurden ti 24 
Cäſars Rückehr aus Britannien wirt 1209 
fen. Glüdlider waren im J. 54 due Gut 
welche unter ihrem Häuptling Amtitz t 
weitläuftigen Winterquartieren liegenden 2 
überfielen u. eine Yegien u. fünf Schein 
niebermachten Mit ibnen vrerbanden fü w 
Aduatiker u. Nervier, doch wurden ſie dar? ð 
raſches Herbeilonimen mit einem kiemeß De 
ſiegt, u. auch ter Aufſtand der Sinn, IE 
u. Menapier geſtillt. Wäbreud Tüar war 
Deutſchland ging, erheben fh tie Art 
Neuem, wurden aber nach jeiner Rüdker a 
horſ im zurüctgebracht. Ambiorix zeridr:n 
Schlacht, ter andere Häuptling Tattrebee 
tete fi. Inter Hoffnung, daß Kir iu 
zurlidgehalten werde u. Die rämiecu Terz 
den, während des Winters mean cz 
Stragen nicht verbringen würten, riet 
3. 52 alle galliſchen Stämme nat dan 2 
ter Carnuter, mir Ausnabme ber Irarı. >: 












Galliſche Literatur 5i6_ Gallomanie 


rverners Vercingetorir. Käfer, un⸗ 
, Gallien zurldtehrend, ſchlug die 
bem von diejen belagerten Gergonia, 
den Adern gegeben hatte, zum Ent⸗ 
tem Wege Vellaunodununt, Geua- 
mum, belagerte Avaricum, wohin ſich 
nach Verbrennung ihrer Städte ge- 
.nabm es nach ber tapferften Ver⸗ 
Gallier endlich ein. Die Lage ber 
indeß bedenklich, da auch die Aduer 
fall machten. Dec gelang es Käfer, 
ubigen u. einen verrätheriichen An« 
sicu®, Der ein Hillf8corps der Auer 
uführen fellte, zu wereiteln, worauf 
bt wurde Verecingetorix, in einem 
ſchlagen, zog ſich mit 30,000 Mann 
ück. Um die Einnahme dieſer Stadt 
3 u. die Vertheidigung u. Entſetzung 
her Seits drehte ſich Der ganze ſpä⸗ 
iſars Belagerungsheer, 60,000 M. 
Stadt, ein Bollwerk von 11,000 F. 


nafinie gegen das 257,000 M. ſtarle, 
on den Galliern aufgebotene Heer. 
fin, Vercingetorix unterwarf fi u. 
illiern gleiches an. Seitdem biieb 
e Provinz, f. Frankreich (Geſch.) I. 
at Cäſar feibft in den Commentarii 
llieo beichrieben (ſ. n. Cäſar 7). 
alliſcher Krieg von 58 —53 v. Chr., 
iftlich n. philologiſch bearbeitet vom 
von Göler, Stuttg. 1858. 
riteratur, nach Cinigen der Jube⸗ 
niſchen Schriftwerke, welche in den 
derten u. im Mittelalter von Dich⸗ 
hen Philoſophen, welche aus Gallien 
, verfaßt wurden. Zu jenen gehören 
vianus, Zulp. Severus, Sidonius 
.; zu biefen Gregor von Tours, 
lard ıc. 

nennt man nach bem Erfinder Gall 
tbefferung u. Vermehrung geringer 
aſatz von Zuder u. Waſſer. Die beit 
erben von ben geringeren abgefonbert, 
n einen beffern Bonquetwein darzu⸗ 
Noſt ber geringeren Trauben ver- 
eich nach Dei Grefien mit fo viel 
er, Laß fein Gehalt an Säure, Waf- 
em Gehalt an dieſen Beftandtbeilen 
Traubenmoſt gleich kommt. Diejes 
bet man burch Prüfung Des Dioftes 
uregebalt. Moft, der unter 15 Proc. 
1 Proc. Säure enthält, macht auf 
nen Zujat von 400 Pfd. Waffer, in 
d Zuder aufgelöft fiut, uöthig. Der 
ve Zuder ift Trauben- ob. Stärke 


ce, ſ. Saliffoniere. 

o v. m. Galyczin. 

Min.), fo v. w. Rutil. 

Berg im ſchwediſchen Lappland, be⸗ 
Eiſen. 

1, fo v. m. Galvaten. 

tadt, jo v. w. Galway. 

in, 1) Blauer G. ſo v. w. Kupfer- 
ißer G., jo v. w. Zinkvitriol. 
(Geogr.), fo v. w. Galizien m. 


= —— — — — mA — — — — — 


| — auf den 


888 


Gallmüde (Cecidomyia Meig.), Gattung ber 
Müden; Fühler aufgebogen, Inotig, oben borfti 
bebaart (beim Männden 24, beim Weibchen zmölf- 
gliederig), Netaugen mondförmig, Flügel haa⸗ 
tig, ftumpf. Untergattungen: a) Winfelmüde 
(Camplomyza), mit Nebenaugen, Art: C. flavi- 
pes; b) Saummiüde (Lasioptera), mit zwei 
lügeln, Art: Las. picta; 
e) Cecidomyia, mit drei Adern, wie vorige chne 
Nebenaugen; Art: Schwarze ©. (C. nigra), 
u. and. Die Yarven leben in Gallauswüchſen, lom- 
men im Frübling erft aus; Heffenfliege (Hef- 
fifhe Fliege, Weizenſchnake, Cecidomyia 
destructor), bie Larve wohnt in den Halmen der 
&etreidearten, bef. des Weizens, u. zerſtört oft ganze 
Eriten in Nordamerika. Ihren Namen bat fie von 
dem irrigem Glauben, daß fie 1776 zuerſt auf 
Yong-Jöland bei New⸗PYork durch Die daſelbſt ge- 
landeten beifiihen Truppen eingeführt worben jei. 

Gallneukirchen, Dlarktfleden in Ofterreich ob 


; . | ter Enns (Mübitreis), an ber Bahn von Budweis 
führend, ein u. ſchützte ſich durch eine | ( )» ab 


nach Linz; Kattundruderei, Gerberei; 600 Ew. 


Gallo, 1) Nebenfluß des Tajo in feinem ober« 
ten Yauf, entipringt in der Sierra u. mündet recht 
in der Provinz Guadalaxara; 2) Vorgebirg der 
Norbküfte von Sicilien, am wefllihen Ende ber 
Bat von Palermo; 3) Borgebirg an der ſüdweſt⸗ 
lien Spite von Morea, am Golf von Koron; bei 
den Alten Akritas, vor ibm die JInſel Venetiko; 
4) Infel an der Weftlüfte Der füdamerilaniichen 
Republik Ecuador, unbemohnt; die Schiffe nehmen 
bier Waſſer ein. 

Gallo, Marzio Maſtrizzi, Marquis von G., 
Neapolitaner, war während tes Franzöſiſchen Re⸗ 
volutionstrieges neapolitaniſcher Geſandter in Wien, 
unterzeichnete in Neapels Namen 1797 den Frieden 
zu Campo Formio u. war auch bei Den Unterhand⸗ 
lungen mit Franfreih von 1798 - 1800 tbätig; 
1802 neapolitaniicher Geſandter bei ter Italieni⸗ 
fen Republik, ging er von da nach Frankreich, 
unterzeichnete 1$U5 einen Vertrag mit Frankreich 
wegen Räumung Neapel von franzöſtſchen Trup⸗ 
pen u. nabın nad) der Yanbung der Ruſſen u. Enge 
länder in Neapel feinen Abſchied. Bei Joſeph 
Bonapartes Thronbefleigung wurte er Diinifter 
des Auswärtigen, blieb auch unter Murat auf dem⸗ 
ſelben Poſten u. unterzeichnete 1814 den Alliange 
tractat mit Ofterreich u. England. Bis zur nea⸗ 
politaniichen Revolution lebte er ala Privatmann 
u. wurde 1620 Miniſter des Auswärtigen bei Fer⸗ 
DBinand VII Später zum Gefandten in Wien 
beftiimmt, wermeigerte ibm die öfterreichiiche Re⸗ 

ierung, noch ehe er nah Wien kam, tie Anuabme 
einer Creditive, werbalb er nach Bolegna zurück⸗ 
febrte; jpäter begleitete er Den König von Neapel 
sum Congreß nach Laibach. Rach tem Einrücken 
der Oſterreicher in Neapel zog er ſich zurüd ı. fl. 
1533 in Neapel. 

i — fo v. w. Framzſiſch⸗ nieder⸗ 
ländiſch. 

Gallocanta, ſumpfiger Landfee in ber ſpani⸗ 
ſchen Provinz Calatayud (Aragonien). 

Gallochen (v. fr., ſpr. Galloſchen), 1) Holz⸗ 
ſchube; 2) Uderſchuhe. 

Gallogräacta,, fo v. w. Galatia. 

Gall omanie (v. Tat. u. gr.), übertriebene Vor⸗ 


liebe für alles Franzöſiſche in — u. Sprache. 









| od. m. Galonen. 


nf (Wine alien). li ve: 
u = 4543458 \ he, 
| * kn Aal) 


—* D. bee Ontariofees, 
gehört En N itifches Nordamerika), 
opagos, Aura, * v. w. —— 
opädp, jo v. w. Truth 
Ball bilos ’w fat. u, nr . Anhänge an 
Salt var —— 9), Offizi 
1) r ere, 
* in Generale un find, 


Arjutant T). 
Geog * Nebenfluß des Sangarios 
inius in Seiten); jeht Ka» 


bay x ee do 
weh), 4) ehemalige Bro- 
Bi N —— — Eaſt⸗ 
Emmi; nem), = | 
* da Ew.; 2) (Mull 
ſudi gie Hlanb 











ig nn ® 
agent bes roteantifchen Kde “in anfreich 
2 iderrufs bes Ediets us —* 

nad England u. an uaturalifirt, — 
eines Grafen von ©. an, wurde Obriſt en 
Reiterregiments jrangd wu r Flüchtlinge u erhielt 
Später 1696 vom König Wilbelım III. als General» 
major ben Oberbeiebl über bie engliſchen Truppen 
iemont. Die Hönigin Anna jandte ibn beim 
bes —* u — — als 
eraliffiinus m wo er 1704 bas 
Kommando au Si bes — rſchalls von Schom⸗ 
berg Übernabn. Er befehligte nun bie 1704 u. 
— * unthätig zwiſchen den Feſtungen an 
—2* aeietihen Grenze herum mandvrirenbe 
rmee u. wurde 1705 vor Babajoz ver- 






— In der Schlacht bei Almanza 1707 a * 


Gudino 1709 geſchlagen, wurde er nach € 
zurädberufen,, verlor die Stelle eines Bice 
von Irland, — jevog fpäter —— 
Balfcer Rerbrennungsapposet, fl: Dampf 
er tennun garat, ampf⸗ 
5 raupfannen, Kall- u Begeiöfen, begwedt: 
Kohlengries mit berjelben Wirkung zu verwenden, 
wie Stüdkohle, eine volllommnere — 
des Materials, mithin intenſivere Wären 
vollftändige Kauchverzehruug Die 
* bel 7 — bie au —8 Yellehre, 
ıH, 


—— 


nd ** Gallus 


N ak ©. ein nie dıro | 


| re a von Pomp. Gauricnt, * 


ud en ach a 





8 


















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one J A Knoten ii 
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* ser gu 
J er 3 tr: 
rigen, ließ ſich in eine Beriminng FE | 
Claudius ein, wurde Deshalb 
aber 62 n. Chr. Eonful. D) Aus ver A | 
liagens: Yus der Aquitius 
fius A us ber Bar 02 1b 


lechter Berwal ens, bei „ei Kr 
— we wi van in — 


26 v. *34 | 
taz mic bafi er zuer 


ginue) imignus & 

480, ein 66 weldet "ice | 
welce mit Wutecht dem Borigen beigels 
Strasb. 1509; bann in. rate Car 
lat, u. in Wernsdorfs Poet, lat 


* — 5 an 


Sk Diefes ee 






HEN of 
* — 
Zeit Boltstrikun, 
wierwoht, von Inue ii 


Gallus Bis 


Hegen Bähius verhindert, vergebens zu hin- 
en; al® er fi in ben Mariauiſchen Unruben 
ı das Eonfulat bewarb, wurbe er von Glan⸗ 
nem Nebenbubler bei Bewerbung um ba® 
at, ermordet. 6) Aus berPlotiagens: 
otins G., errichtete um 80 v. Chr. wieber 
te Rednerſchnle im Rom. M) Aus ber 
ia gens: 11) Rubrius ©., war rds 
Feldherr unter Nero u. trat dann auf die 
des Otho; nach deſſen Tode Kommandant 
urellum, unterhandelte er mit Beipafian 
bes Abfalls von Birellins. Beipafian ſen⸗ 
a von Gallien aud gegen die Sarmaten, 
mit großer Heeresmadt in Möflen ein- 
ı waren; G. kämpfte glüdlich gegen ſie u. 
über die Donau zurüd. 1) Ans der Sul- 
gens:12)Cajus Sulpicius G. diente 
egstribun unter dem Conſul Amilius Pau⸗ 

acedoniſchen Kriege, wo er vorber Schlacht 
na auf Bitte des Conſuls eine Monbfinfter- 
Ermutbigung der Soldaten vorausjagte; er 
67 v. Chr. Conſul. Er mar berebt, guter 
- a. ber erfte Römer, der aſtronomiſche 
fe beſaß; er ſoll auch über Monpfinfternifie 
er u. Cicero in der Aftronomie unterrichtet 
K) Römische Katfer: 18) 6. Bibins 
wianus ©., römifcher Feldherr, wurde 
e Soldaten 251 n. Chr. zum Kaifer er- 
Br nahm bes Decius, feines Vorgängers, 
3. Hoftilianus Berpenna (wurde balb 
don ihm getöttet) u. feinen eignen Sohn, 
Imfianns, zu Mitlaifern am; über ihre 
iche Regierung f. u. Rom (Geſch.). Beide 
Den von ihren Solbaten 253 getöbtet. 14) 
8 Claudius Conſtantius G., Sohn 
l. Conſtantius u. Entel Conftantius b. ©r., 
vor ber Wuth der Soldaten, bei der Ber 
‚ unter feinem Better Couſtantius, gerettet, 
forgfältig erzogen u. bef. im Chriftenthum 
chtet u. verrichtete ſogar das Amt eine Lec- 
onſtantius gab ihm 351 bie Cäſarwürde u. 
Eochter Conſtantina. Weil er aber höchſt 
m war, das Drafel des Apollo in Antiodhien 
tete, den Tempel u. Hain bei Daphne in 
Begräbnißpla der Ehriften verwanbelte u. 
ben verfolgte, ließ ihn Conſtantius 354 auf 
nel Flamona, nad Andern in Bola er- 


1. 
Jeiliger: 15) St. G. (eigentlich Baum od. 

n), ſtammt aus einer edlen Kamilie in Ir⸗ 

war um 560 geboren, er wurte im Kloſter 
e bei Columban erzogen, verließ mit dem⸗ 
‚90 Irland u. miffionirte mit ihm im Fran⸗ 

Alemannenlanb; als Columban 613 nad 
308, blieb er zuriüd u. gründete 614 an der 
ch Die nachmals fo berühmt gewordene Ab- 
allen (ſ. d. Geſch.). Er ftarb in Arbon, 
er fih auf Bitten der Mönche zum Predigen 
ı hatte, am 16. Dctober zwiſchen 640 m. 
in Tag: 16. October. Lebensbeichreibung 
alajrid Strabo. 

Gelehrte u. Künfler: 16) Thomas 
v. w. Thomas von Bercelli. 17) (Hahn), 
‚aue, geb. 1516 in Köthen, ftubirte in Wit⸗ 
unter Melauchthon u. vuther Philoſophie 
logie u. wurde fräb ein Vertheidiger u. Ber- 
ber Reformation; er wurbe erfi Rector au 
bule ins Dianefelb, 1542 mit Hieron. Res 


Baluöfäure -: 88% 


pus Prediger in Regeneburg, ging mach ben Auge 
burger Interim wieder nach Wittenberg, wo er 
bie Schloßprebigerfielle veriah u. mit Melanchthere 
wegen bes Interim in heftigen Streit gerietb, wo⸗ 
rin er anf bie Seite ber zelotiſchen Tırtkeramer trat; 
er ging 1550 mit Flacius nad Magdeburg, mo ex 
erſt Prediger u. dann Superintendent wurbe; 
1553 tehrte er nad Regensburg zurüd u. bethei⸗ 
ligte fih in feiner früheren beftigen Weiſe bei dem 
Oſiandriſchen u. Majoriſtiſchen Streitigkeiten. Er 
ſt. 1570 im Seller Babe n. fchrieb mehrere feine 
Streitigleiten betrefiende Schriften. 18) Iaco- 
bus (eigentlih Hänel [Hamdi)), geb. um 1550 
in Krain, Kapellmeifter des Biſchofs von Olmütz, 
dann kaiſerlicher Kapellmeifter, ft. 1591 in Prag; 
feine Werte erſchienen inPrag, Rürnberg u. Frani⸗ 
furt a. M., u. das Original von feinem Reco quo- 
modo moritur justus im Florilegium Por» 
tense ıc., %p3. 1618, herausgegeben von Erb. Bo» 
denſchatz. 19) Gottfried Traugott, geb. 1762 
in Sommerfeld in der Nenmark; war erſt Eonrece 
tor in Kroffen, feit 1795 Prediger in Hagenburg 
u. Altenhagen im Lippeichen u. ft. 1807; er fchr.: 
Handbuch der Brandenburgiſchen Geſchichte, Sorau 
1787-97, 4 Bde., 2. Aufl. (Geſchichte der Marl 
Brandenburg), Zillihau 1792—1805, u. a. m. 
Audgerbfaure, ſ. u. Gerbſäuren a). 
Gallusjäure (Badäpfelfäure, Acidum gali- 
cum, auch (rallaceum), Cıs Hs Oio + 2 aq, 
von Sceele 1796 entbedt; in den Galläpfeln 
kommt fie nicht präformirt vor, fenbern bildet 
fih erſt aus der Gallusgerbfäure. Dagegen findet 
fie fi in den Mangotörnern, in der Nießwurz, 
Serbfizeitlofe, an Strychnos, im Rhabarber u. 
in den Blättern ber Bärentraube; fie kroſtalliſtrt 
in feinen glänzenden, weißen ob. ſchwach gelblichen 
Nadeln, ift geruchlos, ſchmedctt berb ſäuerlich, reagirt 
art ſauer, Löft fich ſchwer im laltem Waſſer, leichter 
in fiebenbem, leicht in Altobol, jchwierig im Hiber; 
fie wird von Allaloiben u. Yeimlöjung nicht geiälte, 
außer bei Gegenwart von Bilanzenichleinn; auch 
von thieriſchen Häuten wird fie nicht gefällt, men 
ann fie daher von ber Gerbſäure leicht trennen; 
dur Chlor wird fie yerjeist, aus Golbchlorib u. 
falpeterſaurem Silberoryd jchlägt fie die Metalle 
regnlinifch nieder; Eiſenorydſalze werben von ihr 
in ber Kälte ſchwarzblau niebergefchlagen, welche 
ee fih beim Kochen verliert; beim längeren 
teben ver kalten Miſchung wirb nach u. nach ein 
um Theil lösliches Orydfalz gebilbet. Auch eine 
uflöfung von Gifenoryduloryd gibt mit ©. einen 
tiefihmarzen, ſich nicht verändernden Nieberichlag. 
Die ©. bildet fih durch Zerſetzung der Gerbfäure, 
welche unter geroiffen Bedingungen in ©. u. Kril⸗ 
melzuder zerfällt; fo wenn gepulverte Galläpfel 
angefeuchtet, einige Monate fich ſelbſt liberlaflen 
werben, wo unter Schimmelbildung Abforption 
von Sauerfloff u. Entweichen von Koblenjäure ©. 
(au Ellagfäure, |. w. u.) entflebt, bie man 
buch Auspreſſen, Bebanblung des Rüdflanbes mit 
ſiedendem Waſſer u. Kryſtalliſiren gewinnt; ferner 
wenn eine Aufldjung von reiner Gerbfäure ob. ein 
ftarter Auszug von Galläpfeln, durch kalte Schwe⸗ 
felfäure gefällt, das Präcipitat in einem Theil 
Schwefelſäure u. zwei Theilen Waller kochend, 
aufgeläft wird, bie beim Erkalten ſich bildenden 
Kryfialle, duch Umkryſtalliſiren gereinigt u. im 
ſtedendem Waller gelöft werbeu, bie Löſung durch 


Bleizucker gefällt u. Die Verbindung durch Schwe⸗ 
——* zerlegt wird. Auch aus dem kaltbe⸗ 
reiteten, wäßrigen, concentrirten Auszug ber Gall⸗ 
äpfel ift Durch Freiwilliges Berbunften an ber Luft 
Tryfallifirte ©. zu erhalten, die dann durch Um⸗ 
Truftallifiren u. Behandlung mit Thierlohle gerei- 
nigt wird. Die ©. bildet mit Bafen Galludfaure 
Gatze, welche ſich bei Gegenwart von überſchüſſigen 
Alfalien unter Abjorption von Sauerftoff zerlegen, 
babei durch gelb, grün, roth, in eine bunfelbraune 
Bärung übergehn; hierbei bildet ſich eine dunkle, 
Waſſer unlösliche Subftanz, die Balfuminfäure, 
Die Gallusfauern Salze find theils einbafiiche 
(faure), theils zweibaftiche (neutrale); nur die erftern 
erhalten ſich an der Luft ungerjett. Kohlenſaure 
allalifche Erden verwandeln die G. in die Blau» 
gallusfäure. Bei der Seen der Galläpfel⸗ 
tinctur, ob. der feuchten Galläpfel bildet fich neben 
der ©. Ellag- od. Ellagallusjfäure. Durch 
Behandeln der ©. mit heißer Schwefeljäure u. 
ung ber Löfung mit Waffer erhält man bie 
araellagfänre od. Rothgallusfäure, Cıa 
Hıı Os + 2 aq., welche glänzende rothbraune 
Kryſtalle bildet, mit Kali ein rothes fruftallifirenbes 
Salz gibt u. gebeitte Zeuge roth färbt (worauf 
vielleicht die Wirkung der Galläpfel beim Türkiſch⸗ 
rotbfärben beruht). Bei trodner Deftillation od. 
beim Erhitzen bis zu 212° der &. u. Gerbiäure 
fett fih Brenz⸗ od. Pyrogallusfäure (Aci- 
dum pyrogallıcum), Cı2 He Os, ſchon von 
Seele entdedt, als Sublimat ab. Sie bübet 
weiße, glänzende, bittere, fauer reagirenbe, in 
Waller, Alkohol, Ather lösliche Blätthen, zerſetzt 
fi im Waffer u. an der Luft, köthet Eiſenoxydſalze, 
rebucirt Gold⸗ u. Silberjalge, gibt mit Altalien 
farbloſe, kryſtalliſirbare, —* Salze, welche Eiſen⸗ 
oryd- u. Oxydulſalze dunkelſchwarzblau fällen. Sie 
ift zur Erzeugung von Photographien als Re« 
Ductionsmittel von großer Bedeutung geworben. 
Mit Kalilauge vermiſcht, abforbirt fie begierig 
Sauerftoff u. findet deshalb als eudiometrifche 
Subſtanz Anwendung. Der nad Abſcheidung ber 
Brenzgallusiäure in der Netorte gebliebene Rück⸗ 
fland, verändert fich, bis zn 250” erhitzt, in einen 
Ihwarzen, glänzenden, —— im Waſſer 
unlöslichen, nicht flüchtigen, bei ſtarler Hitze zer⸗ 
ſetzbareu, mit Baſen zu ſchwarzen, unkryſtalliſir⸗ 
baren Salzen ſich verbindenden Körper: Mela⸗ 
sd. Melan-Gallusſäure. 
Gallusthaler, Thaler mit dem Bilde des St. 
Gallus, von den Äbten in St. Gallen geprägt. 
Gallway, Stadt, fo v. m. Galway. 
Gallwejpe (Cynips L., Diplolepis Zatr., 
Geoffr.), Sattung ber Gallweſpen; bat furzes 
Stieihen des Unterleibes, 13» bis 1ügliebrige 
Fühlhörner, nach der Spitze zu etwas hider, Hinter⸗ 
leib breiedig -eiförmig, unten etwas zuſammen⸗ 
getrildt, Bruſtſchild oben wollig behaart od. nicht; 
macht durch Legen ber Eier in verſchiedene Pflan- 
zentbeile Verwundmugen, ans welchen Auswüchſe 
(Gallen) entfteben; Arten: a) Rojengalimefpe 
(Rojenfliege, Cyn. rorae L.. Rhodites ro- 
eae), ſchwarz, Beine roſtroth, binten ſchwarz; 
Hinterleib beim Männchen fehwarz, bein Weibchen 
au der Bafis roth; durchflicht Die jungen Triebe 
der wilden Roſen, legt ein Ei hinein, worauf bie 
Stelle zu einem Auswuchs (Bed eguar) erwächſt, 
ber frilber als Spongia eynosbuti offleinell wer. 


Gallustbaler bis Galmeikupfer 


In die Larven legt Toorymus bedeguars (ax 
Schlupfweipenart) feine Eier; b) Eideafiel 
meint (C. quercus peduncali), if gez 
at auf den Flügeln ein Kreuz; ſticht die Gier 
blüthen (bie weiblichen) an, u. Daraus enrfchen be 
Knoppern, ale Särbemittel befannt; c) Feige⸗ 
gallmweipe (C. psenes), läge rähli 
auf den Injeln des Mittelmeers u. den au daſch 
grenzenden Ländern; wird zur Gaprificatien Lk) 
gebraucht; d) Salleichenweſpe (C. gallae tnde 
rise), blaßrothgelb, weißlich weich Eehasrt, ht 
ein glänzenber, ſchwarzbrauuer (led, made ui, 
bödrige, harte Galläpfel, auf ben morgeniinknfes 
Eichen; e) Eichenbeere (C. quercusbaccım), 
ſchwarz, Füße u. Fühlerſpitzen gelb, tagt rw 
an bie untere Seite ber Eichenbläner, mu 
exbiengroße, durchſcheinige Galläpie mike; 
n&ihenblattweipe(U.quercusich,ien 
hat geſtrichelte Bruſt, grane Füße, uk 
Schenkel, bewirkt Galläpfel von tern 
Haſelnuß an der untern Seite ter Gıidlir, 
5) Eichenblattſtielweſpe (Bıäreik 
hen, C. quereus petioli), Kopf ri 
iſt ſchwarz mit —8— Füßen u. bramu Si 
keln, legt die Eier in bie Stiele ber Cohen, 
worauf biefe fih verfümmern u. zu mai 
Knoppern werben. Die Gallweipen finden ff 
folfil an einigen Orten in Bernftein. 
efpenfliege (Blicropeza erniprea)it 
Meinfußfliege. 
Galiy-den, Borgebirg im Atlautijhe ihn 
an ber Südküfte ber irifchen Graficaft End fr 
vinz Munfter. 
‚ Salmaceß, ben Lonbres u. Demi-tostwär 
liche Tücher. . 
Galmet, 1) (nad Ein. von der lateiniſchen fat 
nung Cadmia, nad) And. von L,apis calanımı 
wahrjcheinlicher aber von dem Italieniſchen @# 
mina, gelbe® Erz), gemeinfchaftlicher Name Er 
natürlich vortommenbe kiefelfaure Zintertt :d# 
zinkerz, Zinkſilicat) u. das fohlenjaure ZU 
(Zinkjpath). Der ©. wird zur Bereitung ish 
ſowie zur Darfiellung bes Meifings 
Die gegrabenen Erze werten zerfiüdt, i# 
u. it Neverberiröfen od. auf Röſthaufen KM 
wodurch fie zerreiblicher u. von fremdartien 
fen, bei. von Bleiglanze, befreit werten: at# 
werben fie noch Heiner gepocht u. au! 
müßlen zu Mehl gemahlen. Dieie Müpler I 
zwei Läufer, weldye ar einer jentrehn = 
berumgebrebt werben u. auf einem großen ew 
ruhn; ber gemahlene ©. Läuft burd cin Set 
wird in Tonnen geichlagen verientet 
fertigung des Meſſings gebraucht man ad ? 
Galmeiiſchen Dfenbruh ob. Ofengalmei, 
beim Schmelzen ber zinkiſchen Blei⸗ u. © 
fi an die Wände des Ofens anlegr. Ir e 
lich, fo heit er frifcherob.grüner@. 22H 
licher ©,, fo v. w. Koblenjaures Zintem: 
Weißer ©. (Bharm.), fo v. w. Amt. 
Galmeiblende, fo v. w. Zinkbiente. , * 
Galmeiblumen (Barmeillug), ein reic 
ger Körper, welcher ſich an ven Rintın tt 
Iingbrennofene anfetst u. zu nichts mehr tree“ 
almeitupfer, eine Miichung ven 87" 
Zink, bildet, in verſchiedenen Berbälun =" 
Meffing, Bronze, Kauonenmend, Cucc 
PBrinzmetell, Tombad x. 


St. Galmier bis Galton 
nier (ſpr. Säug Gulmich), Stadt | 


im Arronbiffement Montbrilon bes 
ements Loire; Epitenfabrif, Ger- 
im. , Gefunbbrunnen Font⸗Forte. 
fr. Galens), 1) bandartige Gewebe 
(oretjeibe, Zwirn u. dgl., mit echtem 
Bold u. Silber durchwirkt; zur Ver- 
leibungsfäden, Hüten, Müten x. 
e u. Doppelte, ſchmale u. breite, glän⸗ 
e, gebogte u. ungebogte, Feſtons⸗, 
De, Yinree-, Muskaten⸗, Lohe⸗, Atlas» 
orte), auch G. à la grecque, 6. & la 

Caunetille etc.; fie werten in ben 
ermanufacturen aller Länder gemebt, 
t fie Berlin; 2) im meitern Sinne 


m. 
I, 1) mit Treſſen bejeßen; 2) bei. 
te u. langhaarige Pelzwerk zu ver- 
Sei wird in Zoll breite Streifen 
. diefe Streifen werben mit ſchmalem 
ieber zu einem Ganzen zufammen 


r., fpr. Galopäng), fo v. w. Gallepin. 
altes franzöfiiches Maß, % Setier. 

(x. Thund.), Bflanzengattung aus 
er Rubiacesg-Coffenceae-Antho- 
.8l. 2. Ordn. L.; Arten: G. cir- 
bem Cap; G. oxyspermae in Süb- 


1) tie dritte natürliche Gangart bes 
Reitlunſt; 2) Taız, fo v. w. Ga⸗ 


e, i ein kurzes Galoppiren zur Übung 
; 2) bie Zeit, welche ein Pferb zur 
eines Reitbahngaloppes braucht; 3) 
It, wie bie Geofaiie, nur etwas lang- 
inzer umfaßte, ale der Tanz auflam 
e Dame nur mit einem Arm, fie ihn 
be ſchritten nun gemeinfchaftlich ftete 
3 (den anbern nach fich ziehen) vor⸗ 
jentlich wurde ter vorſchreitende Fuß 
ber umfaſſeude Arm gewechjelt, auch 
Illemandenteuren gemacht. Später 
u einem völligen Walzer, im % Zalt, 
ihliffen, nicht wie beim Ecoſſaiſen⸗ 
wurden. 
n, 1) Galopp reiten; 2) Galoppade 
fh geben, vorſchreiten; fo Gallop⸗ 
dſucht, Schnell verlaufende u. zumeift 
nfucht, |. d., ſegenannte Tuberkufofe, 
häufig nicht blos auf die Lunge be- 


is (2ot.), Untergattung ber Gat- 
wanim (j. b. u. Agaricus). 

ſo v. w. Galloſchen. 

Intenio, au& ber Gegend von Sa- 
ir einer Sarbonari-Benta, war bei 
‚von 1520 tbätig u. entging ber Yin» 
urch den Ausbruch ter Nerolution; 
e wegen iwjeterbelter rerolutionärer 
Jahre gefangen geſetzt, veraulaßte 
tonicus Te Luca einen neuen, jedoch 
ten Aufſtand u. entkam nach Fivorno 
Cerfica, wurde auf Reguifition der 
ı Regierung verbaftet u. auf bie An- 
ıtten, Fürſten von Gaftelcicala, baß 
des vertolgt werde, außgeliefert; die 
gierung Forterte ihn zwar zuräd, 


887 


doch wurde er 1829 zum Tode verurtbeilt, Diele 
Strafe indeß in gehnjährige Verbannung nach ber 
Infel Favignana bei Palernıo verwandelt. Die 
franzöfilhe Regierung reclamirte ihn 1630 abere 
mals, woraufer nach Corſica zurückgebracht wurbe. 
Gr ſchr.: Mémoires de A. G., oſicier napoli- 
tain, condamne trois fois & la mort, überfeßt 
von Vecchianelli, Par. 1631. 

Galphimla (G. Cur.), Pflanzengattung ans 
ber Familie der Malpighiaceae-Diplostemones- 
Aptervpiae; Arten in Sübamerila. 

Gal ⸗ESzecs, Marktflecken im Kreiſe Zemplin 
des Verwaltungsgebietes Kaſchau (Ungaru), Haupt⸗ 
ort des gleichnamigen Bezirkes u. Sit der Bezirko⸗ 
behörden; Caſtell, Poſtanit; 2700 Ew., Die Ader- 
bau betreiben. 

Galſton (Gellſton), Kirchſpiel in ter ſchottiſchen 
Grafſchaft Ayr, am Irwin; Banmwollenmanufac⸗ 
turen, vorzüglicher Käſe; 4000 Em. 

Galfwinda, Schwefter Brunbilbens (f. d. 3), 
Gemahlin des fräntijhen Königs Chilperich, |. d. 2), 
vgl. Fredegunde. 

Galt (Diin.), fo v. w. Gault. 

alt, John, geb. 1779 zu Iroine in Ayreſhire; 
Anfangs Kaufmann, fpäter Literat, befuchte 1809 
— 11 $talien u. die Türkei u. fl. 1839 in Greenock; 
er fchr.: Voyages and travels in the years 
1809 — 11, Yon. 1812; Reflexions on political 
and commercial subjecta, ebb. 1812; Leiters 
from the L.evant, ebd. 1513; fchr. auch 4 Trauer 
ipiele, 1812; das Leben bes Carb. Wolfen (1812), 
B. Weſte, Byrons (1531), auch feine Selbſtbiogra⸗ 
pbie, 1833, 2 Bde., u. viele hiſtoriſch⸗ romanitiche 
Erzählungen, wie Southennan; The sparwife; 
Stanley Buxton; Ringan Gilhaize ; Rothelan ; 
Bogle Corbet; Lairds of Grippy; bef. aber bie 
bumoriftiichen Erzählungen The annals of the 

arieh; Ayrshire legateer ; Sir Andrew Wylie; 

e provost; Lawrie Todd. 

Baltees (Baity:) Berge, Bergzug im Süd⸗ 
often ber Grafſchaft Limerick in der irifhen Pro- 
vinz Munfter. " 

Galtelli „Stadt in ber Generalintentanz Cag⸗ 
liari der Inſel Sardinien, unweit ber Münbung 
des Orofei in das Tyrrbenifhe Meer; Seiben- 
zucht; 2000 Ew. 

alten, ter weſtliche Theil des Mälarfee in 
Schweden. 
altgarbenberg, iſolirter Sanbberg im Krel 
Fiſchhauſen Des preußischen Regierungsbezirts Kd⸗ 
nigöberg, böchfter (506 Fuß) Bunte von Oſtpreu⸗ 
Ben; baranf fert 1818 ein eilernes Landwebrkreuz, 
zum Denkmal bes letten franzöfiichen Krieges. 
Iton, Francis, engliiher Reifeuter, machte 
1850 u. 1551 eine Entbedungsreije in Sudafrika; 
begleitet von tem ſchwediſchen Naturforſcher Au⸗ 
bersfon n. einer Anzahl Eingeborener ging er von 
ber Wallfiſchbai, an der Weſtküſte Afrıkas, öftlich 
durch Das Yand der Damaras nach Dem Miſſious⸗ 
plat Barınen, von da uörblidh, mo er das Neger 
volf der Owampo (f. d.) entdedte u. bis Nangaros 
Werft in Ontonga, 17” 59° fühl. Breiten. 33 53° 
öſtl. Länge (von Ferro) vordrang; nach Barmen zu- 
rüdgefehrt, reifte er von ba in öftlicher Richtung 
nach tem N’gamifee, kam aber blos bis Tounebis, 
21° 55° ſüdl. Br. u. 39 ' 34° öſtl. Yänge u. dehrte 
im Decer. 1951 nad 17monatlicher Abweſen⸗ 
beit in die Wallfiſchbai zurück. Man verbantt ibm 


zu 







et — — Provin 
el Java. 


er sun 
ale —— ei — 1703 auf 
aher Bu 
nel lo genannt; t — oft, g 
Jar per: Gi’amici rivali, in 
Theater; 17 
. | 
die 1745 blieb, gi 
burg, ? 1768 nad 
2. 1785; er Trieb mehr als 50 
nfifen u. a. 2) Pasquale ©. 
28 34 ea, geb. 1774 zu Tro * in — 
Proefer de ber Philofophie u. f 
1: o filos, sulla er del 
conosoenza, * 819 ff, 5 Bde. Mail. 1846; 
Lettere filos. re ativ. a principi delle cono- 
scenzs umane da Cartesio a Kant, ebb. 1827; 
Elementi di filosofia, Reap. 1835—42, n. 
ebb. 1846, 5 ®be.; Filosofia della volonta, & d 
1835 —12, 4. Be; .; Considerazioni filosof. sul’ 
idealismo transcendentale e sul razionalismo 
assoluto, ebd, 1841, Mail. 1845; Lezione di 
logiea e di metafisien, ebd. 1342; Ktoria di Alo- 
ebd. 1542; Elementi di "teologia nät,, 
4. Für ebb. 1944. 
alüra, Bernbard, eigentlich Kabenihwan;, 
. 1764 zu Serbolkhenn im Breisgau; wurbe 
- in Freiburg, dann geifflicher Rath in Kla- 
ga ———————— ir. Neferenbarber geiſt⸗ 


! Bert edle rg * —— Ai 
in of von nıu.f. 
17. Mai 1556. ee runbjäße ap Hi 


—— Freib. 1793, Ausg. er 
ie ganze chriſtlich⸗ latholiſche Religion i in Sefhrä- 
chen zc., Augob. 1795 —99, 5 Bbe., n. Aufl. 1800; 


Neuefte Theologie des Chriſtenthums, ebd. 1800 


1805, 6 Bde.; eine Bearbeitung von Sturms Bes 


tradtin en über bie Werfe Gottes ıc., 55 aller 
liſche Shriften, ebd. 1804, 2 Bbe.; Gebetb 
Katechismen u. ın. a., bie in mehreren Auflagen bis 
in die neuefle Zeit erichienen find. 

Balväni, Aloifio, geb. 9. Sept. 1737 in Bo- 
logna; fiudirte Anfange Theologie, ging aber ſpäter 
u Studium ber Naturwiſſenſchaften über 1. wurbe 

rofeſſor der Anatomie in Bologna u. pral« 
tiſcher Arzt. Bei Ausbruch ber Revolution in Ita⸗ 
lien, wegen feiner Weigerung, den Beamteneib zu 
Ihwören, — zog er ſich ins Privatleben zu⸗ 

c u.ſt. 4. Dec. 1798. Er iſt Entdecker des Gal⸗ 
vpanismus (ſ. d.) u. ſchr.: De viribus electricita- 
tis in motu musculari, zuerſt in den Commen- 
tar. acad. Bonon., 7. * beſ. Bologna 1791, 
2. Eu 1792 (beutfch von Maper, rag 1793). 

lwaniſch, ven Galvanismus (}.d.) betreffend. 

—XX e8.Kohlenlicht Gaivan iſches Licht). 
Wenn man bie Entladung einer galvaniſchen Batterie 
buch an einander gefteflte Kohlenftücte gehen läßt, fo 
jeigt ſich ſtarke Licht⸗ u. Wärmeentwidelung Es wer⸗ 

em dabei die Spitzen erhitzt u. leuchten mit blen⸗ 
dend weißem Lichte; benugt man Koblenftülde, vie 
in derſelben Weile präparirt finb, wie bie Kohlen⸗ 


licher, 


culinber der Bunſenſchen Batterie, fo genügen vier 


Groveſche od. Bunſenſche Elemente, um einen leuch- 
tenden Stern hervorzubringen ; wenn mun aber bie 


wie Die: Golänfmih 


SA. eine genane Beſchreibung der Aber ber 
o u. Damara ob. Om Seine Rei- 
— deutſch = ze eine® Forſchers. 












46 Bunfenjche Clemente enenge 8 
Mat fo rg Kr das Drummer! 


U. 
ben Kohleutheit von dem einen Eike m | 
Be Is Key, hl 1 — 


feubatterie von ns Elementen a te opt 
& Beterdb | 
— das Licht 

Augen laum einige Sec 
ten. ei baf ganz jeder —* 
Nacht war, ſah man 


——— ausge Fi | 
wenn © icht d ca th u 
finftere Kammer füllt. us ne ber Sallı 
erſchien roth u. rufig, Einer dauernden at 


bung bes G. 8-8 ftebt namentlid die & 
feit entgegen, bie oblenſpitzen in —* 
u regulirem, daß fie lange eim g 
it erwähren, u. demnächſt bie Kof 
Unterhaltung des galvanifchen — 
es darauf ankommt, auf kurze Zeit ein (ad 
Licht zur erzengen, ift Das ©, Kt, wortbeilhet, 
3 Theatern, um ben Aufgang ber Sommt 
abmen. 
Baivanifiten, 1) Jemand ben bl 
vaniſchen ẽiclreitat empfinden laſſen 
durch Galvanismus behan 
Galvanismus, die durch B 
artiger en erregte Eleftricität. A 4 
nung des G Jahre 1780 machte 
En bed ng, dafi, als er mit einer — 
in ber er den Nerv eines präparirten ai 
hielt, bie zinnerne Schüffel, auf welchet der Een 
lag, berübrte, Die Musteln in Audungen 
nad And. beſtand bie erfie zufällige 
batim, daß die mittelft fupferner Hälden EL 
ei,ernen Geländer aufgebängten präbarirten 
ſchentel zudten, jobald fie zufällig da⸗ 
rübrten, Galvani erfiärte bie Ericbeimung 2 
wei! 










dur eine Art elektriicher,, im den Nernen 
ner F Janee bermöge deren ber on 
per eier Veibener Flaſche ähnlich iel, 
Musleln bie Äußere, ber Merw bie innert 
i; bie Dietalle dienten ala Leiter zur 


bijer lafhe. Doc iejen Meg Enke 


Galvaniömnd A. B. 


ım Gelingen bes Berfuchs nothwen⸗ 
fei, Daß ber vom Nerven zum Mus» 
itungebogen aus zwei verfchiebenen, 
n Metallen befteben mäfle, daß da⸗ 
fenheit des Muskels nicht nothwen⸗ 
ı bas Erperiment auch mit dem blo⸗ 
b anftellen laſſe, daß die beobachtete 
t im Organismus entwidelt werbe, 
. Contacte ber beiden Metalle feinen 
u. er wies biefe Anficht Direct durch 
fuh (Boltafher Fundamen⸗ 
ach. Auf ein Goltblatteleltrometer 
nen kupfernen Condenfater, beffen 
mit ben Gelbblättern in leitender 
ar. Berührt man nun bie untere 
em Stüd Zink, während man bie 
tung mit dem Finger berührt, u. 
dem man beide Berübrungen wieber 
e obere Contenfatorplatte auf, fo di⸗ 
oldblättchen u. zeigen fich mit nega⸗ 
ät gelaten. Man erhält aber feine 
Goldblättchen, alfo feine Elektricität, 
tt des Zinks ein ber Materie ber 
ıtte gleichartige Metallfiüd, bier 
ählt. Es ift mithin aut Erzeugung 
seteleftricität bie Berührung 
ner Metalle nothwendig. Die an 
zoſtelle auf das elektriihe Gemiſch 
nde u. freie + E nad tem Zink, 
Kupfer treibente Kraft heißt elek⸗ 
He Kraft. Hierbei ift die Span- 
uf der Conbenfatorplatte verbreiten» 
: von der Größe der Berührun 
ig. Die fo gewonnene Elektricität 
nit der Reibungselektricität in allen 
ſch; daß fie aber nicht felbft etwa 
bigem Verfuch unvermeiblihe Rei- 
3 an vem Kupfer entftanben iſt, be 
zurch, daß er aus Zink u. Kupfer ein 
ımentlöthete, u. während er das Zinf- 
and hielt, mit bem Kupferende bie 
fatorpiatte berübrte; das Elektrome⸗ 
ırch ebenfo ſtark — gelaben, als zu» 
» Efeftricität nach den früheren Ver⸗ 
3 der Berührung bes Kupferſtäbchens 
platte ſtammte, jo mußte fie aus ber 
ıng freien Lötbftelle zwiſchen Kupfer 
Uriprung haben, u. es ift hiernach 
tbftielle eine jahrelang unverändert 
Auelle ber Efeftricität. Yechner gab 
ıchere Weiſe des Verſuches an; auf 
rgerfches Elektroſtop (bie Einrich⸗ 
hen fiehe unten unter D) fchraubte 
eben geichliffene Kupferplatte, auf 
en ſolche Zintplatte aufzuſetzen war. 
cheidet die Elektricitäten, ſo daß + 
das Zink u. ebenfoviel — Eleltrici- 
pfer ſich verbreitet, doch beide binden 
ij, fo Daß nur ein geringer Theil ſich 
Blatten verbreiten kann, bei weitem 
r (mehr ale das 1400fache) an den 
ichen verbleibt Hebt man daher bie 
illel mit der Kupferplatte ab, ſo ver⸗ 
n bie vorher gebundene Gieftricität 
Blatten u. bewirtt den Aueſchlag bee 
. Daß die Elektricitäten, während 
noch auf der Kupferplatte ruhte, ſich 
en, binberte dieſelbe Kraft, bie fie 


trennte, n. von ber Größe diefer, für bie verfe 
nen Metallcombinationen ſpecifiſch zu beftin 
den eleftromotoriichen Kraft hängt bie Spar 
ab, welche während ber Berührung vie Elekt 
an ben Berührungsflähen u. mithin auch aı 
ganzen Kupfer» u. Zinkplatten erreichen kann 
jeder Berührungspunkt eine unerſchöpfliche £ 
von zu ſcheidender Elektricität iſt, fo wächſl 
Spannung während ber Beruhrung nicht m 
Größe der Berührungsfläche (daher es beim 2 
fhen Fundamentalverſuch nicht auf Diefe ( 
anlam), wobl aber tie Menge ber fih an de 
rührungspunkten bindenden Eleltricitäten; 
iſt ein Ansſchlag des Goldblättchens an dem 
nerſchen Inſtrument während der Berührun 
Platten gleich unmerfbar, fo groß man au 
Platten nahm; es vergrößert fih aber mi 
Blatten der Ausichlag nach dem Abheben ve 
ren Platte, wenn dies nur volllommen parall 
ſchieht; bleiben aber hierbei wenige Punkte! 
in Berührung als die Übrigen, fo vereinic 
plöglih ein großer Theil ber vorher gefchie 
Elektricität n. nian behält nur eine ber Dien, 
zuletzt fich berfibrenden Punkte entfprechent 
undene @leftricität. 
B) Spannungsreibe. a) Die zmild 
ymei feften Leitern wirkende elektromot 
aft ift für verfchiedene Metalle verſchiede 
daß } B. Fe mit Blei in Berührung ge 
viel ſchwächer + elektriſch wird, ale mit $ 
— u. daß z. B. Eiſen mit Zink — 
triſch, mit Platin Dagegen + elektriſch wird. 
kann aber eine Reihe der feften Leiter fo bilden 
jebe® vorhergehende Glied mit ben darauf fı 
den in Berührung gebracht + eleltrifch wir. 
gefettet fih nad —* u. Pfaff etwa ſo: 
ei, Zinn, Antimon, Wismuth, Eiſen, M: 
Kupfer, Silber, Quedfilber, Gold, Platin, : 
Graphit, Irpflallifirtes Graubraunfteinerz. 
neuerdings erft in größerer, Dienge baryı 
Aluminium verbält — ‚in Abtzkali getaucht, 
Wheatſtone negativ gegen Zimt, pofitio aber 
Blei, Zinn n. alle folgende; nach Buff ift es 
noch mehr pofitiv als gin in Salpeteriäure ge 
wird es ähnlich dem Eifen paſſiv u. liefert bar 
Aluminium in kauſtiſchem Kali eine ber Bunſe 
gleih ftarfe Kette. Zugleich gilt das Geſetz 
te zwiſchen je zwei Gliedern jener fogen« 
Spannungsreihe wirlente elektromotoriſche 
gleich der Summe ter eleftromotoriichen 
der Zwifchenglieber ifl. Daraus folgt zugleid 
wenn man drei od. mehrere Metalle überei 
f&hichtet, die auf ben beiden Entplatten K 
melnde Eleltricität derjenigen gleich ift, welche 
ihrer unmittelbaren Berührung an ihnen 
melt haben würde. b) Anbers verhalten | 
feudten Leiter in Berührung mi 
feften, indem fie den Geſetzen der Spannun: 
nicht — Zwar wird durch dieſen 
auch Elektricität erregt, doch dieſelbe iſt ſehn 
deutend u. gegen tie zwiſchen feſten Körpern 
meift verſchwindend, u. es ift alſo daraus, be 
mit reinem Waffer — eleitriſch wird, nid 
zu ſchließen, taß Platin mit Waller um 
mehr — elektrifch werten milßte, als bie el 
Differenz zwiſchen Zint u Platin beträgt: x 
wird es nach Buff \hwäher — eleftriih, rc 
rici fogar + elektrifcg. Die feuchten Leiter 


ten ſich alſo, wenn man fie in Säulen von Metall | 


platten einſchichtet, als Elektricitätserreger meift in⸗ 
bifferent a. wirken faft. nur als Leiter. Eine Aus- 
nahme hiervon findet nur ftatt, wenn bie metalli- 
ſchen Yeiter jelbft ſehr geringe Differenz zeigen, z. B. 
Kupfer u. Wiemuth, u. zum.feuchten Leiter, wel- 
her beibe Metalle berührt, eine Flüſſigleit, z. B. 
verbünnte Salzläure, gewählt wird, melde mit 
einem ber Metalle (Wiemuth) verbältnigmäßig 
kräftige Efeltricität „erregt, ©) Aud bie Flüjjig- 
feiten im Contact unter einander geben 
ur eine böchft geringe Spannung von Efeltricität, 
nur die Eblorüre u. Ebloribe ſind ven Henrici als 
beobachtbar gefunden worben, u. bie auf gleicher 
Ehlorftufe ftehenden Körper bilden, unter ſich eine 
Keibenfolge, welche ber — — ibrer Ra⸗ 
dicale gleichlauſend iſt. dd Über die Berührung 
fefter Yeiter mit Sasarten lehren Heurici 
u. Bufis Verſuche, daß bie Metalle durch Berüß- 
zung mit Waflerftofigas ftart — eleltriſch, mit Ghlor, 
Bron, Koblenfäure u. Saurrftefigas + eleltriſch 
werben, €) Bezüglich des eleltromotorijden 
Berbaltens demiiher Miſchungen iſt er⸗ 
wieſen, daß Metalle durch Miſchungen mit Sauer- 
floff, Schwefel, Phosphor, Jod, Chlor u, Kohle in 
ber Spannungsreibe bem negativen Enbe näher 
gerüdt werben. Dajlelbe äht ſich jedoch nad) 
Pouillet nicht in ſolcher Allgemeinheit von den Le⸗ 
girlungen ber Metalle fagen, ba nur einige berjel- 
en, J. B. Schriftgießermiichung, — — 
bie Metalle, aus Denen fie legirt find, andere bage- 
gen, 3. B. Glodenmetall, Bronze, bas Arceti 
etallgemiſch — unterhalb od. überhalb ‚IE 
einzelnen Beftanptbeile fallen. Bejonbers merklich 
iſt Dies Hi: Itniß bei ben Amalgamen von Dued- 

r mit inf, Zinn, Blei u. Wismuth, melde 
ämmtlich bebeutenb pofitiver als bie reinen Me» 
talle fiub, obwohl fi Diuedfilber gegen biefelben 
.. verhält. 

) Die Boltaifhe Säule (Salvaniſche 
Kette, Hybroeleltriiche Kette). Die Eigen» 
Idaft der feuchten Leiter, fich zwiſchen Metallplatten 

8 Elektromotoren ziemlich. indifferent zu verhal- 
ten, madıt das Princip ber Multiplication ber ge- 
ſchiedenen Glektricität u. bie Darflellung eines 
Stromes möglih, der fortwährend ben Verbin⸗ 
bungebraht zweier fich berührenber fefter Leiter 

frömt. Hat man nämlich ein. ifches 
Blattenpaar, 3. B. von Kupfer (K) u. Zinf (Z), p 
wirb in ihm durqh bie elektromotoriſche Kraft 
Eleltricität nad Z, — Eleltricität nach K getrie- 
ben. Das Nämliche 
flatt. Um aber beide 
nicht das zweite Paar unmittelbar auf das erfte 
ſchichten, ſo daß K, Z, K, Z abwedelt, denn bann 


pet man außer ben beiben Berüihrungsflächen der | Enb 


eiden einzelnen Paare eine dritte nach entgegen» 
gelegten Sinne wirlend zwifchen ber oberen Platte 
des erften u. ber unteren bes zweiten, welche den 
Erfolg der einen von beiden anberen aufhebt; folg- 
lich iſt zwiſchen ber unterfien K u. oberfteu Z bie 
lihe Spannungspifferenz als bei einem Paare. 
Daſſelbe findet bei unmittelbarer Übereinander- 
ihtung von brei ob. mehreren Baaren ſtatt. 
enn man ferner die oberfte Z u. bie unterſte K 
ducch einen Drabt 3.8. von K verbindet, fo kommt 
eine neue Berührung awilgen Z u.K. in das Sy 
Rem, welche der zwiſchen K u. Z entgegenmwirtt a, 


enbe ob. ter — Bol. Wird der — 


t für ein zweites Paar | 
äfte zu addiren, barf man 





ba es auf bie. Große ber Beräkusi] 
anfommt, jene — aufbeh, fe kfz 
ih bie ä 
ten 2* (f. 2.). Schiebt — wälid 
je zwei Plattenpaare, melde jo georbeet| 
de zugleich entweber K od. Z zu 
eine mit Feuchtigleit ſehr verbännter € 
einer Kochſalzlöſung) getränkte —— 
icheibe ein, jo vermeidet man | 
jtehbung ber neuen, nmachibeilig wirken 
rungäfläcen, u. bie in gleichem Einze geh 
Eleltricitäten, melde burd die f. & wm 
F * —— ——— werten, I 
b. Daber beträgt, jeist der Spannungen 
ber erften u. leisten Blatte das Geil 
Spannungeunterjciebes nen einem Yatı 
als wie viele Baare über einander 
Dieſe Anerbnung von Plattenpaans 
Dietalle u. ſeuchten Feiterm nach dem 
„u. KZf2....2.KzZuam 
Sünle; das mit Z bezeichnete Enke 
Binlenubeob.ber + has muk 










berührt, ber + Bol aber ifolivt ge 

Ihwinbet bie nach dem erfterem getsiebene- 

tricität für bie Beobachtung, die + & 

aber mwirb in jebem Paare nad bem 

gehen, u. indem man alio vom Super 
Burn = 1 20 


| Or... . 20... Paare 
man an Punkte ber Säule, bie an + 
mit bem 2°, 3... 10e... . je 


würde 

, von beren Zinfenbe bie + Elehxki 
—* wird. Hat man aber eine Eäuk 
100 Blattenpaaren u. keins ber beiden | 
leitenb berührt, fo wird auch hier in je 
+ Steltricität nah Z, — Glektricität ı 
trieben. Am K Ende ſummiren fi die 
cität aus 100 Paaren, in dem 10. Past 
aus bie — Sleltricität aus 90 u. bie + 
tät aus 10 Paaren, es if alfo hier die 
ber Zahl — 80 proportional; in den teil 
ſſen Paaren fummiren fi die — Eleh 


50 u. die + Eleltricität aus even fo wie 


bier it aljo die Spannung 0; um 2 
ijt fie + 100 proportional. Der Spaum 
Ihieb bei diefer ijolirteu Säufe ti 
zahl 200 proportional u. bemjenigen gl 
ex ben beiden Polen ber einſeitig # 
Säule zulommt; der Unterjchieb beftcht 3 
daß bei der erfteren ber Nullpunkt ber Ö 
in der Mitte liegt, bei bex letzieren am cl 


e. 
D) Eine Bergleihung ber Bel 
Säule mit der gemeinen Sl 
maſchine, welche durch Reibung eints 
an einem Leiter die Elektricitã ſcheite 
a) für bie offene Säule, d. i. für 
deren Pole nicht unter einanker leitend d 
find, baf eine ſolche fortwährend von je 
bleibt, indem ber Verluſt an Ed.ruit 
bie Bole turch die ableiteude Krafı du 
fonft erleiden, durch die aus der Eiult] 


Elektricität immer wieder erjegt wird, © 


Eleltriſirmaſchine nur dirrch mnnniakit 


Galvanisums D. E. 


rkſamkeit erhalten wird. Diefe forte 
ng der galvaniichen Kette gilt in bes 
e, wo ber feuchte Leiter jo gemäblt 
nit der Zeit nur unmerfbare Ande⸗ 
. Dies ift bei Zambonis trocke⸗ 
rt Kal. Da nänılich alle organischen 
zapier) Wafjer enthalten, jo find fie 
als indifferente Peiter in der Säule 
roden fie auch Scheinbar fein mögen. 
ber Papier einerjeits mit Zinl-, an» 
tupferichaun u. fchichtet ſehr viele, 
yeibchen davon fo übereinander, daß 
nach einer Seite gerichtet find, preßt 
ndigerer Berührung ver Blätter Die 
en: fo bat man einen Apparat, ber 
ı biefelbe Epannungsbifferenz zeigt, 
e Voltaiſche Säule von 2000 Yan 
wenn ben Polen etwas Elektricität 
ber Berluft wegen der Schlechtig⸗ 
J durchs Papier nicht fo ſchnell wie⸗ 
. Daber Die Zamboniſche Säule in 
eltricität ſchnell ableitender Luft im⸗ 
eladen iſt, obwohl die dem Papier 
e Feuchtigkeit auch wieder die Zu⸗ 
Polen aus der Säule etwas unter⸗ 
ı bat die Zamboniſche Säule zum 
benußt. Der eine Bol derjelben 
rde in Berbinbung, von dem ande⸗ 
'eiter zugleich zu einer Magnetnadel 
rem Nordpol nahe gegenüberfteben- 
(hen, jo Daf die Nabel vermöge ber 
chartiger Eleltricität bis auf einen, 
Stärke der Zamboniihen Säule 
Grab abgelenkt wird. Die Zeit, in 
Nadel u. Metalltugel foweit laden, 
aun der Abſtoßung eintritt, richtet 
hüte des vom Pole ber Säule aus- 
ters. Je nachdem man hierzu 3. B. 
Nohnöl anwendet, ſo braucht jene 
27 Minuten Zeit. Es dient alſo das 
x Erlkennung ber Leitungefähigkeit 
ich gefälſchter Stoffe. Stellt man 
imboniſche Säulen neben einander 
i ber einen ber 4 Pol, bei ber an⸗ 
ol nach oben gefehrt if, u verbindet 
ı unteren Pole durch einen gut lei- 
treifen, fo ift es fo gut, als hätte 
e, deren beide Pole nach oben ge- 
igt man genau in dev Mitte zmifchen 
el auf, jo bleibt daſſelbe, von beiden 
irk angezogen, in Ruhe; gibt man 
n Stoß nach dem + Pole hin, fo 
Berührung mit ihm jelbft + elel- 
yon ihm ab», vom — Pole angezo- 
lettriich gemacht, ſchwingt es zum 
‚2. man würde iu dieſem Inſtru⸗ 
rpetuum mobile haben, wenn 
von dem Keuchtigleitszuftande ber 
wie fchnell zur Unterhaltung der 
bie den Polen entzogene Eleftrici« 
äule wieber erfegt wird, u. wenn 
inehmen wäre, daß durch ben elel- 
in der Säule wirflid nicht Die ge⸗ 
rung vor fich ginge. Vellebt das 
ı langen u. ſchmalen Goldblättchen, 
an fi) wegen ber eutgegengeſetzten 
eiten Pole in Ruhe. Theilt man 
bie geringfte — Giektricität mit, fo 


891 


wird es augenbliclich wom 4 Pole angezogen u. 
beginnt num eine Reihe von Schwingungen. Führt 
nıan Überdies von den Polen der Zamboniſchen 
Säule Drähte zu zwei Meifingicheiben, weiche man 
jederſeits dem Goldblatt beliebig nähern fanıı, n. 
verbindet man letzteres mit der unteren “Platte 
eines Condenſators, fo bat man ein Elektroſkop, 
das den höchſten Grad der Empfindlichkeit erreicht. 
Bon feinem Erfinder heißt es das Behrensſche, 
von feinem VBervelllommmer aber gewöhnlich das 
Bobnenbergerihe Elektroſtop. Zu ver- 
gleihenben Meſſungen ift freilich das Juftrument 
in ber beichriebenen Form unbrauchbar, weil bie 
elektrifche tatung ber beiden Dieffingicheiben in 
Holge der unvollkommenen Leitfähigkeit der Säule 
auf Die Dauer nicht in gleicher Stärfe erhalten 
werben kann. Dieſem Übelftante hat jedoch Haukel 
dadurch abgebolfen, daß er die trodene Säule mit 
einer bybroeleltrifchen Kette in Seftalt eines Hei» 
nen, aus vielen Zellen befteheuben Trogapparates 
vertaufchte. Weil bier die Spannung auf keiner 
Scheibe ſich ändert, fo bleibt das ungelabene Blätt- 
den auch bei großer Annäberung ter Scheiben 
ruhig, u. bie Größen ber Auefchläge, fo lange fie 
nicht bis zur Veriibrung geben, find unter einander 
vergleihbar. Auch läßt fi die Empfindlichkeit des 
Infrumentee dadurch fo erhöhen, daß fchon bie 
ſchwache Spannung, melde aus ber Berührung 
eines Stüd Zint mit Kupfer hervorgeht, ohne Au⸗ 
wendung bes Condenfator® unmittelbar nachgewie⸗ 
jen werden laun. Indem die Ausfchläge mittelft 
eines zufammengefettten Mikroſkopes, das in dem 
Brennpunkte feines Oculare ein Glaemikrometer 
trägt, beobachtet werben, ift das Eleltroffop zu einem 
wirklichen Dießinftrument erhoben. b) Der Um⸗ 
ftand, daß die von ben Polen abgeleitete Elektrici⸗ 
tät bei der Voltailhen Säule in Dloniente erfetst 
wird, bei der Elektrifirmafchine aber Die meßbare 
Zeit einer Unibrebung nöthig if, um den Cylinder 
einmal zu entladen, wird von ber höchſten Bedeu⸗ 
tung, wenn es fi darum handelt, nicht Glektrici- 
tät anzufanımeln, fondern durch einen Konductor 
zu treiben. Bilder man alfo eine geſchloſſene 
galvaniſche Kette, d. b. verbindet man bie bei- 
den Pole ter. Voltaiſchen Säule durch einen Draht, 
jo gleichen fich in ihm die, in verfchiebenen E paunum- 
gen an den Polen vorhandenen Eleftricitäten auß, 
die + u. — Elektricität fröınen innerhalb des 
Drabtes nach entiegengeleten Richtungen; wäh⸗ 
rend deſſen aber ftrömen bet guter Yeitung ben Po⸗ 
fen ſchon von Neuen u. unaufbörlich wieder bie 
nämlichen Quautitäten Elektricität aus der Säule 
zu, um ſich in Yeitungsbraht wieber zu vereinigen. 
In einer gegebenen Zeit geichieht dieſe Entladung 
unzählige Diale. Obwohl daher die Spaunung au 
ber Voltaiſchen Säule bei weiten nicht biejenige 
an der Eleltriſirmaſchine erreicht, fo leiſtet Doch 
jene wegen ter unendlichen Geſchwindigkeit ber 
Entladung bier größeren Dienft als diefe, bei ber 
zu jeter Entlabung eine meßbare Zeit gebört. Die 
Strömung ter Eleftricität durch ben Conductor 
ift mithin das Gebiet des ©. 

E) Bervollkommnung ber Boltaifhen 
Säule. Kür den Gebraud ber Voltaifchen Eäule 
ift tie Güte ber Leitung in ihren Juneren von 
größter Bedeutung. Aber bei Voltas Vorrichtung 
trodneten entweber die feuchten Yeiter bald, od., 
wollte man bem durch ſtarkes Tränlen ber Papp⸗ 


897 


ſcheiben mit Waſſer vorbeugen, fo preßte ver Drud 
der aufliegenden Platten bie unterfien Scheiben 
aus, fo daß das Wafler herabrann. Eine ſolche un⸗ 
mittelbare feuchte Leitung zwiſchen mehr als zwei 
auf einander folgenden Paaren vereitelt aber die 
Muttiplication binnen diefer Paare. Diefen Übel- 
ftänden zu begegnen, conftruirte man zunächſt den 
Trogapparat, ber aus einer Anzabl Platten⸗ 
paaren von zujammengelöthetent Kupfer u. Zink 
in Geftalt von Rechtecken befteht, welche in einem 
höfernen, iunen mit Harz üÜberzogenen Kaften be» 
feftigt find, fo daß je zwei in einem Abftanb von 
etwa 3" ftehen u. einen trogartigen Zwiſchenraum 
bilden, ber mit Flüffigleit au el: wirb. Orfteb 
bildete von Kupferblech einen ſehr ſchmalen Kaften 
mit zwei großen Wänden u. ſchob in biejen, ben 
letzteren parallel, eine etiva® Kleinere Zintplatte 
mitteilt eines hölzernen Rahmens fo ein, daß fie 
das Kupfer nirgends berührte. Den Zwiſchenraum 
füllte er mit gefäuertem Waſſer. Eine ſolche Bor- 
rihtung beißt ein Boltaifhes Element, u. 
man bildet aus ihm eine einfache Voltaiſche 
Kette, wenn man außerhalb der Flülſſigkeit das 
Zink mit dem Kupfer durch einen Draht verbindet, 
ten man in zwei zu biefem Enbe an ben oberen 
Rändern des K u. Z angebrachte Quedfllbernäpf- 
hen taucht. Da durch dieſe metallifche Serbinbung 
daſſelbe erreicht wird, als wenn fh Z u. 

anmittelbar berübrten, fo gebt vie + Eieltricität 
nad dem Z durch bie Sin ffgteit nad beiden Sei⸗ 
ten bin zum K, daher erfcheint ver + Polam K 
(dem negativen Metalle), der — Pol am Z (ben 
pofitiven Metalle). Statt ber einfachen kann man 
aber auch eine zufammengefette Kette (Bat: 
vaniſche Batterie) bilden, indem man das Zink 
des erſten Elementes mit dem Kupfer bes zweiten 
2. S. f. verbindet. Dann bat man bei offener Kette 
on ben beiten äußerftien Gliedern einen Epan- 
nungsunterjchied, welcher der Summe der Span- 
nungen entipricht, melche durch alle Berührungen 
der Metalle unter fih u. mit den Flüſſigleiten 
hervorgebracht werden. Man fchließt die Kette, 
indem man das Z des letzten Elementes mit dent 
K des erſten verbindet. Ähnlich ift Die noch jetzt 
häufig gebrauchte Wollaftonfche Batterie, 
FZintftäbe, un welche beiberfeits in möglichſter Nähe 
Kupferplatten berumgebogen find ır. welche in Olas⸗ 
bedyer mit vertiinnter Schmefelfäure (,, Schwe⸗ 
felfäure) geftellt werben. Gaffiot ſtellte aus 3520 
Kupfercylindern mit Zinkftäben, welche fih paar- 
weile in Gläfern mit reinen Waffer befanden, eine 
Batterie zuiammen, welche Donate laug eine fehr 
hohe Spannung behielt. Die Smeeſche Kette 
iſt der Wollaftoufchen ähnlich, das Kupfer ift aber 
durch platinirtes Silber erfegt; man erhält nämlich 
auf dem Silber einen Überzug von Platinmoor, 
wenn man bie gereinigte Metallplatte in Platin 
kaliumchlorür taucht, mit dem negativen Pol einer 
nicht gar ſtarken Säule in Verbindung bringt n. 
den pofitiven Bol gleichfallg in die Löſung eintaucht. 
Diefe Smieeiche Kette wird von vielen Seiten ge 
rühmt, doc haben Miller Meffungen nicht eben 
einen Vorzug vor der Wollaftonichen nachgewieſen. 
Da ferner bie Leitungsfähigkeit ber Flüſſigkeit ſich 
im Verhältniß ihres Querſchnittes vergrößert (i. 
Elektriſches Teitungspermögen), fo änderte Davy 
(au Children u. Dare) den Apparat dahin ab, daß 
die Kupfer- u. Zintplatten, ohne daß fich biefelben be⸗ 


Salvanitmus E. 


rüiheten, fpiralfärmig in einander geiruzte ne 
ſo daß bei möglichfter Raumerſperuiß 
FA möglihft nabe einanter geg 
alfo ein recht furzer Weg bon vet groben Da 
ſchnitte der Eieftricität geboten wurde. Kram 
ſolchen Elemente kann (ba icon die ein 
rungeftelle außerhalb ber Flüſſigleit wich 
Schließungsdrahtes binreicht, während ber N 
tung, unaufhörlich neue lektricität zu Ikea) ag 
ſehr große Quantität Efektricität in Umlas 
werben, wenn auch Die Spannung ger a 
größer ift, als bei einem gemäbnlicen 
mente. Mit biefem feinen Deflzgretrd 
Ealorimotor entvedte Davy znerk ir dub 
mung bes Leitungsbrahte® u. bie demdie 
ſetzung mehrerer Ylüffigkeiten, berea weil 
Beftanbtheile ſich nach den vericwten 
d. i. den in bie Flüſſigkeit getauchten Ma, b 
aben. Ehen dieſe Zerfegung u tratikie 
bumbene Ablagerıng frembartiger aka 
Polplatten bringt ben Zuftend ber Priımleum 
ob. Ladung der Platten berver, mieln | 
Übelftand nach ſich zieht, daß bie Stürktalee 
mes nicht conftant bleibt, fondern rank damil 
Befindet fich 3. ®. eine Blatinplatte Pi gilt 
einer Kupferplatte (K) in & 
fo wird nad Schliegung dieſer einfahn Br 
P fi mit K bebeden; man erbält afie cn GR 
von brei fich berührenden Metallen EPK 
nicht auders wirkt, als hätte mn tin 
Strom bört alfo auf. Stehen tie dehuu⸗ 
verbünnter Schmefeljäure, jo wirb 
an der negativen frei, Sauerſtoffgat akt 
entweber Die pofltive, ob. bildet mit ix mW 
das fih in ber Säure auflöf. Run cher Wi 
Waſſerſtoffgas fowohl mit Sauerteig aß 
jedein Metall, aus bem bie + Pelpiam Mi 
kann, einen dem urfprünglicen entuan® 
Strom. Es muß alfo eine Schwãchung M® 
mes eintreten u. fein gänzliches Verſchrinden 
bein Trog- u. Becherapparate nur ned 
hindert, daß Das Wafferftofigas die — Porı 
vollkommen üiberziebt, ſondern feiner \ 
wegen fich immer ablöfl u. in Blaien A 
Ber einer aus DMetaliplatten u. Yapritekal 
gebauten Säule ift dem Gas Diele Freie Dex 
nicht in bem Grade verftattet u. trim daber ie: 
larifation noch ftärker ein. Die Polariſatica. Bi 
für die galvanifhe Kette von größiet Frer 
ift, ift erft in ber neueren Zeit Gegenſtand de 
ſenſchaftlichen Betrachtung gemorben. Um € 
Wirffamfeit ver Kupfer-, int» od. ühnliden: 
ten allmälig ſchwächenden Bolarüatien veristd 
bat Danieli die conftante Barterit @ 
den. Das MWejentliche derſelben in tx Are 
zmeier Flüſſigkeiten Behufs der Wegioenari 
aus den Flüſſigkeiten entwickelten Gaic von der! 
platten. In Bezug auf das Sauerftennat 18. 
wird Dies leicht Dadurch erreicht, daß na M 
Zink umgebenten Flüffigteit einen Tierl 24 
felfäure zufeßt, indem dann das Zinf tat 
binzutretenten Sauerftoff oxvdirt mitt © 
Oryd mit ber Säure ein im Baar © 
Salz biltet. Um aber auch die At dtu®, 
Maflerftoffes anı Kupfer zu werbintern, 2” 
niell zu Der das Kupfer unigebenden AIR" 
gelöften Kupfervitriel. Diefer zeriegr id 
zutretendem Waſſerſtoffgas (H) in Stat! 







Salvaniömus E, 


u. Aupfereryb (Cu O); von lettterem ver- 
ih O mit H zu Waſſer, Cu aber fchlägt fich 
Blatte metallifch nieder (f. Galvanoplaſtik), 
3 gebt zu ber das Zink umgebenven. Die 
rigfeit, bie verſchiedenen Platten mit ver⸗ 
m Flüſſigkeiten zu umgeben, tie doch 
chaftlich nur einen Leiter bilten follen, 
cquerel dur Anwendung einer pordien 
wand zwifchen beiten Kiäifigfeiten gelöft, 
‚eßtere in bie Boren wohl einbringen, aber 
usfliegen, fo daß fie ſich wohl berühren, 
ir ſehr langſam vermifhen. Daniel brachte 
8 Zint in Form eines maſſiven Cylinders 
unten verſchloſſenes Eid Ochſengurgel, 
efe in einen weiteren Kupferbecher 1. füllte 
innere Zelle mit verbilnnter Schwefelfäure, 
hen Gurgel u. Kupfer enthaltene aber mit 
itriollöſung. Um endlich tie Confumtien 
8 anf das durch ben Strom allein ver- 
Quantum zu beichränten, brachte er amal- 
8 Zink in Anwendung, Tas nicht fo mie 
1e Zink von der Säure angegriffen wird 
auch in der Spannungsreihe noch über dem 
t. Als poröje Scheitewand benutzt man 
afe, Segeltuch, Packpapier, Pergament, 
ber, kei. Bellen aus verglühtem Porzellan. 
zınt cjt Becguerel als Erfinder ber con- 
tette, u. allertings ift er ber Erfte, Der eine 
zit zwei verfchierenen Flüſſigkeiten con« 
‚ allein er ging dabei von ganz anderen 
er aus, Daher auch die ven ihm ange— 
Flüſſigkeiten, nämlich falpeterfaures 
xyd u. falpeterfaures Zinforyd, nicht ger 
Saren, Der Polariſation der Metallpfatten 
ugen, u. fo ſank denn auch kei ihm Die Ab» 
‚ der Galvanometernadel bereits nach 15 
m von 84° auf 72°. Cine Kette, melde 
e Monate lang cenſtant mirft u. febr nütz⸗ 
wenn auch ter Strom nicht fehr flark ift, 
Eifenlohr, indem er Das Zink mit einer ge= 
n Löſnung von Meinftein, das Kupfer mit 
unter Schiwefeljänre ('.) umgab. Statt des 
8 wandte Grove Platin an, welches man in 
rirte Salpeterſäure ftellen kann, ohne daß 
egriffen wird, ı. tiefe braucht durch ben 
nur einfah in Sauerſtoff u. falpeterige 
zerlegt zır werben, während bei Kupfervitriol 
prelte, tie Stromkraft conſnmirende Zer- 
nothwendig war. In Callans Kette fteht 
8 Platin dem Zink platinirtes Blei gegen- 
t. ftatt ber reinen Salpeterſäure enthält der 
Ir das Blei ein Gemiſch von vier &emichts- 
concentrirter Schwefelfäure, zwei Theilen 
erfäure 1. zwei Theilen gefättigter Salpe- 
13. Sie ift in ihren Wirkungen Der Grove⸗ 
iemlich gleich u. meit mehlfeiler. Morſe 
18 Scheitemand zwei pordie Gefäße in eiıt- 
2. füllte ten Zwiſchenraum mit Salpeter- 
yamit bie Endosmoſe nicht fogleich Die ganze 
feitsinenge ändere, ſondern zunächſt tie Zwi⸗ 
ffigfeit. Anftatt des Platin wurde von Coo⸗ 
ble u. von Buuſen eine durch Glüben von 
firten Coals un. gut badenten Steintohlen 
e Maſſe eingeführt. Nach der Cooperſchen 
tung vertritt ber Roblencylinder zugleich bie 
ber pordfen Zelle; nach der Bunſenſchen ba- 
And die Koblencylinder in Glasgefäße geftellt 
fe wieder bas pordſe Porzellangefäß mit ber 


— — — — — — — — — — —— —— ————— — — 


893 


verblinnten Schwefelfäure u. dem Zinkſtabe, wäh- 
rend ber Koblencylinder mit Salpeterfäure umge⸗ 
ben if. Oſann bat der Kohlenzinkkette noch eine 
veränderte Einrichtung gegeben, welche bebeutenbe 
ötonomifche Vortheile bieten fell. Solibe Kohlen⸗ 
cylinder von 1,25 Zoll Dide find von Zinkcylin- 
dern von 1,9 Zoll Zurchmeſſer umgeben, welche in 
verdünnte Schwefelſäure tauchen. Die poröſen 
Thonzellen find fortgelaſſen, u. die Salpeterſäure 
findet ſich nur in den Poren ber Kohle, welche, 
nachdem ihre Porofität durch Kochen in einer Lo⸗ 
jung von kohlenfanrem Natron erhöht worden, eine 
zei lang in Salpeterſäure geftellt werben; letztere 

peration ift zu wiederholen, wenn man fintet, 
daß die Kraft der Kette abnimmt. Auch bie hier 
angeführten fogenannten conftanten Ketten find 
nicht vollfommen conftant, ſondern nachdem eine 
Zeit lang die Kraft der Kette geftiegen ift (wahr⸗ 
Icheintich wegen beflerer Durchdringung der pord- 
fen Scheidewände ı1. bes Daturch verminderten 
Leitungswiderſtandes), nimmt fie allmälig u. nach 
ftunbenlangeın Gebrauche ab. Nah Buh ift na⸗ 
mentli bei der Daniellihen Kette ber Grund 
davon in dem Umſtande zu fucben, daß allmälig 
burch die Boren ber Scheidewand ein Übergang ber 
einen Flitffigkeit zur anderen erfelgt, u. das in 
Folge deſſen an ber Bintoberfläche ausgefällte 
Kupfer den Oberflächenzuſtand dieſes etalls 
verändert. Außer dieſen, durch Berührung hetero⸗ 
gener Metalle wirkenden Ketten hat Grove eine 
anf die Berührung von Gaſen berubente (Gas⸗ 
Batterie) conſtruirt. Platinirte, d. ſ. mit pul⸗ 
verförmigem Platin überzogene Platinſtreifen ſind 
in Glasröhren eingeſchmolzen, Die, an einer Seite 
verſchloſſen, abwechſelud mit Sauerſtoffen. Waſſer⸗ 
ftoff gefüllt u. paarweiſe mit offenen Enden ſoweit 
in Glaegefäße mit angeſänertem Waſſer getaucht 
ſind, bat babei die Piatinftreifen in das Waffer 
reihen. Berbintet man nun das Platin des Waf- 
ferftoffeylinders bes erften Gefäßes mit bein bes 
Sauerftoffeylinbers bes zweiten u. fo fort, Das Pla- 
tin des Waſſerſtoffeylinders bes letsten Gefäßes mit 
tem tes Sauerftoficylinderg Des erſten, jo entftebt 
ein eleftriider Strom vom Waflerftoif Durch tie 
Säure zum Sauerfloff. Dabei, werten die Gaſe 
ziemlich im Berbältniß ihrer Aquivalente abfor- 
birt, dazu ziemlich iu Derjelben Menge, ale in einem 
eingeichalteten Boltameter (f. unten) Gaſe entwickelt 
merden. Füllt man tie eine Röbre, ftatt mit Sauer- 


ſtoff, mit atmefphärifcher Yuft, fo wirb berielben 


aller Sauerftoff entzogen, ber Stickſtoff bleibt zu⸗ 
rück; daher empfiehlt Grove Die Gasbatterie zur 
Gubiometrie. Die Gasbatterie hat große Abnlich⸗ 
feit mit den Fadıınga- (fecundäaren) Sän- 
len, von denen die Ritterfche in einer abwechſelnd 
aus Supferfcheiben u. angefeuchtetem Papier auf- 
gebauten Säule befteht, welche, wenn ihre beiten 
Enden eine Zeit lang mit den Bolen einer Boltai- 
ſchen Säule von ftarter Spannung in Berlihrung 
ebracht worden find, dann für fih in folge ihrer 
'abung einen fecundären Strom entmidelt. Es 
if nämlih durch ben Strom von ter Roltaifchen 
Sänle das Wafler ter Pappicheiben in ber ſecun⸗ 
bären Säule zerſetzt morben, bie verfchiebenen Gaſe 
baben dabei ſich nach den verichiebenen Seiten an 
die Kupferplatten begeben u. Lienen nachher zur 
Erregung eines dem erften Strome entgegengejet- 


| ten Stromes. DieBoggentorffihelabung®& 


894 
Täule befießt in einer Reihe von Platiuplatten, 


welche zu je zwei in Gefäße mit eier Flüffigkeit 


tauchen, u. won denen Die einzelnen Paare durch 
eine conftante galvauiſche Kette geladen, dann aber 
ſelbſt zu einer Kette verbunden werten, Die nun eine 
Zeit laug wirkſam ift. Um fie Schnell wieder laden 
in können, bat Poggenborff einen Apparat, bie 

ippe, erfunten. Die gegenwärtig am häufig« 
ften gebrauchten Batterien find: die Groveſche Zint- 
Platin-Batterie in phyſilaliſchen Yaberatorien u. 
zu Zwecken des Unterrichtes, weil ihre Wirkung 
ſtark u. ziemlich lange conftant u. ihre Reinigung 
u. Zufanmenftellung mit wenig Mühe verbunden 
iſt; Die Bunſenſche, ebenſo ſtark aber weniger rein- 
ih; bie Danielljche, nur halb fo kräftig, aber mit 
dem Vorznge, daß fie feine Salpeterjäure bedarf, 
teren Dämpfe doch läſtig find; die Eifenlohriche u. 
bie Wollaſtonſche. Für Telegraphen u. andere tech⸗ 
niſche Zwecke bat fih noch bie Mobification ber 
Daniellichen Kette jehr brauchbar ermwiejen, Daß 
Zink u. Kupfer in Glaströge geftellt werben, welche 
fett mit Sand ausgefüllt werben, der mit acht Thei- 
len Waſſer u. einem Theil Schwefelſäure befeuchtet 
wird. 

F) Die Kraft der galvaniſchen Kette 
bängt nach bem Ohmſchen Geſetze von ber Quan⸗ 
tität Eleltricität ab, welche von den Bolen der Kette 
aus in einer gegebenen Zeit ben bie Kette fchlie- 
ßenden Leiter durchſtrömt. Es kommt aber bierbei 
auf die Spannung ter in ber Kette erregten Elel⸗ 
tricttät u. auf tie Größe des Leitungswiderſtandes 
an, der erfleren iſt Die Stärke des Stromes Direct, 
ber letzteren umgekehrt proportional; bie erfterc 
hängt von der Stellung ber fi berüßrenden Me⸗ 
talle in ber Spannungsreihe mit Rücſſicht anf bie 
ſie umgebenden Flüſſigkeiten u. von der Zahl der 
Plattenpaare ab; der Widerſtand aber wächſt im 
directen Verhältniß mit Der Fänge u. im umgefehre 
ten des Querſchnitts bes Conduetors u. ijt aufßer- 
dein von ben jpecifiihen Leitungsvermögen des— 
felten abhäugig. Wenn aljo für einen feiter von 
der Fänge 1, dem Onerſchnitt 1 u. Dem Leitungs— 
vermögen 1 der Wiberftand = 1 gelegt wird, fo ift 
er für die Yünge I, ben Querſchnitt q u. das Lei— 
tungsvermögen k eben jo groß, als ber Widerftand 
eines Yeiterd won Dem Querſchuitt 1, u. deut Lei— 
tungsvermögen I, wenn nur die Yänıge bes letzteren 
=]:gqk ift; Diele Yange heißt bei Ohm die redu— 
cirteYänge. Esfolgtbierans: a) die Wirkung Der 
Eäule wirt vermehrt Durch Verkürzung des Weges 
durch bie Flüſſigkeit in der Säule u. Dur Ver— 
größerung ihres Querſchnitts, weil dadurch der 
Leitungswiderſtand vermindert wird. Deshalb 
geben Voltaiſche Säulen von großen Platten eine 
ſtärkere Mirtung als von Heinen Platten, nicht 
aber wegen Der dadurch bewirkten größeren Anzahl 
der Berührungspunkte zwiichen Zu. K. b) Iſt Die 
Berbintung zwiſchen Den Polplatien eine gute, alfo 
in einem kurzen Metalldraht beſtehend, jo verſchwin⸗ 
ber deſſen Widerſtand gegen den, Welchen, Der 
Etrom iunerhalb durch den feuchten Yeiter findet, 
ganz n. gar. Schichtet man in biejem Falle meh» 
rere Voliaiſche Elemente auf einander, jo wird da— 
tur zwar Die Spannung an ben Polen vervich- 
facht, in demſelben Verhältniſſe aber auch der Wi— 
berftand der ganzen geichloffenen Kette; daher jet 


man auf tiefe Weiſe keineswegs mehr Elektricität, 


in Umlauf, als durch ein Baar. Iſt Dagegen ber 


Galvanismus FG. 


Widerſtand im Verbindungsleiter betenkab, Gag 
vielfacht fih bei Anwendung mehrerer Coma 
ber Wiberftand Der ganzen Kette nicht in Zenden 
Berhältuiffe, weil fich nur ein Heiner Ziele 
‚ ganzen Widerſtandes vervielfacht. ter ante Zi 
| aber couftant bleibt, Da aber bed die ẽ— 

der Zahl der Elemente proportiouel inet 5 
ift bier bie Anwendung ven viel Elenzuruercich 
baft. Es gebt daraus berver, daß man cp 
rihtung u. Die Zahl der Elemenie iur af 
Maßgabe des Yeiterd, durch welden zu ie 
Strom führen will, modificiren mar dumm 
über mehrere Elemente zu verfügen, jeluzu 
entweder bie Eleinente hinter einautt: Fade, 
db. h. immer bie 4Platte bes einen mi: der Pia 
bes nächften verbinten, ot. auch ncber amuır, 
d. 5. alle + Platten nuter einander ı ke 
ten unter einander verbinden; Lei ber tan 
wird bie efeftromotorijche Nraft, abzwiär® 
tungswiberftand vervielfacht, kei terisemiilt 
bie eleftromotorifche Kraft gleich der rung 
Elementes, aber der Witerfiant N ak 
Man erreiht nun nad ben Chmiiakam 
Marimum ber Wirkung, wenn ma Sal | 
geftaltet, daß inner⸗ u. außerhalb te Tiuris | 
nämliche Widerſtaud if. Man wirt tee | 
mente hinter einanber verbinden, wen ter Sie 
fand im Schliegungsbogen groß if, mus mal 
neben einander ſetzen, wenn ber Eiteie B 
Schließungsbogen Hein ift. Die Eriete Halt 
Stärke der galvanijchen Kette find von Chur 
fin 1827) mathemiatiſch aufgeftellt, u. von 
u. Koblraufch experimentell erwieien werten. 

6) Die Wirkungen ber galeaziift 
Ströme zerfallen in: a) Medaniise # 
befteben zunächſt in Anziebnung leihrer Cl 
Abſtoßung gleichartig eleltriicher, abnlia \et 
der Elektricität durch Reibung beebasicc® 
ſcheinungen. Doc find Dieie bei gejtlfisst 
faſt völlig verfibwindent, weil die Su® 
unterschiede der ‘Pole Durch die Leitung tat 
ausgeglichen werden. Selbſt bei ofiener SS 
reicht die Spannung bei weiten wiht de 
den man bei Gebrauch der Elektriñemi27 
ſehen gewöhnt it, weil Die Stärke ter ERS? 
riichen Kraft, welche von ter Berübaing a 
talle ausgeht, nicht fo bedeutend ift, dar. 
Iſolatoren herrührt, u. weil bei een: Kur 
größte Menge ber geicbierenen Eleltricte: 34 
Berührungspunkten verbarrt. Tbirsin =E 
dem einen Bole einer offenen Batterit 339 
bung gefegter Elektrometer nur bei In: 
febr vieler ‘Blattenpaare eine beder:cadt SEB 
Bei der Gaſſiotſchen Batterie von sy 





| Divergirten die Blättcben eines Goledlauthit. * 


ters 2— 3 Zoll. Zweitens eifendart hä st I 
niſche Wirkung des galvaniihen Zirit: 

Die gafvanifhe Endosmoſe, D. i. die Sa 
daß bei geichleffener Kette, wenn dit ieat 
tallplatten fih in Flüſſigkeiten Leftiuten, —F 


keit in der Richtung wen der peitiee 35 
— 


Flüſſigkeiten, unabhängig von ver That? 
der yoröjen Wand, ter Siem: 7 
Aud tie Dide der Wand jet ui", 
; fegung gleicher Stromjtärfe nar een 3 


Salvanitmns G 


80% 


in. Für verichiebene Flüſſigleiten ift | lid brüdt u. Bann mit einer im Munde gehaltenen 


vanderungsvermögen jehr verſchieden 
‚einen um fo größer, je größer der Lei⸗ 
ind iſt; jo nimmt für Kupfervitriol— 
Geſchwindigkeit Der galvaniſchen En—⸗ 
wachſender Verdünnung zu; reines 
jeher Ichnell übergeführt; verdüunte 
e, welche gut leitet, nur ſehr langſam. 
Strömung verhindern, fo iſt ein hy— 
Drucht nöthig, welcher bei jeder einzel⸗ 
tter Stromſtärke proportional, ferner 
jleihen Umftänben der Flächeugröße 
gelehrt u. der Die der Wand direct 
‚ für verſchiedene Slüifigleiten aber 
eihen Umftänben dem Leitungswider⸗ 
tonalift. b) Elefirodynamifche, 
u. Abſtoßungen zwiſchen einander ge- 
eglihen Strömen, ſ. Eleftrodynamıif. 
riſche, Erregung eleftriicher Ströme 
en Yeitern Durch Entftehung od. Ver- 
Strömen in eimem nahe liegenden 
irch Näherung eines ſtromführenden 
ninductien), f. Eleftricität. 3 Mag» 
Ablenkung beweglicher Stahlinagnet- 
tagnetifirung von weichem Gijen ob. 
en Körpern unter tem Ginfluß von 
Strömen, 1. Gieftromagnetismue. 
ogiſche. Tie Boltaiihe Säule faun 
liche Schläge ertbeilen, als die gemöbn« 
Dean emipfintet nämlich jedesmal 
wenn plöglich eine beteutend größere 
Menge von Glektricität den Körper 
als vorber. Da nun ber menichliche 
chlechter Yeiter if, fo ijt eine große 
ifferenz an Den Polen nöthig, um 
indurchzuireiben. Dean braucht daher 
fiologiihen Berjuchen eine (mur nicht 
aiſche Säule mit vielen Platteu. Mache 
Berührung der beiten Bote ber Zäule 
Fingern einen Schließungsiclag 
empfintet man bei binreichend Erafs 
in fortdauerud brennentes Gefühl in 
cch welche die + Elektricität einſtrömt; 
ann bie Kette wieter, jo fühlt man 
i, dech minder ſtarken, ben Tren— 
ig, u. darauf ein plötzliches Erkalten 
e, wo man vorher das Gefühl der 
Docbb find verſchiedene Mejſchen für 
verichieden empfanylih. Offnet u. 
ie Kette oft u. ſchnell hiutereinander, 
rch die Wirkung auf Die Nerven be- 
gert. Dies kann man aber durch den 
Jacobi od. durch das Biivrad von 
elligen, mit deren Hülfe dir ©. neben 
noſtrömen Durch Ten Neefſchen Appas 
die Sartonſche, Marine auch nicht 
gegen manche Übel mericiniiche Arts 
et. Die ftarfe Wirkung des galvani— 
8 auf bie Nerven lebeuber ed. friſch 
tere iſt bekannt j. oben), u. lange Zeit 
arirte Froſchſcheulel das empfindlichſte 


r. Humbeldt rief halbtodte Thiere 


rom auf kurze Zeit wieder ins veben 
Wirkung auf den Augennerv, 
€ Ericheinung, empfinder man ſchon, 
ne Silberplatte, die man mit einem 
er Utreckeuem Papier) in Der Hand 
ugapfel od. Das gut befeuchtete Augen⸗ 


| 


Ziulplatte in Beruühruug briugt. Yegt man ferner 
ein Zinfftüd über tie Zunge u. em Silberſtück 
unter dieſelbe, a. läßt Die vorteren Enden fich ges 
genjeitig berühren, fo bat man von dem dadurch 
entſtehenden Strom eine Sefhmadsenpfindung u. 
zwar auf der Zunge jauer, unter berjelben alla 
liſch. Deutlicher empjintet man noch ben fauren 
Geſchmack, wenn man Die Zunge in einen nit 
Salzwaſſer gejüllten Zinkbecher taucht, gegen wel⸗ 
hen man eine Zilberplatte, Die man in Der feuch⸗ 
ten Hand hält, ſtart audrückt. ſ) Die phoſikali— 
ſchen Wirkungen zerfallen in Erwärmung ber 
veiter u. Hervorbringung won Licht. Das Rießſche 
Geſetz für bie Entlatuug der Leidener Flaſche, daß 
bie Dadurch in einem geichloffenen Leiter entwickelte 
Wärme feiner rebucirten Länge (vgl. oben) pros 
portionaf fei (1. Elektricität V. Fr), ift auch für gale 
vaniſche Ströme durch Joule, Becquerel u. Yang 
erperimentell bewieſen. Um ben metallenen Yeis 
tungsdraht ins Glühen zu bringen, ift nicht gerabe 
eine Kette von großer Spannung nöthig, wohl 
aber von guter Leitung, aljo großem Querſchuitt 
der Flüſſigkeit, weil ver Metalldraht ſelbſt ein ſehr 
guter Leiter if. Daber eignen ſich dazu bef. bie 

eflagratoren u. Calorimotoren (Berbrenner od. 
Erhitzer); desgleichen die Daniellihen u. ähnlichen 
Elemente, weldye man bier fo verbinden wird, daß 
bie Zinkplatten ber verfchiebenen Elemente unmit⸗ 
telbar zuſammenhängen u. gleichſam eine einzige 
Platte ausmachen ß oben u. F) b). Je größer 


bieje ift, Defto Dicdere Dräbte kann man glühend 
machen. Mit einer Kette von fehr kleinem Flüſſig⸗ 


keitsquerſchnitt kann man auch nur einen jebr feinen 
Draht ins Glühen bringen, u. dies hat Wollafton 
mit feinem Bingerbutapparat am meiteflen ge⸗ 
trieben. Derſelbe beſieht in einem, ſilbernen Yin» 
gerbute, in welchem ein Zinkplättchen mittelft Sie 
gellack jo befeftigt ift, Daß es fich nicht mit den Sil⸗ 
ber berührt; ein beite Metalle verbindender ſehr 
feiner Drahtbogen erglübt, fobalt man den Finger⸗ 
but in eiue vertüunte Säure taudıt. Von dem Er» 
glühen ber Drähte Durch dem galvanifchen Strom 
bat Arago eine Anwendung auf die Beleuchtung 
ter Milrometerfüben im Ferurohre gemacht; doch 
kann man nicht dieſe ſelbſt aus Draht fertigen 
u. glühend machen, weil fie zugleich erfchlaffen 
würden, jondern man muß fie erft durch andere 
Drähte erleuchten. Cine Aumwenbung der galva- 
niihen Wärme u. Pichterfcheinungen im Großen 
ift ver zwijchen zwei innerhalb eines luftleeren Bal⸗ 
lons ſich gegenüberſtehenden Kobienipiten erzeugte 
glänzende Lichtbogen, ſ. Galvaniſches Kohlenlicht. 
Einen Zunten bemerkt man auch ſchon, wenn man 
bie beiden Bolbrähte einer ftarten Säule mit eins 
ander in Berührung bringt, u. befeftigt man an 
dem einen ein Stück Blattgold, jo verbrennt dies 
bei Schließung Der Kette unter Dem blendeudſten 
grünen Lichte. Wahrend in der Yuft ter galvaniſche 
Funke gewöhnlich erft bei der Berüibrung der Con« 
ductoren erſcheint u. auch Kohlenſpitzen erſt nad 
vorhergegangener Berührung ein wenig ſich von 
einander entjernen laſſen, um noch Ten Lichtbogen 
zu erzeugen, geht im luftleeren Raume der Funle 
einer kraͤftigen Batterie auch in einer Entfernung 
von J—5 Ceutimeier iiber. Gaſſiots Batterie von 
3520 Glementen aber gab auch im lufterfüllten 
Kaume fünf Wocen lang unansgeſetzt Funken 


—4 


einem Abſtande ber Volbrähte von ze Roll 
63 —— ———— 


u. tn Heine Entfernung von einantber 


— a offgas am — ſich ausfıhieb 
— — ———— — 






— 
rabuirte Nöhre geſtürzt, fo hat man einen Waf⸗ 
[erjeriegungsappäre (her, wenn man 


t 
ie Blatindräbte mit ben Boten einer Säule im | 


zu Waff 
nad halb fo viel Sauerſtoff ale 2 aferkofl 
befierer Fortleitung bes Stromes durch bie Ylif- 
feit kann man am Ende ber Platinprähte auch 
latinplatten anbringen, n. biefe ſich einander fehr 
nähern, wenn man nicht bie Gaſe aufs 
fangen will; dann if bie Entwidelung fehr leb 
u. das entweichenbe Gas Knallgas. Auch ſchon 
mit einfachen Ketten gelingt biefe Zerſetzung. Bes 
zährt man eine im Waller ir Stiberplatte 
mit einem Ziufftüde, fo fleigen Bläschen von Waj- 
urn auf. Grotibuß bat von biefer merfmwitrbigen 
mung ber chemiſchen Zerſetzung durch ben 
galvaniichen Strom felgenbe gegenwärtig faft von 
allen Phyſilern ala richtig angenommene Erflärung 
63 burch die Berührumg ber Waſſerſtoff⸗ u. 
uerftoffatemte im Waſſer werben bie Hear Pr 
tiv, bie leßteren negativ efektrifch; megen ber gleich⸗ 
drmigen Vertheilung der Waſſermolecüle aber kann 
fid) keine freie Eleltricität zeigen. Befindet fih nun 
Waſſer zwifchen ben Polplatten einer galuanifchen 
Batterie, fo zieht das pofitine Metal Die elektro» 
negativen Sauerſtoffatome ber nächftliegenten Waſ⸗ 
fertheilden an, während bie negative Wetallplatte 
die Waflerftoffatome anzieht n. audy in dem ganzen 
wifchenranne zwißchen beiden Platten richten fich 
Folge der Anziehung ungleichartiger Elektricitä⸗ 
ten alle Moteciile fo, daß fie ihr Sanerftoffateın der 
pofitiven, ihr Waſſerſtoffatom ber negativen Pol⸗ 
platte zufehren. IA nun die Anziehung der Bol- 
platten gegen bie betreffenden Atome groß geung, 
En en fie biefeiben ihrer Verbindung, u. es 
iden fich beiberfeit® Die Basarten aus. Auf ber 
anzen Strede zwiichen den Polplatten verbinden 
de aber nunmehr die neben einander liegenden 
Atome, die vorher zu verichiedenen Waſſermolecü⸗ 
len gehörten, u. jobalb dies geſchehen, erfolgt aufs 
Neue eine Ausſcheidung durch die Kraft der Kette. 
Auf diefe Weife gebt innerhalb der Flüſſigkeit felbft 
beftändig eine Zeriegung u. Reubildung des Waſ⸗ 
fers vor ſich, nur an den Bolplatten können bie 
Beftanbtheile frei werden. Wie das Waffer, fo wer⸗ 
den auch ſehr viele andere flüjfige Körper durch den 
galvanischen Strom zerjeßt, u. es fcheinen Diefelben 
eben vermöge ihrer Zerſetzbarkeit Leiter des Stro⸗ 
mies zu fein, da Ichwerfliifige Körper viel fchlechtere 
Leiter find. Feſte Körper kann man zu bem Ende 
Durch Auflölen in Wafler od. durch Schmelzen in 
Küffigen Zuftand verjegen. Hierbei geht bei Me- 


tallverbind ,9 
KH 
Metalle nn: Pole. Wilchen x. “ 
vorber Stoffe 
1807 Davy ig a in Gcxcch 


talliſche Rabicale Bon ben 
vie Ohne am Bee Dafıe er 


biefen ; ft das @eich, } 
Ingieige hemifge Kanal 


| ben werben, Verbindungen zwei Kia 
einem andern Berbältwifie ald zu gleaden 


lenten find nad Faradah feine Cicteeln 
Im burd den Strom wicht birect zlal 
nen lönnen nur fecumbäre ZJerjegungst 
werben. Wird 5. B. Salpeterjäurn dm 
(hen Strome unterworfen, fo wir 
burd; den aus Dem Waffer ansgeiditems‘ 
ftoff, ber in statu nascente it, mm 
falpetrige Säure geichteben, woren krös 
ſich mit Wa ferftoft fogleich zu Waferaitt 
falpetrige Säure aber an ben nee 
während ber Sanerftoff aus bem bak 
Waſſer an den + Pol gebt. Eine dm) 
bäre Beresung ift bie des Kupferimalt 
cher die Galvanoplaftit berubt(j.chene)b 
bung von Danielle comftanter Yatteri), 8 
wie auch andere Metalle ſich anf ihid 
fällen faffen, geben die Nobilildenf 
ringe. Bringt man fiber eine Cilben,t 
Platinplatte einige Tropfen effigjaumt ® 
berührt fie in ihrer Mitte mit ber & 
aintiüdes fo bilden ſich in —F bieder 
ette um ben Berübrumgspunftcont 
weiche, ben Newtonſchen ähnlich, in A 
farben ſchillern. Ihre Geftalt mebthan 
tbilmlich, wenn fa mebrere ſolche Sof 
kreuzen. Dan kann auch bie Platte u 
zu entgegengejegten Polen einer zuja 
ten Kette nehmer: Es werben aber m 
Einer Flüffigkeit, durch melde ber € 
bie Elemente im Berhältniß ihrer Agar 
pelieben, fonbern führt man denſelben 
urch andere Zellen, welche belichige 
Jose Fläffigkeiten enthalten, fo wert 
n dem Maße zerfegt, daß die m 
Duantitäten unter ſich u. mit ben ver 
haltniß ber Aquivafente ſtehen. Aut 
Strom erregenden Zellen finbet-bien 
portionalität ber Zerſetzungsproducte 
enthaltenen Slüffigleiten flat Farad 
daher den Strom als einen von einer 
andere Abertragenen chemilchen Pre 
Weitere unt. Elektrolyſe u. Galvane 
Elektrolyſe iſt Übrigens, im Fall 
Auflöſung irgend eines Stoffes in &: 
in mebrere unter einander commnnici 
vertbeilt ift, von einer Wanderung 
Stoffes von bem einen Bole zum ante 
Dieje eleltrolytiihe Wanderun 
unter ben mechanifchen Wirkungen t 
angeführten galvaniichen Endosmoſe 


wechſeln; während bie letztere in einem 


ber ——— Flüſſigkeit immer in 
von dem pofitiven zum negativen Pe 
bie elektrolytiſche Vanberung ein Üi 

Töften Stoffes innerhalb der Fluſſig 
Air verichiebene Stoffe in verſchiedere 
Säuren gehen vom negativen zum) 


VGalaniamuq H. 


n pofitiven zum negativen. Sind 
fie nicht chemiſch zerjetzbar, fo wan⸗ 
‚culirenden Glektricitätsmenge pro- 

e des gelöften Stofjee, wie groß 

bie Concentration ber Yöjung fei; 
windigkeit ber Wanderung für ver- 
verichieden. Sie beträgt für Schwe- 
—— 14, für Ätztali 23, 
5 Broc. des Aquivalenta der beweg⸗ 

Sind bie auigelöften Stofie che⸗ 
jo wantert die Bafis von pofitiven 
Bote. Iſt die Bafis das Oxyd eines 
8, fo wurde biejes Verhalten von 
er geleugnet, Doch haben Hittorf u. 
je Anfiht widerlegt, u. letter ſo⸗ 
nt, daß die jchweren Dietalle das 
ungsvermögen befiten, 3. B. für 
tupfer 36 Broc., nur muß man ver» 
a pofitiven Pole Säure frei werde, 
nicht Platinplatten als Elektroden 


ung der Conſtanten desgal— 
romes. Unter den Conſtanten des 
romes verſteht man die in der Kette 
motorische Kraft, ben in ihr enthal⸗ 
ieerftand u. Die Stärke des Stro- 
dent Chmichen Geſetze die Stärlke 
zleich der eleftromotorifhen Kraft 
en Leitungswiderſtand ift, jo kann 
mei dieſer Größen durch die Beob- 
; find, bie dritte berechnet werben. 
t fi nun das Problem fo, daß ent- 
romotoriſchen Kräfte verichiedener 
von Metallen u. Flüſſigkeiten, ob. 
erftänte verichiedener Konbuctoren 
rglichen werten follen. In biefem 
tan nur relativer Meflungen ber 
ach einem gemeinschaftlichen Maße, 
Hröße nicht weiter beſtimmt zu fein 
vergleichende Diefjung ber Strom- 
man aber durdy die Beobachtung 
ı u. zwar zeigen fich hierzu am be- 
ıguetifchen Wirkungen, namentlich 
ng ber Zangentenbufjole. Indem 
triſche Strom durch einen breiten, 
n der Ebene des magnetiichen Me⸗ 
hen Kupferring von etwa einem 
ev geleitet wird, jo wird dadurch 
nem Mittelpunkte befindliche Diag- 
mem Sol Yänge abgelentt, u. die 
nee ift dann der trigonometrifchen 
Ablentungswinleld® proportional. 
weiner Kette enthaltenen Leitungs⸗ 
demjenigen eines gegebenen Drab- 
en, beobadytet man Die Ablenkun 
l erftlich bei unmittelbarem Schiu 
die Tangentenbuſſole u. ſodann bie 
lentung nad) Einſchaltung des ge- 
3. Hierdurch finder man zwei Glei⸗ 
nen man ſowohl den geſuchten Wi⸗ 
tte, als auch eine der elektromoto⸗ 
r Kette proportionale Zabl berech⸗ 
ſolche Weiſe ergaben vergleichende 
eleltromotoriſchen Kräfte verſchie⸗ 
nach Petruideisty, immer unter 
algamirten Zintd, für das Grove⸗ 
stement 1,78, fir das Bunſenſche 
n Eiſenlohr 1,05, von Daniel 1,00, 
ifon. %& Aufl. VL 


807 


von Wollafton 0,93, für das aus Gußeiſen u. Zink 
1,72; dagegen fand Müller für ein Bunfeniches 
Element gefertigt von Deleuil 839, für ein Bun⸗ 
feniches von Stöhrer 777, für ein Groveſches 524, 
für ein Daniellfches 470, für ein Smeeſches 210, 
für ein Wollaftonfches 208; bie Widerftäute fand 
Müller für das Deleuiliche 21, für das Stöhrer⸗ 
fhe unter Anwendung von bejien feinen poröſen 
Thonzellen 12, unter Anwendung ihlechterer Thon⸗ 
zellen 42, für das Daniellihe mir ſchlechten Thou⸗ 
ellen 78, für das Wollaftonihe 13. Allerdings 
And ſolche für die Widerftände gefundener Zahlen vou 
bem willkürlich gemäblten Drabte, u. Die Zahlen 
für bie eleltromotoriſchen Kräfte außerdem noch von 
ber bejonderen Genftruction ber Tangentenbifjole 
abhängig, u. diejer Übelftand wird um jo fühlbarer, 
weil es nicht einmal genügt, Den gefundenen Zah» 
len eine Angabe über den Stoff u. die Ausdehnung 
bes gewählten Drabtes hinzuzufügen, indem bie 
Xeitungsfähigleit ber Metalle durch eine geringe 
chemiſche Beimiſchung u. durch veränderte — 
fenheit ihres Aggregatzuſtandes (Dichtigleit, Ela⸗ 
ſticität) weſentlich geändert wird. Es ſtellte ſich 
alſo zunächſt, um allgemein vergleichbare Werthe 
zu gewinnen, das Bedürfniß nach einem allgemei⸗ 
nen Grundmaße des Yeirtungsmiderjtundes heraus. 
Als ſolches gilt jetzt faft allgemein tie Jacobi» 
he Einheit, dies ift ein won Jacobi in Peters⸗ 
burg bargeitellter Kupferdraht von 25 ruſſ. Fuß 
— 7,61975 Dieter Yürge u. 0',02625 =U,w7 Millim. 
Dide, zwiſchen Glasröhren wohl verwahrt u. an 
beiden Enten mit Schrauben zum Kinfchalten ver- 
*jeben, welcher zur Anfertigung u. genauen Bergfei- 
hung ähnlicher Etalons durch viele phyſilaliſche 
Gabinete gewanbert ift. Um aber auch für die efef- 
tromotoriſche Kraft, od. mas nunmehr auf bafielbe 
binauslonunt, für die Stärle des Stromes ein 
abjolures Maß zu haben, find verſchiedene Vor⸗ 
ſchläge gemacht worten. Nah Jacobi fol die Ein⸗ 
beit des Stromes ein folder fein, weldyer Durch 
Zerſetzung bes Waſſers in einer Minute ein Cubife 
centimeter Knallgas von U’ Wärme u. 7650 Milli 
meter Spannung liefert. Nur der Größe, nicht 
dem Princip nad hiervon verfchieden ift es, wenn 
man als Einheit denjenigen Strom nimnıt, welder 
in einer Secunde ein Diilligranum Wafjer zerſetzt, 
u. Dies gilt gegenwärtig als Das elektrolytiſche 
Map. Weil aber dieje Einheit wenigftens unmit- 
teilbar in vielen Fällen nicht anwendbar ift, indem 
ſchwache Ströme durch Einſchaltung tes hierzu nö» 
thigen Boltametere bis zu einer unmerlbaren Größe 
geihwächt werben, hauptſächlich aber aus willen» 
ſchaftlichen Gründen hat W. Weber ein anteres auf 


bie Einheit Des Magnetismus fich ſtützendes Maß 
eingeführt. Danach gilt ald magnetiſches Maß 


ber Stromftärle derjenige Strom, welcher die Ein» 
beit der Fläche umkreiſend, dieſelbe elektromagne⸗ 
tiſche Wirkung hervorbringt, wie die Einheit des 
freien Magnetismus; letztere iſt aber der Magne⸗ 
tismußs eines ſolchen Stabes, welcher, wenn er aus 
roßer Entjernung R auf einen anderen gleich ſtar⸗ 
en Diagnetftab wirkt, deflen Achſe in bie Verbin⸗ 
dungslinie ber beiden Dlittelpuntte fällt, während 
jeine eigene Achſe ſenkrecht Dagegen ift, ein Drehungs- 
moment auf ihn ausübt, weldyes fich zu bein abjo- 
(uten Maße des Drebungsmonentes wie 1 : BR? 
verhält. Weber hat ferner nachgewieſen, baf bie 


elekttrolytijche Maßeinheit 106; maguetijdpen Kitts 
5 


608 
Heiten gleich it. Endlich hat Weber noch eine me- 
chaniſche Mafeinbeit ber Stromflärte aufge⸗ 
fiellt. Definirt man nämlich ale eleftroflatifihe Ein- 
heit ter Elektricität diejenige Menge, welche in 
einen Millimeter Abftand auf die gleiche Menge 
einen Drud ausübt, der einem Milligramm in einer 
Secunbe die Beſchleunigung von einem Millimeter 
eben wirbe, fo ift bie mechaniſche Einheit ber 
romftärfe die Stärke des Stromes, bei welchem 
in einer Secunde wie Einheit der freien poſitiven 
Elektricität in der einen Richtung u. bie Einheit ber 
freien negativen Elektricität in ber entgegengeſetzten 
Richtung Durch jeden Querſchnitt der Kette fließt. 
In Gemeinſchaft mit Kohlrauſch hat Weber die frii- 
beren Stromeinbeiten nach mechaniſchem Maße ge- 
meffen, u. e8 ergibt fi, Daß die magnetiihe Maß- 
einbeit 155,370 Millionen, bie eleltrolytiſche 
16,573,000 Millionen mechanischen Einheiten gleich 
if. Es folgt hieraus zugleich, Daß die Waſſerſtoff⸗ 
atome in einem Milligramm Waſſer 16,573,000 
Millionen Einheiten freier + Elektricität, bie 
Sauerftoffatome eine gleiche Menge freier — Elel- 
tricität enthalten, u. e8 müßte allo bei dieſer Waſ⸗ 
fermenge auf die Waflerftoffatome ein Drud von 
2956 Genmern nach einer Seite u. ein gleicher 
Druck auf die Sauerftoffatome nach ber anderen 
Seite wirffam fein, wenn in einer Secunbe ein 
Milligranım Waſſer zerſetzt werden jollte. 

1) Theorie bes ©. Für die Art u. Weiſe, 
wie man fi) die Erzeugung ber galvaniſchen Elek⸗ 
teicität benfen fol, gibt es zwei Theorien, die Con- 
tact» u. die hemiiche Theorie. a) Die Contact- 
theorie, fhon von Volta aufgeftellt, von Ohnt 

chner, Pfaff weiter begründet, erkennt e8 als 

hatſache an, baf zwei heterogene ftarre Körper, 
welche Eieltricitätsleiter find, durch bloße Berüh⸗ 
rung, ohne Mitwirkung irgend eines chemiſchen 
Broceffes, das elektriſche Gleichgewicht ſtören u. bie 
vorher zu neutralen Gemiſch verbundenen Eleftri- 
citäten ſcheiden, jo daß, wenn veibe ijolirt find, an 
dem einen ++, an dem anderen — Gleftricität aufs 
tritt. Die Spannung ber Elektricität zeigt für je 
zwei folche Körper einen beſtimmten, unabänter« 
lichen Grad. Alle Körper find in eine Reibe(Span- 
nungsreibe) zu ordnen (f. oben). Nach Fechner 
denkt man fich den Vorgang der Erregung jo, daß, 
wenn 3. B. Kupfer u Zinf in Berlibrung fomnen, 
in ben Heinen Zmiichemaum zwiſchen beiten Plat⸗ 
ten wegen der elefiromotorudhen Kraft ſich ein 
Theil — Eleftricität von Zink u, 4 Elektricität 
von Kupfer neutralifiren u. dadurch beite Platten 
mit ben beziebentlicy entgegengefeten Eleltricitäten 

elaten zurüdgelaffen werden. Wird durch einen 
—** Leiter Die Kette der ſich berührenden Me⸗ 
talle geſchloſſen, ſo vermittelt die chemiſche Zer⸗ 
ſetzung deſſelben den Strom, deſſen Quelle jedoch 
die im Contact wirkſame Kraft iſt. Während die 
Anhänger ter Contacttheorie Die weitere Frage 
nach dieſer Kraft offen laflen, wollen die Berthei- 
figer b) ter hemijchen Theorie einen Ab— 
ſchiuß finten in der Hypotheſe, der Chemismus fei 
nicht eine Folge des ©., ſondern die Urſache. Die 
Antuction namlich, Daß geichlofiene galvanijche 
Ketten nur dann wirkſam jeien, wenn fie einen 
feuchten, chemiſch zerſehbaren Yeiter enthalten, u. 
daß, wenn in ber Stette zwei fich berührende Me— 
talle tbätig feien, Das am ſtärkſten angegriffen: ſich 
ſtets als poſitiv verhalte, veranlaßte De ia Rive 


zwiſchen Zink u. dem feuchten 


Galranomas: LK. 


als Urſache der Siektricitätßerregung de 
Broceß hinzuſtellen. Auch wo bie fe 
ſchlofſen et, fei Die Spannung der Giehri 


falle durch den chemischen Proctß bebinz! 


man z. B. mit einem Zinlſtüde die mck 
kectorplatte eines Eonbenfators, fo ericei 
tricität in bemfelben, weil an der Berih 

Finger ee! 
entftehe, welche die 4 Elektricitãt hardy 
abfließen, aber bie — Eleltricitãt af ih 
vor da auf das Dieffing übergeben If 
Anſichten ſtimmen — nicht überein 
Thatſachen, daß fich immer wieder ie 
Grad der Spannung zeigt, wie chtud 
ſuch wieberholt werben mag, daß fumı 
von Efektricität wahrgenommen wit, ı 
die Sollectorplatte von bemielten Ru 
fertigt, al® mit welchem man fie berät. 
auch bebeutende Elektricität erhält, vr 
Blatte mit Körpern berührt, bei dem 
ſche Action faum denkbar ift, wie Grat 
toble, od. Blatin. Noch weniger ih 
la Rines Hypotheſe bie regelmäßige &$ 
reihe erllären,, welche fich ala alle ſeſt 8 
faſſend darftellt, wenn man nad ter X 
Metall mit ben übrigen in Qerähren 
Weiter als De la Rive geht noch Zurte 
dem er nämlich eine Glektricitätderrgum 
feften Leitern u. Flüſſigleiten nachgewe 
findet er nun nicht mehr in den chemiden 
u. den Affinitätekräften bie Duelle der 
fondern erflärt Elektricität u. chemiſchen 
identiſch n. den elektriſchen Strom für 
Berne libertragene Bermwandtichaft. Ra 
dorf ift die Eomtacttheorie nicht wider 
chemiſche nicht erwieſen. 

K) Der zur Darftellung ı. Beobahm 
vaniſchen Erſcheinungen nötbige Arpı 
außer den bejchriebenen galwantichen Ü 
Säulen u. den gleichfalls erwähnten, 5 
tung der Spannungsverhältnijie der & 
gen Elektroſtope mit Condenſator: a) a 
menten, welde zur Schließung 
dienen. Hierher gebören neben aa)rın 
drähten von verjchietener Yünge u. 
den Klemmſchrauben, mitteiſt de 
mit den Polen ter Säule u. unter ji 
dung gebracht werben, die Mutateren 
tatoren. Der von Jacobi erfuntene 
tor (Rbeotom, Eleftrotom) tie 
Stron oft u. rafch hinter einander ;: 
wieder zu unterbrechen, u. bejtebt aus 
felben horizontalen Achſe befeſtigten, un 
in leitender Verbindung ftebenten 8: 
von denen die eine an ibrer Peripherie 
zahl (3. B. 36) gleiche Abſchnitte geibei 
abwechſelnd ansgefchnitten nn. durch E 
gefüllt find. Zwei kupferne Hebel lies 
langen Armen auf dieſen Scheiben a: 
mit ibven furzen in Quedſilbernãviden 
Zuleiter des Stromes bilden. Diredt ! 
Scheibe, jo wird bie Kette unterbredk 
geſchloſſen, je nachdem Der eine Hebelar 
holz od. Kupfer berührt. Das er! 
rad unterſcheidet ſich ven dieſem Arp. 
durch, daß bei ihm tie Scheiben berr 
Mittelſt deſſelben kaun man in einer « 
Scließungen u. Offnungen bereirte 


GSalaniamus K. 


:(®yrotrop, Inverſor) if eis 
ser Ströme bienenbes Inftrument. 
inem hölzernen Vretchen, anf wel⸗ 
enüberſtehenden Seiten je drei mit 
Ute Näpfchen geſtellt ſfind. Nennt 
er Seite ſtehenden 1, 3, 5, bie au 
, 6, fo ift das Quedfilber in 1 mit 
einen Dietallftreifen verbunden, Das 
5 durch einen zweiten, ber fich mit 
titte freuzt, ohne ibn zu berühren. 
ıL iftber +», in 2 ber — Poldraht 
u. 4 geben Drähte nad dem fei- 
chſtrömt werben fol. Je nachdem 
.2 mit 4 cd. 5 mit 3 u. 6 mit 4 
en verbunden wird, gebt ber poft« 
3 durch den Leiter nach 4 od. ums 
‚reicht Dies aber durch eine Wippe, 
Range, jo lang als das Breichen 
edem Ende brei Metallfpigen trägt, 
nittelften am längften finb u. in 3 
e zu beiden Seiten aber entweder 
5 u. 6, je nachdem man bie Wippe 
andere Seite wirft. b) Infiru- 
rkennen u. Meſſen der gal- 
röme. Yange Zeit biente aa) zum 
ofhpräparat;bas von Schweig- 
von Nobili vervolllommnete Balve- 
t vor ihm nurden Vorzug, daß man 
die Richtung des Stromes daraus 
ach welcher Seite die Magnetnadel 
j. Eleftromagnetifcher Multiplica⸗ 
ſität des Stromes iſt bei ihm jedoch 
des Ausſchlagswinkels proportio⸗ 
‚bel durch die Drehung in merklich 
gegen den Multiplicatorring kommt 
ter ſich die Radel bereits gedreht 
e Wirkung deſto ſchwächer wird. 
») Pouillet u. W. Weber zu Juten⸗ 

Tangentenbouſſolen con- 
Rhier Der zu meſſende Strom durch 
reisförmigen, verticalen u. in der 
metiſchen Meridians aufgeſtellten 
eleitet. Mit ſeinem Mittelpunkte 
unkt einer Heinen Bouſſole zuſam⸗ 
venn durch den Kupferſtreifen ein 
n der urſprünglichen Yage foweit 
bis bie magnetiihe Aichtkraft der 
Kbitehungstraft Des Stromes fich 
t halt. Weil bierbei bie Pole ber 
merflich von dem Ringe entfernen 
nicht länger ale ! des Durchmeſſers 
), fo ſteht bier die Stromintenfltät 
yen Verhältniſſe zum Ablenkunge- 
‚teich feiner trigonometriſchen Tan- 
das Inftrument fo eingerichtet, daß 
Multiplicatordraht trägt u. man 
die Nadel dur den Strom abge- 
se verticale Achſe drehen kann, 10° 
del wieder in die Ebene des Ringes 
n bie Stromintenfität dem Sinus 
Dedungsiinfeld proportional, da⸗ 
Inftrument bie Sinusboujjole. 
die Bouſſole nicht Meiner ala der 
3 Ringes zu fein, weil bie Nabel 
ı Die namliche Yage gegen deu Ring 
Die UÜbelſtände, weiche noch mit 
‚nten verbunden find, daß die Ab⸗ 
ınmittelbar der Stromftärte pro- 


portional find, ſondern erſt trigenometriiche Yunc- 
tionen berfelben, daß die Beobachtungen bei ber 
Tangentenbouſſole für große Auefchläge fehr un- 
genau werben, bei der Sinusboufiole aber bald 90° 
erreichen, machten ein Inftrument wilnichenswerth, 
welches Mohr conftruirte, da® Torjionsgalvar 
nometer. Ein Baar aftatifche Magnetftäbe 
ben ſich wie beim Galvanometer theils zwiſ 

theils über einem Multiplicatorringe u. ſind an 
einer geſtreckten Uhrfeder aufgehängt, welche oben 
an den Zeiger einer Kreistheilung befeſtigt iſt. Hat 
nun der durch den Multiplicator geleitete Strom 
den Magneten abgelentt, fo dreht man den Zeiger 
oben fo weit, bis Lie Nabeln unten wieder an ber 
vorigen Stelle einfpielen, bis aljo die Zorfione- 
kraft der Stablieder der Kraft des Stromes das 
Gleichgewicht bält. Da ſich diefelbe dem Torſions⸗ 
winkel durch Verſuche genau proportional ergeben 
bat, u. bie Feder bis auf vier Umdrehungen voll- 
fommen elaftijch ift, fo erfüllt das Inftrument obige 
Bedingungen. Ein auf dem Brincip ber ther- 
mifhen Wirkungen bes Stromes beru- 
hendes Galvanometer bat Hanlel erfunden. 
Der Strom wirb durch einen feinen Drabt geführt, 
ber fi in Folge deflen erwärmt u. ausbehnt. Der 
Draht ift oben an dem eineu Ende eines Hebel» 
arms befeftigt, an deſſen anderen ein Spiegel anger 
bradt ift u. ein Gewicht, welches den Faden immer 
in gleiher Spannung erhält, dabei aber, wenn er 
fih ausdehnt, den Hebel jo bewegt, bag man durch 
ein geygenübergeftelltes Fernrohr mit einer Scale 
im Spiegel verihiebene Scalentheile voriibergehen 
fiebt. Die Erwärmung ift dem Quadrate ber 
Stromintenfität proportional, es ift für fie Die Rich⸗ 
tung des Stromes gleihgältig, daher laun man 
mit dieſem Inftrumente auch Steöme mefleu, welche 
unanfhörlich u. ſehr Ichnell hinter einander ihre 
Richtung umkehren. Man kann ferner den Strom 
nah feinen chemifhen Wirkungen durch ba 
Boltameter meilen. Faraday hat nämlich das 
Geſetz nachgewieſen, daß, menn eine Flüſſigleit durch 
einen conſtanten galvaniſchen Strom zerſetzt wird, 
bie Quantität der Zerſetzungsproducte ber Zeit =. 
ber Stromintenfität proportionat if, daß alio bie 
in ber Zeiteinheit zerſetzte Maſſe ein Maß für ben 
Strom iſt. Es kanu aljo ber oben unter G) f) be- 
ſchriebene Zerſetzungsapparat zum Boltanıeter die⸗ 
nen. Endlich kann man die Intenſität der galva⸗ 
niſchen Ströme noch am Elektrodynamoineter (ſ. d.) 
durch die Ablenkung meſſen, welche, wenn derſelbe 
Strom hiutereinauder durch zwei einander nahe 
Drabtringe geführt wird, der eine Durch den andern 
erleidet. ©) Inftrumente zum Meifen des 
Widerftandes: Wheatſtonſcher Rheoftat 
od. Stromregulator, durch welchen man eine 
in einen galvanıihen Strom eingefchaltete Draht⸗ 
länge ohne Unterbregung bes Stromes, beliebig 
verlängern od. verlürzen kann; er Lefteht in einem 
hölzernen, um jeine Achie drehbaren Cylinder, 
ihraubenförmig mit Neufilberdrabt ummunben. 
Der eine PBoldraht wird nun zu bem einen Eude 
des Drahtes geführt, der andere zu einer Metall⸗ 
hilfe mit einer Feder, die gegen ten Draht drückt, 
un. während ber Drehung des Cylinders länge bed» 
felben ſich verichiebt, jo daß nad ein, zwei, Drei m. 
mehreren Umrehungen ebenjowiele Windungen bes 
Drahtes in die Kette eingeichaltet find. Man kann 
mit biejem Inſtrumente leicht biejenige Drabtlänge 

‘ 


finden, welche einem anteren früher eingeſchalteten 
Leiter an Widerſtand gleich iſt. Das Differen⸗ 
tialgalvanometer beſteht in der von Hantel 
perbeflerten Geftalt ans einem Ringe von 3 Fuß 
Durchmefler, über welchen im entgegengefegten 
Sinne zmei Dräbte von ganz gleichem Widerftande 
gewimben find u. in been Mittelpunkt ein br 
netftab von 3 Zoll Fänge an einem Coconfaden auf 
gedängt ift. Spaltet man nun einen Strom, daß 
er bie beiden Drähte gleichzeitig durchläuft, fo muß 
die Nabel auf O ftehen Bleiben. Schaltet man aber 
in ben einen Zweigſtrom einen noch zu unterfuchen- 
den Leiter ein, fo muß man in ben anderen zugleich 
eine gewiſſe Yänge befannten Drahtes einfchalten, 
bis Die Ablenkung der Nabel, die durch ein Fern- 
rohr mit Scale beobachtet wird, — 0 iſt. 

Bgl. Galvani, Dell’ usu e dell’ attivita dell 
arco conduttore nelle contrazione de’ mus- 
coli, Bologna 1794; 3. 3. Reinhold, De Galva- 
nismo, %p3. 1797; Gud, Geſchichte des ©. u. aller 
bis jett Darliber gemagıten Beobachtungen, über- 
jetst von Clarus, a 1802; Voltas Schriften über 
Elektricität u. ©., herausgegeben von Nafie, Halle 
18035 Cavalla, Darfielung ber Lehre von ber 
Eleftricität, bem &. u. Magnetiemus, Erf. 1806; 
Ohm, Die galvanifche Keite mathematifch bearbei⸗ 
tet, Berl. 1827; Pfaff, Parallele der chemifchen 
Theorie u. ter Boltaifchen Eontactiheorie, Kiel 
1845; Fechner, Maßbeſtimmung über die galva- 
nijche Kette, Lpz. 1831; W. Weber, Eleltrobyna- 
miſche Maßbeftimmungen, Abb. ber Leipz. Geſ. der 
Wiſſ., math. phyf. Klaſſe I, 215 u. 483, Lp3. 1850 
u. 1852; Weber n. Kohlrauſch, ebenba V, 221, 2p3. 
1856; Humboldt, Die gereizte Mustel- u. Nerven- 


fofer, Berl. 1797 u. 1799; Ed. Weber, Quaestio- ' 


nes physiol. de pharm. galvan. in corp. hum. 
observ., ?ypı. 1836. 
Galvanoepikalymmatik, fo v. w. Galvano⸗ 
rege j. u. Galvanoplaſtik. 
alvanoglyphie, eine von Ommegand in 
Brüſſel erfuntene Methode, um durch chemifche 
Mittel mit Hilfe von Salvaniemus auf eine Me⸗ 
tallplatte Zeichnungen od. Kupferftihe en relief 
in der Art beroorzubringen, daß dieſe Platten mit 
der gewöhnlichen Buchbruderpreffe u. mit ben ty- 
pographiichen Formen zu gleicher Zeit abgezogen 
werben können. 1856 wurde ber erfte Verſuch nach 
einer Zeichnung des Profeffors Dujartin in Ant- 
mwerpen verdffentlicht; feitbem hat das Verfahren 
bebeutente Verbeflerungen erfahren. 
Galvanogräphie, eine aus der Galvanoplaſtik 
bervorgegangene Erfindung Kobells in Miinchen, 
melde zum Zmed bat, Zeichnungen durch Hülfe 
ter Salvanoplaftit zu wervielfältigen. Zu biefem 
Ente entwirft man die betreffende Zeichnung mit- 
telft einer aus Spicköl u. Diennige gebilbeten, ob. 
einer anderen die Elektricität leitenden Farbe auf 
einer gut polirten reinen od filberplattirten Kupfer⸗ 
platte, jo daß das blanke Silber bie höchſten Yichter, 
das mehr od. weniger gebedte die Schatten gibt, u. 
fällt ſodann auf Die das Gemälde enthaltende 
Fläche das Kupfer auf galvaniſchem Wege. Die 
Berdidung der Kupferplatte kann man dadurd be» 
ſchleunigen, daß man, nachdem ſich ter erfte Über- 
zug al& ununterbrochenes Ganzes gebiltet hat, auf 
tiefem, während ber fortbauernten galvancplafti- 
ſchen Operation, allmälig zugleich Aupferfeilfpäne 
-auffitent. Die jo erzeugte Rupferplatte dient un- 


Galvanoepikalymmatit bie Galvanoplaſtik 


mittelbar zum Abdruck in ber Kupierdi 
gibt dieſelbe Tuſchzeichnung, wie fie d 
auf ter Platte hervorbrachte, in kelich 
von Abbrüden auf ver Blatte wieder. 
gene galvanoplaftiiche Platte fan ix; 
von einem Kupferflecher in einzelnen 
gearbeitet werben, obne daß jeb 
originelle Darfteliung des Malers 1, 
Die Eleltrotinte, eine Erfintungu 
in ®ien, bat ben Zwed, ben Ron 
netere Unterlage zur Ausführung der % 
barznbieten. Die Zeichnung wird anf ganz 
dhenpapier, welches mit einer bilme Ei 
Leim Abergegen ift, mit Tithograpkäke | 
ausgeführt, Die fertige Zeichnung auder E 
mit einem Schwamme befeuchtet u. sit 
bebedt, während bie Vorderſeite anf kr 
denpapier aufiiegt. Wenn man fie dies 
ber Oberfläche auf eine verfilkern Anka 
legt u. im langfamen Zuge burd die hy 
läßt, fo geht die Zeichnung von ben ſer 
bie Platte Über. Nachdem bas Par wm 
abgezogen worden ift, Bringt man vie Bart 
gelvanoplaftigen Apparat. Die fie! 
eife erzeugte Platte gibt Abbrüde, mil 
Charakter ver Tuſchzeichnung rolfing 
tragen u. fi von der G. nur baturd ze 
ben, daß die Manier im Auftragen ki be 


wet , 
alvanokauſtik, Atteirtung ver geh 
Batterie, um mittelft des weißglübenta 
drahtes, wie mit einem Mefler, Bat 
trennen. Diefe Operationsmeile if te 
wichtig, weil der glübente Drabt turb & 
des Blutes bie durchſchnittenen heim & 
fliegt u. die Blutung bintert:; fie ' 
fhmerzlo8 fein. Malgaigne in Par | 
Bruſtdrüſen durch ©. operirt. 
Galvanomagnetismus, Ic v. w 
magnetismus. 
alvanomefallurgie iſt ein ven 
vorgeichlagenes Berfahren, ımm auf au 
5— Metalle im Großen auszubringen 
noch feine Anmendung aefunten. 
Galvanometer u. Salvanoftep, t 
ment, welches dazu dient, ſchwache 
Ströme bemerkbar u. einigermaßen un 
leihbar zu machen. Es befteht in einem 
feinen Faden anfgehängten aftariicen ! 
delpaar, um befien untere Nadel in kai 
ihrer Achfe ein mit Seide überiponnen 
brabt in vielen Winbungen aufgewunder 
ten tie beiten Enten des legteren mit ! 
Bolten des Stromerregers in leitente ? 
gebracht, fo erfolgt ein Ausſchlag tes #: 
Galvanpplaftit. Durch elelire- di: 
ſetzung ter Auflöjung von Metallſalzen 
bie aufgelöften Metalle auf einer meralt 
flähe ım reguliniichen Zufiande are 
längere Zeit der Zeriegungerpreuk (4 
Dietallläfung tauert, deſto Dider min ! 
bes galvaniſch gefällten Metalles. Ti} 
des reguliniichen Metalle kilter ri: 
gleichförmigen zufammenbängenten ld 
her unter gemiflen Umftänten fit xt 
ter Elektrode baftet, ed. er laßt ik 
Mafie von ter leteren abläjen. Mi: 
fi die techniſch wichtigen Metbere. 


ns @ebanplat 


n engeren Sinne) u. metallene 
mer Schicht eines anderen Me⸗ 
t (Balvaneftigie, Salvanoevika⸗ 
e galvaniiche Vergoldung, Ber: 
man auf einer metalliichen Form 
gefchiedenes Metall, gewöhnlich 
ex gewiſſen Diele alagern 1äßt 
Metall endlich von den Rändern 
rm abfeilt, jo hat man einen gal- 
ruck der Form, welcher alle Ber⸗ 
Iberflähe des Originale in ver⸗ 
ıthäft. Wach war Ichon 1830 ber 
ziemlich nahe, aber erft 1839 ifl 
&burg gelungen, durch den gal- 
Segenftänte in Kupfer abzufore 
tan auch Spencer in Liverpool 
indung der G. zu, fo if bie 
„bi in einer vollendeteren Form 
. De la Rive in Genf ent 
che Bergoldung u. Berfllberung, 
von Silington, Rnolz, Becque- 
bildet wurde. Die einfachfte Art 
hen Verfahrens befteht darin, 
formenden Segenftand gleihfam 
tede einer einfachen Daniellichen 
Ivaniemus x). Der Gegenftand 
läche, wenn er nicht von Metal 
d gemacht werden, ala die Ab» 
zfers vor fich geben fol; Teitet 
Oberfläche, fo wird dieſelbe an 
pt leitend gemacht, die von ber 
Retaltes frei bleiben follen. Das 
hieht am beften dadurch, Daß man 
ı Stellen der Form, die von Gyp®, 
n fein kann, mittelft eines feinen 
od Silberpulver aufträgt. Will 
en nichtleitend machen, jo ber. 
nit Wache cd. Stearin. Beſteht bie 
‚ fo wird bie Oberfläche derfelben 
ingerieben u. Darauf mit welchem 
nosicht, weil fi) außerdem bie 
nal nicht loelöſen würde. Das 
ern die Ablagerung vor ſich gehen 
us einem Mietall beleben, das 
riollöfung angegriffen wird, na» 
Zint, zu n. Eiſen. Am häu⸗ 
an Kupfer an, das auf naſſem 
siinnen Schicht Silber überzogen 
Kupferplatten u. ähuliche Gegen⸗ 
iſchem Wege zu erzeugen, benutzt 
einen hölzernen Trog, der mit 
usgegoſſen iſt; am Boden deſſel⸗ 
die gravirte Platte, auf der ſich 
jern ſoll. Über derſelben iſt ein 
ebracht, der an ſeiner unteren 
Mlaſe od. mit einer pordfen Thon⸗ 
‚ Unmittelbar über dieſem Rah⸗ 
‚ eine Zinkplatte, bie mit HM 
mit ber Kupferplatte verbunden 
g gießt man eine möglich con⸗ 
von Kupferpitriol, die man dar 
n Soncentrationszufande erbält, 
in der oberen Schicht befindlichet 
lkryſtalle bringt, bie fich In dem 
Kupfer auf die Platte nieberge- 
In dem inneren Theile des Rah⸗ 
ch eine concentrirte Loſung von 
eBecygang bel der: galvaniſchen 


Ablagerung bes Rupfers iſt folgenbet: Der Kupfer 
vitriol ( ſchwefelſaures Kupferoryd) gikt an ber 
Anode Sauerſtoffgas u. an der Kathode metalli⸗ 
ſches Nupfer. Die Abſcheidung bes letzteren läßt 
fi durch die Annabme erllären, daß ber Rupfer- 
vitriol in Schweielfäure u. Kupferoxyd, das Waffer 
der Löſung in Sauerfioff u. Waflerftoff zerlegt 
wird. Der Sauerſtoff des Waſſers ſcheidet fl 
an der Anode (am pofltiven Pole) ab, daſſeſbe ge- 
ieht mit der Schwefelſdure; ber Wafleritoff des 
fiers begibt fih an die Kathode, ebenio das 
Nupferoryb. Hier verbindet fi der Waflerfloff 
mit dem Sauerfloff des Kupferoxydes zu Waſſer, 
während das Kupfer metalliich abgeichieden wirb. 
Der an der Anode feinverbünnte Suuerfloff ver- 
bindet fih mit dem daſelbſt befindlichen, als Leiter 
dienenden Zint zu Zinkoxyd, da mit ter Schme- 
felfäure zu ſchwefelſaurem Zinkoxyd zuſammentritt. 
Aus der Über G. gemachten Erfahrung gebt es her⸗ 
vor, daß das Kupfer in compacter, cobürenter 
Mafle nur dann gefällt wird, wenn bie Kupfervi⸗ 
triolidſung in ziemlich concentrirter Form ange 
wenbet wird, u. ber elektriſche Strom gerade aus⸗ 
reichend ift, die Kupfervitriollöfung, nicht aber 
auch das Waſſer zu zerfegen. Scheidet fih an ber 
Kathode außer metalliſchem Kupfer auch noch Waſ⸗ 
ferftoff aus, fo erhält man das Kupfer nicht cobä- 
rent, fondern in Korm eines braunen Bulver®. 
IR Die Entwidelnig des Waſſerſtoffes zu heftig, 
folglih der Strom zu ſtark, fo verringert man das 
Bolumen der Anode, od. vergrößert Bas der Ka⸗ 
tbode, od. erwärmt die Pöfung, ob. fee u derſel⸗ 
ben noch Kupfervitriol, od. ruͤckt die en Elek⸗ 
troden einander näber. Iſt der Strom verhält 
nißmäßig zu ſchwach, ſo verfährt man umge⸗ 
rt. Um wo möglich ſtets eine gleiche Strom⸗ 
ſtärke zu haben, iſt es nothwendig, diefelbe im 
ſedem Augenblicke zn kennen u. jede Zu⸗ od. Ab⸗ 
nahme des Stromes zu bemerlen. Zu diefem Zwecke 
benutzt man das Galvanometer (f. d.). Die G. iſt 
einer ſehr ausgedehnten künſtleriſchen Anwendung 
fühig, indem feine ber bisber bekannten Methoden, 
Copien durch Abdruck od. Abguß zu erhalten, eine 
ſolche Sicherheit, Schärfe u Genanigkeit gemäbrt, 
als die gaivanoplaſtiſche. Die G. iſt in ber neueren 
zeit zur Vervielfältigung von Lettern, Bignetten, 
anbverzierungen 2c. (welche Berfahrungsart mau 
Sleltrotypie nennt) angewendet worben u. hat 
der Buchbruderei, namentfich der Schriftzießeret, 
bef. durch Erzeugung von nenen Matrizen, große 
Bortheile gewährt. Um einen neuen letternint 
zu copiren, werben bie einzelnen Lettern mit Spi⸗ 
tien in einer folhen Ausbehnung umgeben, als bie 
Sröße der von jeder Vetter zu erzeugenden Matrize 
es erforderlich macht; dieſer Sat wird ſodann zu⸗ 
fammengebunden u. an ben Rändern mit Wirchs 
umgeben. Davon erzeugt man einen galvanoplar 
ftiiden Ahbrud u. ſchneidet Die einzelnen Dixtriyen 
mit einer Sige aus; biejelben werden nun noch 
auf der Rückſeite mit Letterninaterial zur gehörigen 
Dide ausgegoſſen; damit biefer Aufzug ſich mit 
dem Kupfer vereinige n. fer darauf ae. muß tie 
Aüdfeite verzinnt werden. Um Holzſchnitte yn 
copiren u. Stereotyppfatten zu erzeugen, wendet 
man Gutta Percha ale Material zur Matrize 
an. Zur Erzeugung von Stereotypplatten be⸗ 
wust mar Abbrücke in Bleifolie als galvanopla- 
Alice Moedelle. Die Folien dazu werden zuerſt 


2er 
ansgeglättet, auf einem Leber-ausgebreitet, barauf 
der ſeſt eingerahmte Letternſatz geftellt u. zuletzt 


dem allmälig zunehmenden Drude einer Schrau⸗ 
benprefle ausgejet. Die Bleifolie, in welcher fich 
der Letteruſag abgebrudt hat, wird vorfichtig ab⸗ 
ehoben, auf eine ebene Kupferplatte aufgelegt u. 
I den galvanoplaftifchen Apparat gebracht. Die 
Anwendung der cheniſch zeriegenden Kraft des galva⸗ 
niſchen Stromes zum Berfilbern, Bergolden 
x. f. in den betreffenden Artilefn. Die galvanijche 
Berzinnung, Verzinlung, Verbleiung u. Bron⸗ 
irung ımterjcheidet fi von ber erwähnten & 
durch, daß man bie verichiebenen Metalle nur 
bis zu einer jehr geringen Dide auf bem bamit zu 
überziebenben Gegenftande anwachſen läßt. Zur 
Berzinnung nimmt man eine durch anhaltenbes 
Kochen von Zinnoryd (Zinnafche) in Ätzkalilauge 
bargefiellte Lofung von Zinnoyydlali; zur Ver⸗ 
Mel u.Berbleiung Aufiöfungen von Zink⸗ 
oryb u. Bleioxyd in wäſſerigem Atzkali. Das gal- 
vanikhe Berzinlen findet bei. bei Ciſen flatt, um 
Dafielbe gegen das Roſten zu ſchützen; das mit 
einer dünnen Zinkhaut Überzogene Metall beißt 
galvanifirtes Eiſen. Das galvaniſche Ügen grün- 
bet Rh darauf, daß unter gewiljen Umftänben bie 
an den Elektroden ausgeichiedenen Stoffe ſich mit 
benfelben chemiſch verbinden. Erfolgt eine Berbin- 
bung, fo wird bie Elektrode nach u. nach zerftört. 
Regulirt man biefes Zerfiören bergeftalt, dag bie 
Gieltrobenplatte bis auf gewiſſe freigelafiene Stel- 
Ien mit einer Subftanz überzogen wird, melde 
für ben au der Elektrode ausgeichiebenen Körper 
unzerärber if, fo hat man alle Bebingungen 
zum Aten. Um eine Kupferplatte galvanıldı zu 
gen, überzieht man biefelbe mit dem jogenannten 
Vegrune, radirt in berjelben bie beabfichtigte Jeichr 


nung bis auf bas Metall ein u. ftellt fie nachber, | 


als poſitive Eleltrode einer conflanten Kette, im 
Kupfervitriollöjung einer anberen ald negative 
Elektrode dienenden blanken Kupferplatte gegen- 
über. Während bieje ſich mit metalliichem Kupfer 
abziebt, wird an den radirten Stellen durch ben 
Sauerftoff des zerjeßten Waſſers Kupfereryb ger 
bildet u. dieſes von der im Kupfervitriole feeiger 

orbenen Schiefelfäure immer wieder aufgelöft 

ber bie techuifche Anwendung der Ablagerung von 
Metalleryben |. Metallochromie. Vgl. Sacobi, Die 
©., Petersburg 1840; Werner, Die ©. in ihrer 
techniichen Anmwentung, ebd. 18414; Martin, Re 
pertorium ber Galvanoplaftit u. Galvanoſiegie 2c., 
Wien 1856, 2 Bde.; Echmidt, Handbuch der Gal⸗ 
vanoplaftik in allen ihren Anmwendungsarten, 3. U. 
Dueblinb. 1856; Hänle, Galvano⸗Epikalymmatik, 
2. Aufl. Lahr 1857; Elsner, Die galvanijche Ber- 
golbung, Berl. 1843. 

Galvanopunctur (Acupunctur), Einwir- 
fung des Galvanismus mitielfl einer Metallnabel 
auf den menſchlichen Körper zu Heilzwecken. 

GBalvanoftigie, j. u. Galvanoplaſtik. 

Galves(Hapai, Happi), Gruppe des Tonga⸗ 
Archipels (öftliches Polynefien). ; 

Galvefton (ſpr. Galweſtu), 1) Grafichaft im 
Stuate Texas (Nordamerika), an den Merxikauiſchen 
Meerbufen u. die Galveſtonbai greuzend, 15 ODE., 


aus der gleihnamigen Halbinjel beftehbend, durch 


bie Weftbai vom Feitland getrennt, Boden eben u. 
fandig; Producte: Bataten, Mais, Rindvieh; 1650 
4529 Ew., worunter 714 Sklaven; 8) Dauptort 


Salvanopuncdur bis Balyzin 
‚ Ihifffahrt nach Reso- Orleans, Ciahun mg || 


| grengt an die Grafſchaften May, 


. | amentstruppen genommen, dann bie 1691 














5* 
u em t 
lebhafter Hanbel, 8 — 5 — Aa de | 


Houfton u. dem Reb- River im Ba kerife; II 
angel — a ik = 
alwa r. Gao — i 
weſten der — 2— Provinz Connauzk, Ai 


ings (Provinz Leinfter), Tipperaryu Aeſo 
vinz Munſter) ı. an ben Atlantiiden Dam: 
riffene Küften mit tiefen Buchten ha 
way, Killerran-, Birterbuy«, Eier u ib 
lery⸗Baien); bavor zahlreiche Küßenixidız 
pen, mehrere große Landieen: ? 
Br 

eilweis in der Grafichaft Mayo), | 

u. 0.; Flüſſe: Shannon, Blacwate, Zumet 
Moyne, Elare, Karnamart u. a; m 
fruchtbare, nur von niedrigen Hükdeied 
zogene, leiblich angebante Ehen; mbink 
—— Berge Yen * ein —8 
toffeln u. etwas Weizen) u. Bichzucht 
börniges Rinbvieb n. feinmollige Shit | 
Fiſcherei (namentlich Häringsjang) it nee 
tend ; Inbuftrie auf Yeinweberer beidränik bub 
ferung ſehr arm u. im Abnehmen, IH % 
Emw., 1851 nur noch 298,129 Ew.; de u 
meift Katholiten; die Grafihait & ie |! 
Mitglieder ins engliiche Parlament. 2) jun / 
Darin, am Ausfluß bes Lough⸗ Combi 
wap-Bais befeftigter, großer aber jeidie 
latholiſche Kathedrale, Palafl dei i . 
Erzbifhofs von Tuam, proteflantiide 
firche; Börfe, Kalernen, auſehnlicher | 
nufactuwren von grobem Tuch u Leinen, 
u. Häringsfang ; Eifenbahnverbindungmrält | 
G. gehörte früher zu den ftärtiten Aefugd 
lands, jetzt nur noch wenig befeſigt; 
G. früher die bedeutendſte Handelsfiabt u 38 
hatte eigne Herren, von denen fergas im 1& 

enannt wirb; in bem Aufftand ber Iriasiez 

arl I. war ©. neutral, ergab fih ober HORR 
bem Grafen Ormond; es wurbe 1651 nahe 


m en DE ee He —— 


m mm: m a Me —— 






fob IE. gehalten. 8) Stäbtijcher Bezick mt 
(Post-township) in ber Graſſchait Can 
Staates New-Pork (Norbamerite); 230 &* 
Galway, Vicomte von G., |. Galer u E 
Balyzin (ruffiid Golitzin), ale ; 
— eſchlecht, führt feinen ürſprunz MW] | 
min, 


. “ir tn Fe re m u Fe > 


ı X 


Fürſt von Zwenigorod, Iurj, welder it sel: 
fter feines Fürſten heiratbete, Malilj, EM 
Bojar genannt wird; 1) Iwan @., k 
gaf genannt, Waſiljs Sohn, melde IM „ 
ſchlechte den Namen gab, angeblich, mul © 
ſtarke Lederhandſchuhe (Golitea) über X? * 
V— Dieſer Iwan hatte drei Sch: ai 
ſJ. ©. 2), Iwan, f. ©. 3) u Antui® 
witſch Kurala, von bem bie Fücun 
flammen. 2) Michail IZwaneminddrt 
tom, ältefter Sohn von ©. 1), ulm 
u. Woiwode, befehligte tie Rufen gu@!., | 
milchen Tataren u. gegen bie Yirbauer, TE 
1844. von dem Fürften Gpnfantin zen it? 


WUalyzʒin 


Jahre in Wilna in Gejangenſchaft 
h den Frieden befreit, ging er 1552 perſönliche Xapferleit, vornehmlich bei der Gin- 


jleitellofter bei Dioslau, wo er balb 
ii Wafiljewitfh, war 1610, 
ıng Schuislois, nahe daran, Czar zu 


ber Patriarch hierzu vorſchlug, allein | 


: Kojaten Zolliewſti fette die Wahl 
n Folen durch, u. ©. wurbe nun 
beiten jalichen Demetrius. Dit 
ı Philaret ala Geſandter nad Polen 
. er unterwegs verhaftet u. ft. 1619 
\efangenichaft. 
nes Cheims 4) Iwan 


weiten Sohus von G. 1) Entel, . 
udrejewitich, fette burd feine : 


Geſchlecht fort u. iſt Stammvater 


ürſten G.; bie Linie bes zweiten 
ꝛx erloſchen. Sein älteſter Sohn: 


udrejewitſch war Vater von 
rſiljewitſchdem Großen, geb. 
e leiftete erft als Offizier bedeutende 
te Krimiſchen Tataren u. gegen bie 
ieper, wurde nach Beſiegung bes 
u derſelben, 1680 unter Czar —* 
ıl8 ſolcher die alte ſſtarre Rangord⸗ 
miſirte die Armee u. regierte unter 
ſeiner Geliebten, Sophie, Schive- 
Großen, nach Fedors Tote 1682 
Rinverjährigleit Iwans u. Peters 
t unumjchraufi, befiegte 1652 bie 
ben Streligen ıı. Roskolniken ver- 
ide u. wurde Generalijfimus n. 
hrer. Moslau verdankte ihm wiele 
ı. Um die Cultur machte er fi 
t, baß er Künftier u. Gelehrte ins 
ar ſchloß er 16853 den unglnftigen 
idruſſow mit Polen, brachte aber 
theilbaften Frieden in Moslau p 
hidte eine Geſandtſchaft an Lub⸗ 
ternabm 1687 u. 1668 unglüdtliche 
ie Krimiſchen Tataren; 1659 wollte 
h die in ihreu Händen befindliche 
immer fidyern, aber Peter ber Große, 
vereitelnd, zwang Eopbien in ein 
n u. verbannte &. nach Jarenſk 
Sibiriend; jpäter wurbe ihm er- 
en Gütern bei Moslau zu leben. 
Unuterfuchung gezogen, wurbe er 
im ouvernement Aſtrachan ver⸗ 
jpäter nur mit Mühe die Erlaub- 
e Binega zurüdfehren zu bürfen. 
be ſeines Lebens ging er im ein 
: 1713 fl. 8) Boris Alerie- 

bes Verigen, aus ber britten 
G. 5) entiprofien war, geb, 1641; 
b, Gouverneur von Kafan u. Aſtra⸗ 
seters des Großen, ftand bei dem⸗ 
r Gunſt, rettete ihm in ber von 
er Eophie erregten Verſchwörung 
t. 1213. 9) Dimitri I. Mi- 
von der vierten Yinie; war einer 
: Erhebung Anua Iwanownas zur 
ber bei ihr, weil er fie eine ihre 
‚ndeActe hatte unterfchreiben laſſen, 
t. 1738 im Gefänguiß in Schlüffel- 
ihail I. Michailowitſch, bes 
:, geb. 1675, wohne tem Kriege 
Ben gegen bie Türken u. Schwe⸗ 


903 
ben bei, zeichnete fich während deſſelben durch 


nahme von Schlüffelburg aus, fiegte bei Lesco 
Über Lömenhaupt u. wurde in Folge deſſen zum 
Generallientenant ernannt. Als jolcher nahm er 
Theil an der Schlacht bei Bultawa, wurde 1714 
bis 1721 Gouverneur ven Finnland, fchlug ben 
General Arınjelb bei Yapola u. nahm an der See⸗ 
ſchlacht kei Hangöud Theil. Als General en Chef 
ber ruſſiſchen Armee brachte er ten Woftübter 
Frieden zu Stande; bei Peters des Großen Abe 


Er betr tie leine , weienheit in ten perfiihen Feldzügen wurde er 
urje⸗ 


1722 zum Gouverneur von Petersburg ernaunt, 
commandirte 1723—25 gegen bie Türlen, wurde 
bon Katbarina I. 1725 zum Feldmarjchall u. zum 
Prafidenten des Kriegscollegiums erhoben u. farb 
1730 in Dioalan. 11) Michail II. Diihailo- 
witſch, geb. 1655, Bruder tes Borigen; bildete 
ih in Holland u. Eugland jür Die Marine, wurde 
Viceadmiral, Geheimerath u. Senator u übernahm 
die Miſſion au Anna Iwanowna nah Mitan, um 
dieſer die ruſſiſche Krone anzutragen. Darauf 
wurde er Präſident des Juſiizcollegiums, Gouver⸗ 
neur vou Aſtrachan u. 1740 Grand⸗Ambaſſadenr 
in Perſien. Unter Eliſabeth wurde er Admiral, 
danu 1753 Gouverneur von Petersburg u. 1756 
Großadmiral u. Präſident tes Abimiralitätecolles 
giums. Er legte jeine Stellen beim Regieruugs⸗ 
antritt Peters ILL. 1762 nieder, erhielt fie aber unter 
Katharına II. zurüd u. fl. 1764. 12) Alegauder 
Mihailowitich, eins vou ben 17 Kiubern von 
®.10) u. der Prinzeſſin Kuralin; war Gejaubtichaftee- 
rat) in Gonftantinopel, Geſandter in Dresden, 
Dann Generalmajor, zeichnete fich in Siebenjührigen 
Kriege aus, wurde General en Chef u. befebligte, 
al® Katharina II. fid) des Thrones bemächtigte, in 
Livland, kam bei ihr in große Gunſt, murde Con⸗ 
ſeilmitglied u. ®eneralabjutaut, befehligte 1768 bie 
erfte Armee am Dniftr, jocht fiegreih 1769 u. 1770 
bei Chozim gegeu die Türken, benahm fich aber 
jpäter läjfig u. unentichlofjen u. verlor deshalb das 
Kommando. An Petersburg angelommen, wurbe 
er Feldmarſchall u. Genverneur von Petersburg 
u. ft. 1753. 18) Dimitrj Il., Bruber tes Dos 
rigen, geb. 1724; ruſſiſcher Geſandter in Wien; 
ftarb daſelbſt 1793. 14) Dimitrj III., von ber 
dritten Yinie (j. Galyczin 5), mwurbe 1765 Ger 
ſandier in Paris u. 1773 im Haag; zog ſich beim 
Anfang ber Franzöſiſchen Revolution nach Deutjch- 
land zurüd u. fl. 1803 in Braunſchweig; ; er ichr.: 
Description phyrique de la Tauride. Yyon 1738; 
Traite de mineralogie, Maftricht 1792, ı. Ausg. 
Helmft. 1796; L’esprit des deonomistes. Braune 
Br 1796. 15) Amalie, Tochter des preußi⸗ 
Ihew Generals Brafen von Schmettau, geb. 1748 
in Berlin; verlebte einen Theil ibrer Jugend am 
Hofe des Prinzen Ferdinand von Preußen, beira- 
thete ten Borigen u. mwäblte, weil ihr Gemahl 
meiſt auf Heilen war, Münſter zum Aufenthaltes 
orte. Sie verjanmmelte Gelehrte (von Fürſtenberg, 
Goethe, Jacobi, Hamanı, Yeniflerbuie), un ſich, 
kräntelte aber an religiöjer Schmwärmerei u. trug 
viel zur Religiousveräuderung Stolberg bei, fie 
ft. 1806 in Angelmode bei Düünfter. In Heuſter⸗ 
huis an fie gerichtete l.etire zur Vntheisine iſt fie 
die Diorima. Ihr Sobu, Fürſt Dimitri ©., ging 
nis Mijſionär nach Amerika, wo er 1840 ftarb, u. 
ihre Tochter war an einen Yürften von Salm 


90% 
vermäßft; vgl. Denkmärbigfeiten ber Fürſtin G., 
von Raterfanıp, Münfter 1828. 16) Alerander 
Nikolaje witſch, ruffiicher Geheimer Rath, Or⸗ 
denskanzier, Minifter bes öffentlichen Unterricht® 
u. des Cultus feit 1817, verlor 1924 fein PBor- 
tefeuille u. behielt nur bie Generaltirection ber 
ven Er war auch Präfident der ruffiihen 
ibelgeſellſchaften bis zur Auflöſung berjelben 
1826. 17) Dimitrj Wladimirowitſch, geb. 
1771, General der Cavallerie, befebligte 1812 
Das zmeite ruffiiche Reſervecavallerie⸗, ipäter bei 
der Verfolgung das britte Infanteriecorps, wurde 
aber durch den General Kanomiczin erjett, flibrte 
dann bie zweite Gurbefuiraifierbivifion u. bei Lützen 
2. Bauten interimiftifch das Garbecavalleriecerps 
u. das zweite Treffen ber Ruſſen. 1814 führte er 
die Refervecanallerie unter dem Großfürften Con- 
Rn war feit 1820 Militärgonvernenr von 
ostau u. Mitglied bes Staateraths, trug weſent⸗ 
lich zur Verſchönerung von Moskau, fo durch An⸗ 
legung der Boulevards vom Kremi u. von Twer⸗ 
kaja, bei u. ft. 8. April 19814 in Paris, mo er ſich 
zur Herftellung feiner Gefundheit aufhielt. 18) Fitrft 
Sergei, diente ſchon unter Katharina ale Soldat 
u. iſt jetzt Reichsrath; er reſidirt auf feinem Gute 
Kusminſtki bei Moskau, — prächtig eingerich⸗ 
tet u. mit Kunſtwerken angefüllt iſt; außer zur Un⸗ 
terſtützung der Kunſt verwendet er ſein großes Ver⸗ 
mögen auch zur Beförderung ber Cultur in feinem 
Baterlaude. 19) Kilrt Emanuel, hat fih um 
das Etudium ber Geographie verbient gemacht u. 
ger fi) fange in Paris auf, mo er 1853 farb; er 
Aberſetzte Wrangels Der Norden von Sibirien, in® 
Framäfliee, Par. 1843, 2 Bde., u. gab herans: 
;a Finlande, ebd. 1952. 
Gam, perſiſches Fängenmaf — 3 Schritte. 
Gama, 1) Nasco de G., geb. in Sines 
in der Provinz Alemtejo; murbe 9. Inli 1497 
vom König Emanuel ausgefandt, ten Weg nad 
Oſtindien um das Zap meiter zu verfolgen. Gr 
vollfiihrte mit 4 Schiffen u. 160 Dann glück⸗ 
lich Den Auftrag u. kam, nachdem er beim Kap, 
bet Cabo te Gorrientes, an Mozambique, Mo⸗ 
zamba u. Melinbe gelantet war, Ende Mai 1498 
in Calient an. Die Hanbelaciferfudht ber Mu- 
hammedaner nöthigte ihn, nachdem er bie Ma⸗ 
lediven befucht hatte, iiber Melinde, Zanguebar, 
wo er eind feiner Schiffe verbrannte, u. Portugal 
zurildzufehren, wo er den 14. September 1199 
mit noch 55 Mann ankam. ©. führte 1502, um 
ven portugiefiihen Handel bort aufrecht zu erhal- 
ten, wieder 20 Schiffe nah Oftinvien, errichtete 
eine actorei zu Mozambique, befeftigte Die von 
Cabral efchlofene Allianz mit dem König von 
Eanor, ſchloß eine neue mit Cochin, beihoß Eali⸗ 
ent u. Ihlug die Diacht des Zamorin in mehreren 
Seegefechten. Darauf legte er Factereien an ber 
Küfte Indiens an, ließ den Admiral Sobre zu 
teren Schuß zurück u. kam reich beladen, 20. Dec. 
4503, wieder in Pilfabon an. Der Königernannteihn 
nun zum Marquis von Bidiguera u. zum 
Admiral der inbifchen Dieere. Bon Johann IIT. 
zum Bicelönig von Indien ernannt, um bie von 
den Indiern ſchwer bedrohten portugiefiichen Colo- 
nien zu ſchützen, rüftete &. 1521 von Neuem eine 
Erpebition von 14 Schiffen aus, ftellte, mit Energie 
auftretend, das Anjehen der portugiefiichen Regie⸗ 
sung wieder ber u. ft. den 25. Deceniber 1524 in 


Sam bie -Bamarra 
| Cohn. Sein Leichnam wurbe nad Bert p- 


rüdgebradt. Die Gelchichte feiner Catch 
ſchrieb Barros, n. Camoent benupte Hriker dh 
toff zu ſeinen Lufiados. 2) Eterbaute 
Sohn des Borigen; zeichnete fih chenſhe in M 
indien ans uw. wurde 1536 Gemwernen ven da 
faffa. Er ſchlug bie Flotte bes Ximige ven ie 
tang n. nöthigte denfelben zum Arien, Hei 
nad) dem Tone tes Bicekẽnigs von Gen, Guecdafe 
Naronha, 1540 proviforiich die $ m 
Goa, ftellte daſelbſt bie Orkumg wide er I 
(hing die Muhammedaner im Rethen Dre In 
no wurde er feiner Statthalterrärte Kñ 
von feinem Nachfolger, Alfons de Sale, 
ein Verbrecher bebanbelt u. fi. anf Teen 
wohin ihn König Johann IIL verteue iur 
Chriſt oph de ©., Bruder des Borizen: keit 
biefen nach Indien, befehligte tie ball 
Truppen gegen Abeffinien, erfocht mie da 
theile, geriethb aber in Gefangenfärt s me 
während derſelben ermorket. 

Gama (Bova Moln qui), Mei Wim 
ber Malediven, füdweſtlich ven &y ak 
(füblichfte Spitge non Vorberintin) 

Gamaches ſpr. Gamaih), Wie m 
Arrondiffement Abbenille des miete 
temente Somme, an ber Bredle; 
Töpferwaaren, Biertebandel; Sclek: TEE 

Gamäle (a. Geoge.), Verein #8 
Genejareth, in Nieder-Caulonitie, muina® 


ſpaſian erobert. j 
Gumalea, Platon Zatoteferitiä, re 
Schriftſteller, geb. 1766; trat früh in den 
u. forht in mehreren Seeilatten ygmuBEs | 
ben, tibmete ſich jeboch bafd mit vench It 
Seecorps in Beteröbnrg her Erichung der d⸗ 
u. ſchrieb zu dem Zwede: Die höbere Te 
Sechmft, 1301, 4 Thle.; Berind einet 1 
Ds —— 2 Tble.; en u. Put 
iffsführung, 1806—8, 3 Thle, d.& 
Gamaley, Borgebirg im Japanüchen Fett 
ber Norbmeftfüfte der japaniſchen Intel Kar 
Gamaliel (bekr., d. i. mein Berge ARN 
Enkel Hillels u. Sohn Simeons, jürie KR 
— — der a ae 
gehörte zu ber gemäßigten Partei ter? 
u. rieth ji mitben Maßregeln gegen tie Ill 
Man hält ihn flir ben, in ter Pildme Me ® 
Autorität angeführten Rabbi ®. ten Alu 
der unter Tiderius, Clandius n. Rero Beil! 
Sanhebrins war m. nm 90 n. Chr. far 
ber kirchlichen Sage lief er fich mit im d 
Abilus von ben Apofteln taufen u. far ti 
Gaman, Landſchaft im Geltriftn Et 
(Weſtafrika), meift eben u. grasreic, zen 
zum Reiche der Aſhantis. 
®amander, 1) Teucrium chamark 
das ganze Fflanzengefchlecht Tencrium. 
amar (Klein-Bortenpit), Riem 
an der Küſte von Seneganıbien Mortinef: 
gehörte früher den Framzoſen, jetst ven rs 
Gamara, Gebirgeim weſilichen Aluerie 
FH zwilhen ter Mündung tee Tafna 
sat jäh u. ſchroff zur Küfte ab u. dildet 
ielfigen Borgebirge: Figalo, Siguleu $: 
amarra, feit 5. Inni 1829 au ® 
Stelle Großmarſchall u. Oberbefehledaber 
Truppen Perue; ſchlioß 22. September 





Gamatta! bis Bambtrell 


Sädamerilantiäher Rewolutiond- 


008 
Herrn von Eorregio ; ihre gefammelfeh‘ Werte hab 


e die Staatseinfünfte verſchwen- Rizzardi nuter bem Titel Rime e lettere di V. 


besbalb ben Sold ſchuldig blieb, 
durch feine Energie u. wurde 1833 
äblt; über ihn ſ. u. Bern (Geſch.). 
erg in Tunis (Nordafrita), mit 
nabe bei den Ruinen des alten 


o v. w. Kamaſchen. 
ch Yatreille Gattung ber Milben; 
baden Scheeren, vorfpringente, 
lhörner, an den Kilßen Blaſen⸗ 
aben befchuppte, antere weiche 
if Pflanzen u. Thieren. Arten: 
„eoleopterorum, Tacarua c.), 
Rüdenfled, anf Hummeln, Mais, 
n Käfern fchaarenmeis, leben in 
ſich aber gern an jene Tbiere; 
weiß, Schild brann, auf Fleder- 
milbe ((r. telartus, Trombi- 
‚ auf Blättern (Linden), Ge⸗ 
Nabe ftebt das Geſchlecht Der- 
Jugea., Art: D. gallinne (D. 
Taubenſchlägen, Hühnerſtällen, 
jaugt des Nachts Blut. Beide 
die Zunft Gamasel. 
Jahomee gehörenbes Reich (Weft- 


yer Gattung Beutelratte. 

Bartolonımeo, geb. 1766 in 
ſich der Buchdruckerkunſt bei bem 
it, gründete nach dem Tode Defiel- 
idlung in Padua, wurde fpäter 
an ©. Warco in Benedig m. ft. 
er der vorzüglichften Bibliographen 
Serie dei terti di lingua usati 
eabolarıo della Crusca, Baſſ. 
Benebig 1939; Narrazione de 
i. ebd. 1807; Serie degli scritti 
tletto Venezinno, Vened. 1932; 
lle novelle Italiane in prosa, 
35; Catalogo delle piü impor- 
etc. della Divina Commedia, 
2) Ritter von G., framöfiicher 
Tiflis, ſtammt aus einer alten 
‚lie, bereifte 1817—18 im Gefolge 
:rmolom Georgienen. den Kau⸗ 
' a. 1824 nach Paris, ging aber 
Couſul nad Georgien; er fchr.: 
‚ Kassie (182024), Bar. 1826, 
:r, Graf von ©., geb. 1801 m 
r der, durch ihre Berbinbung mit 
nnten Gräfin Guiccioli, be 
ch Griechenland, folgte nach deſſen 
en Fabvier als Yreiwilliger, zeich⸗ 
Xuth aus, erlag aber 18926 den 
Klephthenkriegs; er fchr.: A nar- 
Byrons last journey to Grece, 


‚ einflußreiche Familie in Pifa, 
zit dem 14. Jahrh. oft an ber 
rung ftanden, f. u. Piſa (Geſch.). 
‚‚Ipr. Sangbahd, von dem ital. 
od. Freubenfprung; 8) Narrens- 
zambabiren, bergleichen machen; 
Huf; 4) Ausflucht. 

ittoria, italieniſche Dichterin, ge 
R. 1559 ale Wittwe Giberto'sX., 


Vened. 1759, heraus. 

Gambaräne, Pfarrdorf im Diftriet Peno der 
lombardiſchen Provinz Brefcia, am Seriola-Ehiefe- 
kanal; 2500 Em. 

Gambaräre, Pfarrborf im Diftrict Dolo ber 
Provinz Venedig, am Brenta; 2400 Ew. 

Gambarru, Stadt im Reiche Bornn (Inneres 
Afrika), am Men, war ehemals Nefidenz, jet in 
Trümmern. 

Gambart (pr. Gangbabr), Jean Felix Apoff, 
De 1800 in Cette in Frankreich, murbe 1924 

irector ber Sternwarte in Dtarieille u. ftarb nm 
1836. Er entdeckte mehrere Kometen: ben 12. Mai 
1822 im Fuhrmann, ven 13. Juli 1822 beim 
Stern Drache, den 20. Mai 1525 in der Kafflo- 
peia, den 27. Febr. 1826 den Bielaſchen, am 
15. Aug. 1826 im Eridanus, ven 15. Sept. aber» 
mals im Gridauns, den 28. Oct. 1928 den Erde 
ſchen, am 21. April 1530 im Füllen, am 19. JInli 
1832 im Hereules u. am 5. März 1834 in ber 
Wage. ©. berechnete auch bie Bahnen mehrerer 
diefer Kometen u. wies zuerſt nach, daß der Biela⸗ 
che Komet ſchon 1772 u. 1905 fich gezeigt habe. 

Gambe (Viola di gamba [b. i. Bein⸗, Knie⸗ 
geige], Banso di viola), 1) mit 6 Saiten be⸗ 
Jogenes, in D G o ea u. geftrichnes d geſtimmtes 
Geigeninfirument, etwas Heiner ala das Biolon⸗ 
cello; mwirb wie biefes fenfrecht zwiſchen ben Knien 

ehalten u. geipielt, daher der Name. Die Griffe 
nd, wie bei der Raute, Durch Bünde in Entfernung 
von halben Tönen bezeichnet. Der Ten der ©. fft 
angenebm u. durchdringend u. fie wurde wegen 
dieſer Eigenfchaften fehr Häufig, ſowohl zum Solo 
als auch zur Begleitung, gebraucht; jetzt iſt fie 
aber gänzlih aus der Diode gefommen u. Durch 
das Violoncello erſetzt worden; 2) eine Flöten- 
Himme enger Menfur in der Orgel, 8 Fußton, im 
lange bem Inftrinment ähnlich, von dem es den 
Namen bat. 

Gambenwerk, ſo v. w. Bogenelavier ob. Bo⸗ 
genflügel, ſ. d. 

Gamberelli, 1) Bernardo bi Matteo di 


Domenico, genannt Roffellino, „eb. 1404 


in Florenz, Bildhauer u. Baumeifter, war ein 


Schüler des Donatello u. einer ber ausgezeichnet⸗ 
ſten Meiſter der Frührenaiſſance. Papfi Rilo⸗ 
lans V. berief ihn nad Rom, wo er eine außer⸗ 
ordentliche Thätigfeit auch inter beflen Nachfolger 
Pins II. entjaltete u. 1490 ftarb. Werke der Bild⸗ 
bauertunfl: Grabmal des Lionardo Bruni in 
&. Eroce in Florenz, Denkmal bes Filippo Lazzari 
im 5. Domenico in Piftoja; Werlke der Bankunſt: 
außer vielen Reftaurationen, wie bie des Marktee 

abriano, der Kirche S. Francesco in Rom, bei 

äder von Viterbo, der Keftungsbauten von Narnt 
Orvieto u. Spoleto, ber Engelsburg, führte eı 
mehrere Paläfle in Siena, Darunter ben Palaf 
Biccolomini aus. ®) Antonio, Bruder des Vo: 
rigen, geb. 1427 in Florenz, ebenfalls Baumeifte: 
u. Bildhauer u. Schüler des Donatello, ft. 1479 
Hauptwerk: Grablapelle des Cardinals Jalob voꝛ 
Bortugal in S. Miniato bei Florenz; ander 
Werke: Grabmal bes Francesco Kori in S. Croc 
in Florenz, im Mufeum daſelbſt Büſte des Matter 
Balmieri m. ein Relief pie Madonna dae Kind an 
betenb. 


a, Maß, jo v. w. Cambetta. 


Bambeita bis Gamadiss 


| von Zafjet ed. Leber, unter tem rs ü 


Gambettſtraud aufer, Sumpfvogel, fo o. w. Brufiftüd, über bem das Panzcem 


Rothfüßiger Waſſerlänfer (ſ. d.). 
Sambia, Fluß in Seuegambien, einer ber 

Sauptfirdine Les afrifaniihen Kontinente (bei den 

Alten Drafitbolos, bei ven Gingebornen Ba 


Diman od. auh Koura, d. b. Fluß, geuamı), 


entipringt in ber Nähe der Quellen des Niger im 
RO. Tiunbo’s u. tritt nach einem vielfach gewunde⸗ 
nen Yaufe in ben Bergländern ter Dtandingo’s, 
wo er fchöne, fruchtbare u. gefunde Landſchaften 
durchſtrömt, mit bedeutenden Stromfchnellen, bei 
Barraconda in eine niebrige u. ebene Küſtenzone, 
welche er in der Regenzeit regelinäßig weithin 
überjchiwemmt u. beirucdhtet. Nach einem Laufe 
von mehr als 250 Dieilen (120 Meilen birecter 
Abftand) ergießt ſich der tiefe Strom in mehreren 
Armen, die ein großes Delta bilten, in den Atlan⸗ 
tifchen Ocean. Zu allen Zeiten waflerreich u. tief, 
it der Strom bis Barraconda ſchiffbar (ſelbſt 

rohe Seeſchiffe können in gewiſſen Zeiten bes 
Sohres zur Fluthzeit 50 Veilen weit bie zu bem 
einft bedeutendeu, jet aber verlafienen Handelsorte 
Piſania aufwärts geben, kleinere Schiffe können 
bei hohem Wufferftande jelbft die Stromfchnellen 
paffiren). In feinem Laufe in Der Küſtenzone um- 
ſchließt er zahlreiche Inſeln, meift flach u. Dicht be⸗ 
waldet. von benen bie Mac Carthysinſel die größte 
u. öſtlichſte if u. St. Mary Bathurft faft in ber 
Mündung liegt. Eine (früher oft augegebene) vegel- 
mäßige Verbindung mit beim Senegal beſteht nicht, 
wohl aber wird durch die Abflüffe eines an ben 
Grenzen von Fouta Toro u. Bonbu gelegenen 
Sumpfes eine periodiſche Serdinbung zwiſchen 
beiden Strömen erzeugt. Bon ben Nebenflüſſen 
bes ©. find bie bebeutendfien der ihm im untern 
Laufe von S. ber zugehente Bintain u. im mittle- 
ren Laufe der von N. kommende Nerico. 

Gambiagans, eine Art Schwan, f. d 

Gambie, Ort mit englifher Factorei im Neger- 
rei Barra in Senegambien (Norbweft-Airita). 

Gambienfer Gummi, fo v. w. Kiuo. 

Gambier, 1) Poftort in der Graifcaft Kor bes 
Staates Ohio (Nordamerika) am Bernon » River; 
bier Keuyen Kollege, 1826 vom Biſchof Chafe ge- 
griludet, gibt zwei religiöſe Zeitfchriften heraus; 
2) Borgebirg der Inſel Melville an der nörblichen 
Küfte von Neubolland. 

ambier Infel(Mareva), die öftlichfte Infel 
des Paumotuardipels od. Niedrige Infeln (ſüdöſt⸗ 
liches Polyneſien). 

Gambier Infeln, Heine Gruppe am Eingang 
bes Spencer Golfs an der Südküſte der engliichen 
Kolonie Sübdanuftralien. 

Gambir, ein dem Katichu ähnlicher, auch wohl 
ftatt dieſes ob. ftatt Kino verfaufter Pflanzenauszug 
von Uncaria Gambier. Er fomnt in Heinen, 
vieredigen, außen gelbbräunlichen, innen belleren 
Stüden, od. in rundlichen Plätchen (Trochisten) 
von ein Zoll im Durchmeſſer vor, von denen bie 
befte Eorte weiß u brüchig, od. menn auch von 
außen dunkel, Doch inwendig faft weiß if. Der 
Geſchmack ift zufammenziehend, bitterlich, zuletzt 
üßlich. Er wird von den Malaien zum Kauen 
aut Betelblättern, auch zum Färben des Nankiugs 
‚benußt. 

Gambiſſon (Sobiſſon), war im Mittelalter ein 
mit Wolle, Werg od. Haaren gefütterter Bruftlat 


—— etragen wurde. 
ambiſt, der Die Gambe jpielt. 

Gambit (fr., ſpr. Gangbih, cu mü 
Zug im Schachſpiei. 

Gambloſe, ein herrenloſes Gut. 

Gambbolo, Flecken n. Haupt bay 
migen Amtes in ber ſardiniſchen Brevum tee 
5000 Em. 

Gamboye : Gummi, jo v. m. Gum 

Gambrivii (a. Geogr.), Vell in Len 
land, das um Hamburg (Banbrivim y 
u. jeinen Namen von einem gan, use 
unnahweisbaren Gotte Ganıbrivns et. dm 
(daher bad Volk auch Sambrinih, din sp 
Erfinder des Bieres, erhalten baben'cL 

ambs, katholiſche Biarrgenzun mi 
Werdenberg bed Schweizercantent & hi 
treibt Ackerban, Rindvieh⸗ u. Pierc 
nöſſiſches Poſtbureau; 1790 Ew. 

Gambutta (lat.), jo v. m. Cantıı 
Gamehuje (Samebaja, Min.ijer.zie 

Gamelta (gr.), 1) Beinamt ta je 
Göttin der Ehe, wie Gameiioe, Led yatd 
gott; daher Beide Bamelioi Tbesi (fed% 
2) Der Here gefeierte Hochzeitiefte, ki. 
Gamelion, tem 7. Monat tes Amin. 
vom 10. Januar bie zum 6. februr; ai 
ben auch bie meiften Eben gefchlefen: I 
melion, Gaſtmahl, von dem neuen Cernu 
Phratria gegeben, wobei zugicid tie Xu 
ten in dieje aufgenommen wurden. 

Gamertingen, Stadt an der tu 
—— rſtenthum Hohenzollern⸗· E 
gen, mit Schloß u. 1000 Ew. 

Gamin (fr., ſpr. Gamäng), 1) Sie 
junge; bef. 2) Barijer Straßenjungt, W 
Burſche, bei. bekannt durch das Yukie 
varis von Bayard u. Banterkurd. Lab 
nerie, ſpöttiſch bie aufmerkfanleie Palin 
nifteriums Thiers. 

Gaminahuja (Diin.), fo v. w. Coma 

Gaming, Parktfleden des Zeyirle © 

fterreih unter ber Enns; von 130- 
ftand bier eine große Kartbauje, von da 
noch die Zellen u. Gärten übrig find, E 
Kohlenbrennerei, Holzflößen auf der Eıbl 
Bergölquelle; 600 Ew. 

Gamka (Kleiner Löwenfluß, 
Capland. 

Gamla (ſchwed.), alt, daber mebre! 
menſtellungen, wie G. Carleby (Gaut 
Statt in Öftbottnien mit Hafen, 26u0 N 
bau u. Handel; wurte von Guſiad Ak 
bet, bier am 7. Juni 1554 Gefecht 0 
ruſſiſchen Beiapung u. einigen enzidi 
pen; G. Kopvarberger, jo v. w. yaluıl'; 
Dorf bei Upjala, Die erfte Nieterlatiur 
nier, mit uralter, ven Erich dem Heuig 
Kirche. 

Gamm (Alt- u. Neugamm), zr 
bes Vierlandes. 

Gamına (gr.), 1) Name des grichi‘! 
23) (Diuj.), jo v. w. Gamme. 

Gammadion (mit vier Gamuna | 
Kreuz darftellenden Figuren gewirktis : 
als Gewand griechiſcher Biſchöfe. 


Gammaule bis 


sb.w. pre, ſ. u. Eulchen 2) h). 
ou. Die Definition der G. iR 
Bleichung 


u— 1. —xı 
(x e dx 


dieſes, weder algebraiſch, och 
ndeuten, für weiche man ſchon 
28, alſo durch Logarithmen ob. 
unctionen, auedrüdbaren u. da⸗ 
tranfcenbente Größe zu betrach⸗ 
flıd zuerft von Euler unterſucht 
auch von Legendre neben einem 
wandten Integral, als die Qu⸗ 
nte (Eulerſches Integraf) der 
net morden ifl. Bon Legendre 
zeichnung durch ten Buchftaben 
.Gauß den Algorithmus biefer 


nfafiend bearteitet haben. Aus | 


1.2.3.. 
I (u) — Lin (FG FD ann) 


Geunpeisie corella 07 


der obengenannten Gleichung, welche fi auch fo 
umformen läßt: 


1 
T u = ‚anD#aTias 


folgt durch Integration U (ge + 1) u T (u) n. 
ba der Definition gemäß Z’ (1) — 1 ift, fo iſt num 


V 

P (2) — . 1, (3) = 1.2, IT (pe) = 1.2.3... 
(sa — 1) u. wenu m eine ganze Zahl ift 
Tu +m)=u(u+1)(u — 
Hieraus erfieht man, daß Zu) für jeden Werth 
von zu berechnet werden fan, wenn ınan ee für alle 
echt gebrochenen „ leunt, da jebe Zahl fich im eine 
ganze Zahl u. einen ächten Bruch zerlegen läßt. 
Zunächſt iR es nun wicht ſchwer jür 4 — 4 den zu⸗ 
gehörigen Werth der G. zu finden. Nach Gauß iſt 
nämlich Die zu Anjange angeführte Gleichung iden⸗ 
tiſch mit folgender 
.(n—1)n 

( ) nk— ) 


wachſende n. Aus ihr folgt weiter 


a): 
)ria+ 4)” 
i sınd n 
I+)=1”" An 

== AT (1) iR 

1 A) sinin 

— ſo iſt 





eva 

formeln, welche hier nicht näher 
Bunen, haben Legendre u. Gauß 
igen echten Brliche Zafeln ber 
:echnet, welche bei ter Berechnug 
Integrale, ſowohl in rein analy- 
gen, als auch in Anwendungen, 
rie ber Berbreitung der Wärme, 
ung find. 

Manche Harze, 3. B. ba8 Eolo- 
arz des Euphorbiums, befteben 
verſchiedenen barzartigen Kör⸗ 
ale Alphaharz, Betaharz u. ©. 


‚fo v. w. Amphinoda. 

n, Berfteinerungen von Kruften- 
ögie u. Gammarograpbie, Kennt: 
j ber Kruftentbiere. 
1) (Waſſerfloh, Floh— 
us der Familie der Amphipoda 
zwei vorderen Fußpaare ſind 
i inneren längeren Fühler mit 
inge an ter Geißel; fie leben 
Waſſerpflanzen, ſetzen ſich ben 
ten, dienen aber vielen Fiſchen 
en: Klußgarneele (G. fos- 
in, jederſeits mit ſchwarzem 
5 Linien; in Gräben u. Bächeu; 
ulex). durch die lleinen Stachel⸗ 
Schwanzſchildern von Borigen 
je 1 Zoll; hänfig; 2) Cancer 
:us marinus), f. Hummer. 

ft das Guidoniſche Tonſyſtem, 
rundton feines Syſtems durch 
zeichnete; 2) jetzt Die Tonleiter 


C-))CC)— 


jedes Juftruments, 3) gabelähnlihes Stück Holz, 
das ben Ziegen um ben Hals gehängt wird, um 
das Durchbrechen durch Die Heden zu verhindern. 
SGammelödorf, Dorf im Landgericht Moos- 
burg des baieriſchen Kreiſes Oberbaiern. Bier 
1313 Sieg De Kaiſers Ludwig des Baiern Über 
Beiebrid von Tfterreich. Zur Erinnerung an biefen 
9 ift ein Denkmal errichtet. 
Gammen (Dampiersfraße), Meerenge 
zwiſchen Neu- Guinen u. Waign (Polyneſien). 
Gamolkpis (G. Less), Pflanzengettung ans 
ber Familie Compositae- Senecionideae - An- 
Ken ideao- Chrysanthemeae; Arten: in Süd⸗ 
afrifa. 
Gamolögie (». gr.), Abhandlung, Lehre von 
ber Che, Gamonsmie, Yehre von ben Ehegeſetzen. 
Gamonal, rt in Spanien, in der Nähe von 
Burgos; bier den 10. Novbr. 1808 Sieg Soul!’ 
über die Spanier unter dem Marquis von Belve⸗ 
dere, |. Spaniſch⸗ portugiefiicher Befreiungekrieg. 
Gamopetäla corolla, einklätterige, d. i. ver- 
wachſenblatterige Blumenirone; daher Gamepe- 
tälar, eiue Gruppe der Dikowledonen u. zwar bei 
Endlicher bie dritte Cohorte der Acramphıbrya 
Endumſproſſer), ausgezeichnet durch eine doppelte 
Blüthenbülle, Die äußere lelch⸗, die iunere blumen⸗ 
artig, aber verwachſenblätterig, ſelten durch Ver⸗ 
kümmerung fehlend. Dieſe Cohorte beſteht aus 
ben Klaſſen Plumbagines (Fani. Plantagineae, 
Plumbagineae), Aggregatae (Fam. Valeria- 
neae, Dipsaceae, Compositao, Ualycereae), 
Cumpanulinse ($am. Brunoniaceae, Goodo- 
niuceae, l,obelinceae, Campanulacese, Styli- 
deae), Caprifoliaceae (am. Rubiaceae, Loni- 
cereae), Cortortae (Fam. Jasmineae, Olea- 
ceae, Loganiaceae, Apocynaceae, Asclepis- 
deae, Gentianeae, Spigeliacene), Nuculiferae 
(Fam. Labiatae, Verbenacese, Stilbinese, 
Glubularieae, Selagineae, Myoporineae, - 
diaceae, Asperifoliae), Tubiflorae (Bam. Gon- 
volvulaceae, Polemonisceae, Hydrophylieae, 
Hydrolteaceae, Solonaceae), Pernonatae (Fam. 
Scrophulurinsae, Acanthaceae,Bignoniacene, 


ww. 
Gonerasene. Pedslindeae, Orobatielrsse, Umb- 


cularieae), Petslanthae (Kam Prinuladese, 
Myrsinese, Sapotacese acase), Bicor- 
nes (Fam. Epacridene, — 


möro® gr) ‚ı) Cotonif, derbeienie; 
$) einer, ber vo 
Jeiſtete; Sy bir: eher Re en. er 
welcher in ber Gtabt wohnend, in ber Umgegens 
— mei. Fr Hari sen . 


tzua 
— Keen k be 88* 8 . 


v@Geamri Ei a — — Sreffett 
* aber ei bev NRorofee, mit: ——— 
verilqur ige Grotten; 4800 te. : 

n Ganfei —** Donau —— 


90 - 100 N lang. 
Bam te im. Bingen, im 
reichiſchen —** akku: 6570 —— 


Gamskarkogel, im 
oft 










na ANY IE: 


— —— — — — 
— teen R 


a zu viel Ki — — 
für_ ihren Abftand von — ———— 
ol Weite, damit die Gurgel freien Raum 
— hen ihnen Haben u. das Pferd dest Kopf leicht 
u. weit genug gigen den Halo bewegen’ könne. Iſt 
vieler aum enger als 3 Zoll, jo nennt: man das 
Sanaſchentuge, iſt er weiter, Banefhenweit. 
Ganat, Dafe in Tripolis (Rorbafrila), Provinz 
vu liegt: füdwerlich von Diurzud in wüfter 
8 an einer Karamanenftraße. 
nd, Stadt:,fo v. w. Gent. 
:: Ganbärd (a. @eogr.) Bolt in Indien, welches 
- Weit über den Indus, "amentiich am Kophen, in 
der Landſchaft GSaudaritis wohnte; fie zogen mit 
den ag *3. Griechenland. 

Gandeden (Geol.), ſ. u. Gletſcher. 
Gandelbeeren, fo v. w. Heidelbeeren. 
VGander, teine- Bucht an der Nordkuſſte ber 

Snfel Neufundland (Britifches Nordamerila). 
Ganderkeſee, 1) Amt im oldenburgiſchen Kreiſe 
Delmenhorſt; 4 O 0500 Ew.; 2) Bfarrborf n. 
Antsfit darin; 600 Ei. 
- Ganderäheim, 1) Kreis des Herz ogthums 
Praunſchweig; 9» QM., 42,100 Ew.; 3 —— 
darin-an der Gande u. der Bahn Yon Braun. 
er Ben Göttingen; fürſtliches Schloß, vor⸗ 
male eihöfranenfift (mit Sig u. Stinime auf 
der Prällatenbant), Kreispirection, Superinteubur, 
2Lateiniſche Stiftsichufe, Eiſen⸗ u. Stablfabrifen, 
BDrauerei, Leinweberei; 2300 Ew. — G. wurde 
gegen 860 von bem Herzog Lubolf von Sachſen u. 
Son feiner Gemahlin Oda ale Stiſt für abliche 


Salzburg, 7800 Fuß h och; wit von Gehe a 





allein) Genen? bie GBiuiguma.Ed 


Damen bet, das de 
Nähe gegründete Stin runsbaulkt | 
worben war. Die erfie Abtiſſin warf 


bie Eochter ber Griinber; bas nene M 

881 beenbigt, von aller welcdiden m 

—— erimirt u. unten.bei 
ft; im Kurzem wurbe das Seit 
hielt 991 bas Rede zu mũngen u. url 


| ein Reichsfürftertfurn, tweices ein 4 


ämter battey daher gewöhnlich 
tiſſinnen in 6. waren.’ 1568 wurde dere 
riſch u ihm 1802 an Braun 
eh une ide Yen 3 
eine braunſchweigi njeſſin, 
— 

Gandeſa, eg in ber 
im Tarrı = im einen tiefen Ti 

Er 

N Gandharvas, ‚in ber Motbeisiirh 
nifchen Inder eine Art halbaötıliheiigt 
nl: Indras ie Ab —* —545 
ungiren. ie fi er t 
Di 5 — aus ihrer Mitte u, fit 53 


| rm Geſchlechts. Ling Gantbamuk 


welche bon zwei junge Leulen mat 


| (ohne bie gewöhnlichen juriftiiden ah 


Formen ber Trauung) eingegangen wirk 
Gandig, Stadt am Ailcop u. ui 


‚| meeres, in der ſpauiſchen Provinz Balacıs 


Wein-, Flache - u. Hanfbau, Sciemeit 


| Yeine u. Seid denweberei, —— 


Ganbdicotta, Bezirk, u, beiefli, 
ſtrict Cudbapab ber Provin Bu —* 


| an Nik en Präfidentichaft Mabrai (Berk 


* 1) Bejiefder — 


Bergamo; ecken u. Hauphn 
im 6a Hm, * Tuch⸗ u, Bel 
erbereientz 3000 Em. 


Gando,'bas mittlere ber brei felatı 
Reiche im Innern Nordafrifns, erftredt 
ben Seiten des Nigerftromes etwe vom 
fibwärts bis zur Mündung des Bin 
einen Flädenranm von 3880 AM, u 
Theile fruditbares fand. Dem Befient 
greift dad Reich bie Provinzen: Sabem 
ben weftlichen Theil vom Kebbi (mit det 
Bande), Dendina, einen großen Til 
(mit ben Landichaften Libtalo, Jagha 


Galaidjo), einen Theil von Borzu 2 


auf der Oftieite bes Fluſſes Jaum u N 
meiſten diejer Provinzen find aber im! 
archie verjunlen u. befinden ſich in oft 
rung gegen ben Herrjder: — Di © 

man rief bie muhammedaniſchen Fulbe 
lani, Fellata) im Jabre 1802 zur Cm 
ben heidniſchen Herrſcher won Gebtt 
dieſen u. gründete ein Reich, deſſen Heil 
Gando, jpäter Sifua mar, Bei Onmn 
bielt fein Sohn Muhammed Ble! 
Land, Soloto, u. der jüngere Schu # 


weſtlichen Provinzen mit ber Haupt 


als jelbfländiges Reich. Die Kraft ie 
ſchwand jevod ſchon unter dem Nahie 
meb u. iſt unter bem jetzigen Herr 
bein jüngeren Bruder des Borisen, 
chiſcher Zurüdgesogenbeit lebt, dem 4 
fall nabe gebracht. Die erfien u. einj 
ten über ©. verbanlı mau Barth. 


Benbiiti bis Gange 


I) Gaetano, geb. 174 in ©. | 


ecima, Maler, bielt, obwohl ber 
rend, an feinen WBorbiltern ber 
ildete ſich vorzugsweiſe in Venedig 
ologna; Hauptwerke: Himmelfahrt 
10 S. M. bella Vita, bie Hochzeit 
ifefaal von S Salvatore in Bo 
te auch in Kupfer, un. a. bie An- 
en nach Ric. dei Abbate, u. Berrus 
G. Rei. 2) Mauro, Sohn des 
74 in Bologna, Kupferftecher, Schüt- 
zerrio's, Denen er bald den Rang 
R. 1834 in Bologna; feine belann- 


ind: Hieronvmus nad Correggio; 


land anf dem Kreuze ſchlaſend nach 
ı Ägypten nadı Guido Reni, Eirce 


einer der Quellflüfle des Atbara in 
Ita), entipringt nahe am Tana⸗ 


Diftrict, fo v. w. Gangam. 
Jel